Nr. 203 Dereerzähler. 1904 en Stube des Gemeindebauses, um das neu erzeugte srot zum ersten Male gemeinschaftlich zu genießen. is sollte ein Fest sein; aber vergebens sah man sich ach einem fröhlichen Gesichte um. Von allen Haus ##tern, die sich vier eingesunden hatten, war beinahe einer der die teuren Däupter seiner Lieben zählen onnte, ohne eines oder das andere zu vermissen. Dieer hatte Kinder, jener Eltern und ein dritter seine beschwister in der surchtbaren Not verloren. Man uchte sich durch gegenseitige Mitteilung dessen, was le scheuernd erlebt und erfahren, die perzen zu ereichtern; doch rollte so manche Träne über die von Hunger und Gram gebleickte Wange des Erzählenden in den kreisenden Becher herab, der allgemach die traurigen Vilder verscheuchte, und die lang entbehrte Fröhlichkeit schien den salben Totengesichtern das Le den zurückgeben zu wollen. Auf einmal fesselte die Aufmerksamkeit aller eine Peison. Es war Rachna, die arme Witwe eines Sald. kers, der vor mehreren Jahren gegen die seindlich eingefallenen Magyaren geblieben war und ihr fünf unmundige Kinder binterlassen hatte. Sie bewohnte eine einsame Waldbutte bei Prodlitz und lebte vor der Hungersnot bloß von der Barmberzigkeit wohltätiger Leute; wahrend des Elends konnte sie auch von die sen nichts mehr erhalten, da sie selbst Not litten. Man hielt sie, weil sie sich hierauf lange nicht zeigte, für tot; das Erstaunen war daber nicht gering, als sie mit all ihren Kindern, auf deren munteren Gesich tern keine Spur von Hunger zu erspähen war, in die Stube des Gemeindehauses trat und ibre vorigen Wohltäter wieder um Arbeit und Brot bat. Scheu und stumm schaute jeder die Witwe an, die In der Fulle der Gesundheit vor ihnen stand. Ein leises Flustern erhob sich und endlich brach ein Bürger, der ihr sonst immer Arbeit und Verdienst gegönnt, aber während der Seuche seinen einzigen Sohn verloren hatte, in die Worte aus: Hebe Dich von hin, nen, Zauberin, der Teusel mag Dir helfen, wie er Dir hieber geholfen hat. Diesem Ausrufe stimmte die übrige Versammlung tosend bei, man ließ die Witwe nicht zu Worte kommen und stieß die Wei nende, um die sich ihre Kinder schreiend gesammelt hatten, verächtlich zur Stube hinaus. Die wunderbare Erhaltung dieser mittellosen Familie ging, nach dem Bedunken der achtbarsten Bür ger, notwendig nicht mit rechten Dingen zu. Daß sie zaubern könne, daran zweiselte zuletzt niemand. Einige wollten schon fruher Herenstückchen von ihr erlebt hoben. Endlich tat der Stadtrichter, ein ehrsamer Schneidermeister, den Mund auf, erzählte viele Beispiele, wie Feldfruchte durch arge Zaubereien verderbt worden seien und gab zuletzt nicht undeutlich zu ver stehen, er seinerseits sei vollkommen überzeugt, die Hungersnot und die Seuche waren Wirkungen ihrer Zauberkraft und ihres Reides gewesen. Gläubig nickten die anwesenden Schöppen der Meinung ihres Vorstebers Beifall zu und ihrem Beispiele folgten die Köpfe der übrigen. Der allseitige Beifall machte die Vermutung zur Gewißheit. Da man hierüber in Richtigkeit war, so schien es den Schöppen notwendig, sich der Zauberin zu bemächtigen, ehe sie aus Rache ein anderweitig Unheil anstiste. Sie wurde in ihrer Hutte überfallen, aus der Mitte ihrer Kinder gerissen und in den Kerker geschleppt. Am folgenden Tage sollte sich Rachna vor den Augen der ganzen Gemeinde verantworten, durch welche zauberischen Mittel sie sich und ihre Kinder so wohl erhalten habe, wann und warum sie mit dem leidigen Satanas in ein Bündnis eingegangen? usw.— Auf dies alles entgegnete sie nur, der Hunger, der zu dem Genusse der ekelhaftesten Gegenstände verführe, habe sie die Krebse als eine nahrhafte Speise kennen gelehrt. Diese seien, neben Wurzeln und Kräutern, ihre und ihrer Kinder alleinige Nahrung gewesen.— Spachlos vor Entsetzen staunte jedermann das sonder. bare Weib an. Wer bisher noch an ihrer Zauberei gezweifelt hatte. glaubte nun steif und fest daran. So häßlich auch die Krebse in ihrem rohen Zustande erscheinen, so waren sie dennoch schon bei den alten Griechen und Römern ein beliebtes Essen, und Aesop soll in diesem Punkte ein zweiter Lucull gewesen sein. Bei den slavischen Völkern galten sie lange für böchst giftig, wer hätte daher an ihren Genuß gedacht? Noch in unseren Tagen sind sie nicht nur den Russen so ekelhaft wie Frösche den Britten, sondern ihr Genuß ist den griechischen Glaubensverwandten durch ein Religionsgesetz verboten. Man begreift nun das Erstaunen der Menge bei Rachnas Aeußerung. Man fragte sie nun, wie und warum sie die Hungersnot und die Seuche verursacht habe? und da sie natürlicherweise sich dazu nicht bekennen wollte, zwang man ihr das Geständnis durch die Folter ab und verurteilte sie dann, ohne auf ihre serneren Worte Rucksicht zu nehmen, zu dem Feuertode. Niemand bemitleidete sie, jeder sah in ihr die Stifterin des erlittenen Elends, fluchte ihr und ver wunschte sie. us muß hier nachgeholt werden, wie Rachna mit der Genießbarkeit der Krebse bekannt wurde. In den ersten Wochen der Hungersnot behalf sie sich und ihre Kinder mit Wurzeln, Krautern und wildem Obst; doch als sie auch dieses nicht mehr haben konnte, ihre Fa milie sichtbar dem Tode entgegen welkte, beschloß die Verzweifelnde, um dem qualvollen und langsamen Hungertode zu entgehen, für sich und ihre Kinder ein kurzeres Lebensende durch Gift zu suchen. Die Krebse galten bei den Hannaten für die giftigsten Tiere, da her wurden sie zur Ausführung ihres Vorsatzes ge braucht. Allein durch das Sieden verschwand die ekel hafte natürliche Farbe des Tieres, durch den Genuß desselben lernte sie ein schmackhaftes Zleisch kennen und so fand sie statt des gesuchten Todes ein neues Lebensmittel, das eben darum, weil jedermann dessen Genießbarkeit unbekannt gewesen, in Menge vorhanden war.