29 T O S 18 9 5* Verfeldigungomaßregeln mit der Teder ein man weitlautige Beschwerden an den Kaiser no un den spaniichen Statthalter in Brussel, sowie die holländischen Generalstaaten insie Aufforderungen zur Räumung des deutschen odenz und zur Wiedergutmachung der verursachP echlben abfakte. Endlich wurrd. ai a wurde mit Prugeln empsangen unv Endlisch, wurde die Verusung Eer aesenste ien Arigsihach en ie onen Wee eche Becche en Ss eause ce asche Kecie eiece. egen, die Sonter und Hollinder noch süir m Poser in Tahelz. k. au emner weiteren 2eg, Erie pie.#s. Kreis zur Veratung über die Fer zes solten etoguns des Reicges Hinzugezogen wigig verstreichen. an wieterum 6 Bochen Seschesie eschcie besie 2 4hi e. Sr:######ep ie schicken zu müssen glaubte mit dem Versprechen, daß das Reich bis Ende Närz Vier dosche Stängen uner die Entschädigung für „.Un., d sen Umständen war auch in Koblenz Märe da= etirtermn der sünf Reichskreise bas Beschens Soige verwisherte gang fur zu gerng, um Nenten nur 9 Monak a— u zu vertagen; sie bewillig. der Spanier Keisenedie Vriscge, Lreichise on Best. 1. k. Sogist Die Tein Sheicdre Lez, auszustellen. um aus dem Feiche neu beider kriegführenden Nächte Unternehmena mnu. d. zu. Die overste Leitung des Ree-e Beichen zue P.g, Laxregeln gegen die Feinde des sch selt gelwalten. mit dem Kaiser und in sich selont gespalten beginnen.(Schluß folgt.) Sagenhaftes aus dem Sauerland. Von W. Lienenkämper. alte Bergwerk in der Höllmecke. Se ei e hae lie ie ehtche 9. Basenrsiebhen uns Gruve pumpte und den Förderkorb bewegte. Zur Serdseiz, Per sire in der Dehe sornden an Wenn aber die Eulen Ccaoeie Irrlichter gesehen. Se sce esche. ie i ie sce Der verhexte Brunnen Gee en Jer., Schönebeaer Sckule grub man vor ließ der Badr in Teller nach Wasser. Plotzlich land indieg; non und der enerne Bohrer ver##ie-ese und ward nicht mehr gesehen. Die Sosien ial ve en bexürit. m dem Glauben, der gruten auserhgald dag Schusn 10— Vern auf und Prunnen, der Perteae Schuthauses einen neuen Steinen bedech. u goch heute. Er ist mit großen einen broeckt und befindet sich beim Eingang ir #er verprügelte Hexenmeister. diente und segeüter sichig gut d. beitet hatte, Rlagte abende u dem Lande geardrücken. Der Sarase avends uder Marien,(AipTürschten din 9. un gate Sale. 9 zun zuerst ine Zimmar aren: Saiz hinein. Ver gan en Mann, der in hiesiger Gegend der von dannen ziehen. En Utflug int Suerland. Von Feitz Gconnenberg. Kagl und August harren diren Urlaaw kriä—. uen an ainem Tage en grotteren Ut„Se. draven sik Muorgens ganz fröch in de an Wleinen Aien Beistracher, ium Ruchsach usz denn doa förn Monstrum bi di? „Jva, dat Dierken es mi tauloapen. Eck hew. Peien 55 Zetung saten looten, anwer nimmes # Kögwe ech garne. Se sind froah, dat se los sind. Dar es doch känne Rasse." # känne Rosses Zöär sif Rassen garan„Dat kann villichte stemmen. Loa es seihn Boarne es ha Spitz, in de Midde Boxer und ächen Sezeglänger. Den Start hiatte van ne Brache Zicemeich ui Dodermann. Du möches aigentiich, wäigen gruowen Unfugs bestroofet warn, dat du son Ruen hiäß.“ und machlan Dat Dierchen es triü vich verfangen aa nie von em ###un well eck nix soggt hewwen und hä em####r gan en Stuck Wuost hewwen. Nu Bäiro: De Sunne schdin hell und mahn und de greinen Wischen. Räckinger Biähe dodr can ummer ant Friäten „Si mä ruhig, du maggs din Foader oah ## gens und mi jetzt au ne ganze Tid loapen und können ant Fröahstück denken“ lag lgagen se u; uir doatiegen intewennen und däftige Eiken und ne kleine Fläsche Dubbelkoarn ut dem Rucksack und woll d.7, Proppen rutrechken. Dä Proppen ##er wag ful und de Koarktrecker räit ümmer „Schloah den Hals af.“ sagg August. Laal und nach gar i. z0 nich verdräirgen.“ sagg dat Dies von ne Guselige am den so fule. Giäm es göir wot, dann mak nich Sond ereagn, chm dä jäm de Pulle ut de drugde den Stoppen mit dem Finger in de Sohf 5e wunn gong ez, blug, klun, kluch, büs bluch mahede, mier an sik nahm und oah kluck, S vong et widder däwer de Bäirgköppe noa de Buorme runner. Se kamen an äinigen Häimeur Sche. u., op amem Hümerdiek wöähren en par Schwäne. Aeiner dovan kam gerade ut dem Seat“ eleiden eue. Zischen as dull op Aagast dan tischen. Du prunz oower du Donnerkiel wuol dat Rüeken in nug loate." Ma. dat du wägkömmst oader echk mak di en Knupp in dinen langen Hals!" g% Roat und Meih jogenden se dat böäsrtige Dier wagg. Dann gongen se in en Wäertshus um etwas 10 Middag ie äiten. Kaal harr grogten Duost und drunk en Glas Böer op ainsten Zlge 1.98 Augun, dat sind sog dine schöin de Bioe in de Schmoute hiäst. ert e Koun an und Sdlichlich kamen je boawen on den Wernd Wchiebde wehr fich lagen. en ee ecce ase ein Geie ie ie ue Seaer ich eli aane Sie ne schwoare Räikenopgabe, dä ech soa ###s nich löäsen kann,“ sagg August Se moken oawer, dat se widder kamen: denn Gir e##7 Scwitier rop und se wollen no de Fsinne rof toom nachten Bahngvof um no Hus te As se spater im Zug saten und buten de Räigen an de Ruten schlang, meinde Kaal, et wöär doch schbän und oak gar nich dür wäirst und se doch af ung tau oot am Sundag Und August stemmde tau. Oppem Droigenpütte wuante füar zrohren en Käl, dei harr siek nam6 Frau meddebracht, dei kunn—. uu sommis ne inen Dir hochen3“ an Jh.