EKITEESSFERFERE SSBaE! FSIn: ir TEFS s 197 Der lerzahler. n erfahrt, daß die Ausstellungsobjekte einen Wert 1 3 Millionen Mark reprasentieren, für die wäh 15 der Dauer der Aausstellung eine Versicherungs imte von#0 Mark gezahlt wird. Herr Henrye ocker aus ean Franzisko hat eine Spezialsamm ig von Hawait in drei Kasten und 2 Alben aus iellt, die einen Wert von 125 010 Mark darstellt. Da sehlt in der Sammlung die 2 Cent Marke von 1, die allein einen Wert von 30000 Mark besitzt nurlich nur für den, der zufallig stets zu viel klei Geld bei sich fuhrt. Die seblende Marke ist vom itschen Reichspostmuseum für eine vorrende Summe eweg gekauft, und dieser Marke fehlt dabei noch eine k. Auch in anderen Schaukasten befinden sich Aus lungen von hohem Werte; die Briefmarkenseinmecker können sich von demselben kaum trennen Der alte Botanische Garten hat seit zehn Jahren Oessentlichkett beschaftigt und noch immer ist nicht zusehen, was aus dem schonen, mit alten, kostbaren lumen bestandenen, von aller Welt hochgeschatzten irr werden wird. Die Dinge liegen zur Zett so, s der Fiskus den größten Teil des Gartens hufenförmig bebauen und den übrigen bleibenden klei ren Teil gegen einen ansehnlichen Preis der Stadt rlin verkaufen möchte, und zwar unter Bedinguns, die der Stadt nicht gesallen. Der Garten dient ate Tausenden zur Erholung. Dies soll aufhören. soll ein kleiner, nach der Potsdamer Straße offe* Platz geschaffen werden, für den die Stadt Berlin verhältnismäßig große Opser bringen soll. Das die Stadt abgelehnt, schon wegen der gesorderten hen Summe von 2 Millionen Mark und anderen eraus entstehen Lasten. Go bleibt einstweilen se bubsche Erholungsstatte noch besteben. Eine förmliche Krankenstadt ist im Norden n Bertin im entstehen begriffen. Es ist ein Komvon vielen Häusern, in denen 2000 Kranke Platz den, also, wenn man Aerzte, Pfleger, Beamte, Arder dazurechnet, etwa 2500 Menschen leben wera: es ist eine Stadt, das neue Rudolf Virchowankenhaus. Im Jahre 1890 wurde der Bau begonu. im Frühjahr 1906 wird er beziehbar sein. Das viel, wenn man sich an den Namen hält und an Haus denkt, aber es ist gar nicht viel, wenn man die Mühe nimmt, die Sache zu betrachten, und in eine Stadt findet, die auf das sorgfältigste an ordnet. ausgefuhrt und eingerichtet werden muß. se Krankenstadt ist döchst freundlich und anmutig halten, in der Mitte der vielen Gebäude steht das wwaltungsgebäude, durch dessen Hof man in die sentliche Krankenstadt kommt. Man sieht eine lange maßze vor sich, deren Mitte breite Rasenstreifen mit nten Blumenbeeten einnehmen, und in deren Zenim ein Soringbrunnen seine Strahlen emporsenden 59. und deren beide Seiten von schattigen Kastaenelleen eingenommen, prächtige Promenadenwege Uen. Für Kranke ist der Aufenthalt hier eine e#ltat, auf die allerdings wir Gesunde gern verd#en wollen. Mai: Maroklo, Algier. Tunis, Zentral=Asien, Texas, Florrda, China und Jupan; im Juni: Alavama, Arkan gas. Corolina, Colorado nuliformen, Kansas, Rentuckn, Louisiana, Mississippi, Missiouri, Oregon, Tenessee, Utah, Griechenland, Italien, Spanien, Portugal, das jüdliche Frankreich und die Türkei; im Juli: Illinois, Indiana, Nachigan, Minnesota, New=York, Nebreska, Obio, OberKinada, Java, Oesterreich=Ungarn, Bulgarien, Nordfrankreich. Rumanien, das sudliche Rußland und die Schweiz; im August: Deutschland, Belgien, Holland, Dänemark, England, Columbien, Unterkanada, Manikoba und Polen; im September und Oktover: Nornegen, das nördliche Rußland, Schottland und Schweden; im November: Peru und Südofrika; endlich im De zember: Birma. Der großte Teil der Welternte wird in den Monaten Jumi bis August gewonnen. Allerlei. Wenn in vergangenen Zeiten Ein Gauner was pecciert, Ward fürs Verbrecher=Album Er gleich photographiert Daß er in spät'ren Fällen Werd' am Gesicht erkannt— Doch heut studiert weit lieber Man des Verbrechers Hand. Persönlichkeiten werden Mit Sicherheit bestimmt, Indem von ihren Daumen Man einen Abbruck nimmt. So hält man, daß der Frevler Sich leicht erkennen läßt, Ihn heut nicht photograpisch, Nein vsotographisch fest * Die Ernzetätigkeit auf der Erde einem Monat des Jahres aus. Noch in den 80er ses vorigen Jahrhunderts nahm man an, daß in * Monaten November und Dezember die Erntetätigkeit # der Erde völlig ruhe. Karl von Scherzer glaubt dies ##in seinem Werke über das wirtschaftliche Leben der Aler, das im Jahre 1885 erschien. Tatsächlich kann der markt in jedem Monat auf eine frische Getreideernte anen. Es ernten nämlich im Januar: Anstralien, e###eland, Argentinien, Chile; im Februar und Fr z: Ostindien und Unterägypten; im Avril: Mexiko, #erägopten, Syrien, Perüen, Cuba und Cppern; im Humoristisches. — Gerieden. Cbef:„Herr Teitel, hier haben Sie 60 000 Kronen; fahren Sie dumit hinuver nach Ameriku und wenn Sie drüben sind, telegraphieren Sie mir!"— Teitel:„Wus werden Sie dann machen Herr Chef?"“ — Cdef.„Dann machr ich Pleite und komme Ihnen nach!" — Malitiss.„Meine angebetete Rosa gestand mir heute, sie fühlte sich seit unserer Verlobung im siebenten Himmel!"