Nr. 12 Samstag, den 8. September 1923 1. Jahrgang er vom Kahlen Aft en Monatsbeilage zur Sauerländer Zeitung. Druck und Verlag von Hans Albrecht, Brilon. Im Kranze grüner Guirlanden Auf waldumrahmten, lichten Höh'n, Liegt sonnverklärt in Brilons Landen Mein Gudenhagen, stolz und schön! Talabwärts rauscht durch üpp'ge Wiesen Die Hoppecke in stiller Pracht, Weit hinten grüßen Bergesriesen Und blauer Himmel drüben lacht. Im stillen Park— ein freundlich Haus Lugt aus dem dunklen Grün, Und all' die gehen ein und aus Zieht's immer wieder hin! Ich preise dich mein Gudenhagen, Du weltentlegenes, trautes Nest; Möcht allen guten Menschen sagen, Wie wohl es sich hier leben läßt! (W. Tragbar, z. Zt. Brilon.) Der Septembermonat. Schon vor der Zeit Julius Caesars hatte der Septembermonat, der in der Jahresreihe früher der er nunmehr der neunte Monat des Jahres wurde. Zur Zeit Karls des Großen hieß er Vitumanoth, später Herbstmond oder, weil in ihm der Sommer scheidet, Scheiding. Im französischen Revolutionskalender fiel er zur Hälfte in den Fructidor(Fruchtmonat), zur anderen Hälfte in den Vendémiaire(Weinmonat). In normalen Jahren pflegt der September ein fröhlicher Monat zu sein, der in meist schönen, sonnigen Tagen die Freuden des schwindenden Sommers noch einmal mit denen eines strahlenden Frühherbstes vereint. Er ist ein lachender Spender, der dem Obstzüchter und dem Weinbauern, dem Jäger und dem Fischer seine reichen Gaben in den Schoß wirft. Der Sevtember hat eine besonders große Zahl von Lostagen, die nach altem Aberglauben nicht nur auf das Wachstum der Frucht, sondern auch auf Wohl und Wehe der Menschen Einfluß ausüben sollen. So gilt gleich der erste des Monats als Unglückstag, an dem es wenig geraten ist, Heiraten zu schmieden. Der 4. September, der Rosalientag, hingegen trägt einen ganz anderen Charakter. Nach dem Volksglauben bringen an ihm gesammelte Wurzeln und Kräuter, die man unter das Kopfkissen legt, Heilung von allen möglichen Leiden. Eine günstige Vorbedeutung soll auch dem 8. September, dem Tage der Geburt Mariä, innewohnen. Aus diesem Grund pflegt man in katholilischen Gegenden geweihte Getreidekörner unter den Samen zu legen, um sich eine Anwartschaft auf eine reiche Ernte im kommenden Jahre zu erwerben. Am 14. September hingegen darf nicht mit dem Korn gewirtschaftet, am wenigsten darf es gesät werden. Auch sollen an diesem Tage keine Trauungen vollzogen werden, weil es sonst in dem neuen Hausstand lauter Kreuz gibt. Denn der 14. September ist der Tag der Kreuzerhöhung. Aber der wichtigste unter den Lostagen des September ist der Sankt Michaelstag, der auf den 29. fällt. Je nach der Landesgegend knüpfen sich an ihn die verschiedensten alten Bräuche, deren manche sich noh auf den alten heidnischen WotansDie Heide blüht. Klar werden die Tage in unbewegter Luft. Einsam nur eine schneeweiße Wolke am Himmel, schwimmend in einem Meer von lichtem Blau. Ueber die Stoppelfelden webt ein feiner Lufthauch schimmernde Marienfäden. So rüstet der Sommer zum Abschied So Da schmücken sich die Wälder, ehe sie noch in lauchtenden Erglühen die Kronen der Buchen und rnn keuhtendem einem feinen Hauch von Blau und Rot. Birken- farben, mit Kelche weben über die Blößen der Scho Mällieden winziger Teppich. Die Heide blüht! Das Bs=ungen einen bunten mit lachendem Glanz; es streut ein kraunsuumt alle Hänge zwischen die düsteren, ernsten Felsbl freundliches Schimmern Flechten ein dichtes Netz gezogen hahere Moos und käuter. die schon zu vergilden behimnen, wichen die Farnrote Woge. Sie füllt die Waldgrnen drichtie blaukablen Höben, auf denen einsam eine alte windzersaufte Föhre wiegen sich auf den schlanken Stielen. Und die Menschen gehen sinnend über die Heide und sehen das Blühen, soweit Jas Auge reicht, und sie sind von einer leisen, unbestimmten Sie fühlens unbewußt, daß hier der Wald FrenAbschied verhüllen will durch eine lachende Gebärde sich zum Scheiden von den goldigen Tagen des aoldi: von den schwirrenden Schwalben oben in sonnennun 1.Luft, von den Liedern wanderfroher Menschen, die der Cets, rauhere Tage wieder in die schmucklosen Straßen bannen werden. Und die Menschen brechen lächelnd zumum Zweig von