al 770 Landwirtschaftliche Beilage zum„Soester Kreisblatt Nr. 32 Hoest. den 17. Oktover 1928 27. Johrgang Rauhe Herbstfurche und Bodengare. Es ist üblich, den Boden im Herbst tief zu pflügen oder umzugraben, und ihn dann den Winter über in rauher Furche liegen zu lassen. Bei dieser Arbeit wird vielfach zugleich organischer Dünger untergebracht. Diese Bearbeitung ist in ihrer Wirkung von größter Bedeutung für die Struktur des kultivierten Bodens. Sie zielt darauf hin, den Boden möglichst ausgiebig dem Winterfroste auszusetzen, damit er ihn lockere. Das vermag er viel gründlicher als irgendein Gerät menschlicher Erfindung. Gefriert nämlich der Boden, so werden dadurch, daß sich das Wasser beim Uebergang in Eis um ein Zehntel seiner Masse ausdehnt, die mit Wasser gefüllten Poren ebenfalls ausgedehnt. Infolge des Eisdruckes zerfallen dann die Schollen allmählich zu kleinen locker geschichteten Krümeln. Je öfter Frost und Tauwetter abwechseln, desto gründlicher vollzieht sich diese Zerkleinerung. Damit wird der Boden in einen immer günstigeren Zustand für das Pflanzenwachstum versetzt. Je schwerer und bindiger ein Boden ist, um so dichter sind die einzelnen Bodenteile gelagert. Sie haben dann keine oder nur ganz kleine, haarfeine Hohlräume. Dieser Zustand, den man Fachmännisch mit Einzelkornstruktur bezeichnet, ist dem Pflanzenbauer nicht erwünscht. Die im Boden enthaltenen Nährsalze können bekanntlich nur in Wasser gelöst von den Pflanzen aufgenommen werden, deshalb muß während der ganzen Wachstumszeit stets genügend Wasser im Boden voranden sein. Ferner muß sich Luft im Boden befinden, da die Pflanzenwurzeln den Sauerstoff der Luft zum Atmen brauchen und auch die Zersetzung der organischen Düngemittel sich nur in seiner Gegenwart normal abwickelt. Diese Bedingungen erfüllt aber ein Boden in Einzelkornstruktur schlecht. Er hat zu wenig und zu kleine Hohlräume, um Wasser und Luft aufspeichern zu können. Deshalb strebt der Landwirt und Gärtner danach, olchen Boden in Krümelstruttur zu versetzen. Davon pricht man, wenn die Bodenteilchen zu kleinen, unregelmäßig eformten Erdkrümelchen vereinigt sind. Sie werden in ihrem Innern von feinen Poren durchzogen. Die mehr oder weniger ockere Lagerung der einzelnen Krümelchen läßt zwischen diesen größere Hohlräume, die großen Einfluß auf die für das Pflanzenwachstum außerordentlich wichtigen Wasser= und Durchüftungsverhältnisse des Bodens ausüben. In Zeiten starker Niederschläge schützt die Krümelstruktur den Boden vor Wasserüberschuß, weil die niedergehenden Wassermengen in den großen hohlräumen zwischen den einzelnen Bodenkrümeln in die Tiefe ickern. Diese überschüssigen Wassermengen werden in Zeiten der Dürre durch das Steigungsvermögen wieder emporgeleitet, einem schnellen Verdunsten beugt die Unterbrechung des Haarköhrchennetzes der Bodenporen durch die Krümelschicht jedoch vor. Die Zerstörung jener Haarröhrchen in der Bodenoberfläche beabsichtigen wir ja auch mit der sommerlichen Bodenbearbeitung. Das aufsteigende Wasser gelangt trotzdem bis zu den Wurzeln. Im Boden mit Einzelkornstruktur dagegen kann bei stakken Niederschlägen das überschüssige Wasser infolge ausschließlichen Vorhandenseins von engen Kapillaren mit ihrem großen Reibungswiderstande gegenüber dem Wasser, und weil andere größere Hohlräume in diesem Boden gänzlich fehlen, nicht schnell genug in die Tiefe abgeleitet werden. Die Folge ist, daß das Wasser in den oberen Schichten stehen bleibt und diese aufschwemmt. Bei längerer Trockenheit wird das Wasser dann schnell aus den oberen Schichten an die Oberfläche gesaugt und perdunstet dort. Böden mit geringem Humusgehalte verkrusten dabei, was nach der Saat besonders gefährlich wird, denn die zarten Keimlinge vermögen die harte Oberfläche oft nicht zu