das Binden und Herstellen der Form, das Aufziehen des Gummistiels, und das geschmackvolle Zusammenbinden mit dem wiederum in anderen Fabriken hergestellten prächtigen, naturgetreuen Laub. Sind so die Modelle fertiggestellt, so wandern sie in die verschiedensten Werkstätten, nachdem die Formmodelle der einzelnen Blätter den Stanzereien übergeben worden sind. Bis ein Strauß Blumen die höchste Vollendung erreicht hat, geht er wohl durch ein Dutzend Hände, die sich alle in mühsamer Arbeit mit ihm beschäftigen. Eine ganz besondere Spezialität üben die Brautkranzbinderinnen, die sehr von der Mode abhängig sind. Andere Binderinnen beschäftigen sich wiederum ausschließlich mit dem Arrangement der Ballblumen. Erst jüngst haben die Blumenbinderinnen durch die runden Empire= oder Biedermeierkränze, die man den Kleidern aufzugarnieren beliebt, wieder stärkere Beschäftigung gehabt. Die Mode sicht indes die fleißigen Blumenbinder und Blumenbinderinnen wenig an. Irgend eine Verwendung für die künstlichen Blumen gibt es immer: die lieblichen Kinder Floras werden zum Schmuck der Frau niemals entbehrlich werden. Die Vorliebe für sehr seine Blumen, bei denen naturgemäß der Verdienst ein größerer ist, steigt und während noch vor einem Jahrzehnt die billigeren Hüte mit verhältnismäßig recht unschönen und billigen Blumen ausgeputzt waren, weiß heutzutage sogar schon die Dorfschöne recht gut das seinere Fabrikat von dem minderwertigen zu unterscheiden. —12— Krankheiten des Säuglings Wohl die ernsteste Gefahr, die Gesundheit und Schönheit des Großstadtkindes bedroht, ist die Rachitis, auch englische Krankheit genannt. Diese weitverbreitetste Kinderkrankheit, an der über 90 Prozent aller Kinder in der Großstadt mehr oder weniger schwer erkranken, scheint eine ausgesprochene„Errungenschaft“ der Kultur zu sein, denn bei Naturvölkern, die ihre natürliche Lebensweise beibehalten haben, trifft man die Rachitis nicht an. Die Ursachen der englischen Krankheit sind noch nicht restlos geklärt. Die Erkrankung lehrt indessen, daß falsche Ernährungsweise, ungenügende Pflege, in den häufigsten Fällen aber Mangel an Licht, Luft, Sonne und Bewegungsfreiheit bei ihrer Entstehung und Auswirkung eine hervorragende Rolle spielen. Die Krankheit ist durch eine auffallende Weichheit der Knochen gekennzeichnet. Werden nun die Knochen des rachitischen Kindes vorzeitig oder zu stark belastet, so verbiegen sie sich. Auf diese Weise entstehen Mißbildungen wie O= und F=Beine, Platt= und Knickfüße, verkrümmte Wirbelsäulen und andere Verbildungen. Aeußere Anzeichen, an denen die sorgsam beobachtende Mutter eine beginnende Rachitis erkennen kann, sind z. B. Weichheit der Schädelknochen, verspätete Schließung der Fontanellen, auffallende Blässe der Haut, Unlust zum Bewegen, mißfarbene und unregelmäßig stehende Zähne, O= und F=Beine, Anormalitäten der Füße, schiefe und ungewöhnlich schlafse Haltung. Alle gewissenhaften Mütter, die bei ihren Kindern derartige Erscheinungen beobachten, sollten umgehend ärztlichen Rat einholen. Je eher nämlich die Rachitis erkannt und behandelt wird, um so größer sind die Aussichten, schwere, dauernde Verbildungen der Knochen zu vermeiden. Glücklicherweise arbeitet die Natur selbst der Rachitis entgegen, wenn man sie nur gewähren läßt! Sie hat nämlich in jedes Kind einen starken Trieb zum Bewegen gelegt. Durch tüchtige Bewegung wird die Muskulatur ausgebildet; je kräftiger aber die Muskeln sind, um so leichter verhindern sie Knochenverbiegungen durch die englische Krankheit. Machen wir uns also diesen Naturtrieb dadurch zunutze, daß wir schon dem Säugling Bewegungsfreiheit gönnen, anstatt ihn festgewickelt unter schweren Federbetten zu entwicklungshemmendem Stilliegen zu verdammen. (Nachdruck aus der„Gartenlaube"). in diesen Fragen nur zu oft Unkenntnis und Unsicherheit an den Tag legen. Gerade in der heutigen Zeit, da Mittel und Möglichkeiten vielfach so sehr beschränkt sind, Zahl und Verschiedenheit der Kleider nicht groß, ist es ein Zeichen geistiger Kultur, stets das richtige Kleid am richtigen Ort zu tragen. In welcher Weise Kieid und Raum zusammenstimmen, hängt mit der Persönlichkeit der Frau und ihrer Wohnung zusammen. Nicht jedes moderne Kleid paßt in jeden modernen Raum. Im eigenen Hause beginnt die Pflicht, seine Kleidung harmonisch zur Umgebung abzustimmen. Das ist durchaus nicht so schwer oder so kostspielig, wie es zuerst erscheint. Das Kleid dem Raume anzupassen, eins zu dem anderen abzustimmen, dazu gehört nichts weiter als die sichere Erkenntnis dessen, was die Gesamtheit unserer Persönlichkeit als eigentümliche Ausdrucksform verlangt. Daraus ergibt sich jener wohltuende Eindruck, den wir mit Stil bezeichnen, jene Abstimmung der Farben, das feine Gefühl, zu dieser Gelegenheit trage ich dieses, zu jener ein anderes Kleid oder dasselbe Kleid in anderer Aufmachung. Enger spannt sich der Rahmen bei der Kleidung, die sich der Landschaft anpaßt. Wichtig ist die Farbenwahl, die gerade hier eine große Rolle spielt. Auch der Charakter der Landschaft soll nicht unberücksichtigt bleiben. Heitere Farben, weiche und wehende Stoffe bilden einen reizenden Anblick unter grünen Bäumen, auf weiten Rasenplätzen; an der See ist das schlichte Weiß fast immer das Hübscheste, in einer Machart, die dem Sturm nicht allzuviel Flatterndes bietet. In den Bergen und auf dem Lande ist das Beiderwandkleid das geeignete. Ein wenig Nachdenken nur, und wir können auch bei schmalen Mitteln immer uns selbst und anderen ein erseulicher Anblick sein. Auch von reizenden neuen Moden, von neuen Büchern, von den Rosenfeldern der Dresdener Gartenbauausstellung plandert das neue Daheim. Daneben wir Heiteres aus der deutschen