Engtänder, der angeblich mit der Zeit so sehr geizt, genügende findet um die Menge Material, die sein Blatt ihm bietet, in sich aufzunenmen. Aber abgesehen davon, daß das„Arbeiten mit Hochdruck", von dem so viel die Rede in, ein wenig in das Reich der Fade gehört, dleibi den Bewohnern Großbritonniens auch mehr Muße zum Lesee n sie im allgemeinen i uig sprechen. Von 100 Reisenden, die man auf der Eisenbahn trifft, geren sich 90 dem Genuß der Lektüre hin, 6 schlummern und 4 sprochen unt leiser Stimne. Aber nicht un aus der Zeitung wird eine Meuge Lesestoff verschlungen, dies in auch das Land, das die meisten ch#atter hervorbrungt. Sehr viele fuhren nur ein kur es Dasein aber inzwischen befriedigen sie die Lese degier der britischen Nation. Im Priatirben sprechen die Endlonder wenig und gemunen so Zeit zur Lektüre. aber ihre Zeitungen uind merkwürdigerweise zum großen Teil mit der Wiedergabe von Reden ausgefüllt. Die Politiker sund in dieser Bez##bung unerschop#tlich und wenn sie den Strom ihrer Venorsamkeit nicht un Westminsterpalast dahinflieten lassen, dann ergießen sich seine Wellen üder eine oder die andere Stadt des Recches. Die großen Blätter widnen der parlamentarischen Berichterstattung lunge Spalten, in geben auch all die Reden wieder, die in irgend einem entfernten Nest #ehalten worden sind. In Zeiten volitischer Dürre wird selbst der geistlichen Eloquenz große Aufmerksamkeit ganidmet und die Predigten von größerer Bedeutung werden dem Leser aufgetizte Neben der Wiedergabe der Reden beansoruchen einen undangreichen Raum die Briese, die an die Leitung eines Blattes naturlich zur Veroffentlichung, gelangen. Die verschiedensten Fragen werden in diesen diskuttert. In stillen Zeiten pflegt man diese Zuschriften zu provozieren, inden irgend ein interessandes Prodlem ausgewonen wird, angeblich aus den Leserkreisen, in Wahrheit aber von der Redaktion des Wartes. Ein Berliner Blatt hat nch dies zum Muster genomenen, indem es allsonntäglich derartige Brieze bringt, wa#dusselde übe haupt manche englische Ge Pilogenberten nachahmt. peer erscheinen diese oft volemischen Ermüsse. Tag für Tag. Diese sind naturlich gezeichnet, sonst jedoch werden alle Artikel anonym veröffentlicht, wenigstens soweit die älteren Zeitungen in Frage stehen; von den neut ren find einige von diesem Gebrauch abgewichen. Die großen Blätter wollen eden nicht die Meinungen dieser oder jener Persönlichken wiedergeben sondern vertreten einen bestmmten Siandpunkt. Und mie bei dem Briten uverhaupt, udt auch bier die Tradition einen großen Einfluß aus. Dieser müssen sich alle auch der Leiter der Zeitung, anpassen. Wenn dieser zu sehr nach seinen eigenen Ideen verjahren wollte dann würde er das Blat entweder rumnieren oder müßte geden, ebe er dabin gekommen ist. Ein eigentümlicher Fall wird erzählt, der dem„Standard“ vas siert ist. Eines schönen Tages brachte derselbe nicht nur zum Erstaunen seiner Leser sondern auch zu dem des Cbefredakteurs und der meisten anderen an der Redaktion beteiligen, einen sehr scharfen Artikel gegen Merrdith, anläßlich sein.= Gevurtstages. Man konnte nch dieses gar nicht erklären und doch war die Sache sehr einfach. Der Redakieur, dem der Auftrag geaeben worden war, über den beliebten Romanschrift steller zu schreiben, hatte eine Kritik über das erste Werk desselben in einer alten Nummer des Standard gefunden, die ganz abfällig gebalten war, und so hielt er sich für verpflichtet im gleichen Ton zu schreiben. Die großen Zeitungen erscheinen alle des Morgens in einer einzigen Ausgabe. Sie wrden nicht anf den Straßen ausgeschrien; dies betreffs der Abenddlätter der Fall ist, die die Verkäufer an den Mann zu bringen sichen indem sie vor ihrem Ausrufen einen Vorgeschmack des Inhalts geden. Besonders wenn irgend ein durch zeine Umstände interessanter : Mord geschehen ist, hon man die meist heiseren Stimmen der Verkäufer unter seinen Fennern schallen, die zun Ersteden der Zeitung zu reizen suchen, indem sie einen vorrible murder" verkünden. Wenn diese krächzenden Töne aus der Dunkelheit heraufdringen. so defitzen ne beinabe etwas so unheimliches wie die Tat über die sie berichten Die Abendblätter sind von kleinerem Format als die Tageszeitungen und während letztere stets an weitzes Papier gedruckt werden unterscheiden sich jene durch ihre Farbe von einander. Die„Weimminster Gazette“ ist grün, die Pall Mall“ gedlich, der Globe" rosa u. s. w Be der Lesewut der Englander:: e erklärlich, daß viele der Zeitmnmen eine so große Auflage haben Die der„Times“ ist jedoch verhältnismäßig eine kleine. was sich aus dem teueren Preis derselben— 3 Pencmährend alle anderen Tagesdlätter nur höchstens einen Penny konten— erklärt. Das Abonnement ist aber auch bei diesen nicht, das den Verdienst eroringt, sondern die ungeheuer vielen und hier sehr tueren Annoncen. * Umer der Spinmarke„retigiöser Wahnwitz“ bruchten unlängst kirchenseindliche Blätter(Rhein. Ikg. 2. 