— Schatz, was soll ich n“. In düsem Moment doche dei jungs Ehemann immer an Gustken, dat was ne alle #pe van tane, cut harre umme half twölwene alt 9 15 od Keie Vilen dier Aalse an. Bsl. stenr und do kam son gialen Wier ecis easen. Sahe die Poan, Kale sei p de Bank ächterm Huse un heil Middag kam, sin Frönd Hendrich dohär, met diam was Wate deus du Piate Pzug; esohn un meinere: „Wal. heus du hie?“„Wann du es en Stücke Eu im schnit Frau „us un schnitt di en Happen auff!“ * Kaline utem Siepen kam van diar Visite. Se Sestshc se ese ee sece Faul.,„Taum andern kunn sei de nigge Boprsge dan nit urtohn, met diän kuatlen Hohren, dovan waren de Züge so voll. zie#e geiterhaut. d, Zuge, sieterdiäm son oicken Reisenden ainmol met farr üewer de Buerigge küert harr, wonan hei nir versund Jenzgas im Fifunzeßzigsten, dann maut me allmahlin goye.. Sou schlenderte se üiwer de Landstrote, ganz in sien versunken un wull gerade int Kleeistücke inböigen, do kam en Auto ane bruset un heil opp äinmol stille bi karr. En sinen amen akete„ Diar uappen un sache im fröntlicken Tone:„Mutter, fahren Sie mit.“. Do süll ainer Kaline esaien hewwen. Met äinem Satz diän Schussesgrawen, drüggere met Recl ede eschece ee * Ris ic e de laece egese ece Haes eiceh hente del ie aseintich Happen afhät, schmakere et die en paar Ballen metebracht, owwer jeck deune se ungewias juteschmitten, dei Dinger ware#n * en ulkigen Döin passerte in dian Dagen #. Schnurxe dürch et Biärsedal eoigget wären sul Le oren Wiewer harren Spaß, dat de Löiverigge met diän Eiern un diär Botter no Lünsche ophorte: ds ung„Wechter freueten sieck im stillen, dat se arren Hospes van nu an am Zuge affhuollen kunnen. Owwer de Fouhrlü schanten, se verdeinten nix mäi, de Fabriken gaffen diärr Isen Heslen gecust. As der Vermiätunge uos. gung. stallten sieck en paar houge Hären van der glgs mier Roy Middagiätten drunken sei en Glas Wien. Aener harr giälle Gamaschen ane. dei andere en hougen Kragen ümme, opp sinner spitzen Nase wis en Knieper, do was Gold ümme Aechter zamme muche son kleinen Jungen lange un rsen bigrschliepen, dei staten se in de Aerde Guoft Eäizan 1a 3. Se gingen van Huoff te Huofs, numnen un techneten un schräiwen. Schulten Christion was nieschierig, op dei niage Bahn ouk wall uwwer sien Grundstücke ging. Diärrümme klüngele hei sonn biettken an Backus rümme, dat dei Hären janne seien mochen, wan sei kämen t sei in sinner Nöchte wären, fraig dei Käl met diäm hougen Krogen:„Wer ist der Besitzer dieser Scheunes“ Chrstion nahm de Pieve ut diärr stoppete, bedächtig un sache dobie:„Dei Schür hört mie.“—„Dann führt das Gleise mitten ## di.„scheune!“. Do vertrochk Ekrision dat Gesichte, spiggere un troock düchtig an de Piepentze. Dann sache he:„Bildet ink owwer män n in, dat tec wiagen diärr Isenbahne Dag un Nacht de Schürendiöre uoppenlote, damet dat Drietas e er eucd. Be eechiche Verantwortlich: Ernst Lorenzen in Hagen Druck und Verlag: Gustav Butz in Hagen. Monatliche Beilage zur Hagener Zeitung Nr. 4 April 1927 Lotte. Von Fritz Linde. So jung at im Länten de Kläl fix at im Biarge dat Räih, t ne Hiaselnraue so schnack Un ase ine Danne so strack. si krus ar de Sinn, Lt'n Aiken so kieket drin Dat Mülken sog Tann't schlöäpet„! it de Dourine Wiedbsche, boald hie un boald dog, In Kättken„Komm=mie=nit=tenoa“ “ttten noach keinem verkoft, ln Lotte, son es iat'edoft: Lai ee unsem Noahwer sien Wecht un mern:; gesaut iat nit schlecht. de Hannes nu wär. Dann wüßte ieck wual, wat ieck där. Der Hagener Gesangbuchstreit. (1788—1786). Vou Professor Dr. Fritz Schemann. etes Ae us Sesiesch ie Saostoe e Pe Pee erche Seie lies ele schiseren e ie rachnten danmit gosech Peliche ie. Sichie ashe e chie bücher. Diese namentlich widersprachen so sehr dem religiösen Empfinden des gemeinen Mannes alice eschziscen, Helste. Leinslade iu osener Bo. un„zegen die Einführung eines neuen kirch. us Mart vu.„ 8ust, macht. Aug die Graf, scheinungen nichet zosagarer tgen bedenklichen Erg.i nicht verschont; denn als hier anstelle Sases eche. ese e. ce luin Harmonie der Gemeinden gefährdet erSesche Leiaen. Setertach u. ehöshen ecenr Se.Meinem iste i kas sene Gesinge mit der We lie Keasge die elaldse Sion geit seberosger müter ergrift:u größte Beunruhigung die GeSesages üir der in. Versoig der behor iden Anlez, Hoise, vene Dde koit unganger ausiante. Sseichen Friliengei dr Geslicheak dun. in Hagen herrschte die lebhafteste Er# Von den damals amtierenden Geistlichen Den der aanset VKesee ae., Prediger Dasenkang Der scher Zsereichter. Les Kansgser che der Gemeinde zwei die Bürger der Stadt das Vorgehen Dahlenkamndurchaus billigten und fortan aus dem neuen Buch singen wunschten, traten die Bewohner des auf die Seite Dicherhosie. 