Luftfahrt erzählt, die Jahrhundertfeier Beethovens kündigt sich an, zwei kleine Erzählungen stehen neben der Fortsetzung des laufenden Romans von Diedrich Speckmann. Besonders anziehend ist der reiche Bildschmuck des Heftes. Setscuuche und Pirite Das Kleid im Raum und in der Landschaft betrachtet ein Aufsatz in der neuen Daheimnummer(62. Ihrg. Nr. 49):„Stilgefühl und Farbensinn sind Begriffe, die die kultivierte Frau von heute als selbstverständlichen Teil ihrer Persönlichkeit betrachten müßte, denn die Bildungsmöglichkeiten gerade in dieser Hinsicht sind in den letzten Jahren vielfach und zahlreich ggrgen. Totzden gbt en noch immer eine! „ große Anzühl sehr kluger Frauen, die doch Verhalten bei Feuersgefahr. Ist eine brennende Petroleumlampe umgefallen oder herabgestürzt, so lösche man das brennende Petroleum durch Bedecken mit Sand oder Asche. Wasser würde das Feuer durch Herumspritzen des brennenden Oels noch vermehren. Brennender Spiritus kann ebenso. aber auch mit Wasser gelöscht werden. Jedoch brennt er gewöhnlich ab, ohne große Brandspuren zu hinterlassen, weshalb er meist nicht so gefährlich ist. Schlägt beim Auslassen von Schmalz Feuer in die Pfanne, so decke man letztere rasch zu. Wasser darf man hier ebenso wenig anwenden wie bei brennendem Petroieum. Sind die Kleider, die eine Person trägt, in Brand geraten, so werfe sich letztere sofort auf den Boden und wälze sich, ohne erst nach Wasser zu laufen, um dadurch dem Feuer Zeit zu lassen, sich zu entwickeln. Etwa anwesende Personen mögen durch Ueberwerfen von Decken die Flammen erstickeg. Ist das angebrochene Feuer so stark geworden, daß dessen Bekämpsung zweifelhaft ist, so rette man, was man kann. Zunächst bringe man natürlich hilflose Menschen, Kranke, Greise, kleine Kinder, aus dem Hause. Sodann greife man zuerst nach dem Wertvollsten und Unersetzlichsten, vergesse aber auch nicht, sich selbst in Sicherheit zu bringen, ehe es zu spät ist. Erkennungsmerkmale alten Geflügels. Beim Einkauf von Geflügel ist es notwendig, mit den Merkmalen bekannt zu sein, an denen man junges von altem Geflügel unterscheidet. Alte Hühner und Tauben, die zwar den Suppen und Saucen mehr Kraft geben als junge, zur Fleischspeise aber ungeeignet sind, erkennt man an einem gedrungenen, stärkeren Körperbau, härteren Brustknochen, einer spröderen, dickeren, sogenannten Hühnerhaut, etwas stumpferen, abgenutzten Fußnägeln, Gänse und Enten an stärkeren Fußballen, dickerer Schwimmhaut und harten Schnäbeln, Puter an ihren roten Beinen und dem stärkeren, schwammigen Fleischlappen auf dem Kopfe und unter der Kehle. Nach solchen Erkennungszeichen läßt sich auch das wilde Geflügel einigermaßen beurteilen. Ob es frisch ist, muß der Geruch bestimmen. Man kann Geflügel mit Federn, kalt und lustig ausgehäpgt, mehrere Tage aufbewahren, doch muß es vorher ausgenommen werden. Beim Einkauf zahmen Geflügels muß man darauf achten, recht fettes zu kaufen; wenn es auch teurer sein mag, so macht man doch große Ersparnisse, einmal am Fett, sodann weil das Fleisch schmackhafter und bekömmlicher ist. Mittel gegen Verbrennung. Eine Hauptsache bei jeder Verbrennung zur Abkürzung des Schmerzes ist möglichst rasche Hilfe. Bei leichter Verbrennung eines Gliedes wird der Brand dadurch schnell herausgezogen, daß man die betreffende Stelle sofort nahe ans Feuer hält und den Schmerz für kurze Zeit zu überwinden sucht. Bei stärkeren Verbrennungen, auch wenn Wunden entstanden sind, lasse man eiligst aus einer Apotheke gereinigtes Kalkwasser und Bleiwasser— nicht mit Bleiweiß zu verwechseln— zu gleichen Teilen holen und mache davon ununterbrochen Umschläge solange, bis der Schmerz aufhört. Sollte man nicht schnell dazu gelangen können, so ist auch folgendes Mittel von ausgezeichneter Wirksamkeit: Man bestreiche sofort die verbrannte Stelle mit einer Feder stark mit Tran oder Oel jeder Art, nur gereinigtes, und lege zur Kühlung ein leichtes Leinwandtuch mit sehr kaltem Wasser darauf, das so oft sich Schmerz ankündigt, wieder kalt aufgelegt wird. Sollte keine Brandwunde vorhanden sein, so zieht die Hitze noch schneller heraus, wenn man geriebenes Salz über das Oel streut, bevor das Wassertuch aufgelegt wird. Färben von Kleidungsstücken. Färbt man Kleidungsstücke selbst, so unterlasse man nicht, auch etwaige Stoffreste mitzufärben, die man später zum Ausbessern gebrauchen muß. Färbt man Strümpfe, so färbe man auch Stoffwolle gleich mit. Konservieren feiner Oele. Will eine Hausfrau feines Speiseöl längere Zeit verwahren, so muß sie ihr Augenmerk darauf richten, daß das Oel nicht ranzig wird. Das läßt sich leicht verhüten, indem man auf das in einer Flasche enthaltene feine Oel guten Spiritus gießt, der etwa zehn Zentimeter darüberstehen muß. Die Flasche wird dann fest rerschlossen, damit der Spiritus nicht verdunsten kann, und an einem dunklen, kühlen Orte aufbewahrt. Verkorken von Flaschen. Beim Verkorken von Flaschen ist es wichtig, daß diese dadurch luftdicht verschlossen werden. Um das zu erreichen, ist es zweckmäßig, die verwendeten Korken einige Minuten in Oel zu legen. —2.