fach sogenannte Sparbrenner verwendek. Eines tatsächliche lohnende Ersparnis aber ergeben sie nur in wenigen Fällen. Wenigstens habe ich von vielen Seiten gehört, daß trotz Sparbrenner an Gas nicht gespart wurde. Aber es ist Tatsache, daß es sogenannte Gasschlucker gibt. Hier handelt es sich um Gasherde, die bereits in den Feuerherd eingebaut sind und gewöhnliche alte Systeme darstellen. Am besten ist es, wenn man einen solchen Gasschlukker durch Vergleiche mit anderen Herden festgestellt hat, wenn man auf ihn verzichtet und sich einen neuen Gasherd kauft. Das Anlagenapital in allen Fällen wird sich sehr bald bezohlt machen. 1— Stärken der Wäsche für das Glanzplätten Soll das Plätten oder Bügeln gut ausfallen, so muß schon bei der Wäsche darauf geachtet werden, daß die alte Stärke vollständig aus den Wäschestücken gelöst wird. Man erreicht dies durch Einwässern der Wäsche in kaltes Wasser, dem man etwas Salmiak und Terpentin zusetzt, worin man die Wäsche nach dem Weichen drückt und taucht. Das Stärken wird im allgemeinen nach dem Spülen der Wäsche mit gekochter Stärke vorgenommen; die Glanzstärke jedoch ist einige Stunden vor dem Plätten erst mit gekochter und dann noch mit roher Stärke vorzubereiten. Zur Herstellung der gehgtteg Stäcke nimmt man auf 2 Liter Wasser Stärke. Diese wird in einem Teil des Wassers aufgelöst, während man den anderen Teil kocht und ihm, sobald er siedet, die Stärke unter stetem Rühren zufügt. ein Eßlössel Vorax und ein Stückchen Wachs oder Glanzbalsam in die Masse getan und gut verrührt. Die rohe Stärke ist bedeutend kräftiger herzurichten. Hierzu nimmt man auf 3 Liter Wasser 1 Pfund Reisstärke und ¼ Pfund Borax. Der Borax wird in einem kleinen Teil des Wassers gekocht, die Stärke in dem übrigen Wasser aufgelöst. Unter kräftigem Rühren vermischt man ander, seiht es durch ein Tuch und fügt nun noch einen Eßlössel Glyzerin hinzu, das ebenfalls gut verrührt werden muß. Man stärkt zuerst die Stücke, die die meiste Steife verlangen, nämlich die Kragen. Dann kommen die Chemisette und letzt die Oberhemden daran. Die kleinen Stüche werden in der noc), wurtgen,„auch ghbiten Stärke gerieben, dann ausgewuteet,##o in die rohe Stärke gelegt, mit der sie evenfauls tüchtig durchzureiben sind. Danach legt man sie glatt auf ein kräftiges weißes, trockenes Tuch und windet sie darin aus. Von, den, Ogersegangn stärkt man nur den Brusteinsatz, das Halsbündchen und die Manschetten, die man zusammensaßt, in die Stärke taucht und durchretor. Das Hemd bleibt dabei links gekehrt, und der übrige Hemdteil wird während des Stärkens unter den Arm genommen. Der trockene Hemdteil ist ein wenig mit Wasser zu benetzen, worauf man das ganze Hemd, innen gekehrt, fest zusammenwickelt. Erst, wenn die Stärke sich gur mit der Wäsche verbunden hat, ist das Plätten vorzunehmen; erfolgt dieses zu schnell nach dem Einstärken, so klebt das Eisen beim Plätten an der Wäsche fest, und diese wird dadurch unbrauchbar. —(2.— Nicht wachsen siehst du, wie aufmerksam du bist, Das Gras, doch merkst du bald, daß es gegewachsen ist. So tröste dich, wo gleich nicht das Gedeih'n * erschien, Von jedem Werk; zuletzt auf einmal ist's gedieh'n. * Einst wollt ich einen Kranz dir winden Und konnte keine Blumen finden; Jetzt find' ich Blumen fern und nah, Ach, aber du bist nicht mehr da! Fr. v. Bodenstedt. „So gehe hin und feiere ein gleiches wieder, ehe du es lösest.“ Italienische Sprichwörter. Ein Weib lacht, so oft sie kann, und weint, wann sie will. Lobe den Berg und bleibe auf der Ebene, lobe das Meer und bleibe auf dem Lande, lobe den Ehestand und bleibe ledig. Wer Narren züchtigen will, gebe ihm ein Weid. 2. Mich machte dumm! (Man hilft dem Kinde wieder herauf.) Doch seht, da richtet er sich auf Und kraxelt auf den Berg hinauf— Da steht er schon. Nun gut, dann geht's von vorne los, Das ist nun mal Holzhauerlos Im grünen Wald, wo das Bum—bum Schallt virgcherum! Schwester Lisa. Die Schlachtzeit des Geflügels Truthähne(Puter, Schruten) sind am besten vom Juli bis September, Gänse von Mitte Oktober bis Mitte Januar, Kapaune in den Wintermonaten, Hühner in der Zeit, da sie nicht legen, übrigens gebraucht man sie das Jahr hindurch, Hähnchen(Kücken), wenn man sie haben kann. Nach der Art des Geflügels muß es ein oder mehrere Tage vor dem Gebrauch geschlachtet werden. Junge Hühner, Hähnchen und Tauben müssen wenigstens am Abend vorher, alte Hühner, Kapaune und Enten einen Tag vor dem Gebrauch geschlachtet werden. Doch können die beiden letzteren bei trockener, kalter Witterung an einem luftigen Ort wohl 8 bis 14 Tage geschlachtet Sollte man indessen genötigt sein, das Geflügel sogleich nach dem Abschlachten gebrauchen müssen, so gebe man zehn Minuten vor dem Schlachten einen Eßlöffel scharfen Essig ein, wodurch das Fleisch milder wird, und stecke es nach dem Pflücken und Ausweiden so lange in kaltes Wasser, bis es aufs Feuer gebracht wird. —2.— — Aus dem Engen und Weiten Die Holzhauer Nach der Melodie:„Das Wandern ist des Müllers Lust“ singt sich ein neues Liedspiel, das unsern Müttern nicht weniger willkommen sein wird als der kleinen Gesellschaft, die so gerne„Hoppla, hoppla, Reiter“ mit sich machen läßt. Es lautet folgendermaßen, und wer es probieren will, der suche sich gleich einen kleinen Partner, den er sich aufs Knie setzt, wobei er ihn mit gekreuzten Armen festhält, um gleichzeitig mit diesen zu„sägen“: Nun sägen wir den Fichtenbaum, Der droben an dem Waldessaum So lange stand. Seht ihr es, wie die Säge macht, Hört ihr es, wie es knackt und kracht Und dann mit großem Bum—bum—bum Der Baum salt umi:„ t.mem (Man läßt hierbei das Kind heruntergleiten.) Jetzt liegt er in dem grünen Moos, Nun sieht man wirklich erst, wie groß Er doch schon war! Was denkt er denn in seinem Sinn? Er denkt, wie schad', daß ich nicht bin Da oben noch, wo kein Bum—hum Du und Dein Kind. 1. Gieb Deinem Kinde stets ein gutes Beispiel.