Nr. 20 Der Erzahler 1904 Kodzu und Kuroli in einer Lintoschwenkung, wober die ganze Front nach Norden Feld gab, um sich schließlich an Taiebo, als Flankenschutz, anzulehnen. Diese Benegung brachte einen Zei der Arner des Generals No in Front gegen Linandsan und fuhrte am 25. August zu dem Gesechte gienden Namens. Da die russische Stellung sehr unrr war, so beschaftigte eine Zahlreiche Artillerie ihre Fronk, während die Insanterie unter Ausnutzung die Russen zur Aufgabe der Stellung und zum Rückzuge nach den linken wentlichen Userhoden des Sidaya zwang. Durch die Einnahme von Liandsanan gewannen beide eneren japanischen Flügel der Süd= und Ostarmee An duung; am folgenden Tage, am 26. August, schritten si. zum gleichzeitigen Angriff. Der Vormarsch des General Lku von Niutschwang und Haitschöng her, stieß zu erst auf die Vorponen zwischen der Straße und der Bahn bei Autschanschan und, als diese sich zurückzogen, auf die zudlich des Tschaho liegenden verschanzten Stellungen von Antichaandten. Gegen diese scheinen die schweren japa nischen Geschutze sehr wirksam tatig gewesen zu sein. Als der. Besebl zur Rüumung der Stellung einging, vollzog sich der Rückzug nicht in der bei den Russen gewohnten guten Ordnung; er artete in eine Panik aus, bei welcher Ge neral Rutkoweki und sein Stellvertreter, Oberstleutnant v. Raben, getotet wurden. Das linke Tschabo=Ufer wurde geräumt und das vorgeschodene Armeekorps in die Haupt gellung zurückgenommen. Wie im Süden General Oku Antschanschan besetzte, so griff General Kurol: am 26. die feindliche Stellung bei Anping(Pegn Zegu) an. Juch spielte sich derselbe Verlauf ab. Die Stellung Pegu Zegu war von Teilen des 10. russischen Armeekorps besetzt; besonders ruhmend hervorgehoben wird das Verhalten des Regiments Tambow, welches viermal zum Bajonettkampf griff. General Kuroki griff mit Artillerie und Insan. terte das Tal des Taitebo benutzend, den linken russischen Flügel an und erzwang hierdurch das Aufgeben der ganzen Stellung, welche er bisber mit seiner Artillerie in verlustreichem Kampfe beschäftigt hatte. Die Russen traten den Ruckzug über den Sidava in die befestigte Hauptstellung von Liaujang an. Bei Anping war der Kampf am ver. lustreichsten; der russische Generalstad beziffert den Abgang auf 1500 Mann. Japanische Berichte melden noch den Verlust von 6 zulammengeschossenen, russischen Geschüpen Am besten bezeichnete man die Kämpfe am 26. August durch die Bezeichnung der für die Japaner siegreichen Gesechte bei Antschanschan und bei Anping. Die russische neht nun in dem von Flüssen umgebenen Rechteck in einer befestigten Stellung, deren Stüppunkt Liaujang, die einzige Verlindung nach Norden mit Mutden, vermittelt. eine wenig beneidenswerte Position, auf engem Raume zusammengepreßt, fast operationsunfähig und auf drei Seiten von siegreichen Heeren umstellt, welche eine vernichtende Ratastrophe mit allen Mitteln und Kräften für die russische Armee herbeizuführen, bestrebt sind. Allerlei. Erinnerungen an Wereschtschagin. Eugen Zabel, der Biograph und langjährige Freund Bereschtschagins, teilt im Septemverheft der Deutschen Rundschau Erinnerungen an den großen Schlachtenmaler mit, die sich zwar vielfach mit den von Georges Claretie in Aevue mitgeteilten Briefen berühren, aber auch viel Neues aus diesem unerschöpflich reichen, von großen Reisen und romantischen Abenteuern erfüllten Leven berichten. Besonders interessant ist die Schilderung, die Wereschtschagin von Kuropatkin gibt, der im russisch=türkischen Krieg Generalstavschef von Skobelew war.„Er war ein Mann von nicht hohem Wuchs", erzählt er,„von keiner besonders in die Augen fallenden Schonheit, aber tapfer, vernünftig und kaltblütig und in vielen Eigenschaften der gerade Gegensatz zu Skobelew, der mit ihm schon lange freundschaftlich verkehrte, ihn ehrte und schätzte, wenn er sich auch häufig mit ihm herumstritt, und ich muß sagen, daß bei diesen Streitigkeiten der überlegene Stabschef dem glänzenden impulsiven General gegenüber im Recht blieb ... Kuropatkin war nicht so schneidig und frech wie Skobelew, aber aucd er war ein Mann von ungewöhnlicher Tapferkeit; auch unter ihm wurden Pferde getötet, und Lad= kanen explodierten vor seinem Antlitz; mehr als einmai war der verwundet. Aber er lebte und lebt noch jetzt, und wenn es sich darum handelt. Mittel zum Verderven von Rußlands Feinden zu ersinnen, sa ist er noch ebenso hervorragend wie damals, und vielleicht noch mehr.„Voller Stolz erzählte Wereschtschagin von dem tkesen Eindruck, den seine Bilder auf Kaiser Wilhelm gemacht haben. Der Kaiser besichtigte im Winter 1597 den Zuklus von Gemälden, in denen der Maler den Zug Napoleons gegen Rußland dargestellt; nachdenklich stand der Monarch vor dem Gemälde„Rückkehr von Petrowski Park“, aus dem Napoleon von seiner Garde begleitet, an rauchenden Trümmern vorbeireitet, und tieser Ernst lag auf seinen Zügen, als er das Bild„Auf der großen Straße, Rückzugs-Fluch" betrachtete, auf dem der Kaiser der Franzosen in seinen Pelz gehüllt an der Spitze seiner Generale über das von Leichen bedeckte, in Schnee gehüllte Schlachtschreitet; dabei sagte der Kaiser zu dem Maler:„Ihre vene Versicherung gegen den Krieg." Daß einen flammenden Dezember 1897 schrieb er an Zabel, daß er viel eher al Dunan, der Begrunder des„Roten Kreuzes“, den Preis zu verdienen glaube. Dunan habe nur ein mildtätige Werk getan, das bei einem kommenden Kriege die sen timentalen Scelen berubigen werde.„Ich habe dage wie jener weise Vater gehandelt, der, anstatt seinem Sohn Moral zu predigen„ihn in das Krantenhaus geführt und ihm die Folgen des Lasters gezeigt hat.“ Wie berühmte Bilder entstehen. Es sind merkwürdige Ereignisse und Zufälligkeiten durch die häufig in der Seele eines Künstters ein Ge maldt gevoren wird. Househol Words erzählen einige sol cher sonderbaren Entstehungsgeschichten. Wie so oft den Malerauge da eine Welt von Schönheit aufersteht, wo dem gewöbnlichen Menschen nur Widriges und Häßliches sich darbietet, das beweisen die Umstände, unter denen Turner das Motiv zu seinem berühmten Bilde„Der Schneesturm „Hannibals Uebergang über die Alpen“ fand. Der große Maler stand mit seinem Freunde Hawtes zu Farnley wäh. rend eines starken Sturmes in der Tür seines Hauses. „Pu#“, sagte Hawkes,„kaltes Wetter! Wir gehen hinein und machen einen Grog."