mü vermahlen wird. In größeren Dosen wirkt das Mutterkorn narkotisch, und daher kommt es, daß der fortgesetzte Genuß von Brot, welches von dem Pilz Perunreinigt in, gesundbeut#schädliche Folgen hat. und in seuchten, sumpfigen Gegenden, wr da. Muttertorn am aufigsten austritt, oder auch in nassen, an Mißwachs reichen Jahren, zeigen sich zuweilen die Folgen der Veraiftung mit Mutterkorn in einer eigentum lichen sehr oft totlich verlausenden Krankheit, dem Gra#emns oder der Kriebelkrankheit. Anderseits be mirk ader auch das Mutterkorn im menschlichen Kür per anhaltende Kontraktionen der Blutgesäße und Murtelfasern, besonders auch der Gebärmutter, und es wird deshalb als Arzneimittel zur Erleichterung bei wedurtsweden angewendet, woher auch die Be zeichnung Mutterkorn stammt. Wenn nun auch die hier geschilderte Entwickelung Pilzes schon seit Jahrzehnten bekannt ist, so zeigt re sich doch, daß noch manche Einzelbeiten der genaue ren Aufklärung bedursen. Außer dem eigentlichen Munerkorn, das die Botaniker Claviceps purpurca nennen, sind noch funf andere Arten dieser Gattung bekannt, welche auf verschiedenen Grafern vorkommen und zum Teil einen abnlichen Entwickelungsgang be sitzen, wie das Roggen Mutterkorn Besonders her vorzubeben sind in dieser Beziehung die Loscharäser lbotanisch Lolium genannt), die zu den gewohnlich sten auf Wiesen und Feldrainen vorkommenden Gra sern gehoren; und es ist die Ansicht verbreitet, daß die Roggenfelder hauptsächlich von diesen Lolcy Gra sern aus infiziert wurden. Wenn dies letztere wirklich der Fall ist, dann mußte der auf Lolium vorkom mende Pilz von dem Roggen Mutterkorn nicht per schieden sein, und es war deohalb sehr erwunscht. über diese Verdaltnisse genauere Untersuchungen anzustel len. Dies ist nun neuerdings geschehen, und es hat sich dabei gezeigt, daß die Fahigkeit, durch den Roggen Mutterkornpilz infiziert zu werden, bei den verschie. denen Grasern sehr ungleich in. Wahrend manche sich gegen eine Jnfektion nadezu oder vollig immun erweisen, gibi es andere, die sehr leicht insiziert werden können. In keinem Falie aber ist es gelungen, den auf Loltum vorkommenden Pilz auf den Roggen zu übertragen, oder umgekehrt den Mutterkornpilz des Roggens auf Loliumgrasern weiter zu entwickeln, so daß also die Frage der Zusammengehörigkeit der bei den Pilze im neganiven einne mu annadernde: Si cherheit entschieden ist, d. h., daß der Claviccps Pilz der Loscharäfer eine andere Art ist, als der des Roggens, unt do die Ansicht, der Mutterkornpilz könne von den Lolchgrafern auf den Roggen übergehen, ale undattbar verworfen werden muß. Die Mas regeln, die Iniettion der Roggenfelder durch Mutterlorn nach Möglichken zu verhindern, müssen sich also darauf beschranken, daß man kein Saatgut verwendet, welches durch Mutterkorn vernnreinigt ist, und daß mar ferner die Muttertorner vor der Ernte einsam meln laßt, um zu verhindern, daß sic auf den Boden fallen und neue(venerationen erzeugen. D r. Max Gurkc. Der Rubel in China Wie auch der russisch=zapanische Krieg, der doch sich hauptsächlich um die Vorherrschaft im himmlischen Reiche dreht, auch enden moge, dies eine kann man trotz gegenteiliger Behauptungen als ziemlich festsebend annehmen, daß nämlich China dem ausländischen Handel nicht verschlossen, sondern mehr erschlossen werden dürfte als jetzt. Wahrend dieser Handel aber bisher sich zwischen den großen Importhausern vollzieht, die ihre Verbindlichkeiten durch Wechsel begleichen, wird das spater, wenigstens soweit die Mandschurei in Frage kommt, anders werden, denn dort dursten die Handelsbeziehungen sich in mehr direkter Form zwischen den Eingevorenen und den ausländischen Kaufleuten enwickeln, sodaß mit der bisherigen Zahlungsweise gebrochen werden muß, da die Käufer einer solchen nicht zu enngrechen imnande waren. Der Chi nese kennt namlich mit Ausnahme wenig wertvoller, durchlöcherter, viereckiger Kupfermunzen, die die Eng lander cash, die Russen aber tschok nennen, überhaupt kein baares Geld. Hat er größere Verbindlich keiten zu begleichen, so gibt er entweder auf das Gewicht hin gestempelte Silberbarren in Zahlung, oder benutzt, jedoch dieses letztere nur in den Küstenstädten und ebenfalls nach Giewicht berechnet, mexikanische oder amerikanische Silberdollar. Diese Art des Geldverkehrs macht direkte Beziehungen mit der Bevölkerung natürlich ungemein schwierig, besonders wenn die Ausländer dic Zahlenden sind, wie sich dies gelegentlich des Einmarsches der fremden Truppen unter