88258 Es ST: Sm! G.2 ###. Ps-gg Bauß Gochaaasren meß, am Karfreitage, am St. Jakobetage, am Tage Martä Empsangnis, am St. BartholomäusTage, am Tage Mariä Geburt, zu Michaeli und Martini, zu Weihnachten und Neujahr wurden mildtätige Spenden in großen Mengen ausgete. t. Stard die Aebtissin, so erwählten die Kapitularinnen aus ihren Reihen eine neue. Es war dann Sitte. daß die Erwahite sich aus 6 Wochen aus dem Stift entsernte und nach Ablauf dieser Zeit ihren feierlichen Einzug hielt. Bei ihrer Einsetzung mußte die Aebtissin schwören, 1. des Stiftes Erbe und Güter nicht auszutun, zu verpachten oder zu versetzen, es wären denn die 3 ältesten Kapitularinnen und Prediger dami einverstan. n, 2. die Kirche samt der Abtei und was derselben anklebet, ingleichen die Mühle und Schlacht, im Stande; kalten, 3. keine Schulfräuleins ohne Willen der anwesenden ältesten Kapitularinnen aus der Schule zu lassen. 4. keine Praebanten und Lehne zu rergeben ohne Einwilligung der gegenwärtigen Kapitularinnen und Prediger, 5. die Markensachen. Lehn=, Hofes und Herdicksche Cerechtigkeiten, bei uralten Freiheiten, allermöglichst zu handhaben, 6. alle Gerichts=Prozeß=Kosten und andere Unkosten, auch den dritten Teil der lau1.*—“; ation und Beschwerden, aus ihren Einkünften abzutragen. 7. den dxitten Teil der Kollen zur Ausbesserung des Pastorathauses zu bezahlen, 8. alle Kavitularinnen, Prediger und den Amtmann. wenn selbiger keine Wirtschaft treibet Mulfter frei zu lassen. 9. bei glücklichen Schaltsischereien den haussitzenden Kapitularinnen und Predigern mit einer Portion Fische an die Hand zu gehen und einem jeden Fräulein, sie sei zu Hause oder nicht, die Praependenhühner zu liefern.“ — Nach Einführung der Reformation war in Jahre 1719 durch Religionsvergleich festgesetzt worden. daß#eemal anf 3 evangelische Aebti sinnen eine katholische folgen sollte. Von dieser Zeit an halten die debtissinnen ferner zu beschwören, daß sie.10. zu Gabeif ger; menath. Fräuleins, wenn dieselben Piesse lesen lassen, alle 4 Jahre 4 Reichsthaler zu Wein und Oblaten hergeben und 11. in der Religion ine Veränderung oder neue Beschwerden machen. sonderlich beide Pastoraten und die Vicarien der 10000 Märtyrer und St. Nikolaus an keine als die Evangelisch=Lutherischen geden wellen“. Wie wir schon sagten, war das alte Herdecke in jeder Weise von dem Stifte abhängig. Das gilt auch in rechtlicher Hinsicht, daruber berichtet unser nächster Aussatz Genaveres. Aus der Chronik einer kleinen Stadt. Von G. A. Ravenschlag. Wenn Du, lieber Leser, einmal im Mai die Ruhr abwärts wanderst so komm“t Du an eine blühende Ortschaft, von grünen Höhen umrahm:. lieblich und schön wie der Frühlingstag: Runn=Heyrke ..„Dat is nich wohr! Dat Dörp kiärrt et an dä Ruhr nit“, höre ich Dich sagen. Nun ja,„Dörp“. Aus Dörfern werden Städte. Dafür gibt es„welterschütternde" Beispiele. Und der Name,— der hat sich mit den Jahren nur um einige„wohlklingende“ Konsonanten vermehrt...„Jüngesken, Jüngesken, ut'n Wolbertenpannkauken mäks Du kein Korintenstuten nich!"— Ich bitte höflichst um Ruhe, Herr Naseweis. Frage nur Deine Großmutter. Die wird Dir's erzählen können. Weißt Du, als noch die Postkutschen über das Pflaster kasselten, wo heute längst die Straßenbahn fährt, und noch viel viel früher, da hieß der Ort so. Seit jener Zeit hat sich manches geändert. Aber trotz und alledem ist Nun=Heyrke doch das geblieben, was es heute noch ist: unser liebas, vorträumtes Städtchen Herdecke. Es war im Juhre des Herrn 810, als eine Schwester Karls des Großen. Frederuna geheißen, ein Nonnenkloster gründete und eine dazu gehörige Kirche erbaute, deren Entstehung der Anlaß zu der späteren christlichen emeinde Nunn=Heyrke oder Runnen=Heyrke. Marien=Heyrke, war. Ansänglich bediente sich diese Gemeinde(mit Erlaubnis des Stifte.) der Klosterkirche zur Abhaltung ihrer Gottesdienste. Bald aber sah sie, ohne daß vom Stift irgendwelche Einwände erhoben wären. die Kirche so sehr als ihr Eigentum an, daß sie dem eigentlichen Besitzer nur noch folgende Vorrechte eingestand: Stallus in choro. Geläute, Wappensitz und Begräbnis. Nach glaubwürdigen Nachrichten bestanden außer dieser Kirche noch vier Kapellen, von denen die St.=Annen„ apelle bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bestanden hat. Ueber das Schicksal der übrigen ist nichts bekannt, als daß eine derselben St. Nicolai Kapelle geheißen hat. Von größerer Bedeutung ist das Kloster selbst nicht. Es war ausdrücklich„für adelige Jungfrauen" bestimmt und verweltliche mit der Zeit so, daß schon im Jahre 1 500 kein Gelübde mehr abgelegt wurde. Auch konnte jede zu jeder Zeit wieder austreten, selbst um zu heiraten. Wenn es nicht gar zu indiokret erscheint, so hnun icb nach berichten, daß Dietrich von Vole iche e. ihe mern und Wieiede v. d. Vyrbecte zu Hörde des öfteren das Kloster besuchten und„bleven dreu Nacht 10 Heyrke und Dansseten und Aereden (fraßen) dort.