55 5ss 7 15 M SBIsCPgabPsbbauunOau SaSSSanSeasc 25-3an 257 222#22.. „3 883 3 3- E S 8 mnn.„A bewahren und der Gefahr ausgesetzt zu sehn, von den in einen. mmer vereinigten Arrest= tanten überwältigt, und dafür verantwortlich zu werden, wenn ein Stellvertreter einen Gefangenen ausbrechen läßt. Es wäre daher sehr zu wünschen, daß dieser Beschwerde bald möglichst abgeholfen, und die Klagen der hiesigen Bürger über diesen Gegenstand beendigt würden. hagen, im Februar 1822. Ein Hagener Bürger. Aus der Geschichte der Gemeinde Wengern. Zusammengestellt von A. Sonnenschein. Es ist verständlich, daß in der Lokalgeschichte kleinerer Gemeinden die Kirchengeschichte einen besonders breiten Raum einnimmt, stammen doch hausig die einzigen Aufzeichnungen von der Hand schreidkundiger Mönche und Pfarrer. Die Schreibweise unseres Ortsnamens hat sich mehrfach geandert. In alten Schriften finden wir Wyngern und Wingern, was wohl als Weingarten gedeutet wird. Freilich war der Weinbau in Deutschland in jener Zeit viel mehr verbreitet. Spater liest man Wenigern, und so wird unser Ortsname in der plattdeutschen Sprache auch heute noch allgemein ausgesprochen. Hierbei sei noch erwähnt, daß bei Altendorf. Kreis Hattingen, eine kleine Gemeinde den Namen Niederwenigern trägt. Da unser Ortsteil gegenüber der Wetterschen Ruhrbrücke Oberwengern heißt, so ist wohl anzunehmen, daß es sich bei dem viel weiter ruhrabwärts liegenden Niederwenigern um eine Wengersche Siedlung handelt. essar9 Die frühere Gemeindegrenze ging von Hohenstein(Felsen rechts an der Kreisstraße von Ruhrbrücke Oberwengern— Volmarstein) bis beinahe zur Ruine Hardenstein. Sie betrug in dieser Ausdehnung fast drei Wegestunden. Die zugehörigen Bauer= und Ortschaften waren: Kirchdorf Wengern Oberwengern, Esborn(Esbarn), Boßhöven. Albring= hausen, Silschede, Bommern. An Rittergütern und adeligen Höfen seien genannt: Skeinhausen, Hove, Schlehbusch, Dönnhof. Man nimmt an, daß Karl der Große in unserer Gegend das Christentum einführte. Bei seinem Juge gegen die Hohensyburg eroberte er zunächst die sächsische Wallburg auf dem Kaisberge(Kaisberg=Kaiserberg?). Hier errichtete er sein Heerlager und leitete die Eroberung der Hohensyburg. gur diese Annahme spricht auch das Alter der evangelischen Kirche. Sie wurde bereits im Jahre 1264 erneuert, wobei wegen der Festigkeit ihres Baumaterials schon damals auf ein hohes Alter schließen konnte. Aus späteren Erneuerungen seien zunächst noch folgende Zahlen genannt. Der unter Teil des Turmes trägt die Inschrift: 18. Oktober 1678, der Schieferturm 1743. Die Inschriften der drei alten Glocken, von denen die beiden größten im Weltkriege eingeschmolzen wurden, lauteten: Die kleinste Gloche: T. Anthonius heit 1o., Johann Schluck gott mich anno 1529; die mittlere Glocke: Ich habe einen hellen Klang und die leuthe zum Kirchengang, meine Stimme besteht in Ertz, Gott erfordert der Menschen Hertz. a.# Perrus—.— Johann Dirch; die größte Glocke: Gott allein die Ehre. Einige Tage nach dem Absterben unseres 80jährigen, verdienstvollen Pastors David Davidis, ist diese Glocke gegossen im Dezember 1792. Der„kleine Anton“, wie die kleine Glocke in der Bürgerschaft allgemein heißt, hängt noch heute im Turme.— Die Turmuhr stammt aus 1740, der Taufstein aus 1689, ein Vorlesepult. einen Pelikan darstellend, aus 1688. Vor dem Altare liegen eine Anzahl von Pfarrern der Gemeinde begraben, außerdem einige Besitzer des adeligen Hauses Hove. Bezeichnungen, die an die beidnische Zeit erinnern. sind u. a.: Opfersiepen. Hilligloh und Bras berg. Letzterer liegt an der Einmündung mehrerer Täler, und brasen bedeutet lohen. So kann wohl angenommen werden, daß auf dem Brasberge eine heidnische Opferstätte lag. Unter der Herrschaft, des Herzogs Wilhelm von Cleve. der zugleich Graf v. d. Mark war. trat die Gemeinde Wengern geschlossen zur Lehre Luthers über. Am Sonntag Rogate 1543 erteilte der da malige Pfarrer Hildebrand Schluck vormittags 11 Uhr der Gemeinde zum ersten Male das Abendmahl in beiderlei Gestalt. Zur Erinnerung hieran wird in der hiesigen evangelischen Kirche noch heute täglich um 11 Uhr die Betglocke geläutet. Hilde brand Schluck stammte von dem noch jetzt erhal tenen Schlucks Hof. Das jetzige Gebäude ist Eigentum der Gemeinde. In seinem altertümlichen Baustile und seiner vorzüglichen Erneuerung bildet es einen Schmuck unseres Dorfbildes. Neben der alten Inschrift„Anno 1599“ steht„umgebaut 1923". Bei diesem Umbau fand sich ein im Kamine eingemauertes, urnenartiges Gesäß, das Körner Aehren und eine völlig zerstörte und unleserliche Schrift enthielt. Die Kaminsteine wurden damals dem Dorfmuseum in Grundschöttel überwiesen Gegenüber diesem Gebäude steht als weiterer Zeuge alter Zeit die jetzige Wirtschaft„Zur alten Zeit“. man hat dieses Gebäude für ein früheres Kloster gehalten. andere erblicken in ihm den allerältesten Pfarrhof. Jedenfalls deuten seine mit lateinischen, griechischen und hebratschen Inschrinen versehenen Eichenbalken auf schreib und wissenshundige wohner hin Pfarrer Hildebrand Schluck stand mit Luther in Briefwechsel, seine Gemeinde war die erste in der Mark, die zum neuen Glauben übertrat. Die Pfarrer anderer Ortschaften holten sich bei ihm Rat und Unterweisung. So entstanden mit seiner Hilfe die neuen Gemeinden in Gevelsberg. Volmar tein. Wattenscheidt, Bochum und Uemmingen. Der Familienname Schluck ist auch heute noch mehr ach in unserem Ort vorhanden. Zur Zeit tragen noch zwei derselben den Vornamen Luther, was wohl mit Sicherheit die Jahrhunderte hindurch auf jenen Pfarrer Hildebrand Schluck zurückzu führen ist. Sein Nachfolger war Crato Vorstius, auf ihn folgte der bekannte Johannes Fabricius. Er zeichnete sich durch große wissenschaftliche Bildung und Treue im Amte aus. 1590 predigte er gegen die Sabbathschänder, die er„eine Rotte der Sünder und Schar der Gottlosen" nannte. Er durchlebte mit seiner Gemeinde die Schrechnisse des Dreißigjährigen Krieges: Hunger, Mord, Brandschatzung und Pest. Sein Sohn Heinrich war bei ihm Pfarradjunkt. Im August 1634 belagerte eine Schar räuberischer Lothringer das Pfarrhaus(altes Pfarrhaus am Friedhof). Der Sohn wollte mit ihnen verhandeln, wurde aber von einem„solchen Bar baren" im südlichen Fenster erschossen. Dieses Pfarrhaus, erbaut 1611, ist durch seine ganze Bauart, besonders die meterdicken Mauern. für eine Verteidigung wohl geeignet. Eine ähnliche Anlage zeigt auch der schon erwähnte, 1599 erbaute Schlucks Hof. 1636 wütete, eingeschleppt durch Kriegsvölker, die Pest. Die Bauerschaften verodeten, manche Häuser waren völlig ausgestorden, und die Aecher konnten nicht bestellt werden. Bommern blieb verschont, und seine Einwohner fürchteten sich. in dem verseuchten Wengern zur Kirche zu kommen. Da predigte ihnen der 91jährige Fabricius in der Deipenbecke an der Grenze nach Bommern unter freiem Himmel. Am 21. Mai 1843 errichtete die Gemeinde an dieser Stelle anläßlich der Dreihundertjahrfeier ihres Uebertritts zu Luthers Lehre einen Gedenkstein mit seinem Namen und Jahres zahl. Alljährlich halten hier am Sonntag Rogate die Gemeinden Wengern und Bommern eine unter dem Namen„Pestgottesdienst" bekannte kirchliche Feier ab. Unter seinem Nachfolger. Pfarrer Dröghorn hatte Wengern 1672 und 1679 unter Einfällen der Franzosen zu leiden. Um die Taus=, Trau= und Sterberegister der Kirche zu sichern, brachte man diese ins Kloster Beienburg bei Schwelm. pier verbrannten sie 1679 bei der Einäscherung des Klosters.