— Ans dem Engen und Weiten So ändern sich die Zeiten! Die erste englische Schauspielerin, welche die Bühne betrat, war Miß Colemann, welche es 1686 wagte, vor dem Londoner Publikum auf den Brettern zu erscheinen, ein wirkliches Wagnis zu jener Zeit, denn kaum 27 Jahre vorher, 1659, wurden drei französische Schauspielerinnen, die es versuchten, auf einer Londoner Bühne aufzutreten, von dem darüber entrüsteten Parterre von dem Podium heruntergeholt und beinahe totgeschlagen. Und wer weiß, wie es Miß Colemann gegangen wäre, wenn sie nicht unter dem Schutze eines sehr hohen Herrn gestanden hätte, der seine Anhänger und Diener am Abend ihres Auftretens überall im Theater verteilt hatte. Was sagt der Tallnud über Liebe und Ehe? Alles kann Ersatz finden, nur die Frau deiner Jugend nicht. Wer keine Frau hat, hat nichts Gutes, hat keine Freude, keinen Segen, keine Stütze, keinen Frieden. Kommt das Glück des Hauses, so kommt das Glück der Welt! Mit größter Sorgfalt, mit liebendem Eifer ehre deine Frau! Denn die Frau ist es, die den Segen Gottes ins Haus bringt. Ehret eure Frauen, kränket sie nicht. Leicht fließen ihre Tränen!. Jedwedes Ding mit deinem Weib besprich, und ist sie klein, so bücke dich! Gott hat das Weib nicht aus des Mannes Kopf geschaffen, daß sie ihm befehle, sondern aus seiner Seite, damit sie seinem Herzen nahe sei. M. S. Verantwortlich: H. Semmelmann. Altena Druck und Verlag:##. A. Sona, Altena. 8.: 88EE 88 888, gEgöR 982 n 1NIKI 8581 9.288 5888 K 888 88"* Pradel R K Beilage zum Altenaer Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung 1926 Nr. 36 Die Kunst des Wirtschaftens Von L. Hansen. Reichtum, Schönheit und Ehre, das sind die drei Sterne, die dem jungen Menschen verführerisch entgegenwinken und ihm vorgaukeln, den ersten und stärksten Wunsch jedes menschlichen Herzens zu erfüllen— glücklich zu werden Nun gut, strebe ihnen nach, aber bedenke oon vornherein: Deine Tugend ist es, die dich reich, schön und ehrenwert und damit glücklich macht. Einen besonderen Klang und eine besondere Bedeutung bekommt das Wort„Glück“, wenn man es in der Verbindung oon„häusliches Glück“ gebraucht. Die Natur selbst hat dieses heiße Verlangen nach Glück als einen der mächtigsten Triebe tief in die Brust jedes einzelnen Menschen hineingesenkt, aber auch zugleich weise dafür gesorgt, daß es letzten Endes nicht abhängig ist vom Reichtum, von Schönheil und Ehre oder sonstigem Glanz der Welt. Vielmehr hat das alte Sprichwort recht:„Jeder ist seines Glückes Schmied". Das gilt in erhöhtem Maße auch von dem häuslichen Glück. Es ist nicht zum wenigsten abhängig von einer Kunst, die zwar schwer erlernbar ist, aber auch, wenn man sie recht erlernt und geübt hat, umsol höhere Befriedigung gewährt, der Kunst des Wirtschaftens. Alle, die zu einer Familie gehören, Vater, Mutter, Kinder und alle, die mit uns in häuslicher Gemeinschaft leben, streben nach dem häuslichen Glück, möchten im Hause ihr Wohlbehagen finden und am häuslichen Herde ihre Freude haben; denn nur diejenigen sind wahrhaft glücklich zu nennen, die wirklich mit ihrer Lage und ihren Verhältnissen zufrieden sind. Dieses hohe Ziel zu erreichen oder wenigstens die Vorbedingungen dafür zu schaffen, ist an erster Stelle die schwere, aber auch dankbare Aufgabe der Hausfrau und Mutter. Von ihren Fähigkeiten, ihrem immer gleichbleibenden Fleiße und ihrer steten sorgenden Liebe wird es zum größten Teil abhängen, ob das allen vorschwebende Ziel wenigstens in etwa erreicht wird. Es ist ein Trost, besonders in diesen für viele Familien so schweren Zeiten, daß Glück nicht unzertrennlich mit Reichtum und sonstigen Gütern dieser Welt verbunden ist, und die Erfahrung lehrt, daß selbst die allerärmste Familie in der bescheidenen Häuslichkeit glücklicher leben kann als diejenigen, die mit ihrem Ueberfluß nicht wissen, wohin, wenn ihr eine tüchtige Hausfrau und Mutter vorsteht. „Nachtigall, ich hör' dir laufen!“ Mit einem gewissen Gruseln werden schon die Vorkämpferinnen der Frauenbewegung ahnen, wohin der Weg führt, wenn ich sage: Die Frau gehört ins Haus! Gewiß, das ist, ohne daß ich neuzeitlichen Frauenbestrebungen damit ihre Berechtigung absprechen will, meine Meinung; die Frau gehört wenigstens in das Haus, wo man, was alle wünschen und ersehnen, häusliches Glück finden will. Das besagt aber noch lange nicht, daß die Frau damit die Sklavin des Hauses oder gar des Mannes sein müsse. In der heutigen schweren Zeit ist die Zahl derjenigen Hausfrauen viel geringer geworden, welche ihre häuslichen Pflichten dienstbaren Geistern überlassen können, aber auch da, wo dies der Fall ist, darf das wachende Auge und die sorgende Hand der Hausfrau und Mutter niemals fehlen. Wo eine Hausfrau vom Haushalten, Einteilen, Sparen nichts versteht, sondern planlos in den Tag hinein wirtschaftet, da kann häusliches Glück nicht gedeihen. Worin besteht nun die Kunst des Wirtschaftens und damit der Schaffung des häuslichen Glückes? Im Sparen? Sicherlich auch darin: aber viele Hausfrauen werden in ihren Mädchenjahren die Begriffe„Wirtschaften" oder „Haushalten“ mit Sparen gleichgestellt und einen unangenehmen Klang im Ohr behalten haben. Aber diese Auffassung ist von vornhe.ein ungenau. Das Sparen im eigentlichen Sinne, das heißt von dem gegebenen Einkommen für schlechtere Zeiten zurücklegen, ist Sache des Mannes. Aufgabe der Hausfrau aber ist es, mit dem Wirtschaftsgeld, das für Haushaltungszwecke zur Verfügung gestellt werden kann, das Bestmöglichste zu erzielen. Um das zu erreichen, ist planmäßiges Wirtschaften und Haushalten die Grundbedingung, und hierbei wird es ohne einen Voranschlag nach dem Grundsatz: Voranschlage deine künftigen Einnahmen stets niedriger, die Ausgaben stets höher, als du sie erwartest! nicht abgehen könSommernacht Der laute Tag ist fortgezogen, Es kommt die stille Nacht herauf, Und an dem weiten Himmelsbogen, Da gehen tausend Sterne auf. Und wo sich Erd’ und Himmel einen In einem lichten Nebelband, Beginnt der helle Mond zu scheinen Mit mildem Glanz ins dunkle Land. Da geht durch alle Welt ein Grüßen, Und schwebet hin von Land zu Land, Das ist ein leises Liebesküssen, Das Herz dem Herzen zugesandt, Das im Gebete aufwärts steiget, Wie gute Engel, leicht beschwingt, Das sich zum fernen Liebsten neiget, Und süße Schlummerlieder singt. Und