P aIRS * * sen und Bebrohung. Guten Muts begab sichs Liml.t##- Merl-zeil#n iim Freien bewegen, stecke man in beide Ohren der junge Ehemann vor den Richtertisch. Fürs 1 1eillikustul-Iierkzeilen lose Wattepfropfen hinein. Man reinige beim den Ausdruck der Ungeduld und der Entfüh.] Wer sich nur mit Kleinigkeiten im Leben und im Heim abgibt, verliert für beide die Fähigkeit, sich mit großen Dingen zu befassen. 15 rung einer wertvollen Stenotypistin hatten die Herren wohl Verständnis. Aber die Waffe sollte dem Deliquenten den Hals brechen. Der aber rafste sich zu einer letzten Verteidigung zusammen.„Sind Sie gewiß, daß ich Sie mit einem Revolver bedroht habe,“ fragte er den Kläger,„ist es vielleicht nicht doch dieses Ding hier gewesen?“. Und er hielt dem hohen Herrn Chef die geschickt zusammengerollte Ehelizenz vor die Brust. Ueberrascht, verwirrt, gestand der also Gefragte die Möglichkeit einer Täuschung ein. Der Angeklagte wurde freigesprochen, er habe mit erlaubten Waffen gekämpft. Denn die Ehelizenz sei das sanktionierte Mittel dafür, eine bestimmte Frau allen anderen Männern abspenstig zu machen. —s•— Wie langes Damenhaar entsteht Eine junge Pariser Näherin kam kürzlich zum Polizeikommissar ihres Viertels und erzählte ihm folgendes: Zwei Tage zuvor hatte sie ein elegant gekleideter Herr angeredet und ihr Komvlimente über ihr prachtvolles, goldblondes Haar gemacht. Dann hatte er sie ersucht, ihm dieses Haar für tausend Franken zu verkaufen. Er sei, so fügte er hinzu, Erfinder eines Haarwuchsmittels, für das er Reklame machen müsse. Fräulein B. bat sich vierundzwanzig Stunden Bedenkzeit aus und willigte dann in den Handel. Der Unbekannte, in dessen Atelier sie sich begab, photographierte sie zunächst bei vollem, aufgelöstem Haar, dann hnirk er es ihr in Schulterhöhe ab und photographierte sie so ein zweites Mal. Schließlich nahm er eine sogenannte„Tondeuse" zur Hand und rasierte ihr damit den Kopf vollständig kahl, worauf eine dritte Photographie aufgenommen wurde. Als Fräulein V. sich in diesem Aufzuge im Spiegel sah, begann sie heftig zu weinen und verlangte ihre tausend der“ aber gab ihr nur warf sie dann hinaus. Kommissar. Der Beamte sandte einen Geheimschutzmann nach der Rue de Tacqueville, wo der„Erfinder" wohnte, damit er sich von der Richtigkei: der Darstellung überzeuge. Bei seiner Rückkehr zeigte der Schutzmann drei Photographien vor, Achriebe Heilmittel gegen Geschmacklosigkeit in der Heimkultur gibt es viele; aber kein unfehlbares Geschmack zu besitzen genügt nicht, man muß ihn auch anzuwenden wissen... * Ansichten vertragen leichter Verurteilung als der Geschmack... Viel leichter ist es, eine Wohnung für andere einzurichten als für sich selbst. Aufrichtigkeit in der Wohnungseinrichtung ist ein Auftun des Herzens vor aller Welt... * Persönlichkeit im Heim heißt: Zweckmäßiges in gefälliger Form vorbringen... 1270, Toulegestppfen hbrein, Man Aeunge hein täglichen Waschen auch die innere Oyrmuschel und reibe sie trocken ab. Bei eingetretener Erkrankung, namentlich beim Ohrenflusse, wobei eine übelriechende Masse aus den Ohren fließt, ziehe man sofort einen Arzt zu Rate. Putzen von Messingtürschlössern. Türschlösser aus Messing, die mit Grünspan behaftet sind, reinigt man, indem man sie mit Petroleum und Sand abbürstet, mit einem feuchten Lappen abwäscht und dann mit einem weichen Tuche abtrocknet. Die Schlösser werden dann wie neu. und Schränke ihres Dienstmädchens überzeugte, so konnte das oftmals dazu führen, daß der Hausherr mit einem tiefen Griff in seine Börse dafür büßen mußte. Am schlimmsten aber erging es den Gatten autofahrender Gemahlinnen. Für jeden Uebermut, jedes Draufgängertum ihrerseits mußte er gerade stehen. Ihr autlerisches Temperament bereitete ihm Ungelegenheiten. Infolge der Invasion amerikanischer Automobile in England, von denen viele in zarte Hände übergegangen sind, wurde es nun mit der Strafverfolgung verantwortlicher Ehegatten geradezu katastrophal. Man lief gegen die alten, überreifen Gesetze Sturm und drang mit Erfolg auf ihre Abschaffung. So ist zu den neuesten Opfern des Automobilismus auch der innige eheliche Zusammenhang zu zählen. Das Automobil hat ihn gründlich übergefahren. die den beschriebenen völlig entsprachen. Unter der letzten Photographie, also der, die den kahlen Schädel des Mädchens darstellte, stand das Wort„vorher“, unter der zweiten der Satz „nach drei Monaten“ und unter der ersten mit vollem Haar die Bemerkung„nach sechs Monaten“. Der Kommissar redete dem„Erfinder" lebhaft ins Gewissen und bewog ihn schließlich, seinem Opfer die versprochenen tausend Franken Schadenersatz zu zahlen, wenn er einer sofortigen Verhaftung aus dem Wege gehen wolle. Dein Auto ist nicht mein Auto In England hat sich, vom Automobil ausgehend, eine neue Ehegesetzgebung angebahnt. Schon längst ist das so rührende Gelöbnis: alles was mein ist, soll auch dein sein, als eine liebliche, aber rückständige Gefühlskundgebung durch einen vernünftigen Ehevertrag ersetzt worden. Aber es blieben aus jener Zeit, da die Frau, auch die englische— vor jeder kleinen Maus hilfeschreiend in den Schutz des Gatten flüchtete und außerhalb des Hauses bevormundet und beschützt werden mußte, noch eine ganze Reihe gesetzlicher Bestimmungen in Kraft, die mit ihrem veralteten, runzeligen Gesicht ganz seltsam in die heutige Zeit sehen. Mit diesen alten Ladenhütern aufzuräumen, hat man jetzt in England begonnen. Es besteht da zum Beispiel ein Gesetz, wonach der Mann für jedes„Unrecht", das die Frau vor und während der Ehe begangen hat, mit verantwortlich ist, also auch deswegen zur Strafe herangezogen werden kann. Zu diesem„Unrecht" zählen Verleumdungen, Schmähungen, Eigentumsvergehen, Körperverletzung, falsche Beschuldigungen und Verdächtigungen, die zur Aufnahme eines Strafverfahrens gegen die