S E S833ERSS1MTREFEBEEE 888888111SEBR3MAE 70— —"— S Se 2— „ S• 2• P 9 8 S 8 4 S5S5555E K E S Xg Baus. EA 35955E SS„8 181185111 38*—8 * 1— 5 — direk, zwei Uefere Aueldruffen auf gedachter Bergwerk bostbarlich anzulegen, auch durch Got tes Segen mit der einen Ackeldruff schon bis in die Banck avanciret, so baß nunmehro von denen besten Brand=, Stück= und Schmiedetohlen aus solchem Bergwern in ziemlicher Quantität ausgewonnen werden, als wird solches dem Publico hiemit bebannt gemachet, umb sich solcher erbeuteten Stein=Kohlen, welche, besonders die Stückoder Brand=Kohlen, an Güte wenig ihres Gleichen haben, nach Gelegenheit und Gutfinden bedienen zu können. 1733. Nr. 4 vom 27. Jan. Es ist zum seilen Kauf eine Kirchen=Orgel von folgender Disposition und Qualität, in sich haltend. 1. Prinetpal 4 Fuß. 2. Quinta Dena 8 Fuß. 3. Flote 4 Fuß. 4. Super=Octav 2 Fuß. 5. Sexquialia. 6. Quinta 3 Fuß, 7. Mixtur 2 Fach. Bei obigen Stimmen oder Registern ist zu finden eine wohlgemachte Struetur von gutem Eichenholz, drei Blasedälge, ein jeder von 4 und ein halben Fuß lang und 2 und ein halben Fuß breit, eine Tremulante, gute Abstractur und Registratur, das Pfeiswerk ist alles gut und wohl gemacht, so sehlet auch nichts an Canälen und Wind=Röhren, ist auch mit einem guten Manual Clavir versehen und hann mit dem Umfang oder Gebühnde abgenommen und in allen Kirchen an einer platten Ebenwand wiederum angeleget werden pp. Oden beschriebene Orgel ist zu bekommen auf dei Freiheit Vollmarstein in der Königl. Preuß. Mark. Ampts Wetter. Wer nun Lust und Beliebung hat, hann sich daselbst einfinden und nac Gefallen baufen 1733, Nr. 4 vom 27. Januar. Was von Diederich Mertens anf der Becke in dem Intelligenz=Zektum Numer. LII den 23. December 1732 vers. 3. von einem Unbehannten zu Fweur einer benamsamten Juffer Georginen Funcken. welche ermeltem Mertens auch unbehannt ist, wegen eines Steinkohlenbergs bei BovingesFelde im Gericht Vollmarstein angegeben worden, verhält sich nach Anleitrung der an Seiten der Getrüdere Mertens contra Doctorem Funchen und husseungue attentautes verhandelter und entschiedenen Berg=Akten weit anders, dann es ist nicht mehr übrig, als daß die Judicata zu behörenden Execution gesetzet werden, inmatzen auch mit der unangebrachten Acheldruss dem Doctori Mertens augenscheinlich vor= und eingreifen wird, welches er auch sofort den 4. April 1732 beim Berg=Protocoll pro Interesse sisei denunettret hat. Also hal man dieses hinwlederumd dem Publico bedannt 1734, Nr. 3 vom 19. Januar. Demnach vor einiger Zeit im Gericht Hagen ein alter schwarzer Walloch mit einem Auge und großen weißzen Blessen vorm Kopf angekommen und biehero sich hein Eigener dazu anzegeben, alwird solches hiemit behannt gemacht, daß wann sich jemand elo rechter Eigentumsherr zu diesem Pferde qualificiren könne, desfalls sich binnen 14 Tagen bei dem Königlichen Bericht daselbst anzumelden und gegen Bezahlung der Futterung und aufdagener Atzungs=Könen sub poena verpetut silentil abzuforderen hätte (Fortsetzung folgt.) Vertelltes ul Häirke. In Häirke##### äiner, siener Talbens en Louhgiärwer, Originale, do was Sahgiärwer, dö hadde ne leiwe gurde Frau, se hadde blous dan Fähler, dat se ätwas arg vierl op Reinlichkeit un witte Gardienen höll, orum drofte jahr Mann, Diedrich beneimt, biletwe siene lange Piepe nit in de Stuawe schmötten, un so sat hä bi gurdem Wiär te buten op de houge Trappe, un en half Dutzend Nohbers, alle met lange Piepen, leisten jäme Gesellschop un me bedde se„Trappisten“. Rit te verwesseln sind se ower iet da Trappisten, weder in fährem Monchsulouster sitdet un jähr Liäwen lang bein Wort währ küren druewet, willen at se dat Schweigegelübde afflegen hewet, nd okontwär im Giegendätl, use Trappisten gong dan ganzen Owend de Nule as en Lammerstiärt! Un so säten seob aines Owends wir dinain, un et hadde sich ot din Nohber intunnen, dün me as Koupmann istewäiern mochte, willn as hä wisewih giegennäwer en groutet„Coloniatwarengeschaft“ beOrais. Dä sag nu, un as Kouymann mochte h# dat je wuoll wierten, dat ei im Geschaft de Hauptsade wör, wann me Kredit badde. Dat vonn sich ower de Tudockspinner Rettlendusch, mei Spitznamen bedde bi ower Bernd Spietern, an gefallen loten, dö sprang pielrichtep, schlaug sik op de Buorst un reip luthals: a brute keinen Kredit,ek hewe drei Monate Ziel.“— Da Witz van Band was so nu guod, ower noch eines Dages oder viertmähr # bi mat lange, un varaftig in de Gesellschen#### in de nit die use 9p din m Schlep ut baide. en, dem dot henn se woll, un sag:„Diedrich, du Nachtrawe, bu kannst du so late no Hus kommen, et hiert doch all äin Uhr schlagen.“ Dorop sag Diedrich, dä immer stuotterde, wann hä in Iwer gereith:„Jo, we—we—weniger ka—ka—kannt doch nit schlohn!“ Schöin was et on mangsten met mienem Ouhmen mütterlikersits, wann hä ei affstriehn woll, dat hä äinen sitten hadde; dann sag kähm miene Tante äinsag:„Segg es Presbyterium“. Dat nonn hä dann ower abslut nit herutbrengen, un willn as hä selwer Presbyter was, un willn at et domols Moude was, dat de Presbyters in de Kiärke met dem Klingelbühl gohn mochten, sag hä:„Dat secg ek nit, dann well en lei—lei—leiwer Kli—Kl—Klingelbühl seggen, dat kömmt op äins herut!"— Un nu well ek en Sprung dauhn bis 1870•71. In Häirte un Uemgiegend woren domols 63 kriegsgefangene Franzousen ut dem Barachenlager in Wesel. Se wören Handwiärkern, Fabriken un annern Geschäften op Verlangen taugedeilt, willn as wiagn de Inberaupung grouter Mangel an Artäitskräften wor. Ok in use Braurigge hadden wi väier Mann, un willn as se düörchwäg flietige un anstännige Lüh wören, woll ob de Louhgtarwer Sander äinen düchtigen Gesellen sich tauleggen un frogede mi. bu en Giärwer op franzöisch hedde. He woll sit in Wesel äinen halen. Ek sag käm dann nu tennour, wat utgesprouten war„tangnis". Hä kam dann nu ok Owens ganz stolt met nem netten Kähl terügge, ower am annern Muorgen kam hä all bi Tieden no mi un zagg mi:„Du maußt es mol met däm Käbl küren, ek glöw, et es gar kein Glärwer; en hew iöm allet Handwiärkstüg in de Hand giewen, ower hä Rlekt et an, as ne Kauh de nigge Schürendüär. En examinäirde also dän Mann, ob er tenneur, oder viellicht appreteur in de Giäwerigge wör, un endlich konn ek Sander frogen:„Wiertet it. wat it kriegen hett? Keinen tenneur, en Glärwer, ower en tailleur, en Schnieder.