„„„„* 5 S a. E SES S SSS“ 59“g " SSSSE B#gEs 1 S.72 m S aT-S s #osers E SaSPEEER S2Ssrss 29S9SgSESS S55T5TEP1GS 333PSSSESE SSr#SESSS 8555 2. aber andere Thätigkeiten, die den Züchter in Anspruch nehmen. Da ist erstens die Aufzucht der Kücken, die meist jetzt in dem Alter stehen, wo sie von der Mutter entwöhnt werden und sich in ihrer Hauptentwicklungsveriode befinden. Man sorge daher für kräftiges Futter; bei schweren Rassen, wie Cochins, Brahma 2c., füge man dem Futter etwas phospvorsauren Kalk bei, zur besseren Entwicklung der Knochen. Bei großer Hitze achte man auf sorgfältige Desinfektion der Ställe, denn nichts ist ein döserer Brüter für Ungeziefer als die Wärme. Sand= und Aschenbäder sind reichlich zu gewähren. Zeigen die Hühner sehr großen Durst, so achte man auch sorgfältig auf das Trinkwasser, das leicht Durchsall erzeugt, dem man dadurch vorbeugt, daß man ein stark glühendes Eisen in das Wasser hält. Sollte gegen Ende des Monats schon ein oder der andere Siamm mit der Mauser beginnen, so achte man auf reichliches und kräftigendes Futter, damit diese äußerst schwächende Periode leicht überstanden wird. Edle Tauben lasse man auch von Ende dieses Monats, spätestens aber von Anfang des nächsten an nicht mehr brüten, da von den TaubenSpätbruten dasselbe gilt, wie von denen der Hühner und man durch dieselben nur den Eltern schadet. Mit Mitte Juli kann man mit dem Rupfen der Gänse beginnen. Truthühnern gewähre man möglichst freien Auslauf; sobald die Felder leer, lasse man sie hinaus auf die Stoppeln, wo sie noch reichlich Nahrung finden und sich die ihnen uuerläßliche Bewegung verschaffen. Für Stadt und Land 1. Seite * Lüftung der Bienenstöcke. Eine gut gebaute Bienenwohnung darf keine Ritzen oder Löcher haben, wodurch die warme Luft entweichen kann. Es ist aber gut, an den Stöcken eine Vorrichtung anzubringen, mittelst welcher man in den heißen Sommermonaten im Stande ist, den Bienen frische Luft zuzuführen und zwar dadurch, daß man an der hinteren Thür oder Seite des Bienenstockes eine Oeffnung von etwa 3—4 Zoll im Quadrat anbringt, welche von Innen mit einem Drahtgitter überspannt und von Außen mit einem Holzschieber zum Schließen versehen ist. Wenn man an heißen Sommertagen durch Oeffnen dieses Schiebers etwas frische Luft in den Honigraum einströmen läßt, so arbeiten die Bienen viel fleißiger. An kühlen Tagen verschließt man selbstredend die Oeffnung mit dem Schieber. Daß der Brutraum zu sehr durch eine decartige Einrichtung abgekuhlt wird, braucht man nicht zu befürchten, da schon durch den dahinter liegenden Honigraum für eine entsprechende Erwärmung der einströmenden Luft gesorgt wird. Farbe der Bienenwohnungen. Der Haltbarkeit und Schönheit halber streicht man Bienenwohnungen vielfach mit Oelfarbe an. Welche Farbe man dazu wählt, ist den Bienen ganz gleichgültig, nur soll man, wenn man ein Bienenhaus besitzt, in welchem mehrere Etagen übereinander sind, die Stöcke einer jeden Etage anders anstreichen, damit ein Verfliegen der Bienen nicht so leicht möglich ist. Auch wenn eine junge Bienenkönigin aus einem Stocke ihren Befruchtungsausflug unternimmt, so soll man den Stock mit einem farbigen Schildchen oder einigen grünen Blättern besonders kennzeichnen, damit ein Verfliegen derselben nicht vorkommt. * Die Hornisse ist ein arger Bienenräuber. Sie fängt die Bienen auf dem Felde von den Blumen weg oder überfällt die mit Honig beladenen Bienen auf dem Heimwege; ja sie dringt sogar in die Bienenstöcke ein und raubt hier Bienen und Honig. Selten gelingt es einer Biene, sich aus den Klauen einer Hornisse zu befreien. Selbst die vielen Bienen im Stocke vermögen nichts ihrem Feinde anzuhaben, denn ihr Stachel prallt ab an dem harten Panzer der Hornisse. Dagegen durchbohrt die letztere ihr schwaches Opfer, beißt die nicht fleischigen Theile ab und tragt das Uebrige ihrem Neste zu. Man fange daher dieselben thunlichst vom Bienenstande weg mitelst langhalsiger Gläser, welche man zur Hälte mit Honigwasser fullt und in der Nähe des Standes an einen Baum hängt. * Ein weiselsalsches Volk. d. h. ein solches, in dem sich eine oder mehrere Arbeiterinnen als Mutter aufgeworfen haben und Eier legen, nimmt erst dann wieder eine richtig befruchtete Mutter(Königin) an, wenn die eierlegende Arbeiterin aus dem Stocke entfernt ist. Dieselbe ähnlich wie eine Königin auszufangen, ist sehr schwierig, da dieselbe den übrigen Arbeiterinnen vollkommen gleich sieht und ist deshalb nur dann möglich, wenn man dieselbe über der Eierlage erwischt, was aber nur selten der Fall sein dürfte. Der Imker muß daher zu einem anderen Mittel greifen und die Bienen zwingen, sich der falschen Mutter selbst zu entledigen. Das einfachste Mittel dürfte wohl folgendes sein: Das weiselfalsche Volk bekommt einen neuen Platz auf dem Stande. Auf seine bisherige Stelle wird eine möglichst gleich aussehende, leere Beute gestellt. In diese bringt man eine Brutwabe sammt den darauf sitzenden Bienen und gibt auch gleich eine Königin im Weiselkafig oder unter einem Pfeifendeckel bei. Die Bienen des verstellten weiselfalschen Stockes kehren bei ihren Ausflügen zur alten Stelle zurück. Nach einigen Tagen bleibt im verstellten Stocke nur noch ein kleines Häufchen Bienen und die Afterkönigin zurück, die man dann sammt den wenigen Begleitbienen abschwefelt. Obstbaumzucht. * Wo an Obstbäumen der Fruchtsegen zu groß ist, besonders, wo an Formbäumen mehrere Früchte an einem Zweige sich befinden, muß jetzt zur Schonung des Baumes ausgebrochen werden. Von oft wunderbarer Wirkung ist das Bespritzen der tragenden Obstbäume früh Morgens mit Regenwasser, noch besser, wenn man solchem auf 100 Liter 1 Kilo Eisenvitriol beimischt, die Früchte und das Laub werden dadurch gestärkt, größer und glänzender. * Ueber der Erdbeerkrankheit Sphaerella fragarise. In feuchten Sommern werden unsere Erdbeeren häufig von einem Pilze befallen, der den Blättern eine Rothfärbung verleiht und die Pflanze oft zu Grunde richtet. Als hauptsächlichste Veranlassung zu der genannten Krankheit spricht die Feuchtigkeit im Erdboden, als auch in der Atmosphäre mit. In Töpfen cultivirte Erdbeeren sind der Krankheit mehr ausgesetzt, als im Freien gezogene. Auch werden die großfrüchtigen Erdbeeren in der Hauptsache rascher und heftiger befallen. als andere Sorten. Als Mittel wird empfohlen: bäufiges Lüften der