3 Landwirtschaftliche Beilage zum„Soester Kreisblatt“ 26 Soest. den 5 September 1928 27. Jahrgang Die Kohlschabenplage und ihre Bekämpfung. In verschiedenen Gegenden Deutschlands tritt in diesem Jähre infolge der Trockenheit die kleine, zentimeterlange grünliche Raupe der Kohlschabe als gefährlicher Feind der Kohlpflanzen auf. Sie hat ihren Namen daher, weil sie für gewöhnlich das Blattgrün der Kohlblätter einseitig abschabt, so daß nachher nur noch pergamentartig die Oberhaut des Blattes zurückbleibt. Die Raupe verpuppt sich in einem Gespinst an der Fraßstelle. Das ausschlüpfende Vollinsekt ist eine kleine, graubraune Motte(Plutella cruciferarum), welche in der Gestalt eine gewisse Aehnlichkeit mit der Kleidermotte zeigt, nur etwa anderthalbmal so groß ist. Wie der Name schon sagt, befällt sie neben dem Kohl auch alle anderen Curciferen, d. h. kreuzblütigen Pflanzen. Unter günstigen Umständen scheint der Schmetterling in drei oder vier Generationen auftreten zu können. Die Bekämpfung der Schädlings ist recht schwierig, da die Raupen klein und zahlreich sind, meist blattunterseits sitzen und ein Teil von ihnen sich bald in das Herz der Kohlpflanzen einfrißt, wo sie den größten Schaden anrichten. Im Kleinbetrieb ist es, wie die Staatliche Hauptstelle für gärtnerischen Pflanzenschutz in Pillnitz mitteilt, zweckmäßig, die Pflanzen allseitig, besonders aber ins Herz hinein mit Nikotinschmierseifenbrühe, käuflicher Nikotin=Quassiaseifenlösung oder anderen NikotinPräparaten zu bespritzen. Wenn bei größeren Flächen eine derartig intensive Bekämpfung nicht möglich ist, spritzt man die Pflanzen von oben her mit Tabak=(d. h. Nikotin=) oder Lysolseifenlösung. Das Spritzen erfolgt mit einer feinstäubenden Obstbaumspritze oder, falls die Flächen sehr groß sind, mit einer fahrbaren Hederichspritze. Selbstherstellung der Tabakseifenlösung: 1 Liter 8= bis 10prozentiger Tabakextrakt+ 2 Kilogramm Schmierseife auf 100 Liter Wasser. Schmierseife ist zuvor in einem Teil des Wassers warm zu lösen. Aehnlich Herstellung der Lysolseifenbrühe: ¾ Liter ungereinigtes Lysol + 2 Kilogramm Schmierseife auf 100 Liter Wasser. Bei stärkerem Auftreten des Schädlings wende man sich sofort an die Hauptstelle für Pflanzenschutz der für den Bezirk zuständigen Landwirtschaftskammer, die dann umgehend noch Genaueres mitteilen wird. Hierbei müssen 1. die Art des Kohls, 2. die Größe der Kohlfläche, 3. die Stärke des Befalls und 4. Beobachtungen über das Auftreten aus früheren Jahren mitgeteilt werden. Private Versuchsstationen im Dienste der Landwirtschaft. Maßgebend für den Erfolg in jedem Erwerbszweig ist stets die engste Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis. Besonders für die Landwirtschaft trifft dies zu, sei es, daß die Praxis Beobachtungen macht, für die die Wissenschaft nachher die Erklärung gibt, sei es, daß die Wissenschaft der Praxis auf Grund ihrer Forschungen Ratschläge für die Verbesserung bisheriger Anbaumethoden oder Verhinderung von Schäden erteilt. Der Nutzen unserer landwirtschaftlichen Versuchsstationen für die deutsche landwirtschaftliche Erzeugung steht außer jedem Zweifel. Es soll nur an die Erforschung der Bodensäure und ihres Einflusses auf den Pflanzenwuchs, oder an die Aufklärung über den Nährstoffmangel der deutschen Böden erinnert werden. Was durch diese Aufklärung für die Volksernährung geleistet worden ist, darf nicht verkannt werden, so sehr man oft geneigt ist, der„lateinischen Landwirtschaft“„graue Theorie“ vorzuwerfen. In den letzten Jahren haben sich den staatlichen Instituten eine Reihe mehr privater Unternehmungen zugesellt, die, wenn auch auf etwas enger begrenztem Gebiet, in demselben