“ Dat widdere kann me #l# denken. Et gaw vierl de lachen, ower Sander sagg blous:„Oh. so'n verdammt Hippenkrüz“, hiert dlän Schnieder ower doch behollen, ut Mettläid, un hiert iäm bi sik un sienen Bekannten schnie dern loten.— Anfangs de fiftiger Johre hadden wi hier en Bührgermester, dä gliektiedig Amtmann van Wetter un Ende was; dä was dän Frönd van Geldstrosen, vierlmähr schlaug hä bi Lümmels, bi diän ei angebracht was, en äinfach Verfahren in, indiäm hä met em dichen eihen Bäster kän wat ut der„Armenkalse" verawrättede.. Und dürt Middel schlaug dann ok mätstendäils blätter an, as gurde Vermahnungen und Geldstrofen. Ower äinmol kam hä doch an den Unrächten. Hä hadde äinen Biärgmann ut Ende viörladen, dat was en sturen jungen Kähl. Und as hä nu diän einen Bäster ut de Ecke kräig, do räit ne täm de Biärgmann ut de Finger un nu gonk et Kiertelüm. Da Kähl schlaug op den Büörgermester los, dat täm Hören un Seihn vergonk, un dorvie reip hä in äinem fuort: „Här Büörgermester hört doch op, it schlot mi jo dout.“ Un dordie sprung hi de Trappe runner un lachede sin in sin Füstken üöwer den gelungenen Sträit. De Büörgermester ower leit sik nir miärken, un hiert sien Liäwenlang dän eiken Bäster nit mä bruhet. Hä kannt nich glöäwen! Wi saten im Kantoer und schrätwen alle, dat et mä so dämpede. Känner käik op, denn de Oalle ächen in sinem kleinen Kantöerken harr verdüwelt schlechte Lune und mok en Gesichte, as härr hä am Mnorgen Essig statt Koffi drunken und dat Bröttken met Mostert schmäirt. Und dat nich ümsütz. Denn koart voärhiär was en Breif ankommen, woarin stond, dat äiner van de bessen Kunnen Bankeroart maket harr. As wi so saten und arbaiden, gong de Döär oapen, und Wilm Peddenkamp ham rin. Wilm Peddenhamp harr op de Jämperstroate en Koarten und ne kleine Wiärkstier und moch Kossimüälen, dä ha alle Wiähe äinmol no Hagen soahrde. Oak van Dage brachde hä ne ganze Kar vull, dä wi iäm köärtlich bestallt harten. As de Oalle hoarde, dat Peddenkamp dos was, kam hä ut sinem Kanlöerken rut und gaft Wilm de Hand. „Gun Dag. Här Peddeukamp, wu gäit ei?“ „Oh. ech sie tefriän, wu gätt et selwer?“ „Schlecht. Ech hewwe wier wat rinbuttert. Heit Se et oak all hoart, dat Vorgmüller bankeroart es?“ „Wilm kürk den Lallen an. es wöar hä en Wunnerdiär „Wat segge! Se doak“ „De Borgmüller es banberoart.“ Wilm schuddede sienen dicken Kopp „Dat stemmt nich.“ „Wat, dat stemmt nich?" fraug de Oalie und kräig doalle wier Maut. 30. „Woarum denn nicht“ Siee znf wrten ut uchln ent uenl Ge so mot seggen und wat wiatet „Wat eck soggt hewwe, doabi bliw eck. Dat es wuol alles bloas Küerigge. Et er ganz unmüglich, dat Borgmüller bankeroart es.“ „Oawer worüm denn bloas, nn segget Sei boch: „Nu, dann höärt Set. Hä hiärt mi gistern noch en Prima=Wechsel gafft.“ Wilm Peddenkamp konn gar nich begripen, woarüm dat ganze Kantoer op äinmol anfong, so hadd te lachern. Oak use Ogalle harr sine schlechte Lune verluoren und lacherde, dat läm de Buk wackelde De Gaffel! Päiter Klaukmann gong noa sinem Rechtsanwalt rin. „Herr Klaukmann.“ sagg dä.„Sie kommen in Ihrer Sache gegen die Firma Steifnack& Co. Ich bann Ihnen leider keine besonderen Versprechungen machen. Wenn es nicht gelingt. die gegnerischen Behauptungen zu enthräften, sind die Aussichten sehr schlecht.“ Päiter mok en Gesicht, as wenn iäm dat alles ganz egal wöär. „Bloas de Kourage nich verleisen, Här Rechtsanwalt. Wenn et soa es, as Sä segget, dann möt wi es seihn, dat wi de Sake op de Gaffel krit.“ Dä Rechtsanwalt hält Päiter an, as op dä sapanisch kürt. „Wie meinen Sie,“ fraug hä endlich. „Wi möt es seihn, dat wi de Sake op de Gaffel krit.“ „Ja, was verstehen Sie denn darunter?“ „Dat wiätet Se nich?“ „ein“ „Doa mank mi oawer doch wurnern. De Sake es doch fähr äinfach. Kihet Se, dat es de Gaffei! Und doamet buohrde hä den rüchten Ahm in de Locht und hnäip den kleinen und den twedden Finger in, at bloas noch drei Finger in de Locht stonden. „Ach so,“ sagg de Rechtsanwalt,„ietzt verstehe ich. Sie wollen Ihrem Gegner den Eid zuschieben.“ „Joa, natürlich,“ sagg Päiter. „Na,“ sagg de Rechtsanwölt.„das hönnen wir ja machen.“ Ut diam Biekästken. Von W. Lienenkämper. Ne fine Gesellschop kwam iunen Buernyzuaf; un wull bi Auwer Kaal opsetten. Dai wull gerade met sienen Lüen innen Graumet un kunn siek nit ophollen. Taufälligerwiese was ouk sien Bäier op. De Ueewerste van diar Gesellschop, en fienen Hären met spitzen Schauhen, sache:„Wir möchten Bier!" De Wäiert sache:„Et es kaint me do.“ „Dann zeigen Sie uns die Weinharte!"—„Vie hett blouß twäl Zuatten!“—„Dann geben Sie den Damen einen Sherry!" Dat„rr“ kwam ächen utem Halse.“„Dian häweh güstern bestallt.“ Do gung dlam sienen Hären met spitzen Schauhen de Geduld ut, un hei sache:„Zum Donnerwetter, dann bringen Sie uns Boullon!". Dat schäin en niggemodisch Gedränke te sien, wat Kaal nit hannte. Jätte kwam iarrem Manne tau Hülpe un luster. iam int Ohr:„Stech dian Lüen, vie härrent Fat noch nit aneschlaen!“——— De olle Gottlieb wull int Heu. Diarumme###n bei siet ache Dogen jeden Owend opet Barometer Dal Dingen hung in diar besten Stuewe in äiner Finsternische anner geblaumeten Tapätte un harr as nögesten Nober en grouten Myrtendrust. Gottlieb harr siek in sienen jungen Johren kein Buren wecht aneschaffet, diarrümme harr de Frau ouk kain Verständnie, wat sonn Barometer fürren Buersmann bedütt. Wann sei dian Bükepott tuaken wull, gaffe sei dat lange Briaken met diam köerken, wat so schöln glänzere, karren ksainen Emil taum Tiedverdriff. Dai schouf dian Zeiger hian un hiar, stallte dat Barometer ovem Kopp. un wann klaine Quecksilberküelkes üewer de Buallen rolleren, dann lachere da Junge, dat hat Gräuwhes in siene Backen bräig. As Gottliebe Frau ferrig was, hung se dat Barometer wir an de Wand, nahm dian Jungen opem Schouten un raig:„Wem gehörst du?" Dann sache Emilken Mama!“ un kräig en Seuten. As Gottlieb met verdreitlikem Gesichte owende hälme kwam, kein hei gewuonterwiese op sien Barometer. An diesem Owend nahm hei ower sienen Uöligsbopp mei Strang tüschen dian twei Tiänen fut, mahere üewer sienen Ougen en gepleuget Land un purmele dar siek hien:„Jek löiwe nu bolle, dat de Weli ungergäiht, ei Barometer stätt twe Finger bräft unger Sturm.