betreffende Person führen. Aus diesem letzten Punkt haben sich besonders große Unzuträglichkeiten ergeben. Wenn sich zum Beispiel eine Hausfrau ohne hinreichende Veranlassung und Begründung von dem Inbalt der Schubfächer Entfernung von Fett= und Oelflechen. Fettflecke entfernt man aus leinenen, wollenen und baumwollenen sowie seidenen Stofsen zunächst mit Benzin oder Terpentinöl. Hierauf behandelt man Leinwand mit Seifenoder Sodawasser, Woll=, Baumwollgewebe mit Salmiakgeist und Seidenstoffe mit verdünntem Salmiakgeist. In gleicher Weise beseitigt man Oelflecke. Entfernung von Fleischbrüheflecken. Flecke von Fleischbrühe entfernt man aus Leinwand und Weißzeug am besten mit Wasser und Seife oder verdünntem Salmiakgeist. Farbige Baumwoll= oder Wollgewebe behandelt man zunächst mit Benzin, dann mit Wasser, Seidenstoffe zunächst gleichfalls mit Benzin, dann mit verdünntem Spiritus. Die Mauser der Hühner. Bei den Hühnern beginnt im Monat August die Mauser. Man pflege die Tiere jetzt ganz besonders gut hinsichtlich des Futters, des freien Auslaufs, Sauberkeit des Stalles. Dies lohnt sich später reichlich. Gegen Flöhe. Wer nie die kummervollen Nächte auf seinem Lager weinend saß... Wer kennt nicht die kleinen Plagegeister, die teils Menschen, teils Tiere sehr empfindlich belästigen, die Flöhe! Um dieses Ungeziefer aus menschlichen Wohnungen zu vertreiben, bedarf es der größten Sauberkeit. Hat es sich erst einmal eingenistet, so fällt es schwer, es wieder ganz auszumerzen. Es gilt daher, den Floh aus seinen Schlupfwinkeln zu vvertreiben oder ihn dort zu töten. Da er besonders in Dielenritzen seine Eier legt, so muß auf ise Schlupfwinkel vornehmlich die größte Sorgfalt verwendet werden. Das geschieht am leichtesten durch gründliches Säubern des Fußbodens und aller Schlupfwinkel, auch in den Bettstellen und Matratzen, mit Karbolwasser oder Petroleum. Nötigenfalls wiederholt man das Verfahren mehrmals. Besonders häufig wird bekanntlich auch der Hund von Flöhen heimgesucht. Um Hundeflöhe zu vertreiben, bestreut man das Fell des Hundes mit Wermutkrautpulver oder Petersiliensamen. Unter das Hundelager legt man Kienhobelspäne. Schone und pflege deine Ohren! Das menschliche Gehör wird häufig durch Unvorsichtigkeit und Leichtsinn arg geschädigt, und manche sind durch ihre eigene Schuld schon schwerhörig, ja völlig taub geworden. Man meide kalten Luftzug, wenn man erhitzt ist; muß man sich bei halter, stürmischer Witterung Der Geist, der stets verneint. „Ich bin der Geist, der stets verneint.“ das kann ein kleines Kind ebenso gut von sich sagen wie Mephistopheles. Ein Kinderarzt erzählt aus seiner Praxis: Eine Mutter kam mit ihrem vierjährigen Töchterchen zu mir, das ständig den Daumen im Munde hatte. Keine Bitte, keine Strafe hatten Erfolg, das Mädchen lutschte unentwegt weiter. Deshalb kam nun die verzweifelte Mutter zu mir und bat um Rat. Sie ging auf meinen Vorschlag ein, der sehr einfach war, aber zum Erfolg führte. Das Kind durfte ruhig lutschen, so viel es Lust hatte, aber sechsmal am Tag rief es die Mutter mit gebieterischer Stimme zu sich und sagte:„Baby komm her! Steck den Daumen in den Mund und lutsche.“ Erstaunt folgte das überlistete kleine Geschöpf dem Gebot. So ging es drei Tage hintereinander. Am vierten Tag aber hatte sich Baby das Lutschen vollständig abgewöhnt. Hochzeitsbräuche in Norwegen. Eine norwegische Dorfschöne als Braut verzichtet trotz aller Zugeständnisse an städtische Kleidung niemals auf ihre Brautkrone, dieses schwerwiegende Zeichen ihrer Würde. Nicht nur jede Provinz, sondenr fast jedes Dorf hat seine eigenen Bräuche und seinen eigenen Bau und Putz solcher Brautkronen, die sich in ihrer bändergeschmückten, goldflimmernden Pracht loft von Generation zu Generation vererben. Das kummerdurchfurchte Antlitz der alten, abgerackerten Frau, der Brautmutter, blickte einst jung und froh, vielleicht unter derselben Brautkrone, die heute auf dem Haupt der Tochter prangt, ins Leben. Auch sie hoffte auf glückliche Tage— bis das Schicksal kam und zwischen Flitter und Biumen die Dornen und Fessein hineindrückte, die den Blick trübe und das Herz müde machen. Treue Liebe bis zum 34. Ehescheidungsprozeß. Am Newyorker Ehescheidungsgericht schwebt ein Prozeß, der dadurch bemerkenswert ist, daß die gegnerischen Ehegatten das ehrwürdige Alter von 100 Jahren bereits überschvitten haben, dievon Haß und Abneigung gegen den Gemahl erfüllte Ehefrau zählt nicht weniger als 104 (in Worten einhundertvier) Lenze. Sie muß aber noch immer sehr anziehend sein und somit die allerbeste Reklame für amerikanische Kosmetik darstellen; denn der liebende Gatte will um keinen Preis von ihr lassen. Grausam vergibt sie ihm diese Anhänglichkeit mit der etwas zweidentigen Bemerkung:„alter Dummkopf". die sie oft und öffentlich für ihn anwendet. Sicherlich bedenkt die gefühlskalte Dame garnicht, daß auch auf ihre werte Person ein kleiner Schatten fällt; denn manche Freunde des Gemahls nennen ihn auch„alten Dummkopf“. aber mit einem nicht mißzuverstehenden Seitenblick auf die jugendliche Fantippe, die heute nach fünfundzwanzigjähriger Ehe den 34. Scheidungsprozeß angestrebt hat, nachdem die vorhergegangenen 33 Anträge auf Ehetrennung infolge des heftigen Widerstandes von seiten des Mannes zurückgewiesen worden sind. Es ist aber auch möglich, daß bei ihm nicht allein die Liebe für sein zähes Aushalten ausschlaggebend ist, man kann verstehen, daß solch ein dauernder Kampf um die Ehegemeinschaft zur Sportleidenschaft geworden sein kann. Es bedeutet schließlich einen nicht sehr alltäglichen Rekord, in 33 Scheidungsklagen Sieger geblieben zu sein. Auch in dem jetzt schwebenden 34. Fall ist der Angeklagte hoffnungsvoll und siegesgewiß gestimmt. Wenn der Sport zwischen den hundertjährigen Ehegatten, die jeder traditionellen Abgeklärtheit