Nia Maaran au2 dar Käsung horauznehmen 1 hramen in den Caurieres=Wald ein und kehrten mit GeGratis-Beilage zum„Allgemeinen Anzeiger für Brakel“ und zur„Beverunger Zeitung“. Verlag von Emil Ruthe in Brakel. (6) Nr. 35. 1917. Sturm erprobt. Erzählung aus der Gegenwart von Emil Frank. (Fortsetzung.)(Nachdruck verboten.) ie traten ein. Der Oberleutnant blieb unwillkürlich stehen. Er hatte natürlich schon mehrfach solche Stätten besucht, denn er ließ es sich nicht nehmen, sich nach seinen verwundeten Leuten umzuschauen. Aber was er hier erblickte, wirkte so erschütternd, daß für einen Augenblick ein leises Schaudern durch seine Glieder rann. Da lagen die Helden— zumeist in schweren Fieberträumen, und sie durchlebten die grauenvollen Stunden des Kampfes noch einmal, balgten sich mit weißen und farbigen Engländern herum. Einige aber schienen mit ihren Gedanken in der Heimat zu sein. Da war einer, der immer wieder voll heißer Sehnsucht einen Namen rief: Annelies! Und er beklagte sich darüber, daß sie nicht kommen wolle, obgleich er sich doch garnicht rühren könnte. Wieder ein anderer. Erplauderte mit seinen Kindern: „Bald bin ich bei Euch— zu Weihnachten. O, und dann bringe ich Euch allen etwas Schönes mit, weil Ihr brav waret und mir die schönen Strümpfe stricktet.“ Er lächelte in seinen Fieberträumen still vergnügt vor sich hin. Und wird wohl kaum die lieben Kinder wiedersehen; der Tod hat bereits seinen Stempel auf die Stirn des Dulders gedrückt. Zwischen den Männern, die in mehrfachen Reihen auf Stroh gebettet sind, bewegt sich der Feldgeistliche. Es ist kein Raum, daß er sich setzen könnte. Tief muß er sich zu seinen Kranken niederbeugen. Aber man merkt es ihnen an, wie glücklich sie darüber sind, daß in all ihrer Qual des Himmels süßer Trost ihnen nahe ist. Ihre Blicke ruhen voller Vertrauen auf dem Geistlichen, dessen segnende Worte sich wie lindernder Balsam in die Seelen ergießen, der über ihren Häuptern das Zeichen des Kreuzes macht und sie losspricht von ihres Lebens Schuld und Fehle. Endlich durfte der Oberleutnant an des Freundes Krankenlager eilen. Der Arzt mahnt noch: Nicht zu lange verweilen! Und vermeiden Sie alles, was den Kranken aufregen könnte! Dann trat Fritz Hellmuth in das ärmliche Zimmer, das Achim von Möhler eingeräumt worden war. Freundlich lächelnd trat er an das Krankenlager. Aber seine Blicke ruhten forschend auf Achims bleichem Gesicht. Wie hat sich der Freund in diesen wenigen Tagen verändert! Seine Kraft schoint gebrochen zu sein. Der rechte Arm ist verloren. Und Achim ist Maler! Wie soll er in Zukunft seine Kunst ausüben! Mühsam will Achim sich aufrichten. Doch Hellmuth drückt ihn mit zärtlicher Besorgnis auf das Lager zurück. Er spricht ihm tröstend zu, erzählt von der Heimat, die er jetzt bald wiedersehen wird. „Teile es meiner Frau schonend mit, was mich betroffen hat. Die Adresse findest Du in meinem Notizbuch. Schreibe ihr, daß ich ein Krüppel bin. Aber sie soll sich meinetwegen keine Sorge machen. Zu irgend etwas werde ich wohl noch nütze sein, damit ich für sie und unsern Jungen arbeiten kann!