(zin Blick in die Bejestigungen von Port Arthur. — Gromovei, Das siiche Wladiwestol=Geschwader. nach Aer PAILY GRAPHI Rossiya Burik. wurde Präsident der Union Natiönal Bank und der Cleveland Ciry Railway Co. in Cleveland u. s. m In der Volitik trat er zum ersten Male als Delegat der vepudlikanischen Nationalkonvention für Ohio 1884 aus. Im Jahre 1896 wurde er zum Vorsitzenden des revublitanischen Nationalkomitees erwählt; diese Stellung hatte er bis zum Tode inne. Zum Bundessenator wurde er 1897 ernannt. Er hatte auf die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner, der ausschlaggebenden Partei, entscheidenden Einfluß und wußte in seiner Politik die Interessen der Trusts zu wahren. Mit Herrn Roosevelt soll Hanna in der letzten Zeit nuht ganz zufrieden gewesen sein— und mn diesem Jahre ist Präsidentenway#.... ohne Mark Hania. Deutsche Frauen in Südwestafrika. Es wurden in die süwestafrikanischen Schutzge diete dis zum Jahre 1901 einschließlich entsandt: 2) 18 Bräute, d) 18 weivliche Familienangehörige, c) 21 Mädchen als Dienstpersonal. Die letztgenann ren 21 Mädchen sind diejenigen, die gleichsam„offf gell Spprüichr worden fnt un dee dohl der werh Bevölkerung des Schutzgebietes zu vermehren. Von ihnen haben sich 17 verheirater beziehungsweise verlobt. Unverheirater sind 4 wieder ausgewandert. Gleichsam omiziell eingeführt werden jetzt keine Mädchen, sondern# geschrebt dies lediglich auf Antrag. Solche Anträge laufen ausreichend ein, indem die bereits in Windhuek befindlichen, mittlerweile zu Frauen gewordenen Mädchen ihre weiblichen Ver wandten und Freundinnen nachziehen. Daß dies ge schieht, ist wohl der beste Beweis dafür, daß die Ehen, die dort abgeschlossen sind, glückliche sind, weil sonst die jungen Frauen sicherlich nicht ihre Freundinnen und Verwandten durch die Schilderung ihres Lebens nach Windhuk ziehen würden. Auf Befürwortung des Gouvernements bewilligte die Deutsche Kolonial gesellschaft auch den durch ihre Angehörigen und Freunde zur Uebersiedelung nach Windhut veran laßten Mädchen freie Ueberfahrt. — Die Kathedrale von Toledo, eine der historischen Sehenswürdigkeiten Spaniens, droht einzustürzen. Und sie wird wohl dem Ruin gewidmet sein, denn das Kapitel der Kirche will das nötige Geld zu ihrer Restaurierung— es handelt sich natürlich um Millionen— nicht hergeben. Dabei verfügen der Erzbischof und das Kapitel über ein Ge samteinkommen von jährlich 740000 Pesetas aus öffentlichen(staatlichen) Mitteln.— So klagen seit einiger Zeit die liberalen Blätter. Das Kapitel der Kathedrale von Toledo läßt uns mitteilen, eine Kommission von Sacverständigen habe die Kathedrale untersucht und erklärt, sie bedürfe allerdings vieler und kostspieliger Reparaturen, eine direkte Gefahr mant er:. Nach Art. 36 des Konkord une 1891„ist, die spanische Regierung v pflichter, fur die Instandhaltung und Reparieru Das Kapitel und Kardinalen##chef waren auch gar nicht in der La die notwendigen Arbeiten zu zahlen. Die Einkün Fis Enehanes und res Kapitels, welche übrige G# der angegebenen Summe erreich leihten taum hin, die notwendigen Unkosten für d linterhalt und die charitativen Werke (en# der Angestellten usw. zu decken. Int essam iu, daß riejenigen Blätter, welche den Einstr der Kirche als nahe bevorstehend schilderten und Kapitelkasse appellierten, jetzt selbst erklären, d von einer Gefahr keine Rede sein könne. Portraits Seiner Heiligkeit Papst Pius X. in seinsten Ausführungen zum Preise von 1—5 Mark empfiehlt die Knappe'sche Buchhandlung, Bochum, 12. Mühlenstr. 1. Verlag und Rotationsdruck der Märkischen Vereinsdruckere. Verantwortlicher Redakteur F. 8. Knappe in## S— s G 3 2se#e. Se l#. sel(97Se 427)(#Se e#sel 1e1%)(9189(2%9(80(SM.E 10 8 □ i Täglich erscheinendes Unterhaltungsblatt Cräme End nicht Coten: Ohne Brbeit teird dir nichtts Bei der Erbeit recht Beginnen, Beim Senießen rechter Schluß. 