„lichlina“ ober „Uhlending: wo Züchse streichen einen Bössing" und wo Bienen, summen einen„Beuting" und „Immig“: da sich viele Bes tzungen vererbten wählte man Namen wir„nving".„Liebig".„Lesering"(leib, lieb. leis. las. leben bedeutete Erbgut). Die kleinen Bauern hießen„Lüßling" und „Büdding“„Frohning“ war der abhängige Bauer, während man den„freien" Bauern Frieling. Friehling. Frühling, Fröhling(davon fröhlich) nannte. Das Handwerk ist durch Schmedding. Schmieding und Smeding vertreten. Billungen(Bil=Axt). Heeringen und Weddiggen sind uralte Sippennamen Heer—her grenze Wedd—wiet: wald „Nieding“ und„Nieding“ sind die„Zonigen“, auch in dem Vornamen Neidhard enthatten.„Flemming" stammt aus Flamland. Die beiden Familiennamen„Ingenlauf" und„Indenpatz". wobei laferbgut unnd paß=weide bedeuten. Ich schließe mit dem„Evening“. einem Namen, der wahrscheinlich aus dem Englischen stammt und„Abend" bedeutet. der auch in Deutschland in„Abendroth",„Feierabend" und Fastabend“ auftritt. Was da fleucht und kreucht! Von Wilhelm Lienenkämper. gr.s hat zu seinem zwölften Geburtstage vom liebevollen Vater ein Schmetterlingsnetz zum Geschenk erhalten. Das ist ein Grund, seinen Freund Paul einzuladen, um mit ihm draußen im Freien nach Herzenslust umherzuschweisen. Das vielge altige Leben, das ihnen zu Füßen über die Erde kribbelt, an den Gräfern hochklettert, über ihren Köpfen in den Lüften sich wiegt mächtig auf ihre Sinne Auf zum fröhlichen Jagen! Jetzt sind sie hinter einem Zi. tronenfalter her, bis er zerfleddert im Grase liegt Das gleiche Schicksal ereilt kurz darauf einen Segelfalter. Sobald ein neuer bunter Sommervogel ihr Gesichtsfeld kreuzt, saust das Netz über ihn, die Freiheit ist dahin, vielleicht auch das Leben: denn alle wandern in das dunkle Gesängnis einer Pappschachtel, die unsere Jäger mit sich führen An einem Steinhausen, der in der prallen Sonne liegt, wird eine Eidechse gesichtet Schnell hinterdrein! Schon zappelt sie in der Hand des rio#ers, da bricht ihr zum Glück der Schwanz ab. Diesmal kommt sie. wenn auch verstümmelt mit dem Leben davon Weniger Glück hat eine Ringelnatter. die über den besonnten Rasen eines Ufers dahinaleitet„O. eine Kreuzotter, eine Giftsch'ange. tont es. und ein Baumzweig sauft solange auf das Tier, bis es mit zerbrochener Wirbelsäule regungslos daliegt. In einem Wiesengelände stoßen unsere beiden Helden auf einen Teich. Schnell die Hosen aufgekremvelt und hinein in die kühle Flut! Das ist ein Pan'chen und Matschen durch den weichen Schlamm: so daß rechte Sommervergnügen für Jungens. Wenn nur nicht nebenbei die Fischerei betrieben würde Ein paar Molche wandern in eine Konservenbüchse, ebenso zwei Stichlinge. Auf dem Heimweg beschauen sich die beiden ihre Beute Die Molche hocken trübselig am Boden und schnappen sämmerlich nach Atemwasser. Den Fischen steht noch etwas Trauriges bevor. Auf der letzten Kirmes hat Fritz ein kleines Goldfischglas geDahinein werden sie gepfercht und auf die Fensterbank gestellt Die pralle Sonne scheint tägauf sie. immer rundherum müssen sie in in dem viel zu engen Glase schwimmen, bis der Tod sie von ihrem elenden Leben erlöst. Eltem, Leyrer und Jugendführer, Ihr haltet dieses Südenregister wohl für übertrieben. Ihr seid der Ansicht, daß solche Greueltaten bei euren Kindern nicht vorkommen Weit gefehlt! Auch gut erzogene Kinder, die schön grüßen, anklopfen und einen Diener machen können, verfallen leicht in undedachte Tierquälereien Wir dürfen aber nicht gleich einen Rückschluß auf Gefühlsarmut und Gemütsrohheit ziehen. Es handelt sich bei solcherlei Rohheitsdelikten meist um Befriedigung des Tatendranges. die ein Lustgefühl auslöst. Dies aber still hinnehmen und abwarten, bis sich der Trieb gelegt hat, hieße vor Kinde kapitulieren. Hier liegt ein große Betätigungsfeld, das Elternhaus und Schule gemeinsam bearbeiten können. Wat sieck de Lü vertell“ Ban Frik Linde. En kloren Bewies. Buer Uehlenbat was es en Düatmend sewiast un har do de Jesenbahne seihen. Frogger. ... sei nur wier heimeküömmet no'n Lingen, htat hei genaug te daun, dat hei d.an Buern dei Sake begrieplet maket. Owend füar Owend. S un Rule hei se uappen erietten, de Beisendieter, de Pumenbühl. de Gousepetter, de Knistbacker un mu se nit alle hetten un het am e wier Uehlenbat, wou ce bat bann noch inter eiptast met bian„esenbahne". „Ju- siett Uehlenbat,„do wao et eiste’ne groute Maschine, grotter at düöse Stuowe, do was Fuer inne un do waren dann en Stück af siewen acht Wagen ächter. Ja. un dann hiat dat Dinges eflöt, dan dampert un dann leip et dohiar. Schor, schnödder at me geiht, ok noch schnödder at en Piad loupen kann.... .„Jech well ink es wat sien“, siett Gousepeiter, „düöt gliüw' ieck noch nit. Niamet mienswiagen es twüntig Wagen un lat se vull Strouh. stialet se an— se dampet— jou! ower loupen— loupen daut sei dovan noch lange nit.“ Ower de Pillen.“ Dei kleine Gustav was en grouten Uendoucht un en Stialldeif. Einmol begiegnet iahme de Här Pastouer op der Stroote: „Nu Gustärken, wu es dat dann nu met die? Püste noch luter so undüönig? Hiaste ok noch keine Hauhner wier estuallen?" „Ganz gewiß nit. Här Pastouer!“ „Ok keine Göüse?“ „Neok keine Güöse!“ „Ok keine Duwen un Kaninen?“ „Siecker un gewiß nit, Här Pastouer, dei hew ieck ouk nit estuallen.“ „Nun“, siett de Här Pastouer,„dat sall dann guot sien. Do holt dieck dann ower ok ane.“— „Junge“, sagte dat kleine Gustävken nohtar tiegger sienen Frönd Albert.„ui was ieck die froh, dat hei mieck nit no Pillen freig.“ Pillen. Ein pan dian Lammerschen Buern küömmet es nom Dokter. Hei härt so arrig im Liewe. „Da muß ich Ihnen mal Pillen verschreiben“ siett de Dokter, geiht ant Schriewpult sitten un schriewet wat op en Wisch. „So.“ siett hei tiegger unsen Buern, alt hei orot es.„auf dies Rezept erhalten Sie in der Apotheke die Pillen. Morgens, mittags. abends je eine Pille. In drei Tagen wiederkommen.“ „Dei dumme Käl van Dokkor.“ siett de Buer. alt hei dobuten es,„wat sak diam Apotheker do noch e. Trovv Geld brängen. Jeck hewwe so selwer Pillen genaug teheime.“ Am andern Muargen maut sieck dei Doktor in in Dout verwündern, at hei dian Buern alt wier in diar Spriackstunne süht. "„Na.