“ Ein Hauptbesitztum des Stiftes war eine Reliquie. nämlich der Schädel des Hauptmanns Cornelius. Von den Gottesdiensten wird uns erzähll, daß am„Wendeltage" die Aebtission zuerst 12 alte Frauen und einen jungen Knecht gewaschen habe, dann in der Kirche vor dem Nicolai=Altar 13 Knechten die Füße. Dazu sangen vier ihrer Jungfrauen feierliche Choräle. Die Gewaschenen empfingen darauf je ein Roggenbrot, einen Hering und einen Pfennig. Im Jahre 1539 kam Dietrich Rafflenboel, genannt Nicolai, nach Herdecke, ein eifriger Verfechter der Resormation. Er heiratete die Tochter eines Schmiedes, Katharina Meyhan, die ihm einen Sohn, den später berühmten Philipp Nicolai schenkte. Dieser wurde 1583 nach Herdecke berusen und durch die Aebtissin Ida von Hafkenscheid eingesetzt. Aber nicht lange sollte er sich seiner Stellung freuen. Im Frühjahr 1586 tobte nachts ein furchtbares Geschrei durch die dunklen Straßen der Stadt: Die Spanier sind da! Wer nicht in ihre Hände fallen will, fliehe! Schnell nahm er seine Schwester Egla an der Hand und flot, nach Wetter, wo der Droste Romberg sein Schloß befestigt hatte. kamen Scharen von Flüchtlingen; denn die Spanier waren in der Nähe und hatten eben Witten geplündert. Da nahm Nicolai seine Bibel zur Hand, predigte über den 2. Psalm und fordert## die Menge zum Kampfe auf. Hierdurch ermutigt, sammelte Georg von Romberg Landsknechte von Altena und Berg und schlug die Plünderer in einem TTressen bei Schwelm. Mitten unter den Greueln des 30jährigen Krieges gelobten die beiden evangel. Pastoren von Herdecke, Kalle und Windael:„Bei der angenommenen reinen lutherischen Lehre, der ungeänderten Augsburger Konfession stark und steif und fest zu stehen. dabei Leib, Leben. Gut und Blut zu wagen und nach Erheischung der Not aufzusetzen, auch äußerstem Vermogen nach sie mit Lehren, Predigen und sonstigen zu treiben.“— Sie gründeten eine Pfarrschule unter Leitung eines Lehrers, der zugleich Organist und Küster war. Auch die Verwaltung des sogenannten Armenvermögens lag in ihren Händen. Mit dem Armenvermögen verhielt es sich so: Im Jahre 1195 hatte ein frommer Klausner. Dietrich Sonc miit Hilfe des Herzogs Adol, von Cleve, Grasel. von der Mark die verfallene Ruhrbrücke wieder hergestellt und davor ein Gasthaus und eine Kapelle erbaut. Nach einer alten Urkunde gersprach der Herzog, daß die Brücke ewig beim Gasthause bleiben solle, und diesem die Pflicht Arme zu beherbergen und zu beköstigen obliege. Dafür war dem Pächter erlaubt, Brückenjoll zu erheben. Die Verwaltung blieb in Händen der lutherischen Gemeinde bis 1805. wo sie das Königliche Wegeamt übernahm. Die alte Chronika schließt mit den Worten: Die Menschen welken und vergehen wie die Blätter vor dem Winde. Gott allein aber bleibt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Daß doch der liebe Herrgott es schützen möge, unser liebe Nunn=Heyrke! Känne Verwennung! Von Fritz Gronnenberg. olle Wilken was en Invalidenrentner und schlaug sik met sine paar Groschen schlecht und rächt dört Lläwen, wat iäm sake suer wor. Uem sine Inkünfte te verbiättern, arbäide hä wuoles in em Iserngeschäft op äinige Stunnen. Utter en paar Mark Luohn kräig hä hier ok noch hier und do en Däilken. mol en Hamer, mal ne Tange, mal en Päcksken Niägel, mal süs wat, wat hä gerade bruken konn. Vör Christdag was nu viäl in dem Geschäft te daun und Wilken harre methelpen mocht, Kisten packen und Packäte no de Post brengen. As hä sin Geld kriägen harr, sagg iäm de Lagerist noch: „Nehmen Sie sich doch einen von den Büchsenöffnern mit, die dort ausgelegt sind.“ „Büchsenöffner?“ „Jawohl, hier bitte!" Und hä gäff iäm äinen. Dä Olle dreigede dat Dingen in de Hand hen und hlär und käik et van allen Sien an. Hä harre känne Ahnung, wotau et te gebruken wor. Hä reit hen und hiär, do soll em op äinmol in, dat hä es irgendboa wat van Schuhknöäppers hoart harre. Willichen kam deshalw teletzte op en ganz verkahrden Gedanken und lagg dat Dingen wier hen. „Nun, wollen Sie den Büchsenöffner nicht haben?" fraug de Lagerist. „Nä.“ sagg Wilken.„dat Dingen kan., ech nich gebruken. So oalt und unbeholpen, as It meint, sind wi nu doch noch nich. Eck kann mine Büxe noch ganz guad met de Hänne hnößpen und mine Frau hict Hänne an de Büxe. Pun Me —.— Aus der Sammlung märkischer Sprichworte und Redensarten. Von Fritz Linde. Hei hächet ase'n Kuläpper(Knurrhahn). Hei früset ase'n Schnieder. Hei schwett ase'n Bären. Hei stiellt ase ne Aelster. Hei süpet ase'ne oalle Kauh. Hei riett ase'n Häldhäcker. Hei es strackfutt ase Beßvars Buxe. Hei springet ase'n Hiattebock. Hei schlöäpet ase'n Dachs. Hei blott ase'n Fiarken. Hei koppet ase'n Reiger(Fischreiher).) Hei fluuhet ase'n Kuallendriewer. Heit hiat Geld ase Driete. Hei sittet voller Stücke, ase de Bock vollr Küötteln. Hei kritt Schlia ase'n jungen Nuen. Hei hiat soviell(Lüse) ase Hoar: Kaite. Hei süht drin ase drei Da' Rianwiar. Hei verkam drinne ase Klipping in en Läisten. Hei es so unmäntig ase’ne Kluchhenne met äinem Küken. Neue He.malbücher. Unzere Mitarbeiterin Emma Cramer= Crummener ließ im Heimatverlag Max Echkardt (Lüdenscheid) einen Gedichtband„Trauben und Schlehen erscheinen. Im hochdeutschen Teil finden sich lyrische Perlen, denen man