„Was?“ schrie Turner,„es ist wunderbar, überirdisch, erhaben! Sieh doch diese zerrisse nen, jagenden Wolken, sieh diese brausenden binsturmen den Wetter!" Sogleich begann er Umrisse und Zeichnungen auf die Rückseite eines Briefes zu werfen. Hawtes wollte ihm ein besseres Skizzenbuch hinreichen, in das er beque mer zeichnen könne, doch Turner bemerkte das nicht. Er war völlig hingerissen, wie verzückt. Erst als der Sturm endete, borte auch die heiße Begeisterung auf, mit der er dies Naturwunder in sich aufgenommen.„Da!“ sagte er, „Hawkey! in zwei Jahren wirst Du das wiedersehen als ein fertiges Wer!!" Das Bild wurde auch in dieser Zeit vollendet und im Jahre 1812 ausgestellt. Die Idee zu Turners berühmtem Bild„Der Fighting Témeraire stammt von seinem Freund Clarkson Stanfield, mit dem er auf einem Boot bei Deptford vorbeifuhr. Da sah, er das alte ausgediente Schiff, das einst in manchen S##lachten ein Schrecken der Feinde in seiner stolzen Kraft, nun auglübenden Abendbimmel umflossen, ein wehmütiges Bild vergangener Heidengröße.„Das ware ein reines Motiv“, sagte Stanfield. Ein Jahr darauf, 185., wurde das Bild aufgestellt und dann von Turner, der wiederholt hohe Summen, die man ihm dafür bot, zurückwies, der Nationalgalerie vermacht. Der Gedanke zu seinem Bilde„Das Empfehlungsschreiden“ ist David Wilkie in einer ereignisreichen Stunde seines Lebens gekommen. Er hatte selbst inmal so demütig und schüchtern wie der Held seines Werkes vor einem ebenso unfreundlichen Gönner gestan. den. Dieser Pseudo-Mäcen ist das Porträt Calev While ford der sich damals als großmütiger Kunstfreund auf. pielte, wenn es ihn nichts kostete und ihm sonst keine Unannehmlichkeiten einbrachte. An ihn hatte der junge Wilkie, der ganz unberühmt aus Schottland nach London kam, eine„Empfehlung“, die ihm der mächtige Herr nach angem Wartenlassen mit einem kalten Lächeln abnahm; dann fragte er den schüchternen Landjungen, wie alt er sei. Wilkie war so verwirrt, daß er nicht gleich antworten konnte. Das benutzte nun Caleb, um sich seiner zu entledigen und schrie:„Aber wie kann man mir denn einen Manschen empfehlen, der nicht einmal sein Alter weiß!" und ebe er sich's versah, mußte Wilkie sich die Tür von außen betrachten. Als er nun berühmt geworden und in die„Akademie ausgenommen war, malte er das Bild. Größte Mühe verursachte Wilkie ein anderes Gemälde, das den Tod Tipu Saibs darstellte. Er konnte nur drei Hindu soldaten finden, die ihm für die malerische Hauptszene Modell stehen sollten. Einer von ihnen sollte in liegender Stellung den serbenden Sultan darstellen, wahrend der andere ihn in seinen Armen hielt und der dritte seine Han gefaßt hatte, um dem Pulsschlage des Scheidenden nachzu dorchen. Doch kaum batte der Maler sich mit ihnen per ständigt und alle in die rechte Lage gebracht, als der Licgende aufsprang und wütend schrie:„Ich will nicht Tipu sein!“, die anderen beiden folgten seinem Beispiel und sie waren nicht zu bewegen, sich wieder hinzulegen. Wiltie fand spater mit vieler Mühe die geeigneten Modelle und vollendete das Bild. Zur Erinnerung an Wiltie hat Tur ner sein Bild„Friede: das Begräbnis Sir David Wilkies auf boher See“, gemalt, nur weil er das Andenken an diesen Künstler dadurch lebendig zu erhalten hoffte. Man tadelte an diesem Gemälde die tiefe nachtdunkle Schwärze der Segel, in deren Todesfarbe der Maler seine trauernde Seele gelegt hatte, weil sie unnatürlich seien.„Ich wünschte, ich hätte sie noch schwärzer machen können“, sagte Turner ingrimmig. Von Adolf Menzel. Haus Hopfen erzählt in der N. Fr. Pr. vom Altmeister Menzel folgende bübsche Episode:„Es war am letzten Sonnabend vor Ostern, abends nach 8 Uhr, und die Laternen waren schon angezündet, als sich„die kleine Exzellenz“ ins Postamt 9 vor dem Potsdamer Bahnhof eintreten sah. Ich folgte ihr in den um diese Stunde kürz vor Postschluß Kopf an Kopf gedrängten Raum und sah sie sich ordnungsgemäß den vieln Wartenden vor dem Schalter anreihen. Das Erscheinen Menzels mußte von den Beamten bemerkt worden sein, denn alsbald trat einer aus den Gittern beraus und näherte sich ehrerbietig dem berühm Greise, orsenbar mit dem Ansuchen, ihn außer der den Postsekretär bringen wegungen Menzels waren bei aller Artigkeit entschieden und verständlich genug. Er lehnte jedwede Begünstigung sckarf ab und harrte seine 20 bis 25 Minuten aus, bis ihm nach Erledigung sämtlicher vor ihm angetretenen Mit. bürger sein großes Couvert abgenommen und eingeschrieben wurde. Nachher erst machte ich mich ihm, nahe vor der Ausgangstür, bemerklich, und ward herzlich begrüßt. Alsbald entspann sich hier der bekannte Wettstreit von Hoflichkeiten, indem die liebenswürdige Exzellenz von einem Altersvorrecht nichts wissen und durchaus nicht als der erste durch die Tür gehen wollte. Nachdem sie endlich in Rücksicht auf die vielen nachfolgenden und begegnenden Mitmenschen in den selbstverständlichen Vorzug eingewilligt hatte, wurde das Gespräch auf der Straße fröhlich fortgesetzt. Ich fragte den Maler,„was er jetzt Schönes schaffe". Da reckte er, wie's seine Lieblingsbewegung ist, Kopf und Kinn jäh in die Höhe und wiederbolte freudig verklärten Gesichtes, als spräche er einen Wahlspruch oder eine Eidesformel nach:„Schones! Nur Schönes!", in selbstverständlichem und doch feierlichem Ton dem Verlangen wie der Hoffnung Ausdruck gebend, daß ihm noch so manches Herrliche zu vollenden beschieden sein möchte.