1. 04, Deutsches Tagebl., Wien, 3. 1., stinrne. Mannheim. 5. 1., Arb. Ztg., Dortmund. 6. 1. Volksztg., Bertin, 31. 12. 03, N.= Mülh. Ztg. Lavanthal. Botc 16. 1. und Deutsch=Evang. Corresp.) einen Bericht der Pariser Lanterne, der von den mei sten Zeitungen Frankreichs ignoriert wurde. Danach sollen sich gelegentlich der Rekognoszierung des Leich luuns einer vor vielen Jahren zu Troyes(Frankreich in Rufe der Heiligkeit verstordenen Klosterfrau ge radezu schauderhafte Szenen abgespielt haben, und zwar in Gegenwart des Bizcofs, meyrerer Prälaten und des Senators Admiral de Cuverville.„Die Schwestern der Klosters der Heimsuchung, so heißt es, stürzten sich mie in einem Wutanfall auf das schaudercaft stinkende Ding(den erbumerten Sarg) und be deckten es nutt ihren Küssen, dann zwangen sie ihre Schüllerinnen das gleiche zu tun, sie zerrten die vo. Schreck halbroten Kinder fast bie auf die Bahre hin auf." Dann ließen die Priilaten den Sarg öffnen und man fand„eine unkenntliche schreckliche Masse, von einem Geruch der den Atem benahm". Die Tote wurde eutkleidet und auf den nackten Leichnam„stier: ten sich die Schwestern, stießen sich gegenseitig bei Seite, denn jede wollte die erste sein, um den schauer lichen Leichnam mit Küssen zu bedecken. Da ließ man die vor Grauen zurückweichenden Kinder eintreten, und diese wurden genötigt, ebenfalls die Leiche zu küssen. So der fast gleichlauende Bericht genannter Blätter.— Migr. de Pelacot. Bischof von Trones, der die ganze Zeremonie leitete, teilt uns folgendes mu:„Die Verstorbene wurde in Gegenwart des Bischofs, dreier Zeugen, zweier Aerzte und eines Polizeikommissars nach den kanonischen Vorschriften erhumiert und rekognosziert. Dann wuschen den Körper die Aerzte und balsamierten ihn ein. Hiernach wurde der Körper mit neuen Gewändern bekleidet. Jetzt ließ man die Schwestern und sonstigen zu der Zeremonie erschienenen Personen mit den Kin dern in den Saal eintreten und erlaubte ihnen, den Saum der Gewänder zu küssen. Alles ging dabei in der besten Ordnung vor sich, ein Stoßen und Drängen fand nicht statt, noch viel weniger wurde irgend jemand gezwungen, das Kleid zu tüssen. Von einem Leichengeruch des einbalsamierten Körpers war nichts zu merken, ebenso wenig von einem Schrecken der Kinder.“— Die ganze Geschichte stammt von dem enragierten Katholikenfeind Abg. Meunier. * om. Die japanische Tagespresse. Aus Yolohama wird uns berichte:: Der Journalismus u###wan in verhältnismäßig neuen Tatum— die erste erschien 1872 und seine Verireter nehmen Personen keine hervorragende Stellung ein. Vorläufig rekruneren sich die Irmnalisten aus Lemen, die ihren Beruf verfehlt haben, dem Redakteur zu sein, ist im Lande der aufgebenden Sonne keine einträgliche Beschäftigung. Ein solcher verdient 60—100 wu monntlich im Durch schnitt und nur in gunz ausnahmsweisen Füllen bis zu 230 Das ist selbst Rücksilli auf den billigen Lebensunterbalt, nicht genugend inn standesgemäß in denjenigen Kreisen sich bewegen zu können, auf die sie ihr Beruf hinweist. Man darf daher auch nicht erwarten, daß die Zeitungen un. in vornehmer Weise geleitet werden, und da eine ziemlich unbeschrankte Preßffreiheit eristiert— ein —1. 1 praktisch miot in Anwendung gebrackt— so brauchen die B##atter auch nicht besonders vorsichiim ihrem Verhalten deren Inhal. Iud####nlich Skandale bilden und die— vielleicht deshalb— eine groge Auflage dat—. Sie stellt Unterer öffentliche Uebetstände an undiveröffentlicht . B. Listen aller Ehebuecher und dergleichen, gibt die Aumen der michen Frauen an. die Schauspieler aushalten mw.: derartige ervaulte Dinge gehen unter der Rubrik „Insolmsion“ Andere Zeitungen beschäftigen sich auch dem fittlichen Levenswande der fremden Gesandten und der Verr#ter der mit Japar verb#underen Englands Sir Mard#mid. weiß daven ein Liedchen zu singen. Siandaltiauren mar; ihm vor er sei ein schamlose: B##nsch, vor dem nich einmel verhe###re###en siche #rien, und als voll: Eurrustung und im Bewußrsern einer Un#umld emen W#d# verlantb#ne die daktin dersemen i folgender Form:„Wir sind von dem nister des Ardern gedeten worden, umi unsern Entrallungen aufzuhoren und werder dieier Bine entsprechen! di# Ar Zeitungen, weche über dus gange Land verstreut sind, schlagen durchweg einen„putrionsche Ton an, der darin gipfelt, daß ne die großte Verachtung für die baren— das sind selbswerständlich die Europäer und deren Ioeen— ausdrücken. In aufgeklärten Kreisen ruft dies zwar großes Bedauern vervor, doch geschieht nichts, um einem soschen Unfug entgegenzuarverten. Natürlich gibt er auch in Janm ernmaftere Juurnale, die aber einen wesentlich beschränkteren Lesertreis haben. Unter diesen nimmtt„Diedii Schumpo“— die„Zeu— den ersten Rang ein, die sich diese Stellung dadurch erworden, daß ihr Grunder auch der Besitzer der Privat=Universität von Tokio war. Die Profesioren