— Wohl hatte sie alles das ihren Richtern erzahlt, allein über die Wahrheit siegte das Vorurteil, dessen Opfer sie werden sollte. Am Vorabende des zur Hinrichtung bestimmten Tages kam der damalige Landeshauptmann, der durch sein, Mährens alte Rechte und Gewohnheiten ent haltendes Tobitschauer=Buch berühmte Ctibor Towac zowsky von Cymburg, von einer Reise von Znaim nach Olmütz, von mehreren Herren und Rittern be gleitet, zufällig nach Prödlitz, wo er die Nacht über zu bleiben gedachte. Kaum hatte sich der Ruf von der Ankunft Ctibors verbreitet, als Volka, die älteste Tochter Rachnas, ein Madchen von fünfzehn Jahren, sich atemlos zu seinen Füßen warf und um Gnade für ihre Mutter bat, die wie sie sich naiv ausdrückte, deshalb verbrannt werden sollte, weil sie Krebse gegessen hätte.— Die an wesenden Fremden brachen in ein lautes Gelächter aus, nur Ctibor und Malowar, sein Edelknappe, blieben ernn. Letzterer, von dem Jammer der jungen, schönen Dirne gerührt, vereinigte seine Bitten mit den ihrigen. Etivor versprach bloß, die Sache ihrer Mutter zu untersuchen und gebot den Schöppen, die Hinrichtung aufzuschieben und sich mit der Gefangenen am Morgen vor ihn zu stellen. Durch dies, noch mehr aber durch Malowar, der den Worten Ctivors die erfreulichste Dentung gab, getröstet, kehte Bolka hof send zu ihren jüngeren Geschwistern zurück. Am folgenden Morgen schlug Ctivor nach der damaligen Sitte auf dem öffentlichen Ringplatze seinen Richterstuhl auf. Die Verurteilte, von Schergen begleitet, und die Schöppen traten vor und im Kreise herum stand die gafsende Volksmenge. Ctibor ließ sich erst vor den Schöppen, dann von der Verurteilten, endlich von einigen, die er aus dem Volke zu sich rief, den Vorgang mit allen Umständen erzählen. Dies Weib, sagte er endlich sehr ernst, wurde deshalb zum Feuertod verurteilt, weil es die Hungersnot hervorgebracht; hat sie dies getan, so ist das Urteil ebenso weise als gerecht.— Stolz sahen die Schöppen und der Stadtrichter vor sich hin;— Malowar, der unter der Menge Bolka bemerkte, zitterte.— Nur eines f## noch, fuhr Ctibor fort, die Beweise.— Sie selbst ge stand ihre Schuld, entgegnete Benesch, der Stadtrichter — So fühle denn, Elender, fuhr ihn Ctibor an, so fühle denn die Nichtigkeit Deines Beweises. Auf sein Gebot kam ein Züchtiger mit seinen Folterwerkzeugen herzu, dem Ctibor befahl, den Stadtrichter so lange zu peinigen, bis sich dieser selbst als den Urheber der erlittenen Hungersnot anklagen würde. Vergebens war das Flehen des armen Schneiderleins. Ein Wink Ctivors und der Züchtiger begann sein Amt; allein der erste Nagel, der dem Unbesonnenen in die Finger geschlagen wurde, zwang ihm das geforderte Bekenntnis ab und endigte die Folter. Nun, herrschte ihn Ctibor an, solltest eigentlich Du und die Schöppen nach Deinem eigenen Urteile gerichtet werden. Einen Augenblick ließ er sie in fürchterlicher Angst; beruhigte sie aber wieder, sprach Rachna förmlich los und ge bot, ihr die Fesseln abzunehmen. Während Bollka und Malowar zu der vor Freuden Ohnmächtigen hineilten, belehrte Ctibor die Anwesenden, daß Rachna nicht nur nicht die Urheberin der Hungersnot sei, sondern den Dank der ganzen Gemeinde dadurch erworben habe, baß sie diese mit einem recht wohlschmeckenden Nadrungsmittel bekannt gemacht, das in fremden Landen längst besonders beliebt gewesen sei. Es wurde nun ein Mahl bereitet, zu dem die von dem Landeshauptmann so reichlich beschenkte Nachna so viele Krebse liefern mußte, als moglich war. Rachna mit ihren Kindern und die sämtlichen Gerichtsgeschworenen und die Zechmeister des Städtchens mußten neben Ctibor und seinen Gefährten an dem Mahle teilnehmen. Krebse wurden aufgetischt, wacker griffen die edlen perren und Ritter zu. Dies und der fröhlich kreisende Becher machten endlich den Schöppen Mut, sie wagten es, die Krebse zu kosten und fanden sie gut: Ziedler und Pfeiser fanden sich ein, Bolla und Malowar begannen den Tanz und der nächste Jahrestag traf beide als ein glückliches Paar. Malowars Nachkommen, die sich Chraustensky von Malowar nannten, führen zum Andenken an diese Begebenheit zwei Krebsscheren im Wappen. Im Unterseebot eingeschlossen auf dem Meeresgrunde. Fast eine volle Stunde hat die Besatzung des Unterseebotes Porpoise der amerikanischen Flotte am Montag, den 22. August, abends, in Todesgefahr auf dem Meeresgrunde zugebracht. Der Unfall ereignete sich auf der Höhe der Insel Long Island; er sollte jedoch verheimlicht werden, und daher werden die Einzelheiten erst jetzt bekannt. Die Porpoise siand unter dem Befehl des Leutnants Nelson und hatte außer ihm den Leutnant Shapley und eine Besatzung von acht Mann an Bord. Infolge eines Maschinensehlers blieb das Boot bei einer Tauchübung nicht in der gewünschten Tiefe liegen, sondern sank immer tieser, bis es schließlich in einer Tiese von 120 Fuß hilflos auf dem Meeresgrunde ruhte. In den Maschinenraum ergoß sich jetzt Wasser und die an Bord Befindlichen erkannsen, daß ein schweres Schicksal ihnen drohte. Sie waren einfach im Wasser begra ben, da das Boot infolge des eingedrungenen Wassers außer stande war, zur Oberfläche emporzusteigen. „Wir kamen uns vor wie Ratten in einer eisernen Falle, die man in einen Brunnen geworfen hatte, damit sic ertränken,“ sagte einer der Matrosen,„ein Gefangener mit dem Strick um den Hals konnte kein furchtbareres Gefühl haben.“ Leutnant Nelson tat sein Möglichstes, um die Mannschaft zu beruhigen. „Nur den Kopf oben behalten,“ sagte er,„wir wollen versuchen, das Boot zu heben.