—„hm, das mig stimmen— sechsmal verlobt dürfte sie wohl schon gewesen sein!" Boshaft. Ledrer:„Vor drei Wochen am Ersten habe ich Euch in der Rechenstunde einen Hundertmarkschein gezeigt..“— Schüler:„Herr Lehrer, bitte zeigen Sie ihn uns noch einmal— wir haben ihn vergesen! — Ein Protz.„Else, wie viel Uhr int es auf Deinem goldenen Chronometer imt Kette?" — Vorsichtig. A.:„Warum gratulieren Sie Herrn Legationsrat nicht zu seiner Verheiratung?“— B.:„Ich kann das nicht recht; ich kenne seine Frau nicht!"— A.: „Dann sollten Sie ihr gratulieren!"— B.:„Das kann ich als ehrlicher Mann erst recht nicht, denn ich kenne ihn!" Aus dem Kladderadatsch. Aus einem Witterungsbericht von 1904. .....„und im Sommer wurde es dann so heiß, daß die Quelle der Oder austrocknete und das Fluß bett auf Abbruch verkauft werden mußte, weshalb die Stadt Frankfurt sich jetzt o. O.(ohne Oder) nennen mußte. Die Pflaumen fielen als Backobst zur Erde, die Bratäpfel pflückte man direkt vom Baum und die Weintrauben in die Suppenterrinen, um Rosinen suppe zu haben. Backsische gab es nicht nur in den Pensionaten, sondern auch in allen Flußbetten und Seebecken lagen sie in Hülle und Fülle herum. Ein zerstreuter Professor, der beim Botanisieren in einen Sumpf geraten war, wurde über und über verstaubt herausgezogen und mußte drei Tage lang abgebürstet und ausgeklopft werden. Die Nörgler konnten den Staub nicht mehr von den Schuhen schütteln, weil zu viel darauf lag, und nörgelten nun natürlich hierüber erst recht. Die Kriegsberichte wurden langwei lig, weil die Enten nicht mehr gedeihen wollten, und man las sie nur noch, um sich an der Schilderung der in der Mandschurei fallenden Regengüsse zu erfrischen. Es gab Leute, die den ganzen Sommer über keinen Tropfen Wasser tranken, namentlich in Bayern. Die ältesten Sumpfhühner gerieten vollständig aufs Trok kene, und wenn die Studenten einen Salamander reiben wollten, so zerfiel er ihnen zwischen den Fin gern zu Pulver. Bebels Jungbrunnen versiegte, und er wurde darüber Monarchist und begeisterte sich für Altersversorgung; man sagt, daß selbst Stadthagens Redestrom Hier bricht der Bericht ab, vermutlich, weil dem Berichterstatter die Tinte eingetrocknet ist! * Zu denjenigen Personen, die infolge der Dürre dieses Sommers in ihrem Gewerbebetriebe die schwersten Nachteile erleiden, gehört auch die Lorelei. Der Wasserstand des Rheines ist so gesunken, daß die Schiffahrt in der Nähe des Loreleiselsens eingestellt werden mußte; auf diese Weise ist die Lorelei ihrer ganzen Kundschaft beraubt. Die Dame hat sich nun unter Darlegung ihrer Notlage an den Eisenbahnminister Budde mit der Bitte gewendet, ihren Gewerbebetrieb von dem Strom in den durch den Loreleiselsen führenden Eisenbahntunnel verlegen zu dürfen. Der Minister hat das Gesuch indeß abschlägig beschieden, weil ein allgemeiner Notstand nicht vorhanden sei, die Lorelei vielmehr die Möglichkeit einer solchen Trockenheit bei ihrer Kalkulation hätte berücksichtigen müssen. * Auf der Weltausstellung in St. Louis sind die Stiefel ausgestellt, die Präsident Roosevelt in Norddakota getragen hat und die nun von Verehrern des großen Staatsmannes umlagert werden. Bisher hat man immer nur gehört, daß Menschen Stiefel anziehen, im Lande der Freiheit ist es umgekehrt. Dasschreckliche Ereignis. Die alte Meyer hat sich gesetzt In einen Ameisenhausen, Nun kommt wie vom wilden Feind gehetzt Sie aus dem Walde gelaufen. Ich seh' sie kommen, ich hör' sie schrein Und fühl' in der Brust Erbarmen. Was muß für ein Schreck das gewesen sein Für die Ameisen, für die armen! Die Begegnung. Am Strande sich begegnen Der edlen Männer zwei; Sie grüßen so höflich, so freundlich Und gehen an einander vorbei. Und wie sie weiter schreiten, Die zwei von edlem Geschlecht, Da murmeln sie beide:„Schafskopf!“ Und beide haben so recht. * Beim Wunderpferde Hans. „Sage mal, Hans, wer ist der größte Minister, den Preußen je besessen hat?“ „Moeller,“ entgegnete der Hengst, indem er mit dem Huf auf dessen Photographie hinwies. „Wie viel wollte er für die Hibernia=Aktien zahlen?“ 248 Mal pochte der Huf auf die Erde. „Und wie viel wird er zahlen müssen?“ Hier bemächtigte sich allgemeines Staunen der Ver, sammlung. Hans wandte sich an den anwesenden Hufschmied, zeigte ihm das abgenutzte Eisen und verlangte ein neues; offenbar glaubte er die Frage mit dem alten Eisen nicht beantworten zu können. * Der Bremer Parteitag rückt heran, und seit Wochen schon träumt Schippel jede Nacht, daß er durch die Luft flöge. Bekanntlich ist das einer der angenehmsten Träume. * Schultze:„Also nur„Bebel=Likör“ wirds in Bremen jeben?“ Müller:„Stimmt; patentiert is er schon, und auf die Schutzmarke steht:Solamen miseris socios habnisse malorum. Det heeßt: Trost ist's for die Unjlücklichen, eenen Jenossen zu haben.“ Schultze:„Blos eenen? Bei det Jungbrunnen. Bitterwasser jibt's ooch Stadthagen=Ziehjarren Müller:„Wenn die nur nich zu stark kohlen!