des Alters Hohn sprechen, noch einige Zeit so weiter geht, dann haben sie alle Aussicht. nicht gerade ihre goldene Hochzeit, wohl aber ihre goldene Scheidung als erstmalig verzeichneten Rekord festlich zu begehen. Verantwortlich: H. Semmelmann, Altena Druck und Verlag: P. A. Santz, Altena Nr. 10 Tütena, den 2. pel Praden Beilage zum Altenaer Kreisblatt zug Die Tragik der Frau Von Dr. Tilly Lindner. Es gibt kaum einen stärkeren Beweis für den Wandel der menschlichen Psyche, als die Verschiedenartigkeit, mit der in zeitlich und räumlich getrennten Abschnitten der Menschheitsgeschichte die beiden Geschlechter ihr eigenstes Wesen behauptet Wie sehr aber auch die Freiheit, Macht und Bindung der Geschlechter gewechselt haben, die elementare Schranke, mit der die Natur zwecks Arterhaltung und Fortpflanzung der Gattung den Mann vom Weibe trennt, konnte ohne Gefahr der Selbstvernichtung von der Emanzipationslust keines der beiden Geschlechter jemals beseitigt werden. Die Einsicht in den Verlauf der Menschheitsgeschichte ist ein unbestreitbares Zeugnis dafür, daß der von der Natur gewollte Vortritt des Mannes vor dem Weibe zu allen Zeiten die Regel war und daß die„Verweibung" des Mannes mit der Notwendigkeit des Gesetzes von Ursache und Wirkung zum Niedergange führte. Dieses Gesetz war nur dort ausgeschaltet, wo das männliche Geschlecht aus höheren, meist seelischen Antrieben eine seelische Führerschaft der Frau freiwillig anerkannte und sich dieser unterordnete. In dem Maße, als die Frau selbst es verstand, sich ohne Zwang mit der ehrfurchtgebietenden Kraft ihres inneren Wertes, ihrer seelischen Jubrunst, Entsagung und Reinheit, ihres näheren Verhältnisses zu ewigen Dingen zu umgeben und diese Kraft auch weiterzuströmen, stieg auch die ins äußere Leben tief eingreifende Macht des Weibes, das damit nicht selten die Anschauungen eines ganzen Volkes lenkte. Freilich bekundete sich darin nicht die Besitzergreifung eines unfraulichen Machtbezirkes, sondern im Gegenteil, all das war nichts weiter, als die höchste Konzentration gerade jener seelischen Kräfte, die heute wie ehedem in der Natur des Weibes tiefer als im Wesen des Mannes zu schlummern pflegen. Wir können uns heute nicht anders als mit ehrfürchtigem Staunen jener antiken Frauen erinnern, an die die griechische und römische Geschichte den Priesterbegriff der Heiligkeit geknüpft hat, jener Frauen, die als Hüterinnen des heiligen Feuers der Gottheit von Männern unberührbare weiße Gewänder trugen, oder auch jenes germanischen, mit der Sehergabe beglaubigten Frauenideals, das uns mit seiner iefen Symbolik noch heute die Richtung weisen könnte. Die neuere Zeit, die für den ganzen Komer Angelegenheiten zwischen den beiden Geschlechtern die früher kaum denkbare „Frauenfrage“ schuf, hat nicht das geringste mehr gemein mit jenen ganz anders gearteten Standpunkten, von denen aus man im Altertum und Mittelalter das Verhältnis zwischen den beiden Geschlechtern betrachtete. Selbst Schigung von der sogenannten Sittlichweib setzt. Die Unnatürlichkeit dieses Prozesses besteht vor allem darin, daß sich ein solcher Trieb zur Ableugnung weiblicher Sonderart aus vorwiegend materiellen Interessen über die stiefwurzelnde Verschiedenheit der physischen, psychischen und intellektuellen Anlagen der Geschlechter kühn hinwegsetzt, daß er Schranken in die die Natur selbst aus unersläßlichen Gründen die Frau gewiesen hat. oder verleugnet haben.[Freilich ist es nicht die Frau allein— und dardie Anschauungen über in liegt die Tragik des Vorgangs—, die diese Wendung der Dinge verschuldet hat, sondern das alle höheren Lebensgesetze verwirrende materielle Interesse, dem die Menschen von heute mit der Beschreitung falscher oder minverfalen fuahltg Lebensanschanungswege dem Fortschreiten der bloßen Geisteskultur zusammenhängende Steigerung des individuellen Selbstbewußtseins der Frauen## und der daraus geborene Drang nach mimer freierer Betätigung war es noch nicht, was die Frauen von heute gefährdete. Ihre Teilnahme an dieser Entwicklung war solange berechtigt, als sie damit die ihnen zugewiesenen natürlichen Schranken nicht verletzen. Die Gefahr die Auffassung von der sogeng keit der Geschlechter, die zu allen Zeiten innerhalb verschiedener Grenzen pendelte und eine immer weitergehende Lockerung erfahren hat, hat im Gesamtrahmen der modernen Frauenfrage nur mehr eine nebensächliche Bedeutung. Frauenfrage von heute zum Problem macht, ist der Streit über einen Machtkampf, an dem sich die Frauen früher nicht beteiligten, den sie aber heute gezwungen oder ungezwungen benützen, um immer tiefer in ererbte Rechte des Mannes einzugreifen, weil sie damit— irrtümlicherweise— auf eine Bereicherung hoffen. Darin liegt die Tragik der modernen Frau, daß sie teils unwissentlich, teils unbelehrbar, Bezirke an sich reißt, deren Besitz naturnotwendig die innerste Wesenseigenheit der Frau verleugnen und vernichten muß. Der Kampf vieler Frauen von heute geht auf bewußte Vermännlichung der Frau. Dieser Kampf, vor dem einsichtige und geistig reife Frauen wie Anny Harrar=Francé und andere wiederholt gewarnt haben, schafft einen Typ, der das Weib im eib ermordet und an seine Stelle das MannUrsachen der heutigen Tragik der Frau zu er#kennen und mit dem Einsatz aller Kräfte mutig dafür zu sorgen, daß die geschlechterverwirrende moderne Irrlehre vom Frauenskaiteteudebeseitigt wieh. K* Rosenzeit Rosen blühen wieder, rote Rosen. Weißt du, Liebste, wo die Rosen steh'n?. Dort, wo Burschen mit den Mädchen kosen, Wenn sie durch die dunklen Gärten geh’n. Rosen blühen wieder... Rote Rosen Steckte ich dir jauchzend einst ins Haar, Als an unserm blauen, wolkenlosen Jugendhimmel lauter Sonne war. ahre sind darüber nun vergangen. Nählich kommt für uns das Stillestehn. Aber, Liebste, laß uns eng umsangen Einmal noch nach