“——— Keimatblätter Monatliche Beilage zur Hagener Zeitung Nr. 12 Dezember 1927 Verantwortlich: Ernst Lorenzen in Gagen. Druck und Verlag: Sustes Dutz in Friedrich Wilhelm Grimme. Zum 199. Geburtstag des Dichters am 25. Dezember 1827. Es gilt den 100. Geburtstag des sauerländischen Dichters zu feiern. War je ein Mensch mit seinem Heimatboden verwurzelt, lebte je einer so ganz in den ihm vererbten Anschauungen seines Stammes, formte je einer so ganz echt die Vorstellungen seiner Umwelt, so war es unser Friedrich Wilhelm Grimme. Und darum bilden seine vielen Schriften uns heute noch den reichen volkskundlichen Quell, aus dem wir westsälisches Denken und Fühlen der Vergangenheit immer wieder in aller Frische auftauchen sehen. In Assinghausen, in der Nähe der Ruhrquelie, ward er am ersten Wethnachtstage 1827 als das „leibhafte Christkindchen“ geboren und erlangte als Sonntagskind nach der Volksmeinung jene wunderbare Fähigkeit, mit dem Zauberstab Steine in eitel Gold zu verwandeln und Herr über alle Schlösser und Riegel zu sein. Mit wunderbarer Anschaulichkeit hat er später in seinen„Memoiren eines Dorfjungen“ seine Kindheitverlebnisse gestaltet. Bei 10 Geschwistern und dem mageren Lehrergehalt des Vaters bedeutete es für den Jungen sicherlich ein Wagnis, diesen um die Erlaubnis zum Besuch des Progymnasiums in Brilon zu bitten. Doch ward es ermöglicht, daß er in die dortige Quarta eintrat. Nachdem er dann no# zum Abschluß das Gymnasium in Arnsberg ein paar Jahre besucht hatte, konnte er 1847 die Akade mie in Münster beziehen, um dort Phtlologie zu studieren. 1852 bestand er sein Staatsexamen, und nun wirkte er nacheinander an den Gomnasien in Arnsberg, Brilon, Münster und Paderborn. Da seine Familie inzwischen auf 9 Köpfe angewachsen war, sah er sich veronlaßt, die Direktorstelle am Gymnasium in Heiligenstadt anzunehmen. 1885 trat er in den Ruhestand und verlebte dann bis zum 3. April 1887 seinen Lebensabend bei seinem Sohne in Münster. Grimme war Zeitgenosse von Klaus Groth und Fritz Reuter. Das Bestreben jener Norooeutschen, das verkannte Plattdeutsch aus seiner Aschenbrödelstellung zu befreien und durch seine Verwendng in der Dichtung zu beweisen, daß es genau so, wie das Hochdeutsch fähig sei, alles das, was an Freude und Schmer, Liede und Hoffnung das Herz durchzittert, zu verkünden, werd durch unseren sauerländischen Dichter krasug gefördert. Seine besondere Vorliebe fand der platideutsche Schwank. Während dieser bei Reuter nur den Ausgangspunkt seines Schaffens bildete, kehrte Grimme immer wieder darauf zurück. Und seine platideutschen Kalendergeschichten fanden denn auch bis heute den besten Anklang. Und das mit Recht. Denn es handelt sich nicht nur um die geschickte Herausarbeitung der Pointe, nicht um ein Spekulieren auf die Bewegung der Lachmuskeln der Leser, es ist ihm um die Gestaltung eines goldenen, eines stillen, aus dem Herzen quillenden Humorr za tun, um die Formung kleiner und echter Ausschnitte aus dem Bolkoleben, um ein Einfangen sauerländischen Empfindens und Denkens. Und das ist dem Dichter in seinen Schwännen sehr oft in meisterhafter Weise geglücht; man steht da unter dem Eindruck, daß er gleich Johann Peter Hebel in seinen Kalendergeschichten ein Milien gibt, das mit allem Drum und Drau geradezu dazu dienen hann, einen Fremden dieses Stück. Heimatland kennen und schätzen zu sehren. Wenn daher der Begriff„Heimatdichter“ je berechtigt war, so kommt er unserem Grimme zu. Micht Recht dezeichnet Freiligrath Orimme als den„sauerländischen Fritz Reuter“, und das will schon etwao bedeuten. Seine hochdeutschen Dichtungen saßte der Dichter unter dem Titel:„Deutsche Weisen" zusammen. Wenn sie auch nicht die Ursprünglichkeit seiner Dialektdichtung zeigen und vlelfach an Uhland. Schwab, Kerner oder Mörike erinnern, so befinden sich darunter einzelne lyrische Perlen, die Allgemeingut der Westsalen sein müßten. Eichendorff lobte sie und bezeichnet das„plastische Naturgefühl in ihnen als überaus wohltuend.“ Grimme ist und bleidt der Dichter des Sauerlandes.„Ich habe gestern ganze 14 Stunden lang Waldesgrün eingesogen mit meinen Augen, Waldesduft eingeatmet, Waldgesäusel und Waldesstimmen gelauscht: Waldesschatten war mein Lager, Waldeswege mein Pfad— kurz, alles Wald und wieder Wald. Ich habe einen kostbaren Tag verlebt, voll frischer Romantik und himmelerkletternder Gefühle“ schrieb der Dichter einst an seine Braut. Und diese Erdverbundenheit ist ihm geblieben; sie gab ihm sein Lebenlang die Vorstellunund das Gefühl, aus dem er immer neu ffen konnte. Er hat das Sauerland im epischen Sinne entdeckt, wie heute im lyrischen Christine Koch. Und wenn unser Sauerländischer Gebirgsverein immer wieder zum Wandern auffordert und ein Neuentdecken der Heimat erreichen will, so folgt er damit unserem Dichter. Was dem Wanderer ein Sehen ist, ward ihm zum Schauen. Das soll ihm nicht vergessen werden. Das steinerne Denkmal in seinem Heimatdorf mag einer Pflicht der Pietät entsprechen— Dichter ehrt man am besten, indem man ihre Werke hauft und liest. Dazu mag der 100. Geburtstag Grimmes den äußeren Anlaß bieten— die innere Notwendigkeit ergibt sich aus seinem Lebenswerk. das der Heimat entsprang und sich in ihr vollendete. E. L. Grimme, die heute noch käuflich— „Deutsche Weisen“, Verlog Schöningh, Pader vorn, 5 Reichsmark. „Schwänke und Gedichte in sauerländischer Mundart". Schöningh, Padervorn. „Grain Tuig“, Schöningh, Paderborn, 0,90 Reichsmark. „Galantryi=Waar", Schöningh, Padervorn, 1,20 Reichsmark. Ausgewählte Werke von Fr. W. Grimme. herausgegeben von W. Uhlmann=Bixterheide. 3 Bände:„Leben und Heimat".„Erzählungen und Deutsche Weisen",„Suerländst Platt“. Verlog Fr. W. Ruhfus, Dortmund. „Grimme=Gedenkbuch“. von J. Schult, Sauerland=Verlag. Iserlohn. ** Neue Heimatdücher. Für die Grimme=Feier und zur Einführung in seine Werke und seine Lebensarbeit ist das von J. Schult im Sauerland=Verlag in Iserlohn erschienene Grimme=Gedenkbuch vorzüglich geeignet. Hier wird eine gute Analyse des dichterischen Schaffens unseres Heimatdichters gegeben, und die vielen Proben seiner plattdeutschen und hochdeutschen Werke stellen sich als eine treffliche Auswahl seiner besten Dichtungen dar. Handschriftenprobe, Notenbeilage und 6 Abbildungen dienen zur Bereicherung des trefflichen Buches, das wir gern in jeder westsälischen Familie au dem Weihnachtstisch sehen möchten. Im Verlage Schöningh, Paderborn, erschienen die von Th. Wegner herausgegebenen Beiträge zur Westfälischen Heimatkunde, in denen der Herausgegeber selbst die Geologie der Münsterschen Ebene beschreidt. Dr. Kappe schildert die Landschaftstypen und Landeseinheit Riedersachsene: Dr. Hilscher spricht über Stammeseigentümlichkeit und Lebensanschauung: Dr. Lanh ir Schstichte Bnen.