2 Vorteher, is des En.=Luf Minsteri, dr Graschaft Nark. gotesdienf der: eine Absicht, im NachmittagsVörfer, samp it# Dauernschaften durch die sangbuch von dem en. die S Sesesche ce. e eichcece Ssesc e e cce e nur die Rube zu grhass“ so daß Dahlenkamp. um aetsher, chte, anders übra scses s cheese Rese ece Rese e es cece Laslendane und Heseten in engtslälsch de. steber ungesatzti2ags dgruf versammelten die Loresce Schele ele eschsie ese Vorsehder und Hliger sch auf dem Ghor rosier kauste neue Tafeln auf mit einer rauf gesetzten Nummer. Als dann Tahlenk die Sakristei betrat, erschien der Vorsteher Eiar; ese, Sie. ehreisckr schite sce s ss easten, Sehese de eli den Geschen an. uil wolen, Sase, ziun und fangen sort, bi. Seprscheste Sritergele v), gercht. sorn u hres bedenklichen Spels zu gewinnen zersucht, sa, teit an dan Schrnn u nehmen sdmn u.= Lue Ke e,##. Leunltätgheiten und Schiägereten etigen einel S7hr ae 1ch seie Tehein austäangen lasen dienst vorzubengen, Aulemnu un beim Soices 4 gaseseenrtonnen, nicht respeniert. Imn gotedenstes, erschienen der schon Serien, Lied zu singen vorschlagen karenig mundich bein hierbei. Kaum war die Kirche zu a sch nicht nach Dahlenkampe Rernz, gcosinet, so strömte, Gemeinden hinein, als das an. ar anderen nur fassen konnte Noch in deu Soetteshaus e mit mehreren Gaupg, iu der Sakristei versuchte sessenen, die dort guschege u agener Eingedigung zu errielen. Dagen waren emne VerstänVerschger voer Bir seng Jeuchenr aut dem entsetzlichsten Schreien; das auf Cleve eine Untersuchung ge di leitete und in Namen gegen die Vorteher einsprichelbenas, alun Kreisen der Stast geung. u. # Kreisen der Stadt geworden ein angesehener Pinegug andese 89 Gegners in Gegenwart des Landrates und alser Geliese alereien die un esche lag, den 9. Auril#“ at schon am nächsten Sonnveraitmatlschar nn eine Wiederholung der unSlschs hlce. eerfecscieche she. disg, die Aeschiste De Gaen gen Bescheid vor Ministerium achalten hatten Glschenchester Scl= Kenich Sereaer rie en lin und ließen Pur-H n9 Lotmann nach VerKätrung bet Hofe überreschen.„Seine Vorstellungen Päser Sschen eu gesigr, Nen machte oht en Eintiührung Selg. 1., Ral 18 sosgende Kabiuetlsorde an Kausgetialen, Prscszten und Mitgsicher der er. Luches, sonohl beisn. Vormitage, ale Nch Gottesdienst zu lassen, übrigens aber bei schich Seif Altr c eer e ur er shee bes, Volkes von dem Neuen Gesangbuch zu verSo hatte denn die Hartnäckigkeit und die starr konservative Gesinnung der bäuerlichen Bevölkerung, die beeinflußt und gelenkt wurde von einigen unruhigen Köpsen in der Stadt, persönlichen Feinden Tahlenkamps. den Sieg davon getragen über die so gut gemeinten Absichten des berühmten, pflichtgetreuen Seelsorgers, der während des ganzen Streites sich durchaus taktvoll und würdig benommen hatte. Gewiß! Jener Bescheid war für Dahlenkamp eine schwere Enttäuschung. Man war vor seinen Gegnern zurückgewichen und hatte die weitgehendste Rücksicht auf ihre so nachdrücklich erhobenen Forderungen genommen. Seine Sache schien verloren. Da mußte es ihn denn mit besonderer Genugtuung erfüllen, daß ihm von zahlreichen Freunden ein ihn hoch ehrendes Vertrauensvotum ausgesprochen wurde. Denn in den Kreisen der Bürgerschaft empfand man ditter das Unrecht, das dem beliebten Manne angetan war. der mit so häßlichen Mitteln von seinen Gegnern mundtot gemacht worden war Daher glaubte man sich verpflichtet, für seine Ehre und die Lauterkeit seines Vorhabens einstehen zu müsen., So wandten sich denn im Namen einer großen Sehen non, Freunden Dahlenkamps zwei der angesehenosten Bürger aus Hagen und Umgebung, Joh. Schürmann und Joh. Kaspar Harkort, in mehreren Eingaben, in denen sie die großen Verdienste ihres Schule und Gemeinde ins rechte Licht stellten, unmittelbar an den König und des an Dahlenkamp ergangels. Dieses mannhafte Eintreten für den se. hart angegriffenen Seelsorger und seine gute Sache ehrt beide Teile in gleicher Weise und gibt Zeugnis von der großen Beliebtheit, deren sich Dahlenkamp namentlich in den Kreisen der Gebildeten erfreute. Die Hoffnungen aber, die man daran geknüpft hatte, erfüllten sich nicht. Es blieb bei dem ersten Bescheid, und so ist in der Hagener Gemeinde das Berliner Gesangbuch nicht zur Einsührung gelangt. Allmählich beruhigten sich die Gemuter, und über größere Sorgen wird man die kleineren vergessen haben. WPeichen Ausgang der gegen die Rädelsführer „Petergte Prozeß genommen hat, ist aus den Akso zr man schließe, dst eine Verurteilung exfolgt, wo sich Rehnliche aeen Orien, I istrase Erhannt faiton“ hatte, auf eine geringe Gel strafe ernannt sein wird. Man wird nicht seh gehen in der Annahme, daß bei der Festsetzung des Strafmaßes Rücksicht auf die Beweggründe der Ruhestörer genommen wurde. Sie waren fest der Gerechtigkeit ihrer Sache und hielten, da ihnen ein kostbarer, von den Vätern crerbter Besitz bedroht schien, sich