unsern Rosen gehn. Joh. Fr. Dirks. ein, als die in physischer, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht schädlichen Wirkungen eines Uebermaßes industrieller Frauenarbeit sich zeigten, als trotz des sozialen SchutFamilienleben, die Mutterschaft, die Sittlichkeit beeinträchtigt wurde, als die unfreiwillige Ehelosigkeit beeinträchtigt wurde, als die unfreiwillige Ehelosigkeit und damit immer mehr die innere Verarmung des Frauenlebens heraufbeschworen wurde. Die mit allen diesen Erscheinungen begründete Verschlechterung weiblichen Daseins schrie nach Erlösung und forderte eine Entspannung, die mit dem Durchbruch der radikalen Frauenemanzipation und der übertriebenen staatsbürgerlichen Betonung der Frauenrechte erfolgte. Dieser mit fast krankem Selbstbewußtsein und sozialen Argumenten gestützte Kampf um die Rechte der Frau ging bald über die natürlich gegebenen Grenzen hinaus und verwischte so immer mehr die Grenzlinien, innerhalb welcher die naturgemäße Harmonie der beiden Geschlechter möglich ist. Mehr und mehr vollzog sich unter unseren Augen das, was für die Frauen eine sinnlose Abkehr von ihrem Geschlechte bedeutete. Die längst entfraulichte Gesinnung gewisser höherer Gesellschaftsschichten, die aus Mangel; an Ethik der Pflicht des guten Beispiels völlig vergaßen, kam dieser Entwicklung durchaus entgegen. Man##ach mit den übererten Standesanschauungen, nützte rücksichtslos alle! Belange der öffentlichen und privatrechtlichen Zugeständnisse, bezeichnete das Vergangene als Ergebnis einer veralteten Erziehung und lenkte so die Bewegung immer tiefer in die seelischen Bezirke der Anorder Fam mautteriamer er Frau, mehr ein geschlechtsloses Wesen, ein Mannweib, das nicht nur in den Erwerbs= und Bildungsbestrebungen, sondern auch in den Umgangsformen sein Geschlecht verleugnete. Die Gefahr dieses Frauentyps zu bannen, ist heute eine Aufgobe, zu der vor allem die Frauen selbst berusen sind. Erfreulicherweise mehren sich die Rufe aus Kreisen des eigenen Geschlechts heraus, die dieser Natastrophe in der Frauenfrage ein weithin vernehmliche Halt gebieten. Es hat beinen Sinn, mit der vorgefaßten Meinung, als gäbe es heute keine wirklichen Frauen mehr, die Hände in den Schoß zu legen. Worauf es ankommt, ist, die Mode und Mittelstand Von Aques Meitwer. Wem fällt beim Wort von der„Mittelstands. frau“ nicht das Märchen vom Aschenputtel ein, von jenem Wesen, das durch seine Bescheidenheit und Duldsamkeit schließlich über Hoffahrt und Dünkelhaftigkeit siegte? Der Vergleich der Sentenz des deutschesten der deutschen Märchen läßt sich ganz vortrefflich auch bei der „Mode des Mittelstandes" anwenden. Die „Mode der Mittelstandefrau“ wird von ihrer prunkvollen Schwester, der„mondänen Mode“ recht stiefschwesterlich behandelt. Wenn sich die mondäne Mode“ auf den Modeschauen bei Rusik und Tanz und Teegedecken bewundern läßt, wenn sie hinter blitzenden Schaufenstern stolz kein Preistäfelchen, dafür aber den Renommierzettel„Modell“ trägt,— was hat dann die„mondäne Mode“ für das bescheidene Aschenputtel, für die Mode der Mittelstandsfrau übrig als ein hochmütiges Naserümpfen und ein mitleidtuendes Achselzuchen? Aber der Weg der„mondänen Mode“ ist der Weg des Stolzes, der bekanntlich mit dem Ueberfluß frühstückt, zu Mittag mit der Armut speist und abends mit der Schande zu Bett geht. Um diesen Weg braucht die Mittelstandsfrau ihre prunksüchtige Schwester wahrlich nicht zu beneiden. Die Mode der Mittelstandsfrau ist nicht die Mode von heute, nicht die Mode von gestern, auch nicht die Mode von morgen, sie ist die zeitlose Mode, die nach einem Wunderrezept jede Frau ihrem Körper, ihren Lebensverhältnissen und ihrem Alter gemäß kleidet. Darum ist die Mode der Mittelstandsfrau immer die kleidsamste Mode, sie entspricht der Wesensart der Trägerin. Das Wundermittel, das solche Kunst zuwege bringt, ist in jedem Mittelstandshaushalt zu finden und heißt: Selbsthilfe! „Wer sich an andre hält, dem wankt die Welt, Wer auf sich selber ruht, steht gut!“ Mit dieser Lebensformel muß sich die Mittelstandsfrau in den meisten Lebenslagen abfinden. Aus ökonomischen Gründen. Oekonomische Gründe der Sparsamkeit und Einfachheit sind es auch in erster Linie die die Mode der Mittelstandsfrau in ihrer Grundlinie bedingen. Sie will ein Sviegelbild der Zeitstimmung sein. Nun ist die„Zeitstimmung“ der Mittelstandsfrau in der Vorkriegszeit nicht gerade rosia gewesen und dieser Farbenton scheint im Krieg und in der Revolution für die Mittelstandsfrau ganz verloren gegangen zu sein. Denn wenn es nach der Zeitstimmuna" ginge. dann wäre wohl für den Mittelstand der historische„Sack mit Asche“ das entsprechende Modesymbol. Daß die Mittelstandsfrauen Lehensmut und damit Lebensfreude nicht verloren hoben. das verdanken sie. soweit es Mode betrifft, ihrer feinen Unterscheidung des Begriffe Eitelkeit“, der sich zwischen den Gegenvalen Laster und Tugend bewegt. Unter allen Wünschen der Frau. die sie unter den Zeitereiaaisen deonahen mihl nn. und das ist gut Denn durch dieses Bewegmoment erhebt sich die Mode der Mittelstandsfrau über die eigentliche Zeitstimmung hinweg und bemüht sich neben der Anwendung des eigenen guten Geschmacks den neuen Formen des Gesellschaftslebens und auch der Tagesmode gegenüber, so gut es geht, gerecht zu werden. Selbsthilfe! Mit der Hartnäckigkeit, um die jeder Steuerbeamte die Mittelstandsfrau beneiden darf, durchsucht die Hausfrau zum soundsovielten Male Schrank und Truhe und— hurra! — immer wieder wird etwas„längst Ausrangiertes“ gefunden, das sich des Umarbeitens noch lohnt. Das klingt sehr einfach und ist sehr schwer. Nur geschickte und feinfühlige Frauen, die überdies mit den Hilfsmitteln des Modernisierens Bescheid wissen, vermögen das Kunststück zuwege zu bringen, alter und ältester Kleidung den Charakter der Modernität