Graf Baldersec im Jahre 1900 gezeigt hat. Hat ten dieselben ihre heimatlichen Silbermünzen ange boten, so würden die Chinesen solche nur zu ihrem Metallwerte angenommen, aber zu dem Nominalwert an ihrer Ursprungsquelle wieder ausgegeben haben, ein Verlust, den kein Staat riskieren könnte. Aehnliche Nachteile hätte es aber auch mit sich gebracht, Silberbarren zu kausen, ganz abgesehen von der gropen Umstandlichkeit„die dieses Mitschleppen großer Metallmassen, deren Wert einer fortwährenden Kursschwankung unterliegt, mit sich bringen mußte. Die Russen, die ja nun schon seit Jahren beständig in der Mandschurci sind, kamen deshalb auf die Idee den Papierrubel in Umlauf zu setzen, der auch deshalb genommen wurde, weil die zahlreichen Filialen der rufsisch chinesischen Bank und sonstige zu diesem Zwecke errichtete Stellen den Umtausch derselben gegen das entsprechende Gewicht in Silbermetall jederzeit konten los vornehmen, ein Recht, von dem übrigens nach kurzer Zeit kaum noch Gebrauch gemacht wurde. Der Papierrubel ist also jetzt das umlauffähigste Geld in der Mandschurei und die Angehörigen der anderen Exportstaaten werden in ihren Handelsbeziehungen damit zu rechnen haben. Natürlich muß Rußland aus diesem Umstande ein besonderer Vorteil erwachsen, der nur dadurch wett gemacht werden kann, daß bei einer desinitiven Regelung der Verhältnisse lbeim riedensschluß) in der Mandschurei entweder eine ein heitliche Münze vertragsmaßig festgesetzt oder den Banken anderer Länder ebenfalls genattet wird, dorr Filialen zu demselben Zweck„der etwaigen Umwechselung der eigenen Noten, zu errichten. Humoristisches. Druckfehler. Wie vielc andere Ehemänner erreichte auch Stinglberger bei seiner Frau durch Strenge gar nichts, durch Hüte alle. * Eing schwere Sprache. Einer Lehrerin der Bochumer ging dieser Tage folgender Entschuldigungszettel zu:„Freihleingen ihr Tuhen die zene Weh und ihr reigst das Gaupt." * Der Lebemann.„. Begreife nicht wie n# mie einem verkehren kann, der noch nicht einmal unte:##. ratel gestanden!" Verantwortlicher Redakteur F. Z. Knappe in Bochun. Verlag und Rotationsdruck der Märkischen Vereinstrucke##### Aus Südwest-Rfrika. Nach einem sängeren Stillstand scheinen die krie gerischen Operationen setzt wieder zu beginnen. Oberst Leutwein datte eingesehen, daß unter den zur Zeit be stehenden Verhaltnissen die Kampfesmittel nicht hin. reichten, der von allen unterschätzten Hercros Herr zu werden. Wie dann auch aus den letzten Meldungen hervorgeht, werden die schon unterwegs befindlichen Verstärkungen— vornehmlich die Pferdetransvorte— ginnenden Mangel der eigenen Munition, ebenso durch enewarter um dann von neuem die Overaionen auf- Krankheit in ihren Reihen. Einen großen Vorteil unsere Truppen bringt der Abmarsch mit sich: Der au au Amngen, zweitelles und u erwas nachdenkweind gen aus dem Dornbuschdistrikt heraus in fahleVerlune, die sie ge## res Land, wo er besser gefaßt werden kann, auch die nabt haben, vielleicht auch durch die Kunde von den Artillerie wieder eine aute Verwendung findet. eintreffenden Verstärkungen, im Hinblick auf den beNr. 110. I 16. Mlai 190.2. Der Schatz von Thorburns. Von Frederick Boyle. Verdeutscht durch E. Deichmann. Nachdruck verboten. „In einem Monat wird es mich freuen, das Er perrment zu sehen. Sic zogen das Messer selbst heraus? Ah, wenn alle meine Patienten Ihre Nerven hätten!- aber ich denke, gesundes Blut und starke Nerven gehören zusammen; fur uns Aerzte ist diese Verbindung der reine Ruin. Wäre Georg Genest ein Mann wie Sie, so wurde er jetzt wohl schon an einem Stocke nach Hause humpeln.“ „Vielleicht findet er seinen jetzigen Aufenthalsort zu angenehm. Ich hörc, daß Herr Genest mit Miß Esking verlobt ist?“ Der Doktor sah forschend auf, aber unter Boeren und Kaffern lernt man es, seine Gefühle unter der Maske außerer Gleichgültigkeit zu ververgen. Daher entdeckte er in dem Gesichte seines Patienten nichts anderes als gleichgültige Neugier, und so erwiderte er unbedenklich: „Ich darf wohl sagen, daß das Gerücht wahr ist. Es schein eine ausgezeichnete Partie zu sein,— meinen Sie nicht?“ „Für Herrn Genest gewiß!" Wieder sah Bowring forschend auf; Eldred lächelte. „Bielleicht in er nicht der Mann, den ein romantisches Geschick für Miß Esking gewählt haben würde; aber sie in ein wunderliches Mädchen.“ „Inwiesern?“ Des Doktors Argwohn war inzwischen vollständig eingeschlummert. „Nun, Hilda hat für nichts wirkliches Interesse, ihre eigene Person mit eingeschlossen. Ich erinnere mich, ihrem Vater einmal gesagt zu haben, daß sie seine Schwache in einer anderen Form geerbt hätte.