arreiteten mnt und besonders deren volkswirtschafttiche Artikel erregten berechtigtes Aufsehen. Die„Jeit“ geniert sch auch nicht ihren Landleuten bin und wieder orde tiin den Tert zu iesen. An zweiter Stelle stehr dar Blatt der Varen#####o Miyodji„Totno Nicki Nichi Schumbun"(Totiver Tcatar Nachrichten", das eigene Correspondenten in Peting. S###ul, Konsammmope! und Et. Petersburg ii. ofters auc Vemnc von dem Marquis n d d e m M a r s c h a l l Y a u m### t a e r h ä l t. D i e s e K o r r e s v o n enten sind jedoch nur nebenbei Journalisten und haben gewohnlich Läden in den veireifenden ausländischen Plävzen. Mainichi, Schimlun#agen), ein worrschrittliches Organ, welches früher die Pulitik des Geufen Okuma unterstutzte, kampft auch fur die Frauenrechte und ndenfreundlich; im Gegensatz dazu steht„Kokumin" die Nation), die auf Fremdenhaß gesccmt it.„Tokvo Asahi", ein wodllavenden Blau für die Miuelklassen, gemme sich den Lurns eines bekannten Romenschittstellers, der für niemand anderes schreiben darf. Duis wären wohl die hauptsächlichsten Tageszeitungen, denn die in englischer Sprache dier veröffemtlichten lommen ju nar###r die den in Berrac. Es ist erklärlich, daß in dem jetzigen Augendüicke der Tor der gesumten einheimischen Presse ein ieberhaft erregter ist, und es müßre zu schweren Konsqnenzen führen, falls mian inhalt geboten wird und doie die Regierung, die sic ihr taltes Biur bisher bewahrt hat, dieses tun will, ist augenblicklich eines der schwierigsten Provleme. * Die Sammlung päpnlicher Munzen, —. u T• s. e I= lung in Si. Louis zu seten sein wird. dürfte zu den intere ssanresten S#alanstellungen der u. Setenswürdigleien 19 trulen Wellunggnun gehoten. Ueber den Güddenilehen Wert dieser Sammlung schrei: emer de. tenten amrttannden###cleine an den Pranidemen der Auenellung, Mr. Francis:„Die pärstlichen Munzen sind die schöniten und interessamenen ihrer Ari. Seir dem drian der Erste das Münsrech auszunben anfing, bis heute in die Geschichte des Papsttums gewissermußen in seinen Münzen geschrieben worden. Jeder Pomifer in am den ihm ungiterenen Munzen portrauert, und seidn in der Zeit, in welcher der Päpstliche Stuhl erlediut war, sing „Sed# vacame Münzen" geprägt und ausgegeben worden. Fast durch tausend Jahre sind die papntlichen Münzen in bezug auf Metallwert, gute Pragung und Dauerhaftigkeir dir tonen des europaischen Komments gewesen. Der vernordene Papft Leo der Dreizehme war selbtt ein großer freund aller Münzen und eifn., bemüht, die Parikanische „##m und zu vermehren So wird die Ur nicht nar in ihrer Vollnandigken ein historisch imteressantes Dolument für eine falt tausendjährige Jeutperiode sein, zondern sie wird auch einen einzig dastehenden Ueberblick n. die Entwickelung der Munz und Prägekunst in der lerzten tausend Jahren gewähren Der Anti=Altoholismus im Homerischen Zeitalter. In der Zeitschein„## Kulrur iesen Dir darüber: ##anrt, wenn man glaubt, daß die schädigenden Wirkungen selbet gerin Quantitcten Alkohols erst in neuerer Zeit bekunn: geworden sind. Vielmehr findet sich schon diese Erkenntnis bei Homer. Hektor eilt, im sechsten Gesang der Ilias, aus dem Kampfe in die Stadt zurück, damit seine Mutter Hetabe zur Athene slehe. Und nach ech münerlicher Art will ne den gelierten Sohn nicht ohne Labung in den Kampf zurücklassen: „Aber verzeuch", so spricht sie zu ihm Jlas VI. 258 ff.) ich jetzo des sußen Weines die bringe; FTaß du Zeus, dem Vater, zuvor und den anderen Göttern „Sprengest und dann auch selber des Labenuntes dich erfreuest.„„ „Denn dem ermüdeten Mann ist der Wein ja kräftige Stärtung, „So wie du dich ermüdet, im Kampfe für die Deinigen stehend.“ Ihr antwortete darauf der helmumflatterte Hektor: „Nicht des sußen Weines mir gebracu, ehrwürdige Muner, Daß du nicht mich enterdst, und des Muts und der Kraf: ich vergesse.“ Mit wundervoller Klarbent sind hier die#e#den entgegengesetzten Anschauungen ausgesprochen Hekabe#ulLat der gewühnlichen Ansicht, daß der Wein eine„kräfuge Stärkung" ist, wadrend der ziefer blickende Hektor werr. der der Ermüdete durch den Wein noch müder wird Und der Tat auch ohne„Stärkung" durch Akkobol hatt ##ene im dacarffolgenden Zweikampf mu dem Telamonter s. bis die Nacht sie trennt. Verlag und Rotationsdruck der Märkischen Vereinsdruckerei. Verantwortlicher Redakteur F.§. Knappe mn Bochum. Täglich erscheinendes Unterhaltungsblatt Bei der Erbeit rectt Beginnen, Beim Seniegen rechter Schtuß. 27. 4. Februar 1904 Die kleine Kapelle. (Schluß.) Preisgekrönte Novelle von A. de Poiseux. Genehmigte Uebersetzung.