“ Tränen kamen ihm bei diesen Worten in die Augen Die Linke betastete den Armstumpf, der wie ein lebloser Klumpen ihm zur Seite hing. Da war es freilich schwer, Trost zu spenden. Das mußte der Herrgott tun. Und die Zeit, die auch diese Wunde heilen würde. „Du mußt nicht verzagen, Achim!“ redet er dem Freunde zu;„und wenn es auch für Dich sehr hart sein muß, auf die Ausübung Deiner Kunst verzichten zu müssen, an Betätigungsmöglichkeiten wirdes Dir nicht fehlen. Sieh mal an, wenn Du Dich der Kunstgeschichte zuwenden wolltest! Das würde Dir jedenfalls nicht schwer fallen. Und Du gewännest auf diese Weise einen dankbaren Beruf. Aber Zu diesem Zweck werden die Früchte von den Stielen be Südlich von Beaumont drang ein württembergisches§ 11. Nach Ablauf der in dem Beförderungsschein freit, abgespült und über Nacht in eine schwache Essig Regiment in die feindlichen Linien und vertrieb die Be gesetzten Frist verliert dieser seine Rechtsgültigkeit. losung(Essig mit Wasser gemischt) gelegt. Am nächsten satzung im Handgranatenkampfe. Badische Stoßtrupps] Rechtsungültig gewordene Beförderungsscheine sind eben Unsere Artillerie im Westen: Gin Geschütz wird in Stellung gebracht. zuerst mußt Du natürlich gesund werden. Dann wird sich alles andere von selbst ergeben. Und wenn ich Dir dabei mit Rat und Tat zu Hilfe kommen darf, es wäre mir eine große Freude, mein lieber, tapferer Freund!“ Achim hatte diesen Worten mit wachsendem Erstaunen gelauscht.„Der Gedanke, den Du da aussprachst, ist wahrlich nicht so unübel! Ich habe ja bereits ein paar Semester Kunstgeschichte studiert. Ja, das wäre ein Weg, der mir neue Ziele erschließt. Und mein Vater würde diesen Wechsel jedenfalls dankbar begrüßen. Denn im Grunde genommen wäre er doch nie darüber hinweg gekommen, daß ich als Maler mein Brot essen soll.“ Den Verwundeten drohte für einen Augenblick die Schwäche zu übermannen. Er mochte sich wohl zuviel zugetraut haben. Fritz Hellmuth machte sich bereits Vorwürfe, daß er Achim unnütz angestrengt hatte. Zärtlich strich er über die bleiche Stirn des Freundes:„Ich muß mich jetzt verabschieden. Aber ich komme bald wieder. Soll ich Deinem Vater berichten, wie Du Dich befindest?“ „Ach ja, tue das, Fritz! Du brachtest mir neue Hoffnung. Jetzt freue ich mich auf die Genesung — denn erst graute es mir davor, und ich fragte mich einmal ums andere, ob es nicht besser gewesen wäre, die tückische Kugel hätte mich gleich hingerafft. O, es wird schon wieder gut werden!“ Fritz Hellmuth verließ das Lazarett. Seine Gedanken weilten jedoch an dem Schmerzenslager seines Freundes. Es war ihm um Achim nicht bange. Hatte er sich allen Schwierigkeiten zum Trotz als Künstler durchsetzen können, dann würde er auch jetzt den rechten Weg finden. Die Liebe zu seiner Frau und dem Kinde mußten ihm Sporn und Stütze sein, sich im Leben zurecht zu finden. Mit einem gelinden Unbehagen wurde der Oberleutnant gewahr, daß er sich verlaufen hatte. Er war viel zu weit nach Norden abgekommen. Ueberlegend blieb er einen Augenblick stehen. Hier in der Nähe mußte der Regimentsstab liegen. Dann konnte er ja gleich dem Major Bericht erstatten, wie es Achim ging. Major von Möhler arbeitete mit einem jungen Leutnant im Regimentsbureau. Er schien nicht gerade in rosiger Laune zu sein, denn er knurrte dem stellvertretenden Adjutanten zu: „Wursteln Sie ruhig weiter. Die Karre soll schon schief gehen!