“ Das verstehe ich nicht.“ „Ich kann es nicht recht auseinandersetzen, aber es verhält sich tatsächlich so.“ „Bitte, versuchen Sie es, err Doktor.“ „Nun, es scheint mir, daß Esking des Mädchens naturliches Gefühl für ihren Wert in der Welt unter drück: hat, durch die Verachtung, welche er fur die Dinge und Menschen der Neuzeit an den Tag legt. Er entschädigt sich dafür durch ein übertriebenes Interesse für vergangene Zeiten; aber Hilda hält das ganze Leben für wertlos, trivial und töricht. Mann und Weib werden gevoren und verben; was ihnen begegnet, oder was sie inzwischen tun, ist gleichgültig.— So, Herr Thorburn. Jetzt legen Sie sich nieder, blei ben Sie für die nächste Woche im Bette, und ich garantiere Ihnen eine wunderbare Kur.“ „Ich will alles tun, was in meinen Kräften steht, Herr Doktor!— Sie glauben also, daß Miß Esking ihrem Vater zu Gefallen sich mit diesem Mann veribt hat, weil sie es nicht der Mühe wert hält, ihm ihre Einwilligung zu versagen?“ Bowring bemerkte sofort den veränderten Ton. „Es ist meine Sache nicht, mich um derartige Angelegenheiten zu kümmern“, sagte er,„ich sprach nur ganz im Allgemeinen.“ „Nun, verordnen Sie nur, was Sie für nötig halten. Es liegt mir sehr viel daran, bald gesund zu werden.“ Sechzehntes Kapitel. Aufsteigende Wolken. „Mein bester Hubert! Mama meinte, sie könne mich nicht entbehren; aber ich war fest entschlossen, Dich vom Bahnhof abzuholen. Der Wagen ist hier.“ „Welcher Wagen?" „Herrn Arthurs. Er erbot sich, selbst mit mir zu kommen, Mama war jedoch der Ansicht, daß es vor der Beerdigung nicht schicklich sein würde.“ „Seid Ihr denn noch immer im Hause des Herrn Mendel? Ich dachte, Arthurs Tanten würden kommen, um Euch abzulösen?“ „Ja, aber eines der alten Wesen ist krank geworden, und die andere kann sie nicht verlassen. Herr Arthur erklärt, er bedaure das nicht im geringsten, da wir ihm alle Mühe abgenommen.“ „Und wohin soll ich fahren?“ fragte Hubert an der Wagentür. „Auch zu Herris Mendel, natürlich! Nun, mein Bester, erzähle mir, was sich inzwischen in Thorburns ereignet hat?“ „In letzter Zeit?“ „Ja.“ „Nun, der alte Simmons warf gestern Abend ein Messer nach Thorburn— und—“ „Mein Himmel! Er ist doch nicht tot?“ „Keineswegs.“ „Dann hat es ja nichts zu sagen! Was tut er bezuglich des Schapes?" „Nichts! Er war gestern beim Onkel zum Diner.“ „Oh, der Mensch ist ein rechter Narr!“ Kein größerer als ich, Sie sah ihn scharf und prüsend an; die Worte wa ren nichtssagend, aber der Ton hatte etwas finster Drohendes.“ „Wie viel gab er Dir?“ „Genug, um Jackson für viele Monate zu befriedigen.“ „Hubert, was bedeutet diese Stimmung?" „Sie bedeutet, daß Du mich tief beleidigt hast. Du handeltest gegen meine Wünsche, belogst mich, warst wieder ungehorsam und wurdest unzweiselhaft vor einer zweiten Lüge nicht zuruckschrecken, wenn Du irgend welche Möglichkeit fahest, mich nochmals zu hin tergehen.“ „Bitte, erkläre Dich!“ „Du versprachst mir, daß Du nichts in der Sache tun wolltest, ohne vorher meine Zustimmung einzuholen— an demselben Abend schriebst Du einen anonymen Brief! Dann leugnetest Du es mit einer solchen Bestimmtheit, daß Du mich fast überzeugtest,— und in dieser Woche schriebst Du wieder!“ „Wahrhaftig, das tat ich nicht!“ „Ich weiß, daß Du es tatest, und Thorburn weiß es auch.“ „Wo ist der Brief?“ „In seinem Besitz.“ „Nun, denn, wenn Du trotz meines feierlichen Wortes Herrn Tyorburn mehr glaubst als mir, so kann ich weiter nichts sagen. Ich werde meine Unschuld nicht noch öfter beteuern.“ Es würde auch nutzlos sein.“ Sie saßen still nebeneinander, bis sie die Allee, welche nach dem Mendel'schen Hause führte, erreichten. Dann rief Käthe aus: „Venn Du entschlossen bist, unliebenswürdig zu sein, so wirst Du uns beide dort lächerlich machen. Halte wenigstens den Schein aufrecht.