Treibhäuser; wiederholtes Bestreuen der Pflanzen mit gepulvertem Kalk oder Schwefel und zwar noch vor Erscheinen der Krankheit, als Vorbeugunsmittel. Wenn die Krankheit sich schon eingestellt hat und der Pilz bereits seine Conidien treibt, so besprenge man die Pflanze mit einer Lösung von Kupfersulvat 0,5—0,7 Gewichtstheilen, Natronkrystallen 0,7—0,10 Gewichtstheilen und 100 Gewichtstheilen Wasser. Nach meinen bisherigen Beobachtungen und Notizen werden von der Krankheit sast gar nicht befallen die Monatseidbeeren; wenig befallen wird die Moschuserdbeere, Vierländer, unter den großfrüchtigen Dr. Morere. Theodor Moulie. Due de Magenta Professor Pynaert Spharpless. Stark angegriffen werden leider die vorzügliche König Albert von Sachsen, die zur Treiberei häusig benntzte Marguerite, Mammouth, May Qucen und Prowns Wunder. Gemüsebau. * Zwei Ernten von einer Kohlrabipflanze zu halten, wird hin und wieder empfohlen: die halb= oder dreiviertel ausgewachsene Knolle oder Aepsel abzuschneiden, in der Küche zu verbrauchen, die Pflanze selbst aber noch an ihrem Standorte zu lassen, denn sie treiben unn von neuem 3—5 oder auch mehr neue Knollen und geben so einen viel höheren Ertrag.— Wahr ist nun, daß eine so behandelte Kohlrabipflanze wieder neue Knollen ansetzt, doch kommt nur selten etwas Ordentliches dabei heraus, so daß diese Methode nicht sehr zu empfehlen ist. Dann wird der Kohlrabi gewöhnlich auch nur als Vor= oder Zwischenfrucht zu anderen Gemüsearten benutzt, z. B. um die Gurkenbeete gepflanzt, soll möglichst frühzeitig abgeerntet werden, um den anderen Gemüsepflanzen mehr Platz zu verschaffen und in folchen Fällen ist es nicht zweckmäßig die auf obige Weise behandelten Pflanzen bis zum Geben einer zweiten Ernte stehen zu lassen. * Das Entblättern der Gemüsepflanzen. Nicht nur im Gemüsebau, sondern auch in der Landwirth= schaft finden wir oft den schädlichen Brauch die unteren Blätter der Kohlarten des Sellerie, der Rüben 2c abzubrechen, um sie entweder zu verfüttern oder aber, wie beim Sellerie, die Entwicklung der Knolle dadurch zu fördern. Diese Gewohnheit ist so eingefleischt, daß es oft trotz der deutlichsten Vorstellung nicht möglich ist, die Leute davon abzubringen. Das Ausdrechen ist nur dann ohne Schaden zulässig, wenn blos die bereits absterbenden Blätter entfernt werden, werden ader noch grüne, thätige Blätter der Pflanze genommen, so ist der Schaden, den dadurch die Pflanze in ihrer Entwicklung erleidet, ein bedeutenderer, als der durch Verfütterung der Blätter erzielte Nutzeffekt. Bei dem Sellerie halten viele diese Arbeit für eine unbedingte Nothwendigkeit, und doch schadet sie hier gerade so wie den anderen Pflanzen. Wer einmal versuchsweise den Sellerie zum Theil entblättert und zum Theil unberührt gezogen hat, der wird sich diese Arbeit für die Zukunft sicher ersparen. Nicht das Entblättern, sondern kräftige Dungung, reiche Wasserzufuhr und ausgiebiges Gießen sind die Mittel zur Erzielung großer Sellerieknollen. Ein unentblättertes Beet von Sellerie oder Kohlarten ist mehr beschattet, die Verkunstung des Wassers direkt durch den Boden ist eine viel beträchtlichere, als bei mehr vom Laub bedeckten Beeten; die letzteren trocknen deswegen bedeutend langsamer aus. Ziergarten und Blumenpflege. * Spätgepflanzte Ziersträncher. Wenn dieselben noch in vollem Trieb verpflanzt werden müssen oder wenn sie gar schon Blätter haben, so sind sie stark zurückzuschneiden und wiederholt zu gießen. Handelt es sich um sehr werthvolle Sträucher, so empfiehlt sich auch noch, sie zu beschatten. Man giebt hierzu jedem Strauch einen Pfahl und befestigt an diesem ein Stück Packleinen, welches über den Strauch ausgebreitet, wird. * Die Palme im Sommer im Freien. Es ist merkwürdig, daß so manche in heißesten Klimaten heimische Pflanzen bei uns gegen die weniger heißen Sonnenstrahlen empfindlicher sind, als gegen die Glutsonne der Tropen. Bei Palmen trifft dies ganz besonders zu und deshalb sind diese, wenn im Sommer im Freien aufgestellt, bei heißem Sonnenschein sorgfältig zu beobachten und unter Umständen zur Mittagszeit zu beschatten. * Passiflora oder Passionsblume zum Blühen zu bringen hält für manchen recht schwer, doch kommt dies vielfach daher, daß ihr Standort zu schattig ist. Die Passiflora liebt einen hellen, luftigen Standort Sodann bedarf sie einer ausgesprochenen vollständigen Ruhezeit, damit sie Blüthen vorbilden kann. Beginnt sie zu treiben, so gieße man mit lauwarmem Regenwasser. Eine Düngung mit Holzasche trägt zur Entwickelung eines reichen üppigen Flors bei. Landwirthschaft. * Heublumen, ein vortreffliches Fntter. Seit die Kleegrassaat bei Anlegung von Wiesen mit Recht die Heublumensaat verdrängt hat, werden gleichwohl die Heublumen in altbergeübter Form gesammelt und im Frühjähre auf den Wiesen ausgestreut. Sie wirken dann allerdings gleichsam als Dünger, aber damit geht dennoch ein wirthschaftlicher Werth verloren. Betrachten wir die Heublumen näher, wenn sie durch ein Sieb von 5 Millimeter großen Maschen gegangen sind so finden sich darin außer dem Staub Sämereien frühreifer Pflanzen(Spitzwegrich 2c.), wie sie sich bei der Aussaat in der Wiesenanlage repräsentiren. Die giftigen Samen der Herbstzeitlose finden sich selten, weil die Fruchtkapseln derselben bei dem Dörren des Heues zerspringen und so nicht eingeheimst werden. Durch Frübheuen kann man ja überhaupt die Herbstzeitlose vertilgen, weil nach und nach, das heißt im Verlaufe von vier bis fünf Jahren, die Zwiebel derselben die Kraft verliert, Samenkapseln zu bilden. Außer diesen Samen finden sich dann in den Heublumen Blätterreste der besten Futterkräuter, vielleicht 90 pCt. des Gesammtgewichtes, während 10 pCt. in Staub und Sämereien sich theilen mögen. Es liegt somit im Interesse des Landwirthes, diese guten Bestandtheile der Heublumen(Blätterreste und Sämereien) als Futter zu benützen, dadurch, indem man vorher den Staub durch ein feines Sieb von demselben befreit. Wenn man einwendet, daß es doch gewagt sei, solchen Mischmasch zu süttern, jo kann noch auf Grund der Erfahrung versichert werden, daß nie die geringste Verdauungsstörung bei dem Vieh deshalb wahrgenommen wurde. Man kann sie auch leicht unter Häcksel vermischen, um weniger Gefahr zu lausen, daß so kleine Futterbestandtheile störend auf den Mage der Wiederkäner wirken könnten Wenn auf das Stück Vieh