“ siett hei tiegger jahne,„da sind sie ja schon wieder. Ich hatte aber doch gesagt. in drei Tagen wiederkommen“ „Ja, ja, Här Doktor, dat kunnt Jat wuall sien — ower— wat dat met dian Pillen es. Här Doktor, dat es ower doch noch nit so einfach: dat geiht ower doch noch nit, ase wann me an de Kiarke pigget un läüpet dann wier...“ De Dokter begriepet nit. „Ja,“ siett unse Lammersche Buer,„muargens met diar eiesten Pille, dat ging ganz gout, middags met diar twedden Pille, do leit dat alt wahne no. Jat kunt mie gläüwen, Här Dokter, teck hewwe schwett. Gistern Owend ower, do kunn ieck ratschwiag nit meh. At ieck dat Dier half op har. do was et am Enge, ganz am Enge. Et mochte ower ok wual schan, dat Fleisch was nit richtig gar. Jeck glöüwe, dat miene Frau do son richtigen ollen Enterk'eschlachet har...“ „Dier, Enterk?“ stuattert de Doktor.„Ja, Mann. was haben Sie denn nun eigentlich eingenommen?“ „Pillen,“ siett de Buer,„Enten siett me alöüw' leck wual op houdütsch dertiegger. Wat soll ieck diam Apotheiker dat Geld füar de Pillen giewen: ieck hewwe dias Kromes jo selwer genaug teheime Lwer,“ siett hei un grifflachet do so unschüillig bie, „düot harnt doch ätwas te arrig'emaket, Här Dokter. Wei kann dann ok in einem Dage drei utgewassene Pillen jatten?“ Bünsels.* August ku nit viell. Et was nit so ganz richtig met jahme. Aepelschellen, Holthauen, Spezereikröme huallen in de Husholge un siesouwat— dat was so siene Arbet. „— un dann bräng ok noch en paar beschotene Rüötte(Muskatnüsse) met“, sagte siene Mama eines Dages tiegger jahne. at hei gerade wier no Reinekus mochte. Kröme huallen. Fief Stück beschotene Nüötte breig hei int Tütken. Op'm Heimwiage keik August es in dat Tütken, besog de Nüötte, rouk es dran un— beit ok es in eine. Do hiat hei ower'espuggen. Un wat där hei?— Hei brachte diam ollen Reinekus dei beschotenen Nüötte wier, schmeit se op de Teike und sagte:„Du,— du hias mie so Bünsels sedon!" * Verdorbene Haselnüsse nennt man im Plattdeutschen„Bünsels". -Krumm un strach, wo woßte brank“ „Rahlkopp, wat getht dieck dat an?“ „„Jechk sie noch nit so sane schuarn, At die de Aes es tauefruarn." o au Hott— Har— Brüneken! Aechter unsem Tüneken Do pläugt'en ohne Je un Plaug Un pläugt doch allen Lün genaug. Indnpz Et löt ase’ne Katte, Un jault ase’ne Katte, Hiat en Kopp ase’ne Katte, Hiat en Stiat ase’ne Katte Un es doch keine Katt“. Was es dat? Im Fröüjoahr witt as Schnei, Im Sommer gräun as Klei, Im Hiarwest rout un schwatt, Siegg es. wat es dat? Jeck hore wat un sog oh nix, Jeck greip derno un kreig ok nix. ui c Hattmann, Schwattmann! Hiat drei Knuan im Buk. n Mn Aechter usem Huse Do steiht'ne Fickfackfuse, Dei briennt do luter. Dag un Nacht Un briennt doch use Hus nit auf. u Wat hänget do an diar Wand Un giett einem jeden de Hand? Ppngubg Wat hänget do an diar Wand Un hiat sieck dian Rüggen verbrannt? Am Dage geiht et klivp un klapp. Det Nachts steiht“ an diar Däar un savpt. hnclenochk Tweibein sat ov Dreibein. Do kam Veierbein un woll Tweibein bieten Do nahm Tweibein dian Dreibein Un woll Veierbein domet schmieten. u u Pücr Fleisch un ächen Fleisch, In diar Midde Holt un Jesen. cuniich Et geiht üöwer de Brüggen Un hiat en Hus op'm Rüggen. S Hümpelken— Rümpelken ov diar Bank Hümpelken— Bimvelken unger diar Bank Un es kein Mann in Engeland Dei Hümpelken— Pümpelken koretern kann „„ 13 as ne Mirren as'en Klüngel, Aechen as'ne Schär. Nu ro es fähr. e Et küömmet te Viarre Un geiht te Faute. hh Et sat en Wiesken im Rsüimken Har en Jüngelken im Schkütken: Weit nit. was Jüngelkens Name was Mat Fünaelkens Name was. Mas sei vergiatten Jeck hem' et die dreimol esagt, Nu maust du et wietten. Et kam mat te schlieken Dürch'n düstern Siepen IIn saate:„Lü wjahrt mie die Hauhner Vüarm Rüen sie'k nit bange." Un De Rlinge son en Hasen loupen, De Lahme lein jahme no. De Naknigge stak’ne in de Rocktasche. n zun Jock sat on'm 7eben In Iuser mien R'sbaben: Dieastemeihlat soch Insere. Diostemeih at jat hesere. uan ssquzuud Verantwortlich: Ernst Lorenzen in Hagen. Druck und Verlag: Gustav Butz in Hagen. niean. L 135 Monakliche Beilage zur Hagener Zeitung Februar Freiher vom Stein und Johann Kaspar Harkort. Die Ständische Anleihe der Provinz Mark. Von Ado.f Helbig. Anno 1795— eingekeilt zwischen Gebieten an derer Staatshoheiten, merkte man in der Provinz Mark des Königreiches Preußen nicht gerade, daß sich große Dinge in der Welt vorbereiteten. Wohl war hin und wieder eine Kunde von der Fran zösischen Revolution in die geruhsame Provinz gedrungen. Wohl durchzogen französische Emigranten das stille Land: hier und da ließ sich ein Flüchtling nieder; aber alles das änderte nichts an dem Zustande der fleißigsten Provinz des Königreiches Hier befriedigte mehr der Rückblick auf feststehende, unerschütterliche Verhältnisse Die Arbeit und der damit eng im Zusammenhang stehende Handel ließ den emsigen Bewohnern der Mark nicht viel Zeit sich um die Welt da draußen zu kümmern. Aber trotz allem brückte die Sorge auf dieses Land. Die Kohle. sowie die Erzeugnisse der vielen kleinen Hütten= und Hammerwerke fanden schlechten Absatz Ein strenger Winter war ins Land gekommen und vergrößerte die Not der kleinen Leute.— An der Spitze der Provinz stand damals der Kammerpräsident Freiherr vom Stein Mit unermüdlichem Eifer hatte dieser tatkräftige Mann in die Geschichte der Provinz eingegriffen Schon als Oberbergrat des Obergerbamtes Wetter hatte er die wirtschaftlichen Belange des märkischen Landes gründlich studiert hatte durch eine Re vision des Bergregales den Kohlenbergbau ge hoben und war in umfassender Voraussicht mit den bedeutenden Bewohnern des Landes in persönliche Beziehungen getreten. Von seinem Amtssitz Hamm unternahm er Reisen ins Land und oft eilte sein Gefährt auf der berühmten Ennever Straße nach dem Süden, um dort nach dem Rechten zu sehen Auch den Kammerpräsidenten erfüllten die Verhält nisse der Mark mit großer Sorge Und so ist es nicht zu verwundern, daß er sich mit dem damals angesehensten Manne in Verbindung setzte, mit dem Fabrikanten Joh Kaspar Harkort. um der allgemeinen Not zu steuern Die Familie der Har kort besaß schon seit langem in der Westerbauern schaft bei Hagen für damalige Verhältnisse ansehnliche Hammerwerke— Mit Joh. Caspar Harkort setzte sich nunmehr Freiherr vom Stein in Verbindung. Harkort