gern eine weitere Verbreitung wünscht. In der Behandlung und Durchringung ihrer Motive weiß die Verfasserin ihre Selbständigkeit so zu wahren, daß man hier neue Klänge zu vernehmen glaubt. Befremdlich wirkt es allerdings mehrsach, daß sie es nicht wagt, die feinsten Schwingungen der Frauenseele künstlerisch zu formen, sondern sich dann zum Interpreten der Gefühle des Mannes macht. Darunter muß die Wahrheit des Dagestellten mit Notwendigkeit leiden. Im übrigen steht man unter dem Eindruck, daß die Dichterin in vielen Fällen nocht nicht den rechten Abstand zu ihren Versen gewonnen hat; eine scharfe Selbstkritik würde dis Büchlein erheblich gekürzt, innerlich jedoch bereichert haben. Eine Enttäuschung brachte mir der plattdeutsche Teil; denn die Lyrik ist darin fast garnicht vertreten, und die gereimten Schwänke kann man sich in einer plattdeutschen Prosa viel wirksamer denken. Wem das Plattdeutsch wirklich die Muttersprache ist, der muß in ihr ureigenstes Gefühlsleben künstlerisch gestalten. Ein seines Heimatbuch bescherte uns B. Kleff in seinem„Bochum", das im Verlage Schürmann& Klagges(Bochum) erschien.„Wir haben auch eine Heimat"... das ist das Motto, unter dem der Verfasser darlegt, wie trotz aller Brutalitäten der Industrie doch das Heimatgefühl lebendig bleiben kann. Dieses Jahrbuch 1925 pflegt besonders die Heimatgeschichte. Wir hoffen gern, das die fo'genden Jahresbände auch das Dichterische und Künstlerische in einer ebenso glücklichen Form herauszustellen vermögen.— Auch unsere Nachbarstadt Hohenlimburg hat nun ihr populäres Heimatbuch. H. Essers. Hohenlimburg, ist und bleibt natürlich das Werk über die gen. Stadt. Aber die Lehrerschaft wollte im„Hohenlimburger Heimatbuch“ vor allem ein Jugend= und Volksbuch schaffen, und das ist ihr in geradezu vorbildlicher Weise geglückt. Das Sachliche entspricht der wissenschaftlichen Forschung und wird in seiner so anregenden Form geboten, daß es das Interesse weiter Leserkreise findet. Hier muß der Unterricht in der Heimathunde Heimatliebe wecken!— Zur Erinnerung an die Engelbert=Feier ließ Bruno Zierenberg im Verlage Phil. Bastin(Gevelsberg) sein„Engelbert=Buch“ erscheinen. Die Auswahl hätte m. E. nac erheblich kritischer erfolgen müssen. Auch für das Kinderbuch verlangen wir Kunstwerke, die dem Aufsassungsvermögen der Kleinen allerdings entsprechen sollen. In dem Buche steht neben der formvollendeten Dichtung allerlei Gutgemeintes aber künstlerisch Unzulängliches. auf das man auch bei einer Gedenkfeier gern verzichten möchte.— Ein Heimatbuch füc Bergleute veröffentliche K. Leich unter dem Litel „Glückauf“, im Verlage des Westsälischen Preßverbandes Witten(Ruhr). Es handelt sich um eine sehr geschickte Zusam'enstellung alles dessen, das achlich ung künstlerisch berutn erscheint, die Beheutung des Bergmanns für unsere Zeu darzninn. Hoffentlich findet das Buch auch unter den Bergleuten viele Leser. E. L. B FPertteer ET Nr. 1 Monatliche Beilage zur Hagener Zeitung Januar Verantwortlich: Ernst Lorenzen in Hagen. Drick und Versaa von Gustan Bun in Hagen. Die Franzosenzeit in der Grafschaft Mark. Von Prof. Dr. Fritz Schemann. 1 Mit tiefer Wehmut und herzlicher Teilnahme gedenken wir des tragischen Geschickes, das nun schon seit Jahren über die linksrheinischen Gebiete unseres Vaterlandes hereingebrochen ist. Immer wieder berichten unsere Zeitungen von harten Maßnahmen der Besatzungsbehörden. von der Beschränkung der persönlichen Freiheit, von empörenden Eingriffen gegen das Eigentum der Bürger. Mit Sehnsucht erwartet das ganze deutsche Volk den Tag, wo dieses alte deutsche Land wieder ganz dem Vaterlande angehört. Das Sticksal, das heute schwer auf dem echt deutschen Lande lastet, war vor hundert Jahren auch unserer engeren Heimat, der Grafschaft Mark, beschieden, und noch lange lebte die Erinnerung an die Franzosenzeit von 1806—1813 in der Bevölkerung. Doch die gleichartigen Verhältnisse und Geschehnisse werden die Teilnahme für gerade diesen Abschnitt unserer Heimatgeschichte besonders wecken Seit 1609 gehörte die Grafschaft Mark zu Brandenburg=Preußen. Sie bildete die preußische„Wacht am Rhein“ und stand nur zu oft auf einem verlorenen Posten, da die Berliner Regierung gar nicht in der Lage war, ihr Schutz und Hilfe zu gewähren. Dabei darf aber an dem redlichen Willen der Landesherren, der Mark nach ihren Kräften helfen zu wollen, nicht gezweifelt werden, trotzdem der sichtbare Erfolg manchmal auf sich warten ließ. Noch heute lebt in unserer Stadt das Andenken des Großen Kurfürsten in einer Straße fort, da er die bergischen Klingenschmiede in Eilpe ansiedelte und damit den Grund zu einer blühenden Industrie in unseren Tälern lecse. Hundert Jahre später hat der alte Fritz in seinen Kriegen die Treue der Märker erfahren; aber er hat dann na iher seine Fürsorge bis aufs Einzelne der Bauernhöfe erstreckt, die durch den Krieg besonders gelitten hatten. Allmählich fing denn die Regierung in Berlin an. die westlichen Länder nicht mehr als vorgeschobene Außenvosten, sondern als wertvolle vollgültige Bestandteile des nreußischer Staates anzusehen und dementsprechend zu behandeln. Schon zwei Jahre nach seiner Thronbesteigung erschien Friedrich Wilhelm II., begleitet vom Kronprinzen, in der Mark. Der hochverdiente Minister von Heinitz. den man mit Recht ihren Wohltäter nennt. hatte ihn, wie ein zeitgenössischer Schriftsteller berichtet, zu bewegen vermocht.