befugt, zu den äußersten Mitteln zu greifen. Diese, ihre erregte Stimmung, aber ist ohne Frage von einigen persönlichen Feinden Dahlenkamps ausgebeutet worden, undereraben. Vemeinde zu Ohne jene treibenden Kräfte hätte sicherlich der leidige Streit nicht die bedenklichen engengrorgen. Vie1 die gesährlichen Ausmaße die ein energisches Einschreiten der höchsten Behörde, ja des Königs selbst, veranlaßten. Dank dem taktvollen, besonnenen Verhalten Dahlenkamps und dank seiner Mäßigung war es Wäre wohl Zie sitesten gekommen. Ohne diese Kirche zum Schauplatz empörender Handgreiflichkeiten geworden. So aber war das Schlimmste vermieden, und wenn der Prediger auch der einsichtslosen Menge als der Besiegte, der Lentenl geg essut, e erscien diese Riederlage in seinen und seiner Freunde Augen um so weniger kränkend und beschämend, als sie sich sagen durfgllgemeinbeit Fer Einsicht gezeigt und so der Setsamgcheit im Interesse der Ruhe und des Friedens einen wichtigen Dienst geleistet hatten. Arbeiterdichtung. Von Ernst Lorenzen. Ein zweiter Gedichtband Wieprechts erschien im #che=Verlag in Duisburg unter dem Titel „Troe". Er wagt sich darin ins Reich des Philosophischen. Die kulturelle Entwicklung des Menschen, die Entstehung dauernder Werte, wie sie sich von Geschlecht zu Geschlecht vollzieht, will er dichterisch schauen und gestalten. Dem Kinde geht er nach, das in ein bestimmets Mileu hinein geboren wird; er zeigt,„wie es sich mit seiner Umwelt abfindet, wie es ein Wissender wird, wie es als Mensch die Welt in stürmischem Drange nach seinen in ihm ruhenden Idealen umformen möchte, wie er dann eine überlieferte Kultur entdeckt, mit der er sich abzufinden hat und in der er bestenfalls ein Schaffender sein zuletzt als Gottsucher zu enden. Teils ist's Gedanken=, teils Gefühlslyrik, die Wieprecht bietet, stets aber zeigt er sich als ein warmblütiger. sehnsuchtserfüllter Kämpfer, dessen künstlerisches Tun für uns alle symbolische Bedeutung erlangt. „ Walter Vollmer hat ein paar Jahre als Bergarbeiter„unter Tag“ gewerkelt und schildert Puce aag Porsien Versen und Prosa in dem ir an Ghladbag(Volksvereins. Verlag mn M.=Glaovach.) Es ist besonders die starke unschaulichkeit, die uns fesselt. Als Impression Aald ezige chasen Sichlche 9i5 er festhalten und bedient sich daher jenes Teleder nur Andeutung bringt und von Lesern und Hörern verlangt, daß sie selbsttätig mitzestalten. Und das geschieht: seine scheinbar so leicht hingeworsenen Worte erhellen wie mit ScheinGigen die jeweilige, Situation und zaubern uns Bilder von starker Ausdruckskraft vor die Sinne, hinter denen wir das gewaltige Geschehen ahnen oder auch visionär schauen. Eine Skizze in ryth= mischer Prosa diene zur Erläuterung: äh hot: Schichztwechel. S. Wgatte uns das Seil zu Tag emporgerissen.! Wir schritten müde, erschöpft von langem Tiersein drunten, verdreckt dem frühen Morgen zu.1 Das war ein Streifen nur— blaßrot in rätselhaltem Leuchten den Hortzont bezeichnend. Der Ryyrymus unserer Schritte klang metallisch— an Kokerei und Kesselhaus kurz widerhallend. Irrlichternd gingen Lampen auf der langen Brücke. Rerschen gingen, schattenhaft, seltsam im Zwielicht großer Bogenlampen und des jungen Tages. geingr„Seelg, brannte heiß ein Weh um solcher Schonheit willen. Mit meinem ganzen Sein wollt ich die Tiefe dieses Augenblickes fassen, und blieb doch eins nur in mir:— Heimat! Stumm reckten sich im fahlen Schein die Schlote hoch. Wie mächtig starke Deuter eines starken Volkes. Ein Stern stand über ihnen. .— Und all mein tief Empfangen wurde still zu gaupigenz Verstehen, unbenußtem Beten. Mangen gu uit im Gleichschekt dem frühen Des Himmels Purpurmantel glühte rosig auf, und langsam— Stoß um Stoß, schwerrollend, dröhnend, weithin hallend hob das Arbeitslied der Zechen an. Ein einziges Tedeum: Heimat— Heimat! #.Otte Pohlgemuth schenkte uns in seinem Buche„Schlagende Wetter“ ein reises Werk. (Verlag G. D. Baedeker, Essen=Ruhr.) Er läßt sich nicht von jedem farbenschillernden flüchtigen Eindruck zur künstlerischen Formung hinreißen. Er steyr vielmehr allen Dingen, die ihm im„Pütt" begegnen, kühler gegenüber und mißt mit kritischem Verstande alle Möglichkeiten der künstlerischen Gestaltung aus, um dann erst, wenn er der Ueberzeugung ist, daß der„Stoff“ einer künstlerischen Bearbeitung würdig ist, ans Werk zu gehen. So steht man denn immer bei ihm unter dem Eindruck, daß seine Novellen mit seinem Herzblut geschriebn wurden. Er baut alles sehr knapp auf und wendet eine dramatische Kraft an, der man sich nicht zu entziehen vermag. Hier einige Verse: „ Das Nädchen. Rein, was man so Helden nennt, das sind wir Wir quälen uns eben weiter Schicht für Schicht Und schaffen die Kohle aus Nacht und Erde Ins Licht des Tages, daß Leben werde. Aber liegt ein Kamerad einmal in Grubennot, Springen wir ein in die Bresche trotz Feuer und Holen ihn lebendig oder erschlagen aus dem Und können wir nicht helfen, so können's Im Veramasusfaitte“ maits unsere Frauen.