Nr. e-#rzaller. 1994 ben; sie hat noch viele Leidenogenossen. Aeste von 18 Zoll im Durchmesser wurden wie Zündholzchen ab getnickt. Steinalte Babulbaume, die der schanfge schliffenen Art des Holzhauers trotzten, bengten sich den Hruschrecen und opferten ihre Reste. Nur eine einzige Nacht hat das Heuschreckenheer hier bivouatiert. Aber ee genugte, um die Pflanzen welt grundlich zu zerstoren. Morgens um 7 Uhr bra chen die Regimenter aus, um ihren Vernichtungszug fortzusetzen. Etwa acht Stunden dauerte der Abzug und Vorbeimarsch dieses Heeres. Nach mäßiger Schat zung legte es in einer Stunde 7 engl. Meilen oder etwa 11 Kilometer zuruck. Der ganze Schwagm hatte also die respettabte Lange von gegen 90 Kilometer, das ist, wenn wir uns recht erinnern, die Strecke der Landstraße von Stuttgart bis nahe vor Biberach hin. Die Breite dieses Heuschreckenschwarmes betrug etwa 4 englische Meilen oder rund 6: Kilometer. Der ganze Schwarm bedeckte also eine Flache von 224 englischen Quadratmeilen. Kopf an Kopf, Flügel an Flügel. sest aufgeschlossen marschierte die unabsehbare Kolonne. An den dichtesten Stellen hat ein Beobachter 20 bis 30 Schichten gezahlt. Die indische Sonne ist gewis sehr kraftig; aber durch diese Heuschreckenschich ten konnten ihre Strahlen nicht mehr durchdringen. Ein unten hingehender Wanderer erfreute sich eines persetten Schattene. Nehmen wir als durchschnittlich nur fünf Schichten und geben jedem Heuschreck zwei Quadratzoll Fläche so laßt sich eine ungefähre Zahl des Riesenschwames angeben. Der verehrte Leser vai die Zahl, wenn er die Zisser„I“ schreibt und zwölf Nullen dahinter an reiht. Es in eine Billion. Um eine Vorstellung von der Große dieser Zahl zu gewinnen, lassen wir die Uhr zählen. Sie macht jede Minute 60 Ticks und deshalb 86 400 in einem Tage. Auf diese Weise würde unsere Uhr mehr als 35 643 Jahre brauchen, um eine Billion aozuzäblen. Dder neymen wir die Wage in die Hand. 230 Heuschrecken geben auf ein Psund. Unsere Billion hat demnach das respektable Gewicht von 434 Millionen Zentner. Rechne für einen Güterwagen der K. W. St. E#n Zentner und stelle se 50 solcher Wa gen zu einem Zuge zusammen, dann hätte eine Eisenbahnverwaltuna uber 2800 solcher Güterzuge auf zubringen, um unseren Heuschreckenschwarm, gut ge preßt und verpackt, weiter zu besordern.— Sollte der Rechner beim Operieren mit diesen großen Zahlen Leser gebeten, die entsprechenden Korrekturen anzu bringen. Jum Tanke fügen wir ihm noch bei, daß ein allem Auscheinedie B.n isunn ansspricht, die genannten Breite usw des Schwarmes seien äußerst nieder genommen. Zehnfach sa große Zahlen wurden wahrscheinlich der Wirklichkeit näher kommen. Wie lange die blutrote Heuschredenarmer ihren Vernichtungszug dar etzen wird, läßt sich den. Eine leichte Brise die gegenwärtig vom Meere landeinwärts wemt, treibt das zerstörungslüstige Deer mehr in das Innere der Halbinsel. Der ersehnte, Seitzige Landwind erid nicht kommen, der dos ganze Milliardenbeer ins Meer teibt und den Fischen zum leckern Mable vorsetzt. Von der Mandschurischen Eisenbahn. June Srstendat- uuns Krch. u., Lecaet dde essanten Bericht an sein Bial., gesana, in dem#s wir die Marz onert val uria. Ronaten, seilde war etwas Kunde. Ennbahnstan. Di darmi denen mnar der * De Re Ber 11.10 hat M sschn —— so ucht 1 M. 13 de 1. em gmecen s#a i den im letzten Mal hier gewesen! Es war noch dierelbe elende elende Untertunftsa Reise zu erteicen, und sie reinen wie gewöhnliche i n v o n d e r S t a t i o n M a n d i c h u r i a entfernten, desio mehr anderte na das Landschaftsbild. Wir sahen üverall deutlich, dan man fleißig gearbeitet hat, nar vergeblich. An vielen Stellen liegen jetzt kleine Niederlassungen, wo früher odes Land war, und statt der elenden Hutten, die früher die Eisenbahnstationen vor. tellten, sieht man jetzt gut gevaute, helle und geräumige Gebäude mit vorzüglichen Restaurationszimmern, in denen die Tische mit weißer Leinwand und gutem Tisch, nerät gedeckt sind. An vielen Stationen waren saubere drellner, die die betannten kurzen Kellnerjacken trugen. Die Inhaver dieser Restaurants haben narürlch den Krieg m Vorwand genommen, um die Preise für alles, was sie liefern, unverschämt in die Hohe zu treiven. Die eisenbahnbehörden verboten zwar eine Preiserhöhung von mehr als 15 Prozent, aber dieses Verbot fand keine Beachtung, denn eine Flasche Bier, die bis vor kurzem eine Mark kostete, kostet jetzt zwei Mark, und obgleich in der churei kein Zoll für Weine oder Spirituosen ge zahlt wird, waren die Preise für diese Getränke doch höher als in Rußland. Die ansässige Bevölkerung beklagt sich darüber, daß viele Abenteurer ihren Weg in die Mandschurei fänden um dort schmnell reich zu werden. Das erste Gefühl der Panit hat sich gelegt und die allgemeine Flucht, die nach dem Bomvardement von Port Arthur beann hat aufgehört. Die ganze Länge der Mandschurischen Bahn wud jetzt bedeutend sorgfältiger bewacht. Die meisten der Wachtmannschaften hatten warme Pelzmäntel und starke Pelzstiefel. Von Mandschuria bis zur Sta tion Buchatu ist auf allen Seiten nichts zu sehen als Schnce, und die Kälte ist sehr groß. Privattelegramme werden von den Eisenvahnstationen nicht mehr zur Beförderung angenommen und das einzige Verbindungsmittel mit Rußland ist die Post, die langsamer arbeitei als je. Der Sultan von Marokko hat in eigenartiger Weise sein Interesse an der Weltausstellung in St. Louis gezeigt. Er hat dem amerikanischen Staatskommissar in der Audienz, die dieser erbat, im Januar 50000 Dollars 200000 Mark mit den Worten übergeben: haben Sie das Geld und machen Sie damit, was Sie wollen. Es ist mir gleich, ob sie das in Ihre Tasche siecken oder ob Sie es für die Weltausstellung verwenden. Ich weiß nicht, wo St. Louis liegt. Soviel ist mir bekannt, daß es eine Stadt in den Vereinigten Staaten ist.