39. 18. Februar 1904 Lebenswege. „Jé,“ antwortete er,„ich werde wohl eine Woche und darüber ausbleiben. Lasse inzwischen das Zimmer meiner seligen Frau herrichten, wie es für eine junge Dame angemessen ist; ich komme nicht aulein zurück.“„Und eine junge Dame bringen Sie mit?“ ragte ich mit wachsendem Staunen.„Ja,“ meine Nichte, die Tochter meiner vor einigen Jahren ver stordenen Schwester. Das arme Kind steht nun ganz verwaist unter fremden Leuten; die Mutter hat sie auf ihrem Sterbebette am mich verwiesen. Ich reise heute Mittag ab, sie abzuholen.“„Betümmert sich denn Ihr Schwager nicht um seine Tochter?" Der Ehrlose hat Frau und Kind schon vor Jahren verlassen, er ist fort nach Amerika.“ Er befahl mir sogleich seine Wäsche zu packen und dafür zu sorgen, daß das Zimmer bereit sei, eine junge Dame aufzunehmen; den Tag seiner Rückkehr wolle er mir melden.“ „Also, eine junge Dame kommt zu Herrn Reinert,“ dachte Curt, während er langsam die Treppe herunterstieg.„Da wird unser freundschaftlicher Verkehr auch wohl eine Veränderung erleiden. Ich kann mich nicht mehr in Gegenvart junger Damen wohl fühlen, seit ich mich in Martha so getäuscht sehe; deshalb muß ich mich von meinem mir so lieb gewordenen väterlichen Freunde zurückziehen. Wie unangenehm!“— Die Frauen bringen mir kein Glück, da jetzt wieder eine störend in mein Verhältnis zu Herrn Reinert tritt.“ Von diesem Tage an beobachtete Curt bei seinem Nachhausekommen von der Straße aus, wie weit die Vorbereitungen zum Empfange der Nichte des Herrn Reinert vorangeschritten, und als er sah, daß schöne Vorhänge und Topfgewächse die Fenster schmückten, glaubte er den Zeitpunkt ihres Eintreffens nicht mehr fern. In seinem Zmmer horchte er, ob er oben kein Geräusch vernehme, aber es war alles still wie früher. Sinnend stand der Referendar am Fenster, durch welches die helle Frühlingssonne ihre warmen Strahlen warf, und sah einer Schwalbe zu. die am gegenüerbliegenden Hause eifrig an ihrem Nestchen baute. Diese Beschäftigung mochte keine erfreulichen Gedanken in ihm wachrufen, denn finster wandte er sich ab, ergriff ein Buch und begab sich in dem hinter dem Hause belegenen Garten. Dieser war nicht groß, aber niedlich angelegt. Den Mittelpunkt desselben bildete eine schöne, tempelförmige Laube, mit wildem Wein besetzt, welche auf einer kleinen Anhöhe standso daß einige Stufen zu derselben führten. Die AnErzählung von Clara Wilhelmi. höhe war mit kräftigem Immergrün bepflanzt und jetzt mit tausenden von kleinen Blumen übersäet. Zu dieser Laube lenkte Curt seine Schritte und ließ sich auf der rings herum angebrachten Bank nieder. Der wilde Wein gewährte jetzt noch keinen Schutz, denn derselbe begann erst jetzt zu sprossen. Im Fühling scheint die Sonne noch nicht so brennend heiß, wie im Sommer, sie wirkt dann wohltuend nach den Schauern des Winters. Auch Curt gab sich ganz diesem Wohlbehagen hin. Das Summen der Insekten wie das Jubilieren der Vögel hatte ihn in süße Träumereien versenkt. Das Buch war längst achtlos seinen Händen entfallen. Er gedachte der schönen reizvollen Umgebung der Universitätsstadt, der hohen Berge und Waldungen, des schönen Flusses, welcher an dieser vorüberzieht, der Ruine des alten Schlosses in bengalischer Beleuchtung am Stiftungsfeste, und plötzlich tauchte das Bild der schönen Schauspielerin auf. Er mußte denken, was aus ihr geworden, wo sie sich aufhalte, gedachte des Zaubers, den sie damals auf ihn ausgeübt und wie er sich Marthas wegen diesem mit Gewalt entzogen. Aber jetzt, da jede Beziehung zwischen ihm und Martha aufgehört, nun durfte er an sie denken, nun durfte er sich dem Zauber ihres Liebreizes hingeben. Ein langer dunkler Schatten fiel in die Laube, er blickte auf. Träumte er noch weiter? Fast schreckhaft starrte er die vor ihm stehende Erscheinung an, das verkörperte Bild, welches eben seine Gedanken beschäftigte, nur in einem anderen Rahmen. In seinen Träumereien hatte er sie in den buntesten und duftigsten Kostümen gesehen, wie die vorzustellende Rolle es erheischte: jetzt stand sie da im schwarzen Trauergewande, den Blick in stummem Staunen auf ihn gerichtet. „Störe ich? Darf ich näher treten?