— Im Bergmannsspittel, wollt ihr einmal mit mir Einen Jungmann könnt ihr da liegen sehn, Den ein Schlagwetterstrahl zusammengeschmissen Und Haut und Haare verbrannt und zerrissen. Die Aerzte gaben ihn auf: Es müßte denn sein: Einer setzte für ihn sein Leben drein, Einer wollt“ für ihn ein Quantum Blut dran Man müßte auch gesunde Haut übertragen. Seht, nun liegt er da, nun haben sie es geschafft, Eingepumpt frischen, gesunden Lebenssaft, Das Gesicht, Brust und Bein mit Haut überzogen, Der Tod ist um diesen noch einmal betrogen. Doch überm Gang, nebenan, da liegt ein achtzehnDes Burschen Dirn, mit der er zum Tanze ging. Die hat sich geopfert. Vielleicht muß sie nun Eie machte ihren Jungen obor u. scheiden. Sie mochte ihren Jungen eben viel zu gern leiden. Kohlenhauer im Flöz. Ruft mich Gesang? Ist das ein Horn, das Klingen? Den Maienwind fühl' ich zu Berge schwingen. Ach, daß mich wieder Heimatfieber quält.—. Im Gange droh'n die Felsen eng und dunkel, Es zittert meiner Lampe blau Gefunkel, Und Staub und Pulvergiftrauch schwelt. Ein, Weih kreist einsam über'm grünen Walde, Feldgeister rufen leise: Komm, komm balde, Wir wollen dir helfen, deine Hütte bau'n,— S Mein Drang will in Nacht und Schlüste sangen, Dumpf um mich schletcht Geraun. 11: auaat. Mein ist im Traum die Heimatmuttererde, Ich grabe, sellg, wie es blühen werde, Ein Mensch bin ich und will es sein.— Die Tropfen fallen, warnend schrillt die Hache, Das Dunkel äugt, am Felsen zischt Geknacke: Nimm dich in acht, wenn ich dich einmal packel Mein bist du, mein! Schade ist es, daß uns der Raummangel verbietet. längeren, plastisch gestalteten Novellen Wohlgemuths zu bringen, da sie in viel stärkerem Maße die Eigenart des Dichters dartun. Die in seinem Buche von ihm selbst entworsenen Bleistiftzeichnungen kommen leider nicht immer von den liebevoll umrissenen Einzelheiten los. Wenn der Künstler durch eine rassige Holzschnitt=Technik zu sprechen vermöchte, müßte die Ausdruckskraf: sehr gewinnen. „. Fritz Linde, der werktags am Schraubstoch sreht und seine Mußestunden benutzt, um ganz aus dem Volkstum heraus in einem echten westsälischen Plattdeutsch seinempfundene Gedichte und treffliche Novellen zu formen, ist den Lesern unserer Heimatblätter zur Genüge bekannt. Auch er gehört zu jenen wahren Dichternaturen, die sich nie genug tun können und nur das aus der Hand geben, von dem sie wissen, daß es gut ist. Es sind nur wenige der heutigen Arbeiterdichter, auf die hier hingewiesen werden konnte. H. Lersch und Karl Bröger müssen wenigstens noch erwähnt werden. Alle Arbeiterdichter beweisen, daß es eine literarische Kunstgattung gibt, die ihre Vorwürfe der so vielfach geschmähten und verkannten industriellen Welt entnimmt. Eine Gefahr droht allerdings den Arbeiterdichtern, die nämlich, daß sie bei fortschreitender geistiger Entwicklung den engen Kontakt mit ihrer Umwelt verlieren, daß sie ihre Naivität einbüßen und ihre Gestalt wirsskraft, leidet, Mögen sie vor dem Ehrgelz, wirnliche Literaten werden zu wollen, bewahrt bleiben, mögen sie sich mit dem Ehrentitel„Arbeiterdichter" begnügen! Die Tiere im Sprachgebrauch der Landleute. Eine Sammlung von plattdeutschen Wörtern, Aussprüchen und Redensarten. Von Albert Schweizer. (Nachdruck verboten.) Die Sammlung gibt ein deredtes Zeugnis von der Inrelligenz des niederdeutschen Bauern, von Tätigkeit, von der seiner Sprache und von der plattdeutschen Sprache al Lebensborn der hochbruschen. 1. Fiärken(—Schwein). Sou dumm asen (= als, wie ein) Fiärken. Friätten asen Fiärhen (= viel und geräuschvoll). Schraien asen Fiärken (— wenn es geschlachtet wird). Hä blott asen Fiärken. Grunsen asen Flärken(beim Wohlbefin6i führ(— er oder siel es en Schmoaltfiärken. straffes Haars a in Flärkenstalle. Buorsien Fiüärkenstale asen Rlärden. Sou halt as in 2. Gous(— Gano). Me draff der setten Gous den Aes= das Hinterteil) nicht schmieren (— wo viel Fettvorrat,=vermögen ist, dahin soll man nicht unnötigerweiser noch mehr bringen). De Fraulü schnahtert as de Göuse. Im Gousemarsch kähmen se ahn. Dat Wecht esene(= ist eine) dumme Gous. De Katte well wuol es en Gouseai un kritt doch kaint(= Es können nicht alle Gaumenwünsche befriedigt werden). (= Huhn). Sou dumm asen Haun. En blind Haun finget ouk woul essen(— mitunter ein) Könken. De klauken Häuner liätt ouk wuol 85 üund3 Rlätteln. Dä hiät gut kackeln. In einem S# Süngen.(— Das Essen vieler Eier macht den Menschen übermütig und lasterhaft). Ase ut dem Eie pellt. Hai geit as ov(— wie auf Eiern). Et esen Hären asen Haun, watte(— was er) bestält, matte selwer daun. 4. Hahn. Wann de Hahn bräget oppem Mist, dann ändert sik et(—= sich das) Wiär badder et blitt aset es. Stolz asen Hahn. Kaline, Kalane, watt kräger de Hahne? Hä siet(— sitzt) op der Line un kräget Kaline(— Scherzreim). 5. Hippe.