(Nachdruck verboten.) Der gute Priester verläßt den Altar und nähert sich dem Brautvaare. Er wird sie einsegnen, sie vervinden furs Leben. Vorher aber richtet er einige herzliche Worte an sie und die vaterliche Stimme, der sie 1 of: an dieser Stelle gelauscht haben, ertont heute für sie ganz allein: „Meine lieben Kinder! Mit froh bewegtem Herzen gebe ich Euch diesen Namen, denn ich hab: die Freude genabt, Euch beide schon lange vor diesen schonen Tage zu kennen und zu schätzen. Wie preise ich mich glücklich, meine lieben Kinder, an Eure: Feier teitzunehmen. Euren Bund einzusegnen an die sem heiligen Orte- der für Euch und für mich voll strablender Erinnerungen ist. Heiligtum, geliebte Tochter, ist Zeuge aewesen Deiner ersten heiligen Kommunion, Deines Eintritts in die segensreiche Marienkongregation, deren Zierde Du allezeit warst, Deiner wichtigsten religiösen Handlungen, Deiner innigsten Gebete. „Hur hast Du, ich darf es wohl sagen, die Tuginden der Frönnägkeir und der Treue geschöpft, die Dir helsen werden, eine tadellose Gattin, eine gute Mutter zu werden.“ „Diese kleine Kapelle, mein liebe: Sohn, in auc Dir nicht fremnd. MitWohlgefallen erinnere ich mich, jeden Sonntag an der Seite Deiner Mutter, Dich bier gesehen zu haben, wie Du mit gespannter Aufmerksamtent den heiligen Handlungen folgiest, wie Deine träftige Stimme oftmals den sanften Lauten unserer Kongreganistinnen sich zugesellte und Du u verdleustlichem Eifer das vom Gottes anhörtest. Heute erhälst Du Deine Belobnung, denn von dem jungfränlichen Boden löst sich eine segensreiche Blute für Dich ab. Umgieb sie mit allen Deinen Sorgen, dieie schöne Gottesblune, da reine, liebliche Kind, dus von jegi a0 Dein Dasem mu dem Wohlgeruche semner Tugenden umgeben wird. „Und Du. geliedte Tochter, deren zartes Herz in diesem Augenblicke einem neuen Gefühle sich off ner. o. Du darfst ihn ruckhaltlos lieben, den glück lichen Gaiten, den die Voriebung Dir bestimmt hat, viel eher schon, als das einsichtsvolle Urtei! Deiner Jamilie seinen Absichten sich anschloß. „Fürchte nicht ihm Deme ganze Zuneigung:u widmen und alle Deine Sorgen ihm zuzuwenden. bis zu dem Tage wo Deine Zuneigung und Deine Sorgen ohne sich für ihn zu verringern, auch auf dinzemigen übergehen werden, die der Himrnel Dir schenkt und die die Stütze, die Freude und die Hoffnung Eures Hauses werden sollen. „Möge es mir ertaubt sein, aus der Mitte der hochverehrten versammelten Gesellschaft, die ich hier vor mir sehe, diese exemplarische Mutter zu begrüßen. diese starke Frau nach dem Evangelium, die ihren Sohn erzogen hat in der Ausübung der christlichen Tugenden, und die Gon jetzt mit Freude erfüllt, da er ihr eine Schwiegertochter gibt nach ihrem Ebenbilde, gleichwie Ruth ehemals die edle und würdige Tochter von Noemi wurde. Ich begrüße auch diesen erfahrungsreichen und mit Ehren überhäuften Onkel. den die Stimme seiner Mitbürger auf den Gipfel der öffentlichen Hochachtung gebracht hat.“ Aller Augen wandten sich Herrn Panderfull zu, der sich dem Ohre Lisbeths näherte. „Der ist wirklich ein ausgezeichneter Redner, der Rektor Ravageot,“ sagte er. Der Rektor fuhr fort: „Alle die Freunde, die hier sich zusammengerunden und von denen viele den höchsten sozialen Kreisen, unserer verehrten Stadtverwaltung und den renommiertesten Kaufmannshäusern unserer ehrwürdigen Stadt angehören. alle, auch Deine ehemaligen schüchternen Gefährtinnen, geliebte Tochter, die wie ein Blumenkranz Dich umgeben, ja, auch der grei#### Priester, der Euch so oft von dieser heiligen Stätte aus ermahnt, sie alle lieben Euch, lächeln Euch zu und rufen den Segen des Himmels auf Eure Häupter hernieder." Nach der Trauungsfeierlichkeit fand aus Veranlassung des Herrn Panderfull im Hotel de Braban ein großes Diner statt, bei welchem nichts gespart wurde. Der auserlesensten Gerichte wollte es kein Ende nehmen und wenigstens secks Braten wurden serviert. Der ungestüe Liberaie konnte sich rühmen, den Grafen von Thorel und den Baron van Aest zu seinen Gäsren zu zählen. Sie hatten alle ihre Orden angelegt und sich für ihren Amphiktyon in nicht unbedeutende Unkosten gestürzt. „Diese großen Herren haben eine ganz eigen tümliche Art, sich zu geben,“ sagte Herr Panderfull zu Lisbeth.„Man hat ja sehr gut daran getan, ihnen die Krallen zu beschneiden, aber es wäre doch argerlich wenn sie ganz vom Erdboden verschwän den. Es kann doch niemand so gut wie sie sich mu den Zeremonien zurechtfinden und so gut me sie das rechte Wort finden.“ Der Schützenhauptmann war übrigens so guter Laune, daß alle, sogar der ehrwürdige Rektor Sau vageot, den man ihm gegenüber zur Rechten der Frau Paster plaziert hatte, ihm wohlwollende Gedanken einflößten. „Das ist jedenfalls ein tüchtiger Mann,“ sagte er. zu ihm hinübersehend zu seiner gewohnten Vertrauten.