wie es durch die Lande dringe:, Da möchte alles Bote sein, Ein Vogel es dem andern singet, Und alle Bäume rauschen drein; Und durch den Himmel geht ein Winken Und auf der Erde nah und fern Die Ströme heben an zu blinken Und Stern verkündet es dem Stern. O Nacht, wo solche Geister wallen Im Mondenschein, auf lauer Luft! O Nacht, wo solche Stimmen schallen Durch lauter reinen Blütenduft! O Sommernacht, so reich an So reich an stiller Himmelsruh': Wie weit zwei Herzen auch geschieden, Du führest sie einander zu. Robert Reinick. nen. Weiter ist dabei unerläßlich Buchführung und Barzahlung. Wie Voranschlag und Buchführung in einfacher Weise zweckmäßig einzurichten sind, das im einzelnen auseinanderzusetzen, würde hier zu weit führen. Wohl den Hausfrauen, die von einem gütigen Geschick mit den Fähigkeiten, gut zu wirtschaften, von vornherein begabt sind. Für die übrigen aber bleibt es, besonders da, wo man heute gezwungen ist, mit geringen Mitteln zu wirtschaften, heilige Pflicht, sich dieser schweren, aber immerhin erlernbaren Kunst zu befleißigen und sich in ihr zu üben. Aber nicht nur mit dem Wirtschaftsgelde heißt es planmäßig haushalten, sondern auch mit der Zeit. Wieviel wertvolle Zeit vergeudet manche Hausfrau mit dem Ansammeln, Anfertigen, Instandhalten und Einordnen geringwertiger Dinge. Sie schätzt damit selber den Wert ihrer Zeit unter der des am schlechtesten bezahlten Dienstboten ein. Zeit sparen heißt zugleich auch Zeit gewinnen für wichtilgere Dinge, zum Beispiel für die Gesundheite pflege, die man andernfalls mit schwerem Gelde erkaufen müßte. Um aber Zeit zu sparen, ist vor allem Ordnung im Haushalt nötig. Größer als die Kunst, Ordnung zu schaffen, ist die Kunst, Ordnung zu halten. In einem planmäßig geführren Haushalt, in dem die Hausfrau die Kunst des Wirtschaftens erlernt hat und sie gründlich versteht, wird nicht stets auf den Wunsch des Hausherrn nach einem gemeinsamen Spaziergang oder einem gemütlichen Plauderstündchen das Wort:„Ich habe keine Zeit“ erfolgen und auch die Kinder werden stets ihr Mütterchen bereit finden, ihren kleinen Freuden und Kümmernissen ihr williges Ohr zu leihen. Die Frau wird an den besonderen Bestrebungen des Mannes regen Anteil nehmen und auch der Berufsarbeit wenigstens Verständnis entgegenbringen und so entgegen der weit verbreiteten Meinung den Beweis führen, daß man eine tüchtige Hausfrau sein kann, ohne auf die Stufe der dienenden Magd herabzusinken und bei der ewigen Alltagsarbeit gegen alles Schöne und Edie abgestumpft zu werden. Vielmehr wird es sie mit tolzer Freude und hoher Befriedigung täglich erfüllen, daß sie die wahre Herrin und der eigentliche Mittelpunkt des Hauses ist, um die sich alles dreht. Wenn der Mann weiß, daß zu Hause mit dem jauer verdienten Geld gewissenhaft gewirtschafstet, das Hauswesen gut besorgt wird, wenn er weiß, daß er am Mittag und am Abend, wenn auch einfache, so doch gut zubereitete kräftige Mahlzeiten zur rechten Zeit in trauter Gemeinschaft mit den Seinen verzehren kann, wenn er weiß, daß er in seiner freien Zeit ein behagliches heim findet, so wird er am Morgen mit frohem Mut an die Arbeit gehen und am Abend nicht etwa im Wirtshaus Ersatz suchen für das, was ler im Hause nicht findet. Vielmehr werden in einer solchen Familie Zufriedenheit, Anspruchslosigkeit und häuslicher Friede walten, und ein festes Band gegenseitiger Achtung und Liebe alle umschließen. Daß solch ein häusliches Glüch auch in bescheidenen Verhältnissen möglich ist, beweisen zahlreiche Familien in Stadt und Land, in denen trotz dürftiger Einkommensverhältnisse der Geist der Ordnung, der Pflichttreue und guter Sitten herrscht, wo man findet: häusliches Glück, aufgebaut auf der Kunst der Wirtschaftens der Hausfrau. Die beste Ernährung für den Säugling ist die natürliche Ernährung mit Muttermilch. Mit Muttermilch ernährte Säuglinge gedeihen im ersten Lebensjahr besser und erliegen nicht so häufig Verdauungskrankheiten als künstlich mit Tiermilch ernährte: von 100 an der Brust genährten Kindern sterben nach statistischen Feststellungen im ersten Lebensjahr durchschnittlich 10 bis 20, während von 100 künstlich ernährten 82 bis 87 bis 89 sterben. Solche Zahlen sprechen eine nur zu beredte Sprache. Jede Mutter sollte es danach als ihre heiligste Aufgabe betrachten, ihr Kind selbst zu stillen, und vermeintliche ästhetische oder gesellschaftliche Rücksichten sollten sie niemals von der Erfüllung dieser ersten und vornehmsten Mutterpflicht abhalten. Ist es eine Mutter aus gesundheitlichen Rücksichten versagt, ihr Kind selbst zu stillen, so ist der beste Ersatz die Ernährung durch Ammenmilch, die trotz aller großen Fortschritte unserer Milchhygiene immer bei weitem der künstlichen Ernährung vorzuziehen ist. Leider gestatten die Einkommensverhältnisse nur in den seltensten Fällen das Halten einer Amme, und so bleibt nichts anderes als die künstliche Ernährung mittels Tiermilch übrig. Was nun die Milchart betrifft, die wir ansielle der Muttermilch verwenden, so kommt für unsere Kulturländer ausschließlich die Kuhmilch In Peatiocht Brnz und venghnu. ten= und Eselinnenmilch am besten ist, daß beim Esel das Vorkommen von Tuberkulose unbekannt ist; aber sie ist außerordentlich fettarm, sodaß schon aus diesem Grunde an einen Ersatz durch Eselinnenmilch nicht zu denken ist. UeberDies schließt Die Schmieriahet r###. Ueber=Salzgehalt gleichzumachen, muß man sie vervon Schrtenmisch undunnen; da man aber dadurch auch gleichzeitig iür boher Fraid und guer Eselinnenmilch und sden Zucher= und Fettgehalt der Kuhmilch unter Sur Treis eine Verwendung für Massen=sden der Muttermilch herabsetzt, muß dieser mich angewiesen. Diete untericheidet sich