“ Dann wandte er sich an Fritz Hellmuth:„Was führt Sie zu mir, lieber Hellmuth? Haben Sie etwas näheres von Achim erfahren?“ Der Oberleutnant berichtete, wie er Achim gefunden hatte, verhehlte auch nicht, daß sein rechter Arm verloren sei. Der Major sank in den aus Birkenholz gezimmerten Sessel zurück. Geraume Zeit verharrte er im düsteren Schweigen. Mit einem Seufzer richtete er sich auf:„Der arme Junge! So schwer hat er sich seinen Beruf erkämpfen müssen, und nun ist es damit ein= für allemal vorbei! Wie trägt er das Unabänderliche?“ Hellmuth erzählte, welchen Rat er Achim gegeben habe. Da sprang der Major freudestrahlend auf:„Herrje, das ist ja ein kostbarer Gedanke! Und Achim will sich die Sache überlegen? Und Sie wollen ihm bei der Erreichung seines Zieles behilflich sein? Ich danke Ihnen, lieber Hellmuth! Mir fällt damit ein schwerer Stein vom Herzen. Denn Sie mögen nun darüber denken, wie Sie wollen: aber ich konnte mich mit Achims Kunstfimmel nie befreunden. Jetzt aber könnte er sein Leben auf durchaus reeller Grundlage aufbauen. Sobald ich etwas Zeit habe, fahre ich zu ihm heraus. Es ist mir ums Herz, als wäre mir der Junge neu geschenkt.“ Ein pfiffiges Lächeln umhuschte des Majors verwitterte Züge:„Sagen Sie mal, was hat er sich denn für eine Frau aufgegabelt? Ich sollte zwar nichts davon wissen, aber ich erfuhr es doch, weil ich mich unter der Hand über Achim erkundigte. Und da hat man mir unter anderem erzählt, daß diese Frau den Jungen erst zum Manne machte! Muß ein prächtiges Weib sein! Und Großvater bin ich auch bereits! Na, werden Sie man nicht so schampiolett! Sie wissen über die ganze Geschichte genau Bescheid! Und wenn Sie der Frau schreiben— denn das müssen Sie schon tun,— dann teilen Sie ihr nur mit, daß der olle Isegrimm von Vater sich ordentlich bekriegt hätte und sich freuen würde, die Bekanntschaft seiner Schwiegertochter und des Enkels zu machen. Vergessen Sie das nicht, lieber Hellmuth!“ Fritz Hellmuth konnte nur mühsam seine Freude verbergen. Wer ihm das prophezeit hätte, daß Major v. Möhler ihn zum Vertrauten erwählen könnte! Daß er so freundschaftlich mit ihm plaudern würde! Und Fritz Hellmuth faßte sich ein Herz:„Gestatten Herr Major mir auch eine Bitte auszusprechen: Würden Herr Major mir gütigst erlauben, an Fräulein Tochter zu schreiben und ihr alles mitzuteilen, was sich hier ereignet hat?“ „Na, tun Sie doch nicht so, als hätten Sie Helene bisher nicht geschrieben! Oder sollten Sie sich doch durch meine Widerhaarigkeit— Sie wissen ja noch, was wir vor der Mobilmachung auszufechten hatten— in dieser Weise haben einschüchtern lassen?“ „Herr Major werden mir ein freimütiges Wort nicht verargen! An meinen Gefühlen zu Fräulein Helene konnte Ihr Dazwischentreten freilich nichts ändern. Helene hat mein Wort— ich habe das ihre und kein Widerstand ist imstande, uns in unserer Liebe wankend zu machen. Aber ich wollte doch nicht den Krieg ausnützen, ein Glück zu erringen, das ich nur im vollen Einvernehmen mit Helenens Vater genießen will. Aus diesem Grunde habe ich an Helene nicht geschrieben. Wenn sie Nachricht über mich erhielt, so geschah dies meist indirekt— durch Achim, und Herr Major werden begreifen, daß ich schon aus diesem Grunde an seinem Schicksal den regsten Anteil nahm.