gem Seesenfradienologhn war und trieb. Sie wußte genau, wie hübsche junge Mädchen auf die männliche Jugeno wirken, das hatte sie an sich selbst zur erlebt: Ein gewinnendes Lächeln und die Rännerwelt war hingerissen. Aber wie ### gekehrt die Gefühle des schönen Geschlechts der männlichen Jugend zegenüber? prüfen und dachaf sie dern aus dem Grunde e S## beshalb zog sie den guten Anzug ihres Bruders an, strich sich ihren kurzgeschoEtonkopf zurecht und begann, mit den Torm eu sürteneiur anderen Schule in aller ##c##, Nachdem sie mit Beschämung für ihr Geschlecht als erste Frucht ihrer Seelenstudien jestgestellt hatte, daß die Mädels alle miteinander sehr schnell für Huldigungen empfänglich sind, nahm sie sich eine besonders aufs Korn. Da ereignete es sich denn an einem lauen Sommerabend, daß die Auserwählte irgend eine harmlose Aeußerung von Ruth Sanders— vielleicht absichtlich— mißverstand, für einen Heiratsantrag nahm und zart errötend erwiderte:„Ja, ich liebe Sie auch und bin bereit, Ihnen die Hand fürs Leben zu reichen!" Ruth fühlte nicht die Kraft, ihr Opfer durch ein offenes Geständnis ihres Geschlechts aus allen Himmeln zu stürzen, und so kam es, daß sie am nächsten Tage von der überglücklichen Braut deren Eltern in aller Form als ihr Herzenserwählter vorgestellt wurde. Die Eltern fanden an dem schmucken Burschen Gefallen; als die Mutter aber anfing, sachlich zu werden, d. h. von Berufsaussichten, Erwerbsmöglichkeiten und Heirat zu sprechen, da packte Ruth denn doch die Angst; sie bat die Mutter ins Nebenzimmer und entdeckte sich ihr dort. Der Kummer der enttäuschten Braut war umbeschreiblich, Ruth aber schwor, nie wieder lange Hosen anzuziehen. X Die Schwiegerväter Die Beziehungen zwischen Schwiegereltern; Schwiegersöhnen und=Töchtern haben schon von jeher problematisch gewirkt und das bekannte schwierige Kapitel im Leben der Menschen geschaffen. Die Ratschläge und Versuche, zu einer Lösung zu kommen, haben sich mit den Jahren geändert. Das in letzter Zeit aufgetretene und vielfach angewandte Mittel, den Urheber der Aergernisse, der sich meistens im Schwiegervater findet, einfach wegzumorden, scheint doch noch nicht das nach allen Seiten hin befriedigendste zu sein, wenn man dabei auch nicht vergessen darf, welche Komplizierung das ganze Problem durch die Verjüngungsmethoden moderner Aerzteforscher erfahren hat. Eine resolute Pariserin, die allerdings erst 14 Lenze zählt, sah jedenfalls keinen anderen Weg zu ihrem Lebensglück, das durch ihren 15jährigen Verlobten verkörpert wurde, zu kommen, als den Vater dieses heißgeliebten Freundes zu töten, der sich dazu nicht verstehen wollte, beim Magistrat um eine Ausnahmeerlaubnis für die Kinderhochzeit einzukommen. Wenn der Fall auch außerordentlich tragisch für den Schwiegervater erscheint, so kann man andererseits nicht umhin, von einem größeren Glück dabei zu sprechen, denn ein weiteres Leben neben solch einer Schwiegertochter hätte sicherlich keinen Reiz mehr für ihn gehabt. Ein weiterer Schwiegervatermord ereignete sich in Ungarn. Dort lebte ein schwerreicher Pferdezüchter in einem wunderschönen Schloß. Er hatte Geld wie Heu, eine Tochter und einen Schwiegersohn, die ihm doch sicher gute Vorschläge machten, wie er dieses viele Geld verwenden und unterbringen konnte. Trotzdem kam er auf keinen anderen Gedanken, als es immer weiter aufzustapeln und so wenig wie möglich davon zu gebrauchen; mit anderen Worten, er wurde ein notorischer Geizhals. Er war nun bereits 74 Jahre alt und herrschte noch immer uneingeschränkt über seinen Besitz. neun Uhr abends durfte im ganzen Schlosse kein Licht mehr brennen, die Menschen sollten alle zusammen mit den Hühnern aufstehen. Reiste er in geschäftlichen Angelegenheiten nach Budapest, so wohnte er im allerbilligsten Bauerngasthof, trug seine Kofser selbst, sparte beim Essen und Trinken und bei seiner Kleidung mehr, als tatsächlich erlaubt war. Als einer der reichsten Männer Ungarns ging er in geflickten Schuhen, die kunstgerecht mit Bändern und Strippen an den Füßen festgebunden waren, und er tyrannisierte seine Umgebung, nach den gleichen Grundsätzen zu leben, die bei ihm selbst allerdings gut anschlugen; denn er war trotz seines hohen Alters willensstark. Da fand man ihn eines Tages ermordet, und sein Schwiegersohn bekannte sich als Täter. Seine Gründe waren natürlich billig und allgemein verständlich, aber die sich doch bemühen, andere Mittel zu finden, um dieses schwierige Problem auf humane Weise lösen zu können. L. R. —f•— Richtige Behandlung bei kleineren Verletzungen Oft erscheinen Verletzungen unbedeutend und können doch durch Schmerzhaftigkeit, durch langsame Heilung mit Eiterung und häßlichen Narben sehr unangenehm oder gar durch Blutvergiftung gefährlich werden.— Schnelle Verheilung und unmittelbare Verklebung tritt ein, wenn die Wundflächen rein sind und in ruhiger, enger Berührung gehalten werden. Verunreinigung kann bei der Verletzung selbst, durch ein unreines Messer, einen Holzsplitter oder dergleichen verursacht werden, ebenso beim Blutstillen und Verbinden der Wunde. Durch Fleischmesser können Teile des zerlegten Fleisches in die Wunde gebracht werden, was besonders bei Eingeweiden und von nicht, sanz frischem Wiüld gefährlich st, weil in Hersetzung übergehende Eiweißstoffe leicht sehr Hities„Hifte erzeugen;,„Splitter von altem auch fosche enthaste u e euede Bazillen auch sbiche enthalten, die den lebensgefährlichen Starrkrampf yervorrufen. Auch im günstigsten Falle verzögert jede Verunreinigung die Heilung; die Chirurgie erzielt doch gerade durch die peinlichste Sauberkeit ihre wunderbaren „Run kann schon das aus der Wunde hervorquellende Blut unreine Stoffe wegschwemmen; ist aber irgend eine stärkere oder bedenkliche Verunreinigung zu befürchten, so ist völlige Reinigung mit darübergegossenem oder gespritztem