“ Der Druck des Wassers das gebrechliche Fahrzeug war nach der Tgl. Rösch. so stark, daß die Tauchtanks sich fast ebenso schnell mit Wasser füllten, wie die Mannschaft sie entleeren konnte um das Schiff hoch zu bringen. Außerdem entstand noch im Torpedorohr ein Leck, durch das der Maschinenraum überschwemmt wurde. Nur zwei Rettungswege waren vorhanden, entweder mußte das Boot mit Hilfe der Pumpen gehoben werden, oder die Leute mußten versuchen, durch das Torpedorohr nach oben zu gelangen. Nur ein Mann war willens einen solchen Versuch zu unternehmen; aber Leutnant Nelson verweigerte seine Erlaubnis, Glücklicherweise blieb die Lust im Boot ziemlich gut, und so arbeiteten die Leute in Schichten mit verzweifelter Tatkraft unabläßlich an den Pumpen, bis die Gefahr überstanden war; langsam drängten sie das Wasser Zoll um Zoll aus dem Boot, das sich allmählich hob. Endlich war es nach 11 Uhr abends wieder an der Oberfläche, nachdem es um ½11 Uhr untergetaucht war. Die Leute sahen bleich und verstört und von den schweren Arbeit ermüdet aus. Leutnant Nelson wird wegen seines umsichtigen Verhaltens in dieser gefährlichen Lage allgemein gelobt. Eine„Seele von Frau“. Eine hübsche Anekdote von Charles Kingsley ermmt der englische Geistliche Tetley in einem kürzlich Buch„Old Times and New“: Kingsley war ein Freund von Tetleys Vater. Einmal hatte er sich kaum in einer neuen Wohnung eingerichtet, als Kingsley erfuhr, daß in einem anderen Teile des Hauses eine einsame Dame lebte, die schwer erkrankt war. Sie hatte nun keine Ruhe mehr, bis etwas zu ihrer Hilfe geschah. Kingsley begab sich aus diesem Grunde zu meinem Vater. Meine Mutter war zu Hause und empfing ihn. Er erzählte, warum er gekommen wäre, und entschuldigte sich dann wegen seiner Dringlichkeit, indem er seine Bitte mit folgender Bemerkung schloß:„Sie müssen nämlich wissen, Mrs. Tetley, meine Frau ist eine so gute Seele, daß gewiß, wenn sie hingerichtet werden sollte, ihre erste Sorge die sein würde, daß nur jeder, der zusel wollte, auch einen guten Platz bekäme!“ Vom Siegeszug der Frau. Nach einer jüngst veröffentlichten Statistik gab es in den Vereinigten Staaten von 1870—1890 nur 414 Frauen, die amtliche Stellungen inne hatten; heute sind es 4875! Die Zahl der Journalistinnen ist in derselben Zeit von 3“ auf 88 gestiegen, die der dekorativen Künstlerinnen von 412 auf 10810, und Buchhalterinnen gab es vor 30 Jahren 9, heute 27777! Verantwortlicher Redakteur Ed. Verhülsdonk in Bochum. Verlag und Rotationsdruck der Märkischen Vereinsdruckerei. Nr. 203. Belohnte Treue. Novelle von E. Borges. Nachdruck verboten. Erstes Kapitel. Ein schöner Septembertag ging zur Neige. Die glänzenden Sonnenstrahlen verschwanden, nur einige Wölkchen zeigten noch die Stelle am Horizont. Ein süßer Duft von Blumen und Früchten zog durch die warme Luft. Der dunkle Himmel wölbte sich wolkenlos über die stille Abendlandschaft und über das nahe Meer, auf welchem hin und wieder weiße Vögel langsam über die Fläche dahinglitten, noch weißere Möven schwebten darüber und badeten sich in den kühlenden Wellen. Der Abendwind strich leise durch die hohen Baumkronen des Parkes und ließ die schlanken Wipfel leicht erzittern; ein geheimnisvolles Säuseln und Rauschen durch die sich rötlich färbenden Büsche glich einer wundersamen Melodie; die ganze Erde schien so still und friedlich, als wisse sie nichts von den Schmerzen und Sorgen dieser Welt. Und doch mußten es trübe Gedanten sein, die den Sinn der beiden jungen Damen bedrückten, die schweigend durch die einsamen ungepflegten Wege des Parks daherschritten. In einer Lichtung des Parkes, umgeben von wuchernden Rasenflächen, lag das Herrenhaus des Rittergutsbesitzers Bergstein. Auf den Absätzen des Treppenhauses standen künstlerisch wertvolle Marmor, figuren, die den Glauben erweckten, daß auch im Innern des schloßartigen Gebäudes alles wunderschön sein müsse. Einem scharfen Beobachter wären freilich nicht die Spuren des Verfalles entgangen, welche unverkennbar das alte Haus und das Glück der Bewohner zu untergraben drohten. Reichlichere Mittel, als sie dem jetzigen Besitzer zu Gebote standen, würden in kurzer Zeit die bröckelnden Mauern, gesprungenen Fensterscheiben, die ungepflegten Partwege wieder aufs beste hergestellt haben, aber Herr Bergstein war ein Maler und lebte nur für seine Kunst. Daher kam es, daß er jahrelang die Bewirtschaftung seines großen Gutes einem unredlichen Verwalter überließ, der nicht selte: eigenen Vorteil im Auge hatte und dadurch den be dauerlichen Verfall des Gutes beschleunigte. Un kenntnis in der Landwirtschaft veranlaßte auch oft der Besitzer zu falschen Neuerungen, was nicht wenig z: dem jetzigen Notstande der von zahlreichen Gläubiger: hartbedrängten Familie beitrug. „Thekla! Jenny!“ rief es plötzlich durch die Stille des Abends,„wo seid Ihr? Das Abendbrot ist fertig wir warten auf Euch.“ „Wir kommen schon, Fräulein,“ versetzte Jenny, ein schlankes, bleiches Mädchen von kaum achtzehn Jahren, mit träumerischen dunklen Augen, deren blaf ses Gesichtchen von schwarzbraunen Flechten umrahmt war. Dann sich besinnend, daß sie den ganzen Nachmittag träumend und lesend sich in der Hängematte geschaukelt hatte, flüsterte sie ihrer älteren Schwester zu:„Sie wird längst meine unsertige Näharbeit bemerlt haben, ebenso den Korb voll Strümpfe, den ich ausbessern und stopfen sollte.“ Thekla schlag tröstend den Arm um die Schwester, dann lachte sie erheitert. „Du gewissenhafte, treue Seele,“ scherzte sie,„Du gönnst Dir so selten eine Mußestunde, daß ich mich im stillen gefreut habe, Dich an diesem heißen, herrlichen Nachmittage ohne Arbeit gesehen zu haben, Mache Dir doch keine Sorgen, ich helse Dir nach dem Abendessen.“ Im Gegensatz zu ihrer bleichen Schwester war Thekla eine anmutige junge Dame, mit rosigen Wan gen, auffallend leuchtenden blauen Augen. Das goldblonde Haar verlieh der eigenartigen Schönheit noch einen besonderen Reiz. In der Einsamkeit ihres heimatlichen Dorfes Burgsels geboren und ausgewachsen, sehnte sich Thekla nach anregenderem Leben in der großen Welt, ohne Aussicht zu haben, das stürmische Verlangen ihres Herzens gestillt zu sehen.——— Die ganze Familie war im Speisezimmer versammelt, als die beiden Mädchen eintraten. Herr Bergstein, ein stattlicher werr mit blitzenden Augen, krausem, leicht ergrautem Haare und geistreichen Gesichtszügen, dem man auf den ernen Blick den Künstler, aber nicht den Landwirt ansah, saß mit der Zeitung in einem bequemen Sessel. Seine Gattin das Ebenbild der ältesten Tochter, legte noch eben einige Gegenstände aus dem Tische zurecht. „Wo seid Ihr so lange gewesen?" fragte sie mit leisem Vorwurf.— „In dem Parke, Mutter; wir haben gelesen, geträumt und uns Luftschlösser für die Zukunft gebaut.“ scherzte Thekla;„es war wirklich zu heiß, um zu 9 beiten. Ah!