6 Landwirtschaftliche Beilage zum„Soeller Kreisblatt" Nr. 31 Soest, den 11. Oktober 1928 27. Jahrgang Farbenrausch in Gläͤttern, Gluͤten und Früchten. Die Gärten sind noch selten, in denen sich das herbstliche Blühen und Welken und Fruchten reicher entfaltet, als es unserer heimischen Pflanzenwelt eigen ist. Wohl blühen allentlben Dahlien in herrlichen Farbentönen, und auch die gempfteren Farben der Staudenastern trifft man häufig an oldruten, Rudbeckien, Helenium haben ebenfalls schon viele reunde gefunden. Und an Hauswänden und Zäunen klimmt und schlingt sich der wilde Wein und läßt sein Laub purpurn uchten, und hie und da entbrennen die Fiederblätter des Essigstrauches scharlachfarben, aber darüber hinaus geht es selten. Und dabei gibt es noch viele, viele Gehölzarten, die wertvolle Beiträge zur bunten Herbstschönheit steuern, und allerlei Blumen, die unsere Herbstvorstellungen verwirren würden, sähen wir sie öfter. Wo blühen Herbstzeitlosen und Herbstkrokus, wo findet man die herrlich sich gelb, orange und rot färbenden Freilandazaleen! Um dem Reichtum der Herbstwelt näher zu kommen, muß man sich erst in den botanischen Gärten und den großen Parks umsehen, wie sie Fürst Pückler in Muskau und Branitz, Lenne in Potsdam schufen, in Wörlitz oder Herrenhausen, oder in den Anlagen unserer Großbaumschulen. Denn einen Tulpenbaum oder eine Sumpfeiche kann nicht jeder in seinem Gärtchen haben, mag ihr Herbstkleid in Gold oder Rot noch so überwältigend wirken. Auch der Tupelobaum oder die Parrotie— sie werden immer wenigen Gartenschwärmern vorbehalten bleiben, die viel Platz zum Bepflanzen haben und bei Anschaffungen nicht zu knausern brauchen. Aber wie gesagt, pontische Azaleen sollte es mehr geben in den Gärten, auch in kleinen, denn sie danken die Wahl zweimal im Jahr, im Frühling durch die Blüte und im Herbst durch die Lautfärbung, und man weiß oft nicht, zu welcher Zeit sie schöner sind. Auch sie kosten freilich mehr als Schneebeeren und Heckenkirschen, aber dafür bekommt man wirklich etwas Feines. Unter den Ahornarten sind es besonders die japanischen Formen, die im Herbst auffallen. Eine Gruppe gelbroter Spitzahornkronen ist gewiß nicht zu verachten, aber nur der große Garten oder Park hat dafür Raum, während sich von den Fächerahornen leicht ein Dutzend im Vorgarten versammeln läßt. Sie blühen zwar nicht bemerkenswert, sind aber auch im Austrieb entzückend./ Im Herbst spielen sie zwischen hellstem Gelb und Ocker und dunkelstem Rot. Zum Schluß sei hier noch als prächtigster Herbstfärber unter den Schlingern der japanische Wein(Vitis Coignetiae) genannt. Gehölze wegen ihres Fruchtbehanges anzupflanzen, liegt vielen noch ganz fern, und doch lassen sich damit wundervolle Gartenbilder erzeugen. Am bekanntesten wurden durch solche Verwendungen in Alpenpflanzensammlungen die kriechenden Zwergmispeln mit ihrem harten, glänzenden Laub und roten Beeren. Aufrechtwachsende Arten davon sind nicht minder schön. Von Bäumen gehören hierher neben den bekannten Ebereschen viele Apfelarten aus Amerika und Asien, die wir schon ihrer Blüte wegen häufiger im Ziergarten anpflanzen sollten. Der anspruchslose Sanddorn kann seiner orangegelben Früchte wegen beanspruchen, in diesem Rahmen ebenfalls berücksichtigt zu werden. Durch buntes Herbstlaub und zugleich reichen Korallenschmuck fallen viele Berberitzen auf. Von den Klettergehölzen zeichnet sich der in China und Japan heimische Baumwürger durch rote Früchte mit abstehenden gelben Fruchtkapseln aus. Und schließlich die Blüten des Herbstes? Wer weiß, daß die nordamerikanische Zaubernuß schon im Spätsommer und Herbst zwischen dem bräunenden Laub goldige Blütenkelche trägt? Wer