erhielt Neujahr 1795 von dem Sekretär des Präsidenten, Morsbach folgenden Brief:„An Höchstedelgebohrenden. insonders Hochzuehrenden Herrn Haarkort auf Haarkorten Der Hw. Cammerpräsident Freiherr vom Stein, so gestern hier angekommen und Vermuthlich Morgen wieder abreisen werden, tragen mir auf. Ew Höchstedelgeborenen zu ersuchen, sich hierher zu höchstdemselben zu bemühen, wenn es dero Gesundheits=Umständ= erlauben Wetter. iten Januar 1795 Die Zusammenkunft fand nicht statt. Die beabsichtigte Besprechung in Wetter hatte den Zweck über eine Anleihe von 20000 Reichstalern bei den begütertsten Bewohnern des Landes zu konferieren. In einem Schreiben des Freiherrn vom Stein in bezug auf die Anleihe heißt es u. a:„Es ist von Seithen der Stände zu einem ansehnlichen Korn Ankauf der Entschluß gefaßt worden. um dem zu befürchtenden Mangel entgegen zu arbeiten und auch die so hoch gestiegenen Preise Vielleicht wie der etwas herunter zu bringen. Zu diesem Ge schäfte ist ein sond von ppt 20000 rthlr erforder lich, welcher von einer der Le###beshaupt=Cassen ne gotiiret werden soll. Dieses Kapital wird vielleicht je nachdem die Umstände fallen nicht länger als ein Jahr dazu nötig seyn. 4 Prozent Zinsen werden voraus gesichert.“ In dem Antwortschreiben bedauert Harkort, daß er nicht in Wetter eintreffen könnte, um den Kammerpräsidenten vor seiner Abreise nach Hamm „die schuldige Aufwartung persöhnlich zu machen“ da er die Zeit dazu benutzt habe,„über das infrage stehende ständische Anlehn von 20 000 rthlr zum behuef des Kornkaufs einige Erkundigungen einzuziehen. In diesem Schreiben heißt es u. a weiter„daß die Nüzlichkeit des Unternehmens überall anerkannt genung sey. Man wünsche zu wissen: mit welcher Sicherheit dieses geschehen könne, wenn unvorhergesehene Umstände des Krieges dieser Unternehmung Gefahren aussetzen möchte,„Ich sollte denken, daß ein so mäßiges Capital in dieser Provinz ohne große Mühe aufzubringen seyn dürfte, wenn Anleiher nur einige Wahrscheinlichkeit vor sich sähen für den Franzosen sicher zu seyn, denn diese Besorgnis hat würklich die allgemeine Spannkraft sehr gelähmt Einn paar meiner Verwandten dürften sich auch leichtlich entschließen mit beyzutreten, das ist es aber auch alle was ich über den wahrscheinlichen Erfolg dieser Sache sagen kan, weil ich nicht weiß, wie weit bey den Uebrigen der gute Wille in beförderung einer höchst nützlichen Sache reichen mag, o viel ist aber gewiß, daß die Furcht für einem französischen Einfalle gelähmt hat, Höchstdieselben darf ich nicht erst bitten in der Sorge für die hiesige Provinz nicht zu ermüden denn die jetzige Umstände erheischen solche nur zu sehr und da weiß ich. werden Sie sie nicht verlassen.“ Unermüdlich wandte sich Harkort an die beguterten Familien, um die Anleihe zu ermöglichen. Mit Recht mag die Gefahr einer französischen Inoasion dazumal sehr groß gewesen sein Das Eingreisen der verbündeten Mächte zum Schutze des ranzösischen Königtums hatte nach der Kanonade von Valmy ein klägliches Ende gefunden. kurz, es Zeiten die infolge ihrer Unsicherheit zur Vorsicht und Sparsamkeit Veranlassung gaben Joh. Caspar Harkort erhielt Absagen. Vertrö stungen, und nur wenige erklärten sich nach einigem Zögern bereit, größere Summen Geldes zur Verfügung zu stellen. Interessant sind einige Briefe dieser Geldgeber an I. C. Harkort. Joh. Peter tSeinhaus aus Steinhaußen schreibt u a.: die Nachricht, die Sie von dem Herrn Präsidenten vom Stein erhalten haben. recht erfreulich ist, indem sich bemeldeter Herr noch scheint um das Elend unserer Provintz annehmen zu wollen. so muß ich Ihnen doch sagen, das das Capital unter Partikuliers schwerlich aufzubringen sey, denn im vorigen Jahr hatten wir nur ein Capital von 6000 rthlr vor unsere Bergleute aufzubringen, dieses setzte viele Schwierigkeiten, wurde aber doch mit vieler Mühe beysammen gebracht. da ich nun noch nicht weis, wie es in Ansehung unserer Bergleute vom Oberbergamte arrangiret wird, so kann ich über dero Antrag um Gelder vorzuschießen nicht bestimmen indem ich an der Nothdurft der Bergleute abzuhelsen verflichtet bin.— Chr. Moll aus Hagen bittet in seinem Schreiben um einige Aufklärungen. Es heißt da u. a.„Wenn Diejenigen, welche zum Kornankauf Gelder Darleihen, zugleich Intereßenten dieses Handels seyn sollen, so mag ich mit der Sache nichts zu thun haben und glaube gewißenhaft nicht darzu verbunden zu seyn, da ich durch eigenes Unternehmen auch jetzo schon etwas in dieser Absicht gethan habe usw.“ Im Auftrage des Freiherrn vom Stein dankt Kammerassessor Spener J. K Harkort für seine Mühe und erkundigt sich gleichzeitig nach der Summe, die er bisher zusammengebracht habe „Sicherheit für die Anleihe,“— so heißt es in dem Schreiben—„leistet das Land. welches natürlich die Gefahr der Unternehmung auf sich nimmt, indem ja der Creditor ohnmöglich dafür stehen kann, wenn der Debitor das von ihm geliehene Geld zu einer Unternehmung anwendet, die mißglückt und wir dahin sehen werden des Hofes Approbation über diese Anleihe benzubringen um die Anleiher gegen den Einwand., daß das Geld nicht zum Nutzen des Landes angewandt zu schützen.“ Dieses Schreiben von der Kammer in Hamm blieb nicht ohne Wirkung. Christian Moll aus Hagen zeichnete 480 rthlr. Pastor Dahlenkamp Hagen, ein Verwandter Harkorts. 750 rthlr; u. Fischer aus Stennert 360 rthlr: und Harkort selbst 100orthIr Berliner Courant. Die Anleihe war also nur sehr gering. Immerhin begann die Kammer mit den Ankauf des Getreides Assessor Spener meldete von Hamm, daß 2000 Scheffel Roggen in Lippstadt gekauft seien und bald weitere 5000 Scheffel folgen würden. die auf die Märkte Witten, Herdecke ubnd Langschede verteilt würden. Des weiteren teilt Spener mit, daß der König in „Reskipt seinen Konsens zur Aufnahme der 20 000 rthir gerne gegeben und den vatriotischen Entschluß der Stände sehr gerühmt hat. Indessen können wir mit dem Gelde nicht warten, da perieulum in mora ist und un die Stände unbedingt überlassen haben Mögte doch dieses Jahr unseren Zweck erreichen so sind wir geborgen. bekommen wir nichts mehr, sind wir verloren und ich sehe eine geheuren Volks und Gewerbs Verminderung der Provinz mit banger Gewißheit entgegen.