“ fügte sie hinzu,„das ist ja ein herrliches Abendbrot! Sogar ein Braten fehlt nicht! Ist denn heute eine Festlichkeit?“ „Hans hatte kein Mittagessen, wie Du wohl weißt,“ berichtete die Mutter, sich gleichsam entschuldigend.„Er war den ganzen Tag mit Herrn He drungen auf der Jagd und ist jetzt hungrig nach Hause gekommen.“ „Ich habe auch mein Abendbrot verdient,“ warf Haus fröhlich ein.„Ein halbes Dutzend Hasen habe ich Mademoiselle abgeliefert, und ich habe sie alle allein geschossen,“ fügte er triumphierend hinzu. Hans, der einzige Sohn der Familie, war ein lräftig gebauter Jüngling von ungefähr neunzehn Jahren. Seit wenigen Wochen aus der Residenz zu rückgekommen, wo er mit Auszeichnung das Abiturientenexamen abgelegt hatte, durchstreifte er jetzt mit 5. Septbr. 1904. seinem älteren Freunde, dem benachbarten Gutsbesitzer Heldrungen, Wald, Feld und Flur; seine reichliche Jagdbeute verbesserte wesentlich den oft kärglichen Haushalt! Doch ebenso wenig als der Vater Lust und Liebe für die Verwaltung seines Gutes hatte und lieber Tag für Tag in seinem Atelier vor seiner Staffelei saß, zeigte der Sohn Neigung zur Landwirtschaft. Das Studium der Medizin war das Ziel seines Strebens; doch um dieses zu erreichen, fehlten den Eltern die nötigen Mittel. „Warum ist Herr Heldrungen nicht mit zum Abendbrot gekommen?“ fragte Jenny, und ein flüchtiges Rot färbte plötzlich ihre bleichen Wangen. „Er wollte nicht oder besser gesagt, er konnte nicht. Er mußte noch nach dem Vorwerl hinüberreiten, um mit dem neuen Pächter Rücksprache zu nehmen.“ „Hat Heldrungen nichts von meinen letzten Gedichten gesagt?" flüsterte leise Magdalena, das jüngste Familienglied, einen schöne Brünette von sechszehn Jahren, ihrem Bruder ins Ohr. Seitdem die Hauslehrerin, von den Familienmitgliedern einfach mit „Mademoiselle“ angeredet, sie weniger mit dem Erlernen fremder Sprachen plagte, widmete sie den größten Teil ihrer freien Zeit der Muse der Dichtlunst. Endlich einmal ihre kleinen Schöpfungen gedruckt zu sehen, war der schönste Traum ihres jungen, hoffnungsfreudigen Lebens. Herr Heldrungen war wohl der einzige, der die Verse geduldig las, die junge Dichterin lobte und sie zu größerem Eiser anspornte: auch hatte er ihr versprochen, seinen Einfluß bei einem ihm befreundeten Verleger gellend zu machen, damit ihr sehnlichster Wunsch erfüllt und die Gedichtchen abgedruckt würden.— „Freue Dich, Kleine," versetzte Haus schelmisch, „Deine drai„Abendlieder“ sind angenommen und werden bald in unserer Zettung erscheinen, dann kannst Du sie gedruckt lesen. In wenigen Jahren werden wir das stolze Bewußtsein haben, eine Dichterin in unserer Mitte zu sehen, deren Ruhm seine Strahlen auf uns zurückwirft.“ Purpurglut bedeckte die Wangen des jungen Mädchens; der unverdiente Spott des Bruders tränkte sie tief und verwischte die Freude über den langersehnten Erfolg. „Warum schreibst Du nicht bessere Verse, wenn Du es kannst,“ rief sie unwillig aus, nur mit Mühe die hervorbrechenden Tränen unterdrückend. „Hans, reize das Kind nicht,“ mahnte die Mutter, die stets bereit war, das lebhafte Temperament ihrer Jüngsten zu beschwichtigen.„Magda, ich freue mich mit Dir, daß Deine Gedichtchen gedruckt werden. Kommt, Kinder, wir wollen jetzt essen, das Abendbrot wird sonst ganz kalt.“ Jeuny glaubte zu bemerken, daß der Ausdruck im Antlitz ihres Vaters heute ein viel ernsterer sei, Nr. 22 Der Erzähles. 1904 wie gewöhnlich, und als sie während der Mahlzeit die Mutter betrachtete, sand sie auch in diesem Antlitz den Wiederschein der Sorge, die auf ihrem Herzen lasten mußte. Doch welcher Art die neuen Gefahren waren, wußte Jeuny nicht. Herr Bergstein war, wie seine Familie sest überzeugt war, ein tuchtiger Künstler, aber sein Talent war bis jetzt noch wenig anerkannt. Zahlreiche Gemälde, gröntenteils geschichtliche Darstellungen, zu denen aber leider keine Käufer gefunden werden konn ten, zierten die Wände seines Ateliers.— Ab und zu kam wohl ein reicher Engländer oder Amerikaner durch das friedliche Dörschen Bergstein und zahlte hohe Preise für ein Gemälde, aber das war eine Seltenheit; inzwischen sah sich der Künstler genongt, für einen Kaufherrn kleinere Landschaften, Stilleben oder Skizzen zu liefern, um die Existenz seiner Familie zu ermöglichen.— So hatte vor wenigen Wochen ein reicher Engländer für ein herrliches Gemälde,„Napoleon aus dem Felsen von St. Helena“ vorstellend, eine bedeutende Summe gezahlt, die aber der Vater den ungeduldigen(Aäubigern sofort aus händigen mußte, ohne auch nur ein geringen Teil für sich behalten zu dürfen. Jetzt trat auch Mademoiselle mit einer dampfenden Schussel von Eiern, die sie dem jungen Nimrod vorsetzte, in das Speisezimmer. Sie nahm ihren gewöhnlichen Platz zwischen Jeuny und Magda ein, und der scharfe Blick Jennys sab ihre Furcht bestätigt, neue Sorgen mußten über dem Haupt der geliebten Eltern schweben, und Mademoiselle wußte davon. Mademoiselle stand in der Mitte der Vierziger. Sie war eine lebhafte Französin von angenehmem Aeußeren. Ihr eigentlicher Name war Eugenie Dabois, jedoch die jüngsten Mitglieder wußten ihn kaum, oder hatten ihn schon vergessen, ihnen war sie einsach: Mademeiselle. Ein langjähriger Aufenthalt in der Familie Bergstein hatte sie fast zu einem Mitglieder derselben gemacht. Die Interessen der Familie waren ihre eigenen, sie teilte treulich deren vielfachen Sorgen und Kum mernisse ebenso, wie die wenigen Freuden. Hätte sie Berafels verlassen, so würde der wenig geregelte Haushalt zu Grunde gegangen sein. Dait bewundernswürdiger Geschicklichteit füllte Mademoiselle die Stellung einer Gouvernante, Köchin, Krankenpflegerin, Gesellschafterin oder sogar des Hausmädchens aus, je nachdem ihre Dienste erforderlich waren. Sie war im Hause unentbehrlich; hing mu zärtlicher Liebe an den unter ihren Augen auf gewachsenen Kindern, die sie wie eine zweite Mutter ltebte. Jedoch ihr beftiges Temperament, das hin und wieder sich Bahn brach, war der Grund, daß sic von den Kindern mehr gefürchtet, als geliebt wurde, sogar Hans, ihr Liebling, vermied sie, wenn sie aufgeregt war.