“ „Du brauchst nichts zu fürchten!" Tatsächlich wurde Hubert schon schwankend, nicht etwa soweit seine Ueberzeugung oder seinen Unwillen, sondern nur soweit sein Benehmen seiner Frau gegenüber in Frage kam. Käthe sah ganz reizend in ihrer Halbtrauer aus, und er liebte sie trotz allem. hur empfing sie an der Tür des Hauses und uhrte seinen Freund in das Rauchzimmer. Er empfan wirklich aufrichtigen Schmerz über den Tod seiaes nachsichtigen Vaters; aber solche Gefühle halten oanak und Sodawasser gegenuber nicht lange Stand, und nach kurzer Zeit waren Arthur und Hubert in ein lebhaftes Gespräch über Eldred und Thorburn### vertieft. Arthur wollte sich dort zu einem Besuche ansagen, sobald die Begräbnisfeierlichkeiten vorüber wären. Die Nacksicht von Simmous Tai interessierte ihn sehr. und als der Haushofmeister wohl zum sechsten Male eintrat, um die Befehle seines Herrn über irgend et nen Punkt einzuholen, fand ihn derselbe noch immer bei der Uedung, Messer gegen eine Kabinettur zu wer sen und wurde zum sechsten Male an Frau Janshawe gewiesen. Hubert bemerkte mitt nicht geringem Erstannen, daß eine Mutter tatia. inn die Herrin des Hauses war. In Erwiderung am seine Bemerkung erklarte Arthur mi Begeisternn,, oaß er unmöglich ohne Frau Fan hawes Hilfe hatte sertig werden können. Hubert horte ihm mit einem Gemisen vin Belustigung und Mißbe hagen zu. Er kannte seine Mutter zu gut, um nicht zu wissen, wer eigentlich die gescheite und nutzliche Per dulichkeit war, weiche setzt das Hauswesen bier lei ete, und konnte kaum glauben, daß Artbur sich da nder in Unkenntis befinden sollte. Es gelang iun wahrend des Abends ganz gut, sich einer Frau gegenm zu beherrschen. Als die Da nen sich nach dem Essen zurückgezogen batten, wurde 's ziemlich eintonig. bis eine philosoppische Diskuss#on iber die Nuplosinken des Kummers es sowohl dem Hausherrn als auch dem Gaste klar machte, daß eine keine Whistpartie an geklarten Geinern wohl anstehe. Beim Spiel aun die Zeit rasch dahin, und als Hubert zur Ruhe begab, war Kathe bereits fest einge chlafen. Bruder Cosfin und die glaubigen Anhanger der Sekte sanden sich am nachsten Tage früh ein. Als sie mit ihren Jeremnten fertig waren, kamen die nahe ren Freunde an, welche man zur Beerdigung eingeaden hatte. Falo darauf setzte sich der Zug nach der piikovalen Parmaltirche in Bewegung. Alle Be wohner von Snnttieton uimmten darin überein, daß unn ein so groffarnaes Begräbnis noch nie zuvor ge den hatte. Da aufrichtiger Trauer, welches Herr Arthur sichtlut bekundere, erregte allgemeine Bemmu derung. Der junge Mann war schwach und wuhthiunig; aver mn(begenwart der Leiche war sein Schmerz tief, sast verzweislungsvoll. Er konnte sei nen Sen nict Lebewot, sagen sondern sandte Frau Fansh###we ein Villet in weschem er ihr in warmen Worten dankt: Am Montas##nuch machtr er ihr in seiner gewonn lichen Gemutsstimmung einen Besuch und brachte ihr eine Bibel in der kostbarsten Ausgabe, die es gab, und einen schönen Ring. nahm Hubert unt sich zum Frub. st#ack und rikt dann mit ihm aus. Unterwegs erbat Arkhur sich die Ert#mtms. Frau Fansbawe zumor zur Ertnucrung an die Freundlichkeit, die sie ihm in der Stunde der Schmerzes erwiesen hatte, ein kleines Andenten überreichen zu durten „Ich deute", sugir er hinzu,„Inwelen wurden am passendsten sein.“ Hubert willgte ein Geschenke waren in seinen klugen ciwas vocn Angenehmes im Allgemeinen, und in dirsem Falle lag tom überdies niel deren Kathe enrem zu sehen.— Dir Anlagen von Sdutticton sind der Stolz seiner ##ohner. Die wodihabendsten Burger haben dazu beigetragen, ne zu schmucken, und unter diesen war der verstorbene Herr Mendel einer der hervorragendsten gewesen. Käthr passierte dieselben in jeder Woche zu einer bestimmten Stunde— an dem Tage, an welchem sie ihre Haushaltungsrechnungen bezahlte— zu einer Stunde, die sie so pünktlich inne hielt, wie dies eben von einer Dame erwartet werden kann. Vielleicht kannte der junge Mendel diese Gewohnheit, möglich auch, daß sie dieselbe einmal zufällig während ihres Besuches erwähnt haben mochte— genug, am folgen den Mittwoch trafen sie einander auf der„Prome nade" und keiner von ihnen war dadurch überrascht. „Ich habe Huberts Erlaubnis,“ sagte Arthur, nach. dem er sie begrüßt,„Ihnen ein kleines Andenken überreichen zu dürfen. Ich gebe es so recht von Herzen, Frau Fausbawe. Die Kleinigkeit kann meine Dankbarkeit nicht voll zum Ausdruck bringen, denn es ware unmoglich: aber sie beweist wenigstens, daß ich diese Dankbarkeit, die ich Ihnen schulde, in der Tat em pfinde.“ Und er legte ein zierliches Kasichen in ihre Hand. Nathe wandte sich ihm zu, und diese Bewegung ge stattete ihr, rückwarts zu schauen— es war niemand in Hörweite, die Anlagen, wenn auch öffentlich, waren zu dieser Stunde unbesucht. „Wenn mein Gatte es gesattet hat, so trage ich kein Bedenken, es anzunehmen, aber wirklich— oh, wie prachtvoll! Welch ein ausgesuchter Geschmack! Ich habe nie etwas Entzückenderes gesehen. Herr Artbur, weiß Hubert, was Sie gewahlt haben?" „IIch muß gestehen, daß ich es ihm noch nicht gezeigt habe; aber der einzige Grund ist der, daß das kleine Ding erst heute Morgen aus der Stadt ankam.