ilaänet. Ju n det und Secherer milch angewiesen. Biese unterscheibet sich mißunizt werden. Die Renge, die ein Säugling frei zu erlangen, sind alle weiteren Bestrebungen darauf gerichtet, sie in ihrer chemischen Zusammensetzung der Muttermilch ähnlich zu machen. Um sie in bezug auf ihren Eiweiß= und Salzgehalt gleichzumachen, muß man sie verooppelter Hinsicht wesentlich von der Muttermilch, einmal durch ihre chemische Zusammensetzung und zweitens durch ihren Gehalt an Keimen und es ist die Aufgabe der künstlichen Säuglingsernährung, durch Verdünnungen, Zusätze und entsprechende Behandlung diesen Unterschied auszugleichen und die dem Säugling gereichte Kuhmilch nach Möglichkeit der Muttermilch ähnlich zu machen. Der Fettgehalt in beiden ist ungefähr gleich, während der Eiweißgehalt in der Muttermilch nur den dritten Teil von dem in der Kuhmilch beträgt, der Zuckergehalt einhalbmal so groß ist, der Salzgehalt weniger als ein Drittel beträgt. Der wichtigste Unterschied besteht jedoch darin, daß das Eiweiß der Muttermilch chemisch eine ganz andere Substanz ist als das Eiweiß der Kuhmilch. Jenes gerinnt viel seinflockiger und wird vom Säugling leichter und schneller verdaut und vollkommener ausgenutzt als dieses. Ein weiterer bedeutungsvoller Unterschied beruht auf der Keimfreiheit der Muttermilch, während die Kuhmilch durch Bazillen, Spaltpilze und ähnliche Mikroben verunreinigt ist. Die Verunreinigung entsteht, abgesehen von den in den Milchgängen der Kuh vorhandenen Bakterien, vorzugsweise durch den Melkprozeß, durch das Auffangen in den verschiedenen Gefäßen, durch Verunreinigung des Euters sowie durch Berührung mit der Luft. Um diese Keime unschädlich zu machen, sterilisiert man die Milch. Dabei kommt es vor allem auf Sauberkeit an. Ein viertelstündiges Kochen der Milch, vom Augenblick des Kochens an, genügt. Längeres Kochen sowie auch die Anwendung von höheren Temperaturen als 100 Grad schaden der Milch. Indes stellt die Ernährung mit sterilisierter Milch noch nicht das Ideal der künstlichen Säuglingsernährung dar, und die Bestrebungen der letzten Zeit gehen dahin, die Milch gleich keimfrei aufzufangen, sodaß die Sterilisation überftüssig wird. Um die Milch keimfrei aufzusangen, müssen die Kühe, von denen die Milch gewonnen wird, vollkommen gesund sein, daher stets tierärztlicher Kontrolle unterliegen. Außerdem muß die Milch selbst fortlaufend bakteriologisch auf ihren Keimgehalt geprüft werden; das Euter der Kühe muß vor dem jedesmaligen Melken ebenso wie die Hände des Melkenden desinfiziert werden, und sämtliche Gefäße, mit denen die Milch in Berührung kommt, müssen aufs peinlichste gereinigt werden. Vor allem aber muß in dem Stall selbst die größte Sauberkeit herrschen: nur aus einem Stall, in dem bis aufs kleinste peinlichste Sauberkeit herrscht, kann eine gute keimfreie Milch begegen werden. zu trinken hat, richtet sich nach seinem Alter Mach auf die Türe.. Von Fjodor Szologub. (Aus dem Russischen.) Mach auf die Türe weit und geh am Gartenzaun entlang: unsicher ist die Zeit,— leg dich nicht schlafen, warte lang: vielleicht, daß heute nacht zu dir um Hilfe jemand schreit. Gibst du des Rufes acht? Wagst du dich in die Dunkelheit?— Kann man denn schlafen jetzt? Bedenke: hinter deiner Wand schreit jemand auf entsetzt, verlassen, krank und abgespannt; geh hin und in die Rund' trag vor dir her dein leuchtend Kien. Und zingst du selbst zu Grund, nur den, der rief, errette ihn! (Im Gral, Juliheft 1926.) und nach seinem Kräftezustand. Doch läßt sich ein für alle Fälle gültiges Schema nicht aufstellen. Neuerdings kommen vielfach Milchpräparate und Milchkonserven in den Handel. Indes ist keins von ihnen auch nur annähernd ein Ersatz für die Muttermilch, weil eben die Muttermilch die von der Natur gegebene Nahrung für den Säugling ist!!. Dr. A. Die Dame im Herbst Von Hilde Hanna Sitte=Hutter. Die Herbstmode ist die Feuerprobe für die winterliche Eleganz. Was im Sommer in den Modezentren ersonnen und bis Herbstbeginn ängstlich geheim gehalten wird, kommt„über Nacht“ in den ersten kühlen Tagen plötzlich ans Tageslicht. Fix und fertig wird die neue Herbstmode serviert. Mag in dieser Ueberrumpelung viel Geschäftsgeist stecken, so hat sie doch ihre Berechtigung. Die meisten Frauen müssen wirklich verblüfft werden und mit der alten Mode ferng sein. um die richtige kritische Einstellung zur jeweils neuen Linie, jetzt zu den ersten Herbstmodellen, zu den letzten Modekreationen zu gewinnen. Es beginnt ein Wettlauf zwisschen den tonangebenden Modeateliers in Paris, in Berlin und in Wien, die sich im Prinzip natürlich einig über die Grundidee, über die Silhouette der neuen Mode sind. Auf der gegebenen Grundlage aber schafft jedes Modehaus von Ruf seine eigenen Variationen, ist bestrebt, durch kleine Finessen und Pikanterien, durch originelle Einfälle und Extravaganzen neues auch in der neuen Mode zu bringen. Es kann da mitunter vorkommen, daß dem Feinschmeckergaumen der Riviera, der ersten Station der modischen Oeffentlichkeit, eine gewisse Nuance, das Vorrecht eines sicher angesehenen Modehauses, eisiger Ablehnung begegnet. Wochenlange Arbeit ist umsonst geleistet worden, erhebliche Kosten sind vergeblich entstanden; denn das letzte Wort haben eben nicht die Schöpfer der Mode, sondern— die Frauen. Was im Herbst gefällt, wird im Winter geragen. Besonders heuer bringt der Herbst viel Reizvolles und nach einigen Wochen der Praxis wird sich die Wintermode bereits herauskristallisiert haben. Entzückende Ideen werden uns Frquen präsentiert und machen die Abkehr vom bisherigen leicht. Trotz aller diskreten Zurückhaltung, die im Wesen des Herbstes begründet ist, überraschen diesmal allerlei