s 2 9— 2 85 S-89* * ED 2. Fahrgang Für Stadt und Land 4. Feite Reichung sogenannten Weichfutters: etwa ein Gemenge aus gekochten Kattosseln und Roggenklee, erreicht wird. Jür 7 Hühner genügt so g B. ein Quanium von 500 g Geiste als Körnersutter, 300 g Kartosseln und 230&g Roggenkleie als Weichsutter, Hierzu die ndihige Beigabe von Grüusutter, wie: Gras, Salat, Kohl 2c. und genügend Kalk zur Eierproduction. * Holzwolle im Hühnerstall. Die Holzwolle ist ein warnhallendes Material, welches durch den hohen Harzgedalt das Ungezieser fernhält. Sehr zweckmäßig darfte Zusatz von Torfmull sein. Obstbaumzucht. * Zum Pflanzen von Obstdäumen. Die Pflanzerbeit selbst wird oft so salsch vorgenommen, daß nur besonders günstige Verhältnisse das Anwachsen und Gedeihen ermöglichen. Wie viele Bäume gehen aber wegen Richtbeachtung der gewöhnlichsten Regeln vorzeitig zu Grunde, zeigen zu diel Holz= oder Fruchttziebe oder wachsen gar nicht an. koir wollen dader nicht verfehlen, in Nachstebendem einige Winke für die Phangzetz zu geben. Vor Allem mache man die Pflanzlöcher für die Frühjahrspflanzung schon zur jetz gen Zeit, dazu sehr geräumig, besonders in dindigem und schlechtem Boden. Die overe, gute Erdsaicht werfe man deim Ausheben nach einer Seite und die schlechtere nach der anderen und lege dann die bessere Erde um die Wurzein, die geringere mehr nach unten und die schlechteste nach oben, wo die Obstvanmwurzeln nicht hinkommen und durch Däugung und Benrveilung des Bodens eine Berdesserung leichter möglich ist. Die stärkeren Wurzein müssen so beschuttten werden, daß die Schnittfläche nach unten kommt. Die seinen Saugund Haarwunzeln lasse man ganz underührt Bei der Pflanzung dieite man diese sorgsättig nach allen Seiten aus, pflanze auch den Baum nicht tiefer, als er gestanden hat, eher etwas böher, da der Baum sich deis etwas setzen wird. Das Einschlämmen der säume ist sehr zu empfehlen, ovenauf muß die Baumscheide aber dann eine Decke von trockener Eide erhalten, damit die Sonne den Boden nicht zu stark austrockurt und verhärtet. Ein großer Fevler ist es, den Baum euf eine Stelle zu biingen, wo schon dorher ein Alterer, größerer Baum gestanden hat Ist dies nicht zu umgenen, so hede man die Erde in moglichst großem Bereiche aus und ersetze dieselbe durch frische, welcher nicht durch Obstbäume die nothwendigen Nähtstoffe emzogen wurden. Die spätere Pflege deschrank sich meist nur auf das Auslockern der Baumscheive, die zeitweise Zusuhr von Nährstoffen und den regeliechten Schnitt Dieses Letziere muß den Bäumen die schöne, leichte Krone sichern, und hierin ist die Hilseleistung eines Sachveiständigen ganz unbezahlbar. * Das Ausputzen der Bäume und Sträucher, Verttigen der Insekten wird sotlgesetzt. Aus den Kronen der Hochstämme wird das schlecht gewachsene Holz weggeschnitten; alte Bäume werden, wenn es noitzig ist, verjangt, und wo ein Umphropsen gescheben muß, da werden die detressenden Stamme zurackDas Pfropfen geschieht dann im April. Aus den Johannis=, Stachel= und Himbeersträuchern wird das alte Holz ausgeschnitten, das Fruchtholz der letzteren wird nicht eingestutzt. Bei offenem Wetter köanen auch neue Sträucher gepflanzt werden. Ueberall aber, wo geschnitten wird, da darf nicht unterlassen werden, die Schnittwunden zu verstreichen. Spaliere und gegen die Sonne zu verwahren. Das Pflanzen rühtreidender Odstväume kann beginnen. Hecken Ionnen beschnitten und veibunden und Obstkerne ausgesäet werden. Junge Wildluinge zum Beisetzen werden ausgesoben und an den Wurzeln beschultten. Topfoestväume, die an frostsicheren Stellen überwintert werden, stellt man in's Zimmer. für Landwirthschaft. A. Im.„Sprechsaal für Landwirthschaft werden * Redaction Bragen, weuche von Abonnenten an die Redaction eingegen, kostenfrei beantwortet. Anonyme Fragen nden underücksichtigt. Es werden siets zeitgemäße Aufsätze gebracht. Diese Einrichtung ist für die Landwirthschoft von großem Nutzen. Die Landwirihe Dunen im Sprechsaal ihre praktischen Erfahrungen geenseile austauschen Frage: Weiche Mittel wendet man gegen Maulund Klauenseuche an? Antwort: Dieses Thema wurde bereits in einem besonderen Artikel an dirser Stelle ausjührlich behondelt. Bei dieser Gelegenheit die Mittbeilung. Die mon auf der Domäne Lindheim innerhalb Togen der Maul= und Klauensruche Heir wurde.“ In Autheim. einem dessischen Dois. waren die Bauernhöse bereits vier Wochen von der Maul= und Klauenseuche heimgesucht, dis sie auch auf dem mitten in Dorse Uegenden Gut ausbrach. Sobald einige Kühe erkron3 waren, wurden sämmtliche Thiere absichtlich infieirt, und Herr Oberamtmann Westernacher erreichte durch sosortige rationelle Behandlung, daß nach ca. 14 Tagen die Sperre seines Gehöftes— vor allen anderen Gehösten des Dorses— wieder aufgeboben werden konnte. Mehrere Kühe erkrankten so heitig an der Scuche, daß sie weder aufstehen noch fressen wollten; zwei dieser Kühe waren von den Thierärzten aufgegeben. Der Milchertrag ging auf ungefähr die Hälfte(500 Liter) zurück, und mußte auch hiervon ein großer Theil noch in den Bach geschüttet werden, weil eine Ansteckung bei Versütterung an die Schweine nach einer Abkochung von 10 Minuten befürchtet wurde.(Die Mlich der sicht erkrankten Thiere wurde nach der Ablochung verwekthet.) Die von W. mit ausdauernder Sorgsalt durchgeführte Heilbehandlung und Anwendung ihm bekannt gewordener Mittel war Folgende: 1. Die wunden Klauen wurden mittels einer langzottigen Gießkanne täglich fünf= bis sechsmal degossen mit der Mischung von 150 ccm Formakin=Giycerin(Formaldehyd, gemischt mit Giycerin; specisisches Gewicht 1,0291) und 10 Ctr. Wasser. 2. Die entzündeten Euter wurden täglich gebadet, indem der durch gute Einstren reingehaltene Enter in ein untergehaltenes, den Euter vollständig lassendes Gesäß hing, das mit 1 Liter lauwarmem Leindl auf 8 Lotb gelbem Wachs (durch Kochen vermengt) gesallt war. Die Emzündung des Euters muß sich vollständig mit dieser fettigen Flässigkeit überziehen, ohne daß er mit der Hand berührt wird. 3. Den erkrankten Thieren wurde täglich nach Bedarf bis zu vier= oder fünfmal innerlich eingegeben von einem Trank(10 Gramm Chlorkalium auf 1 Liter Wasser). 