„die Provinz zu bereisen und sich in die rauhen schröcklichen Gebürge bis Altena zu wagen“. Es war dies seit den Tagen des Großen Kurfürster der erste Besuch wieder, den ein Hohenzoller unserer Heimat abstattete. Aufrichtig war der Jubel der Sauerländer. Auch Hagen berührte der König auf seiner Reise und nahm Absteigequortier im Hause dee Herrn Elbers. des Großvaters Fritz Harnorts. In Berlin ward man sich bewußt welche Perle man in der Grafschaft Mark besaß. und es ist durchaus bein Zufall. daß der Minister von Heinitz und die Oberpräsidenten v. Stein und v. Rincke, die tüchtigsten Männer Preußens, gerade nach Mestfasen geschickt wurden, um die Interessen des Handels und der Industrie besonders wahrzunehmen. Um so verständlicher erscheinen die Besorgnisse, die infolge der gewaligen, alle bestehenden staatlichen VerWilllergluck. Zeichnung von Srust Erde=Hagen. Slitzerschnee auf Tannengrün— Blauer Schatten Schein— Weihevolle Einsamkeit Hüllt uns selig ein. Toller Wirbelflockentanz Mait die Welt so klein, Und der stumme Illärdientsald Birgt ein Slück zu zwein. Hänsel und Sretel Hand in Hand Staunend ins Zauberland gehn— Mag hinter ihnen der weiße Tod Wegstapfen immer veriehn: Schneeversunken unterm Tann Muß ihr Knusperhaus stehn; der Soldstern ürer dem Zuckerdach wird sich lockend drehn. Kuchenherzen mit Ilandeikern— Millder Kerzenschein— Singende Hepel und Marzipan: Waldweihnacht lädt uns ein! Toller Wirbeillockentanz..... Und will die Welt verschnein— Weißverschwieg'nes Märchenhaus Birgt ein ewig Glück zwein. hältnisse bedrohenden Zeitereignisse die Märker hinsichtlich des Verbleibens ihrer Heimat bei Preußen erfüllten. Sie wollten Gewißheit haben, welches die Zukunft ihres Landes sei und so richteten 1806 Hagener Bürger. unter ihnen Mitglieder der alteingesessenen Familien Harkort. Schopplenberg. Post, Dahlenkamp, Soeding. Elbers die berühmt gewordene, aus der Feder Fried1926 rich Möllers, des Pfarrers von Elsey. stammende Adresse an den König. Sie baten ihn unter Hinweis auf das feste Band der Treue, das seit zwei Jahrhunderten Fürst und Volk umschlinge. das heilige Wort des Großen Kurfürsten aus dem Jahre 1647, wonach die Einwohner des Märkischen Süderlandes von ihm und seinen Nachfolgern nun und zu ewigen Zeiten weder abgetreten noch verwechselt werden sollten, von neuem der Grasschaft Mark verkünden lassen zu wollen. Mit bewegtem Herzen wiederholte Friedrich Wilhelm III. am 1. Juli die von seinem Ahnherrn gegebene Zusage. Die Antwort des Herrschers entfachte im ganzen Lande einen Sturm des Jubels. vom Schlosse herab bis in die kleinste Hütte des Gebirges. Von den Türmen erscholl Glockengeläute, die gesamte Bevölkerung strömte in die Kirchen. um dort von der Kanzel den Königsbrief verlesen zu hören und unter allgemeiner Begeisterung fand am 3. August die Feier des Geburtstages des geliebten Landesherrn statt. — Doch im Rate der Vorsehung war es anders beschlossen. Kurz nach dem Unglückstag von Jena trafen die ersten französischen Truppen in der Mark ein, besetzten sie ohne Schwertstreich und legten ihr eine Kontribution von 2 Millionen Francs auf. Ihr endgültiges Geschick entschied der Tilsiter Friede vom 9. Juli 1807. der bekanntlich sämtliche preußischen Landesteile des Westens von der Monarchie loslöste und Frankreich oder Frankreichs Basallenstaaten angliederte. Einige Tage vor seinem Abschluß nahm der König in rührenden Worten von den geliebten Bewohnern seiner treuen Provinzen Abschied und entband sie ihrer Untertanenpflicht. Wiederum war es der glühende Patriot Möller, der den Gefühlen, die die Märker in jener dunklen Stunde beeselten, in dem ewig denkwürdigen Briefe. der auch in Hagen zahlreiche Unterschriften fand, Ausdruck verlieh. Wer kännte nicht die schönen Schlußworte:„Das Herz wollte uns brechen. als wir Deinen Abschied lasen und wir konnten uns nicht überreden, daß wir aufhören sollten. Deine treuen Untertanen zu sein, wir. die Dich immer so lieb hatten.“ Wahrlich ein Bekenntnis, das den Fürsten und die Märker in gleicher Weise ehrt.