1994 um die Erde geden wollie, in einem Anzuge aus, der aus Zeitungen im Wen: von 2 Penny gesertigt war. und diesen trug er, bis er genugend weld eingenom men hatte, um sich einen wasserdichten Anzug anzu schaffen. er errenme vor einigen Monaten Britisy# Kolumdia, und hatte 336579 englische Meilen zurück gelegt. Zwei andere junge Leute, Samuel Avel aus Hinckler und peurv Insull, waren ahnlich ausgerunet, der erne nahm auf seiner Reise einen Kosfer und eine Kamera, sein Kamerad sogar nur ein Notiz buch und einen Jederniel mit. Das Heldenpaar brach vone einen Penny in den Taschen aus, in der Ab sicht, ihrr Reisclosten durch literarische und photo grupbische Arbeiz zu bestreiten. Ein junger dauischer Journalist, Marius Schroder, brach vor einiger Zeit zu einer sehr merkwurdigen Reise um die Wett auf Es haudelte sich um eine Wette; die Bedingungen waren, daß Schroder ohne einen Psennig ausbrechen sollte und daß seine Hande 22 Stunden jeden Tag geseffen: sein sollten, nachdem er Newyork erreicht hatte. Seinx Reise von Liverpool nach Nework ar beitete er als Heizer; nach seiner Landung in Amerika begann der abenteuerliche Teil seiner Reise in Hand schellen, wobei ei in seinen freien Stunden genügend erwerden mußte, um seine Reisekosten zu bestreiten. Noch überraschender war des Unternehmen eines bei gtschen Sportmannes, der von Brussel aus sich auf eine Reise um die##maner Worri er nnd warts ging. Unglucklicherweise hegt kein Bericht übe den„Fortschritt“ seiner Reise vor. Ein funfzehn jähriger Junge, George Harold, verließ im Oktober 1888 seine Heimat in Kalifornien„mit 2000 Mart in der Tasche und der ausgesprochenen Absicht, in zehn Jahren seine Reise zu beenden. Wahrend seiner langen Wanderschaft hatte er einige böchst interessante Er lebnisse und brachte außer den 20000 Mark eine Pseise mit, die ihm Kruger geschenkt hatte, einen alten Rock, den er vom Prasident Me Kinlan erhalten hatte, und einen eigenhandig geschriebenen Bries von König Eduard— damals Prinz von Wales. Eine tuchtige Leistung wird von einem Kapitän Trevallyu berich tet, der im Jahre 1895 mit zwei anderen sich auf einen Wettmarsch um die Eroe aufmachte; die Bedingungen waren, daß jeder Wanderer einen Last von 34 Kilogramm tragen mußte und ausschließlich von Geld eristieren sollte, das ihm freiwillig gegeben wird. Der Kavitan fuhrte seine Reise in vier Jahren aus, während seine beiden Gefährten unterwegs gestorben sein sollen. Anton Hauslian, ein Oesterreicher, hat vor nicht allzu langer Zeit in, 250 Tagen 11 265 Kilometer zurückgelegt, wobei er einen Stoßzwagen vor sich einberfuhr, in dem seine Frau und sein Kind en. Er brach aus Wien aus, und sein Ziel war # Hanslian von einem Bericht= See vollkommen austrocknete, so daß der Seeboden interviewt wurde, sah er bebaut werden konnte. So nutzte Solymossy zehn San Franzisko. Als rstatter in Birminghern interbieidr wulde, sah sehr entkraftigt ans, sein Schultern waren von dem Jahre lang über 100000 Joch nahezu unentgeltlich beständigen Stoßen des Wagen= gekrummt, und er aus, und als die Pachtzeit zu Ende war, war er ein hatte nur 1 oder 2 Mart in der Tasche. Er war; steinreicher Mann. Er taufte dann in allen für den jedoch voller Hoffnung, seinen Marsch zu vollenden Getreidebau geeigneten Teilen des Landes große Gü ter. Ein solches Gut erstand er in einer Versteigerung um 2 400000 Kronen, welche Summe er sofort nach dem Zuschlag bar erlegte. Sein Vermogen wird zurzeit auf 40 bis 50 Millionen geschätzt. 1896 wurde er in den ungarischen Freiherrustand erhoben und zum erblichen Mitgliede des ungarischen Magnatenhauses ernannt. ###glands Uebergang zum metrischen System. Ciner für den internationalen Handetsverkehr bedeutsamen Resorm ist eben in England die parlamentarische Zustimmung erteilt worden. Auf den Antrag des Lord Belhaven hat das englische Oberhaus in zweiter Lesung einen Gesetzesvorschlag angenommen, in dem die obligatorische Einführung des metrischen Maß= und Gewichtssystems für Großbritannien und Irland innerhalb eines Zeitraumes von zwei Jahren vorgesehen wird. Damit hat England einen Schritt nach vorwärts getan, der— wie Lord Rosebery gelegentlich der Debatte betonte— weit wichtiger für den Handelist, als alle von der Regierung vorgeschlagenen Zollremeduren. Großbritannien bildet bisher ach: sie haben einen breiten flachen Radreisen mit mit Dänemark und Rußland die Dreizahl jener euro nem Spurkreuz in der Mitte. Dieser wirft den päischen Staaten, in denen das metrische System noch sand auf jeder Seite auf und stellt für den flachen nicht allgemein eingeführt ist. In Dänemark ist die eil des Rades eine Schicht her, auf der es