“ fragte die Dame mit klangvoller Stimme. Ja sie wars! Die Züge hätten möglicher Weise täuschen können, aber der Ton ihrer leise vibrirenden Stimme hatte sein musikalisches Ohr fest behalten. „Welche Ueberraschung, Fräulein Kühn!" begrüßte Curt sie freudig und doch verlegen.„Welchem Zufalle verdanke ich dieses Wiedersehen? Soeben noch waren Sie der Gegenstand meiner Gedanken.“ Diese warme Anrede ließ sie leicht erröten, und mit einer graziösen Verbeugung die seine erwidernd, legte sie ihre kleine weiße Hand in die ihr dargereichte. „Leider ist es kein freudiges Ereignis, Herr Werner, welches mich in diese Stadt führt.“ beantwortete (Nachdruck verboken.) sie Curts Frage.„Meine gute Mutter ist vor ganz kurzer Zeit gestorben, nun hat der Onkel mir hie: ein Asyl angeboten.“ Ihre Augen schimmerten feucht, ihre Lippen bebten. „Dann begrüße ich in Ihnen wohl die Nichte der errn Reinert?" „So ist es,“ bestätigte sie. „Ist denn Ihr Aufenthalt hier im Hause wirklich ein dauernder? Haben Sie der Kunst auf ewig Valet gesagt?“ „Ich mußte wohl, ich habe es meiner Mutter au ihrem Krankenbette versprochen, weil sie sich viel Sorge um meine Zukunft machte. Auch der Onkel würde sich meiner wohl nicht angenommen haben, wollte ich mich ferner der Kunst widmen.“ „Sie standen früher in keiner Beziehung zu Herrn Reinert; wie haben Sie denn dessen Adrsie erfahren?“ „Meine Mutter hat nach dem Bankier ihres Vaters geschrieben und durch ihn von des Onkels Wohnort Kenntnis bekommen. Ich erwartete nicht hier eine angenhme alte Bekanntschaft zu erneuern.“ Der Schlußsatz ließ Curt fast verlegen vor sich niederschauen; was mußte sie damals von seinem plötzlichen, unbegründeten Fortbleiben gedacht babene— „Fräulein Kühn," begann er in seiner offenen Weise,„in welchem Lichte muß ich Ihnen erscheinen, was haben Sie gedacht, als ich mich damals so ganz von Ihnen zurückzog?“ „Ich war sehr unangenehm, ja schmerzlich davon berührt,“ sagte sie aufrichtig.„obwohl meine Mutter es ganz natürlich fand. Sie sagte immer, Herren bringen der Künstlerin wohl ihre Huldigung dar, aber nicht ihr Herz, und jede Sache, bei welcher das Herz nicht beteiligt ist, muß ein Ende nehmen.“ Diese Worte gaben Curt viel zu denken. Sein Fortbleiben habe sie schmerzlich berührt, hatte sie gesagt. Hatte sie seiner dann auch wohl später gedacht, vielleicht gar von ihm geträumt? Aber dies konnte, wenn es wirklich der Fall war, ihn nicht mehr beglücken; er hatte einmal geliebt, heiß und iunig, seine Liebe aber war verschmäht, keine Zweite konnte sein Herz gewinnen. Er hatte abgeschlossen mit sernem Herzen. 2 Am folgenden Mittag fand er in seinem Zimmer einen schönen, frischen Veilchenstrauß. Er wußte, woher diese Spende kam, und ging hinauf, seinen Dank abzustatten. Zwar hatte er beschlossen, din *** E E 5 ES 5 B•SUTPPT. Heeä#gs- e-ä e ege ische Sr. Aateae- fäges ti. ut te. eee BSSR . S.** SEM„OERZSTTAEAR“ EEEE„SLE, KTSD· S. F SEEE S S SSTUSEESOMESE Nr. 40 Der Er;ahler. 1904 9. Der(##rzäyler. 