Wremteur us0 Hurt Ip Wiiung 211 nabe vom u d M g M mm zun un n 19 ihl undc— Julle si0 ur heue Hus wln Hm 1 691 31 —un— er Erzahler. 1901. nach en: mnisse übe. unde sonst Zur Lage des Eisenmarktee. Immer wen ger gunstg lauten die Meldungen au Vereinigten Staaten. Zwar wird von einSeiten immer noch behauptet, die Lage werde zu sch geschildert, das Land sei weit aufnahmefahiger, als den verschiedenen Nachrichten anzunehmen sei, doch * reichlatr werden— und nach den letzten Berichten den Stand d#. Samnen in dr. sich die maufkraft im Innern ja bedeutend erhohen, so wir man sicher im Auslande moglichst großen Absatz su. chen, was natürlich nur durch Untervietungen gescheber kann. In der letzten Berichtszeit helt sich das Geschaft da die Nachfrage im Inlande so gering in und ein großer Export noch nicht stattfindet, in ganz engen Grenzen. Die Preise haben wesentliche Veranderungen bisher nicht er fahren, doch erwarte: man ein bedeutendes Zuruckgehen derselden. Viele Erzeuger erklaren allerdings, daß sie um es zu verbuten lieber große Erzeugungseinschrankungen eintreten lassen wollen. Wie im vorigen Bericht vorausgesagl, hat sich das Grschaft i England nicht gunniger gentaltet, sondern ist eher noch ruhiger geworden. Roheisen, das langere Zeit in so defriedigender Nachfrage stand, die die eingeschränkte Erzeugung eder übersieg und das sich daher auf einem günstigen Preisstand behauptete, liegt nun edenfalls sill und sctwach. Die Ausfuhr m gering, schlechter als seit Zei.. Und ebenso wie in Roheisen liegt in Halbzeug und in Feitigwaren der Verkehr darnieder und ist wenig Hoffnung aut eine Beledung desselben vorhanden. Ein wetterer Rückgang der Preise durfte kaum eintreten, wei dieselben zezt meist schon so niedrig stehen, daß jeder Gewinn ausgeschlossen in. Der schottische Markt ist ebenfalls gedrückt, de Nachrichten aus Amerika nden eine ungunstige Wirkung aus Noch immer hat in Frankreich das Geschäft eine derartige Belevung nicht erfahren, daß durchwen gute Be. schäftigung vorli#gt. Nach wie vor sind es einzelne begun. stigte Protngen, dre über reichliche Arbeit verfügen, in den meisten läßt sie aber noch zu wünschen übrig. in einzelnen is sie selbst noch recht wenig befriedigend. Es fehlt eben an Mut zu großeren Unternehmungen, das Vertrauen ist noch nicht genugend gekräftigt= um zu bedeutenden Entnah. men zu veraulassen und so ist auch ein Heraufsetzen der Preise nur im bescherdenen Maße möglich und haben diese bislang ein ausrrichendes Nweau nicht erreicht Die Belebung auf dem belaischen Markt macht wertere Fortschritte nuck gere mehren rungen rungen m# fiu GroRe„.msil. He 9.. Wrenuldt. gung zwischen dem belgischen und deutschen Stablwerksver. dande ist es nocd nich gekommen. Die Verhandlungen nedmen woren Fortgang und durften zu einem Resultate füdren. Der deutsche Markt m lebhaft die Bestellungen geben bei den meinten Werken in dermedigender Weise ein und so wird fast durchweg flont gearbeile“, wenn auch eine volle Ausnutzung der Leistungsfähigkeit häufig noch ma: magl#ch ist. Nach wie vor liefert das Inland dir Auftrage, trotzdem sind die Preise aber vielfach nich: ausreichend und lassen sich Erhobungen, wie sie nong waven, michr durchführen. Beim Export werden wodl mu# bessere erzielt als früher, lohnend aber sind sie nicht. So in die Lage zwar gunztiger geworden, jedoch noch keinesuuus gufricdentgallend. Se- Industrie, Bandel und Verkehr. C GE esse. ist die Amm nach runowirtschaft- 11,10 Mk.(Alles per 100 Kilo.) Heu per 50 Kllo 2,50 bis . sie keineswegs, um 3,00 Mk. Lizernenheu per 50 Kilo 3,60 Mk. Maschinensämtliche in Frage kommenden Betriebe auch nur einiger maßen normal zu beschäftigen. Vereinzelt ist vielmehr di. derart, daß die Besitzer der Fabi##ten vor die Frage jestellt sind, ob der Betrieb weitergeführt werden soll. erlzeugmaschinenbau zeigt sich auch kein Fort schritt, manche Betriede wenden sich unter großen Opfern neuen Kabrikationsgebeten zu. Verhältnismäßig am beaubeickafngt, wei dem neben den Aufträgen aus dem In. u auch erbebliche Auslandsbestellungen vorliegen. In der Elektrizitatsindustrie sind die Großbetriebe gut beschäftigt. Mittlere und kleinere Betriebe weisen da. gegen soweit sie mir den Großbetrieben in Konkurrenz treten, eine unerfreuliche Lage auf. Namentlich ist die Beschäftigung in elektrischen Lich#., Mlaft= und Signalanlagen infolge des verschärften Wettbewerbes bei den kleineren Betrieben ungünstig. Auch die kleineren Akkumnrenwerke konnen kaum mehr ihren Betriev wei. terführen. Charakteristisch ist die Liquidation eines solchen Werker in Rheinland=Westfalen, das nach Erledigung der noch vorhandenen Aufträge den Betrieb stilllegt. stroh per 500 Kilo 13 Mk. Flegeldrusch per 500 Kilo 15 Mk. Kartofseln per 50 Kilo 3.00—3.50 Mk. Kartoffeln niedriger Rubol per 100 Kilo in Partien von 100 Zentner(ohne Faß) 45, 5Mk. Ruböl per 100 Kilo fazweise ohne Faß) 47,25 Mk. gereinigtes Oel per 100 kilo 3 Mk höyer als Räböl. Rübkuchen per 1000 Kilo“:. Rübluchen in kleineren Partien Kleie per 50 Kilo 5.