läuft. Einführung schon beschlossene Sache und auch in RußJeder Wagen hat beide Arten Räder. Die von den land handelt es sich nur mehr um eine Frage. Daß Genannten geleiteten Versuche sind unter Förderung das Dezinalsystem in England bis auf die Gegender ägyptischen Regierung unternommen worden, die wart leidenschaftliche Gegner gefunden hat, mag aus mit dem Ergebnis zufrieden ist und die Wagen ange dem Umstand ersehen werden; daß der Philosoph nommen hat. orhart Snancer in soinom Tonamon und so die 8000 Mark zu gewinnen„die ihm der „Newyork Herald“ für die erfolgreiche Ausführung seines Vorhabens versprochen hatte. Automobil in der Wüste. Bor kurzem ist ei nDampfmotor erfunden worden, der mit einer Besetzung von vierzig Mann über den losen Sand des Kudans mit einer Schnelligkeit von drei bis vier Meilen in der Stunde zu fahren ver mag. Der Gedante, den Motor als Beförderungsmittel in der Wüste zu gebrauchen, ist nicht neu; aber lange schien es unmöglich, einen Wagen zu bauen, der auf dem Sande fahren konnte: die Räder versanken darin und die Wagen standen unbeweglich. Jetzt ist es, wie die Zeitschrift Reform berichtet hat, zwei Engländern, George Winter und Josse Ellias, gelungen, Räder zu erfinden, die nicht einsinken, und war kommen zwei Arten von Rädern zur Verwendung, eine für ziemlich harten und eine für sehr weichen Sand. Die Räder der ersten Art sind etwa wie Triebrad einer Zugmaschine gestaltet; die Räder sehr weichen Sand sind sehv sinnreich und dabei Herbert Spencer in seinem Testament eine beträchtEiner der reichsten Männet Ungarns, zum mindesten einer von denjenigen, die ihr Vermogen durch eigene Art und eigenes Glück erworben haben das Herrenhausmitalted Baron Ludwig So lymossy ist im Alter von 72 Jahren gestorden. Solymossy entstammte einer einfachen Bürgerfannlie in Raab, war deutscher Herkunft und hieß ursprünglich Jalk. Er widmete sich der landwirtschaftlichen Laufbahn. Als im Jahre 1860 die Güter der Jamilie der Fürstin Esterhazy, die sich in mehreren Generationen durch ihre Verschwendungssucht ausgezeichnet hatten, unter Sequester kamen, pachtete Solymossy eines dieser Güter„das in Süttö am Neusiedler See lag, auf sehn Jahre. Ein glücklicher Zufall fügte es, daß gleich im ersten Jahre der Pacht, 180., der Neusiedler liche Summe für die Propaganda gegen das System bestimmt hat. Die Pflicht der Pietät wird in dem Fall wieder in der Weise erfüllt werden, daß die Er ben eine von Spencer verfaßte Gegenschrift drucken und verbreiten lassen. Als Pendant dazu sei erwähnt daß das metrische System sich in den letzten Jahren Sympathieen der gesetzgebenden Körperschaften in England verhältnismäßig rasch erworben hat. Die Zahl seiner Anhänger ist im Unterhause von 96 im Jahre 1900 auf 328 gestiegen.— Bei dem regen Handelsvertehr mit England liegt es jedenfalls auch im Intersse Deutschlands, wenn die beschlossene Reform die für den Handel zweifellos eine Erleichterung be deutet, baldmöglichst eingeführt wird. Verantwortlicher Redatteur F. Z. Knappe in Bochum. Verlag und Rotationsdruck der Märkischen Vereinsdruckerei. □ 6 4 □ 8 Achtung! 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März 1904 Prinzeßchen. 29. Erzählung von Mrs. Hungerford. Autorisierte Uebertragung von P. Wollmann. Nachdruck verboten. 27. Kapitel. Sie lacht wieder höhnisch und wendet sich nach der Tür. Nancy Blake, die nicht weit davon steht,weicht bei ihrer Annäherung zurück in unbewußter aber um so beredterer Verachtung. Aber das beachtete Katharina wenig; die Tür öffnend, schreitet sie in die Halle und erblickt vor sich— Solch ein zinerndes, schmutzbespritztes, angstbebendes Mädchen, in unvollständigem, zerrissenem, unordentlichem Anzuge, mir übernächtigen Gesichtszügen und wirren Haaren erblickt sie, daß sie es im ersten Augenblick kaum erkennt. Kann das denn wirklich das zierliche anmutige Prinzeßchen sein.“ Sie ist es! Mit kurzem Ausruf tritt sie auf sie zu, und indem sie ihre Hand fen auf Noras Schulter legt, dreht sie das Mädchen herum, dem hellen Tagelicht zu. „So sind Sie also nach Hause gekomment Mich wundert, daß Sie sich nicht schämen! Und noch dazu in solchem Aufzuge? Wo int denn Ihre Schönheit hin?" Des Mädchens trauriges Aussehen scheint ihr ganz besondere Freude zu bereiten.