“ Der Major schritt in dem mangelhaft beleuchteten Raume einigemale auf und nieder. Dann blieb er plötzlich vor Hellmuth stehen:„Hellmuth, Sie sind ein wackerer Kerl! Wir wollen ja hier nicht aus dem Handgelenk derartige Fragen erledigen. Aber das kann ich Ihnen schon jetzt sagen: Ihre Handlungsweise gefällt mir! Sie söhnt mich mit manchem aus, was ich sonst an Ihnen auszusetzen hatte. Es wäre vielleicht nicht verkehrt, wenn wir uns noch näher kennen lernten. Und dazu möchte ich Ihnen einen Vorschlag machen: Mir fehlt ein Adjutant so nötig wie das tägliche Brot. Sie haben sich als Kompagnieführer rühmlichst ausgezeichnet. Aber auf die Dauer sind Sie den Strapazen kaum gewachsen. Wie wäre es, wenn Sie für einige Wochen mein Adjutant würden?“ Das hatte Fritz Hellmuth ganz sicher nicht erwartet. Bewies ihm der alte Herr nicht sein besonderes Vertrauen, indem er ihn zum Regimentsadjutanten erkor? Durfte er ablehnen? Freilich, es fiel Hellmuth sehr schwer, sich von seiner Mart für das laufende Jahr an. :: Czernins Reise nach Berlin. Nach Wiener Melgilt der Besuch des österreichischen Ministerpräsidenten in Berlin nicht nur der Feststellung der der aufgenommen. Die ganze Entwicklung der Dinge in Spanien ist aber im allgemeinen erfrenlicherweise zu unseren Gunsten ausgeschlagen. Witterungsverhältnisse die Ernte in etwa beeintrachtiywird, aber die Wahrscheinlichkeit bleibt bestehen, daß die kommende Ernte die letztjährige erheblich übersteigen Auch ein Rückblick auf die Ergebnisse früherer Jahre dürfte Mari Zu d freit, lösun C Kompagnie zu trennen, mit der er durch all die schweren gemeinsamen Kämpfe zusammengewachsen war. Das Herz manches rauhen Kriegers schlug ihm in Liebe und Dankbarkeit entgegen. War das nicht überreicher Lohn? Konnte er Höheres erwarten? Daß der harte Dienst an der vordersten Front, die Unbilden der Witterung, die ständige Bereitschaft, mit einem zähen und erbitterten Eegner ringen zu müssen, an seiner Gesundheit zehrten, wäre dem Oberleutnant nie in den Sinn gekommen. Sein Leben aufs Spiel zu setzen, war im Kriege jedes deutschen Kriegers heiligste Pflicht. Darum war Fritz Hellmuth beinahe im Begriff, das Anerbieten des Majors, so gut es auch gemeint sein mochte, abzulehnen. Bevor er jedoch Antwort geben konnte, meinte Herr von Möhler:„Sie brauchen die Sache nicht gleich zu entscheiden. Kann es mir ja lebhaft denken, daß Sie Ihre Kompagnie nicht gerne verlassen. Man wächst im Kriege mit den Leuten noch ganz anders zusammen als in Friedenszeiten, und es ehrt Sie aufs höchste, daß Sie nicht ohne weiteres Ja und Amen sagen. Aber einmal ist Ihre Stellung als Regimentsadjutant nur vorübergehend— höchstens so lange, als ich das Kommando behalte—, sodann aber müßte es für Sie als Reserveoffizier eine besondere Ehre sein, sich in dieser Weise betätigen zu können. Morgen früh erwarte ich Ihre Antwort!“ „Herr Major haben zu befehlen!“ erwiderte Hellmuth; „morgen früh werde ich mir erlauben, wieder vorzusprechen. Ich wollte ohnedies Achim einen Besuch abstatten.