— Von da an folgten die Geschicke der Grafschaft Mark und der benachbarten Lande dem Sturmwind der Ereignisse. Minden=Ravensberg wurde zum nergebildeten Königreich Westsalen geschlagen, während die Mark durch ein kaiserliches Dekret vom Januar 1808 nebst Soest und Lippstadt mit dem seit dem März 1806 bestehenden Großherzogtum Berg verbunden wurde. dem außerdem die freie Reichsstadt Dortmund. ferner das ehemalige Bistum Münster und die Grafschaften Lingen. Tecklenburg. Bentheim und Limburg hinzugefügt wirden. Der Beherrscher dieses stattlichen Gebiets von insgesamt 270 Quadratmeilen, das in die Departements des Rheins. der Sieg. der Ruhr (eben unserer Heimat) und der Ens zerfiel, war Joachim Murat. der Schwager Napoleons. Er weilte jedoch nur vorübergehend einmal in der Hauptstadt Düsseldorf, da ihm das Leben in Paris mit seinen Annehmlichkeiten und Zerstreuungen mehr zusagte. Den Boden der Mark hat er nie betreten. Als er dern im I 808 König von Neapel wurde, ernannte Napoleon seinen Ressen, den Prinzen Napoleon Ludwig. den Sohn des Königs von Holland und Bruder Navolcons III. zu seinem Nachfolger Weil er aber erst fünf Jahre alt war so behielt sich der Kaiser die Regierung * dosvolrät bul bö. bessn Sonö#kuS ScooN 9 S 390—5 " 3E SS S SS SES S S 5550SSEEE E5-SSGEENS S 5-32 5 5 S S S E%SE SEEES BASSSSS 5 SE3SE 9OR EN530 S5 OSS= ,0 S8 S 55.-- Sg-äggrg S#, Höggög. -Sr S 8s S 6ic 85 *SÄLERG E 9— S9EE3 SugSgs. EEES SEES im Lande(in Düsseldorf, wo man ihn unter Ver=spreußischen Regierung uarhehal: leugnung jeglichen patriotischen Empfindens in der weitere Wohltat der eine songawonten Weise in den wornchnen Kreisen]ührung eines inhelichen P 3ez, de. EinSSRSEES 85 5 S S Fes B EE R EST„EES SS S8EEEES S 8 von 1813 isce Soreunt dur der dack ülh i fer uhnr e Nun göngen ower ouk düse schöinen Dage in in sienen Geldbühl kriergen. Dat makede ouwer a zir utswourde, machte 1815 dem Preuhtischen, Landrcht Kindgug, Parze ur Nader Schlte=drinte hne xrinoobupe duchtig wat te vertelien harre, dä söllen schmachpolsten Weise in den vornehmen Kreisen führung einag ein derz: andolischen Zeit, v zmschmeichelte) anwesend, während der kleine Nechtes können wir uode nen bürgerlichen Großherzog es nie gesehen hat. Von den zahl die Grasschaft Mart ur vinwedgehen, da sie für reichen Staaten, die der Kaiser auf fremden Boden Der Code Ne. eu ur eine Epllode bedentete. gegründet, hat das Großherzoztum Berg und mit wur 1810 in ihr eingeführt hm die Graschast Wark sich woh am säragen wieder Platz und behanstete sch evichen Landkrecht Ktndto) einer Persönlichen Zürsorge ersteuen dürsen. Ersdes Bürgerlichen Gesetzpucheoten ui ioe dondetis anicd in Beie Einze beiten der Ver= dte sergeriu geschagenen Linderheinschen Gebieien rocg dar u de uchur dun in. in Sertchen oinge die, wie ar eanadt ahgete, ane Baserstraicheneren Herzgang Begz— Aur en unde sane un ddcinte Kotne udd un. ut uchte zunr die Vermaltung der Rheinboundtauten atgeben sernter— Verdienst der hanzschen Vezerug n Zastour waguu et. Acteni ben salle Zur Verteung der bergschen Iutresen insdag heso, die Aebderweitung des Armenwesene hen. S.e v.—de Picdt tie de aune et Suchen Paie ericheie er ein beiendere Stateschretarat, Gemeiasen.d; ber, Aiche genesen nur an de Verason udd Ke. d ui uncet. unt e a an deisen Spitze er den Senator Grasen Roedetersde die ur auzupregen, eine hosiale Renordnung“““ uu Mininerrang stessen Se Krasen Roederer ore oie preußische Verwaltung übernommen hat. möge noch erwähnt werden, daß so manche Kunststraße unserer Heimat, kenntlich an den ne umsäumenden italienisa e der Grashernguich Verzschelste 8 oi, HoenZsrichre Minnter des Innern, Graf von Resselrode zu nenz danken. Ansänglich: 2 s, gz.; cntsehunz vernen— haben während der Fremdberrschaft ab Dmuchen art.. erster Linie zu strategischen wünnern. mislar ir atte: Zum kaiserlichen Kommissar in Düsseldorf wurde im Juli 1808 Graf Beugnot ernannt, der hier bis zum November 1813 seines Amtes waltete. Diese beiden Männex— geben ihnen wäre noch der Großherzoglaa, Vertzische Dmacham arf. 1444Btschen Zwecken erbaut, wurden sie in der Folge von hoher Bedeutung für den Handel und Verkehr. (Fortsetzung folgt.) Niemekes un Weigenlieder. Tehoupegestallt von E. Cramer=Crummenerl. Häl, häl, häi, becker kuaket uns dian Thäi: Kietels un Pötte sind alle tebruaken, sie dian Thäi im Düppken kuaken, Hai, häi, häi, becker kuaket uns dian Thäi? * Gun Owend Spielmann, But gäiht et die dann? Met diar kleinen Viggeliene, Met diam grouten Bum=Bam. Bat rappelt dei Kietel? Bat klingelt dei Pott? en.— haben während der Fremdherrschaft, abgesehen von Napoleon selbst, den bei weitem größten Einfluß auf die Geschicke des Landes ausgeübt. Beide waren erfahrene Verwaltungsbeamte, rechtlich und vernünftig denkende Männer, die sich nicht, wie so viele napoleonische Kreaturen, als bloße Nietlinge fühlten, sondern die Interessen des Kaiserreiches mit denen der ihnen unterstellten Territorien tunlichst zu verbinden suchten. Soweit es eben möglich war, beließ man die preußischen Beamten in ihren Stellen, in der Hoffnung, der Bevölkerung das Hineinleben in die neuen Verhältnisse auf diese Weise zu erleichtern. Nach Vinckes Zeugnis haben sich jene auch in franDiensten trefflich bewährt und die Rolle der Vermittler mit Geschick und meist mit Erfolg gespielt. Dies gilt vor allem von dem höchsten Beamten des Kuhrdepartements, dem Freiherrn von Romberg auf Brüninghausen bei Dortmund, der, so gut es gehen wollte, sich vom Königc. Preußischen Kammerherrn zum Präsekten (Regierungspräsidenten) von Napoleons Gnaden umwandelte. Ihm zunächst unterstellt und verantwortlich waren die Unterpräfekten der drei Arrondissements(Bezirke) Dortmund, Hamm und Hagen, deren Stellung etwa der eines