pro Winter auf diese Weise nur ein halber Metercentner solcher staubfreier Heublumen durch Verfütterung nutzbar gemacht wird, so ist dies doch von größerenz Nutzen, als wenn man sie einfach umkommen läßt. In Verbindung mit Strohhäcksel kann die Versütterung der Heublumen eine werthvolle mehrung des Futters in jutterknappen Jahren ergeben. An Stelle des verfütterten Stienstrohs hat dann die Torsstren oder ein anderes Strensurrogat zu treten. Die Gerste, welche stark mit Klee durchwachse e nuß nach einägggem Liegen Legzaue zahren werden. kann am zweiten oder dritten Tage eingefahre In manchen Gegenden ist ein Auspuppen in,#gr. Weise üblich, daß man die Gerste häuselt und die Hä unter den Aehren mit ein paar Halmen a;czuzzen. bindet, worauf man sie aufstellt. In diesen Hu„en trocknet die Gerste nicht nur gut aus und reifen vie Aehren schön nach, sondern sie leidet durch einen Rege auch viel weniger, als wenn sie am Boden liegt. Diese Mühe sollte nicht gescheut werden, um gute Braugerste zu erzielen, sie macht sich durch die Gi den Preis des Produktes reichlich bezahlt.### darf nur in vollkommen irockenem Zustande eingefa werden, indem sie sich sonst im Stocke erbißt, rothe Farbe erhält, welche ihren Werth bedeutend verringert. Das Stroh der Gerste trocknet langsam. da dessen Knoten viel Feuchtigkeit enthalten und ist man erst dann vor einer Erhitzung im Stocke sicher, wenn die Knoten beim Biegen abbrechen. 4 und Verlag von J. Fusangel in Hagen. Verantwortlicher Redacteur H. Bouvet in Hagen. K Holkswirthschäftlicht Erilags zur„Hestbenischen Holkszeilung der katholischen Kirche. Eine alte, immer neu verwerthete, vergiftete Waffe der Socialdemokratie bildet die geradezu ungeheuerliche Behauptung: Die katholische Kirche sei volksfeindlich, sie habe durch 1800 Jahre für das wirthschaftliche Wohl der Völker nichts geleistet, sondern die Armen nur auf den Himmel vertröstet.“ Leider gibt es immer noch Tausende von Katholiken, welche sich durch die Keckheit, mit der solche Pauschalverleumdungen vorgebracht zu werden pflegen, verblüffen lassen und unfähig sind, solche haarsträubenden Ungerechtigkeiten gegen ihre eigene Mutter, die Kirche sofort zurückzuweisen. Obige Prase kann— man verzeihe uns den harten Ausdruck— nur ein bewußter Lüguer oder ein bodenlos dummer„Volksführer" in den Mund nehmen. Wir übergehen hier, was das Christenthum für die Abschaffung der Sclaverei geleistet hat. Das Recht des Individuums beginnt erst mit dem Christenthum, und auf die persönliche Würde der Einzelpersonen gründete sich die Menschheit im christlichen Gesellschaftsbegriffe. Christenthum hat aber nicht bloß das Recht des Individuums, seine persönliche geistige Freiheit begründet(die alte griechischrömische Culturwelt berücksichtigte als vollberechtigten Menschen nur den Staatsbürger, einen winzig kleinen Theil der Menschheit; der Schwache, der Arme, der Kranke, die Frau, das Kind waren alle rechtlos; der Staatsbürger selbst war wieder nicht Selbstzweck, sondern ging mit seiner ganzen Persönlichkeit im Staate auf, dessen Sclave er war), sondern auch die Gleichheit aller Menschen vor Gott gelehrt. Diejenigen, welche immer den Ruf „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" im Munde führen, wissen oft gar nicht, daß sie diese Begriffe nur den Lehren des Christenthums verdanken. Wir hier können auch nicht näher darauf eingehen, welch' unvergängliche, von jedem ehrlichen Gebildeten anerkannte Verdienste sich die Kirche in den furchtbaren, traurigen Zeiten der Völkerwanderung um die Rettung der altklassischen Litteratur, nach der Völkerwanderung um die Ausbildung der Handwerke, des Ackerbaues, der Viehzucht, um die Gründung von Städten 2c. erwarb. Wir beschränken uns hier lediglich darauf, mit einigen kurzen Notizen zu beweisen, daß die katholische Kirche auch noch heute in einer einzigen Woche mehr Opfer für die wirthschaftlich Schwachen bringt, als die ganze Socialdemokratie seit den 30—40 Jahren ihrer Großsprecherei geleistet hat, obwohl sich diese„Volksführer" für ihre Volksretterei von den ärmsten Arbeitern gut bezahlen lassen. Die St. Vicenzvereine unterstützen, ohne die Armen auf den Zukunftsstaat" zu vertrösten, alljährlich mit circa 9½ Millionen Francs Arme ohne Unterschied der Religion, oder Nation. In Paris macht sich z. B. ein einziger Verein nicht weniger als 150,000 armen Kindern auf verschiedene Weise nützlich; mehrere andere katholische Vereine in Paris unterhalten 60,000 Waisen; die St. Vincenzvereine verpflegen circa 100,000 Familien; ein einziger derselben vertheilt jährlich 2 Mill. Portionen, ein anderer macht per Jahr 180,000 Armenbesuche. Die Congegration der„Schwestern der Armen“ verpflegt in 241 Häusern 27,000 Greise und Greisinnen. In ganz Europa besitzen diese Schwestern, die trotz eigener Armuth für andere Millionen Francs zusammbetteln, 2434 Häuser, in denen sie 185,000 Kinder unterrichten und 45,000 in den Spitälern eingeschriebene Kranke verpflegen. Wien allein besitzt 26 christliche Asyle und Rettungshäuser für eiwerbsunfähige Mädchen, für Sieche und Greise, 17 Waisenhäuser, 55 Krippen und 31 Krankenanstalten, Nordamerika 239 christliche Waisenanstalten mit circa 30,367 Kindern usw. Nach einer vom„General= inspector der öffentlichen Wohlthätigkeitsanstalten in Frankreich“ herausgegebenen Statistik waren von den 1483 Spitälern Frankreichs, welche entweder die Revolutionszeit überlebt oder seitdem errichtet wurden, nicht weniger als 304 vom Clerus durch freiwillige Gaben gegründet worden. Betrete die stillen Räume, wo barmherzige Schwestern arme hilfsbedürftige Kinder pflegen, Wunden des Körpers und der Seele##ilen, Sterbenden mild den Todesschweiß von der Stirne trocknen: Es sind gute Katholikinnen, welche nur darum so schwere Opfer bringen können, weil sie an der Lehre und dem Beispiele Christi festhalten. Was hat denn die Socialdemokratie für die Armen schon gethan? Nennet uns auch nur ein einziges socialdemokratisches Spital, ein einziges socialdemokratisches Kinderasyl! Auf wie viele herrliche Zeugnisse der Geschichte könnten wir Katholiken hinweisen, wenn uns der Vorwurf entgegengeschleudert wird, die Kirche habe nichts für die Armen gethan! Es mangelt nicht an zahlreichem und schlagendem Beweismaterial, aber kennen müssen wir die Verdienste der Kirche, und auch den Muth haben, mit diesen Waffen die Kirche