3 S Landwirtschaftliche Beilage 99 Soesler Kreisblatt“ Nr. 8 nolt don 22 Fohruar 1928 27. Jahrgana 2 Rüstungen zum Kartoffelanbau. Von Robert Lüdicke. Zur Frühkultur braucht man eine Kartoffelsorte, die feines Fleisch und zarte Schale mit gefälliger Form verbindet. Sie muß ferner über große Keimkraft verfügen, damit sie ihre Ausbildung in möglichst kurzer Zeit vollendet, muß starke Düngung vertragen und auch so verwerten, daß ihr Anbau ergiebig wird. Alle diese Eigenschaften weist z. B. Paulsens Juli auf. Sie hat außerdem den Vorzug, völlig krebsfest zu sein, vorausgesetzt, daß die Saat gesund ist. Den Wert dieser Sorte haben viele Samenfirmen bald erkannt, und manche sicherte sich stets einen Vorrat davon um ihn unter eigenem Namen in den Handel zu bringen. Am häufigsten trifft man auf folgende Spielarten: Perle von Erfurt, Früheste von Erfurt, Bonifacius, Juliperle, Juliniere, Frühe Niere und Allerfrüheste Juliniere. Da man die Saatkartoffel für die Frühkultur spätestens Ende Februar zum Vorkeimen aufstellen muß, ist rechtzeitige Beschaffung des Pflanzgutes sehr wichtig. Die Knollen werden auf Lattenroste, deren Ränder so hoch sind, daß in den Ecken die Füße des darüberstehenden Rostes sicher stehen, eine neben die andere gelegt, die Keimaugen nach obend. Die Roste dürfen Der Imker im Vorfrühling. nur so groß sein, um bequem getragen und übereinandergestellt werden zu können. Sie werden in einem Raum mit gebrochenem Licht und einer Temperatur von 10 Grad C. aufgestellt. Dazu eignet sich jeder Keller, der hell und warm genug ist. Hier entwickeln sich innerhalb von vier Wochen kurze, kräftige, farbige und sehr spröde Triebe. Verschiedenartige Färbung verrät uns, daß die Sorte nicht rein ist. Wer ein Mistbeet besitzt, bringt die Knollen nach dem Vorkeimen zuerst hier unter. In vierzehn Tagen entstehen daraus kleine Pflänzchen, die man, bevor sie zu groß werden, mit Erdballen ins Freiland setzen soll. Beim Pflanzen der vorgekeimten Kartoffeln ist große Vorsicht nötig, damit die Triebe nicht abbrechen. Die Knollen werden, mit dem Keimende nach oben, in das mit dem Spaten hergestellte Loch gelegt, so, daß der untere Teil des Triebes noch eben mit frischer Erde bedeckt wird. Unmittelbar am Fußende des Triebes entstehen die Wurzeln der neuen Pflanze, die sich jetzt bilden, und zwar sehr schnell, wenn der Boden durchwärmt ist. Zum Schutz gegen Nachtfröste kann das Land nach dem Pflanzen mit Stalldünger, Waldstreu oder Laub dünn bedeckt werden. Die weitere Behandlung ist dieselbe wie bei Spätkartoffeln. Da die Frühkartoffel in sehr kurzer Zeit sehr viel leisten muß, gibt man ihr zweckmäßig außer dem Stalldünger oder Kompost noch eine Gabe leichtlöslichen Stickstoffes mit auf den Weg, am besten auf 10 Quadratmeter ein halbes Pfund Harnstoff, das man in drei Portionen verabfolgt: unmittelbar vor Pflanzen, wenn die Pflanzen handhoch entwickelt sind und 14 Tage später. Damit sich diese kleinen Mengen überhaupt streuen lassen, wird das Düngesalz unmittelbar vorher mit Erde vermengt. Wer sich die Arbeit der dreimaligen Düngung nicht machen will, kann die Gabe auch mit einem Male geben, das ist immer noch besser, als die Düngung ganz zu unterlassen. Sobald die Pflanze Triebe und Blätter entwickelt hat, darf das Düngefalz nur noch bei vollkommen trockenem Wetter gestreut werden, weil das Kraut sonst Schaden nimmt. Saatbeete für Frühgemüse. Zur Anzucht von Frühgemüsen gehört nicht unbedingt der Besitz von Mistbeeten. Deren Handhabung will verstanden sein, (wenn sie Vorteil