umstürzlerische, bereits Wahrheit gewordene Gedanken. Die Garconne scheint plötzlich sang= und klanglos zu verschwinden, die Vermännlichungsbestrebungen mit ihren Auswüchsen sind eine abgetane Farce. Erledigt ist der Millimeterschnitt, der Etonkopf der Frau, die es satt hat, immer mit einem, vielleicht sogar mit ihrem Mann verwechselt zu werden, und die Haare ein paar Zentimeter nachwachsen läßt, um zum Bubikopf von anno dazumal in seiner ursprünglichen Art mit cmeichelnden Wellen und Lochen zurückzuAber, keine Angst, meine Damen! Der Bubenkopf als solcher mit seinen jetzt schon durch fast zweijährige Praxis anerkannten Vorzügen bleibt uns erhalten. Wir übernehmen die bewährten praktischen Annehmlichkeiten der verflossenen Vermännlichungsbestrebungen, zum Beispiel die gekürzten Haare, die praktische Unikleidung ohne tausend Knöpfe, Drucker und Haken, die gesunde bis zu idealer Vollkommenheit reformierte Wäsche— und überbrücken maskulines Aussehen wieder glücklich mit der Betonung unserer weiblichen Attribute. Die Linie des Herbstkleides trägt diesem sehr begrüßenswerten Gesinnungswandel ausgiebig Rechnung. In erster Reihe ist die Rückkayr zur anatomischen Taille, zur natürlichen Mitte bereits feststehende Tatsache. Das Gepräge der Kleidung selbst hat an herber, sportlicher Strenge eingebüßt, und weich und blusig, geschoppt, also durchaus weiblich sind die herbstlichen Modelle. Vom heiß geliebten Jumperkleid fällt der Abschied schwer. Trikotkleider aus Wolle oder Seide oder aus beiden Stoffen kombiniert, werden daher auch im Herbst die zweiteilige Jumpersasson aufweisen. Am NachDie Puppe Erinnerung von Johannes ReicheltDresden. Seit ich das Schicksal des armen Johst kenne, haben alle Puppen, auf denen sehnsüchtige Kinderaugen ruhten, Seelen bekommen. Noch verstand ich unseren Leutnant nicht, bei dem sich ein richtiggehendes Püppchen eingefunden hatte. Der Bursche des Leutnants behauptete, das Ding sähe gerade so aus wie die Braut des Herrn Leutnant. Er hatte gesehen, wie sein Leutnant die blonden Strähnen des seltsamen Gastes liebkoste, wie er berauscht den Duft der parfümierten Schönen einsog und mit unsagbarer Zartheit seinen kleinen Gast betreute. Tausend zärtliche Namen hörte der stumme Gast im Unterstand. Der kleine Leutnant wußte mit dem Püppchen umzugehen. Aber einmal fand auch er sich mit einem solch verirrten Gaste nicht zurecht. Das ging so zu. Bert Johst, der rechte Flügelmann, war der Liebling des Leutnants. Bei jedem Sturm oder bei jeder Patrouille, wo es hieß,„Freiwillige vor!“ stellte der Riese seinen Mann. Ein derber und rüstiger Bursche war der Bert. Immer hatte er ein Scherzwort auf den Lippen. Ich habe ihn nie mürrisch gesehen. Da kommt einst von ungefähr der Leutnant in den Unterstand und findet den langen Bert allein. Der war eben vom Posten zurückgekehrt Kopfe und ein paar Handgranaten auf dem Tisch. In seinen Riesenhänden aber hielt er ein Püppchen, das sich eben aus einer Pappschach== tel aus vielen Hüllen durchgefunden hatte und Grüße von des Riesen Töchterlein brachte. Das sah ganz drollig aus, das zarte Püppchen in des Riesen Faust, neben Handgranaten und einem Stahlhelm. Bert war versunken, träumte vor sich hin u. lächelte verklärt, als er Birle, die Lieblingspuppe seiner Tochter, sah. Verstohlen blinzelte er zu den ausgenähten Perlenaugen, betupfte mit seinen großen Fingern das Püppchen und murmelte unverständliche Worte vor sich hin. In seinen Augen aber glänzte es wie Tränen. „Johst!“ Der Riese fuhr zusammen, als der Leutnant ihn rief und suchte den Birle in seinen Rocktaschen verschwinden zu lassen. „Einen lieben Gruß von daheim, Johst? Wie heißt denn Ihr Töchterlein?“ Da strahlte der Gefreite Johst, seine Verlegenheit war überwunden. „Inge, Herr Leutnant! Und das ist Birle, die Lieblingspuppe meiner Tochter!“ „So, so... hm! Da haben Sie sich aber tüchtig gefreut, als Birle heute zu Besuch kam, gelt!“ Da wurde der Riese zesprächig und schämte sich nicht seiner Weichheit. „Jawohl, Herr Leutnant! Ich möchte aber den kleinen Birle gern wieder heimbringen. „So ein Schlauer!“ drohte lächelnd der Leutnant mit dem Finger. Aber der Gefreite Johst kam doch noch an demselben Tage auf die Urlaubsliste an erster Stelle.——— Bei einem nächtlichen Ueberfall einer starken französischen Patrouille hatte am selben Abend der Feind die Horchsappe umgangen und den im Sappenkopf stehenden Pesten Bert Johst umzingelt. Als die alarmierten Truppen sich vorpirschten, war es zu spät. Mehrere Tote lagen um den Sappenkopf. Der Kampf mißte nicht leicht gewesen sein. Den toten Bert trugen die Kameraden zum Leutnant. Der fand in der Lrusttasche des Toten einen Buppenbalg. der wie das Herz seines Herrn durchköchert war. Und ein Brieflein in kritzeliger Schrift, die Kratzefüße eines ersten Schreibversuches, war dabei. „Lieber Vatti. Ig schreibe dir einen Brief. Erst wolte ig die Gretle schicken. Mutti aber sagt, den Birle hast du liber, der macht seine Sachen gutt. Du solst auf urlaub kommen. Ig und die Mutti und die Puppen warten. Der Birle soll dir das sagen. Es küßt dich deine Inge.“ Der kleine Leutnant hatte leise vor sich hingelesen. Der Zettel entfiel ihm. In dem Antlitz der Kameraden zuckte es. Dann sah der Leutnant zu Birle mit den angenähten Perlenaugen und wieder zu dem weißen Zettel von Kindeshand, zu dem langen Bert, der den Brief der Tochter mit dem Birle guf seiner Brust getzagen. er#u den vir. B SSSESESS1 5 SOGMSESBEE * — 5 8TE 5 55 B„ E TSE 9 S * 3 BSSxES *• RO SE“ 5 1. 5xTPSSESE„SB, OERZELR 285 S####S###### aCST SpESSSEES5SabEE mittag jeboch tritt bereits die weiche, weibliche Linie in ihre jungen Rechte. Da ist vor allem der Rock, der nicht mehr schmal und sportlich herabfällt. Die Schlankheit ist lediglich in der Hüfte gewahrt.