Brotkrumen in den Taschen zusammensuchen müssen, macht es einen sehr schlechten Eindruck, wenn Brotreste auf den Straßen liegen oder sonst verkommen, die von den Schulkindern weggeworfen sind. Die Eltern sollten den Kin4 2 T Pohlschröder u. Co. hierselbst, in der jetzt Betten für das Militär angefertigt werden, brach gestern abend ein größerer Brand aus. Dem energischen Eingreifen der städtischen Feuerwehr gelang es, das Feuer zu lokalisieren, immer Umn, um unseren Berrieb nach vorn zu verlegen. Der deutsche Kaufmann ist von jeher als entgegenkommend und zuvorkommend bekannt, und wir halten diese Prinzipien aus im Verkehr mit der französischen Kundschaft aufrecht. Gratis-Zeilage zum„Allgemeinen Anzeiger für Brakel“ und zur„Beverunger Zeitung“. Verlag von Emil Ruthe in Brakel. Nr. 2. 1915. Im Kampf um die Roman von E. Lehner. (Fortsetzung.)(Nachdruck verboten.) ressenthien raunte Klaiber zu:„Wollen Sie nicht einsteigen?“ Hastig fragte dieser:„Haben Sie die beiden Damen gesehen? Ja? Kennen Sie die Namen?“ Der Begleiter lachte auf:„Scheinen ja außerordentlich interessiert zu sein. Die alte Dame ist Gräfin Brenckenfelde, die junge Begleiterin ein Freifräulein von Schinzingen. So, nun wird es aber allerhöchste Zeit, daß wir einsteigen!“ Sie drängten sich durch den Gang des Wagens. Klaiber spähte mit unverhohlener Neugier in jedes Abteil hinein, bis er die beiden Damen sah. Einen Augenblick blieb er stehen, als suche er einen guten Platz. Kressenthien rief ihm zu:„Kommen Sie nur, Herr Klaiber: Hier habe ich ein ganz leeres Abteil entdeckt. Wir können auf diese Weise gemütlich plaudern“ Klaiber schaute noch einmal zurück. Das also war die Schwester des flotten Börries! Spassig, er hatte sich mit ihm heute schon so viel beschäftigt. Wirklich, ein ganz reizendes Mädel! Müßte das ein Vergnügen sein, mit der Baronesse freundnachbarlich verkehren zu können! Geduld, auch das wird kommen! Klaiber folgte nun endlich seinem Begleiter. Aber noch einmal blieb er neben einem der Fenster stehen und schaute anscheinend mit großem Interesse in die ziemlich reizlose Landschaft hinaus. Dabei warf er aber immer wieder spähende Blicke in das Damenabteil, wo Gräfin Brenckenfelde und Baronesse von Schinzingen saßen. Alle Wetter, das sah ja just so aus, als würde der jungen Dame eine kleine Moralpredigt gehalten. Die Gräfin blickte furchtbar energisch drein und Bei 20 Grad Kälte in der Bukowina: Unterstand eines Wachtpostens. stieß hie und da zur Bekräftigung mit dem Stock auf den Boden. Die alte Dame schien Haare auf den Zähnen zu haben. Armes Mädel! dachte Klaiber. Vielleicht ist ihr das Herzchen mit dem Verstande durchgegangen, und nun soll es wieder auf den rechten Fleck gesetzt werden. Klaiber lachte belustigt auf. Derartige heikle Themen würde man wohl kaum während der Fahrt verhandeln, selbst wenn man allein im Abteil saß. War es nicht geradezu lächerlich, daß er, der kluge Geschäftsmann, der sich nur dann von Gefühlen beherrschen ließ, wenn er sich davon einen Vorteil versprach, von dem Bilde dieses liebreizenden Mädchens nicht loskommen konnte? Er lachte hell auf. Für Frauenschönheit war er nur zu sehr empfänglich, und er hatte selten etwas Lieblicheres gesehen als die Baronesse Schinzingen. Ja, jetzt freute er sich erst recht seines Entschlusses, die Södenburg zu erwerben. Klingenberg sollte einmal zeigen, was er zu leisten vermochte! Im nächsten Sommer mußte er Schinzingens Nachbar sein. Und er wollte schon jetzt Vorkehrungen treffen, daß er viel mit ihnen verkehren konnte. Vörries Schinzingen mußte ihm dazu verhelfen! Kressenthien riß Klaiber aus seinem Sinnen. Er trat an den Industriellen heran und fragte leise:„Ist Ihre Aufmerksamkeit anderen Dingen zugewandt? Der jungen Dame gar?“ Klaiber zuckte die Achseln:„Machen Sie keine Witze, lieber Freund! Ich erwog soeben ein Projekt, das mich seit einiger Zeit beschäftigt. Das ist alles. Nun aber bin ich wirklich hungrig. Kommen Sie mit?“ Sie nahmen einen kleinen Imbiß ein und kehrten schließlich wieder in ihr Abteil zurück. Kressenthien fing an, sich nach diesem Projekt zu erkundigen, das Klaiber vorhin angedeutet hatte. Allein der Industrielle hatte eine Art, seine Neugier abzuwehren, daß ihm weiteres Fragen von selbst verging. Ein merkwürdiger Kauz, dieser Klaiber! Man wußte nie rech, was an ihm Maske war. Es 9 dem tief verschneiten Gelände ist mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Solange die Russen nicht im Besitz des Dukla=Passes sind, kann von einem wirkungsvollen Einfall in Ungarn keine Rede sein. In Serbien bereiten die Oesterreicher, wie zuInf.