“ Der amerikanische Kommissar wollte unter diesen Umständen das Geld nicht annehmen, aber der Sultan von Marokto schickte es ihm nach Tanger, wo es deponiert wurde. Da die 200000 Mark in Silber geschictt wurden, waren zwanzig Maultiere nötig, um das Geld zu transportieren. Als man bei der Deponierung das Geld nachsah, stellte es sich heraus, daß nur 1200 Mark salsches Geld unter der großen Summe sich besand. Neues Straßenpflaster. Im Lande der Erfindungen— in den Vereinigten Staaten von Amerika— und auch in Italien ist man dazu ubergegangen, Straßen mit Stahl zu pflastern. Daß ein solches Pflaster bedeutende Widerstandstraft besitzen muß, leuchtet ohne weiteres ein; auch rühmt man ihm nach, auf ihm tomme Ausgleiten von Menschen und Tieren weil seltener vor, als auf dem Asphalt. Das Quadratmeter Stahl Pfluster wurde bei einer Dicte von 0,01 Meter wenn man einen Stahlpreis von 05 Mark die Tonne zu Grunde legt, etwa 4½ Mark kosten, rechnet man! noch d.ezu die Konen des Verlegens, so wurde ein Preis von 7½ bis 8 Mart sich ergeven. Fraglich in sreilich, ob Stahlplatten von 0,01 Meter Dicte den Druck schwerer Lastwagen, ohne Veränderung zu erleiden, auszuhalten vermöchten, und ob man nicht die Dicke der Platten erhöhen mußte, womit freilich Verteuerung verbunden ware. seine Stellung schließlich gegen Rudolf von Habsburg in einem„Kampf auf Leben und Tod“ zu behaupten suchte; aber„der Ruhm der Böhmen" endete auf der Walstatt. Der Sieger, der die deutsche Krone trug, gab dem Reiche „drei Herzogrümer" wieder und„wollte das Königreich Burgund herstellen". In seinem Besitz gedachte er die Kaiserkrone zu erlangen,„bestrebt, den Deutschen ihre alte Ehrenstellung unter den Völkern Europas zu bewahren". Auch mit der Uebertragung Oesterreichs an seinen Sohn schuf er„ein großeres Ganze an der Grenze, welches den Ungarn und Turten widerstand“ und die sintende Macht der alten deutschen Krone überdauerte. Keiner der Nachfolger Rudolfs erreichte, was diesem als Idcal vorschwebte, ja sogar vielfach nicht mehr, was dieser doch in der gehabt; und sah die Folgezeit auch Römerzüge—„wie kläglich, zum Teil krämerhaft, nahmen die Kaiserfahrten sich aus!" Albrecht I. besaß doch noch im Reiche selbst Macht.„Der Rhein ist offen, frei können die Schiffe aufund abfahren," wußte ein Zeitgenosse zu berichten; die rheinischen Kurfürsten waren gedemütigt, der Hausbesitz wuchs. Aber das Eisen, das ihn am 1. Mai 1308 tödlich traf, brach„die letzte Kraft, die das Reich zusammenhielt". Wenige Jahre später starb mit Heinrich von Luxemburg sozusagen auch die Idce des echten Kaisertums, deren „letzter Märtyrer“ er war. Nun folgte der Kampf Friedrichs des Schönen und Ludwigs des Bayern,„ein Prin. zipienkampf“ zwischen Adel und Bürgertum"; parallel mit ihm verlief der Kampf des Kaisertums mit dem Papfttum, der in Deutschland endlich zu den Frankfurter Beschlüssen (1338) und zu einer antipäpstlichen Bewegung führte, die nebenher auch die gröbsten Irrtümer zeitigte. Den deim Volk und bei den Städten vielfach beliebten Ludwig löste Karl IV ab. Dieser machte durch seine Goldene Bulle die Zersplitterung Deutschlands gesetzlich und verlieh ihr auf Jahrhunderte hinaus Dauer. Ein Grundsatz der Politik Karls war die Eintracht mit der Kirche und es ist zu bedauern, daß er bald nach dem Ausbruch der großen Kirchenspaltung(1378) starb; denn sein praktischer Sinn hätte es wohl vermocht, die Einheit rasch wiederherzustellen. und Nachfolger Wenzel zeigte anfangs den aufrichtigen Willen, das Schisma zu unterdrücken; auch fühlte er sich mehr zu den Städten hingezogen und die Heidelberger Stallung(1384) brachte sogar einen scheinbaren Frieden zwischen Herren und Städten. Da brachte der Tag von Sempach dem Schweizervolk, der große Städtekrieg dem Adel den Sieg. Wenzel, seiner Aufgave nicht gewachsen, ließ sich vom Unmut über sich und andre„zum Becher und zur immer weiteren Selbstentwürdigung" treiben Reiche„war alles aus Rand und Band. Die Fürsten drückten den Adel, der Adel den Bürger, der Bürger behandelte elnso geringfwhatzig den Bauer.. das alte Fehdewesen stand in neuer Blüte. Rauv, wenn er vorher angekündigt war, galt für ruterlich, Unrecht dulden für feige; sogar Köche und Schuhtnechte erließen Feydebriefe". Da konnie auch Ruprecku, den man 1400 an Wenzels Stelle nicht mehr helfen.— Um nichts erfreulicher lagen die Dinge in der Kirche; da brachte das Pisaner Konzil zu den zwei vorhandenen Päpsten noch einen dritten. heit F on 24 Stunden in ihrer Ankunst und Reise nach w den nur dies: Jüge ha stehen, daß ich ernaunt war, nan die barmherzigen Schwe geschehen, um ihnen die * Eine Polizeiverorhnung, deren Ungültigkeit beim ersten Einspruch sofort klargestellt werden ourite, ist von der Pol#e####nerwaltung in Schroda, gez. Roll, nach der„Pos. Zig.“, unter dem 17. März er lassen worden. Darin wird im Anschluß an die Mitteilung, daß die Polizeistunde auf 12 Uhr nachts fest arlert worden ist,„darauf aufmerksam gemacht, daß Verlängerung der Polizeistunde über 10 Uhr aus nur fur die sogen. besseren Gäue Gültigteit hat; Perionen aus der niederen Volksklasse dürfen nur bis 10 Uhr in den Lotalen geduldet werVom Büchertisch. Weiß, Dr. Joh. Bapt. v., Professor, Weltgeschichte, d 5., vervenerte ud betmehric Auflage, bearbeitet Stocia“. 1904.