kennt den aus Mittel= und Südjapan stammenden, bei uns aber in warmer, sonniger Lage aushaltenden Buschklee (Lespeoezo Sieboldi) und seine karminroten Schmetterlingsblüten, die erst Mitte September erscheinen? Bei Herbstzeitlosen denken noch die meisten an ein giftiges Wiesenunkraut. Gleichzeitig bedeutet der Name aber eine kulturwürdige Blütenpflanze mit weißen, karmin= und lilafarbenen Bechern. Eine prächtige Schattenpflanze stellt noch das von Mitte August bis Ende September blühende neapolitanische Alpenveilchen dar. Seine rosafarbenen Blumen erscheinen in großer Zahl vor dem Austrieb des silbrig gezeichneten Blattwerkes, das den ganzen Winter den Erdboden bedeckt, um erst im Juni des folgenden Jahres abzusterben. G. Fl. Was fängt man mit dem Laub an? Die abgestorbenen Blätter, die im Herbst von den Bäumen fallen, sind nicht als Dünger anzusehen, denn alle Stoffe, die eine Pflanze brauchen kann, wurden ihnen schon entzogen, um sie im Stamm, den Wurzeln, Zweigen und Knospen aufzuspeichern. Uebrig geblieben ist von den grünen Atmungsorganen in der Hauptsache nur ein Gerüst aus Kohlenstoff und oxalsaurem Kalk. Man läßt diese Reste aber auch nicht auf den Wegen liegen, denn sie machen sie ungangbar, man entfernt sie von den Rasenflächen, da sie dort den Rasenpflanzen schaden, aber man sammelt sie doch nicht als etwas gänzlich Wertloses, sondern bringt sie auf einen besonderen Platz, um sie für verschiedene Zwecke bereitzuhalten. Jeder Bauer weiß, wie wertvoll das Herbstlaub als Decke von Mieten und Erdgruben ist. Sie braucht nur gut fußdick zu sein, dann dringt keine Kälte ein, und mag sie noch so streng sein. Eine handhohe Decke aus Laub hält den Frost sogar noch besser ab als eine stärkere Dungschicht. Wer Mistbeetkästen mit überwinternden Kulturen hat, kann diese auf solche Weise billig schützen. Stauden und Frühjahrspflanzen, die flach wurzeln und auch im Winter grüne Blätter haben, brauchen die natürliche Laubdeckcke, die ihnen die Nachbargehölze liefern, um ihr Leben zu erhalten. Ohne diese Decke entzieht ihnen der Frost die Feuchtigkeit, so daß sie absterben. Von Standenkulturen entfernt man deshalb das Laub nicht, sondern bringt sogar noch welches darauf, wo die fallende Schicht zu dünn geblieben ist oder ganz fehlt. Empfindliche Sträucher kommen gut durch den Winter, wenn der Boden über ihren Wurzeln mit Laub bedeckt ist, namentlich die Wintergemüse auf dem Lager. Man kann Gemüse auf zweierlei Art überwintern: in Lagerräumen oder dazu hergerichteten Gebäuden und im Freien in Mieten oder im Einschlag. Die erste Form bevorzugt man in Gegenden mit schwerem, undurchlässigem Lehmboden und reichlichen Niederschlägen, die zweite eignet sich für leichten, durchlässigen Boden. Wo große Mengen von Gemüse aufzubewahren sind, da kommt man ohne entsprechende Lagerräume nicht aus, weil man sich durch stete Ueberwachung der Vorräte vor großen Verlusten schützen kann. Bei der Ueberwinterung in Einschlägen rechnete man früher z. B. mit der Zerstörung der halben Ernte, in Kohlscheunen dagegen kann man drei Viertel und mehr für den Verbrauch erhalten. Nach holländischem Vorbilde baut man jetzt auch in Deutschland solche Lagerhäuser für Tausende von Zentnern. Sehr wichtig für die Ueberwinterung ist die sorgfältige Ausführung der Ernte. Das Ziel muß sein, alle Gemüse unbeschädigt zu den Lagerräumen zu bringen. Verletzungen werden meist Ursache zur Fäulnis. Da sie sich niemals ganz vermeiden lassen, sucht man beim Einlagern alles Unbrauchbare und Zweifelhafte sorgfältig aus, damit nur tadellose Ware aufgespeichert wird. Natürlich muß man auch über die Lebensdauer der einzelnen Sorten unterrichtet sein. So läßt sich zum