“ * „Unterordnung in Bezug aus politische Auffassung unter die Wünsche des Verlages“, hieß es in einem Zeitungsinserat, durch das ein Redakteur für eine liberale Zeitung verlangt wurde. Die sozialdemokratische Presse machte sich hierüber lustig. „Bei uns kann jeder schreiben, wie ich will,“ meint der Verleger Paul Singer und begann die Anträge für Bremen zu ordnen, die das Hinausfliegen von sozialdemokratischen Redakteuren betrafen. * Russischer Speisezettel. Eingebrockte Suppe. Mariniertes in Karpfensauce. Aufgewärmter Kohl a la Kuropatkin mit allerlei Zutaten. Fette Enten mit russischer Farce. Gefüllte Bombe à la Nihiliste. Weintrauben in Essig. Japanische Knallbonbons. * Vor kurzem ging durch die illustrierten Blätter eine Momentphotographie, die den General Kuropat= kin zeigt, wie er mit seinem ganzen Stabe in Mukden einer Vorstellung chinesischer Gaukler beiwohnt und an den Leistungen der Künstler seine herzliche Freude hat. Auch Zar Nikolaus bekam das Bild zu sehen und gab seiner Befriedigung in der lebhaftesten Weise Ausdruck.„Dem Himmel sei Dank,“ rief er,„hier sieht man ihn doch einmal etwas tun, wovon Rußland keinen Schaden haben kann! Ich muß gleich einmal nachsehen, ob es bei uns noch einen Orden gibt, den er nicht hat; er soll ihn aus der Stelle bekommen.“ Verantwortlicher Redakteur Ed. Verhülsdonk in Verlag und Rotarionsdruck der Märkischen Der Achtundvierziger. Eine rheinische Geschichte von Wilhelm Ruland. Nachdruck verboten. So schlimm, als er und manche fürchteten, ist es dem Johann Bühl bei der Gerichtsverhandlung denn doch nicht ergangen. Die Aussagen des Fuhrmanns und des Wirtes aus der Schänke am Severinstor lauteten für den Angeklagten zwar nicht sehr günstig, dagegen wurden sie durch die Aussagen des Pfarrers Lindental, der als Hauptbelastungszeuge geladen war, bedeutsam entkräftet. Der Gerichtshof beriet lange; das Urteil lautete: Nichtschuldig. Johann Bühl drücke dem Pfarrer von Lindental, bei dem er am Tage vor der Verhandlung auf kundgegebenen Wunsch in ehrlicher Zerknirschung frommgläubig gebeichtet— nach vielen Jahren das erste Mal— stummbewegt die Hand, indem er ihm versprach, als guter Christ zu leben und zu sterben. 2. Kapitel. Um dieselbe Zeit wanderte ein junger Handwerksbursche durch die Straßen von Bonn. Von einem benachbarten Dorf war er gekommen, um in der Stadt Arbeit zu suchen. Bei verschiedenen Schneidermeistern hatte er schon angeklopft, aber dem schmächtigen, buckligen Gesellen wurde an allen Türen ein ablehnender Bescheid. Nicht als ob sein gebrechliches Aeußere den Anlaß dazu gegeben hätte— vielleicht auch dies bei etlichen— die Zeiten waren eben schlecht und Arbeit rar. In der Nähe des schwarzen Wassers, das damals die Gegend des ehemals kurfürstlichen Hofgartens füllte, hatte sich der Bucklige am Nachmittag hingesetzt, und war, müde vom ziellosen Hin= und Herlausen, an der Hofgartenmauer eingeschlafen. Er mochte wohl eine halbe Stunde dort gelegen haben, als ein anderer dort vorbeikam, der auch wohl Beschäftigung suchte. Beim Anblick des höckrigen Schläfers verzog sich sein Gaunergesicht zu einem behaglichen Grinsen. Vorsichtig sah er sich um, öffnete mit katzenartiger Geschwindigkeit das Felleisen des anderen, vertauschte sein zerrissenes Schuhwerk mit dem des Schlasenden, entdeckte— ein freudiges Aufblitzen der Augen verriet es— auf dem Boden des Wandersackes eine kleine Börse und entfernte sich geräuschlos. Es dämmerte bereits, als der Schläfer erwachte. Sein erster Blick galt dem Felleisen, dessen Habseligkeiten in völliger Unordnung umherlagen. „Jesses Maria! Ich bin bestohlen worden!" Die neben Stiefeln sehlten; statt ihrer höhnte ihn ein zerrissenes altes Schuhwerk an. Der Schneidergeselle stieß einen neuen Wehrm aus. Seine ganze Barschaft, die Ersparnisse von zwei Jahren, waren dahin: Sechs blanke Taler, fünf Groschen und noch einige Kupferstücke. „Nun ists das beste, wenn ich mich da hineinstürze!“ In seiner Verzweiflung rannte der Arme dem schwar, zen Wasser zu. Glücklicherweise war dessen Moorgrund seicht, und dann hatte sein zweiter Schmerzens, schrei einen anderen angelockt; der lungerte seit einer Weile im Hofgarten herum unter den hundertjährigen Ulmen. Als er den Höckrigen dem Wasser zurennen sah, stürzte er ihm nach, zog ihn noch gerade rechtzeitig heraus und warf den Gebrechlichen dann ans trockene Land, stellte sich, die Hände in den Hosentaschen daneben und betrachtete den Unglücklichen mit einem Gemisch von Teilnahme und Schadenfreude. „Ihr seid ein Esel!“ Und der Retter spuckte kräftig aus. Der andere erwachte langsam zum vollen Bewußtsein, schaute seinen Lebensretter eine Weile sprachlos an und begann dann bitterlich zu weinen. „Jetzt seid Ihr ein kleines Kind!“ schalt jener, und sein breiter, mit roten Bartstoppeln umrahmter Mund verzog sich unwillig. Der Geselle gewann langsam seine Fassung wieder. „Ihr seht mir wie ein Schneider aus!