Landwirtschaftliche Beilage zum„Soester Kreisblatt Nr. 22 Soest, den 30. Mai 1928 27. Agg Die Abstände der Tomatenpflanzen. Für die Pflanzweite der Tomaten findet man oft ganz verschiedene Angaben, sie bewegen sich für die Reihenweite zwischen 50 und 120 Zentimeter und für den Abstand in der Reihe zwischen 40 und 100 Zentimeter. Der Anfänger kann dadurch wohl leicht verwirrt werden. Erklärt werden die Unterschiede durch die recht verschiedenen Ansprüche, die die Sorten unter bestimmten Verhältnissen an Boden und Luftraum stellen. Sie sind andere, wenn wir es mit schwachwüchsigen oder starkwüchsigen, groß= oder kleinfrüchtigen Sorten zu tun haben, wenn wir die Tomaten in eine Reihe auf Rabatten oder in vielen Reihen auf geschlossenen Flächen bauen, von Boden= und Düngungsverhältnissen nicht zu reden, die natürlich das Wachstum der Pflanzen sehr beeinflussen. Es versteht sich von selbst, daß starkwüchsige und großfrüchtige Sorten weiter gepflanzt werden müssen als schwachwüchsige kleinfrüchtige. Immer muß die Entfernung so bemess sein, daß jede Pflanze reichlich Licht und Luft bekommt, das die Sonnenstrahlen den Boden treffen können und die notw dige Bodenbearbeitung bequem ausgeführt werden kann. dichter Stand bedeutet geringeren Ertrag und spätere Neise, bei anhaltendem Regenwetter Fruchtfäule. Juniarbeiten im Garten. Triumph der Langsamen.— Durcheinander im Bestellkalender.— Kampf gegen * Unkraut und Trockenheit. Pflanzt man Tomaten vor Gebäuden, Wänder, Hecken usw. ein= oder zweireihig im Verbande, so vertragen de natürlich engeren Stand als in geschlossener Pflanzung. In solchen sollen die Reihen der Sonnenwirkung wegen möglichst von Norden nach Süden gehen. Im einzelnen sind folgende Abstände zu nennen: den starkwüchsigen oder großfrüchtigen Sorten wie Präsident Rooseveld, Präsident Garfield, Alice Rooseveld, Ponderosa, Kardinal, Mikado, Lucullus usw. gibt man bei einoder zweireihiger Vorpflanzung 50 Zentimeter Zwischenraum, wenn man sie einreihig an Stäben zieht, 100 Zentimeter bei mehrtriebiger Anzucht am Spalier. Bei geschlossener Beetpflangung im Kleinbetrieb legt man die Reihen 80 Zentimeter entfernt und pflanzt in der Reihe 60 Zentimeter auseinander. Bei feldmäßigem Anbau empfiehlt sich eine Reihenweite von 100 Zentimeter und ein Pflanzenabstand von 70—80 Zentimeter. Will man von großfrüchtigen Sorten ausgesucht große Tafelfrüchte erzielen, gibt man nach allen Seiten 100 Zentimeter Raum im Verbande, wenn nicht weiter Einzelstand vorgezogen wird. Schwachwüchsige und kleinfrüchtige Sorten wie Geisenheimer, Johannisfeuer, Frühe aus Landsberg, Roter Zwerg, Wunder von Italien, Ideal usw. pflanzt man einreihig mit 40 bis 50 Zentimeter an Stäben, etwa. 80 Zentimeter am Spalier, im Kleinbau mit 60 bis 70 Zentimeter Reihenweite und 45 bis 50 Zentimeter Pflanzenabstand und im Feldbau mit 80 Zentimeter Reihenweite und 50 bis 55 Zentimeter Pflanzenabstand. Deutscher Seidenbau- ein lohnender Nebenverdienst Von Hans Hotzelt, Dessau. "In unseren Tagen schwersten wirtschaftlichen Kampfes, der Arbeitslosigkeit und Ueberfüllung in allen Berufen, nimmt der Gedanke, durch heimischen Seidenbau neue Erwerbsquellen zu erschließen, wieder festere Formen an. Ausgerüstet mit allen Mitteln modernen Wissens und Könnens rechnet man auf sicheren Erfolg, denn alle Prüfungsergebnisse haben die Güte des deutschen Kokons bewiesen. Er übertrift den ausländischen sogar in wichtigen Eigenschaften. Das deutsche Klima gestattet den ganzen Sommer hindurch die Zucht als sogenannte Staffelzüchter. Die in Deutschland gewonnene Rohseide ist durchaus wettbewerbsfähig, Kunstseide