reinen Wasser, allenfalls mit Essigwasser oder mit ein= bis zweiprozentigem Karbolwasser anzuraten. Blutstillende Mittel sind ohne ärztliche Anordnung niemals anzuwenden, weil die dadurch erzeugten Blutgerinsel die Heilung verzögern oder gar— wie die als Volksmittel gebrauchten Spinnweben— Staub und Schmutz hineinbringen. Die Blutung steht, wenn nicht größere Adern verletzt sind, sobald die Wundränder genau zusammengelegt und durch einen Verband— etwas reine Verbandwatte oder Verbandgaze und eine umgelegte Binde— so gehalten werden; bei stärkerer oder wiederkehrender Blutung wird das Glied hochgehalten oder=gelagert und mit einer Binde fest eingewickelt. Genügen diese einfachen Mittel nicht, so ist es nötig, einen Arzt, zur kunstgerechten Behandlung herbeizu—(2— — Aus dem Engen und Weiten Bei „Frau einem Preisausschreiben über die von heute", das der„Hannoversche Courier“ kürzlich erlassen hat, sind ca. 500 Gedichte eingelaufen. Die mit dem 1. u. 3. Preise ausgezeichneten lauten: Freie Kniee, freie Sinne, Sport, Beruf und Politik— Und doch bleibt der Kinderwagen Höchstes Glück und letzter Chic. Dr. Delbanco, Hamburg. * Zeim Sport, beim Flivt, am Herd, beim Jazz, funt sie mit Grazie ihren Platz, räumt auf mit manchem alten Zopf, Grips in ihrem Bubikopf. Was sie auch immer übt und kann, sdie Frau von heut— stellt ihren Mann! Frau Professor Else Blühdorn, Hannover. Der verbrecherische Kinderwagen. In einem rheinischen Städtchen hat ein Studienrat einen Strafbefehl erhalten, weil seine Ehefrau einen Kinderwagen auf dem Bürgersteig gefahren hatte und einer vorübergehenden Frau von einem aus dem Kinderwagen hervorstehenden Draht das Kleid zerrissen worden war. Der Studienrat beantragte gegenüber diesem Strafbefehl richterliche Entscheidung, mit der Begründung, er habe den Wagen überhaupt nicht geschoben und sei daher auch an dem durch den Draht verursachten Schaden nicht schuld. Man sollte meinen, daß sich der Studienrat mit dieser Auffassung im Recht befand. Weit gefehlt! Trotzdem verurteilte ihn das Gericht zu einer Geldstrafe, weil er nicht hätte dulden dürfen, daß seine Ehefrau mit einem Kinderwagen, an dem sich ein gefährlicher Draht befand, auf dem Bürgersteig gefahren sei; denn— und das ist der springende Punkt— eine Pokizewverordnung schreibe vor, daß auf dem Bürgersteig keine Gegenstände befördert werden dürfen, die Personen gefährden oder verletzen können. Ausdrücklich wird in dem Urteil noch hervorgehoben, als gebildeter Mann habe der Studienrat seine Ehefrau veranlassen müssen, nicht den gefährlichen Kinderwagen auf den Bürgersteig zu schieben. Er sei infolgedessen mitschuldig. Da dem Studienrat diese Logik nicht einleuchtete, legte er alle nur möglichen Rechtsmittel ein, aber ohne die letzte Instanz entschied, es habe die Pflicht für den Ehemann bestanden, zu verhindern, daß seine Frau mit dem gefährlichen Kinderwagen auf dem Bürgersteig fuhr. Und die Moral von der Geschicht:„Fahr mit dem Kinderwagen nicht auf dem Bürgersteig!" —1..— Ratschläge und Winke Frauen, die selbst kochen, müssen ihre Hände täglich einer gründlichen Reinigung unterziehen. Hierzu ist Bimssteinseife vorzüglich. Man kann sie aus Seifenresten sehr gut selbst herstellen, wenn man die kleingeschnitzelten Ueberbleibsel seiner Toilettenseife in Rosenwasser oder gewöhnlichem Wasser(nur wenig Flüssigkeit) auf warmer Herdstelle sich lösen läßt und dann halb so viel seines Bimssteinpulver darunter mischt. Man gießt, die Seifenmasse in Tassenköpfe oder Blechkästen und läßt sie darin erhärten. Weiße Möbel reinigen. Die jetzt so beliebten weißen Möbel lassen sich vorzüglich mit Blauwasser, wie man es zur Wäsche benutzt, reinigen. Das Wasser entfernt mit Leichtigkeit allen Schmutz. Die Sachen werden wieder blendend und die Farbe wird nicht angegriffen. Eine Erfrischung bereitet während der wärmeren Jahreszeit eine Waschung des Oberkörpers und des Gesichtes mit frischem Wasser, dem etwas Kölnisch Wasser zugefügt ist. Auch Karmelitergeist leistet hierzu vorzügliche Dienste. Flecke, die durch zu heißes Bügeln entstanden sind, lassen sich oft dadurch wieder entfernen, daß man sie mit kaltem Waiser abreibt und den Stoff naß in die Sonne legt. Zum Bedecken von Näpfchen und Töpfen mit Speiseresten usw. eignen sich gutgesäuberte Blumentopfuntersätze, da sie nicht abrutschen können. Emaillegeschirr, das vom Wasserkochen gelb angelaufen ist, kann man mit Essig und Wasser zu gleichen Teilen und Seife waschen. Motten vertreibt man, indem man blühende Fliederdolden(Holunder) zwischen das Zeug legt oder hängt. Wenn die Blütezeit vorüber ist, kann man auch Fliederzweige nehmen. Tapezierte Wände vor Ungeziefer zu schützen. In tapezierten Zimmern kommt es häufig vor, daß sich, besonders wenn die Tapeten etwas schadhaft oder losgesprungen sind, Ungeziefer, Wanzen und dergleichen hinter den Tapeten einnistet. Um diesem Uebelstande vorzubeugen, setzt man dem beim Tapezieren verwendeten Kleister etwas Koloquintenpulver zu und zwar nimmt man auf drei Kilogramm Kleister etwa 50 bis 60 Gramm Pulver. Lackierte Gegenstände dürfen nie mit Soda oder Seife oder mit warmem Wasser gereinigt werden. Sie sind mit weichem feuchten Tuch oder Schwamm abzureiben und mit weichem Leder oder Tuch zu trocknen. Flecke entfernt man mit erwärmtem oder mit Oel verrührtem Mehl. Vielgebrauchte Teppiche frischt man vorzüglich auf. indem man den Teppich tüchtig mit Sauerkraut bürstet, dann leict mit Wasser besprengt und gut abkehrt. In Wohnungen vertilgt man Fliegen daß man einige flache Teller mit Milch aufstellt und etwas verdünnte, in jeder Apotheke oder Drogerie erhältliche Formalinlösung(giftig) hineingießt. Die Fliegen saugen diese Flüssigkeit gierig ein und gehen binnen kurzem daran zugrunde. Verantwortlich: H. Semmelmann, Altena. und Verlog: B. A. Santz, Altena. 