#. pi über Römerfunde: Dr. Baader über lagen der Sprachgeschichte Westfalens, Dr. über Volkstumsgeographie: Dr. Spannazel über Westsalen im Rahmen des Preußischen Staades: Dr. Spethmann über die werdende Ruhrstad:. Es sind also namhafte Gelehrte, die in diesem Sammelbuchze Rechenschaft über ihre heimatlichen Forschungen ablegen. Biele unserer Heimtfreunde werden an den ausoeworfenen Fragen sicherlich Interesse haben. Ueber„Freie, Freigut, Freistuhl in den ehemaligen Freigrafschaften Hülscheid und Lüdenscheid“ gab Dr. Richard Graewe im: Verlage der Lüdenscheider Lehrerwilwen= und=waisenkasse ein grundlegendes Werh heraus, das die Rechtsverhältnisse den gen. Bauernschaften an der Hand der alten Urtunden bis auf die Zeit Karls des Grotzen verfolgt. Unsere Historiter haben in dem Buche eine Fundgrube. Paul Schulte, Haspe, lieferte einen 4. Band seiner Beiträge zur Geschichte von Haspe. Er gibt darin 1. Die Geschichte der Hasper höheren Knadenschule; 2. Die Geschichte der evangelischen Schule Hestert; 3. Geschichte der Gründung der Distelstücker Volkoschule; 4. Reck= und Spottreime; 5. Gedichte von Theo Hemsoth,„Die Heimat im Munde der Dichter und Dender": 7. Rechrätsel für die Jugend.. E. L. — Frigge Linne. Von Friedrich Wilhelm Grimme. „Als ich junger Priester war, der sorden von der hohen Sch#ile kam.“— sau vertallte use olle Heer—„da meint“ ich, nun könnt“ ich mit meinem Worte die ganze Welt regieren. Doch das sollte ich bald anders gewahr werden, und gleich das erste Weibsbild, das in Heiratsangelegenheit zu mir ham, machte mir meine ganze Beredsamkeit zunichte. Es klopfte schon frühmorgens bei mir an, trat ein und hatte sein allerholdseligst Gesicht aufgesetzt, und sogte:„Gurren Muargen, Heer!" „Guten Morgen, Katharine! Was bringen Sie mir denn schon so früh?“ „Heer Pastauer! in härr' wuall füär, mik te Stanne te setten.“ „Wie? ich verstehe nicht recht...“ „Hett dat, ik woll mik bestaan...“ „Wie bestaan? was ist das?“ „Friggen, Heer Pastauer, hytrothen— un nin woll ik Sai mol te Rohe taihn, of ik myi do wuall andaue oder nit. Sai wietet doch all eger, bat te daun un te loten is, un ein Sai et dann segget, sau well in et maken.“ „Nun, Kathrine! so lassen Sie mal hören! Mit wem gedenken Sie sich denn zu verheiraten?“ „Zi kennt'ne gewiß, Heer— st is en laiwen Mensken, Stiuten Hännes. Bat mein Di dotau?“ „Kathrine! das will ich Ihnen offen sagen: ich deube, Sie lassen's dabei.“ „Jä, jä, Heer! dat segget me wuall so lichtserrig dohenne— aber brümme dann?“ „Sehen Sie man an— erstens: es ist ein Witwer.“ „Au, bat fall dat. Heer? Grade diärümme woll ik’ne geren hewwen. Bat söll myi sau'ne grainen Jungen?'ne Wittmann hiät doch all eger Verstand. „Zweltens: er hat Kinder.“ „Schoine, Heer Pastauer! Dat is de kummaudeste Sate, do kumm' in glyitz innen vullen Hiushalt, un dai Blagen, dai hai all hiät, de briuk“ in nit äist nau te kryigen.“ „Drittens: er ist schon stark bei Jahren.“ „Dott nix, Heer!— hai stülpelt ümmer syine paar Johr nau met.“ „Viertens: er hat mit seiner ersten Frau nicht sonderlich friedlich gelebt.“ „Heer! dat mott me verstohn. In well jänne wuall in Kummando hryigen; hai sall myi paräiern as en Schauthund.“ „Dann: er hat kein ausreichendes Brot. Das läßt sich ja denken: ein bloßer Flickschneider...“ „Herr Pastauer, näil daut iämme nit te kuart! hai is'ne iutgelohrten Rester un hiät byi fällgen Schnyiderbaspern syinen Axamen ablaggt. Un hai kann ok nau meor, ale schnyidern— wann de Kummeljanten hyi imme Dinges sind, dann driet hai de Thirjoter=Zierels rümme; un wann de Heer Sichetarges graute Visyite hätt, dann trecket hai hin Frackröchsken an un mort de Opwahrunge versaihn, wyilank, hai verstätt sik nette op syine Zumgelmänte. „Ferner— und das ist mir einer der wichtigten Punkie— er hat keine Religion.“ „O. Heer Pastauer! in wen ne zouall Jesum Christum kennen lehren.“ „Und was ebenso schlimm ist, er ist dem leidigen Trunk ergeben.“ „Heer Pastauer! wann hat mitz ments meldrinken lätt, dann is dat sau schlimm nit. Un au'n Schnyider hiät alle Tage met bloen Tweeren te naggen— dann draff hat sin Sunndags on wuall mol'ne„bloen Tweeren“ gönnen.“ „Kathrine! Sie nehmen alles von der leichten Seite, aber Ihre Einreden entkräften meine Bedenken nicht. Ich will Ihnen alles noch einmal kurz vorführen. Er ist ein Witwer mit Kindern, chon bei Jahren und ein zänkischer Rensch— das werden Sie mir eingestehen" Nu jo, Heer Pastauer.“ „Er hat ein härglich Brot, ist ein schiechte Christ und liedt das Wirtshaus. Nicht wahr?" Nu soh, Heer Pastauer!“ „Und was haden Sie für Tugenden von ihn dagegen zu stellen?“ „Nu fryilih, syine Dugend ie nit allte wor ptär: „Und was haben Sie denn überhaupt fü. Gründe, die für die ganze Sache sprechen, nachden ich Ihnen so viele dagegen gezagt!“ „Grunds genaug, Heer Pastauer! me doch auß genen.“— triggs „Na,“ sagate de Pastauer, ase ur düt „Jamit war meine ganze Beredsamkeit aus dem Felde geschlagen, und ich sagte nur:„dann friggen Sie mitt srtwegen!“ und seitdem soge#o jedem, zu mir kommt und tut, fragen.„das müssen Sie selbst wissen!" Denn der eine Grund:„me frigget aub geren“ schlägt alle andern tot.“ Waar“, Verlag Ferdinand Riggemehr'ske Luie. Von Friedrich Wilhelm Grimme. Mirren in Westsohlen liet enne graute, beraumede Staat, un mirren in diär grauten, beraumeden Staat is’ne grauten Marketplaß, un mirren op diäm grauten, daipen Kumpe stätt’ne grauten, störigen Hilligen. Noge byi diäm grauten Kumpe und diäm grauten Hilligen wuhnte ne graten„dichen Nätzker, dai harr' ok graute Schelmestückeck imme Koppe; awer ments en kleint well ik dervan vertellen. Et was ümme Thommesdag, un des Nachts Mäicher stang nd... Sdna allen Moin eor Dage ov un käik in't Wjähr. „Do söll mee doch keinen Hund riutersagen!