** SESSESTBSSSSS2BSSSIBIESSEEE Iben Johobikirchen ober ihm geweibt- Rapellan und das ist auch wohl der Grund, daß die jetzt evangelische Kirche zu Breckerfeld seinem Schutze untersteeilt wurde. Vor dem Tore dieser Stadt gab es früher eine Jakobikapelle. Auch die 1863 gegründete katholische Gemeinde Breckerfeld hat Jakodus als Schutzpatron. Vorher waren die Katholiken in Hagen eingepfarrt. Schon im Jahre 1843 hatte der Pfarrer Meckel zu Hagen die durch die Vereinigung der lutherischen und resormierten Gemeinde entbehrlich gewordene und zum Verkauf ausgesetzte resormierte Kirche nebst dem Pfarrhause für katholische Zwecke erworben. Im Jahre 1846 wurde hier eine Missionsvikarie gegründet, die 1863 zu einer Pfarrstelle erhoben wurde. Den Jüngern Philippus und Jakobus, Alphäi Sohn, ist die Pfarrkirche in Herdecke unterstellt, die mit dem dazu gehörigen Kloster im Jahre 810 von Frederung, der Schwester Karls des Großen. gegründet worden sein soll. Aus dem Kloster wurde ein hochadeliges, freiweltliches Fräuleinstift, das .101„u Leginn des 15. Jahrhunderts nachweisbar ist. Nach Einführung der Reformation(um 1548) durch Theodor Nicolai und Johann Trygophorus wurden die wenigen Katholiken von Stiftspredigern betraut. Eine neue katholische Gemeinde wurde erst durch die bischöfliche Urkunde vom 19. Oktober 1847 gebildet und am 10. März 1848 vom Staate genehnigt. Die g. der Provinzialstraße nach Wetter 1864 erbaute Kirche ist auch den beiden Aposteln Weitere Apostelkirchen finden wir in Volmarstein, wo die Kirche dem hl. Bartholomäus geweiht ist, sowie in Altena und Dahl. wo der Evangelist Matthäus als Schutzpatron verehrt wird. In Dahl wurde am Tage St Matthäi(21. September) Kirchweihfest gefeiert und Jahrmarkt gehalten. Johannes dem Täufer wurden früher mit Vorliebe die ersten Taufkirchen gewidmet. Auf die aus neuerer Zeit stammenden Johanniskirchen in der Hagener Gegend trifft diese Voraussetzung allerdings nicht zu; hier wurde der Taufer als Patron deshalb gewählt, weil nach bekanntem Worte die Verehrung des Vorläufers Christi durch alle Jahrhunderte hindurch gleichmäßig geblieben ist. Die einzige ältere Johanniskirche dieser Gegend ist Voerde, das schon 1314 als Pfarrdorf erwähnt wird. Die jetzige evangelische die katholische Johanniskirche 1908 erbaut. In Eiringhausen bei Plettenberg besand sich seit alters eine jetzt zur Kirche erweiterte Johanniskapelle, in der auf Johanni gepredigt wurde. Die katholische Kirche in Böhle, die jetzt den Titel: Johannis Enthauptung führt, früher aber, wie auch in Langenhorst und Milte, als eccleJohannis Baptistae vorkommt, mag wohl senn, soll sie doch schon unter Karl dem Großen im Jahre 795 erbaut worden sein. Die vermutlich schon um das Jahr 790 gegründete Gemeinde ist die einzige der Gegend, di ihre Kirche auch in den Stürmen der Reformationszeit zu behaupten vermochte. Die evangelische Gemeinde ###7 unter Beihilfe des Gustav=Adolf=Vereins Neben den Johanniskirchen erfreuen sich die Marienkirchen großer Beliebtheit. Es gibt haum eine auf die Errichtung von Klöstern und Kirchen sich beziehende Urkunde, in der nicht ihr Name an der Spitze der Schutzheiligen stände. Und das erscheint ganz natürlich, weil sie als„zweite Eva“ die„Mutter aller Lebendigen“ ist. Die Gründung einer christlichen Bemeinde in Hagen fällt in die Zeit Karls des Großen. Die Marienpfarre entstand 1160. Als die Kirche und das Kirchenvermögen 1637 endgültig an die Evangelischen übergegangen waren, hielten Brüder des Franziskaner=Ordens aus Wipperfurth den Gottesdienst. Im Jahre 1672 wurde ein Grundstück an der Frankfurter Straße angekauft und 1672 mit dem Bau einer Kirche begonnen. Sie war PfarrKirche für die Stadt und die nächste Umgebung. Die heutige Marienkirche stammt aus dem Jahre 1895 Im Hospital befindet sich eine Marienkapelle. Weitere Marienkirchen sind in Meinerzhagen (1855). Holzwickede(1904). Schwerte(1904) und Schwelm(1832). Die Kapelle im Krankenhause iu Letmathe ist dem Schutze der Gottesmutter unterstellt. In Schwelm gab es eine Marien=Vikarie. Sie wurde am 17. Juni 1482 von Peter Heckinghaus zu Heckinghausen gestiftet und reich ausgestattet, u. a. auch mit dem später en die reformierte Gemeinde gekommenen Jesinghauseeschen Hose. Die Familie des Stifters hatte das Recht, bei der Besetzung der aus dieser Vikarie entstandenen Predigerstelle mitzuwirken, ien Recht, das sie spater gegen eine Zahlung von 80 Talern an die Gemeinde abtrat. Auch die Hauptkirche in Brekkerfeld hatte eine Marienvikarie. In alter Zeit baute man vieljach Salvatorsvon dem Hellonde und Erlöfs-amnis ccule. gen. Auch demn heutigen Unglauben gegenüber sucht man schon durch den Namen der neuzugründenden Kirchen offen für die Heilstatsachen einzutreten und erbaut Kirche:. vom hl. Herzen Jesu, so in Eilpe(1898), Grüne(1905) mit Pankratius als Mitpatron, sowie Kapellen im Hüttenhospital zu Hörde. in Stockum=3Düren und im Krantenhause in Schwerte. (Schluß folgt.) Ennepersträßer Schleifpreise vor hundert Jahren. Von Dr. Bruno Zierenberg. Am 25. Januar 1830 setzte der Schleiferverein von Gevelsberg und Rahlenbecke die Schleifpreise fest. Er ergänzte dann die Bestimmungen des Tarises nacheinander am 26. März und am 11 Dezember desselben und am 28. Februar, am 30. April und am 16. Juli des folgenden Jahres. Dann blieben die letzten Preise über ein Jahr bestehen, dis sie am 15. September 1832 ihre letzte Fassung erhielten, die von den Deputierten durch Druck und Verteilung einer„Uebersicht" bekanntgegeben wurde. Nach dieser Uebersicht kosteten 100 Stück gewohnliche Sackhauer je nach Länge und Linie 1 Thlr. 28 Sgr. bis 2 Thlr. 15 Sgr., französische Hauer 2 Thlr. 14 Sgr. bis 4 Thlr., englische Hauer 2 Thlr. 15 Sgr. bis 3 Thlr. 2 Sgr., besonders schwer und scharf 13 Sgr., in noch besserer Ausführung 18 Sgr. darüber hinaus, spanische 3 Thlr. 10 Sgr., Schiffhauer(in Schiffskielsorm) 2 Thlr. 25 Sgr. bis 3 Thlr. 15 Sgr., derbe Hauer ohne Knäppe(Griffnasen, Verdickungen hinter dem Griff) 4 Thlr. 15 Sgr., mit Knäppen 5 Sgr. mehr. Federbüsche, vorn breit, kosteten 2 Thlr. 25 Sgr. Bei längeren oder kürzeren, breiten oder schmaleren Hauern wurden je Zoll wie je Linie 5 Silbergroschen 9 Pfennige mehr oder weniger gerechnet. Kürzere französische Hauer, 18 Zoll lang und 18 Linien breit oder weniger, wurden einheitlich zu 1 Thlr. 22 Sgr. angesetzt. Hauer von der Länge und Breite der ge wöhnlichen englischen Hauer, mit dem Erdel(Verlängerung der Klinge) im Rücken und mit„Sonne, Mond und Sternen“ gestempelt, von den englischen nur dadurch unterschieden, daß sie nicht„G. R. mit der Krone geschlagen“ waren, wurden, da