Sinne arbeiten, nämlich Klarheit zu schaffen über die Fragen der richtigen Ernährung unserer Kulturpflanzen. So entstand im vergangenen Jahre in Dahlem, der Hochburg wissenschaftlicher Institute, auch eine Versuchsanstalt, die sich in der Hauptsache mit Fragen der Phosphorsäureernährung der Kulturpflanzen beschäftigt. Der Verein der Thomasmehlerzeuger hat diese Einrichtung ins Leben gerufen. Wenn man bedenkt, daß es das Thomasmehl ist, das zu mehr als 75 Prozent den Bedarf an Phosphorsäuredüngern in Deutschland deckt, so ist es verständlich, daß von dieser Seite der Phosphorsäurefrage besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird. Die unmittelbar am Untergrundbahnhof Thielplatz gelegene Versuchsanstalt umfaßt etwa 3½ Morgen. Man muß staunen, was auf diesem verhältnismäßig kleinen Raum geschafft wird. Nicht nur den Wissenschaftler, auch den Gartenfreund und Blumenliebhaber heimelt dieses Unternehmen an. Strengwissenschaftliche Versuche wechseln ab mit mustergültig stehenden Gartenfrüchten und Blumenbeeten. In einem großen Laboratorium werden chemische Untersuchungen ausgeführt. Ein großes Glashaus dient der Aufnahme zahlreicher Vegetationsversuche, von denen z. B. einer die Löslichkeitsverhältnisse verschiedener Thomasmehle und verschiedener Bodenarten klären soll. Ein weiterer Versuch behandelt die Frage der Wirkung von Bakterien auf die Löslichkeit der Thomasmehlphosphorsäure usw. Was aber wohl in dieser Art und Ausdehnung an keiner Versuchsstation besteht, das ist das riesige Drahthaus, in dem sich kleinparzellige Freilandversuche auf fünf verschiedenen Bodenarten vom schwersten Marschboden bis zum leichtesten Sandboden befinden. Diese Versuche sind als Dauerversuche für mehrere Fruchtfolger vorgesehen und sollen verschiedene, in der Praxis längst bekannte Eigenschaften des Thomasmehles wissenschaftlich einwandfrei erhärten und beweisen. Ueberall auf dem übrigen Freiland findet man die Zweiteilung:„ohne Thomasmehl“— „mit Thomasmehl“ mit zum Teil sehr verwickelter Fragestellung. Auch hier werden alle Flächen in einer regelrechten Fruchtfolge bewirtschaftet, und in einigen Jahren zeitigen sie sicherlich für die gesamte Düngerlehre wertvolle Ergebnisse. Gerade auf dem Gebiet der Phosphorsäureernährung unserer Pflanzen sind ja noch viele Fragen offen, deren Kläruna unbedingt notwendig ist. Es ist gewiß kein Zufall, daß mit der Zunahme der Phosphorsäurearmut unserer Ackerböden ein Sinken der Ernten zu beobachten ist. Wenn die Untersuchungen Wintervorräte im Bienenstock. Das Bienenjahr nähert sich jetzt seinem Ende. Das Brutnest geht mehr und mehr zurück, die Bienen finden draußen nicht mehr viel. Da fühlt sich der Imker gedrängt, seine Völker winterfertig zu machen. In erster Linie heißt das: Vorräte für die Zeit herbeischaffen, in der die Bienen nichts anderes tun können, als sich gegenseitig wärmen. Drei Stoffe sind es, mit denen die Bienen ihr Leben erhalten und ihre Brut versorgen: Honig, Blütenstaub und Wasser. Sie müssen auch im Winterstock vorhanden sein. Honig und Blütenstaub sammeln die Bienen im Sommer für den Winter in ihre Wachskammern, Wasser enthält der Honig und kommt auch als Niederschlag in der Bienenwohnung vor. Nicht jeder Honig eignet sich jedoch zum Winterfutter. Manche Sorten, z. B. Rapshonig, sind so wasserarm, daß sie nach einiger Zeit in den Zellen ganz fest werden und verzuckern. Fehlt es dann den Bienen im Winter an feuchtem Niederschlag, dann vermögen sie den Honig nicht aufzulösen und zu verzehren. Der harte Honig wird abgeschrotet, fällt auf die Bodenbretter und geht meistens verloren. Die Bienen beginnen jetzt stark zu brausen, manche unternehmen