“ Im Wildschweinpark. In dem bei Darmstadt gelegenen, durch seine prächtigen Laubwälder bekannten fürstlichen Wildschweinpark befinden sich, wie man der Tägl. Rundschau schreibt, viele an Jagdabenteuer der früheren Landgrafen erinnernde Gedenktafeln, die für die Hofpoesie jener Zeit— des 18. Jahrbunderts— charakterinisch sind. Eigenartige Wünsche sind jedenfalls folgende: Der, welcher Wald und Wild beschert Und uns mit seinem Segen mehrt, Woll' unserm Fürsten langes Leben Und hier die größten Schweine geben. So nimmt zu unsres Fürsten Ruh Auch sein Vergnügen zu. * Oder: S#weinen steht der Eingang offen, Nur der Ausgang hat nicht statt. Doch. ihr habt genug zu hoffen: Rüben und Kartoffeln satt. Drum, ihr Jäger, laßt vor allen Vor des hohen Fürsten Haus Hier das Hifthorn freudig schallen, Rufet„Vivat Ludwig!" aus! Das„Trompeterschloß" bei Säktingen kam am Sonnabend zur öffentlichen Versteigerung. Das Schloß Schönau, wie sein eigentlicher Name ist, ehörte dem adeligen, jetzt ausgestorbenen Geschlechte v. Schönau. Viktor v. Scheffel, der ihm Jahre 1849 nach Säkkingen gekommen, hat es verstanden, durch seinen„Trompeter von Säkkingen“ den alten Zauber des Herrensitzes der Schönauer neu zu beleben. Das Schloß diente damals einer Gastwirtschaft und war nicht gerade besonders schön eingerichtet. Veranlaßt durch Scheisels Werk kaufte der Seidenfabrikant Theodor Bally das Anwesen, ließ es restaurieren und mit prachtvollen Anlagen umgeben. Aber der neue Besitzer zog bald darauf nach Basel und verkaufte das Schloß an die Prinzessin Alerandra von Isenburg; diese kam mit gepfändeten Möbeln nach Säkkingen, und als das Schloß einigermaßen ausgestattet war, erschien der Gerichtsvollzieher und pfändete, was noch frei war. Die Prinzessin konnte ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, und so mußte das Schloß im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. Die Prinzessin hatte das Schloß für den Preis von 220000 Mark erworben; die amtliche Schätzung wird auf 170000 Mark angegeben. Drei Liebhaber hatten sich zu der Versteigerung eingefunden: ein Fabrikant aus Pforzheim, die Sadtgemeinde Säkkingen und der frühere Besitzer Herr Theodor Bally aus Basel. Ihm wurde das Schloß für 102000 Mark zugeschlagen. Die Stadtgemeinde Sätkingen wäre erst dann als Käufer aufgetreten, wenn ein anderer als der frühere Besitzer ernstlich als Steigerer ausgetreten ware. Obwohl die amtliche Schätzung nicht erreicht wurde, hat doch der definitive Zuschlag stattgefunden. Vornehme Namen. Die Vorliebe der amerikanischen Neger, sich berühmte Namen zu geben, ist bekannt. In dem Polizeibericht einer Stadt in Kentucky hieß es kürzlich: Benjamin Franklin wurde wegen Hühnerdiebstahls ausgepeitscht. Thomas Jefferson wurde wegen Vagabondierens eingelocht. John Wesley wurde bei einem Einbruch in einen Laden ertappt. George Washington hat jetzt seinen Prozeß wegen Brandstiftung zu bestehen. Martin Luther erhängte sich an einem Gartenzaun, nachdem er einen Korb Gemüse gestohlen hatte, und Napoleon Bonaparte erhielt 10 Tage Gefängnis, weil er eine Ziege stahl. ch Nerantwortlicher Redakteur Ed. Verhülsdonk in Bochum. Märkischen Vereinsdruckerei. S= ES5-TN. *.„„„„„" 14•"„**** ** W• G„———"—* SE —.*„** —.—— • S T S 5 a55 "—* — *— Der Erzähler K Täglich erscheinendes Unterhaltungsblatt Träume sind nicht Caten: Ohne Arbeit wird dir nichts geroten. Nr. 201. Der Achkundvierziger. Eine rheinische Geschichte von Wilhelm Ruland. Nachdruck verboten. 5. Kapitel. In den Maitagen des Jahres 1849 ging es in Bonn stürmisch zu. Die Gewitterwolken, von denen der Agitator Gottfried Kinkel geweissagt, schienen sich entladen zu wollen. In Elberfeld, Düffeldorf und Iserlohn war offener Aufruhr ausgebrochen, weil die Landwehr sich weigerte, der Einberufung durch das preußische Ministerium Folge zu leisten. In dem Bonner demokratischen Verein und seinen zahlreichen Filialvereinen in der Umgegend verkündeten Kinkel und seine Freunde, daß die Stunde der Tat gekommen sei. Mit glühendem Eiser eilten die einzelnen Mitglieder des Bouner Direktoriums in die benachbarten Ortschaften: nach Ueckerath Kamm, der Schenkwirt und einer der wildesten Republikaner, nach dem Reichenstein zu Siegburg der zwanzigjährige Student Karl Schurz, nach Niel und Vilip der Student Mayer, nach Neunkirchen und Siegburg der Hauptförderer der Bewegung neben Kinkel, Leopold Ungar. „Heute wirds wohl losschlagen,“ sagte Bühl am Morgen des 10. Mai zum Lippenhenn und beide zogen zum Römer, wo eine Versammlung anberaumt war. Die Landwehrmänner und Reservisten sollten beraten, wie sie sich bei ihrer Einberufung zu verhalten hätten. Der Bürger Ungar hielt eben eine Rede. „Der Mann hat Recht,“ erklärte Lippenhenn. Unter stürmischen Reden und Vorschlägen verging der Vormittag. Gegen Nachmittag trat neues Leben in die Versammlung. Kinkel erschien, wies auf die Zeitereignisse hin und äußerte, daß es jetzt bald zum Schlagen kommen werde. Durch die Tat müsse man beweisen, daß man für die Freiheit sei. Draußen stand unterdessen der Bürger Annecke, ein ehemaliger Leutnant, jetziger militärischer Leiter der demokratischen Bewegung und verhandelte mit dem Bürger Bühl, ehemaligem Unteroffizier der Düfseldorfer Ula nen und jetzigem Kommandanten des letzten Bonner Stadtviertels über die im Direktorium geplante Stür. mung des Siegburger Zeughauses.„Zehntausend Bewaffnete aus dem Bergischen liegen vor Siegburg und harren auf unser Losschlagen," vertraute der Bürger Annecke dem Genossen Bühl an.„Wir müssen die Wafsen haben, die im Siegburger Zeughaus lagern, um unseren kämpfenden Brüdern in Elberfeld zu Hilfe zu kommen.“ „Ihr könnt auf uns rechnen,“ sagte der Kommandant der Kaule und richtete sich militärisch auf.„Hätt“ ich's früher gewußt, ich hätte Euch ein ganzes Bataillon einexerzierte, schwere Kerle geliefert. Ich versteh mich aufs Drillen!“ Bürger Annecke lachte gnädig.— In diesem Augenblick kam Kinkel in sichtlicher Aufregung in den Saal gestürzt. Er harte die Versammlung vor einer Stunde ersucht, zu warten, weil er einer Nachricht aus Düsseldorf und Elberfeld entgegensah, je nach deren Ausfall ein Zug nach den genannten Städten stattfinden sollte oder nicht. Die Art der nunmehr erfolgten Entscheidung war aus seinem Gesicht lesbar. „Bürger! Ich habe jede Brücke hinter mir abgebrochen!“ rief Kinkel mit vor Erregung zitternder Stimme in die Versammlung hinein.„Ich frage Euch, ob Ihr jetzt bereit seid, mitzugehen?