— Mk. Eier per Schock(100 Stück) 7.00 Mk. Butter per Kilo 2.30 Mk. Ruvöl aud Kachen unverändert. * Kurse der Berliner Börse vom 10. Juni 1904. (Mitgeteilt von der Essener Kreditanstalt.) * Liebecksche Stanzwerke, G. m. b. H. in Liquidation. Da die zu einem Verkaufe dieses Werkes ersorderliche Zustimmung aller Beteiligten nicht zu erlangen war hat die Gesellschaft nunmehr den Konkurs angemeldet. Alle nicht bevorrechtigten Forderungen sind im Verlaufe der Liquidation bereits geregelt worden und erfuhren die Bankforderungen durch Hinterlegung von Grundschuldanteilen Sicherung. Außer 112 320 Mk. Hypotheken und 582000 Mk. Grundschulden schweben keine weiteren Charlottenhutte Verbindlichkeiten, sodaß unter Ausfall des Gesell= Concordia schaftskapitals voraussichtlich alle fremden Forderungen Deckung finden. Angesichts der Kompliziertheit der vorltegenden Verhältnisse hat man geglaubt, der in diesem Falle einfacheren gerichtlichen Auseinandersetzung den Vorzug vor langwierigen weiteren Verhandlungen geben zu sollen. 2 Bonn. 10. Juni. Die gestern stattgehabte außer#att. Beschäftigungsgrad im Maschinengewerde. Ueberblickt man den weschäftsgang während des laufen. den Jahres im Maschinengewerde, so kann von einer durch. greisenden Besserung gegenüber dem Vorjahre nicht gesprochen werden. Dat sich auch in den großeren Berneden die Zadl der Beschaftigten etwas erboht, so wird dies doch dunch den schleppenden Emngang von neuen Aufträgen zumlich wettgemacht Gebiete des Dampfmasc vur /W.HcIE— Geschäftslate noch immer an. Die Heruellung von donen und. Spezialmaschinen für einzelne Gewerbe geht in martem Temvo vor sich Die Neuanschaffungen der Zucerfabriken sind ncht erbeblich, ebenso lassen die Auftrage aus dem Textilgewerde zu wünschen übrig. — Die Baumwollkultur in Togo. Mit der Frage der Weiterentwickelung der Baumwollkultur in Togo befaßte sich. auf Veranlassung des Kolonial.Wirrschaftlchen Ro mitees, die kurzlich in Lome stattgehabte Konferenz der Baumwoll Interessenten der Togokolonie. Der Bericht des stellvertretenden Gouverneurs Grafen von Zech sagt u. a. wrtlich:„Die weitere Ausbreitung der Baumwollkultur steht und fällt unt der Transportfrage. Die 1904/05 zu erwartende Baumwollernte von 1000 Ballen à 500 Pfund auf den Köpfen von Tragern zu befordern, int mit den allergrößten Schwiengkeiten verbunden, die Last zu 60 Pfund gerechnet sind 8300 Trager für den Transport erforderlich Dazu kommt daß das vorhandene Menschenmater#l schon jetzt kaum zur Bewältigung des Lastenverkehrs hinreicht. Nach den bisherigen Erfahrungen darf von Jahr zu Fahr mit einer erheblichen Steigerung der Baunnollproduktion in Togo gerechnet werden. Nur die beschleunigte Ausfuhrung einer Inlandbahn kann die Zukunft der aussichtsvollen Baumwollkultur sicherstellen und glech##ng dazu beitragen, die große Zahl der jetzt als T#äder drwendeten Eingeborenen für die produkrive Land##cht. Vor allem hält auf dem wirtschaft und insbesondere für den Baumwollbau freizu. schinenvaues die schlecht#—" Man sieht drau#, wie norwendig die Kolonial. „„„II„— bibnen sind. Neus, 10. Juni. Weizen, 1. Qualität, trockene Ware, 17.20, 2. Qual. 16,-0 3. Qual.—.— Mk. Roggen, 1.Qua! 13,00 2. Qual. 12,60 Mk. Haser, 1. Qual. 12,40, 2. Qual Hasper Eis.= u. Stahlw. 212.75 Hibernia 197,25 Horder L A. 142,10 221,50 Kölner Bergwerk 423.— Königsborn 155.— König Wilhelm St.=Act. 023.— 3. 2% deutsche Reichsanleihe. 102, 3.0 deutsche Reichsaul. 90.10 " o preuß. Consol. 101,90 3%„„ 90,10 Deutsche Bank 219.60 Diskonto-Comm. 186.30 Essener Credit=Act. Boch Bikt.=Braueret Ged.. Müser 190,— Guckauf Beauerei 129,— Isenbeck 90,2. Schlegel 147,50 unene Guß 70, 5 Aplerb. Margarethe=Act. 118.30 Arenberg 776,25 Baroper Walzwerk 83.— Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahn-Act. 128.— Bochum. Bergm. I G. 63,30 Bochumer Gußst. 190,50 5 320,— Consoldation 418,25 Dortmund Enschede— Dortmunder Uuton l. C. 83.— Ischweiler Fahrzeugsab Eisenach—.— Friedr=Wilhelms=Hutte 116,8 Gelsenkirchener Gußst. 96.— " Bergwerk 217,8 orgs=Marienb.##ct. 108.2 St. Pr. 128, Hagener Guß— Harpener 190, 0 Privat=Diskoat 2./“ = Das Reichskursbuch und das bayerische Kursbuch. Das Reichskursbuch soll nach den Versicherungen der Reiseonkels ein wahres Wunderwerk sein; wir können dies nicht anerkennen. Wer täglich 10 bis 12 Stunden Eisenbahn fährt, mag solche Lobeshymne aussprechen; wer nur ab und zu reist, für den erscheint das Reichskursbuch fast wie ein Buch mit 7 Siegeln. In diesem Monstrum mit seinen vir#erlei Zeichen kennt man sich kaum aus und man braucht zer Zusammenstellung mancher Reise, die auf mehrere oft fast die Halfte der Reisezen selbst. Daoch, daß das Reichskursbuch- Mark kostet. Das baverische Kursbuch m aber demselben wen über, es in viel handlicher und dünner, was gerade fur die Reise ein sehr großer Vorzug ist; es ist auch weit billiger, da es nur 30 Pfg. kostet. Seine neue Ausgabe enthält auch noch die das die Sehens. Gratisbeigabe„Bayerisches Verkehrsbuch würdigkeiten des Bayernlandes schildert. = Die Gesellschaftsreisen der Hamburg=Amerika,Linie zur Wettausstellung in St. Louis und anschließend nach zahlreichen bedeutenden Städten und Sehenswürdgkeiten der Vereinigten Staaten und Kanadas haben fortgesetzt starken Zuspruch. Von den elf Reisen, deren nächstfällige am 23. und 25. Juni sowie am 21. und 23. Juli von Han. burg ausgehen, ist die fünfte(23. Juni), obwohl besonders went ausgedebnt.