Gratis-Beilage zum„Allgemeinen Anzeiger für Brakel“ und zur„Beve Verlag von Emil Ruthe in Brakel. Nr. 24. Das geheimnisvolle Bild. Von H. Buttstaedt. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) asch verkorkte Schöller die Flasche, packte sie mit den Eßwaren in den Korb und ging in die Küche, um das Glas gereinigt in den Schrank zu stellen. Den Kokzieher legte er daneben. Selbst den Tisch, auf dem die Sachen gestanden, wischte er orgfältig ab, damit ja kein Zeuge ihres Vorhandenseins übrig bliebe. Die Lampe ließ er brennen.„So, mein lieber Freund," sagte er, mit dem Korb zur Tür gehend,„jetzt ist die ganze Geschichte mit dem Hausmeister nur ein Traum gewesen, ich will hoffen, daß er angenehme Folgen haben moge.“ Rasch stieg er zum Schlafzimmer seines Herrn empor. Auch hier börte er ein kräftiges Sägewerk. „Herr Leutnant,“ rief er anklopfend,„es ist Zeit zum Aufstehen. „Wer ist draußen?“ gab eine verschlafene Stimme Antwort. „Ich, Schöller.“ „Jetzt schon, es ist ja noch dunkle Nacht.“ „Immerhin. Stehen Sie nur auf, ich habe Wichtiges mit Ihnen zu besprechen.“ Der junge Mann, jetzt ganz munter, sprang aus dem Bett, um die Tür zu öffnen. „Wundern Sie sich nicht,“ flüsterte Schöller,„ich bin in der Maske des Hausmeisters. Zichen Sie sich schnell an, die Polizei ist im Hause.“ „Die Polizei?“ „Sie brauchen nicht zu erschrecken, sie schläft hart und fest wie ein Murmeltier, es ist abe besser, wir entfernen uns aus ihrer gefährlichen Nähe, sie könnte leicht Verstärkung erhalten, wer weiß, was alles abgekartet ist.“ „Aber, wie ist das zugegangen?“ „Später, später, Herr Leutnant.“ drängte Schöller,„wenn wir erst in Sicherheit sind, werde ich alles erklären.“ Der Leutnant vollendete in großer Eile seine Toilette, dann schlichen beide die Treppe hinab. Einen Augenblick blieben sie lachend am Speisesaal stehen, dann verschwanden sie in den unteren Regionen. 9. Kapitel. Der nächste Morgen stieg mit wunderbarer Klarheit herauf. Die Hitze hatte nachgelassen, ein kühler Wind setzte die Bäume des Paks in sanfte Bewegung und trug acht Glockenschläge von der entfernten Domkirche zum Berge herüber. Da schlich ein Mann durch das Erlengebüsch, welches die Ufer des Stromes umsäumte.„Acht Uhr,“ murmelte er,„ziemlich pünktlich eingetroffen.“ Gewandt stieg er den Abhang hinauf und stand wenige Minuten später vor dem hinteren Eingang des Schlosses.„Alles Das Abzeichen für Verwundete, laut kaiserlicher Kabinettsorder vom 3. März 1918 als besondere Anerkennung nur die im Dienste des Vaterlandes Verwundeten verliehen wird. fest verschlossen,“ sagte er kopfschüttelnd,„der schläft am Ende noch in seinem verzauberten Schlosse.“ Er klopfte, aber niemand antwortete, nur die Blätter rauschten leise im Winde.„Alle Wetter, was ist denn da passiert, sollte Mosler schon das Feld geräumt haben?“ Kamnitz klopfte stärker, so daß man es im ganzen Schlosse hören mußte. Alles still.„Er ist nicht drin," sagte er nach einer Weile vergeblichen Klopfens,„ist vielleicht schon nach der Villa gegangen, um dem Grafen Bericht zu erstatten. Na, jedenfalls will ich bleiben, bis er zurückkommt.“ Er setzte sich auf die Türstufen und zündete sich eine Zigarre an, den Rauch behaglich in die frische Morgenluft blasend. Der Waldesduft, das leise Zirpen der Vögel, der Blick in die grünen Laubmassen, das alles entzückte den jungen Detektiv, bald vergaß er seinen Dienst und verlor sich in glückliche Träumereien, wie man aus seinem Gesichtsausdruck entnehmen konnte. Plötzlich sprang er auf, schon neun Uhr! Er klopffe nochmals ziemlich heftig; als wieder keine Antwort erfolgte, eilte er in der Richtung der Villa davon.