sie eben so sorgfältig wie die englischen Hauer geschliffen werden mußten, wie diese im Schleiflohn berechnet. Am teuersten waren die Großen Dullhauer, die mit 4 Thlr. 10 Sgr. bezahlt wurden. Noch höher im Preise standen natürlich die Waffen, deren es eine Menge Sorten gab. Am billigsten waren die krummen Türkensäbel mit zwei Fuhren(4 Thlr. 15 Sgr.) und die holländischen Infanteriesäbel, ganz rein geschliffen, aber nur weiß poliert( 5 Sgr.). Mit Knäppen und etwas schwerer kosteten Insanteriesäbel 25 Sgr. mehr. Dann folgten im Preise die hranzösischen schweren Insanteriesäbel mit Knäppen, rein braun poliert(6 Thlr. 12 Sgr.) und die preußischen Grenadiersäbel(8 Sar. teurer). Am teuersten waren die braun polierten Kürassiersäbel (10 Thlr.), die Degen mit 2 Fuhren, aber nur weiß poliert(11 Thlr.) und die braun polierten Degen (13 Thlr.) achr verschieden waren auch die Schleifpreise für Messer. Es gab solche(für„Frauens") zu 9 und(„Manns“) zu 10 Sgr., während zweimal volierte Küchenmesser in der Preislage von 28 Sgr. bis 1 Thlr. 25 Sgr., dreimal polierte in der Preisspanne von 1 Thlr. 8 Sgr. bis 2 Thlr. 10 Sgr. geliefert wurden. Häppchens in drei Sorten kosteten einheitlich 7 Sgr., immer zu 100 Stück gerechnet. Die Hauerfabrikation wird an der Enneper Straße, namentlich in Bevelsberg, noch eifrig beunen, mit der Fabrihation von Messern und Waffen aber ist es hier vorbei. Ein seltener Vogel in unseren heimischen Tälern. W. Lienenkämper. Es ist in den ersten Januartagen. Im Ahetal liegt Schnee. Wie ich so neben dem Bachbett einherschreite, klingt eigenartiger Vogelgesang an mein Ohr, ein wunderliebes melodisches Gezwitscher, unterbrochen durch sehr wohllautende helle Pfeiftöne. Ein Vogelkonzert mitten im Winter? Ich sehe mich um und erblicke den Sänger auf dem Querbalken einer Grabenschleuse; es ist die Wasseramsel mit ihrem reinfarbigen, rauchschwarzen Kleide und dem talergroßen Brustlatz, der unten hübsch kastanienbraun umsäumt ist. Kaum merkt das Tier, daß ich stehen bleibe, verläßt es seinen Platz und fliegt einen halben Meter hoch über den Wasserspiegel her, immer den Bachlauf anhaltend. Plötzlich— patsch— fällt es ins Wasser, schwimmt einige Zeit oben, dann ist es verschwunden. Nach ter bachaufwärte wieber auf, schiotert auf hervorragenden Stein und macht ein paar Knickse. die Wellenbewegungen des Wasser nachahmend. Die Beinchen sind schlank, die Zehen aber ohne Schwimmhäute. Womit taucht und schwimmt das Tier denn? Durch das Gebüsch gedeckt, schleiche ich mich heran. Bis zu drei Meter Entfernung gelingt mir das. Dann muß der Vogel mich wohl bemerkt haben; denn er schießt ins Wasser. In der kristallklaren Flut sehe ich die Bewegungen genau. Die Wasseramsel arbeitet sich fliegend durch das nasse Element. Dabei entwikkelt sie eine solche Gewandtheit und Energie, daß schäumende Wasserfälle und starke Wellen sie nicht hindern können. Nach einen Sekunden taucht sie fünf Meter oberhalb der Stelle, an der sie verschwand, wieder auf und fliegt auf den nächsten Stein im Bachbett, macht ein paar Knickse und schmettert ihr Liedlein. Jetzt stellt mich die Amsel auf eine Geduldsprobe. Sie stiert beinahe fünf Minuten ununterbrochen ins Wasser, plötzlich schießt sie hinein, taucht schnell wieder empor und fliegt mit ihrer Beute bachabwärts, um in einer Uferhöhle zu verschwinden. Dort ist das Nest, worin im April das Weibchen 4 oder 5 rein weiße Eier bebrütet. Ich suche den Eingang zur Höhle, um zu warten, bis das Tier wieder herausschlüpft Plötzlich erscheint es. Mit schnellem Flügelschlage arbeitet sich der Taucher bis zur Wasseroberfläche und schwirrt parallel dem Wasserspiegel davon.— Ein Fischzüchter erzählt mir auf dem Rückwege, er sei ein grimmiger Feind der Wasseramsel, weil sie ihm die Brut vernichte. Es mag sein, daß sie einige Jungfische und Fischleich frißt, aber der Hauptkontingent der Nahrung besteht aus Wasserinsekten. Unter ihnen befinden sich viele, die der Fischbrut einen viel größeren Schaden zufügen, als die Wasseramsel es vermeintlicht tut, so daß ihr Nutzen den Schaden zweifellos übertrifft. Auch sollten wir Menschen, nicht immer so nüchtern abwagen; in die eine Wagschale die nützlichen, und in die andere die schädlichen Tiere und Pflanzen werfen. Das„schädliche" Tier ist doch auch wertvoll durch das Dasein in der Kette der Naturobjekte und durch seine Schönheit und Seltenheit. Und schön ist die Wasseramsel mit ihrem schwarzen Kleid und ihrer weißen Kehle. Wir wollen ihren zu Unrecht bestehenden Ruf als Fischräuber mildern und Sorge tragen, daß die Wasseramsel als Naturdenkmal unsern heimischen Gewässern erhalten bleibt. Neue Heimatbücher. Im Verlage von Friedrich Brandstetter in Leipzig erschien das bekannte Werk W. Uhlmann=Bixterheides: Die rote Erde in 6. Auflage. Das Buch ist wesentlich bereichert und verbessert worden, so daß es seinem Zwecke, Heimatkunde zu vermitteln und Heimatliebe zu wecken in noch besserem Maße wie bisher gerecht wird. Wem es darum zu tun ist, schnell einen Ueberblick über die Landschaften Westfalens, ihr geschichtliches Werden und ihr kulturelles Sein zu erhalten, greife getrost nach diesem Werke, in dem unsere Heimatkenner und Dichter alles Wesentliche in volkstümlicher Form zu sagen wissen. Paul Schulte veröffentlichte das 5. Heft seiner Beiträge zur Geschichte von Haspe. In 9 Abschnitten spricht er von Friedrich, Gustav und Johann Kaspar Harkort, serner von Prof. Dr. Oskar Eversbusch, vom Harkorter Familienfriedhof, von der Hasper Gesellschaft„Ulk“, der Kückelhauser Klutert und gibt zum Schluß eine Anzahl Sprichwörter und sprichwörtliche Redensarten von der Enneper Straße, nebst etlichen Gedichten Theo Hemsoths. Schultes Arbeiten beruhen größtenteils auf eigener Forschung, so daß er den Heimatfreuden in vielen Dingen Neues zu bieten hat. Wer danach trachtet, ein lebensvolles Bild von den bedeutenden Männern unserer Gegend zu gewinnen, der darf nicht an den Arbeiten Paul Schultes vorüber gehen. Das vorliegnde Heft ist von dem Verfasser in Haspe, Berliner Straße 128, zu beziehen. E. L. Plattdeutsche Ausdrücke im Sauerlande. Wann de Jiager vam„Griewel“ küert, dann meint hei dian Dachs. * Wann de Lü van„Stachelbeeren“ küert dann iat sei: in Valbert= Knotschen in Marienheide— Knuscheln in Meinerzhagen— Stickbäsen in Kierspe= Kasperten in Lüdenscheid= Stiackbiarn in Breckerfeld— Kiaschdörn und im Bergischen auf Remscheid zu— Krunseln. Verantwortlich: Ernst Lorenzen in Hagen. Druck und Verlag: Gustav Butz in Hagen Hagen vor 200 Jahren. Von Julius Büscher. Im Jahre 1722 ließ der preußische König in der Mark durch die Regierung zu Cleve Erhebungen über die wirtschaftlichen, kulturellen und sonstigen Verhältnisse in der Mark anstellen. Auch über den„Flecken Hagen“ ist ein auf Grund dieser Erhebungen verfaßter Bericht vorhanden, der wiedergegeben werden soll. Doch zuvor soll eine allgemeine kurze geographische Schilderung Hagens, die von einem ungenannten Chronisten herrührt, aus dem Jahre 1725 gebracht werden, die das Bild Hagens von 1722 vervollkommnet. 