..* 9 Landwirtschaftliche Beilage zum„Soester Kreisblatt Nr 2 Gnest, den 1. Auanit 1928 27. Jahgrang Die Pflege des abgeernteten Johannisbeerstrauches. Auch ohne alle Pflege trägt der Johannisbeerstrauch allfährlich, wenn er genügend Nahrung im Boden vorfindet, aber er altert dann schneller und die Größe seiner Früchte nimmt ab. Leiden die Pflanzen an Nährstoffmangel, dann treten Blattfallkrankheit, Rostpilz und Blattläuse auf und machen die Anlage unfruchtbar. Dagegen lohnen die Sträucher Pflege und Düngung mit reichen Ernten. Die Hauptarbeiten dieser Art sind im Spätsommer vorzunehmen, wenn die Sträucher für die Früchte des nächsten Jahres Knospen ansetzen und Kräfte aufspeichern. Zunächst entfernen wir von den Pflanzen alles, was ihnen keinen Nutzen mehr bringt: dürres, pilzbefallenes Laub, trockene Zweige, altes abgetragenes Holz, dies besonders aus dem Innern der Sträucher, und schaffen so der Luft und dem Licht freien Zutritt zu allen Teilen des Strauches. Nach diesem Auslichten gilt es, den Boden zu reinigen. Damit verbinden wir zugleich eine Lockerung. Alles Unkraut, das sich im Laufe des Jahres eingenistet hat, ist auszurotten und der Boden zur Aufnahme neuer Nährstoffe bereitzumachen. Denn jetzt bedürfen die Sträucher einer kräftigen Düngung. Wir geben sie ihnen durch Ausbreiten von kurzem, möglichst verrottetem Mist oder durch Jauchegüsse. Die Erde rings um die Sträucher muß gründlich durchfeuchtet werden. Besorgen dies die natürlichen Niederschläge nicht, dann müssen wir nachhelfen. Wir verwenden deshalb zum Düngen nach Bedarf mehr oder weniger verdünnte Jauche. Um eine einseitige Stickstoffdüngung zu vermeiden, setzen wir ihr etwas Superphosphat und schwefelsaures Kali hinzu. Dieses Kalisalz ist dem sonst gebräuchlichen vierzigprozentigen vorzuziehen, weil man beobachtet hat, daß Johannisbeeren empfindlich gegen Chlor sind. Bei ausbleibendem Regen sollte man das Wässern des Beerenobstes nach acht bis vierzehn Tagen wiederholen. Bequemer ist es natürlich, wenn man die Beete nur mit Dünger zu bedecken braucht und das Auslaugen dem Regen überlassen kann. Wer aber jauchen und noch dazu eine Düngerdecke geben kann, tut noch besser. Diese erhält nicht nur die Feuchtigkeit, sondern führt dem Boden auch neue Nährstoffe zu. Viel zu wenig Wert legt man im allgemeinen auf das Verjüngen des Johannisbeerstrauches, d. h. auf das Herausschneiden des alten abgetragenen Holzes. Die schönsten Trauben und Früchte entwickeln sich stets an solchen Trieben, die dem zweibis dreijährigen Holze entspringen, auch sind die Blätter an diesen besonders groß und gesund. An dem altwerdenden Holze bilden sich nur dünne, kraftlose Triebe, die mit wenigen, kümmerlichen Blättern und Blütentrauben besetzt, zum Teil ganz kahl sind. Es ist deshalb wichtig, daß wir jedes Jahr etwas altes Holz herausschneiden und dadurch für Nachwuchs jungen kräftigen Holzes Sorge tragen. Auch diese wichtige Arbeit wird vorteilhaft vorgenommen, sobald die Sträucher abgeerntet sind. Bleibt das überflüssige Holz bis zum Herbst oder Frühjahr stehen, dann nimmt es dem Nachwuchs unnützerweise Luft, Licht und Nahrung weg. Auch wird dadurch die Entwicklung von Reserveaugen und das damit verbundene Hervortreiben von kräftigen Ersatztrieben verzögert oder ganz verhindert. Eröbeerbau in Gebirgsgegenden. Die Gartenerdbeere ist mehr im warmen Tiefland zu Hause als in rauher Gebirgslage. Viele Sorten, die in der Ebene prächtige Eigenschaften zeigen, versagen schon in wenigen hundert Metern Seehöhe. Wer im Gebirge Erdbeeren anbauen will, muß daher bei der Auswahl der Sorte besonders vorsichtig sein. Die Sorgfalt der Kultur vermag die Ungunst des Klimas nicht auszugleichen. Es gibt aber eine Erdbeersorte, die geradezu