„So wie er, müßten sie alle sein; glauben Sie nur, Lisbeth. in der Kirche ebenso gut wie anderswo fängt man mehr Fliegen mit Honig als mit Essig!" Die beiden Neuvermählten saßen nebeneinander an einem Ende des Tisches und es ist überflüssig, zu versichern, daß sie an den vielfachen Unterhaltungen, die das Mahl belebten, nur sehr wenig teilnahmen. Sie flüsterten leise zusammen und es mußten wohl wichtige Dinge sein, die sie verhandelten, denn sie waren ganz davon in Anspruch genommen. und die Tränen, die dann und wann in den schönen Augen Marzelinens perlten, ließen darauf schließen, daß sie sich mitunter auch recht rührsame Geschichten erzählten. Mit dem Dessert begann eine ganze Reihe von Toasten. Herr Panderfull, dessen politischer Ehrgeiz durch die jüngst gespieltr Rolle nur noch gewachsen war, wollte seinen Gästen, um dadurch so viel mehr Aussicht bei den bevorstehenden Wahlen zu haben, eine Probe seines Rednertalentes geben. Für alle Anwesenden, besonders die einflußreichsten Wähler, hatte er ein liebenswürdiges Wort, für den Herrn Rektor Sauvageot sogar ein doppelfinniges Komplment, aus den wir folgenden Satz hervorheben:„Ay, Herr Rektor, wenn heutigen Tages die Mitra, wie damals die feurigen Zungen, auf das Haupt der Apostel herniederstiege, so würden wir gewiß bald Ihres bischöflichen Segens uns erfreuen.“ Mit Rührung sprach er von der neuen Haushaltung, von dem Glücke, das seine Kinder erwarte und von der Freude, die er selber empfinden werde, wenn seine Familie wachse und blühe und seinem nige und der Freiheit neue Diener, gleich ihrer Ahnen zuführe. Er hoffte, daß, wenn einige seiner Großneffen dem wohlvorgezeichneten Wege ihres Voters folgten, andere auch nicht vergessen würden, daß die mütterliche Linie eine lange Reihe jener stolzen Vertreter der National-Industrie aufzuweisen habe, der Flandern die Van Artefelde verdanke. Er brachte viele Hochs aus auf Nr. 27 " 2524 Der Erzahler. 1904. Neuvermählten, die zu dem freutigen Ereignis, so viel beigetragen haben, auf vin vo reauvorsteher, das Mi zur Aufgal rum mit der Bureautratie auszusohnen, auf den#. digen Grafen de Thorel, der ons könialnen so glänzend gerechtfertigt habe und### einer der edelsten Sprossen der hohen flamlan en Ari kratie, sich nicht scheue, mit eini verkehren, als wolle er die Verein der Nation unter der so be nung Belgien sich rühmt, am immer befeitigen. Er dachte auch des geheimnisvollen, so A#hgestellten Gönners, von dem der Hojgroßzmarich## ihm sprochen habe, und den niemand besser, als der err Graf selber kennen könne, da er in der Lage sei. seine Herrschergüte täglich von neuem zu bewundern. Jetzt erhob sich Graf von Thorel. In ein liebenswürdigen Worten dankte er dem Herrn redner und brachte den Neuvermählten und 1 Familien seine Glückwünsche dar. „Möge Herr Panderfull mir zum Schlusse erlau ben.“ fügte er hinzu, seine letzten Worte ein wenig zu verbessern. Allerdings habe ich ihrn von einem unbekannten Gönner gesprochen, gegen welchen meine Macht nur teor gering ist. E daß ich von Seiner Majestät dem Könige spräche: Das war ein Irrtum! Seine Majestät wird es mir nicht übel nehmen, wenn ich erichre, daß die beiden Liebenden einem noch uter, als er selber ist, die Einseg nung ihres Bundes verdanken.“ # Herr Panderfull recht gehört? Träumte ganze Versammlung?„Alle Gäste sahen und erstannt und ohne ein Wort zu verheren ium Grafen hinüber und fragten sich, wohin . Er aber fuhr fort: , u n s i c h t b a r e B e s c h ü t z e r i s t d e r h e i l i g e n Sie nicht, meine Herren, denn an welches aus der Hand des heiligen el in meinen Wagen fiel, lehrte mich die Hinnisse kennen, die sich der Heirat von Fräulein mut Herrn Moritz Paster entgegenstellten mir den Wunsch ein, dieselben zu besiegen. i menr darüber wissen und den Autor dieser nyrenden. naiven Bittschrift an den glorreichen Schutzvatron der Stadt Brüssel kennen lernen wollen, einen### nur zu dem lieblichen Kinde hinüber, de I. viesem Augenblicke sein Köpfchen in den Händen verbirgt.“ Man wünschte das Briefchen zu lesen. Der Graf gab dem allgemeinen Wunsche unverzüglich Folge und von dem Augenblicke an war Geor gine die Heldin des Festes. Jeder wollte sie beglückwünschen, umarmen, beohne zu erröten, erzählte sie, auf welche Weise sie das Geheimnis ihrer Schwester entdeckt habe, wie sehr ihr Schmerz sie aufgeregt und wie ihr dann infolge der letzten Predigt des guten Rektors Sauvageot der Gedanke gekommen sei, sich an den Schutzgeist ihrer Familie, an den heiligen Michael zu wenden, den ihre Mutter seit der frühesten Kindheit zu verehren und anzurufen sie gelehrt habe. Marzeline hielt ihre Schwester lange fest umschlungen. „Dir," flüsterte sie,„Dir, liebe kleine Georgine Dir verdanke ich all' mein Glück Auch Herr Rektor Sauvageot ergriff das Wort. Er machte darauf aufmerksam, daß man noch höher hinaufsteigen müsse, als bis zum heiligen Michael, um den Geber und Spender alles Guten zu finden, und daß, wenn er seinen Kindern Züge aus dem Leben der Heiligen erzählt habe,— wenn diese Züge auf Georgine nicht ohne Eindruck geblieben sind und ihr den Entschluß eingeflößt haben, sich an den heiligen Michael zu wenden,— wenn der Wagen des Herrn Grafen de Thorel gerade in dem Augen blicke unter dem Rathaustore hindurchfuhr, als der Wind den Brief bewegte,— wenn endlich der Herr Graf also gleich Gelegenheit fand, den beiden jungen Leuten zu Hilfe zu kommen, so ist uns das ein Beweis, daß die Vorsehung sich sehr häufig der geringfügigsten Mittel und der anscheinend unbedeutendsten Umstände bedient, um ihre Adsichten auszuführen. So wie Fenelon sagt:„Der Mensch sucht seinen Weg, aber Gott führt ihn.