— Der ganze Haushalt ruhte auf ihren Schultern, denn auch Frau Bergstein saß lieber vor ihrer Staffelei im Atelier ihres Gatten, und ihre kleinen, künstlerisch ausgefuhrten Bildet wurden bäusig besser bezahlt, als die größeren Gemälde des Künst lers. Nach kaum beendeter Mahlzeit verließ Magdalena eilig das Speisezimmer. Sie mußte allein sein, um in ihrem Tagebuche das freudige Ereignis der An nahme ihrer ernen Gedichte zu verzeichnen. Auch Thekla und Jennn erhoben sich, doch kaum näberten sie sich der Tür, als der Vater sie zurückrief. „Ich will Euch lieber gleich sagen, was wir, Euere Mutter und ich, zu tun beschlossen haben, Kinder, begann der Vater, nervos mit seiner Serviette spie lend.„Die einfache Tatsache ist, daß wir in großer Geldverlegenheit find. Unsere Besitzung int so sehr mit Schulden bedeckt, daß wir sie verkaufen mussen, wenn wir nicht in kürzester Frist ein Darleben von dreißigtausend Mark erhalten.“ Verkaufen!— Das Haus, worin sie geboren und das ihnen lieb und teuer war! Dieser schmerzliche Gedanke sand vielfaches Echo in den Herzen der Kin der. Sie waren an Armut gewöhnt, doch nur inso sern, als dieses Schreckgespenst sich ihnen in dürftiger Nadrung, einsamem Leben und Mangel an Zerstreu ung und Vergnügungen bemerkbar machte. Das aber jetzt die Besitzung, die, so weit man denken konnte, sich vom Vater auf den Sohn vererbt hatte. verlaufen sollte, war ein ungeahnter schmerzlicher Ge danke. „Unmöglich, Vater!" Thekla und Jenny hatten gleichzeitig diese Worte wie einen schweren Seufzer ausgestoßen; auch Hans war schmerzlich überrascht und trommelte gegen die Fensterscheiben, um seine Be stürzung zu verbergen.— „Um diese peinliche Notwendigkeit zu verbindern.“ fuhr der Künstler mit bebender Stimme fort,„und um unser Heim zu erhalten, werde ich mich bemuhen müssen, mir Geld zu beschaffen. Ich bin nicht in der Lage, von einem Agenten ein Darlehen zu entneh men, denn ich wurde die Zinsen nicht bezahlen tön nen, also muß ich es auf andere Weise versuchen.“ „Wozu brauchst Du soviel Geld, Vater?" fragte Tyekla seuszend. „Mein Kind, wir konnten es nicht verhindern, in Schulden zu geraten,“ erklärte der Vater, rastlos im Gemach auf= und abgehend.„Einige notwendige Re paraturen im Hause, die vor wenigen Jahren gemacht werden mußten sind noch unbezahlt und tosten viel Geld; dann haben wir noch viele unbezahlte Rechnungen, und hauptsächlich mussen wir Geld in Händen haben, um Hans in wenigen Tagen auf die Universität schicken zu können, damit er dort sein Studium fortsetzt.“ „Für die Landwirtschaft bin ich auch nicht geschaf sen, ich wurde doch nur das Gut schlecht verwalten,“ murmelte Hans, sich gleichsam entschuldigend, daß er die Sorge der Eltern vermehre,„aber wenn ich erst Arzt bin, kann ich leicht hinreichend Geld verdienen, daß ich alle Unkosten mit Zinsen zurückerstatten kann.“ Niemand widersprach. Hans war ein guter Sohn, auf den Eltern und Schwestern mit Stolz und Freude schauten. „Wie willst Du es möglich machen, dreißigtausend Mark zu erhalten?" fragte endlich Thekla gedanten voll. „Ich lasse in der Zeitung inserieren,“ lautete die unerwartete Antwort.„Hier diese Anzeige setzte ich auf, nachdem ich mit Euerer Mutter und Mademoi selle Rücksprache genommen hatte Er überreichte seiner ältesten Tochter ein Stückchen Papier, worauf geschrieben stand:„Gesucht auf sofort ein Darlehen von dreißigtaused Mark. Anstatt der üblichen Zinsen werden dem Gläubiger Kost und Lo gis angeboten. Adresse usw. usw.“ Thekla und Jenny sahen sich schweigend, aber ver ständnisvoll an. Sie wußten, daß Mademoiselle allein diese sonderbare Idee ersonnen hatten, denn die Eltern würden niemals auf diesen seltsamen Gedanken gekommen sein. Sie hatten sich in ihrer Geldverlegenheit wieder an die um guten Rat nie verlegene Französin gewandt.„Unter andern Umständen würde ein Gast in unserem Hause eine angenehme Abwecholung sein,“ bemerkte Jennn endlich,„aber be ständig einen Gläubiger um sich zu haben, der für sein geliehenes Geld unser Haus als sein Eigentum be trachtet, das ist ein Gedanke, der mir unerträglich in.“ „Das ist auch meine Meinung,“ pflichtete Thekla bei,„er oder sie, wer es auch immer sein mag, wird stets das Bestreben haben, die Zinsen nach Kräften aus zunutzen.“ „Kinder, macht Eurem Vater nicht das Herz schwer; er handelt nur zu Eurem Besten,“ wandte die Mutter ein, und legte schmeichelnd den Arm um den Hals des Gatten.— Die jungen Mädchen saben sich einander betroffen an; sie liebten die Eltern zu sehr, um wissentlich deren Sorgen zu vermehren. „Laß mich eine Stelle als Gonvernante annehmen, Mutter,“ bat Jennv,„dann würde vier der Haushalt kleiner und ich könnte Euch von meinem Gehalt unternützen.“— „Nein, mein Kind, wir können Dich gar nicht im Hause entbehren,“ wehrte die Mutter freund „Du gibst uns ja schon alles, was Du Dir sauer durch Privatunterricht verdienst, und Dein Gehalt als Hand, arbeitslehrerin hier an der Dorsschule können wir auch nicht vermissen.“ „Wirst Du jemals das Geld zurückerstatten können, wenn es Dir gelingt, jetzt ein Darlehen zu erhalten?" fragte Thekla gespannt. „In drei Jahren wird uns Tante Gertrud's Erbe zufallen,“ lautete die Antwort. „Das hatte ich vergessen,“ rief das junge Mädchen erleichtert ausatmend.„#atte die Tante ein vernunf tigeres Testament gemacht, so brauchten wir nicht unsere Zuflucht zu diesem verzweiselten Schritt zu nehmen.“ Tante Gertrud, eine merkwurdige alte Dame, hatte bei ihrem Tode vor zwei Jahren ihr ganz bedeutendes Vermögen der Familie Bergstein vermacht, jedoch mit der testamentarischen Bestimmung, daß Kapital und Zinsen erst fünf Jahre nach ihrem Tode angegrissen werden sollten. „Mache Dir keine Sorge, Thekla,“ tronete die Mutier,„wenn es uns gelingt, das Geld zu erhalten. und anstatt der Zinsen Kost und Logis zu geben, so sind wir vor der Hand von jeglicher Not befreit. Viel, leicht in auch ein Gast in unserem Hause weniger unangenehm. als Du Dir dentst. Selbstredend würde nur ein Herr oder eine Dame von Rang und Bildung in unserem Kreise Aufnahme finden, und die ver mehrte Arbeit, die ein Gast notwendigerweise mit sich bringt. fällt auf Mademoiselles Schultern und die beklagt sich nicht.