“ „Famos, lieber Hellmuth. Holen Sie mich ab!“ Das ließ sich der Oberleutnant nicht zweimal sagen. Schon um Achims willen mußte er des Majors Wunsch erfüllen. In seinem Quartier dachte Fritz Hellmuth noch lange über das Angebot nach Eigentlich hatte der Major recht: für ihn als Reserveosfizier war es eine besondere Ehre, wenn er zum Regimentsadjutanten erkoren wurde. In Friedenszeiten wäre so etwas einfach undenkbar gewesen! Aber der Krieg hatte in manches Vorurteil Bresche gelegt. Die Sommerleutnants, die so oft von den aktiven Kameraden mit überlegenem Spott angesehen worden waren, die man als ein notwendiges Uebel ansah, hatten wieder einmal bewiesen, daß sie vor dem Feinde ihr Bestes hergaben, ihre Daseinsberechtigung dadurch voll und ganz erwiesen hatten.— Warum sollte er eine Ehre zurückweisen, die er durch monatelange Kämpfe vollauf verdient hatte! Am nächsten Morgen bestieg Fritz Hellmuth in aller Herrgottsfrühe seinen hochbeinigen Gaul und ritt zunächst zum Quartier des Regimentsstabs. Der Major stand bereits vor seinem Heldenkeller und musterte den Reiter mit kritischen Blicken. „Sitzen ja ganz famos zu Pferde, lieber Hellmuth!“ rief er ihm frohgelaunt zu;„was aus einem Professor nicht alles werden kann! Na, meine Rosinante wird auch gleich vorgeführt.“ Wie sie am Feldlazarett ankamen, wollte der Major ohne weiteres seinen Sohn besuchen. Hellmuth erkundigte sich zunächst beim Arzt. Die Auskunft war sehr erfreulich. Achim hatte eine sehr gute Nacht hinter sich und sollte versehen werden. Die beiden Offiziere begleiteten den Priester an Achims Krankenlager. Fritz Hellmuth übernahm freudig die Rolle des Meßdieners. Und auch in Achims Augen war ein frohes Zerschossener Unterstand im Kampfgebiet. Strahlen. Zwar wies er jedes irdische Empfinden weit von sich. Aber es bereitete ihm doch eine unsägliche Freude, als er den Vater am Fußende seines Lagers knien sah. Der körperliche Schmerz schien gelindert zu sein, weil ihm so viel Trost und frohe Zukunftshoffnung leuchtete. Geduldig wartete der Major, bis sein Sohn seine Danksagung beendet hatte. Dann erst rückte er einen Stuhl an Achims Bett und fing freundlich an mit ihm zu plaudern. „Sobald Du transportfähig bist, lasse ich Dich durch Mutter nach Hause abholen. Und dann soll auch Deine Frau und Dein Kind zu uns kommen. Die werden Dich gesund pflegen. Bist Du zufrieden?“ „Zufrieden und glücklich, lieber Vater! Gott lohne Dir alles, was Du an mir und den Meinen tust! O, es wird alles noch gut werden!“ Wie er das sagte, streifte ein leuchtender Blick Fritz Hellmuth, und der Major verstand: „Ja, es soll alles noch gut werden!“ *** Fritz Hellmuth machte im Schützengraben seines Regiments eine Stippvisite. Selbstverständlich benutzts er diese Gelegenheit, um seiner lieben Fünften einen kleinen Besuch abzustatten, und die wetterharten Krieger bewiesen ihm mit Mund und Blicken, daß sie ihren früheren Führer noch nicht vergessen hatten. Bald machte sich Fritz Hellmuth wieder auf den Weg. Erst stapfte er gebückt wie auf dem Pürschgang durch die Verbindungsgräben; dann, als er die zweite Verteidigungslinie erreicht hatte, durfte er sich etwas freier bewegen. Endlich befand er sich auf der