1725 heißt es:„Hagen liegi in einer lustigen Gegend an einem kleinen, innavigablem(zur Schiffahrt nicht geeignet) Flusse, Vollme genannt. Das Wasser der Vollme wie der Brunnen in Hagen ist klar, rein, gesund und von gutem Geschmack. An Fischen führt die Vollme besonders Forellen und Gründlinge; zu sicheren Jahres= und mehrenteils Herbstzeiten werden auch die aus dem Rhein und der Ruhr aufsteigenden Lachse hier häufig gefangen. Die Stadt liegt mit ihrer geringen Feldmark in einer Ebene und ist rings von Bergen umgeben.“— Der Bericht vom Jahre 1722 ist am 6. April von F. W. Motzfeld, einem Clevischen Beamten, unterzeichnet. Er bringt im wesentlichen folgendes: Hagen hatte im Jahre 1722: 131 Häuser einschließlich dreier Güter; davon waren 6 mit Ziegeln, 82 mit Stroh, 35 mit Spänen(Holzschindeln) und 8 mit Steinen gedeckt. Außerdem waren 20 Scheunen, Brau= und Backhäuser vorhanden, von denen 17 mit Stroh, eins mit Spänen und 2 mit Ziegeln bedacht waren. Die gesamte Bevölkerung bestand aus 675 Personen, darunter 137 Hauswirte. 458 Frauen und Kinder, 80 Knechte und Mägde. Die verschiedenen Berufe waren in folgender Stärke vertreten: 12 Tuchmacher, 10 Schuhmacher, 9 Schneider, 4 Eisenschmiede, 2 Sensenschmiede, 2 Klingentrassenten, 7 Messerschmiede, 1 Kleinschmied, 3 Hufschmiede, 4 Klingen= und Sensenschleifer, 3 Sattler, 17 Bäcker, 14 Brauer und Wirte, 18 Branntweinbrenner. 3 Barbiere, 3 Leinweber, 1 Drechsler und Schreiner, 2 Faßbinder, 10 Weinwirte und Krämer, 4 Verfertiger hölzener Absätze, 4 Zimmerleute, 3 Maurer, 2 Tuchscharer, 1 Kürschner, 4 Judenfamilien, von den 2 durch Glasmacherei und 2 durch Metzgerei sich ernährten. Die höchsten Einnahmen wurden von den Bäckern und Brauern erzielt. Das Korn wurde auf den Kornmärkten in Witten und Herdecke gekauft. Viel Tuchmacher verkauften ihr Tuch stückweise in den benachbarten Orten. Die Klingentrassanten und Sensenschmiede setzten ihre Waren auch in fremden Ländern ab. So lieferten sie Klingen und Säbel besonders an die preußischen Truppen, sowie nach Hamburg und Lübeck. Auch Messer wurden vielfach auswärts verkauft. Hölzerne Schuhabsätze und Stiele für Grabschüppen murden nach Holland geliefert, ebenso nach Holland und ande ren Gegenden das in den beiden nach holländischen Muster eingerichteten Papiermühlen an der Volme bei Eilpe und Delstern verfertigte graue und weiße Papier in verschiedenen Sorten, sowie Postpapier. Der Chronist von 1725 berichtet über Industrie, Handel und Verkehr Hagens noch folgendes:„Die Steinkohlengewinnung ist noch sehr gering und unbedeutend. Kalksteine sind zahlreich vorhanden; in den Kalkösen wird Holz- und Steinkalk daraus gebrannt, der auch viel nach auswärts geliefert wird. In dem ostwärts an der Volme gelegenen Berge, Eimhorster=Hardt genannt, liegen mit weißen, grauen. schwarzen und anderer Kouleurstreifen oder Adern durchwachsene große und kleine harte Steine, so von manchem vor eine Art Marmel= oder Alabastersteine sollten anzusehn sein und wegen ihrer vielfärbigten Schönheit von sicheren Einwöhnern der Stadt Iserlohn zum Hausbau ad 4 Stunden weit von hier abgeholt werden.— Hagen ist Durchgangspunkt für den Verkehr zwischen Holland und Frankfurt am Main; zwischen Hessen, Niedersachsen, Hamburg und Lübeck einerseits und Köln und Elberfeld anderseits; zwischen Wesel und dem Sauerland. Durch Hagen gehen jährlich zahlreiche Weinfuhren von Köln nach Berlin, viele hundert Steinkohlenkarren aus dem Sauerland, fast ebenso viele Aschekarren von Limburg, Köln u. a. nach den Leinenund Garnbleichen in Elberfeld und Barmen; zweimal wöchentlich die kaiserliche Reichskurrierpost von Köln nach Unna, Münster. Paderborn usw., ebenso zweimal wöchentlich der kievische Postbote von Lünen.— Hagen hat drei Jahrmärkte von je einem Tag: 25. März, 8. September, 28. Oktober; früher hatte es auch einen wöchentlichen Kornmarkt, der indessen einging: 1710 wurde er wieder eingeführt, und zwar am Freitag jeder Woche. wurde indessen nur ein paar Wochen von den auswärtigen Kornhändlern besucht und ging dann wieder ein.“— In dem älteren Bericht von 1722 heißt es weiter über Hagen, daß es an öffentlichen Lasten, an Akzife, die am 1. März 1718 eingeführt wurde. 1845 Rtlr., 40 Stüber, 6 Pfennig, für Repartition für Quartierkosten 29 Rtlr., 36 Stbr., 6 Pfennig, und für Stempelpapier 76 Rtlr., 35½ Stbr. im letzten Jahr aufgebracht hätte. Oeffentliche Gebäude waren außer dem 1718 erbauten Akzisenkomptoir, den drei Kirchen und Kapellen und der Brücke über die Volme, zu deren Unterhaltung auch einige Bauerschaften beitragen mußten, nicht vorhanden. 1725 wird außerdem eine „Kgl. Zwangsmühle mit dreien Geläufen Triesel" ((trisel= Kreisel; rund=walzenförmig) erwähnt.— Gehölz hatte Hagen selbst nicht; doch war jeder „Beerbte“ berechtigt, in der sogenannten Hagersuderloh sein Bauholz zu holen. woran aber noch zwei Dörfer beteiligt waren, serner sein Brennholz im Hager Wald, an dem noch viele umliegende Dörfer teilhatten.„Die Holzungen sind geringe und dünne bepflanzet, nehmen jährlichs mehr und mehr ab.“„Entsprechend der Größe seiner Besitzung hatte jeder Hagener an der„gemeinen Mastung" teil, d. h., konnte er auf dem Gemeindeland Stückzahl an Vieh weiden lassen. Dieses Gemeindeland war 120 Morgen oder 240 Scheffel groß; wegen des steinigen Bodens war es teils gar nicht besät, teils wurde es von 2 zu 2 Jahren besät und abgeweidet. Es war viel über Wildschaden zu klagen. Der Ertrag an Heu betrug nur 15 bis 30 Fuder.„Nach der Ostseite hin ist ein Teil von den Höhen oder Gebürgen partikulairen Leuten zuständig, Berghof genannt, und wird zu Saalländern oder Gärtens gebrauchet.“ Ein anderer Teil dagegen war dürre, wüste Heide, auf der Hagen für sein Vieh einige. aber schlechte Weide hatte.„Ackerbau ist, nach Anzahl der Einwöhner und Haushaltungen zu rechnen, gering. auch Wiesenwachs und Weiden zur Viehzucht wenig und in regard, daß so viel Horn= und Haarvieh vorhanden, gar nicht zureichend; Hanf und Hopfen wird wenig gepflanzet, Flachs aber mehr, und schier von jedermännlich etwas gesäet.“ Die Fischerei war nicht von besonderer Bedeutung. Der Viehstand setzte sich aus 11 Pferden, 184 Kühen und Kälbern. 