“ Die Notlage des Landes war also sehr groß. J. K. Harkort hat nicht mehr als 2590 rthir zusammengebracht. Er schreibt nach Hamm wie man das Geld schicke„mit der Post und wer bezahlt das Portho? Unsererseits würde man sich darzu wohl nich verstehen und es auch freu hier wieder ausbezahlt verlangen, so wie auch in der Münzorte in der es von uns bezahlt wird, wir unserseits mogen mit Sechsern und Stübern nichts zu thun haben und werden in Cronenthaler bezahlt verlangen...Da unsere Stadt Hagen und die Enneperstraße des Korns so sehr bedürftig sind. könnten wir das nicht einen Teil zu Herdecke geliefert bekommen, was billiger ist?“ Aus den vergilbten Blättern ist nicht ersichtlich, ob weitere Gelder zuflossen. Sie erzählen uns aber genugsam von dem Wirken der beiden Männer, die damals die überraoenden Vole in der Provinz Mark waren. Der eine ward seinem bedrängten Vaterlande in der größten Not die einzigste Stütze, der andere starb, ehe das Mißgeschick ### Preußen und damit über seine Heimat hereinbrach. Seine Gattin aber, die Wittib Joh Caspar Harkort“, wie man sie in den Akten beP—#ielt auch wayrend der kranzösischen Herrschaft die Werke ihres Mannes in mustergültiger Weise in Ordnung Die Einführung eines Wegegeldes im Gerichte Volmarstein.“) 1766, 1781. gl. Jahre 1766 wurde mit aulem Nachdruchk auf Befehl des Königs Friedrich II. die Verbesserung der Wege in der Grafschaft Mark betrieben. Wie ernst dieses Werk dem Preußenkönig war, geht daraus hervor, daß selbst militärische Hilfe von dem Generalmajor von Holfferdorff in Hamm in Anspruch genommen wurde. Besonders wichtig war die Reparation der durch das Gericht Volmarstein nach dem Bergischen Lande gehenden Kohlenwege. Damit die so hergestellten Wege nicht wieder in Verfall kamen, wurde von den Fuhrleuten ein Wegegeld erhoben und mit diesem Wegegeld wurden die Wege im Stande gehalten. In dem Hochgericht Schwelm war auf diese Weise die Wegesache geregelt. Der Kriegs= und Domänenrat Liebrecht wachte darüber, daß all dieses ordentlich zuging. Das Gericht Volmarstein hatte zunächst diese Einrichtung nicht getroffen. Die Instandhaltung per Wege lag nach wie vor den Bauerschaften innerhalb des Gerichtes Volmarstein od. Aber auch hier plante man diese Neuerung zu treffen. Deshalb erschien am 14. April 1781 der Vorsteher der Grundschötteler Bauerschaft. Peter Peddinghaus. gleichzeitig auch in Vollmacht der Vorsteher der Bauerschaft Silschede, Espe. Asbeck. Wengern und Bommern, vor dem Landrat von Maltik. der auf Rockoltz saß, um hier die Wünsche dieser Bauerschaft vorzutragen. Die Wege sollten, wie es der Kriegs= und Domänenrat Liebrecht verlangte. in Stand gesetzt und dann Wegegeld erhoben werden. Peter Beddinohaus, der Vorsteher der Grundschötteler Bauernschaft. legte die Vollmacht, die er von den anderen Bauernschaften erhalten hatte. vor. Diese Bauerschaften glaubten, daß sie in Zukunft keine segerepäratur mehr vorzunehmen hätten, wenn orst das Wegegeld eingeführt wäre. Schon am 9. September 1780 hatten diese Bauerschaften eine Eingabe an den König von Preußen gemacht, die folgenden Wortlaut hatte: Allerdurchlauchtigster. Großmächtigster König, Allergnädigster König und Herr! Im gantzen Hochaericht Schwelm werden die Wege auf Rechnung Seiner Königl. Majestät durch den Herrn Krieges=Rath Liebrecht im Stand gesetzt, und unterhalten, und wird dagegen ein leidliches Wegaeld von denen Fuhrleuten bezahlet. Dieses gereichet zur allgemeinen Zufriedenheit, und ist eine der schänsten Ordnungen des Landes, da die Fuhrleute daselbst nun weit besser als jemals fortkommen können. Im Gericht Vollmarstein aber ist dieses noch nicht eingeführet, sondern die Eingesessenen müssen die Reparation der Wege selbst übernehmen. die ) D i e A r b e i t b e r u h t a u f d e m S t u d i u m v o n Akten, die von dem Geheimen Staatsarchiv in Berlin=Dahlem in freundlicher Weise zur Verfügung gestellt waren. „ Sscer pbE. K“.“ 9— %g A 8 S# JxSS SESSES ES S## WrSS SocEES S. ZO SRLT UIIETES uE GS JEE ganE.E 5e a• B* B 2e2. SOSS E 5 S•2 S 2•8L OUhIEOE S 55-—SSuHSS. E 9·.5E Sr a Bo 075 —,, Gogo“nEöan.SPgE na XEFDORONE -Uu B0S,“SISUIERSSOTN EOMgOERNATTSD AegHyeuEeölEE SSOESSDSEESS SEER• SUSATETZUEUE GEESSS„SPSDESSEG S—WROEEOPDSPEE G 2—5 — — *— *•OUTUS2 " GaE 8—* □ ————— 9 S 0— **—— O □ —— G S S. E S- 2 ESEEEG-SC UH• T O 6.— 1 0— • LOSTEE OEGODS. = 8 S# 22.— 9a* UEcu.-.E—E S• EORTBHUE BUEEESS CE0T9A T 95—.*“ ,.• 5 . B#EgegüTon„Eg5LAGES D%"ELGEPSGGS S STMSSG B-LSSESS S„T LSSPSDSESSSS Ss SESSSSSSS-EE GESSSSSRE Z.G 3 •OUE ——••5 = S g„EE à G SE* R-T -— „ 00 F.( 5 * 9 2 - 2* S" □ E„„ 2„ A B——• g BSETOSEUT A S——.8• • EEE .e g* G°g-P%eE 4—„ ———— *——.„— U—* * Gn—— 6—.— 0— 2 ———"„„ 2 4 ***—„* 0—•— E 5„MSELRO• □ 5 So#s- SSpFEEE 5„%% " 9— E—„*— „VEEE- HCETCSTEE E—EüWUE „EEE-,OEa G•BASDUSSrGEEGPGES —- e 60 ML* SOgTAEOISOST E -SanmSPET —.— *" G•— 2•— SEE S S 3. BSS Kunnes berüber in notorio, baß in diesem G eiels verschuldete und ruinierte Höfe llegen, die nicht einmal ihre Höfe cultivieren können, sondern wüste liegen lassen müssen: Da nun diese ihre eigenen Höfe nicht bearbeiten können, wie viel weniger sind dieselbe zur Wege Arbeit anzustrengen oder uurch Executions Mittel anzuweisen, besonders, da diese durch die starke Kohlenpassage eine besondere und Reparatur erfordern, die Vorstehern aber selbst und durch Kinder, so allenfalls dazu abgeschicket werden, darzu nicht capable sind. Da nun das Gericht Vollmarstein zunächst an das Hochgericht Schwelm angräntzet, und damit verbunden ist, indem es unter den Schwelmschen Receptur=Distriet mit gehöret. So gelanget an Ew. Königl. Majst. unsere einmüthige alleruntertänigste Bitte, allerhöchst dieselben wollen allergnädigst geruhen, die in Standsetzung und Unterhaltung der durch das Gericht Vollmarstein gehenden Haupt=Wege, als von Witten, bis an den Schmantbruch und auf Heubing desgleich von Witten bis nach Hiddinghausen, so dann den Weg. welcher über die Hinnenbecke bis gegen Merchlinghousen gehet, welche alle durchs Hochgericht Schwelm lauffen. und mit denselben Wegen verbunden sind, dem Krieges=Rath Liebrecht In Schwelm, auf eben den Fuß, wie die Wege im Hochgericht gegen Bezahlung eines leidlichen Wegengeldes aufzutragen. Wir zweiseln allerunterthänigst nicht. Ew. M werden unsere zum Allerhöchsten Interesse sowohl als zum Allgemeinen Besten bezweckende Bitte in Allerhöchsten Gnaden erhören: und dieserhalb an Wohlgemelten Herrn Krieges=Rath Liebrecht die nötige Verfügung erlassen, allenfalls desselben Bericht erfordern. Wogegen wir ersterben E. Königl. Majest. Im Namen des Gerichtes Peter Peddinghaus, Bevollmächtiger. Vollmarstein, den 9. Septbr. 