Beispiel das Braunschweiger Weißkraut nur bis Mitte Januar aufheben. Dann wird es überreif und geht in Fäulnis über. Zum Verbrauch im Frühjahr werden bei den Blattgemüsen also nur gute, feste Köpfe ohne Fehler ausgelesen; kleinere und leicht beschädigte und lose, angefaulte Köpfe bringt man getrennt davon unter. Am besten legt man zwei Schichten auf Horden übereinander, und zwar zuerst die Köpfe mit dem Strunk nach oben, damit das zwischen den Blättern haftende Wasser abläuft. Beim ersten Durchputzen aber werden sie gewendet, so daß die Strunke dann unten sind. Dadurch verhütet man zu schnelles Welken. Von den kleineren und leicht beschädigten Köpfen kann man drei Schichten legen, da sie ja schneller verbraucht werden, von der übrigen Ware sogar vier oder fünf, denn diese muß sofort verbraucht werden. Man sieht sie alle vierzehn Tage durch, während dies bei der zweiten Sorte vier Wochen Zeit hat, bei der ersten sechs bis sieben. In gleicher Weise sortiert man die Wurzelgemüse; sie werden aber nicht auf Horden gelagert, sondern in Mieten, die auch innerhalb der Kohlscheune angelegt werden. Sie sollen nicht höher als anderthalb Meter und nicht breiter als fünfviertel Meter sein, weil sie sich sonst zu stark erhitzen. Die Länge richtet sich nach dem Bedarf, doch über zehn Meter sollte man nicht hinausgehen. Eine Zeitlang läßt man sie offen, damit die Vorräte ausdünsten, dann erhalten sie eine 15 Zentimeter starke Erddecke zum Schutze gegen weiteres Austrocknen. Auch bei diesen Mieten unter Dach muß man einen Luftschacht aufsetzen. Den Boden unter den Gemüsehorden kann man dazu benutzen, Sellerie, Lauch, Schwarzwurzeln, Petersilie, Rettiche, Endivien usw. einzuschlagen. Fenster in allen Wänden, seitliche Abzugsschächte und ein Abzugsschacht in der Mitte sorgen für Erneuerung der Luft in der Kohlscheune. Bei Kälte werden die Fenster geschlossen, aber der sich weiterhin noch bildende feuchte Dunst muß durch die Schächte entfernt werden. Ein Hauptpunkt bei der Lagerung ist, daß das Gemüse obenauf trocken bleibt. Solche Ueberwinterungshäuser besitzen vorläufig aber erst wenige Gemüsezüchter. Die übrigen müssen sich nach wie ver mit dem Einschlag im Freien behelfen. Dabei kommt es vor allem darauf an, für guten Wasserabfluß zu sorgen, besonders auf schwerem, bindigem Boden. Kohlmieten macht man im Freien etwa 1,80 Meter breit und höchstens 20 Meter lang. Man hackt von den Kohlpflanzen die Strünke halb ab und setzt die Köpfe in vier Reihen nebeneinander, die Strünke nach oben, wirft etwas Erde dazwischen und stellt nochmals vier Reihen darüber. Zwischen je vier Reihen läßt man eine kleine Erdbank stehen, damit sich nicht von einer Stelle Fäulnis über die ganze Miete ausbreiten kann. Um im Winter nicht mehrere Mieten zugleich öffnen zu müssen und doch verschiedene Gemüsearten verbrauchen zu können, empfiehlt es sich, innerhalb derselben Miete mit den Gemüsearten abzuwechseln. Tritt stärkerer Frost ein, deckt man die Miete mit Laub oder strohigem Dung zu. Wurzelgemüse werden dachförmig auf die 30 Zentimeter tief ausgehobene Mietensohle geschüttet, bis der First ein Meter Höhe hat, mit einer Strohschicht überzogen und mit Erde beworfen. Alle zwei bis drei Meter bringt man ein Abzugsrohr von 15 bis 20 Zentimeter Durchmesser an. Grünkohl, Rosenkohl, Lauch, Schwarzwurzel und Merrettich läßt man stehen, wo sie gewachsen sind, die letzten beiden bedeckt man mit Laub oder Dung, um sie auch bei Frostwetter herausnehmen zu können. Kleintierhaltern bietet sich im Laub ein vorzüglicher Wärmestoff für die Ställe, zugleich ein taugliches Einstreumittel. Das Laub, das für alle diese Zwecke nicht mehr gebraucht wird, schichten wir