— 2. Gebrauche keine Schimpfworte in seiner Gegenwart, denn:„Wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen.“— 3. Ziehe nicht ein Kind dem anderen vor.— 4. Gieb acht darauf, daß sich die Kinder auch untereinander respektieren und gegenseitig gefällig sind.— 5. Verschone Deine Kinder mit Deiner Eifersucht. — 6. Ueberwache ihre Ausgaben, aber lehre sie auch gern etwas schenken.— 7. Begegne ihren Temperamenten und Eigenschaften mit Rücksicht. Vergiß niemals, daß auch Du einmal ein Kind warst.— 8. Sei nicht nur Mutter, sondern die vertraute Freundin Deiner Töchter, wie auch der Vater der vertraute Freund seiner Söhne sein soll.— 9. Wenn Du etwas gesagt hast, so halte es auch.— 10. Teile alles mit ihnen, ihre Sorgen und Freuden und gieb ihnen möglichst eine gute Bildung. Wissen ist ein Schatz, der nicht genommen werden kann. Doch erwarte nicht Dank dafür. Der weise Richter und die zärtliche Gattin. Ein alter rabbinischer Schriftsteller erzählt: Einst führte ein jüdischer Mann sein Eheweib nach Sidon vor den Rabbi Simeon und sprach: „Großer Lehrer! Mit dieser Frau lebe ich nun zehn volle Jahre in Eintracht und Friede. Aber unsere Ehe ist kinderlos. Aus Ehrfurcht für die Gesetze will ich ihr den Scheidebrief geben.“ Das Weib stand schamrot da, und heiße Tränen flossen aus ihren Augen. Gerührt wandte sich der Ehemann zu ihr:„O weine nicht,“ sprach er;„nimm das Kostbarste meines Hauses mit dir. Kehre nur ohne Unmut in das väterliche Haus zurück.“ Die Trostlose schwieg weinte bit terlich und sah den Richter an.„Freund der Gesetze,“ sagte der Rabbi,„nicht wahr, als du das Eheband knüpftest, da feiertest du ein Fest?“ Pfefferlinge in Essig eingelegt. Die Pilze werden geputzt und in siedendem Salzwasser halb weich gekocht. Dann läßt man sie ablaufen, schichtet sie in Büchsen und übergießt sie mit Essig, der zuvor mit Pfeffer= und Gewürzkörnern oder auch bloß mit etwas Salz aufgekocht und wieder erkaltet ist. Nach vier Tagen gießt man den Essig wieder ab, kocht ihn auf und schüttet ihn erkaltet wieder darüber und bindet die Büchsen zu. Ein oft überraschend wirkendes Mittel bei Gesichtsschmerzen besteht darin, daß man das Gesicht so warm, wie man es vertragen kann, über einen Topf hält, in welchem man gequetschte, mit kochendem Wasser angebrühte Wachholderbeeren gedämpft hat. Zigarrenasche sollte man nicht fortschütten, da sie ein sehr gutes Putzmittel für Metalle, Fensterscheiben, Spiegel usw. ist. Sie enthält Potasche, die Schmutzflecke leicht löst. Infolge ihrer Feinheit hat man beim Putzen keine Schrammen zu befürchten. Entfernung von Rost. Um Rost von kleinen eisernen Gegenständen, die sich leicht auswärmen lassen, zu entfernen, nimmt man ein Stück Bienenwachs, bindet es in einen nicht zu dicken Lappen und verreibt es auf dem warmen Eisen, das dadurch einen feinen Wachsüberzug erhält. Darauf nehme man einen zweiten Lappen, tauche ihn in pulverisiertes Kochsalz und reibe damit Wachs und Eisen ab. Die Wirkung ist überraschend. Um alten Oelgemälden wieder ein frisches Aussehen zu geben oder sie auch nur vom Staube zu reinigen, empfiehlt es sich, mit einer frisch angeschnittenen Zwiebel darüber zu streichen. Benzinwachs für Fußböden. Ein sehr beliebtes Verfahren, um die Fußböden schön weiß, glänzend und sauber zu erhalten, ist folgendes einfache Mittel: Man gibt in eine Flasche, die größer als einviertel Liter sein muß, einviertel Liter Benzin von bester Qualität und bröckelt dieselbe Menge weißes, gekochtes Bienenwachs in Scheibenform hinein. Die Mischung bleibt über Nacht stehen, da sie mindestens 12 Stunden braucht, um sich aufzulösen und sich zu einem dickflüssigen Brei mit dem Benzin zu vermengen. Ist nun der Fußboden von Staub und Ruß gereinigt, so streicht man die Flüssigkeit mittels eines weichen Wollappens auf, reibt sie tüchtig, läßt sie einige Augenblicke trocknen und bürstet dann den Fußboden, der nach diesem einfachen, bequemen Verfahren schön glänzt, während das verflüchtigte Benzin jede Spur von Schmutz beseitigt. Behandlung polierter Möbel. Um Flecken aus polierten Möbeln zu entfernen„ist folgende Mischung empfehlenswert, die jeder Drogist bereitet und die den Möbeln neuen Glanz verleiht: Man mischt zu gleichen Teilen Leinöl. Terpentinöl und Weingeist. Ein Stück Flanell wird damit befeuchtet; dann werden die Möbel abgerieben und mit feinster Möbelpolitur nachpoliert. Ein neuer Stegemann=Roman beginnt jetzt in der„Gartenlaube".„Jakobäa“ stellt sich als eine Historie aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges dar. Schon der lebendig und anregend geschriebene Anfang führt uns mitten in die so schreckensvolle, kulturhistorisch und menschlich so interessante Zeit hinein. Lange hat der Dichter Stegemann geschwiegen und ist nur der Historiker und Kriegswissenschaftler in die Erscheinung getreten. Alle Freunde von Stegemanns reifer, edler Erzählerkunst werden die Wiederaufnahme seines dichterischen Schafsens freudig begrüßen. Verantwortlich: H. Semmelmann, Altena und Sn S 9 S 5 P och S 8 583S, BSE% E S SmGhEBE.5 9 S#2. E. 9 S S S#sn S SS9! FL.oß9 e 17•8* C.. SOS SSS 4%% Praden bl 6 Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung K Nr. 33 Die Musikerziehung unserer Kinder Von Annaliese Weyl=Nissen, Berlin, Konzertpianistin und staatlich akademische Musikpädagogin. „Ist mein Kind musikalisch?