für ihre vielen Opfer gegen erbärmliche Ungerechtigkeit und Dummheit zu vertheidigen! Wer sich näher über dieses Kapitel unterrichten will, dem empfehlen wir die soeben erschienene Broschüre:„Volksfreundliche Thaten statt leerer Worte" oder„Sociale Thätigkeit der Kirche". Von Registrator, Verlag von A. Opitz in Warnsdorf, Nordböhmen. Preis 12 kr. oder 18 Pfg., 50 Expl. 5 fl. oder 8 Mk. 30 In circa 20 Kapiteln führt diese Broschüre, sozusagen ein kleines Ehrenbuch des Katholizismus, aus, was das katholische Ordenswesen der ganzen Welt für die Verlassenen der Menschen thut, was speciel ein Don Bosco, Cottolengo, P. Mathew, P. Damian Deveuste für die Aermsten der Armen gewirkt; was in Deutschland 2c. die katholischen Volksvertreter an Arbeiter=Schutzgesetzen angeregt und durchgesetzt, was katholische Arbeitgeber an Wohlfahrtseinrichtungen geschaffen usw. Es wäre zu wünschen, daß dieses billige Büchlein in der Hand eines jeden Katholiken sich befände. Knappschaftsältesten-Wahl. V Wir haben vor vierzehn Tagen darauf hingewiesen, daß die Punkte, auf welche der alte Verband die für die Knappschaftsältesten=Wahl aufzustellenden Kandidaten verpflichten will, in mancher Hinsicht einen undurchführbaren Unsinn enthalten, der wohl nur aus socialdemokratischen Parteiprincipien entstanden ist, ferner in mancher Hinsicht den Interessen der Werksbesitzer entgegenkommen und endlich der Kasse des allgemeinen Knappschaftsvereins wenigstens großen Schaden zufügen, wenn nicht die Kasse gar dem vollstandigen Ruine entgegenführen würde. Abgesehen von diesen Punkten sind wir auch der Ansicht, daß man sich nicht zu früh nach geeigneten Kandidaten umsehen kann, denn das ist auch unsere Ansicht, die gemäßigten Knappschaftsältesten und vor allen die Führer der Gemäßigten dürfen nicht wiedergewählt werden. Was diese Leute, die zu allem, was ihnen die Werksvertreter vorkauen, Ja und„Amen“ sagen oder nicken. als ob sie sämmtlich Ringe in der Nase hätten, an welche man nur zu ziehen brauche, in den langen Jahren gethan haben, wie sie die Rechte der Mitglieder verletzt haben, und sich eben dadurch Beamtenpöstchen 2c. gesichert haben, das ist wohl den 2. Fahrgang Für Stadt und Land meisten Knappschaftsmitgliedern bekannt und wird auch noch wohl vor der Wahl weiter erörtert werden. Die Zahl der gemäßigten Knappschaftsältesten beläuft sich aber auf 140 bis 150 Mann, wie sich auch bei der letzten Vorstandswahl noch mal wieder ergeben hat. Es waren auch circa 150 Unterschriften, welche unter der Ergebenheitsadresse standen, welche vor einigen Jahren dem Vorstande übermittelt wurde. Man glaubte damals, daß darunter viele seien, welche nur dem Drucke der Oberältesten gehorchend ihre Unterschrift gegeben hätten, aber die diesjährige Vorstandswahl, bei der doch jeder nach seinem Willen stimmen konnte, hat bewiesen, daß die circa 130 Gemäßigte doch wohl in Wirklichkeit existiren. Für 150 Mann aber neue und zwar bessere und geeignetere Leute aufzustellen, ist nun gerade keine Kleinigkeit. Am besten können das aber die jedesmaligen Mitglieder des betreffenden Sprengels; sie müssen ja auch eden wissen, ob sie mit ihrem bisherigen Aeltesten zufrieden sein können oder nicht. Auf jeden Fall darf man aber nicht zu lange mit der Aufstellung warten, sonst wird nichts daraus. Daß die gemäßigten Aeltesten zur geeigneten Zeit schon die Zechenpartei auf die Beine bringen werden, ist selbstverständlich. Bis dahin also muß der Kandidat den Sprengelmitgliedern schon dermaßen bekannt sein, daß kein Abirren mehr möglich ist. Um sich nun einigermaßen über die Anforderungen, welche man an einen geeigneten Kandidaten stellen muß, klar zu werden, wollen wir kurz unsere Meinung darlegen. Zunächst muß der Kandidat den Bestimmungen des Statuts entsprechen. Dieses fordert im§ 202 des jetzt noch geltenden Statuts:„Wählbar sind, nur Aitglieder, welche: 1. innerhald des Aeltestensprengels wohnen, 2. min ganz bequem sitzen, wenn sie jetzt an ihre damaligen Versprechen erinnert werden, aber sie glauben alles damit zu entschuldigen, daß sie sagen, die Vertreter des alten Verbandes sind lauter Socialdemokraten und auf deren Grundsätze kann man sich nicht einlassen. Mit dieser faden Entschuldigung dürfen die Aeltesten aber bei dieser Wahl nicht durchAeltestensprengels wohnen, 2. mindestens 30 Jahre alt, 3. unbescholten und nicht dem Trunke ergeben sind, 4. der ersten Klasse oder den Beamten=Abheilungen als actives oder invalides Mitglied angezören, 5. frei von körperlichen Gebrechen sind, welche sie an der Ausübung der Geschäfte eines Knappschaftsältesten hindern würden, 6. geläufig lesen, schreiben und rechnen können, 7. keine Gast= und Schenkwirthschaft und kein sonstiges Geschäft betreiben, welches sie von der Gunst des Publikums wirthschaftlich abhängig macht.“ Zu dem Punkte 6 bemerken wir, daß im Jahre nach der Aeltestenwahl die Bezirks(Geschäfts)Commission die Prüfung der neugewählten Reltesten vornahmen und daß von den 108 Neugewählten 12 sich einer Nachprüfung unterziehen mußten. Bei der Nachprüfung traten zwei freiwillig zurück und drei sielen durch. Man schlage den Punkt also nicht zu leicht an. Anderseits braucht man aber auch nicht gar zu ängstlich in dieser Hinsicht zu sein. Wer nur halbwegs eine gute Elementarschulbildung genossen hat, kann die schriftlichen und rechnerischen Arbeiten eines Aeltesten wohl erledigen. Die Hauptsache ist, daß er ein heller Kopf ist, der vernünftig über Geschriebenes oder Gehörtes nachdenken und sich in etwa in der Geschäftsführung zurecht finden kann. Er muß wissen, daß er die Rubriken der Listen nach dem vorgedruckten Kopfe auszufüllen hat, und muß wissen, welche Rubriken in den Formularen von ihm ausgefüllt werden müssen und wie, d. h. er muß sich die betreffenden Fragen der Formulare klar machen und richtig beantworten können; also eine halbwegs gute Volksschulbildung und klarer Kopf genügen. Er muß aber auch wissen, daß seine Listen 2c. Urkunden sind, daß er sich in dieser Hinsicht keine Unrichtigkeiten darf zu schulden kommen lassen, auch nicht im Interesse der Mitglieder, um ihnen vielleicht eine Strafe zu ersparen. Seine Bücher müssen correkt, der Wahrheit gemäß geführt werden, sonst verfällt er dem Oberältesten. Ist der Herr Oberälteste bei ihm gewesen und hat derselbe seinen Namen mit dem Datum oder irgend ein beliebiges Zeichen in die