“ „Vermutlich, weil diese seltsame Idec von ihr herrührt," versetzte das junge Mädchen bitter. „Weißt Du denn einen anderen Ausweg?" fragte die Französin mit einem überlegenen Lächeln. Thekla wandte sich unwillig ab; sie empfand ein biteres Gefühl gegen den unbekannten Gast, der in Zukunft in dem stillen Kreise weilen sollte. Sie haßte den unglücklichen Plan um so mehr, da sie gar keinen anderen Ausweg zur Erlangung des Zieles wußte. „Füge der Anzeige bei, daß die Familie musikalisch, liebenswürdig und künstlerisch ist,“ bemerkte sie lebhaft.„Es ist doch schade, eine Sache nur halb zu tun; ich— an Deiner Stelle— würde das schöne Familienleben sehr empfehlen.“ Der Künstler lächelte, obgleich die Worte seines verwohnten Lieblings ihn verletzten. Aber ungeachtet mancher Einwendungen wurde die Anzeige abgeschickt und die Familie wartete auf den Erfolg. Fortsetzung folgt. Aus der Reichshauptstadt. Nachdruck verboten. A. Berlin, 2. September. Vom Kreuzberg.— Grunewald. Der kluge Hans.— Theutersaison. Man spottet viel über den Kreuzberg in Berlin; wer ihn aber doch einmak besucht hat, muß doch anertennen, daß derselbe mit seinen hübschen Anlagen, seinem Wasserfall, seinem Kriegerdenkmal oben eine ganze hübsche Eholungsstätte ist, und daß er auch als „Berg“ in des„deutschen Reiches Streusandbuchse" immerhin eine Bedeutung hat. Wie hoch liegt ganz Berlin zu unseren Füßen, wenn wir oben am Denkmal stehen! Soweit das Auge reicht, ein Häusermeer, nach Nordosten schließt es ab mit einem Bau, der eine vergoldete Kuppel tragt, und wir fragten den Wärter, was das bedeute. Der Mann scheint ein Antisemit zu sein, denn er antwortete:„Das ist der letzte Rest des goldenen Kalbes, das Moses aus Aegypten mitbrachte.“ Also das vergoldete Tam einer Synagoge! Auch die gesamten Anlagen am Krenzberg scheinen antisemitischen Geist zu atmen; denn man trifft vier auffallend wenig Inder, die sonn in Berlin an aller hübschen Orten zu finden sind. Die Stadtverwaltung hat nun einen recht hübschen Gedonken gehabt, mit der Beleuchtung des Wasserfalls, die zweimal wöchent. lich nach Eintritt der Dunkelheit stattfindet. Zahlreich strümen Berliner und Nichtberliner herbei und warten auf die Illumination. Da ein Blitz! Plötzlich illt der breite, milchweise Strahl eines Scheinwerfers auf die zackige Linie des Wasserfalls, dessen Schaum auf einmal von silbernem Glanz erhellt scheint. Auch der Turm am obersten Ende des den Fall einrahmen. den grunen Baumparterres schimmert nun schneeweiß nd silbern. Dann wechselt die Farbe. Ein tiefroter Schein huscht über die Dekoration. Bluturome scheinen über die Absätze des Kaskade zu rinnen; aber jah randelt sich das Blut zu Gold. Unter den massiven keissteinen scheinen schwere Goldbarren gelagert, von denen das Wasser schäumend, sprudelnd den Glanz mitnimmt. Dann wieder ist das ganze in tieses, frisches Grün getaucht. Oder in ein stählernes Blau, auf dessen prächtigem Farbengrund Silberschuppen vi. brieren. An den Fuß des Turms schließt sich ein Viereck in leuchtendem Weinrot, diesem folgt ein Abteil in zartgelber Tönung. Und lebhaftes Grün, hell, schimmerndes Blau und blitzendes Silberweiß schliepen sich an. Ein berückender Anblick für den Freund dekorativer Schaustellungen. Um 10 Uhr erlischt dieses Farbenspiel und der Kreuzberg liegt in tieser Nacht vor uns. Der Grunewald soll nun Volkspark werden; die Vorarbeiten beginnen schon. Das Wildgatter wird abgebrochen. Gleichzeitig wird das Damwild eingetrieben und nach einem Revier bei der Saubucht überführt, wo es in einem eigens dazu bestimmten Gebege eingeschlossen wird. Das wenige Wild, das der Eintreibung entgeht, wird nach und nach von den wornern abgeschossen. Mit der Beseitigung des Wildgatters ist der Ansang gemacht zur völligen Erschließung des Forsgebietes für das erholungsuchende Großstadtpublikum. Die weiteren Maßnahmen, Bau von Straßen, insbesondere der Döberitzer Heerstraße, Schaffung von Verkehrsmitteln usw. werden folgen, sobald die nicht leichte Frage, wie die bedeutenden Ko. sten dazu ausgebracht werden, gelöst sein wird. In der hübschen Kolonie Grunewald ist es allerdings sehr un. gemütlich geworden; ein großer Teil der Bewohner weilt noch in der Sommerfrische, und derweil haben sich die Ratten einheimisch gemacht. In den letzten drei Monaten sind uns von dort 414 Nattenschwänze S 3355 S bzSsE 8 533 8 E5 5 Nr. Der terzähler. 90 abgeliefert worden. Die Damenwelt findet diesen Gast in ihren Häusern sehr unbequem. Der„luge Hans“ darf nun ausruhen, er ist genug geplagt worden. Die öffentlichen Vorführungen, die bis heute dauerten, sind nun sistiert worden, und sollen nicht eher wieder ausgenommen werden, bis eine wissenschaftliche Kommission die Leistungen des Tieres einer sorgfältigen Prüfung unterziehen kann. Es wird daher bis auf weiteres niemandem mehr gestattet, den Hof des Hauses Griebenowstraße 11 zu betreten. Der Besitzer des Pferdes, Herr v. Osten, hatte immer gehofft, daß eine amtliche Kommission hierfür ernannt werde; aber er hat sich getäuscht. Nun bestellt er selbst eine souche und will das Resultat der Arbeit derselben sofort nach Fertigstellung publizieren Inzwischen hat der gesunde Menschenverstand bereits eine Reattion eingestellt; die Zahl der Bewunderer nimmt täglich ab und die Zahl der Zweifler und Slep tiker zu. Am Schlusse zeigt es sich jedenfalls, daß der „kluge Haus“, klüger ist als manche seiner Bewunderer, die ihm vernünftiges Denken und Handeln zusprechen! Die Theatersaison beginnt, unbekümmert um den hübschen Spätherbst. Sie scheint sogar eine ganz neue Aera zu werden im Berliner Kunstleben. Neue Theater sind entstanden und im Entstehen begriffen, alte haben ihre Direktoren gewechselt und ihre äußere Gestalt ausgefrischt, mit Ungeduld sieht das Publitum dem immer hitziger werdenden Wettbewerb