zu geben. Die Hilfsmittel der Mittelstandsmode basieren zunächst auf der Grundlage aller fortschreitenden Entwicklung: Sehen und Beobachten! Aufmerksames Betrachten der Schaufenster und der Straßenmodelle führen dazu, daß man die Charakteristika der Mode(Linie, Schnitt, Farbenzusammenstellung usw.) erfaßt und ihre Wirkung feststellt. Daraus zieht die praktische Mittelstandsfrau die Schlußfolgerungen, das heißt, sie fügt der Urforn des vorhandenen Kleides jene Stilmotive bei, die die Kennzeichen der herrschenden Mode sind. Meist sind es der Urform des Abänderungskleides gegenüber Kleinigkeiten: der Schnitt des Aermels, die Linie des Kragens, Verwendung von Schürzenteilen, verteilte Stickereimotive usw. Das meiste ändert im Aussehen eines Kleides die veränderte Gürteklinie. Ist die Gürtellinie nicht„modern“, das heißt dem Zeitgeschmacke entsprechend auf, oder ober= und unterhalb der Leibesmitte(Taille). so wird das geänderte Kleidungsstück meist„altmodisch“ in der Wirkung auch nach durchgeführter Veränderung bleiben. Zu den Hilfsmitteln des Sehens und Beobachtens gesellt sich der persönliche Geschmack als ausschlaggebender Faktor. Selbst die Sparsamkeit läßt dem persönlichen Geschmack einen Spielraum offen. Die Frau, die sich nicht in der Kleidung ihrem Geschmack fügt, läuft in eine Lüge gehullt durch die Welt und kann sich nie wohl fühlen. Wer Geschmack besitzt und fühlt, daß er ihn anzuwenden imstande ist, der lasse immer die persönliche Note bei der Kleidung maßgebend sein. Wer sich nicht zutraut, das Gefühl des Geschmacks in der Praxis richtig anwenden zu können, der hole sich Rat und Hilfe bei den Modebildern der Hausfrauenzeitschriften und bei den Schnittmusterbogen, die in sehr praktischer Form Mode und Sparsamkeit in Einklang bringen können. Es ist darum sehr wichtig. daß die Mittelstandsfrau eine Zeitschrift als Beraterin zur Seite hat, die ihrem Wesen und ihrer Lebensart angepaßt ist. Mit einer„mondänen" Modezeitung wird die Mittelstandsfrau nichts anzufangen wissen. Aber die Zeitschrift, die ihrer Gesellschaftsklasse buldigt, die der Mittelstandsfrau in Welt=, Wirtschafts=, Haus=, Familien= und Modefragen nicht nur Bereicherung, sondern auch Unterhaltung bietet, die bietet für wenige Pfennige wirkliche Hilfe an. Mittelstandsmobe...! Das Wort hat tiefen Sinn. Es ist Tatsache, daß, wer auf seine Kleidung nicht Obacht gibt, oder sie vernachlässigt, gesellschaftlich oder beruflich sich zugrunde richtet. Es ist also ein Stück Selbsterhaltungstrieb, wenn sich die Mittelstandsfrau von der Mode nicht abschließt, sich mit Modedingen beschäftigt und ihre Kleidung so einzurichten bestrebt ist, daß sie nicht unmodern, nicht unkleidsam ist. □ Unseren Mädchen Wegewart...„Ein Blümchen wartet am Wege...“ So eilen manche Mädchen hinaus ins Menschenland, stehen am Wege und schauen sich um und warten, ob nun wohl der„Eine" komme. Der oder jener streift sie, sie leuchten auf und lauschen, sie warten weiter und viele, zu viele— warten umsonst. Steht nicht, Mädchen! Schafft, seid gut, tapfer, tätig, da, wo ihr seid! Es ist Romantändelei, daß irgendwo „nur der eine“ auf dieser bunten Welt„das Gluck" bringe. Glück wächst an allen Waldecken, wenn du's kurzerhand ergreifst: mach' andere glücklich, ob ein Mütterchen am Wege oder alte Eltern oder Kinder, die der Erziehung bedürfen oder Kranke oder auch einen Gatten — es ist von gleichem Wert, versuch's nur! Verwandle das harte Wort:„Ich muß“ in das leichte Lied:„Ich will!“ Diese inhaltreichen, Und doch Oft ist es mir, als müßtest du mir nah'n, Noch einmal, eh' die lange Nacht beginnt! Im Dämmerschatten harr ich wie ein Kind, Versunken in den holden Märchenwahn. Du mußt ja kommen— dort— durch jene Tür! So tröst ich mich, wenn ich recht einsam bin— Und sing' den müden, sehnsuchtskranken Sinn Zur Ruh'— mit einem süßen Lied von dir. Und weiß doch, daß nur schöne Lüge ist, Was ich dem armen Herzen da erzähle Von Licht und Lenz, und was ich sonst ersann; Weiß, daß du ewig mir verloren bist,— Daß— welchen Lebensweg ich auch erwähle, Ich dir auf keinem je begegnen kann. Charlotte Malten. tiefschürfenden Worte stammen von Fritz Lienhard, der unseren jungen Mädchen überhaupt viel zu sagen hat. Noch ein anderes schönes Wort des Dichters finde hier seinen Platz: „Treue— schwerwiegend Wort! Schwerer wiegend, als das holde Wort Liebe... Treue ist eine seine Sammlungskraft, eine zähe Behaltungskraft— eine Form der schönsten Tugend: der Dankbarkeit... Treue zum Ideal, Treue zum Licht in uns und in andern; Dankbarkeit gegenüber allem, was uns Anlaß gab zur inneren Verarbeitung. Dann erst erhält Liebe höheren Wert, wenn Treue zwei Menschen adelt. Erst dann verlieren sich zwei Menschen, wenn sie nicht mehr dem einst gemeinsamen Ideal Treue halten. Treue zum Ideal — das einigt, nicht der sinnenhafte Besitz.“ f2.— Handel mit Frauenmilch In Detroit ist die Produktion, das Sammeln und der Verkauf von Frauenmilch auf kaufmännische Grundlage gestellt worden. Reiche Leute müssen sie unzenweise bezahlen, an die Eltern armer Säuglinge wird sie unentgeltlich abgegeben. Ueber dieses eigenartige und erfolgreich durchgeführte Werk bringt das„Journal of the American Medical Association zu Chicago einen Bericht. Vor etwa einem Dutzend Jahren hörte Dr. B. Raymond Hoobler zu Detroit eine Bemerkung des Kinderarztes Dr. Holt, daß man aus einem gewissen Privatentbindungsheim Frauenmilch zu 15 Dollar für den Liter beziehen könnte. Wieviel Leute sind aber imstande, einen derartigen Preis zu bezahlen? Dr. Hoobler überlegte nun, wie man Mütter dazu bringen könnte, Milch abzugeben und für Geld zu verkaufen. Er fand dabei eine Helferin in Miß Wadley von der Sozialabteilung des Bellevue=Krankenhauses. Seitdem haben verschiedene Heime auf die Einstellung von Ammen verzichtet; sie beziehen vielmehr Brustmilch