“ „Das kleine Ding! Es scheint so armen Leuten. wie wir es sind, so groß, daß ich Sie bitten muß, gegen Hubert nichts davon zu erwahnen. Bitte, nehmen Sie es zurück. Ihm wurde ein Erinnerungszeichen dieser Art unverstandlich sein“. Sie reichte es ihm hin, dach nicht gerade dringend, und er nahm es nicht aus ihrer Hand. „Was, glauben Sie denn, wurde Ihr Gatte mir genatten? Neunen Sie einen hubschen Gegensand.“ „Oh, er dache wodl nur an etwas Zierliches. Ein Diamant dürfte ja daran sein, aber ganz bestimmt nicht mehr als drei. Lassen Sie mich noch einmal uus arme, liebe herrtiche kleine Dina betrachten. Ach. es ist himmlise wei zu kostbar für mich. Ich würde mich vor seinem Besitze fürchten! Gestatten Sie mir wenignens, bei Hubert einen Versuch zu machen?" Er wurde nutzlos sein oder schlimmer noch. Wir nehen augenblicklich nicht am dem beiten Fuße, ich meine wer haben einen kleinen Zwin miteinander ge nam. Netmen Sie es schnell, perr Artbur, ich traue mir sellet nicht! Der junge Mann war weder kuhn noch selbstvertrauend; er zegerte und seine Seimme klang unsicher als er sogtr „Wurde es ungeborig sein, Frau Jonihame, wenn Sie diese Kleinigken onne sein Vern#en annah men, da Sie fühlen mussen, welch ein Trost Sie mir gewesen sind? Hubert kann unmöglich verstehen, was ich Ihnen schulde. Ich könnte Ihnen ja außerdem etwas anbieten, was weniger Geldeswert hat und seinen Ansichten in Bezug auf meine Schuld mehr entsorechen wurde?“ Sie war von vornherein entschlossen gewesen, das Geschenk anzunehmen, und Arthurs Unentschiedenheit mahnte sie, daß sie keine werteren Einwendungen ma. chen dürfte, da dieselben sonst leicht verhängnisvoll werden könnten. „Wenn Sie wirklich unsere Freundschaftsdienste so hoch veranschlagen wollen— aber es ist recht schlecht von Ihnen, Herr Arthur, daß Sie mich so in Versuchung führen! Ich fürchte, ich sollte es nicht tun, die Menschen denken so niedrig und sind so argwöh. nisch;— man wird nicht glauben, daß dieses prachtvolle Geschenk nur Dankbarkeit ausbrücken soll. Bahrhaftig, Herr Arthur, ich sollte Sie bitten, es zurück. zunehmen!“ Natürlich tat er nichts Derartiges. Eine Woche war seit Huberts Ruckkehr verflossen als eines Morgens ein Brief von Herrn Esking an kam, welcher die bevorstehende Hochzeit seiner Tochter mit Herrn Georg Genen ankundigte. Er sagte, dan weder er noch Hilda in solchen Sachen irgend welche Erfahrung hatten, und bat seine Schwester, sofort zu kommen. „Mein Himmel!“ rier Käthe aus,„wie nützlich sind wir, Mama. In einer Woche bittei man uns um un sere Dienste bei einem Begrabnis, und in der nächtten bei einer Hochzeit. Aber daß Hilda durch ihre Heirat zu dem Adel der Grasschaft gehoren wird!" „Ich kann nichts davon in dem Briese finden, daß Du eingeladen bint,“ sagte Huvert „Natürlich, Onkel schließt uns unn ein. Das ist selbstverständlich. Ich mochte nur wissen, wer in aller Welt die Brautjungsern sein werden. Wenn ich nicht irre, kennt Hilda nicht ein einziges junges Madchen.“ „Wenn Oukel wirklich an uns gedacht hatte, mürden wir doch selbstverstendlich nicht gehen!“ „Bitte, sprich für Tich allein. Hubert! Wenn Na ma mich mitnehmen will. so werde ich wenigstens die Einladung annehmen. „Ja„das denke ich auch,“ sagte Frau Janihawe. Das Heiraten in nun einmal in unserem siindlichen Stand eine Pflicht der Menschen, und Hochreiten mu sen ausgerichtet werden, so langc diese Bel noch nen aber ich wußte ni Hilse ser werde sollte. Was hau Tu dagegen Andert vermochte wenter leinen Grund andaeben. Leil wir nicht gebeien snd“ sagie er mürrn „Dem soll mmort abgenonen werden. Ich werde an Hilda schreiben.“ „Hore mich, meine Liebe“ bleich. Bester. Ich kann den Brief gerade noch mit der nschnen Pou abschicken.“ Er konnie ihr in „aaner nict lunge; entgegen sein Jortietzung folgt. — Paris in Schlesien. die mal. gnadigste Frau“ sagte der dicke Wummaun Be#kte- an einen von Frau von Kobells Damentagen zu deler, wesen Sie nicht ne recht nette. subsche, bedagklche, recht reiche Frau fur mich?" Frau Tiün von Kobell lachte. Sie war erst vor udt Woczen unt ihrem Gatten aus Berlin in die alte s#tefische Garnison zuruckgekeort und der alte Freun deskrets nakte such sofort wieder in verzlicher Reigung um die liebenswurdige muntere Frau geschart Kobell war zwei Jahre zum Großen Generalnab ammandiert genezen und dann, zu seiner und seiner Barttn Freude, als Lauptmann und Kompagnieche ins altr Regiment wieder einrangiert worden. nat##rint mit Borvatentierung. „Eine bubsche, enette, behagliche,##wer reiche Frau“, rief Tilly,„na, wollen mal sehen; drei Freundinnen von mir kommen nachei##ander diesen Zinter her.