97 Ziegen und Schafen und 156 Schweinen zusammen.— Die Brauereien und Brennereien verbrauchten jährlich 288211 Scheffel oder 120 Wispel 2¼ Scheffel Malz und 1059½ Scheffel oder 44 Wispel 3½ Scheffel Branntweinschrot. Oeffentliche Schankwirtschaften gab es nicht; dagegen verkauften 34 Privatpersonen Bier und Branntwein. Es gab acht private Brauhäuser und 6 Kessel, dazu 18 Branntweinblasen. An Wolle wurden 443½leichte Steine(Gewichtsmaß für Wolle) verarbeitet. Hagen hatte im Jahre 1722 Privatschulden von 635 Thlr.. und an Aktioschulden 106 Ktlr.— Für den Fall der Feuersgefahr standen 12 Eimer, 41 große Leitern und 12 Feuerhaken zur Verfügung. Daß das vollkommen unzureichend war. bekundet der Vermerk:„Es ist dringend nötig, daß eine Spritze und weiteres Material beschafft wird.“ Vertreter folgender Berufe wurden sehr entbehrt: Aerzte und Apotheker; ferner Knopfmacher. Leinweber. Hutmacher und Schreiner. Zur Besserung der wirtschaftlichen Lage würden folgende Maßnahmen führen: 1. Wiedereinrichtung des wöchentlichen Kornmarktes; 2. Verlegung der drei Jahrmärkte oder Kirchmesse auf einen zweitägigen Vieh= und Krammarkt auf Simon und Juda und den folgenden Tag. 3. Anlegung einer mit der Klingenjabrik „gemeinschaftlichen Gewehr= oder Büchsen=, wie auch Degengefäßen=Fabrique, welche wegen der Situation und vielen kleinen konfluierenden Gewässer füglichst hingelegt werden könnten... In mehrerem Betracht die zu den Gewehr= oder Büchsenläufen erfordernde Platten auf hiesig vorhandener Eisenfabrique„zu Behuf der Essendischen und anderer fremden Büchsenschmiede größtenteils bis versertigt worden, welches solchenfalls allhier alles in der Nähe beisammen mit geringeren Kösten geschehen, und also die Einländischen mit den Auswärtigen besser Markt halten könnten, wo durch nicht allein das Geld im Lande zu behalten, die Konsumtion zu vermehren, sondern auch S. Königl. M. Armee desto bequemer mit benötigten neuen Ober= und Untergewehr sowohl als dessen Reparation zu versehen, auch mehr Handlung in hiesige Lande einzuziehen wäre.“ 4. Anlage einer Wollfabrik und einer Leinenbleiche. Es sei noch einiges über das Gerichtswesen wiedergegeben. Hagen hatte 1722 je einen Richter und Gerichtsschreiber. Alle 14 Tage war am Dienstag ordentliches Gericht, alle 8 Tage am Mittwoch außerordentliches Gericht. Es waren zwei Advokaten und Prokuratoren vorhanden. Bis 1719 hatte Hagen auch ein Appellationsgericht für das Unteramt Wetter. Die nächsthöhere Instanz war das Sochgericht Lüdenscheid. Der zum Amt Wetter gehörige Kriminal= oder Halsgerichtsplatz lag im Gebiet von Hagen. Jährlich am Dienstag nach S. Vitus(13. Juni) fand ein öffentliches Gericht unter freiem Himmel statt, man nannte es von altersher die„volle veste“, auf dem u. a.„Scheffel oder Viertelmaß gefröget(geeicht), die Bauerfronen in den Gerichtsbauerschaften ab. und angesetzet. Irrungen wegen gemeiner Wege und Stege und andere dergleichen Streitigkeiten unter den Untertanen summariter geschlichtet und unentgeltlich fortentschieden(?) werden". Alljährlich auf S. Remigius(1. Oktober) wurde ein sognt. kölnisches„Habesgericht" abgehalten. Zur Aufsicht des Waldes und Entscheidung in Streitigkeiten wegen Holzung und Markensachen waren zwei Holzrichter vorhanden: der eine im„Hagerhohenwalde", der andere im„Hagersüderloh". Sie hatten auch nach Bedarf ein= oder mehrmals im Jahre ein sogenanntes Hölting oder Holzgericht abzuhalten. In den übrigen Waldungen und Marken hatte ein in Hagen wohnender Kgl. Förster die Aufsicht.— Die Verwaltung Hagens lag in den#inden eines. Vorstehers. Ueber die Weiterentwicklung Hagen ist zum Schluß noch folgendes zu sagen: Während Hagen im Jahre 1722— wie gesagt— 131 Häuser usw. hat, sind im Jahre 1725 nur noch 55 Wohnhäuser vorhanden, weil der große Brand am 6. September 1724 zirka 78 Wohnhäuser ohne die Nebengebäude, Scheunen und Stallungen eingeäschert hatte, von denen 1725 schon einige wieder aufgebaut waren. Im Jahre 1765 jedoch hatte Hagen bereits 1352 Einwohner, und 1776 waren 293 Hauswirte hier ansässig. Was für Augen würden die alten Hagener von 1722 machen, wenn sie die Großstadt Hagen im Jahre 1929 schauen könnten. Soldatenwerbung in Hagen 1720. Mitgeteilt von Ferd. Schmidt, Für das traurige Kapitel der gewaltsamen Soldatenwerbungen, wie sie in Preußen von dem Soldatenkönige Friedrich Wilhelm I. eingeführt und auch unter des„Alten Fritz“ Regierung im Schwange waren, liefert uns die Geschichte von Hagen ein interessantes Beispiel. Am 8. September 1720— einem Sonntage— des Vormittags gegen 11 Uhr, fand sich ganz unvermutet ein Kommando von mehr als 300 Soldaten des Auerschen Regiments in Hagen ein, und besetzte die Kirchen aller drei christlichen Bekenntnisse, um aus den dort versammelten Andächtigen eine Anzahl geeigneter junger Leute gewaltsam als Rekruten auszuheben. Es kam dabei in der lutherischen Kirche zu einem erbitterten Gefecht zwischen dem Volke und den Soldaten, so daß von den Bürgerlichen drei Personen auf den Tod verwundet wurden. Trotzdem wurden zuletzt die Soldaten zurückgeschlagen; der Zweck ihres Ueberfalles, die Aufhebung junger Leute für ihr Regiment. ist ihnen nicht gelungen. Manche Einzelheiten über den Vorgang erfahren wir aus einer Eingabe, welche die beiden lutherischen Prediger Emminghaus und Drude an den König richteten. Sie beklagten sich natürlich besonders über die Störung des Gottesdienstes durch die Soldaten und deren gewalttätiges Vorgehen gegen die versammelten Gläubigen. Dagegen lassen diese Berichte gar nicht erkennen, wie sich die überfallenen Landleute und Hagener Eingesessenen gegen die Eindringlinge zur Wehr setzten, so daß diese sich schließlich unter großen Verlusten mit Schimpf und Schande zurückziehen mußten, ohne ihren Auftrag erfüllt zu haben. Nach dieser Seite hin erfährt nun der Vorgang eine ganz neue Beleuchtung durch ein altes Schriftstück, das ich vor kurzem zufällig in Krefeld in dem Archiv eines Privatmannes auffand. Es handelt sich dabei um einen ganz ausführlichen Bericht über den Verlauf des Ueberfalles, der noch am gleichen Tage von Hagen aus offenbar durch ursprüngliche Brief, sondern nu eine fast gleichzeitige Abschrift desselben, die uns das Krefelder Schriftstück aufbewahrt; offenbar wurden solche Abschriften damals viel in der engeren und weiteren Umgebung verbreitet. Wie die vorliegende nach Krefeld gelangt ist, steht auch nicht fest. Erfreulich ist aber, daß uns hier ein anschauliches Bild von den wüsten Vorgängen erhalten ist, das ein Augenzeuge unter dem frischen Eindruck der Geschehnisse gezeichnet hat. Darum wird die wörtliche Wiedergabe willkommen sein: Zaur..