zu großen Haufen, damit es verrottet. Lauberde mit Kompost gemischt ist ein gutes Bodenverbesserungsmittel, namentlich in Lehm= und strengem Tonboden. Es macht diese zähen Böden locker und mürbe. Obstbaumpflanzung und Grundwasserstand. Bevor man einen Garten anlegt und Obstbäume hineinpflanzt, sollte man sich immer erst über den Stand des Grundwassers unterrichten. Für Obstbäume, die auf Wildling veredelt sind, gelten 150 Zentimeter bei leichtem und 200 bis 250 Zentimeter bei schwerem als höchstzulässiger Grundwasserstand. Obstbäume auf Zwergunterlagen vertragen einen höheren Wasserstand, aber eine wasserfreie Tiefe von etwa 120 Zentimetern verlangen auch sie. Wird diese Grenze stark überschritten, dann muß man von Obstpflanzungen absehen oder eine Entwässerungsanlage schaffen./ Genügen Entwässerungsgräben, dann ist das Anpflanzen von Obst auf dem Gelände noch zu empfehlen, ist jedoch eine Röhrendränage notwendig, dann entstehen im allgemeinen zu hohe Kosten. Bevor man den Plan ganz aufgibt, kann man allerdings noch einen anderen Weg prüfen. Es kann sein, daß der überreichliche Wasservorrat des Bodens den Obstbäumen nur in der ersten Zeit des Wachstums schadet, später aber von ihnen aufgesogen wird. Nach Messungen von Gartenbaudirektor Janson brauchen Obstbäume im Mittel, eine Jahresniederschlagsmenge von 120 Zentimetern. Die tatsächliche Niederschlagsmenge in Mitteleuropa beträgt aber meist nur 65 bis 75 Zentimeter. Es ergibt sich also ein beträchtlicher Fehlbetrag. Hoher Grundwasserstand kann diesem Mangel abhelfen. In den ersten fünf Jahren wurzelt der junge Obstbaum ziemlich flach. Wenn der Grundwasserstand nicht allzu hoch ist, braucht der Boden in dieser Zeit daher nicht entwässert zu werden. Ungefähr vom zehnten Lebensjahr an wird der Baum aber soviel Wasser für sich verbrauchen, daß er den Grundwasserstand selber auf ein ihm unschädliches Maß senkt. In der Zwischenzeit jedoch müßte das überschüssige Wasser abgeleitet werden. Das geschieht am besten durch die sogenannte Faschinendränage. Man versteht darunter die Anwendung von zwei bis drei Meter langen und 40 Zentimeter dicken Reisigbündeln, die unter der Erde einen Weg für das Wasser offen halten. Solche Faschinengräben sollen höchstens 60 bis 76 Meter lang sein. Nachdem man die Reisigbündel, die in Abständen von 60 Zentimetern mit Draht fest zusammengeschnürt sind, in die Gräben gelegt hat, füllt man die an den Grabenrändern bleibenden Lücken mit Abfallreisig. Dann wird die ganze Reisigschicht mit Rasenplatten, deren grüne Seiten nach unten weisen, belegt. Die einzelnen Stränge liefern das Wasser in den Hauptgraben ab, von wo es weiter fortgeleitet wird. Um die Dränage leistungsfähiger zu machen, wendet man auch sogenannte Hohldränagen an. Bei diesen liegen die Faschinen auf gekreuzten Stäben. Der Hauptvorzug der Faschinendränage ist der, daß sich die Entwässerungswirkung dem Wasserbedürfnis der Bäume anpaßt. Allmählich verwesen die Reisigbündel in der Erde. Dadurch nimmt die Entwässerungswirkung immer mehr ab, dagegen nimmt der Wasserverbrauch der Bäume im Laufe der Jahre zu, so daß sich Wasserverbrauch und Entwässerungsfähigkeit zum Nutzen der Bäume ausgleichen. Liegt das Gelände so tief, daß es im Winter bei Hochwasser eines in der Nähe liegenden Flusses usw. unter Wasser gesetzt wird, also im Ueberschwemmungsgebiet, so ist das weiter kein Fehler, nue darf das Wasser nicht stark fließen, da sonst das Treibeis die Bäume abschält und tötet. Auch ist darauf zu achten, daß die Bäume bei starkem Frost rundherum von Eis freigehalten werden. Das geschieht, indem man täglich um den Stamm herum das Eis losschlägt. Ein Hochwasserstand im Sommer ist