Krankenliste einGragßeieg dann kann er nich, nachher noch einen Kruntenschein jüngeren Datums, der vielleicht zu spät vorgezeigt ist unter diesem jüngeren Datum eintragen, um dem Kameraden die Strafe zu ersparen! In diesem Falle würde der Herr Oberälteste ihn bald an den Kragen nehmen und er müßte dann mindestens auch eine Ergebenheitsadresse an den Vorstand unterschreiben oder etwas Aehnliches, sonst könnte er nur sein Bündel schnüren. Das ist sicher, von den im Jahre 1892 gewählten Aeltesten haben viele aus diesen Ge###den auf das Vrogramm der Gemäßigten schwören gemäßigten#ckesten schlüpfen. Sie brauchen sich auf socialdemokratische Grundsätze nicht einzulassen, aber mit diesem Mäntelchen deckt man so gern jede Reform zu und selbst solche Grundsätze, wenn sie mit den Rechten der Mitglieder und dem Wohl der Kasse vereinbar sind, müssen maßgebend sein, ob sie nun zufällig auch von Socialdemokraten vertreten werden oder nicht. Welcher Art die Aeltesten=Kandidaten sein müssen, sagt auch der§ 213 und 214 des jetzigen Statuts. Der erstere heißt:„Die Knappschafts=Aeltesten haben neben der Vertretung der Vereinsgenossen in der Generalversammlung deren Rechte in allen Vereinsangelegenheiten beim Vorstande wahrzunehmen und deren Wünsche zur Kenntniß desselben zu bringen. Sie sind die Organe des gesammten geschäftlichen Verkehrs zwischen den einzelnen Mitgliedern und dem Vorstande.“ Nun mögen sich die jedesmaligen Sprengelmitglieder mal die Frage stellen, ob ihr Knappschaftsältester diese Pflichten erfüllt hat. Hat er die Mitglieder in der Generalversammlung richtig vertreten, oder hat er die Vortheile der Werksvertreter vertreten. Hat er sich wohl einmal um die Wünsche der Sprengelmitglieder gekümmert und sie richtig an den Vorstand gebracht? Hat er die Mitglieder wohl einmal richtig aufgeklärt über die mancherlei wichtigen Fragen, welche in den 6 Jahren gerichtlich entschieden worden sind? Wußte er sie selbst auch wohl? Hat er seinen Sprengelgenossen wohl immer die wichtigen Beschlüsse des Vorstandes mitgetheilt, denn gar mancherlei wichtige Beschlüsse des Vorstandes sind in den 6 Jahren gefaßt worden, und der Aelteste hat darüber jedesmal ein Protocoll erhalten. Wenn auch in früheren Jahren die Protocolle mangelhaft waren, die wichtigsten Beschlüsse sind ihm doch mitgetheilt worden; und sind sie ihm nicht geworden, warum hat er sich dann nicht gemeldet? Er sollte doch das vermittelnde Organ sein. Ist er wohl einmal im Januar hingegangen, um Kenntniß von dem Wirthschaftsplan zu nehmen, wie es der§ 219 des jetzigen Statuts vorschreibt? In den letzten 2 Jahren ist den Aeltesten jedesmal ein Abdruck vom Wirthschaftsplan ins Haus geschickt worden. Hat er von diesem Wirthschaftsplane seinen Sprengelgenossen Mittheilung gemacht? Hat er ihnen mal einen Einblick in denselben gewährt? Der§ 214 sagt:„Sie(die Aeltesten) haben über alle Zweige der Verwaltung sich zu informiren, die Jahresrechnung und die zugehörigen Beläge in der statutenmäßig festgesetzten Zeit einzusehen und etwaige Bemängelungen der Rechnung dem Vorstande vorzulegen 2c. Der§ 230 sagt, daß die Jahresrechnung im Monat Juli im Vereinslocale zur Einsicht und Erklärung der Werksbesitzer und Knappschaftsältesten offen liege. Ist nun— so mögen sich die Sprengelgenossen fragen— unser Aeltester wohl einmal hingegangen, diese auszuüben? Hat er uns wohl je von der Richtigkeit oder Unrichtigkeit der Rechnungen etwas mitgetheilt? Nun, vollkommen ist ja allerdings kein Mensch und vollkommene Aeltesten sind gewiß nicht zahlreich, aber diese Forderungen muß man als Norm für die Kandidaten aufstellen, dann kommt die zeitgemäße Knappschaftsreform von selbst. Der aufzustellende Kandidat muß vor allem ein klarer Kopf mit wenigstens halbwegs guter Volksschulbildung sein, der sich schnell in die ihm durch das Amt auferlegten Pflichten zurechtzufinden weiß. Vor allem aber muß derselbe ein ehrliebender, offener, fester Charakter sein, der sich nicht durch Pöstchen, gute leichte Arbeiten oder dergleichen mehr vom richtigen Wege abbringen läßt Er darf auch nicht allein nach dem Posten eines Knappschaftsältesten streben, weil derselbe Gewinn, ein festes jähr1892 gewählten Aeltesten haben viele aus diesen brunden auf das Progrumm der Gemäßigten schwören müssen; natürlich haben sie sich dann ganz wohlig dabei gefühlt und ihren materiellen Vortheil wahr genommen. Es war schon vor 1892 eine recht anzehnliche Schaar oppositioneller Aeltesten vorhanden und wie der alte Verband damals prahlte, wären 80 Mann auf sein Programm hin gewählt. Wenn wir uns aber den Sums ansehen, dann sind von den 80 vielleicht ganze 8, aber sicher nicht dreimal s übrig geblieben. Die übrigen sind umgekippt sagt man, b. h. sie sind Vertrauensmänner der Werksbesitzer geworden, sie sind Fahrhauer, Aufsichtshauer, StrossenAufseher, Bahnläpper 2c. geworden, oder sie sind die Aufseher der Pferdejungen und fühlen sich in ihrem Agmtchen recht mollig. Es wird ihnen freilich nicht Falle 2. Seite einen Weg finden, ihn seines Amtes zu entheben. Es haben schon viele Aeltesten stundenweit von ihrem Wohnorte entfernt arbeiten gehen müssen, weil es ihnen nicht möglich war, auf den benachbarten Zechen lohnende Arbeit zu bekommen. Es ist nicht leicht, gegen solche Machinationen auszuhalten, es gehört eine große Charakterfestigkeit dazu! Aber es gibt doch, Gott lob, noch solche Männer und eine ganze Reihe von Knappschaftsältesten haben diese Charakterfestigkeit schon Jahre lang bewiesen. Man gebe nun in der bevorstehenden Wahl diesen charakterfesten Leuten recht viele ähnliche an die Seite! Mit den gemäßigten Aeltesten muß möglichst aufgeräumt werden und an ihre Stelle müssen solche treten, die stets bereit, den eigenen Vortheil, das eigene Ich hintenanzusetzen, aber die Rechte der Mitglieder auf alle Fälle zu vertheidigen. Sie müssen bereit sein, ihr Amt sofort niederzulegen, falls sie aus persönlichen Gründen nicht mehr in der Lage sind, die Rechte der Mitglieder nach jeder Seite hin zu wahren und zu vertheidigen. Solche Männer stelle man als Kandidaten auf, dann wird sich eine zeitgemäße Knappschaftsreform von selbst ergeben. und Hufbeschlag. Von C. Schinke.