#r bereits ausverkauft. Da auch der Andrang regulärer Reisender, die nur während der Ueberfahrt, nicht während des Landaufenthalts die Ham. burg=Amerika=Linie m Anspruch nehmen, andauernd wächst, so empfiehlt es sich, auf zeitige Platzbestellung zu achten. Verantwortlicher Redakteur F. Z. Knappe in Bochum. Verlag und Rotationsdruck der Märkischen Vereinsdruckeret. Jean Pyra's Handeslehranstalt, Bochum, Friedrichstrasse 36, Mitglied des Verbandes deutscher Handelsschullehrer und kaufmännisch gebildeter Bücherrevisoren. Gründliche Ausbildung von Damen und Herren für die kaufmännische PraxisFür Damen Unterrichtssaal separat. Die feinsten Referenzen stehen zu Diensten. Bevor Sie einen Kursus beginnen, — Prospekte gratis. Verbereitungskurse für Bergschüler. Anmeldungen werden zu jeder Zeit entgegengenommen. LeuleulAghelhoun-Jbar J Pic 1 uua hib vgb 1„Anm udbu— unqung Wet vo— Mn u a bugcung n ut i Mhn Wcunn e 1s1 1 W Pu iim uim isen ai u im W n u Wlll ne 75 236 guzzune(— 991 31 Täglich erscheinendes Cräume find nicht Caten: Ohne Arbeit wird uir nichts geroten. Bei der Erbeit recht Beginnen, Beim Segleßen rechter Schluß. Nr. 131. l Gratisbeilage zur Westfälischen Volkszeitung.]s 12. Juni 1901. Der Schaßz von Chorburns. Von Frederick Boyle. Verdeutscht durch E. Deichmann. (Nachdruck verboten.) Vierundzwanzigstes Kapitel. Die Eröffnung des Schatzes. „Haben Sie Fräulein Esking bereits von dieser traurigen Gewißheit unterrichtet, Herr Doktor?" „Noch nicht.“ Ich hoffte noch immer das Beste und zögerte es hin.“ „Aber es ist jetzt keine Menschenmöglichkeit mehr, daß er wieder in den Besitz seiner Verstandeskräfte gelangt?“ „Ich wage zu sagen, daß solch' eine Möglichkeit völlig ausgeschlossen erscheint. Der arme Mann gewinnt seine körperliche Gesundheit zu schnell wieder. In wenigen Wochen wird er wieder ganz kräftig sein — nach meiner Erfahrung ein sicherer Beweis, daß die Verletzung des Gehirns unheilbar ist, aber ich bitte Sie, die Ansicht großerer Autoritäten einzuholen.“ „Das wird natürlich geschehen, aber ich persönlich habe zu Ihnen unbedingtes Vertrauen. Blodsinnig für den ganzen Rest seines Lebens! Er wird sich an nichts erinnern?— werden nicht einmal bruchstückweise Andeutungen früherer Ereignisse in seinem Gedächtnis fortleben?" „An nichts, würde ich sagen,— an absolut nichts!“ „Sobald wir dessen sicher sind, kann er vermutlich transportiert werden?" „Sie könnten ihn morgen schon oder auch heute nach London bringen, um eine Autorität zu konsultieren.“ „Daran dachte ich nicht. Nach alledem, was hier geschehen, ist der Aufenthalt für Fräulein Esking in diesem Hause sehr schmerzlich, und Frau Fanshawe ist beinahe ebenso schwer getroffen, wie ihr Bruder. Ich möchte sie gern alle von hier fortbringen.“ „Ja, es ist eine traurige Geschichte! Das Zeugenverhör bei der Leichenschau war die jammerlichste Szene, die ich je erlebt. Als Arthur Mendel in Ohnmacht fiel, war es für mich eine ebenso große Erleichterung, als für ihn selber. Noch immer keine Spur von Fanshawe oder Simmons?“ „Nicht die geringste Spur. In unserem barbarischen Grenzdistrikt entkommen Mörder nicht so ohne weiteres, wie es hier in England der Fall zu sein scheint.“ „Das ist auch leicht zu verstehen. Aber ich sollte meinen, mit Ausnahme der Polizei, wunscht niemand so recht, daß Hubert Fanshawe ergriffen wird“ „Rein. Ich bezog dies nicht auf ihn. Ein beleidigter Gatte kann seine Rache nehmen, wie er will, und wo er will— ich will damit nicht sagen, daß Fanshawe wirklich in seiner Ehre gerrankt war!" „Niemand, der Mendels Zeugenaussagen gehört hat, könnte das glauben; Kie meinen, duß ein Gatte. das Recht hat, schon auf Grund bloßen Argwohns zu handeln— halbwegs begründeten Algwohns? Dus ist eine gefährliche Anschauungsweise! Dennoch glaube ich, daß sogar ein Richter in seiner personlichen Auffassung, soweit es sich nicht um seine umtlich Urteilsfällung handelte, mit Ihnen darin überetummmen würde.“ Eldred begann von etwas anderem.„Wenn Herr Esking sofort transportiett werden kann, mochte ich vorschlagen, daß wir ihn nuch London bringen, und nachher, wenn Ihre Ansicht, was ich nicht bezweiste, bestätigt werden sollte, nach dem Hause seiner Schwester in Shuttleton. Aber es iu doch wohl keine Gefahr, daß Frau Fanshawe durch seine Pflege in einen ähnlichen Zustand verfallen könnte?" „Nein. Religiöser Wahnsinn ist in dieser Hinsicht einigen körperlichen Krankheiten ähnlich— er kann durch seine eigene Wirkung toten, aber er sichert den Leidenden gegen andere Krankheiten. Wann wurden Sie abreisen?" fragte Dr. Bowring, als er sich erhob. „Morgen, wenn möglich.“ Hilda verlangte ungeduldig darnach, aus einer Umgebung fortzukommen, welche für sie voll von traurigen und bitteren Erinnerungen war. Am folgenden Tage stand Klein Thorburns leer und verlassen. Beinahe ein Monat war seit jener schrecklichen Nacht vergangen. Herr Esking war im Stande, sein Bett zu verlassen und sogar die Treppe herunter zu kommen, aber das Urteil des Arztes lautete: Blod sinnig auf Lebenszeit. In seinem Zustande trat nichts zutage, was entsetzte, peinliche oder auch mitleidige Gefühle hätte wachrufen können. Seine naturlichen und angenommenen Lebensgewohnheiten hafteten unverändert an ihm. Ohn fremde Hilfe zu bedürfen, kleidete er sich an, rasierte sich selbst und suchte das Dokumentenzimmer ebenso methodisch auf wie sonst, saß auf seinem gewohnten Lehnstuhl und nahm die verschiedenen Bücher und Manuskripte, die in seiner Nähe lagen, in die Hand. Aber seine Augen gehorchten nicht mehr dem mechanischen Impuls. Unaufhörlich wanderten ne an den Wanden umher, über die Glaskästen, die zahlreich ausgehäuften Schätze, und sein Mund verlor mie das gewohnte wohlwollende Lächeln Herrn Eskings Haar war in diesen wenigen Tagen soneeweiß geworden, beinahe die einzige Syur seiner Krankheit, die binnen kurzem noch an ihn wahrnehmbar sein wurde, und diese ehrwüroige Farbe gab seinem gütigen Aussehen eine solche Vollendung, daß Eldred sich immer wieder dadurch aufs hochste betrossen fühlte. Immer