“ soggte;„awer myine Heern Nowers sollt moi alle riut un miätten den Schnat!“ Un sau, al' et en wenng Dag worte, da kait hai syine Maged’ne Patt ajähren bit annen Kump, draua fik’ne Stauhl derhenne, stallte sik deropp un käin stur intem Kump in't Water. "*#r nau nit lange stohn, do genk on der de Düähr uppen, de Maged kjährte nom Kumpe heune und brachte'ne Stauhl, un de lange Awethätter ham, den Mante! uwer den Schloprock, stallte sik op den Stauhl und käik innen Kump. Un de Nower Stiutenbäcker stont ächter den Riuten, käit in': Wjähr, soh dai beiden innen Kump kyiken, und de Maged kam riuter, kjährte brache'n Stahl, un de Stiutenbäcker solgere no, stäig deropp un käik innen Kump . Un Messerschmieds Marjanne käik innen Schnai, soh dai drei stohn un raip järem Manne: „Bat muget dai drei Wichtiges hewwen!“ Un de Messerschmied sprank in de Stieweln, lait sik’ne Patt kjähren, brachte'ne Stauhl met un käih innen Kump. un de Nower Wäiert stont amme Fenster un japede; do soh hai dai väire stohn un kyiken, raip de Maged, de Patt worte kjährt, de Stauhl bracht un de Wäiert kam gelaupen, ase wanne te late keeme, stäig oppen Staul un hätk innen Kump. Un de Kaupmann, un de Vikarges, un de Köster, un de Loiher, un de Färwer, un de Jinde: alles kam heran un kälk innen Kump; un rund umme den ganzen Kump was antleste’ne Krink van Luien un käik in't Water un saggte kein Woort; denn äiner schiämmere sik für dem Andern. Ase use Mätzker des Stohens un Kyikens maie was, do saggte:„Niu, myine Heeren Nowers! niu he.#pm' yr alle ne kolle Nase un hett den Schnai miätten— nin niämmet uge Staählken wier met rinn un vertellet, bat yi saihn het.“ Aus:„Galantryi=Waar", Verlag Ferdinand Schöningh. Paderborn. Feiern und Festlichkeiten. Von H. Esser. (Nachdruck verboten.) Mit der Gemeinschaft des Menschen entstand auch der Trieb, sich zu festlichem Vereine zusammenzufinden, und wenn wir auch über die Feiern der Germanen nur spärlich unterrichtet sind, so wissen wir doch, daß festliche Zeiten die Einförmigkeit ges. Jayres unterbrachen. Ihre Feste, zumeist den Göttern zu Ehren gefeiert, hingen aufs engste mit den Vorgängen des wirtschaftlichen Lebens zusammen. Opferte man zu Wintersansag für ein gutes Jahr, zu Mitwinter für Wachstum und Gedeihen, so galt es zu Beginn des Sommers, für den Sieg zu beten. Etwa Anfang November fiel o s e g e s t d e r T a m s a n a, v o n d e m u n s T a c i tus(Anm. I. 51) berichtet, und Sommersansang sah die Nerthusfeier. Mit dem„Juli“, dem bekannten Vorläufer unseres Weihnachtsfestes begannen nach die Angelsachen— also doch wahrscheinlich auch die übrigen germanischen Völker— den Jahresanfang: gerade bei diesem Feste zeigt sich die so oft geübte Praxis der Missionare, heidnische Feiern durch geringe Aenderungen heidnischer Bräuche in christliche umzuwandeln. Daß mit der Einführung des Christentums eine ganze Reihe von kirchlichen Festen ihren Einzug hielt, bedarf keines Beweises. Neben den allgemeinen christlichen Hauptfesten— Ostern. Pfingsten, Weihnachten— treten mit dem Aufschwung des kirchlichen Lebens und besonders des Heiligenkultus seit dem 10. Jahrhundert zahllose Feiern auf; doch waren die Feste nicht überall dieselben, da jede Gegend ihre besonderen Heiligen verehrte #Pd stchen Fe##e, die den Hauptfesten an Beliebtheit und Ansehen kaum nachstanden. Da jeder Heilige seinen besonderen Feiertag hatte — ja die meisten mehrere: Todes= und Geburtstag, Tog der Transiaunn— so gab es schließlich mehr Höhepunkt erreichte die Entwichlung der Feiertage im 14. Jahrhundert; um dann allmählich wieder abzunehmen Gegenüber dem Uebermaß an kirchlichen Festakten überrascht die bescheidene Zahl weltlicher Bergnügungen, ein scharfer Gegensatz zu dem Festestaumel, der die Gegenwart beherrscht. Prosane Feiern erscheinen im Mittelalter geradezu als Ausnahmen: Familienfeiern bewegen sich in den bescheidensten Grenzen, und Volksfeste sind— unsere Gegen— außergewöhnliche Ereignisse. Es erscheint daher von besonderem Interesse, einen Blick auf die Feiern und Festlichkeiten des 16. und 17. Jahrhunderts zu werfen, soweit uns Nachrichten darüber erhalten bleiben. Daß wir als wichtigste Quelle für die Darstellung Vorfahren die— mittelalterlichen Polizeiordnungen bezeichnen müssen, gibt der Sache einen besonderen Reiz. Die Verbote und Strafandrohungen jener Ordnungen atmen ginen„Heist, der jeder Fröhlichkeit abhold, selbst die intimsten Feiern des Familienlebens mit überflüssigen Anordnungen beschwerte; namentlich die nachreformatorischen Verordnungen der reformierten Landesherrschaft suchten mit ihrem Eiser für puritanische Strenge und Nüchternheit jegliches gr lepis hen Lebensreude einzuengen und „Leiten und Meuschen wandeln sich; auch die Anschauungen über Feiern und Feste waren dem Wechsel unterworfen. Dem hemmungslosen Gefühl unserer Zeit wird die behördliche Bevormundung, — die sich in den strengen Festesvorschriften kund gibt, unerträglich erscheinen. Tatsächlich gingen die finsteren Paragraphen selbst den schlichten Kindern des 16. Jahrhunderts zu weit. Limburgs Bewohner empörten sich gegen die übersandte PolizeiordGraf Adolf von Neuenahr unterem 13. Juni 1582 seinem Drosten Anweisung geben mußte, die Widerspenstigen und Brichthaften vor sich zu bescheiden und die Uebertreter vermöge der Ordnung und sonst ein jeder nach Befindung der Tat der Gebühr nach zu strafen." „Diese einleitenden Bemerkungen, die unsere Hoffnungen auf Schilderung glanzvoller Festlichkeiten sehr herabstimmen werden, waren notwendig, um falschen Vorstellungen entgegenzutreten. sie auf Grund lebensvoller Darstellungen der nd ritterlichen Festlichkeiten— Turniere, Sängerwettkämpfe usw.