— eine Amerikanerin. Miß Webster, die ich in Berlin kennen lernte. Fräulein Lia von Weß gof. ein Landpomeränzchen, und Eva Regen, meine Kousine!" „Wie stehts mit dem Movs““ forschte Baltdes „Ja, Herr Hauptmann, das kann ich Ihnen wirk sich nicht sagen,“ neckte Tilly,„Sie werden den moderEine Garnisonsgeschichte von M. Loren nen Paris spielen, und sehen, welche meiner drei Freundinnen die in. die Ihren Bedingungen ent spricht Baltbes als Parir das war allein mischer Veraleich, daß die ganze um Fran Tiln tisch versammelte Gesellschaft losplatzte Na ja“ verietzte Frau von Kobell ganz sellinver ständlich,„der Vergleich in nicht neu, aber er pani Uzen Sie mir mi. Gnadigne,“ persiflierte sich der dicke Hauptmann selver.„Die Jeschichte is nich übel!“ Abends spat, als die Gaste fort waren, trat Tilly zu ihrem Gamen und sagte: „Du, Jorg, was meins Du. wir laßsen die drei Nadels zugleich kommen.— die Lia, die das men##e veld hat. geben wir für'n armes Landmadchen au. die stolze Nora rut schon das Ihrige, sich selbst ins rechte Licht zu setzen,— und mein Everl, mit ihrem bischen Kommißvermögen ne an: Partie „Laß die Finger von solchen Jutriguen, Liebling warnte Kovell. mar: immer ein berziger Fratz und ein kleiner Neckteufel, ader mir anderer Leute Lebens gluck soll man nicht spielen.“ rie. Jora.“ schmollte Frau Tilln.„sollst schon mache drei Paare glucklich!" inn es im Engros wohl billiger:“ rontete ihr im. daß nicht Frau von Jekswitz ließen wenignens einen anständigen Kup dedizieren!“ Inter hatten Lobells schon L###erpesuch inlein Eva von Regen. lam ium Tee bei Ouerrohts. Kobells beste seit Schuchters nach Metz verretzt waren. das die Landpomeranze?" sorichte. Baltbes on Osterroht aus. aber.“ rief diese.„Derr Haumminn, solch ele Tezestionswesen und Landvomeranze?— Sie tomnich! wahrdaftig, nischt wir Taille!“ meinte er die nranc. bochmoderne Fadenwurmer=Erscher von Regens mitleidig an. meme Tee Norr, die nach den Be „ ennadi eber ein Morgentieto war nur nate Ster= und das Spinengerien# irritierte in Auschaunna. Ihre tief über die getammn ulderblonden Puifscheitel, das kuhle, allerdinge reizende wericht mit den wirsenden neivel; Acht Balt Frau n # gantes sind ja 17 und tal grien der kaft Baltbe= Augen,— das alles imponierte dem braven Ticken ab solut nicht. Als Frau Tilly an ihm vorbeistreifte, sagte er ziemlich laut: „Nee“ Gnadigste, die kriegt den Appel nicht!“ Dasur war Graf Westerholt, ein biutjunger Leut nant, vollstandig hingerissen von der wunderbar chien, graziosen Erscheinung, und die Konversation der beiden war wie aus dem Ueverbrettl geschnitten. Eva von Regen kannte alles, hatte alle- gesehen. Neues gab es für sie taum noch, aber gerade das machte sie dem Gräflein, das noch nicht über die Gren zen der kleinen Garnison herausgekommen war, anziehend und interessant. Den nachnen Theeabend hatten sich schon die beiden anderen Freundinnen Frau Tillys eingesunden. Nora Webster, eine große, kraftige Gestalt, graziös in allen Bewegungen, temperamentvoll und gei stig ungemein rege, hatte ansange die Rivalin mit dem Sczessionskopfchen etwas mißtrauisch angesehen! Ein Blick in den Spiegel und sie war beruhigt. Ihre frastvalle Schonheit, ihre lebensprühenden schwarzen Augen nahmen es wahrlich mit dieier Mondscheinprin zessin auf! Nora Webster war immer siegesgewiß, wohin sie kam. Hier in der Kleinstadt aber die reine Königin! Da wimmelt auch noch so ein Pflanzchen herum, Fräulein Lina vom Meßhof,— die sand in der Küche und half Tillys Köchin Teebrörchen streichen und belegen, und spielte mit Tillys Töchterchen, und morgens half sie Staub wischen und Tectassen abwaschen! Die kam ja gar nicht in Betracht! Lia erschien ern soat am Tectisch, als die Konver sation bereits in lebhaftem Gange war. Bescheiden setzte sich das junge Madchen ans Fen ner, zog eine Stickerei hervor und begann eifrig zu arbeiten. Die beiden glänzenden, jungen Damen schuchterten sie ein, und ihre geliebte Tilln, die immer so herzens gut und neu mit ihr gewesen war, schien ihr plötzlich auch sremder geworden. „Was ist'n das für eine?" flusterte Balthes Frau von Kobell ins Ohr „Das ist eine vom Lande, die kleine Meßhof aus Wardentin!" „Ich dachte Stune““ knurrte er. „Gewühke.— risel!