(Der Ausdruck kommt her von der hippen= oder sichelförmigen Gestalt der Hörner.) Niggelek(= neugierig) ase ne Hippe. Bange ase Hione. Hä hiät sa Fette inwbnneg ase ue 6. Kau. Böllken ase ne Kau. Sou grüoff ase ne Kauacke. Glotzen ase ne Kau. Kaubaukem (= Bochum). Baukau(= Bukuh und ist der Name einer ehemaligen größeren Gemeinde bei Herna, jetzt eines Teiles von Herne). Glotzen asene Kau. Häversteht so viäl dervan, as de Kau vam Sunndag. De„mälkgiwende(= milchgebende) Kau“ es en Mänsche oder ne Inrichtunge, diän odder dai me tam eigenen Vordelle utnutzet. 7. Katte. Dä verdriaget sih at Katte un Kaute vel Kelbes wiecden in Verasis al wuoll es(= mitunter) en Gousee; un kritt et doach nitt.(Redensart, durch die ein Verlangen nach einer Speise abgeschlagen wird.) Kattendahle (— Dahle im Kreise Altena, wo viel Katzenfleisch gegessen werden soll.) Rihke Lü het sette Katten. Et es für de Katte. Bink die ne Katte für de Knai. Hä geit drümme rümme as de Katte ümen um den) heiten Brie. Kattenpuckel(bei schmeichelnden Menschen). De Katte lött dat Muhsen nitt(— Der Mensch folgt einer Natur). De Katte muhset nitt märr. 8. Brüllen asene Ossen. Stiernacken. Hat einer grobe Manieren und Ausdrücke. so sagt man wohl:„Dat hiätte in Balwe opp der Ossenschaule lährt". Bulmke(= Name eines größeren Ortes bei Bochum, dessen erste Silbe Bulle bedeutet.) Hä steit doa(verwundert) as de Osse für der niggen Schürendüor. " 9. Piätt. Die Frau, die ein Kleid von Gänzendem. Stoff anhat, es sou drihst asen Piätt. Wer tuchtig und mit großem Kraftauswand arbeitet, kann abein asen Piätt. Wer grobe Knochen hat wie ein Pferd, hlätt Knuocken asen Piätt. Trügge asen Piätt(= Das Symbol der Treue, ist dem Landmann nicht der Hund, sondern „4s Pferd). So stark asen Piätt. Ne Buost # Brust) asen Piätt. Lachen asen Piätt. Sou as3 Sisn, Piätt. Dämpesch(— kurzatmig) asen trechen.### 20 kunnt mi keine 10 Piärre hintrecken. PS.= Piärrekraft, Piärrekräfte. Ne eine schwere Kur, die fast nur ein Mensch mit Pferdekräften aushalten kann). (Fortsetzung folgt.) Der spanische Winter 1598/99. Eine vergessene Leidenszeit der Grafschaft Mark. Von Ferdinand Schmidt. III. „. Daßz sich die ungezügelte Kriegehorde trotzdem in keiner Weise an Mendozas Vorschriften oder an der von Louis de Villars„verpitschirten und unterschriebenen Assecuration“ hielten, ist ohne weiteres klar. Mehrere amtliche Schriftstucke geben uns eingehend Kenntnis von den Drangsalierungen der Bevölkerung durch die spanischen Kriegsleute. Da die Soldzahlung seitens der Truppe im höchsten Grad unregelmäßig und säumig erfolgte, sodann die Löhnung oft monatelang ausblieb, konnten die sehlshaber ihre Leute gar nicht in Zucht und rdnung halten, und die Soldaten suchten Geld von den Städten und Quartierwirten zu erpressen. Obschon weder in Mendozas Vorschriften noch in dem Uebereinkommen von Lünen irgend welche Darreichung von Geld an die Kriegsleute vorgesehen war, erging seitens der Befehlshaber eine Weisung, daß den Fußknechten täglich je ein Königsort, das ist ein Viertel Königstaler, den Reitern zwei Viertel Königstaler zu entrichten Die Hauptleute verlangten für sich täglich 2 Köngistaler, die Fahnriche 6 Königsörter oder anderthalb Königstaler und die andern Offiziere entsprechend je nach Rang und Stellung 5, 4, 3 usw. Königsörter. Man begründete diese drückende Forderung mit dem ersten von Lünen getroffenen Abkommen, das sich doch lediglich auf die zehntägige Wartefrist beziehen sollte. Man berechnete danach, daß die täglich für die Truppen aufzubringenden Geldmittel sich in den Aemtern Altena, Neustadt, Blankenstein u. a. täglich auf 1000 Königstaler, in den Aemtern Bochum. Unna, Hörde, Lünen, Hamm, Kamen und der Soestischen Börde auf eine wenig geringere oder höhere Summe belaufe. Da auch noch die Verpflegung der Pferde an Haser, Heu, Stroh und Futter von der Grafschaft aufzubringen war, so konnte„die Beschwerung dieser Grafschaft täglichs weit über die 2000 Königstaler genommen und ästimiret werden". . Aber auch bezüglich der Verpflegung stellten die Soldaten an die Bevölkerung die höchsten Ansorderungen. Nach den Abmachungen hatten sie nur auf ein Servisgeld von höchstens 5 klevischen Stübern täglich Anspruch. Statt dessen verlangten sie von ihren Quartierwirten für sich selbst und Anhang volle Verpflegung. Ja, sie waren nicht einmal mit dem zufrieden, was ihnen das ärmliche Land und die einfache Lebensweise unserer Vorfahren in dieser Beziehung bot. sondern verlangten und erpreßten von ihnen Wein, Gewürze und andere teure Sachen. Da ihnen diese meist nicht geliefert werden konnten, verlangten sie für ihren Unterhalt soviel Geld, daß der Betrag denjenigen ihres Soldes weit überstieg. Von der rrhielten sie nämlich sast gar keine Verpflegung,„Pir wissen, daß den Soldaten in Essen innerhalv vier Monaten von der Heeresleitung außer einer kleinen Brotportion nichts zum Untergeliefert wurde, und dieses Brot sei— so klagte der Magistrat— von der Mehrzahl der Solirn Fremde verkauft, während den Quartierder Unterhastenflicht heiner Erleichterung # interhautspflicht keinerlei Lebensmittel übrig gelassen würden. Es empörte den Magistrat besie nicht ihrem Könige, sondern uns dienten.