——— Der Graf war gerade aufgestanden und blickte gaynend in den Garten hinab, als er einen Mann gewahrte, der eiligen Schrittes auf das Haus zukam.„Sollte das Mosler sein," sagte er, die Augen zukneifend,„vielleicht will er mir Bericht erstatten. Viet zu früh. den noch nust en der Lage, ihn zu empfangen.“ In diesem Augenblick hörte er das Klappern von Pferdehufen und sah, wie seine Tochter auf dem Wege zum Schlößchen die Villa verließ. Jetzt begegnete sie dem Mann, der, höflich grüßend, um eine Auskunft zu bitten schien. Die Komtesse erteilte dieselbe, indem sie mit der Reitpeitsche nach der Villa zu ückwies, dann verschwand sie, scharf ausgreifend, zwischen den Bäumen des Parks.„Schon so früh auf den Beinen?“ knurrte der Graf, nach der Uhr sehend,„ich will nicht hoffen, daß der Kerl, der Leutnant, dahintersteckt, es täte wahrhaftig not, daß ich satteln ließe, um ihr nachzureiten.“ Der Graf klingelte sein m Kammerdiener. Der alte Mann war um sein Amt wahrhaftig nicht zu beneiden, denn wenn sein Herr in den Spiegel sah und sich nicht so fand wie er erwartet hatte, dann emtlud sich ein Gewitter über dem Haupte des unglücklichen Leberecht, daß man es bis in die Küche hinunter hören konnte Je älter der Graf wurde, desto mehr Zeit verwandte er darauf, durch allerhand Geheimmittel eine nicht mehr vorhandene Jugendfrische vorzutäuschen. Er ließ sich in dieser Beschäftigung nur ungern stören und wehe dem, der ihm mit einem Anliegen dazwischen kam. Auch diesmal fragte er den eintretenden Diener, was schon wieder los sei! Der ein Beamter den Herrn Grafen zu Diener berichtete, daß sprechen wünsche. „Soll warten," sagte der Graf,„werde gleich so weit sein." Es verging eine reichliche Viertelstunde, ehe er den aomesen et England will möglichst viele Gefangene austauschen. Bei einem Empfang bei den britischen Gefange nen in Scheveningen(Holland) hat der englische Gesandte Cave eine Rede gehalten, in der er u. a sagte, die englischen Vertreter würden trachten, so viel englische Kriegsgefangene als irgend möglich aus Deutschland herauszubekommen. Die britische Abordyshgern England mit Hilfe der Zaristen, der Kadetten und der Kerenski=Sozialisten das Wiederflottwerden der„Dampfwalze“ erhofft), Schutz der kommunalen Selbstverwaltung sowie den Kampf für Rußlands Freiheit und Selbständigkeit. Die Eisenbahnarbeiter sollen beabsichtigen, sich diesem Streik anzuschließen.“ jat ihre Schranten in dem Wohl des Vaterlandes und nuß deshalb Rücksicht nehmen auf die Pflege der Einigkeit, der Opferwilligkeit und des Vertrauens in die Führung, besonders in Kriegszeiten. Die Zentrumspresse hat es bisher stets als ihr vornehmstes Ziel betrachtet, das Band zwischen der Reichstagsfraktion und der Wählerschaft zu festigen. Dieses gute Verhältnis wird zum Schaden der Ge emaillierte Kochtöpfe, Waffeleisen wieder eingetroffen. Th. Welling, Brakel. Telefon 116. ( Angemeldeten vor sich beschied. Der Graf war erstaunt, statt Mosler einen fremden Mann zu erblicken. „Nun, was wünschen Sie,“ fragte er ungeduldig,„machen Sie's kurz, denn ich bin im Begriff, auszureiten.“ „Detektiv Kamnitz,“ stellte sich der Mann vor,„zur Ablösung meines Kollegen Mosler kommandiert. Mosler ist aber schon fort, es antwortet niemand auf mein Klopfen, ich dachte, er wäre vielleicht zum Herrn Grafen gogangen, um Rapport abzustatten.“ „Zu mir, keineswegs, er wird nach der Stadt gegangen sein.“ „Das ist nicht gut möglich,“ meinte Kamnitz,„wir haben den Weg genau verabredet und er müßte mir begegnet sein.“ „Dann ist er noch drin.