Ausflüge nach Wasser; das Volk leidet an Durstnot. Es gibt indessen auch Fälle, wo sich durstleidende Völker ganz ruhig verhalten. Das beste Ueberwinterungsfutter ist wohl der Frühjahrsund Sommerhonig, der aus den Nektarien von Wiesen= und Strauchblüten stammt. Grünlich schimmernder Honig soll als Winterfutter die gefürchtete Ruhrkrankheit erzeugen. Um sich dieser Gefahr nicht auszusetzen, überwintert der vorsichtige Imker seine Bienen überhaupt nicht mehr mit reinem Honig, sondern mit Zuckerlösung. Vor der Einwinterung machen wir einen Ueberschlag. Auf das Volk rechnen wir 15 bis 20 Pfund Vorrat. Unter keinen Umständen dürfen wir zu wenig einfüttern, während ein Zuviel zwar nicht schädlich, aber doch unerwünscht ist, da der eingefütterte Zucker doch nur ein Erhaltungsfutter für den Winter darstellt. Kommt er uns nächstes Jahr etwa in den Schleuderhonig, so können wir diesen nicht mehr als rein verkaufen. Täten wir es dennoch, so machten wir uns nicht nur der Nahrungsmittelfälschung schuldig, sondern noch ein schlechtes Geschäft obendrein. Nun kann es aber vorkommen, daß es an Geld mangelt, den ganzen Bestand ausreichend einzufüttern. Keinesfalls darf man sich dann verleiten lassen, zu denken: es geht auch so, und dem ganzen Bestand nur einen Teil des benötigten Winterfutters reichen, um im Frühjahr das Versäumte nachzuholen. Erstens kann man nicht wissen, ob man im Frühjahr das Geld hat, um den fehlenden Zucker dann zu kaufen, zweitens empfiehlt es sich nicht, die Bienen im März oder gar im Februar mit Fütterungsversuchen zu belästigen. Da tut man besser, man füttert nur einen Teil des Bestandes durch, und diesen gut, als daß man unter Umständen alles einbüßt. Man bringt also durch Vereinigen seine Bienenvölker auf die Zahl, die man ohne Schwierigkeiten gut zu überwintern vermag. Dabei läßt man die besten und jüngsten Königinnen am Leben, während man die alten vorher tötet. Werden etwa junge Königinnen überzählig und können wir sie nicht selber in Reservevölkchen erhalten, so verschafft uns eine Anzeige in einem Fachblatt rasch einen Abnehmer dafür. Der Wintersitz darf nur neue Waben enthalten, sie sollen aber schon etwas bebrütet sein. Alte schwarze Waben gehören nicht hinein. Man läßt den Vienen soviel Waben, wie sie gut belagern können, nicht mehr; dies läßt sich am besten an einem kühlen Morgen Anfang Oktober nachprüfen. Auch in den Zanderbeuten soll man den Wintersitz mittels eines Schiedbrettes nach Bedarf verkleinern. In zweistöckigen Beuten dürfen in der oberen Reihe nur bis zum unteren Holz ausgebaute Rahmen verwendet werden. Ist hier, was ja leicht vorkommt, ein größerer Zwischenraum, so zögert die Königin in Frühjahr stets noch mehr als normal, in die untere Reihe hinabzusteigen. Dies hat einen empfindlichen Ausfall an Brut zur Folge. Ist der Wintersitz in Ordnung, so werden die Futtergeschirre gerichtet. Bei Beuten mit Oberbehandlung verwendet man als billigstes und praktischstes Futtergeschirr Honigbüchsen für 5 Pfund Inhalt. Der Deckel wird mit einem Nagel mit etwa dreißig 2 Millimeter weiten Löchern versehen. Diese Büchsen werden mit dem noch warmen Futter gefüllt, den Deckel nach unten auf die Waben gestürzt, etwa zwei je Volk. Der freie Raum wird mit einem Sack verstopft und ein leerer Honigraum aufgesetzt. Bis zum nächsten Morgen sind in der Regel beide Büchsen leer. Wer ein Futtergefäß im Deckel eingebaut hat, ist natürlich noch bequemer dran. Die Büchsen für diese Art Fütterung müssen natürlich Deckel zum Eindrücken haben. In Beuten mit Hinterbehandlung entfernt man den Keiunter dem Fenster und setzt Einmachgläser hinters Fenster, deren Oeffnung nach dem Einfüllen des Futters mit