— Obwohl der Name dieses Pfarrers ausgestorben ist, heißt hier auch heute noch ein Hof„Dröghorns Hof“.— 1698 herrschte große Teuerung, das Malter Roggen kostete 8 Taler. Unter Pastor David Davidis 1736—92 wurden in er„Gemeinde zwei Stiftungen gegründet: 1. Der Kriegsrat von Schwachenberg. Erdherr zu Hove und Schlehbusch, der vor dem Altar unserer Kirche begraben liegt, ordnete durch Legierung eines Kapitals 1754 den nachmittägigen Gottesdienst an, welcher in gleicher Weise abgehalten wird. wie im Franckeschen Waisenhause zu Halle. Sein Sohn vermachte den Armen der Gemeinde tausend Tale., 2. Vastor David Davidis begründete 1758 die Pfarr=Witwen= und Waisenstiftung in hiesiger Gemeinde. .1740 hostet ein Malter Roggen, Wengernsches Maß. 12 Taler, 1745 raffte eine große Biehseuche, die besonders in Esborn wütete, sast alles Vieh dahin. Am 18. Februar und 3. Juni 1755 erschreckten Erdbeben die Bevölkerung. Am 24. November 1758 wurde Johann Diederich Schluck, ein Nachkomme jenes Pfarrers, von plündernden Husaren erschlagen.—— Ernst Heinrich, der Sohn von David Davidis. war hier Pfarrer zur Zeit der Fremdherrschaft. Er hielt während der Freiheitskriege wöchentlich Betstunde ab und seierte mit seiner Gemeinde die Siege der Verbündeten. 1817 war wieder Teurung. ein Scheffel Roggen kostete 15 Taler. ein elfpfündig Brot 63 Stüber(13 Stüber= 50 Pfg daher hieß ein Fünsgroschenstück: Drüttiener.)— Bekannt geworden ist Henriette, die Tochter von Ernst Heinrich Davidis. als Verfasserin von KochGarten= und Haushaltungsbüchern. Weniger bekannt ist, daß sie auch einen Band Gedichte schrieb. Der Kamin, an dem sie ihre Kochrezepte probierte und zusammenstellte, ist beim Bahnneu bau Witten—Schwelm in unmittelbarer Nähe des Pfarrhauses in die Bahnunterführung eingemauert worden. So wurde dieser Kochkünstlerin ein eigen artiges Denkmal gesetzt Bis„um Jahre 1811 hatte unsere Gemeinde einen Pfarrer und einen Vikar. In diesem Jahre wurde auf Anordnung der Behörde der Schuldienst vom Vikariat getrennt. Es wurden zwei Pfarrer und ein Lehrer angestellt. Unter den ersten Lehrern ist noch Homrichhausen, oder wie er von seinen fruheren Schulern genannt wird, der„alte Hom“ bei den älteren Leuten in gutem Gedenken. Seit 1834 war er hier tatig. 1881 sollte sein 30jahriges Jubilaum geseiert werden. Die Vorbereitungen waren in vollem Gange. Da teilte die Regierung mit, daß laut Anstellungsurkunde die offizielle Frier erst in drei Jahren sein dürfte. So seierte man inossiziell den Tag seiner fünfzigjährigen Amtslatigkeit. Er blieb noch bis zum 1. Januar im Amte, so daß man auch nochmals offiziell seiern konnte, hat also über 55 Jahre in Wengern omtiert. Seine früheren Schüler schildern ihn als stimm= und redegewaltig und kennen noch manchen von ihm gedichtelen Vers. Am 2. Februar 1852 bekam Wengern die erste Post. Deren Geschäfte wurden Lehrer Homrighausen gegen eine Jahresentschädigung von 180 Talern übertragen. Eine Paket= und Personenpost fuhr täglich einmal nach Witten. Als 1873 die Ruhrtaleisenbahn eröffnet wurde, da hatte die kleine, zweisitzige Kalesche natürlich ihre Dienste getan. 1838 sank bei Bommern die Ruhrfähre mit 13 Insassen. Unter den Ertrunkenen waren Kirchmeister Huck vom Schlehbusch und Lehrer Schönborn aus Grundschöttel. 1882 wurde die Fähre durch die Ruhrbrücke ersetzt. Bekannt ist, daß Hoffmann von Fallersleben häufig in unserer Gemeinde weilte. Er war als Gast auf Haus Hove am Bahnhof Oberwengern. 1920 wurde an der Brandruine des ehemaligen Wohnhauses daselbst eine Bronzetafel mit seinem Jugendbildnis und folgender Inschrift enthüllt: Hofsmann von Fallersleben, der Dichter des Liedes „Deutschland, Deutschland über alles“, weilte sieben Mal auf Haus Hove als Gast seiner Jugendfreundin Henriette von Schwachenberg. Zum ersten Mal kehrte er Ostern 1820 hier ein. Er nannte das Ruhrtal bei Wengern eins der lieblichsten Taler Deutschlands. Gewidmet im Jahre 1920. Nachdem sich Silschede und Bommern zu selbständigen Kirchengemeinden gemacht hatten, hob die Behörde am 1. April 1890 die zweite Pfarrstelle hier auf. Ihr letzter Inhaber war Dr. Gelderblom. Als die Behörde bei der Abtrennung von Bommern Schwierigkeiten machte, traten dort etwa 200 Personen aus der Kirche aus. Erst nach vielen Verhandlungen wurde der Streit beigelegt. Bei diesen Abtretungen schnitt die Gemeinde Wengern so gut ab, daß ihre Mitglieder bis zum Weltkriege keine Kirchensteuern zahlten. Bei umfangreichen Erneuerungsarbeiten an der Kirche 1891 wurde ein in einer Nische eingemauerter Schädei gefunden. Da das Gotteshaus früher dem Schutzheiligen Liborius geweiht war, so glaubte man, den Schädel dieses Heiligen gefunden zu haben. Diese Meinung entbehrt jedoch jeder Grund lage. Bei der Neuaufrichtung der Kirchenmauern hat man einen wunderbar erhaltenen, alten Grabstein in eine Umfassungsmauer gesetzt. Er war einst das Grabmal des Ehepaares Georg GroßBarney und Margareta, geb. Mertens. Der oberste Teil des Steines trägt den Spruch: Wir warten. Herr, auf dein Gericht, das uns ein gnädig Urteil spricht. Darunter sind zwei ausgehauene Wappen mit Umschriften. Die Umschrift links lautet: Georg Groß=Varney Receptor Dift. Bolmarstein. Natus 1663, denakus 1744. (Deus protector meus— Gott ist mein Beschützer.) Receptor heißt wohl Steuereinnehmer, Dist.— Distrikt. Unten auf dem Steine steht noch dieser Spruch: Ach. steh ein wenig still, mein lieber Wandersmann, und denke, daß dir bald auch widerfahren kann, daß du, der du bist heut noch frisch, gesund und stark seist morgen krank und tot, ja, liegest gar im Sarg. 1891 trennt sich Bommern als selbständiges Amt vom Amte Volmarstein ab. Am 1. Mai 1900 traf unsere Gemeinde ein harter Schlag. Der Sitz des Amtsversammlung sollte nach Volmarstein verlegt werden. Dieser Beschluß gelangte trotz Protestes Wengerscher Bürger beim Landrat, Kreisausschuß. Oberpräsidenten und Minister am obigen Tage zur Durchführung. Während die umliegenden Orte Wetter und Volmarstein um diese Zeit infolge ihrer Industrie bereits mächtig emporblühten, schlief unser Ort im Schoße seiner Berge den Dornröschenschlaf. Auch die Einrichtung des Güterbahnhofes 1899 brachte nicht so bald die ersehnte Industrie. Erst 1905/06 wurde die damalige Verzinkerei erbaut, 1908 begann man mit dem Bau vom„Stahlwerk Mark“, und nun entstand im Osterfelde ein ganz neuer Ortsteil. 