— wollten die Offieiers heraus haben; aber auf Parol des Herrn Richters Wortmann seynd sie abgewichen. Da haben sich die Officiers verkleiden lassen und sind des Nachts von dem Herrn von Syberg abgeholet worden. Es ist alles diese Nacht nacher Berlin abgegangen; die Leute wollen parforce Ruhe haben und sich ioch nicht begeben, damit sie in denen Kirchen sicher eyn. P. S. Die Compagnien seynd von Schwelm, Hattingen, Unna und von Iserlohn gewesen. Die naturforschende Gesellschaft Westfalens.“) Von Adolf Sellmann, Hagen i. W. Gemeinnützige Vereine, die kulturelle Zwecke Relation von der blutigen Schlacht, so bey Hagen zwischen den preußischen Soldaten und Bauren geschehen ist. Hauen. den 8. Septembris AO. 1720. „ Umb 11 Ihren unter währendem Gottesdien!“ an 300 und zwantzig Mann preizische Soldaten, wovon alsobaldt ein Battalion von 1. Wätzige Vereine, die kulturelle Zwecke 50 Mann die catholische Kirche umbgeben, selbig= ins Auge faßten, gibt es in Deutschland seit der invadiret. und wurden 3 Mann herausgeführet, die Zeit der Aufklärung, also seit der 2. Hälfte des übrige alle in der Kirch arrestiret, alle Thüren be. 18. Jahrhunderts in größerer Zahl. Allmählich setzet bis auf weitere Ordre des commandirenden kam das Interesse für die Naturwissenschaften hoch, Officiers. Ein Battalion von 50 Mann hat die re= kein Wunder, daß auch in dieser Zeit Vereine zur sormirte Kirche umbgeben: weilen aber der com= Pflege der Naturwissenschaften und der Naturformandirende Offieier den Herrn Richter herausge, lchung entftanden sind. Am Ende des 18. Jahrzogen, ist der Gottesdienst daselbst zerstört und auf= hunderts war es Kriegs und Domänenrat Meyer, gehoben. 120 haben die lutheranische Kirche jung wohnhaft zu Brockhausen bei Unna in der Grafdiret, aber sie hatten sich alle auf den Thurn reti= schaft Mara, der für Westfalen diese Sache in riret, so nach schaute, von demselben mit Steinen Bewegung setzte. Am 7 Januar 1797 wendet er geworfen, also daß zu denen keiner konnte sich in einem besonderen Schreiben an den König ommen. von Preußen, um und Wesen der Naturforschenden Mittlerweile hat man den Herrn Richter ange Gesellschaft anzugeben und die Genehmigung derhalten, selbige herunterzuschaffen; ist der Herr Ge, selben einzuholen. Er spricht davon, daß verschierichtsschreiber Holtmann commandiret worden, mit dene„einsichtsvolle Subjekte“ keinen Fleiß und denen Unterofficieren auf den Thurn zu geben: keinen Eifer sparen, um die bisher in Westfalen ader selbige seind auf der Leiter geängstiget, daß vernachlässigten Künste und Wissensgemeinschaften sle sich haben retiriren müssen. mehr zu pflegen und zu fördern. Er hofft dadurch Unterdessen haben die Soldaten in denen auch die Industrie anzuregen. Gleichzeitig fügt er Häuseren seindlich hausiret; die Einwohner waren de“. 4ln bei. Dort heißt es:„Es haben sich in alle in beiden Kirchen arrestiret; keiner durste her=..# verschiedene angesehne Männer vereiausgehen. Da war ihnen also alles in denen Häu# nigt und eine Gesellschaft errichtet, deren vornehmsern zum besten. Düule= ster Gegenstand die Vervollkommung der NaturEs mußten aber, die auf dem Thurn waren kunde und der mit ihr in Verbindung stehenden mit den Klocken continuirlich läuten und Allarm! Wissenschaften seyn wir:. machen, bis endlich bey 300 Mann seind zusam Ueberzeugt, daß ein Freund der Natur in men hineinkommen, nämlich von Herdiche, die leiner isourien rage zu den Fortschritten dieser ganze Enneper Straße ganz fort und allen umblie Wissenschaft und dem Wohl der Menschheit weit genden Oertern, mit Gabeln, Sensen, Morgen= weniger beytragen hann, als wenn mehrere zu sternen, Lansen und Beilen, in Summa allerhans!“ ein ähnlichen Zweck arbeitende Männer sich geBauren=Gewehr. Wie das die Soldaten merkten meinschaftlich ihre Beobachtungen und Erfahrungen wurde die Trommel gerühret. Darauf wurde die mittheilen, hat diese Gesellschaft unter Vorbehalt eatholische Kirche verlassen;(die Soldaten) retirir Höchster Geneymigung nachfolgendes bestimmt: ten sich zusammen auf den lutherischen Kirchhoff, 1- Diese Gesellschaft Naturforschender Freunde ten sich zusammen auf den lutherischen Kirchhoff. Wie sie nun aber sahen die Menge des Volkes, so alle in großem Eiser waren, retirirten sich die Soldaten in die lutherische Kirch und machten selbige hinter sich zu. ur Ais das das Volk sche, da sangen sie an zu urmen durch die Fenster und Thüren. Die Solaten aber schossen immer mit Gewalt auf das Voln. Da wurden die Bauren noch bitterer, drangen in die Kirche; die Soldaten schossen immer #n den Leuchteren auf dem Altar und Orgelpfeisen, haben sie Schrot gemacht und vor den Hagel gebrauchet, das Altarlaken zu Proffen ge„, den Wen., so gemeldeten Sonntag sollte zum Abendmahl gebrauchet werden, haben sie Gesondhyt auf dem Chor und Cantzel getrunken. Es haben sich die Soldaten unter sich selbst mehr bles. siret dann andere. 0 Unterdessen ist der Kuhhirte von Wehringhaude. Kirche todt geschossen worden; abermal ist Coas(!) von Kückelhausen(es war Heinrich Hövinghoff) durch und durch geschossen; Herdicke ist auch durchgeschossen worden. Diese drei sind gleich todt geblieben, wie auch noch sehr viel blessiret; wie es damit gehen wird, soll die Zeit geben. "„Aber, diesem, allem ohngeachtet, wüthete das Volk noch so heftig, schlugen alles darnieder, was vorkan. Die Officiers baten, daß doch möchte Stillstand seyn, aber es war kein Pardon zu finden. Seynd also diese 320 Mann also zugerichtet, daß ein Jammer zu sehen gewesen ist; sie bluteten wie die Schweine, und ob sie schon aus der Kirche kamen. so wurden sie auf der Gasse also begrüßet, daß sie Hals über Kopf in den Mistpöten sämmerlich herum kriteten(!). ge tier uch die ie Stuchen ul Geache: r eine Pike, da ein Bajonett, dort ein Hut und gen, und sie sind also zerstreuet, daß es jämmerlich anzusehen gewesen. Einem war das Ohr, dem andern die Nase, jenem die Finger, denen der Kopf also zerschmettert, und bluteten wie die Schweine Ein Soldat ist gestern gestorben, und noch alle Tage auf dem Lande, an der Landskrone bey Schwerte und an andern Oertern todte Soldaten gefunden werden, und in Summa alle 320 Mann gänzlich verdorben; wenig ohne tödtliche Wunden sehnd da von gekommen. Dieses blutige Gefecht daurete nur eine Vier Gesellschaft—#cneer Feeuner Westphalens ladet alle in Westfalen wohnhafte Männer, welche die verschiedenen Theile der Naturkunde zu bearbeiten gedenken, ein, ihr beyzutreten. 2. Mit auswärtigen Naturforschern wünschet sie durch Korrespondenz in Verbindung zu treten, und sie als auswärtige Mitgileder in ihr Interesse zu ziehen. 