durchbrechen. Leichte Böden in Krümelstruktur zu bringen, ist nicht schwer. Hier kann sogar leicht des Guten zuviel getan werden. Bei zu gründlicher Bearbeitung wird der Boden pulverisiert. In diesem Zustande schwemmt der Regen ihn auf und bei nachfolgender Trockenheit wird er in den Zustand der Einzelstruktur versetzt. Schwerer und bindiger Boden muß dagegen mit starken Ackergeräten energisch angegriffen werden. Sehr wichtig bei der Bodenbearbeitung, die Krümelstruktur herstellen soll, ist die Wahl des richtigen Zeitpunktes. Der Boden darf weder zu feucht aten eln Bet un e nucdeniten Sateln richtig getroffen und fehlt es dem Boden nicht an organischen offen, so bildet sich unter der Einwirkung von Feuchtigkeit, arme und Luft jener Zustand des Ackers, den man Gare nnt. In solchem Boden arbeiten die Bakterien und erzeugen durch Zersetzung organischer Stoffe Kohlensäure und der Boden behält den notwendigen Feuchtigkeitsarad, bei dem sich die Pflanzen wohl fühlen. Asche als Düngemittel. Der Gehalt an Pflanzennährstoffen ist bei Asche je nach ihrer Herkunft sehr verschieden. Stammt sie von Holz, dann kann man sie stets als wertvoll ansehen. Die Asche von Nadelhölzern enthält nämlich ungefähr 35 Prozent Kalk, 6 Prozent Kali. 6 Prozent Magnesia und 3 Prozent Phosphorsäure, Asche von Laubhölzern dagegen nur 30 Prozent Kalk. 5 Prozent lagnesia, bis 3½ Prozent Phosphorsäure, dafür aber 10 Prozent Kali. Das sind recht beachtenswerte Nährstoffmengen für unsere Nutzpflanzen im Garten. Leider ist der große Prozentsatz an Kali„kohlensaures" Kali, also gewöhnliche Pottasche, ein altbekanntes„Beizmittel“ bei großer Wäsche, und ein Beizmittel bleibt sie auch im Lande, sofern sie in Gartenboden gebracht wird, auf dem gleich danach gesät oder gepflanzt wird. Das ätzende, durch die Bodenfeuchtigkeit aufgelöste Kaliumkarbonat tötet Keime und junge Pflanzenwurzeln. Man bringe die Asche deshalb nie erst im Frühjahr oder Sommer in den Boden, auf dem man pflanzen oder säen will, sondern sammle ste, streue sie m Herbst auf das Land gleichmäßig aus und grabe sie flach in den Boden ein. Im Frühjahr wirkt die verrottete Holzasche dann im Boden als wertvolles Düngemittel. Die Kohlenasche ist dagegen sehr arm an Pflanzennährtoffen. Sie enthält meist nur 14 bis 16 Prozent Kalk, 2 Proent Magnesia, 7/10 Prozent Kali und nur 3 Prozent Phosphoräure. Da Phosphorsäur erst nach längerer Aufschließung im Boden löslich ist, der Kalk in der Kohlenasche aber als schwefelsaurer Kalk“ keine unmittelbar düngende Wirkung hat, ondern nur die Aufschließung anderer Pflanzennährstoffe vorbereitet, so ist die Kohlenasche zur Düngung nicht zu brauchen, sondern darf nur dünn auf den Komposthaufen gestreut werden. Innig mit dem Boden vermischt und durchgearbeitet, kann sie die Komposterde verbessern. Kompostierte Kohlen= und Holzasche ist ein guter Dünger für Hülsenfrüchte, für Wiesen= und Rasenflächen und RosenDer Gartenzaun und sein Baustoff. Der billigste und leider am meisten angewendete Zaun ist heute der Drahtzaun. Er erfüllt seinen Zweck, sagt man, wenn man kein Geld für eine bessere Ausführung hat. Als Vorteile werden ihm angerechnet, daß er licht- und luftdurchlässig ist und als Grenzscheide für Menschen und Tiere im allgemeinen genügt. Aber er schützt nicht vor Wind und Wetter und bietet wegen seiner Durchsichtigkeit dem Auge keinen Rahmen um den Garten dar, wie er auch freien Einblick in das Grundstück von außen gestattet. Ein trauliches Gefühl des Geborgenseins kann hinter Drahtäunen nicht aufkommen. Sie müssen dazu erst durch Sträucher gedeckt werden. Auf Schönheit dürfen sie auch keinen Anspruch machen. Ohne inneren Zusammenhang mit der Gartenanlage und der an ihm entlang führenden Straße stehen sie da, und durch besonders lange Lebensdauer zeichnen sie sich