“—„Soll es Nusikunterricht bekommen?"— Diese beiden ragen legen sich wohl alle Eltern einmal vor. da gibt es nun Fälle, wo ohne weiteres mit inem klaren Ja geantwortet werden kann: Das Kind singt viel, hört mit großer Teilnahme zu, wenn Musik gemacht wird, versucht wohl auch, selbst auf dem Klavier mit mehr oder wetiger Erfolg eine Melodie zusammenzufinden. In anderen Fällen aber liegen die Verhältnisse nicht so einfach, sehr viele Kinder stehen der Musik recht teilnahmslos gegenüber. Aber das st noch kein Beweis, daß sie nicht musikalisch eien. Es gibt sehr viel verborgene Musikaliät, die nur geweckt zu werden braucht, um sich aufs Köstlichste zu entsalten und hoch zu beglücken. Man nimmt sich zur zwanglosen Prüfung in einer stillen Stunde das Kind ans Klavier und vielt ihm eine einfache kleine Melodie vor, die es nicht allzu gut kennt. Velleicht singt es sie nach. Oder man läßt das Kind einen Ton sinzen und ihn danach auf dem Instrument aufuchen, oder auch umgekehrt, man schlägt einen Ton an und sieht, ob er gesungen werden kann. Daß diese Proben genau bestanden werden, ist nicht wichtig, es kommt vor allem nur darauf an, zu sehen, ob dem Kinde die Beschäftigung nit den Tönen Freude macht. Ist sie ihm anenehm, dann darf man eine gewisse Musikaliät vermuten, wenn nicht, wiederholt man die Proben etwa nach einem Jahr.— Welches Instrument soll nun ein musikaliches Kind spielen lernen? Oft wird man sagen, Klavier. Denn Klavier ist so recht das deutsche Hausmusik-Instrument. Aber man sollte auch an andere Instrumente denken, an die wundervoll singenden Klarinetten und Flöten, an Geige und Bratsche, die alle ganz selbständige Instrumente sind und zudem prächtige Gelegenheit bieten„in die häusliche Musik Abwechslung zu bringen. Wo mehrere Kinder musizieren, da jedenfalls wäre sehr zu wünschen, daß nicht alle Klavier spielten. Die anderen Instrumente haben ja noch den großen Vorzug, daß man mit ihnen nicht an einen bestimmten Ort gebunden ist, sie mitnehmen kann hinaus ins Freie oder zu Freunden. Das beste Anfangsalter ist zweifellos das zwischen 6 und 7 Jahren. Da haben die Kinder noch nicht so viel Abhaltungen durch die Schule, und eine natürliche Geschmeidigkeit der Finger erleichtert in diesem Alter das Lernen erheblich. Nach dem 15. Lebensjahr gehört schon allerhand Energie zum Lernen, denn da wollen manche Finger nicht mehr so schnell. Doch ist damit durchaus nicht gesagt, daß es unmöglich wäre. Die größte Konzentrationsfähigkeit und der festere Wille gleichen manches aus, und sogar Erwachsene von 26 oder 30 Jahren haben noch mit bestem Erfosg Musikunterricht begonnen. Eine schwierige Frage, am Ende die schwierigste„ist die nach dem Musiklehrer. Der Unterricht muß Freude sein! Nichts trockenes darf er enthalten, sogar die vielgehaßten Tonleitern und Fingerübungen lassen sich zu einer ren, fröhlichen Angelegenheit machen. Nur dann kommen die Schüler vorwärts, wenn ihnen die Stunden Freude machen. Sind sie langweilig oder gar gefürchtet, dann ist es besser, aufzuhören oder den Lehrer zu wechseln. Denn entweder ist er dann nicht die rechte sönlichkeit oder das Kind ist nicht musikalisch genug. Ein Lehrerwechsel kann eine Besserung bringen, muß es aber nicht, und keinesfalls darf man immer die Schuld auf seiten des Lehrers suichen. Aber es ist besser, keine StunAltena, den 16. August Nur eine Wand... Nur eine Wand, sie scheidet oft zwei Welten Und trennet laute Lust und stilles Leid, Hier hallet wider sie von Streit und Schelten, Dort— birgt sie tiefen Friedens Heiligkeit. Hier weinet Armut leis' sich in den Schlummer, Dort gleißt des satten Lebens buntes Bild, Hier decket sie des Lasters trübe Stätte, Dort hütet sie der Sitte reinen Schild. Nur eine Wand— u. trennt doch Tod u. Leben, Hier lauscht sie jungen Lebens erstem Schrei, Dort ist sie Zeuge eines schweren Scheidens, Hier ein Willkommen und dort ein— Vorbei! Nur eine Wand und scheidet oft zwei Welten Die mit einander ewig unverwandt, Die sich so fremd sind über Raum und Zeiten Und dennoch nur getrennt durch— eine Wand! Lucie Wagner=Grunewald. den zu haben, als sich und anderen die Musik durch erquältes„Ueben" zu verleiden. Eine gewisse Gewähr gibt neuerdings den Eltern die ministerielle Verfügung, daß alle Musiklehrkräfte eine Prüfung ablegen müssen. Eine Beaussichtigung des häuslichen Uebens durch die Eltern ist nicht nötig; wenn die Kinder keine Lust zum Ueben haben, würde durch Zwang nichts wesentliches erreicht werden können. Und andererseits sind Fortschritte auch möglich ohne ganz regelmäßiges Ueben. Den rechten Weg wird man immer gehen, wenn man sich bewußt bleibt, daß Musik Freude sein soll und daß sie so recht geschaffen ist, das Leben zu bereichern und zu verschönen. Das kann nur durch Freiwilligkeit geschehen, dann aber unendlich köstlich sein! —— Besuch und Konversation Von Ilse van Bergen. Ist es nicht entzückend, an einem duftenden Sommerabend in freundlichem Gespräch die blauen Schleier der Nacht abzuwarten,— jetzt ein Wort zu sagen und dann lange nichts und halb nur zu hören, was die anderen sagen, dann wieder mit einem Wort die Gedanken anders zu lenken und wieder zu schweigen,— und über dem ist es ganz dunkel geworden und niemand spricht mehr,— ist das nicht entzückend? Und dann ins Haus zu gehen und plötzlich im hellen Licht sehr fröhlich zu sein und gar keine Pausen mehr zu machen und noch viele Stunden sich zu unterhalten— ist das nicht köstlich? Und das ist Konversation! Denn Konversation ist jedes Gespräch, das unbeschwert über nicht so schwere Dinge hingleitet, nur anrührt, nur andeutet und trotzdem viel erschließt. Konversation