“ „Das kann ich auch nicht glauben, Herr Graf, ich habe geklopft, daß er es bestimmt hätte hören müssen, ich habe eine volle Stunde vor der Tür gewartet, nein, nein, da muß etwas passiert sein, hoffentlich kein Unglück. Wollen der Herr Graf so gut sein, mir die Schlüssel zu geben, ich werde nachsehen, was vorgefallen ist.“ „Werde selbst mitkommen,“ sagte der Graf, in Aufregung versetzt,„was dieses Schloß mir schon für Scherereien gemacht hat, das kann ich keinem Menschen beschreiben. Rufen Sie den Hausmeister!“ befahl er einem Diener.„Er soll auch mitkommen.“ Benzler kam und die drei machten sich zu Fuß auf den Weg. Es wurde kein Wort gesprochen. Erst als sie am Schlosse angekommen waren, nahm der Graf die Schlüssel aus der Tasche und forderte den Hausmeister auf, die Tür zu öffnen. Der Hausmeister bemühte sich zu gehorchen, aber seine Hand zitterte so heftig, daß er nicht imstande war, den Schlüssel in das Schlüsselloch zu bringen. Das Schlößchen nahm in seiner Phantasie einen breiten Spielraum ein, jede dunkle Ecke schien ihm mit Gespenstern gefüllt, die nur darauf lauerten, ihm den Hals umzudrehen. Schon der Name des Schlößchens flößte ihm Unbehangen ein. Ungeduldig riß ihm der Graf die Schlüssel aus der Hand, konnte sich aber auch keines Erfolges erfreuen. Die Sicherungen waren von innen vorgelegt. Ebenso ging es an der Hintertür. Da standen die drei und wußten sich nicht zu helfen. „Wissen Sie was?“ sagte der Graf zu Kamnitz„fahren Sie so schnell wie möglich nach der Stadt. Einen Wagen werde ich Ihnen stellen, holen Sie einen Schlosser und bitten Sie den Rat Berger, mit herauszukommen! Benzler, gehen Sie mit dem Herrn nach der Villa und besorgen Sie den Wagen, aber schnell, Benzler, in zehn Minuten muß er unterwegs sein!“ „Zu Befehl!“ stotterte der Hausmeister. „Ich bleibe indessen hier und erwarte Ihre Zurückkunft.“ Die beiden entfernten sich eilig und der Graf blieb zurück. Er war kaum zehnmal auf= und abgegangn als ihm die Sache langweilig wurde.„Werde zum alten Schöller gehen," dachte er,„vielleicht weiß der etwas von der rätselhaften Geschichte.“ Das Torhäuschen lag verlassen wie immer, aber Rauch stieg aus dem Schornstein empor. Der Graf klopfte ans Fenster, sogleich erschien ein mit Bandagen umwickeltes Gesicht, aus dem kaum die Nase hervorschaute. „Was ist denn mit Ihnen los?“ rief der Graf, als Schöller mit kläglicher Gebärde ins Freie trat. Ganz gegen seine Gewohnheit trug er einen zerrissenen Schlafrock des Hauptmanns und große Filzpantoffeln an den Füßen. „O weh, o weh,“ rief er mit klagender Stimme,„ich fühle mich furchtbar elend, habe Zahnschmerzen zum Wahnsinnigwerden, mußte die ganze Nacht Umschläge machen, o, wie soll ich mir nur helfen?“ „Schon gut,“ sagte der Graf, abwinkend,„wird schon besser werden, nur drin bleiben und weiter Umschläge machen! Keine Dummheiten! Na, baldige Besserung, Schöller, sehen Sie zu, daß Sie den Rummel bald wieder los werden!" Damit lief er eiligst zum Schlößchen zurück, kranke Menschen waren ihm ein Greuel, und noch dazu dieser Alte mit seinem zerrissenen Schlafrock! Brr! Ungeduldig, mit dem Stocke die hohen Grashalme abschlagend, ging er auf und ab, alle Augenblicke nach der Uhr sehend. Seine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt, denn erst nach einer vollen Stunde fuhr der Wagen vor dem Schloßportal vor. Der Graf begrüßte den Rat mit mehr Herzlichkeit, als sonst in seinem Charakter lag, er war heilfroh, jemanden zu haben, der die Sache am richtigen Ende angriff und für seine Handlungen die Verantwortung tuug Berger nahm die Führung auch gleich in die Hand und befahl dem Schlosser, die Tür zu öffnen. Es