1909 grub eine Gesellschaft auf der Stollenzeche„Markana“ nach Kohlen. Doch hatte das bald ein Ende, und der Schluß waren Bergschäden und Wasserprozesse. Die Stillegung der Randzechen traf auch unsern Ort schwer. Hier schwang schon seit den ältesten Zeiten des Ruhrbergbaues der Bergmann die Keilhaue, und die durch ihre Kotten mit der Heimat sest verwachsenen Bergleute gaben unseren Dörfern geradezu ihr Gepräge. Manche derselben sind in die Industriegebiete an der Emscher ausgewandert, die Jugend hat sich meist auf die Eisenindustrie umgestellt. Die letzten einheimischen Bergleute arbeiten auf entfernt liegenden Zechen und werden zum Teil täglich durch Auto zu ihrer Arbeitsstätte nebracht. Es ist wirklich zu bedauern, daß unser alter, angesehener Bergmannsstand ein Opfer der Zeit wurde. Verantwortlich: Ernst Lorenzen in Hagen. Druck und Verlag: Gustav Butz in Hagen. ESE SRISSSSBSSESES S SSSSSSSSSSSSSSSS Heimatblätter Monatliche Beilage zur Hagener Zeitung Glocken und Glockeninschriften hiesiger Gegend. D. D. Frommann Die Verkünderin der menschlichen Schicksale oben im Kirchturm nimmt, obwohl selbst herzlos und ohne Ritgefühl, doch mit ihrem ehernen Klang an dem stets wechselnden Geschicke des Erdensohnes. Was sie selbst nicht weiß, zeigt sie trotzdem„geschicklich an, daß nach ihrer Sprach sich jeder richten kann.“ Tag für Tag redet sie deutlich und recht eindringlich zu uns Sterblichen, el, buß sie zum Morgen= und Abendgebet auffordert, oder als Uhrglocke uns zuruft:„Hin geht . zu her kammt der Tod““ und damit mahnt, die flüchtigen Erdentage weise auszunutzen. oder uns ausfordert, die Heimat der Seele dort droben Srea df#e suchen., pei wir dier keine bleibende Stuli h.ben. Manch ehrwürdiges Glöcklein hat durch Jahrhunderte hindurch treu einem Geschlechte nach dem andern auf seines Lebens wechselvollem ang# venz.„ Lald ertögte, sein metallner Mund un sso be., Festesiubel, bald trauerten bange, dumpfe Schläge um den Heimgang lieder Weggenogen, und da. siebliche Baiern am Vorabend erklang empfänglichen Gemütern aus einer jenseitigen, besseren Welt. Ii.#####t es naturlich, oaß man im Mittelalter die Slechken, personifizierte, innen Kamen, meistens berühmter christlicher Persönlichkeiten gab. heseotevolle Inschriften, fürbittende Kraft u. a. ###r die älteste Gloche unserer Gegend, das TotenschestsJohrhundert stammende sogenannte nach Anschritt in### er## pe hat weder Ramen 299 Jnschr#, aver von schöner, edler Form L..5 segenwgxtig noch als Uhrgloche. Eine nicht viel jungere Glocke in Halver mit einem Durchmesser von 1,12 Meter und der Jahreszahl eine Inschris., sie ist aber nicht voll#r. Eine ungefähr gleichaltrige und Sie Prschre der Gemeinde Kierspe trägi vocor, 0 rex glorie rpe(Christe) cum pacr. komm mit Frieden.) l, sorreformal gischer Zeit bekamen viele Slocken den Namen Maria, unter diesen ist auch die älteste„a Bolmarstein mit einem Durchmesser von 0.93 Meter und der Aufschrift: wea maria byn ych genaunt, ihe rd(Jesus Christus) wan ich rope. so komet to hant und gevet gode lof ere und danck, auno dai 1171. Inschriften haben die Marienglocken zu Hulscheid: Nonemder 1501.) Fast dieselbe Inschrift— nicht den Namen Stephanus— gab man im 16. Jahrhundert den beiden Berchumer Glocken und 1651 der größen in Elsey. In Ohle weihte man die größte noch vorhandene Glocke dem heiligen Mauritius: (st. mauritius syn ych genant. wan rch rope, so comet to hant. 1480.) Ender Glocke aus dem Jahre 1426 trägt den Namen Urban(jbezus maria urban' op ct) Die mittelalterliche zweite Glocke Plettengeras zuar nach der heiligen Katharina benannt. In der Zeit, als die große Plettenberger Kirche gedaut worden n., si.nd diese wenige in besonderem daxan siteht, daß der Graf Engeltobs eine Wallfahrt nach ihrem Grabe der Sinai=Halbinsel unternahm. Daher lautete ## schrift der zweiten, der Bürger= und SturmSunte Catrina sin eck geheiten, Lat sol dat ganze Kerspel geneiten. Die mittlere Glocke zu Hülscheid heißt Maria Nagdalena, und ihre Inschrift ist: S. maria magdalena so bin ych genant wan ych rope so komt to hant und gebet gode erc und danck, anno d. 1487 Einführung der Reformation erhielten die Glocken nur noch selten Namen. Sie wurden „#e. scheid 1680„zur Ehre Gottes" und 1750 „zum Lobe des Herrn" bestimmt. Bisweilen enthalten die Inschriften ernste Mahnungen an das unruhevollen Erdenwallen dahinlebende Geschlecht. Auf einer Werdohler Glocke aus dem Jahre 1687 stand:„Heute so ihr seine Stimme „rncriet eure Heigen nucht“. Die 1834 gegossene Plettenberger Betglocke mahnte: Ernst ertönt der Ruf des Herrn: .. Thristen hört es nah und fern! Seit 1872 soll die größte Gußstahlgloche der evangl. nuche zu Voele der Gemeinde das Wort des Propheten Jeremia(22, 29) zurusen:„Land. Land, höre des Herrn Wort!" Die kleinste und zugleich jüngste Breckerfelder Glocke bittet: nie glarke gleichsam ruft. kommt und Chuf. war gottes wort euch lehret. 1749. ähnlich die mittlere Glocke zu Wengern: ich habe einen hellen klang und rufet die leuthe zum kirchengaug gott erfordert der menschen bertz meine stinune bestehent in ertz. anno 1710. maris vocor, ich ere goodl yn myur achalle. 0 maria bydde vor uns alle, aund dai 1482. Und zu Breckerfeld: maria bin ich genant allen cbristen bekannt, einen Trien schal get ich von wer... genad... ich sei fri. 1558. Auf der 1195 gegossenen Werdohler Mariengloche stand: S. maria vocor. o heilige maria byüde vor uns alle. anno dni 1495 ihs xpe. Meihger ader i. sener Zeit mit Vorliede verehrten „Mutter Gottes" erscheinen in den Glocheninschrif u. die„Namen mancer anderen Heiligen. Richt selten handelt es sich hierbei um den Patron der Kirche, wie das die größte. 1725 beim Brande Blettenbergs geschmolzene Glocke klar zum Ausdruck brachte: Dey grote Lambertus ist unse Patron Dey helpet uns in des Himmels Thron. Noch zur Zeit der Resormation bekam Brekkerfeto die nach der dortigen Patron denannte Glocke mit der Aufschrift: jakobus gloriose patrone nostre salutis opifer vocor ut digna demus caniia nostra dirumpe macula*) 1558. Die noch etwas jündere Martine-Glocke der Hagener Johannis= kirche erhielt die Inschrift: sankt martinus beischen ich zum dienste gottes roffen ich de dotten beclagen ich. anm domini 1590. johannes wippermann nastor jorgen dem diek jorgen moller beide kirchmeister jorgen berkert kuster heinrich van kollen gauß mich. Lengern hat eine Antonius=Glocke aus dem Jahre 1521(anthonius heit ich johan schick goß mich), Ende eine Stephanus=Glocke(scs stephan vocor 0 vos audite voco ad gaudis vitc jhs anno d'm 1501.