4. Die Stallluft wurde mittelst einer Mayfarth'schen Berstäubungsmaschine(Mayfarth= Frankfurt a. M.) desinficirt mit einer Ldsung von 310 ccm reinem Formalin auf 10 Liter heißem Wasser. Bedenkt man, daß in diesen 14 Tagen ungefähr der Verlust an Milch 1400 Mk. betragen hat und bei längerer Dauer weit größer gewesen wäre, daß die Thiere in Folge ihrer größeren Widerstandsfähigkeit bei dtrecter, absichtlicher Anstrckung und dem raschen Verlauf sich im Berhältniß sehr gut bei Fleisch gehalten haben, ja, sovald in Behandlung genommen, wieder gut fraßen, daß die güustige Wirkung auf die bereits aufgegebenen Kühe die beiden Thierärzte sogar überraschte, so möchte es manchem Berufsgenossen willkommen sein, diese einfache und billige Behandlungsweise zu erfahren, die außer der geschickten Zusammenstellung und dem Glycerin nur sonst schon Bekanntes und Erprobtes enthält. Da reines Formalin in der Apotheke nicht ausreichend vorhanden war, wurde Zoimalin=Giycerin bei den Klauen angewendet, und llegt der Gedanke nahe, da Glyceiin ein guter Nährdoben für Bakterten ist, daß die sich im Glycerintröpschen rascher entwickeinden Bakterien bei Berührung des am Giycerin hastenden Formalins sofort abgetödiet wurden, oder daß das Giycerin trotz dieser Eigenschaft hellend wirkte, zumal Formalin die Haut veihärtet. Mancher Laie hat geiade im Glycerin den Hauptförderer der Heilung erkennen wollen, und lassen wir uns gern von Fachmännern belehren.— Wennzdie nötbige Gorgsalt angewendet wird, ist man auf diese Weise die Seuche rasch wieder los, und ist die Redaction dieses Blattes für gütige Mitthellungen anderwärtigen Ersolges sehr dankbar. Es gilt, einer Grlche zu steuern, die 1896 4½% des deutschen Rindviehstandes ergrissen hat und der entschieden nunmehr im Inlande seibst mit aller Energie entgegengtider brcben und.„ Frage: Soll man bei der Ansagt der Wiese das Saaignantum in zwei gleiche Theile und jedes für sich über Kreuz säen? Autwort: Um bei der Ansaat der Wiesen einen gleichmaßigen Stand der Pflanzen zu erzielen, theilt man das Saatquantum in zwei gleiche Theile und sdet die eine Häifte in der Längsrichtung, die andere in der Querrichtung der betieffenden Wiese. Man wird die Vortheile dieser Saaimethode alsbald erkennen, wenn man bedenkt, wie schwer sich die kleinen und leichten Grassamen gleichmäßig vertheilen lassen. Hinsichtlich der Qualität des Futters ist es meistens zweckmäßig, dem Saataut auch einige passende Kleearten hinzuzufügen. Für tiefgelegene Wiesen, die vor der Aussaat entsäuert und gedüingt wurden, eignet sich beispielsweise, wie vielsach erprobt, nach Dr. Weiß (Meiningen) folgende Mischung für 1 Hectar: Wiesenklee 2 kg. Bastardklee 2 kg gehörnter Schotenklee 1 kg. englisches Raygras 4 kg. Wusenschwingel 10 kg. Wiesen=Honiggias 2 kg. Kuanlgias 10 kg. Timotheegras 4 kg. Wiesensuchsschwanz 1 kg. stanzösisches Raygras 2 kg. zusammen 38 kg. Voigt in Dresden bei Beiwitz empfichlt für 1 Hectar: Thimotheegras 17,5 kg, Wiesenrispengras 7 kg. Wiesenschwingel 3,5 kg, Schotenklee 35 kg, schwedischer Klee 3.5 kg, zusammen 35 kg. Da dem entsänerten Boden in der ersten Zeit ost die zum Gedeihen der Kleearten nothwendigen Bacterien fehlen, so ist es nicht selten nöthig. Klee wiederholt zu sden, dis letztere vorhanden sind. Zum Entsäuern des Bodeus ist es durchaus nöthig, zunächst das etwa vorhandene überschässige Wasser zu entfernen(durch Drainage 2c.) und dann ev. gebrannten Kalk anzuwenden. Die Anwendung von Thomasschlacke und Kainit ist hier wiederholt zu empfehlen; bei ersterer kommt übrigens auch der Ueberschuß an freiem Kalk dem Boden zu Gute. * „Krage: Wann soll das Umschauseln des Getreides egen? Antwort: Das Umschaufeln des Getreides darf nur bei trockenem, heiteren Wetter geschehen, besonders niemals bei Regen oder feuchter Witterung. Im ersten Falle würde trockene, im letzten jedoch feuchte Luft zwischen das Getreide kommen, wodurch man sich aber mehr schaden als nützen würde, da das Getreide die Feuchtigkeit um so gieriger auffaucht, je trockener es ist. Später kann das Umschaufeln des Getreides längere Zett, etwa 2—3 Wochen, ausgesetzt werden. Tas Umschauseln hat derart zu erfolgen, daß das Korn auf möglichst langem Wege die Luft durchschneidet. Bei dezartiger Behandlung wird es zweifellos trocken, und es wird nun vollständig austeichend sein, wenn man vom December an alle vier Wochen einmal wendet. Immer aber ist darauf zu achten, daß man kühle, trockene Tage wählt, also im Sommer die ersten Morgenstunden, damit nur trockene Luft mit dem Korn in Verbindung kommt. Tritt nach starker Winterkälte Thauwetter ein, so unterlasse man das Umschauseln, damit sich der Wasserdunst nicht an die kalten Köiner ansetzt. Auch verschließe man zu dieser Zeit die Luftzuge, während man sie bei trockener Luft wieder öffnet. Ein fleißiger Landwuth untersucht von Zeit zu Zeit den aufgeschütteten Kornhausen, ob er im Innern nicht heiß wird. Jeder Landwirth sollte an der Thüre seines Speichers die Worte stehen haben:„Versäume nicht das Wenden“. Als ein recht practisches Mittel zum Austrocknen des Getieides empfiehlt sich der ungelöschte Kait; derselbe wird in Körven oder sonstigen zuverlässigen Hüllen zwischen das feucht eingespeicherte Getieide eingelegt und der Hausen dann mit großen Tüchern oder Säcken bedeckt Ein solcher Versuch wurde z. B. bei schon dumpft, gewordenem Korn ausgeführt, und nahm man zu 80 Tonnen Roggen 1½ Tonnen geldschten Kalk. Nach drei Wochen hatte der Roggen einen schönen„Griff“, das Korn war glatt, der dumpfige Geruch verschwunden und die Körner hatten den gewanschten Glanz erhalten. ** * Frage: Beim Lagern des Getreides auf dem Speicher bemerkt man Wärme, Feuchtigkeit und einen eigenthüntlichen Geruch; wie ist dies zu erklären? Antwort: Sobald das Korn auf den Speicher Gferget ist, gerätt es ius Schwitzgnggelcher Plozeß hier von denjelven Erscheinungen begleitet wird, wie bei dem in Garben lagernden Getreide; man bemerkt Wärme. Zeuchtigkeit und einen eigenthümlichen Geruch. Der Geruch zeigt uns an, daß mit dem Wasser noch andere Stoffe sortgehen. Nach der Art des Geruches zu urtheiten, sind dies flüchtige Oele, die sich an der Lust in dienzliche