“ „Ich bin's“, bestätigte der Höckrige kleinlaut. „Und weshalb wollt Ihr Euch ersäufen?" fragte der mit dem roten Haar. Da platzte der buckliche Schneidergeselle mit seinem ganzen Weh heraus, das ihn mit einem Male zum Selbstmörder gemacht hätte: wie er mit seinen letzten Sparpfennigen, sechs Taler und fünf Groschen in die Stadt gekommen, um Arbeit zu suchen, wie er überall abgewiesen worden sei— natürlich, weil er den häßlichen Höcker habe, beteuerte er unter dem Lachen des anderen. Wie er sich, müde und hungrig vom Herum, laufen, an der Hofgartenmauer niedergelegt und ihm derweil ein Dieb nicht nur seine neuen Stiefel(die er gerne geopfert), sondern auch seine ganze Barschaft geraubt hate, die er, in einem Beutel eingenäht, auf dem Boden des Felleisens geborgen hatte. In seiner Verzweiflung habe er sich in dem Wasser dort an der Universität ertränken wollen. Der Rothaarige schüttelte den Kopf. „Ihr scheint mir ein rechter Jammermensch zu sein! Wegen solcher Kleinigkeit hätte ich mich schon zehnmal ersäufen müssen. Ich will Euch einmal eine Geschichte erzählen, und sagt mir, ob Ihr Euch noch zu beklagen habt. Vorher zünde ich mir meine Pseise an. Wollt Ihr auch eine stopfen? Nein! Desto besser. Also: Der Junge, von dem ich Euch erzähle, ist irgendwo geboren. Wo, das schert Euch nichts. Traurig, daß er überhaupt geboren wurde. Sein Vater ist ein Trunkenbold gewesen, dem Jungen hat er als Erbteil— es soll dies häufig vorkommen— die Fallsucht hinterlassen, und der Bub hat deshalb schon früh viel leiden müssen; die Mutter hat sich schier zu Tode abgearbeitet. Dann ist der Vater am Delirium gestorben. Die Mutter hat gedarbt und gehungert. Gewaschen hat sie für andere Leute. Den Buben hat's oft gehungert, die Mutter noch mehr. Da hat er eines Tages einem Schulknaben das Butterbrot weggenommen; ein Milchgesicht ists gewesen und hat greulich gezetert. Er brachte es seiner Mutter und hat gesagt, wohltätige Leute hättens ihm geschenkt. Er hats mit der Mutter verspeist als Mittagsmahl. Einst ist er an einem Bäckerladen vorbeigekommen. Es roch so duftig nach frischem Brot; drinnen lagen ihrer zehn und sein Magen bellte. Da hat er sich hineingeschlichen und einen Laib geraubt. Aber sie haben ihn erwischt und in einer Besserungsanstalt untergebracht. Hier gab es magere Kost und fette Hiebe für den geringsten Bubenstreich. Dem Anstaltsschuster, dem er als Lehrjungen beigegeben worden war, warf er, als dieser ihn eines Tages mit dem Knieriemen bearbeiten wollte, den Schusterhammer an den Kopf. Der Wurf ging fehl und zertrümmerte ein Fenster; den Buben band man, peitschte ihn wund und sperrte ihn ein. In der Nacht entfloh er mit einem Strick, den er aus der Matratze gedreht, aus der Kammer des zweiten Stockes. Ist dann herumvagabondiert. Einmal hat ihn der Teufel wieder versucht, da hat er eine alte Frau auf der Kölner Landstraße angefallen. Sie haben ihn erwischt und zu fünf Jahren verurteilt. Vier Jahre hat er abgesessen, ist dann ausgebrochen und hat noch drei hinzubekommen. Endlich haben sie ihn in Freiheit gesetzt. Dreizehn Groschen und sechs Pfennige schenkten sie ihm für sein Holzhacken. Dafür kaufte er sich Tabak und eine Pfeise und ging in eine Fuhrmannskneipe am Severinstor. Dort sah er einen Menschen, der hatte eine Geldkatze voll Mariatheresientaler; den hat er sich aufs Korn genommen, ist ihm gefolgt und hat ihm die Katze rauben wollen, und wie der sich sträubte und ihn am Halse mit seinen Fingern würgte, da hat er ihn kalt gemar..... Ja, das hat er!“. Und hier blickte der Rote den Entsetzten mit seltsam rollenden Augen an. „Jesses Maria!“ stammelte der Schneidergeselle. „Weshalb siehst Du mich so verrückt an, buckliger Zwirndreher?“ Und der Rote schüttelte den anderen in steigender Wut.„Hast wohl Furcht vor mir? Möch, test gern Reisaus nehmen? Mensch, mach mich nicht rasend, sonst bekomme ich wieder meinen Anfall. Hier nimm diese sechs Taler!(Und er wühlte in einem Lederbeutel.) Nimm, sonst kann es sein, daß ich Dich unglücklich mache.“ Mit aller Anstrengung versuchte der entsetzte Geselle sich den krallenhaften Griffen des Rasenden zu entwinden. „Heiliger Gott, der Mann ist wahnsinnig!“ raunte er zähneklappernd. Do erlahmte plötzlich der Arm des Nr. 197 Der Erzahler. 304. Wütenden; mit einem dumpfen Ausschrei stürzte er nieder und wälzte sich schäumend am Boden. Toten bleich starrte der Schneider aus den Fallsuchtigen. Die Geldbörse lag zur Seite, und wie gebannt ruhtre sein Blick auf dem verführerischen Stuck Leder. Nahm er es, dann hatte seine Not für lange Zeit ein Ende. Gierig sturzie er sich darauf, verbarg es in seiner Tasche und wollte davonlausen, den anderen seinem Schicksal überlassend. Da lautete drüben vom Mun er die Besperglocke. Der bucktige Schneidergeselle suckte zusammen, warf den Geldbeutel entsetzt ins Wasser und rannte davon. 