— St. Stephanus heiße ich, höret, ich rufe euch zu den Freuden des Lebens. Jesus. Im Jahre des Herrn Ungefähre Uebersetzung: Jakobus heiße ich. Unser ruhmreicher Patron. Urheber des Heils, tilge unsere Sünde, damit wir entsprechenden Dank bringen. Groß ist die Zahl der Glocken, deren Aufschrifneomen# wichtige Zeitereignisse, namentlich auf Brandunglücke und Kriegszeiten. Könsahls kleinste Glocke erinnert an einen großen Brand: Meine zwei großen Brüder reden schoen und nelt ich klage aus der Feuerstatt. heißer Glut(a. d. 1766, 26. Okt.) durch Gottes Zorneswut. Von einem schon weiter zurückliegenden Dorfbrand die kleinste Herscheider Glocke mit lateinischen Worten. die in deutscher Uebersetzung heißen:„Diese Glocke ist nach dem unglücklichen 1. April 1686 zur Ehre Gottes und zum Gebrauch der Herscheider Kirche gegossen worden.“ Nach dem Brande Plettenbergs gab man der dortigen größten Glocke die bezeichnende Inschrift: lea exislium T’lettenbergense terribile.(Wehe! schreckZerstörung Plettenbergs.) Während dieses fürchterlichen Stadtbrandes im Jahre 1725 sind alle Glocken geschmolzen und mußten deshalb neu gegossen werden. Im Hinblick auf diesen Glockenguß dichtete ein Ungenannter folgendes auf den Gebrauch der Glocken gerichtete Rätsel:„Einige aus dem Feuer und Grabe herausgeführte und aufgehangene Schwestern führen nach empfangenen harten Schlägen dieses Gespräch: Die erste(Betglocke): Tosco preces, ad sacra voco. postremague solro. (Ich sordere Gebete, rufe zum Gottesdienste. erweise die letzten Anordnungen.) Ihr Leute, betet an. kommt höret Gottes Lehre Ich zahle nach dem Tod die letzte Schuld und Ehre. Die zweite(Sturmglocke): Terrens notifico Hlammas& convoch cires. (In Schrecken setzend verkündige ich Feuersbrünste und rufe die Bürger.) Ich schrecke, wenn Gott straft mit Krieg und Feuersflammen, Auf meinen Wink tul sich die Bürgerschaft zusammen. Die dritte(Tolenglocke): ('u pracco mortis mortalihus indien mortem. (Gleichwie ich als Herold des Todes den Sterb lichen den Tod anhange.) Merkt auf, ihr Sterblichen. und diese Stimme deutet, Ich will, daß da ihr lebt, zum Tode euch bereitet. Alle drei zusammen: Tam lacto canimus quam tristi cantica cann. „(Wix lassen sowohl bei freudiger als bei krauriger Gelegenheit Gesänge ertönen.) Wir führen ein Gesänge und stimmen alle sein, Wenn sich bald Fröhlichkeit, bald Trauern stellet ein. " Die vierte(Uhrglocke): quod ignoro certa ratione propalo. „###oas ich selbst nicht weiß, schlage ich in bestimmter Weise weiter.) Ich zeige, was ich selbst nicht weiß, geschicklich an, ##ug nach meiner Sprach sich jeder richten Eine während des Siebenjährigen Krieges gegossene Glocke der Kirche zu Halver hat folgende Aufschrift: Hacc nova tuba Dei clangit dum hella geruntur, Haltera conveniat, nostri Deus alme memento! 4. Rose 10, 9 und 10. In bellis resonat nostras campana per oras; Nos Deus et nostra protegat alta fana! (Diese neue Glocke ertönt, während Kriege geführt werden; Halver möge zusammen kommen! Gott wolle sich unser gnädig erinnern! In Kriegszeiten tönte die Glocke durch unsere Fluren: Gott wolle uns und unsere hoch gelegene Kirche schützen!) Die Hauptkirche zu Plettenberg hat 1920 als Ersatz für die im Weltkriege abgelieferten drei neue aus Gußstahl bekommen mit Aufschriften, die in innigem Zusammenhange miteinander stehen und einesteils von den verhängnisvollen Folgen des Weltkrieges zeugen, anderseits aber auch das gegenwärtige Geschlecht zu hoffnungsfrohem Gottvertrauen. Gebet und treuer Arbeit auffordern mit den Worten: Größte Glocke: „Seid fröhlich in Hoffnung!“—„Auf dunkle Nacht folgt noch ein deutscher Tag!“ Zweite Glocke: „Geduldig in Trübsal!“—„Einst bricht der Derr der Deutschen Schmach!“ Kleinste Glocke: „Haltet an im Gebet!“—„Doch auch zu ernster Arbeit mahnt der Glockenschlag!“ Andere Inschriften verkünden etwas aus der Ge schichte der betreffenden Glocke, wie die mittlere verscheider, deren Worte(ins Deutsche übertragen) sind: Nachdem diese Glocke gesprungen war, ist sie jetzt umgegossen worden zum Lobe des Herrn durch den sie feststehen wird; das bitten wir von Herzen. 1750. Die größte Glocke zu Wengern hält das Andenken an einen Pastor der Gemeinde wach: gott allein die chre am tage des absterben unseres 90jschrigen verdienstvollen ersten nastoris david daridis der sein amt 56 jahre mit wahrer rechtschaffenheit gefneret hat ist diese glocke gegossen worden. 1792. mancherlei Inschriften der heimatlichen Glocken bestätigen Schillers Worte: Was unten tief dem Erdensohne das wechselnde Verhängnis bringt, das schlägt an die metallne Krone. die es erbaulich weiter klingt. Gedanken auf dem Gottesacker zu Hagen. Unter dieser Ueberschrift dringt der„Rbeinisch=Westfälische Anzeiger“ in seiner N. 40 des Jahrganges 1822 die nachfolgende Betrachtung von unserem Buschey=Friedhof: Heute vor zwölf Jahren, es war am Östermontage 1810, wurde diese Stätte eingeweihet. Eine zahllose Menge Menschen, von denen schon viele unter diesen Grabeshügeln ruhten. füllte damals die Räume dieses Gottesackers. auf welchem schon des nächst folgenden Tages der erste Todte dem Schooße der Erde anvertraut wurde. Schade! daß es meinem Gedächtnisse entfallen, wer dieser zuerst Begrabene geweesn?— Wieviel mogen ihm in den 12 Jahren gefolgt seyn und jetzt hier schlasen! Auch Dich. mein ewig unvergeßlicher Lehrer Dahlenkamp, hat man bereits durch diesen Eingang zur Ruhe gebracht. Du warest in Wahrheit was Deine Grabinschrift sagt: Ein achter Lehrei in Wort und That. Hier ruhest Du an der außersten Nordseite, so wie Dein treuer Mitarbeiter, der Dir schnell gefolgte Kirchenrath Aschen= berg an der äußersten Südseite dieses Todtenfeldes. Ihr hab so Eure treu geweidele Herde in der # s• M CEESIS 2 S S 555 1358555 62OE B 58 Mitte. Euer Andenken wird in den Herzen alle: guten Gemeindeglieder Hagens nie verlöschen. Schön ist die musncr von diesem Bergeshügel auf die nahe liegende Stadt, auf ihre Umgebung und die dorthin führenden Kunststraßen von Herdecke und der Enneverstraße. Welchein Wogen und Treiben dort in den Gärten, Wiesen und Feldern!(Unser Hagen hatte 2000 Einwohner!) Welch Gewimmel auf den Straßen! — Doch. nur noch einige Jahre— und auch Euch, Ihr Arbeiter und Wanderer, deckt, so wie mich, hier und anderswo, ein Grabeshügel.— Wie schön ist jetzt der von Hagen hierher führende Weg! und wie angenehm wird es für die von der Enneperstraße kommenden Leichenzüge seyn, wenn dieser Weg auf die kurze, an manchen Stellen so sehr schlimme Strecke von hier bis auf die Chaussee fortgesetzt seyn wird! Ein Enneversträßer. S S0Sy OSEGSI SS•-AES O 5—•• E 0.2 0 ——. 1"— 8 8 •— G =• 0— OEEER S 0.1• DMOEE ###8 8n 9858 □ 2 8 —.