heutigen Landrates entsprach. Von ihnen interessiert uns vor allem der leitende Beamte in Hagen, Freiherrn v. Untzer, auf dessen umsichtige Tätigkeit noch näher einzugehen sein wird. Jedes Arrondissement zerfiel seinerseits wieder in Kantone und diese letzteren wiederum in Mairien(Bürgermeistereien in den Städten und in den Landgemeinden Bauernschaften), deren Vorsteher aus den angesehensten Männern ernannt, den stolzen Titel„Munizipalrat“ führten. Bei gerechter Beurteilung kann nicht geleugnet werden, daß die Fremdherrschaft den Märkern eine Reihe von Errungenschaften gebracht hat, die entschieden einen Fortschritt bedeuten. Sie sind vor allem auf sozialem Gebiet zu suchen. Das Aufcäumen mit so vielen überlebten Ordnungen war Peuterände zurgete; die auch unserem! Buer Wienke harre en gurt Johr hat. Dat Heu ieler vich sugute kam, wie die Zertrümmerung so was gurt rin kommen, dä Aeräppel wören auk scatlsicher Gehize eenz sahiger politischer klein= gut gerohn, un en paar schwore Kälwer harre hä sielen die Schranben. uuf märkischem Boden an den Mann bracht, nu konn hä düchtia met de seren vur Schranzen zwischen Adel, Bürgertim Dalers klappern. 816ig wet de und Bauern. Die Folgen kamen in erster Linie! Buer Wienke zecreten kam. Op äimol sagge de Pastour:„Nun, liebe Frau Wienke, wie hat es Ihnen denn in Köln gesallen?" Do gong et ower los, de Tunge gong as en Mührlenrad.„Und im Theater waren — f— unzsuumenen uuttenischen Pappeln, wie wurde denn zaus auz: fraug de Pastour,„wvas 3. B. die Hagen=Zserlohner Chausse, der Fürsorgel in gruote Perst gegeben:“. Au koam Lorchen ower der Regierenden in Düsseldorf ihre Entstohung ver“" Verliargenheit, se harre den Namen doch ganz vergiärten; nu soll de Pastour gleuwen, sä wören ganit im Theater wiärs. Sä besunnte seh hen und hiär, ower de Namen von dem Stücke foll jähr nit in. Dä Schaulmester, dä op de annere Siet vam Disch sat, woll jähr en birthen op te Sprünge helpen und fraug Lorchen fröndlek: Wienke, war es vielleicht„Tannhäuser“ ziosa“?„Nä, nä, dat was et alle nit. dat Stücke met dä— Gous—!“ „Frau oder„PreNa, et was Natt! Von Fritz Gronnenberg. Seitdem dä groute Krieg te Enne es, wädd am Soterdagnomiddag niegends mä gearbäid. .„Dat es ok ganz guad und rächt so und de Lüe hett sik alle dran gewüähnt, ower en paar Haken hiät de Lake doch, und ener van den schlimmsten Bat damiet wien Wief Jot klingelt dei Potts Haken es de Uemstand, dat de Fraulüe am Soterwar danzer mien Wichnen: Bat flüget dei Roch? dag fast alle den Schruppdüwel im Liwe hett und de Gemütlichkeit tom Huse rutschruppet. Schlohp Kinneken schlohp, Dobuten gäiht en Schohp. Dat hiat son witte Feute, Giet dei Mialke seute. Seute Mialk un Fienwittbrout Dono wätt mien Kinneken grout. * Danze, Püppken, danze. Mouder jek he keine Schauh. Tü Bestmouders Schluffen ahn, Un danze frie drop tau. * Büs mien kleinet Püppken, Jek kuake die en Süppken, Daue die düchteg Zucker drin, Kritt mien Püppken leiwen Sinn. Wienke's Lorchen im Lohengrin! Von Frieda Feuge. Selei, Klichen Ke.ielien s ch. freit zu haben, ist eine Großtat, der wir dankbar könn. sohere lüls die Lateigerschoft ndele wdeibie den u. Bilaer an. Larchen, dn meise, wenun st rührenden Beschränkungen der persönlichen Frei= beiden op en ollen Dag es ne scheune Peise heit sowie alle Adelsvorrechte ab. So einfach wie den, viellicht no Kölns.“ Made sich die Sache gedacht hatte, war sie allerdings] Lorchen wußte im äisten Ougenblich nit hat se best uich hr Siche Frlchten, beweist die Tatsache, opdäinol.—— Huner ei biätw dobi, se känen den Weg nach Parie mach hr Jech annere Wiärhe reisen wollen. suchen. Ale der Minister Graf v. Roederer siel da uus Lorchen natirlik aut Füer un Flamme; Landeleute nossut. soherr war, trotz seiner hohen Protek= dem Verwünnern Lion einsperren und unter Seine Vorstellungen scheinen jedoch den Erfolg gehabt zu haben, daß ein neues Dekret vom Septemder 1811 die Ablösung der gutsherrlichen Lasten in Hinnerk Wuottelmann kam an äinem Soterdoagmiddag no Hu. Et was in den lesten paar Dagen fähr viäl Schnäi fallen; nur ower wor dat Wäir ümschlagen und et räigende, was mä vam Hiämmel runner woll. Op den Stroten was doher öwerall en Schlampam, dat me drin stiäken bliewen kann und Hinnerk mok, dat hä no Huse kam; denn hä freide sik all op en wamet dröäged Pläßken. Ower dat soll iäm versoalten wären. Te Huse was nämlich oh de Schruppdüwel los. Hä gong in de Wuonstouwe, ower do was gerade frisch geschruppet und schoan kam sine Frau as ne Furie ran und reip:„Bliw mi met dine driterigen Schauh ut de reine Stouwe; eck sie gerade domet prot woren. „Jo“, sagg Hinnerk,„mä süht et, hier es et jo noch natt.“ Hä gong in de Küäke. De Steihle woren afgesäiped und noch sucht; dä Disch was halw aufgesäiped, und in de Midde van de Küäke stond en Emmer mit driterig Water und en Opniämer drin. „Natt! Natt!“ sag Hinnerk. De Sake gesoll iäm nich. So bolle hä dohiär sine Järfensuppe im Liewe harre, do hä dat, wat de Mannslü in son Fall ümmer daut, hä nahm Mantel und Haut und mok, dat hä wäg kam. Ower buten wa. ok nicks los. Dä Riägen was noch duller woren, öwerall siägeden de Lüe den Schnäi van den Trottoirs und de Wagen vam Rinigungsamt foherden ne wäg. „Natt! Natt!