der blühenden Heide und ordnen sie Hon Strauß oder flechten sie gar zum Kranze. Das soll zu m 33 um ein liebes Bild sich winden. Das Sträußlein soll im 9: alten Vase zu Haus den ganzen Winter über ein Gast zähre mmer sein und soll in dämmernden Abendstunden erHlagen" grunen Wald, von Sonnenschein und FinkenAbsichsls u, von der wunderschönen Zeit, da der Sommer haled nahm, und weit über die Lichtungen hin die Heide S. H. Urlaubstage, die keine woren. eine In keiner Zeit wohl hätte dem werktätigen Menschen tigen gründliche Anspannung nötiger getan, als in der heuo Die Zeitverhältnisse sind seit einem vollen Jahrzehnt ert und reich an Aufregung, wie nur in den bewegtesten chen der Weltgelbichte Das teilt sich dem Nervensystem jedes einzelnen Menschen mit,— und ungeheuere Anforderungen werden an die Bewahrung des inneren Gleichgewichts gestellt. Sollen die Urlaubstage ursprünglich Ausspannung von den Anstrengungen der Berufsarbeit bedeuten, so hätten sie also in diesem Jahre noch obendrein Ruhe vor dem ewigen Hin und Her des politischen und wirtschaftlichen Lebens bringen sollen. Wie aber sah diese Ruhe aus? Eine Schreckensbotschaft folgte der anderen. Groteske Sprünge der Geldentwertung. Verzehnfachungen der Preise, lauter Tatsachen und Vorzüge, die auch ein durch manches Vorangegangene abgehärtetes Gemüt in Wallung bringen können. Wer sich zu Beginn des Urlaubs im Besitz der erforderlichen Barmittel glaubte, um mit den Seinigen einige Tage frei von materiellen Sorgen zuhringen zu können, sah infolge der Teuerung nach der Hälfte der Urlaubszeit seine Taschen öde und leer. Und die aus der Heimat in den Urlaubsaufenthalt kamen, waren so aufgeregt und so verworren, daß sie, einer Epidemie gleich, die Leute in der Erholung mit der Kopflosigkeit der Leute zu Hause ansteckten Was aber nützt der Sonnenschein, was nützen Berge und Wälder, Bäder und nervenstärkendes Klima, wen nder Kopf voll sitzt mit Sorgen und Aufregungen? Wer vor dem„Morgen“ Angst hat, weil es am Ende noch schrecklicher wird als das„Heute“, ist nicht in der rechten Verfassung, auszuspannen und sich zu erholen. Viele sind so frühzeitig wieder nach Hause gereist. Manche die bis zum letzten Tage ihres Urlaubs draußen blieben, kamen aufgeregter und nervöser zurück, als sie in Urlaub gegangen waren. Es ist ein charakteristisches Zeichen unserer Zeit, daß sie dem Menschen die Sorgen und Shrecken selbst noch in die Tage der Ausspannung und Erholung nachschickt, und so die Geplagten nicht einmal in dieser bevorzugten Zeitspanne des Jahres zur Ruhe kommen läßt. Majestät Dollar. Den Fürsten haben wir abgesagt, Kaiser und Kön'ge vom Throne verjagt Und die Freiheit, die Freiheit errungen Da kam unhörbar, wie Unheil geht, Des Börsendollars Majestät Und hat uns alle bezwungen. Er zieht durch das Volk mit leisem Schritt Und bringt den Tod und den Hunger mit Und macht erzittern die Lande. Wir leben nicht mehr ein Menschensein. Wir leben nur mehr in Angst und Pein Vor dem morgigen Dollarstande. Wir wehren und wehren uns Tag um Tag. Ob aber das Wehren was helfen mag, Wenn der Körper krankt und die Seele?! In hunderttausend Aederchen schweift Der Wucher, und seine Knochenhand greift Uns würgend schon an die Kehle. Ihnen glänzen die Augen, als wär's ein Sieg, Und alle brüllen:„Der Dollar stieg!“ Und lassen die Kinder verschmachten. Verschmachten lassen sie Mann und Weib Sie haben ja kein Herz mehr im Leib. Der Dollar allein ist ihr Trachten. Oh, laßt uns gründen in schwerster Stund' Einen stillen, einen heiligen Bund, Daß mählig die Macht zerstiebe Von des Börsendollars Majestät Und allein noch über uns herrschend steht Die Königin Nächstenliebe! Wilhelm Herbert. Westfälisches Gold. Vor kurzem gingen Berichte durch die Presse über Goldvorkommen am Eisenberg bei Corbach, an deren Ausbeutung wieder gedacht werde. Alte Aufzeichnungen berichten darüber, daß ein Goldbergwerk bei Corbach schon(1250) dem Albertus Magnus, der sich damals in Soest aufhielt, bekannt gewesen sei und daß an der Eder, Itter und Diemel Goldwäschen in Betrieb gewesen seien. Ortsbezeichnungen, wie der Goldgrund bei Paderborn und der Goldberg bei Hagen geben der Vermutung Raum, daß hier auch ehemals derartige Funde gemacht worden seien. Nachrichten darüber sind raum auf uns gekommen, namentlich fehlt die Kunde über die Verhüttung solcher Erze.