1780. Diese Eingabe an den preußischen König war. wie die Unterschrift zeigt. im Auftrage des gesamten Gerichts Volmarstein gemacht. Sväter indessen löste sich eine Bauerschaft von diesem gemeinsamen Vorgehen los, das war die Berger Bauerschaft. Am 14. Avril 1781 erschien vor dem Landrat von Maltitz auf Rocholtz Peter Caspar Große Berckenberg. der Vorsteher Bauerschaft. und erklärte, daß sich die Beerbte seiner Bauerschaft auf keine Weise darauf einlassen bönnten. die Megesache gegen ein einzuführenden geld dem Krieas= und Domänenrat Liebrecht überlassen könnten. Die Landstraße. die durch diese Bauerschaft einge und X Stunde sang wäre. sei eine äffentliche Landstraße, die sowieso durch öffentliche Mittel in Stand zu halten sei. Ana diesem Grunde sehnte die Berger Bouernschaft jede Verantwortung für die Wegesache ab. Die Märhische Kriegs= und Dowänon-KammerDevutation berichtet in einem Schreiben nom Juni 1782 in diesem Sinn= an den König in Perlin. Es mird in diesem Schreiben die Ein führung des Mogegeldes befürmartet, da einea Theils es den Bouerschaften zu beschmerlich falle die Landstratzen. Kohlen= und Dorfschaftamege in gehärigen Stande zu erhalten. ondern Theila die Fuhrleute das Mogegeld gern bezahlen mürden menn die Nege tüchtig repariert und unterhalten würden. indem sie oledann mehr aufloden und geschminder fortkommen könnten“. Die Bauern das Gerichts Nolwarsteins ander der Bovernschaft Berge hatten sich auch willig erklärt, die Mege vor erst nach dem Verlangen des Krieosrats Liebrecht solide zu bessern. Durch eine Verfügung vom 1. Juli 1781 wird gemäß dem Antrag der Märkischen Kriega= und Domänenkammer die Sache entschieden. Die Sache wird genau so geregelt, wie es schon im Hochaericht Schmelm der Fall war. Merkwürdigermeise wird dobei die Bauerschaft Berae nicht mit eingeschlassen. Ein Beweis, wie ernst der Miderspruch einer kleinen Bauerschaft damals genommen wurde. Dr. Adolf Sellmann. Eckernförde durch das Feuer zweier Strandbatte rien das Linienschiff„Christian VIII.“ und die Fregatte„Gesion". Leider mußten die tapseren Schleswig=Holsteiner zuletzt doch ihr Bemühen aufgeben, da sie durch das Eingreisen der damaligen Großmächte sich der dänischen Regierung unter ordnen mußten. Unsere heimische Kaufmannschaft bekam aus Anlaß dieses Freiheitskampfes Aufträge aller Art und vermittelte u. a. auch größere Pulvertransporte, die einem auswärtigen Konkurrenten derartig schmerzhaft zu Kopf gestiegen waren, daß er sich durch folgenden Erguß im„Hellweger Boten" am 18. 4. 1849 Linderung zu verschaffen suchte:„Meschede, 6. April. Guten Nachrichten zufolge sind bedeutende Pulver=Transporte aus Westfalen für die Dänen im Betriebe. Müssen diese nicht nach Möglichkeit verhindert werden? Es sollen unter anderen namentlich aus der Pulver mühle von Carthaus im Tal Gummersbach circa 300 Centner nach Vörde bei Schwelm an F. W. Lohmann zur Weiterspedition bereits verladen und aus den Pulvermühlen von Kramer=Sohn in Rönsahl von Milchsack und Komp. in Rönbrecht bei Siegburg und Göbel in Breckerfeld ebenfalls in diesen Tagen 800 Centner Pulver bereits direkt nach Hamburg abgefahren sein. Bis Ende d. M. ist ferner dem Vernehmen nach die Ablieferungszeit für die Bestimmungsorte bedungen worden, und zwar aus einem Handlungshause in Rendsburg unter dem Vorgeben, das Pulver sei für Schleswig=Holstein bestimmt. Aus den jetzt wieder eingegangenen Nachbestellungen soll aber nun unzweifelhaft hervorgehen, daß den Dänen das Pulver zugesandt wird. Nachfrage wird mindestens Pflicht sein.“— Eine geradezu glänzende Abfuhr erhielt dieser Anonymus bereits in der nächsten Nummer des„Hellweger Boten“ in Form folgender Entgegnung:„Zur Beruhigung des patriotischen Gewissens des anonymen Herrn aus Meschede in Nr. 31 d. Bl. und um ihm weitere Nachfragen zu ersparen, diene ihm hiermit zur Nachricht, daß die von ihm aufgespürten Pulverlieferungen wirklich für die Dänen bestimmt sind, daß die Schleswigwig=Holsteiner Armee die Spedition des Pulvers sowohl wie des entsprechenden Quantums Blei und Eisen übernommen hat, daß ferner bereits ein Teil abgeliefert ist und die Quittungen darüber im Eckenförder Hafen von jedem in Augenschein genommen werden können.— Schließlich geben wir dem anonymen Herrn aus Meschede noch den wohlgemeinten Rat. künftig nicht wieder solchen Unsinn und solche unmotivierte Verdächtigungen in die Welt zu schicken, wenn er auch bei fernerer Verteilung von Aufträgen leer ausgehen sollte. Voerde, den 14. April 1849. F. W. Lohmann.“ Vermutlich haben die Dänen bei Eckernförde einen Teil der genannten Pulvermenge mit dem entsprechenden Quantum Blei und Eisen übernehmen wollen. Wie freudig die Schleswig=Holsteiner dieser verständlichen dänischen Absicht entgegen kamen, erhellt aus der Tatsache, daß sie den dänischen Schiffen von den Lohmannschen Lieferungen schon Proben zuschickten, bevor sie den Strand erreichten. Leider waren die Schiffe dieser Art von Pulver= und Blei=Uebernahme nicht gewachsen, so daß zwei Schiffe„verunglückten“ und die übrigen auf weitere Uebernahme„verzichteten“. Wie das Ennevetal vor 80 Jahren am schleswig-holsteinischen Befreiungskampfe keilnahm. Von Julius Büscher. Schwer kämpften Schleswig und Holstein in den Jahren 1848—1851 um ihre Unabhängigkeit. Das beutegierige Dänemark wollte die beiden damaligen Herzogtümer für sich haben. Viele preuzische, sächsische, bayerische und nassauische Soldakamen den Schwerbegrängten zu Hilfe. Und Das Tribunal in Hagen(1812). (Schluß). Dieser Brief des Schwelmer Bürgermeisters zeigt deutlich, daß auch andern Städten des Ruhrdepartemens viel daran lag. daß Hagen der Sitz des Tribunals wurde. Schließlich ist auch dementsprechend vom Minister des Innern und der Justiz des Großherzogtums Berg, der in Düsseldort seinen Sitz hatte, entschieden worden. Hagen wurde an der Wende des Jahres 1811/12 zum Sitz des Tribunals des Ruhrdepartements