bringen sollen. Die Fenster allein tun es nicht, sie verlangen aufmerksame Bedienung durch Lüften und Schattengeben. Die dazu gehörige Erfahrung fehlt vielen Gartenliebhabern ebenso wie anderen die Mittel zum Kauf der Bretter, Fenster und des Düngers. Ein bißchen Frühkultur können aber auch sie betreiben, nämlich mit Hilfe des geschätzten Saatbeetes. jIn jedem Garten gibt es wohl einen sonnigen, trockenen Platz, der sich dazu eignet, einen Fleck, der von Natur warm ist lund wo der Boden am schnellsten abtrocknet. Dort kann man am zeitigsten mit der Arbeit beginnen. Wer seinen Garten am Hause hat, wird das Beet an der Südseite unterbringen, wer Die Tage werden länger, das Wetter wärmer, der Frühling verrät sich durch schwellende Knospen und brausenden Sturm. Da regt sich auch bei unseren Bienen wieder das Leben. Anfang März beginnt die Königin mit dem Eierlegen. Zaghaft anfangs, steigert sie ihre Tagesleistung allmählich von 100 auf 200 bis 300 Stück. Der beginnende Bruteinschlag fordert gebieterisch Wärme und Vorräte. Beides muß in möglichst reichem Maße zur Hand sein, soll das Volk keine Not leiden. Außerdem wollen die Bienen in dieser Zeit noch durchaus in Ruhe gelassen werden. Leidet ein Volk aber wirklich Not, was sich durch Brausen und Unruhe äußert, so kann man ihm an einem milden Tage eine Honigwabe an den Wintersitz schieben, in deren Ermangelung tut es eine gehörig angefeuchtete Zuckertafel zur Not auch. Besser ist es aber schon, man braucht jetzt noch nicht zu füttern. Wir wählen uns einen recht schönen Tag, um behutsam und flüchtig nachzusehen, wieviel Vorräte noch da sind und wie es mit dem Brutgeschäft steht. Kein Volk darf mehr Brut haben, als es bequem auch bei kaltem Wetter zu decken vermag, aber diese Möglichkeit besteht jetzt weniger als die andere, daß es nämlich zu wenig Brut im Volke gibt. Hat das Volk überhaupt keine Brut, so schaue man nach etwa 14 Tagen noch einmal nach; meistens wird die Königin bis dahin mit der Eierlage doch noch begonnen haben. Man achte ferner darauf: wie steht die Brut? Im Frühjahr heißt die Forderung: die Brut muß stehen wie ein Brett. Kaum eine leere Zelle darf es geben. Findet sich etwa zwischen der Arbeiterbrut auch solche von Drohnen, sog. Buckelbrut, leicht an den hoch emporgewölbten Deckeln zu erkennen, so ist dies jetzt noch kein schlimmes Zeichen. Man merkt sich das Volk aber, und schaut in einiger Zeit wieder nach, vielfach ist die Buckelbrut dann verschwunden. Hält die Erscheinung an oder scheint die Königin nicht mehr zur Ablage von Arbeitereiern fähig zu sein, so weiselt man das Volk bei der ersten Gelegenheit um, wenn man etwa noch eine Königin im Vorrat hat, was besonders auf größeren Ständen sehr zu empfehlen ist. Hat man keine Vorratskönigin mehr, so vereinigt man das Volk mit einem Nachbarn. Dasselbe geschieht mit einem weisellosen Volke. Die Weisellosigkeit erkennt man an der Unruhe des Volkes, an Stechwut beim Oeffnen und an der geringen Arbeitslust. Bautrieb ist in solchen Völkern gar keiner vorhanden, auch wenn er bei anderen schon lange erwacht ist. Das Fehlen von Brut ist zu dieser Jahreszeit zwar sehr verdächtig, aber kein so sicheres Zeichen wie einige Wochen später. Findet man ferner ein Volk durch Ruhr oder anderweitig stark geschwächt, so macht man nicht viel Federlesens damit, und vereinigt es ebenfalls mit dem Nachbarn, wobei die bessere, in der Regel also die jüngere, Königin am Leben erhalten wird. An Schwächlingen erlebt man keine große Freude, es sei denn, sie haben eine sehr