“— sich in geringer ent: auf den weichen Moo dem sie Kor Gesellschaft. Sie 2 ihr so seltsam. batt keine Ursache dag zur Sei spielte mit den man sie, wie Tranen ihre Anen fünten; lur fru heitere Gesellia. hüte, das durste mar geeaemn. 1 sich, wen tiefer jeder ihrer Bewegungen Ein dumpfer Donner mahnte zur Rückke das Landhaus und plötzlin beerde das Spiel. um noch vor#d## befürchteten Gemur- d reichen. Das dicht Laub der bohenn drohend un dem allgemeinen Aufhm ert vermißte man und Herr Werner erbot siche folgte ihr in der nichtung. weiche sie hatte. Er hatte kaum einige bunder: ri:: gelegt, da sah er die(n#: den einen Arm um d ihren Kopf daran. P rasch Lebenswege. Erzühlung u. 4 Clara Wilhelmi.(Nachdruck verboten.) ten Sie sich vor dem Gewitter?" fragie erller, sich am einen hohen, langen Stein niederlassend. sehr“, antwort#te sie, froh darüber,!Er lud Käthchen ein, neben ihm Platz zu nehmen, gleuer imt Aufregung auf diese Art aus-lnd diese folate seinem Beispiel. Blitz auf Blitz zuckte i es ist nicht angenehm, im Freien und durch die ohen Bäumen vom Gewitter überrascht zu 1 den Ausgang des Waldes erreicht und setzt den ziemlich heitigen Regen, welcher Laub der Bäume nicht hatte durchdringen ist aber guter Rat teuer, mein Fräulein", ## nengte###n besorgt.„Bleiben wir im Walde, so sind vor Regen geschützt, dagegen aber waren emer underen Gel#ur ausgesetzt. Die hohen Bäume ziehen den Blitz an. Aber wie wollen wir ohne - in! Schirm bis zu dem Wirtshause kommen, zumal Sie mit Ihren dünnen, seinen Schuhen?" Käthchens zierliche Schuhe nicht für ner berechnet, und einen Augenblick schaute d vor uch nieder; dann hafteten ihre Auan dem gegenüberliegenden alten Kloster und sie Bei sagte beberzt: weite- nichts ist? Meine Schuhe halten Sie dort dis vorspringende Dieses# Dieses koird uns Schutz den eripitzen zierlich ihr Kleid das selbe nicht am schnellen de. und flog leicht und bebende I das angedeutete Ziel los, so daß ior so rasch zu folgen. Bei dem im nprall am die Tür gab das morsche die Beiden besanden sich in einem inn. Fenster mit gänzlich erließen das Tagsslich: nur spärlich ###s draußen so dunke. geworden. mergang Kaum waren bie eingevoller Macht losbrach und d mit inem dichten Schleier um Paul er! auf Urse „Es ist nichts. werr We unter Tr. mit wir die Gesellschaft en „Dies in nicht mehr möglich, allein um 1o r geben zu können, erlauben Sie mir Ihren urm nahrn ihre Hand und legte sie auf Weitergehen fuhlte er, wie ihre Hand zuterte. durch die dunkle Luft. der Donner rollte fast unau hörlich und der Regen goß in Strömen hermeder. Wieder erhellte ein greller Blitz das Dunkel- von einem krachenden Donner begleitet. Käthchen deckte erschreckt die Hände vor die Augen. „Es ist ein Wetter, als wollte die Welt vergehen," murmelte sie.„und wer weiß „Denken Sie wirklich, daß es so schlimm werden könne?“ sagte er scherzend.„Sollte es aber in der Tat so scklimm werden, so wäre es ein Troit für mich, daß wir zusammen sind.“ Jawohl, auch für mich,“ entgegnete sie leise. Diese wenigen Worte klangen ihm wie himmlische Musik durch den Gewittersturm. Er antwortete nicht. ruckte aber nähe: zu ihr heran, bis sein Arm ihre Schulter berührte, und sie sich daran lehnte. Wieder zuckte sie beim Blitzstrahl zusammen. Was fürchten Sie?“ fragte er mit innigem Tone, und blickte tief in ihre Augen. Es wurde ihr wieder recht beklommen zu Mute, und sie senkte ängstlich den Blick. „Ich sürchte, daß uns der Blitz trifft,“ entgegnete sie befangen. „Wir wollen hoffen, daß dies nicht geschicht,“ entgegnete er, seinen Arm fester um sie legend.„O. wie gern möchte inh Sie mein ganzes Leben hindurch vor Leid und Ungemach schützen. Würden Sie sich unter meinem Schutze sicher fühlen?" „Ja, ganz sicher,“ hauchte ne. und wendete ihm debei das Gesicht zu. Die unschuldigen Augen blickten ihn so voll Innigkeit und Vertrauen an, daß es ihm: ganz wundersam zu Sinne ward und er sich sagte: „jetzt oder nie!“ „Käthchen““ sagte er bewegt,„eine Stunde wie diese kommt so leickt nicht wieder; lassen Sie es sich sagen, was ich seit langem im Herzen mit mir herumtrage. Geben S## mir das Recht Ihr ganzes Leben hindurch Ihr Beschützer zu sein! Lassen Sie uns im Gewittersturm hier in der veroderen Kavelle einen Bund für das Leben schließen. Kathchen, ich liebe Sie,— und wenn ich mich nicht sehr irre— so lieben Sie auch mich.“ Sie barg das erglühte Gesicht an seine Brust und fraate mit bebenden Lippen:„Ist es denn wirklich wahr? Ist das Liebe?— o könnte ich nun sterben!