3. Die Gesellschaft wird sich bemühen, die einzel nen zertreuten Beobachtungen und Entdeckun gen zu sammeln; sie wird die Versuche wieder holen die zu deren Bestätigung oder Wider legung abzwecken können. Wichtige Streitfragen wird sie aufzulösen suchen. 4. Monathlich wird sie eine Uebersicht ihrer gelehrten Arbeiten durch den Druck bekannt 8. Die Gesellschaft besteher aus einem Dircktor, einem Sekretair und einem Registrator, welcher zugleich Rendant der Gesellschaft ist, und von diesem wird ein engerer Ausschuß gewählt, der die druckfähigen Schriften austheilt und herausgibt. 9. Dieser Auschuß liefert zugleich Auszüge aus den neuesten Schriften, und die Resultate der Korrespondenz. 10. In dieser Schrift wird kein Artikel ausgenommen, der nicht zuvor von der Gesellschaft ist genehmigt worden. 11. Alle sechs Monathe läßt die Direktion durch den Sekretair ein raisonnirendes Verzeichnis von den eingegangenen Abhandlungen und Aufsätzen überreichen; findet als dann die Gesellschaft für gut, ein oder mehrere davon zum Druck zu befördern, so werden solche der Redaktion zur Besorgung der Herausgabe zugestellet. 12. Die Gesellschaft versammelt sich alle 14 Tage in den Nachmittagsstunden eines jeden Ortes. Wenn drei Mitglieder davon in einem Orte wohnen, so kann schon Sitzung gehalten werden von der Direktion jedesmal vorher bekannt gemacht. 13. In der Versammlung werden die Materien auf folgende Weise vorgenommen: a) Die Korrespondenz. b) Die in der letzten Session abgehandelte Materien. c) Die Aufnahme der neuen Mitglieder. d) Die von der Gesellschaft geforderte Rapports, die der Sekretair vorlieset. e) Die Abhandlungen der ordentlichen Mitglieder. 1) Die Anzeige der Schriften, die der Gesellschaft zugesandt werden. g) Die Durchsicht und Würdigung der für den Druck bestimmten Abhandlungen, 14. Alle sechs Monate wird von dem Sekretair eine kurze Uebersicht der von der Gesellschaft beendigten halbjährigen Arbeiten öffentlich verlesen; zugleich verliest der Sekretair oder eins der Mitglieder die merkwürdigen Lebensumstände der verstorbenen Mitglieder. In der nemlichen Sitzung werden zugleich die Beantwortungen der von der Gesellschaft aufgehenden Preisfragen bekant gemacht und die Preise ausgetheilt. 15. Die Gesellschaft macht es ihren Mitgliedern zum unverbrüchlichen Gesetze, bey den Versammlungen, sich alle, nicht auf Naturgegenstände abzweckenden Streitigkeiten und Unterredungen zu enthalten und wird die persönliche Achtung. die man sich gegenseitig und selbst bey Verschiedenheit der Meinungen schuldig ist, daben vorzüglich zum Grunde gelegt. 16. Die Gesellschaft wird, bis sie zu einiger Konsistenz gediehen ist, ein gewisses Inkognito beobachten, welches jedoch nicht verhindert, daß jedes aufgenommene Mitgiled gleich eine Liste der übrigen Mitglieder erhält. Alle an sie gerichtete Abhandlungen, Briefe##nddergl. werden also an das Königl. Postamt in Unna mit dem Zusatz addressiert: Für die Gesellschaft naturforschender Freunde, und zwar franko. Dieser Plan zeigt eine große Linie und ein machen! In der nomlichon Schrift mondan zu, umfassendes Verständnis für die Ziele, die sich die machen:, an der nemlichen Schrift werden zu= naturforschende Gesellschaft Westsalens vor die gleich die der Gesellschaften vorgelegte Beob= Augen gestellt hatte. Allerdings, allzu einflußreiche Kuszige aus neuen und Kreise und namhafte Gelehrte standen noch nicht sise jeden Monath Zurch den Friefmachtef ihrar oaginie: Außer dem Kriegs= und Domänenrat sie jeden Monath durch den Briefwechsel iyrer Moner, der sich stolz Direktor und Stifter dann gugmparnigen gelehrten Freunde erfahren wirc, auch Mitglied vieler gelehrter Gesellschaften nennt, enthalten seyn 5. Die Ausgaben der Gesellschaft werdn theils aus dem Ertrag ihrer Schriften, theils aus dem freiwilligen Beytrag ihrer Mitglieder bestritten. 6. Die Aufnahme der ordentlichen Mitglieder so wohl, als die der korespondirenden und Ehren Das Material dieses Aufsatzes ist Akten entnommen, die sich im Repertorium der Grafschaft zu Verlin der hatten zunächst nur 5 Personen sich dieser Gesellschaft angeschlossen, und zwar: Pastor Baehrens zu Schwerte(Mitglied mehrerer Akademien und gelehrten Gesellschaften), Pastor Winter zu Unna, Pastor Krug zu Unna, Gutsbesitzer Türk zu ElmingVes Lendschten pied a.s einten von Dier Bue 10h ein Migled vieler gelehrten Geselschasten, Der Brief von Kriegs= und Domänenrat Meyer, Ind. Ein soscher Zettel wird am dur auu; der an den König gerichtet war, ist nicht in die tanten Tafel, die in dem Samini.—: ane Hande des Königs von Preußen gelangt. Das ten Tafel, Ddie in cem Semissions=Zimmer Generaldirektorium trug Bedenken, dem Köeng ##c##rnnolich ist, eingeschrieben, schon jetzt wieder über eine Gesellschaft Vortrag zu in Sammart von der.Versammlungstage wird halten, die sich erst, wie in den Akten steht,„in der „„pport bir der darzu ernanten Kommis= Folge mit dem Beifall des aufgeklärten Publikums durch vollgültige Beweise ihres Daseins zu einer Stelle neben den schon in Deutschland vorhandenen verdienstvollen Gelehrtenvereinigungen dieser Art und zu einer Auszeichnung berechtigen muß.“ So blieb Unterstützung und Auszeichnung durch den König von Preußen, wie sie gewünscht wurde, aus. Kriegs= und Domänenrat Meyer zu Brockhausen läßt indessen nicht locker. Am 23. Mai 1798 schreibt er einen ähnlichen Brief an den Staatsminister von Heinitz; außerdem wiederum einen Brief an den König von Preußen. Doch in Berlin verhält man sich wieder ebenso zurückhaltend. Ein A Der CalndErnanten Komme sion über den aufzunehmenden Kandidaten gemacht. Erhält derselbe ein Drittei der Stimmen, so erfolgt die Aufnahme; im entgegengesetzten Falle wird selbige ajourniert. 