190•. Verkehr oben im Hause sehr zu beschränken, allein da dies nur wegen der Nichte des Herrn Ren. schehen sollte und er in derselben eine alte Bekannte wiederfand, der er früher die größte Achtung zollte und seime Huldigung dargebracht, so wars nint notwendig, seinen Vorsatz auszuführen, zumal er sich dadurch Opfer auferlegen mußte. Der alte Herr staunte nicht wenig, als er per nahm, daß seine Nichte und Curt#ich früher schon ge kannt. „Ich hoffe. Sie werden Ihren lieben Besuch recht häufig wiederholen.“ sagte er im Laufe des Ge sprächs,#enn Emma ist an Geselligkeit gewöhnt und die meinige allein wird ihr nicht genügen. Es wird ihr ohnehrn nicht ganz leicht werden, sich hier bei mir einzuleben, da sie nur ungern die Bühne ver läßt.“ „Da hast Du Recht, lieber Onkel,“ entgegnete sie. „ich kann ja aber nicht dafür. mit Gewalt zog es mich dahin, ich will jedoch die Vergangenheit zu vergessen suchen. Dir zu Liebe,“ fügte sie schmeichelnd hinzu. „Ich weiß es, mein lieber Kind." beschwichtigte Reinert, indem er ihr zärtlich das dunkle Haar sir chelte.„Ich weiß, daß Du diese Liebe zur Kunst von Deinem Vater- welcher ein sehr talentvoller Schauspieler war, geerbt hast.“ „Vom Vater erbte sie das künstlerische Talent, von der Mutter die bezaubernde Schönheit," dachte Curt. hüttte sich aber, dies laut werden zu lassen. Die Begegnung mit Emma Kühn hatte eine gewaltige Erschünerung bei dem jungen Referendar hervorgerufen. Wie lebhaft stand der Kampf seines erzens, seiner Lieve wieder vor seinem Geiste. Zwei lietliche Mädchenbilder erfüllten damals seine Seele, obwohl nur Platz für eines darin war. Marthas Bild trug den Sieg davon. er selbst hatte aber eine Niederlage erlitten. Er blutete noch immer an dieser Hexnswunde und nun wurde sie täglich von neuem aufgerissen. Emma bemerkte den Schatten, welcher sich über seine Züge gelagert, und bemühte sich, diesen zu verscheuchen. Sie suchte ihn durch Deklamationen, ausgesuchtesten Schauspielen entnommen, zu zersrenen, bald sang sie mir ihrer schönen, klangreichen Stimme die beliebtesten Arien, welche sie am Flügel begleitete, dann wieder erzählte sie Episoden und Anetdoten aus ihrem Künstlerleben, und er hätte sol chen Bemühungen und Reizen gegenüber gefühllos sein müssen, hätte er sich ihren Eindrücken nicht hingegeben. Auch heute Abend hatte Curt sich diesen Eindrükken nicht erwehren können. In seinem Zimmer angelangt, ließ er die ganze Vergangenheit noch einmal an seiner Seele vorüberziehen. Von Martha hatte er nichts meyr zu hoffen; sollte denn ihretwillen sein Leben öde und liebeleer danhinschwinden? Noch einmal wurde ihm von einem schönen Mädchen Liebe entgegengebracht, weshalb sollte er sie nicht annehmen, nicht darnach greifen? Konnte er an ihrer Seite nicht auch das Glück finden, was er von Martha gewünscht, gehofft hatte? Wie er so dasaß in stillem Sinnen, schlugen wunderbar schmelzende Töne an sein Ohr; erst leise, kla gend, dann immer stärker werdend, zuletzt klangen sie fast wir Sturmesbrauen, und dazwischen eine kla gende, sanfte Melodic; dann tönte es wie frohlocken des Jauchzen und Liedesglück. Es waren keine eigentlichen Melodien, sondern die. Phantasien eines stürmischen Herzens, welches sich in diesen musikalischen Ergießungen Luft machen wollte. Curt ward mächtig davon ergriffen. Noch nie hatte er ein solches Spiel gehört, nie geahnt, daß Emma eine solche Meisterin in der Musik sei. Nachdem die Töne längst verklungen waren, saß er noch immer und lauschte, hoffend, sie würde ihr Spiel noch einmal beginnen. Es blieb aber still oben, und wunderbar erregt suchte Curt sein Lager auf. Und sie? Nachdem sie den Flügel geschlossen, saß sie, das schöne Köpschen in die feine Hand gestützt, am Tische. Sie betrachtete den schmalen Goldreif an ihrem Finger, welcher ihre Bekanntschaft mit Curt keine eigentlichen Melodien, sondern die Phantasien Tränen, und in innerer Erregung und Unmut preßte sie die Lippen zwischen die Zähne. (Fortsetzung folgt.) als der Organist sich von seinem