ernannt. Am 8. Januar schreibt Maire Dahlenkamp sein Dankschreiben an seine Excellenz dem Herrn Minister des Innern und der Justiz: „Ew. Excellenz werden es gnädigst erlauben, daß ich im Namen der mir anvertrauten Mairie Ihnen den innigsten Dank dafür abstatten, daß dieselben Hagen zum Sitz des Tribunals erwählt haben. War diese Angelegenheit für unsern Ort sonst schon von großer Wichtigkeit, dann ist sie jetzt von weit größerer, da die gänzliche Stockung unserer Fabricken so manche Nahrungsquelle verstopft. Jetzt, wo die bedeutendsten Fabrikanten Ihre Fabrick theils sehr beschränken, theils aufgeben, wo Kaufleute und Arbeiter gezwungen sind, auszuwandern, jetzt werden diese Verhältnisse für uns doppelt drückend und es wird den Bewohnern unseres Ortes sehr schwer werden, die mannigfaltigen mit der Lage desselben verbundenen Lasten zu tragen, die unsere Nachbarn gar nicht kennen, wenn das Tribunal nicht als wenn das Tribunal und seine Mitglieder hier kein Unterkommen finden könnten, ganz unbegründet sind.— Schon ist für die Sitzungen des Tribunals ein sehr schöner Saal ausgemittelt und die meisten neuen Beamten haben gute und in der Regel billige Wohnungen gemiethet. Wenn einzelne ihren Zweck auch nicht erreicht haben, so hat das theils in ihrem eigenen Benehmen theils in dem Eindruck— den eine ungewohnte, große Erwartungen errégende Erscheinung, auf kurzsichtige, eigennützige Menschen macht, seinen Grund. Der Verständige weiß aber daß das Unterbringen von zehn, meist unverheiratheten Beamten eine Kleinigkeit ist, und daß es sehr bald, so bald das erste Drängen vorüber ist, mehr Vermiether als Miether geben wird, Ich bin wenigstens überzeugt, daß schon jetzt die meisten und bald alle neue Beamte, es Ew. Excellenz Danck wissen werden, daß Sie unseren Ansprüchen, die nur Nebenabsichten und Vortheilichkeit bestreiten konnten. Gerechtigkeit haben widerfahren lassen. Gern werde ich meinerseits denjenigen, die mit ihrer Einmiethung hieselbst nicht fertig werden können, und sich an mich wenden, behülflich sein, und die Hindernisse aus dem Wege räumen. Indem ich Ew. Excellenz meine Mairie dem ferneren Wohlwollen von Ew. Excellenz angelegentlichst empfehle, bezeuge ich Ihnen meine ausgezeichnete Verehrung und Ergebenheit.“(D). Es ist nun doch in Hagen wegen der Wohnunsen für die neuen Tribunalbeamten zu Schwierigkeiten gekommen. Wir haben ein Verzeichnis der neuen Beamten, die damals in Hagen Wohnung fanden und deshalb Mietkontrakte mit Hagener Bürgern schlossen. Es wohnten: 1. Herr Präsident Wiesner bei Herrn Rentmeister Ueberhorst: 2. Herr Procureur Jacobi bei Avoué(Anwalt) Hücking, wo auch ein Saal für das Tribunalgericht zur Verfügung stand; 3. Herr Richter Hülshof, ebenfalls bei Rentmeister Ueberhorst: 4. Herr Richter von Brause bei der Witwe Rahlenbeck; 5. Herr Avoué(Anwalt) Heinsmann bei Gerichtsschreiber Barmann: 6. Herr Avoué(Anwalt) Overbeck bei Neuhaus. 7. Herr Linsberg bei Kipper. Schwierigkeiten machte die Unterbringung des Procureers von Borries nebst dessen Avoué Lecke und dessen Greffier(Gerichtsschreiber) Berger. Herr von Borries hat sich dann noch beim Herrn Justizminister in Düsseldorf darüber beklagt, daß er bei der Miete übers Ohr gehauen sei. Er sollte 300 Thaler jährlich Miete bezahlen. Die feierliche Installation des Tribunals fand am 8. Februar 1812 statt. an der auch die Herren Beigeordneten und Munizipalräte Schlickum, Friedrich Schaberg, Johann Hendrich Sonderhoff teilnahmen. Johann Dietrich Post, der auch Munizipalrat war, war an diesem Tage verhindert. Das Tribunalgericht zu Hagen bekam sofort harte und schwere Arbeit; denn die Not der Zeit war damals sehr groß und stieg noch weiter und das Gericht konnte damals der unsicheren Heeresflüchtigen und der Schmugglerbanden(besonders Tabak und Salz) kaum Herr werden. Infolgedessen machte auch gleich die Frage des Gefängnisses in hagen Schwierigkeiten. Für die schweren Verrecher wurden die Kellerräume unter der Hagener Gendarmeriekaserne eingerichtet. Herr Architek Wilhelm Tappe reichte einen Kostenanschlag ür dieses vorläufig einzurichtende Gefängnis ein, der sich auf 96 Reichsthaler 57 Stüber belief. ROCURZUR beSR TRIBUNALS 2 HAGEN — Man hatte noch nichts Endgültiges in Hagen einrichten können, als der Zusammenbruch der ranzösischen Herrschaft, auch in Westdeutschland ofort nach der Schlacht bei Leipzig Oktober 1813 intrat. Als die Neuordnung der Gerichte durch Preußen im Verlauf des Jahres 1814 erfolgte, mußte Bürgermeister Dahlenkamp erneut darum kämpfen, daß Hagen der Sitz eines größeren bzw. des Landgerichts blieb. Aber auch dieser Kampf ist bekanntlich für Hagen erfolgreich gewesen. *— — besonders gerne auch unter den Muslünbern in sein Land zog, #### auch Deutsche in sor.—— um es der abendländischen Kultur zu erschließen so setzten seine Nachfolger diese Praxis fort, bis auf Elisabeth, die dem„Fremdenregiment“ ein Ende machte. Unter den führenden Männern im 18. Jahrhundert finden wir auch Westfalen und Niedersachsen. Ein Westfale war Ostermann, der Sohn eines evgl. Predigers in Bochum, welcher unter der Kaiserin Anna Iwanowna von 1730—1740 dem kaiserlichen Kabinett angehörte und in den Grafen. stand erhoben wurde. Mit ihm gehörte zum Kainett der General von Münnich, ein Niedersachse aus Oldenburg, der im spanischen Erbfolgekrieg in russischen Diensten gewesen war und in Rußland zum General=Feldmarschall emporstieg. Beide behaupteten sich auch nach dem Tode der Kaiserin Anna in ihrem Amte, als Anne Karlowna Regentin für ihren kleinen Sohn, den Kaiser Iwan III. war. Münnich aber nam im Mai 1741 seinen Abschied, weil er in der auswärtigen Politik anderen Sinnes als Ostermann und die Regentin war. Schon vorher hatte er sich unbeliebt gemacht, indem er gegen die anderen Kabinettsmitglieder und so. gar gegen die Regentin einen hochfahrenden Ton annahm. Die Zwietracht kam zum Ausbruch, als es sich darum handelte, welche Politik man in den schlesischen Kriegen einschlagen sollte. Münnich betrieb mit allem Eifer den Abschluß eines Bündnisses mit Friedrich II. von Preußen, während die Regentin und Ostermann aus eine Verbindung mit Oesterreich hinwirkten Münnich forderte deshalb seinen Abschied. in der Meinung, daß ihm dieser wegen seiner Unentbehrlichkeit