Zufuhrstraße. Vergebens schaute er nach seinem Kraftwagen aus. Der mochte wohl inzwischen andere Verwendung gefunden haben. Nun, so mußte er eben den Weg zu Fuß zurücklegen. Daß dies gerade eine Annehmlichkeit gewesen wäre, konnte er beim besten Willen nicht behaupten. So nahe hinter der Front hatte man nicht viel an der Ausbesserung der zerfahrenen Straßen tun können, und die englischen Granaten taten ein übriges, sie noch mehr zu verschlechtern. Es dunkelte bereits. Der Nebel lag wie eine graue Wattedecke über der flandrischen Erde. Tiefe Stille weit und breit. Da schüttert ein Kanonenschuß in das feierliche Schweigen. Eine Granate kam heulend und sausend angezogen. Sie schlug knapp hundert Meter vor Hellmuth ein. Jetzt hieß es, die Beine in die Hand nehmen, sonst konnte man mit dem nachfolgenden Geschoß unliebsame Bekanntschaft machen. Und Fritz Hellmuth verspürte doch nicht die mindeste Lust, hier auf der Landstraße ein unrühmliches Ende zu finden. Darum lief er aus Leibeskräften. Soeben hatte er den Granateneinschlag erreicht. In kühnem Schwunge setzte er über den Trichter hinweg. Aber er mochte in solchen Künsten wohl zu wenig erfahren sein. Denn er stürzte und lag stöhnend in dem Loch. Mühsam raffte er sich auf. Doch schon knickte er wieder zusammen. Er hatte sich im Fallen eine Verstauchung zugezogen. Das konnte ja recht lustig werden! Bis zu seinem Quartier hatte er mindestens drei Kilometer zu laufen. Und jeder Tritt verursachte ihm gräßliche Schmerzen. Er besaß nicht einmal einen Stock, auf den er sich hätte stützen können. Ach was, aus jenem Busch, der durch die feindliche Artillerie ohnedies böse frisiert war, konnte er sich einen derben Stab als Stütze wählen. Mühsam humpelte er hin in. Narmelade verwenden, wenn sie vorher entbittert werden. Hu diesem Zweck werden die Früchte von den Stièlen bereit, abgespült und über Nacht in eine schwache Essigwosung(Essig mit Wasser gemischt) gelegt. Am nächsten am Fosses=Walde einen Angriff der Franzosen. Südlich von Beaumont drang ein württembergisches Regiment in die feindlichen Linien und vertrieb die Besatzung im Handgranatenkampfe. Badische Stoßtrupps alsdann sofort an die Provinzialstelle zuruczusenden. § 11. Nach Ablauf der in dem Beförderungsschein gesetzten Frist verliert dieser seine Rechtsgültigkeit. Rechtsungültig gewordene Beförderungsscheine sind eben ( Bald war er im Besitz eines Wanderstabes. Und nun konnte der Heimweg fortgesetzt werden. Der schneidend kalte Dezemberwind umbrauste den einsamen Wanderer. Immer wieder mußte Fritz Hellmuth stehen bleiben, und er trocknete sich den Schweiß von der Stirn. So sauer war ihm noch nie ein Gang geworden. Wenn er wenigstens für einen Augenblick ein Unterkommen fände, wo er rasten und sein Bein einrichten kann! Nun fing es gar an zu regnen. Leise rannen die Tropfen erst zur Erde nieder, dann wurden sie immer größer, und schließlich goß es wie aus Mollen. Schon nach kurzer Zeit war Hellmuth bis auf den letzten Faden durchnäßt. Seine Zähne schlugen im Schüttelfrost aufeinander. Er fühlte es, wie seine Kräfte ihn verließen. Der Leutnant ließ sich zu kurzer Rast in einem Wassergraben nieder. Der Wind hatte sich inzwischen etwas