machte viel Mühe, denn die inneren Sicherungen waren sehr zweckmäßig angebracht. Endlich gelang es und die Gesellschaft trat ein. Mit sicherem Instinkt untersuchte der Rat zuerst den Speisesaal. Nachdem man einen Laden geöffnet und der Morgensonne Einlaß verschafft hatte, sah man Mosler schlafend in einem Lehnstuhl liegen, denn daß er nicht etwa tot war, verwiet die durchaus gesunde Gesichtsfarbe. „Na, zum Henker, was ist denn das für eine sonderbare Geschichte? Mosler! Mensch, ermuntern Sie sich doch“ Rat Berger schüttelte den Halbbewußtlosen so kräftig, daß er endlich die Glieder regte und mit wüsten Blicken um sich startte. „Ist sie weg?“ war seine erste Frage „Wer soll weg sein? Ermannen Sie sich, Mensch, Sie haben ja geschlafen, anstatt Wache zu halten. Kamnitz, sehen Sie doch, ob Sie Wasser bekommen können.“ Kamnitz eilte auf Anweisung des Grafen in den Garten, wo sich der Brunnen befand. Das frische Wasser brachte den Betäubten bald wieder zum vollen Bewußtsein. „Kommen Sie bitte heraus,“ sagte er, nich glaube, an der frischen Luft wird mir besser werden.“ Wirklich herrschte eine drückende, nach Lampenblak riechende Luft im Zimmer. Zu beiden Seiten des Hauptportals befanden sich grüngestrichene Gartenbänke und auf einer ließ sich Mosler schwerfällig nieder. „Also, Mosler, heraus mit der Geschichte, was ist geschehen?“ „Ich glaube, es war der Wein, den mir der Herr Graf geschickt hat.“ „Der Wein?“ sagte der Graf, im höchsten Grade erstaunt.„Ich wüßte nicht.....“ „Ja, der Hausmeister brachte ihn gegen zwölf Uhr." „Mein Hausmeister?" „Ja, er brachte auch Aepfel und Nüsse mit.“ „Aepfel und Nüsse! Mensch, wir haben doch nicht Weih nachten,“ rief der Rat.„Sie träumen mit offenen Augen.“ „Aber nein, Aepfel, Nüsse, Brot und auch die angebrochene Weinflasche müssen ja noch drin sein, sehen Sie doch bitte nach." Der Rat und Kamnitz begaben sich in den Speifesaal, ohne das Geringste zu finden. „Sie haben geträumt,“ sagte Rat Berger,„es ist keine Spur vorhanden, der Tisch ist wie gekehrt.“ Mosler erhob sich ächzend, um sich selbst von der Richtigkeit dieser Behauptung zu überzeugen.„Donner und Doria," Neuausgestellte Siegesbeute im Zeughause zu Berlin. Oben: Fahne des 5. belgischen Insanterie=Regiments. Unten: Fahne des 70. Senegalesen=Bataillons. ) Annahme gelragener Kleidungs- und Wäschestücke, sowie Schuhwaren für den Kommunalverband Höxter bei Kaufmann D. Liebenberg, Brakel, Östheimerstr. 164. aymese mie Prebigt, 3-/Aht mit Predigt, Nachm. 2 Uhr TodesangstBruderschaft. Kapuzinerkirche: Morgens 8 Uhr hl. Messe mit Predigt. Evangelischer Gottesdienst. Vormittags 10 Uhr Hauptgottesdienst, nachher Christenlehre, Habe noch einen Posten Runkeln zirta 15—20 Ztr. abzugeben. Förster Lücke, Siddessen, mit la. Stahlmesser empfiehlt Anton Meyer, Meyer. (. rief er, den Kopf mit beiden Händen fassend,„was ist nur mit mir geschehen? Ich versichere Sie bei tausend Eiden, daß ein alter Mann mit kurzem, weißem Bart hier war und mir die Sachen in einem Henkelkorb brachte.“ „Das könnte allerdings stimmen,“ sagte der Graf,„mein Hausmeister hat einen kurzen, weißen Bart, daß er aber Wein ohne meinen ausdrücklichen Befehl nachts zwölf Uhr nach dem Schlosse bringt, halte ich für ganz ausgeschlossen. Er geht dem Bau aus dem Wege, so weit er kann, Sie haben selbst gesehen, wie seine Hände beim Aufschließen zitterten.“ „Und Schöller,“ fragte der Rat,„wie sieht der aus?“ „Nun, er mag dieselbe Figur wie mein Hausmeister haben, ist aber glatt rasiert und hat als früherer Schauspieler eine ziemlich volltönende, tiefe Stimme.