Supstanzen verwandeln. Außer diesen Stoffen muß auch noch Kohlensäure entweichen, denn die Erwärmung kann nur auf die Weise zu Stande kommen, daß ein Theil der festen Suvstanz des Kornes verdrennt. Von der Verbrennung wird wahrscheinlich das Stärkemehl am meisten betroffen, weniger das nur in geringer Menge vorhandene Fett und die Proteinstoffe. Bei der practischen Behandlung des auf den Kornboden gebrachten Getreides kommt es darauf an, die Erwärmung möglichst zu verhindern und das Verdunsten der Feuchtigkeit kunstlich zu befördern. Man errricht dies am ersten und sichersten durch flaches Aufschütten und fleiniges Umschauseln. Dieserhalb verweisen wir auf die Frage:„Wann soll das Umschauseln des Getreides erfolgen?" Beim Lagern des Getreides auf dem Speicher, auch nach dem ersten Schwitzen, nehmen die Getreidekdiner sortwährend Gauerstoff aus der Lust auf und geben dafür Kohlensäure ab; mit anderen Wotten: sie gehen einer langsamen Verbrennung entgegen. Diese Verbreunung wird daduich berbeigeführt und unterstützt, daß die Eubstanz der Körner hygroscopisch ist, d. h. die Eigenschaft besitzt, die Feuchtigkeit der Lust mit einer gewissen Gier an und in sich hinein zu ziehen. Ee ist wohl anzunehmen, daß die Körner bei seuchter Luft Wasser einziehen und bei trodener Luft wieder aushauchen. Nach A. Muntz ist die Kohlensaureent= wicklung um so größer, je haufiger die Luft erneuert wird, je feuchter die Körner sind und je höher die Temperatur ist. g und Verlag von J. Fusangel in Hagen. Verantwortlicher Redacteur H. Bouvet in Hagen 25SS 1 SSSSS3SSEs 5•2 55 Spgggsen 5s EHSSGSSSERE S 2 —* • S 5 Nr. 4 Samstag, den 29. Januar 1898. 2. Jahrgang Holkswirthschaftlicht Hritage zur„Westörnlschen Holnszrilung Conferenz und Unterrichtscurse. □ Erfreulicher Weise haben sich in jüngster Zeit an mehreren Orten, so in Stuttgart, Metz, Frankfurt a. M., M.=Gladbach, Kempen a. Rh., Münster, Osnabrück, Quedlinburg, sociale Conferenzen von Geistlichen gebildet, welche auf monatlichen oder 14tägigen Zusammenkünften einzelne Gebiete der socialen Frage behandeln. Die Mitglieder derselben übernehmen abwechselnd Referate, welche mit Rücksicht auf die örtlichen Verhältnisse und Bedürfnisse ausgewählt sind und an welche sich Discussionen anschließen. Eventuell werden auch Eingaben an Industrielle, Behörden 2c. vorberathen, Einzelfragen in den Tagesblättern oder Fachschriften veröffentlicht, die Gründung von Vereinen oder Errichtung von Wohlfahrtseinrichtungen angeregt 2c. Es leuchtet ein, von welch' weittragender Bedeutung diese Conferenzen sind, da bei den meisten socialen Standesvereinen Geistliche die Leitung in Händen haben und die meisten Vorträge halten, überhaupt unter den gebildeten Klassen am meisten Fühlung mit den verschiedenen Volksklassen und deren Interessen unterhalten. Esist Thatsache, daß die Anregungen zur Gründung von Vereinigungen zur genossenschaftlichen Seibsthülfe den Arbeitern, Landwirthen, Handwerkern meist von außen gezeben werden müssen. Vielerorts geschieht auf diesem Gebiete meist erst dann etwas, wenn von Geistlichen der Anstoß dazu gegeben wird. Es ist deshalb dringend zu wünschen, daß solche socialen Conferenzen überall sich für größere oder kleinere Bezirke bilden, da heute die sociale Frage nicht nur den Arbeiter, sondern auch die Landwirthe, Handwerker und Kaufleute beschäftigt und überall ein kräftiges Eintreten für die Socialreform durch Staatshülfe und genossenschaftliche Selbsthülfe erfordert.„Was die mit so großem Beifall begrüßten practisch=socialen Curse des Volksvereins für das katholische Deutschland im großen Ganzen leisten, muß durch solche socialen Conferenzen in den einzelnen Bezirken je nach Bedürfniß vertieft und weiter ausgebaut werden. Dies ist um so nothwendiger, als bei der Ausbildung der katholischen Theologen an den Universitäten, in den Seminaren und Convicten eine systematische Einführung in die vielseitigen socialen Aufgaben des Clerus noch nicht vorgesehen ist. Neben diesen socialen Conferenzen von Geistlichen sind nicht minder dringend erforderlich die socialen Unterrichtscurse für die Mitglieder der katholischen Arbeitervereine. Es bestehen auch schon solche Curse in den katholischen Arbeitervereinen zu München, Stuttgart, M.=Gladbach, Duisburg, Bocholt, Berlin, in den christlichen Textilarbeiter= verbänden zu Aachen und Eupen. Die Arbeiter sind heute schon bei den Gewerbegerichten, Krankenkassen, den Schiedsgerichten der Unfallund Invaliditätsversicherungen, in freien Unterstützungskassen, Arbeiterausschüssen, Wohlfahrtseinrichtungen, Spar= und Bauvereinen 2c. betheiligt. Durch die Arbeiterversicherung und Arbeiterschutzgesetzgebung sind ihnen eine Reihe von wichtigen Rechten zugetheilt; zum Schutze ihrer Rechte besteht die Gewerbe=(Fabrik=) Inspection. Leider sind aber die wenigsten Arbeiter über Inhalt und Umfang dieser ihrer Rechte-unterrichtet. Darunter leidet die Ausführung dieser Gesetze, insbesondere aber der dringend nothwendige Fortschritt in der Socialresorm. Es mangelt den Arbeitern an der socialpolitischen Schulung, an Einsicht in das, was schon auf gesetzgeberischem Wege erreicht ist und zunächst erreicht werden kann, in das Maaß und Tempo, in welchem dieses möglich ist. Die Folge davon ist ständige Unzufriedenheit und weitverbreiteter Aberglaube an die Lehren und Pläne der Socialdemokratie. Am meisten zu bedauern jedoch ist die Interessenlosigkeit, welche die große Masse der christlichen Arbeiter der gewerkschaftlichen Selbsthilfe in Fach=und Gewerkvereinen entgegenbringt. In allen diesen Punkten ist ein Wandel zum Bessern nur zu erwarten von der besseren socialen Schulung der Arbeiter. Diese kann aber nicht in großen Versammlungen geboten werden. Es ist naturgemäß, daß nur ein kleiner Bruchtheil der Arbeiter Interesse und Fähigkeit besitzt, erfolgreich sich mit dem durchdringenden Studium dieser Fragen zu beschäftigen. Deshalb müssen kleinere Unterichtscurse gebildet werden mit zunächst nur geringer Mitgliederzahl. In diesen kann den einzelnen Theilnehmern die nothwendige Aufmerksamkeit von dem Leiter geschenkt werden. Ebenso ist hier denselben Gelegenheit geboten, sich in eingehender Behandlung