entgegen. Die„neue Aera“ im kürstlerischen Sinne hat freilich schon vor fast zwei Jahren begonnen, mit dem Augenblick, da Mai Reinhardt das Kleine Theater und dann das Neue Theater in den Dienst vordem unversuchter und ungelbster Aufgaben stellte. Die meisten Theater sind renoviert, nur das königliche Schauspielhaus, dessen Umbau die Freunde alter Ber liner Kunst mit so schwerer Sorge entgegensehen, ist noch lange nicht von seinen Gerüsten und Zäunen befreit. Und zaghast fragt man sich, ob es dem jungen Intendanten Herr von Hülsen so bald gelingen wird, auch in den inneren künstlerischen Verhältnissen der Hofbühne die unabweisbaren„Renovierungen“ durch zu führen. Mit Sorgen auch blicken wir auf unser herrliches altes Opernhaus hinuber, über dessen Sein oder Nichtsein der kommende Vinter eine Entscheidung bringen mut. Das neue Nationaltheater am Wein bergsweg im Norden wiegt manche Forderungen. Was dier neue Unternehmen bringen wird, dessen einfaches, aber nich. ollne Geschmack erbautes Haus an der Stelle steht, wo die Berliner zurzeit des Großen Kurfürsten — Wein bauten der übrigens ganz passabel gewesen sein„soll“], muß die Zukunft lehren. Tann kommt das neue Lustspielhaus in der Friedrichstraße, und wunscht Besucher. Zwei Theaterpläne ruhen noch im Schoße der Zukunft; an der Weidendammer Brücke soll eins entstehen, und Erns v. Wolzogen, der Erfinder des„Ueberbrettels“, das schon fast ganz verschwunden ist, will ein Operettentheater erstellen. Konkurrenz ist also genugend vorhanden. Aber leider negt hier nicht immer das beste und edelste. Unpolitische Zeitläufe. Nachdruck verboten. Berlin, 1. Sept. Die Stadt der Intelligenz liegt bekanntlich an der Spree; dort gedeihen die Wahrsagerinnen, die Wunderdoktoren und die Bauernfänger. Und neuer dings ist das intelligente Berlin noch bereichert wor den durch einen furchterlich gelehrten Gaul, den sog. klugen HanWenn man bisher von„Pserdeverstand“ sprach, so meinte man den menschlichen Verstand in Pserdeangelegenheiten. Fortan wird das anders werden: jetzt wird der Verstand der Pferde auf den Leuchter erbo ben. Hervorragende Leute sind hinausgepilgert zu dem wunderbaren Rapphengst, der in den Wissenschaften und Künsten so gut beschlagen ist, wie ein zwölf jähriger Volksschüler. Das Wundertier buchstabiert und liest, rechnet mit ganzen Zahlen, gemeinen Brü chen und Dezimalbrüchen, kennt die Noten und unter scheidet die guten Akkorde von den schlechten, erkennt die Menschen nach der Photographie lieft, die Zeit vom Zifferblatt der Uhr ab usw. usw. All die Weisheit, die in seinem Pserdeschädel neckt, gibt der kluge Hans durch Scharren mit dem Huf von uch; er scharrt gerade so oft mit seinem Huf, alsnötig in, um in der verabredeten Hussprache die gestellte Frage richtig zu beantworten. Dieser Professor des Huses hat die Bewunderung zahlreicher Zoologen erregt und die Spalten der Weltblatter gesullt Leute, die sich für Autoritäten halten, bezeugen auf eine oberflachliche Besichtigung hin, daß es sich hier wirklich um einen denkenden Pferdegeist handelt und nicht um Dressur. Das wird eine tolle Blamage für diese Helden der „voraussetzungslosen Wissenschaft". Denn für jeden, der mit gesundem Menschenverstand die Sache betradl.= tet, ist es ganz klar und zweisellos, daß der kluge Hans nichts anderes zut, aks was dressierte Zirkus pferde seit unvordentlichen Zeiten leisten: sie scharren mit dem Hof so oft, wie es verlangt wird. Wenn ihr Dresseur ihnen das gewohnte Zeichen zum Anfang gibt, so fangen sie an zu scharren, und wenn das gewohnte Zeichen zum Aufhören kommt, so hören sie auf. Das ist eine so alte und einfache Leistung, daß ein besserer Zirkus sich mit diesem Zeug gar nicht mehr abgibt. Natürlich behaupten der Besitzer des klugen Daus und sein Stallmeister, daß sie dem Pferde keine Winke gäben und überhaupt keine„Hilse“ zu teil werden ließen. Ich will ihren guten Glauben gar nicht an tasten; die nötigen Winte können unwillkurlich gegeben werden. Wenn Hans ansangen soll zu zählen, guckt sein Lehrmeister naturlich auf den Huf, der die Weisheit von sich geben soll; wenn die richtige Zahl der Husschläge erreicht ist, so gibt es eine Bewegung der Befriedigung, sei es im Aufschlag der Augen oder in einer Veränderung der bisher in abwartender Spannung gehaltenen Gliedmaßen. Das genügt, um den klugen Hans zur Einstellung der Fußbewegung zu veranlassen. Ein vernünftiger Mann, der sich das„Wundertier" angesehen hat, erzählt, es sei dem Pferde die Frage vorgelegt worden:„Hans, dort in dem mittleren Fenster über dem kleinen Hause, wieviel Personen sind da?“ In den Fenstern der Nachbarhauser lagen nämlich viele Neugierige, welche die Prufung des Pferdes beobachten wollten. Und der kluge Haus scharrte auf obige Frage die richtige Antwort. Wenn das mit rechten Dingen zugehen sollte, so mußte Hans die deutsche Sprache schon recht grundlich verstehen. Er müßte zunächst wissen, was ein Haus ist; dann müßte er ein kleines Haus von einem großen Hause unterscheiden können. Er müßte das kleine Haus in der Umgebung heraussuchen und dann seine weiteren Nachforschungen über dieses kleine Haus anstellen. Er müßte nicht blos wissen, was ein Fenster ist, sondern auch das mittlere Fenster von den seitlich gelegenen zu unterscheiden verstehen. Wenn nun wirtlich ein Pserd so tief in die Verhaltniswörter, Eigenschaftswörter und Hauptwörter der deutschen Sprache eingedrungen ware, würde so ein denkfähiges Gehirn nicht sofort ein besseres Ausdrucksmittel für seine Gedanken finden, als das rohe Abscharren einer Zahl mit dem Huse? Ein Tier von solcher Intelligenz würde doch z. B. auf einen Mann, den es nach der Photographic erkannt hätte, einfach zugehen oder mit dem Kopfe oder Huse kurzer Hand auf den Mann zeigen; das tut aber Hans nicht, sondern er zeigt den angeblich erkannten Herrn nur dadurch an, daß er durch sein blodes Schar ren mit dem Huse die Ziffer des Platzes anzeigt, den der Mann in der Reihe der Leute einnimmt, von links nach rechts gerechnet. Sollte das Pserd Zissern oder sogar