für Berggegenden geschafen zu sein scheint, das ist Garteninspektor Koch. Noch bei 700 und 800 Meter Höhe trägt sie an einigermaßen geschützten Stellen reich, wächst gut und bleibt gesund, und zwar in gewöhnlichem Gartenboden ebenso wie in schwerem Lehmboden. Dagegen befriedigt sie im Tieflande selten. Sie schenkt uns schöne, große, wohlschmeckende Früchte von wundervollem Aroma, wie es sonst nur die echte Walderdbeere bietet. An zweiter Stelle wäre für Berglagen und rauhe Gegenden Jucunda zu nennen, eine große, feste, widerstandsfähige und ertragreiche Sorte, die vorzüglich den Transport verträgt und sich deshalb auch für Großanbau eignet. Gut gedeihen ferner im Höhenlande noch Lucida perfecta, Sieger, DeutschEwern, Wunder von Cöthen. Laxtons Noble bewährt chin günstigen Jahren, läßt aber in Berglagen sehr im Gemack nach. Fußpflege bei Kaninchen. Gar mancher Kaninchenzüchter, der es in der Sorge für saubere, gesunde Ställe nicht fehlen läßt, versäumt doch eins: die Aufsicht über den Zustand der Füße und Krallen seiner Tiere. Da gibt es mitunter Tiere, die sich des besten Wohlseins zu erfreuen scheinen und doch von Leiden geplagt sind. Sehen wir genau hin, dann entdecken wir wundgeriebene Hinterfüße und langgewachsene, krumm gebogene Krallen. Kaninchen, die dauernd in engen Ställen gehalten werden, fehlt Gelegenheit zum Scharren und Kratzen, wodurch sie in der Freiheit für die nötige Abnutzung der Krallen und die Regelung ihres Wachstums sorgen. Bei manchen Tieren wachsen die Krallen sehr schnell. Werden sie zu lang, dann können die Tiere nicht mehr richtig laufen und springen, auch der Fußaufsatz wird fehlerhaft. Empfinden die Tiere beim Auftreten Schmerzen, dann schonen sie die zu lang gewordenen Krallen erst recht. Zuweilen entstehen dann auch an den Hinterläufen, in der Nähe der Sprunggelenke, kahle oder wunde Stellen. Die Krallen müssen deshalb regelmäßig nachgesehen und verschnitten werden, sobald sie so lang geworden sind, daß sie beim Auftreten den Boden berühren oder sich zur Seite biegen. Man bedient sich hierzu am besten einer starken Schere und Schneidet schräg von oben nach unten, so daß sich immer wieder pitzen bilden. Niemals darf man zu kurz schneiden, sondern nur soviel, wie aus den Haaren hervorsteht, und niemals darf Blut fließen! Zweckmäßig ist es, sich dabei die Krallen eines etwa einjährigen Kaninchen zum Vorbild zu nehmen, bei einiger Uebung wird man bald das richtige herausfinden. u lange Krallen haben noch weitere Nachteile als die n erwähnten. Alle Kaninchen kratzen sich häufig. Mit den gen, krummgebogenen Krallen reißen sie sich dabei ihre Haare Augustarbeiten in Garten und Stall. Spätsaaten für Herbst und Frühjahr.— Erntepraxis. Die Ernten der Gartenfrüchte, die sich meist über längere Zeiträume verteilen, und die sich anschließende Nachbestellung verlangen jetzt täglich ein Vielerlei von Arbeiten, so daß der Gärtner seine ganze Organisationsgabe aufbieten muß, um allem gerecht zu werden. Er muß ebenso bedacht sein, alle Früchte im besten Reifezustande einzuheimsen, wie darauf, daß immer möglichst wenig Land brach liegt. Wenn ein Beet zu zwei Dritteln abgeräumt ist, tut man gut, das letzte Drittel mit einem gewissen Verlust an Erntemasse ebenfalls abzunehmen, anstatt Zufluchtsstätten für Unkraut zu schaffen. Geerntet wird in dieser Zeit fast alles: Kohlrabi, Bohnen, Erbsen, Tomaten, Wirsing, früher Rot= und Weißkohl, Zwiebeln, Möhren, Küchenkräuter. Für Aussaaten kommen jetzt nur Gemüse in Frage, die eine kurze Entwicklungsdauer haben oder im Freien überwintern können. Für den Verbrauch im Herbst können im August noch gesät werden: Spinat, Radies, Monatsrettich, Herbstrüben, Kopf= und Feldsalat. Um im nächsten Frühjahr rechtzeitig