müßte das immer sein. Auch unter fremden Leuten, die nun gerade Zufall oder Pflicht zusammengeführt haben? Auch da. Das meiste Unglück mit der Konversation passiert natürlich auf den Visiten. Und es ist interessant zu bemerken, daß hier oft verschärfend noch das Gefühl tritt: Ich habe sicher nicht die richtige Form für meinen Besuch gewählt. Denn nach dem Kriege kann man sich in solchen Detailfragen nicht mehr richten, sein famoses Buch erschien ja schließlich vor 140 Jahren. Und was so an„Wegweisern des Guten Tones“ in Schaufenstern liegt, sieht nicht vertrauenswürdig aus. Man wird sich andererseits auch nicht immer zu der festen Ansicht entlschließen wollen, daß die Besuchssitten so, wie man sie von seinen Eltern übernommen hat oder in seiner Jugend mitmachte, noch ganz dem entsprechen, was heute die solide, vornehme Welt der Mehrheit nach für das Beste hält. Ich fasse ganz kurz zusammen, wie es die Leute müßten machen, über die man sich manchmal ein bißchen ärgert. 5 aach# Besuchskleidung. welfach noch Gut, für ältere Herren auch Gehrock, im allgemeinen aber bei normalen Besuchen Sakko mit andersfarbiger Hose. Hut, außer Mantel, Stock, Schirm bleiben draußen, Handschuhe werden nur mit hereingenommen, wenn man Zylinder hat. Für die Dame am besten Kouplet. Hut wird aufbehalten, Stock, Schirm bleibt draußen, Mantel nur ausnahmsweise, wenn er sehr naß geregnet ist. Besuchskarten. Ein Ehepaar gibt nur eine Karte ab, die Name von Frau und Mann ausweist:„Karl Lohmann und Frau Else" oder (was mir netter scheint)„Karl Lohmann und Frau Else Lohmann=Peters". Die Entscheidung, ob der Name der Frau zuerst stehen soll, wird man wohl dem Mut des Mannes überlassen müssen.— Ein einzelner Herr gibt nach wie vor, wenn er nur vom Herrn des Hausen empfangen werden will, eine Karte ab, zwei. wenn er auch der Dame seine Auswartung machen will. Mehr als zwei Karten pflegt man nicht zu geben.— Während auf den EhepaarKarten die Titel des Herrn nicht erscheinen. stehen sie auf seiner besonderen, natürlich nach seinen Absichten. Wobei man oft findet, daß einer, je mehr Titel er hat, umso weniger aufdrucken läßt. Mag sein, weil titelreichen die deutsche Vorliebe für Titel am ehesten etwas komisch vorkommt. Besuchszeit. Die Besuchszeit richtet sich nach örtlichen Gepflogenheiten; die Vormittagsstunde von 12 bis 1(mit Ausnahme des Sonnabends) und die Nachmittagsstunde von 5 bis 6(nicht Sonnabend und Sonntag) ist am beliebtesten. In wirklichen Großstädten läßt man heute den Sonntagvormittag gern besuchsfrei. Und in Berlin macht man im allgemeinen heute— überhaupt keine „Besuche". In London auch nicht. Es ist durchaus schicklich, gleich zum Tee oder Abend einzuladen, wenn man sich irgendwo getroffen hat und die Bekanntschaft vertiefen will. Es ist auch nicht mehr so schrecklich wichtig, wer wen zuerst einlädt. Vorstellen. Der Herr wird immer zuerst vorgestellt, die Dame steht nicht auf; sie reicht dem Herrn die Hand, wenn sie will,— sie muß keineswegs; auch ist es das Vorrecht der Dame, den Herrn, der ihr vorgestellt wurde, anzureden. Im gleichen Geschlecht wird dessen Name zuerst genannt, der jünger und (oder) weniger würdig ist. Der Handkuß? Von Ausnahmefällen abgesehen, erwartet ihn im guten Bürgertum keine Frau mehr. Was nicht im Mindesten ausschließt, daß er gegeben und gern genommen wird. Und so ist es eigentlich auch am nettesten, dann hat er doch ein bißchen zu bedeuten.(Voraussetzung des Handkusses ist natürlich sorgfältige Mundpflege, und wenn er noch so andeutungsweise ist.) Besuchsdauer. Man bleibt so lange, wie es richtig ist! Wie lange das ist, läßt sich nicht sagen. Aber zu kurz ist besser als zu lang. Oft sind 20 Minuten schon sehr reichlich— Das wären einige Vorschriften, deren Befolgung einen vor Falschem sicher bewahrt. Aber nach ihnen zu handeln, heißt darum noch nicht, immer richtig zu handeln. Es gibt so verschiedene Lagen, so verschiedene Verhältnisse. Und jes ist gut, daß dem individuellen Geschmack heute mehr Freiheit gegeben ist, als noch vor 15 Jahren. Dies zu wissen, ist eigentlich das Wichtigste, wenn man sich vor Ungerechtigkeiten anderen gegenüber hüten will. Wenn ein anderer sich rüpelhaft benimmt liegt die Sache klar. Benimmt er sich aber nur anders, braucht es heute noch nicht inkorrekt zu sein. a E. 9 =* eg-beagag B Ennrans S2 SSSHMSSS DO G-SSRRSBRSS SE S SrSRSSR SES. 95 9.8 S SpoSADAE KRADa.TtoZHaGge * SE COpncg. #%A SUELNTET Ee: * + □ •7 8 S 5.5 88 SÄP98 E5 933 *—#c SgSeS #. SOCSTSZSS 8.2 S a.2 9 S1 OE S. S.S. ## 9 S 259= .* □ 8 S GS* ##PoOSS S GTaneskyERSSTSES Kent Guiden und einzien Hlstorische Sktrre von Friedrich Porges, Ulen Etwa tausend Schritte kiegt die kleine Wirtschaft an der Nußdorfer Linie vom Wohnhaus des Herrn Musikus entfernt. Franz Schubert geht sie gern, diese tausend Schritte; immer, wenn er Zuflucht sucht in der Einsamkeit— und bei sich selbst. Im Garten ist eine Laube überdacht von den knorrigen Armen alter Kastanienbäume. Der Franz Schubert hat sich das Plätzchen im Wirtshausgarten als geheime „freiluftige" Arbeitsstube erwählt. Man ist dort Gott und der Natur nahe. Und versöhnten Herzens... Ist den kleinlichen Alltagssorgen entrückt und kann schaffen... „Das mit dem Befreitsein von Sorgen“. denkt Schubert,„trifft freilich nicht immer zu. Sie sind lästige und widerliche Begleiter und erinnern daran, daß morgen der Schneider— zum dreißigsten und, wie er drohend meint, zum letzten Mal die Rechnung für den grauen Frack überreichen wird. Daß der Haberer die fünf Gulden, die er mir vor vier Monaten geborgt hat, unbedingt zurückerhalten muß. Daß die Wäscherin die Manschetten, die Kragen und die Vorsteckkrausen zurückbehält, so ich ihr die achtzig Kreuzer Rückstand nicht bezahle. Der Herr Musikverleger Artaria aber hat ausdrücklich erklärt, er gäbe keinen Kreuzer Vorschuß, bis nicht ein neues Lied abgeliefert sei. Dann ist er bereit, noch zehn Gulden— aber nicht um einen Kreuzer mehr— vorzuschießen. Morgen früh das neue Lied, oder...