schließlich auch nicht aus. Das Gegenstück zum Drahtzaun ist die Mauer. Sie gibt eine dauerhafte, gegen Eindringen und Hereinsehen in den von ihr umhegten Raum vollauf sichernde Grenzwand ab. Aber für kleine Gärten eignet sie sich nicht, weil sie den Luftwechsel zu sehr hemmt und ungüstige Verhältnisse für viele Pflanzen dadurch entstehen. Bei großen Grundstücken und Berggärten ist sie dagegen angebracht, man kann sie an den Sonnenseiten mit Wandbäumen und Reben bepflanzen und dadurch ihren Nutzen erhöhen. Sie bietet auch Vögeln Gelegenheit zum Nestbau. Davon machen diese allerdings nicht Gebrauch, wenn man die Oberkante mit Glasscherben bedeckt. Die aus ihnen kreuz und quer gespiegelten Lichtstrahlen beunruhigen die Vögel, so daß sie solche Grundstücke meiden. Zwischen Drahtzaun und Mauer stehen die Eisen= und Holzzäune und die Hecken. Eisenzäune, wie sie früher beliebt waren, werden kaum mehr ausgeführt, und das ist sein Unglück. Sie sind zwar haltbar, wirken aber sehr nüchtern. Künstlerisch geformte Eisenzäune können sich nur sehr wohlhabende Gartenbesitzer leisten. Deshalb werden Zäune aus Latten und Kanthölzern weitaus bevorzugt. In diesem Stoff ist man neuerdings zu Formen gelangt, die den praktischen Ansprüchen ebenso genügen, wie sie das Auge erfreuen. Sie verursachen dann allerdings auch beträchtliche Kosten. Am billigsten dürfte wohl der lebende Zaun, die Hecke, sein. Die Ausgabe für junge Pflanzen, wie man sie dafür verwendet, kann wohl jeder tragen. Störend empfunden wird freilich, daß die Hecke nicht fertig hingestellt werden kann. Man muß sie deshalb in den ersten Jahren besonders durch Stacheldraht schützen. Die Drähte können in der Hecke bleiben, die Pfosten kann man später leicht entfernen, wenn sie unten abgefault sind. Ein Hauptvorurteil, das gegen die Hecken geltend gemacht wird, richtet sich dagegen, daß die Pflanzen der Hecke ihre Wurzeln weit nach den Seiten aussenden und dadurch Kulturen in ihrer Nähe unmöglich machen. Das ist jedoch nur in sehr kleinen Gärten ein fühlbarer Verlust. Daß die Hecke Schädlingen Schutzwinkel bietet, ist nicht so gefährlich, denn sie lädt auch Vögel zum Nestbau ein, die von solchen Schädlingen leben. Was die Hecke neben ihren Schönheitswerten vor anderen Zaunarten empfiehlt, das ist die Billigkeit ihrer Erhaltung, ihre Schutzkraft gegen Wind und ihre Undurchdringlichkeit, soweit man dornbewehrte Pflanzen verwendet. Auch dann, wenn der Boden einer Verbesserung bedarf, und dies wird meist der Fall sein, ist die Heckenanlage im Vergleich zu künstlichen Zäunen billig. Eine Pflanzung aus vielen, eng nebeneinander gesetzten Sträuchern, die im Laufe der Jahre eine dichte grüne Wand bilden sollen, bedarf natürlich großer Nährstoffmengen, damit sie kräftig treiben können. Den Erfolg guter Vorbereitung kann man bald bemerken. Sie besteht darin, daß man einen Pflanzgraben von 40—50 Zentimeter Breite und 30—40 Zentimeter Tiefe auswirft. Die Grabensohle wird mit einer Schicht aus altem Dung belegt und erst über einer auf den Dung ausgebreiteten Lage schwarzer Erde oder gut gelagerter Komposterde gepflanzt. Die Pflanzen wähle man zwei- oder dreijährig. Alte Pflanzen zeigen oft schon im ersten Jahre kahle Stellen, und man muß dann die ganze Pflanzung auf 20 Zentimeter Höhe zurückschneiden und die abgestorbenen Büsche durch neue ersetzen. Junge Pflanzen holen alte in wenigen Jahren ein. Dabei sind sie natürlich viel billiger. Die gebräuchlichste Heckenpflanze ist der Weißdorn. Er wächst auf jedem Boden, der nicht arm, nicht sehr trocken oder sehr naß ist, am besten auf kalkhaltigem. Unsere freibrütenden Vögel bevorzugen ihn für ihren Nestbau, wenn er im Schnitt gehalten wird. Für die frühesten Bruten ziehen sie allerdings die Fichte vor, weil sie auch im zeitigen Frühjahr