der einzelnen Fragen zu üben, wodurch auch das Interesse der Einzelnen an diesem Studium rege gehalten wird. Diese Unterrichtscurse behandeln dann in ähnlicher Weise wie die vorgenannten socialen Conferenzen der Geistlichen einzelne Fragen je nach Wichtigkeit und Bedürfniß. Die theilnehmenden Arbeiter werden dann in ihren Berufskreisen, in ihren Stellungen beim Gewerbegerichte, den Kasseneinrichtungen 2c. ihre Kenntnisse practisch verwerthen und Aufklärung unter den Arbeitern verbreiten. Vor Allem aber hoffen wir in ihnen die opferbereiten Männer zu gewinnen, welche die so dringend der Ausführung bedürftige Frage der Organisation der Arbeiter in Berufs=, Fach= oder Gewerkvereinen vorbereiten und in die Hand nehmen. Sie werden es auch sein, welche den Uebertreibungen der durchschnittlich gut geschulten Agitatoren der Socialdemokratie, die sich vor Allem auf die Kritik der heutigen Verhältnisse der Arbeiter werfen, mit Erfolg entgegentreten können. Wo immer bis jetzt solche Unterrichtscurse von Arbeitern gebildet werden, sind sie mit Begeisterung aufgenommen und mit besten Erfolgen durchgeführt worden In gleicher Weise müssen aber auch die jungen Handwerker socialpolitisch geschult werden. Es ist das nur eine zeitgemäße Erweiterung der Aufgaben, die Kolping bei Gründung der Gesellenvereine unter noch nicht so vorgeschrittenen wirthschaftlichen Verhältnissen aufstellte. Die Gesellen sind durch das neue Handwerkergesetz vom 25. Juni 1897 bei den Handwerkerkammern und Innungen durch die Gesellenausschüsse bei der Regelung wichtiger Angelegenheiten vertreten. Zur Durchführung wichtiger Bestimmungen der Arbeiterschutz= und Arbeiterversicherungsgesetze, die auch für sie gelten, ist deren Mitarbeit ebenso wie die der Arbeiter erforderlich. Vor Allem aber müssen sie frühzeitig eingehend unterrichtet werden über die Aufgaben, welch ihnen später als selbstständigen Meistern in den Handwerkskammern und Innungen, sowie den freien Genossenschaften obliegen. Nur ein in diesen Fragen tüchtig geschulter Handwerkerstand kann die Vortheile dieser Gesetzgebung sich auch practisch zu Nutzen machen. Vor Allein aber muß dies erwartet werden von den Handwerkern, die aus den Gesellenvereinen hervorgehen. Nicht minder ist heute die Schulung in wirthschaftlichen Fragen, sei es der Gesetzgebung oder der wirthschaftlichen Selbsthülfe, für unsere * a* „ S2. F OBE OS S 2. Fahrgang Für Stadt und Land 2. Seite Landwirthe. Wenn in den Ortsvereinen der Bauernvereine oder landwirthschaftlichen Vereine speciell die jüngeren Landwirthe sich in gleicher Weise, wie oben dargelegt, zu unterrichten suchen, so ist die dringend nothwendige weitere Ausbreitung und regere Thätigkeit dieser Vereine wie des gesammten Genossenschaftswesens mit Sicherheit zu erwarten. Gewiß werden hierfür vor allen die jüngeren Landwirthe Interesse zeigen, die auf Winterschulen oder landwirthschaftlichen Schulen fortgebildet sind. Die Aufgaben der Gesetzgebung, Verwaltung und berufsgenossenschaftlichen Selbsthülfe erfordern gerade heute und in der nächsten Zukunft, wie in den anderen Ständen, so vor Allem auch im Bauernstande, ein ganzes Heer von tüchtig geschulten, gemeinnützig gesinnten, opferwilligen Männern, die bereit sind, für das Wohl ihres Standes zu wirken und Führer ihrer Standesgenossen zu werden. Auch dem Kaufmannsstande sind in jüngster Zeit wichtige sociale Aufgaben gestellt worden. Das neue Handelsgesetzbuch hat eingehende Schutzbestimmungen der Angestellten im kaufmännischen Gewerbe gebracht, die schon mit dem ersten Januar in Kraft getreten sind. Die Commission für Arbeiterstatistik beschäftigte sich seit Jahren mit der Frage der Regelung der Arbeitszeit und Kündigungsfristen derselben. Es schwebt die Frage, ob für diese Angestellten eigene kaufmännische Schiedsgerichte errichtet werden sollen, ähnlich den Gewerbegerichten. Für den selbstständigen Kaufmann sind in einer Reihe von Gesetzen wichtige Fortschritte gemacht worden zum Schutze ihrer Interessen. Wir nennen die Gesetze betreffend unlauteren Wettbewerb, Abzahlungsgeschäfte, Hausir= und Detailreisende, Consumvereine, Schutz der Waarenzeichen, Börse und Depotwesen, Wucher, Concursordnung 2c. Alle diese Vortheile müssen von den Mitgliedern dieses Standes durch kaufmännische Vereinigungen nutzbar gemacht werden. Die kaufmännischen Angestellten haben überdies alles Interesse, die freien Kasseneinrichtungen(Krankenkassen, Sterbekassen, Pensionskassen, Stellenvermittlung) zu fördern und auszubauen. Vorbedingung ist jedoch bei allen diesen Fragen die Kenntniß der Einzelheiten dieser verschiedenen Fragen, kurz: sociale Schulung. Möge die hier gezeichnete Kleinarbeit, welche die Vorbedingung jedes größeren Erfolges auf allen socialen Gebieten ist, an recht vielen Orten und bei recht vielen gemeinnützig gesinnten Männern die verdiente Beachtung und vor Allem den energischen Vorsatz, practisch zu handeln, finden. Die Sociale Auskunftsstelle in M.=Gladbach, welche vom Volksvereine für das kath. Deutschland wie vom Arbeiterwohl errichtet ist, ist gern bereit, unentgeltlich mit Rath und speciell auch durch Beschaffung der litterarischen Hülfsmittel an die Hand zu gehen. Die Unfallverletzungen nnter den Mitgliedern des Allg. Knappschafts-Vereins i. J. 1896. r Im besonderen Bericht über das Gesundheitswesen wurden bezüglich unserer Ueberschrift ziemlich genaue Mittheilungen gemacht. Darnach starben in Folge von Betriebsunfällen 380 Arbeiter, d. h. von je 1000 beschäftigten Mitgliedern erlagen 2,2 den erlittenen Verletzungen, und von je 100 Todesfällen unter diesen Mitgliedern sind 27,2, also etwas mehr als der vierte Theil, durch Betriebsunfall verursacht. Nach dem Geschäftsberichte des Vorstandes der Section II der Knappschaftsberufsgenossenschaft für das Jahr 1896 betrug die Zahl der angemeldeten Unfälle 18 156; sie vertheilt sich zeitlich ziemlich gleichmäßig auf die einzelnen Monate. Die niedrigste Zahl, nämlich 7,27%, brachte der Monat April, die höchste, 9.29%, Dder Berember. Auf den Arbeitstaa kamen bei 300 Arbeitstagen im Jahr, in runder Zahl 60, im Jahre 1895 dagegen nur 56. Nach den Wochentagen zusammengestellt fiel, die Mehrheit der