—*——— — S S GEE 9. an S S6 EBSESE OEEEUEENT S 1.T8 S S-GE O SoOHEERGO 955622 —U 8 1 ## G1 S#S9 S 3„SOgSE „Oog-nE „AEUEBGLENSE TONEE TEE n***•- B. 0 5 SAASSE = S 8 DS SHE SSTEE 70 EEEEE * 0 G 2 —"=— Gn. S„SSSE SSäSScs SÄASSDSSE S #-S-APSSESDSTSOSORE PönSSEEN „.0* ZETSOSOOE S#-öhTEETTEESE: AEanEeeA--a, an P BEE•-O— GESGSE: S.B BHEZOOgI0 * 5— S OE5—□ SBLEEESSSGP LTTTSE S. SögESBPSESSSTLE E„-ERG 9.I3ETT Une ·.— 0.— 9..2 *—„ CTZon # 6 EEE à 5 S " E B— O E UX— SOSEES E KIS 1 5.5 -"•ÖETT* 9 T.TUTES EB SESSSTOSSS, S ESHSSSSSSSESSSEESSSSBSSSS S 5.5 — 5 —. 0— S E0" O E E g—.— E.5 TanCAT G—— —2• 9174 S#E5R 5g S SSSSESE *"* Ein Leibzuchtvertrag aus alter Zeit. Originalurkunde im Besitze des Herrn Fabrikanten J. L. in Haspe. Mitgeteilt von Heinrich Casack. Die Nachkriegszeit und insbesondere das Jahr 1923 waren gekennzeichnet durch eine geradezu beispiellose Entwertung unseres Geldes. Uendlich viele Menschen kamen durch sie an den Bettelstab. Bielfach handelt es sich um solche Leute, die sich ihr Leben lang redlich geplagt und mit eiserner Sparsamkeit soviel zurückgelegt hatten, daß sie die sichere Hoffnung hegen durften, ein geruhiges, sorgenfreies Alter verleben zu können. Ihr Glauben an die Wertbeständigkeit des Geldes ist bitter ent täuscht worden. In früheren Jahrhunderten hielt man es mehr mit den Naturalien, wie der nachstehende Vertrag, der in der Voerder Gegend abgeschlossen wurde, beweisen dürfte. Actum am H... den 19. Juny 1798. Zur Leibzucht Der Eheleute Johann Caspar H... am H..., wenn dieselben ihre Güter übertragen, so soll Conßessionarius ihnen zu liefern verbunden sein wie folget: tlich. Eine Kuh zu Winter= und Sommerzeit auszufüttern so wie seine eigene, auch Milch und Butter von derselben gehörig zu sammeln, auch wenn die Kuh güste ist, sie nothdürftig mit Milch zu versehen. 2teas. Im Garten die obersten Stücke nächst der Straße mit den beiden Rabbatten zu düngen, zu graben, zu säen und rein zu halten. Ztens. Ein Sechzig Erdäpfel zu pflanzen, zu düngen und auszugraben, ins Haus zu schaffen, aus dem Klotkampe nach Belieben zu ihrem Gebrauche zu nehmen und ein Sechzig Flachs zu säen, zu jäten und an den Kloben rein zu liefern. 4tens. Wöchentlich ein Brot und 2 Reihen Weißbrot. 5tens. Wöchentlich 3. Pfd. bester Kaffeebohnen. ½ Pfd. Zucker. 6tens. Jährlich 150 Pfd. Schweinefleisch und 40 Pfd. Rindfleisch. 7tens. 30 Pfd. Weizen= und 20 Pfd. Habermehl oder Grüze, wie sie es verlangen jedes Jahr. Stens. Jährlich 12 Reichstaler an baarem Gelde, schreibe zwölf Reichstaler alt Geld. 9tens. Freyes Licht und Feuer, Waschen, Schuhschmieren und Aufwartung in Tagen des Alters und Unvermögens. 10tens. So lange die Eltern mit Conßessionarius essen, und er also diese Stücke nicht in natura liefern muß, soll er 11tens. denselben die benötigten Schuhe und Strümpfe geben. In einer sich an diesen Vertrag anschließenden weiteren„Punctation“. in der die Verteilung des Erbes auf die Geschwister geregelt wird, wird dann noch bestimmt; daß der Hofeserbe die elterlichen Schulden zu bezahlen habe, 2. So lange die Eltern leben, soll Ceßionarius die oben beschriebenen Leibzuchtposten getreulich abführen und leisten, und ob dieselben nun gleich beym Absterben eines von ihnen zur Hälfte wegfallen, so soll die Kuh doch bleiben. Diese Kuh nehmen die Eltern jetzt aus den vorrätigen, Ceßionarius muß solche aber auf Verlangen der Eltern verwechseln. oder wenn sie crepierete, durch eine neue ersetzen. 5. Aus sämmtlichen Mobilien und Bestialien wählen die Eltern dasjenige, was sie zu ihrem Gebrauche verlangen. Die übrigen Mobelien, Bestialien und Waren werden unter den Erben versteigert und das dafür herauskommende Geld den Eltern zu ihrer lebenslänglichen Verwaltung und Benutzung übergeben, sowie auch sämtliche ausstehende activ Forderungen, in betracht sonst die Leibzucht zu gering gesetzt seyn würde. Die Herren von Ergste. Von H. Esser. (Nachdruck verboten.) II. Johann geriet später— wie und wann ist uns nicht bekannt!— in die Hände der Dortmunder wie aus einem Notariatsinstrumente des Johann genannt Nackede hervorgeht. Vor ihm erschien am 12. Dezember 1379 Johann von Ergste und dessen Gemahlin Drude(Gertrud und erklärten, daß sie ihrem Verwandten Hildebrand Eycholt, dessen Frau Tazele und deren Erben ihr Gut übertragen hätten, nämlich„das Haus thom„Kotten", den halben Königshof, Renten, Aecker und das„Nederstehuys". Außerdem bezeugt Johann, daß er nach seiner Gefangenschaft in Dortmund der Stadt Urfehde geschworen habe und gewillt sei, sie auch zu halten. Trotzdem trat er später in den Dienst des Grafen von der Mark; mit diesem lag er vor den Mauern seiner Vaterstadt und wurde wahrscheinlich bei einem Ausfall gefangen genommen. Man verurteilte den Meineidigen zum Tode, und daß die Strafe wirklich vollzogen wurde, geht aus dem Beschwerdebrief des märkischen Grafen hervor Im 10. Paragraphen klagt er die Dortmunder an, daß sie mehrere seiner Untertanen, besonders Johann von Ergste in ungerechter Haft gehalten und Lösegeld von ihm erpresset und(§ 14 „den oben erwähnten Burggrafen von Ergste vorbeschieden und ihn mit Vorbedacht wider die Rechte des Reiches getötet". Der Name Johann kehrt in der Reihe der Herren von Ergste häufiger wieder. Ein Johann von Ergste ist 1374 als Gläubiger der Stadt Dortmund aufgeführt, die ihm 23 Schillinge 3 Pfennig schuldet. 1386 ist er schon gestorben; am 27. März des Jahres verkauft der Rat„umme 10 Mark dorpmundesch einer beschedenen prouwen Locken dey eichte huysvrowe was vanne Johans van Ergste, dem god gnediglich sii“, und ihren Erben eine jährliche Rente von 6 Schillingen aus ihrem Hause(Lacken Huys). Des geächteten Johanns Brüder Ludolf(II.) und Heinrich werden 1342 bereits bei einer Belehnung erwähnt, 1345 ein anderer Hinrikus de Argste als Bürger der Stadt Dortmund aufgenommen, 1347 ein zweiter desgleichen Namens, 1372 der dritte Heinrich von Ergste. Mit Ertmar gleichzeitig tritt 1394 Evert von Ergste, wahrscheinlich sein Bruder, auf, als Engelbert Losevort der Stadt Dortmund Urfehde schwört. III. Früh schon hatten sich in langsamer aber stetiger Entwicklung rege Handelsbeziehungen zu den Nachbarstädten und=staaten gebildet, und schon ums Jahr 1000 galt Dortmunds Markt als Muster weit und breit. Die ältesten Privilegien wurden im Interesse der weiten Handelsfahrten ihrer Einwohner gewährt, daher mußte sich naturgemäß ein angesehener, in vielen Rechten bevorzugter Kaufmannsstand entwickeln, dessen Blütezeit mit den Tagen der Hansa zusammenfällt. Ohne hier weiter auf deren Entwicklung und Bedeutung einzugehen, genügt es für den vorliegenden Zweck, darzulegen, in welchem Maße die Familie von Ergste an jenen kaufmännischen Unternehmungen beteiligt war. wodurch gleichzeitig Streiflichter auf jene