vollkommene Deckung bietet. Als Hecke hält der Weißdorn sehr lange aus und läßt sich auch im Alter noch stark zurückschneiden. Als Mittel gegen die Obstbaumschädlinge, die den Weißdorn als gelegentliche Wirtspflanze benutzen, bringt man in der Nähe Nisthöhlen an. Man fördere überhaupt nach Kräften den Vogelschutz. Hain= und Rotbuchen lassen sich ohne Schwierigkeit beliebig hoch und verhältnismäßig schlank ziehen. Sie gedeihen auf geringem Boden aber nicht. Höhere Hecken zum Schutze gegen Winde zieht man auch häufig aus Linden und Ulmen. Der gewöhnliche Liguster, die japanische Quitte, die Berberitze, der Bocksdorn und die Gleditschie geben dichte Hecken von mittlerer Höhe. Auch die wilde Stachelbeere eignet sich dazu, namentlich in schattigen Lagen. Unter dem Namen Schottische Zaunrose ist in den Baumschulen die in Thüringen heimische Weinrose, Rosa rubiginosa, zu haben. Ihr Laub verbreitet köstlichen Apfelduft, namentlich, wenn es der Regen benetzt hat. Sie wächst schnell und kräftig auf nicht zu leichtem, möglichst kalkhaltigem Boden bei nicht zu hohem Grundwasserstande und läßt sich zu undurchdringlichen Hecken heranziehen. Unter Ungeziefer leidet sie fast gar nicht. Erwähnt seien schließlich noch als brauchbare Heckengehölze die Kornelkirsche, der Hartriegel und der Feldahorn. pflanzungen. Nur zur Kartoffeldüngung soll man sie nicht verwenden, da hierdurch der Schorf begünstigt wird. Auch Zwiebeln und alle Wurzelgewächse, wie Rüben, Mohrrüben, Kohlrüben, Sellerie usw. dürfen nicht mit Aschenkompost gedüngt werden. Kaninchenkrankheiten. Früher bedeutete Krankheit eines Tieres für den Kaninchenzüchter einfach Verlust. Man verschwendete keine Zeit an Behandlung und griff zum Messer. Davon kam man mehr und mehr ab, je wertvoller die Zuchttiere wurden. Leider haben die Kaninchenkrankheiten nicht in gleichem Maße abgenommen. Der Züchter muß sich deshalb mit den wichtigsten Krankheitserscheinungen vertraut machen. In vielen Fällen helfen Hausmittel, wenn sie richtig und früh genug angewendet werden. Ein Leiden, das junge Kaninchen nicht selten befällt, ist der Speichelfluß. Dabei läuft ein klebriger Schleim aus der Schnauze und verklebt die Haare. Die Kaninchen sehen krank aus. Die Ursache dieser Krankheit sind dumpfe, feuchte Ställe, oft auch nasses oder erhitztes Futter. Man setzt die Patienten auf trockene Kost(Heu), rührt Kleie fest an, gibt Hafer und dergleichen und taucht daneben die Schnauze der Tiere dreimal täglich in eine schwache Alaunlösung. Schnupfen heilt man ähnlich, doch hier sondere man die kranken von den übrigen Tieren, da er ansteckt und ganze Bestände verseuchen kann. Sehr ansteckend und auch gefährlich ist die Räude. Davon befallene Tiere setzt man ganz für sich allein. Es bildet sich zuerst Schorf an den Augen und an der Ohrwurzel. Die Haut wird rissig, voller Borken und das Haar geht aus. Wenn nicht schleunigst dagegen eingeschritten wird, breitet sich der Ausschlag, der von Parasiten, den berüchtigten Räudemilben, hervorgerufen wird, über den ganzen Körper aus. Abwaschungen mit Perubalsamlösung, die in Wasser oder Spiritus verdünnt wurde, tun gute Dienste, wenn die Krankheit nicht zu spät bemerkt wurde. Sonst töte man die Kaninchen lieber und verbrenne sie, das Leben wird ihnen doch zur Qual. Die Ställe reinige man gründlich mit Karbolineum oder verbrenne sie, wenn sie nicht zu wertvoll sind. Jedenfalls benutze man sie besser längere Zeit nicht. Leichter heilbar ist die als Ohrenräude bekannte Abart dieser Krankheit. Die davon befallenen Tiere schütteln mit dem Kopf, sind ungeduldig, und untersucht man sie, so findet man im Innern des Ohrs Knötchen, später Schorf und Borken. Hier pflegen Einläufe in die Ohren von der erwähnten Perubalsamlösung, zweimal täglich und längere Zeit fortgesetzt, zu