“ Eine Klageschrift der märkischen Landstände an das herzogliche Hoflager in Düsseldorf über die Leiden der Bevölkerung unter der spanischen Einquartierung berichtet:„Viele Frucht stand noch in den Feldern; sie wurde abgemaht, niedergetreten. verbrannt. Fast kein Acker konnte wieder bestellt werden; denn die Ochsen wurden geschlachtet, die Pferde geraubt oder zu Tode gejagt. Die Zahl der Soldaten, der Huren, der Troß Knechte war so groß, daß selbst kleine Kötter deren sechs dis acht einnehmen mußten. Bei den Bauern lagen sie bis zu zwölf und fünfzehn, verachteten die im Lande übliche Kost, forderten Lecherbissen und erzwangen den Wein in ungeheuerer Menge. Gewöhnlich verschwendeten sie an einem Tage das, womit sie eine halbe Woche ausreichen konnten. Gelderpressungen, Schläge und Hieb waren an der Tagesordnung. Mancher gemeine Soldat hatte vier= dis fünshundert Gulden und mehr zusammengerafft. Diese Gelder wurden gewöhnlich nach Köln gesandt und von dort nach Antwerpen geschafft. Solche Räubereien waren aber noch das wenigste worüber wir eigentlich klagen wollten, das sind die Grausamkeiten, welche ohne Ziel und Zahl verübt wurden. Mit Bürgern und Landleuten gingen sie auf eine wahrhaft teuflische Weise um. Hunderte wurden von diesen Buben aufgehangen, manche mit Stricken um den Hals, andere vermittelst Nägeln durch die Hände, wieder andere bei den Beinen. Einer Menge von Unglücklichen wurden die Fußsohlen langsam zu Kohlen verbrannt, um sie dadurch zur Entdeckung von Schätzen zu bringen. welche sie nicht besaßen. Zu Reck wurden drei Bauern nackend an einen Baum gebunden und um sie her Feuer angezündet; so schmorten sie allmählich, daß das Fett des Unterleibes über ihre Schenkel herabrann. Und wer mag ihr Schwerzengeschrei darstellen, in welche diese Höllenbrut jauchzte? Mehreren Bürgern von Hamm, Kamen und Unna wurde die Haut teilweise, einigen vom ganzen Körper abgezogen. Kein Stand, kein Alter fand Erbarmen. Die ausgesuchtesten Martern sparten sie für die protestantischen Geistlichen, Schullehrer und deren Angehörige, weswegen diese denn auch alle aus dem Lande entflohen. Den Abgeordneten des Herzogs sowie dem sie begleitenden kaiserlichen Gesandten gab Mendoza auf die Vorstellung, er sei hier in Freundes Land, die Antwort:„Ich werde tun, was ich will. Wollt ihr mich zum Lande heraus haben, so vertreibt mich mit Gewalt. Die Ketzer sind keiner anderen Behandlung wert, und die hiesigen Katholiken taugen auch nichts!" Verschwiegen seien die Scheußlichkeiten, welche Frauen und Mädchen in Stadt und Land nach diesem Bericht von viehischer Roheit der sich selbst überlassenen Soldateska zu erleiden hatten. Was aber die Vertreter des Stiftes Münster der Aufstellung ihrer erlittenen Schäden ansügten, das wird auch für das Gebiet der Grafschaft Mark im vollen Umfange zugetrosfen haben:„Und ist hier. über zu wissen“,— so schreiben sie—„daß viel der armen Leut verlaufen, teils von Elend und Hunger gestorben und also der Schad nicht eigentlich specisiciret werden kann, imgleichen, was an Brennen, Morden und sonsten für Gewalt geübt.“ Und doch war es nicht die ganze Grafschaft Mark, die unter dem Drucke dieser Besatzung stand. Zunächst blieb die Stadt Hamm von den Spaniern völlig verschont, auch die Stadt Soest hatte keine Soldaten aufzunehmen. Die freie Reichsstadt Dortmund hatte auf die Fürsprache der Stadt Köln, von wo aus die Spanier viele Lebensmittel bezogen, von Mendoza einen Schutzbrief erhalten und war infolgedessen von jeder Besatzung frei geblieben. Der Kurfürst Ernst von Köln, der für sein Herzogtum Westfalen ebenfalls Schonung von Mendoza erhalten hatte wirkte auch für die Stadt Socst und für die Soester Börde einen Schutzbrief aus und suchte sich auf diese Weise die Soester zu Freunden zu machen. Wir wissen ja, daß hundertfünfzig Jahre früher Soest von Kurköln abgefallen war und sich dem Herzog von Kleve als märkisches Nebenquartier unterstellt hatte. Sicherlich war das Vorgehen des Kurfürsten von Köln zugunsten der Soester nicht ohne politische Absichten, und Soeft verstand diese sehr wohl. Wie in den ruhigeren, friedlichen Zeiten hielt die Stadt auch jetzt im Unglück treu zur Mark. Die Aufforderung Mendozas, das Gebiet der Soester Börde von den Spaniern zu täumen und diese auf die übrige Grafschaft Mark zu verteilen, wurde von dem Soester Magistrat und den märkischen Landständen gleichmäßig abgewiesen. Noch ein anderes kleines Gebiet hatte sich der Fürsprache des Kölner Kurfürsten zu erfreuen: die Grafschaft Hohenlimburg, die seit dem Truchseßkriege von kölnischen Truppen besetzt gehalten wurde. Es scheint jedoch auch in diesem Falle nicht, daß der Einspruch des Kurfürsten gegen die Belegung dieses Ländchens Erfolg hatte. So waren also nur die Städte Dortmund, Hamm und Soest letzteres ohne die Börde— von der