wieder mußte er sich selber an die Beweise der Schuld dieses Mannes ertunern, welche er in seiner Hand hatte. Die Sammlung verursachte keine geringe Sorge. Wace Ouslow wurde wieder gerufen und verifizierte den Katulog, beiläufig, liquidierte ein Honorar für seine Tienste, bei dem Eldred seine Augen entsetzt aufriß. Aber als die Inventur beendigt war, erhob sich die Frage, was mit den Sachen geschehen sollte. Quslow sund auch hier einen Auswag, indem er den Vorschlag machte, daß er sich im Urkundenzimmer niederlassen und für die ganze Sammlung auf eine believig lange Zeitdauer die Verantwortung übernehmen wollte, ohne dafür ein anderes Aequivalent zu verlangen, als die Berechtigung, dieselbe zu studieren und seine Beschreibungen zu verössentlichen. Diese Vereinbarung wurde denn auch getroffen. Frau Fanshawe beglettete sie nach London;— sie schien des beuen almlichen Rates beinahe ebenso sehr wie ihr Bruder zu bedursen. Er hatte seit der Unglucksnacht nicht ein einziges Mal gesprochen, aber ihre Lippen standen niemals still, obgleich sie selten vernünftige Worte vernehmen ließ— zuweilen Ausbruche visionarer Verzückung, aber häufiger grausige Drohungen unt einem rachsuchtigen Gol, welcher alles vergelten würde. Dr. Bowrings Ansicht wurde von den höchsten Autoritaten bestatigt. Sowent menschliche Wissenschaft urteiten konnte, wurde Herr Esking seinen Verstand nie wieder erhalten, aber Kraft und Gesundheit kehrten thm jeden Tag mehr zurück. Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde er noch vielr Jahre leben. Hilda kehrte nach Klein=Tyorburns mit der Absicht zurück, alles für eine endgiltige Verlegung ihres Wohnsitzes von dort vorzuberetten. Ware Onslow ließ sich bereit finden, so lunge dort gu bleiben, bis Herrn Eskings Sachwalter und Testamentsvollstrecker entscheiden konnten, was geschehen sollte. An demselben Abend saß Eldred in seinem Eßzimmer, in tiese Gedanken versunken, als ein Klopfen an die Feusterscheiben ihn aufschreckte;— er nahm ein brennendes Licht und ging heran— ein bärtiges Gesicht mit brennenden Augen drückte sich gegen das Glas. Nicht sehr überrascht, winkte er ihm mit der Hand zu und ging hinaus. Eine schwarze Gestalt kam ihm entgegen, und schweigend gingen sie die Allee hinunter, bis sie außer Hörweite der Dienstboten waren. „Wo haben Sie sich versteckt gehalten?" „Ueberall— in Irland, in London.— Ich weiß es selber nicht! Ich wollte mich schon dem Gericht stellen, und dann dachte ich, daß ich, ehe ich es tate, Nr. 131 Der Erzähler. 1904. Nr. 131. Der Erzähler. 190•. erst noch zu Ihnen kommen wollte. Wie geht es mei ner Mutter?“ „Sie ist krank, aber in keiner Gefahr. Was soll ich mit Ihnen tun?“ „Was Sie wollen!" „Sie wissen, daß ein Hastbesehl wegen Mordes gegen Sie erlassen ist?" „Ich sah die Zeitungen— ich las Mendels Zeugenaussage! Wenn ich ihm begegne, Tyorburn.“„Sprechen Sie nicht weiter! Ich hörte ihn selber sein Zeugnis ablegen. Wissen Sie etwa, daß er meineidig gewesen ware?" „Nein. So weit sprach er die Wahrheit.“ Schweigend standen Sie eine Zeit lang im Dunkel nebeneinander. Schließlich führte Eldred ihn nach dem Uhrturm. „Fürchten Sie sich, hier bis spät in die Nacht allein zu bleiben und auf meine Rückkehr zu warten?" fragte er vor der Tür. „Nein.“ „Dann werde ich, falls Hilda ihre Zustimmung gibt, für Sie tun, was ich irgend kann" Er ließ Hubert dort und ging nach Klein=Thorburns hinuber. Sie beaussichtigte eben die letzten Vorbereitungen zum Packen und kam sofort auf ihn zu. Ein Blick sagte ihr alles „Er ist gekommen?“ „Ja, was soll ich tun?“ „Haben Sie das noch in Erwägung gezogen, Herr Thorburn?“ „Ich habe mit der Wahrscheinlichkeit gerechnet. Wenn er schuldig ware, sollte ich ihn dann ungesaumt der Polizei überliefern?" „Ja“, antwortete sie errötend.„Ist er schuldig?“ „Er sagt, Mendel hatte die Wahrheit gesprochen, verlangt aber trotzdem danach, nochmals einen Schlag gegen ihn zu führen, und er ist jetzt im Uhrturm, ohne Licht. im Tunkeln, empfindet aber keine Furcht." „Nun, was werden Sie dann tun?" „Ich überlasse Ihnen die Entscheidung" Ich habe daruber keinen Rat zu geben. Handeln Sie, wie Ihr Instinkt Sie leitet, Herr Thorburn, und seien Sie überzeugt, daß Sie dann mit mir eines Sinnes sein werden" „Dann werden wir, das hoffe ich sicher, hier über nie wieder mit einander zu sprechen brauchen! Gute Nacht!“. Er reichte ihr die Hand und entfernte sich Der Fluchtling erschien auf seinen leisen Ruf. „Geben Sie mir Ihre Hand!“. Und Eldied süblte ihm den Puls „Wohl!— Nun habe ich eine Bedingung zu stel len Versprechen Sie mir, daß Sie Ihre Nache setzt ruhen lassen wollen! Wenn Sie Mendel zufallig begegnen, so geben Sie ihm aus dem Wege. Wollen Sie das als eine seierliche Vereinbarung betrachten?“ „Ich verspreche es— aber der Himmel schütze uns beide, salls wir einander begegnen! Ich bin nicht wahnsinnig, Thorburn, aber, wenn er vor mir stände, wurden Teufel sich in meine Seele krallen und mich blenden und meine Hand fuhren! O, meine arme Nach=! Mein sußes Weld! Sie war ein törichtes Kind. und er führte sie in Versuchung! Sie starb. und er entkam!" (Fertsetzung folgt.) Daidah. 