Platze erhob. Vor sichtig verschloß er sein geliebtes Instrument, und ungesehen verließ er durch eine Seitenür der Sa kristei das Gotteshaus. Es war ein weiter Weg bi zur entlegenen Rosenvilla, aber er war ein rüstiger Fußgänger und kümmerte sich wenig um die Länge des Weges. Raschen Schrittes ging er seinem Ziele entgegen und hatte bald die beträchtliche Strecke zu rückgelegt. Die Tür der Hütte stand offen. Schnell betrat er das kleine Wohnzimmer und ließ sangsam sen Blicke über die blinde Mutter, dann auf die 1 Schwester schweifen. Die alte Dame rührte sich nicht aus ihrem Sessel; tieser Seelenschmerz und eine große innere Erregung malten sich in ihren Zügen: doch die Kranke streckte mit gewohntem Lächeln den Eintretenden ihre welke Hand entgegen. „Nun, Herr Organist, wie ist das erste Auftreten heute ergangen?“ fragte sie schelmisch.„Hast Tu ein trauriges Fiasko gemacht, oder die Menge durch Deine Leistungen bezaubert?“ „Keines von beiden, so viel ich weiß.“ lautete die ruhige Erwiderung.„Hast Du kein freundliches Wort für mich, Mutter? „Gewiß, gewiß," versetzte sichtlich bewegt die blinde Frau,„ich freue mich, mein Kind, daß Dein ersteo Auftreten gut abgelaufen ist. Ich machte mir um Deinetwillen große Sorge. „Es war nicht der geringste Grund zur Unruhe vorhanden.“ lächelte der Jüngling wehmutig,„aber die alten Erinnerungen wachen wieder in Dir amf wir wollen aber nicht davon reden.“ Er wollte bei diesen Worten das Zimmer verlassen, dom gerade in diesem Augenblick kam ein Vote des Pfarrers Har tung, der dem jungen Künstler eine Einladung zum Abendessen überbrachte. „Es Sitte,“ berichtete der redselige Botc,„daß der Organist, einige Lehrer und mehrere befreundete Familien monatlich ein mal eine musikalische Abend unterhaltung im Pfarrhause veranstaltnen; der Vorgänger habe stets bereitwillig mitgewirkt. und vem Nachfolger würde dasselbe erwartet." Die Einladung war freundlich gehalten und gut Pert stannt, daß eine höfliche aber ganz entschiedene Ablehnung erfolgte. Der Organist schrieb, daß seine Mutter ein längeres Ausbleiben des Abends ungern sehen würde, und daß seine Gesundheit und seine Gewohnheiten jeden geselligen Verkehr ausschließen müßten. „So. das wird für immer genügen.“ murmelte er befriedigt, als er dem Boten das Schreiben einhändigte. „Gewiß wird die Familie des Arztes auch do: sein.“ fuhr er zu seiner Mutter gewendet fort,„die jüngste Tochter scheint ein prachtiges Mädchen zu sein, sie hat einen guten Eindruck am mich gemacht.“ Wo hast Du sie kennen gelernt?“ fragte Ida verwundert. „Ich ternte sie gar nicht kennen, wenigstens nicht in dem Sinne, wir Du cs meinst," lautete die ruhige Antwort,„ich sab sie zufallig in einen Restaurant, aber ne ahnte gar nicht, daß ich in ihrer Nähe stand. mich kennt sie mich nicht.“ „Das lautet geheimnievoll.“ warf die Mutter ein. Mitternacht war längst voruver, und die Bewohner der Rosenvilla lagen in sanftem Schlummer. Toch die Blinde saß aufrecht in ihrem Bette und rang verzweiflungsvoll die I##de.„Mein Sohn! mein Sohn!“ stöhnte sie unter Tränen.„warum muß. test Du mir so früh entrissen werden! wollte Gatt ich hätte für Dich sterben können.“ (Fortsetzung folgt.) Allerlei. 4) Der Organist. Novelle von C. Borges. (Nachdruck verboten.) „Ich weiß wirklich nicht, was hier geschehen könnte." u denn die Mauerleute kommen. um Hand an die äußere Gartenmauer zu „Aber Helene!