Unfälle, nämlich 17,23%, auf den Dienstag: demnächst kam der Samstag mit 16,76%. Der Mittwoch brachte 15,88%, der Sonntag nur 1,29%. Massenunglücke sind zweimal vorgekommen, einmal am 19. November auf Zeche„General Blumenthal“ mit 26 Todten, 3 schwer und 1 leicht Verletzten, das andere Mal am 28. December auf Leche„Ludwig" mit 7 schwer und 6 leicht Verletzten. Es kamen 40 Schlagwetter und Kohlenstaub=Explosionen zur Anzeige; sie vertheilen sich auf 35 Zechen; dabei wurden 93 Arbeiter und zwar 27 tödtlich, 66 leicht oder schwer verletzt. Von den angemeldeten 18 156 Unfällen wurden bei 2500 die gesetzliche Entschädigung gewährt; dieselbe erhielten 1562 Hauer, 241 Schlepper, 103 Pferdetreiber, 73 Abnehmer und Anschläger, 51 Bremser, 24 Aufseher, 13 Steiger, 2 Betriebsführer; die übrige Zahl vertheilte sich auf sonstige Arbeiter und Hilfsarbeiter. Die meisten Unfälle ereigneten sich unter Tage, nämlich 83,80%, nur 16,20% über Tage. Dem Lebensalter nach befanden sich von den Verletzten: 55 286 750 700 468 195 46 2,20 11,44 30,00 28,00 18.72 7,80 1,84 im Alter unter „„ von über 16 Jahren, 17—20 20—.30 30—40 40—50 50—60 — 60 Die Zahl der entschädigungspflichtigen Unfälle hat, wenn auch nur eine geringe, Zunahme erfahren, denn es kamen auf je 1000 der durchschnittlich versicherten Arbeiter 111 derartige Unfälle, während die betreffende Zahl für das Jahr 1895 sich auf 107 belief. Die tödtlich verlaufenen Unfälle scheinen sich etwas verringert zu haben; im Jahre 1895 ereigneten sich unter den beschäftigten Mitgliedern 407 tödtliche Unfallverletzungen; es wurden von je 1000 Versicherten 2,6 getödtet. Im Jahre 1896 ergab sich die bereits erwähnte Zahl 380 bezw. 2,2%, sie gestaltete sich also um 0,4% günstiger. Es wäre zu wünschen, daß die Verminderung dieser Zahl von Jahr zu Jahr unausgesetzt fortschritte, und somit die hohe, oben erwähnte Sterbeziffer von 27,2% der Unfallverletzten merklich herabgedrückt werden könnte. Wenn auch in vielen Fällen eigenes Verschulden des Arbeiters, Unachtsamkeit, Leichtsinn und Verwegenheit das Unglück herbeiführen, so liegt doch die Hauptursache der Unglücksfälle in der Gefährlichkeit des Betriebes. Nach dem Geschäftsbericht der Knappschaftsberufsgenossenschaft Section II wurden im Jahre 1896 durch Explosionen von Dampfdruckapparaten, Schlagwettern und durch Fehlschüsse 149 Mann theils getödtet, theils dauernd oder vorübergeheud erwerbsunfähig gemacht, dagegen verfielen 981 Mann durch Zusammenbruch, Herabfallen von Gegenständen(Steinund Kohlenfall) theils dem Tode, theils der dauernden oder vorübergehenden Erwerbsunfähigkeit. Eine eigenthümliche Erscheinung ist es, daß man die Massenunglücke, welche durch Explosionen von Kohlenstaub schlagende Wetter 2c. hervorgerufen werden, so sehr bejammert und bedauert, aber an dem gräßlichen Morden durch Stein= und Kohlenfall achtlos fast vorüber geht. Tagtäglich melden die Zeitungen von den verschiedensten Seiten den Zusammenbruch einer Strecke 2c., wobei dieser oder jener Arbeiter zu Tode gekommen oder doch schwerer oder leichter verletzt worden ist. Allein das wird kaum beachtet. Daß in dieser Hinsicht die Gefahren für den Bergmann aber viel größer sind als Schlagwetter und Kohlenstaub, zeigt recht deutlich die vorstehende Zahl. Die Zahl der durch Stein= und Kohlenfall Verletzten ist 6—7 Mal so groß, wie die Zahl der durch Fehlschüsse, Schlagwetter und Explosionen von Dampfdruckapparaten Verletzten. Die Zahl der durch Schlagwetter rc. Verletzten ergibt sich mehr massenhaft und fällt in Folge dessen mehr auf, schlimmer ist aber die andere Gefahr, das zeigt deutlich die Statistik. In Bezug auf Verhütung von Schlagwetter= und Kohlenstaub=Explosionen gibt man sich nun schon seit längeren Jahren alle erdenkliche Mühe, bezüglich der Verhütung von Unfällen durch Steinfall 2c. ist man erst im letzten Sommer lebendig geworden, und doch ist diese Gesahr noch viel größer. Welche großartigen Anstrengungen hat man nicht gemacht, ein Sprengmaterial zu erfinden, welches die Entzündung der Schlagwetters und des Kohlenstaubes verhindern soll, bezüglich der Gefährlichkeit des Steinfalles 2c. aber hat man— nun doch schon eine Commission erwählt! Leider sollen in der Commission Arbeiter= vertreter sitzen, welche die neueren Methoden des Abbaues nur dem Namen nach oder gar nicht kennen. In Berlin, wo sich im letzten Herbst die gewählten Commissionen zuerst versammelt hatten, soll man allerdings sehr über die Beamten(als die Sündenböcke) geschimpft haben. Wir stimmen dem zu, insofern die Beamten, als die Erfinder dieser neuen Methoden, indirect die Schuld haben. Die eigentliche Ursache liegt aber in der billigeren Productionsweise des Kapitals. Wir erkennen an, daß die neuere Abbaumethode sehr zweckmäßig ist in Bezug auf die möglichste Ausnutzung der Flötze. Es geht ihnen nunmehr fast kein einziges Cubikmeter Kohle mehr verloren, während früher manchmal wohl 10 pCt. und mehr verloren gingen. Ferner braucht man nicht mehr so viel Geld für die Berge=Förderung, für die theuren Berghalden 2c. 2c. aufzuwenden, da die ganzen Steine in der Grube bleiben und zur Ausfüllung der Strebepfeiler benutzt werden, ja sogar die Steine der Wäsche können wieder hineingefördert und in die abgebauten Stellen verpackt werden. Die neue Abbaumethode hat aber auch die größere Zahl der durch Unfall Verletzten hervorgerufen. Man stelle nur mal Vergleiche zwischen den Zechen, auf welchen nach der neueren und den Zechen, auf welchen in der alten Art und Weise abgebaut wird, so wird man schon finden, wo die meisten Verletzten sind. Aus der vorstehenden Uebersicht über das durchschnittliche Alter der Verletzten ist ersichtlich, daß gerade bei den jüngeren Arbeitern sich die meisten Unglücksfälle ereigneten. Von den Verletzten befanden sich 11,44% im Alter von 17—20 Jahren; die 11,44% beziehen sich also nur auf 3 Jahre, während sich der höchste Satz, 30%, bei den Arbeitern von 20—30 Jahren zeigte, also sich auf 10 Jahre bezog. Rechnen wir für die 17—20jährigen ebenfalls 10 Jahre, so würden sich 3½ X 11,44%= 38,13% ergeben. Woher kommt es, daß die Zahl bei diesen so groß ist? Vor Allem ist es die Unerfahrenheit und das spärliche Licht