21. Kapitel. Der renezlanische Karneval, der noch immer be rühmt ist, datte begonnen. Einladungen folgten auf Einladungen, und die vornehme Welt Venedigs traf sich allabendlich bald bei Resten in Privathäusern, bald im Theater Zenice, welches ausnahmsweise in die sem Winter ein sehr gutes Repertoire und namhafte Künstler aufzuweisen batte. Naidah war der Mittel punkt dieser gesellschaftlichen Freuden und gab Ton und Mode an. Wundbam dagegen erschien nur, wenn es seiner Frau wegen absolut nonig war. Durchtanzte Nachte vertrugen sich schlecht mit seiner Arbeit und seinem Studium, und da er nicht ins Nichtsiun verfallen wollte, so blieb er, wenn es irgend anging. abends daheim. Er hatte Naidah anfangs gebeten ihren Bekanntenkreis auf wenige und nur auf solche Freunde zu beschränken, die ihnen beiden am meisten sympathisch wären. Raidab war anderer Meinung, und der edleberzige Bundham ließ sie gewähren, zog sich aber selbst so viel als möglich zurück. Er han delte wie ein Mann, der Ziele im Leben verfolgt, und seine Handlungen denselben unterorduet. Naidab da gegen war ein Spielball ihrer Wünsche und Launen, zerworsen mit sich selbst. Wie gerne hätte ihr Wund dam sein leitende Hand geboten, um sie innerlich glücklich und zufrieden zu machen. Aber sie wollte nicht von ihm gelettet sein, auch keinen Rat von ihm an nehmen. Auch er mußte jetzt empfinden, daß der schmache Mensch die Wendung seines Schicksals nicht selbst herbeiführen kann, sondern auf die mächtige Hand Gottes angewiesen ist. So verstrichen Wochen und Monate, ohne daß das Verhaltnis zwischen Naidah und Wyndham sich geklärt hätte. Als aber der Winter vorüber war und die Fruhjahrssonne sich wieder in der Lagune spie gelte, trat ein Ereignis ein, das von wohltätigem Einflusse auf das Zusammenleben Naidahs un Wundhams hätte sein können. Naidah wurde Mut ter. Das kleine Wesen, es war ein Töchterchen und wurde Stella genannt, erwarmte wohl ihr Herz und sie hatte es lieb, doch ries es in ihr nicht jene volle wahre Mutterliebe hervor, die alles opfert. Die Pflege des Kindes wurde fremden Händen anver traut, denn Taute Pia wollte, daß ihre Nichte sich ja um nichts bekümmere, alle Sorgen und Mühe um das Kind wollte sie„die Tante, auf sich nehmen, uns auch die Amme überwachen, und Naidah war im Grunde sroh darüber, beklagte sie doch schon im Stillen die Wochen, die sie ihrer Gesundheit wegen in größter Zurückgczogenheit hatte verleven munen.es wurde ihr zwar die große Geungtnung, daß Wundham während dieser Zeit laum von ihrer Seite wich, es an keiner Aufmerksamkeit, an keiner Sorge für sie sehlen ließ. Ein Wort von ihr, und er hätte ihr sein treu liebendes Herz wieder zu Füßen gelegt, so hocherfreut wak er über die Geburt seines Kindes. Doch dieses Wort kam auch jetzt nicht über ihre Lippen. Eines Tages, bald nachdem sie zum ersten Male wieder das Bett verlassen hatte, saß Naidah auf dem Balkon, welchen Wyndham in eine Rosenlaube hatte umwandeln lassen, unter jenen Blumen, welche sie am meisten liebte. Hier hatte sie die herrlichste Aussicht auf die Lagune und die gegenüberliegenden Pa läste. Naidah war etwas verändert, doch gab der matte Zug des Leidens ihrer jugendlichen Erschei nung einen erhöhten Reiz. Sie hatte in den letzten Wochen körperlicher Leiden und stiller Zurückgezogenheit sich viel mit sich selbst beschäftigt, hatte ge kämpft, aber noch keinen Sieg errungen. Oft reichi ein ganzes Leben nicht aus, um den Sieg über un nluckliche Charakteranlagen und Erziehungsfehler da vonzutragen, ja, wie oft sinkt der Mensch ens Grab nicht besser, sondern schlechter, als er in der Jugend gewesen! Ein Diener brachte Naidah einen Brief von Ladn Ely. Die ihr so wohlwollende alte Freundin schrieb: „Wenn Sie, liebe Naidah, all die Beschwerden und Mühen, welche Ihnen Ihr Babv bereitet hat, gluck lich überstanden haben, so kommen Sie und erbolen sich bei mir. Wir sind schon in voller Saison und man sagt, sie soll dieses Jahr glänzender als bisder werden. Auch verschiedene Hochzeiten werden in der nächsten Zeit in den Kreisen meiner Bekannten nattfinden. Ich will meine Cinladungen, wenn es irgendwie geht hinausschieben, bis Sie kommen, doch kommen mussen Sie, und zwar recht bald.“ Raidab reichte diesen Brief Wundham der vor ihr stand, sein Tochterchen betrachtend welches die Amme socben auf den Balkon gebracht ha: Es war ein zartes, liebliches Kind, die kleine Stella. „Ware es nicht der lieben Kleinen wegen besser.“ meinte Wondham, nachdem er den Brief gelesen hatte „wi: reinen ern im Juli und dann an einen kühlen Ort in der Schweiz, nau so bald schon nach London zu geben. Gerade jetzt. im Frühling, int Venedig so schon und unser Heim so traut, seitdem die kleine Stella es belebt. Auch wüßte ich nickt, wem wir die Sorge um sie anvertrauen könnten.“ „Sage das nicht.“ bemerkte Naidah halblaut.„Tu beleidign sons die Tante Pia, die sich gewiß schon da rauf freut die Sorge um das Kind wabrend unserer Abwesenheit zu übernehmen. Nein, ich möchte unter allen Umständen die freundliche Einladung von Lady Elv annehmen, denn ich fühle, daß mir gerade jetzt eine Abwechslung not iut. Wenn wir dann Ende ult wieder zurückkommen in es noch Zeit genug, an einen Sommeraufenthalt in der Schweiz zu denken.“ Es schmerzte Wundham, daß Naidah ihr Glück immer nur in Vergnügungen suchte und jetzt sogar ihr eigenes Heim zu verlassen wünschte. Er hatte sich der Hoffnung bingegeben, daß ihr rastloses Treiben und Wünschen endlich an der Wiege ihres Kindes ein Ende nehmen werde und fuhlte sich nun abermals enttäuscht. in den nachten Tagen traf Naidah Vorkebrungen für idre Reise, sie nahm es als noturlich an, daß Wyndham sich ihrem Wunsche einfach jugen würde. Wenn er Bedenken des Kindes wegen äuverte, dann erwiderte sie, Tante Pia werde schon Sorge für dasselbe tragen, zudem wurde ihre Abwesenheit ja nicht lange dauern. Mit schwerem Herzen gab Wyndham endlich nach, und wenige Tage später verließen sie die stille Lagune, den Balkon mut den schönen Rosen und die liebliche kleine Stella. 