7. Der von der Gesellschaft ernannte Sekretair machet sich verbindlich sowohl die praktische i unr Mn ung uid. pridun uho gun Mhunc W Mt i. Sn We uoc zinh gn zm Sie W i elr in Mmen un gut„ gut u W Me unging. W##b un an von u r Mi uhet u c unne 1 Ti uhi hhing uhle“ 130 31bo„juhng sog in M aht uuee uaoct dial vig“ K gu o S ucum i Me buc Lupd oi BihplsBunghvLun di mh Aamna 120 1300-szuden delnbmsa uhng an danoi choaß and. annb n ue M u Muunn Mn n Jog in um h# Pra untun si cutg Wciing ui n n zu — Dl M n um wa ug 12— iatn M um e hin u ic i Mun Wenn eh ucn W MMe Wun u Mp Wnn 15 1sipd Jaas hupe mmi 130 Jcupiciinag, neils eun nannes sunn ang 1n2, der Arbeitsgebiete und die steigenden jährlichen Postportogelder(150 Reichethaler) hingewiesen wird. Diesem letzten Schreiben wird sogar die Königsgeburtstagsrede vom 3. August 1799 beidie#e. Eröffnung der Naturforschenden Gesellschaft Westfalen vom Direktor der Gesellschaft zu Brockhausen gehalten ist. Außerdem wird noch eine kleine Drucksache(Nachricht von dem Fortgange der westsälischen naturforschenden GesellJchr 1798) beigefügt. In dem Verzeichnis der Mitglieder werden 113 Namen aufgeführt. Doch diese Namen, die zumeist nicht Westfalen bezeichnen, aber berühmte Zeitgenossen in Jena, Göttingen, Hamburg, Helmstedt, Leipzig, Erlangen, Weimar usw. nennen sind wohl auf dem Papiere stehengeblieben. Ursprünglich war nur an Mitgliedr aus Westfalen gedacht. Große Leistungen hat die Gesellschaft trotz der vielen Namen nicht aufzuweisen. Wir haben noch eine Veröffentlichung aus dem Jahre 1799(Düsseldorf, Dänzersche Buchhandlung), worin Anweisungen gegeben werden, den Zucker aus einheimischen Pflanzen zu gewinnen. Sie hatte den Titel„Einige chemische Beobachtungen und Versuche über die d Zuckers aus eingeimischen Bflanzen, welche als Surrogate, ostindischen Zuckerpflanze, dienen können“ S# Verfasser war wiederum der Direktor der Gesellschaft Christian Friedrich Meyer. Königl. preußischer Kriegs=, Domänen= und Forstrat. Der Titel dieser Schrift war lang und vielversprechend, ziemlich dürftig und nichtssagend. " 28. Oktober 1799 schreibt Kriegs= und Domanenrat Meyer eine längere Abhandlung über die Verdienstuchneit der Naturforschenden Gesellwiederum zu dem Zweck, die königliche Gnade und Unterstützung zu erlangen dieses Bemühen ist vergeblich, die entsprechenden Instanzen behaupten, daß diese Gesell...noch nichts geleistet habe, was die gewünschte Unterstützung begründe. Mic. Januar. 1800 wurde das WestfälischMärkische Volksblatt herausgegeden— ein Blatt das wohl nur in einer Nummer erschienen ist— fino.#ir dort: 1. Zweck dieser Volksschrift für den Bürger und Landmann. 2. Lab nets=Reskript Sr. Maj. des Königs, die Authorisation dieses gemeinnützigen Volksblatts #streitend 3.„Allgemeine Pflichten eines jeden Nenschen, 4 Ued die Gesundheit der Landleute 5. Beweise der großen Fürsorge des so gnädigen: Landesvater gegen seine getreuen Unterthanen, den Druck der Beamten analngend 6. Ueber den Thee. 7. Beschreibung von der Kul##r Exdackeln, Eronüsse(Lathyrus tuberosus "„#der die Leinenmanufaktur in Westphalen. 10. Einige, Sittensprüche.— Dieses Seft Duodezformat) wurde selbstverständlich sofort ggc, nach Berlin geschickt. Allein, der Verham Bechirhsattng e dieles Heft in die Finger bekam, macht bissige Randbemerkungen. Auf Seite 3 z. B. kommt ein Drucksehler vor: für„ab“ ist„ba“ Bersin, Geheimrat schreibt daneben: „sawohl ba! Und das ist gleich das Klügste" Zu„utachten über diese Schrift, das in die Hände 953. Rinisters von Heiniß gelangt, fällt nicht sehr gunstig, aus, so daß wiederum die gewünschte zursung vo.„Seiten des Preußzenkönigs nicht #d. Kriegs= und Domänenrat Meyer zu ####r also trotz jahrelangem Bemühen rein Isel nicht erreicht. Bir können uns nicht vrenssicet ag wir das Vorgehen der Königl. uncen Regierung als berechtigt anerkennen Die Gründung der„Naturforschenden Gesellsa. st Westfalens hatte wirklich das nicht gehalten, was mit hochtönenden Worten und Bestimmungen und in byzantinisch gehaltenen Redewendungen war. Von den 113 hat außer dem Direktor Meyer keiner für diese Gesellschaft einen dieser Gesellschaft t ein Beisviel übler Vereinsmeierei aus alter Zeit Sollte vielleicht der Name Vereinsmeierei von m.ectau, Prregs= und Domänenrat Meyer zu Brockhausen bei Unna kommen?! . Interessant ist es, noch festzustellen, welches Echo diese naturforschende Gesellschaft Westfalens Oeffentlichkeit und besonders in Westfalen selbst gefunden hat. Die Oeffentlichkeitsmeinung 9lg. 9. Zeit wird am benen kund getan im „Westfälischen Anzeiger", der bei den Gebrüdern Mallinckrodt in Dortmund erscheint. In Nr. 84 und 85 dieser Zeitung(vom 22. und 25 Oktober 1799) finden wir eine ruhige und gründliche Erörterung über unsere Gesellschaft. Es wird hier durchaus anerkannt, daß es notwendig sei, die naturwissenschaftlichen Kenntnisse zu erweitern und zu vertiefen. Jedes derartige Bestreben, auch wenn es bescheiden sei, müsse begrüßt werden. Auch die Satzungen dieser naturwissenschaftlichen Gesellschaft, wie sie der Oeffentlichkeit kundgegeben waren, werden im allgemeinen begrüßt. Nur einige Widersprüche und Unklarheiten in Paragraphen 12, werden die Vor= und Einladungsregeln des Herrn als sehr unklar bezeichnetr Verfasser, der sich mit L. O. bezeichnet, kommt zu selgendem vernichtenden Urteil(S. 1344): „Ich bedauere es, sagen zu müssen, daß diese, gewiß mäßigen Forderungen bei der Direction der Arbeiten der naturforschenden Freunde Westphalens gänzlich bis jetzt unerfüllt geblieben sind, und daß unser gutes Westphalen in Hinsicht aller guten Wünsche zu einer gesellschaftilchen Bearbeitung der Naturkenntnis, durch dieses unreife Beginnen nun nur noch weiter zurückgesetzt scheint.“ Herr Direktor Meyer auf Brockhausen hat sich indessen nicht so schnell entmutigen lassen. Wenn er 1800 das„Westfälisch=Märkische Volksblatt"— allerdings wohl nur in einer Nummer— herausgegeben hat, so war dies wohl ein Gegenschlag gegen den Westfälischen Anzeiger. Allein, dieses Unternehmen war ein Schlag ins Wasser Merkwürdigerweise hören wir nochmals im Westsälischen Anzeiger, und zwar in Nr. 78 vom 28. September 1802. Hier kommt der Spott, den wir durchaus für berechtigt halten, zu Worte. Es heißt dort: Anfrage. Die Natursorscher in Brockhausen, von denen man glaubte, daß sie längst zu den Vätern versammelt waren, haben jetzt in Berlin bey Mazdorf eine Nachricht über den Fortgang ihrer Gesellschaft drucken lassen.— In dieser heißt es unter anderem:„Die sehr würdigen und gelehrten Männer, welche wir von neuem ausgenommen haben, werden unsere und des Publicums Hoffnung zuversichtlich erfüllen, weswegen wir um so eher ihre Namen mittheilen können—— Sie versichern, daß sie in der kurzen Zeit, daß die Geellschaft bestehe, schon viel Guthes gethan, und daß sie, so wie die übrigen gelehrten Gesellschaften. viel zur Aufnahme der Naturkunde beygetragen haben.— Endlich schließen die Verwalter der Geellschaft mit der Versicherung, daß ihre Verbindung sich schon in fremde Welttheile ausgebreitet habe, und daß sie bald den zweyten Theil ihrer Schriften herausgeben würden, da der erste Theil derselben mit Beyfall vom Publicum sey ausgenommen worden. Unter den neuen Mitgliedern werden dann unter anderen die Prediger Lehmann, Kurmann, Ehrenberg, Hoeker, und Krause genannt. Ferner Herr Harkort, Herr Schniewind, Herr Burchard usw. Sollte es nicht einem oder dem andern dieser Herren gefällig seyn, im W. A. eine kleine Nachricht davon zu geben, wie sie zu dieser Ehre gekommen, und wie das Diplom beschaffen isi?