“ Von dem beim neuen Herbstkleide unvermeidlichen Gürtel abwärts wird weibliche Grazie durch seitlich eingereihte Rockteile, durch Doppelröcke und Volants, durchssich nicht nur„Hausmacherwurst" Tuniken, durch eingelegte aparte Falten, dielgebackenes" Brot großer Beliebthe knapp unter dem Gürtel aufspringen, ver=sompfjahlt“ drimittelt. „Die auffälligste Veränderung der Linie bietet der nucken. Das fließende Seidenkleid ist gleichermaßen wie der Herbstmantel Charakteristikum der Rückenlinie in der herbstlichen Silhouette. Der Rücken ist von fülliger Weite, geschoppt und blusig. Ein an eine Basse angedechen um dew Speisezettel auch in den mage=atmee gubacht werden pues Dunst der jbechen, um dem Spessezeilr auch in den mageren Zeiten eine gewisse Reichhaltigkeit geben zu können. Ganz abgesehen aber von den Gründen der Ersparnis hat die Hausfrau, wenn sie so verfährt, dann auch die Sicherheit, daß sie weiß, was sie hat. Nicht mit Unrecht erfreut barst, und„haus" zächlt##ch##r großer Beliebtheit, sondern es sempfiehlt sich oringend, sich die gewiß nicht geringe Muhe des Einmachens von Gemüse und Ooi nicht verdrießen zu lassen. Auch darf sich eine gute Hausfrau nicht dadurch davon abhalten lassen, daß sie glaubt, Gefahr zu kaufen, daß immer etwas von den Vorräten verdirbt. Diese Besorgnisse sind völlig ohne Berechtigung. blusig. Ein an eine Vasse ange= mann I. Kumrkr:, egschtegung. reihtes plissiertes Seidenteil fällt gleich demwenn die Hausfrau streng nach den Regein der sommerlichen kurzen Cape über die Taille, um heutigen Kochkunst verfährt. dann plötzlich zusammengerafft und in den] Es kann hier nicht meine Aufgabe sei eine breiten Bajaderengürtel geschoben zu werden.[Reihe von Kochrezepten für das Einmaa## von Herostmantel, grscheint des Despiel beimsGemüse und Früchten zu geben. Sie sind s.der umgeichigen agd Verader hen Bschen eineseichtsgef Wder de Erachrug Ghrt, dach er. schoppte Rücken eine glatte Fortsetzung, sodaß eine aparte neue Rückenlinie— oben blusig, untan gerade und schlank8 unten gerabe und schlunn— erzeugt und ein plumpes, unvorteilhaftes Aussehen vermieden wird. Auch die jetzt moderne, die weibliche Frau, will natürlich nicht dick, sondern ebenmäßig und fesch erscheinen. Du bist nur Du aber bist mir immer nah, Das neue Herbstkleid bietet sich also in sei.[9b Morgen ist, ob Abend wird nen Grundzügen wie folgt: Vorderteil: glattes[Du bist der Seele sanster Hirt, Leibchen, weiterer, fraulicher Rock; Rückseite: Ein Wunder, das an mir geschah. biusiger, weiter Rücken, schlanke, gerade Fortsetzung; Charakteristikum: der breite Gürtel, Wenn ich am Tag den Hammer schwing' der am Rücken durch den übergeschoppten Stoff Am Amboß steh mit harter Faust— Ergänzend wäre noch zu sagen, daß der Ost du der Träume Silberring. Herbstmantel aus Samt tonangebend ist und### hist der Auall im#rzen tief. daß man natürlich auf den vornehmstenr Luen im werden tiei, Schmuck der herbstlichen und winterlichen Klei= Der Freude schäumt und Heimweh rauscht dung, auf edles echte Rauchwerk oder Und immer wieder Wünsche tauscht, ganz ansehnliche Imitationen nicht Daß keiner seine Zeit verschlief. Perc“ iür gpesite Pels— die Besatz dle Einsoh den dem Gaesiche schmeintägiche Stulpen und Du bist die Brüche, die mich führ: dem Gesicht schmricheiden Pelzkragen— In neues Land, in M ist das Leitwort für den Herbst, dessen Schlag=D., bist Geburt und kraft nur durch eine Losung überboten wird:(“ urt und du bit Tod Bleiben wir jung! Und Gottes Hand, die mich berühr Die Herbstmode entspricht dieser oberstena gis###- immer im—.. Forderung der Frauen, die bereits„Gesetzes“u bist mit immer, immer nay, kraft“, vollkommen. Grund genug, sie anzu=Ob Morgen ist, ob Abend wird. selldas gekbau werden, was verursacht. Bei Kohlenseuer stö von oben, weil der sich dad Qualm nachteilig wir oder Geruch ere man nicht urch entwichelnde Wie 9% a eren unt an besten Oe. nehmen! Du bist der Seele sanfter Hirt— Ich weiß es nicht, wie das geschah! Otto Ziese. Winke für das Einmachen Gewiß kann heute die Hausfrau, besonders in den Städten, ihren Bedarf für die Küche, wenn sie das nötige Wirtschaftsgeld zur Verfügung hat, zu jeder Jahreszeit nach Wunschskunst sind, nicht selten an Verdruß und Aerger decken. Das mag in vielen Fällen auch bequem bei der Aufbewahrung von Vorräten fehlt. Es sein, aber gerade in der heutigen Zeit werden genügt nicht nur, daß man die Vorschriften und niele Hausfrauen infolge des nur knapp zuge=Regeln für das Einkochen kennt, sondern sie messenen Wirtschaftsgeldes gut tun, sich in der auch genau beachtet. Es dürfte daher von NutZeit, wo Gemüse und Obst reichlich angeboten zen sein, wenn ich in dieser Einmachezeit durch ein poar kurze Hinweise und Winke aus langjähriger Erfahrung die wichtigsten solcher VorErfahrung die wichtigsten solcher VorEr nahm den Zettei und das Puppchen undsschriften zur genauen Beachtung in das Geschlich sich von dannen. Im Unterstand abersdächtnis der lieben Leserinnen zurückrufe. er eine Kerze an. Die Flamme knisterte] Als wichtigste und oberste Regel für das EinVüchen verbrankten sich im Lichtrausch iyrelkochen hat zu gelten, daß man dazu nur gute, l. Die Flamme zuckte auf, und die Kerzebeste Erzeugnisse verwendet. Wenn schon bei bettete die Lichtsucher in große, weiße Tränen,sallen Speisen peinlichste Reinlichkeit und Saudie unaufhaltsam rieselten.... lberkeit ein selbstverständliches Erfordernis ist, Der Leutnant stierte zu Birle, zu den gemal=[o ist dies für das Einkochen strengstes Gesetz, ter. Trikotbacken, zu den angenähten Perlen=svessen Uebertretung unsehlbar Strafe nach sich augen... Wie mag die kleine