22. Kapitel. In Verona, dieser romantischen, von der schäumenden Etsch durchflossenen Stadt, die umrahmt ist von einem Gürtel schneegekrönter Berge, unterbrachen sie die Reise. Die schneebedeckten Alpen entbieten hier dem Reisenden den letzten Gruß aus dem Norden, denn nun eröffnet sich die weite lombardische Ebene. Die alten Festungsmauern rufen die Zeiten des großen Gothenkönigs Teodorich ins Gedächtnis nis, von dem die Geschichte sagt, daß er hier als Dietrich von Bern gehaust habe. Alsbald nach ihrer Ankunft, bevor die Sonne unterging, unternahmen Wundham und Naidah einen Spaziergang nach der Arena. „Dies ist eines der am besten erhaltenen Amphietheater, welche uns aus der Römerzeit erhalten geblieben sind," erklärte Wyndham, als sie die Steintreppen der Arena hinausstiegen;„das Kolosseum in om ist viel mehr Ruine.“ Hier bot sich ihnen eine herrliche Aussicht auf die schneebe deckten Alpen und die weite Ebene; bide standen lange sinnend nebeneinander und konnten sich von dem überwältigenden Bilde nicht treunen. (Fortsetzung folgt.) Allerlei. Der„sapanischen Moltke“ nennt Poultnan Bigelow ein Mitarbeiter von Harpers Weekly, den General Fukuschima, von dem man selten etwas gehört, der immer im Hintergrunde steht, aber„mit eisernen Netzen Rußlands Heere umspinnt“. Bigelow lernte den japanischen Heerführer in Deutschland kennen, wo dieser als Militaratrachee beim Hofe Kaiser Wilhelms weilte und in dieser Eigenschaft auch eingeladen war an den großen Herbümanövern teilzunehmen. Der„kleine Moltke“ war damals noch Hauptmann und der unscheinbarste Soldat, den man wohl je in Deutschland gesehen hat Nun schwer fand man für ihn ein passendes Pferdiben. Doch die merkwürdig zierliche Gestalt war stets auf dem Ponen, mochte es auch 4 Uhr momen## sein, bei jeder Kavallerieattacke, bei jedem Artilleriemanöver, beim Schlagen einer Brücke oder dem Aufsteigen eines Ballons, stets war er dabei. Fulischima sprach nie ein Wort; aber aus dem klugen Aufleuchten seiner Augen, aus dem fast unbewußren Gleiten der kleinen Finger über die Karte, mochte man auf ein tieses Versehen schließen, obwoyl er selbst jedem versicherte, daß er gar nichts wußte. Der russische Militaraltachee sprach von ihm als einem stumpfsinnigen Trotel, der gutmütige englische Gesandte sah in ihm einen Idioten, und manche Freunde fragten Bigelow ernuhaft, warum er soviel Zeit in solcher Gesellschaft verbrachte. Einige Jahre vor dem japanisch= chinesischen Kriege von 1894 zeigte ihm Futuschima Photographien, die er in den Grenzländern Rußlands ausgenommen hatte. Er wußte ganz genau Bescheid über Rußland und seine Streitkräfte. Obgleich er sieben Sprachen beherrschte, tat er in Berlin doch so. als ob er nur einige Brocken Deutsch verstande. So wurde z. B. folgende Unterhaltung zwischen einem deutschen General und dem Japaner wiedererzählt. Der General begann:„Guten Morgen Herr Hauptmann!" Fukuschima verdeugte sich böslich und lächelte, während er hörbar aimere. Daram der General:„Sagen Sie, mein lieber Fukuschima. wie lange Zeit wr####n Sie wohl in Japan brauchen, um ein Armeerorps zu mobilisieren und damit in Korea zu landen?" Nun autvortete Fukuschima notgedrungen:„Danke, Herr General, meine Gesundheit int sehr gut.“ Nun wurde der General dringlicher:„Freut mich, dar zu hören; aber ich wollre etwas über Ihre Mobilisierungsverhältnisse wissen!" Fukuschima:„Sie haben ganz recht, Herr General * en imn aber vielleicht regnet es morgen!"(Dieses Gespräch schmeckt stark nach amerikanischer Erfindung.) Eines Taaes verschwand der kleine Hauptmann Inkuschima aus Berlin und kam nach vielen Monaten irgendwo in der Mandschurei oder Mongolei zum Vorschein. Auf einenk kleinen Kosakenvonn war er durch die weite sibirische Ebene geritten. In seine Notizbücher schrieb er Zah. len, die nur er verstand. Er zählte die Telegraphen stangen, er zeichnete die Brücken, die Brunnen, kurz alles, was für nach ihm kommende japanische Besucher von Interesse sein konnte. Zu seinem Glüe hielt man in Rußland von seiner Klugheit wohl sehr wenig sonst wären ihm während des langen Rittes mancherlei Unannehmlichkeiten passiert. Zum Schluß er zählt Ponltnen Bigelow, wie er Fukuschima nach dem Kriege mit China in seinem eigenen Hause wiedersah. Es war derselbe einfältige, heiter lächelnde und sum pathische Inluschima, aber er war General geworden und der anerkannte Held des chinesisch=sapantschen Krieges. In Tokio lebte er in einer Art Bambus= bugalom mit Lacksachen, Matten, Fächern und ziersichem Teegeschirr. * Beim„König der Bilderhändler“. „Bei Christie“ ist eine Kommode im Louis XVI.= Stil für 63000 Mark verkauft worden,„bei Christie“ hat ein Bild von Holbein mehrere hunderttausend Mark erzielt usw.— immer von neuem kehrt dieser Name in den Nachrichten vom Kunstmarkt wieder Es ist ein sehr interessantes Stück Kulturgeschichte. die Schicksale des Instituts, das diesen Namen trägt zu verfolgen; im„Strand Magazine“ trägt E. S Valentine einiges Material darüber zusammen. Wie England das eigentliche Land des Kunsthandels schon fruh gewesen ist, so besitzt es auch in der Londoner Firma„Christie, Mason und Woods, kings Street. St. James=Saare“ den berühmten ehrwürdigen Ahnherrn unierer modernen Kunsthandlungen 1766 begründete James Christie das Geschäft, zu einer Zeit, als Horace Walpole eine erste große Samm lung von Kunstgegenständen zusammenbrachte. Die Preise waren zunächst sehr niedrig; ein Holbein brachte erwa 100 Mark. ein Tizian nur 40 und ein Gutdo Rink 20 Mark. Die englischen Karrikatur zeichner haben sich bald dieses dankbaren Stoifes be machtigt und in grotesken Uebertreibungen die auf merksamen Ausstellungsbesucher, die stürmischen Auktionen geichildert. Bald stiegen auch die Preise. Ren nolds verühates, jetzt in der Nationalgalerie besind. liches Gemälde.