5 3 1S S 8 8 28.8 T □ # Soenes 3 78 8880000 M WiSSGGES * 8 55 8 *SESESE TEMNE S eduSsPcn □ 3 8: S S S. □ B- 8 # S. AExd#F-eE SS m Aa#gS# FSgg SSAS:SASAISESSEE PradenBeilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung Altena, den 5. Juli Nr. 27 Etwas über Mädchenpensionen Von Meia Kasten. Mehr denn je drängt sich in unserer Zeit, da wir wieder eine stabile Währung haben, vielen Eltern die Frage auf: Sollen wir unseren Liebling in eine Pension schicken oder nicht? Ist es überhaupt wünschenswert oder nötig, unsere Töchter in eine Pension zu schicken? Das ist eine Frage„deren Beantwortung den meisten Kopfzerbrechen bereitet. Im allgemeinen wird man sagen müssen, daß das Pensionsjahr in vielen Fällen den jungen Mädchen von großem Nutzen ist, vorausgesetzt, daß die Wahl der Eltern auf eine für die Tochter geeignete Pension fällt. Wohl hat das Wort:„Die Tochter lernt am besten bei der Mutter" in mancher Beziehung eine gewisse Berechtigung— gewiß— aber wie viele Mütter der besseren Stände können sich heute der heranwachsenden Tochter so eingehend widmen und wie viele Mütter eignen sich überhäupt zu Lehrerinnen? Auch darf man nicht vergessen, daß die Jugend oft geneigt ist, dem Tadel der Mutter einen gewissen Trotz entgegen zu setzen, während eine Rüge von seiten einer geschätzten Lehrerin viel eher Beachtung finden wird. Auch das Zusammenleben mit gleichaltrigen Kameradinnen läßt die gemeinsamen Pflichten viel leichter erscheinen. Dazu kommt, daß das Gemüt des halbflüggen Mädchens vielfach nach irgendeinem Gegenstand der Verehrung sucht. In der Pension nun bietet sich dem liebesuchenden Kinde in Lehrerinnen und Mitschülerinnen ein harmloses Ziel seiner sehnsüchtigen Empfindungen. Im Elternhaus dagegen, wo das junge Mädchen dem Einfluß heimlich gelesener Bücher eher ausgesetzt ist, als in einer gut geleiteten Pension, lockt auch schon die größere Bewegungsmöglichkeit zu kleinen Liebeleien mit jungen Leuten, die meist wohl ganz harmlos sind und bleiben, trotzdem aber doch, wenn sie von den Eltern vielleicht zu schwer genommen oder durch„liebe Tanten“ aufgebauscht werden, zu allerlei Unannehmlichkeiten Veranlassung geben, ja den guten Ruf des Mädchens beeinträchtigen können. Auch darf nicht übersehen werden, daß sich durch eine Lehrzeit im Elternhaus unzweifelhaft eine gewisse Einseitigkeit entwickeln muß, die verhindert wird, wenn die Heranwachsende welche Resultate durch abweichende thoden erzielt werden. Bisweilen gibt man seine Tochter in eine Pension,„weil das Mädel in strengere Hände muß". Das„Mädchen in den Flegeljahren", der launische, von inneren Widersprüchen erfüllte, zwischen Anlehnungsbedürfnis und abKnabenhaftigkeit schwankende „Backfisch“ ist in vielen Fällen, ebenso wie der sich im gleichen Entwicklungsstadium befindliche Bruder, ein ziemlich schwieriger Hausgenosse. Der Ueberschuß an Kraft, der sich oft durch allerlei Ungezogenheiten kund tut, das vorlaute Wesen, die„Meinungsverschiedenheiten“, die den Eltern gegenüber durch Trotz, den Geschwistern gegenüber durch wenig erfreuliche Zänkereien aufrecht erhalten werden und ähnliche andere Liebenswürdigkeiten lassen in anderer Umgebung von selbst nach und werden mit der Zeit ausgeschaltet. Der ruhige, stete Einfluß verständnisvollen Vorsteherin, die gleichmäßig freundliche, aber unnachsichtliche Aufsicht der Lehrerinnen, die Scheu, sich vor den Kameradinnen bloßzustellen, sich durch Launen vielleicht eine gute Freundschaft zu entfremden, Pirken, hier ohne äußere Erziehung wahre Ganz verkehrt ist es aber, wenn Eltern nur aus Rücksicht darauf,„was die Leute sagen werden", oder um mit dem hohen Pensionspreis und den vornehmen Mitschülerinnen zu protzen, ihre Töchter in deutsche oder ausländische Pensionate geben. Daraus entstehen nur zu leicht tiefgehende Entfremdungen zwischen Eltern und Abendlied Drüben geht die Sonne scheiden, Und der müde Tag entschlief. Niederhangen hier die Weiden In den Teich so still, so tief. Und ich muß mein Liebstes meiden: Quill, o Träne, quill hervor! Traurig säuseln hier die Weiden, Und im Winde bebt das Rohr. In mein stilles, tieses Leiden Strahlst du, Ferne, hell und mild, Wie durch Binsen hier und Weiden Strahlt des Abendsternes Bild. Nikolaus Lenau. Kindern, und auch eine gefährliche Zwiespältigkeit wird entwickelt, die in dem Gegensatz des halbgebildeten Elternhauses und der vornehmen Kultur, den selbstverständlichen Luxus der oberen Gesellschaftsklassen ihren Ursprung findet und das junge Mädchen ohne eigenes Verschulden in eine schiefe Stellung bringt und bei den Seinen gar nicht mehr heimisch werden läßt. Wahrhaft tragische Konflikte kann eine derartige durch äußere Gründe beeinflußte PenGefolge haben, wenn das junge Mädchen in das Elternhaus zurückkehrt, an diewie in realer Beziehung den Maßstab der vornehmen Pension legt. Die Heimkehr in das Elternhaus darf überhaupt als ein schwieriger Zeitpunkt in dem Entwicklungsleben der Pensionärin betrachtet werden. Nur allzu leicht liegt hier die Gefahr vor, daß das junge Mädchen in der ersten Zeit die Häuslichkeit und die Wesensart der Eltern und Geschwister mit allzu kritischen Augen ansieht. Es fehlen die Freundinnen, mit denen man täglich seine Herzensgeheimnisse, Wünsche und Ziele besprechen konnte, es fehlen die regelmäßige Tageseinteilung, die weiten Spaziergänge, die auf die Minute festgesetzte Arbeitses ist nicht leicht für junge Nädchen, sich im Elternhause wieder einzuleben, und nur eine sehr verständnisvolle Mutter ein nachsichtiger Vater können dem heimgekehrten Kinde die Brücken in die Heimat bauen und den Uebergang erleichtern. So wertvoll daher auch in den meisten Fällen das Pensionsjahr für unsere Töchter sein dürfte, so dringend notwendig ist es, daß die Eltern bei der Wahl des Pensionats, dem sie ihr Kind anvertrauen, so vorsichtig wie möglich sind. . Es gibt treffliche