“ rief die junge Frau,„Kind, komm doch her, laß Deinen Stickereistreisen ruhen, trink gemutlich eine Tafse Ter mit uns!“ Lia kam gehorsam heran und saß gleich darauf neben Baltbes, der das junge Mädchen aufmerksam musterte. Herrgott, war das ein reizender Balg! Schade,— die hatte gewiß kein Geld,— aber so rosig und so niedlich, und dabei solche fröhliche Kinderaugen,— die nahm ja wohl solchen alten Knaben, wie er, Heino Balthes war, gar nicht? Wunderlich, wie ihm das Herz so weit und wurde! Die schone Miß Nora mit ihrem amertkanischen Kauderwelsch und ihren Millionen, die mondsuchtige Prinzeß Eva mit ihrem Cleoscheitel und ihren Frosch= angen, die waren ja rein nichts gegen das blonde Rosenknospchen neben ihm im einfachen, blauen Kleide und milden, dicen, goldenen Defreggerzönschen um den hubschen Kopf. „Sie sind wohl noch nicht oft zur Stadt gekommen, gnadiges Fraulein?" fragte er plotzlich. Lia lachelte. „Rein, hierher allerdings zum ersten Male“, sagte sie mit ihrer Glockenstimme und ihrem bolden Lacheln, aber Frau von Kobell lud mich so herzlich ein, daß ich Papa bai, die Rivierareise für dies Jahr aus vierzeyn Tage hinauszuschieben,— und mir zu Lieb hats der gute Vater getan!" „Waren Sie schon früher dort?" fragte Balthes betrossen; das war so gar kein Landgaisschenton, in dem sie sprach, da war so viel klare, ruhige und damenhafte Sicherheit, so ungezwungen naturlich klang das alles, was sie sagte An der Riviera?“ fragte sie,„o ja, wir haben da bei Nervi eine Cottage, wo wir mein einen Teil des Winters verleben.“ Schluß solgt. ### Allerlei. Tägliche Erinnerungen. 17 Mai. bringen, und so kauft er sich einen Blütenzweig. Tausede und Abertausende von diesen Zweigen kommen so Aus der Neichshauptstadt. Beilin, Gishetlige.— Backerstreit Wir hatten geglaubt, die nur im Süben von Temmund geben, haben aber bitter getauscht; Marmatius, Pankratius undn Serranns fuhmen heuer auch in der Reichshauptuadt ein sehr strenges Regiment.„Sophie“ 115. Mais aber an Snddentschland als mie„allerschlimmte“, denn an diesen. Tage soll zum noch hestiger Regen neten. Was sic in diesem Jahre uns bescheeren wird, liegt##oc in der Zutunft Sm#. Wohl aber auf dieden Umnand in es zurückzufuhren, daß in einigen süddeutichen Gegenden„Spopie“ als der#amm turann angesehen wird, und deshalb die Madchen nicht gerne gegeben wird. E soll drei Männer, die unmittelbar vor ihr ren und dann auf den großen Kehrichthausen wan. dern! Den Obstbaumen aber blutet vas Herz, wenn man sie so ihrer hierdc veraubt. Die Leute in Werder aber rechnen am die Blutezeu mehr als auf die Ernte; gute Biute sichert ihnen bereits die höchsten Doch lann diese moderne Barbarei sich noch bitchen zwie lange könnnen die bluhenden Baume diese Plünderung ertragen? Mit vieler Muhe int einseus in Werder die Obstbaumzucht groß geworden, und man muß sich in der Tat noch heute wundern ob es unverdrosfenen Fleißes, in dieser Sandgegend eine iche Lase hervorzuzaubern! Die drei gestrengen eiligen“ wurde es Herren haben dort nichts mehr an Schaden siften kon unslnen; die Ausflügler haben weit mehr geschadet;„gevt“ sagen die zufriedenen Werdener! Moge uns volle Frühling ohne Ruckhalt gewahrt 6in sen. ter ame den nun der werden! lackerstreik! Dies Schlagwort scheuchte die ##iner auf; man malte sich die Sache schon recht schlimm aus. Morgens soll man schon zum Kassee nicht die frischgebackenen lieben Semmeln mehr erhalten! So vervflangte es sich durch die Stadt, und die Streifenden selbn schurten die Erregung durch Ertra blatter und Flugblatter, die sie ver#cilen ließen. a das Manche ängstliche Hausfrau kaufte auch noch tuchtig olgen, am Tage vor dem Streite ein, um wenigstens etwas strenge Regiment der„Sophie“ auch zu begreisen, denn im Hause zu haben. Aber es wurde gar nicht so bemeistern, und dies sind noc tec grimmige Eis lichlimm! Der Streik machte sich zan nirgends bemerk manner, die nicht in Huld und Guade sich einfuhren, bar. Auch am Mittwoch morgen gab es uberall frische sondern manche Hoffnung zu schanden machen. In Semmeln wie sonst, und die Angst und Sorge war diesem Jahre uno ne in Berlin etwas gnädiger gefah=sumsonst. Einmal wurde in den großeren Backereien ren; zwai trat auch ein empfindlicher Kälteruckschlag aar nicht gestreikt, da hier eine Einigung zwischen Ge ein. Manche Dame mußte zum gestrigen aumm.euen und Meister zustande kam; dann aber hatten die fahristage ihren Pelz wieder vervorholen, und sie von dem Streile betrosfenen Backereien rechtzeitig hatte ihn doch schon so fürsorglich den Sommer ver Funorge getroffen. Die