gelegt. Fritz Hellmuth lauschte angestrengt nach allen Seiten, ob er nicht irgendwo eine menschliche Behausung entdeckte. Er konnte doch nicht weit entfernt von den Ruhestellungen des Regiments sein! Und plötzlich zog ein wehmütiges Lächeln über sein Gesicht. Gedämpft und weich drang ein Lied an sein Ohr. (Fortsetzung folgt.) Der ganzen Welt Freudet (Mariä Geburt.) (Nachdruck verboten) Jungfrau, hat der ganSo die Kirche am heutiDeine Geburt, Gottesgebärerin, zen Welt Freude verkündet.“ gen Feste. Wem Freude? Dem glücklichen Elternpaare Joachim und Anna, gewiß! Dem kleinen Bergstädtchen Nazareth, das von da an gleichsam der Verbindungspunkt zwischen Himmel und Erde, seitdem eine liebe Gnadenstätte für den Erdkreis, gewiß! Aber heute wird Freude der ganzen Welt, über der jetzt aufgeht der Morgenstern, die nahe Erlösung verkündend. Was für eine Freude? Am heutigen Festtage verliest die Kirche im Evangelium das Geschlechtsregister Mariä. Zweiundvierzig Geschlechter, die da aufeinanderfolgen. Unter den Ahnen finden sich Männer und Frauen, die zu ihrer Zeit im höchsten Ansehen standen, Großes gewirkt, vielfach die Welt in Atem gehalten haben: Abraham mit seinen 175 Lebensjahren, Isaak mit seinen 180 Jahren, Jakob mit einer Lebensdauer von 147 Jahren— große, weitsichtige, gotterleuchtete Führer ihres Volkes! Dann der gewaltige König David mit seinen 40 Regierungsjahren, und der ruhmreichste Herrscher seiner Zeit, König Salomon. Selbst solche aus dieser langen Ahnenreibe, deren Namen weniger genannt werden, haben ihrer Zeit Großes gegeben. Aber immer heißt es am Ende ihrer Regierungszeit:„Und er entschlief und wurde begraben zu seinen Vätern in Jerusalem.“ Wo sind heute die Gräber dieser 42 königlichen Ahnherren? Kein Stäubchen mehr ist von ihnen zu finden. Doch, Gott Dank, daß jene Ahnenreihe schließt mit dem freudigen Bericht:„Jakob aber zeugte Josef, den Mann Mariä, von welcher geboren ward Jesus, der genannt wird Christus.“ Das ist die große Festesfreude: Maria ist geboren, die gebenedeite Mutter des Welterlösers. Nach langem Winter das erste Blümlein! Nach langem Weinen das erste Lächeln! Nach langem Schweigen das erste erlösende Wort! Nach langer Nacht der erste Sonnenstrahl. Jetzt hat die Welt etwas, was sie noch nie gehabt: eine ganz heilige Arche des Bundes, einen Thronsitz der Weisheit, eine Königin aller Großen im Reiche Gottes. Jetzt hat die Welt einen Tag erlebt, der eine ganz neue Zeit einleitet, christliche Liebe, christliche Kultur.„Der ersehnte Tag ist da.“ jubelt St. Augustinus,„der Tag der Geburt der Jungfrau Maria! Frohlocke, o Erde, verherrlicht durch eine solche Jungfrau! Sie ist ja jene Blume des Feldes, aus der die kostbare Lilie entsprossen, durch welche die Natur unserer Stammeltern wieder hergestellt und die Schuld getilgt wird. Vernichtet wird nun jener unselige Weisheitsspruch, der gegen Eva gefällt ward:„In Schmerzen wirst du deine Kinder gebären“, weil jene in Freude den Herrn gebiert. Eva trauert, Maria frohlockt. Eva trägt Tränen, Maria Freuden in ihrem Schoße, weil jene Sünder gebar, Maria aber den Gott der Heiligkeit der Welt geschenkt. Von heute ab erst darf die Christenheit die Mutter mit dem Himmelskinde