tüchtige Königin. Die Vereinigung von Völkern ist im Frühjahr kinderleicht. Nach vorherigem Füttern lassen sich zwei Volker ohne weiteres zusammenhängen. Man merke sich aber: Schwächling uns Schwächling bleibt Schwächling. Man hängt also das schwache Volk zu einem starken. Für alle Arbeiten an den Bienen suche man sich die wärmsten Stunden eines windstillen Tages aus, wenn das Thermometer nicht unter 8 Grad Celsius im Schatten Sehr dankbar zeigen sich auch gut versorgte Völker für eine Zuckertafel, die man ihnen behutsam an den Wintersitz schiebt Das Auflösen und Umtragen des Zuckers wirkt anregend auf die Bruttätigkeit, ohne zu sehr zu reizen. Das Bodenbrett halte man gerade jetzt besonders rein! Die Wachsmotten arbeiten nämlich mit Hochdruck, um überall ihr Geschmeiß anzubringen, und das Gemüll auf dem Bodenbrett ist ein sehr willkommener Ort dasu. Ferner vergesse man das Schwefeln der Waben nicht, denn auch hier sind die Wachsmotten jetzt eifrig am Werk. Man stellt eine niedrige Büchse(etwa von Bohnerwachs) im Wabenschrank auf einen Stein und legt das angezündete Schwefelband in die Büchse. Tiefer als 30 Zentimeter über der Büchse darf keinel Wabe hängen. Es ist gut, sich noch einmal seine Geräte durchzusehen und den Bedarf für den kommenden Sommer schon zu bestellen. Die Fabriken haben später so viel zu tun, daß eine Verzögerung leicht eintritt, was sich für den Imker dann oft in peinlichen Verlusten ausdrückt. Namentlich denke man an den Bedarf an Mittelwänden. Es ist falsch, zu glauben, man könne hier wesentliche Ersparnisse machen. Gewiß, es genügt im Notfall sein zentimeterbreiter Streifen Vorbau durchaus, aber wirklich gute Waben erreicht man nur bei Verwendung ganzer Mittelwände. Drohnenbau erhält man auch dann immer noch genug, so daß man hierum nicht besorgt zu sein braucht. Vorteilhaft ist es ferner, ein für allemal die Waben zu drahten, nicht nur die großen Gerstung= und Zanderwaben, sondern auch Halbwaben z. B. des Deutschnormalmaßes. Die Arbeit macht sich durch die größere Widerstandsfähigkeit der Waben beim Schleudern und beim Wandern durchaus bezahlt, wenngleich sie von manchem, zum mindesten bei Halbwaben, für überflüssig gehalten wird. Wer einen Garten hat, in dem er auch den Blumen ihr Recht gibt, der denke jetzt auch an seine Bienen. Gewiß, die paar Blümchen im Garten haben keinen Einfluß auf den Ertrag, aber es ist doch immer wieder ein erfreulicher Anblick, die Bienchen in den Blüten arbeiten zu sehen. Besonders geeigne sind Kugeldisteln, Sonnenblumen, Boretsch, Reseda, Nigella, alle Mauerpfefferarten, Sedum Kamtschaticum und purpureum vor allem. durch gute Erde bedürfen. Hierzu nimmt man gehörig abgelagerten Kompost, der keine unverwesten Bestandteile mehr enthält, oder die oberste Erde der besten Beete, die man besitzt. Darunter mischt man etwas feinen Sand und zerkrümelten Torfmull. Nun wird recht gut umgegraben und mehrmals gehackt, damit sich die obere Schicht des Beetes innig vermischt und lockert. Zuletzt wird es ganz glatt und sauber geharkt; keinesfalls dürfen Klumpen bleiben. Das Beet ist für die Saat aufnahmefähig, wenn der Boden fein krümelig und mistbeetartig ist. An Stelle der Fenster fertigt man leichte Rahmen aus Latten an, die man mit geöltem Pergamentpapier oder anderem besonders dazu hergerichteten, lichtdurchlässigen und wasserdichten Papier bespannt; man muß sich dabei bemühen, daß es keine Falten gibt, in denen das Regenwasser sich sammeln kann. Beim Säen hüte man sich, zu dicht zu streuen, damit sich die Keimlinge