in den engen Gängen, sowie der rege Betrieb der Förderung mit Maschinen oder mit Wagen und Pferden. Dann wird aber auch der jugendliche Leichtsinn eine große Anzahl von Unfällen verschulden. Zur Beschränkung der letzteren Ursache würde sich eine Verminderung der jugendlichen Arbeiter bei der G rubenarbeit überhaupt sehr empfehlen. Es kann gar nicht schaden, wenn die Altersgrenze von 16 auf 18 oder gar 20 Jahren hinaufgeschoben würde; dann sind dieselben so’ ungefähr aus den Flegeljahren heraus, denn auch manche Unglücke sind auf die leichtsinnigen Flegeleien zurückzuführen. Die engen Gänge, welche ebenfalls häufig Unglücke herbeiführen, müßten von unseren Bergbehörden mal in Erwägung gezogen werden. Während des Betriebes kann man doch auf vielen Zechen nicht mit einiger Sicherheit die Förderstrecken passiren. Es würde ja eine Summe Geldes kosten, aber ungerechtfertigt ist die Forderung nicht, daß man einen von der Betriebsstrecke abgesonderten Gang für die Arbeiter verlangt. Gar leicht aber wäre nach unserer Meinung eine bessere Beleuchtung der Querschläge, Förderstrecken, Bremsberge 2c. 2c. herzustellen. Man hat ja den Betrieb über Tage durchgängig mit elektrischen Flammen erleuchtet. Dieses elektrische Licht auch in der Grube, in den Hauptförderstrecken anzubringen und somit genügende Beleuchtung zu erzielen, kann doch keine so große Aufgabe sein. Wie schon vorhin erwähnt, waren unter den 2000 gesetzlich zu entschädigenden Unfällen allein 103 Pferdetreiber, 73 Abnehmer und Anschläger, 51 Bremser und 24 Aufseher, im Ganzen also 251, das ist über 10 pCt., welche nur in solchen Strecken oder an solchen Stellen arbeiten, wo man elektrisches Licht anbringen kann. Ja auch dort, wo die 241 Schlepper arbeiteten, könnte zum größten Theile eine elektrische Beleuchtung geschaffen werden. Dann sind noch etwa 400—500 Fälle auf die sonstigen Arbeiter und Hilfsarbeiter gefallen, sodaß wohl 40 pCt. dieser Unfälle an solchen Stellen vorgekommen sind, wo sich elektrisches Licht beschaffen läßt. An den Arbeitsstellen der Hauer ist die elektrische Beleuchtung nicht angebracht, weil der Hauer eben durch die Wetterlampe auf die Schlagwetter 2c. aufmerksam gemacht wird, was beim elektrischen Licht wegfällt. Die Anzahl der Verletzten bei den Hauern betrug aber nur 1562 oder etwa 60 pCt. Bei 40 pCt. der Verletzten läßt sich also mit ziemlicher Sicherheit Verminderung erzielen. Wir meinen, das würde schon die Mühe, welche die Untersuchung dieser Fragen erfordert, lohnen. Hoffen wir im Interesse der Sicherheit der Arbeiter gegen Verletzungen, daß man diesen fragen bald näher tritt. Meine Erfahrungen mit der (J. B. v. O.) I. Als ich vor 15 Jahren von den Höhen des Schwarz= waldes herab in die Rheinebene in das schöne Markgräflerland zog und ein Wohnhaus mit großem schönem Garten beziehen konnte, sagte mein langjähriger Freund und Landwirthschaftsinspector v. H. in M. zu mir: So. hier hast Du nun Gelegenheit und Platz genug, Geflügelzucht, namentlich aber„Hühnerzucht" zu treiben, zeig einmal den Landwirthen Deiner Gemeinde, wie rentabel die Geflugelzucht ist, gewiß wird Dein Beispiel bald Nachahmung finden. Will's probiren, sagte ich, wirst nicht verlieren, denn Gras steht ja auch rund herum um unser kleines Haus, da werden sie sich schon im Grünen selbst ernähren, die kleinen Küchelchen, die meine Stimme hören, und ganz gewiß SS SusEEEs*.5 . * 85 AOTOSUTESU 5 SS B#E .. S S. S SHES SE am SCESg Sge S S 5/SS ES.SE ###g. 750- 5x-S PEERE. „ BüTESSSES -g US Für Stadt und 8. Joll= der Fuchs muß mir sehr listig sein, läßt er mir nicht so viel, daß ich ein kleines Schwein, nur eins zum wenigsten dafür ertauschen kann. Meine erste Frage war natürlich die, rentirt sich die Geflügelzucht? Und ob! meinte der Herr Inspector, und dabei hielt er mir etwa folgenden Vortrag: Mit Ausnahme des Hundes ist kein Thier dem Menschen so treu überall hingefolgt wie das„Haushuhn". Aus seinem wahrscheinlich heißen Vaterland zog es mit dem Herrn der Schöpfung in das gemäßigte Klima, ja wanderte mit ihm bis in den höchsten Norden. Ueberall lohnt es treulich die Mühe, die auf seine Pflege verwendet wird, indem es den Tisch mit seinen wohlschmeckenden Eiern und seinem zarten Fleisch versorgt. Mannigfach ist der Nutzen, der aus der Geflügelhaltung und besonders der Hühnerzucht bei richtiger Pflege für die menschliche Wirthschaft erwächst. Die Eier spielen ja eine unersetzliche Rolle bei der Ernährung, in ihnen vereinigen sich die wichtigsten Nahrungsstoffe. In der Hütte des Armen bildet das Ei gar oft die einzige zugabe zu der schmalen, oft gehaltlosen Kost, aber auch auf dem Tische der Reichen wird es hoch geschätzt. Eine Küche ohne Eier können wir uns gar nicht denken, außerdem ist das Ei in manchen Gewerben, wie Conditoreien, Feinbäckereien usw., geradezu unentbehrlich geworden. Mit Millionen Kilogramm tritt jährlich das Geflügelfleisch als ergiebige Nahrungsquelle auf den Markt. Tausend und abertausend Stücke Geflügel werden jährlich verzehrt. Daß Deutschland noch lange nicht genug Geflügel züchtet, geht daraus hervor, daß aus unserem Lande jährlich über 30 Millionen Mark nur für Eier nach Italien, Tyrol usw. wandern. Aber wie die Eier, so ist auch das Fleisch, das uns Hühner, Gänse und Enten liefern, sehr geschätzt und begehrt. Auch auf die große Bedeutung der Federn von Gänsen und Enten wurde hingewiesen. Der Dünger des Geflügels, besonders der Tauben, sei seiner vorzüglichen Eigenschaft wegen sehr gesucht und hauptsächlich zu Kopfdüngung geeignet. Von rechtswegen gehört in jeden anständigen Hof eine Anzahl Hühner, Gänse und Enten, denn sie tragen nicht nur der Hausfrau das nöthige Kleingeld usw. ein, sondern sind auch eine Zierde jedes ländlichen Gehöftes. Nachdem ich so den begeisterten Worten des Herrn Inspectors zugehört, erklärte ich mich bereit, vorerst mit der Hühnerzucht zu beginnen. Welche Rasse von Hühnern rentirt sich am besten? war eine natürliche Frage von mir. Auch darüber kann ich aus eigener Erfahrung genaue Auskunft geben, meinte mein Freund. Es fragt sich nur: Legehühner oder Fleischhühner? Wenn ich Hühner haben will, so müssen sie zuerst Eier legen, und zwar je größer, desto lieber, war meine Erwiderung. Ganz recht, also Leghühner. Es ist auch meine Ansicht; auf dem Lande ist es am vortheilhaftesten, ein Huhn zu halten, welches das Klima gut erträgt, sich rasch entwickelt, jährlich etwa 130—150 Eier legt und das Legen im Winter, wo die Eier am theuersten sind, nicht unterbricht. Das beste Leghuhn ist unstreitig das Italienerhuhn, weil es den klimatischen und örtlichen Verbältnissen unseres Landes am besten entspricht, da es früh und viel legt, gegen Witterungsverhältnisse am widerstandsfähigsten und auch beim Futter sehr genügsam ist. An Größe sind die Italienerhühner unsern gewöhnlichen Hühnern gleich. Farbe haben sie alle möglichen. Ein Hauptkennzeichen ist das, daß sie gelbe Beine und gelbe Schnabel haben, der Hahn hat einen großen, aufrechtstehenden Kamm, während der Kamm der Henne nach der Seite überliegend ist.