von stillfähigen Müttern in sterilen Gefäßen. Diese wird mit der gleichen Regelmäßigkeit geliefert, mit der sonst Milch in den Handel kommt. Die Gestehungskosten setzen sich aus der Vergütung für die Mutter, die 10 Cents je Unze(ca. 38 Gramm) erhält, und den Kosten zusammen, die aus der Verbringung der Milch nach der Sammelstelle erwachsen. Die Milch wird hauptsächlich an Privatkundschaft abgegeben, die 1,25 Mk. je 38 Gramm zahlt,— falls sie dazu imstande ist. In Fällen, wo Frauenmilch für das Gedeihen eines Säuglings unbedingt nötig ist, die Eltern aber nicht 1,25 Mk. zahlen können, wird die Forderung herabgesetzt oder auf Bezahlung ganz verzichtet. Es soll auf jeden Fall vermieden werden, daß an bedürftige Kinder keine Milch verabfolgt wird. Die Verkaufsstelle hat eine weitverbreitete Klientel. Manche Mütter haben mit der Milch, die sie lieferten, schon drei fremde Kinder aufziehen helfen. Dankschreiben von Müttern liegen viele vor, deren Babys durch unzulängliche Ernährung schwer gefährdet waren und durch die Einrichtung gerettet wurden. Die Milchlieferantinnen gewinnt die Vertriebsstelle hauptsächlich durch Ausschreiben in der Tagespresse; einige kommen auch auf Empfehlung hin. Dort müssen sie sich einer sehr scharfen Untersuchung unterwerfen. Mit der strengen Durchführung dieser Maßnahme steht und fällt die ganze Einrichtung. Nur ganz gesunde Frauen werden als Lieferantin zugelassen. Insbesondere müssen sie frei von Tuberkulose und Geschlechtskrankheiten sein. Sie Das Kostüm Stizze von S. Barinkay=München. Im Stadtpark war Konzert. Auf einer Bark saßen Mutter, Tochter und Herr. Die Damen kritisierten Toiletten, begrüßten Bekannte; der Herr stand im Schlepptau. Allerdings nur mit halber Seele. In der anderen Hälfte wogten seine Gefühle für das neben ihm sitzende Mädchen. Seine Blicke liefen heimlich über ihr hübsches Gesicht, ihre zierliche Gestalt, ihre Füße, die Wunderwerke von Schühchen an sich hatten und allein schon verwirrt machen konnten. Die Wellen der Liebe sprühten unruhig in ihm, und er sagte sich:„Ich will mich ihr bei nächster Gelegenheit erklären. Sie muß meine Frau werden.“ Das Mädchen fühlte dieses verborgene Fluten, und manch heißer Blick dämmte es gewiß nicht ein. Zwischen ihrem Schauen nach Mode und Tnad zungelte es empor: bald wird er mein ein!. Olly von Stratz, statt Olly Holz, das nungr schoner! Und ich wezde ein Landgut und ein Auto beben und dazu den gutmütigsten, nettestin Mann! „Mama, da kommt Hilde Halm mit ihrem Vater,“ rief sie plötzlich.„Oh, was ist aus den beiden geworden!" Frau Holz beobachtete mit ihrer Lorgnette die Näherkommenden, richtete aber die Gläser bald unauffällig nach der anderen Seite; auch ihre Tochter wandte den Kopf. Die Besprochewon schritten vorbei, und ihnen nach flogen Beder bie Büiche der Samen. „Hast du das Kostüm von Hilde gesehen, Mama? Die Farbe! Das fatale Gelbbraun, das am Saisonschluß als Ladenhüter spottbillig verkauft wird. Und geschneidert hat sie sich's sicher selber. Mit spießiger Aengstlichkeit die Mode nachgemacht. Und doch merkt man, daß die Hauptsache fehlt: die Eleganz. Besonders an der Jacke, dem Prüfstein der Schneiderkunst. Es gehört Mut dazu, in so etwas so ruhig hier zu paradieren!" „Na, wenn sie das selbst gemacht hat, ist's alles Mögliche. Hilde muß sich eben jetzt nach der Decke strecken, und die ist kurz,“ erwiderte die Mutter leichthin und sah durch ihr Zwieglas auf andere. „Halms waren nicht reich und Hilde eine Institutsfreundin von mir," wandte sich Olly erklärend an ihren Nachbar.„Hilde wurde von uns allen beneidet, weil sie großen Luxus trieb. War sonst ein liebes Ding. Nun sind sie durch die Geldentwertung um ihr Vermögen gekommen.“ Herr von Stratz war dem Gespräch und den Blicken gefolgt. Er war der Meinung, daß das besprochene Kostüm so schmuck wirke, wie viele, die an seinen Augen vorbeigetragen wurden, und drückte das mit einigen Worten aus. Olly lachte, lachte. „Herr von Stratz, man merkt, daß Sie als Landedelmann keinen Blick für derlei haben! Das Kostüm ist Stümperarbeit. Das kennt jedes Großstadtschulmädchen.“ Der Herr ließ sie auslachen und gab erheitert zu, daß er in solchen Dingen also ein TölLiet. „Doch, warum haben Sie das Fräulein nicht begrüßt, wenn sie einst Ihre Freundin war? Sie hat hergesehen.“ „Ach. Institutsfreundin, das ist so ein Wort ohne Inhalt. Wäre eine peinliche Begrüßung gewesen!" „Oh, ich glaube, es würde sie gefreut haben, wenn Sie ihr einige herzliche Worte gesagt hätten,“ meinte er und seine blauen Bubenaugen, wie man sie bei unverdorbenen Männern bis ins Alter hinein manchmal antrifft, schauten ihr warm in das lockende Gesicht. „Meiner Ansicht nach war es taktvoller, zu übersehen,“ kam es unmutig heraus. Er schwieg und dachte nach, was er getan haben würde, wenn er einen Jugendkameraden in solcher Situation angetroffen hätte. Er wäre auf ihn zugegangen, hätte ihn begrüßt, ihn vielleicht eingeladen, jedenfalls bestrebt gewesen, ihm etwas Liebes zu erweisen. Und das sollte taktlos sein?! Es verdroß ihn, daß sein Gefühl und das Empfinden des Mädchens, das er zur Frau wählen wollte, in diesem Punkte nicht zusammenfloß. Verstimmung blieb an seiner vorher so beschwingten Seele wie ein schwarzer, klebriger Tropfen haften, und die Erklärung unterblieb für heute, obwohl sich Gelegenheit dazu gefunden hätte... Es war am Tage darauf, als Herr von Stratz unvermutet das gelbbraune Kostüm vor sich wandeln sah. Er musterte es und sagte sich wieder, daß es wirkte. Und die Farbe? Na, lwas lief da nicht alles herum, in den verschiet uhch ulh zintuurnt e ho ut W hg nll ses hug in u e vutig iunct e MMini i gcin M inn#i utn ss uhe 17 misssen selbst reinlich sein und in gefundheitlich durchaus einwandfreien Räumen wohnen. Ihr eigenes Kind müssen sie acht Monate stillen. Sind sie zugelassen, dann