“ Jubelnde Zusagen folgten. Bürger Annecke hatte sich auf einen Wink Kinkels neben diesen gestellt, Bühl mit einem kräftigen Händedruck und einem vielsagenden stummen Blick zurücklassend. Gottfried Kinkel machte nunmehr die Anwesenden auf die Schwierigkeiten aufmerksam, die sie zu bestehen haben würden. Er legte ihnen nahe, daß ein Zusammenstoß mit den Feinden nicht unmöglich, sogar sehr wahrscheinlich sei und ermahnte sie nochmals, nicht leichtsinnig das Ja auszusprechen. Als es aber dennoch volltönend erfolgte, ließ er die Kampfbegeisterten schwören. Er hob seine Finger und sprach den Eid vor, dahin lautend, daß sie mitziehen, Folge leisten und treu sein wollten. Der Chor sprach den Eid nach. Das Wort Siegburg wurde nicht genannt, aber jeder im Haufen wußte, wohin der Zug gerichtet sei. Schon vorher war der Bürger Kamm mit zwei Studenten in einem Nachen über den Rhein gefahren und hatten, den Säbel an der Seite, die Pistolen im Gurt des weißen Staubmantels, in Beuel bei dem Steuermann Matthias Thiebes angefragt, ob man in der Nacht das Schiff der Fähre haben könne, und als dies bejaht wurde, verlangt, daß gleich übergefahren werde, um hundert Mann von der anderen Seite he rüber zu holen. So war denn die Stunde der Tat gekommen. Bühl war nach Hause gestürmt, hatte seinen alten Karabiner hervorgeholt und seinen getreuen Grauschimmel bestiegen. Auf dem halben Wege zum Römer kehrte er wieder um und schritt nach der Windmühlen. gasse. Er mußte der Gertrud, dem lieben Kind, noch Lebewohl sagen. Man konnte ja nicht wissen, ob die Freischärler mit Feinden zusammenstoßen würden, und ilm, dem Bürger Annecke die Führung einer besonderen Abteilung zugesichert hatte, konnte es vielleicht besonders hart ans Leder gehen. Leid tat es ihm nur, daß er vielleicht genötigt sein würde, das Mädchen und die Lene aus ihrem ersten Schlummer zu wecken. Im Stübchen der Lene brannte noch Licht. Bühl stieg ab, trat ein und sein Gesicht verfinsterte sich. Auf sem Ledersofa saß Gertrud und neben ihr Schmidt, 2. Septbr. 1904. der Emissär. Das alte Lenchen hockte schlasend daneben im Lehnstuhl. „Sapperlot! Was macht Ihr denn hier? Und so spät noch?“ brauste Bühl auf.„Was habt Ihr überhaupt hier noch zu schaffen?" „Bürger!“ bat der Ueberrumpelte mit einiger Verlegenheit, indes des Mädchens Wangen vor Scham erglühten.„Bürger, laßt's gut sein! Heute nacht gehts los. Ich kam eben hierher um mich zu verabschieden— vielleicht für immer— wenn ich falle oder verurteilt werde zu Pulver und Blei!“ Er wollte Bühls Hand ergreisen, der sie ihm entzog. „Ih habt Euch viel Mut angetrunken für diese Nacht“, spottete Bühl ingrimmig mit Anspielung auf den angetrunkenen Zustand des Freiheitspredigers, „aber noch nicht genug. Trinkt vorher noch einige Schoppen, oder zieht einen Rock der alten Lene an, dann braucht Ihr überhaupt nicht mit zu marschieren.“ „Bürger!" Der Verspottete hob die Faust zum Schlage auf. Gertrud warf sich flehend zwischen die beiden. Auch die alte Lene erwachte und der Rote beruhigte sich. Er verabschiedete sich von dem Mädchen. An der Tür wandte er sich stolz gegen Bühl, mit dem großartigen Pathos eines im ersten Stadium Bezechten. u „Mau nennt Euch Oberst, Bürger! Ihr tragt den Säbel wie einst der alte Napoleon bei Waterloo! Aber es gibt Kommandanten, mit denen man nicht einmal die kleine Kinder bange macht und vor denen nicht einmal die tollen Hunde die Wasserschen bekommen Ihr werdet durch all Eure revolutionäre Begeiste rung höchstens zu einer roten Nase gelangen. Leb wohl! Lebt wohl, holde Getrud.“ „Er ist bekneipt,“ sagte Bühl verächtlich, als### Tür sich hinter dem Redner geschlossen hatte. De Mädchen blickte niedergeschlagen zu Boden. „Er hat mich so gern!“ sprach sie leise und ve stummte. „Und Du?“ Nie hatte Bühl bisher diese Frage an sie zu richt gewagt. Nun zwang Gertrud selber sie ihm über Lippen. Und er stand da mit angehaltenem Aten Sie schlang die Arme um seinen Hals und flei „Sei nicht böse, Vater!“ Er verstand alles und atmete tief auf. Rauh! er die Umarmung. „Wir gehen nach Siegburg, Gertrud, um das 3 haus zu stürmen,“ sagte er kurz.„Es kann ja daß sie uns unterwegs zusammenhauen—“ „Vater!“ rief das Mädchen bestürzt. „Bete für mich ein Vaterunser. Und nun wohl.“ Es war die höchste Zeit zum Gehen, denn dem —— Der Erzähler. 1904. sen ward weich zu Mute. Mit dem treuen Tier trabte er dem„Römer" zu. Unterwegs hielten ihn zwei nächtliche Wanderer an: der eine ein Kuirps im Ver gleich zu seinem Genossen. „Er wollte mit dem Studenten den Jesuitenturm erklettern“, sagte der Lippenhenn. Er war der eine. Port wollten sie Sturm läuten, wenn drüben Fackelschein auf dem Siegburger Kirchturm verkünde, daß die Erstürmung des Zeugbauses gelungen sei. „Mach die Eulen nicht wach, die im Turm schla sen,“ rief der Burger Bühl lachend von seinem Gaul und galoppierte weiter. Er hatte sich trotz seines raschen Rittes verspätet. Der Zug dei Freischärler war schon an der Acherstraße angelangt. Im Galopp kam der Kommandant vom Marktplatz dahergeritten. Bei seinem Anblick erhoben die Sackträger im Jug ein Freudengeschrei. „Vowärts, Marsch!“ schrie der Reiter und der Zug marschierte weiter, über die Acherstraße und Kölntor um die Stadt, dem Rhein zu, der berittene Bühl an der Spitze, die Bürger Annecke und Gerhards mit geeegenem Säbel als Hauptleute zur Seite, Kinkel al. Ilügelmann im Glied, neben ihm Karl Schurz. Am Kölntor bestieg auch der Bürger Ungar ein Pferd, das ihm sein Sohn nachgebracht hatte. Der Aufmarsch zur Rheinbrücke und die Abjahrt erfolgten ohne Zwischensall. Leider war in der Aufregung die Munition an Land geblieben, die Brückenknechte mußten wiedr zurückstenern und ein Faß Pulver und ein Korb Patronen wurde auf das Fahrzeug gebracht. In dem Augenblick, wo die fliegende Ponte aus andere User stieß, war auf der Bonner Seite von der zweiten Fährgasse ein Nachen abgestoßen. Er trug einige Nachzügler, angeheiterte Studenten und einen demokratischen Emissär. Die Edlen hatten sich per spätet, waren am Rhein zusammengetroffen und kurz entschlossen mit einem an der Fähre liegenden Boote abgestoßen. Der weinfrohen Laune der demokratischen Akademiker, die der Weg von ihrer Kneipe in der Rbeingasse direkt zum Rhein geführt hatte, hielt die des roten Wanderpredigers das Gleichgewicht. „Du. der Philister dort hat schwerer geladen als wir beide zusammen,“ rief einer der revolutionären Musensöhne seinem rudernden Komilitonen zu. Der Mann mit dem roten Knebelbart richtete sich gekrankt aus. „Reine Herren!" lallte er mit schwerer Zunge, „Sie wollen Studenten sein— aber ich sage Ihnen es gibt Studenten, mit denen man— nicht einmal die kleinen Kinder bange macht „Maul halten,“ brüllte der Chorns. „Und vor denen nicht einmal die tollen Hunde— die Wasserschen bekommen „Kerl wir schmeißen Sie ins Wasser!