frisches Gemüse zu haben, sät man Mohrrüben und Mangold, auch Petersilie und Schwarzwurzeln werden vorteilhaft schon jetzt ausgesät. Ende August lassen sich ferner neue Saatbeete mit Rotkohl=, Weißkohl= und Wirsingsamen bestellen, die im nächsten Jahre frühe Setzlinge liefern. Das sollten indessen nur folche Gartenbesitzer tun, die sich auch im Winter um ihre Pflanzen kümmern können und wollen. Gepflanzt wird vor allen Dingen Grün= und Braunkohl, aber auch noch Rosenkohl und frühe Sorten von Kohlrabi werden noch erntereif. Bei diesen späten Pflanzungen setzt man die Pflanzen enger als im Frühsommer, da sie sich weniger stark entwickeln. Ferner werden in diesem Monat neue Perlzwiebeln gelegt. Das tägliche Gießen und Bespritzen, das Behacken und Jäten des Gemüselandes ist regelmäßig fortzusetzen. Auf den Spargelbeeten reißen wir die krummgewachsenen Triebe heraus, um sie zu verbrennen. Sie beherbergen die Maden der gefährlichen Spargelfliege. Die Tomaten sind anzuheften und zu beschneiden, die jetzt noch sich bildenden Blütenknospen entfernt man lieber, da die sich daraus entwickelnden Früchte doch nicht mehr reifen. Beim Abpflücken der grünen Bohnen vermeide man, an den Pflanzen gewaltsam zu ziehen oder zu reißen. Dadurch lockert man leicht die empfindlichen Wurzeln oder schüttelt die Blüten ab und schädigt den Ertrag. Am besten kneipt man die Bohnen mit den Nägeln des Daumens, des Zeige= und Mittelfingers ab; gut ist es, die brauchbaren Bohnen alle zwei Tage avzunehmen. Dadurch werden die Pflanzen zu weiterem Blütenansatz angeregt. Wenn an den Frühkartoffeln das Laub abstirbt, wird das ganze Stück abgeerntet und sofort neu bestellt. Die Zwiebeln, Perlzwiebeln, Schalotten usw. nimmt man aus der Erde heraus, sobald das Kraut abwelkt. An den Kohlpflanzen suche man von der Unterseite der Blätter die Eierhäufchen des Kohlweißlings ab. Die Spargel=, Gurken=, Porreeund Selleriebeete erhalten öfter flüssigen Dung. Ausdauernde Würzkräuter, die schon mehrere Jahre auf demselben Platz gestanden haben, werden zurückgeschnitten, zerteilt und verpflanzt. Die Erdbeerbeete werden von Unkraut und schlechten Blättern gereinigt und gut gelockert. Zugleich schneidet man die Ranken ab und führt dann den Beeten flüssigen Dünger zu. Neue Erdbeerbeete können angelegt werden. Einen großen Raum in der Gartenarbeit des August beanspruchen die Obstpflanzungen. Hier ist darauf zu achten, daß die früchteschweren Aeste gut gestützt sind. In trockener Zeit brauchen Bäume und Sträucher künstliche Bewässerung. Noch viel zu wenig findet man dem heutigen Stande der Technik entsprechende Regenanlagen. Jauche gibt man den Obstbäumen nicht mehr, denn ihre triebanregende Wirkung bringt die Gefahr mit sich, daß unreifes Holz erfriert. Frühes Kernobst wandert vor der Vollreife in die Vorratsräume, da es sonst sehr schnell Aroma und Frische verliert. Das Fallobst ist täglich aufzulesen und schnell zu verarbeiten, damit die Obstmaden nicht rauskriechen und sich weiter entwickeln. An den Formobstbäumen werden die Leittriebe angeheftet und die Seitentriebe entspitzt. Die im Juni oder Juli um die Stämme gelegten Fanggürtel aus Wellpappe oder Strohseilen sind jetzt durchzusehen und alle Maden und Raupen, die sich darunter festgesetzt haben, zu vertilgen. Es können auch jetzt noch solche Madenfallen angebracht werden, wo es noch nicht geschehen ist. An den Himbeer= und Brombeersträuchern schneidet man die abgetragenen Fruchtruten und die zu dicht stehenden Zweige aus und läßt nur die kräftigsten Triebe stehen; eine Gabe von flüssigem Dünger begünstigt die Entwicklung guter Fruchtknospen für das nächste Jahr. Weide als Kräftespeicher.— Zucht= oder Schlachttier.