einem Leinwandlappen verschlossen wird. Um den Bienen den Zugang zu ermöglichen, setzt man sie auf Holzklötzchen. Zur Zuckerlösung verwende man nur ungebläuten Kristallzucker. Ein Teil Zucker kommt auf einen Teil Wasser. Wer es hat, nimmt mit Vorteil noch etwas Honig dazu, er darf aber nicht mitgekocht werden. Das Wasser zum Auflösen sei heiß, da die Bienen warmes Futter rascher auftragen als kaltes. Um das Kristallisieren zu verhüten, das gerade beim eingefütterten Zuckerwasser besonders leicht vorkommt, wird die Zuckerlösung von manchen gekocht, teilweise unter Zusatz von Weinstein= oder Zitronensäure. Diese Behandlung hilft aber auch nicht immer. Stets achte man darauf, daß am nächsten Morgen noch vor Beginn des Vienenfluges die Futtergeschirre wieder entfernt und bienendicht verwahrt sind, da sonst bestimmt Räuberei zu erwarten ist. F. mit Mise von Mitteln des Reichsernährungsministeriums einen Phosphorsäuremangel in etwa 69,4 Prozent aller Fälle ergeben haben, so dürfte es an der Zeit sein, der Phosphorsäuredüngung besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Um nun diese Phosphorsäurezufuhr möglichst gewinnbringend bewerkstelligen zu können, bedarf es noch der Bearbeitung einer ganzen Reihe von schwierigen Fragen. An ihre Lösung hat sich die Versuchsanstalt des Vereins der Thomasmehlerzeuger herangemacht. Sowohl die ganze Anlage als auch ihre Leitung versprechen Erfolg. Er wird schließlich der gesamten deutschen Landwirtschaft zugute kommen. vom geistigen Wer vor zwanzig Jahren nach einem Leitfaden für die praktische Betätigung im Garten fragte, erhielt sicher die Antwort:„Kaufen Sie sich doch den Böttner!“ Man meinte damit das„Gartenbuch für Anfänger" von Oekonomierat Johannes Böttner in Frankfurt an der Oder. Wer es sich anschaffte, bereute es nie, denn es enthielt mehr als alles, was man für die ersten Schritte im Garlenbau braucht, und war dabei handlich und übersichtlich. Später, als sich immer mehr Liebhaber für den Gartenbau fanden, stellten sich noch andere schreibgewandte Fachleute die Aufgabe, die Wissensdurstigen zu betreuen, damit sie möglichst bald und viel Freude an ihrem Garten hätten. Darunter waren einige stark künstlerisch gerichtete Naturen, die es besonders verstanden, die feineren seelischen Zusammenhänge aufleuchten zu lassen, die vielen Menschen unserer Zeit im Garten wichtiger sind als das rein stoffliche Ergebnis seiner Tätigkeit mit Pflanzen. Neben ihren Leistungen mußte das Böttnersche Werk verblassen. Das empfand schließlich auch sein Verleger, und er zog deshalb für die letzthin erschienene 16. Auflage bewährte, allseitig erfahrene Fachleute heran, damit das beliebte Gartenbuch sich weiter auf dem Bücherbrett des Gartenfreundes behaupte. Der„Böttner“ wurde verjüngt, in Text und Bildausstattung bereichert und den heutigen Verhältnissen und Erfahrungen angepaßt. Ein sehr glücklicher Gedanke des Verlages Trowitzsch und Sohn war es, dem allgemein gehaltenen Böttnerschen Gartenbuche ein besonderes Buch über die„Blumen im Garten“ zu gesellen. Alexander Steffen, der Leiter der staatlichen Versuchs= und Beispielsgärtnerei Pillnitz=Dresden, hat es verfaßt. Auch dieses Wert erscheint in seiner sechsten Auflage völlig neugestaltet und erweitert, ein Werk eines erfahrenen Praktikers. Jeder Blumenliebhaber, auch der Fortgeschrittene, findet hier eine Fülle wertvoller Angaben über die Kulturansprüche und das Verhalten aller wichtigen Sommerblumen und Stauden. Wer ohne Garten leben muß oder will, findet in Robert Bettens Praktischer Blumenzucht und Blumenpflege im Zimmer Anregung und Belehrung für den Schmuck der Wohnräume durch Blüten= und Blattpflanzen. Auch