(VIII und 872 S., K. 8.40, in geb. K. 10.40. Dieser Band beginnt mit dem „Aussteigen Böhmens", besonders unter Ortokar II., der erhalten und die Einigteit der Kirche herstellen. Die geeingre sollte an Haupt und Gliedern gebessert und die #ucht des Reiches neu begründet werden. Das Konstanzer Konzil, das Sigismund zuwege brachte, gab der Kirche k. Einnen wieder; auch fällte es über den um sich greisenden Husitismus die Entscheidung. Kontordate mit den einzelnen Nationen sollten die ersehnte Reform anbahnen. Den Husitensturm, der bösen Samen überallhin wehne, überlebre der gerechte, treuherzige und eifrige Kaiser nicht lange. Seit dem Ausgang der Staufer hatte sich ein bedeutender Wandel vollzogen.„Tahin waren die NationalHerzogtümer, dahin die Masse der Gemeinfreien. Wir raven in dieser Zeit einen hoben und niederen, einen reichsunmutelbaren und landfässigen Adel, Reichs= und Landstädte ins Auge zu fassen. Die Mehrheit der Bauern waren nicht mehr Gemeinfreie, sondern Hörige." Zur Dar. ds mur#n. In ierten Ganges der uns doch zunächst interessirenden deutschen Geschichte kommi die Schilderung der gleichzeitigen Vorgänge im Kirchenstaat, in England und Schortland, in Frankreich, auf der pyrenaischen Halbinsel und im Orient. Wie es sich gebührt, ist geriigen Leven ein breiter Raum gewedmet; der Abschmur:„Dichtung, Geschichtschreibung, Philosophie, Schul. wesen von 1100 bis 1400“ umfaßt an 204 Seiten. Hiervon verdient besondere Beachrung der Abschnitz über die großen Scholastiter und der von Bockenhuver trefflich und neu vearbeitete Teil über die Universitäten. Recht lesens. wert int auch der Abschnitt über neupersische Litteratur. der Anpassung an den gegenwärtigen Stand der For, namentlich bei Behandlung der oohmischen, volen, ungarischen, türtischen und spanischen Geschichte, . Neurearventung der Enwwickelungsgeschichte Tirols und der Universttäten hat Bockenhuber abermals Eifer, Unnsicht und Geschic bewiesen. Der Text der Bandes ist um 81 Seiten vermehrt worden. So reibt sich denn auch der 6. Band in seiner Neuvearbeitung wurdig an die andern und zu seiner Empfehlung brauch nichts besonderes gesagt zu werden. Si. Pölten. Dr. Sevaswian Haslhofer. Verantwortlicher Redakteur F. Z. Knappe in Bochum. Verlag und Rotationsdruck der Märkischen Vereinsdruckeret. sr. 7." 6. Apri 1904 Der Schatz von Thorburns. Von Frederick Boyle. Verdeutscht durch E. Deichmann. Nachdruck verboten. „Filjiesfontein bei Tauns. Herr Simmons! Kapitän Thorburn schreibt seinem Bruder, meinem Onkel David, daß er im Sterben liege. Ich bin der gesetzliche Erbe von Kapitän Thorburn und gelange in den Besitz all' seines Eigentums auf Grund eines Testamentes, das er meinem Ontel David geschickt hat. Ich bin der Sohn seines Bruders Ralph. Ich gedenke, sobald ich meine Geschäfte erledigen kann, nach England zu kommen. Sie werden Haus Thorburn auch ferner für mich beaussichtigen, wie Sie es für meinen Ontel getan. Ich autorisiere Sie, fur einen beliebigen Betrag bis zu 100 L.— einhundert Pfund—, falls Sie desselben bedürfen, auf mich zu ziehen durch irgend einen Bantier, der geneigt sein sollte, Ihnen solchen Vorschuß zu gewähren.“ (Hier lächelte Herr Esting ein wenig.) „In der Nachbarschaft lebte ein Mann, der meinem Onkel Geld geliehen hat gegen Pfändung der Farm(Farm ausgestrichen und„Gut“ darüber geschrieben). Ich teile Euch hierdurch mit, daß das Darlehn durch meinen Onkel David, wohnhaft zu Kimbersey in dieser Gegend, zurückbezahlt worden ist. Sie sollen diesen Brief, wenn nötig, als Beleg dafür vorzeigen und dürfen keinesfalls dulden, daß jener Mann das Grundstück und die Baulichkeiten in Besitz nimmt, falls Kapitän Thorbur sterben sollte, bevor ich nach Hause komme— was der Allmächtige verhüten möge! Das ist Alles. Ich erwarte in etwa sechs Monaten abreisen zu können. Euer Herr. Eldred Darl Thorburn.“ Hubert grinste etwas, war sich aber instinctiv be wußt, daß die Sache von ernster Bedeutung sei. Herr Esting faltete den Brief sorgfältig und geb ihn zurück. „Es freut mich zu hören, daß das alte Geschlecht nicht erloschen int. Thorburn von Thorburns, Hubert, ist einer der ältesten Namen in der englischen Ge schichte— nun, Simmons, um auf den Schadenersatz zu kommen, der Euch zusteht: Mein Neffe hatte kein Recht das Eigentum zu betreten, welches Ihr zu bewachen habt, und noch weniger Recht, Eure Hunde zu tödten. Aber Ihr werdet Euch erinnern, daß sie ihn angriffen, und wie ich hörte, meine Tochter gefährdet hatten, ehe er sie niederschlug. Die Sachlage ist nicht derart, das Ihr übergroßen Schadenersatz beanspruchen könntet. Fünjzig Pfund ist ungeheuerlich. Ich will Euch fünfzehn Pfund bezahlen oder, falls Ihr das vorzieht, will ich die Sache dem Friedensrichter um Schiedsspruche vorlegen.“ „Vom Schiedsspruch will ich nichts hören! Fünfzig Pfund verlange ich und fünfzig Pfund will ich haben, so oder so.“ „Nun“, meinte Herr Esking nach einem Augenblicke des Nachdenkens,„ich mochte gern tun, was recht ist und mich einem Nachbar freundlich zeigen. Aber Sie verlangen zu viel. Ich bin ein Handelsmann und kenne den Wert des Geldes. Sagen wir fünfundzwanzig Pfund— aber bedenken Sie wohl, das ist mein letztes Wort!“ „Ich sage fünfzig Pfund, und das ist mein letztes Wort!“ „Sehr wohl! Ich erwarte, daß das Gericht Euch ganz abweisen wird, zumal ein so reichliches Gebot Euch nicht genug gewesen. Wirklich“, fuhr er fort, zu sich selber sprechend,„es ist mir unklar, weshalb ich überhaupt so viel geboten. Guten Abend, Simmons!“ „Guten Abend, da Sie so höflich sind, und angenehme Träume.“ „Ich vermute, Du bist der Mann in der Nachbarschaft, der Kapitän Thorburn Geld geliehen?" fragte Hubert neth einer Pause,„sein Nesse ist nicht sehr dankbar dafur.“ „Wir erwarten keine Dankbarkeit in Geschäftssachen. Ich hatte Lust zu seinem Besitz, ich war bereit, dafür zu bezahlen, dieser junge Mann zieht vor, es zu behalten und zahlt mein Darlehn zurück. Sehr wohl.