„Ederisch golt“ war dem Drosten des Kurfürsten von Köln zu Arnsberg, Kaspar von Fürstenberg, im 16. Jahrhundert wohl bekannt. Er schenkte ein Stück dieses„Fritzlarschen golts" dem Bischof Theodor von Paderborn als Merkwürdigkeit, wofür der Bischof sich freundlichst bedankte. Der Grube bei Falkenhagen wurde nachgerühmt, daß sie„ganz rein und Arabisch golt“ liefere; als Zeugen für diese Tatsache werden Meister Andreß in Paderborn und der„Probierer“ in Meschede benannt. läuten die Glocken von Potsdam zum Von Dr. Curt Heinri Unter dem Schutze der franzöfischen Bajonette, mit dem Gelde der französischen Propaganda haben die eklen Volksverräter des sogenannten„Rheinischen Aktionsausschusses" in den Rheinkanden gerade in letzter Zeit wieder Aufrufe und Blakate von geradezu grotesker Verlogenheit und Frechheit verbreitet. Eines von ihnen lautete: Was will Berlin? Krieg und Zerstörung. Was wollen wir? Frieden und Arbeit. Frieden und Arbeit zusammen mit den Einbrechern egebietes? Frieden und Arbeit mit Urhebern der französischen Verkehrssperre, die Unerträgliches und Hunger und andere Lebensnöte für die ganze deutsche Bevölkerung mit sich bringt? Frieden und Arbeit mit den Milliardenräubern, den Mördern ungezählter wehrlos ruhiger Deutscher, mit den dunkelhäutigen Schändern deutscher Frauen und Mädchen? Mit steigender Erbitterung hatte mein rheinischer Besuch mir von den furchtbaren Zuständen in seiner teuren schönen Heimat erzählt, während wir langsam durch die stillen Straßen Potsdams dem Park von Sanssouci zuschritten. „Und hier in Berlin, hier in Potsdam, wer denkt an uns? Wem von diesen Millionen, die in der alten Residenz des alten historischen Preußens wohnen, drückt unsere Not das Herz ab? Ich habe wenig davon gesehen, wenig gehört." Auch ich war sehr ernst geworden. Hatte er denn so ganz unrecht gehabt, als er von hier meinte, es wäre vielleicht besser für das nationale Verständnis der Berliner gewesen, wenn auch sie einmal die Qual der Fremdherrschaft in der Form einer starken französischen Garnison zu spüren bekommen hätten. War man wirklich in Berlin, in Potsdam schon zu gleichgültig gegen die kämpfenden Brüder an— Ruhr und Rhein geworden? Stumm schritten wir zwischen den weiten Grasteppichen von Sanssouei unter den rauschenden grünen Baumriesen. Da, was war das?... Ein feiner, leichter und doch so frisch und munter klingender Ton... hoher, wahrer Glockensang. Ach ja, das wohlbekannte, seit vielen Jahren wohlbekannte Glockenspiel der Garnisonkirche— in der Fredericus Rer begraben liegt—, das alte heitere fromme Glockenspiel. Wir lauschen beide... doch was ist das?... mein Freund vom Rhein blickt mich überrascht, freudig erregt an. Diese Melodien... noch niemals in all den Jahren hatte ich sie von der Turmhöhe herabklingen hören:„Dort, wo der Rhein mit seinen grünen Fluuno weiter wenige Minuten später:„Es liegt eine Krone im tiefen Rhein Vor uns oben auf der schimmernden Terrasse ragte im Abendlicht das Schloß von Sanssouci. Und von der Potsdamer Kirche sangen die Glocken vom Rhein zum Rhein zu dem köstlichen deutschen Sänger, zu dem gefährdeten deutschen Rhein. Sangen von deutscher Treue, von Potsdam und von Friedrich. besetzte Gebiet an unbesetzte. Es wird uns folgender Brief aus dem altbesetzten Gebiet zur Verfügung gestellt, der in diesen Tagen wo wir infolge der Not Ueberlegung und Vernunft zu verlieren drohen, jedem zur Lektüre empfohlen sei. Pitt! Revolution soll es im unbesetzten Deutschland geben, da die„Zustände unerträglich" seien. Da sieh mal einer an, Revolution wollt ihr sehen! Todessturz der Mark und Teuerung! Ihr werdet also nicht mehr so schön satt wie bisher, es fängt an, knapp zu werden. Das ist allerdings eine verfluchte Zumutung an den Magen. Also muß dreingeschlagen werden. Dann wird es natürlich billiger und alles wird wieder in Ordnung kommen. Ich muß dir sagen, lieber Pitt, daß ich, wie so oft schon, euch im unbesetzten Gebiet wiederum beneiden muß. Ihr seid doch verflucht schlaue Kerle. Ich will mir es überlegen, ob wir es