— Kleiderwechsel. Die günstige Jahreszeit nütze man für die Haustiere nach Möglichkeit dadurch aus, daß man ihnen Gelegenheit gibt, sich in Licht und Luft zu bewegen und dadurst Gesundheit und Kraft für die winterliche Stallhaft aufzuspeichern. Besonderdie Jungtiere brauchen die besten Lebensbedingungen in deZeit ihrer Entwicklung. Die Ziegen schickt man fleißig auf die Weide. Wo es daran fehlt, läßt man die Tiere Wegränder und Hecken abgrasen, die wohl allgemein als freie Nutzung gelten, natürlich unter Aufsicht, damit die Tiere keinen Schaden anrichten. Wer auf Stallfütterung angewiesen ist, verwende möglichst Grünfutter aller Art, Unkraut aus dem Garten, abgeerntetes Erbsenstroh, Erdbeerranken, Kraut von Möhren, Kohlblätter und Heckenschnitt. Ist solches Grünfutter reichli vorhanden, so trocknet man den Ueberschuß für den Winter. Auc rohes Obst fressen viele Ziegen gern, sie bekommen jedoch davon lockere Zähne und es bleiben ihnen auch leicht ganze Früchte im Schlunde stecken. Man lasse die Ziegen deshalb nicht dort grasen, wo Fallobst herumliegt. Auf der Weide sind die Ziegen vor Regenschauern zu schützen. Die Hühner treten bald in die Mauser. Für diesen Vorgang sind sie durch möglichst ausgiebige, eiweiß= und kalkreiche Fütterung zu kräftigen. Als federbildende Stoffe sind anzusehen vor allem frischgemahlene Knochen, Fleischmehl, phosphorsaurer Kalk. Nur Tiere, die voll befiedert in den Herbst eintreten, werden im Winter ihre Schuldigkeit tun. Alle älteren Tiere, die nicht mit in das neue Zuchtjahr hinübergenommen werden sollen, sind vor der Mauser abzustoßen. Als solche sind alle Hennen, die älter als vier Jahre sind, zu betrachten. Gut ist es, wenn man jetzt nach der Zuchtzeit die Geschlechter trennen kann. Auch unter dem Jungvieh ist Auslese zu halten und, was nicht zur Weiterzucht dienen soll, zu schlachten oder zu verkaufen. Je weniger Tiere, desto mehr Platz kann man ihnen bieten, desto mehr Sorgfalt ihnen zuwenden. Wenn irgend möglich, bringe man seine Hühner auf die Stoppelfelder. Sie sind nicht nur eine gute Feldpolizei, sondern ersparen auch eine Menge Futtermittel. Das gleiche gikt auch von Gänsen und Truthühnern. Die Tiere müssen nur bei solchem Weidegang ausreichende Gelegenheit zur Aufnahme von Trinkwasser haben. Truthühner machen nicht selten jetzt noch ein zweites Gelege. Man lasse die Eier ausbrüten, natürlich nicht zu Zuchtzwecken; bei geeigneter Pflege geben solche Spätbruten einen schönen Weihnachtsbraten. Brutlust bei Hennen ist jetzt unwillkommen. Um sie auszutreiben, wende man jedoch keine grausamen Gewaltmaßregeln an. Am meisten ist noch das Einsperren in luftige Käfige zu empfehlen, in denen die Henne die anderen Tiere beobachten kann. Zuchtenten gehören aufs Wasser, hier geht bei ihnen die Mauser viel leichter und schneller vonstatten, als wenn sie aufs Land angewiesen sind. Den Zuchttauben gönne man Ruhe. Bruten haben jetzt keinen Zweck mehr. Damit die Tiere fleißig feldern, füttere man im Schlage nur knapp und nur abends eine Handvoll. Der Herbsthaarwechsel der Kaninchen tritt mitunter schon Ende August ein. Kräftiges Futter und sorgfältige Pflege, besonders Schutz vor Erkältungen sind notwendig, um die Tiere gut über diese Zeit hinwegzubringen. Häsinnen lassen sich vielfach beim Herannahen der Haarungszeit nicht mehr decken Man soll sie dann nicht dazu zwingen. Ueberhaupt ist es besser, gegen Ende August mit dem Deckenlassen von Häsinnen aufzuhören. Die Würfe aus späteren Begattungen fallen sonst zu nahe an die rauhe Jahreszeit. aus, was besonders bei den auf Wolle= und Pelzverwertung gezüchteten Tieren vermieden werden muß. Zu lange Krallen sind häufig auch die Ursache, daß die Tiere sich selbst oder ihre Stallgefährten verletzen, indem sie sich mit den ringförmig gebogenen Krallen