nicht bewilligt werde und daß er seinen Willen durchsetzen könne. Aber die Regentin ent ließ ihn ohne Bedenken. Dies schlug freilich zu ihrem Verderben aus; denn Münnich war es, der bisher die Schritte ihrer Feindin, der Großfürstin Elisabeth mißtrauisch beobachtet hatte und ent schlossen war, sie durch Verbannung in ein Kloster unschädlich zu machen. Seine Entfernung aus der Regierung und die Arglosigkeit der Regentin erleichterten es der Elisabeth. ihr kühnes Wagnis zu unternehmen. Es war eine Verschwörung gegen die bisherige Regierung, die schon von dem französischen Gesandten vorbereitet war. Der eigentliche Anstifter aber war der Leibarzt Lestocg. Auch in ihm finden wir einen Niedersachsen aus Hannover. Dorthin war sein Vater als reformierter Flüchtling 1692 aus Frankreich gekommen und hatte sich daselbst als Wundarzt niedergelassen. Auch sein Sohn erlernte diese Kunst und begab sich 1713 nach Petersburg, wo die Kaiserin Katharina ihn zum Leibarzt ihrer Tochter ernannte. Schon 1730 nach dem Tode Peters II. bot er ihr seine Dienste an, falls sie den Kaiserthron besteigen wollte, fand aber damals kein Gehör, da Elisabeth keine Lust zum regieren hatte, sondern sich auszuleben gedachte. Erst 11 Jahre später, 1741, als sich die Großfürstin durch die Vorsicht und Energie von Münnich bedroht sah war sie bereit, auf die Vorschläge Lestocgs einzugehen. Und als er eines Morgens in seiner Eigenschaft als Leibarzt in ihr Zimmer trat, zeigte er ihr ein Kartenblatt, auf dessen einer Seite er ihr Bild mit der Kaiserkrone, auf der anderen mit einem Nonnenschleier gezeichnet hatte, und sagte:„Wählen Sie! Die Möglichkeit der Wahl hängt von diesem Augenblick ab.“ Da entschied sich Elisabeth für die Kaiserkrone, und in der Nacht vom 5.—6. Dezember 1741 fand der Staatsstreich statt, durch den die alte Regierung gestürzt und Eiisabeth auf den Thron gesetzt wurde. Der unglückliche kleine Kaiser wurde nach Schlüsselburg gebracht, wo er im Kerker 1764 ermordet wurde. Seine Eltern, die Regentin mit ihrem Manne, dem Herzog Ulrich von Braunschweig, wurden nach Sibirien verbannt wo sie beide starben. Graf Ostermann und General von Münnich, wurden als Staatsverbrecher zum Tode verurteilt und erst auf dem Blutgerüst zur Vrbannung nach Sibirien begnadigt, wo Ostermann starb, während Münnich nach 20 Jahren von Peter III. zurückgerufen wurde, der ihn zum Direktor der Ostseeäfen ernannte. Lestocg erntete von seiner Gönnerin Elisabeth reichen Lohn. Sie ernannte ihn zum Geheimarzt und Letter sämtlicher medizinischer Anstalten und ließ ihn durch den König von Polen in den Grafenstand erheben.— Aber noch zwei andere Westfalen haben damals am Hofe eine Rolle gespielt, zwei Frauen, die zwar in Livland geboren waren, aber aus einem alten westfälischen Adelsgeschlecht stammten, dessen Vorfahren einst von Mengede nach Livland gezogen und in den livländischen Ritterorden eingetreten waren, Juliane und Aurora von Mengden(Mengede). Und das ist nun das Befremdliche, daß beide Schwestern in ganz verschiedenen, ja entgegengesetzten Lagern sich befanden: Aurora als die Gattin des Grafen Lestocg und Juliane als Hosdame der Regentin Anna Karlowna auf der Gegenseite. Juliane mußte das Schicksal ihrer Gönnerin teilen, wie sie vorher Macht und Einfluß mit ihr geteilt hatte. Sie wurde nach Oraniendurg ins Gefängnis gebracht, wo sie 25 Jahre bleiden mußte, bis sie auf Fürwohnen „. Hoxen wir nun zum Schluß, wie Rlehl in seiner Novelle„Trost um Trost" das Auf und Ab ihres Lebenslauses beschreibt:„Der Roman ihres Lebens läßt sich kurz fassen: Mit 17 Jahren war Juliane von Mengden als Hoffräulein der Kaiserin Anna, der Bruderstochter Peter des Großen, in den Zarenpalast nach Petersburg gekommen. Als diese Fürstin starb, begann eine kurze aber höchst abenteuerliche Episode der russischen Geschichte, welche zugleich die Katastrophe von Julianes Leben in sich schließen sollte. Der neue Kaiser Iwan war gerade zwei Monate alt, als man ihn als Zaren begrüßte, und nach einem Lebensjahre sollte er schon wieder im Kerker verschwinden. Während der kurzen Zeit, in der dieses Kind vom Schimmer der Krone umstrahlt war, führte sein? Mutter die Regentschaft. Juliane stand bei ihr in der höchsten Gunst, wurde mit Gütern fürstlich beschenkt und besaß einen Einfluß, welchen man in der Hofsprache „allmächtig" nennt. Aber diese Herrlichkeit dauerte genau so lange wie die Regentschaft. In jener stürmischen Winternacht 1741 kam die geplante Revolution des Lestocg und der Elisabeth zum Ausbruch. 300 Gardegrenadiere genügten, die Regentlchaft zu stürzen. Anna und ihr Gemahl wurden aus ihren Betten, Iwan aus der Wiege in den Kerker geschleppt, und ihre Getreuen hatten kein besseres Schicksal. 25 Jahre mußte Juliane von Menden ihre Jugend und Kraft in den Ker kermauern verkümmern sehen, und als sie aus dem Kerker befreit wurde, war sie zwar erst 50 Jahre alt, aber doch schon eine Greisin." Stenger. Die Familie„Ing“. Etymologische Plauderei. Von Ernst Wendroth. Halten wir Umschau in Deutschlands Gauen, so fallen uns, unter anderen, Orte mit der Endung „ingen“ auf, die über große Strecken des Reiches zerstreut, in einzelnen Gebieten häusiger auftreten. Nicht nur im Süden, sondern auch im Norden sind lie zu finden. Stoßen wir in Hannover und Braun chweig auf Beddingen, Gleidingen, Kneitlingen, (Geburtsort von Till Eulenspiegel), Lauingen, Rüningen, Schöningen, Uefingen und Weferlingen, o in Süddeutschland auf Gemmingen, Hechingen, Reutlingen(Eberhard der Greiner), Säckingen (wo Scheffels Trompeter weilte), Sigmaringen und Tübingen. Zwischendurch erscheinen sie sporadenhaft. Ich nenne die Universitätsstadt Göttingen, die alte Stadt Meiningen; im Ruhrgebiet Hattingen und Heisingen; am Rhein Uerdingen und Bingen; schließlich die bekannten Weinorte Winningen und Zeltingen. Sogar ein deutscher Staat„Thüringen“ gehört in diese Reihe. Er ist nach dem alten germanischen Volksstamm der Thüringer oder Hermunduren getauft. Der vielorts noch auftretende Personenname„Döring“ wird davon abgeleitet. Betrachten wir nun die Familiennamen mit der Endsilbe„ing“, so können wir feststellen, daß viele von ihnen auf deutsche Orte hindeuten, für die meisten jedoch solche nicht zu finden sind, sei es, daß sie niemals bestanden haben, sei es, daß sie zerstört und verschwunden sind. Maßen in fast allen Städten Familiennamen mit der Endsilbe„ing“ auftreten, sind ihre Träger oder deren Vorfahren als Zugewanderte anzusehen. Am häufigsten treten solche Namen in der Provinz Westfalen auf, wo heute noch die Bauern auf Bauernschaften verteilt, zerstreut auf einzelnen Kotten hausen.