nicht auch so versuchen könnten. Im Ernst. Ich glaube, wir verstehen uns nicht mehr, das unbesetzte Gebiet und wir. Ich möchte Dir zur ruhigen Ueberlegung und Betrachtung einmal folgende Tatsachen vorstellen: Ihr, das ganze deutsche Volk, habt uns, ohne mit der Wimper zu zucken, geopfert, der französischen Politik geopfert, damit ihr Frieden bekommen solltet. Ihr nanntet das so schön eine„Politik der gegebenen Verhältnisse". Ihr habt es für selbstverständlich befunden, daß ein ganzer Volksstamm geopfert werden müsse, damit„das Ganze nicht gefährdet" werde. Zum Teufel auch, ihr hattet keine Lust, daß euch etwa die alliierten Truppen noch auf den Hals kämen. Ihr habt weiter gar nicht überlegt, zu welch einem Los ihr uns verurteilt. Sieh mal, lieber Pitt, ihr habt den Waffenstillstand und Friedensvertrag unterzeichnet und habt uns damit von Vertrags= und Rechtswegen auf die Folter spannen lassen. Auf die Folter, nicht mehr und nicht weniger. Fünfzehn Jahre habt ihr den Franzosen Zeit gegeben, um uns bei lebendigem Leibe die deutsche Seele irgendwo aus dem Leibe zu schneiden. Damit wir uns nicht wehren können, hat er uns schrittweise immer fester angebunden. Die Stricke in Gestalt der Verordnungen der Hohen Rheinlandkommission gehen in die Hunderte. Wenn wir einmal aufbegehrten, wenn uns das Messer etwa zu heftig ins Fleisch schnitt, dann varet ihr schnell bei der Hand mit dem SchreckensrüfUm Gotteswillen, das dürft ihr nicht, das wäre ja ein Bruch des Vertrages, könnte für das Ganze ja die pein ichsten Folgen haben. Ich kann mir nicht helfen, mir und res i. Piit, das ist geführlich. Ein so geprügelter zutest den Cchwanz ein und duckt sich. Er beommt deh, was man so schon mit„Hundeseele" beder Franzose hofft, uns in 15 Jahren zu haben, daß wir ihm aus der Hand Wie. es uns seit dem Ruhreinbruch hier geht das brauche ich Dir nicht zu schildern. Lieber Freund wir hungern, wir entbehren hundert notwendige Ding schon seit sechs Monaten. Wir können nicht in Ferien fahren, wir können nicht einmal Sonntags spazieren gehen. Wir haben auch kein Theater und keine Konzerte. Verdienst haben wir auch nicht mehr. Neun Zehntel der Betriebe stehen still. Aber wir lassen uns nicht unterkriegen. Lieber verrecken, als den Franzosen den Willen tun und rheinische Republik werden Aber ihr! Ihr merkt es jetzt auch wenigstens einmal ein bißchen, was wir schon seit fünf Jahren leiden. Aber iyr denkt nicht daran, euch einzurichten, euch zu bescheiden, euch aufzuraffen,— ihr wollt„Revolution“ machen, ihr wollt euch gegenseitig die Schädel einschlagen. Ihr sucht einer den anderen nach Leibeskräften zu bewuchern, ihr sucht die Not auf den„Anderen zu schieben. Das kann ich Dir sagen, mein lieber Pitt, wegen euch da drüben würden wir nicht eine Stundlänger uns auf die Folterbank spannen lassen. Ganz bestimmt nicht! Wir kämpfen, weil wir keine Franzosen werden wollen, wir kämpfen aus Haß! Aber, weiß Gott, nicht für euch. Daß wir eure Hilfe haben müssen, tut uns mehr leid. Steck dir es hinter den Spiegel. Die Ruhrschande. Der Verlag der Zeitschrift„Der Rhein" veranstaltete dieser Tage in Berlin eine ernste aber eindrucksvolle Kundgebung für die besetzten Gebiete. Den Höhepunkt dieser Kundgebung bildete entschieden ein Film „Die Ruhrschande", der von einigen mutigen deutschen Kinoleuten im Einbruchsgebiet selbst aufgenommen worden ist. Zwei dieser Photographen sind von den Franzosen gefangen genommen worden und sind jetzt in französischen Gefängnissen den Mißhandlungen ihrer brutalen Peiniger ausgesetzt, die anderen sind mit ihrem wertvollen Filmmaterial in das unbesetzte Gebiet entkommen. Was dieser Film den Zuschauern bot, war geradezu grauenhaft: Tote und Verstümmelte, zerstörtes und zertrümmertes deutsches Gut, Ausgewiesene, die mit ihren Habseligkeiten vor der französischen Soldateska fliehen, und Mißhandlungen wehrloser Zivilisten durch schwerbewaffnete Soldaten. Von Türmen, aus Dachluken, hinter verhängten Fenstern, Zäunen und Hecken hervor, haben die mutigen Filmoperateure die Gewalttaten der Franzosen beobachtet und aufgenommen. Zwei Aufnahmen sollen hier erwähnt werden. Deutsche Zivilisten werden von französischen Sol daten