dürfte als Konkurrent für Naturseide ebensowenig in Betracht kommen wie Margarine für Butter. Des Seidenbauers Tätigkeit beginnt mit dem Ende der kalten Jahreszeit. Die Maulbeerpflanzen sind in Ordnung zu (bringen, die Reiser für die Spinnhütten zu schneiden und Zuchtraum sowie Geräte gründlich zu reinigen. Wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, bringt er nach Bedarf die Dieser Mai war wieder einmal für Gärtner und Gartenbesitzer das Gegenteil eines Wonnemonats. Großer Schaden an der Blüte des Baum= und Strauchobstes und der Erdbeeren auch in Gegenden, die Spätfröste nicht als regelmäßige Erscheinung kennen, Verzögerung des Wachstums der Freilandkulturen, die nach den üblichen Terminen bestellt wurden— das ist sein Werk. Wird es in dieser Tonart weitergehen? so fragen sich besorgt alle, die irgendwie mit Pflanzenbau zu tun haben oder gar von ihm ingen. Dürfen wir jetzt die Bohnen legen, können wir es wagen, die Tomaten ins Freie zu pflanzen? Wer sich bisher allem Zeit genommen hat lacht diesmal die eifrigen aus, denen ie Bohnenkerne im Boden faulen, weil die Sonne ihn nicht wärmt, oder die ersten Tomaten schwarz wurden, weil sie die kühle Nachtluft nicht vertrugen. Solche Ungeduldigen finden sich allerdings wohl nur unter den Liebhabern. Die Berufsgärtner, die viel mehr aufs Spiel setzen, haben ein feiner entwickeltes Gefühl für die Wetterzeichen und versäumen ja auch nichts, weil ihnen die empfindlichen Kulturen unter Glas doch Frühernten bringen. In normaleren Frühjahren pflegen alle Pflanzen, von denen wir im Laufe des Sommers ernte wollen, Ende Mai auf den Beeten untergebracht zu sein. Aber auch dann gibt es eine Junibestellung. Wenn Gurken und Kürbis und Bohnen gesät und Tomaten gepflanzt sind, müssen wir uns in jedem Falle darum kümmern. Denn einmal wollen wir doch mit unseren Arbeiten wieder in Ordnung kommen. Im Juni werden wahrscheinlich einzelne Beete wieder frei. Die lassen wir natürlich nicht brach liegen. Sobald der Spinat und Salat, die Früherbsen und Mairüben von einem Beet abgeräumt worden sind, graben wir dieses flach um, ebnen es ein und besäen oder bepflanzen es neu. Ob wir noch einmal düngen, hängt davon ab, welche Düngung die erste Frucht erhalten hat und welche Nachfrucht ihr folgen soll. Für starkzehrende Gemüse, wie Kohlarten, Sellerie, Lauch, ist eine neue Düngung unbedingt notwendig. Dabei darf aber kein frischer Stallmist verwendet werden. Will oder muß man düngen, dann kommen jetzt nur Komposterde, Düngesalze und Jauche in Betracht. Sehr wichtig ist auch eine gründliche Durchfeuchtung des neu zu besäenden oder zu bepflanzenden Beetes, denn abgeerntetes Land ist oft sehr ausgetrocknet. Bei Anwendung von Jauche kann man Anfeuchten und Düngen bequem verbinden. Wenn danach die Erde wieder krümelig geworden ist, harke man das Beet glatt. Gesät werden können im Juni noch Buschbohnen, Erbsen, Mohrrüben, Radies, Winterrettich, Spätkohlrabi, Blätterkohl. Gepflanzt werden alle Kohlarten, Kohlrüben, Rote Rüben, Salat, Sellerie und Porree. Bei der zweiten Bestellung wechsele man mit der Fruchtart. Man besäe also leere Erbsenbeete nicht wieder mit Erbsen oder Bohnen, Radies= und Mairübenland nicht wieder mit Wurzelgemüse. Die Junibestellung betrifft aber nicht bloß die Zurichtung freiwerdender Flächen für neue Kulturen, sie erstreckt sich auch auf die Vorsorge für spätere Nachbestellungen. Für die Beete, die im Juli abgeerntet werden, gibt es beim Gärtner oft keine Pflänzchen mehr zu kaufen. Dann bleibt nur die Wahl, sich auf Erbsensalat zu beschränken, oder das Land für den Rest der Kulturzeit ungenutzt zu