„Kommen Sie, Sie haben jetzt zu beichten,“ und sie zwingt das erschöpfte Kind, ihr zu folgen und einen Raum zu betreten, der Noras beunruhigtem, halb betäubtem Wahrnehmungsvermögen mit einer Menge Personen, deren Blicke sich anklagend auf sie richten, erfüllt zu sein scheint. Als sie das Torerreichte, hatte sie zwei von den Stalleuten getroffen, welche sie sogleich nach der Hütte schickte wo der bewußtlose Denis lag. Einen dritten Mann hatte sie nach dem Dottor gesandt, und, nachdem sie so alles für ihn geran, was sie konnte, verließ sie ihre so lange mühsam bewahrte Spanntraft. Es schien ihr, als ob etwas in ihrem Gehirn zerrissen wäre, als ob sie nints mehr denten oder empfinden könnte außer dem einen sehnlichen Verlangen, von Allen fern zu bleiben, allein, ganz allein zu sein und außer dem Bereich spähender Augen sich der tötlichen Ermattung hinzugeben, die sie immer mehr überwältigt. Da, als sie bemun war, unbemerkt in ihr Zimmer oben zu schleichen, begegnete ihr Katharine, und nun streckt Nora ängnlich beide Hände aus, wie um ne alle von sich abzuwehren. „Nora, Nora!“ ruft Lady Glandore, auf sie„ustürzend, aber sie ist nicht die Erste; Madame kommt ihr zuvor und hält das Mädchen in ihren Armen. „Nora, wo ist Denis? Wo ist mein Sohn?“ Das arme Kind ist einer Ohnmacht nahe. O, daß sie fliehen könnte! Sie blickt sich hülflos um und macht eine schwache Anstrengung, um von Madame freizukommen. „Nora, sprechen Sie,“ sagt Lady Glandore in freundlichem, überredendem Tone.„Wo sind Sie seit gestern abend gewesen?" „Im Walde," antwortet Prinzeßchen zitternd, halb bewußtlos die Worte gebrauchend, wie sie sich dieselben in den einsamen Stunden, die sie neben der regungslosen Gestalt ihres Vetters zubrachte, immer von Neuem wiederholt hatte.„Er ist jetzt geborgen. Die Männer müssen ihn gefunden haben.“ Sie kann sich nicht den grausamen Anspielungen Katharine Cazalets preisgeben. Wie, wenn sie in ihrer Wut ihnen die Szene im Garten erzählte! O nein, nein. „Ich verirrte mich; ich ging weiter und weiter. Ich konnte mich nicht zurückfinden. Es regnete. Es war ehr dunkel.“ Sie bricht ab und versucht, sich zu sam meln, aber es will ihr nicht gelingen; langsam sagt sie noch einmal:„Ich verirrte mich.“ Fräulein Cazalet lacht laut auf. „Verirrte Denis sich auch?“ fragt sie.„Es ist wirklich erfrischend, in dieser materiellen Zeit von zwei Wesen zu hören, die so entzückend kindlich und rein ind. Wirklich— Hans und Gretel im Walde!" „Schweig, Mädchen!“ ruft Frau O'Shaughnessy heftig. „Nein, ich will nicht schweigen. Sollen all ihre Intriguen, wie schamlos sie auch sind, ihr leicht gemacht verden?“ „Was für Intriguen?" fragt Nancy scharf.„Bekennen Sie wenigstens, daß Ihr erster Verdacht falsch war. Es hat keine Entführung stattgesunden.“ Ich bin trotzdem so fest überzeugt wie je, daß sie und nur sie allein— weiß, warum Denis von Hause abwesend ist.“ Bei dem Klange von Delanys Namen erschrickt Nora heitig. „Ha, sehen Sie das?" ruft Fräulein Cazalet triumphierend.„Leugnen Sie nun noch, wenn Sie können, daß sie etwas vor uns verheimlicht!“ „Nora, Liebste, versuchen Sie, uns alles zu erklären," bittet Lady Glandore, zu Nora tretend und ihren Arm um sie legend. „O, Prinzeßchen, wenn etwas zu sagen ist, so agen Sie es zoch!“ beschwört sie Fräulein Blake tief betrübt, mit Tränen in den Augen. Aber Nora versteht sie nicht mehr. Sie murmelt immer dasselbe:„Ich verirrte mich. Es war so dunkel und kalt.“ Ihr Blick umflort sich und ein angstvoller Ausdruck trilt auf ihre Züge. „Was!" ruft Fräulein Cazalet, langsam zu ihr sich niederbückend und dann Noras Kleid hoch hebend. „was ist das!— Es ist Blut!“ kreischt sie,„Blut! Sie hat ihn gemordet! Sehen Sie sie an, sehen Sie! Ich sage Ihnen, es ist Blut! Sie hat ihn getötet!“ „Seien Sie keine Törin!“ sagt Frau O'Shaugh nessy, aber ihre Stimme zittert. Das schreckliche Wort hat die Nebel zerstreut, welche Noras Denkvermögen umschleierten. An einen Tisch taumelnd und sich daran festhaltend, richtet sie die Augen auf Madame. Alles ist nun vergessen: der so natürliche Wunsch, sich, wenn möglich, vor einer harten Verurteilung zu schützen, hat sie verlassen; sie denkt nur noch an ihn und wie sie ihn zurückgelassen hat. „Schicke nach ihm!“ ruft sie heiser und flehend, und dann fügt sie hinzu:„Tadele mich nicht! Ver gieb mir! Ich konnte nicht anders! Er würde sonn gestorben sein!" Sie lehnt sich schwer gegen den Tisch; ihr Gesicht ist totenbleich; aber sie sind alle so aufgeregt, so von Schrecken erfüllt über ihre unverständliche Rede, daß sie vergessen, auf sie zu achten. Da kommt ein Ton von der Tür her, ein schneller Schritt— unter zehn tausend würde sie den erkennen — und ihr Vater ist da! O, die Freude dieses Augenblicks! Sie tut einen lauten Ruf, einen Schrei der Erleichterung:„O Papa, Papa!" und fällt besinn ungslos in seine Arme. 28. Kapitel. „Was ist denn das? Sieh mich an, mein Herzblatt, mein Schätzchen! Liebste Nora! Prinzeßchen!