gezwungen, auf einem Schulhof Stiefel für sie zu putzen. Ein französischer Offizier geht vorüber, schlägt dem einen mit der Peitsche ins Gesicht, und gibt dem anderen einen Fußtritt in die Seite, daß er hinstürzt. Eine andere Aufnahme: Schwerbewaffnete Franzosen führen einen hinkenden Kriegskrüppel über einen menschenleeren Platz ab. Plötzlich gefällt es dem einen Wachtmann, dem Krüppel einen Kölbenstoß ins Genid zu geben: er stürzt hin, der Hut rollt in weitem Bogen über die Straße; der Krüppel will sich erheben, bekommt aber noch einen Stoß, daß er wiederum zusammenbricht. Grauenhaft! Die Schamröte steigt einem ins Gesicht. Die Wut schnürt die Kehle zusammen. Und dieses Volk dort an der Ruhr, das täglich leidet, hun. gert, allen Schikanen und Quälereien ausgesetzt ist, hält durch. Sehr richtig bemerkte Chefredakteur Freiherr v. Medem in einer kurzen Ansprache, der „unbesetzte Deutsche" möge sich diese Verhältnisse, unter denen die Ruhrbevölkerung nun schon seit sieben Monaten lebt und leidet, vor Augen halten und sich ein Beispiel an den vor einigen Tagen im Ruhrgebiet stattgefundenen Betriebsrätekonferenzen nehmen, in denen die Berg- und Industriearbeiter ihrem entschlossenen Willen Ausdruck gaben, durchzuhalten und sich nicht den fremden Eindringlingen zu beugen. Dort an der Ruhr ist sich keiner seines Lebens sicher, jeder hungert, Kinder erhalten keine Milch mehe,ern müssen sich von ihren Kindern trennen, weil ihr junges Leben unter der fremden Besatzung gefährdet ist, und hier im unbesetzten Deutschland ist man im Begriff wegen wirtschaftlicher Nöte, die sich mit denen des Einbruchsgebietes auch nicht annähernd vergleichen lassen, die Flinte ins Korn zu werfen und den Kopf zu verlieren. Nicht nachgeben ist die Parole der Ruhrbevölkerung, diese Parole sollte sich auch das übrige deutsche Volk zu eigen machen. V. Deutschland muß bezahlen oder verschwinden. Auf diese anmutige und hübsche Formel: land muß bezahlen oder verschwinden", hat der nicht unbekannte General de Castelnau im„Echo de Paris seine Auffassung des Reparationsproblems gebracht. Es wäre interessant, zu wissen, wie der Herr General sich das„Verschwinden" eines 60 Millionen Vol kes vorstellt. Soll vielleicht Deutschland in einen See verwandelt werden, auf dem dann die beträchtlich ver stärkte französische Flotte munter herumschwimmt? Oder soll es, wie das in alten Märchen gang und gäbe in einer Erdspalte verschwinden? Was hier der biedere Herr von Castelnau mit soldatischer Offenheit heraussagt, ist freilich von jeher das Stichwort Frankreichs gewesen, und die ganze Politik Clemenceaus ist nichts weiter als eine planmäßige Durchführung dieses Generalwunsches, Deutschland von der Bildfläche verschwinden zu sehen. Der ganze Unterschied besteht vielleicht darin, daß Clemenceau nur 20 Millionen Deutsche von der Erdoberfläche vertilgen wollte, während Herr von Castelnau es genauer und ernster treibt und gleich grundsätzlich reinen Tisch machen will. Das alles sind nur leichte Unterschiede der Nuancen: Der Grundton bleibt immer derselbe: Germania esse delendam Kunstausstellung des Sauerländer Heimatbundes zeigte ein erfreulich zielbewußtes Streben des Heimatbundes zu fruchtbarer Kunstpflege. Leider waren gerade manche führende Künstlerpersönlichkeiten nicht vertreten.— nenne den Hagener Rohlfs, den Soester Viegener sowie Helmut und August Macke, dann den Düsseldorfer Ophey, der schon seit langen Jahren durch immer erneutes Studium der Sauerländer Landschaft wertvolle künstlerische Anregungen entlockte. Solche Kräfte müssen in Zukunft vertreten sein, wenn die Ausstellung ihrem Zweck, den Schaffenden fruchtbar anzuregen und die zusammenströmenden Besucher zu Verständnis und Genuß hochwertiger Kunstleistung zu erziehen, gerecht werden will. Daß in den Kreisen der Sauerländer Interesse vorhanden ist, zeigte der rege Besuch und die erfreulich große Kauflust. Von den Ausstellern zeigt Konsalek eine Reihe Bilder, die deutlich werden lassen, wie er sich, ohne immer das Ziel ganz zu erreichen, müht, Form und Farbe zu Einheit zu verschmelzen. Hat z. B. das Bildnis des Vaters farbig noch einige Härten, so wird er in der gut komponierten„Weide am Wehr“ farbig freier.