lassen. In einem gut bewirtschaft ten Garten beugt man solcher Verlegenheit vor. Es ist ja kein Kunststück, Setzlinge für diesen Fall selbst bereit zu halten. Wir säen dann im Juni nach Bedarf oder Geschmack Kopfsalat, Kohlrabi, Grünkohl, Endivien. Bei der Auswahl der Stellen für solche Sommersaatbeete gehe man sorgfältig zu Werke. Erwünscht ist etwas schattige Lage. Wo der Boden nicht schon jahrelang in guter Pflege steht, muß er verbessert werden, am besten mit gut verrotteter Kompost= oder Misterde. Man hüte sich. Stoffe auf das Saatbeet zu bringen, die noch nicht völlig zersetzt sind. Eine solche, durch Beimengung, unverrotteter Stoffe verdorbene Saaterde ist oft die Ursache für das Schwarzbeinigwerden der Jungpflanzen und mancherlei andere Schäden. Es genügt, eine etwa 3 bis 4 Zentimeter starke Schicht guter Erde aufzubringen. Ein Mehr kann natürlich nur nützen. Dieses Saatbeet muß nach allen Richtungen hin vollkommen horizontal liegen, so daß vas Gießwasser nicht ungenützt abfließt. Alle vier Seiten des Veetes werden mit etwa 30 Zentimeter breiten Brettern eingefaßt, durch welche das Beet, dem veränderten Bedürfnis der wärmeren Jahreszeit entsprechend, die Eigenschaften und Vorzüge des kalten Kastens erlangt Es ist gegen die Einwirkung des Windes geschützt und bietet so den jungen Pflänzchen die zu guter Entwicklung nötige bevorzugte Lage. Bei zu starker Sonnenbestrahlung kann das Beet mühelos durch Schattendecken geschützt werden. Es trägt zur Uebersichtlichkeit und Ordnung bei, wenn das Beet mit Hilfe von Holzleisten oder dergl. in Felder geteilt wird, damit die einzelnen Gemüsearten reinlich voneinander getrennt herangezogen werden können. Im übrigen ist, wie bei der Freilandsaat so auch hier, Reihensaat der breitwürfigen Saat vorzuziehen, weil gerade in der nahrhaften Erde des Saatbeetes leicht Unkraut aufkommt. Reichliche Arbeit finden wir im Gemüsegarten und auf Stauden= und Sommerblumenbeeten jetzt dadurch, daß sich das Unkraut überall breit macht. Es entzieht nicht nur dem Boden viel Nährstoffe, die sonst den Kulturpflanzen zugute kämen, sondern würde, wenn man es gewähren ließe, diese bald überwuchern. Mit dem zeitraubenden Jäten befasse man sich so wenig als möglich, das weitaus bessere Verfahren heißt: fleißig hacken. Damit unterdrückt man nicht nur den Unkrautwuchs, man verhütet zugleich, daß der Boden schnell austrocknet, wenn es längere Zeit nicht regnet, und fördert das Wachstum der Kulturen, weil Licht und Luft besser in den gelockerten Boden) eindringen können. Wer Brunnen oder Wasserleitung im Garten hat, wird auch gießen und sprengen. Wasser ist ein Hauptbestandteil des lebenden Pflanzenkörpers, und kann kaum im Uebermaß zugeführt werden, wenn Sonnenschein und bewegte Luft den Blättern und der Bodenoberfläche dauernd Feuchtigkeit entziehen. Dabei präge man sich ein, daß flüchtiges Ueberbrausen zwecklos ist und nur durchdringende Bewässerung den erwarteten Erfolg bringt. In trockenen Zeiten nehme man lieber täglich nur einige Beete vor, diese aber gründlich. Sie halten dann mehrere Tage ohne weitere Wassergabe aus. In leichtem, sandigem, von Natur warmen und trocken halb durch Bodenbedeckung. und man geht wieder nnnbf Boden reicht das Gießen oft nicht aus. Man ergänzt es deshalb durch Bodenbedeckung. Durch Beschattung am Tage erhält sie dem Boden die ihm zugeführte Feuchtigkeit, in der Nacht verhindert sie zugleich die Wärmeausstrahlung. Man verwendet hierzu feuchte Spreu, alte Gerberlohe, Torfmull, Laub und vor allem verrotteten Stalldung. Namentlich im Feldgemüsebau, bei dem künstliche Bewässerung nicht möglich ist, wird