meisten haben sich gegenseitig aroß, und in der Vegctation in es bis setzt ganz glimpflich abgegangen. Die Blutezeit i größtenteil# vorube:: das anmutig gelegene Wer der in wieder einmal aründlich ausgeplundert worden. Man konnte es fast eine Barbarei nennen, dieses Verhalten der Berliner und derer von Werder. Letztere füllen we nigtens inte Kassen damit und haben so zur Bluten. zeu schon Ernte! Aber die Berliner! Von diesen darf man bald sagen:„Wo der Berliner seinen Fuß hinsetzt, da wachn kein Gras mehr!" Die liebliche Obst haumoase Verder unterbalb Porsdam war nämlich in den#ten drei Wochen das Ziel von unendlich vielen Aus#lngtern, die alle sich erfreuten an der Bluten pract und de.: Ilmenmeer! Das ware an sich hubich und gut, zumal die Staatsfasse durch die nark besetzten Zuge ein gan; hubiches Geschaft macht. Aber der Bertiner will auch ein Andenten mut nach Hause diesen nach Hause. Auch viele Gehülsen von auswarts tien herbei. Der Streik dauert noch. Die sozialde motratische Streikleitung ubt eine sehr strenge Kon trolle; wie Schuler läßt sich die Gehulsen taglich an. treten, und der Appell ist unnachsichtlicher als beim Militar. Aber das lassen sich die Gehilsen ruhig gefallen. Ob ne Aussicht auf Erfolg haben? Wir moch. ten es bezweiseln; das Ende vom Lied werden einige Hundert stellenlose Gesellen sein, die ihre Platze besetzt finden, wenn sie die Arbeit wieder aufnehmen wollen. Den Profit an dieser Unzufriedenheit hat dann die Sozialdemokratie, die eifrig schurend hinter der ganzen Bewegung seckt. Der Hauptarund des Streites liegt darin, daß die Gesellen nicht mehr Kost und Logis beim Meister haben; das gesallt der Sozialdemokratie sehr, da hierdurch das Band zwischen Arbeitgever und Arbeiter mehr gelockert wird. Die Meister verhalten sich ablehnend, weil die Natur ihres Betriebes erfor. dere, daß der Geselle in der Nachtzeit punklich zur Arbeit erscheine, und weil sie besurchten, daß die Gesellen. wenn sie selbst für ihre Beköstigung sorgen mussen, sie sich nebenher doch noch stark an die Eier und Bockwaren halten werden! Das hat erwas fur sich! Hossentlich kommt bald eine Einigung zu Stande! Neue Insektionsversuche mit Mutterkorn. Nachdruck verboten.) Die unter dem Namen Mutterkorn bekannte Pilzkrankheit des Roggens ist in ihrer Entwickelung der Hauptsache nach seit mehreren Jahrzehnten durch die Arbeiten zahlreicher Forscher ausgeklärt. Die Ansange des Pilzes durchsetzen im Frubjahr den Fruchtknoten der jungen Blute des Roggens und verwan deln ihn in einen weichen, fast schmierigen Korper; die Jaden des Pilzes entwickeln sehr kleine, sarblose Sporen und scheiden dabei eine suße Flussigkeit aus. welche zwischen den Blutentetlen des Roggens hervor. dringt und herabtropft. Dies ist der sogenannte Honigtau des Roggens, der zwar schon seit langer Zeit den Landwirten bekannt war, von dessen Zugehörigkeit zu dem Mutterkornpilz man aber nichts wußte. Der süße Honigtau wird von zahlreichen Insekten, besonders von Fliegen und Kasern ausgesucht, und dabei die Flussigkeit nebst den darin zahlreich enthaltenen Sporen au fandere Roggenhalme verschleppt und so die Pilzkrankheit weit verbreitet, da die Sporen außerordentlich schnell zu Pilzsäden auswachsen und neue Bluten durchsetzen. Während die gesunden Fruchtknoten nun allmahlich zu dem Roggenkorn beranreisen, verwandeln sich die vom Pilz befallenen in einen eigentumlichen länglichen, meist etwas gekrümmten, 2—3 Zentimeter langen Körper von harter Kon. sinenz und innen weißer, außen blauschwarzer oder violetter Farbe; dies ist das eigentliche Mutterkorn, das schließlich aus der Blute zur Erde fällt oder auch mit dem reisen Korn eingeerntet wird. Es stellt einen von den Pilziorschern als Sclerotium bezeichne. ten Dauerzustand dar, mittels dessen der Pilz den Winter übersteht und in phystologischer Beziehung erwa den Knollen bei höheren Pilanzen zu vergleichen. Nachdem das Mutterkorn überwintert hat, entneden auf ihm, meist im Mai oder Juni des nachsten Jahres, mehrere gestielte Pilzlorper, deren kugelige Köpfe etwa die Große eines Stecknadelkopfes haben und zahlreiche Sporen produzieren, die nun die jung Roggenbluten befallen und in ihnen zu den P##l#saden auswachsen, mit welchen wir die Schilderung des Entwickelungsganges des Pilzes oben begonnen haben. Auf die Schadlichten des Mutterkorns sei hier nur mit wenigen Worten hingewiesen. Da, wi es in grö. ßeren Mengen im Roggen vorkommt, ist kaum zu vermeiden, daß es in das geernte#e Korn gelangt und —