“ Ratlos beugt sich Delancy über sein ohnmächtiges Kind und schaut voll heißer Angst in ihr blasses, müdes Gesicht. Dann erhebt er plötzlich den Kopf und sieht Madame streng an. „Was hast Du ihr getan?“ fragt er zornig.„Ich lieh sie Dir! Ich vertraute Dir! Und Du— so giebst Du sie mir zurück?“ Er hält inne und blickt so grimmig um sich, daß siealle, wie Nancy Blake sich später ausdrückte, beinahe auf ihre Knice sanken. „Hatte Niemand unter Ihnen Mitleid mit ihr nach allem, was sie eben erlitten hat?“ Dies verstehen sie natürlich nicht, und er wendet sich wieder an Madame:„Antworte mir, was hast Du meiner Tochter getan?"„„„ der Cezähte 4904 Nr. 92. Der. Wrzähler. uncy Blate und Ladn Glaudere tun jetzt für Nora, was sie konnen, während Madame ihrem Schwager entgegemritt „O. Mann!“ ruft sie mit gebrochener Stimme,„Du hast sie, Du hältst sie in Deinen Armen; aber ich wo ist mein Sohn?“ „Hast Du es denn nicht gehört? Hat sie es Dir denn nicht berichtet?“ rust Delaney bestürzt.„Man sagte mir, ich möchte es Dir eröffnen; aber ich dachte, Nora wurde hinstande gewesen sein, zu reden.— Nun, sie bringen ihn hierher. Er ist verwundet worden und—“ „Er ist tot!“ sagt Madame leise, aber durchdringenden Toues. „Behüte Gott, meine Liebe, nein. Durchaus nicht, Es ist bei weitem nicht so schlimm. Jch hosse, er da, nun Nora! da ist mein gutes Kind!“— als das Biadchen jetzt die Augen öffnet—.„So ists recht, sieb Deinen alten Vater an! Er— er wurde, wie es scheint, von einem dieser wusten Wegelagerer überfallen— es muß einer dieser verwünschten Schurken gewesen sein, der auf ihnr schoß, und die Kugel ver letzte ihn, und sein Arm—. So, nun bist Du wieder mein liedes Madchen, nicht wahr, Herzchen? Wie konntest Du ohnmächtin werden beim Anblick Deines alten Baters?“ „O. sein Arm! Was ist mit seinem Arm?“ fragt die arme Mutter. „Er— ich fürchte, daß er gebrochen ist,“ entgegnet Delanen leise.„Ader hat Nora es Dir nicht gelagt““ „Nora! Nein!“ Sie sammeln sich alle um sie. „Was weiß sie von der Sache?“ „Nun, meiner Treu, alles.“ sagt der Vater, stolz auf Prinzeßchen niederblickend, welche jetzt, sicher in dem Schutze seiner Umarmung und etwas gestärtt durch den Wein, den Ladn Glandore ihr eingeflößt hat, mit einiger Fassung der Erzählung ihres Vaters folgt.„##s war ja eben Nora, die ihn in der Gewalt jenes Schurken sand und irgendwie rettete. Ich weiß selbst noch nicht alles genau, aber es muß ihr gelungen sein, ihn in eine Art Hütte im Walde zu schleppen, und da blieb sie die ganze Nacht bei ihm, ihn pflegend seine Wunden verbindend und— ihn vor der Kälte schutzend mit ibren eigenen paar Unterkleidchen.— Bei meinür Seele,“ unterbricht sich der Vater, wäbrend sich ihm zwei Träuen die Wangen hinunterstehten,„sie ist eine Heldtn, das muaß ich sagen, obgleich sie metn eigen Fletsch und Blut iak“ „O. Nora! Aber warum sagtest Du uns das nicht, Herzchen?" ruft Madame vorwurfsvoll, das Mädchen tunig in ihre Arme schließend und sie herzüich küssend.„Zu wissen, daß er lebte—“ Da wird die Tür leise geöffnet und der Haushofmeister steckt seinen grauen Kopf herein. „Verzeihung, gnüdige Frau, die Leute haben den Herrn gebracht,“ sagt er mit aufrichtiger Betrübnis und Tellmetume. „Bringen Sie ihn hierber," befieblt Delanen schnell, und schicken Sie noch einen Boten an den Doktor.“ Er ist bei vollem Bewußtsein, als sie ihn auf seinem improvisierten Lager, einer mit Mänteln bedeckten Tür, hinein tragen, und sein erstes Wort gilt der Mutter, die sich in lautlosem Schmerze über ihn neigt. „Liebe Mutter! Es hätte schlimmer sein können.“ sagt er schwach mit einem rührenden Versuch, seinen gewöhnlichen leichtherzigen Ton anzuschlagen, und dann blickt er suchend um sich:„Nora?“ „Sie ist hier,“ versicherte Madame, indem sie Nora schnell heranführen will, aber schon eilt diese an seine Seite. Sobald ihr Name über seine Lippen kam, hatte sie die Ueberzeugung, daß er in diesem beson deren Augenblicke noch ihr gehöre. Sie steht noch unter dem Etnsluß der vergangenen Nacht, da er so vollständig in ihrem Schutze war, und unbekummert darum, daß aller Blicke auf ihr ruhen— es sind freundliche—, kniet sie jetzt neben ihm und drückt ihre Lippen auf seine Hand. „Es gebt Dir besser,“ sagt sie sauft und freudig. Der nüchste Tag mag ihn an Kathartne zurückgeben, der nächste Tag mag sie, nein, er soll sie für immer von ihm nehmen in ihre alte Heimat, aber eben jetzt, jetzt noch will sie ihn ansehen, wie den ihren. „Mutter,“ wendet sich Denis erregt zu Madame, „sie ist ermüdet, erschöpft. Siehst Du es nicht? Führe sie fort; ich übergebe sie Deiner Obhut. Bei Deiner Liebe zu mir, nimm Dich ihrer an. Wein sie nicht gewesen wäre—“ Er schweigt plötzlich und sinkt zurück, worauf der Arzt, welcher glücklicherweise in