“ „Der Mann, mit dem ich heute nacht sprach, hatte eine hohe, greisenhafte Stimme,“ warf Mosler dazwischen. „Sie scheinen den Verdacht auf den alten Schöller noch nicht aufgegeben zu haben, ich kann denselben aber entfräftigen. Als ich auf Sie wartete, wurde mir die Zeit zu lang und ich ging zu Schöller ins Torhäuschen hinunter. Er hat die ganze Nacht Zahnschmerzen gehabt und Umschläge gemacht. Gehen Sie selbst hin, wenn Sie sich überzeugen wollen.“ „Das werde ich auch," sagte Berger. „Er mag ein Filou sein, aber mit dieser Sache hat er, wie ich schon früher bemerkte, sicher nichts zu tun. Doch, nun wollen wir zur Villa zurückkehren.“ Der Graf, der Rat und Mosler bestiegen den Wagen, während Kamnitz beim Schlosser zurückblieb, der die Tür wieder in Ordnung bringen sollte. Die Konfrontation mit dem Hausmeister verlief sehr stürmisch, da beide mit Bestimmtbeit bei ihren Behauptungen blieben, Mosler, daß er vom Hausmeister den Wein empfangen und der Hausmeister. daß er um zwölf Uhr bereits im Bette gelegen habe. Schließlich zogen sich die Beamten zurück, etwas verstimmt über den Grafen und seine Parteinahme für den Hausmeister. Die beiden Herren lehnten es ab, den Wagen des Grafen zu benutzen und begaben sich zu Fuß, nicht durch den Park, sondern über die Landstraße zum Scharfenecker Torhäuschen. Währond des Gehens erzählte Mosler, von den Nachwehen des Opiums befreit, den ganzen Sachverhalt bis ins Kleinste. so daß Berger schließlich der Sache Glauben schenken mußte. „Der Graf will,“ sagte der Rat, „daß die Sache vorläufig auf sich beruhe, nun gut. mag er seben, wie er mit seinem Spukschloß allein fertig wird. Der ganze Spuk scheint mehr auf einen Schabernack hinauszulaufen, denn nie ist etwas gestohlen oder jemand verletzt worden. Wer weiß, ob nicht eine Person aus der Villa die Hand im Spiele hat. Doch nun genug davon, jetzt wollen wir den alten Schöller besuchen Die Persönlichkeit scheint mir nach allem, was ich gehört, nicht uninteressant. Da sehe ich schon das Dach des Hauses aus dem Laube hervorragen.“ Die beiden langten an dem Parkportal an und fanden es zu ihrer Ueberraschung nur angelehnt. „Das ist günstig für uns,“ flüsterte der Rat,„da können wir den Alten überraschen, wollen sehen, was er augenblicklich vor hat.“ Unhörbar vorwärts schreitend, stiegen sie die wenigen Stufen zur Tür empor, um auch diese unverschlossen zu finden. „Sonderbar,“ murmelte Mosler,„alles offen, gerade das Gegenteil von dem, was ich erwartet hatte.“ Er klopfte an eine der beiden Türen, die auf den kleinen Vorraum hinausgingen. Nichts regte sich. „Der Alte ist weg, vielleicht nach der Villa gelaufen, um sich etwas gegen seine Zahnschmerzen zu holen, das erklärt auch, warum er die Türen offen ließ, er denkt bald wieder hier zu sein. Nützen wir die Zeit, um ein wenig zu spionieren.“ Die ganze Einrichtung war außerordentlich ärmlich, ein Schrank, eine Kommode, ein Tisch und einige Stühle bildeten das ganze Mobilar, im kleinen Schlafzimmer befand sich nur ein Bett und ein Waschtischchen. Die Schranktüren standen offen, ebenso die Kästen der Kommode, als ob jemand in aller Eile etwas gesucht hätte. „Hören Sie, Mosler, ich glaube fast, der Graf hat recht, hier sieht es wirklich nicht verdächtig aus. Wenn der Alte etwas zu verheimlichen hätte, würde er sicher seine Sachen besser verwahrt haben, kommen Sie, wir machen uns davon, ehe er zurückkommt.“ Sie wollten sich eben zurückziehen, als Mosler, der noch immer umherspähte, an der rechten Wand des Vorraumes ganz im Dunkel eine Falltüre bemerkte, die durch ein dazwischengeklemmtes Stück Holz einige Zentimeter offen gehalten wurde. „Sehen Sie dort,“ sagte er,„wie kommt eine Falltüre in dieses Haus?