dieses Mittel angewandt. Bei den an den Boden hohe Ansprüche stellenden kehlartigen Gemüsen, Gurken, Sellerie, Rhabarber, Tomaten sowie den Hackfrüchten muß das Gießen durch flüssige Düngung ergänzt werden. Auch die Erdbeeren sind dankbar dafür. Je trockener das Wetter ist, desto dünner nehme man den Dungguß. Einige Zeit vor der Ernte müssen/ wir damit aufhören, damit der Geschmack der Gemüse nicht leide. Verschiedene Erntefreuden blühen uns im Juni schon. Die Spargelernte geht zunächst weiter bis ins letzte Drittel des Monats, dazu kommen die Erdbeeren. Bald gibt es die ersten Radieschen aus dem freien Land, den ersten Salat, die ersten Erbsen. Dann folgen Kohlrabi, Mohrrüben, Frühkartoffeln. Im Obstgarten werden die Baumscheiben locker und unkrautfrei gehalten. Junge Bäume im Umkreise der Kronentraufe. Ebenso ist der Boden unter den Beerensträuchern guzu bewässern. Neugepflanzte Bäume, die nicht ausgetrieben haben, umwickelt man mit feuchtem Moos. Hat auch das keinen Erfolg, so pflanzt man sie noch einmal sorgsam um, nachdem man sie 24 Stunden mit den Wurzeln in reines Wasser gestellt hat. Zu dichter Fruchtbehang ist auszudünnen. Gegen das Abfallen der Jungfrüchte wird reichlich bewässert und mit verdünnter Jauche gedüngt.— Wenn es im Mai noch nicht geschehen ist, sieht man jetzt die Neuveredlungen nach, löst dieVerbände und bindet seitlich wachsende Triebe hoch. Bei der Formbäumen beginnt das zweite Entspitzen der Sommertriebe die Leittriebe werden angeheftet. Unermüdlich achten auf Baumraupen. Von den Plaumenbäumen schütteln wir die vom Pflaumenbohrer und der Pflaumensägewespe angestochenen Früchte, um sie zu verbrennen. Wasserschosse, Stamm= und Wurzelausschlag müssen entfernt werden. .Eierlegender Schmetterling 2 Seidenrauss. 3. Auskriechender Faiter. 4 Junge Raupeh Eier allmählich in immer wärmere Temperaturen. Nach etwa 0 bis 14 Tagen kriechen durch Einwirkung der bloßen Luftwärme die jungen Räupchen aus die auf zarten Maulbeerblättern gesammelt und auf die Lagerhürden übertragen werden. Den ihnen angewiesenen Platz verlassen die Raupen nicht, so daß niemand zu befürchten braucht, etwa Fußböden oder Wände bevölkert zu erhalten.— Das Raupenstadium, dessen Endzweck die Aufnahme möglichst vieler Nahrungsstoffe ist, währt 32 Tage und wird durch 4 Häutungen in 5 Abschnitte zerlegt. Nach jeder Häutung fallen die Raupen mit Heißhunger über das Futter her und hören nicht mehr eher zu fressen auf, bis sie sich zur neuen Häutung begeben oder spinnreif werden. Dann treten sie die einzige Wanderung ihres Lebens an und suchen einen geeigneten Platz zum Einspinnen. Haben sie diesen in leicht zugänglichen Spinnhütten gefunden, umhüllt sich jede einzelne Raupe in zweibis dreitägiger, ununterbrochener Arbeit mit einem kunstvollen Gespinst, dem Kokon, dessen Faden die so begehrte Seide darstellt. Seit den ältesten Zeiten bietet die Seide Millionen von Menschen Brot. Zur Gewinnung der in Deutschland benötigten Rohseide beschäftigt das Ausland noch etwa 200 000 Personen. Hier bietet sich erwerbssuchenden Deutschen lohnender Nebenverdienst von 600 bis 800 Mark in der Saison, da die Kokonabnahme heute völlig gesichert ist. Es lassen sich sonst in der Familie brachliegende Kräfte, sogar Kinder und körperlich Beschädigte, zu nutzbringender Beschäftigung im idenbau heranziehen, ohne daß der Mann als Ernährer der Fimilie seinen Beruf aufzugeben oder die Frau als Hüterin des Heimes außer Haus zu gehen braucht. Mancher, der sich unnütz fühlt oder von kalt und lieblos gereichter Unterstützung lebt, könnte im Seidenbau wieder die Sicherheit des Daseins finden. Das ist