einzigartige Genossenschaft geworfen werden. Unter den Dortmunder Kaufleuten jener Zeit werden neben den Geschlechtern Klepping, Sudermann, Rex. Muddepennink, Berswort u. a. auch die Herren von Ergste oft genannt. Besonders sind lebhafte Beziehungen zu England durch zahlreiche Urkunden bezeugt. Seit dem Regierungsantritt Eduards I. 1272 begann für England eine Zeit ruhiger, stetiger Entwicklung; unter ihm konnte die Hansa durch Erteilung wichtiger Privilegien fröhlich gedeihen. Die ältesten Nachrichten über diese englisch dortmundischen Handelsbeziehungen stammen aus dem Jahre 1273. Deutsche Kaufleute führten in diesem Jahre 2100 Sack Wolle aus England ein; jeder Sack im Gewicht von 166 Kilo und 600 Mark Goldes wert. Unter den 11 Kaufleuten, die in dem Register 1277/78 namhaft gemacht werden, finden wir auch zwei Brüder aus dem Geschlecht derer von Ergste: Hermann und Joyann Fennarst (d. i. von Ergste). Beide führen den wichtigsten aller damaligen englischen Handelsartikel, Wolle, aus Boston aus, das dafür als Haupthandelsplatz galt. Schon damals hatte die englische Wolle den Ruhm infolge des Seeklimas von ganz besonderer Weichheit und Geschmeidigkeit zu sein. Von Wolle wurde seit alters im Interesse der Krone eine Abgabe gegeben, die zur Zeit Eduards I. von jedem Sack eine halbe Mark betrug. Johann Fenuarst de Alemannia führt 10 Sack aus, einige Zeit später in Gemeinschaft mit seinem Bruder Hermann und Johann von Wickede gar 600 Sach. 1278, am 17. Januar, läßt Hermann Fennarst, mercator de Thorpminne,(Kaufmann aus Dortmund) ebenfalls in Boston 40 Sack verladen. Noch einmal findet sich sein Name in den Woll= und Häuteverzeichnissen Bostons aus dem Jahre 1303, nach denen das Ausfuhrguantum der Dortmunder 179 Sack 18 Stein betrug; Hermann. de Erreste ist daran mit 10 Sack 19 Stein beteiligt. Der Schisser Tidemannus Mullard aus Lübeck hatte an Bord gleichzeitig die Waren des Soester Kaufmanns Godiskalkus de Honsil(vom Honsel bei Letmathe stammend). Fünfmal wird in diesem Jahre Honsil genannt; am 25. September in Gesellschaft des Godekynus de Arreste. der an Wolle 4 Sack 18 Stein verladen läßt. Hier ist auch noch Ludekinos von Ergste, den wir bereits als Dortmunder Ratsherrn kennen lernten, zu nennen; 1278 führt er aus Boston 60 Sack Wolle aus. Erst nach 1323 findet sich der Name Ludekin von Ergste, wahrscheinlich eines Sohnes des vorigen, häufiger bis zum Jahre 1340. 1323 besiehlt König Eduard III. dem Sheriff von Kingston upon Hull, dem deutschen Kaufmann Ludekin de Arest ein Stück Wachs(pocia) oder dessen Wert sowie 4 c 10 s(1 Pfund Sterlina= 6½ Goldgulden—. 65 Mark heutigen Geldes) zurückzuerstatten, die diesem wegen Uebertretung der Stapelordnung arretiert sind. Diese weitgehende Rücksichtnahme des englischen Königs hatte seine besondere Bewandtnis. 1317 war der seit lange glimmende Streit mit Frankreich zum Ausbruch gekommen. Eduard III. war aber finanziell durchaus nicht gerüstet. Deutsche Kaufleute waren es, die ihm mit reichen Vorschüssen zu Hilfe kamen. Auch Ludekin von Eriest hatte ihm Mittel zur Verfügung gestellt, weshalb er mit Heinrich Sudermann unterm 10. November 1338 den Ehrentitel„unser Kaufmann“ empfing und die Genehmigung für die Ausfuhr von 230 Sack Wolle erhielt. Immer größer wurden des Königs finanziellen Nöte. Am 10. Januar 1339 gab er den deutschen Kaufleuten Konrad Sudermann. Ludekin von Arest, Heinrich Wale, Johann Klepping, Heinrich von Reval, Goswin von Lydinehusen für die Ausuhr von 480 Sack aus den Häsen von Boston, London und Ringston upon Hull Schutz und Geleit bis zum 24. Juni nach Antwerpen und Befreiung von der Wollsteuer, da sie bereits jenseits des Meeres 40 Schilling für den Sack durch den Kaufmann Wilhelm de la Pole bezahlt hatten. Es geht daraus hervor, daß die Dortmunder einen Vorzugspreis bezahlen, da für Ausländer der Zoll damals 60 Schilling für den Sack betrug. Ferner notieren die Ausfuhrregister: Am 9. Dezember 1339 Ludekinus de Arrest 123 Sack Wolle aus Boston. Am 24. April 1340 mit andern 480 Sack aus Boston. Mit Ludekin wird am gleichen Tage 1340 Heinrich, Dudolfs Bruder genannt; sein Anteil beziffert sich auf 30 Sack. In wichtiger Mission tritt uns dieser Hinrich von Ergheste im Jahr 1360 entgegen. Viele Urkunden bezeugen lebhafte Handelsbeziehungen zu Flandern, dessen Tuche bekanntlich Weltruf genossen; vor allem konzentrierte sich der Verkehr auf Brügge. An einem, bedeutungsvollen Hansetage hierselbst nahmen 1360 als Ratsendboten der osterschen Städtc Bernhard Oldenborgh, Johann Kordeliret und Hinric von Ergheste teil. Vorzüglich unterhielt man von Seiten der Hansa mit London, der englischen Hauptstadt, gute Beziehungen. Seit alters war den Dortmundern daselbst das wichtigste der Tore, das Bischofstor— nahe der Gildehalle und dem Stalhof— anvertraut. Freilich lag ihnen damit auch die Pflicht ob, ür Reparatur und Unterhalt des Tores zu sorgen, naturgemäß der Anlaß zu mancherlei Mißhelligkeiten. Im Jahre 1282 im Juni traten nach langem Streit sieben deutsche Kaufleute, darunter auch Johann de Erest, burgensi Tremonie, mit dem Schatzamt zusammen, um sich folgendermaßen zu einigen: Von Seiten der Hansa bewilligte man für Aufbau und teilweise Bewachung des Tores die einmalige Zahlung von 240 Mark, dagegen ließ man sich Schutz der Gerechtsame in der Stadt, Freiheit vom Mauergeld, das Recht des Getreideverkaufs und die Erhaltung des Aldermanns verbriefen. Ein vielgenannter Kaufmann aus der Familie Ergste war Ertmar(Hermerus). der 40 Jahre lang dem Handel mit England oblag(1354—1394). Am 21. September 1354 verbürgte er sich mit 6 anderen Kaufleuten für Konrad Klepping. Zur schnellen Erledigung seiner Geschäfte gab er 1367 seinen Anwälten Arnold Wintermaß und Tydemann Kunken eine unbeschränkte Vollmacht. Ertmars Geschäftsteilhaber war bis 1386 Christian Kelmar aus Tortmund, der seines unlauteren Charakters wegen aus dem Bund der Hanse ausgestoßen wurde. Tronoem— oder vielmehr deswegen— erwalb er unter Richard II. das englische Bürgerrecht und war nun eifrig bemüht, gegen seine ehemaligen Genossen und Landsleute zu wühlen. 