“ „Nun, es wird der Eingang zum Keller sein, wo der Alte seine geringen Vorräte aufbewahrt, wir wollen nachsehen, Mosler, wenn Sie es für nötig erachten.“ Der Detektiv nahm seine Blendlaterne aus der Tasche. „O weh, ganz ausgebrannt! Ich habe bei meinem Abenteuer im Schlosse vergessen, sie auszulöschen. Haben Sie Streichhölzer bei sich?" „Leider nicht, gerade heute habe ich sie nicht bei mir.“ „Dann müssen die meinigen ausreichen, obgleich es nur noch wenige sind,“ mit diesen Worten lehnte er die ziemlich schwere Tür an die Wand, eine Holztreppe wurde sichtbar. „Kommen Sie, Herr Rat, ich werde ein Streichholz anstecken, damit Sie die Stüfen erkennen können.“ Die beiden stiegen hinab. Der Raum umfaßte kaum zwölf Quadratmeter. In einer Ecke lagen Kohlen aufgeschichtet, daneben klein geschlagenes Holz und in einer Holzkiste vieleicht ein viertel Zentner Kartoffeln. Die Wände zeigten überall das kahle Mauerwerk, zum Teil mit Schimmel und Kellerschwamm bedeckt. „öst das die ganze Herrlichkeit?“ lachte der Rat,„na, da können wir uns ja schleunigst auf die Beine machen oder wollen Sie die Kartoffeln untersuchen?“ fügte er spottend hinzu. „Es scheint wirklich alles in Ordnung,“ pflichtete Mos er bei, das letzte Streichholz anzündend,„gehen Sie bitte hinauf, ich werde mich schon im Dunkeln zurechtfinden.“ In diesem Augenblick schlug die Falltür mit donnerähnlichem Schall zu und die beiden befanden sich in vollständiger Finsternis. „Mosler,“ schrie der Rat erschrocken,„haben Sie die Tür nicht ordentlich befestigt?“ „Gewiß," erwiderte Mosler, nicht weniger betroffen,„ich habe die Klammern vorgeschoben, ein Zufall ist ausgeschlossen, die Tür muß von jemand zugeschlagen sein.“ Mosler hatte die Wahrheit gesagt, die beiden hörten, wie ein Riegel vorgeschoben wurde und eilige Schritte das Haus verließen. „Na, da stecken wir schön in der Klemme, zünden Sie doch ein Streichholz an, Mosler, diese Finsternis ist ja ganz unerträglich." Weiße und farbige Angländer und Franzosen. Eine Gruppe Gefangener aus den Kämpfen Chauny Caucy—le Chateau. gmeen et England will möglichst viele Gefangene austauschen. Bei einem Empfang bei den britischen Gefange nen in Scheveningen(Holland) hat der englische Gesandte Cave eine Rede gehalten, in der er u. a sagte, die englischen Vertreter würden trachten, so viel englische Kriegsgefangene als irgend möglich aus Deutschland herauszubekommen. Die britische AbordEngland mit Hilfe der Zaristen, der Kadetten und der Kerenski=Sozialisten das Wiederflottwerden der„Dampfwalze“ erhofft), Schutz der kommunalen Selbstverwaltung sowie den Kampf für Rußlands Freiheit und Selbständigkeit. Die Eisenbahnarbeiter sollen beabsichtigen, sich diesem Streik anzuschließen.“ * jar ihre Schranten in dem Wöhl des Batertandes und nuß deshalb Rücksicht nehmen auf die Pflege der Einigkeit, der Opferwilligkeit und des Vertrauens in die Führung, besonders in Kriegszeiten. Die Zentrumspresse hat es bisher stets als ihr vornehmstes Ziel betrachtet, das Band zwischen der Reichstagsfraktion und der Wählerschaft zu festigen. Dieses gute Verhältnis wird zum Schaden der Ge „Tut mir leid, habe soeben das letzte verbraucht.“ „Bomben und Granaten!“ schrie Berger außer sich,„was sollen wir in diesem scheußlichen Keller machen, man kann sich ja nicht einmal niedersetzen.“ Er stieg die Treppe hinauf und trommelte mit beiden Fäusten gegen die Tür, bis ihn die Knöchel schmerzten. „Es ist nichts zu machen," sagte er, resigniert herabsteigend,„wir müssen Geduld haben und warten, bis uns jemand befreit, allerdings kann das unter Umständen ziemlich lange dauern, na, Kartoffeln sind für den schlimmsten Fall- vorhanden.