4. Kapitel. Vater Arndt war in den vierziger und fünsziger Jahren eine der populärsten Gestalten Bonns. Noch heute wissen sich viele Bonner Bürger des kleinen, al ten Herrn zu erinnern, aus dessen runzeligem Ge sicht zwei Denkeraugen Blitze schossen, über dessen sparliches Silberhaar Lieb und Leid in gleichem Maße hingegangen war. Ein regelrechter Fußpfad führte unter Obstbäumen— Gravensteiner Apfelbäume, von dem Alten selber gepflanzt— nach dem einsamen Hauschen auf der Koblenzerstraße, am User des Stromes, den er mit hatte verteidigen belsen. Das war allerdings schon lange her, wo diese Geschichte sich zugetragen hat. lagerten trübe Schatten kurzsichtiger Polizeiwirtschaft über dem Siebzigjährigen. Schon seit zwei Jahrzehnten war der alte Arndt kein Lehrer der seutschen Jugend mehr. Der verdienstvolle Patriot trug willig die Dulderkrone des Demagogen. Volks umlich blieb er trotz alledem. Die kleinen Kuirpse auf den Gassen kannten die Freigebigkeit des alten Herrn Professors ebensogut, wie die ungezählten ebe naligen Freiheitskampfer, die von seiner Leutseligkeit prositierten. Der alte Herr pflegte gewöhnlich seinen Nachmit tagsspaziergang mit einer Promenade im Hofgarten zu beschließen. Als er heute an der Hofgartenmauer entlang ging, sand er dort einen rothaarigen Menschen am Boden liegen, der soeben aus einem epilep tischen Ansall zum Bewußtsein erwachte. Mitleidig leistete der greise Bolksmann dem Verlassenen, der aus einer leichten Kopswunde blutete, den ersten Beistand. „Wo wohnst Du, mein Sohn?“ fragte der Professor. Jeuer sah den Gelehrten hilflos an. Sein Ohr war nicht mehr gewöhnt an den Klang einer milden Stimme. Der alte Arndt wiederholte seine Frage. „Nirgendwo!“ antwortete nunmehr der andere und blickte scheu zu Boden, als erwarte er eine nabelie zende, unangenehme Frage. Der Professor stellte sie nicht. Was interessierte es ihn, wo der arme Teufel, den die Fallsucht niedergeworsen hatte, herkam? Ein nenschenfreundlicher Entschluß überkam ihn. „Nirgendwo wohnst Du, mein Sohn?(Vater Arndts Lieblingsanrede.! Hm! Ich lade Dich für viese Nacht zu mir ein. Die Prosessorin ist just nicht u Hause— Vater Arndt lachelte überlegen— ein Nachtessen, Freibett und Frühstuck in jeder biedere Teutsche noch wert, den der liebe(Hott dem alten Urndt in den Weg schickt. Komm!“ Und vaterlich lopfte der alte Herr dem Ueberraschten auf die Schul er. So leutselig batte zu dem Zuchtbausler seit Jah sen, vielleicht überhaupt niemale, jemand gesprochen Lillenlos folgte er dem Professor, der ihm mild und reundlich den Armf reichen wollte, was jener aber zeftig und mit Purpurröte im Gesicht verweigerte. Gegen Mitternacht erwachte er durch die Glocke ines vorbeifahrenden Schiffes. Ein langjahriger Sträfling hat scharfe Ohren. Mit einem Satze sprang er vom Lager, mit einem zweiten in seine Kleider, keß sich dann auf einen Stubl fallen und starrte wie zeinesabwesend vor sich bin. Erst allma lich vermochte ir seine Gedanken zu sammeln. Wieder umspielte eine starken Lippen das gewohnte, grinsende Lacheln. er hatte die Kerze angezundet und munerte die becheidene Einrichtung des Zimmers. Dann trat er auf den Jeben aus Fenster und blickte hinaus. In heiliger Ruhe spannte sich der gestirnte Himmel über den dunkten Strom und die friedlichen Wodnunger in seinen Ufern. Wen solch geweihtes Nachtbild nicht ergreift, der kann kein guter Mensch sein. Eine abenteuerliche Stimmung wandelte den Mann im Feunter an. Lautlos glitt er auf den Gang hin aus, bei dem ersten Zimmer drückte er versuchend auf die Türklinke. Die Tür ging auf, und er schlich bin iin. Warum? Er wußte es selber nicht. Der Ketenhund, wenn er freigelassen wird, schnüffelt mit eerselben zwecklosen Neugier an Tür und Tor. Leise #temzüge. Im Kerzenschein sah er auf dem Lager den riedlich schlummernden Greis, der ihn so gastfreund ich aufgenommen in einem Ansall von Menschendeundlichkeit, die der Gast nie verstand. Fast hatte er dor Schrecken den Leuchter fallen lassen; der silberhaarige Schläser glich in der wächsernen Farbe seines faltigen Antlitzes und der vertlarten Ruhe seiner Zuge einem Toten. Was hatte er ihn doch gestern abend gefragt, während er ihm lachelnd vom Lehnstuhl her zuschaute, wie er riesige Stucke Braten mit Wolfs, hunger hinabschlang, ob er das Lied kenne:„Was ist des Deutschen Vaterland?" Lange hatte er sich besinnen mussen; doch der alte Herr hatte ihn gegeholsen, und allmählich hatte es wieder in ihm gedämmert. Und als er gar(zwei Gläser Rotwein machten ihn so verwegen) beim Aussagen des Refrain unbewußt ins Singen überging und mit dem zweiselhaften Patbos einer ungeubten Stimme trällerte:„O nein! Sein Vaterland muß größer sein!“ da war der gute, alte Prosessor ganz bewegt geworden. Daran mußte der nächtliche Besucher wieder denken, während er scheu hinausglitt. Auch die Tür des benachbarten Zimmers war nur geschlossen, nicht verriegelt.„Der Prosessor hält alle Menschen für Heilige!“ murmelte der Rote mit einer gewissen Indignation, indem er hineinschlich. Es war das Studierzimmer. Links Bücher, rechts Bücher, vorn Bücher und über dem Eingang bis zur Decke Bücher. Pah, wertlose Möbel! Zwischen diesen toten Bänden, die einen Grabesmoder verbreiteten, einige finstere strenge Gesichter von Männern mit Zöpsen auf Leinwand gemalt. Der Rote fühlte sich unbehaglich. Da blitzten seine Augen auf. Wieder das bekannte Grinsen. Auf dem Schreibtisch hatte der erprobte Sträflingsblick unter dem Wust von zerstreuten Pavieren etwas verräterisch biinken sehen, den gleißenden Schimmer von Siberstücken.„Der Professor hält alle Menschen für Engel!