“ Schubert wirft das leere Notenblatt auf den Tisch und ein beschriebenes Papier dazu. „Also drauflos komponieren, damit der Herr von Artaria das Geld gibt, der Schneider, der Haberer und die Wäscherin befriedigt werden und ich wieder einmal einen frischgewaschenen Kragen tragen darf... Da ist ja der Text. den der Schober mir gestern zugesteckt hat. Eine Komteß wird das Lied zum ersten Mal in einem Konzert singen— das reizt den Herrn Artaria.“ Schuberts Blick siel auf den Schluß des Gedichts:„.. Halt stille! Es ist des Schicksals Wille. Er lächelte ironisch:„Des Schicksals Wille, daß der Franz Schubert ewig mit einem leeren Geldsack umherläuft— und daß die Wasserplanscherin das Geld für die Wäsch' haben muß.. Eine Viertelstunde lang liest Schubert immer wieder den Text und versucht gleichermaßen den musikalischen Ausdruck der Stimmung des Gedichts zu finden. Ohne Erfolg. Nichts ist da. was Stimmung schafft. Der Zwang verjagt jeden Einfall.— Ein junges Mädel schreitet vom Haus her durch den Garten. An der Laube vorbei. Schubert erkennt die Kleine. Sie war vor ein paar Jahren noch seine als er Gehilfe in der Schule seines durfte. „Annemarie, so komnn doch einmal her?“ ruft er sie an. Sie schrickt auf.„O— der Herr Schubert..“ Nun erst, da das Mädelchen vor ihm steht, merkt Schubert, daß ihre Auzen rotgeweint und ihre Wangen blaß sind. was fehlt dir denn?“ fragt er sie bee.* troffen. „Es ist # ja so ang!“ blagt sie. „Und was denn?“ „Wir sollen vom Häusel fort, die Mutter und ich. Der Zuberer ist da, dem wir das Geld schuldig sind für die Pacht,— und der Beamte vom Gericht... Und grad hab ich den Wirt noch einmal bitten woll'n, daß er uns die paar Gulden leiht... Aber er tut's nit! Und der Zuberer laßt nit mit sich reden! Er hat gar kein Erbarmen. Und die Mutter überlebt's laic!“ „hm, hm... und gar nicht zu helfen?" Schubert steht ratlos.„Wo ist denn Euer Haus...?“ „Nebenan gleich— heine zwei Minuten weg von da.“-Als Schubert in die niedrige, faubere Stube getreten ist. sieht er sich dem feisten Weinbauer Zuberer und einem Amtsdiener vom Gericht gegenüber. Im Bett liegt eine ältere abgehärmte Frau, die laut sammert. Und der Zuberer schreit ihr eben etwas ins Gesicht. Vergeblich versucht der Franzl, den harten Gläubiger zur Nachgiebigkeit zu bewegen. „Wie können Sie denn diesen braven Leuten so hart zusetzen? Die Frau ist krank, das Mädel ist hilflos...“ hab lang genug zugewartet!“ entgegnet der Hausbesitzer. Aber wie er zu Schuvert spricht, klingt seine Stmme gedampfter als M6T Nur der Gerichtsdiener erklärt barsch:„Wenn der Herr von Zuberer auf seiner Forderung besteht, muß delogiert werden!" „Und unbedingt in diesem Augenblick?“ Annemaries Blicke hängen an Schuberts Lippen. „Die Leute werden Ihnen bezahlen“ „Wenn die Mutter wieder arbeiten kann und ich einen Posten find!“ fügt das Mädchen hastig hinzu. „Ja, wer weiß, wann das ist...“ brummt Zuberer.„Die beiden werden schon irgendwo eine Unterkunft finden... Es muß dabei bleiben.“ „Also, dann im Namen des Gesetzes" beginnt der Amtsdiener. Die Frauen schluchzen. Nun, mut... So warten Sie doch,“ beschwichtigt Schubert.„Vielleicht gibt es noch einen Ausweg. Zuberer zuckt die Achsemn.„Höchstens...“ sagt er dann. Aber er vollendet den Satz nicht. „Was denn?“ fragt Schubert. „Höchstens, wenn der Herr Schubert als Bürge dafür einstehen, daß ich bis morgen die acht Gulden bekomme... „Ich soll.?“ Schubert ist verbküfft. In diesem Augenblick kommt ihm das Lachen nahe, ein in dieser Lage ganz unpassendes Lachen. Er, der Schubert, den die Gläubiger selbst bedrängen, sollte...“: Der Zuberer mußte eine gute Meinung von ihm haben. Acht Gulden! Wenn der Artaria zehn gibt, dann... Als Schubert dem Blick des Zuberers ausweicht, sängt er den tränenfeuchten, angstvollen Annemaries auf. „Ich weiß ja, daß der Herr Schubert ein Musckant sind, und ein paar Lieder, die Sie gemacht haben, hat meine Vroni daheim...“ „Der hält was von mir“ denkt Schubert. „Aber was nützt das? Acht Gulden!... Wenn ich bürge, muß ich sie zahlen.“ Jetzt weint die Frau wieder laut auf. Und Annemaries Blick ist wie der einer Ertrinkenden. „Zehn Gulden bekomm' ich vielleicht...“ überlegt Schubert. „Will der Herr bürgen?“ fragt der Diener recht amtlich. Die Stille, die der Frage folgt, wirkt drückend. Der Franzl hält das Schicksal zweier Menschen in der Hand. .. Halt stille. Es ist des Schicksals Wille!" summt es in seinen Ohren. „Schicksal, ja— jämmerliches Schicksal ist das hier. Da gibt's nur eines: helfen!" Und eine feste Stimme spricht in den Raum: „Ja, ich bürge!“ Da leuchten ihm zwei dankbare Augenpaare hell entgegen... Als Schubert eine halbe Stunde später wieder in der Laube saß, sprangen die Notenköpfe nur so auf das Blatt. Seine Seele jauchzte und sang. Aus dem Erlebnis heraus wuchs ein Lied, ein wundervolles Lied.—— Zehn Gulden zahlte der Herr von Artaria. Acht erhielt der Zuberer. Der Schneider gab sich mit einem Gulden Rate zufrieden. Der Freund mit vertröstendem Versprechen. Die Wäsche ward anstandslos geliefert... Die Komteß Katharina aber hatte noch nie in einem Hofkonzert einen so nachhaltigen Erfolg errungen, wie mit dem Vortrag des Schubertliedes„Des Schicksals Wille“. 