spanischen 11. März wrurde die Burg Assein den dorauf liegenden Spaniern durch ein Streifkorps genommen. Dabei wurde der spanische Hauptmann Roderigo de Lactuca, der dort das Kommando hatic. von den Eroberern anthauptet, die bei dieser Gelegenheit eine reiche Beute an Geld machten. Dieser spanische Offizier soll ein Bruder des obersten Artilleriemeisters der Spanier, Louis de Valesco, in Bochum gewesen sein. Nach alten Berichten sand man bei ihm einen großen englischen Hund und andere Sachen, die dem ermordeten Grasen von Broich gehört hatten. Deshalb hieb man ihm mit einem Beile den Kopf ab, stellte diesen aus einen Tisch und schrieb darum die Worte:„Dies ist die erste Rache für den Grasen von Broich." Der Leichnam des Getöteten wurde in der Dortmunder Dominikanerkirche begraben. Aber auch sonst hielten sich die Spanier nicht an die Abmachungen. Dem Obersten Don Louis de Villars war die Ortschaft Brackel zu einem bequemen Winterquartier zugewiesen worden: aber schon nach wenigen Tagen ließ er die märkischen Drosten zu sich rusen und eröffnete ihnen, daß er in Unna wohnen möchte; sie sollten ihm diese Stadt öffnen und einräumen, oder er wolle sich mit seinem Geschütz Einlaß verschaffen. Die Drosten mußten natürlich nachgeben, und die Unneuser wurden dadurch aufs äußerste beschwert.— Nendoza hatte den märkischen Gesandten versprochen, nach Verlauf einiger Zeit fünf Fähnlein außerhalb des märkischen Gebietes zu verlegen. Stattdessen wurde im Januar 1599 die Besatzung noch um ein weiteres Fähnlein verstärkt, das unter dem Besehl des Hauptmanns Franziskus Jammes stand und in das Amt Hörde verlegt wurde Alle Vorsteilungen der märkischen Drosten bei dem Herzog von Kleve, ihrem Landesherrn, und bei dem Oberfeldherrn Mendoza, daß das Land den harten Druck nicht länger ertragen könne, fruchteten nichts. Den ganzen langen Winter hindurch setzten sich die Bedrückungen und Greuel fort, welche die Grasschaft Mark und ihre Bewohner von spanischen Horden zu erdulden hatten. Aber wie war denn das möglich, daß ein so ungezügeltes, landfremdes Heer einen ganzen Herbst und Winter hindurch ungehindert die blühendsten Gegenden des Deutschen Reichs mit Feuer und Schwert heimsuchen konnte? Warum trat man den Eindringlichen nicht entgegen und warf sie nicht mit bewaffneter Hand zum Lande hinaus? Zwei Umstände sind dafür verantwortlich zu machen: die mangelhafte und schwerfällige Wehrversassung des alten Reiches und die tiefe Klust, die infolge der Religionswirren das deutsche Volk in zwei seindliche Lager spaltete. Es herrschte ein vollständiger Mangel an jeglichem Gemeinsinn, der aber zum guten Teil wieder auf den konfessionellen Zwiespalt zurückzuführen war, der während der Zeit der Gegenreformation gerade im Rheinland und in Westfalen sehr tief ging. Alle vorgeschlagenen Maßnahmen zur Abwehr der holländischen wie der spanischen Einfälle scheiterten immer wieder an der Parteinahme der evangelischen Stände für die ihnen glaubensverwandten Holländer und der katholischen Reichsstände für ihre Religionsgenossen, die Spanier, von denen sie die völlige Wiederherstellung der alten katholischen Glaubenseinheit erwarteten. Der Graf von der Lippe war sich allerdings seiner Pflicht als Kreisoberst voll bewußt und vom ersten Augenblick an. in dem er die Kunde von dem Zuge Mendozas an den Niederrhein empfing. mit allen Kräften bemüht, so schnell als möglich ein Kreisheer auf die Beinen zu bringen, um ein weiteres Vordringen der Spanier zu verhindern. Im Interesse möglichster Beschleunigung sah er ansänglich von einem allgemeinen Kreistage ab und berief zunächst auf den 28. September die ihm für solche dringlichen Fälle zugeordneten Stände, den Bischof von Paderborn, den Herzog von Jülich, den Reichsabt von Werden und den Magistrat von Köln, zu einem Deputationstage nach Dortmand zusammen. Aber von den zugeordneten Ständen erschienen nur die Bevollmächtigten der klevisch=märkischen Regierung und als Vertreter des Abtes von Werden der Dortmunder Rechtsgelehrte Johann LamVielleicht wäre man unter diesen Umständen bach, Virurtugt wure man unter, viesen Umständen überhaupt, ohne etwas auszurichten, wieder auseinandergegangen, wenn nicht die von den verschiedensten Seiten eingelaufenen Klag= und Bittschriften zu unverzüglichen Entschlüssen gedrängt hätten. Nach zweitägigen Verhandlungen beauftrogten denn auch die Abgeordneten den Grafen von der Lippe,„aus tragendem Kreisobristenamt ungefähr 3000 Mann bei dieses Kreises Ständen sich alsbald möglich zu bewerben und sie bei erster Gelegenheit auf= und ins Feld zu bringen.“ Mit der Anwerbung der Truppen aber wurde es nichts, da der Kreisobriste von der münsterischen und klevischen Regierung zu diesem Zwecke vergeblich einen Vorschuß von 5000 Talern erbatBeide Regierungen verlangten die sofortige Aussonders, daß die Bürger gezwungen wurden, wenn Einlagerung befreit geblieben. Daß aber auch die kam aber überhaupt kein Beschluß über die Une