“ rief einer. Und Ihr werdet durch all Eure revolutionäre Begeisterung böchstens zu einer roten—“ Da machte einer der Ruderer einen übermutigen Stoß, dem Redner zerbrach das folgende Wort im Munde und mit einem dumpfen Laut stüzte der Tau melnde ins Wasser. errgote!“ Die Studenten sprangen empor. Auf den dunklen Fluten war nichts bemerkbar. Sie ruderten herum, sie riesen— Grabesstille lag auf dem Strom, nur drüben am rechten User tonte dumpfes Geräusch. Kleinmütig und schweigend sind eine halbe Stunde später am Beuler User in einem Nachen sechs Nach zügler gelandet, die einander gelobt, uver den stebenten ewiges Schweigen zu beobachten. Ihre feucht=fröbliche Laune war ihnen jäh vergangen. Jenem braven Musensohn, der mit dem Lippenbenn den Turm der Jefuitenkirche erkletterte, fiel das Klettern schwer. Auf der halben Turmterppe wollte er umkehren. Da nahm ihn aber der herkulische Sack träger auf den Arm und kletterte weiter hinauf. Und Sackträger und Student spähten hinaus in die Maiennacht. Die Revolutionssackel ist niemals vom Siegburger Kirchturm geschwungen worden und die Tausende aus der Umgebung und den bergischen Landen, die vor Sieaburg lagen, harrten vergebens des Siegeszuges der Bonner Kreischärler; die Sache war in Vonn so esen betrieben worden, daß die Behörden nicht un wissend bleiben konnten. Noch waren die kuhnen Revolutionsmänner keine halbe Stunde auf dem an eren User, da setzte dasselbe Fahrzeug ein Detache zent von fünfzig Dragonern über. Zwischen Hangr und Siegburg kam es zum Zusammenstoß, der die elden von den Hasenberzen, wie Spreu von dem seizen siebte: jene blieben beim Anmarsch der Dra zer stehen, diese nahmen Reißaus ins Korn. Bühl, r auf Kinkes Weisung die Nachhut befehligte, bied i einen Dragoner ein; dieser legte das Gewehr auf ihn an. Als es versagte, zog er den Säbel und er und ein hinzugeeilter zweiter hieben nun gemeinsam auf Bühl ein. Er erhielt einen Hieb auf die Hand, ließ den Säbel fallen, erhielt dann einen zweiten Schlag über den Kopf und stürzte vom Pferde. Als er die Augen ausschlug, kniete der treue Frähns neben ihm im Korn und verband ihm die stark blutende Hand. „Wo ist mein Pferd?“ lautete des Gefallenen erste Frage. „Die Dragoner,“ sagte Frähns tiessinnig. „Sapperlot!“ knirschte Bühl. „Wo ist mein Karabiner?“ „Die Dragoner,“ sagte Frähns schlicht. „Himmelkreuz—“ fluchte Bühl. Am Freitag, den 11. Mai erfuhren die Bonner Bürger zu ihrer großen Ueberraschung, die Demokraten hätten in der letzten Nacht das Siegburger Zeughaus stürmen wollen, seien aber von einem Trupp nacheilender Dragoner auseinander getrieben worden. Dem Lommandanten Buhl teilte sein Freund, der Bürger Lippenhenn, im Lause des Tages noch eine andere Nachricht mit. Die hatte er in der Klinik er lauscht, wo ein Student sie dem Genossen Mediziner vom Jesuitenturm unter dem Siegel der Verschwiegenheit mitgeteilt hatte. „Ersoffen?" fragte Bühl bestürzt. „Ersofsen,“ sagte der Lippenhenn ruhig.„Roter Knebelbart— Voltsredner—“ jügte er hinzu.„Dasvoll. als iener sort war war kein anderer als jener Kerl. Dabei soll er schwer: sener fort wal. bekneipt gewesen sein, hat der Student gesagt.“ Bühl nickte. Iu Gertrud ging er an diesem Tage nicht. Er fürchtet sich, dem Mädchen unter die Augen zu treten. Die Zeit seiner ersten Liebe lag zwanzig Jahre zuruck, aber er konnte sich trotzdem den Schmerz ausmalen, den sie bei der Nachricht empfinden wurde. „Venn sie's erfährt und sich allzu sehr darüber aufregt, dann bleibt mir nichts übrig, als ihr zu sagen, wer derlinmensch gewesen ist; dann wird sie sich trösten,“ sagte Bühl nach langem Nachdenken und schritt der Bindmühlengasse zu. Gertrud fragte nicht nach dem andern. Sie wußte, daß Bubl ihr Liebesverhältnis nur unwillig geduldet hatte; aber Bühl, der sie scharf beobachtete, merkte, wie die Frage mehrmals auf ihren Lippen zitterte. Er drückte die Befürchtung aus, die Konstabler wurden ihn als einen der Rädelsführer bald holen und sestsetzen. Beim nächsten Male tat sie die gefürchtete Frage. Bühl zuckte die Achseln. „Hat vielleicht Reißaus genommen und kommt nicht wieder.“ „Vater!“ Es war mehr ein Schrei als ein Ausruf. Er blickte sie betroffen an. Nun sab er deutlich, wie gern sie ihn hatte. Was sollte er sagen? „Vergiß ihn! Nimm Dir einen anderen. Er wirds auch tun.“ „Vater, Du weißt etwas!“ rief sie erregt und starrte ihn an.„Ja, Du weißt etwas! Hat er das gesagt? Sag's Vater!" „Nein, aber ich denk' mir's so und so wird es auch sein.“ Ihr flossen die Tränen über die geröteten Wangen. „Lieber tot als untreu!“ murmelte sie. „Ist das Dein Ernst?“ fragte Bühl langsam. Er sah ihr dabet forschend in die blauen Augen. „Mein heiliger Ernst!“ rief das Mädchen. „Er lebt nicht mehr!“ Mit einem gellenden Wehruf riß sich Gertrud los „Vater, Du lugst! Sag', daß Du lügst, sag es!“ Bühl schüttelten den dicken Kopf. „Er ist ertrunken bei der Ueberfahrt. Er war bezecht. Du erinnerst Dich.“ Das Mädchen rang die Hände und warf sich laut weinend auf die Knie. „Du hast mich noch.“ sprach Bübl, den ihr maß loses Weh verdroß.„Ich werde alles für Dich tun, wie bisher.“ Sie schüttelte wild das blonde Haupt. Bühl suchte sich ihr zu näbern; sie wehrte ihm und schluchzte noch heftiger. „Weine nicht so, hörst Du, Gertrud.“ Kein Erfolg. „Ich muß sie zur Ruhe bringen,“ murmelte er. „Gertrud!“ Sie stieß ihn heftig von sich in starkem Wein krampf. „Na, sei doch froh, daß es so gekommen ist, Du törichtes Mädchen“ rief Buhl, erregt über die Be handlung.„Du hattest doch nie den Menschen heiraten konnen, der vor acht Jahren Deinen armen Vater erstochen hat!“ „Was sagst Du?“ Ihre Augen schienen aus den Höhlen treten zu wollen, sodaß Bühl sich entsetzte. „Er hats mir selber gebeichtet, daß er damals bei Lindenthal den Mord begangen,“ sagte er dumpf. Er wollte noch etwas hinzufügen, hielt aber inne. Gertrud hatte einen herzzerreißenden Schrei ausgestoßen und war zu Boden gefallen. „Ich altes Waschweib!