11 Wie behandelt man berempfindliche Kinder? Abhärtung oder... Von Herta Kißling. (Nachdruck verboten.) Es gibt Kinder, die nicht nur körperlich sehr verweichlicht sind, sondern die auch an einer nervösen Ueberempfindlichkeit leiden. In solch einer Veranlagung liegt aber eine große Gefahr für den zukunftigen Lebensweg des Kindes. Unsere Zeit braucht Menscher, die ob Mann oder Frau eine ganze Persönlichkeit für den Lebenskampf einsetzen können. Mehr noch wie die körperliche Abhärtung ist also eine gewisse seelische Abhärtung notwendig. Ueberempfindlichkeit, Schreckhaftigkeit, undegründete Angst müssen bei einem Kinde unbedingt beseitigt werden, wenn Anlagen dafür vorhanden sind. Mütter werden es in ihrer häufig verzärtelnden und verweichlichenden Liede nicht gern sehen, wenn das zarte Kind scheinbar zu hart angefaßt wird. Aber es muß sein. Die Heilung eines Kindes von der leberempfindlichkeit soll allerdings auch nicht mit Gewalt geschehen. Rohe und brutale Methoden dürfen hier nicht Platz greifen. Sie würden nur das Gegenteil von dem beabsichtigten Zweck erreichen. Energie gepaart mit tiefem Verständnis der Kindesseele dagegen tut hier viel. Nehmen wir an, ein Kind hat durch Dienstmädchenklatsch und Ammenmärchen eine unüberwindliche Furcht vor dem langen Flur der Wohnung bekommen, in dem es dem schwarzen Mann zu begegnen glaubt. Reine Vei nunftsgründe helfen hier nicht. Es wird genügen, ihm zu sagen: Es gibt ja gar keinen schwarzen Mann, das ist eine Erfindung! Es wird doch daran glauben, zumal es ja die Erscheinung des Schattens bennt, zu diesem Märchen von dem schwarzen Manne den Anlaß gegeben hat. Verkehrt ist es auch, solch ein verangstigtes Kind nun mit Gewalt auf den Flur hinauszuschubsen, mit dem strengen Befehl, durch den Gang in eine andere Stube zu gehen. Wahrscheinlich wird es nur ein Angstgeschrei und einen heftigen Kampf geben. Wenn man aber das Kind fest an die Hand nimmt und mit ihm zu gelegener Stunde dann einige Male auf dem Gang auf und ab geht, wenn man ihm insbesondere zeigt, daß die Dinge, vor denen es sich fürchtet, nur der eigene Schatten, ein wehender Vorhang, oder ein alter Mülleimer sind, dann wird das Kind bald die Furcht verlieren und auch nicht mehr an das Märchen von dem schwarzen Mann glauben. Hänschen darf dieses nicht und darf jenes nicht. Es darf nicht allein die Treppe hinuntergehen, denn da könnte es fallen, und es darf auch nicht am Bache spielen, dessen Wasser ihm nur bis an die Knie geht. So bestimmt die Mutter. Hänschen wird dadurch ein überempfindlicher Stubenhocker, und Hans dereinst ein Mann, der sich aus Angst vor dem Leben verkriecht, wo er nur kann. Treppen sind dazu da, um bestiegen zu werden. Bäche muß man überspringen. Das ist nun einmal so. Eltern, die ihre Kinder vor Treppen und Bächen bewahren, machen sie überempfindlich und lebensuntüchtig. Es schadet nichts, wenn man mal drei Stufen der Treppe herunterkollert, und strophe. Hindernisse zu überwinden, steile, hohe Mauern und breite reißende Ströme mit Strudeln und Tiefen.„ Ginbes 6 Darum hartet die Seeien eurer Kinder ao, damit sie nicht dereinst Schiffbruch erleiden im Kampf um das Dasein. Was erfinden Frauen? Das Schicksal vieler Erfinder ist bekannt. Sie haben lange um Verständnis ringen müssen, und viele wirklich große Erfinder haben. den Erfolg ihrer Arbeit nie gesehen, weil si entweder inzwischen elendig zugrunde ginge oder während ihrer Lebzeit sich niemand ihre annahm. Viele Erfindungen sind gewöhnlit erst von späteren Generationen wieder aufgegriffen und zur Vollendung gebracht worde: Weil so das Los der Erfinder die Frauen ni reizen konnte, haben sie sich wenig mit Erfindungen beschäftigt, aber auch, weil sie bis vor nicht langer Zeit nicht die Vorbildung erlangen konnten, wie die Männer. Erst in dem letzten Jahrzehnt haben sich die Frauen auch yier durchgesetzt, namentlich, nachdem ihnen die technischen Hochschulen offen sind. Wie festgestellt wurde, ist in letzter Zeit die Zahl der Erfinderinnen stark gewachsen. Namentlich das englische Patentamt hat viele Patente an Frauen erteilen können. Aber auch in Deutschland sind in den letzten Jahren die Frauen vorgerückt und fast täglich erteilt das Berliner Patentamt einer Frau das gewünschte Patent. die Sicherheit für ihre Erfindung. Auffällig ist hierbei, daß die Frauen sich mit ihren Erfindungen oftmals besser durchzusetzen verstehen wie die Männer. Nun ist selbstverständlich die Frau immer erfinderisch gewesen, wenn sie auch nicht viel Wesens davon gemacht hat. Sie war es namentlich im häuslichen Kreise. Viele praktische Erfahrungen sind hier von den Frauen ausgearbeitet und Allgemeingut geworden. ohne daß ein Patent beansprucht wurde Beispiele dafür sind zahlreich vorhanden. Vo Frauen rührt die Erfindung der verschiedene: wbesserungen an den Webstühlen. Eine Frau hat die Knopfe erfunden. Frauen haben ar. der Verbesserung der Kochgefäße gearbeitet. war es, die das Einmochen von S 3--5 NSEE X 5 Sch S6SSDSSE S 3 ∆— 58 GSESE 5 Die s 55 S„OHSEHEG SHLHSSMHEHEHDEHEEG 0 H SE K S in kuftbicht verschlossenen Gläsern erfand. Das Stricken ist eine Erfindung, zwar alt, aber von einer Frau. Die Anfänge der Strickmaschine rühren von einer Frau, die Nähmaschine in ihren primitivsten Anfängen wurde von einer Frau geschaffen. Viele Möbelstücke haben sich Frauen ausgedacht, so z. B. auch die Chaiselongue, die zum Bett gemacht werden kann. Takt beim Witzemachen Ein witziges Wort, in der rechten Art hervorgebracht, hat schon manche Situation gerettet, die kritisch zu werden drohte. Die meisten Menschen sind empfänglich und dankbar für ein solches Wort, und wer es versteht, ein herzhaftes Lachen zu erwecken, der ist meist