“ meinde Hinnerk,„öwerall es et gall“ Uem op annere Gedanken te kommen, geng hä Lorchen wußte im äisten Ougenblich mnit, bat se Dman Pcertschop und drunk en poar Wacholler. ggen soll, dann lag se de Strickhorse in diän dier gesoll et dim nich. De Dör gong alle Oagenblick open und de ganze Buom was vull van suchten Fauttappen. „Hier es et ok natt“, brummde Hinnerk in sinen Bart. Hä gong en Hüsken widder in ne annere Kneipe. Hier drap hä wiänigstens guade Frönne und et duhrde nich lange, so harren sä sick fastesatt. En Giäsken Bäer kam op et annere und op düäse Wise wor Hinnerk van binnen natt. As hä schließlich no Huse goen woll, was hä nich mä ganz faste op de Pinne und so kam et, dat hä öäwer ne Bananenschale utgläit und so lang as hä was in de Guotte vull halwgeschmoltenen Schnäi foll. Und do was et ärst rächt natt. Hinnerks Geduld was nu ower te Enne und weil hä sick vörhäir de nöädige Kourage und de millernden Uemstänne andrunken harre, song hä an, mordsmäßig te schennen und Spektakel te maken. Im Oagenblick woren en Houpen Lüe üm iäm rüm, ower läider Guodes kam ek en Greinen, dä ne bim Kanthaken kräig, und met no de Wache nahm. Und weil hä ok hier dat Mul nich holl, moken sie känne langen Fisematenten met iäm und schluoten ne in ne Zelle in. Hinnerk Wuortelmann sat endlich im Dröägen. was noch sie Liärwen nit in so'm Theater gewiäcs, un et sat den ganzen Owen at im Druom. At se ower den Schwonen sog, do wo se krabbelig un 555 PETöLE F. S80%SzCS S O gS 38 58 S S 51EEg S#SESES Ein Beitrag zur Geschichte unserer engeren Heimat. Von Karl H. Schweinsberg. * # * 4 1 7 95 MREEE G E X 6 78 #age 7. In unserer schnellebigen Zeit, wo der Blick nur auf das Zukünftige, das Werdende gerichtet ist, machen wir manchmal verstohlen Halt an Stätten, die uns im Geiste zurückführen in längst vergangene Tage. An solchen Stätten ist unsere engere Heimat wahrlich nicht arm. Steigen wir doch einmal hinauf von Wittbräucke zur Hohensyburg, so gelangen wir bald an das Dorf Syburg mit seiner uralten Kapelle, in der schon Bonisazius die Lehre vom Weltenheiland rerkündigt haben soll, und die einst wegen der zu ihr gehörenden„Peters=Quelle" ein vielbesuchter Wallfahrtsort war. Dieser„Heitigen Quelle" wohnten angeblich heilende Kräfte inne die bei frommen kranken Wallfahrern ihre Wirkung nicht verfehlten.— Dann hinauf zur alten Sachsenfeste. Wieviel Sage und Geschichte ist doch mit ihr verbunden! Aber wir wandern weiter, zurück nach Kirchende, jenem idyllischen Dörschen im Tale. Von serne schon grüßt uns das alte Kirchlein, und sobald wir nähergekommen sind, erzählen uns alte. halbverwitterte Grabsteine von längst vergangenen Geschlechtern. Jetzt führt uns der Weg nach Herdecke, einem der ältesten Orte unserer Gegend. Eingeschlossen von fünf Bergen liegt es an den Ufern der Ruhr. #.Herdeche wird zuerst geschichtlich erwähnt im Jahre 810 oder 819, und zwar gründete damals Frederung, von der man erzählt, daß sie eine Schwestertochter des mächtigen Kaisers Carolus Magnus gewesen sei, hier ein Stift. Nachdem ihr Bräutigam, so berichtet die Sage, an der Seite seines Kaisers gesallen war, entschloß sie sich, ihre Schätze auf Maultiere zu laden und gelobte, da, wo das Tier, das die kostbarsten Schätze trug, sich zu längerer Rast freiwillig niederlegen würde, eine Kirche und ein Stift zu bauen. Sie machte sich also mit ihren Habseligkeiten auf den Weg und nach langer Wanderung. nachdem die Ruhr überschritten war, legte sich das ermüdete Lasttier unter einem mächtigen Cichbaume nieder. Voller Freude rief Frederuna:„Her de Eke“, und ihrem Gelöbnis gemäß wurde bald nachher mit dem Bau des Stiftes begonnen.— Herdecke verdankt Entstehung diesem Stifte und seiner Frederung. Am Kirchplatz. Zeichnung ron Ernst Erbe,(agen. haben. Die letzte— Helsgannte Vehislin grs diez Sgen und F die Kranbe stard. Die Schulzen„in uins benannte#eolissin aus die= Koen und Nackedehof“ hatten wechselweise den nach einer Nitteilur= von Sarg zu liefern, und am Begräbnistage mußten alle 13 Höfer die Leiche zu Grabe tragen. Außerdem war die Durchführung des Trauergelautes, das beim Tode einer nebtissin täglich von 12 bis 1 Uhr, 6 Wochen lang, und bei dem einer Kapitularin ebenso, aber nur 3 Wochen lang verrichtet werden mußte, eine Pflicht der Höfer. Sie bekamen dafür jeder einen Flor, ein Paar Handschuhe, und, sofern sie nicht traktiert wurden, 30 Stüber Geld. Für die Durchführung des Trauergeläutes erhielt der betreffende Höfer jedesmal 4 Stüber. Beim Tode eines Stifts=Mitgliedes hatten nicht nur die Angehörigen des Stiftes, sondern auch jeder Hofer 6 Wochen lang Trauer anzulegen. sem Geschsechte, war, nach einer Ritteilurg von Diedrich von Steinen(„Westfälische Geschichte" Lemgo 1760), Gosteke Mallinkrod 1510.