„An der Ruhr“ zeigt die gleiche Sicherheit in Motivwahl und Bildaufteilung. In den figürlichen Kompositionen zum„Samson“=Thema bleibt die Charakteriesierung der handelnden Figuren noch zu äußerlich und gewollt. Born ist farbig freier und sicherer. Auf zwei Bildern„Au fsauerl. Höhen“ und „Hohlweg im Sauerland“ fallen allerdings die starken Rottöne im Vordergrunde etwas aus dem farbigen und kompositionellen Zusammenklang heraus. Am besten geglückt scheint mir sein„Sonnenaufgang mit Talnebeln“, in dem nur die erdhaft schweren Töne der oberen Wolke etwas drücken. Bergenthal bringt ein farbig etwas hartes und vielleicht zu photographisch naturnahes„Jagd=Stilleben“, bei dem die beiden starken Farbakzente der Aepfel zu vereinsamt stehen. In den anderen Arbeiten strebt er mehr nach malerischer Qualität, so im„Vorfrühling im Sauerland“. Oppenberg's„Park“ und„im Schatten“ sind flott gemalte impressionistische Bilder. Im„Fahrweg“ wird auch der Wille, das Bild zur rythmischen Einheit wachsen zu lassen, erkennbar. Schwermer bringt in den oberen Räumen Landschaften Temperatechnie, die von eingehendem Studium der sauerländischen Landschaft zeugen, aber technisch etwas hart und trocken wirken. Hiervon scheint mir die Landschaft(Nr. 37) bildmäßig am besten gelungen. Die klare Komposition fügt sich zu farbiger Einheit und läßt auch die genannten Mängel kaum fühlbar werden. Die Oellandschaft, bei dem der Vordergrund etwas unbelebt wirkt, zeigt bei aller Naturtreue schönen Rhythmus. Das sicher in den Raum gesetzte Herrenbildnis zeigt gute Maltechnik im Sinne des Impressionismus. XXXXXXXXXXXXXXX(XX(X(XX Das Kreuz am Wege. Nicht weit von Lippspringe, dem bekannten Badeorte, steht ein Kreuz am Wege. Es ist beschrieben auf allen vier Seiten. Auf der ersten Seite lesen wir: „Was will das Kreuz, das am Wege steht? Es will dem Wanderer, der vorübergeht, Das große Wort des Trostes sagen: Der Herr hat deine Schuld getragen.“ Auf der zweiten Seite befindet sich das Wort der Hoffnung: „Was will das Kreuz, das am Wege steht? Es will dem Wanderer, der vorübergeht, Das große Wort der Hoffnung sagen: Das Kreuz wird dich zum Himmel tragen.“ Auf der dritten Seite fügt sich an das Wort der Mahnung: „Was will das Kreuz, das am Wege steht? Es will dem Wanderer, der vorübergeht, Das große Wort der Weisheit sagen: Du sollst dem Herrn das Kreuz nachtragen.“ Auf der vierten Seite schließt das Wort des Trostes: „Seitdem mein Gott am Kreuz gebüßt, Ist jedes Leiden mir versüßt; Drum will ich's tragen ohne Klagen, Einst wird es ja mein Himmelswagen.“ Hoffnung— Mahnung— Trost! Möchte dieses tröstliche Dreigestirn unserem schwer bedrückten Volke bald aufgehen und zum Himmelswagen werden! Kraemer ist in seinen Arbeiten nach der Natur nach reichlich unreif und vergißt leicht das Ganze über dem Detail. Die freien Kompositionen zeigen dekorative Begabung und sind einheitlicher, lassen aber vielfach an Kraft und Zeichnung und sicherer Naturbeobachtung zu wünschen übrig. Neuyaus hat motivlich und in der Behandlung manches Feine, verfällt jedoch im Streben nach farbiger Bereicherung leicht der Gefahr. Mumm's Tuschzeichnung„Kopf“ ist groß gesehen, klar und sicher in der formalen Behandlung. Sein kleines Oelbild„Landschaft“ ist ein kräftiges Stück voll feiner toniger Farbigkeit und sicher im Aufbau. Von dem Soester Schlief sind farbig gut empfundene, freie Kompositionen gezeigt, die das Gegenständliche etwa benutzen wie ein freischaffender Musiker die ihm aus der Umwelt zuströmende Anregung. Die innere Dynamik der gezeigten Arbeiten ist allerdings nicht immer stark genug, sie als freie Schöpfungen restlos zu rechtfertigen.