nicht gegenseitig in der Entwicklung hemmen, geil aufschießen und aus Mangel an Licht und Luft verkümmern. Der breitwürfigen Saat ist die Rillen= oder Reihensaat entschieden vorzuziehen. Bei leidlich gutem Boden erzielt man auf solchen Saatbeeten fast ebenso schnell wie im Mistbeete Setzlinge zum Auspflanzen ins Freiland. Hier wachsen sie sogar oft schneller an als Mistbeetpflanzen, weil sie stämmiger und widerstandsfähiger sind. B. D. W. 1. eine Gartenmauer besitzt, kann sie ebenfalls für diesen Dienst ausnutzen, aber auch wer solche natürliche Gelegenheiten nicht aufzuweisen hat, braucht nicht zu verzichten, denn er kann sie sich verhältnismäßig einfach herstellen. Am besten geschieht dies durch fest aneinander gefügte Bretter von etwa anderthalb Meter Höhe als Rückwand und Wetterschutz, im Notfall genügt auch ein Gerüst von Latten oder Stangen, das mit Packleinen, Dachpappe. Ruberoid oder Strohmatten bespannt wird. Dem Erfindungsgeist des Einzelnen ist hier freie Bahn gelassen. Die Hauptsache ist eben, daß das Beet nicht von kalten Winden getrosfen wird. Je größer es ist, desto größere Dienste wird es leisten, desto mehr kann darauf gesät und gepflanzt werden. Damit die Ränder gut halten und die Erde beim Gießen nicht abgeschwemmt wird, faßt man die Beetfläche mit Schalbrettern ein. Der Naturboden wird meist einer Verbesserung Mitteilungen. Vom Schnitt des Pfirsichbaumes. Früher schnitt man an Pfirsichpflanzen aus Angst vor dem Gummifluß gar nichts, heute weiß man, daß man auch bei dieser Obstart längere Lebensdauer und reicheren Fruchtansatz durch Behandlung mit dem Messer erreichen kann. Der Pfirsich trägt am einjährigen Holz. Warum sollen wir den Baum nicht anregen, reichlich Triebe zu bilden, die im kommenden Jahre Blütenzweige sein können? Selbst bei alten Bäumen ist das möglich. Der Harzflußgefahr begegnet man durch richtige Wahl des Zeitpunktes für den Schnitt. Im Winter lassen wir, im Gegensatz zum Kernobst, den Pfirsich in Ruhe, vom zeitigen Frühjahr an bis in den Spätsommer dagegen verträgt er große und kleine Operationen. Fettansatz bei Legehennen. Eine gut legende Henne braucht für ihre Eier sehr viel Eiweiß. Genügt die im Futter zugeführte Menge davon nicht, dann hört die gut veranlagte Henne zwar nicht gleich auf zu legen, sie zehrt aber von dem Eiweißvorrat ihres Körpers und magert infolgedessen ab. Der Besitzer der Tiere kann dabei überzeugt sein, daß er reichlich füttert. Er tut es nur der äußeren Masse nach, nicht aber nach dem Nährstoffbedarf der Tiere, z. B. wenn er außschließlich Körner füttert, die hauptsächlich Stärkemehl und wenig Eiweiß enthalten. Tritt dann allmählich durch Muskelschwund Entkräftung ein, dann hört die Eiablage auf, und die Tiere setzen Fett an, weil sie bei ihrer Unlust zu Bewegung die allzu fettbildende Nahrung nicht verarbeiten. Wenn der Hühnerhalter jetzt aus dem Fettwerden im allgemeinen schließt, daß er zu viel gefüttert hat, und die Rationen verkleinert, dann verschlimmert er seinen Fehler immer mehr. Bei einer genau nach dem Nährstoffverhältnis der Futtermittel berechneten Fütterung werden nur Hennen, die nicht legen, fett. Solche Tiere haben keine Daseinsberechtigung in einem Betriebe, der Nutzen abwerfen soll. Ein legendes Huhn kann kaum überfüttert werden, ebenso wenig ein im Wachstum stehendes Jungtier. Beide verbrauchen viel Eiweiß. Mit reiner Körnerfütterung kommt man da nicht aus. Fragen und A. V. i. B. Frage: Was für ein Mittel ist anzuwenden, wenn eine Kuh sehr hartmelkend ist? Antwort: Die Hartmelkigkeit