helfen. Wird die Öhrenräude zu spät bemerkt, so durchfressen die Parasiten den Gehörgang und dringen ins Gehirn, was den sofortigen Tod zur Folge hat. Entdeckt man an seinen Pfleglingen Geschwüre, so sind Abführmittel am Platze, z. B. Schwefelblüte, die man ins Weichfutter mengt. Die schlimmen Stellen selbst wäscht man mit zweiprozentiger Kreolinlösung oder essigsaurer Tonerde. Die Gefahren der Trommelsucht dürften jedem Kaninchenzüchter bekannt sein. Sie befällt die Tiere ganz plötzlich und muß sofort behandelt werden, sonst zerreißen Gedärme und Bauchfell und das Tier ist verloren. Die Symptome der Krankheit sind nicht zu verkennen. Der Hinterleib ist prall aufgetrieben, die Tiere schlagen oft mit den Läufen dagegen und Wintern erscheinen die ersten Blüten schon Mitte Jannar, die äußern große Schmerzen. Halbstündlich wird ein Teelöffel vall Hauptblüte fällt in die Monate Februar und MärKalkwasser mit drei bis vier Tropfen Salmiakgeist eingegeben. Auch Kaltwasserklystiere haben sich bewährt. Dem genesenden Tier gibt man durchaus Trockenfutter. Meist ist verregnetes Grün die Ursache, vor allem nasse Kohl= und Rübenblätter. Stumme Enten. Das viele Quaken der Enten fällt manchem Menschen lästig und er läßt sich dadurch abhalten, Enten anzuschaffen. Durch reichliche, abwechslungsreiche Fütterung kann man es wohl in gewisse Grenzen eindämmen, aber ganz wird man die Tiere nie zum Sckweigen bringen. Wer das will, muß sich die Moschusoder Bisamente, auch türkische Ente genannt, besorgen. Diese gibt keinen lauten Ton von sich, sondern faucht nur. Außer diesem Vorzug, den andere weniger hoch veranschlagen werden, hat die Bisamente aber den, daß sie sehr gutes und zartes Fleisch liefert. In den ersten drei bis zehn Monaten haftet ihm keinerlei Moschusgeschmack an. Nur ältere Tiere bekommen oft einen leichten Bisamgeruch, namentlich während der Paarungszeit. Neueingeführte Bisamenten und ihre ersten Nachkommen fallen durch starken Moschusgeruch auf. Der Hauptvorteil der Bisamente vor anderen Enten besteht in dem bedeutend stärkeren Fleischansatz an der Brust und in ihrer Genügsamkeit. Der Erpel ist bei dieser Rasse unverhältnismäßig größer als die Ente und dürfte von keiner anderen Ente übertroffen werden. Die Urfarbe ist tiefes Schwarz des ganzen Federkleides mit Ausnahme des blendend weißen Deckgefieders der Flügel. In der Sonne spielt das Gefieder in Grün, Violett und Bronze. Blaugraue, gelbe und weiße Bisamenten sind Kreuzungen mit anderen Arten, wie schon die schwächere Form solcher Tiere zeigt. Das Weiß der reinrassigen Tiere entwickelt sich übrigens erst im zweiten Jahre völlig Als sehr brauchbar haben sich Kreuzungen von schwarzen Bisamenten mit Rouen und von weißen mit sehr starken Aylesbury= oder Pekingenten erwiesen, wobei der Erpel Bisam sein muß. Sie sind größer als starke Pekingenten und haben überaus viel und sehr zartes Fleisch, aber sie sind unfruchtbar. Die Bisamerpel, die zur Kreuzung gehalten werden, dürfen keine Bisamente bei sich haben, sonst paaren sie sich selten mit anderen Enten. Eine unserer ersten Frühlingsblumen ist der Winterling, Eranthis hiemalis, eine aus Südeuropa stammende, aber in Deutschland teilweise eingebürgerte Ranunkelart. Ihre leuchtend gelben Blüten erscheinen mit den Schneeglöckchen und wirken bei Massenpflanzen überraschend schön, da fast alle andern Pflanezn sich zu ihrer Zeit noch in tiefer Ruhe halten. Der Winterling gedeiht in jedem guten, humosen Gartenboden, am besten in schattiger und halbschattiger Lage, sogar ünter Buchen. Wenn diese anfangen, sich zu belauben, haben sich die Winterlingpflänzchen längst wieder in den Boden zurückgezogen. Durch Selbstaussaat verbreitet sich der Winterling bei günstigen Wachstumsbedingungen bald über große Flächen. In milden, schon Mitte