“ Sofort kaufte ich mir einen Stamm junger Italienerhühner sammt Hahn, sperrte sie einige Tage in den schon vorhandenen alten Hühnerstall ein, damit sie sich an Haus und Hof gewöhnen und sich nicht verlaufen sollten. Zwei bis drei Tage kannst Du die Hühner in diesem„Loch“ des Nachts einsperren, aber alsbald lässest Du auch einen ordentlichen Hühnerstall anfertigen. Denn dies gehört unbedingt zur richtigen Hühnerzucht. Freistehende Hühnerställe aus leichtem Holzwerk sind für den Winter ungeeignet, man müßte sie nur mit Doppelwänden versehen, deren Zwischenräume durch Asche, feine Steinkohlenschlacke. Torf oder Sägemehl ausfüllen. Das Anbringen von Stroh, Dünger und dergl. im Innern des Stalles ist nicht zu empfehlen, weil sich dadurch leicht Ungeziefer jeder Art einnisten kann. Den Geflügelstall mit einfachem Lattenverschlag in dem Großviehstall anzubringen, empfiehlt sich der Reinlichkeit und Ordnung wegen nicht. Gar leicht kommen dann Hühnerfeder unter das Viehfutter, wodurch die Thiere Schaden leiden können, auch gehen die Milben und Läuse des Geflügels auf das Rindvieh über und verursachen Hautausschäge. Auch kann das Geflügel durch den Tritt des Viehes verletzt werden, und ist die unreine Stallluft der Gesundheit des Geflügels nicht zuträglich. Da ich auch Viehzucht trieb(denn ich hatte eine Kuh und auch ein Kalb dazu, sammt mehreren Schweinen), so legte ich meinen neuen Hühnerstall neben den Viehstall, doch so, daß ich durch eine Vorrichtung die warme Stallluft dem Geflügelstall zuführen konnte; außerdem war er gegen das Eindringen der Kälte gut geschützt. Im Stallig die nem wüssen Sitzstangen angebracht werden; alt sein dürfen, unterlegen kann. Die Hausfranen wer##n am besten aus 4—5 Centimeter breiten auf dem Lande machen gewöhnlich wenig Umstände Dachlatten heegestellt, deren Kanten etwas abgerundet mit dem Brutnest; sie nehmen einen alten Korb, füllen zuerst Erde oder eine Rasenschicht hinein, damit die nöthige Feuchtigkeit vorhanden ist; auf diese Rasenschicht bringt man weiches Stroh oder Heu, so daß das Heu eine muldenförmige Gestalt erhält und die Eier in schwacher Steigung liegen und sich nach der Mitte hin bewegen. Das Wenden der Eier, womit alle Seiten des Eies und die Gesammtzahl derselben einer regelmäßigen Bebrütung zugeführt werden, besorgt die Henne in ihrem Naturtriebe regelmäßig selbst, sobald sie sich nach dem Fressen wieder auf das Nest begibt. Das Bruthuhn wird gewöhnlich in der Vormittagszeit etwa 10—15 Minuten vom Neste gelassen, um Futter (Gerste, Weizen) und Trank zu sich zu nehmen, sich zu entleeren und ein wenig im Sande zu pudeln. Fortgesetzt muß auch die Sorge dahin gerichtet sein, daß keine Störung durch Thiere eintritt; es ist sehr zu empfehlen, das Nest und die Henne von Zeit zu Zeit mit Insektenpulver zu bestreuen. Vom 19. bis 21. Tage der Bebrütung geht das Ausschlüpfen vor sich. Die Küchlein läßt man unter der Henne trocknen, nur die Eierschalen entferne man, damit sie sich nicht über noch nicht ausgebrütete Eier stülpen und das Ausschlüpfen erschweren. Nahrung bedürfen die Küchlein in den 24 ersten Stunden nicht; sie leben in dieser Zeit von dem Eidotter, der kurz vor dem Ausschlüpfen in die Bauchhöhle geschlüpft ist. Eine helle Freude hatte ich stets an diesen muntern, wolligen Vögelein, und es war stets meine größte Sorge, daß ja keines zu Grunde gehen sollte. Viele haben mir gesagt: Ach was, ich habe kein Glück mit den jungen Hühnchen, ich kaufe mir lieber ausgewachsene! Warum hatten aber diese Leute kein Glück? Aus Mangel an Zeit, wie sie sagen, lassen Viele diese kleinen Thierchen nur der Aufsicht der„Gluckere" und klagen dann,wenn Abends nicht alle schön unter ihren Fittichen ruhen. Von großer Wichtigkeit sind die Räumlichkeiten, wo sich die Küchelchen in den ersten Wochen aufhalten müssen. Wie viele werden, wenn man sie frei herumgehen läßt, von Ratten oder Katzen oder Raubvögeln getödtet, andere finden ihren Tod im Lachenloch oder sonst einem Wässerlein. Die Küchelchen müssen in den ersten Wochen, bis zur Entwicklung ihres Federnkleides, nicht nur vor dem Raubzeug u. s. w., sondern auch ver Kälte und Nässe geschützt werden. Deshalb nehme man einen Platz, am besten sind Rasenplätze, wo Licht und Wärme zukommen und sie sich vor Nässe schützen können, umgebe ihn mit einem Gitter von Draht, dann sind sie vor dem großen Geflügel geschützt und vor dem Umherziehen bewahrt. Abends kommen sie in den untern Theil des Hühnerstalles, der eine trockene Lage Sand und Asche, worüber ein wollener Lappen gelegt ist, enthält. Nach sechs bis acht Wochen verläßt die Bruthenne gewöhnlich die Jungen, und diese übernachten dann auch bei den älteren Hühnern; man achte aber auch hier darauf, daß die Sitzstangen nicht so weit vom Boden entfernt sind, weil sie sich sonst bei dem schnellen Herabfliegen an ihren weichen Brusttnochen leicht Schaden zufügen. (Schluß folgt.) sind. Zu schmale und namentlich runde Sitzstangen sind zu verwerfen, denn das Huhn sitzt auf der Stange und kann dieselbe nicht umgreifen. Die Entfernung der einzelnen Stangen soll mindestens 40 Centimeter betragen. Nachdem dies alles hergerichtet war, wurden die Hühner hier einlogirt und merkwürdig, schon am andern Tag gingen sie freiwillig in den Stall, während ich im alten Loch alle Mühe hatte, bis alle