ist in der Regel darauf zurückzuführen, daß sich im Verlaufe des Zitzenkanals Verengerungen gebildet haben. Diese können hervorgerufen sein durch Entzündung des Zitzenkanals sowie auch durch Narbeneinziehungen, von früheren Verletzungen herrührend. Das Leiden kann auch seinen Grund haben in einer Verengerung der äußeren Zitzenmündung, welche sich sehr häufig im Anschluß an die Bildung von Warzen an der Zitzenmündung einstellt? In beiden Fällen ist durch einen leichten chirurgischen Eingriff seitens des Tierarztes die Unregelmäßigkeit zu beheben! Vor eigenhändigem Vorgehen(mit Strohhalm, Federkiel usw ist dringend zu warnen, da dies in der Regel den Ausgang ei Euterentzündung zur Folge hat. Das feine, blutreiche Gewe der Zitze bildet für die Bakterien eine günstige Eingangspfort Hartmelkigkeit ist ferner sehr oft als Folgeerscheinung der a steckenden Euterentzündung zu beobachten. Diese Erkrankur verläuft vielfach, ohne daß der Tierbesitzer eine Veränderun der Euterdrüse und der Milch merkt. Erst nach monatelangen Bestehen der Krankheit tritt eine Senkung des Milchertrag ein, und die Milch selbst zeigt anfangs mehr oder weni Bodensatz mit Flocken und Eiterpartikeln. Die Krankheit wi erzeugt durch die sogenannten Streptococcen=Bakterien, welche kugelförmig sind und sich in Kettenform lagern. Die Krankheit ist in Deutschland sehr stark verbreitet und wird durch die angesteckte Milch kranket Tiere auf gesunde Kühe übertragen. Als bestes Mittel gegen die Krankheit gilt die Impfung der kranken Tiere mit Selectan, dem auch in bezug auf die Steigerung der Milchleistung eine Bedeutung zukommt. Die Einspritzung, welche direkt in die Euterdrüse erfolgt, kann jedoch der Tierarzt ausführen. A. i. D. Frage: In den letzten Wochen sind mir zwei, Pferde, junge wertvolle Tiere, eingegangen. Nach dem tierärztlichen Befund soll es sich hierbei um ansteckende Blutarmut handeln. Die Dauer der Krankheit war in beiden Fällen etwa 14 Tage und zeigte sich durch Nachlaß der Freßlust und der Kräfte, nach 8 Tagen starke Geschwulst am Hinterbein, Bauch und in der Bruchgegend hohes Fieber(40—41 Grad). Nach weiter zunehmendem Kräfteverfall trat der Tod ein. Ich wäre Ihnen nun dankbar, wenn Sie mir mitteilen würden, welche Behandlung für diese Krankheit in Frage kommt. Das dritte Pferd, das noch in meinem Besitze ist, stand die halbe Zeit der Krankheitsdauer mit im Stalle der beiden verendeten Tiere, ohne daß sich bis heute Ansteckungszeichen bemerkbar gemacht haben. Das Futter der Pferde war wöchentlich pro Paar 24 bi3 Zentner Hafer unter Beigabe von zirka 1 Zentner Melasse und Kleie, außerdem noch gesundes Heu und Stroh. Die Arbeit der Pferde hat in landwirtschaftlichen Arbeiten und Lastfuhren bestanden. Antwort: Die„ansteckende Blutarmut der Pferde“ hat in der Kriegs= und Nachkriegszeit, insbesondere in den Zuchtbeständen Rheinlands= und Ostpreußens, unangenehme Wirkungen ausgeübt. Der Erreger der Krankheit ist unbekannt, und die Erscheinungen sind im Großen und Ganzen solche, wie Sie in Ihrer Anfrage angeführt haben. Wegen der großen Ansteckungsfähigkeit durch die Ausscheidungen der erkrankten Tiere ist man gezwungen, die Krankheit durch Ausmerzung der erkrankten Bestände zu bekämpfen. Versuche, die Krankheit mit chemotherapeutischen Mitteln zu bekämpfen, sind bis heute fehlgeschlagen. Nachdem die Seuche durch die Besichtigung der Organe eines getöteten oder verendeten Pferdes sicher erkannt ist, wird in der Regel die Tötung oder die Absonderung des erkrankten Bestandes angeordnet.