“ „Ich hörte, Du hättest dem alten Thorburn eine (Jahresrente verschrieben?" Herr Esting zeigte weder Ueberraschung noch Mißfallen.„Ich hätte es gern getan, aber er verweigerte seine Zustimmung. Die Klatschbasen in Shuttleton jassen die meisten Sachen am falschen Ende. Kapitän Thorburn wollte nur eine Hypothek, und ich fügte mich, da ich dachte, es wurde schließlich auf eins herauskommen.“ „Und David Thorburn hat dieselbe zurückgezahlt?“ „Ja.“ Hubert verspürte keine Lust weiter zu forschen. „Das war ein seltsamer Brief, nicht wahr?" „Der des Erben? Ja, er int seltsam. Der junge Mensch hat offenbar Charaster. Seine Ausdrücke sind einfach, aber es ist Kraft genug in ihrem Inhalt.“ „Wie viel Wiederholungen von Onkel und Kapitän Thorburn waren wohl darin?“ „Ziemlich viele.“ „Der erste Thorburn heiratete die Tochter eines Boers, und sein Sohn wurde dort in Afrika geboren. Eldred ist meines Erachtens mehr als halb holländisch; bestandiges Hinweisen aus die Verwandten ist ein Charakterzug der primitiven Gesellschaft, besonders im Stadtum des Hirtenlebens. Blutsverwandtschaft, mein teurer Hubert, ist überall da, wo man noch weit verstreut lebt und in täglicher Lebensgefahr vor Sklaven oder einer unterdrückten Klasse steht, beinahe das einzige Band der menschlichen Gesellschaft, und wird dann auch dementsprechend wertgehalten. Die Urgeschichte unseres eigenen Volkes ist nicht zu verstehen, wenn man nicht diese große Bedeutung der Bande des Blutes bestandig im Auge behält.“ „Aber in der Kapkolonie schwebt man doch nicht in bestandiger Lebensgejahr?" „Die Zeit, wo dies noch der Fall war, liegt nicht so weit zurück, und Gewohnheit überlebt die Ursache, der sie entsprungen. Außerdem schreibt Eldred Thorburn aus Filjiesfontein bei Tauns. Ich bin durch das Altertum nicht so ausschließlich in Anspruch genommen, daß ich das Lesen der Tageszeitung versäume. Tanns ist in letzter Zeit oft genannt worden. Ich weiß nicht, wo es liegt, aber der Name hängt mit der Freibeuter=Expcdition des Transvaal zusammen.“ „Möglicherweise ist Arthur Mendel ihm begegnet?“ meinte Hubert. „Ist der junge Mendel in Südafrika gewesen?" „Ja. Sein Vater gestattete ihm die Reise unter der Bedingung, daß er sich eingehend über den Stand der christlichen Mission bei den Kafsern unterrichtete. Aber ich glaube, in Wirklichkeit konnte Arthur die Bruder und die Gebetsversammlungen hier nicht länger aushalten.“ „Höchst wahrscheinlich. Er ist ein junger Mann, der selber nicht weiß, was er will. Hatte er die Absicht, auch die Freibeuter zu besuchen? Dann könnte er Thorburn leicht begegnen, der vor seiner Verwandlung in das Haupt eines der ältenen Adelsgeschlechter Englands einer von diesen Flibustiern gewesen zu sein scheint.“ „Du wirst da also einen schlimmen Kerl als Nachbar haben!" „Das folgt nicht notwendigerweise. Seine Moralität ist die der Boers, und die angesehensten Familien unter den holländischen Kolonisten sympathisieren mit den Freibeutern. Meines Erachtens ist auch das ganz natürlich!“— „Jedensalls kann der Erbe dabei leicht zu Schaden kommen getödtet werden, wie?“ Esking nachlässig und erhob sich vom Tische.„Nun, Hubert, ich pflege meine Abende in dem Urkundenzim mer zu verbringen. Meine Empfehlung an Deine Gemahlin, und mache sie mit dieser meiner Gewohnheit bekannt. Falls Du Lust hast, mir Gesellschaft zu leisten, soll es mich freuen.“ Nuthe war im Salon, betrachtete die tausenderlei Kleinigteiten und befragte ihre Konzine über dieselben. Sie biltigte gnadigst Huberts Vorschlag, ihrem Wirt noch Ghesellschaft leisten zu wollen. Auch Hilda lachelte zunimmend. Herr Esling rauchte eine lange Tonpseise und nippte dann und wann aus einem schwach gemischten Glase Whieln, während er zwei Bände in kleiner verworrener Handschrift, die Hubert unleserlich als Griechisch erschien, mit einander verglich. Er legte sie bei Seite, zeigte auf einen alten Lehnstuhl und schickte sich zum Plandern an. „Du bist gewiß überrascht, mich dieses altmodische Ding gebrauchen zu sehen“, seine Tonpseise in die Höbe haltend.„Erstene habe ich die Gewohnheiten unserer Vorfahren gern: zweitens, und das int von noch größerer Bedeutung, habe ich die Entdeckung ge macht, daß unsere Vorfahren in ihrer Wahl einer Pseise ebenso weise waren, als in den meisten aideren Dingen. Ich habe beinahe jede Art des Rauchens versucht und für meine Zwecke keine derselben der langen Tonpseise auch nur annähernd zu vergleichen gesunden. Ich lasse sie auf meinem Arm ruhen, siehst Du o, wenn ich lese oder schreibe: ich halte sie in der Hand, wenn ich rede oder umbergehe. Der Rauch einer Zigarre kommt mir in die Angen, und dabei int stets eine Hand in Anspruch genommen. Ein Nargileb muß ich bei Seite legen, wenn ich durch daes Zimmer zu gehen wünsche. Nichts ist für einen viel studierenden Mann besser geeignet, als eine Tonpseise.“ „Ich werde in Zukunft nie etwas Anderes rauchen!“ rief Hubert, ihm eifrig zustimmend. „Gedenks Dm etwa viel zu uudieren? Aber viel leicht tne ich Dir Unrecht. Ich sollte sagen: studierst Du viel?" „Nun, ich hatte noch wenig Ermutigung dazu. Ou kel. Wenn ich lange bei Dir bliebe, so glaube ich, daß ich an Deinen Beschäftigungen viel Interesse finden wurde. Was sind dies hier für alte Bücher?" „Dies,“ erwiderte Herr Esking mit einem etwas spottischen Lacheln, ist eine sehr frühe Abschrift von Erzbischof Alfries Wörterbuch, und das andere wurde mir von einem Freund in Brussel geschickt, der es für jene Abschrift desselben Werkes hält, welches sich im Besitz des Malers Rubens befand, aver seit seinem Tode gänzlich verschwunden war.