“ Kopfschüttelnd murmelte es der Rote und schnupperte am Schreibtisch. Er zählte das Geld: sechs Taler und fünfzehn Silbergroschen. Auf einer Buchhändlerrechnung lag es. „Ich gäb für alle diese alten Bücher hier keine sechs Groschen,“ sagte der nächtliche Besucher verächtlich. Da bei haftete sein Blick immer aus die Münzen. Offen bar sträubte er sich mit dem letzten Rest von mensch lichem Gefühl gegen die schmutzige Tat, zu der das Geld seine Diebesnatur anstachelte. „Wenigstens könnte ich mir die fünfzehn Grosche nehmen und damit meine Börse füllen,“ überlegte er, ärgerlich über die ihm unbehagliche Gewissen: stimme. Ein knirschender Fluch! Er fühlte in aller Taschen: die Lederbörse war sort. Verwunscht! Der bucklige Schneidergeselle mußte sie ihm gestohlen haben, als ihn sein Anfall niede: wars. Aber der blöde Buckel wollte ja doch nich einmal das annehmen, was er ihm aufzunötigen ver suchte! Unerklärlich!„Unrecht Gut gedeihet nicht wurde der Professor sagen, bei dem ich nun dennoc borgen muß!“ Und der Rote kicherte leise und raffte das Geld zusammen. Da fiel sein Blick auf das gegen überhängende Bild an der Wand. Herrgott! Das war er selber, der kleine, menschenfreundliche, alte Herr. Nur waren seine Jüge strenger, seine Auger durchdringender, ein eiserner Blick, der den Menschen mit dem Leuchter in der Hand sekundenlang zusam menknicken ließ. Einige Minuten später schlich einer schen wie ei Raubtier unter den Gravensteiner Apselbäumen den Ausgang des Gartens zu. Die Gartentür war per riegelt; sein Obst schien der Professor doch vor une betenen Liebbabern sichern zu wollen. Gerauschlo wie eine Katze kletterte der Rote über den Zaun. Tunkel der Nacht schlich er hinab zum Strom. Am andern Morgen erfuhr Vater Arndt, daß sei Besuch sich vor Morgengrauen ohne Abschied entser hatte. Auf seinem Schreibtisch vermißte er den Betra der Buchhandlerrechnung, den die Dienerin hinzutre gen vergessen hatte. Auf einem Zettel las er die mi steisen Schriftzugen gekritzelten Worte:„Verzeiht einem armen Sunder!“ Und der alte Arndt lächelte An demselben Morgen meldete der Telegraph den Todes Konigs, Wenige Tage darauf erhielt Ernst Moritz Arndt eine bedeutsame Nachricht: des hoch berzigen Königs Friedrich Wilbelm IV. erste Tat war daß er den verdienstvollen Patrioten wieder mit seiner Bonner Professur bekleidete. „Der alte Gott verläßt keinen biederen Deutschen!" sagte Vater Arndt bewegt. Fortsetzung folgt Aus japanischer Gefangenschaft entsprungen.*) „Muratow soll zu mir kommen!"—„Muratow zum Perrn Rutmenzer! Muratow Muratow“— erscholl an allen Ecken des Bemacks.„Ich komne schon!" antwor* Wir entnehmen diese beiden interessanten rungen der Nowoje Wremza tete in weiter Ferne eine Stimme und kurz darauf stand ein junger, vortloser Kosal vor mir, dessen Züge sich in niats von dem Gesicktsausdruck seiner Kameraden unterschieden. Nach einigen einleitenden Worten bat n ihn, mir zu erzählen, umer welchen Umständen es ihm gelungen war, aus der Gefangenschaft der Japaner zu entspringen. Ich bin uverzeugt, daß er diese, seine Geschichte schon bundertmal hatte erzahlen müssen, doch auch jetzt be. gann er wieder mit der, dem ungebildeten Manne eigenen Weitschweifigkeit. Zu achn hatten sie unter Führung des Leutnants Raaowsli zu Fuß das Detachement des Generals Mischtschenko verlassen, um sich durch wie feindliche Postenlinie hindurch zu schleichen und Nachrichten über die Aufstellung der Japaner zu sammeln. Auf einsamen, seitwärts der Hauptstraßen führende: Gebirgspfaden waren sie acht Tage lang durch das Gebirge gestreift, die Nächte in dichtem Dorngestrupp unter freiem schlasend. Am achten Abend erreichten sie ein einsames kal, in welchem, unter Baumen vervorgen, ein chinesisches Geböft lag. Da die chnesischen Einwohner versicherten, daß weit und breit keine Japaner seiel, beschloß Ragowski, die Nacht über hier zu bleiben. Sofort begannen die Kosaken, sich hauslich einzurichten: Ein Huhn wurde den Chinesen abgekauft und getoch. Tee bereitet... Da erscholl plötzlich der warnende Pfiff des am Tor stehenden Postens... Alle eilten an das Fenster und sahen ein recht unerfreuliches Bild: von allen Seiten näherte sich dem Gehöft von den benachbarten Bergen herabsteigende, japanische Infanterie. Dictt hinter einander kamen die seindlichen Infanteristen in langen Reiben leichten, elamschen Schrittes den Berg herab, offenbar waren sie von den Chinesen genau über die Stärte unserer Abteilung benachrichtigt... es war mindestens eine Kompagnie Doch die Patrouille verlor den Mut nicht und ohne sich lange zu bedenken, sprangen sie einer nach dem anderen zum Fenster hinaus. Bald krachten auch die ersten Schusse der Japaner, die ein rasendes Schnellfeuer auf die Flüchtlinge eröffneten. Die meisten Kosalen suchten den Berg hinaufzulonunen, wahrend Murato## mit einem meraden das Tal entlang eilte. Da die Savel sie deim Laufen hinderten, warfen sie sie weg. Doch schon waren ihnen die Japaner auf der Spur, sie wurden eingeholt und im Triumph nach dem Gehöft zurückgebracht. Zwe Jaapner blieben nur zur Bewachung der Gefangenen zuruck, die übrigen machten sich von neuem an die Verfol. gung. Die zurückgebliebenen Posten begannen bald mit den Chinesen zu schwatzen, setzten sich zu ihnen und verzehrten das Huhn, das eigentlich die Kosaten hatten essen wollen„Bruderchen, war flieben— flüsterte Muratow seinen Kameraden zu— die gelben Teufel passen nicht auf.