diesem kr eischen Augenblick angekommen ist, sie alle aus dem Zimmer schickt außer Madame und Detaney, der sich als eir sehr wirksamer Gehülfe erweist. (Fortsetzung folgt.) Eine gefährliche Reisegefährtin. Bei diesen lepten Worten zulten sich ihre dunklen Augen mit Tränen, doch die Gräfin trostete die Weijeude und bemubte sich, sie wieder aufzuheitern. Sie, elsbeth, sollte sortan nicht mehr so einsam im Leben dastehen, da ste selbst, Gräfin von Marstein— ihre Freundin sein wolle. Elsbeth war so gerührt, daß le wieder von Neuem in Trauen ausbrach. „O, verzeihen Sie mir," schluchzte sie,„aber diese Freundlichkeit ist mir fremd, so hat noch niemand n meinem Leben zu mir gesprochen: Sie wissen nicht, Frau Gräftn, wie elend und verlallen ich mich oft geüblt habe.“ „Armes, liebes Kind,“ versuchte die Grafin sie zu derubigen.„Ich versiebe Ihre Gesüble und fühle tiefes Mitleid mit Ihnen. Go, jetzt trocknen Sie Ihre Tränen, denn sehen Sie nur, wir sind schon wieder an uinserem Hotel ungekommen, und Madame de Boulat da.f Ihre rot verweinten Augen nicht sehen, sonst eraubt sie nicht wieder, daß Sie mit mir spazieren ahren.“ Elsbeib trocknete schnell ihre Tränen und ein fluchtiger Sonnenschein glitt momentan über ihre bleichen Bangen.„Ah. Madame beachtet eine solche Kleinig lett nicht, sie hat für mich kein Gefüdl des Mitleids, # bin ja auch nur idre bezahlte Dienerin. Madame teht ja schon am Fenster, gewiß hat sie wieder Besehle ür mich Leben Sie wohl, liebe Gräfin, ich danke Ihnen für Ihre Gute und die Stunde der Freiheit die Sie mir verschafften." Madame de Boulat blickte arawohnisch das junge Mädchen an, als dieses bei ihr etntrat.„Will die Bräfin diese Einladung wiederbolen?“ forschte sie lauernd.— „So sagte sie mir, das heitt, wenn Sie meine Dienste entbehren können,“ versetzte Eisbetb und verrichtete ihre gewohnte Arbeit Ihrem Versprechen gemäß und ihrem guten Herzen folgend, versäumte die Gräfin keine gunstige Gelegendett, dem tungen Mädchen Abwechslung und Bergnügen zu schaffen, tropzdem es oft sehr schwer wurde, die Zustiinmung der egotstischen Französin zu erlangen. Endlich kam für Grafin von Marstein die Zett der Abreise. Ihr jüngerer Bruder, Moritz von Kalkborn, war von einer längeren Reise zurückgekommen und datte seine Ankunft in Baden Baden für die nächsten Tage in Aussicht gestellt, um dann die so früh zur Witwe geworden. Schwester auf ihre Guter in der Nähe von Hamburg zu geleiten. Er selbst verwaltete die reichen Besitzungen der Schwester, die nur im Som. Novelle von C. Borgcs. mer ennige Wochen die Einsamkett des stillen Landlebens mit dem gerauschvollen Leden in Baden=Baden vertanschte. Als Etsbeth Felsberg diese Nachricht hörte, ervleichte se; es war das erse Mal in ihrem Leben, daß sie eine treue, mütterliche Freundin ge rnden hatte, nun sollte sie diese schon bald wieder verliern. Auch die Gräfin fühlte tiefes Mitleid; sie hatte Elsbeth liebgewonuen und mußte sie nun bei dieser herzlosen Französin schutzlos zurücklassen. Am nachsten Morgen, als die Gräfin am Fenster stand, sah sie zu threin Erstannen Madame de Boulai in einen Wagen steigen, die zahlreichen Reiseessetten waren bereits aufgeturmt, und sie hörte dem Kutscher den Befehl erteilen, nach dem Bahnvose zu fahren. „Abgereist!— und Elsberb hat nicht einmal Abschied nehmen dürfen," dachte die Grafin wehmutig. „Die alte 2 ame dal dem armen Kinde die letzte Freude gewiß nicht erlauben wollen. Das ist doch hart— ich kann kaum die Tranen zurückdrangen bei dem Gedanken, daß Elsbeth von den Launen dieser engherzigen Frau abhangig ist und oft schwer darunter zu leiden hat.“ Jedoch die Ueberraschung der Gräfin war noch größer, als sie etne Stunde sonter im Garten des Hoels Elsbeib antras. Das junge Madchen war aschfabl, selbst die dunklen Augen batten ihren Glanz verloren, und die geschwollenen roren Lider zeigten deutlich, daß sie leidenschaftlich geweint hatte. „Alsbeth, mein liebes Kind! O, wie freue ich mich, daß Sie hier sind; ich fürchtete schon, Sie seien mit abgereist," begrußte die Gräfin die junge Freundin freudestrahlend. O nein, liebe Frau Grafin.“ gestand Elsbeth mit niedergeschlagenen Augen,„Madame hat mich plötzlich entlassen, ich din nicht mehr in ihrem Dienst, ich— ich—“. Tranen erstickten ihre Stimme Sind Sie hier ganz allein? O. diese grausame, bartberzige Krau!“ rief die Grütin entrustet. „Ja, ich bin ganz allein— ohne Heimat, ohne Verwandte, ohne Freunde,“ sagte das junge Mädchen,„aber ich verdiene es ja nicht besser,“ kam es jetzt kaum hörbar von den schmalen, bleichen Lipven. „Nein, Sie stehen nicht allein in der Welt da: ich bin Ihre Freundin, und mein Haus ist das Ihrige mein liebes Kind!