(Nachdruck verb.) liches Nebenverdienst einbringt, in erster Linic soll und muß ihm immer das Ziel vor Augen stehen, auf eine zeitgemäße Reform der Knappschaftskasse hinzuarbeiten. Vor allem soll er einen steifen Rücken haben, gegen alle Versuchungen, seine materielle Lage durch den Aeltestenposten zu verbessern. Er soll und muß ehrliebend sein; er darf nicht den Mitgliedern, wenn sie sich gegen das Statut verfehlt haben, auf jeden Fall beistehen wollen und dadurch etwa seine Pflicht verletzen. Dieses würden die Mitglieder gegebenen Falls sogar gegen ihn ausbeuten, wenn er sich etwe mit ihnen verfeindet hätte. In diesem wurde er mindestens dem Oberältesten verfallen und müßte er immer die Mütze unterm Arme haben, wenn sich ein„übereifriger Diederich“ sehen ließ. Er würde seine Freiheit im Handeln verlieren und nur noch ein gefügiges Werkzeug sein, wie die jetzigen Gemäßigten auch. Er müßte geradeso ins Horn tuten, wie die Führer Bruchhageu, Rittenbruch, Schumacher, Schero, Kemper 2c. 2c. auch, sonst würde man schon direct oder indirect(durch den Arbeitgeber) Die Dienstleistung, Tüchtigkeit und Arbeitsfähigkeit eines Pferdes, gleichviel, ob es zu Reit=, Fahr= oder Lasttragezwecken Verwendung findet, hängt nicht nur allein von der Körperkonstruction, sondern hauptsächlich von der Beschaffenheit und Gesundheit der Füße bezw. seiner Hufe ab. Besitzt ein sonst normal gebautes Pferd einen mangelhaft entwickelten oder kranken Huf, so hat es entweder nur einen geringen oder gar keinen Nutzleistungswerth, indem ein hufkrankes Pferd zu keinerlei Arbeiten zu verwenden ist. Um das Pferd in einem diensttüchtigen Zustande zu erhalten, muß daher der Pflege der Hufe eine besondere Aufmerksamkeit zu Theil werden, die sich nicht nur allein auf die Hufe der alten Arbeitspferde, sondern auch auf die Hufe der jungen Pferde und Fohlen zu erstrecken hat. Insbesondere wird man sein Augenmerk auf den Hufbeschlag zu richten haben, indem, wie bekannt, ein schlecht aufgenagelter Beschlag zu vielerlei Hufkrankheiten führt, die zuweilen den Tod des Thieres herbeiführen. Leidet ein Pferd an Huferkrankung, so kann die Ursache im Verschlagen seitens des Hufschmiedes liegen oder das Grundübel kann auch in den Stallverhältnissen seine Begründung finden. In vielen Fällen werden die Huferkrankungen, als da sind: Hornfäule, Huf= und Strahlenkrebs, Hufrisse, Husspröde u. s. w., in den unpraktischen Bodenverhältnissen der Ställe zu suchen sein, besonders wenn der Stall tief liegt und nur ein mangelhafter Abfluß der Stalliauche vor sich geht. Bei Pferden, die in nassen Ställen stehen, stellen sich Huferweichungen ein, die Anlaß zur Hornfäule geben und den Hufkrebs nach sich ziehen. der sich schwer heilen läßt. Die Hornfäule tritt meist in den Pferdeställen auf, wo für die Hufpflege wenig oder gar nichts gethan wird, ja wo mancherlei Hufkrankheiten durch eine unverständliche Behandlung seitens Landwirthe und Pferdebesitzer gewissermaßen gezüchtet werden. So findet man häufig, daß kleinere Pferdehalter beim Auftreten einer kleinen Hufbeschädigung, sei es ein Riß oder Hufspalt, zur Heilung der Wunde einen Umschlag von Mist anwenden, um angeblich eine schnelle Heilung zu erwirken. Es geschieht dieses in der Absicht, um den spröden Huf zu erweichen und den Schaden möglichst schnell zum Verwachsen zu bringen. Es läßt sich ja keineswegs leugnen, daß der Huf durch den Mistumschlag erweicht wird, aber abgesehen davon, daß dies unter Umständen erst recht eine Schädigung herbeiführen kann, ist gerade bei bestehenden Schäden die Gefahr einer Verschlimmerung durch Mistumschläge im hohen Maße vorhanden. Wie bekannt, sind in allen Stallmistarten große Mengen von Bakterien und Pilzkeime enthalten, die als Krankheits= und Fäulnißerreger wirken. Schon auf einen gesunden Pferdehuf, der lange Zeit auf befeuchtetem Mist steht, wirken die Bakterien zersetzend ein, noch schlimmer und gefährlicher gestaltet sich der Verlauf, wenn der Huf Risse oder Salten hat oder gar durch eine tiefgehende Wunde arz beschädigt ist. Der Mist mit den darin enthaltenen schädlichen Krankheitskeimen dringt in die Wunde, setzt sich an den Wundstellen fest, erzeugt Eiterungen und Geschwülste, worauf im weiteren Verlauf die Hornfäule und der Hornkrebs hinzutritt. Kein Abwaschen kann die in die Wunde eingedrungenen Bakterien entfernen, daher Mistumschläge nicht nur allein verwerflich sind, sondern geradezu Hufkrankheiten erzeugen. Werden bei einem Pferde Hufrisse und Spalte bemerkt, so empfiehlt es sich, den kranken Huf sehr oft, wenn möglich alle halbe Stunden mit reinem kalten Wasser gut auszuwaschen und dem Pferde auf einer reinen und trockenen Einstreu einen Standort zu geben. 2. Jahrgang und Land 3. Seite So schädlich eine länger einwirkende Nässe für den Huf ist, besonders wenn dieser jahrein und jahraus in der Stalljauche steht, ebenso nothwendig muß jedoch eine kurzandauernde Behandlung desselben mit Wasser erfolgen, da in Folge Mangel an Feuchtigkeit spröde Hufe hervorgehen. Die Ursache eines spröden Hufes liegt daher an dem Fehlen gewisser Feuchtigkeiten, die unbedingt nothwendig sind, um den Huf elastisch und geschmeidig zu erhalten. Ganz unrichtig und den Wachsthumsbedingungen zuwiderlaufend würde es erscheinen, die mangelnde Feuchtigkeit dadurch ersetzen zu wollen, daß man den Huf des Pferdes während es sich im Stalle befindet beständig der Feuchtigkeit aussetzt und den Pferden fortwährend feuchte Umschläge macht. Durch eine derartige Behandlung würde der Huf all zu stark erweichen und nicht nur allein die Homnfäulniß hervorrufen, sondern es findet hinterher, wenn die Einwirkung der Feuchtigkeit aufhört, ein um so stärkeres Austrocknen der Hufe statt, wodurch eine rößere Sprödigkeit hervorgeht, die zu verschiedenen Huferkrankungen Anlaß giebt. Um das Sprödewerden der Hufe zu verhüten, empfiehlt es sich, diese mit irgend einem reinen Fett einzuschmieren, aber nur dann, und das ist die Hauptsache, wenn der Huf vorher gehörig gereinigt und durch Feuchtigkeit aufgeweicht wurde. Das Aufweichen des Hufes wird am besten durch Umschläge mit lauwarmem Wasser erzielt. Trockene Hufe mit Fett einzuschmieren, hat gar keinen Nutzen, da die Fettigkeit auf der oberen Hornschicht haften bleibt, ohne in die inneren Theile einzudringen. Nur der vorher erweichte Huf vermag die Fettfeuchtigkeit voll und ganz aufzusaugen und in gleichmäßiger Art in die Poren der Hornmasse einzudringen. Zum Einfetten der Hufe kann man jedes reine, ungesalzene Fett verwenden, letzterem jedoch, wenn die Pferde längere