Privathäuser vorzüglich gedic Stehnischten in Hülle und Fülle, in denen die Oberflachlichkeit in Erziehung und Unterricht, die man früher den Pensionen nicht mit Unrecht zum Vorwurf machte, vollständig ausgeschaltet sind, aber es heißt unter ihnen dasjenige herausfinden, das in der gesamten Lebenshaltung und in den Grundanschauungen der Vorsteherin am meisten dem eigenen Hause entspricht. Nur dann können Enttäuschungen auf beiden Seiten vermieden und die Erfolge erzielt werden, die man ins Auge gefaßt hat. Auslandpensionate besitzen ja unzweifelhaft den Vorzug, am schnellsten in die Sprache des betreffenden Landes einzuführen. Andererseits ist aber in ihrer Wahl die Möglichkeit eines Mißgriffes eine dreifach große. In den Pensionaten der französischen Schweiz ist man seit Jahrzehnten auf deutsche Schülerinnen eingesteur, hier hat sich auch in gewisser Beziehung bereits eine Tradition entwickelt, so daß der weibliche Nachwuchs bestimmter Städte fast immer die gleichen gut empfohlenen und bewährten Pensionate bevölkert. 1927 Anders ist es mit England. Erst ganz allmählich ist es nach dem Kriege wieder dort Sitte geworden, die jungen Mädchen in eine finishing school des Inselreiches zu geben. Dagegen ist an und für sich nichts zu sagen, denn abgesehen von der sportlichen Ausbildung wird es vielen dienlich sein, die ältere Kultur Englands, seine geschichtlichen Ueberlieferungen etc. kennen zu lernen. Auch durch die Gewöhnung an die selbstverständliche englische Höflichkeit und Rücksichtnahme werden sich für das eigene Benehmen Vorteile ergeben. Auch herrscht in von Pensionaten eine solche der Sitten, daß man sie in dieser Beziehung nur warm empfehlen kann. Wie ist es aber mit der wissenschaftlichen Ausbildung? Hier reichen die Anforderungen, die man an die Leistungen der Schüler stellt, durchaus nicht an die in Deutschland üblichen heran. Ein Mädzehnblassige höhere Rädchenschule durchgemacht hat, wird ihren englischen Altersgenossen in tatsächlichem Wissen auf allen Gebieten weit überlegen sein. Dagegen wird der Sport aller Sparten sehr geübt. die vornehmen und sehr teuren Pensionate gilt in Bezug auf die geistige Ausbildung das hier werden die jungen Mädchen jedoch vielfach an einen solchen Luxus gewöhnt, wie shisch in. in wenigen Fällen „Von den Pariser Pensionaten aber dürften für deutsche junge Mädchen wohl nur wenige in Frage kommen. Aus eigener monatelanger Beobachtung in den vornehmsten Pariser Töchterpensionaten kann ich nur sogen, daß in vielen von schaen, ohne Wissen der Vorsteherinnen natürlich, ein Ton herrscht, der an Zynismus nichts au, gagne übris läßt und aus so jungem unterrichee Dder wissenschaftliche diesen Anstalten steht jedoch durchschnittlich sehr hoch. Für die Auslandspensionärinnen veranstalten die besseren Pensionate Vorträge von Universitäts= und Gymilprofessoren, die meist in der geistvollen Behandlung des Stoffes hervorragend sind. Von diesen vornehmen Pensionaten gist aber bezüg# der Steigerung des Luxusbedürfnisses dasselbe, was schon von England gesagt wurde. Nachkuren Von F. Fründt. nicht die Aufgabe populär=medizinischer Erörterung sein, Ratschläge darüber zu was Leute mit bestimmten Kranzheiten nach avschluß eines Kuraufenthaltes zu tun haben. Wer an Gallensteinen, Darm#„Nierenerkrankungen, Zuckerkrankheit, Nerven= uno Rückenmarkskrankheiten leidet fest umrissene Krankheitsbilder gurmeit, für ven bedeutet der Kuraufenthalt der Regel nach nur eine Etappe in einem größeren Heilplan. Es ist mit der Badereise nicht abgetan und von einer Nachkur kann im eigentlichen Sinne keine Rede sein, sondern die Kur nimmt eben ihren weiteren Verlauf. ae elsck echen Alict eid die eich getan ist. Deshalb werden sie in der Obhut ryrer Aerzte verbleiben müssen. Anders liegt es bei Leuten, die ohne den swingenden Drang einer beherrschenden Krank heit, sonvern nur einem allgemeinen Mißbehagen oder leichter körperlicher Verstimmung folgend, in einen Kurort gehen. Hierher kann man die meisten Fettleibigen und Vollsaftigen zählen, die Katarrhalischen, die Blutarmen, und die große Zahl der Nervösen, unter welschem Sammelnamen sich dann wohl auch die Ueberarbeiteten, und Ermüdeten zusammensinden. Fasi allen diesen bringt ein vierwöschiger Aufenthalt in einem Kurorte bei zweckmäßigem Verhalten sichtbaren u. fühlbaren Rutzen. Der Fettleibige und Vollsaftige Das Erlebnis Size von Eitsabech Stoda ebie ein Bann bedürfnislos in einer Hütte, Tran dinitg im Tiean. Tchmprchent„Die burnge Helsiossznen Ahrgen meben khm tog weer#e. Nam bedürfnisos i eier Hüte, Kreutter hieß er und war ein Privatgeleyrter. Er war ein einfacher Mensch und liebte ganz altmodische Dinge: die Sonne und das Meer und die Möwen und den Birkenwald. O, und noch anderes: Goethe und Napoleon und Mozart und Christus und Buddha. Geld mochte er wohl haben, denn arbeiten sah man ihn nicht, wenigstens, was das Volk dort arbeiten nannte. Vielleicht schrieb er Bücher, vielleicht dachte er sie nur. Seine Gedanken flogen wie geldene Wundervögel in das ferne Land, wenn er so am Strand saß und den weiten strahlenden Himmel anschaute. Frauen gab es nicht in seinem Leben. Ob er je geliebt hatte? Niemand wußte es, niemand kümmerte sich um ihn und sein Herz. Er selbst hatte bewußt immer eine unsichtbare Mauer um sich gezogen„früher, als er noch in Städten lebte und man ihm Frauen vorstellte. Es war so unbequem zu lieben, abgesehen davon, daß man tausend Hemmungen hatte. Die jungen Mädchen— ach, das waren Gänse, die von Firlefanz sprachen und kicherten— die fielen überhaupt nicht ins Gewicht. Und Frauen? Die hatten entweder Männer und waren glücklich oder hatten Männer und waren unglücklich. Die einen brauchten ihn nicht, die anderen waren bleiche Wasserrosen und mußten getröstet werden— das war wieder nichts für ihn. So steigerte er sich allmählich in einen