“ rief die Gräfin freudig aus.„Sie sollen mir Freundin und Gesellschafterin sein, liebe Elsbeth, und in einigen Tagen mit mir nach Hamburg reisen; willigen Sie ein?“ (Nachdruck verboten.) „Ob ich wil? O, Frau Grafin, wie glücklich haben Sie mich gemacht,“ und sie barg ihr Haupt an der Schulter ihrer mütterlichen Freundin und schluchzte laut.— So war Eisbeth die Gesellschafterin der gütigen Gräfin geworden. Eine Woche später verließ man Baden=Baden, und nachdem noch eine schöne Zeit am herrlichen Rhein verlebt war, begleitete der junge Hexr von Kallborn die beiden Damen nach Hamburg, wo man bis zum nächsten Sommer aus dem reichen Gute der Gräftn weilen wollte. Von Madame de Boulai hörte Elsbeth nichts mehr Die alte Dame hatte im Zorn das junge Madchen entlassen, jetzt kümmerte sie sich nicht darum, was aus Elsbetb geworden war. „Sie war hart, oft sogar grausam gegen mich,“ klagte Eisbeth leise, als das Gesprüch auf die Franzonn gelenkt wurde,„und sie hat gewiß die Existenz einer so unwichtigen Persönlichkeit, wie ich es bin, vergessen, nun, sie bezahlte mir mein Gebalt, und denkt gewiß, damit ihrer Pflicht genugt zu haben.“ „Das war nicht der Fall, sie schuldete Ihnen Teilnahme, Sympathie und Liebe. Nun, jetzt haben bessere Zeiten für Sie angesangen, liebe Elsbeth. War,n Sie schon einmal in Hamburg? Es wird Ihnen dort gefallen, auch werden die Pflichten, die Sie bei min zu erfüllen haben, nicht auzu schwer sein.“ O. für Sie arbeiten zu dürfen, wird mir ein Vergnügen sein,“ versicherte das junge Mädchen entbusiastisch. Und wirklich, der Eiser, mit dem Eisbetb ihre kleinen Obliegenheiten erfüllte, überzeugte die Grafin bald, daß sie es aufrichtig gut meinte. Jeden Wunsch der Gräfin vernand das junge Mädchen ihr von den Augen abzulesen, so daß erstere sich tacich selbst beglückwunschte, diesen Schatz in Baden=Baden für sich gewonnen zu haben. Drittes Kapitel. „Hier ist eine interessante Neuigkeit, Bertha. Irmgard wünscht, daß wir sobald wie möglich zu ehr nach Hamburg kommen!“ rief der Hauptmann Renatus von Kalkborn seiner Gattin zu, und öffnete dabei die Türe des eleganten Boudoirs der reizenden jungen Frau.„Wird es lange dauern, bis Du reisesertig bist?“ „Irmgard verlangt nach uns?“ lächelte Bertha, schnell den Arm des Gatten erfassend, und sich an seine Schulter schmiegend; dann nahm sie den offenen Brief aus seiner Hand.„Was schreibt sie, was will sie von uns? Sie hat doch ihren Lieblingsbruder Moritz beständig um sich, genügt ihr denn der nicht als Gesell schafter? Außerdem——“ „Gerade um Moritz' willen scheint sie nach uns zu verlangen,“ lachte Renatus.„Sie fürchtet, Moritz sei mal wieder bis über die Ohren verliebt, und das Verhältts scheint unserer guten Irmgard zu mißfallen.“ „Natürlich die alte Geschichte, wie schon oft; ich lernte selten einen jungen Herrn kennen, der so wetterwendisch mit seiner Liebe tst, und die Sache ist ihm niemals ernst,“ scherzte Bertha, die Fülle ihres Blond. haares aus der Stirne streichend. „Vielleicht, aber Irmgard scheint diesmal wirklich in Sorge zu setn, Sie weiß, daß Du immer auf un ritz großen Einfluß ausgeübt hast, und sollst diesen zu seinem Heil und Besten wieder geltend machen," erwiderte der Gatte.„Nun, wann reisen wir? Du weißt, ich habe gerade jetzt meinen Urlaub angetreten.“ „Wer ist denn die Dame, die Moritz' Herz gesangen hält? Zeige mir doch Irmgard's Brief! Ab! die hübsche Freundin oder Gesellschafterin ist's also, die sie kürzlich aus Baden=Baden mitbrachte. Jetzt wundere ich mich nicht über Irmgard's Unruhe. Ich kann heute noch reisefertig sein, mein Schatz, wenn Du es wünschest, wir reisen dann mit dem Nachtzug. Bis Hamburg reisen wir zusammen, dann mache ich einen kleinen Abstecher, besuche eine Freundin, die dort in der Nahe woynt, und nach zwei oder drei Tagen folge ich Dir nach Irmgard's Besitzung. Du mußt mittler weile ausforschen, wie es um Moritz Herzensgeheimnis stehl und ob das junge Madchen seiner Liebe würdig ist. Bei meiner Ankunft sagst Du mir, wie die Sache steht und inwiesern ich meinen Einfluß auszunden habe.“ *„Der Plan ist nicht schlecht“ lachte Renaius.