“ (Fortsetzung folgt.) Des Rezensenten letzte Kritik. Skizze von Georg von Herdecke. (Schluß.)(Nachdruck verboten.) autlos geht der Diener hinaus und gedankenvoll blickt Felix Hartmann, der verwöhnte„Liebling der Götter“, )wie man ihn nannte, auf diese Karte.„Herbeyt Wendland, Mitglied des X-Theaters“, steht darauf. Nicht die schlichten Buchstaben sind es, die so sehr die Augen des Kritikers fesseln——— Wie eine Schwäche kommt es über ihn, wie Furcht vor dem kommenden Augenblick Denn Wendland ist der Schauspieler, den er seit Wochen in seinen Kritiken mit unnachsichtiger Schärfe verfolgt hat. Warum? Was hat ihm der Mann getan?— Daß er gerade bei ihm den schärfsten unerbittlichen Maßstab anlegt? Plötzlich fühlt sich der Hausherr angeredet, und seine etwas müden Augen blicken ängstlich forschend in ein ausdrucksvolles, scharfgeschnittenes Mimengesicht— ein Gesicht, das er nun im Wachen und Träumen nicht mehr vergessen wird. „Sie wünschen mich zu sprechen?“ Unwillkürlich kommt es etwas schroff und abweisend heraus. „Ganz recht, Herr Hartmann!“ versetzte mit heiserer Stimme sein Gegenüber.„ch wollte doch nicht aus dieser Stadt scheiven, ohne mich bei Ihnen bedankt zu haben.“ „Bedankt?!— scheiden aus dieser Stadt?— ich verstehe Sie nicht, mein Herr!“ „Triumphieren Sie, Herr Hartmann— man hat Ihre Rezensionen bei der Direkt on gut aufgenommen zu gut für mich— und hat mir den Laufpaß gegeben. Und das danke ich Ihnen!“ „Unmöglich— das war nicht meine Absicht—“ stammelte Hartmann, den bei den seltsam höhnischen Worten des Gastes Fassung und Mut verließ. Die beiden standen in einer Fensternische fast verdeckt, und von ihrem Gespräch hatte niemand etwas gehört. Nun aber, als der Schauspieler den Mann, der ihn um Stellung und Brot gebracht zittern sab, verließ auch ihn die Selbstbeherrschung. „Nicht mir mogen Sie das vormachen, das dies nicht Ihre Absicht war!“ rief er so laut in seinem erwachenden Zorn, daß Felix Hartmann erschrocken zurückwich und die Gesellschaft verstummt aufborchte.„Sie haben Ihr Ziel erreicht. Herr Kritiker, Sie Günstling des Glückes, der Sie im Wohlleben schwelgen und die Sorgen des Lebens nicht kennen. Sie haben einen Mann, einen Familienvater in Not und Elend gestürzt— mögen Sie nun triumphieren!“ Eine lähmende Stille im Saale bewies dem Hausherrn, daß seine Gäste jedes Wort verstanden hatten. Und diese Wahrnehmung gab ihm die Kraft, sich zu wehren. „Wie gesagt!“ rief er eifrig.„Sie täuschen sich! Ich wollte nicht Ihr Unglück! Nur um objektive Kritik war es mir zu tun—“ „Objektive Kritik?“ Ein schneidender Wehlaut drang aus des alten Mimen Kehle. Das nennen Sie objektive Kritik, was Sie mir zumaßen? Aber ich protestiere gegen Ihr Urteil, hören Sie? Ich protestiere mit meinem Bewußtsein auf Grund meiner Bühnenerfahrung und der Anerkennung meiner Freunde. Ich— ich—“ Ein Röcheln drang aus der Brust des Mannes, den die Gäste Hartmanns in einiger Entfernung umringten. Und ehe noch der Gastgeber ein Wort der Rechtfertigung fand, fuhr Herbert Wendland fort: „Freilich— vielleicht tue ich Ihnen Unrecht— freilich mag mein Spiel in den letzten Abenden schlecht gewesen sein.