drinnen waren. weiß nicht, sagte eines Tages meine Frau, Hühner legen nicht so sleißig wie der Herr Dr. H. esagt hat, oder sie müssen verlegen. Verlegen, sagte ich, das darf nicht sein, die schönen, großen Eier sollen doch nicht verloren gehen; man muß die Hühner Morgens untersuchen, und die, welche Eier haben, kommen in den unteren Theil des Hühnerstalles und bleiben so lange drinnen, bis sie das Ei gelegt haben. In diesem Raum, der etwas dunkel gehalten sein muß, müssen die Legenester angebracht werden, doch nicht ganz auf dem Boden, sondern in etwas erhöhter Lage. In die Nester bringt man weiches Heu, welches man mit Holzasche oder Schwefelblumen bestreut. Sodann wird in jedes Nest ein Porzellanei gelegt, als Lockmittel. Von nun an verloren wir kein Ei mehr und das„Greifen“ hat auch noch den Vortheil, daß man seine fleißigen Legerinnen genau kennen lernt und die faulen sobald wie möglich abschafft. Der Hühnerstall muß reinlich gehalten und womöglich alle Monat vollständig gereinigt und mit neuen Nestern versehen werden. Als Stallstreu verwendet man Sand, trockene Gerberlohe oder Torfmull. Durch das Einstreuen von Gyps und Spreu erzielt man das vorzüglichste Dungmittel für Kohlrüben, Kraut und Kartoffeln, zugleich können die Hühner ihren Kalkbedarf nach Belieben decken. Nachdem wir mehrere Jahre„Buch“ geführt hatten über den Ertrag der Eier, das Futter berechnet hatten, konnte ich dem Herrn Inspector rapportiren: „Die Hühnerzucht hat sich bei uns gut rentirt.“ Das sagte mir mein Freund auch gleich zu Anfang. Bei der Hühnerzucht gilt dasselbe wie bei der Rindviehzucht: Wer gut futtert, der gut buttert! Ja auch die Hühner, sollen sie ihren Beruf recht erfüllen, müssen eine gute und reichliche Nahrung haben, sonst ist der Ertrag unter Null. Das Geflügel hat mit den meisten Vogelarten das gemein, daß es eine sehr kräftige und rasche Verdauung hat. Das Huhn gedeiht am besten bei einem aus Körnern, Fleisch und Grünzeug gemischten Futter. Das Huhn ist ein Allesfresser. Im Allgemeinen habe ich die Beobachtung gemacht, daß das beste Futter auch das billigste war. Nur gute Körner sollen verwendet werden. Das Futter richtet sich nach dem Alter der Thiere, nach der Tages= und Jahreszeit, nach dem Zweck, den man bei der Züchung im Auge hat, nämlich ob Eierlegen oder Mästung. Bei ganz freiem Auslauf findet das Huhn auf dem Hofe, dem Dunghaufen, im Grasgarten, auf den Wiesen und Feldern so viel, um sein Leben zu fristen, aber um regelmäßig Eier zu legen, empfiehlt es sich, auch den freilaufenden Hühnern Morgens Weichfutter und Abends Körnerfutter zu verabreichen. Haben aber die Hühner keinen völlig freien Auslauf, und dies wird jetzt bald überall sein, denn Jedermann schilt, wenn ihm nur ein fremdes Huhn über den Hof läuft(habe selbst einmal 3 Mark Schadenersatz bezahlt), so reiche man ihnen Morgens beim Verlassen des Stalles genügend lauwarmes Weichfutter, bestehend aus gekochten Kartoffeln, abgebrühter Weizenkleie oder Fleischfuttermehl, indem man diese Stoffe zu einem bröckeligen Stoffe zusammenknetet. Auf meine 15 Hühner habe ich 1½ Pfund für den Imbiß gerechnet. wends erhalten sie Körnerfutter, gewöhnlich Gerste und Welschkorn durcheinander; in den langen Sommertagen wird auch Mittags ein Quantum Gerste vorgeworfen. Sollten die Hühner gar nicht in's Freie kommen, so versäume man nicht, ihnen jeden Tag auch etwas Grünfutter zukommen zu sassen, es ist für ihre Gesundheit höchst nothwendig. Zur Bildung der Eierschalen müssen die Hühner auch Kalk erhalten, den man ihnen in Form von geriebenen Eierschalen, altem Mauerkalk u. s. w. verschafft. An reinem Trinkwasser dürfen die Hühner ja keinen Mangel leiden. Anfang April meinte meine Frau, jetzt wolle sie die schönsten Eier bei Seite legen, damit, wenn eine Henne„brütig" wird, man nur unterlegen dürfe; aber da konnten wir lange warten, denn das Italiener= huhn wird nicht so leicht brütig. Hat man keins, so leiht man eins, dachte ich und ging zur Frau Nachbarin, welche einige schöne glucksige Landhühner hatte. Ob ein Huhn„brutlustig“ ist, hört man nicht nur am Glucksen, sondern man sieht es an seinem ganzen Benehmen, namentlich wenn ihm am Bauche die Federn ausfallen, wenn es immer und immer wieder auf die Nesteier sitzt, und, wenn man es von denselben nehmen will, es die Federn sträubt, beißt und zischt. Das Bruthuhn soll stark und gesund sein, so daß man ihm 15—17 Eier, die aber nicht über 3 Wochen Geflügel- und * Eichelfutter für Hühner. Die bisher meistene nur bei den Schweinen verwendete Eichelkost soll sich auch bei den Hühnern in ganz besonderer Weise bewähren, indem dieselbe die Hühner zum Eierlegen anregt. Für diesen Zweck läßt man die im Herbst gesammelten Eicheln in einem Backofen dörren und zu Mehl vermahlen. Man kann dem gewöhnlichen Futter eine kleine Portion dieses Mehles in feuchtem Zustande beifügen, es über Tischabfälle von Fleisch und Kartoffeln streuen, wodurch es an den Brocken gut umgerührt haften bleibt und möglichst warm gegeben wird. Die Eichelkost wird am besten dargereicht, wenn man aus dem Eichelmehl einen Teig mit warmem Wasser bereitet, hiervon kleine Brödchen, ungefähr wie große Semmeln, formt und diese wiederum im Backofen trocknet. Dieses Gebäck wird dann vor dem Gebrauche aufgelöst und dem Futter beigemischt. * Nahrungsbedarf eines Huhnes. Soll die Geflügelzucht rentavel sein, so ist eine richtige Gewichtsmenge in der Futterzutheilung nicht ohne Belang. Richtig ist diese Futterzutheilung aber nur dann, wenn erstens das Huhn seine vollständige Sättigung dadurch erreicht und zweitens die Menge der nöthigen Bestandtheile erhält, um neben der Erhaltung des Körpers noch so viel abgeben zu können, daß die Eierproduction gefördert wird. So bedarf ein gesundes, wohlernährtes Huhn als tägliches Futtermittel 85g Trockensubstanz, z. B. 100 g Gerste; hierzu käme noch als Productionsfutter ca 45 g Gerste, insgesammt also 145 g oder an Weizen 139 g. Bekanntlich reicht aber eine reine Körnerfütterung zur Erhaltung des Huhnes nicht aus, weil dasselbe dadurch einen nicht zu verwendenden ueberschuß an Stärkemehl erhält. Es nuß daher ein Ausgleich geschaffen werden, welcher am besten durch —