Zeit auf nassen Wegen gehen, eine Kleinigkeit festere Stoffe, wie: Wachs und Theer, hinzusetzen. Das sonst üblich angewandte Wichsen und Lackiren der harten Hufe ist für die Beschaffenheit derselben nicht nur allein zwecklos, sondern unter Umständen sogar schädlich, da sich der Staub als dicke Kruste auf diesen Ueberzug eisenartig festsetzt und das Austrocknen des Hufes befördert. Derartig behandelte Hufe trocknen sehr schnell aus und die Folge davon ist, daß die Pferde an spröden und brüchigen Hufen leiden und diens##nfähig werden. Von höchst nachtheiligen Folgen ist es, wenn die soröden Hufe wiederum auf längere Zeit mit der Stalljauche in Berührung kommen, wie überhaupt das lange Stehen der Pferde in feuchten Ställen in zersetzender Weise auf den Huf einwirkt, weil das im Stallmist enthaltene Ammoniak die Hornmasse angreift und eine Abbröckelung der Hornschichten nach sich zieht. Reinlichkeit der Hufe, Aufweichen derselben und darauf folgendes Einschmieren sind die besten Mittel, um den Huf geschmeidig zu machen, und ihn gesund und brauchbar zu erhalten. Da indessen die erforderliche Reinlichkeit der Hufe noch sehr viel zu wünschen übrig läßt, indem man die erforderlichen Aufmerksamkeiten hintenansetzt oder unbeachtet läßt, so erklärt es sich, daß Pferde dieser Behandlungsart meist an Hufkrankheiten leiden. Wie bekannt, setzen sich in den hohlen Flächen der Hufe sowohl bei alten und auch jungen Pferden Schmutz= und Kothreste fest, die in Fäulniß und Verwesung übergehen, die anliegende Hornmasse angreifen und so in den meisten Fällen den Keim zu den Hufkrankheiten legen, die unter den Namen Horn= und Strahlfäule bekannt sind. Das Auskratzen und Reinigen der inneren hohlen Huffläche hat daher oftmals zu erfolgen; es ist dieses eine kleine Arbeit, die sich vor dem Anspannen sehr gut und schnell erledigen läßt. Bleibt der anhaftende Koth und Schmutz unbeachtet, so wird das Pferd im Gehen behindert, besonders wenn sich in die hohle Fläche kleine Steinchen einzwängen und dem Pferde beim Auftreten arge Schmerzen verursachen. Ebenso wird auch in der Hufpflege ein anderer Umstand nur zu oft übersehen, der ebenfalls die Ursache vieler Hufkrankheiten bildet, und in der regelwidrigen Wachsthumsthätigkeit der Hufe seinen Grund hat. Man vergißt und übersieht es, daß der Huf von oben herabwächst, und daß er, sofern er nicht gut abgeputzt wird, bei wenig Arbeit und langer Ruhe sehr leicht eine unregelmäßige Form erhält, die hinterher meist üble Folgen nach sich zieht. Die Wand wird zu lang und zu hoch und bricht dann wohl zusammen, wodurch der Gang und Stand des Pferdes unsicher wird. Es tritt demzufolge eine Aenderung der natürlichen Stellung der Fesseln ein, die ein regelwidriges Auftreten der Hufe nach sich ziehen. Hierdurch entstehen Hufkrankheiten, die gefährlicher Art werden und schwer zu heilen sind. Daher müssen die Hufe der Pferde von Zeit zu Zeit nachgesehen und gut abgerundet werden. Zur Erhaltung der Hufe gehört auch, wie schon erwähnt, ein gewisses Maaß von Feuchtigkeit. Wo die Pferde auf die Weide gehen, wird die Feuchtigkeit niemals fehlen, da die Erde und das darauf wachsende Gras eine entsprechende Feuchtigkeit besitzt, die sich den Hufen mittheilt. Anders gestaltet sich die Anfeuchtung bei Stallpferden, die wenig oder gar keine Gelegenheit haben, auf die Weide oder auf den Acker zu kommen. Hier hat ein zeitweiliges Anfeuchten durch Auswaschen der Hufe mit reinem Wasser zu erfolgen. Wie sehr das Anfeuchten der Hufe zur Gesunderhaltung derselben beiträgt, zeigt die Erfahrung und die Praxis, die man hinsichtlich fußkranker Pferde auf dem Lande anwendet. Ist z. B. in einem Bauerngehöft, namentlich so in den östlichen Provinzen, ein Pferd hufkrank geworden, so wird es von den Eisen befreit und unbeschlagen etwa 14 Tage auf die Weide gebracht, wo es vom frühen Morgen bis zum Abend verbleibt. Schon in acht Tagen kommt das vorher stark lahmende Pferd hufgesund von der Weide herunter, um sofort an den Wagen gespannt zu werden. Eines der besten Vorbeugemittel gegen die meisten Hufkrankheiten, insbesondere für Arbeits= und Lastpferde, ist ein trockener Stall, der mit einer guten Einstreu versehen wird. Obgleich„wohl das Stroh eine gewisse Bindefähigreit besitzt, um die Stallfeuchtigkeiten aufzunehmen, so ist doch Torfstreu der Strohstreu vorzuziehen. Torfstreu vermag 10 mal mehr Feuchtigkeiten aufzunehmen und bindend fest zu halten wie Stroh, daher eine Torfeinstreu nicht nur allein einen trockenen Stand erzeugt, sondern auch einen vorzüglichen, an Ammoniakgehalt und löslichen Humusstoffen versehenen Dünger liefert. Die Torfstreu verhindert das Verflüchten der Ammoniakbestandtheile, indem sie die Urin= und Kothfeuchtigkeiten gierig sättigend aufnimmt und bindend festhält. Vielerlei Hufkrankheiten werden nicht nur allein durch die mangelhafte Hufpflege, sondern in vielen Fällen auch durch einen unpractisch ausgeführten Hufbeschlag erzeugt. Vielen Beschlagschmieden fehlt das Verständniß, einen practischen, gut sitzenden Hufbeschlag auszuführen: es gehört daher keineswegs zu den Seltenheiten, daß ein völlig gesundes Pferd nach dem Beschlagen lahmt, krank wird und unter Umständen eingeht. Wenn dieser Umstand mehr bei jungen Pferden und Fohlen auftritt, so liegt diese Erscheinung darin, daß der Pferdezüchter es versäumt hat, das Fohlen schon in der Jugend auf den Hufbeschlag vorzubereiten. Wie bekannt, ist ein Beschlagen der Fohlen ohne Anwendung von Gewaltmaßregeln kaum möglich. Diese Anwendung macht jedoch die Sache kaum besser, sondern schlimmer und ehe man sich versieht, hat ein Pferd Untugenden angenommen, die seinen Werth beeinträchtigen. Das Berühren und Beklopfen der Füße seitens der Menschen ist dem Thiere gänzlich ungewohnt und andererseits werden oft Stellungen von den Thieren verlangt, die ihrem Körperbau durchaus widersprechen. Daß das Beschlagen nicht leicht von statten geht, darf kaum Wunder nehmen, wenn man bedenkt, daß die Fohlen nur in Ausnahmefällen auf den Beschlag vorbereitet werden. Um ein leichtes Beschlagen zu ermöglichen, suche man daher schon in der frühesten Jugend die Fohlen daran zu gewöhnen, daß man sie an den Beinen faßt; man streichle diese entlang nur leicht mit der Hand und suche dann nach und nach den einen und den anderen Fuß zu heben, zunächst nur ein wenig, dann mehr und mehr, bis man die