Buchstaben lesen können, so mußte es doch auch wenigstens die einfachsten Zeichen mit seinem Huse in den Sand malen können. Und wenn das Pserd so viel Deutsch verstände, um das mittlere Fenster über dem kleinen Hause auffinden zu können, so müßte es doch auch Verstandnis und Folgsamkeit beweisen, wenn fremde Leute in klarem Deutsch ihm sagten, es solle auf den und den Herrn zugehen oder das und das Ding in der Ecke ansassen usw. Davon ist aber gar keine Rede; der kluge Hans beschränkt sich auf die roben, gleichmäßig wiederbolten Bewegungen seiner Gliedmaßen, deren Beginn und Ende ihm durch die gewohnten Winke angezeigt sind. Aber— so sagen die leichtglaubigen Bewunderer — von den Winten und Hilsen merkt man doch nichts! reilich, im Zirkus merkt man auch nichts, wenn der Dresseur geschickt ist, und von den Kunstgrissen der Taschenspieler, die uns unbegreifliche Dinge vorsuh reu, merkt man ern recht nichts. Wenn die guten Leute glauben, mit der einfachen Beobachtung im Beisein der Dresseure konnten sie die Sache ergrunden, so ist das ein Beweis, daß sie ihren Menschenverstand schlechter benutzen, als wie der kluge Hans seinen Pferdeverstand. Als die gewohnlichen Kunststücke d langweil## Reiz dur den, verlieh man ih Verbindung mit d ein neuer, ein besserer Nervenkitzel! Die Leute stur sich aus Tischtlopserei, Geinerschrift, Geister App Geiner=Erscheinungen und wao sonn zum spirit schen Theater gevorte. Es dauerte nicht lange, wirden die„Medien“ als das entlarpt, was sie wa. betrugerische Gautler, die mit den alten irdi## Kunstarissen arbeiteten. Es trat ein Ruckschlag und diesen Ruckschlag beuteten wieder schlaue## ler“ aus, indem sie als Antispiritisten, als erkle Nachahmer der spiritistischen Gankler, die Bewegl keit ihrer Gliedmatzen aus den Markt brachten. Aehnlich gebt die Entwicklung aus dem(ebiete Vierdressur. Ueber die klugen Pferde, Hunde. santen, Lowen usw., die im Zirkus gezeigt werd regen sich nur noch einfältige Leute auf, denn Tresseure sagen ja ofsen, daß es nur Abrichtung Aber nun behauptet Jemand, die Dressur sei ke Dressur, sondern wirkliche Erziehung und Belehrm Heranbildung des Ziergeistes zum Hören, Rechnen, Musizieren usw. Das ist was Neues, u Großartiges! Darauf stürzt sich die sensationsluster Welt und sogar angebliche Geleyrte und Sachu ständige. Der Rückschlag wird nicht ausbleiben, ebsowenig die Ausbeutung desselben. Nächstens werd wir in den großen Zirkussen Pferde sehen die noch 9# mehr leisten, als der kluge Oans, die vielleicht sog Audikwurzeln ansziehen und Sonnensinsternisse ausberechnen. „Die Welt will getauscht sein, also mag sie tauscht werden!" Dieses alte Sprichwort gilt im: Jahrhundert nach Christus noch ebenso, wic im: Jahrhundert vor Christus. Aber wie erklart es## daß sogar einige„Manner der Wissenschaft“ auf d. Leim des klugen Haus gegangen sind? Sehr einser die moderne Wissenschaft nennt sich freilich„voran setzungslos" und tendenzfrei, aber sie in es nia Diese Herren möchten gar zu gern ein Tier habe das denken kann und so dem Menschen den Vorze streitig macht, allein sapiens, vernunftig denkend; sein. Wie die Propheten des Materialismus sich un dem missing link, dem sehlenden körperlichen Zwische glied zwischen Afsen und Menschen, seit Jahrzehnte vergeblich sehnen, so haschen andere nach der Füllun der geistigen Lücke zwischen Mensch und Tier. Wir ihnen nun etwas vorgeführt, was halbwegs nach eine nierischen Denktatigkeit aussieht, so greisen sie 1 blindem Eifer zu. Sie prusen nicht gehorig, weil## von ihrer Tendenz sich hinreitzen lassen. Die ganze Geschichte ist kein Beweis für die Weis heit der Tiere, sondern für die Dummheit der Men schen. Die modernen Menschen sind meiß hartgläubig i: himmlischen Dingen, aber vielfach verzweisel leichtglaubig in tterischen Dingen. Wir aber wollen uns von dem klugen Haus dahin belehren lassen, daß man sich nicht durch verbluffenden Augenschein bethörten lassen darf, sondern den Dingen vorsichtig aus den Grund gehen muß. Es gibt in der Welt, die sich großen Teils auf ihren Unglauben so viel zu Gutc tut, erschrecend viel Aberglauben, ausd Aberglauben unter wissenschaftlichem Deckmantel. Wer ein lluger Hans unter den Meuschen sein will, der hutet sich vor solchem Aberglauben, mag es sich um Dressurkünste oder um spiritistische„Wunder“ oder um Wahrsagerei oder um Kurpfuscherei oder um sonstigen Mumpitz handeln. C. die schlauen Leute, die sich mit solchen Dingen besassen, wissen schon scheinbare Beweise für ihre Behauptungen beizubringen. Wer da auf den ernen besten Leim von auffallenden Tatsachen oder glänzenden Atesten kriechen will, der kommt sein Lebenlang aus Irrtum und Schaden nicht heraus. Was der liebe wort uns sagt, das ist zweisellos; aber was die Menschen sagen, das muß man erst aründlich nachvrusen und nicht eher gläu, big aufnehmen, als bis es wirklich durchschlagend bewiesen ist. Kommt es aus der Stadt der Intelligenz, so ist doppelte Vorsicht geboten. Die Krebse chen Aberglauben. Der ehrliche sagte: e sch Taschenspieler einen neuen soiritistihenspieler znen und sondern Blumen aus der Luft r es ist keine Her nd Sinnestäuschung! Als dies nicht mehr zog, da sagte der unehrliche Taschenspieler: Ich lasse wirkliche Geister erscheinen und lasse Blumen usw. aus der vierten Dimension regnen; bei mir in das keine Geschwindigkeit und keine Sinnestäuschung, sondern wirkliche Hexerei! Ah, das war Historische Stizze. Im Jahre 1482 war das sonn reichlich gesegnete Slavenland Mahren und selbst dessen fruchtbarster Gau, das Marschland der Hannal, durch eine anhaltende Durre der Sommerfrucht beraubt worden, und eine schreckliche Hungersnot hatte, wie gewöhnlich, auch veheerende Seuchen im Gefolge, denen jedoch die gesegnete Ernte von 1483 ein wohltatiges Ende machte. Das Elend war so groß gewesen, daß der Entschluß r naturlich war, den Eintrin der rettenden Tage durch ein Vollsfen zu seiern. Zu Prodtiv, einem hannaktschen Stadichen zwischen Wischau und Prosini, versammelte sich die Burgerschaft am ersten Sonntage der Schnittzeit in der