“ Huvert meinte, er dürfte wohl die Bemerlng wagen:„Wirklich?" „IIch neige aber zu der Meinung, daß es noch ein ganz anderer Coder ist. Du erinnerst Dich natürlich daß die Rubenssche Abschrift von Junius übertragen wurde, dessen Arbeiten in der Bodleian Bibliothet aufbewährt werden. Mein Freund hätte sie nach Oxford schicken sollen. Ich denke, man würde finden, daß es von dem Juniuscoder ebenso sichtlich abweicht, wie von meinem eigenen, welcher, wie ich mir zu schmeicheln erlaube, das eigentliche Original sein dürfte. Ist dem wirklich so, so hat die Brüsseler Abschrift einen großen Wert. Vielleicht möchtest Du als Einleitung zu Deinen Studien hören, aus welchen Grunden mein erfreuliches Vertrauen beruht, daß dieses mein Manustript die ursprüngliche Arbeit des Erzvischofs Afric ist?“ „Ja, Onfel, ich würde es sehr gern hören,“ stam melte Hubert in fassungslosem Entsetzen. Herr Esking breitete die Bände ernst vor sich aus üffnete feierlich seinen Mund und lachte dann leise vor sich hin. „Nein, mein lieber Junge, ich will Dich nicht unter Deinen törichten Worten leiden lassen. Junge Helden sind nicht die Art Männer, denen etwas an alten englischen Wörterbüchern liegt. Wir wollen uns lieber von Dingen unterhalten, die Dich wirk. lich interessieren. Wähle selbst Deinen Gegenstand.“ „Nun,“ meinte Hubert sehr erleichtert,„ich möchte gern etwas von Thorburns hören. Es ist ein ganz absonderliches altes Gemäuer.“ „Einige Teile davon sind meines Erachtens die ältesten Baulichkeiten in England, soweit derzeit noch benutzte Wohnhäuser in Frage kommen. Die Thor burns besaßen es schon seit undenklichen Zeiten, so berichtet wenigstens die Ueberlieferung— als De Warenne, Earl von Surren und Regent von Schoft land, Gefallen an der Lage des Hauses fand. Edward Thorburn schlug einen guten Preis und einen freigiebigen Austausch ab; infolge dessen klagte der Eatl ihn des Hochverrats an; er entfloh nach Schottland und fiel in der Schlacht von Falkirk." „Ist das der Mann, der all seine Wertgegenstände vergraben haben soll?“ Hubert erinnee#e sich zu spät an Hildas Warnung und erwartete ängstlich die Antwort seines Onkels. Dieser blieb aber ganz gelassen. „Ja, Edward Thorburn. De Warenne ließ sein Haus niederreißen und baute an derselben Stelle ein kleines Jagdschlößchen. Der größere Teil der Hinterflügel, die Du von hier aus nicht sehen kannst, sind sein Werk; der mittlere Hauptbau ist großenteils aus der Zeit Heinrichs des Vierten und jene schöne Banketthalle, welche Ralph und David vor etwa vierzig Jahren unterminierten, ist aus der Zeit der Königin Elisabeth. Die Familie hatte stets einen Teil ihres Landbesitzes behalten und erlangte das Haus selbst beim Tode von De Warenne zurück.“ „Du nahmst es nicht übel, Onkel, daß ich den Schatz erwähnte?" „Keinesfalls; weshalb sollte ich?“ „Ich weiß nicht. Bist Du sicher, daß er in all diesen Jahrhunderten nie entdeckt wurde?“ Ganz sicher. Die Thorburns jeder Generation haben danach gesucht.“ „Der alte Kerl starb also ohne irgend Jemandem sein Geheimnis anzuvertrauen?“ „Sein ältester Sohn wußte es vielleicht, der siel aber zugleich mit seinem Vater.“ „Aber es ist doch nicht unmöglich, daß irgend welche Diebe— oder vielleicht die Arbeiter, welche bei all diesen Neubauten beschäftigt waren, darauf stießen?" „Fast so unmöglich, als nur überhaupt etwaß sein kann. Sie standen zweiselsohne unter scharfer Aufsicht, und die Stelle selbst zeigt keinerlei Spuren, daß don jemals gegraben worden.“ „Aber ich bitte Dich, Onkel! Du redest ja, als ob Du wüßtest, wo er liegt.“ „Ja ich weiß es.“ Hubert war sprachlos. Nachdem er einen Augenblick seinen Onkel angestarrt, fuhr ihm die Frage heraus:„Und wo liegt er?“ Fortsetzung folgt. 0 der junge hue und der ate ArbeiterVeteran Stötzel. An die Auseinandersetzung, die am 18. März im Reichstage zwischen dem sozialdemokratischen Ber treter Bochume Abg. Jur und dem auf dem Boden des Zentrums nehenden Abg. Stotzel der Arbeitsverhaltnisse in der Krunpichen Jabrik stattgesunden hat, war von der„Wendeutschen Ar die Bemertung gernupst worden: übrigen verteidigte er 1Stopell sich gegen die rüden, personlichen An empelungen des Aba. Jnc Diese Auslassung hat Herrn one verchtlaßt, dem Blatte folgendes Schreiven zugeben zu lassen: „Bochum, den 26. März 1904 Sedr geedrte Redattion! In Nr. 13 der„Wesideuschen Arbeiter Zeitung ieie ich auf der 2. Seite um. der lsherschrin:„Aus dem seutschen Reic— nane den Herrn Abg. Siete Frude. personlich anarnn war mir in der Tat ganz neu Damu Sie sut von de. ndernIneme Jungen“, die ich nam Iher: Behaurtung gegen Hertn Sioge verrracb. seion urerzeien Ahnen ein Stenogramm nun zu ulwers. den. baben und mir die„ruden perionhe näder dezeiichnen Von Ih= Luebe An geschminkten Wadrben dart ich wob. emnmten, daß Sie nach dem Studium des Stenenlamms Ihren Lesern mi. teilen, welche Fruden person= Autempelungen“ ich mi. gegen Herrn Stopel erlamtmmt nelte per Lönlichen Anrempelungen Her: Ahr Sto###e sin ver teidigte". Vertrauen am Ihlee# henrahrten Belenner mut verbleide ich mit vorzugcke: Hola Ihr er. gebenger 8 910(21 Trotz der unverschamten„rnden Anrempelung", die auch in diesem Brief des Aba. eine uns gegen über liegt, bemerkt das Organ der arbeitenden Stände, wollen wir ihm den Gesallenkun und unsere Leser etwas näher mit der Angelegenheit belannt machen. Bei Abfassung unseres Berichtes lagen uns: die„Koln. Volkszta.“ und der„Vorwarts“ als Ma terial vor. In letzterem in in Nr. 67 d. J. die Stelle, wo Hue gegen Stötzel polemisiert, wie folgt wiedergegeben: Ueder die Essener Arbeuerverdaltnisse soteche kvollie ich zunächst dem Abg. Stotzel als meinem älteren legen ubrlanen. Heiterkeu. Aber Herr Stotzel schweigt daruber Das unsete Kritt gerechtserngt ist, haben die madlen bewiesen.