„Die Schlange im Grase", erzielte 1828 einen Preis von 24000 Mark. Besonders erstaunt war man, als für zwei Landschaffen des Claude Lorrain 140000 Mark gezahlt wurden. Fruher hatte man für ein Gemälde hochstens 500 Mark angewandt, wenn es nicht gerade ein Tizian oder Holbein war, für den man 5000 oder 1#110 Mark ausgab. Als dann nach der französischen Revolution die französischen Adligen sich von ihren Kunstschatzen trennen mußen, wurden gerade bei Christie Tausende von Meisterwerken gekauft. Der alte Christie war ein Original und besnder äußerst redegewandt. Sein Porträt von Ligbion har die Unterschrift„Der blendende Redner". Da steht der Herr im seinen Spitzenjabot, die Brille auf di Stirn hinaufgeschoben, über die Brüstung seiner be rühmten, von Chippendale versertinen Austion#tribüne vorgebeugt, und ruft mit Aplomb die Worte: „Wollen Ihro Gnaden geruben, für dieses Stuck eine Million Mark zu bieten. Das int doch eine Ba gatelle für einen solchen Edelstein! Ein verhon gedriger Preis.“ Einmal verkaufte Christie eine Land schaft von Richard Wilson und begar::„Meine Her ren! Was soll ich für ein solches Wunderwerk. für dies herrliche, köstliche Abpild der Natur fordern? Es ist von unserm berühmten Wlson gemalt, und er wird niemals wieder etwas so Schönes machen können.“„Sie Lügner!“ unterbrach ihn da eine Sttmue an der Tür.„Ich kann hundertmal besser malen und Sie wissen das ganz gut!“ Die Kaufer wandten sich erstaunt um und erblickten die leichenblasse, auf geschwemmte Trinkerphn oanomie des Malers. Solch einem oder ähnlichen Zwischenfallen begegnete der alte Christie mit kaltblütiger Gelassenheit, und wenn der Lärm der sich Ueberbietenden, das laute Schreien der Streitenden die Schlage seines Hammers uberdröhnten, so stand er in all dem Tosen mit dem gleichen überlegenen Lächeln. Und wie er eine große Rednergabe besaß, so hatte er auch schriftstellerische Begabung. Er hat zuern in seinen Latalogen statt anpreisender eintöniger Worte seinsinnige Analvsen von Bildern gegeben. Sein Sohn hatte bereits studiert und versante kunsthinorische Schriften. Der vierte des Geschlechts hat sich dann 1889 von dem Geschäst zurückgezogen, und nun int dem Weithause nur noch der Natne seiner früheren Besitzer gerlieben. An einem Versteigerungstage versammelte sich ein erlesenes Publikum von Sammlern. Händlern uns Kennern in den großen Sälen, von deren Wänden prachtvolle Bilder herabblicken. Elegamte Toiletten rauschen daher, und eifrig wird konversiert. Um 1 Uhr geht ein Ausatmen der Erwartung durch die Versammlung; auf der Tribüne erscheint ein glatt rasictter beweglicher Mann, Mr. Agnew, der Sohn des berühmten Bilderhändler. Lautlose Stille: „Nr. 1. Ein Oelgemälde der Lady Selina Parker von Cainsborough!"„Nun, meine Herren, wieviel für dies Bild? Zwanzigtausend Mark!— dreißig tausend Mark!— vierzigtausend Mark!— fünfzigtausend Mark!— sechzigtausend!" Es tritt eine Pause ein, und der Mann auf der Tribüne hebt seinen bi storischen Eisenhammer, der schon für viele Millionen Kunstwerke zugeschlagen hat, und das Bild ist für sechzigtausend Mark verkauft, bevor noch ein anderer Händler zehntausend Mark mehr bieten kann. Es ist das weiter kein großer Preis bei der jetzigen Cains boroughmode, sind doch für ein allerdings hervor ragendes Bild dieses englischen Malers, das Porträt der Herzogin von Devonshire, 220000 Mark, und 1895 für das Bildnis der Lady Mulgrave, für das zehn Jahre vorher ein Preis von 21000 Mark erzielt worden war. 200 100 Mark gezahlt worden. Nicht nur Bilder, sondern auch alle Gegenstände des weiten Kunstreiches werden bei Christie versteigert: Egyp tische Mumien und seines Sevresporzellan, schone Schnupftabaksdosen und kostbare alte Mobel, Edel steine und Teppiche. Manchmal entsteht um ein besonders begehrtes Stück ein erbitterter Kampf. So hatte sich jüngst ein Sammler vorgenommen, ein kostbar mit Edelsteinen und Gold verziertes Käsichen zu erwerben, und sollte er selbst für die reizende Nichtigkeit 15000 Mark zahlen. Zufällig hatte ein ande rer, noch reicherer Liebhaber den gleichen Entschluß gefaßt. Als nun das kleine Kunstwerkchen versteigert wurde, standen sich bei dem Preise von 14 100 Mark die beiden Sammler allein gegenuber. 16 100 Mark!“ rief der Auftionator.„20000 Mark!“ schrie der hartnäckige, dabei sehr leicht erregte erste Sammler. 10000 Mark!“ antwortete der weniger sturmische, doch ebenso begeisterte zweite Sammler mit vernich tender Festigkett. Schritt für Schritt von 2000 Mark zu 2000 Mark trieben sich nun die beiden haßersullten Gegner immer höher hinaus, bis schließlich der zweite nur 48000 Mark das Käsichen erstand. Der erste slatzte vor Wut, er ging mit geballten Jäusten auf den anderen zu und sorndelte ihm leidenschaftlich ins Gesicht:„Nun aut! Sie haben es jetzt. Sie habens Aber es wird doch noch mein! Sie sehen ja aus wie ein— Todeskandidat!