müssen sie täglich mindestens zweimal Milch abziehen nud diese bis zur Ablieferung auf Eis stellen. Sie haben täglich wenigstens 0,6 Liter Milch abzuliefern. Auf diese Weise verdiente im Jahre 1922 eine Mutter fast 1000 Dollars. Eine andere Mutter hat in drei Stillperioden, die zusammen 14 Monate umfaßten, über 3500 Dollars verdient und dabei ruhig ihren Haushalt weiter versehen können. Diätvorschriften bestehen für die milchliefernden Mütter nicht, es wird diesen nur zu mäßigem Eiweißgenuß geraten. Anstelle der alten Milchabziehvorrichtungen ist jetzt auf der Vertriebsstelle eine elektrische Abziehvorrichtung aufgestellt worden, von der man sich eine größere Ausbeute verspricht. Besonders gute Erfolge hat man nach Dr. Hoobler bei kränklichen und bei nicht ausgetragenen Kindern gehabt. Zu deren Ernährung hat man bis jetzt kein Ersatzmittel gefunden, das der Frauenmilch gleichwertig wäre. —•.— Bademoden Modeplauderei von Else Robatzek=Borsdorff. Sie sind wirklich große Mode geworden— die Wasser= und Luftbadekostüme. Das große Schlagwort„Körperkultur", das unsere Zeit beherrscht, ist bis in die Regionen der Bekleidungsindustrie gedrungen und hat dort aufmerksame„offene“ Ohren gefunden. Und wir alle, Nännlein wie Weiblein in trautem Verein, sehen nun mit Vergnügen diesen Fortschritt sich auswirken im Wettbewerb der freien Kräfte,— was die einschlägigen Modegeschäfte uns als Extrakt ihrer Studien bescheren. Da wird nun, es sei offen gesagt, ein hübsches buntes Bild daraus. Farben und Formen wechseln in reicher Fülle. Originelle Einfälle gibt es dabei genug, andere, aber das ist die Minderzahl, zeugen weniger von gutem, kultiviertem Geschmack. Und so wird jeder schon das Passende finden unter den Kostümen, bei denen man noch zweierlei Art unterscheidet: die im oder am Wasser getragen werden. Denn es gibt die entzückendsten Strandanzüge, die sich nur fürs Luftbad eignen, so kompliziert in der Ausführung sind sie. Die richtige Strandnixe wird es kaum ohne ihr feuchtes Element aushalten, sie wählt natürlich ein Badekostüm, das sie unbesorgt dem Wasser anvertrauen kann. Sollte die passionierte oder gar Sportschwimmerin nicht dem schlichten, knappen Sporttrikot in bekannter Ausführung treu bleiben? „Knapp“ sind die Strandkostüme, seien sie nun für Land oder Wasser bestimmt, aber alle. Die modische Linie der engen Röckchen findet hier ihren Niederschlag. Darum ist Schlankheit im Badekostüm mehr denn je geboten. Wenn man nun aber unter den Evatochtern Umschau hält, wird man sehen müssen, daß viele, so viele, noch weit entfernt von modischer Schlankheit sind. Ihnen zum Trost kann verraten werden, daß Büstenhalter eingearbeitet werden und daß es Leibgürtel gibt, unter dem Anzug zu tragen. Ueberhaupt muß es de mguten Geschmack jeder Frau überlassen werden, wie sie sich am Strande, beim Baden, anzieht. Auch die Fescheste soll dezent wirken, und vom Erhabenen zum Lächerlichen ist's nur ein Schritt! Lassen wir nun die Bademoden Revue passieren! Auch am Strande herrscht das Komplet. Entzückend war ein lichtblauer Anzug, mit weiß garniert, aus Seide, als Ergänzung Badecape aus weißem Fratté mit lichtblauen Karos. Kappe und schützendem japnischen Strandschirm. Originell war ein Schwimmkostüm aus schwarzem Seidentrikot mit lila Blüten bestickt, lila Kappe mit gezogener großer Rosette als Schmuck. Hochelegant ein Komplet aus weißem Taft mit roter Blendengarnitur, dem sein Mantel aus bunter Bastseide beigegeben war. Anmutige Frauen, die gern ein wenig extravagant sind, werden einen Strandpyjama wählen, der wiederum einen gemusterten Umhang oder Mantel, farblich abgestimmt, benötigt. Ja, die Kostüme am Wasser zu tragen, gestreift„getupft, gemustert, kariert, wirken lustig und kunterbunt wie die Kostüme einer Revue. Sie kommen also dem Zeitgeschmack Von meinem Kinde will ich lernen Von Reinhold Braun. An meines Kindes Gebärden will ich inniger werden, will lernen aus seinen Blicken das leuchtende Hinüberbrücken in andere Seele und tief hinein und dort recht hell und zärtlich sein. Wie nickt mein Kind dem fernsten Sterne zu; ja, es erfaßt die Welt mit seines Herzens„Du!“ Ich metnte zu wissen, was Innigkeit sei. Erst jetzt werde ich ganz zu ihr frei Und meines Kindes süße Helferschaft lehrt mich auch, daß Innigkeit eine Kraft ist zum leisen Türe=Aufschließen, und daß man vieles kann wie ein Wunder genießen und selbst aus verstäubten Dingen u. Trümmern kann uns irgendwo eine Freude schimmern. Man ist sein hoch in das Licht gebaut, daß man die Welt wie vom Berge schaut und ist doch mitten darinnen mit seinen erblühenden Sinnen, und aller Dinge verborgener Grund singt Gottes Lob durch des Kindes Mund. Wie könnte vieles viel schöner und besser sein, gingen wir mehr in die Kinder=Innigkeit ein! tunlichst entgegen. Doch auch die solide Richtung wird berücksichtigt und es gibt in Badetrikotstoff allerliebste Dinge. Hat man nun auch an Kappe, Schuhe, Sajirm gedacht, ist die Ausrüstung vollständig— es sehlt nur noch das Wassertier aus Gummi, heitere Laune und goldene Sanne. Wenn vor allem natürlich der nervur rum, de: Nam da ist, dann werden es gewiß überall herrliche Ferienwochen werden— an irgend einem blauen Strand. "-1— Entführung aus dem Privatkontor Es war an einem trüben, regnerischen Vormittag in einer großen amerikanischen Stadt. Es gibt Menschen, die gegen Witterungseinfflüsse gänzlich unempfindlich sind, es gibt aber auch solche, die Regen, Nebel und Sturm zum Auswachsen finden— sicherlich eine Erinnerung an jene vorsintflutlichen Zeiten, da der Mensch seine Entwicklung durch das Pflanzenreich hindurchnahm; nur daß sich die Gefuhle von Lust in Unlust gewandelt haben. Zu jenen witterungsempfindlichen Menschen gehörte auch ein junger Buchhalter, der sich verzweiflungsvoll bemühte, die Zahlen des vor ihm liegenden