“ murmelte Buhl erschüttert und beugte sich über das unglückliche Geschöpf herab. Es war zu viel gewesen für das Mädchen. Ein schweres Nervenfieber war die Folge jener Szene. Trotz ihrer kräftigen Konstution war sie mehr als einmal dem Tode nahe. Bühl wachte ganze Nächte an ihrem Lager. Ihre wilden Phantasten erschutterten selbst sein rauhes Männerherz. Die alte Lene kam nicht aus dem Weinen. Der Arzt machte ein ernstes Gesicht. „Es wäre fast besser, das arme Kind bliebe, sprach er eines Tages mit besorgter Miene zu Buhl.„Wenn sie's übersteht, ist zu befürchten, daß sie—“ Das Folgende sprach er leiser, damit das alte Lenchen, das mit gefalteten Händen und rotgeweinten Augen daneben stand, es nicht höre. „O Gott, o Gott,“ murmelte Bühl und starrte den Arzt an. Was hat der Doktor gesagt?“ forschte Lene angstNichts, nichts!“ entgegnete Bühl ranh.„Betet, Lene, daß das Mädchen stirbt!" giehes Markal“ Die Alte kreischte laut auf. Als Bühl zwei Tage später wieder eintrat, lief ihm die alte Lene mit gerungenen Händen centgegen. Sie brachte kein Wort über die Lippen. Gertrud saß aufrecht in dem Bett, das reichegoldige Haar zerwühlt, die Wangen und Lippen hoch gerötet, die blauumränderten Augen starr aus den Eintretenden gerichtet. Als er sich unsicheren Schrittes ihrem Lager näherte, stieß sie ihn mit einem wilden Schrei zurück. Zurück, Mörder— Weiche von mir, Satan— Verführer— Du hast mein Herz getötet— und meinen Vater erstochen— zurück— ah!“ Mit geschlossenen Augen lag sie da, eine lebendige Leiche. Bühl sank auf einen Stuhl und hielt die schwieligen Hande vors Gesicht. „Nun möcht ich, daß mich der Tod wegnähme!“ sagte er leise zum weinenden Lenchen. Sein Wunsch ging auf andere Weise in Erfüllung; einige Tage darauf kamen zwei Gendarmen und führ. ten den Freischärler auf Grund der beabsichtigten Zeughauserstürmung weg. Ueber das stille Stübchen in der Windmühlengasse senkten sich die Wolken des Leids. Täglich ging an den milden Sommernachmittagen das alte Lenchen mit einem blassen Mädchen— ihrem Pflegekind, sagten die Nachbarn— hinunter zum Rhein; dort wan delten sie gemeinsam, still und traurig. Manchmal auch schlüpfte die blonde Maid allein hinaus und schlich das Ufer hinab, setzte sich dort brutend auf einen Stein oder eine Bank und rief zärtliche Namen in den Strom hinein: eine Ophelia des vierten Standes. Schluß folgt. Aus dem Leben für das Leben: Seldstmordversuch aus verletzter Eitelkeit! Da hört doch alles auf! run mancher Leser und manche Leserin erschrocken und entrüstet zugleich; so etwas sollte man schlechtersings nicht für möglich haiten! Abe: trotzdem i es Tatsache, und das beweist, daß man es bei der„lieben" Euelleit keinesnegs un einer harmlosen mit einer kleinen, verzeihlichen Schwäche. sendern vielmehr mit einem recht gefährlichen Uebel tun hat das unter Umsanden uroßes Unheil anrichten kann. Man denke nur: Ein Berliner Tischler will Sonntaas Nachmittags mit seiner 24jährigen Frau und seinem 1!2 Johre alten Söbnchen einen Besuch bei seiner Schwie, germutter machen. Alle drei sind zum Ausgeher bereit da nimnn: der Vater den kleinen Knaben bei der Hans, zeig auf dessen Sonntagsstaat und sagt scherzweise: sind wir beide bübscher als Mama!“ Dieses Wor: versetzt die junge grau in dockgradise Erregung, sie frag: ärgerlich, ob se denn wirklich so bäßlich sei, und weigert sich, mit zu ihrer Miuter zugeren. Der Tischler legt dieser„Caprice" keine besondere Beachtung bei, führt aber den beabsichtigten Besuch mit dem Kinde allein aus und kehrt nach zwei Stunden zurück in der sicheren Erwartung, das seine srrau inomecken woeder Vernurt angenammen habe. Er siebt sich indes getänscht. Die„Gekrankte" grollt noch immer und spricht seine Silbe mit ihm. Der Mann läßt ne gewahren und begipt sich abends nach 10 Da tritt die Frau mit einer Flasche an Frau mit einer Imsar a. Veritud war emporgeschnelt wie von einer Natter sein Lager heran um ihm Karbal ins Gesicht zu gießen gstches.„„— tend auf diese Wrie Nache für seine Beußerung zu —„ S#gEn U— „ -WEEZVSOSTTS .-*—„ Nr. 201. Der urzähler 1904. nehmen, durch die sie sich so schwer verletzt fühlt. Der Gatte durchschaut den Plan und springt auf, um der Wütenden die Flasche zu entreißen. Bevor ihm das jedoch möglich ist, trinkt die Frau den Inhalt und bricht dann, innerlich schwer verbrannt, ohnmachtig zusammen. Das Schreckliche kaum fassend, wirft sich der Mann in seine Kleider, holt eine Droschte herbei und überfuhrt die Frau in derseiben zum Kranienhause, wo es gelingt, sie vor dem Tobe zu bewahren. Diczes Porkommnis loßt ertennen, wie verhängnisvoll die Eietteit werden kann; denn wenn ein Gattin und Mutter durch einen Ausspruch, wie der oben angefuhrte, so erregt wird, daß sie den Entschluß faßt, das Gesicht ihtes Rann.s— vielleicht zur immer— zu entstellen, und dann, neil dieses ihr nicht gelingt, einen Selbumordversuch macht so in das wohl das Schlimmste, was man sich vorstellen kann. Naturlich in man geneigt, eine sbichen Tat gegenuder von Verrucktleit und Geistesstörung zu reden, da dieselve so ungeheuerlich erscheint, daß man es für ausgeschlossen halt, daß jemand, der seine Sinne machtig ist, dergleichen ausfuhrt.„Andererseits aber muß man aus dem Geschehenen, das ubrigens nicht beispiellos dasteht, sondern in ahnlicher Weise schon haufiger vorgekommen in die Lehre ziehen, daß es gilt, die Eitelkeit zu bekämpfen und namentlich die Jugend vor derselben zu bewahren. Manche Eltern lassen es in dieser Hinsicht terder an dem Norwendigen fehlen; za, es gipt sogat solche, welche die Eitelkeit in den Herzen ihrer Kinder wecken und nahren, indem sie dieselven uber Maß hinaus buten und„sein" machen, so daß die Kleinen wie Zier. puppen aussehen und im Hindlick auf den an ihnen be wunderten Staat wunders glauben, was für oesonderWesen sie seien. Vor allem sind es törichte Mütter, welche darnach trachten mit ihren verhätschelten Lieblingen „Furore" zu machen, und deshalb keine Ausgaben scheuen, um zu erreichen, daß die„#elt“ entzückt ausruft:„Ach, wie reizend! Welch nette Kinder!