dieses Buch des Trowitzsch=Verlages ist keine neue Erscheinung auf dem Büchermarkt. Es erlebt jetzt die zehnte Auflage, die gegen frühere nicht wenig absticht. Zum erstenmal finden wir neben den vielen schwarzen Abbildungen auch prächtige Farbenaufnahmen. Noch wertvoller macht das Buch eine Zusammenstellung der bekannten und seltenen Pflanzen für Zimmer und Wintergärten mit genauen Angaben über Blüte, Heimat und Pflege. mk. Sollen Hühner Hafer bekommen? Im Gegensatz zum Weizen und Roggen ist das Haferkorn noch von den Deckspelzen umhüllt, die das Huhn nicht zu verwerten vermag. Verfolgt man den Verdauungsvorgang, so findet im Kropfe eine starke Aufquellung des Kornes statt, bei der sich die Spelzenumhüllung lockert. Im Drüsenmagen werden die Körner dann ausgelaugt und die Spelzen bleiben als Ballast zurück. Diese gelangen in den Muskelmagen und unterliegen hier einem Zerreibungsvorgang, bei dem sie in feinste Teile zerrissen werden, die mit dem Kote abgehen. Das Freiwerden von Massenspelzen bei reichlicher Haferfütterung bringt nun die Gefahr mit sich, daß sich die kleinen Pflanzenteile verfilzen und in Form eines Pfropfes zwischen Drüsenmagen und Muskelmagen die enge Oeffnung verstopfen. Aehnlich wie sich beim Pferde der Uebergang des Hüftdarms zum Blinddarm bei Verfütterung kurzen Häcksels nicht selten verstopft. Die Folge ist bei den Hühnern eine schwere, oft tödliche Erkrankung. Diese zeigt sich zuerst durch eiene starke Füllung des Kropfes, da dieser sich nicht entleeren kann. Er fühlt sich hart an, das Huhn zeigt allgemeine Mattigkeit und frißt wenig oder gar nicht. Beim gesunden Huhn leert sich der Kropf über Nacht. Ist er bei der Morgenfütterung noch stark gefüllt, so liegt immer der Verdacht auf Verstopfung nahe. Außer den Spelzen können natürlich auch Fremdkörper oder andere Futterbestandteile Verstopfung verursachen. Jedenfalls ist es nicht ratsam, Hühner ausschließlich oder vorwiegend mit Hafer zu füttern. Zur Förderung der Verdauung müssen die Tiere stets Wasser aufnehmen können, soviel sie wollen, ferner kleine Steine, die im Muskelmagen den Nahrungsbrei zermahlen helfen. Die beste Saatzeit für Wintersalat ist die Septembermitte. Sät man schon im August aus, dann kommen die Pflanzen zu weit entwickelt in den Winter, und das ist keineswegs wünschenswert. Sie leiden dann viel eher als in der Jugend. Durch besondere Härte gegen Frost zeichnet sich die Sorte„Nansen“ aus, eine neuere Züchtung, aber auch ihr gibt man besser eine vor scharfem Ostwind geschützte Ecke im Garten. Die Furchen des Beetes läßt man von Ost nach West laufen, und zum Schutz gegen die Wintersonne wirft man die ausgehobene Erde nach Süden. Die Furchen sollen 10—12 Zentimeter breit und 5—8 Zentimeter tief sein. Wenn die Beete der Wintersonne sehr ausgesetzt sind, dann tauen die Sonnenstrahlen die Pflanzen sowie die Erde auf, nachts gefrieren sie wieder, und diesen raschen und schroffen Temperaturwechsel vertragen die Pflanzen schlecht. Düngen darf man nicht, auf Düngung wachsender Wintersalat ist frostempfindlicher als ungedüngter, außerdem fällt er leichter dem Wurzelfraß durch Würmer zum Opfer. Gute Erde müssen die Furchen natürlich enthalten. In sie pflanzt man Anfang bis Mitte Oktober die Setzlinge auf nur 10—15 Zentimeter Entfernung, weil doch ein Teil der Pflanzen im Laufe des Winter zugrunde geht. In weniger geschützten Lagen sowie bei starkem Frost belegt man die Furchen mit verrottetem Dünger oder Tannenreisig, um die Setzlinge zu schützen. Im Frühjahr besetzt man die Fehlstellen mit den auf den Saatbeeten zurückgelassenen Setzlingen und gießt sie an. Später werden die Beete nach Bedarf gehackt und mit begossen.