— leicht entstehen können solche Ausnahmen stoßen die Regel nicht um, daß sich das festliche Leben unserer Altvorderern in bescheidenen Grenzen bewegte. Das werden die Schilderungen der Volks= und Familienfeiern vergangener Zeit beweisen. Sie werden ungesucht zu Vergleichen mit der Gegenwart anregen und dadurch eine wertvolle Bereicherung auf diesem Gebiet der Volkskunde herbeiführen. Die wichtigsten Ereignisse des Familienlebens wurden auch im Mittelalter schon durch besondere Feiern aus dem Rahmen der Alltäglichkeit herausgehoben. Von ganz besonderer Bedeutung war der Hochzeitetag. der Brautlauf, wie er im 16. Jahrhundert genannt wird. Oft dauerten die Feiern 2 bis 4 Tage, und keiner der geladenen Gäste durfte ohne Schande sern bleiben. Gut Essen und Trinken war notwendiger Vorbindung zum Gelingen der Feier. Der Tag begann mit einer Biersuppe; Brot wurde dazugegessen, Bier und Branntwein getrunken. Die Speisefolge des Mittagsmahles richtete sich nach dem Stande und Geldbeutel des Hochzeiters. Es begann in der Regel mit einer durch Safran goldgelb gefärbten Hühnersuppe und endigte mit einem Reisbrei, dick mit Zucker und Zimt bestreut. Aus Schüsseln wurde gemeinsam gegessen und jeder Gast schon bei der Einladung ermahnt, den Lössel nicht zu vergessen, oa sonst der Reis mit den Fingern gegessen werden musse. Die Zahl der Gäste war im 16. und 17. Jahrhundert durch behördliche Verordnungen genau festdie Reichen Brautlauf(Hochzeit) haben," bestimmt die Hohenkimburger PolizeiordJahre 1582.„i ionen zugelassen, 50 Volks von den nächsten Verwandten zu rufen; welche dies übertreten würden, soollen fallen in die Strafe von 100 Goldgulden. Gemeine Leute mogen haben 25 Paar Volkes, wie oben t7-#### die Uebertreter sollen gestraft werden mit 25 Goldgulden.“ Da diese Zahlen der gnädigen Herrschaft noch zu hoch erschienen, so wurden durch neue Ordnung im Jahre 1612 auf 40 20 Paar herabgesetzt. Die revidierte Polizeioxgnung des Grafen Mauritz Friedrich von Jahre 1683 bestimmte:„Wenn reiche Vollpflüger Brautläufte halten, so doch auf keinen Sonntog noch Bettag geschehen soll, wird ohne Erlangung solcher Bewilligung mehr nicht als 32 Paar, den andern aber nach advenant(Uebereinkunft) 20 Paar von den nächsten Verwandten zu berufen, zugelassen.“ Zwischen der kirchlichen und weltlichen Hochzeitsfeier wurde streng geschieden. Beide sanden an verschiedenen Tagen statt. Die Trauung geschah Sonntags in der Kirche„an den Tagen, da Predigten gehalten werden"; der Hochzeitsschmaus wurde an bestimmten Wochentagen gehalten, hier im Sauerlande meist am Dienstag oder Freitag, während der Hellweg den Donnerstag bevorzugte ## Drei Tage zuvor mutzte der Hochzeitsbitter die nach der Verordnung vom meist aber machte er sich chon 8 Tage vor dem Feste auf den Weg, um mit einem altüberlieferten Sprüchlein Nachbarn und Freunde zu bitten. der Festesfreude waren in der Regel auch etliche Musikanten anwesend. Trummen und Trumpeten“ waren nach der Polizeiorddagegen besimmmte Graf Adols von Neuenar 1582:„Auf den Brautläufen soll gar kein auswendia Spiel sein denn nur Geigen, Lauten und Harsen. Und welcher Bräutigam und Braut dies übertrete, die sollen gestraft werden mit 5 Goldgulden nach Gelegenheit.“ Wenn der Hochzeitszug zur Kirche ging, so zogen die Spielleute voran. Das Gotteshaus Arsten sie.„nicht betreten;„sie sollen auf dem Kirchhof bleiben auf Straf die Braut und Bräuti92„1., oder 5 Goldgulden nach Gelegenheit.“ sie vo., im nahen Wirtshaus wss ae Scheine— Neuvermählten zu harren, und wie es scheint, fanden sie dort zahlreiche Gesellschaft, so daß ausdrücklich den Knechten und Mägden das Vollsaufen, während man Braut und Bräutigam zur Kirche führt, bei 10 Goldgulden werden muß.„Es soll auch.“ bemerkt dis„conlzewerordnung von 100.,„auf den Brautlauften kein auswendig übermäßig Spiel oder Schelgerei, viel weniger Unzucht, Zänderei noch Schlägerei verübt werden, sondern ein jeglicher zu Zeit, des Sommers um 9 Uhr, des Winters um 8 Uhr nach Hause gehen und an seinen Ort sich begeben bei Strafe dem Gastgeber von 5 Goldgulden und den Uebertretern 2 Goldgulden oder nach Befindung geübten Mutwillens mit dem Turm gestraft werden.“ Die Verordnung von 1612 setzte den Schluß der Feier schon auf 7 Uhr im Sommer, auf 6 Uhr im Winter fest und nötigte so zur gründlichen Ausnutzung der Stunden. dem Essei begann alsbald der Tinz; sreilich Graf Adolfe Ordnung war dieser weltlichen Freude abhold.„Kein Tanzen oder Gezänk soll Brautsäuften gestattet sein, sondern soll Gelegenheit der Personen mit 5 Goldgulden gestraft werden.“ Doch ließ sich diese streige Verfügung auf die Dauer nicht aufrecht erhalten. Daher wurde sie 1683 in solhender gemilderter Form tert:„Irs übrigen sollen bei... Hochzeiten und sonsten inegemein bei andern Zusammenkünften unhöfliche und leichtfertige Tänze und alles, was ärgerlich sein möchte, allerdings verboten, auch ein jeder ernstlich erinnert sein, im Tanzen solche Moderation, Bescheidenheit und Maß zu gebrauchen, daß Zucht und Ehrbarkeit in acht genommen, niemand zur Ungebühr geärgert und in Sonderheit der Allerhöchste nicht erzürnt werden möge. die gräfliche Regierung allerlei scherzhaften Bräuchen zu Leibe, die damals üblich waren. Den Neuvermählten wurde nach uraltem Brauch ein Hahn unter das Bett oder in die Kammer gestellt. eine Sitte, die schon im Soester Daniel Erwühnung findet. Mancherorts wurde der lebende Hahn vor das Bett des jungen Paares gebracht das ihn mit einer Bewirtung auskösen mußte. Konrad Gumprecht verordnete 161.,„daß fortan der ärgerliche und unchristliche Brauch, Braut und Bräutigam den Hahnen zu bringen, durchaus abgeschafft werden solle bei Strafe eines Goldguldens. Der Führer und Träger des Hahnes soll mit dem Turm und ferner nach Gelegenheit bestraft werden.“ Aber all diese drakonischen Bestimmungen und usandrohungen konnten nicht hindern, daß urund von den Vätern ererbte Sitten sich fortpflanzten und der Obrigkeit zum Trotz ausgeübt wurden. 