— Wer wollte nicht schlecht spielen, wenn die Gedanken abseits der Bühne weilen, wenn man zu Hause seinen Liebling, sein einziges Kind auf dem Sterbebette weiß— wie sollte da ein Vater auf den Brettern an lein Spiel denken! Das ist nicht Ihre Sache an eine solche Möglichkeit zu denken! Nein! Und — wenn Sie mich noch einmal sehen sollten— die Not treibt mich doch wieder auf die Bretter— dann werde ich wohl wieder lernen, meine Nolle zu spielen; denn dann habe ich nichts mehr, was mich ablenkt. Mein Liebling, mein armes Kind, ist tot—“ In atemloser Spannung hatten die vornehmen Damen und Herren den herzzerreißenden Klagen des alten Schauspielers gelauscht. Und als er schwieg, da wandten sich aller Blicke auf den Mann, der wie ein Schuldiger vor dem unberufenen Gaste stand. Bleich. mit vorgebeugtem Kopfe, hatte Felix Hartmann die bitteren Worte vernommen. Er wußte es— sie hatten in seiner Seele wie glühendes Blei sich ätzend eingegraben.... „Ich will nun gehen“, sagte der Schauspieler nach einer Weile, als das eisige Schweigen von niemanden unterbrochen wurde. Aber dieses Wort genügte, den wie betäubt dastehenden Hausherrn aufzurütteln. „Nein, gehen Sie nicht von mir, ohne mich auch gehört zu haben!“ rief er und ging auf den Fremden mit ausgestreckter Hand zu.„Vergeben Sie mir zunächst!“ bat er.—„Ich fühle, daß ich Schuld gegen Sie trage!“ Einen Moment zögerte Wendland. Dann aber schlug er ein und folgte dem Vorausschreitenden in ein Seitengemach, in des Kritikers Arbeitszimmer. Niemand hat je erfahren, was dort zwischen den beiden Männern gesprochen wurde... Andere Weisen klangen an des Hausherrn Ohr, als er zu seinen Gästen zurückkehrte. Aber— ihm war zu Mute, als ob er noch die Klänge des Pilgerchores wahrnehme. Der Ministerialrat Ruthart aber, der als einer der letzten ging, flüsterte dem Legationsrat v. Meerheimb auf der Treppe des Vestibüls zu: „Ich glaube, das ist dem Hartmann nahe gegangen. Ich möchte wetten, daß er keine Kritiken mehr schreibt!“ Und er hat recht behalten. KI selehrung und Unterhaltung. XXI: Turmzug=Problem. al, be, chrom, el, en, en, gen, hu, i, kre, la, me, na, nau, nor, si, ta, te, ter, we Aus vorstehenden 20 Silben sind 9 Worte zu bilden, deren Anfangs= und Endbuchstaben, beide von oben nach unten gelesen, einen deutschen General und den Sta t, gegen den er kämpfte, benennen. Die Worte bedeuten: 1. Maß, 2. Kampfruf der Türken, 3. Element, 4. griechische Insel, 5. Schwimmvogel, 6. deutsche Funkenstation, 7. Berg in Kleinasien, 8. deutscher Fluß, 9. neutraler Staat. Das Wort die ganze Frauenwelt Interessieret ganz enorm, Schneid' ab den Kopf, es wird sodann Zu ener Dichtungsform. Auflösung der Rätsel in nächster Nummer. Auflösung der Rütsel aus voriger Nummer: Kapselrätsel: Vierzehn, Erz. Skataufgabe: Kartenverteilung: V: dB; bD; cA, 10, 9, 8, 7; dA, D, 9. M: aB, A, K; bA, 10, K, 9, 8, 7; d7. H: bB, cB; al0, D, 9, 8, 7; cK; d10, 8. Im Skat: CD, dK.— Gang des Spiels: 1. cA, bA, cK+ 26. 2 aB, cB, dB+ 6. 3. b9, bB, bD— 5. 4. a7, c7, aK+ 4. Die Gegner erhalten nur noch den letzten Stich(d7, d10, dA) und haben dann bloß 26 Augen in ihren Stichen Worträtsel: Rom— Brom. Hieroglyphenrätsel: Trau, schau, wem. Nachdruck aus dem Inhalte dieses Blattes verboten.— Redigiert unter Verantwortlichkeit des Herausgebers. Herausgeber und Drucker: Chr. Münstermann in Gelsenkirchen. emaillierte Kochtöpfe, Waffeleisen wieder eingetroffen. Th. Welling, Brakel. Telefon 110. einäyme getragener dungs- und Wäschestücke, sowie Schuhwaren für den Kommunalverband Höxter bei Kaufmann D. Liebenberg, Brakel, Östheimerstr. 164. Za Parstgt, o yahr Hocjamt mit Predigt, Nachm. 2 Uhr TodesangstBruderschaft. Kapuzinerkirche: Morgens 8 Uhr hl. Messe mit Predigt. Evangelischer Vormittags 10 Uhr Hauptgottesdienst, nachher Christenlehre, Habe noch einen Posten Runkeln zirka 15—20 Ztr. abzugeben. Förster Lücke, Siddessen, Grünschneidebünke mit la. Stahlmesser empfiehlt Anton Meyer, Meyer.