(Man vergleiche sein Bauernhaus mit Pferd nach dieser Hinsicht mit Schmidt=Rottluff'schen Landschaften.) Seine Eignung für die künstlerischen Erfordernisse des Glasgemäldes(Fantasie) und des groß gesehenen Wandteppichs(Bauernhaus mit Pferd) zeigt sich deutlich. Die figürliche Komposition Bergpredigt wirkt gut als Gesamtheit, bleibt jedoch in der Lösung der Seine Landschaft mit Sonnenspiegelung(Nr. 53) ist köstlich in der rhythmisch fargiben Ausdeutung des Naturvorbildes. Gleiches gilt vo nder Landschaft mit den drei Bäumen(Nr. 50). Zu schwer wiegender Masse ballt er in Bild Nr. 56 das goldige Gelb der reifen Aehren mit dem flammenden Rot des Mohn. Die Oelfarbe fügt sich seinem Pinsel nicht so gut. Auch die im Ausschnitt gut gegebenen Stadtbilder erhalten durch das unvorteilhaft angewandte, spröde Material des Oelstiftes etwas Klebriges. Wittkopp ist der problematischste unter den Ausstellern. Welcher Spalt klafft zwischen der unbeholfen impressionistisch angefaßten Waldlandschaft„Im Schweinsbruch“ und der absoluten Malerei der„Komposition"! Sein herbschnittiger„Kopf“ klingt farbig gut zusammen. Erfreulich ist es, daß der für volkstümliche Verbreitung geeignetsten Kunst des Holzschnittes so breiter Raum geeißel bringt eine Anzahl schöner Blätter, die von frauenhaft inniger und doch kraftvoller Naturbeobachtung zeugen(Rehe, Eichhörnchen). Die kompositionell schönen Blätter„Madonna“ und„Franziskus“ sind nicht ganz innerer Einheit geworden, lassen bei aller Feinheit in der Bewältigung des Figürlichen zu wünschen übrig. Geißel bringt in seinen größeren Schnitten„Wasserburg und„Wewelsburg“ nicht immer ganz die Belebung der Fläche mit dem Schnittmesser. Gut sind dagegen die straff und knapp gegebenen„Kirchen in Soest“. Der noch sehr junge Steinhoff bringt in einer ganzen Anzahl Arbeiten den Erweis einer starken Begabung. Abgesehen von der„Klosterkirche Corvey“, die in der Behandlung der Wolken nicht restlos befriedigt, zeigt er einen erstaunlich sicheren Instinkt für die Möglichkeiten und die materialgerechte Behandlung des Holzstocks. Man vergleiche, wie sehr verschieden und doch wie logisch in de. Technit das Messer führt in den„Kaninchen, de„Zechern Keller“ mit der interessanten Form= und Lichtbehandlung und etwa der„Dorfkirche Bilstein, wo er die Häuser frisch und locker hinsetzt, ohne den Holzschnittcharakter zu verlieren. Heinz Raasch bringt zwei eindrucksstarke Blätter mit Industriemotiven:„Zum Licht“ bleibt ein wenig hölzern in der Bewegung der Männergruppe. Dafür steigert er die Dynamik des Bildes in den„Eisenarbeitern" um so feiner durch die Wucht der sich gegeneinanderstemmenden Diagonalen. Honsalet zeigt großflächig gesehene Arbeiten, von denen sich besonders die wirkungsvoll in den Raum gesetzten Tierbilder einprägen. Fuchshorn's Holzschnitte„Segelschiffe“ und„Häuser am Wasser“ werken herb und groß. Seine Radierung„Tiger“ befriedigt weniger in Formbehandlung und Meisterung der kalten Nadel Feiner benutzt diese Technik Renfordt in seiner sich zum geschlossenen Dreieck steilenden Komposition, der bei aller Strenge des Aufbaues den Duft der leicht geführten Nadel mit Innigkeit des seelischen Ausdrucks zu paaren weiß. H. Peters Industrieradierungen zeichnen sich besonders durch geschickte Anwendung der Roulette aus. Mas Westhäusers Holzschnitt„Volk an der Ruhr“ reißt durch die wuchtige Geste des Arbeiter=Redners die Menge der Zuhörer zu Einheit zusammen und zeigt durch ein erfreuliches Beispiel, daß man auch aktuelle Themen künstlerisch hochwertig behandeln kann. Von Bildhauer Nierstrath sind Zeichnungen zu sehen, die fast notizenartig einen seelischen Ausdruch mit einfachsten Mitteln festzuhalten versuchen. Seine Holzplastiken sind stark charakteristisch, wirken aber etwas gesucht primitiv. Seine Porzellanplastik„Mutter und Kind“ scheint mir in ihrer formalen Gebundenheit die beste der gezeigten Arbeiten zu sein. Als besonders schönes Stüdk der plastischen Abteilung wäre noch Beckers Heramik„Flucht nach Aegypten“ hervorzuheben. Im Raume unten rechts hängen Bilder aus dem Bestande der Kunsthandlung Wullenweber. Scheint es auch auf die Dauer nicht empfehlenswert, daß auf einer HauptTagung durch die gesonderte Arbeit von Kunsthändlern eine Kräftezersplitterung eintritt(da hier die Künstlerschaft als schöpferischer Teil des Volksganzen, nicht aber der finanziell interessierte Kunsthändler hingehört), so erkennt man doch gerne an, daß manches qualitätvolle Stück gezeigt wird. Von Damasch hängt dort die feine, silbrige Impression einer Frühmorgenstimmung. Ehlers dekoratives Stilleben prangt in reicher Farbigkeit Das„Bildnis“ von Krummacher ist ein wenig flach gemalt. Das Kuhgespann von KellerKühne ist nicht schlecht gemalt, wirkt