1394 klagte er dem König, daß ihm durch seinen Uebertritt schwere Schädigungen durch die hansischen Kaufleute erwachsen seien; sein früherer Teilhaber Ertmar von Ergste habe sein Gut auf dem Festlande beschlagnahmen lassen. Wir wissen nicht, wie der Streit auslief, erfahren aber, daß Kelmar den Dortmunder Ratsherrn und Kaufmann Erimarus de Ergste durch päpstliches Schreiben vor den Papst laden ließ. Spärlicher sind die Nachrichten über Dort. munds Beziehungen zum Osten; freilich weist auf der älteste Belag für überseeischen Handel überhaupt hin(1229). Vom Ergster Geschlecht ist uns hier nur einer bekannt: Arnold von Ergste. Ein interessantes auf ihn bezügliches Schriftstück findet sich im Archiv zu Stralsund. In einem heftigen Sturme war an Rügens Küste Arnolds schwer beladenes Schiff zerschellt, und nur mit Mühe hatte man den Inhalt, wertvolle Tuche, geborgen. Im Namen ihres Mitbürgers wandte sich die Stadt Dortmund unterm 15. April 1324 an den Fürsten Witzlaw(IV.) von Rügen mit der Bitte, Sorge zu tragen, daß Arnolds Gut an Bertram Sudermann sen. und Johannes de Curne ausgeliefert würde. Es läßt sich nicht feststellen ob die Bitte erfüllt oder das der See entrissene Tuch nach altem Recht als Strandngut behalten wurde. IV. Durch die erzwungene Aufnahme der Gilden in den Rat(1400) war zunächst dem Hader ein Ende gemacht. Doch war die Lage der Stadt nach wie vor unerfreulich. Neue Steuern machten sich notwendig, man schritt zu Beschlagnahmungen, ohne dadurch den Ruin der Stadt aufhalten zu können. Im Gegenteil, die harten Maßregeln bewogen viele der angesehensten Familien, ihre Beziehungen zu Dortmund zu lösen. Allein in der Zeit von 1401 bis 1413 haben 31 der reichsten Geschlechter Dortmund den Rücken gekehrt. Diese„Absagen“ wurden der Stadt zum Verhängnis, der Handel mit England stockte— die Hansefahrer nahmen zuerst Abschied!— die Einnahmen aus den Schatzungen wurden geringer, die Einwohnerzahl sank, und die Königin der westfälischen Hanse sank zum bedeutungslosen Ackerbaustädtchen herab. Zu den Familien die damals ihre Beziehungen zur Vaterstadt lösten, war auch Ergste. In der Zeit der Verwaltungskämpfe war die Ansicht ausgekommen, daß ein Stadtbürger nicht mehr wie ehedem rittermäßig, jedensalls nicht mehr turnierfähig sei, da man als solcher zu den städti schen Lasten beizutragen habe. Nicht einmal Liegenschaften, die ja ebenfalls besteuert wurden, wollte man im Stadtgebiet gestatten. Wer daher seine ritterlichen Rechte sichern wollte, entsagte der Bürgerschaft. Bürgermeister und Rat erklärten dann, daß der Betreffende ihr„borger nicht en is“, und daß er frei sei„van schotte und allen andern stades denste, dei vy op unse borgere off inwonere setten mogen, wan uns des not is“. Unter den vielen Patriziern, die von diesem Rechte Gebrauch machten, finden wir auch Ertmar, des Ratsherrn Ertmarus von Ergste Sohn. Am Tage des heiligen Vitus, am 15. Juni 1410, ließ er sich seine Turnerfähigkeit bescheinigen und dokumentierte damit seine Lossagung von der Vaterstadt, in der sein Geschlecht an zwei Jahrhunderte eine wichtige Rolle gespielt hatte. Hier schweigen die Urkunden; die Phantasie nur zeigt uns den jungen Patrizier, stahlumgürtel auf feurigem Roß, dahinreitend über die blühende Halde, dem unbekannten Schicksal entgegen. Sie begleitet ihn auf seinen Fahrten, die ihn vielleicht zu dem ersehnten Ziele führen, die Gegner in den Sand zu strecken. Oder ward auch ihm beschieden, in grimmer Fehde die Walstatt mit seinem Herzblut zu röten? Ertmar, der letzte der Herren von Ergste. Ein großer Reisegepäckdiebstahl vor 100 Jahren zwischen Herdecke und Altenhagen. Mitgeteilt durch Jul. Büscher, Milspe. In seinem Gedicht„Der Postillon“ hat Nikolaus Lenau das Reisen in früherer Zeit poetisch verherrlicht. Es gibt aber auch genügend Zeugen, die dem Reisen in der überfüllten, übermäßig bepackten und ungesederten Postkutsche auf holpriger Straße durchaus keine Poesic abgewinnen konnten. Und wenn einem Reisenden gar das gesamte Reisegepäck gestohlen wurde, so wird er ganz gewiß kein Loblied auf das Reisen angestimmt haben. Es war an einem Septemberabend des Jahres 1820, als einem Reisenden auf der Straße Herdeche— Altenhagen das gesamte umfangreiche Gepäck ge stohlen wurde in der Weise, daß der an den Reisewagen geschnallte Koffer unbemerkt abgeschnitten wurde. Der Diebstahl an sich wäre für uns be langlos, wenn uns eine öffentliche Bekanntmachung des Diebstahls nicht den Gesamtinhalt des gestohle nen Koffers auszählte, der hauptsächlich aus Kleidungs= und Schmucksachen bestand und uns zeigt. was zur Ausstattung von Männlein und Weiblein des begüterten Standes vor 100 Jahren notwendig war. Dem begüterten Stande gehörte der Bestohlene an; denn sonst hätte er sich die für die da malige Zeit sehr respektable Summe von 20 Talern als Belohnung für Ergreifung des Täters nicht leisten können. Die angedeutete Bekanntmachung lautet folgendermaßen: „Es ist am 10. d. M. des Abends auf der Wegestrecke von Herdecke nach Altenhagen von einem Reisewagen ein mit drei Latten überzogenes und in der Mitte mit einem Vorhängeschloß versehenes, schwarzes Koffer abgeschnirten, und mit demselben folgendes entwendet worden: 6. 7. 1. Ein Leibrock von dunkelblauem#### mit gelden Knöpfen, 2. eine lange Hose von seegrünem Casimir schmalem Band auf den Näthen, 3. circa 10 bis 12 Stück Oberhemden, theils rein, theil gebraucht, mit Batist=Streifen, gezeichnet I. C. N. 6. und N. 10., 4. verschiedene weiße Halstücher mit Stickereien uns schmalen Streifen, 5. verschiedene baumwollene Strümpfe und Socken, gezeichnet I. C., nebst zwei Paar m#lenen Socken, ungebraucht und ungezeichnet; ferner an Kleidungsstücken für ein beinahe er wachsenes Frauenzimmer: ein weiß Battist=Nesseln=Kleid, um den Hals mit einem gestickten Wollstreifen besetzt, unten fünf runde Falten, mit Baumwolle durchzogen, krausen Leib, und kurze Ermel, ebenfalls mit Baumwolle durchzogen, ein weiß gekippert Dimiti=Kleid mit langen Ermeln, besetzt um die Achseln mit zwei Pussen von Moll=Ressel und unten um das Kleid herum mit einem klaren Mollstreifen, 8. ein neues roth und weiß quarirtes GingangKleid mit krausem Leib und kurzen Ermeln, oben mit einem weißen Gace=Streifen mit rothen Bändchen, und unten mit fünf runden Falten mit Baumwolle durchzogen, 9. ein blau und weiß gestreiftes Gingang=Kleid mit langen Ermeln, gebraucht. 10. ein altes braun und gelb gestreiftes CattunKleid mit langen Ermeln, 11. ein breit und schmal gestreifter weißer DimitriUnterrock, 12. ein weißer barchner Unterrock. 13. ein weiß Battist=Nesseln Unterrock, 14. sünf Hemder, 15. zehn Paar weiße baumwollene Strümpfe, einige F. C. und einige V. gezeichnet, 16. vier neue Batist=Nesseln Taschentücher. ge braucht, mit einem Rändchen mit sechs schmalen Streischens, ungezeichnet, 17. vier verschiedene alte weiße leinene und nesselne Taschentücher, wovon die leinenen mit inem violettenen, kaum bemerkbaren Streifchen, gezeichnet E. 18. drei Schnüre weiße Wachsperlen, 19. ein viereckig schwarz seiden Döschen. auf dem Deckel ein Bouquet von Rosen und blauen Astern mit seiden Bändchen gestickt, 20. ein dunkel= und hellroth lackiert Moirec= Arbeitskistchen in Form einer länglichen Tabacksdose, darin befindlich ein noch nicht vol lendeter, auf Papier ausgenähter gestickter Mollstreisen, nebst einer schwarzen Nadelbüchse und silbernem Fingerhuth. 