leisen Groll hinein gegen alles, was weiblich war. Bis eines Tages in seine Einsamkeit das Erlebnis kam. Es war in einem Sommer, und das kleine Fischerdorf sah wie alljährlich ganz wenige Gäste. Denn es war kein mondäner Ort, es war ein ärmliches Dorf, wo es nur Luft und Licht und Wasser und Weite gab, aber keine Hotels und keine Kurmusik, keine Zeitung und kein Radio. In diesem Sommer aber war ein Paar dorthin gekommen, ein Maler und seine junge Frau, die ganz kurz nach der Hochzeit ihre Flitterwochen da verbringen wollten. So berichtete der alte Seewirt, bei dem der Sonderling manchmal sein Essen einnahm, wenn er sich nichts selbst kochen wollte. Am ersten Morgen kam das fremde Paar an den Strand, gerade an die Stelle, wo Peter Kreutter auf seinem Liegestuhl zu träumen und zu lesen pflegte. Er, der Maler, brachte eine Staffelei mit, zog eine frische Leinwand auf Frau hupfte in einem schwarzen Trikor, um die Schultern lose einen weiten Bademantel geschlungen, wie eine Bachstelze zwischen ihrem Manne und Peter Kreutter hin und her. Der Junggeselle zog den bekannten Vorhang vor sein Herz und war wütend. Aber doch sah er sich, in die Sonne blinzelnd, die junge Frau heimlich an und mimte Unbeteiligtsein dabei. Sie aber kam zu ihm und sagte mit einer glokkenhellen Stimme:„Guten Morgen, Sie fremder Mann! Hier muß man einem doch guten Morgen sagen, es ist ja alles voll Licht und Sonne und Glück.“ Von Peter Kreutter fielen einige Wellen von Ungutsein, Widerwärtigkeit und Mißtrauen ab, als er sich so angesprochen hörte.„Wie war das doch mit deiner Griesgrämigkeit, Peter Kreutter?“ höhnte eine Stimme in ihm, als er jetzt aufstand und— schließlich war man ja doch so etwas wie gebildet— sich vorstellte. Der Maler rief lachend zu seiner Frau herüber:„Kind, nenne ihm unseren Namen— ich muß hier arbeiten, ich habe keine Zeit für gesellschaftliche Dinge. Die junge Frau— Peter Kreutter mußte es sich gestehen, da er nun zwei Stunden in ihrer Nühe verbracht hatte, war wohltuend und angenehm. Hochgewachsen stand sie in dem weißen, weichen Sand, und das verschwimmende Blau von Meer und Himmel bildete einen guten Rahmen um ihre schöne Gestatt. Wie sie lachen konnte, daß es einen warm durchrieseite. Wenn sie schwamm, dann blitzten die Arme zwischen aufschäumenden Wellen, und man glaubte ihr, daß sie zu Wasser und Luft gehörte. Der erste Vormittag wiederholte sich jetzt töglich. Auf des Malers Leinwand glitten weiße Segel am Horizont. Sein Malplatz war ein ziemliches Stück entfernt von der Frau und dem Junggesellen, und wenn er ab und zu breit, schön und sonngebräunt, ein paar Worte herüberrief, derbe Scherzworte, sie solle sich nicht von Peter verführen lassen, oder zärtlich besorgte, daß sie nicht zu weit hinausschwimme, dann spürte man, wie er sie liebte und wie sie ganz sein war. In Peter Kreutters Herz ging es wirr zu. Daß er sie zu lieben begann, das hätte er sich nie eingestanden. Ein unbehagliches Gefühl begann ihn zu plagen. Er wünschte sie weit weg und im nächsten Moment wollte er, sie wäre Aber wehe ganz nah, viel näher, als sie so im Sande mit'sicht. tun wollte er ihr— o das wollte er.„Wie ist das eigentlich", fragte er mit gleichgültiger Stimme,„Flitterwochen?"(taktlos sein, ja, das könnte sie kränken),„wie empfindet das eine Frau wie Sie?“ Sie war viel zu glücklich, als daß sie irgend eine schlechte Absicht hinter seiner Frage vermutet hätte.„Flitterwochen?“ philosophierte sie,„welch ei. schreckliches Wort!“ Sie dehnte die Arme mit einer wundervollen Bewegung:„Anders müßte es heißen— Sonnenwochen, Himmelstage und— ein feines Rot überzog ihre Wangen— Sternennächte... „Da hast du's, Peter Kreutter", dachte er ingrimmig,„sie hat so viel Seligkeit in sich, daß sie dein Mürrischsein und deine Bosheit gar nicht einmal merkt.“ Und er sah scheu zu ihr hin und wäre ihr gerne kosend mit den Fingern durch ihr braunes Haar gefahren. Die Wochen schwanden. Der Maler packte eines Tages sein Malzeug zusammen und umfaßte mit einem letzten Blick, die Hand über den Augen, noch einmal alles: die Farben, die vom zartesten Blau bis zum kräftigsten Rot über dem Meere schwebten, die schmale Küste mit den Sandsteinselsen und die bunten Häuser der kleinen Siedlung, die grell in der Sonne lagen. Die junge Frau— es war der letzte Tag ihres Aufenthaltes— war etwas beklommen, da sie längst ins Herz des Peter hineingesehen hatte und ihm doch nichts geben konnte als den Abglanz ihrer seligen Zeit. Als sie ihn zum letzten Mal allein sprach, faßte sie lange seine Hand und sagte:„Sie sollen nicht traurig sein, Peter Kreutter. Ihnen bleiben Meer und Sonne. Wir aber müssen in die Stadt und“— sie lächelte ein klein wenig wehmütig—„in einen vierten Stock mit Nordlicht und einem winzigen Stück Himmel im Atelier.“ „Lächle nur", dachte Peter Kreutter dumpf und fühlte ein Würgen im Halse aufsteigen, das ihm die Kehle zuschnürte und die Sprache nahm. Als am nächsten Morgen der kleine Dampfer in den leuchtenden Himmel hinausfuhr und er den hellen Schleier der jungen Frau flatternd verschwinden sah, da sagte er leise übers Meer und sprach es wie ein Gebet:„Junge Frau, ich wünsche dir noch unendlich viele Sonnenwochen, Himmelstage und Sternennächte.