“ rie, die Mutter sichtlich bestürzt, „verlange doch nicht zu viel! Du sagst mir, die Mauer sei schön und ganz neu angestrichen, das eiserne Tor iu bester Ordnung. Bedenke, wenn Ar beiter kämen, so würden i##n Spaliere verderben um dadurch den Wein, die m und die Aprikosen schädigen. Helene senizte. War mußie jetzt Herr Schellen bera von ihr denken, daß die Mutter sich in diesem Irrtum befand. Doch He„ger#h bereis rnooei Er empfand seine Anwesenheit den Bewohnern der Hutte vein lich sei. „Ich hatte gehofft, die Bekanntschaft unseres neuen Organnien zu machen, aber in muß wohl ein: günstige Gelegenm abwarten,“ sacte er deim no schied mit sanftein##ck Helenes Hand erfassend. „Mein Bruder sieht nicht gern Fremde, er liebt ein gesellic. Lrern nar sone#m. versetzte junge— gen färbte, und mit diesem Bescheio mußte Herr Schellenberg den Rückweg antreten. 4. Kapitel. ehr en auf chon Es war Sonntag. In der Po Menge der Andechtigen dicht ged und viele warieten der Orgel. oder neuen Organist nisvolle erzählt n Aber nur sehr wenige nanen# selbst nicht einn doch durch den eegen Veri#### mi: dem Pfarre: berechtigt glandter, die neuen Mutglieder der meinde zuerst kennen lerre Da rauschten plötzlich die durch das gefüllte Gott#sbaus. In nung lauschten die Glaut## und die Blicke der Musiktenner bekundeten deutlich Worte, daß die Leistung des jungen Kün u außerordentliche sei. Man wußte, daß der neue Organist noch jung, ja, fast noch ein Knabe sei, und r der Gemeinde hatten sein eenes Auftreten besonders, da die Wahl seines Vorgängers nicht besten Wünschen und Zufriedenbeit ausgefallen Desto größer war jetzt die Befriedigung, als die war. vollen, glockenreinen Töne das Gotteshaus erfüllten. die am Schluß der Andackt es noch verstanden, Kenner und Musitfreunde noch längere Zeit zu fesseln. Draußen auf dem Kirchplatze hatte sich inzwischen eine kleine Gruppe junger Damen gebildet, deren Mittelpunkt Martha und Hedwig Hartung bildeten. „Ich hörte, er sei abschreckend häßlich, habe das ganze Gesicht voll Pockennarben," nahm eine kleine, dunkeläugige Bränette das Wort.„dazu hat er rotes paar und trägt eine große blaue Brille.“ möglich," lächelte Martha, die in den letzten Tagen auffallend bleich geworden war,„aber sein Spiel ist vorzüglich; er ist ein Meister in seiner Kunst." Ehe die lebhafte Brünette etwas erwidern konnte, Brauer hastig ein, und zu dieser gewendet rief sie im gereiztem Tone:„Du hast Dich heute aber gründlich geirrt, denn der neue Organist entspricht Deiner Beschreibung gar nicht. Ich werde es doch wohl am venten wissen, da er fast täglich zu uns kommt. Gestern hatte ich bei ihm meine erste Kla erstunde; er ist durchaus nicht häßlich, im Gegenteil, ich finde ihn sogar schön. Es ist wahr, er trägt beeaindig eine große dunkeldlaue Brille zum Schutze n#en die ungen, aber nach meiner Meinung macht ihn dieselbe gerade anmehend. Und was erst seine Stimme anbelangt, die m melodisch und sanft, wie ich helten eine gehört habe, fast so weich wie die einer „Wessen Stimme, etwa die meine?“ scherzte ein r H e r r. d e r u n b e m r e k t z u d e r k l e i n e n G r u p p e hinzugetreten war. „Her: Schellenberg! Sie haben uns wirklich erschreckt! Wir sprachen von dem neuen OrganistenHerrn Willford; er voll aus England gekommen sein.“ versetzte lebhaft die kleine Brünette. Dann ist er so gut wie ein Landsmann von mir; fuhr der junge Agent erheitert fort.„Meine Mutter war eine Engländerin, daher zähle ich mich halb nd halv zu Albions stolzen Söhnen. Der frühere Organist kam aus England. und nun dieser neue ls. Sind Sie ganz sicher. Fräulein Martba, ####e er im ganß leisen Flüstertone hinzu, so daß Sie eine Worte verrtehen konnte.„möchten Sie nicht gerne eine Engländerin werden?" „Torheit. Herr Schellenberg, wir sehen doch wahrlich nicht wie eine Engländerin aus.