“ Sie bedenien dabei durchaus überhedung, Dünkel und Gefallsucht erzeugt und dieselben sich infolgedessen in den verderblichen Wahn hineinleben, als ob sie uder Ihresgleichen erhaben und zu Großem bestimmt seien. Selbstverständlich ist meistens mit dem Bestreben, möglichst viel aus den Kleinen zu machen, die Absicht verdunden, die Aufmerksamkeit auf dieselben zu lenten und mit ihnen, wie man zu sagen pflegt, zu „glanzen". Darum bleivt es nicht bei dem Herausputzen. sondern die Kinder werden auch in die Welt gefuhrt, damit man sich an dem Aufsehen, welches sie erregen, ergopen kann. Und um sich in der Welt bewegen zu können, mussen die Kleinen den„seinen Ton“ grundlich ten lernen. Man bringt ihnen„vornehme Formen" bei und dressiert sie zu„Filhiugzmarionetten“, die umer anderem schon früh die Fahigkeit besitzen, die Worte dazu benutze ihre Gedanken zu verbergen. Und wie„glücklich“ sind die eitten Mütter solch„trefflich erzogener“ Kinder, wenn man idnen das Kompliment macht, daß diese gewandt und sicher auftreten, graziöse Verbeugungen und Knixe ausführen, hubsch plaudern und— kokettieren können! Das in der„schönne Lohn“ für die Mühe und Sorgfalt, die sie auf ihre Lieblinge verwendet haben!: Nehr wollet sie sa nickt, als daß man die Kleinen„reizend" und„entzückend“ findet. Was später im Leben aus denselben wird, das kummert die„Glucklichen" vorläufig noch wenig; zudem aber erscheint es ihnen meistens als sicher, daß die Kinder „brillant durchkommen“ werden; denn sie haben ja eine ausgezeichnete Bildung und verstehen es, überall ihren Vorteil zu suchen. Diese Rechnung erweist sich jedoch sehr oft als total faisch, und die zur Enenen, zur Gefallt. zur Hoffart usw. dressierten Kinder erleiden zum großten Teil Schiifbruch in den Stürmen des Levens und geraten auf schlimme Wege, die nicht weniger von ihnen dem Laster und dem Verbrechen zuführen. Darum verdient es die schärfste Verurteilung, wenn die Kinder in der kurz geschilderten Weise„erzogen“ werden, und alle Vater und alle Mutter, die für das leibliche und geinige Wobl ihrer Lieblinge tätig sein wollen, mussen es sich in allererner Linie angelegen sein lassen, dieselben von der Eitelkeit fern zu halten, die neben dem Mußigung die Zeindin des menschlichen Gluckes großte Wie man in Jena Philosophie treibt. Wir hatten jüngst Einsprache zu erheben gegen das hochmütige Absprechen über alle nichth-ckelschen Weltanschauungen, wie solches in Jena von Häckels Anhängern betrieben wird mit Außerachtlassung aller Denkgesetze. Es handelte sich um eine Besprechung des Stölzeschen Buches„A v. Köllikers Stellung zur Deszendenzlehre" durch Professor Ziegler=Jena im„Arckiv für Rassen= und Gesellschaftsbiologie“. Stölzle hat dort ganz richtig ausgeführt, eine vu pothese, wie die der Ueberzeugung, welche für ihre Wahrscheinlichkeit keine Tatsachen anzufuhren imnande sei, sei methodologisch unzulassig, was für jeden philosophisch Denkenden eigentlich selbstversandlich ist. In seinen seitherigen Auslassungen hat Ziegler genugsam gezeigt, daß seine starke Seite logisches Denken eben nicht ist und er daher am allerwenigsten berufen in, hochmütig über christliche Philosophen abzuurteilen. Auch in seiner Replik im neuesten Heft des genann. ten Archive(S. 582—585) liesert Herr Professor Ziegter einen starten Beitrag zu dieser Ehaatteristnt in einem„Natuxwissenschaftliche oder dogmatische Philo sophie" überschriebenen Arttel. vier werden die Philosophen eingeteilt in„natur wissenschaftliche“, d. h. solche,„welche auf Grund der naturwissenschaftlichen Literatur und eigener Studien zu einer selbstandigen Ausicht über philosophische Fra den gelangt sind“, und„dogmatische" Philosophen, „soiche, weiche sich grundsatzlich auf den Standpunkt des Aichenglaubens stellen“. Diese Einteilung zeigt, wie recht wir hatten, Herrn Ziegler zu bitten, doch die Philosophie Sache der Py# losophen sein zu lassen und sich zu allererst zu orten tieren über die Grenzlinie zwischen Naturwissenschaf: und Philosophie. Wir verstehen unter einem Philosophen, nicht, wie Ziegler uns zu unterschieben beliebt, einen Un versügtsphilosophen, der durch seine Stellung der „Zunft“ angehort, da wir selbst nicht die Ehre haben, dieser„Zunfr“ anzugehoren; ist es ja bislang den vosen Ultramontanen noch nicht widerfahren, daß sie für Schriften gegen die Sozialdemokratie mi Un versitatsproseffuren belohnt werden; sondern wir ver stehen unter einem Philosophen einen Denker, der mit den Gesetzen logischen Dentens operieren kann. Nur einem solchen können wir das Recht einräumen, auf das Gebiet der Philosophie überzutreten; in noch tuchtigen Spezialarbeiten aus zoologischem Ge, biete ist eine solche Berechtigung keineswegs ohne wei. teres enthalten. Von einem solchen Philosophen verlangen wir, daß er die Tatsachen, welche die Wissenschaft, nicht zuletzt die Naturwissenschaften zu Tage fördern, kennt und wirklich voraussetzungslos sie zur Unterlage seines Lehrgebaudes macht. Dogmatische Philosophen nennen wir diesenigen, welche statt wirklicher Voraussetzungslosigkeit auf ir gend welches System sich eingeschworen haben und daran selbst mut euspension der Dentgesetze sesthalten. Solche dogmatische Philosophen gibt es aber vorab in— Jena, wo man die verschiedensten Häckeliaden als Dogmen betrachtet und jeden, der nicht zu dieser „Kirchenlehre des Monismus“ schwört, als Ketzer be handelt. Diese dogmatische Voreingenommenheit zeigt sich gerade bei der Frage der Urzeugung, von welcher wir ausgingen. Tatsache ist es, daß die Naturwissenschaft keinen Beweis für eine solche kennt. Die Biochemie versagt vollständig, und seit Pasteurs Experimenten gilt die Sache als erledigt. Eine Forderung philosophischen Denkens ist, daß eine pypothese, die aufgestellt wird, zur Erklärung irgend eines Naturphanomens irgend welche Tatsachen anführen muß, wenn sie nicht von vornherein einfach abgewiesen werden soll. Kann nun die Hypothese einer Urzeugung, welche man in Jena als Togma betrachtet, solche Tatsachen anführen? Nicht eine einzige! Ziegler glaubt uns belehren zu sollen über den Unterschied von Protogonie, d. h. erne Entstehung von Organismen aus dem Erdball, und Neogonie, d. h. elternlose Neuerzeugung von Organismen in der Jetztzeit. Dies Spiel mit griechischen Worten ist echt jenaisch; beweist aber nichts. Denn Ziegler muß selbst zugestehen, daß der von ihm Neogonie benannte Vor gang der Wissenschaft ganz unbekannt sei; anstatt aber nun zu folgern, folglich hat die Hypothese einer Ur. zeugung am Uransang keinen sesten Boden, wird das alte Auskunstsmittel wiederholt von den andersgearteten chemischen und physikalischen Verhältnissen der Urzeit, und dies am Beispiel der Bildung von Steinkohlenflötzen in folgender Weise gezeigt: nlopen findet zurzeit kunstlichgeahmt „Eine Vil nirgends statt werden; denn ung von Steinkohle und kann auch nicht offenbar waren veriode die klimatischen und so Verhältnisse bedeutend abweichend außerdem hat die Jahrtausende den Steinlohlen eine eigenartige B weiche man nicht in einigen Woche deruellen kann. Trotzdem n phosikalischen en jetzigen, und #n Lagerung d kein ver bezweifeln, daß die =keinkohlen aus P;enzen hervorgegangen sind.