“— os ist dann auch im Westfälischen Anzeiger eine Antwort erfolgt, aus der in der Tat hervorgeht, daß Namen von Personen genannt worden sind, die vorher gar nicht gefragt waren Nicht nur die Regierung in Berlin, sondern auch der echte und solide Sinn der„Westfälinger" sat sich bei der Ablehnung dieser„gelehrten“ Geellschaft gezeigt, die im Jahre 1797 mit so hochtrabenden und anspruchsvollen Namen auftrat. Wir machen uns das Urteil ganz zu eigen, mit dem der Verfasser L. O. im Westfälischen Anzeiger (1799 Seite 1362) seine Kritik schließt: „Ich schließe diese undankbare Arbeit(die ich nicht unternahm, um das Urtheil derjenigen meiner Landsleute zu leiten, die diese Schriften kennen; sondern um das damit nicht bekannte Publicum von dem Inhalth und dem Werth des Werks zu unterrichten, und es öffentlich, als Nationalproduct verneinen) mit dem Wunsche, daß jene biedere Westphälinger, welche wahre Liebhaber der Naturkunde sind, sich durch dieses, in jedem Verstande unreife Unternehmen einiger Unberufenen nicht abhalten lassen mögen, zur Ausbildung der vaterländischen Naturkunde, auch allenfalls mit vereinten Kräften zu wirken. Es ist gerade die einzige gute Seite der getadelten Anmaßung. eine so wünschenswerthe Sache zuerst in Anregung gebracht zu haben.“ Unsere Kirchenpatrozinien. Von Karl Lamprecht. Das Studium unserer Kirchenpatrozinien, der „Herkunftsmarken“ der Gotteshäuser, ist für die Geschichte einer Gegend, und besonders für die Gechichte der Einführung und der Befestigung des Christentums von hoher Bedeutung. Wir erfahren da mancherlei vom Ursprunge und mitunter auch von dem Alter der Kirchen, von der Missionstätigkeit im Sachsenlande, auch von der Herkunft unerer Familiennamen. Die Patrozinien sind Quellen der Heimatgeschichte, die man nicht verschütten soll. der griechischen Sprache entnommene Wort „Kirche" bezeichnet das Gebäude als Kultusort, als „Haus des Herrn", wo Gottesdienste- abgehalten werden„zur Ehre Gottes, der allerheiligsten Dreialtigkeit, des heiligen Geistes, des Erlösers". So lautet in der ältesten Zeit regelmäßig der Anfang der Formel in den Urkunden, durch die die Beeascse hce e ese eic s gewisse kirchliche Rechte(Patronatsrechte) zustehen. eines himmlischen Beschützers wurzelt in der alten Sitte, die Kirchen über den Gräce. anderer Heiligen zu errichten, die damit von vornherein zu Anwälten und Fürsprechern der Kirche und aller dazu Gläubigen wurden. Wo solche Märtyrer und Heiligen sonen zu beschassen au... Reliquien von ihnen zu beschaffen, seien es auch nur Partikel. In paterer Zeit war keine Kirche ohne ihren himm. hen Paxron, und selbst die Reformationszeit, die # Heiligenaultus ars buich aufräumte, hat die alte Sitte, Schutzpatrone„u wählen, nicht ganz beseitigen können. Wir bauen auch heute noch ma auch diusr: Peiers= und Lutherkirchen, wenn man auch diesen Namen eine besondere Bedeutung „d sit zur als Unterscheibungs. kmele gelten lassen wit.. Immerhin lebte auch darin noch etwas von dem alten Geiste fort, da nur die Namen solcher Personen gewählt werden wiee###meinschaft der Gläubigen von Segen geGan Se i.### esgngelischen Bevoinerung auf dem Lande ist das allerdings anders. Da wählt man bei Kirchenbauten keinen himmlischen Patron mehr und die Erinnerung an die alten Patrone ist vielJ. geschw. den, zumal in Urkunden der Schutzumsfän wenn besondere Umstände das erfordern. Schon zu den Zeiten des schre Dieor."'s hehannten Heimatsor. schers Diedrich von Steinen. der die besten Verbindungen hatte und dem das reichste Quellenmaterial zur Verfügung stand, war man über viele Patrozinien im Zweifel, über andere in völliger Un. „Inigie us ist deshaw von besonderem Werte, die e noch festzustellenden Patrozinien vor der Vergessenheit zu bewahren. An der Spitze der Patrone steht natürlich „„ Betrus, ###postel“ der Stellvertreter Christi und oberster Hirt der ganzen Herde. Er war der Patron eirche#n. Die nach ihm benannten Kirchen sind vielsach von hohem Alter, so auch das um 700 von Suitbertus errichtete hölzerne Kirchlein auf dem„Hügel am großen Teich“ in Soest. der Kerke“, die zuerst die alleinige Pfarrkirche der Stadt mar. In unserer Gegend ist die Kirche zu Hohensyburg dem Apostelfürsten geweiht, Auch sie ist sehr alt. Die Soge erzählt, daß Papst Leo III. sie am Tage vor Weihnachten 777 in Gegenwart des Kaisers Karl des Großen und 416 Patriarchen, Bischöfen, Aebten und Priestern geweiht habe. Vorher sei sie ein heidstischer Götzentempel gewesen. Die Eroberung der Syburg durch die Franken im Jahre 775 steht geschichtlich fest. Eine Kirchweihe im Jahre 777 ist schon aus dem Grunde unmöglich, weil Leo damals noch nicht Panst #9# Moguch in, daß die von der Ueberlieferung berichteten Begebenheiten in das Johr 799 fallen daß Pepst Leo bei seiner Anwesenheit in Westsalen Greithor tae desui, dabe. Jedenfalls steht undestreitbar fest, daß die Peterskirche in Syburg uralt ist und die Mutterkirche des Reichshoses Westhofen war, daß auch der unweit davon entlprin. Shelset, frühester Zeit„Sanet PeterBorn“ geheißen hat. Es liegt auch durchaus im Bedaß Kaiser Karl diese Kirche s zen Gottesdienste unter dem Schutze des Apostels Petrus übergeben habe. Wir wissen, daß Spburg ein berühmter Wallfahrtsort war. Roch im 9. Jahrhundert traf hier ein reicher Italiener ein, als Kirchenbuße auferlegt worden war, die ...-gesten Kirchen im römischen Reiche zu beluchen. Ex ist dreimal auf den Knien um die Kirche gerutscht, hat sich in dem Wasser des Petersbrunnens gewaschen und das Geld, für das er Messen lesen lassen wollte, den Armen gegeben. . In der Kirche zu Schwelm war eine PetrusVinarte. Die Pfarrkirche in Wetter war den Aposteln Petrus und Paulus geweiht; auch die 1892 erbaute neue hatholische Kirche hat beide als Patrone angenommen; vorher waren die Katholiken nach Herdecke eingepfarrt. Von den übrigen Aposteln wurde in Westfalen besonders verehrt, der Lieblingsjünger Jesu, der vor dem Osterfeste des Jahres 43 unter König Herodes Agrippa als erster der Apostel den Märtyrertod erlitt. Der Ueberlieferung nach ist er der Apostel der Spanier gewesen, dem zu Ehren in San Jago di Compostalla eine Kirche erbaut wurde. Das darin gezeigte Grab des glaubensstarten Blutzeugen gehört seit alters zu den drei größten Heiligtümern der Erde: Jerusalem, Rom und Compostella. Wallfahrten nach hier galten als ein verdienstvolles Werk. Von Westfalen aus wurden ganze Pilgerzüge nach Santiago ausgeführt, seitdem im Jahre 1075 Bischof Anno von Minden nach dort gepilgert war und mit der dortigen Kirche einen Brüderschaftsvertrag abgeschlossen hatte. An den Stra