noch zu wenig bekannt, sonst brauchte Deutschland nicht alljährlich 300 Millionen Mark für Rohseide an das Ausland zu zahlen. Erhaltung des Gartenrasens. Der in kurzen Zwischenräumen wiederholte Schnitt entzieht dem Rasenboden wertvolle Nährstoffe. Soll der Rasen nicht dürftig und gelb werden, muß dafür Ersatz beschafft werden. Hauptsächlich werden deshalb stickstoffhaltige Dünger gegeben. Tierische Ausscheidungen kommen in reiner Form hier nicht in Betracht. Es ist z. B. nicht möglich, Jauche regelmäßig zu verteilen und infolgedessen zeitigt die Düngung damit ungleiches Wachstum. Am besten gelingt sie, wenn man feinzerriebenen Torfmull mit Jauche tränkt; er verbessert durchlässigen Boden nachhaltig. Während des Wachstums der Gräser kann man mit künstlichem Kopfdünger nachhelfen. Man beschränkt sich zweckmäßig nicht auf Stickstoff. Mit einer Volldüngung erzielt man eher eine satte, grüne Farbe. Etwa Mitte Angust höre man auf zu düngen, damit das Wachslum allmählich zum Stillstand kommt Tuvak als Pflanzenmedizin. Im Nikotin, dem Alkaloid des Tabaks, haben wir ein vorzügliches Mittel gegen Läuse. Um es in einer Brühe zu gewinnen, verfährt man folgendermaßen: man setzt ein Pfund grüne Tabakblätter mit vier Liter kaltem Wasser an, läßt sie 24 Stunden stehen und gießt die Flüssigkeit ab. Dieser Auszug zeigt eine dunkle Farbe. Mit je drei Litern Wasser stellt man noch zwei solche Auszüge her. Jeder weitere ist heller gefärbt. Zusammengegossen geben diese zehn Liter ein sehr wirksames Mittel gegen Läuse. Durch Zusatz von Seifenlösung, die die Haut der Schädlinge angreift, kann man die Wirkung noch verstärken. Man verwende die Brühe frisch und spritze damit weder bei zu starkem Sonnenschein noch bei Regen oder starkem Wind. Kleine Topfpflanzen taucht man einsach, den Ballen nach oben, in die Brühe ein. Damit die Blätter in der Sonne danach nicht verbrennen, spritze man sie einige Zeit nach der Behandlung mit kaltem Wasser ab. Die nötigen Tabakblätter gewinnt man durch Eigenbau leicht. Der Tabak wird Mitte Mai gepflanzt und Ende September geerntet. Auf) das Geviertmeter setzt man vier Pflanzen, und von hundert Pflanzen erntet man etwa zehn Pfund Blätter. Der Bauerntabak, Nicotina rustica, ist wegen seines hohen Nikotingehaltes am meisten für diesen Zwea zu empfehlen. Wie man die Kohlrabiernte bis in den Winter verlängert. Unter den Gemüsepflanzen des Hausgartens liefert der Kohlrabi auf bescheidenem Raum in kürzester Zeit große Mengen gesunder, leicht verdaulicher Kost. Gute, über längere Zeit sich erstreckende Ernten von diesem Gemüse zu erzielen, sollte sich jeder Gartenbesitzer zur Aufgabe machen. Er braucht zu diesem Zweck nur von Mitte März an alle drei Wochen etwas Kohlrabi auszusäen, zuerst ins Mistbeet oder in Blumentöpfe, von Ende April ab ins freie Land. Die ersten Pflänzchen werden Mitte bis Ende April ins freie Land ausgepflanzt. Bei frostfreien Herbsttagen kann man auf diese Weise bis zum Dezember hin von den Veeten ernten. Am besten gedeiht Kohlräbi auf Boden mit altem verrotteten Dünger. Die Pflanzen können eng gesetzt werden. 20 bis 30 Zentimeter Abstand genügen. Damit die Knollen recht schnell wachsen und zart bleiben, muß man fleißig gießen und hacken. Auch Dunggüsse mit vergorener Jauche tun gut. Als beste Frühkohlrabisorte gilt Erfurter Dreien'nnen, für den Winterbedarf eignet sich am besten Goltath()Diese blauen Knollen sind, auch wenn sie vier und mehr Prund wiegen, durch und durch zart. Sie halten sich bis in das Frühjahr hinein bei vorzüglichem Geschmack. Dabei ist diese Sorte anspruchslos und gedeiht auch auf leichtem Boden. or