“ Tann ging er in seine Hütte zurück, schloß die Tür, und helle Tränen liefen über sein Ge10 Pfund ab und fühlt sich um 100 Pfund leichter, der Katarrhalische hustet weniger und das sonst so unbequeme Krächzen geht immer leichter vonstatten, die Blutarmen prangen in höherem Rot und die Nervösen sind sich und der Mitwelt weniger zur Last als sonst. Die Ueberarbeiteten und Müden vollends dehnen sich im Hochgefühl der wiedererlangten Frische und dürsten nach neuen Taten. In dieser an sich ganz berechtigten Erhöhung des Daseinsempfindens und im dadurch bedingten leichteren Fluß des Lebens liegt nun aber auch die Gefahr, daß das Gewonnene wieder aufs Spiel gesetzt wird. Die meisten meinen, es könne sie nun nichts mehr anfechten, sehen die Besserung als Heilung an und denken nicht daran, daß in armseligen vier Wochen doch unmöglich gut gemacht werden kann, was in einem oder gar vielen Jahren sie an sich selbst oder die Umstände an ihnen gesündigt haben. Allenfalls kehrt man mit guten Vorsätzen zurück und ist schon binnen 24 Stunden wieder auf dem Weg zur Hölle. Für solche Leute tritt der Begriff Nachkur in seine vollen Rechte, nicht der Nachkur unter der Aufsicht des Arztes, sondern der Nachkur als einer strengen Selbstzucht und eines energischen Kampfes wider den alten Adam, der sich nach den alten Sünden sehnt. Wer klug ist, der wird auch ein Verständnis dafür haben, daß unter Umständen auch bei geringen Leiden eine Kur ohne Nachkur einen erheblichen Schaden bringen kann. Wir trinken in Marienbab unseren Brunnen, führen eine peinlich festgesetzte Diät und sino dabei mäßig, gehen früh zu Bett, stehen nichtzu spät auf, rauchen wenig, kneipen noch weniger und arbeiten garnicht. In vier Wochen hat sich der Körper ereits an diese Lebensweise gewöhnt; es kommt daher nicht selten vor, daß bei einem brüsken Rückfall in die alten Gewohnheiten, Schlemmerei, wenig Schlaf und viel Arbeit, schwere Erkrankungen eintreten, von der schleunigen Wiederkehr der mühsam und kostVerlust der eben erst gewonnenen Blutstoffe gars nicht zu reden. Genau so geht es mit allen anderen Beschwerden, mit der Nervosität am meisten. Wer also klug ist, kann sich das denken, und wer energisch ist, der handelt demnach. Die zweckdienlichste und natürlichste Nachkur wird in allen Fällen die sein, bei welcher man die Gefahren und Gewohnheiten des Kuraufenthaltes sinngemäß auf das Leben daheim überträgt. Natürlich nur sinngemäß, denn eine schablonenhafte Uebertragung ist schon deshalb nicht möglich, weil wir daheim in ganz anders gearteten Verhältnissen leben und vor allen Dingen, weil die Pflicht zur Arbeit die Gestaltung unseres Lebens ausschlaggebend bestimmt. Aber dessen ungeachtet, hat jedermann die Möglichkeit, und zwar zum mindesten in zwei Richtungen, erstens hinsichtlich des Essens und zweitens hinsichtlich des Schlafens die Erfahrungen seiner Sommerkur in sein Arbeitsdasein zu übertragen. Unsere gewerblichen Verhältnisse sind jetzt derart geworden, daß fast jedermann, der Energie besitzt, früh zu Bett gehen kann, wenn er es will, und seine acht Stunden Schlafzeit haben kann, wenn er sie haben will. Die Innehaltung aber einer mäßigen und nach bestimmten Gesichtspunkten zusammengesetzten Diät ist heutigen Tages den meisten Menschen nicht möglich; es gehört nur Energie dazu, insbesondere zur Mäßigung. Der englische Staatsmann Lord Beaconsfield hat einmal gesagt:„Ich bin alt geworden, weil ich nie zu viel gegessen und nie zu wenig geschlafen habe,“. In diesen Worten liegt freilich nicht das ganze Geheimnis der Nachkuren, aber ein großer Teil davon. Die Kunst des Befehlens Von S. Wan. Wenn die Damen— was ja noch immer zu beobachten sein soll— in ihrer Unterhaltung auf das unsterbliche Thema„Dienstboten" zu saus den älteren Jahrgängen alsbald auch das nicht weniger unsterbliche Schlagwort von der guten alten Zeit in die Diskussion werfen, wird ausführlich berichten, daß ihre Eltern selig eine Köchin 32 Jahre lang, ein Hausmädchen 27 Jahre lang, eine Kinderfrau 18 Jahre lang in der Familie gehabt hätten, und daß alle diese getreuen Wesen wahre Ausbünde von Anhänglichkeit und Zuverlässigkeit gewesen wären. Und es wird ein Verwundern anheben bei allen Damen der jüngeren Generation, und heftige Klagen werden laut werden gegen die Industrialisierung, die alle Dienstmädchen in die Fabriken locke, gegen die sozialistischen und kommunistischen Lehren, von denen die Mädchen zu verstiegenen Anschauungen über ihre Menschenrechte, zur Unzufriedenheit und Widersetzlichkeit erzogen würden. Und wieder wird eine der bejahrten Damen sich vernehmen lassen und ihr Urteil dahin zusammenfassen, daß die Dienstboten von ehemals sich eben innerlich ihrer Dienstherrschaft verbunden gefühlt hätten, während das Verhältnis von Brotgebern und Brotnehmern heutigen Tages lediglich auf der materiellen Frage basiert. Diese Lebenskluge hat damit gewiß den Nazel auf den Kopf getroffen. Aber nicht der veränderte soziale Standpunkt der Dienstmädchen trägt die Schuld, daß aus dem Verhältnis der Zusammengehörigkeit ein reines kaufmännisches ohne jede Sentimentalität geworden ist. Als es in den bürgerlichen Familien noch sehr bescheiden herging, als man sich noch darauf beschränkte, sein Ansehen in Stadt und Städtchen durch die pünktliche Zahlung seiner Rechnungen zu wahren; als es im stillen Gleichfluß des häuslichen Lebens noch keine peinlichen Geheimnisse vor fremden Augen zu verbergen galt und das Bestreben noch nicht allgemein war, seine soziale Stellung durch allerlei Blendwerk zu erhöhen: da war die Neigung zu einer engeren Gemeinschaft mit dem dienenden Hausgenossen natürlich weit lebendiger als heute. Und die Dienstboten hatten sich nur für die sie auszeichnende Freundschaft erkenntlich abgettaßenen 10 Mund und von dem sprechen hommnen, dann wird sicherlich eine#n zeigen, indem sie. Herrschuft teitten. Es kum uneröriert bleiben, bei welcher der beiden Parteien das Bestreben, von der anderen abzurücken, zuerst hervorgetreten ist. Daß aber auch bei den Dienstgebern nicht mehr der Wunsch vorhanden ist, die strenge Scheidungslinie zwischen sich und den Dienstboten zugunsten des patriarchalischen Verhältnisses zu verwischen, das wird von niemandem bestritten werden können. Gerechterweise kann man aber so nicht verlangen, daß dieses Verhältnis einseitig, von den Dienenden allein, in unveränderter Weise aufrecht erhalten werde. Und doch gibt es einen Weg, der in vielen, wenn auch nicht in allen Fällen dahin