“(Archiv fur Rassen= und Gesellschaftshiologic 1904. S. 535 Daß kein verständiger Mensch an der Entstehung der Steinkohlen aus Pflanzen zweiselt, in sehr richtig. Diese Ertenninis entspringt aber nicht der Annahme andersartiger klimatischer und physikalischer Verhältnisse, sondern den Anfschlüssen, welche die Steinkohle selbst über sich gibt durch die Abdrücke von Blattern, Früchten, Aesten und Stäm men, und weil sich in vielen Fällen unter dem Mikroskop die Psanzenzellen in der Steinkohle nachweisen lassen. Die Anschanung über die ali#= hat also in diesen Tatsachen festen Boden unter den ußen. Aber was soll dieses Beispiel für die Frage der Urzeugung? Wo sind die Tatsachen, welche diese Hypothese geltend machen kann? Das ist es ja eben, ar wir sordern, und wegen dessen Fehlen wir die Urzeugungshopotbese als muethodologisch unzulässig bezeichnen mussen und die Ausflucht aus den andersgearteten chemtschen und pbisikalischen Verhaltnissen der Urzeit als eine Flucht in das asulum ignorantige betrachten mussen, umsomehr, als das Leben in verhaltnismäßig enge Temperaturarenzen gebunden ist. Unsere Forderung:„Zuerst Collegium logicum“ müssen wir festhalten. Wir empfehlen Herrn Ziegler die Worte des ihm doch wohl bekannten W6ax Verworn, in denen dieser freilich sich selbst und seinen Angemantomge“, abne es zu bemerten, des nel wiich(Jaturwissenschaft und Weltanschonung, Leipig. 1904. E. 4.1 zur ernstesten Erwagung:„Naturforscher, die in ihrem beschrankten Arbeitsgebiete ganz tüchtige Spezialarbetten geliefert haben, konnten dem Litzel phtlosophischer Betrachtungen nicht widersieben und haben trotz völligen Mangels erkennentskritischer Erwägungen und ohne eine Ahnung der eigentlichen Probleme und Schwierigkeiten frisch und froh drauf los spekuliert.“ Liaujang vom 24—27. August. Nach einer Pause von mehreren Wochen nahmen am 21. Jugust die drei japanischen Armeen den Vormarsch gegen Liaujang wieder auf. Den Cverbefehl soll Marschall hama geführt haben, obgleich vor kurzem erst seine An. wesenheit vor Port Arthur gemeldet wurde. Den linken Zlugel dieses Vormarsches bildete die Armee des Generals Olu aus den Stellungen zwischen Haitschong und Niutschmang; zu ihr sollen zwei Drossionen gedoren, weiche unter General Zushima im Tale des Liauho als außerster linker Flugel stromauf vorgehen. Bestutiat sich dies, so i das eine strategische Anordnung zur Umgehung und obung des rechten rusfischen Flugels. Als Mitte bewegte sich die Armee des Generals Rodzu aus dem Raume zwischen Haitschöng, Eimutschköng und Kintschang vor. Eie war dieber in ihrem Entwickelungsraume eingeklemmt zwischen beiden Armeen, in ihren Bewegungen auch durch das Gebirge behindert, etwas zuruckge##lieben. er Vormarsch vom 24. Auaun Jedeutet eine Linksschwenkung der Armer durch welche sie in das richtige Verhältnis zu der Süd= und Quarmee einruckte und sich der seindlichen Stellung von Liandsanan gegenüber besand. die Ostarmee des Generals Kuroli trat, als rechter Flugel gedeckt, durch us Tal des Landbo ihren Marsch am 24. Augun in fast nordlicher Richtung nach dem Flußtale des Taitzeho an und kam somit der Stellung des russischen einen Flüpels bei Anping gegennder. Das zupanische Armeckorps nand zu beiden Seiten der Straße von Silhojang über Anping nach Liaujang. Der in vielen Win3 schneidet dieses Gelande nach Norden zu av. Die Steilheu der Userabhänge und der hode Wasserstand bei der Regenzen sind die Ursachen, daß der bruckenlose Taipebo nur bei Vonschu durchturtet werden dann. Dieter Uebergeng ist von einer starken japanischen Abteilung gesichert. der sammelt. Dieser 4rt#n am uinten User des Taipeho an der Eestentabn und vo#ene###id von Sdurgen von Haitschong nach Mulden und weiter nach Charbin fuhren. Lient der stark angeschollene Taipeho im Rucken, so bildet sein linker Nebenfluß Sidava einen starten Abschnitt nach nen, und virlich des Eidaya auf dem r####e Ufer liegen die zur Verteidigung vordereiteten Stellungen der russischen Vortruppen, im Euden die Stellung Liand. sanan und nordlicher als außerster linker Fiugel die Stellungen von Anping zwischen Zegu und Pezu. Sowod! die Stellung bei Landsanan als bei Pegu scheint von je einem rufsischen Armeckorps verteidigt worden zu sein Beide Stellungen bedrohten die Armer des(enerals Auroli und verteidigten den Zugang nach Lianjang von Osten und Sudosten her. Unterhalb Liaujang mundet der Tschabo n den Taitzeho, als Iront=Teckung nach Tuden. Co enttebt ein Rechteck, dessen West= und Nordseite der Taitzeho, dessen Ostseue die Sidava und dessen Sudseue der Tschadden. Dieses Rechteck umschließt die stark verschanzte und armierte Hauptstellung der wohl 15#0###00 Mann ##en Armec des Generals Kuropatkin. Die dor: Flüsse augeho, Sidala und Tschabo umfließen die Wallgraben, tweder als reißende Bergfluße oder im unteren Lause re Ufer weit überschwemmend. Der besestigten Haupt. lung von Liaujang nach Suden auf das linie TschahoAte: war die von einem ruffochen Armerkornt vertertagte Stellung von Anschantschan vorgeschoben, sie sperrte die von Mutschung. und Sigmu. Die Cperationen und Lampfe, welche dem konzenVormarsche der drei zapanischen Armeen folgten, fassen den 24. bis 27. Augußt. Der zapanische Angriff richtet sich gegen die Sud. und Cftfront. Gegen die Stelngen General Otu Nodzu, gegen die Stellung— und pegu) General Kurott under leichten Schermumnele im Cien bei Anping(Beza Der 24.——