(Zuruf rechts: Marine Einr es hina rur an einem Fader so wäre Herr Stone! in Essen nicht gewählt worden. Ueber den Fall Hussener bat Abg. Stotze! im rotigen Jahre ja eine Interpellaiion eingebracht Von der Begründung dieser Interpellation durch Herrn Siotzel war man in essen allgemein entlausor Der Entrustungssturm in der Bevölderung uud die gleichgültige Rede der Abg. Stotzel— das war nennan wie emn Wildbach und ong dahinfließendes uickerwasser(Sehr ant bei den Sozialdemoktaten. Der Spert. und Fcitdruck findet sich im Orignal selrst.) Nach demselben„Vorwärto"=Berichte fuhrte der Abg. Stotzer##n seiner Verteidigung u. a. an: Herrn Ques Ausführungen batten mit dem Marine=Eiat nichts zu tun.(Sehr richtig! im Zentrun. und techts.: Wir häuten diese Frage ern bei den späteren Resolutionen zur Sprache gebracht. Auch Herr Bedel bat sich namens der sozialdemetratischen Fraktion mut diesen verstanden erklatt, al ne heute durchbrochen. Sehr richtig! im Zentrum und rechts.)" Der Aba. Hue hingegen verwahrt sich dagegen, als habe er im Falle Hussener den Abg. Stötzel be lehren wollen. Im übrigen bemerkte er: rr Stötzel erweist#ich uns####genüber als recht dankkar. in er doch lediglich infolge unseres passiven Verhaltens 1898 gegen Herrn Krupp gcwahlt worden Laß die Arbener sen- Haltung mar verseben beweist die Tatsacke, daß unsere Stimmenzadl in enen von 25#.= auf 45000 gestiegen ist.(Die Zahlan sind salsch. Die Stimmenzahl stieg von 4500 in 189- auf 23 000 in 1903 Die Red der Westd Arb=Zig.) Bei der nächsten Wahl werden die katholischen Arbeiter in noch größerer Zahl iottaldemotranschen nau#a#en stimmen weil sie winer das wir ihre Interessen vertteten. Bravo. der de Sa.demotraten. Wir haben bier fährt die„Wendeutsche ArbeiterZeitung“ fort. die Stellen aus der Rede des Abg. Hue herausgegrissen, in denen er sich mit seinem Kollegen Stötzel beschäftigt und die damit in direktem Zusammenhang stehenden gegenseitigen Erwiderungen Man kann nicht sagen, daß wir dadurch das Bild einseitig entstellt haben, denn durch das Herausziehen der Zitate aus dem ausführlichen Bericht im„Vorwärts“ bleibt deren Sinn was wohl aum der Abg. Hue zugeben wird, vollständig derselbe. Auf Grund dieses Berichtes nun haben wir dem Abg. Hue den Vorwurf rüder personlicher Anrempelung gemacht. Das trifft allerdings nicht ganz das Richtige, eine schärfere Bezeichnung ware hier am Platze gewesen. Aus dem ganzen Auftreten Hues gebt deutlich die Absicht hervor, dem Abg. Stotzeeins auszuwischen, ihn bei seinen Wahlern zu verdächtigen, als vernachlässige er seine Interessen Im guten Glauben, daß auch von den Sozialdemokraten gegenseitige Abmachungen eingehalten werden und es später bei den Resolutionen Gelegenheit geben wurde, o##f die Arbeiterhältnisse seines Wahltreises zurückzukommen, meldet sich der Abg Stötzei nicht zum Wort beim Marineetat Herr Hue erkundigt sich fursorglich, ob Herr Stotzel in de: Rernerliste steht und meldet sich schleunigst zum Wort, um sich dann mit der bekannten Biedermannsmiene aufs Podium zu stellen und der Welt zu demonstrieren, dan cr. Huc, infolge der Pflichtvergessenheit des Abg. Stetel gezwungen sei, die Interessen der Kruppschen Arbeiter zu vertreten. Ein Herrn Hue nahestebender, im Ruhrrevier tätiger Parteigenoffe schrieb zurzeit im„Weckruf“, daß ihm Hue)„jede Geinesversassung gelausig“ sei, und den Eindruck erhalt man allerdigns aus dem ganzen Auftreten Hues, speziell chis der Auslassung Hues über die Interpellation des Abg Stötzel in Sachen des Falles Hüssener. Auch hier galt es. die Entrustung der Essener Bevölkerung zu schildern. Dazu mußte die Rede des Abg. Stötzel herangezogen werden. Diese soll„gleichgültig“, gewesen sein, wie„ölig dahinsließendes Zuckerwasser“. Herr Hue hat eben nicht bedacht, daß die skrupellose Hetze, welche sozialdemokratischerseits an den gewiß verabscheuungswurdigen Fall Hüsse ner geknüpft wurde, nicht jedermanns Sache ist, es gehört dazu wieder eine gewisse„Geistesversassung die glücklicherweise der Abg. Stötzel nicht hat. Der Sozialdemokratie ist es offensichtlich nur darum zu tun gewesen, den Fall Hüssener für die damals be vorstehende Reichstagswahl parteipolitisch auszu schlachten. Dets zeigte die Art, wie die zu dem Zweck einberufenen Versammlungen geleitet wurden und der Ton, den die unzähligen Redner anschlugen. Das ganze lief auf eine verleumderische Kritik der Zentrumsfraktion wegen ihrer Behandlung mititärischer Fragen und auf eine Verherrlichung der so sozialdemokratischen Verneinungspolitik un diesem Gebiete hinaus. Es handelte sich darum, vor allem den verhaßten Arbeiter=Vertreter des Zentrums mant zu setzen. Von diesen Gefühlen war auch Herr Hue geleitet, als er im Reichstage den Streit mit Herrn Stötzel vom Zaune brach. Nachdem die Wahltreise Dortmund und Bochum von der Sozialdemokratie erobert sind„ist der Wahl kreis Essen das nachste Ziel. Da dieser von einem Arbeiter, dem früheren Metallarbeiter Stötzel ver treten wird, der von der Essener Arbeiterschaft mit großer Majorität zurzeit gegen Krupp gewählt wurde so int die Sache hier etwas schwieriger. Die Taktit der sozialdemokratischen Portei schlagt nun zwei Wege ein, um Stötzel zu sturzen. Der erste Weg ist die konsessionelle Verhetzung der Arbeiter, wie sie sich besonders bei der letzten Gewerbegerichtswahl in Essen gezeigt hat, und der zweite Weg ist die Verkleiner ung des Abg. Stötzel bezuglich seiner politischen Ta tigkeit, zu der Abg. Hue wieder einen Beitrag gel liefert hat. Wir wissen nicht, ob der Abg. Stotzel bei seinem Alter und seiner geschwächten Gesundheit über 5 Jahre noch gewillt ist, das Mandat zu be halten. Ist er dies, dem Wunsche der katholischen Arbeiterschaft Essens entsprechend, so werden