“ Die Nasc als Künderin des Charakiers. Wie man aus der Hand, aus der Schadelbildung, aus dem Kinn weitgehende Aufschlusse über den inneren Menschen zu gewinnen meint, so in auch die Bedeutung der Nase für die Phosiognomit sters erkannt worden. In einem frangosischen Blatt#indet m eine amüsante Zusammenstellung solcher Merkund Kennzeichen, die glücklicherweise niemand für zutreisend zu halten braucht. Danach kundet eine kühn gebogene Adlernase Krast und Mut an. Eine platte, krause Nase zeugt von Ironie und Lustigkeit. Eine kleine, schmale, mißgestaltete drückt Furcht und Feigheit aus Enge, glänzende, zarte Nasenlöcher sind Anzeichen von Sinnlichkeit, und weite Nasenlöcher erzählen von angestrengtem Arbeiten seit früher Kindheit. Wer einen Hocker auf der Nase hat, ist von sanquinischem oder schwächlichem Charakter; jedenfalls ist er sehr leicht aufgeregt. Sehr krumme Nasen schließlich sollen fast alle auf ein erzentrisches ein wenig närrisches Wesen schließen lassen. vom Büchertisch. Die Juni Nummer des„Sanerländ. Gebirgsboten“, die demnächn zur Verteilung kommt, enthalt das Protokoll der Generalversammlung vom 14. Mai d. J., den Schluß des Artikels uber Kartenlesen einen Ausflug der Hagener Wanderkommission nach der Wilden Wiese, eine durch Illustrationen geschmückte Beschreibung einer Schlittentour nach dem Kahlen Auen, eine Sprichwörtersammlung aus der westialischen Mark, eine Novelle„Gesehlt und doch getrossen" usw. Anläßlich der Enthullung des Gutsmutbedenkmals wird der Artikel uber das Leben dieses großen Wanderfreundes von Interesse sein. * Peisende nach der Schweiz dürfte die Mitteilung intereineren, daß wahrend der diesjahrigen Fremden. Saison in der Schweiz, d. h.in den Monaten Juli, August, September ab Luzern bezw. Bern über das Netz der„Schweizerischen Bundesbahnen" Sonderfahrten nach der Ost. bezw. Westschweiz stattfinden, sowie ab Luzern weitere Spezial Rundfahrten uber die„Gotthardbahn“ in das Gebiet der drei oderitalienischen Seen mit beliebiger Fortsetzung bis Mailand(„italienische Mittelmeerbahn"). Zweck dieser Reisen ist, den in der Schweiz weilenden Fremden eine billige und beageme Gelegenheit zur Besichtigung dieser etwas weit liegenden Punkte zu geben. Auch fur ebensolche Ausfluge nach Venedig mittels der adriatischen Bahn ist Vorkehrung getrossen. Die Dauer dieser Reisen nach Oberttalten, die durchwen den Charakter eines kürzeren oder längeren Ausfinges von der Schweiz aus haben, erstreckt sich auf 3, 1, 6 bis 8 Tage und darüber, je nach Auswahl. Die ausfuhrlichen Programme können gegen Einsendung von 20 Pfa.(in Marken aller Länders von der Zentral Auskunftstelle für den internationalen Verkehr in Basel(Schweiz) bezogen werden. Standesamts-Nachrichten. Staudesamtonacrichten def Amtco Wattenscheid vom 20. bis 26. Mai 1901. Gevurten: Sohn: Bergmann Jovann Hase, Eppendorf. Bergmann Peter van Oesselt, Gunnigfeld. Bergmann Emil Weidauer, Westenfeld. Metzgermeister Heinrich Reinte, Hontrov. Steiger# helm Siepmann, Eppendorf. Beramann Heinrich Schmidt, Günnigfeld. Bergmann Gustav Liedke, Westenfeld. Tochter: Bergmann Friedrich Steindreischer, Höutrop. Schneider Martin Göle, Höntrop. Bergmann Tyeodor Asbach, Eppendorf. Bergmann Oeinrich Schumacher, Gunnigseld. Bergmann Karl Kleineicken, Höntrop. Bergmann Heinrich Baring, Gunnigfeld. Bergmann Wilhelm Weiler, Sevinghausen Aufgevote: Bergmann Josef Sniegockt und Marie Stachowokt, beide potrov. Bergmann Heinrich Engler und Mathilde Lampe, beide Hontros. Beramann Adam Demintrowitz, Gunnigseld und Ida Steisen, Wattenscheid. Steige rPeier Schafer, Leithe und Elisabety Keller. Wattenscheid. Mauter polier Leopold Getling, Gunnigseld und Theresie Oderwald, Großenlöder. Sterbefälle: Bergmann August Hengst, Hame, 35 Jahre. Therese Müller, Höntrov, 8 Monate. Franz August Beusing. Gunnigfeld, 7 Jahre Josef Merz. 10 Monate, Hontrov. Johann Eduart Ißzleib, 10 Monate, Sevinghausen. Beter Paul Jesu sek. 7 Jahre, Hontrop. Elisabeth Babette Weiler. 2 Tage, Sevinghausen. * Standesamtsnachrichten des Amtes Weitmar vom 21. bis 30. Mai 1904. Geburten: Sohn: Fabrikarbeiter Gustav Adol, Rehbein, Cramerstraße 11. Bergmann Friedrich Karl paarmann, Breukervolz 11. Landwirt August Backwinkel, Schulstraße 38. Bergmann Karl Spaetling, Hattingerstraße 200. Bergmann August Schamall, Knappenstraße 7. Bergmann Jakob Schmidt. Bahnstraße 13. Bergmann Ferdinand Perling, Hammerstraße 17. Berginvalide Georg Brenker, Neuling= straße 35. Schneidermeister Wilhelm Jakob Jakudoreski, Ernststraße 2. Tochter: Bergmann Gustav Johana Moller, Wiemelhauserstraße 8. Fabrikarbetter Johann Koschmieder. Schüpenstraße 14. Fabrikarbetter Jakob Both Kohlenstraße 25. Bergmann Franz Nalenz, Bärendorferstraße 29. Beramann Franz Schröder. Kohlenstraße 153. Fabrikarbeiter Josef Hoppe, Hattingerstraße 86. Bergmann Rudolf Muller, Bruckstraße 23 Beramann Gustav Jordan, Neustraße 10. Bergmann Albert Sauer, Markstraße 43. Fabrikarbeiter Felix Pawlak, Kohlenstraße 153. Buchbinder Josef Thöne. Hattingerstraße 207. Fabrikarbeiter Karl Hoffmann, Kohlenstraße 201. Ebeschließungen: Bergmann Heinrich Wil. helm Husemann und Witwe Elisabeth Klara Wengeler, geborene Wallbaum, beide Neulingstraße 56. Bergmann Johann Fanelsa, Hammerstraße 22 und Henriette Berg. Kohlenstraße 173. Bergmann Josef Biermann, Kohlenstraße 205 und Aurelie Rathinka Strunck, Bochum. Sterbefälle: Bergmann Erich Anderson. 55 Jahre, Roonstraße 83. Anna Maria Oberreuter.#8 Jahre, Schulstraße 51. Wildelm Island, 9 Tage Kohlenstraße 165. Schneider Friedrich Quenkert, 26 Jahre, Prinzregentstraße 23. Invalide Joses Schilling. 65 Jahre, Luisenstraße 9.