“ nahm Hed wig anstatt der Schwester das Wort, während diese den Suck eu Boden senkte, wir sind Deutsche, stolz auf unsere Nation und wir haben noch nie unser Vaterland verlassen. Nur eine Tante von uns wohnt im südlichsten England, die ich schon deshalb gern besuchen möchte, um Land und Leute kennen zu lernen. Komm, Martha," wandte sie sich jetzt an die jüngere Schwester,„wir müssen uns beeilen, wenn wir nicht zu spät zum Mittagessen kommen wollen. Wir sind hier ohnehin die letzten, sogar der Küster hat schon die Kirche verlassen. „Wie ist dann der neue Organist hinausgekommen? Hat jemand ihn gesehen?" fragte der Herr Schellenberg. Er hatte keinen Blick von der Kirchentür abgewandt, hauptsächlich um die Schwester zu sehen, und da ihm dieses nicht gelungen war, so hoffte er wenigstens einen Blick von dem Bruder zu erhaschen. Aber der neue Organist schien ebensowenig anzutreffen zu sein, wie seine Schwester, und dieser Umstand irug nicht wenig dazu bei, die Bewohner der Rosenvilla mit einem geheimnisvollen Etwas zu umgeben. Martha Hartung fühlte sich an diesem Tage ganz besonders unglücklich. Sie hatte gehört, daß der neue Organist sehr jugendlich sei, daß er ein schmales, bleiches Gesicht habe und eine blaue Brille trage. Zweifellos war er der unbekannte Fremde, der vor einigen Tagen im Restaurant die Unterredung der Liebenden mit angehört hatte, und vielleicht machte er gelegentlich ihrem Vater oder dem Pfarre von dem Gehörten Mitteilung. Dann hatte Herr Schellenberg eine Bemerkung fallen lassen, die dem zaghaften jungen Mädchen das Blut in die Wangen trieb, und ihr die Gewißheit aufdrängte, daß er etwas von ihrem Herzensgeheim nis wisse. Wie viel und was er davon erfahren hatte, blieb eine unbeantwortete Frage, die das arme Mäd chen folterte. Schließlich hatte sie seit der letzten Unterredung nichts mehr von Franz Burgfeld gehört. Sie war an dem verabredeten Mittwoch pünktlich wie gewöhnlich im Restaurant erschienen, hatte volle zwei Stunden vergevens gewartet, um dann mutlos und niedergeschlagen den Rückweg anzutreten. Es waren seitdem nur wenige Tage vergangen, aber niese wurden zur Ewigkeit, da sie daran gewöhnt war. täglich ein Brieschen von inm zu finden, die jetzt gänz lich ausblieden. Am äußersten Ende des Gartens, in dem dichten Gezweig eines Hollunderstrauches war ein kleines Versteck, nur den Liebenden bekannt. aber sonderbar. ihr letzter Brief lag schon seit einigen Tagen unberührt, er war nicht abgeholt worden. Kein Wunder also, daß Marthas Wangen erbleichten. ihre Augen vom Weinen sich röteten und sie matt und kraftlos wie ein Schatten umherging. „„* Die Kirche war bis auf den letzten Platz geleert, Tägliche Erinnerungen. 20. Februar. 1716: D. Garrick, englischer Schauspieler, (Heresford). 1751: J. H. Voß, Dichter, geb. mersdorf). 1878: J. Pecci wird Papu.(Le Dreizehnte). 1790: Kaiser Joseph der von Oesterreich, t.(Wien). 1802: Ch. A. d riot. Violinist, geb.(Löwen). 1810: Andreas wird erschossen.(Mantua). 1820: Vieurtempolinist. geb.(Verviers). 1861: E. (Paris). 1899: Philipp Galen(Dr. Lange) Erzähler, f.(Potsdam). gen. der Zweite Be Hofe: f. ber. Der Budöhismus, die herrschende Religion in Japan. Von R. Treuvorst. (Nachdruck verboten.) des Leidens ist nur möglich durch die Beseitigung dieses Durstes und dazu dienen als Mittel: rechtes Glauben, rechtes Entschließen, rechtes Wort. recht: Tor, rechtes Leben und Streben, rechtes Gedenken und Sichselbstversenken. Das höchste und letzte Ziel alles religiösen Trachtens ist das„Nicväna“(das „Erlöschen"), die Befreiung von Wiedergeburt, das Aufhören alles Leidens. Ob Buddha hierunter das sehen in das„Nichts“ verstanden wissen wollte ist Der russisch=japanische Krieg hat das Intere der ganzen Welt wachgerufen und dieses insbesondere auf das Inselreich Japan und die Kultur, Sitten und Gebräuche der Bewohner desselben gelenkt. Das gibt uns Veranlassung einiges über d Japanern herrschende Religion zu sagen. Der groß! Teil des japanischen Volkes bekennt sich zum Bul mus, jener religiösen Welt- und Lebensanscheuung. deren Begründer