begrüßen, die Mutter der Barmherzigkeit, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin, Meeresstern, Gottesmutter, süße. Heute erst beginnt, was der Dichter sagt von der Stellung Mariä im Erlösungsplan der Menschen: Jungfrau und Mutter, Tochter deines Sohnes, Demütigstes und höchstes der Geschöpfe, Vorauserkornes Ziel des ewigen Thrones. Du bist's, durch die die Menschennatur auf Erden So ward geadelt, daß es ihr Erzeuger Verschmähte nicht, selbst sein Geschöpf zu werden. In deinem Schoße die Liebe neu erglühte, An deren Wärme hie im ewigen Frieden Also herangesproßt ist diese Blüte. Uns bist du hier die Mittagsfackelhelle Der Liebe, und den Sterblichen dort unten Bist du der Hoffnung stets lebendige Quelle. Herrin, du gilt’st so viel und bist so groß, Daß, wer die Gnade will und dich nicht anruft, Zu fliegen wünscht, wenn er flügellos. Die Güte dein eilt nicht nur beizustehen Dem, der dich bittet, nein, sie weiß des öftern Freiwillig auch dem Flehn voranzugehen. Mitleid und Großmut wohnt dir im Gemüte, Drin wohnt Barmherzigkeit; in dir vereint sich, Was innen im Geschöpf nur ist an Güte. (Dante, das Paradies.) Wahrlich, wer dies im Herzen erwägt und erfaßt, kann nicht anders als jubeln und frohlocken an der Wiege der Gottesgebärerin: an diesem Tage feiern wir ja mit Mariä Geburt den Beginn der Erlösung und den Anfang aller unserer Feste. Sei drum gegrüßt, du hohes Kind, heute der Welt vom Himmel geschenkt! Sei gegrüßt! Du bringst uns Heil und Segen, heilst der Menschheit tiefe Wunden, bist Hoffnung allen Zeiten. Sei gegrüßt! Alle Geschöpfe sollen singen zu deinem Lobe, die Vöglein in der Luft, die Tiere in den Wäldern, die Blumen der Felder, Berge und Täler, Meere und Flüsse, alle Wesen der Schöpfung sollen rufen und beten: O, du Eine, o du Reine, Die ich meine, die ich meine, Königin im Himmelssaal: Hochgebenedeite Fraue, Der ich ganz mein Herz vertraue, Sei gegrüßt vieltausendmal. S. Serlege=Aufgabe. I Silvenräts Reuter Übangi Engelbert China Kanal Zwinguri Udine Gastein Dogge Enver Nückzug der Italiener. Diamanträtsel: L TEE SOMME HAMBURG BREST ARM G Scharade: Maßliebchen. Streichrätsel: Oder— Ode. Der Name Görz ist in die einzelnen numerierten Teile zu zerlegen und dieselben zu einem Quadrat zusammenzustellen. und neue Seit. Von vorn gelesen nennt das Wort Von hinten ist es wichtig sehr Ein Land im Altertume; Für Mutter, Tochter, Muhme. Auflösung der Rätsel in nächster Nummer. Auflösung der Rätsel aus voriger Numner: sel: Nachdruck aus dem Inhalte dieses Blattes verboten.— Redigiert unter Verantwortlichkeit des Herausgebers. Herausgeber und Drucker: Chr. Münstermann in Gelsenkirchen. 2 Mark für das laufende Jahr an. :: Czernins Reise nach Berlin. Nach Wiener Meldungen gilt der Besuch des österreichischen Ministerpräsidenten in Berlin nicht nur der Feststellung der der aufgenommen. Die ganze Entwicklung der Dinge in Spanien ist aber im allgemeinen erfrenlicherweise zu unseren Gunsten ausgeschlagen. Witterungsverhältnisse die Ernte in etwa beeintrachey wird, aber die Wahrscheinlichkeit bleibt bestehen, daß kommende Ernte die letztjährige erheblich übersteigen wiro Auch ein Rückblick auf die Ergebnisse früherer Jahre dürste