„Wenn Du Teine Freundin sehen willst, so bleibe ruhig ein paar Taar bei ihr, Irmgard wird sich darin finden müssen, Dich dann etwas spater willkommen zu heiten So war die Sache bald zur Zufriedenheit abgemacht. Noch am selben Abend wurde die Reise nach Hamburg angetreten; Renatus geleitete seine junge Gattin an ihren Bestimmungsort, dann mußte er noch eine Station weiter fahren bis Hamburg. Vergebens schaute er nach dem Wagen aus, der ihn nach der Besitzung seiner Schwester bringen sollte, er wollte auch keine andere Fahrgelegenheit benutzen, um den Kutscher seiner Schwester nicht zu versehlen. Als er so langsam dahinschlenderte, fiel sein Auge plötzlich auf eine große, schlanke Dame, die in einiger Entiernung vor ihm herging. Er wurde sie Zweisellos für eine Dame aus besserem Stande gehalten daben, wenn nicht ein kleiner verwachsenen Mann an ihrer Seite gegangen ware, der dem Neußeren nach nicht mehr als ein act hrlicher Vagabund war. Gein Anzug war schabig und zerrissen und sein sinnerer Alick rubte durchbohrend auf seiner huvschen Bealetterin. Da— Renatus blieb plötzlich wie von Sttt detrossen stehen— in der Hand des Schurken besand sich die kleine jederne Reisetasche, die vor sunf Jahren am so unertlarliche und rätselhafte Wetse seiner Ga: tin im Eisenbahnkoupee gestoblen worden war, und wirklich an seinem kleinen Finger trug er sogar den lostbaren Diamantring, den er vor Zetten seiner Braut geschenkt. Schnell wollte der Hauptmann auf die beiden zueilen, da winkten sie eine vor überfahrende Droschte herbei, die Damen' stieg schnell ein, der Elende folgte, wandte vorber sein Antlitz settwärts so daß Renatus deutlich ein rot gedunsenes Gesicht sehen kontilg auf welches das Laster sein scharfes, un verkennbares Siegel gedrückt hatte. Der Hauptmal mußte zurückbleiben. (Fortsetzung folgt.) llerle Erinnerungen 24. März 1441: Ernst, Kurfurst von Sachsen, Stifter der ernestinischen Linte, geb. 1003: Kynigin Elisabeih von England. f. 1907: De Ruyter, Seeheld, geb. Blissingen). 1789: B. F. D. Schubart, Dichter, geb (Obersontheim). 1817: L. A. Maillart, Komponist, geb.(Montpellter). 1820: Rachel Felix, Tragödin, geb(Mumpf). 1830: R. Hamerling, Dichter, geb. (Kirchberg a. W.). 1844: Thorwallen, berühmter Bildhauer, f(Kopenhagen). 1882: Longsellow, amerik. Dichter, F(Cambridge). 1884: A. A. Mignet, Historiker Paris). 25. März. 1252: Konradin von Schwaben, geb. 1801: F. v. Hardenberg(Novalis), Dichter f. Weißensels). 1836: K. A. Heigel, Dichter, geb. München). 1849: Graf von Goluchowski, österr. Staatsmann, geb. Zum Feste Mariä Verkündigung. (Nachdruck verboten.) Das Fesi Mariä Verkundigung ist eines der altesten Feste, welche die kath Kirche kennt. Es wurde bereits im fünften Jahrhundert am 25. Marz geseiert und lange Jeu hindurch in Deutschland, be sonders im Trierschen Lande als Anfang des Jahres betrachtet Dieses letztere hatte hauptfächlich darin seinen Grund, daß man in der Verkündigung Mariä den Beginn des Erlösungswerkes Chrisi zu erblicken hat, das der Welt den wahren Frühling brachte und der Menschheit neues Leben gab, sie von den geistigen Fesseln befreite, in denen sie durch die Schuld der Stammeitern schmachiete. Im Mittelalter, in dem man es überhaupt liebte die großen Begebenheiten, die mit dem Erlosungs werke in enger Verbindung stehen, dem Volke durch Darstellungen zu veranschaulichen, wurde die Verkundigung oder der Engelgruß Maria den Glauvigen in sinniger Weise vor Augen geführt. In vielen Kirchen, namentlich aber in denjenigen Belaiene stellte man zu diesem Zwecke ein mein lebensgroßer Bild der bl. Jungfrau im Chore aus, binter dem sich ein Chorknabe verbarg, der die Worte der Gottes mutter sprach, wenn der durch eine Oeffnung im Gewölbe herniederschwebende Engel Gabriel vor die Statue hintrat und Maria die frohe Botschaft überbrachte. Die Rolle Gabriels übernahm ebenfalls ein als Himmelsbote gekleideter und mit mächtigen Fl# geln ausgestatteter Chorknabe, den man an einem Seile herabließ. In der belgischen Stadt Löwen bildete diese Szene einen Hauptanziehungspunkt für die Kinder, die sich deshalb schon im voraus wochenlang auf die von ihnen mit Ungeduld herbeigesehnte Feier freuten und am Feittage selbst in großen Scharen in die prächtige Peterskirche eilten, wo die Verkundigung des Engels ihnen in der angegebenen Weise dargeboten wurde. Zugleich mit dem rettgiosen Schauspiele ward für sie eine kleine Bescheerung veranstaltet, indem die Mutter, welche die Kinder begletteten, diesen in dem Augenblicke, in dem sie mit gespannter Aufmerksamkeit in die Hohe und aus den herabschwedenden Engel schauten, allerlei Leckereten unvermerkt in den Schoß fallen ließen. Dieser Brauch erhielt sich bis zum Jahre 1750. Dann wurde er ausgehoben und verboten, weil der Chorknabe, der den Engel Gabriel darstellte, dedurch verunglückte, daß das Seil, au welchem er besettig war, riß und der Beklagenswerte auf die Steinslietzen herabstürzte. In Deutschland war das Fest Mariä Verkündtgung dort, wo die Reformation zur Herrschaft gelangte, ebenso wie alle anderen Marienfeste, ausgehoben. und nur im protestantischen Sachlen biell man dasselbe als das einzige kirchliche