440 wichtiger Akt war noch die Ablieferung der Hochzeitsgaben. Ein Tisch ward abgeräumt, „ und Bräutigam nahmen Platz, und einer trat hinzu, um einen bestimmten Betrag obzuliefern, der mit größter Gewissenhaftigkeit in die Gebeliste eingetragen wuroe. In kommenden Fällen wurde dann die gleiche Summe wieder gegeben. Der Wert der Gabe richtete sich nach dem Reichtum und der Freigebigkeit des Schenkenden. Regel war im 19. Jahrhundert ein Krontaler, später im Durchchnitt 5 Mark. Bei der großen Anzahl der geladenen Gäste war die Einnahme oft recht ansehnlich; für den Anfang wengstens konnten die notwendgien Aufgaden bestritten, die erforderlichen Anschaffungen für den jungen Haushalt gemacht werden. (Fortsetzung folgt.) EUPUNUT =HTOEGG ** E SS5SB-ESE a SARURS“ TOSNTE Uomchälunge aus Aul- Westfalen. Von C. Ksärbök. „Jum Kriege zog ich hinaus, als Wehr den deutschen Landen— Nun din für Gottes Haus zur Ehr, ich neu erstanden!" Glockeninschrift(1925). Aue verschiedenen Orten unserer engeren Heimat wird berichtet, daß anstelle der während des Krieges hergegebenen Kirchenglocken neue angeschafft und unter großer Beteitigung der Bevölkerung feierlich eingeholt und geweiht worden sind. Da erscheint es angebracht, einmal die Aufmerksamkeit auf ein heimisches Kunstgewerbe, die Glockengießerkunst, zu lenken, die bis zum Ausgang dee Mittelalters in Westsalen in hoher Blüte stand. " Die Wiege der Gießerkunst in unserem Lande stand wohl in Corvey. Hier sorgte der Abt Thietmar im zehnten Jahrhundert schon durch mannigfache Kunstwerke in Metall für die innere und äußere Ausschmückung seiner Abteikirche. Die große weitklingende Klosterkirche, canta bona genannt. und die sehr kunstvoll gegossenen ehernen Säulen stellen auch auf diesem Gebiete der Kunst den Vortritt der Klöster fest. Die ältesten Glocken aus der sogenannten romanischen Zeit sind klein, haben eine dem Bienenkorb ähnliche Form und zeigen nur wenig ornamentalen Schmuck, der in einfachen Reihen oder solchen in Tauform oder kleinen Reliefs bestand. Glocken aus dieser Zeit n unter anderen in Volmarstein, in der Nikolaikirche zu Siegen, in Warburg, in Halle in Westsalen, zu Bibera auf dem Fürstenberge und ete u.; zu. Soen. In der Spätzotik gewinnt das Aussehen der Glocke ein ganz anderes Bild. Der Hals und auch der Schlagring werden mit den verschiedensten Friesen, vornehmlich aus Blumen und Blüten bestehend, geschmückt. Zu ganz besonderem Umfang und zu besonderer Blüte gelangt dieser ornamentale Schmuck gleich nach dem 30jährigen Kriege. Ein künstlertscheres Gepräge als diese Friese im allgemeinen zeigt der figürliche Schmuck, der sich meistens auf der Glockenfläche zwischen der Inschrift am Halse und dem Schlag befindet. Aber auch die Henkel werden oft, und zwar mit zum Teil recht hübschen Köpfen geschmückt. Neben diesem figürlichen und ornamentalen Schmuck kommen noch mancherlei andere Glockenzierate vor. So finden sich im Schriftbande nicht selten „„, unscheindare Unterbrechungen, bewirkt durch Abdrücke von Münzen und Medaillen. Für diese Abdrücke wurden meistens Münzen verwandt, wie man sie eben bei sich führte, auswärtige und heimische, gleichzeitig aber auch ältere. So findet man bei münsterschen Mustern im Geläute von albersloh als Münzen einen Denar des Bischoss Engelbert II.(1309 bie 1320) und einen Viertelschilling des münsterschen Bischofs Heinrich von Schwarzenburg(1466 bis 1496) Bis ins 16. Jahrhundert hinein dienten diesem Zweck auch allerlei kleine plakettenartige Reliefs und Medaillons, wie man sie auch zum Schmuck von kirchlichen Gewändern verwandte. Auch die Vilgerzeichen wurden nicht selten gebaucht. Es waren das kleine runde oder giebelförmige Zeichen aus Blei oder Zinn mit bildlichen Darstellungen. Sie wurden von den Pilgern an den Wallfahrtsorten genauft und dann an den Mantel oder Hut genäht, um als Beweis ihrer Pilgerfahrt in die mitgebracht zu werden. Inschriften waren zunächst üblich die alten symbolischen Zeichen des Alpha und Omega dann bis ins 16. Jahrhundert hinein Heiligennamen, wie z. B. eine Glocke in Reckling= hausen: Jesus, Maria, Johannes is myn name, Myn geleit si Gode bequame!(1500) oder auf der größten Glocke zu Schöppingen: Salvator is myn name, Myn Geleit si Gode bequame, De Lebendigen rope ick!(1517) Die Scrift ist bei den älteren Glocken die . Dieser Form folgt dann die gotische Minuskel, neben der dann schon in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts die römische Lapidarschrift auftritt. Ueber die Gießer der ältesten datierten Glocken ist uns kaum etwas überliefert, da es bis zur Mitte des 15. Jahrhunist, daß der Meister seinen Namen auf der Glocke nennt. Statt dessen findet man oft ein Giezerzeichen(Hausmarke), das entweder den Namen des Gießers oder des Stifters der Glocke uns verbirgt. Später wird häusig der Name des Meisters genannt, wie z. B. auf der 1486 gegossenen Glocke in Rahrbach: St. Dionysius heyt in, To Godes deinste rop ik, Joh. von Dortmund goyd mick. oder in Lenne: St. Vincenz heyt ik, Dey mi horet, dei bede sick, Hilbrand Iserlohn me fecit.(1486.) Gerhard de Wou, dessen Glocken sowohl in der Reinheit und Weschheit des Klanges als auch in der Form und im äußeren Schmuck noch heute Meisierstücke der Technik sind, erinnert folgende Glockeninschrift: Sum tabe magrs Dei, diri sub nomine patris Lamberti. populos ad sarra templa vocor. Gerbarans de Won Campensis me fecit anno 1491. „„(Rünster.) Sehr beliebt ist die Anrufung Gottes und der Heiligen; so heißt es auf einer Glocke von 1406 in Obermarsberg: 0 rex glorise. Christe veni cum psee: nominor Maris. während die Glocke des Patrocli=Münsters in Soest, ein Werk Joh. von Dortmunds aus dem Jahre 1469, die Inschrift trägt: Dum trahor, audite! Voco vos ad gaudia vitse! 0 rex glorisc. Christe venl cmm pace. Als Sturm= und Rufglocke bezeichnet sich eine aus dem 13. Jahrhundert stammende Glocke, die früher im Patrocli=Dom zu Soest hing: 0 Cives. rite cum puleor. ad arma venite! Wer dem Glockenschlag bei solchen Gelegenheiten nicht folgte, oder wer erst beim elften Schlag kam wurde an Leib und Gut bestraft. .###c Bibelstellen werden wohl als GlochenInschriften verwendet so findet sich z. B. an einer lzhäuser evangelischen Kirche in Majuskelschrift der Spruch: ALLE DJRER IS BORGERCLICK AWENST GADES WORT DAT BOÖEFT EWICH! SALBATOR HETE JCK. HANS RABE GOIT MJCH. 1552. oder in Albachten bei Münster: LAVET DER HERRN IN ALL SYR WERREN! WJLHELM WEGEWART FURDEBAT. Schon früh stellen sich Inschriften ein, die sich an das bekannte Motto zu Schillers Lied von der Glocke anlehnen. So träögt z. B. die größte Glocke in Harsewinkel in korrehten lateinischen Hexametern den Spruch: Funers DEPLAANGO. PLEBEM VOCO FULGURA FRANGO! Diese Glocke, deren Gießer nicht behannt ist, trägt außerdem die Jahreszahl 1354 und dürfte eine der ältesten datierten Glochen unserer enge Prscheinen, Dir HUTIGIDET zu verlesen, darauf zu liettiren und ihren Rutzen zu suchen, immaßen in letzterem Termino dem Melstbietenden der Zuschlag geschehen soll. 1732. Nr. 14 vom 1. April. Es wird hiemit dem Publico bedannt armachet, daß ad instantiam Creditorum des Eiberten und Johannen Gut in der Aßbeck, im Gericht Hagen, Börder Bauerschaft gelegen, welches in Gesolg ergangener Aestimation auf 620 Kkkr. hestimiret, auf den 8. April pro 1mo, 6. Mai pro Ldo und 5. Junii pro Ztio und ultimo Termino dem Meistbietenden zugeschlagen werden solle. Welche nun Lust zu Anbaufung dieses Guto haben, können sich in Terminis an Hen. Meininghausen Behausung melden und ihren Vorteil suchen. * 1732. Nr. 31 vom 29. Juli. Es wird hiemit bekannt gemachet, daß ad instantiam der Erben des abgelebten Herrn Gerichtsschreiberen Hachenbergs zu Wetter ein bei dem Flechen Herdecke in der sogenannten Eye wollgelegene, dem Jobsten Köneman daselbst zugehörige Wiese bei dem Känigl. Gerichte zu Wetter in terminig den 5. Aug., 9. und 30. Sept. seil gebotten und distrahiret werden solle. Wer nun zum Ankauf sothanen Stücks Lust träget, wolle sich zur bestimmten Zeit bei gedachtem Gericht Wetter einfinden, die Vorwarden anhören und seinen Rutzen schaffen. 