unsere Freunde in Essen aller Verkleinerung des Abg. Hue zum Trotz„ihrem Stotzel“ wieder zum Siege der helfen. Es in aber gut wenn unsere Essener Freunde die Taktik der Sozialdemotratie im Auge behalten und geeignete Gegenmaßregeln egreisen Darauf aufmerksam zu macher hat der Abg. Hue uns in dankenswerter Weise Veranlassung gegeben. Wenn nun Abg Hue plötzlich so gartfuhlend gworden int und sich an den Auscruck„rude Anrem pelung“ stößt, so seht dies einem Manne schlecht der in seinem Kampfe gegen die chrinlichen Arbeiter die gehässignen Mittel zu benupen pflegt Der bos hafte, zunisch=höhnische Ton seines an uns gerichteten Schreibens zeigt auch, daß es ihm mehr um eine Her ausforderung, als um ein: sachliche Behandlung des Falles zu tun ist An seine Adresse ging zurze# die Weisung des Vorsitzenden des sozialdemotranschen Bergarbeiter=Verbandes, Moller, die christlichen Arbeiter zu streicheln und die Fuhrer vor den Bauch zu treten. Und darnach hal er bis heute redlich gehandelt. Ob unsere Bezeichnung„rüde Anrempelung“ zu scharf oder vielleicht noch zu schmach war mogen unsere Leser beurteilen, wenn sie den obigen Bericht des„Vortwarts“ mit folgendem Auszug aus dem ste nographischen Berichte ver gleicher: Ich habe jet: spen#ell den Wahlkreis des Herrn A#geordneten Store##m Aune. Ich setzte voraus, da sich der perr Sollege nac ren Vor angen in Essen zur Won gemeldet batte. u hatte gerne ihm als alteren Kol jeger und Vertreter den Vortang gelassen, und erk mis ee ei sick in die Rednerliste kave eintragen lanen Ta er ei abe: richt getan datte so sab ich mich doch im Aufnen meine: ivezllen nreunde von der##uma veranlaß: hier zu erottern, wie die Denge dort negen .. Wii danten im Jahre 189. ion#aldemotransche Stimme keren 23000. Und es bing nur an einem Faden. der ich gleich erwadne, dann ware der Herr Kollege Stotzel nich: dier als Vertreier von Essen, sondern ein sozialdemoka. nscher St Hüffener in einer Interpellaro- dei Essen von der Imerpellaion ehr enttauscht gewei ich mon gesagt habe. von der setretars nicht, aber von der Bearundung der Inte####ella. non durch den Vertreter unserennn man den Sturm der Enrrüftung vergleichk: der da in der erregten E Kollegen Stotze! ##ildbach mit einem olig dahinließenden„Zuckerwasser vergleicht.“ In seiner Erwiderung gegen die Verteidigung Stötzels hat Hue auch nach dem amtlichen Steno gramm der Auffassung nicht widersprochen, daß es zwischen den Parteien ausgemachte Sache war, die Arbeiterverhältnisse nach Ostern zur Sprache zu brin gen, die Essener bei Behandlung der staatlichen Sub missionen. Der Passus über die Undantbarkeit Stotzels gegenüber der Sozialdemotratie lautet im Stenogramm wie folgt: Ohne die Sozialdemokratie war Herr Krupp im Reichstag und Herr Abgeordneter Stotzel(1) daran, Herr Abgeordneter Stötzel wollen Sie sich bitte auch er innern! Und noch mehr, wenn Herr Stotzel von„Agita tionsrede“ gesprochen hat und die Sache auf einen ganz anderen Standpunkt verschieben wollte, so mochte ich d#ein erinnern: Herr Stötzel ist im Jahre 1877 zum ersten Male in den Reichstag gewählt worden— und zwal den Willen des offiziellen Zentrums— deshub, weil da mais schon die Sozialdemokratie ihn gegen das offizielle Zentrum unterstutzt und in den Reichs#g geschickt hat! Ich nehme an, es ist eine gewisse Undanioneten mon gegerwartig Herr Stötzel so auftritt. Ach, ich erincere iln an die schone„Zeit des Mai“, an die Ze't wo Sn# Herr Stötzel—— mit dem Herrn Kaplan AaufLaaf die Agitation unter den Arbeitern trieven, wo die nanon liberale Presse eine ganze Menge hübscher„get#erei anting! Das war die Zeit, wo die Scharfe umerer ug tatte# an Ihren Ton nicht heranteichte. Daß Sie Bur gerau teben, daß Sie es„nicht wieder tun wollen“, da in von Ihrem Stardpunkt aus er'num. aber laß enAibee#c: einas anderes erwarten habea oen emn S otze cas hat das Anschwrellen. oa.demotatischen S. uimen zahl von 4500 in 1898 auf 23 0000 in 1903 ke# sen Nach alledem gehi unser unmaßgebliches Urtett dahin, daß der Abg Hue den Abg Siotzel nicht nur rudr angerempelt hat, sondern in echt hinterliniger und demagogischer Weise ihn bei seinen Wahlern zu verdächtigen suchte. Die Ausführungen Hues betreffs der Wahl des Herrn Stopel mochten wir nicht ohne Widerspruch hingehen lassen, da auch sie der Wahrheit zuwidetlau sen. Zunachst war bei der Wadl im Jahre 1877 nicht die Sozialdemokratie entscheidend„die damals uus weislich der Statistik noch keine Nummer hatte, son dern die liberale Partet. Die letztere rechnetdatauf, daß, wenn durch die Wahl des Arbeitettan oldaten einmal ein Riß in die Zentrumspattei de bracht worden, es ein leichtes sein werde, freie Bahn fur den nationalliberalen Randtdaten zu gewinnen Deshalb versuchte man es 1878 nach der Auslosunn den Reichstages infolge des Nobilingschen Anen lates mit der Kandidatur des Herrn Alfred Krupp. Die Entscheidung stand auf des Messers Scheide aber die Hoffnung auf eine Spaltung in nerhalb der Zentrumspartet hatte grundlich getione, Die 1877 getrennt marschiert waren, sunden sich heute wieder einig und geschlossen zusammen und brachten Herrn Stötzel zum Siege. Herr Huc fuhrt es auf Eingreisen der Sozioldemokratic zuruck, das verr Stotel 1948 gegen Berrn Fried. nist. Krupo ar wahic wurde. Die Gerechtigkeit hatte es gesordert, senzustellen, daß unmittelbat vorher(1893), trotzdem die Auflosuung des Reichstages wegen Ablehnung der Militärvorlage erfolgt war und die Sozialdemo traten mit Herrn Stotzel zu den Gequern gezahl. hatten, denn noch die Essener Sozialdemo kratie gegen Herrn Stotel bei der Stichwahl den Ausschlag gegeben hat. 1818 hatte die Sozial demok ratie einen nicht wahlbaren Kandidaten a## gestellt, der 