aber in der schulmäßig impressionistischen Wiedergabe des Figürlichen akademisch langweilig. Eine duftige Innenstimmung, aus der nur das zu hart gemalte Eisengitter herausfällt, bringt das Kircheninterieur von Matern, der auch noch ein stark farbiges Stilleben zeigt. Als kraftvoll dekorative Malerei ist Lasonowskys„Arbeit“ zu bezeichnen. Interessant in der kompositionellen und technischen Behandlung des durchflimmernden Sonnenlichtes ist Gundmanns„Waldbild“. An Graphik verzeichne ich Heckers technisch solide und wirkungsichere Radierungen und die schönen Drucke von Altmeister Menzels Arbeiten. Ambert Schöllgen. Allerlei. Fußmarsch mit Hab und Gut von der Ruhr nach Sachsen. Ein sächsischer Handwerker im Alter von 63 Jahren, der sich vor Jahren nach größeren Reisen in der Gegend von Gelsenkirchen eine Existenz geschaffen hatte und unverheiratet geblieben ist, hat auf eigenartige Weise dem besetzten Ruhrgebiete den Rücken gekehrt. Er schaffte sein Hab und Gut an ein Versteck, verpackte es auf einem Handwagen und rückte heimlich ab. Mit seinem acht Zentner schweren Wagen verließ er auf nächtlichen Märschen das Ruhrgebiet, Tagsüber hielt er sich in Büschen verborgen. Nachts durchbrach er, querfeldein, die Sperrgrenze. Fünf Wochen marschierte er, seinen Wagen bergauf, bergab hinter sich herziehend, über Wittenberge und Stendal, Leipzig, Wurzen und Döbeln, bis er bei seinem Bruder in Böhringen bei Roßwein antam. Durch Unterstützung des Roten Kreuzes und von Privatleuten gelang es ihm, sich bis hierher durchzuschlagen. tk. Das Echo als Tiefseemesser. Sehr viele Gebiete an den amerikanischen Küsten sind wegen der häufigen Aenderung der Grundverhältnisse von der Schifffahrt gefürchtet. Bisher verwendete man nun für die Messung der Tiefen meist den sog. Kalvinapparat oder das Thomsonsche pneumatische Lot. Es ist dies eine zylindrische, oben hermetisch verschlossene, unten offene und an der Innenwand mit chromsaurem Silber belegte Glasröhre. Wird sie mittels eines Lotes versenkt, so wird die Luft in der Röhre durch den mit zunehmender Tiefe wachsenden Druck des Wassers zusammengevreßt und das eindringende Seewasser färbt den roten Beleg im Innern weiß, sodaß danach an einer Skala die erreichte Tiefe gemessen werden kann. Während des Weltkrieges aber fand man heraus, daß die zur Auffindung der Unterseeboote benutzten Hydrophone auch zur Messung der Tiefenverhältnisse vorzüglich geeignet seien, da man aus der Zeit, die das Echo eines Signals brauchte, um zu Gehör zu kommen, die Tiefe des Wassers zuverlässig bestimmen konnte. Auf Grund dieser Entdeckung hat man jetzt ein System ausgearbeitet, das es ermöglicht, Wassertiefen bis auf wenige Fuß genau zu berechnen. Der Staatssekretär der amerikanischen Marine berichtet, daß mit einem neuen Apparat auf drahtlosem Wege Versuche gemacht wurden, die vollen Erfolg hatten. Man stellte durch die Messung der Zeit, die ein Ton brauchte, um vom Schiff aus den Meeresgrund erreichen und auf die Oberfläche zurückzugelangen, die Tiefe genau fest. de Redaktör. Sall oiner hebben recht Malör, Lätt Guott em wiärden Redaktör! Doch holt,— Schriftleiter hat dat nu, Ich bitt ju, lot't den Mann in Ruh. So'n Seitungsminsk, dat is en Mann, De alles sall und doch nich kann. All's mot hei wieten, alls verstohn, Van Järd und Hiemat, Sonn un Sall kümmern sik üm alle Saken, Für jeden Dag auch Wiärder maken. Sall schräiwen öwer Politik, Esit jedem paßt— en schwores Stück,.— Mot wieten, wie de Dollar steibt. Wu pan Berlin de Wind zust weiht. Wat’t giw in London un Paris An wu et steiht, gutt oder mies.— Seg hei dann moal en kräftig Waort, Is de Spektakel vaken graut. De Lui sind manks nich tefriäden. Se föhlt sich up den Stiät getriäden. Schandalet em de Bude vull segt, de Kiärl här'n wahn graut Mul, Und dann— dat leiwe Teleson. „Tiring, tiring!" hei kennt den Ton. Dao is de een, de frög es an, annere schimpft wäier, wat hei kann. Doch— wenn he sölwst Verbindung söcht, Dann funktioneiert da vaken slecht. Kein Wunner, dat düt up't Gemöt Un slieslik up de Nerven släöt. Son Seitungsminsk dat is gewiß, Dat de nich to beneiden is. Un ik dank Guott in muinen Sinn, Dat ich son Redaktör nich sinn. B. 6.