Inge den Biele zieht. Dies gilt sowohl von den einzumachengeherz: haben, als sie ihn zum Vater ins Feld den Gemüsen und Früchten wie von den zum sandte! Es ist, als ob dem Birle eine Sonne Einkochen denutzten Gefäßen. Gemüse reinige aus den Augen strahle... man sehr sorgfältig, doch hüte man sich davor, Die Kerze fümmert. Ein goldener Fardton]du“ langes Liegenlassen im Wasser die wertliegt über dem Püppchen, wie über Bildnissen Pflaumen Aaugen; Früchte, wie altec Meister, ein Leuchten im Halbdunkel, das Pllamen, Zwerschen reibe man mit einem reisich nicht einiangen läßt.. Kindestraum,spen Tuche ab. Um die Erzeugnisse des GarGlictsverlangen, Wehmut. stens gut zu erhalten, benutze man namentlich Jarte Fäden spinnen sich zu dem Töchter= bei Gemüsen keinen Topf, in dem Fettiges gechen, das sein Liebstes dem Vater sandte„(wesen ist. Neues Geschirr oder ein weißglasierDa rafft sich der kleine Leutnant aus seinen“ Xopf, auch Kupfer= und Richelgeschirr eigTräumen auf. Er nimmt ein Kästchen, iegtsn sich am besten zum Einkochen von Früchsäu derlich der Lirle hinein und schreibt einenskalten jäßt slchen Gefäßen erlangen Brief an die Frau des Bert, die nunund fanstige 2u“ sorge man für guten Essig vergeblich auf ihren Urlauber wartet..5 Zutaten. Eine erhebliche ErsparUnd zu Binke legt er die schöne Bunne: nis an Sucker kann man machen, wenn man dem blarjeidenen Kleid, die ihm die Braut Haar, in dem sich eine Träne verirrte... sneuere nie mit Zucher, so bildet dieser, wiel Die Tuchtet. 3 saunkelt ale set de obez, Die leuchte: und funkelt, als fei sir von zucker, welcher nur etwa die Hälfte der Süßig=snrost“, das heißt, mit Pinze Teenbanden in das blande Haar, gewohen,###it des Zuchers besitzt. Beim Einhochen darf Form gebracht, zn##### müse un Obst au wahrt, sind heute allgemein die hermetisch verschließbaren Biechbüchsen und Gläser bekannt und im Gebrauch, sodaß über sie nichts weiter gesagt zu werden braucht. Sie müssen einige Tage vor ihrem Gebrauch sehr fauber gespült und an der Luft völlig getrocknet sein. Auch empfiehlt sich das Ausschwesein. Hat man die Gefäße mit dem heißen Inhalt gefüllt, so ist es gut, wenn man einen Lösfel voll Arrak oder Franzbranntwein darauf gießt oder ein hiermit getränktes Stück Fließpapier darauf legt. Bei kleinen Haushaltungen verwende man nicht allzu große Gefätze, da sich das Eingemachte in angebrochenen Gefäßen nur bei großer Vorsicht längere Zeit gut erhält. Früchte, die mit Essig eingekocht sind, bedeckt man mit einer passenden Schieferscheibe und legt einen Stein darauf, der aber nur so schwer sein darf, daß er das Eingemachte unter der Flüssigkeit erhält und nicht einen starken Druck ausübt. Die Gefäße werden an einem möglichst kühlen, recht luftig und trockenen Ort aufbewahrt. Daß sich hierzu der so sehr beliebte Keller schon wegen der Feuchtigheit, am wenigsten im Winter, gar nicht eignet, braucht hiernach kaum gesagt zu werden. Wenn sich die gute Hausfrau durch diese kurzen Winke ihr Wissen und ihre Erfahrung in das Gedächtnis zurückruft und alle Vorschriften genau beachtet, so darf sie sicher sein, daß ihr nichts verdirbt. Dennoch soll sie es nicht versäumen, von Zeit zu Zeit ihre Vorräte sorgfältig nachzusehen. Sollte sie dabei finden, daß sich Früchte, die mit Zucker gekocht sind, verändert haben, so kocht und schäumt sie etwas Zucker und Essig und man läßt die Früchte darin eben durchkochen. Als eine Gedankenlosigkeit muß man es aber bezeichnen, daß man den Inhalt etwa ausgegangener Gefäße nunmehr sogleich auf den Tisch bringt, da dadurch der Zweck der Uebung des Einkochens versehlt wird.. L2. H. Pariser Blumen Von H. Steffenhagen. Pariser Ballblumen und Pariser Hutblumen! Heute noch werden in manchen Salons die Preise der schönsten Nachahmungen der Kinder Floras mit der Beteuerung, daß es„Pariser Blumen" seien, annehmbarer gemacht. Aber wenn auch in Paris jedes deutsche Erzeugnis mit dem„made in Germany“ etihettert sein müßte, es würden nicht sehr viele dieser wundervollen Blumen ohne eine solche Bezeichnung in den Handel kommen dürfen; denn die schönsten, die naturgetreuesten„Pariser“ Ballblumen kommen aus dem gewerbereichen Sachsen, wo ganze Dörfer sich fast ausschließlich mit der Blumenfabrikation befassen. In vielen Familien erbt sich dort diese Kunstfertigkeit durch Generationen fort, und naturgemäß sind es meist Frauen, welche die feinsten und natürlichsten Blumen herstellen. Solche Generationen von Blumenmacherinnen beherbergt das schöne und große Dorf Sebnitz, wo sich fast alles um die Blumenfabrikation dreht. Die gewöhnlichen Sorten werden freilich durch Massenfabrikation erzeugt, aber auch hier ist die Handarbeit nicht zu entbehren; sie geht indessen mehr mechanisch vor sich. Die für die Blumenfabrikation in Frage kommenden Stoffe sind ein besonders dafür gewebter Batist und ein lose geschlagener Baumwollstoff, für die feineren Arten leichte Seide und sehr zarter Stoff. Für gewöhnliche Blumen werden die Stoffe im Stück gefärbt und zu Biumen verarbeitet. Schwieriger gestaltet sich die Herstellung der feineren Blumen. Die Vorbedingung dazu ist das tadeilose Modell, und diese Modelle werden von besonderen— man kann wohl sagen Künstlern und Künstlerinnen— nach ausgesucht schönen, natürlichen Blumen hergestellt. Daneben liegt diesen Modellfertigern die Aufgabe ob, alle die merkwürdigen Farbenschattierungen auszuprobieren, mit denen die Mode die Natur übertrumpft. Neben den verschiedenen Tönen, die auf größeren Stücken mit dem Pinsei hervorgebracht werden, werden auch die einzelnen bereits in der Form ausgestanzten Blätter für diese feinsten Blumen gefärbt. Dann wird jedes Blatt auf seine besondere Weise„gedas„etteg in die richtige