21. ein weiß seidener Arbeitsbeutel mit blauen Streifen und silberner Kordel besetzt, darin befanden sich ein Paar kurze weiß kabarett lederne Handschuh. 22. ein Paquet Stick=Sayet von verschiedenen Farben, 23. ein Paar schwarze Saffian=Schuh. 24. ein Paar Schuh von schwarzem Stoff. 25. ein Paar Schuh von Sammet. 26. eine weiße lederne Puppe, gekleidet mit einer weißen nesselnen Hose, weiß seidenem Rock, mit bunten Perlen besetzt, darüber ein dunkelblauer seidener Rock, ebenfalls mit Perlen besetzt. und ein Spenzer(Mieder) von blau und rothem Sammet. 27. eine Schachtel mit Spielsachen von Zinn, für Kinder. Wir warnen vor dem Ankauf dieser gestohlenen Gegenstände und sordern Jedermann auf. was ihm von dem Thäter oder dem gestohlenen Gut bekannt seyn oder werden möchte, sofort entweder seiner Ortsobrigkeit, oder dem unterzeichneten Inquisitoriate anzuzeigen. Wir bemerken schließlich noch, daß der Bestohlene auf die Entdeckung des Thäters eine Belohnung von 20 Rth. gesetzt hat. Werden. den 15. September 1820 Königlich Preußisches Inquisitoriat.“ Ob der Bestohlene wieder in den Besitz seines Gutes gekommen ist, ist nicht bekannt. Eine merkwürdige„Stadtnachricht“ aus Herdecke vor hundert Jahren. (Nachdruck verboten.) In alten westsalischen Zeitungen und Zeitschriften finden wir gelegentlich mehr oder minder interessante Mitteilungen, die als„Stadtnachricht“ oder häusiger noch„Korrespondenz=Nachricht" be zeichnet wurden und allerlei„Tagesgeschichtliches" enthielten, das damals aktuell war und heute vielleicht bis zu einem gewissen Grade von ortsgeschichtlichem Interesse ist. Wir wollen einen derartigen Bericht aus Herdechke vom Jahre 1828, also vor jetzt gerade hundert Jahren, der Vergessenheit entreißen und des unmittelbaren Eindrucks wegen hier wiedergeben, wic er damals erschien. Es heißt da: Stadtnachricht aus Herdechke. Es scheint, als ob wir hier jetzt(1828) in einer Welt leben, die gerade den Gegensatz zu der unungebenden bildet. Ist man. 0aberen Gegenden „ immer bereitwilliger, zu nehmen, als zu geben, so mit list es hier umgekehrt, vielleicht eingedenk der Vorschrift, daß geben seliger ist als empfangen. Werden hier Geschenke angeboten, so muß die Gefälligkeit, sie anzunehmen, noch besonders vergütet werden. Streitet man in anderen Gegenden um Eigentumsrechte, so weist man hier den Besitz großmütig von der Hand oder läßt sich auf dem Wege Rechtens dazu zwingen. Haus und Land werden ausgeboten, und doch will keiner sich finden, der es haben will.— Hier die näheren Beweise für das Gesagte, die nur in Umrissen gegeben werden können. Führt Dich, lieber Leser, Deine Reise einmal durch Herdecke, so kann jedes alte Mütterchen zur Besriedigung Deiner Neugierde nachstehende Beispiele weiter ausspinnen. Also zum ersten: Eine an der Ruhr gelegene Weide, die ein paar Kühe ernähren kann, wird ausgeboten zum Gratisempfang. Doch findet sich keiner, der sie nehmen will, wenn nicht noch andere Grundstücke, wie Garten und Ländereien. dazu gegeben werden.—— Zum zweiten: Es steht hier ein Fabrikgebäude, das vor zwanzig und einigen Jahren erbaut ist und zu dessen Aufbau der Staat 1600 Taler hergegeben hat. Jetzt läuft ein Prozeß, um den Eigentümer dieses Gebäudes aufzusuchen, weil niemand es haben will. Sicher eine schwierige und seltene Aufgabe für einen Richter, zu deren Lösung das dickleibigste Gesetzbuch ihm wenig genug an die Hand geben mag.— — Zum dritten: Die noch lebenden Gildebrüder der zur Zeit der französischen Herrschaft aufgelösten Junft haben noch ein Gildevermögen, das jährlich einige Louisdor reinen Gewinn abwirft, der schon zu einem kleinen Kapitälchen angeschwollen ist. Zu welchem gemeinnützigen Zwecke das bestimmt werden soil, darüber ist noch nichts laut geworden. Wie wäre es, wenn die Mitglieder unter sich in der nächsten Versammlung eine Prämie auswürfen für die beste Beantwortung der Frage. wozu der Ueberschuß unseres gemeinsamen Vermögens am zweckmäßigsten zu verwenden ist, so daß es uns zur Ehre und unseren Nachkommen zum Segen gereicht.— Als Belohnung, hierauf aufmerksam gemacht zu haben. erbitte ich mir die öffentliche Mitteilung der preisgekrönten Antwort in diesem Blatte.——— Soweit die kurze„Stadtnachricht" aus Herdecke vom Jahre 1828, die uns heute unter Wohnungsund Geldmangel gleichermaßen seufzende Enkel nur mit Neid erfüllen kann auf die in diesem Falle wirklich mal„gute alte Zeit“. Dr. L. Vom alten Hagener Gefängnis. Rechts der Volme liegt der Stadtteil Unterberg. Auf dem Berge lag ein Haus, dessen Besitzer Puppe hieß. In seiner Familie war das Amt des Frons. d. h. des Amts= und Gerichtsdieners entweder erblich oder doch herkömmlich. Der Keller dieses Hauses diente noch vor reichlich hundert Jahren als Polizeigefängnis. Natürlich war dieses Gebäude in der ganzen Stadt bekannt und gefürchtet, und so ist es leicht erklärlich, daß dessen Besitzer dem Berge den Namen„Puppenberg“ gab. Daß es nicht gerade ein Vergnügen war, mit diesem Hagener Kitchen nähere Bekanntschaft zu machen, geht aus solgendem Artikel des„Rheinnisch=Westfälischen Anzeiger“ vom 19. Februar 1822 hervor. Es heißt dort: Das hiesige Gefängnis ist noch immer nicht in dem Stande,ihm Gesangene mit der gehörigen Sicherheit anvertrauen zu können, und der vielen Arrestanten wegen muß dasselbe Tag und Nacht stark bewacht werden. Die Verwahrungskosten belaufen sich zu 200 Rthl. Berl. Courant. Ueber diese drückende Last hört man täglich den wackpflichtigen Bürger klagen, sie kann für denselber als Nebensteuer betrachtet werden. und warum ist wohl das platte Land und der Außenbürger hiervon frei?— Vor Zeiten versuchte man es einst, den hagenschen Bürgern diese Last aufzubürden, indessen ein sicherer Höing gewann es im förmlichen Rechtsgange für die hiesigen Bürger, daß das platte Land die hier ankommenden Arrestanten allein verwahren müsse. Dieses Recht wurde auch in der französischen Zeit beibehalten, wie die älteren und jüngeren Rechnungen nachweisen können.— Jede Gemeinde muß ihre Beamten, ihre Polizei und die Verpflegungskosten ihrer Arrestanten tragen. Mit Recht glauben wir daher verlangen zu können, daß sie uns ihre Arrestanten nicht zur Last schicken, sondern entweder selbst, oder das Ganze die dadurch verursachte Last trage. Höchst notwendig wäre es zugleich, daß ein neues Wachthaus erbaut würde, um so mehr, da das hiesige Gefängnis nur einen Behälter hat, in welchem der seine Militärpflicht umgehende Jungling bei dem Freudenmädechn, der wegen kleiner Polizeivergehen verhaftete Bürger bei dem Kriminal=Verbrecher eingesperrt wird. Mancher schwächliche Bürger würde seine Gesundheit verlieren, wenn er auch nur ein Paar Tage in diesem Geängnis zubringen müßte;— der Sorge und der Last nicht zu gedenken, daß man von uns Bürgern sordert, 24 Stunden als Wachhabende die Gesan