(Vergl. meine Aufsätze über alte westfälische Siedelungen). „Ing“ bedeutet eigentlich Geschlecht, Sippe, Besitz, Erbe. Der Namensträger ist Grundbesitzer, wenn auch oft nur in bescheidenem Maße. Der Besitz erbte sich von Geschlecht zu Geschlecht fort. Zahlreiche Nachkommen schieden als überzählig aus und verließen die Wohnplätze, um sich anderswo anzusiedeln sofern sie noch Platz fanden, oder in den festen Plätzen(Ortschaften, Flecken. Städten) einem anderen Berufe nachzugehen. Noch heutzutage nennt man den Stammhalter den Erstling. Zwillinge und Drillinge zeigen den Familienzuwachs an. Gerade an diesen Namen kann man die Bedeutung„Geschlecht" für„Ing“ feststellen. Der Erste, der Zweite. der Dritte in der Geschlechtsfolge. Von den etwa 800 nur behannten Namen auf „ing“ will ich nun einige besprechen. Zum Grundwort ing=Geschlecht, tritt zur Unterscheidung stets eine charakterische Silbe. Diese Silben deuten teils Vornamen. teil Ortsbegriffe an, letztere aus der Lage, der Umgebung des Kottens kurz und treffend gewählt. Hof und Eigentümer erhielten damit die Bezeichnung, den Namen. Alte deutsche Namen tauchen auf. Von Arnold(adlerkühn) stammen„Arning",„Ernsting"“, „Nolting“, während„Attig“, wie Attinghausen(bekannt aus Wilhelm Tell) das Grundwort„Vater“ Besitzee(Höhenrücken) „#nere an Hoheneggelsen bei ung; geht auf Andreas oder aus die„Trift": vergleiche Andreis, Andriesen, Dresen, Dresbeimdicke. Wenn ich„Gebing",„Gehring",„Gerlug" und „Götting“ anführe, denke ich an Gebhard, Gerhard, Gottfried und erinnere an die Stadt Göttingen und den Ort Gerlingsen. Ein Professor der ehemaligen Universitätsstadt Helmstedt, namens„Konring“ hieß besser Konrad. Sofern„Kolping", Klasing",„Colling“ von Nikolaus abzuleiten sind, stammen„Mahring",„Mehring",„Möhring" und„Mensing“ von Meinhard „Reining“ von Reinhard und„Theissing",„Thiemig",„Thöring",„Tilling“ von Dietrich und Theoderich oder Theodor. Nicht von der Hand zu weisen waren Deutungen auf die Lage bei„Mahring".„Mehring",„Möhring“(Kotten am Wasser) und von„Thieming“ auf Thimotheus; vergl. „Marwede" und„Mehrdorf". Orte in Hannover. Franz von Sickingen"(es gibt in Westfalen noch manche Familie Sicking) führt den„Sigfrid“ in sich; man kann auch bei den westfälischen Namen auf die Lage im„Sik“ auf„feuchte Niederung“ schließen, wie die Orte Ellersick und Sickte andeuten. Otto, Walther und Wilhelm findet man in „Oetteking“,„Waltering" und„Wilkering". Otto von Odvaker trägt das Grundwort uordal= besitz; Oetteking ist also eine unbeabsichtigte Tandologie Wilkering enthält die Verkleinerung„be“, zeigt den Sohn an.„Jorling“ und„Görling" bergen den Namen Georg, der aus dem griechischen stammt und„Landwirt" bedeutet, während die Evangelisten Johannes durch„Janning“ und Matthäus durch„Metting" und Metzing" vertreten sind. Die in Ortsnamen vertretene Silbe„mett" (vergl. Mettman) bedeutet Mitte oder Sammelplatz, während die Silbe„metz“ in vielen Berufsnamen, wie Steinmetz oder Metzger auftritt. Wolfhart, verstümmelt in Wohlfahrt ist Grundwort zu„Wülsing", wie der Ort Wülfinghausen anzeigt, was auch das Raubtier Wolf und dessen Vorkommen andeuten kann. Gehen wir nun zu den Ortsnamen über, so haben wir dabei die gleichen Erscheinungen wie bei den Familien„Mann“ und Meier“(vergl. meine Abhandlungen darüber). Auch hier Namensbildungen nach Lage des Besitzes. Busch und Wald, Bach und Born, Weide und Wiese, Hügel und Tal usw. sind die Grundworte. Lagen die Kotten am Bach, Quell, am Wasser insgemein, so wählte man Namen wie„Ahlering“(vergl. Ahlen in Westfalen), „Becking“(vergl. Beckum=Bachheim in Westfalen), Börning“(vergl. Vornum=Quellenheim in Hannover),„Epping",„Ehfing",„Nieling" und„Welsing"; auch„Eiterig“ gehört hierher, denn„itter“ bedeutet„poltern", wie ein Gebirgsbach. Im „Bruch“ saßen die„Bräkeling" und„Bröckeling" — ich erinnere an Brake und Brakel in Westfalen und Ellenbrok=Erlenbruch. Auf fruchtbarer Ebene lagen die Kotten von„Börding".„Fehling", „Kamping“. Als Busch= und Wald siedler treten„Assing“ und„Essing",(vergl. Asse einen Höhenzug bei Braunschweig), deuten auf„Esche": Ellering(Erle); Bücking(Buche); Eyking(Eiche; Bussing. Büsking (Busch): Föhring(Kiefer); Hessing, Hülsing, Hörsting, Hölting, Waling und Witting(uschwald) auf. Ich erinnere an: Droste=Hülshoff(hülse=ilexstecheiche): Horst=Emscher; Walsum. Wittenberg. „Benting",„Wessing",„Wissing",„Weissing“ waren Herdenbesitzer auf Weiden und Wiesen. Ich erinnere an den Zeitgenonsen des Götz von Berlichingen, den Weislingen. Es gibt auch einen Schmetterling namens Weißling, der nach der Farbe benannt wurde. Jeder suchte sich den ihm am besten scheinenden Platz aus oder nahm, was ihm durch das Los zufiel, oder was man ihm übrig ließ. Daher Bölting“ und„Hüing“ am„Hügel“(es gibt in Mitteldeutschland einen Höhenzug Hup),„Dahling“ und„Hellwig" im Tal, am Rande des Waldes hauste„Breming“(vergl. Bremen bei Minden a. . Weser):„Brügging" wohnte an der Brücke, wie Gehling" im seuchten Grund(vergl. Gelsenkirchen) und„Gosing“ auf der Geest. Die Heidewohner sind vertreten durch„Heitling“ und Hidding“(vergl. Hiddingsel bei Buldern). Man friedete die Besitzung ein, schon entstanden„Hecking“ und„Hegerding"(man beachtete das eingeschobene d“), waren Weiden(salix) angepflanzt, so tauften die Nachbarn den Besitzer„Saling" oder Sehling" (vergl. Saalhoff, Seihausen, Bruchsal). Urbar gemachte Rodungen sind vertreten in: Radig. Rettig, Rodding, Oeding, Ueffing, Oeking, Oellich und Sölling, wo wiederum der Besitz(uodal) in Tautologie auftritt. Von„Oeding" stammt auch der Silbenname„Ding".„Steining" und„Bieling"(vergl. Bielefeld) hatten festen Boden gewählt: auch Kiesgrubenbesitzer fehlen nicht, es sind die Kamling, Kessing, Kissing und Sandring. „Inseln“ sind stets bevorzugte Plätze gewesen. Viele Orte führen solche Namen. Ich erinnere an Werth, Wörth, Kaiserswerth — — und G.-Marn * #—.—"