Marienfest bis in die neueste Zeit bei In den katholischen Gegenden aber seiert man den großen Tag allnderall in erhebender Weise und betrachtet ihn als den Zeitpunkt, der den Beginn der Herrschaft des Frudlings brinat, als dessen Boten die Schwalden erscheinen, gie um Martéh Berkundigung aus dem Süden zu uns zurückkehren. ibelverbete in der Neuzeit. Prophezeten ist für densenigen nicht schwer, welcher seine Pappenheimer kennt. Wir hatten vorher#gesagt, daß die„Wartburg“ anlaßlich des Jubilaums der britischen Bibelgesellschaft wieder eine Anrempelung des bibelseindlichen Papsttums“ bringen werde. Punktlich, wie bestellt, kommt der prophezeite Artikel. Die Räubergeschichten von Bibelverboten im Mittelalter sind dieses Mal weggeblieben. Jetzt liest man erstaunten Anges: „Vor#0 Jahren verordnete Papsi Kiemens VIII. Gaieerenstrafe für das Lesen italienischer Bibel übersetzungen Vor 200 Jahren nahm Klemens# Xl. in den aus seinen Beiehl von der papstlichen Druderei verofsentlichten Index„verbotener" Bucher, die Bibel in irgend einer Volkssprache" auf Vor 100 Jahren wurde im deutichen Regensburg in Nacheiserung der entstandenen Proteszantischen Bibelgesellschelten eine katholische Bibelgesellschaft gcarundet, die ader Pius VII., der berei## mittels Breve vom 26. Juni 1816 an den Erzbischof von Gnesen die Bibelgesellschaften und ihre auf die Ber breitung der hl. Schrift gerichtete Tatialeit als die„listigste Erfindung eine nach Möglichkeit zu beseitigende Peit“ bezeichnet hatte, 1817 einfach durch Erlaß einer päpstlichen Bulle veroot.“(Wartburg Nr. 10 vom 4. März 1904, Seite 104. Wann werden einmal die Männer der„Wartburg" sich die leidige Unsitte abgewohnen, bei Erzahlungen über Dinge der Geschichte nicht den ganzen Tatbestand zu berichten, sondern sich mit Achteln, Zehnteln, ja Zwanzigsteln zu begnugen? Allerdings, letzteres ist ja bequemer; denn es gestattet, di Sache zu behandeln wie eine wöchlerne Rase, während bei Anfudrung ves ganzen Tatdentandes zu einer Anrempelung des bi. delseindlichen P##pitums auch nicht der Schein einer Berechuigung bliebe So wollen wit denn die Mitteilungen der„Wartburg“ erganzen: 1. Clemens VIII. vervot des Bibellesen nicht under Galeerenstrafe; letztere Strafe war bestimmt für###resie und Verbreitung kepertscher Schriften. 2. Clemens XI. verbot nicht das Lesen der Bidel in der Landessprache als soiches, sondern das Berdoi zielte auf Uebersetzungen von Därettkern, welche von Anfang an den Kunstkulfs anwendeten, ihre#oiichen Anschauungen aus dem Wege der Uebersetzung in die beilige Schrift selbst hineinzutragen. Das muß bei allen sogenanten Bibelverboten im Auge behe#den werden 3. Die Regensburger Bibelgesellschaft datte sehr enge Verbindungen mit der englischen Bibelgesellschaft Hatte doch z. B. der srengktichtiche Regens Butrmann in Regensburg von der englischen Gesellschaft brdeutende Summen ungenommen zur Verbreitung dei von ihm besorgten Uebersetzung des neuen Teuamentes. imann loste übrigens 1820 diese Beziehungen. Anders lag die Sache bei seinem Freunde, dem nach. mals abgesallenen Priester Goßner mil seiner 1915 erschienenen Uebersetzung, und auch bei Leander van Eß, dessen Uebersetzung 1821 aus den Jnder kam Hier muß dann noch genannt werden, der für die katholische Kirche Rußlands so unbetlvolle B.eiropolt: Stanislaus Siestrzencewicz, Erzvischof von Moyllei gest. 182%), welcher 1815 das neue Tesament in riner nach der Uebersetzung des Jesutten Jalod Kusek Tynk angesertigten salschen Wiedergabe verbreiten leß. Auf diese Ausgabe des Neuen Testamentes bezieht sich das Brevr Pius VII. vom 8. Sepiember 1816, in welchem der Papn den Erzdischof tadelt, daß er „aralistig zu irrigem Sinn verdrebte Ueberietzungen in verschiedenen Sprachen unter das Volk verbreite, die zum Verderduts der reinen Ledre und ihres deiligen Stuhles veranstaltet seien.“ Es gedort nun wahrtich sehr wenta Urtetlskraft dazu, um zu erkenien, daß mu diesen„Ergenzungen“ die mitactettten„Bibelverbote“ in ein ganz anderes Licht rücken Der Grund zu einer Begetferung Roms“, sollt naturlich damit weg. aber eben desdalb treiben gewisse Leute die Versiummelung geschichtlicher Tatsachen als eine Art Sport, um mit dem Quenichen, das sie mitzuteilen belieben, den ehrsamen Spier bürger gegen„Rom“ aufzuhepzen! Spaziergänge um die Erde. Der Gedanke, zu Fuß und noch dazu unter den seltsamsten Bedingungen um die Erde zu reisen, muß für unsere Zeit etwas Verlockendes haben. Die Zahl dieser eigenartigen Spazterganger ist, wie eine englische Wochenschrift erzählt, jedenfalls überraschend groß. So zog im Jahre 1997 der füafzehnjährige William A. Mason, der von London in 6½ Jahren