1732. Nr. 38 vom 16. September. Nachdem in usum rückständiger Contridution, des Tiemeomanns zu Bathey Robilien, Bestalien und Kornfrüchte auf künftigen Dienstag zu Boele an Nottebaums Behausung, morgens um 9 Uhren, vom Königl. Gericht zu Hagen plus offerenti verhaufet werden sollen, als werden diejenige, welche zu kaufen Lust haben, sich zur bestimmeter Zeit einzufinden und ihren Vorteil zu schen, hiemit eingeladen. ren Heimat sein. In früher Zeit gegossen ist auch eine Glocke der früheren Abtei Abdinghof zu Paderborn(1365). Die Glocke befindet sich jetzt in ille in Westfalen. Bemerkenswert ist ferner die nschrift der aus dem Jahre 1445 stammenden cke der Pfarrkirche zu Werl: Maria is myn name myn gelüde sy God bequame. de lebendigen rope ick, de doden beschreye ick, Hagel un Donner verstüre ick. Wie man sieht, wurde diese Glocke nicht nur zu Gottesdiensten und sonstigen kirchlichen Handlungen gebraucht, sondern man benutzte sie auch zur Abwendung von Sturm= und Gewitterschäden. Denn die Glocke wurde ja wie jeder Christ getauft, bevor sie in den Turm ham; daher hatte sie auch besondere Gewalt, seindliche und dämonische Naturkräfte zu vertreiben. (Nachdruck verboten.) In Wolfferdorfs Regimenk. Aus dem Sollatenleben des 18. Jahrhunderts. Von H. Esser. (Nachdruck verboten.) III. 1732, Nr. 1 vom 1. Januar. Demnach der über das im Gericht Vollmerstein gelegene, sogenannte Overbecks Gut zu Albringhausen vorgewesene Discussions=Proceß eine Zeitlang still gelegen, anitzo aber die dabei interessirte Creditores, die Erben Diet. Mertens zum Schlebusch, und insbesonder der Miterbe Herr von Möster, Ritter vom gülden Sporen pp. pro distractione angestanden, auch erhalten, daß subhastatio erkannt und pro Terminis der 15. Januarii und 11. Martii anberahmet worden, als wird ein solches hiemit öffentlich bekannt gemachet, damit ein jeder zum Kauf Lust habender in dictis Terminis bei dem Gericht zu Wetter sich einfinden, die Vorwarden verlesen und darauf in lici tando seinen Vorteil suchen können. 1732, Nr. 7 vom 12. Februar. .#inncy der Königl. Richter zu Wetter, Hr. Erckels, kraft habender allergnäd. Commission ad causam Hrn. Pastoris Kalle zu Herdecte contra Frau von Schlade zu Aldendorp zwei zum adel. Hause Aldendorp gehörige Pertinentien, namentlich die Huser=Weide und Ochsen=Kamn in der Stadt Hattingen den 9. Febr., 1. Martii und 5. Aprilis bei brennender Kerzen, doch jedes Stück absonderlich, distrahiren lassen wird, als werden alle diejenige, welche selbige anzukaufen Luft haben, alsdann daselbst, und zwar an Friederich 1732. Nr. 89 vom 23. September. Es ist aus vorherigen Intelligentz=Zettulen erinnerlich, wie daß der Richter Erchels zu Wetter qua Commissarius ab eausam Hr. Pastoris Kalle zu Herdecke contra Frau von Schlade zu Aldendorp zwei dem adelichen Hause Aldendorp gehörige Pertinentien, benenntlich die Huserweide und Ochsenkamp auf den 9. Fedr. und 1. Martii a. c. in der Stadt Hattneggen ausgeseilet. Weilen aber der dritte Terminus aus sicheren Ursachen nicht respiciret worden und anjetzo der Verhauf wie auch Zuschlog vollenführet werden soll, so wird hiemit dem Publico notficiret, daß der dritte und letztere Terminis distractionis auf den 8. Octobris in gemelter Stadt Hattneggen an Friederich Brunen Behausung anberahmet seie. Der nun zum Licitiren Lust hat, bann sich alsdann in Loco melden, nach den Vorwarden und der Pertinentien Qualität sich erkundigen und sonsten seinen Vorteil schaffen. 1732, Nr. 39 vom 23. September. Da Se. Königl. Majest, als summus Episcopus de dato Cleve im hochlöbl. Regierungsrat den 5. Julii a. c. dem hochadlichen Stift Herdecke allergnädigsten consensum alienandi der sogenannten Friemeas Huve und Hausstätte verstattet, so wird einem jeden solches hiemit bekannt gemacht, wie daß besagtes Stift solche Hausstätte(welche an der Haupt=Straßen binnen Herdecke zur Nahrung überaus wohl gelegen) nebst Marcken=Gerechtigkeit und über 15 Morgen Lands aus freier Hand den 2. Oktober zu verkaufen willens und allenfalle Ankäufere nicht sofort mit barem Geld versehen, indessen aber innerhalb Landes gesessen, so ist das Stift seidig, gegen Obligationo und landesübliche Interesse den Kaufschilling auf einige Jahren stehen zu lassen. 1732, Nr. 47 vom 18. November. Nachdem ad instintiam der Wittiden und Erben Johannen Rittershausen in der Oede subhastatio des Joh. Adolph. Asbecks zu Kückeihausen Sensen=Hammer, ln der Weide auf der Ennepe, Gerichts Hagen gelegen, erkannt und selbiger durch Werksverständige aus 750 Rtlr. taxiret worden und dann zu solcher Diftraction folgende Terminen, als: auf Mittwochen den 10. Dez. a. c. und 7. Jan. auch 4. Febr. 1733. jedesmalen nachmittags um 2 Uhren am Königlichen Gericht zu Hagen praefigiret, als werden alle diejenige, welche gedachten Hammer samt dazu gehöriger Gerechtigkeit anzukaufen Lust haben, in dietis Terminis sich einzufinden und ihren Vorteil zu suchen, hiedurch eingeladen, gestalt in ultimo Termino beim Niederfall der letzten Kerzen plus offerenti der Zuschlog geschehen solle. 1732, Nr. 52 vom 23. Dezember Demnach Dieterich Mertens auf der Becke von Wiederaufräumung des eingeschlagenen und im Königl. freien gelegenen Steinkohlen=Bergwerks nächst Bövings Felde im Gericht Vollmarsteine sich testato abgesaget und darauf Juffer Georgina Funcke nach erhaltener Berg=Belehnung es hazar