4500 Stimmen erhielt. Daß sic das um der schönen Augen des Zentrums bezw. des Herrn Stötzel getan, glaubt doch Herr Huc wohl selbst nicht Unter dem Drucke der großindustriellen Wahlbeein flussung war es die Sozialdemokratie, die ihr Haupt kontingent unter Kruppscher Arbeiterschaft hat, voll ständig ausgeschlossen, irgendwelchen größeren Er folg zu erringen. Wenn es sich darum handelt, ihrer Ueberzeugung unzer Gefahren Ausdruck zu geben, dann versagt die Essener Sozialdemokritc, bezw das Heer der Mitläuser, wie sich bei dem für die Sozialdemokratie blemablen Ausgang der jüngnten Landtagswahl wieder drastisch gczeigt hat. Es war darum ettel Renommage, wenn Herr Hue davon ge sprochen hat, die Sozialdemokratie sei jedal saus schlaggebend daran beteiligt gewesen, dem Herr Stönel in den Reichstag gekommen is. In die un ehrliche Kamofesweise des Herrn Hue paßt ein derartiges Vorgehen aber ausgezeichnet hinein. Aus Sachen, die er gar nicht kennt, wie die Geheimnihe der Well von 1877, zieht er seing falschen Schlusse, über Vorgänge, die ihm ganz nahe liegen, liefert er ein unwahres, völlig entstelltes Bild— ganz, wie er glaubt, daß es den Interessen der Sozialdemokratie dienlich sein kann. Eine fliegende Armee und ihr Werk. Mitgeteilt von P. U. Zell=Vorderindien. (Nachdruck verboten., In unserer Nachbarschaft ist eine Methedinen: schule. Amerikanische Missionare suchen den schwaren Jungeichen Vorder Indiens abendländische Nultur zu vermitteln. Heute scheint das junge Volt besonders am aufaelegt zu sein. Rufe der leberraschung, des Erstannens, des Entzuckens dringen zu unserer nillen Behausung heruber. Was mag wohl der Grund dieser Sonntgostimmung sein? Wir schanen zur standigen Landuraße hinaus und sehen ein Heei veranrucken, dessen Zuge und ommastonen den den schwarzen Jungen mit Hurrn emptunge: werden. Diesmal sind es aver keine englischen Nenmenter, die mit ihren am geschutten Musikern und unermudlichen Trommlern u. Dudelsackpseizern un der Tpitze in die Garnisonostadt Poona ciuraten. Die Vorheit eingeborener, seindlicher Truppen erscheint. Glucklicherweise hatte der Generalsab der nachruckenden groten Armee nicht den Beschlun gesam, in diesen sonnverbrannten Ebenen eine Schlacht zu schlagen. Ja nicht einmal Quartier und Lebensmittel beansorucht die stiegende Truppe. In Etlmarschen gehi es weiter. Bald hören wir, daß diese Vorhut in der großen Ebene von Seiara eingetrosten und Quartier für sich und die numittelbar nachruckende Armee regutriert hab. Zu einem Ausflug in die Hochebene von Satara mochte ich den verehrten Leser eintaden. In fünf Stunden fahrt uns ein Bummelzug der brittsch=indtschen Eisenbahn an Ort und Stelle. Es geht zuvor durch eine ode Steppe, in der nnt spärliches sonnverbranntes Gras und verrruspettes Gestrauch, ausgetrocknete Flußbette und kabir Jeisen, magere Ziegen und arme Hirten zu sehen sind. Aber wir sind bald in Satara angelangt, und dann kommt es besser Da wechselt mit einem mal das Landschaftsbild. Wir biegen ein in eine Hochebene und sehen uns oloplich von einer oden Wune in einen großen, paradienschen Garten versetzt. Die trovische Pslanzenwelt breiter ihr. Vertlichtetten vor uns aus. Schlanke Palmen mit bietten Ktonen ragen in die Höhe. Niesenhafte. Baume senlen von gewaltigen Acsten ihre Lustwonizeln hereb anf den schwarzen Boden und schafsen sich so starte, naturliche Stutzen für idre reckenhaften Arme. Grüne Rasenteppiche im Wiesenarunde und unriger Pslanzenwuchs an den sonnigen Gelauden setzen den Abendlander in Stannen, bei seinem ernen Cintrin in dieses große Treibhaus in Gottes steier Nozur. Die zupfenreiche Hügellette im Hintergrunde steht, von einem überaus zarten, bläulichen Lichte übergessen wie in magischer Beleuchtung da. Die Ruinen einer alten Mahzarathe Zestung umtränu die ehernen Schlafen eines Beigkolosses. Wi hingezaubert liegt das Ganze da. wenn der Zauber nicht gerade gebrochen wird, durch die englischen Ranonen, die sich in die verlafsene Jehte eingenistet haben. In dieses romantische Tal zon das gesurchiete sliegende Hrer Beim Anzuge dieses Jeindes schwiegen die Geschutze der bruttschen Soldaten.(egen solche Armer hilft kein Bajonett und kein Schnellseuer, kein Reiterangritt und kein Artilleriegesecht. In Muriaden kam das seindliche Heer herangewälzt und besette das herrliche Land. Mude von dem weiten Marsche lassen sich dir kleinen Zeinde auf den Acien und weigen der Baume nieder. Krachend stürzen die stattnen Acste zur Erde herab. Die Menschen eilen erschreckt aus ihren Hütten ,und sammern und weinen in die Nettt hinaus, oo des Unheils, das so plötzlich über sie gekommen war durch den Einfall eines Heeres fliegender Heuschrecken.— Die langen Stunden der Nacht sind voruber. Die aufgehende Sonne hebi den Schleier des Dunkels von dem schönen Antlitze jener gesegeneten Ebene. Aber o Schrecken! Was ist in einer einzigen Nacht aus diesem Garten Indiens geworden? Ein Grauel der Verwustung! Die Hauptstraße, eingesäumt von zwei Reihen prachtvoller Bäume, ist verbarrikadiert. Unter der Riesenlas der Heuschreckenschwärme senken sich die kraftstrotzenden Arme der Banianbäume und stürzen frachend auf die Straßen und Jelder nieder. Da liegt auer über die Straße der Hauptarm eines gigantischen Banianbaumes. Ein Augenzeuge berichtet, daß dieser kolossale An in seiner Basis 15 engl. Juß im Umsange mißt. Der Stimm des Baumes ist in drei Teile gespalten. Er hat vielen Stürmen siegreich die Stirn geboten und ist in mehr als einem Gewitter gestanden, die mit elementarer Gewalt hier zu Lande niedergehen. Nun hat ganz unversehends ein elender Heuschreckenschwarm ihn zu Tode gedrückt. Ein Trost aber ist dieser gefallenen Größe geblie. —