ineinander haken und durch Ziehen und Reißen schwere Zehenwunden beibringen. Mancher Züchter, der die Füße seiner Tiere prüft, wird auch finden, daß die sonst sauber gehaltenen Tiere dicke Kotballen unter den Krallen haben, die sie am richtigen Auftreten hindern. bei der Schweinemast. Gesunde Schweine sollen ihr Futter gierig verzehren, ohne zu prüfen, was ihnen vorgesetzt wird. Suchen sie einzelne Teile heraus und lassen das andere liegen, dann sind sie entweder krank oder sie haben sich bei früheren Mahlzeiten überfressen. Das Ueberfressen ist besonders bei Mastschweinen eine recht unangenehme Sache, denn haben sich diese durch Magenüberladen einen Darmkatarrh zugezogen, dann brauchen sie häufig längere Zeit, bis sie wieder hergestellt sind und wieder richtig fressen. Während dieser Zeit verlieren sie erheblich an Gewicht. Solchen unliebsamen Zwischenfällen beugt man am sichersten durch genaues Abmessen der Futtermengen für die einzelnen Tiere vor. Bei guten Ställen und einiger Uebung ist das gar nicht schwer. Zu wenig Futter dürfen Mastschweine natürlich auch nicht bekommen, denn reicht die vorgelegte Menge nicht zur vollständigen Sättigung aus, dann sind die Tiere unruhig und nehmen nicht zu. Haben Schweine sich überfressen, so lasse man sie einen Tag fasten. Man reiche ihnen nur Mager= oder Buttermilch. Häufig tritt rasch eine Besserung ein, wenn sie sich erbrechen können. Das Erbrechen kann auch künstlich angeregt werden, wenn man den Tieren ein Gramm Nießwurzel(Veratrum album) gibt. Dieses Pulver verabreicht man den Schweinen, solange sie noch etwas fressen, mit einer kleinen Menge Milch und einigen gekochten zerdrückten Kartoffeln. Fressen sie gar nichts mehr, so schiebe man ihnen das Pulver auf Um die Freßlust der Schweine zu erhalten und zu steigern, gibt es noch ein ziemlich einfaches Mittel. Man reicht jedem zu mästenden Schwein täglich zwei Hände voll gesalzenen Hafers. Diesen bereitet man in der Weise zu, daß man die Körner zwei Tage lang in ein Gefäß legt, schichtweise mit dünnen Salzschichten abwechselnd. Zuletzt drückt man das Ganze fest und dießt ein wenig Wasser darüber. Während des Stehens schwillt das Getreide bedeutend an, deshalb muß man beim Füllen des Gefäßes einen gehörigen Raum frei lassen. Mit solchem Hafer gefüttert nehmen die Schweine jedes andere Futter gern und gedeihen. Fliegenschutz für Weidvieh. In den Hochsommermonaten leiden unsere Tiere besonders auf den Weiden sehr unter Bremsen und Fliegen. Ein ganz einfaches und sicheres Mittel dagegen ist das Einreiben der Tiere mit Schmierseife, der man etwas Lysol beimischt. Kommen die Tiere auf die Weide, so reibt man ihren Körper mit der Schmierseife ein. Am Abend wäscht man sie wieder ab. Dabei entfernt man nicht allein die Seife, sondern auch Staub, Schmutz und Schweiß, der sich im Laufe des Tages auf der Haut ansammelte. Da die Tiere durch den Schweiß arg leiden, so tut ihnen das Abwaschen besonders wohl. Weniger zu empfehlen ist das vielfach verwendete Bremsenöl, weil es sehr stark und unangenehm riecht und die Tiere davon nur mit großer Mühe gesäubert werden können. Auch ist Schmierseife ein viel billigeres Mittel. Eine Sonnenpflanze. Das Hartheu oder Johanniskraut bildet niedrige, hübsch belaubte sommer- oder immergrüne Sträucher, von denen die aus dem Orient stammende Art Hypericum calycinum sich besonders gut zur Bekleidung von Gartenteilen in greller Sonne eignet. Eine einzige Pflanze durchwurzelt nach und nach einen metergroßen Platz und überzieht den Boden dicht mit großem, glänzendem Blattwerk, das sich meist bis zum Frühjahr grün erhält. Voraussetzung ist nur kräftig lehmige Erde am Standort. Von Juli ab erscheinen noidaelbe Blumen in der Größe eines Fünfmarkstückes.