“—„Nein, sie schießen uns nach, es geht nicht.“ „Lieber tot, als gefangen“— rief Muratow und war mit einem Satz zum Fenster hinaus. Wie ein Wiesel lief er um das Haus berum, sprang auf das Strohbach hinauf und versteckte sich in diesem. Das uralte Stroh gab nach sodaß der Kosak bequem hineintriechen konnte. Von seinem luftigen Versteck aus sah er zu, wie seine Wächter erst mit verdutzten Gesichtern aus dem Gehöft heraustamen und Umschau hielten, jeder Busch, jede Hecke wurde durchsucht, von Muratow war nichts zu finden zwischen blinzelte dieser vergnugt aus nachter Nahr auf die Japaner herab, die naturlich gar nicht auf den Gedanken kamen, auf das Dach hinaufzusehen. Es begann schon zu dunkeln, als sie ennich aufdeen, zu zuchen und mit ihrem Gefaugenen auf ten##nnweg machen. K gegen Mitternacht dneb Muratow in seinem Verseck, dann kroch er vorsichti heraus, kumit keiner der Swieren###m mertte. Leise schlich er sich das Tal entlang, derm Mondschein suchte und am er seinen Sätei, dan..####c#. er seinen Weg quer durch das Gevirge nach Osten, von wo er mit der Patrouille gekommen war. Funf Nachte setzte er seinen Ruckweg sort, wahrend er am Tage in einer Deckung oder einsamen Felsschlucht Unterschlupf fand. Halb verhungert, mit zersetzten Rieidern und zerrissenen Stie. seln, kam er endlich denn Tetachement Mischtschento an. zur sein gewandtes und beberztes Benehmen, dem der Ge. neral sehr nachtige Beldungen zu verdauten hatte, erhielt er das Ceorgskreuz Aehnlich erging es dem Kosaten Rogajew vom 1. Tschi1 Meaiment Er hatte mit noch drei num raden den Beehl erhalten, die Starke einer jenseits der dicht vor den Kussen niegenden Hohen stebenden Feldmache festzustellen. Kriechend tutten si sich durch das Gevusch herangeschlichen und sahen auf einer Auldwiese, keine 50 Schrin vor sich, die Japaner. Es waren enva 70 Mann. Die Koraten ahen sich noch die Aufstellung der Posten an und trochen dann vorsichtig zurück. Da, ein s#edirin, ein Stein kommt lns Rollen und rollt polternd in das Tal hinab. Im Ru und die Japaner auf und an den Gewehren. Die Kosaten aufen, so schnell sie können, einige Schuffe fallen, Rogasew bricht an Arm und Hufte verwundet, zusammen. Nuh. am schiedt er sich an das am Wegesrande stebeinde Gevusch, doch es ist schon zu spät, die Japaner haben ihn entdeckt. er wird geknevelt und zurückgeschafft. In einer chinesischen Fause untersucht einer der Japaner anscheinend ein Lazarettgebülfe, seine Bunde. er wird verdunden und gutmutig geben ihm die Feinde einen Teller von ihrer Hühnersuppe ab. Verdunden und gestärkt, sühlt sich Rogajew ganz wohl, wenn er nur nicht in japanischer Gesangenchaft ware. Ein Ehineie muß ihn betachen, während die J#paner lachend und plaudernd um das Feuer sipen eise versucht Rogajew seine Fesseln zu lochern, anfangs gelingt es ihm undemerkt, da vioplich sieht es der Chmnese und alarmiert die Japaner. Sie reißen ihre lleinen, doschartigen Seitengewehre heraus und drohen im wenn er noch einmal den Versuch mache, zu entslieben, ihn sofort niederzustechen. Die Nacht vergeht und der nachste Tag. es beginnt wieder zu dunkeln. Da fallen Schusse aua die Wächter Rogajews eilen zu den Gewehren und besetzen eine Höhe bei dem Hause. Bald jedoch kehren sie zurück. Doch die Schusse der russischen Dreiliniengewehre haben in Rogajews Herz eine unbezwingliche Sehnsucht erwachen lassen. Er denkt an die ferne Staniza, an die Kameraden bei der Sotnie und an das ungewisse Schicksal, das seiner harrt. Seine Feinde schlasen auf dem Hofe, er selbst ist mit einem langen Strick an den Fuß des Postens ange. bunden an Entfliehen ist nicht zu denken. Traurig blickt der Kosak zur Decke. Da hört er deutlich etwas schnarchen, er sieht sich um, der Posten liegt an der Erde und schläft fest, das gelodene Gewehr liegt nben ihm. Die Gelegenheit für Rogajew ist günstig— jetzt oder nie kann er entflichen. Er zieht erst noch einmal leise an dem Tau, um zu versuchen, ab der Schlaf des Postens auch fest genug ist. Der Schläfer rührt sich niat. Leise fängt Rogajcw an, auf der Kante seiner Bank die fesselnden Stricke durchzuscheuern, schon ist er beinahe zuEnde, da wirft sich der Posten herum— einen Augenblick Totenstille, doch schon hört man wieder die Schnarchlaute des Japaners. gajew ist frei, langsam schleicht er auf den Schlafenden zu, ergreift sein Gewehr, an dessen Mundung das Seitengewehr blitzt, und stößt es dem Schläfer tief in die Brust. Kein Laut, kein Rächeln, noch einmal schläg Sterbende die brechenden Augen auf, ein Autnrom iom aus dem Munde dann ist es voruder. Vor kriectt der Rosak durch das feindlich Biwak, dann sur sich den Weg nach dem Stand der Sterne und läuft, ihn seine Fuße tragen können. Dort, binter jenen uoden die Freunde, dort liegt die Rettung da!