führt, wenigstens bis zu einem gewissen Grade den Sinn für Anhänglichkeit an ihre Herrschaft in den Dienstboten zu wecken, ohne in überwundene Gewohnheiten zurückzufallen: man gebe ihnen alle Befehle in einem höflichen Tone. Das kleine Wörtchen„bitte“, das gar nichts besagt, das nur eine Formel ist und weder Muhe noch Zeit kostet, jedem Auftrag vorangesetzt, wirkt ausgezeichnet auf den Dienenden und auf den Befehlenden. Auf jenen, weil es ihm die bittere Pille des eisernen„Muß" verzuckert; auf diesen, weil es unwillkürlich die ganze Art seiner Befehlerteilung beeinflußt und zu einem freundlichen Wesen zwingt. Es ist eine alte Erfahrung, daß gerade Leute von schlichter Herkunft außerordentlich empfindlich und empfänglich sind für scheinbar ganz untergeordnete Rüancen im Verkehr mit Höhergestellten. Dieses Wort„bitte“ ist ihnen eine spontane Anerkennung ihrer Menschenrechte, und sie werden meist geneigt sein, aus der beständigen Anwendung dieses Wortes auf einen besonders liebenswürdigen und achtbaren Charakter des Arbeitgebers zu schließen. Und diese kleine Ursache wird die Wirkung haben, vor allem bei Dienstboten, die anderwärts schon hart angefahren wurden, daß ihre Stelle ihnen lieb wird und daß sie sich redlich bemühen, sich darin zu halten. Im Schatten der Großstadt. Private Kreise und Kirchen Amerikas haben in der Zeit des deutschen Geldwertschwundes ein umfangreiches Hilfswerk für unsere Kinder durchgeführt. Damals hat sich in Deutschland vielfach die Meinung gebildet, daß es in Amerika keine Not gäbe. Im Juni 1923 stellte der amerikanische„Oeffentliche Gesundheitsdienst", fest, daß jedes fünfte Schulkind Amerikas nicht das Normalgewicht hatte. Die Prüfung erstreckt sich nur auf Kinder von in Amerika geborenen und von amerikanischen Eltern abstammenden Weißen. Hätte man die Kinder der Einwanderer in die Statistik mit einbezogen, so wäre der Prozentsatz der Unterernährten noch gewaltig über das alarmierende Ergebnis emporgeschnellt. Im Staate Indiana ergab eine Stichprobe, daß nur 25 von 6000 Kleinkindern genügende Ernährung hatten. Ueber 57 Prozent dieser Kinder erhielten keine Milch, über 45 Prozent erhielten eine Nahrung, der vier besonders wichtige Nährstoffe fehlten. 65 Prozent hatten schlechte Zähne, 15 Prozent wiesen schlechten Knochenbau auf, eine Folge der Unterernährung. Wie mögen die entsprechenden Zahlen auf der„Bast Side“ in Newyork aussehen. Alljährlich veranstalt en die„Newyork Times“ eine Sammlung für die„Hundert Bedürftigsten“ der Stadt. Zum Weihnachtsfest 1923 erlaubte die Zahl der eingegangenen Spenden, die dreifache Zahl Bedürftiger zu unterstützen. Aber sie stellen nur einen kleinen Prozentsatz dieser Notleidenden dar. Erschütternde Berichte über einzelne Fälle werden veröffentlicht. Sie sind nicht so hoffnungslos, nicht so grauenvoll wie die Berichte von Not und Elend der deutschen Nachkriegszeit. Aber sie sind furchtbar genug. Amerika ohne Not? Eine Legende! Käthe Kollwitz Käthe Kollwitz, die bedeutendste Graphiherin Deutschlands, begeht am 8. Juli ihren 60. Geburtstag. Als Jubiläumsgabe für die Künstlerin erscheint im Furche=Verlag, Berlin ein Büchlein von Louise Diel unter dem TitelKäthe Kollwitz. Ein Ruf ertönt. Dem Buch entnehmen wir mit Erlaubnis des Verlages und der Verfasserin folgenden Absatz: „Da führt uns Käthe Kollwitz als mitfühlende Mutter in ein Kinderhospital. Das Näpfchen muß ausgetrunken werden, wie kann unser Liebling sonst gesund werden!—— liest man aus der Mutter besorgtem Auge. Und der Vater, ein wenig unbeholfen und abseits, schaut teilnahmsvoll zu. Die naturgegebene, innige Einheit von Mutter und Kind läßt ihn bescheiden zurücktreten. Die Frau trägt das Leid, dem sie naturverbunden, duldend ohne Murren. Der Augenblick aber, der ihr den Abgrund des Verlustes zeigt, findet sie heldenhaft, mit fast übernatürlichen Kräften ihren Lebensinhalt verteidigend. Anders der Mann. Der Lebenskampf hat seine Seele verschlossen und mit abwehrharter Außenseite versehen. Er wehrt jedem Gefühlseinbruch— er könnte ihn umwerfen und zerschmettern. Trifft ihn dann ein Schicksalsschlag, so fällt er ihn wie einen vom Blitz getroffenen knorrigen Baum jäh zu Boden. Weder Kupferplatte noch Stein vermöchten diese„Totenklage“ so lebensplastisch, reliefartig wiederzugeben, wie dieser Holzschnitt. Er gibt Zeugnis von der Künstlerin rastlosem Weiterringen um technische Vervollkommnugsmöglichkeiten. An der Bahre des Führers stehen die führerlosen Zwölf. Die Klage, die der verschlossene Mund zurückhält, findet in der scheuen Gebärde der Hand rührenden Ausdruck. Sie möchte danken, sie möchte streicheln und alles Lebensleid von diesem Toten nehmen. Der Hand des Menschen, ihrer Bewegung und Formgestalt, schenkten schon die alten Meister ihr ganzes Juteresse. Rembrandts Hände, Es gibt in den Vereinigten Staaten 12.5 Millionen Kinder im Alter von 10 bis 15 Jahren. Wie lebt diese Jugend? Nahezu ein Zehntel aller dieser in der zartesten Entwicklungsperiode stehenden Kinder scheidet von vornherein aus den Reihen jener Heranwachsenden aus, von denen man vielleicht annehmen darf, daß sie eine glückliche Jugend haben. Ein Zehntel, weit über eine Million, muß sich unter Verzicht auf den kostenlosen Schulunterricht bereits ihr Brot in Fabriken und Buros selbst verdienen? Es ist ein offenes Geheimnis, daß die Gesetze gegen Kinderarbeit in erschreckend vielen Fällen umgangen werden. Die Kinder verrichten eintönige, für sie nutzlose, keinerlei Fortbildung bringende Arbeiten. Aber die Unternehmer sparen Lohngelder. Man hat in Amerika hunderte von Jugenoorganisationen„Boy Scotts",„Girl Scotts“,„Camp=Fire-Girls", Jugendklubs aller aller Art, Sportvereinigungen, Studentenverbindungen, man hat den„Christlichen Verein junger Männer“ und den„Christlichen Verein Frauen", die militärisch gedrillten die„katholische