für den Beschlag erforderliche Stellung erreicht hat. Ein oftmaliges Reinigen der Hufe und ein leichtes Beklopfen derselben trägt sehr viel zur Gewöhnung an den Hufbeschlag bei. Beim Beschlagen sollen die Füße nicht zu hoch gehalten werden, weil dieses ermüdend auf das Pferd einwirkt. Auch ein zu langes Aufhalten eines Beines ist unter allen Umständen zu vermeiden, weil die Thiere unruhig und ungeduldig werden und die Arbeiten des Hufbeschlages stören. Wird das Pferd unruhig, so lasse man es das Bein zeitweilig auf die Erde setzen oder wechsele mit der Arbeit derartig, daß man die Hufe nach einander auswirkt und ausschneidet und dann beBeim Aufheben der Beine achte man darauf, daß sie in senkrechter Richtung stehen und niemals nach auswärts gezogen werden, weil hierdurch das Thier das Gleichgewicht verliert und nach einer Seite gezogen wird, die der gewöhnlichen Körperstellung widerspricht. Jede rohe Behandlung, so Schläge und Stöße, sind unter allen Umständen zu vermeiden, und ebenso wenig darf geduldet werden, daß eine Züchtigung mit der Peitsche erfolgt. Das ohnehin geängstigte Pferd erschwert das Beschlagen und läßt sich niemals ohne Gewaltmaßregeln Hufeisen aufnageln. Durch den Beschlag soll das Pferd in keiner Weise die natürliche Form des Hufes verlieren, noch soll es am allerwenigsten in der Function beeinträchtigt werden. Mit dem Beschlagen ist es daher keineswegs leicht zu nehmen, denn ist ein Pferd„verschlagen“, so werden die Functionen gestört, wobei Huferkrankungen nachfolgen. Allbekannt ist es, daß sich der Huf beim Auftreten eine Kleinigkeit ausdehnt und beim Aufheben wiederum zusammenzieht. Diese Bewegungen dürfen durch das Hufeisen in keiner Weise gehemmt werden; die Eisen sind der Hufform anzupassen und ebenso müssen die Vorder= und Hinterhufeisen der verschiedenen Function der Vorder= und Hinterbeine, auch eine verschiedene Konstruction haben. Da das Pferd mit den Hufen so auftritt und zieht, daß der Zeh und die Trachten auf ein und dieselbe Fläche zu liegen kommt, und die Vorderhufe in der Hauptsache zum Stützen, und die Hinterhufe im Wesentlichen zum Vorwärtsschieben des Körpers dienen, so müssen die Hufeisen eine verschiedene Konstruktion besitzen. Am besten ist es, die Vorderhufe mit platten Eisen ohne Stollen und die Hinterhufe mit Stolleisen zu versehen, vorausgesetzt, daß die Eisen eine wagerechte Fläche bilden und keinerlei Unebenheiten besitzen. Im Allgemeinen muß der Hufbeschlag kurz sein, d. h. die Hufeisen dürfen nur ein wenig über den Tragrand der Trachten nach hinten binausstehen. Nur wenn diese Voraussetzungen zutreffen, können die Pferde frei, kräftig und sicher auftreten und es wird das scharfe Aufliegen der Eisen nach dem Trachtenrande eher vermieden, womoch sunst die Pferde leicht zu lahmen beginnen. Für die Vorderhufe sind Stolleisen die Gesundheit der Hufe beeinträchtigend, als nachtheilig anzusehen, weil durch sie der Strahl nicht den Boden erreichen kann. Dadurch wird der Strahi außer Thätigkeit gesetzt und schwindet allmählig dahtn; der Huf verllert seine natürliche Trachtenwette und es entstecht der sogenannte„Hufzwing“ auch„Hufzwung“ genannt. Welcher Hufbeschlag für unsere Pferde am vortheilhaftesten ist, ob Stollen= oder Griffbeschlag oder der englische mit stollenlosen Eisen, ist schwer zu bestimmen, indem jeder dieser Beschläge gewisse Vortheile und auch Nachtheile hat. Viele Pferdebesitzer geben dem Stollenbeschlag entgegen dem englischen stollenlosen Hufbeschlag, den Vorzug, indem behauptet wird, däß die mit Stolleisen ver sehenen Pferde einen sicheren Gang erhalten und vor dem Ausgleiten geschützt sind, während andere Pferdebesitzer das Gegentheil behaupten und eben den stollenlosen Beschlag vorziehen. Im Allgemeinen erhält ein Pferd durch den englischen Hufbeschlag eine bessere Gangart und ebenso eine sichere Stellung, da es in Folge der wagerechten Eisenform überall gleichmäßig auftritt. Durch den englischen Hufbeschlag wird die Hornwand weniger durchlöchert und ebenso die Elastizität des Hufes weniger beeinflußt, da zur Befestigung leichtere Nägel dienen. Beim Stollenbeschlag werden die Hufe in Folge der stärkeren Nagelung mehr angegriffen, daher bei dieser Beschlagart eine schnellere Abnutzung der Hufe eintritt, wodurch naturgemäß auch verschiedene Hufkrankheiten nachfolgen. Vieh-, Geflügel- und Singvögel* Weidegang der Fohlen. Falls die Fohlen den ganzen Winter über wenig oder gar nicht an die frische Luft gekommen sind und im Mai oder Juni auf die Weide kommen sollen, darf der Uebergang kein zu schroffer sein, sondern man muß die Thiere in den letzten sechs Wochen vor dem Beginn des Weidens nach und nach an Wind und Wetter gewöhnen. Außerdem ist dafür Sorge zu tragen, daß auf der Weide Schuppen oder andere Schutzvorrichtungen vorläufig vorhanden sind; denn tritt auf längere Zeit nasses Wetter ein, so werden die Thiere krank oder bleiben in ihrem Wachsthum zurück, falls sie den Unbilden der Witterung ausgesetzt sind. Krankheiten, von welchen die Weidefohlen nicht selten befallen werden, sind meistens die Folgen des Mangels an Schutzvorrichtungen in der ersten Zeit des Weideganges. * Zur Aufzucht junger Enten. Einer der größten Entenzüchter der Vereinigten Staaten giebt seinen jungen Enten, nachdem sie eine Woche alt sind, Futter in felgender Zusammenstellung: vier Theilc Kornmehl, zwei Theilc grobe Weizenkleie, zwei Theile Nachmehl, ein Theil Fieischabfälle und eine Hand voll Sand. Alles zusammen ein Quart. Hierzu kommt dann noch ein Drittel Grünzeug oder Gemüse. Bis die Entchen eine Woche alt sind, füttert jener Züchter gehackte Eier und altbackenes Brod in Milch geweicht. * Thätigkeit des Geflügelzüchters im Hochsommer. Wenn mit Aufang Juli die eigentliche Brutzeit zu Ende geht, so glaubt mancher Liebhaber, besonders der Ansänger, es trete jetzt eine Pause seiner Thätigkeit im Geflügelhofe ein. Das ist ein Irrthum, gerade dann giebt es zu schaffen und für unsere Lieblinge zu sorgen. Von Juli an sollte man, außer vielleicht hie und da eine Zwergrasse, nicht mehr brüten lassen; Spätsommer und Herbstbruten haben keinen Zweck, da zur gedeihlichen Entwicklung der Kleinen die frische milde Frühlingssonne unerläßlich; man erspare der Henne also die anstrengende Arbeit der Brut, die im besten Fall nur von höchst mittelmäßigem Erfolg begleitet sein dürfte. Dafür giebt es