der sogenannte Prinz Siddhärtha (Gautama) aus dem Gesctlechte der Cakja ist, dem im 7. Jahrhundert vor Christus ein kleines Reich am Fuße des Himalaja untertan war und dessen Hauptstadt Kapilavastn am 1. Dezember 1896 durch den Jorschungsreisenden A. A. Führer bei dem Dorfe Paderia wiederaufgefunden wurde. Nach der buddhistischen Legende senkte sich der Prinz als wei ßer Elepham aus dem Götterreiche am die Erde nie der, wo er menschliche Gestalt annahm und#cho. frühester Jugend Proben von einer n#rordentlichen Begabung zeigte. Hang zur Einsamken und eifriges Nachdenken über die Hinfälligkeit des menschlichen Körpers und Lebens bestimmten ihn, der entsagen. Sieben Jahre lang trachtete er dann als Schüler zweier hochangesehener Lehrer nach der Erkenntnis des Wahren und verbrachte diese Zen unter Entbehrungen und Kasteiungen. Aber seine Be mühungen blieben ohne Erfolg bi Nacht. während er zu Uruvela unt baume(d. i. der Baum der Erkennt: die ersehnte Erleuchtung zu teil wurde. Von oa an trat# er als Buddba(der Erweckte) lehrend am und durchzog mit Schülern das Land, um das Volk für seine religiös=sittliche Levens= und W zu gewinnen. Diese berubt am den sogenannter „vier heiligen Wahrheiten,“ welche besagen: Alles Leben ist Leiden, die Entstehung des Leiden nat ihre Ursache in dem Durst nach Lust, der das Wesen in die Seelenwanderung verstrickt. Die Aufhebung Die Anhänger Buddhas schlossen sich in Bettlerund Bettlerinnen=Orden zusammen und übten Pflichten der Armut und Keuschheit; durch wurde vie buddhistische Lehre verbreitet, welche in nentlich aber er parasche insel Ceylon tiefe Wurzeln schlug. Auch in Afhhanistan und Turkestan— wo heute der Islam vorherrscht— in Birma. Siam usw. faßte der Buddhismus festen Fuß. In China fand er 65 nach Christus Eingang. von wo er um das 6. Jahr err zu de kam. führten ib ward Jahrhundert n und in der Folge Kalmücken an der rjaten im südlichen finden sich Buddbi und vom Kaukasus ibet die Mongol: sen, so lange sie völlig unter dem Einflusse des Buddbismus standen, am geistigem Gebiete keinen Schritt vorwärte taten, obgleich es ihnen an Bega bung dazu nicht fehlte. Auch die Entwickelung der Munischen Volke gann ais Ve#sich unn und mehr von dem ursprünglichen Buddhismus lo scan. Heute hindert die Lehre Buddbas die Japaner obschon sie sich in ihrer Mehrheit noch zu derselben ##kennen— nicht mehr an der Ausbildung und Aus nutzung der ihnen eigenen Intelligenz und es ist daher wohl zu erwarten, daß sie in der Zukunft den Buddhismus mit seiner unsinnigen Behauptung, daß die Welt von selbst aus dem Nichts entstanden sei. mit seiner Leugnung Gottes= mit seiner lächerlichen Lehre von der Seelenwanderung und seinem trost losen Zurücksinken in Nichts ganz überwinden werden. Dieser Erwartung gegenüber aber ist es, dat sei zum Schlusse noch kurz erwähnt— geradezu un Europa, ja sogar in Deutsch land, Leute gibt, die sich fur den Buddbismus b geistern und ihn höher schätzen als das Christentum, dessen wahrhaft, erhabene Lehre allein imstande ist. die Menschheit zu veredeln und glücklich zu machen. Der Prasidentenmacher. Der König unter den amerikanischen Senatoren der Präsidentenmacher Mark Hanna ist gestorben; er hat ein Alter von 67 Jahren erreicht. Aus kleinen Anfängen hat sich Mark Hanna durch Tuchtigkeit Mittel zu einer der einflußreichsten geschäftlichen sien 400 gilt. n in die dankenlose zu vericte die keine Willensfreihen anerkenm. kann unmöglich zum Fort schritt anen#ern- und so erklärt es sich, daß die Chinezu Mark Hauna 7. en#allend. politiichen Stellungen den Vereinigten Staaten erworben. 1867 trat Hanna an die Spitze des Eisen=- und Koblengeschäfte der Firma Rhodes u. Co. Er baute Schiffe, erlangte bald die Kontrolle über die ganze Binnenschiffjahrt.