gern gesehen. Witzig zu sein ist eine besondere Gabe. Nicht jeder, der Geist hat, braucht auch Witz zu haben; es gibt sogar oft geistig bedeuMenschen, denen diese Gabe vollständig abgeht. Aber demjenigen, der sie besitzt, ist damit ein guter Geleitbrief gegeben und diesen auszunützen, ist sein gutes Recht. Vor einem aber soll er sich hüten, nämlich die Witze auf Kosten anderer zu machen, das Feuer seiner Witzworte in der Weise leuchten zu lassen, daß es als ein Schatten auf andere fällt. Eine harmlose Neckerei läßt jeder Mensch sich wohl gefallen, und es muß schon ein besonderer Griesgram sein, der eine solche Neckerei nicht versteht. Aber einen Witz zu machen, der die Schwache eines anderen bloßstellt, der irgendeine geheime Wunde aufrührt, davor sollte man sich hüten. Vor allem sollte man niemals das körperliche oder geistige Gebrechen eines andern zur Zielscheibe des Witzes machen. Das ist nicht Witz, das ist Spott, der hart und bitter trift, der manchmal sogar eine nie wieder gutzumachende Wirkung nach sich ziehen kann. Niemals sollen wir auch eine unglückliche Situation, in der sich ein Mensch befindet, zum Ausgangspunkt nehmen. Es ist so leicht, einen Menschen dadurch lächerlich zu machen, und wir wissen ja gar nicht, wie leicht wir selbst einmal in eine solche Situation geraten können, in der es nur eines einzigen Wortes bedarf, um auch ins der Lächerlichkeit preiszugeben. Auf Menschen mit seinem Empfinden können alche Witze nur abstoßend wirken, und andere, e darüber lachen, stellen sich selbst kein gutes eugnis damit aus. Man lollte nur bedenken, vie weh man demjenigen tut, der so ins Lächeriche gezogen wird. und man sollte lieber ein aufmunterndes, verständnisvolles Wort für ihn saben, anstatt auf seine Kosten mitzig und geistvoll sein zu wollen. J. A. Dollarprinzessimmen und Fürstenkronen Von Hans Soltau. Die Töchter der amerikanischen Dollarkönige begnügen sich nicht länger damit, die Wappen erarmter Grafen und Barone zu vergolden; ie strecken bereits die Hand nach den Kronen egierender Fürsten aus. Vor dem Kriege ginzen die Träume ehrgeiziger Dollarprinzessinnen die gern echte Prinzessinnen werden wollten, elten oder gar nicht in Erfüllung. Heute sind über die Aussichten, Mitglied wenigstens einer Aitthronten Fürstenfamilie zu werden, bedeutend größer. Doch sind auch aus früherer Zeit derartige Fälle schon bekannt. Die erste Verbindung zwischen einer Amerikanerin und einem europäischen Fürsten war die einer gewissen Miß Patterson aus Philadelphia mit dem Bruder Napoleons, dem Könige von Westfalen. Eine Miß Mary Lee aus Newyork war um die Mitte des vorigen Jahrhunderts einige Monate lang die Gemahlin des Prinzen Friedrich von Schleswig=Holstein. Und noch 1917 heiratete Mrs. van Volkenburg aus Florida den Herzog von Oporto, den Onkel König Manuels von Portugal. Nach dem Sturze der portugiesischen Dynastie hieß es, Manuel wolle versuchen, mit Hilfe der Dollartante seinen Thron wieder zu erobern, doch scheiterte der Plan infolge des Todes des Herzogs von Oporto, und Manuel mußte sich mit der Erinnerung an die schöne Gaby Deslys trösten. Zu den amerikanischen Misses, die beinahe die Gemahlin eines europäischen Fürsten geworden wären, gehörte auch Miß Maud Wrlling, Tochter eines amerikanischen Millionärs aus Philadelphia. Um ihre Hand hatte der spätere König Ludwig Philipp von Frankreich „###„ doch lehnte der Vater des jungen angehalten BAG Mutter Sei nicht mehr krank! Die liebe Sonne wirkt ein Wunder, Und milder Saft quillt vom Hollunder Auf deine Bank. Die ganze Wiese summt. Durch hohe weiße Margeritchen Schlürft zart ein Kinderschrittchen Und verstummt. Es weht der Wind herzu Und fängt dir Blüten aus der Hecke, Und eines Huhnes Flügeldecke Streift deinen Schuh. Der Spitzhund wacht Und bli nzelt in die Helle, Und leise klingelt seine Schelle, Wann Mutter lacht. Paula Grogger. Rolle zu spielen. In Paris hatte Prinz Christoph von Griechenland zu ihren Freunden gehört, und es fiel ihr nicht schwer, Zutritt zum Königlichen Hofe in Athen zu erlangen. Prinz Christoph war ein Bruder des Königs Konstantin und, wie bekannt, stets ein Freund der Alliierten gewesen. Mrs. Leeds sah ihre Chance und hatte den Prinzen bald so weit, daß er sie um ihr Herz und ihre mit Millionen gefüllte Hand bat. Wunderlich genug, gab sie ihm erst dreimal einen Korb, bevor sie„Ja“ sagte. Nach dem vierten Antrag wurde trotz des heftigen Widerstandes der Königin Sophie die Hochzeit gefeiert. Jetzt war Molly Stewart aus Cleveland, Ohio, Königliche Hoheit und Prinzessin von Griechenland geworden. Ihre Macht war sehr groß. Nach Konstantins Sturz finanzierte sie, wie behauptet wird, mit zehn Millionen Dollars die Volksabstimmung, durch die der König zurückgerufen wurde. Obwohl er später wieder in die Verbannung ging, blieb Prinzessin Molly eifrig mit dem Ersinnen und der Durchführung politischer Ränke beschäftigt. Als besondere Liebhaberei betrieb sie die Unterstützung vertriebener Fürsten. Ihren größten Triumph feierte sie, als sie die Hochzeit ihres einzigen Sohnes mit der Prinzessin Tenia durchgesetzt hatte. Wer weiß, was sie noch alles erreicht hätte, wenn sie nicht 1923 in London plötzlich gestorben wäre. gründung, daß ihm der Bewerber für seine Tochter nicht gut genug sei, ab.