“ „Nicht sterben,“ rief er. indem er sie stürmisch an sich zog. sondern leben, und so Gott will, haben wir noch ein langes Leben vor uns, dessen wir uns in Liebe erfreuen wollen. Sage mir nur, daß Du mich o g z ü r g o r A e. - AAER a. Gon-. = L b E a Ne-na„„„——„— S SöSZSSESZD OGSOSSPSESETSEHGE 9 E* 8 1 00— E „* 81• E 8— SCTEEe Nr. 22. Der Erzähler. 904. liebst.“ „Ja, in alle Ewigkeit.“ „Nun, dann sind wir glücklich.“ jubelte er,„der heißeste Wunsch meines Herzens ist erfüllt, da ich Deiner Liebe gewiß bin.“ „O. wie bin ich glücklich,“ wiederholte sie, indem sie sich zärtlich an ihn schmiegte. „Darf ich jetzt auch den Grund Deiner Tränen von vorhin im Walde erfahren,“ sagte er, ihren Kopf emvorhebend und sie mit glücklichem Lächeln anschauend. „Ich weiß wirklich nicht, weshalb ich weinte,“ entgegnete sie, treuherzig seinen Blick erwidernd,„ich würde es Dir sonst gewiß sagen. Es war mir so eigen ums Herz, als wollte dasselbe zerspringen.“ Sie hielt erschrocken und errötend inne, wie leicht und unvermerkt war das Wörtchen„Du“ ihren Lip pen entschlüpft. „Sag. Käthchen, galten Deine Tränen mir?“ „Ich glaube ja, es waren Tränen der Sehnsucht nach dem Glücke, welches ich jetzt gefunden habe.“ „O. Käthchen, Du sollst meinetwegen keine Tränen mehr vergießen, es seien denn Tränen der Freude.“ So saßen sie eine Weile Arm in Arm aneinandergeschmiegt und vergaßen die Welt draußen mit ihrem Unwetter und freuten sich ihres eben gewonnenen Glückes, bis ein heftiger Blitz, dem gleichzeitig ein Donner folgte, welcher das Kloster in seinen Grundfesten wanken machte, sie in die Wirklichkeit zurückführte. Fester schmiegte sie sich an ihn. „Das Gewitter zieht jetzt vorüber,“ suchte er sie zu beruhigen.„höre nur, der Donner vollt schon in einer großeren Entfernung. Bald haben wir wieder das schönste Wetter. Laß uns diese kurze Zeit, welche uns hier zugemessen, noch benutzen. Zuerst habe ich eine Bitte an Dich, Liebste.“ „Sprich, Geliebter, sie ist Dir im Voraus gewährt," lächelte sie selig. „Ich muß bitten, daß wir unser süßes Geheimnis noch eine Zeit lang geheim halten.“ „Geheim halten?" fragte sie erstaunt,„warum denn?" „Weil ich bemerkt habe, daß Deine Sckwester mich nicht mit gung freundlichen Augen anschaut, ich glaube nicht, daß ich ihr ein willkommener Schwager bin. Deshalb muß ihr unser Verhältnis noch verborgen bleiben, bis sie günstiger über mich denkt.“ „Aber, Paul, ich habe noch niemals meiner Schwester gegenüber ein Geheimnis gehabt,“ entgegnete sie, „darf ich es ihr nicht sagen?“ „Damit sie unseren eben geschlossenen Bund morgen gleich wieder löse?“ „Du sollst doch wissen. Paul. daß ich mich nicht zwingen lasse,“ entgegnete sie, trotzig die Oberlippe aufwersend; unsere erne Begegnung hat Dir ja schon gezeigt, daß ich das mir gesteckte Ziel auch erreiche.“ „Zwingen wird man Dich auch nicht, mein lieber Käthchen, aber uns trennen, sobald unsere Liebe ent deckt wird. Es werden Dir bessere Partien ueboten und deshalb wird man Dich zu Deiner anderen Schwester oder zu einer Freundin so lange auf Be such schicken, bis Dein Herz= sich neuen Eindrücken hingegeben, mich vergessen hat,“ sagte er schmerzlich. „Ich habe Dir eben gesagt, daß ich Dich in alle Ewigkeit liebe, da werde ich Dich gewiß auch nicht ver gessen. Und eine Trennung von Dir halte ich auch nicht aus, da wird es wohl so sein müssen, wie Du sagst und wir unser Geheimnie zur uns behalten.“ „Ich wußte ja, daß Du dieses einsehen würdestDu bist ja mein verständiges, liedes Mädchen.“ „Kennst Du diese Rose noch. Liebste", sprach er, eine verwelkte Blume aus seinem Notizvuck nehmend. „Es ist dieselbe, welche Du damals von dem Felsen holtest, und seit sie mein Eigentum wurde, mich nerbegleitete. Du siehst, wie treu nr Dich liebe.“ Sie schlang ihren Arm um sehnen Hals und flü sterte:„O Paul, ich werde Dir diese Liebe mein Leven lang vergelten. Doch nun komme, der Regen hat nachgelassen, man wird besorgt um uns sein.“ „Zuvor aber sage mir noch, wo wir uns treifen können, wenn wir uns sprechen und einander etwas mitteilen wollen. Im Hause Deiner Schwester geht das natürlich nicht, da stehen wir uns fremd gegenüber.“ Käthchen sann einige Augenblicke nach:„Meine alte Wärterin, die Christine, ist treu wie Gold. der können wir uns anvertrauen.“ Nachdem auch dieses angeordnet, begab sich das junge glückliche Paar auf den Weg zum Wirtshause. Alle Fenster desselben waren geöffnet und Tanzmusik tönte ihnen aus denselben entgegen. Die leichtlebige, fröhliche Jugend hatte sich durch Blitz und Donner nicht nochmals in ihrer Lustbarkeit soren lassen und schnell einen ländlichen Ball arrangiert. Als Paul und Käthchen eintraten, wurde der Tanz unterbrochen und Alle drängten sich zu ihnen, um zu erfahren, wie es ihnen ergangen und wo sie so lange gesteckt hatten. Werner erzählte, daß sie in der verfallenen Kapelle des alten Klosters Schutz vor dem Unwetter gefunden. Nachdem der Tanz beendet, wurde ein gemeinschaftliches Abendessen serviert und darauf zur Abfahrt geblasen; als die Kerzen der in den Maienzweigen hängenden Ballons angezündet. begann die Rückfahrt. Paul suchte neden Käthchen einen Platz zu bekommen. was ihm auch gelang. Sie redeten kein Wort, gaben sich dafür aber manchen verstohlenen Händedruck. Die Schweigsamkeit der Beiden fiel den Uebrigen auf und wurden diese deswegen geneckt. Sie aber behaupteten, in der Kapelle Gesperster gesehen zu haben und sie befürchteten, durch vieles Reden diese noch ferner heraufzubesawören. Darauf ließ man sie in Rube. Im Städtchen angelangt, begleitete Werner sein Braut u. deren Wohnung und schied von ihr mut den Wor ten:„Schlafe wohl, Du meine Süßze Du!