— Als Napoleon mit seinen Truppen im Jahre 1806 auch durch unsere Heimat zog, um sich das ganze preußische Land untertänig zu machen, löste er das noch damals bestehende Stift auf und schaffte dessen Archiv nach Münster, wo es heute leider nicht mehr zugängich ist. Woher stammt nun der Name Herdecke? Man ist darüber verschiedener Meinung. Die einen leiten ihn von dem oben erwähnten Ausruf der Frederung„Her de Eke“ her, die andern von einer g##. Göttin Hertha geweihten Eiche—„Herthac. telche von beiden die richtige Auffassung st, laßt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Bekannt he#hede dat sich in Herdehes Baappen eine Eiche seine Erbauerin . Die Geschichte der heutigen evangelischen Kirche in Herdecke ist mit der Entstehung des Stiftes in engste Verbindung zu bringen. Ihre Erbauerin, Frederung, war bis zum Umbau der Kirche, der im „„Jahrhundert wachsender Bedürfnisse und Baufalligkeit wegen vollzogen werden mußte, an deren Nordseite beigesetzt. Gelegentlich des Umbaues hat man das Grab an die Westseite verlegt und fand bei seiner Oeffnung nur wenig Staub und Seidenzeug. Das Stift war, trotzdem seine Mitglieder Nonnen genannt wurden, kein Kloster im eigentlichen Sinne. In späterer Zeit wurde es zu einem freiweltlichen Stift für adelige Damen umgewandelt. Seine Kapitularinnen mußten vollkommen ritterbürtig sein und 16 Ahnen nachweisen können. teressant ist zu erfahren, daß auch von der Familie Das Stift Herdecke. Das Stift Herdecke hatte im Verhalinis zu andern keinen großen Grundbesitz. Die zu ihm gehörigen 13 Lehnsgüter: der Fronehof, der Nahkedehof, die 2 Köche, das Lindergut, das Puppengut, das auch Syburger Gut genannt wurde, das Gut, das der Grüter bewohnte, das Gut auf dem Stade, das Reydbergers= oder Wannemannsgut, der Hof zu Ehrgeste, das Kammeramt und das Schulzengut zu Herdecke, vergab die jeweilige Aebtissin. Dieses Recht hatte Graf Engelbert von der Mark dem Stifte 1374 verbrieft. Die Bewohner dieser Güter nannte man Höfer oder Stiftsamtleute. Beim Antritt der Stiftsamtmannschaft hatten sie folgenden Eid zu leisten:„Ich, N. N. gelobe und schwöre zu Gott dem Allmächtigen, daß ich einer zeitlichen Aebtissin des Stiftes Herdick, als Hofschultin des Hofgerichts, wie auch dem sämtlichen Hofe hierselbst, getreu und hold sein, deren Besitz befördern und Arges abkehren, auch das Gericht in Ehren halten will, so viel mit Mensch nur möglich ist, und dieses so wahr mir Gatt heise durch Jesim Christum.“ Außerdem zehlten dann die vornehmsten, d. h. die vermögendsien Höfer der Abtei 2 Reichsthaler, die geringeren 1 Reichsthaler 30 Stüber. Erklärlicherweise hatten die Höfer große Verpf ichtungen dem Stifte gegenüber. So niihte beispielsweise„der Nacdeschulte zur St. Bartholomöus=Messe 4 Wochen dienen mit Bier und Brot und mußte liefern: 12 Malter Hafer=Malz und 8 Malter Roggen, 6 fette Kühe, zwei Malter Weizeu, 2 Scheffel Salz, 10 Hühner, dem Bäcker 1 Malter Roggen, 8 Pfennig und 4 Becher Salz, jedem Koch 2 Scheffel Roggen und 4 Pfennig.“— Erhrankte ein Mitglied des Stiftes, so wurde's in das der Abtei zugehörige Krankenhaus beim Nackedehof gebracht. Die Höferfrauen hatten dann die Pflicht, die Pflege der Kranken zu übernehmen. Wenn wir bisher nur von den Pflichten der Höfer redeten, so ist damit nicht gesagt, daß sie keine Rechte hatten. Man muß ja gestehen, daß die Rechte der Höfer, im Verhältnis zu unsern heutigen Begriffen äußerst gering waren. So bekam jeder Stiftsamtmannn zu Lichtmeß eine Wachskerze im Gewichte eines halben Pfundes. Wurde eine Kapitularin aufgeschworen, so mußte entweder der Schulze im Koen mittraktiert werden oder man mußte ihm Geld geben.— Starb ein erwachsenes Mitglied der Familie des Schulzen im Koen, der des Nackedehof— oder der des Dorhof=Schulzen, so mußte das gesamte Kapitol, sofern es dazu eingeladen wurde, beim Begräbnis zugegen sein. Die Stiftsdamen nahmen dann an der Pforte des Friedhofes Aufstellung und, nachdem die Leiche vorbeigetragen war, folgten 1. der Amtmann, 2. die anwesende Kapitularinnen, 3. die Aebtissin und 4. endlich die Angehör'gen und Freunde des Verstorbenen. Man betrachtete die Teilnahme des Kapitols als eine besondere Ehrung und erfüllte dann gern die Pflicht, für diese„Ehrung“ jedesmal 4 Kannen Wein an das Stift zu senden.— Daraus geht hervor, daß die Höfer in ihren Rechten auch recht unterschiedlich behandelt wurden. Zu den Einnahmen des Stiftes zählten zunächst natürlich, und das im Besonderen, die Abgaben der Höfer. Außerdem waren dem Stift aber noch an die 200 Güter und Höfe zinspflichtig, und diese hatten manchmal sehr bedeutende Abgaben zu leisten. Weitere Einkünfte bezog das Stift aus einer Kornmühle an der Ruhr, einer eigenen ausgedehnten Fischerei am Flusse, es erhob Fuhrgeld und späterhin auch Brückenzoll, die Gelder für das Bierbrauen im stiftischen Brauhause gingen ihm zu, ferner eine besondere Abgabe vom Wein= und Brotverbrauch des Dorfes Herdecke, das Standgeld der stets gut besuchten Jahrmärkte(denn Herdecke war früher ein beteudender Handelsplatz) u. a. m. Einen großen Teil dieser Einnahmen ließ das Stift den Geistlichen und Armen zukommen. Auljährlich am Gedächtnistage der Begründerin des Stiftes, Frederung, am St. Lucienstage, auf Licht