dagegen, auch wanneWie kommt man in der Ziegenzucht vorwärts? Die meisten Ziegen= und auch Kaninchenzüchter glauben, die rechtzeitige Einstellung eines neuen männlichen Tieres genüge, um leistungsfähige Stämme zu bekommen und diese auf der Höhe zu erhalten. Es steckt dahinter allerdings ein Stück Wahrheit, so einfach ist die Sache aber nicht, wie sie sich die Leute denken. Wenn auch ein gutes männliches Zuchttier bei der ganzen Zucht die Hauptsache ist, so hat man doch bei wahlloser Blutauffrischung keinerlei Gewähr für eine sichere Vererbung und Befestigung guter Erbanlagen. Der gekörte Bock allein tut es nicht, der Besitzer der Ziege muß zuvor prüfen, ob der Bock. dem er sein Tier zuführen will, auf Grund seiner eigenen Abstammung sich durch solche Eigenschaften auszeichnet, die geeignet sind, etwaige Fehler seiner Ziegen bei den Lämmern auszugleichen, die Nachzucht also zu verbessern. Unterläßt er das, dann kann er es erleben, daß die Nachzucht aus rassigen, hochgezüchteten Stämmen plötzlich Fehler aufweist, die schon längst ausgemerzt zu sein schienen. Die Schuld daran ist nicht dem Zuchtbock zuzuschreiben. Dieser kann einer reinen Blutlinie entstammen und in der Zucht seines Besitzers vorzüglich vererbt haben. Die Ursache des Mißerfolges liegt im Mangel einer ordnungsmäßigen Zuchtbuchführung. Sie wird leider noch von vielen Ziegenbesitzern als überflüssig angesehen. Sie haben den Einfluß der Paarung auf die Milchleistung und Wetterfestigkeit der Tiere noch nicht eingesehen, und infolge dieser Schwerfälligkeit werden immer wieder gute Zuchten durch planloses Paaren verdorben. Das Herdbuch gibt wertvolle Aufschlüsse über die Verwandtschaft der Tiere und damit dem Züchter eine Handhabe bei der Auswahl. Je mehr Geschlechterfolgen reiner Zucht ein Tier unter Berücksichtigung von Leistungsfähigkeit und Wetterfestigkeit seiner Vorfahren aufzuweisen hat, desto besser und sicherer wird es die Eigenschaften vererben. Jeder Züchtervereinigung muß also daran gelegen sein, durch Einrichtung des Zuchtbuches die Abstammung der einzelnen Tiere einwandfrei nachzuweisen. Nützliche Mitteilungen. Winterbeschäftigung für die Hühner. Nicht die Weite des Auslaufs entscheidet über den Nutzen der Hühnerhaltung, sondern die Gelegenheit zum Scharren, die er bietet. Die Amerikaner haben daraus in ihrer praktischen Art Folgerungen gezogen, die wert sind, auch bei uns beachtet zu werden. Sie sind besonders wichtig für Leute, die Hühner auf kleinem Raum halten wollen, denn nach dieser Methode genügt für je drei Hennen ein Geviertmeter Fläche. Diese Bedingung läßt sich in jedem Hühnerstal erfüllen, der, wie es sich gehört, für die kalte Jahreszeit un nassen Sommertage einen geschützten Scharraum enthält. Di nötige Unterhaltung verschafft man den Hühnern einfach da durch, daß man den Boden des Scharraums mit einer etwe 25 Zentimeter hohen Schicht aus geschnittenem Stroh bedeck und das Körnerfutter darein verstreut. Das Herausscharren macht den Hühnern dann soviel Arbeit, als wenn sie sich ih Nahrung in einem weiten Auslauf zusammensuchen müßten Daneben brauchen die Tiere weiter nichts als Licht und Luft frisches Wasser und Weich= und Grünfutter. Pilze als Hühnerfutter. Die Beigabe von Pilzen Weichfutter der Hühner hat sich als ein Mittel erwiesen, ünstig zu beeinflussen. Alle eßbaren Pilzarte ene, werden ungereinigt, die großen zer ganz hart sind. Dann mahlt man n äusgezeichnetes Hühnerfutter Vorrat. Man vermischt es# zerquetschten Kartoffeln od und Küchenabfällen. Eine an mit angefeuchteter Kleie jefeuchteter Klele Möglichkeit besteht darin, daß man von Insektenlarven hise vonM gegangene Pilze auf einen r Haufen schichtet, bis sie vor