— Mehr ais ein halbes Jahrhundert später wurde wieder das Herz eines europäischen Fürsten von der Schönheit einer Tochter Onkel Sams entflammt. Im Jahre 1918 kam eine Miß Kelly aus Chicago mit dem amerikanischen„Roten Kreuz" nach Athen, wo sie bald der erklärte Liebling der griechischen Hofgesellschaft wurde. Auf einem Thé=dansant lernte der junge König Alexander sie kennen, der schnell ihr eifrigster Verehrer wurde. Man machte gemeinsame Autofahrten; Auf einem Hofball wich der König nicht von Miß Kellys Seite, und das Gerücht, daß das Paar sich verloben wolle, nahm immer festere Formen an. Doch Alexander hatte schon vorher auf Amors Pfaden gewandelt; eine junge Griechin, ein Fräulein Manos, hatte ältere Anrechte auf ihn; sie verstand es, die Amerikanerin glauben zu machen, daß der König mit ihr heimlich verheiratet sei, worauf Miß Kelly enttäuscht Athen verließ. Der griechisch=amerikanische Traum war ausgeträumt!— Viele werden sich noch der romantischen Geschichte der Catherine Elkins erinnern, der Tochter eines amerikanischen Senators, die zu Neapel den Herzog der Abruzzen, den Neffen des Königs von Italien, kennen lernte. Der durch seine umfangreichen Entdeckungsreisen bekannte Herzog und Miß Elkins fühlten sich sehr zu einander hingezogen und verlobten sich auch, in der Hoffnung, daß der Hochzeit entgegenstehende Schwierigkeiten durch die guten Familienbeziehungen des Herzogs aus dem Wege geräumt werden könnten. Der König ven Italien verlangte aber, daß die junge Braut zum Katholizismus übertreten; damit war alles zu Ende: die Verlobung wurde aufgehoben, der Herzog reiste ins Nordpolgebiet, und Miß Elkins reiste nach den Vereinigten Staaten zurück und heiratete einen ihrer Landsleute. Die Ehe wurde aber bald geschieden. Die einflußreichste Vertreterin Amerikas in europäischen Hofkreisen war inzwischen zwei fellos die unlängst verstorbene Prinzessin Christoph von Griechenland, eine Mrs. Leeds, gevorene Molly Stewart aus Cleveland, Ohro, Ihre Geschichte hat der englische Schriftsteller Charles Kingstown seinem Roman„Der Heiratsmarkt" zugrunde gelegt. Molly fiel bereits als junges Mädel durch ihr aristokratisches Wesen und ihre Klugheit auf. Diese Gaben entfalteten sich ganz besonders, als es ihr gelungen war, sich den Zinnkönig W. B. Leeds zu erobern, dessen Vermögen auf nicht weniger als vierzig Millionen geschätzt wurde. Molly verstand es, ihn zu bewegen, mit ihr nach Paris zu gehen, doch nahmen der Faubourg St. Germain und die dazu gehörenden Kreise anfangs wenig Notiz von dem amerikanischen Paar. Eines Tages nun ham Mr. Leeds auf den glücklichen Gedanken, seiner Frau ein Perlenhalsband von märchenhaftem Werte zu schenken. Dies kam in die Zeitungen und verschaffte ihnen Zutritt zu den ersten Kreisen. Als der Zinnkönig 1908 starb, war Mrs. Leeds bereits in ganz Paris tonangebend geworden. Das Riesenvermögen der Millionärin wurde während des Weltkrieges und nachher nur noch größer. Mit diesem ungeheuren Kapital hinter sich sah die kluge Witwe die Möglichkeit den ehrenvollen Antrag mit der Be= per Augen, guch auf der politischen Rühne eine Küchensorgen im Sommer Von Ruth Jahn. Die Sommerzeit stellt an die Küche der Hausfrau besondere Anforderungen. Schwere, gewürzte Speisen sagen uns bei der Hitze nicht zu, sondern wir tragen mehr Verlangen nach einer leichten Kost. Wir müssen vor allen Dingen der durch die heißen Tagen bedingten Transpiration, also der hieraus sich ergebenden vermehrten Flüssigkeitsabgabe unseres Körpers durch vermehrte Flüssigkeitszufuhr Rechnung tragen. Wir können nicht fortwährend Getränke zu uns nehmen und so muß auch schon die tägliche Kost hierauf Rücksicht nehmen. In erster Linie wird unser Augenmerk auf die kalten Suppen zu richten sein, seien es nun Kaltschalen— Wein=, Bier=, Vanille= oder Mandelmilchkaltschale— oder kalte Obstsuppen. Die letzteren können auf verschiedene Art zubereitet werden. So können wir die Obstsuppen, die durch Hinzufügen eines Stückchens Zitronenschale beim Kochen einen herzhafteren Geschmack gewinnen, vor dem Erkalten durch ein Sieb streichen, so daß sie durch die zerrührten Früchte selbst sämig werden, oder wir können die Früchte im ganzen in der Suppe lassen und diese durch Hinzugabe von etwas Kartoffelmehl sämig machen. Eine angenehme Beigabe zu den kalten Obstsuppen sind Schneeklöße mit Vanillezucker bestreut oder Zwiebackklöße oder kleine Makronen. In Gegenden ist es üblich, die kalten Obstsuppen als Nachtisch zu geben; dies hat auch seine Berechtigung, da sie sehr sättigend sind und den Appetit für die darauffolgenden Speisen nehmen. —5.— Sparsamkeit am Gasherd Am meisten wird man sparen, wenn man das nötige Anlagekapital nicht scheut. Und das besteht darin, daß man sich durch fachmännische Untersuchung vergewissert, ob die Gasleitungen dicht, ob die Rohre nicht verstopft sind. Selbst kann man das durch vorsichtiges Ableuchten der Leitungen schon feststellen und an der kleinen Flamme sehen. Liegt dieser Fall vor, so scheue man nicht die Ausgaben und lasse die Rohre hin und wieder dichten und durchblasen. Im übrigen ist zu empfehlen, dünne Töpfe und Kessel zu verwenden. Am besten sind hier Aluminiumgeschirre. In einem Aluminiumtopf wird das Wasser während der Hälfte der Zeit heiß wie in einem Eisen= oder emallierten Topf. Schließlich aber sorge man dafür, daß sich in den Aluminiumtöpfen kein Wasserstein ansetzt, der die Wände wieder dick macht und dadurch mehr und längere Hitze erfordert. Sparsame Hausfrauen werden mehrere Töpfe übereinander stellen, vor allem, wenn etwas warm gehalten werden soll oder wenn man warmes Wasser vorbereiten will, empfiehlt es auf den unteren Topf andere zu stellen. Aber auch die Kochkisten brauchen nicht in Vergessenheit zu geraten in Punkto Sparsamzeit helfen sie der Hausfrau. Sie ersparen das Nuchwurmen und die unnötige Gasverschwendung, kochen aber auch angekochte Dinge. die in einer bestimmten Temperatur eine Zeit stehen müssen, gar. In neuerer Zeit wer