“ 3. Die Eisersucht ist eine LeidenschaftDie mit Eifer sucht, was Leiden schafft. Schleiermacher. In einem nicht seinen, aber freundlichen und reinlichen Zimmer finden wir eines Abend. Herrn Paul Werner. Er unterhielt sich mit einer gmmütigen, freundlichen, alten Matrone. Die weiße Haube derselben war von zahllosen, sahn gelegten Jälichen umneben; noch weit mehr Falten zeigte das Angesicht der Alten in welchem Liebe und Gute ausgeprägt waren. Die frisch getünchten weißen Wände, die schlichten, einfachen Gardinen, welche das einzige Fen nter des Zimmerchens schmückten, die Decke, welche den schon zumlich wackeligen Tisch zierte, wetteiserten unt der Weiße von Jungser Christinens Haube. Die Katze, meistens ihre einzige Gesellschafterin, saß schnurrend unter ihrem Stuhle; die alte Schwarzwalder Uhr an der Wand verkündete mit hellem Schloge die achte Stunde. „Scon acht Uhr und noch immer nicht da.“ sagte Paul ungeduldig;„sie hatte es doch einrichten können, noch zu kommen.“ Ich sagte Ihnen ja schon, Herr Weiner," beschwich tigte sanft die Alte.„daß Kätt###n heute Abend nicht kommen wird. Sie war diesen Mittag hier, bevor sie mit Frau Schundt zu Hellmutbs ging. Käthchen läßt Ihnen sagen. Sie möchten nicht ungehalten sein, wenn sie heute Abend nicht hierber käme: sie selbst würde dies sehr bedauern und viel lieber hier bei Ihnen, wie in der fröblichsten Gesellschaft sein.“ „Wenn sie nur nicht gerade bei Hellmuths ware, wollte ich zufrieden sein,“ entgegnete Paul. Er erhob sich und ging einige Male im Zimmer auf und ab „O. ich weiß recht aut, was diese häufigen Emn ladungen bei Hellmuths bedeuten. Der Alte wunscht sich Kuthchen zur Sdeviegertöchter, und wirklich. er würde auch keine bessere finden. Aber sie hat mir ihr: Liebe geschenkt und deshalb soll sie auch die Meine werden. Aus Rücksicht für mich hatte sie nicht hin gehen dürfen.“ Ich bin zwar nur ein altes, einfaches Mädchen und habe nicht so viel gelernt wie die heutige Jugend aber ich weiß doch, daß Sie soeben nicht viel Ver nünitiges sprachen. Weshalb soll Käthchen aus Rück cht fur Sie sich jedes Vergnügen ennagen, sich von jeder Gesellschaft zurückziehen?“ Fortsetzung folgt. Allerlei. Tägliche Erinnerungen. 5. Februar 174“: Anna=Liese. Gemad.,, alten Deyn v. (Dessau.) 1700: Rei###ra##d Dau: marschall.. Wien. 1. m. Riefaludn, um: Dichter, gev. Pesth.) 1749; erlaß des allgemeinen##ennischen Landrechts, 1881: Th. Carlyle, erßlischer Schriftsteller, f.(London.) * Eine große Ausstellung für Moorkultur und Torfindustrie, welche der Verein zur Moorkultur im deutschen Reiche veranstaltet, nder wahrend der landwirtschaftlichen Woche, in den Ta gen vom 15. bis 21. Februar dieses Jahres. im Landes=Ausstellungsvark am Lehrter S## zu Berlin statt. Die Ausstellung, an welde auch wissenschaftliche Institute, zahlreiche Moorwirte und Moschineufahrianten wird jedem Besucher, seion wenn ihm Morrkultur! und Torfindnüne fern heat, etwas beionders Int ressantes bieten. Der eine wird sich an den in tieferen Moorstüchten gemachten Funden erfreuen. die am menschliche Tätigkeit hinweisen, der andere schenkt seine Aufmerksamken der reichen Fora der Moore, sowir den im Moore vorkommenden Mine hab und? sich nstliche m Re Moo übe und künstliches Holz aus Torf. Augen fallen werden Maschinen zur Verarbeitung des Torfes, darunter großer Torfbagger im Betrieb, der in Kubikmeter Ton ausheben soll. Enalische Zeitungen. der Meinung. Un daß er Grund von Dingen stolz zu sein, die zu besser verstunde als irgendes in gewisser Weise mit annur mt bier das Selbutgefühl gebildet, als bei den übrigen Amerikaner vielleicht aus. vielm wunderbaren EinrichGroßbritannten beneidet. n Bewohnern vor allem der biesigen Presse. Mit geder Engländer auf die der Scto. Te Zeic viel kleinere Fornd die Tagesblätter ralien und dem geoiogischen Aufbau der Moore. der Zahl in der Amarr##r# an zahlreichen Profilen, die das Moor von seiner werden, Verbands#o###e aus Moortori, X Id gevrauc: seln für Ininseriontat. Der utche betracht; es als eine Bequemlichkeit und ann sich an den riefigen Umfang der meisten engsche. Blätter nur schwer gewohnen. vier aber will lanetwas haben für sein Geld. Leienon und Papier. Man könnte sich nun verwundert fragen, wann der