“ schallt es dem zu Tode Erschopften engegen. schießen, ein Rosat!" Vor den Fußzen des Ponens Rogajew nieder, er wird zurückgetragen und als er ft. ut. zum General grbracht. Auch er erbielt vom stolz die Brust des Achtzednjährigen schmuckt. Tage in Südwest-Afrika. Zeichen Die Vernichtung des Jeindes ist am Waterberg nicht so gelungen, wie man in der Heimat gehofft hatte. Trov des Heldenmuts der Kolonne v. d. Heyde war es den starken Trupps gelungen, gegen Osten durchzurrechen. Nach dem Telegramm Trothas vom 15. d. M mußte man befürchten, daß sie Omuramba abwarts in das nordliche Sand= und Owangowafeld enweichen wurden. Eine weitere Verfolgung ware unter diesen Umständen mit fast unüberwindlichen Schwierigkeiten verknupft, ja so gut, wie aussichtslos gewesen. Die Meldung des Generals vom 22. August gab dem gegenüber ein völlig verandertes Bild der Lage: die Hauptmacht des Feindes hat sich, soweit sie aus der Umklammerung des Waterbergs zu entweichen vermochte, nicht Omuramba=a b=, sondern strom aufwarts und dann nach Suden und Sudosten gewandt; die deutschen Kolonnen sind im Begriff, ihr zu folgen. Die Südspitze des zukünftigen Overationsfeldes bildet vorläufig das unglückselige Owikokoreo. Im Norden rückt die Kolonne Fiedler als Besatzung in die neueroberte Station Waterberg ein, während Graf Brockdorss mit einem Detachement in Naidaus nordostlich von Waterberg bleibt. Trotha verfolgte bekanntlich den Feind mit den Abteilungen Deimling und Mühlensels bis an die Wasserstelle Omutjatiema, wo am 13. d. M. ein Gefecht stattsand. Der Beginn endloser Durststrecken veranlaßte den General, umzukehren. Estorff verhinderte durch Omaputa eine zu starke Zersplitterung der feindlichen Kräfte. Diese zogen Omuramba=aufwärts über Omabeibei=Okahitua=Okosongoho auf Ottekonao, 180 Kilometer sudöstlich Waterberg) und auf Otsomase (10 Kilometer nördlich Otjekongo) zurück. Die Kolonne Estorffs, mit der die Abteilung v. d. Heyde vereinigt wurde, folgt den Abziehenden von Omatupa über Ombujo=Ratanga. Sie biegt von da nach Sudosten in der Richtung Okosondusu ab, um den Feind an der linken Flanke zu folgen. Muhlensels nahm am 19. d. M. unter starken Verlusten des Feindes die Bley Erindi=Endeka(nordöstlich Okosongoho) und marschiert vom letztgenannten Ort füdöstlich Orutstwa frontal umsassend gegen den bei Otieko stehenden Feind. Mit Vorlaufern desselben Oberleutnant Winkler, der einstweilen die Etapstation Otjosondu(20 Kilometer sudwestlich Otjekor deckt, vor einigen Tagen einen erfolgreichen Zuf menstoß. Nach dem Eintressen der linken Spitze De ling in Otjosondu wird Winkler an die Ostarenze gehen, an deren Sperrung er bis Ende Juli# mitgewirkt hat. Das zweite Feldregiment, Deiml ruckt in getrennten Abteilungen über Otzire=C sondu(70 Kilometer südlich Waterberg) und Otjiku rume(80 Kilometer südöstlich) auf Owtkokoreo, um Gegner westlich zu umklammern. Den bei Otion am Südwestrande der Cmaheke stebenden Horden, auf der Straße nach Sudosten gegen Epukiro un Grenzen des Betschuanalandes drängen, dat Hauptmann v. Heydebreck mit der 5. Kompagnie 2. Regiments vorgelegt. Aus der Reichshauptstadt. Nachdruck verboten. ##s. Berlin, 26. August. Der kluge Haus.— Briefmarkenausstellung.— Baulichteiten. „Der„Ange Haus“ war und in die Sensation der aus den Ferien zuruckkehrenden Berliner; heute spricht alles von dem„klugen Hans“. Wer ist dies Ein nennjahriges Pferd, das einem Herrn von Ouen in Berkin gehort und durch seine hochvollendete Dressur gewalniges Aufsehen erregt. Das Pferd, lien, rechnet, sogar unn Brüchen, die manchem jungen Hans viel Kopfzerbrechen machen, kennt den Wert der Munzer und anderes mehr. Der„kluge Haus“ hat viele Leute s# sehr entzückt, daß sie hier ein selbständiges Denken vorfinden wollen und das Wort Dressur als eine Beleidigung auffassen; nun soll eine wissenschaftliche Kommission ihr Urteil über dieses Pferd ablegen. Eine Anzahl Prosessoren schwelgt schon in dem Hochgenuß, daß dieses Tier die klafsende Lucke im Darwinismus ausfullen werde, indes es den Uebergang des instinktiven Handelns zum selbständigen Denken und Handeln darstelle; aber tuchtige Pserdekenner lachen jetzt schon daruber, und sagen, daß eine solche Dressur nichts Abnormes sei, es musse nur Herr von Osten sagen, wo der Schlufsel zu derselben liege. Aber dieser schweigt. nun soll die Wissenschaft reden! Eine sehenswerte Briefmarkenausstellungin diese Woche im Architektenhause eröffnet worden; aus diesem Gebiete kann man allerdings viel liefern. Auf der ganzen Welt sind 1800000 Briefmarkensammler zu finden. Tavon entzallen auf Deutschland 448 0, Oesterreich 10 00., Engle 363 000, Frankreich, Belgien, Holland, die Schw 300 000, Rußland, Skandinavien, Vortugal, Itali usw. 60 000, so daß auf Europa 1273000 Samm kommen, während aus die Bereinigten Staaten u Kanada 43 000, auf Südamerika, Mittelamerika u Meriko 20000, aus Afrika und Australien 10000 auf Indien, China, Japan usw. 20000 zu recht seien. Die Berliner Ausstellung darf als sehr gel: gen bezeichnet werdeut sie ist außerordentlich schmackvoll arrangiert, jeder Taal gleicht einSchmuckkäsichen. Sie zerfällt in drei Abtetlungen= zwar in General= und Spezialsammlungen, sowie die Ausstellung für Hilfsmittel aller Art. Die weit Säle sind mit ganzen Kollektionen und Einzelstück angefüllt, und man kann sich einen Begriss von 5 Schatzen machen, die sich hier dem Auge bieten, wer