Kassabuches zu einer einzigen Additionssumme zu vereinigen. Das Regenwetter und der dadurch hervorgerufene Mißmut und die Ungeduld lassen das nicht zu. Also gab er sein Bemühen auf u. betätigte sich anderweitig nicht gerade im Interesse seines Chefs. Er brüt#te über sein persönliches Ungluck. Heiraten wollte er, hatte schon eine Ehelizenz, eine kleine Wohnung und auch eine Braut. Aber die Braut hatte einen Chef, der sie unbarmherzig zwang, zu tippen und immer wieder zu tippen, bis der Anstellungsvertrag auf den letzten Tag, die letzte Stunde abgelaufen war. So verlangte es das Geschäftsinteresse. Der Ehelizenzbesitzer hatte bis jetzt gewartet, von seinem Rechte Gebrauch zu machen. An diesem trüben, regnerischen Vormittag, vor einem renitenten Kassabuch aber riß ihm die Geduld. Einmal dabei, sich gegen das hohe Gebot der Pflicht— das Geschaftsinteresse— zu vergehen, faßte er einen kühnen Entschluß. Er verließ schnurrstracks die noch nicht offiziell geöffneten Räume seines Buros, ging nach Haus und bewaffnete sich mit einem, aus heimlicher Schublade entnommenen Gegenstand, begab sich in das Büro seiner Braut und fand sie gerade in jener tempelheiligen Situation, die mehr oder minder große Weisheit, die von den hartherzigen Lippen ihres Chefo träufelte, in einem Stenogrammheft aufzusammeln. Mit Gewalt erzwang sich der junge Buchhalter Eintritt, und als der hohe heiratsgegnerische Chef auf das Energischste einer Entführung seiner Stenotypistin gerade an jener wichtigen Stelle des Geschäftsbriefes widerstrebte, zog der Buchhalter etwas aus seiner Tasche und hielt ihm etwas vor die Brust, das anders aussah als ein Buch. In der nächsten Minute schon befanden sich die beiden jungen Leute auf dem Weg zum Standesamt und feierten darauf in ihrer kleinen Wohnung frohe Hochzeit. Am nächsten Tag aber nahte das Verhängnis. Anklage wegen gewaltsamen Eindringens in ein Privatkontor, wegen Tragen unerlaubter Wasdensten Mischungen! Das schwarze, glänzende Haar lag in einem Knoten auf dem matten Gelbbraun, und das machte sich doch wunderhübsch. Die Trägerin bestieg die Straßenbahn, er schritt hinter ihr. Sie mußten auf der Plattform stehen. Ganz dicht vor sich hatte er ihr Gesicht, denn sie war hochgewachsen. Wie zartrosig war die Haut, die Nase keingebogen, knofpenhaft der Mund, die Augen groß und dunkel. Als sie ihn einmal trafen, still und seelenvoll, schloß er unwillkürlich die seinen. Es war ihm, als hätten sie bis zum Herzensgrund geblickt. Was für ein ausdrucksvolles Gesicht von ernster Schönheit! Er stellte daneben Ollys süßes Antlitz: ein zuckeriger, weicher Walzer, neben einer Beethovensonate— eine reizende Marguerite neben einer— einer Teerose— ein lieblicher Landsee neben dem tiefen, tiefen Meer... ein... Trotz seinem vergleichenden Gedankenspiel sah er's kommen... Er riß das Gitter auf, sprang hinaus und zerrte Hilde Halm mit sich. Da sie einen Moment widerstanden und ihn vermutlich für verrückt gehalten hatte, entglitt „Verzeihen Sie! Das war das Beste. Sehen Sie!" Ein Zusammenstoß zweier Straßenbahnwagen hatte stattgefunden. Krachen, Rufe, Klirren von Scherben, um sich schlagende Arme, taumelnde Schultern. Zwei Wagen stane den aufeinandergerannt in der Straßenkurve. Stratz führte Hilde aus dem Gedrange abseits und bemerkte dabei ein schmerzhaftes Zusammenzucken des Mädchens. „Mein Fuß,“ stammelte sie.„Am Knöchel!“ Er blickte hinunter auf ihre Füße, die zwar nicht in Feenschuhen steckten, aber hübsch genug waren, und sah zugleich einen großen Riß in ihrem Kleide. „Ist sicher nichts Schlimmes, gnädiges Fräulein. Sie fahren sofort heim, legen sich, machen Eisumschläge und in ein paar Tagen ist's gut. Erlauben Sie, daß ich Sie begleite?“ „Sind Sie Arzt?“ fragten ihre noch bebenden Lippen. Er schaute sie ob dieser Vermutung so verblüfft an, daß sie lächelte. Durch dieses Lächeln entstanden Grübchen in den Wangen, die dem ernsthaften Gesicht verführerischen Reiz gaben. Sein Herz schnellte leicht und schmerzlos von Olly Holz los und fiel stracks in diese Grübchen, in jedes eine Hälfte——— In einem kleinen geschmackvollen Heim empfing sie Herr Halm mit Bestürzung. „#ist nichts Schlimmes, Papa,“ wehrte sie seiner Aufregung.„Wenn ich mich lege und Eisumschläge mache, wird's bald vorbei sein. Ich richte es schon wiesie ihm und fiel schwer auf dem Asphalt in die Knie.— Er hob sie auf. Sie zitterte und war leichen=] Stratz schmunzelte heimlich über die genaue weiß.(Wiedergabe seiner Worte, und ihr Glaube daran umspielte sein Herz wie ein kosendes Wellschen. Der alte Herr dankte heiß, und Strat lenkte verlegen ab:„Aber das Kleid „Ach. Hilde! mit Hilde errötete. „Tut nichts, Papa. der.“ Rasch verabschiedete sich Stratz mit der Bitte, morgen nachsehen zu dürfen. Und es wurde erlaubt. Der junge Herr erschien am nächsten Tag mit Blumen, am zweiten Tag mit einem Buch und am dritten saß er etliche Stunden vor der Ottomane, auf die sie gebettet war, und unterhielt sie. „Es ist meine Pflicht,“ sagte er.„Denn ich bin schuld, daß Sie so daliegen müssen. Ich habe Sie zu stürmisch in der Angst mitgerissent„Aber Herr von Stratz, solch ein Gedanke! Wenn Sie mich oben stehen gelassen hätten...“ „Vielleicht wären Sie heil geblieben.“ „Bestimmt nicht! Es gab böse Verletzungen. wie wir doch gelesen haben.“ „Ja, allerdings! Auch Herzverletzungen,“ gestand er ernsthaft. „Herzverletzungen?“ klangs etwas erstaunt, mit fragendem Blick zurück. Stratz schaute fest hinein in die dunkle, beseelte Liefe. Und so Auge in Auge sagte er sich nicht lange: ich will mich ihr erklären—— bei nächster Gelegenheit—— sondern tat er sogleich, stürmisch und mit Feuer. Und in dieses Feuer zischte kein feindlicher, abkühlender Tropfen. Es brannte hinüber in eine andere, Und du hast so viel Mühe da=wenn auch sanftere, zagere Flamme, die aus einen guten und sopferen