Jugendbrigade", jüdische Jugendbünde... Organisationen mit riesiger Verwattungsapparatur, einen Stab von Direktoren und Ehrenpräsidenten und Zehntausenden von Jugendführern. Sie alle zusammengenommen erfassen sicherlich nicht mehr als eine Million Kinoer. Eine Werbeschrift für Jugendhilfe gibt sechs Millionen„underprivelegeds" an,„Unterpriviligierte“, das sind die Armeen halbwüchsiger Jungens und Mädchen, die ihre moralische und soziale Erziehung auf den Straßen der großen Städte erhalten. Sechs Millionen junge Menschen, die dem riesigen Netz„Education" entschlüpfen. Sie lungern in den dunklen Stadtvierteln umher, schwänzen die Schule, ersinnen böse Streiche und suchen auf ihre Art ein paar Cents zu verdienen. Oft geraten sie in die Hände der beiden besten Freunde des Elends: Laster und Verbrechen. „In den Vereinigten Staaten werden jährlich Oxium verbraucht, beinahe das lte. der Kenge, die für den wissenschaftlichen T#oarf der ganzen Erde ausreicht. Italien konsumiert pro Kopf der Bevölkerung eine SPng aerabs.pium von einem„Grain“ englisches Pfund. Deutschland verbraucht zwei, England drei, Frankreich vier grain. Und die Vereinigten Staaten— 36 grain! im Spiel von Licht und Schatten, leben und Und die Jugend stellt unter den Verbrauweben erlesen reizvoll. Sie atmen höchste Kul-schern einen hohen Prozentsatz dar. Viele tur. Aullmustz Hägde cher durchgacht heihesfZungens machen sich einen Sport darans daBlut. Ueber alle Maßen zitter sie, brampfen sie sich, künden Tod und Verzweiftung— flehen um Hilfe— und strechen sich, solche dachietend, Und bann errechnen die Statistilier mit Entsetzen, daß sich das Durchschnittsalter der Gefängnisinsassen fast aller Staaten immer stärker senkt. So betrug es 1914 in Kalifornien 26 Jahre, 1924 nur noch 23 Jahre. Das heißt mit anderen Worten: die Kriminalität der Jugendlichen steigt. Mit großer Milde und häufiger Anwendung von Bewährungsfrist hat man es endlich erreicht, daß 85 Prozent der jugendlichen Verbrecher nicht rückfällig wurden. Aber noch immer werden jährlich über 200000 junge Menschen in den Vereinigten Staaten wegen eines Vergehens unter Polizeiaufsicht gestellt. Amerika ohne Not? Eine Legende... Aus dem Buche„Jugend im Land der Jugend“ von Fritz Zielesch. —2.— Wettlauf Von Hans Hauptmann=Hannover. Der Idealist schloß seinen Bericht, indem er mit der Faust einen Wirbel auf die Tischplatte knöchelte:„Schließlich ist es doch immer wieder der helle Kopf, der den Sieg davon trägt!“ Zwei der Herren dösten teilnahmslos in den Rauch ihrer dicken Zigarren. Einer verneinte zwar das Gehörte mit dem starren Blick seiner Glaskugelaugen, rang sich aber aus Höflichkeit ein Kopfnicken ab. Einer vermurmelte seine Ansicht in die Höhlung seines Weinglases. Der fünfte schmunzelte— ein richtiges Rechtsanwaltsschmunzeln mit listig eingekniffenem Auge.„Ein Gegenstück zu ihrer Kopfsiegerei, Doktor,“ sagte er.„Ich hatte seit Jahren zwei Schwestern an meinen Schreibmaschinen sitzen. Wenn Käte geblieben wäre, ohne daß ich Loni behalten hätte, wäre es längst nur die eine gewesen. Die Käte— also: musterhaft, sag' ich Ihnen. Eine Auffassungsgabe, fleißig, gewissenhaft, also wirklich: eine Attraktion für jedes Büro! Und die Loni?— Der Himmel segne deine Studia, aus dir wird nichts, Hallelujah! Immer habe ich das gesagt, immer. Aber der Teufel hole alle Prophezeiungen. Man kommt sich da manchmal selbst dumm vor. Es gibt Aufstiegsmöglichkeiten, es gibt Triumphmöglichkeiten, an die unsereins gar nicht denkt. Das große Los für die Loni ist der kurze Rock. Da tippelt sie eines Tages an, sie hat geradezu fabelhaft schöne Beine. Und was glauben Sie? Nach zwei Wochen hat sie ein Filmagent entdeckt, und jetzt flimmert sich das Mädel ein Vermögenzusammen und hopst sich vielleicht noch einem Nabob ins Herz, während die Käte— eine Klasse für sich, meine Herren, ein Köpschen!— während die Käte immer noch an der Schreibmaschine klappert. Für hundertfünfzig Mark monatlich, meine Herren! Somit: freie Bahn dem Tüchtigen! Hoch die Pedale! Herunter mit dem Spiritus!“ „Beides hübsche Mädchen“, sagte der Idealist, „ich kenne sie. Aber ihre Geschichte beweist gar nichts!. „Na nu,“ eiferte der Listige,„auf die Begründung bin ich wirklich neugierig!“ „Ober, noch zwei Flaschen!— Ich darf doch die Herren einladen?— Sehen Sie, ein Lyriker, ich glaube Halm, sagt:„Glück ist, was jeder sich als Glück gedacht.“ Das ist zweifellos richtig. Ich weiß nun zufällig, daß Fräulein Käte eine ganz andere Vorstellung vom Glück hat als ihre Schwester. Ich weiß auch, daß ihr reifer Charakter sie davor bewahrt, in ihren Glücksvorstellungen jemals zu wanken, während ich mich dafür bei Fräulein Loni durchaus nicht verbürgen möchte. Bei Käte scheint mir die überhaupt erreichbare menschliche Glückseligkeit gesichert, sobald sie einmal das Ziel ihrer unerschütterlich feststehenden Lebenswünsche erreicht hat. Ob irgend welche noch so überraschende Augenblickserfolge aber die Loni dauernd befriedigen können— wer weiß das? Ahl da kommen die Flaschen. Füllen Sie die Gläser, Ober!— Ich wollte nur sagen, meine Herren— mit aller Bescheidenheit natürlich— der Spiritus ist doch schneller ans Ziel gekommen als die Pedale: ich habe mich gestern mit Fräulein Käte verlobt.“ Der unmögliche Liebhaber Die Freiheit, deren sich amerikanische Studentinnen erfreuen, führt manchmal zu sehr Hisen.Dapverstandnussen. So hatte die hern einen hohen Prozentsatz dar. Viele niedlichen Mißverständnissen. So hatte die stJungens##en sich einen Sport vluls, bar#hubsche siebzehnjährige zuch Sanders von der [Rauschgift„Heroin" zu nehmen. Gewissenlosescochschule zu Evansville, Indiana, einmal den suchen unter ihnen Abnehmer und Versuch unternommen,„außer Dienst" Männerornen sie an, in der Schule Kunden zu wer=kleidung anzulegen, einmal weil ihr die Kleider Buuden in gut gotten und