=Regt. Nr. 65 Cöln: Hptm. d. R. Oppen= Höxter— verwundet. Res.=Inf.=Regt. Nr. 6 Glogau, Görlitz u. Muskau: Unteroff. Friedr. Breuker=Sandebeck-gefallen, Wehrm. Josef August Trope=Lügde gefallen. Inf.=Regt. Nr. 15 Minden: Musk. Franz Beimlina-Driburg—bisher ibt nafallan Die furchtbaren Verwüstungen in ganz Polen. * Amsterdam, 8. Jan. Der„Telegraaf“ meldet aus London: Wie aus Petersburg berichtet wird, hat das Duma=Mitglied Ognerf die ganze Gegend in Polen zwischen Qas und Marschau hafucht unn naruhar oinon Noricht Gin Beobachtungsposten am Scherenfernrohr. das geschah ziemlich oft. Kaum war er angekommen, so nahm er ein Bad und erschien in bequemer Joppe und Hausschuhen in seinem Arbeitszimmer. Gedämpftes Licht erfüllte den großen Raum. Auf der Platte des Schreibtisches war ein Stapel Briefe aufgeschichtet. Klaiber rückte sich den Sessel zurecht, entzündete eine Zigarre und sah die Korrespondenz durch. Wer den jungen Industriellen so bei der Arbeit sah, der kam erst recht zu der Erkenntnis, daß Klaiber durchaus nicht der Lebemann war, für den so viele ihn hielten. Das joviale Lächeln war verschwunden, eine scharfe Linie zeichnete sich zwischen seinen Brauen ein, das derbe Kinn war gegen das weiche Faltenhemd gepreßt. Die Briefe, die er einer Beachtung würdigte, prüfte er sorgfältig, bevor er mit markigen Zügen seine Bemerkungen an den Rand niederschrieb. Einige der Zuschriften beantwortete er selbst. Andere wanderten ungelesen in den Papierkorb, wieder andere fanden ihren Platz unter einem Briefbeschwerer aus dunklem Marmor. Dieser Teil der Arbeit war erledigt. Dann zog Klaiber sein Scheckbuch hervor und füllte einige Anweisungen aus. Er schellte. Die schwere Portiere wurde zur Seite geschoben. Ein Diener trat ein. Klaiber wandte sich zu ihm hin und fragte kurz und herrisch: „Nun?“ „Herr Brann ist da. Sie hätten ihn für heute bestellt.“— Der Industrielle nahm sodann einen Notizblock zur Hand und sah nach.„Ich lasse vitten!“ Der Diener schien an diesen Ton bereits gewöhnt zu sein. Keine Miene seines bleichen Gesichtes zuckte, als er sich verneigte und verschwand. Klaiber machte noch rasch einige Notizen und schien den Besucher nicht zu bemerken, der in einiger Entfernung des Schreibtisches stehen geblieben war. Dann stand der Industrielle auf:„Ah, da sind Sie ja! Schön! Nehmen Sie Platz!“ Er kramte in einer Mappe und holte einige Schriftstücke hervor. Während er darin blätterte, beobachtete er Braun unausgesetzt. Das war ein breiter untersetzter Herr; auf einem gedrungenen Nacken saß ein massiger Schädel, dessen Haare sich schon zu lichten begannen. Bei jeder Bewegung der Arme merkte man das Spiel der kräftigen Muskeln. Man hätte Braun für einen Preisringer halten können. Aber in den graublauen Augen leuchtete so viel Gutmütigkeit, daß Klaiber sich sogleich schlüssig war, wie er ihn zu behandeln hatte. Er ging bei solchen Unterredungen indi viduell zu Werke. Ueber das Gesicht des Industriellen glitt ein behagliches Lächeln.„Sie rauchen doch, Herr Braun?“ fragte er und reichte ihm die Kiste mit den echten Importen hin. Während der Besucher sich das aromatische Kraut entzündete, hatte Klaiber sich erhoben. Er lehnte sich an den Schreibtisch und schlug ein Bein übers andere. Wer ihn so sah, mußte unbedingt Vertrauen zu ihm gewinnen, er war wie die Verkörperung der durch Froh sinn verschönerten Biederkeit. „Ja, Herr Braun, Ihr Projekt ist wirklich eine ganz große Sache. Stellen Sie sich doch mal vor, was es bedeutet, wenn wir plötzlich von den altbewährten Methoden der Stahlfabrikation abweichen wollen! Ich glaube, Sie erkennen selbst, welche Schwierigkeiten das haben muß. Und wenn auch Ihre Berechnungen und Proben noch so günstig lauten, so wird sich wohl schwerlich jemand finden, der es mit Ihrer Erfindung wagen möchte. Wenn sie sich in der Praxis nicht bewährt! Dann sind große Summen nutzlos vertan!“ „Aber sie wird und muß sich bewähren!“ erwiderte Braun. Klaiber lächelte so freundlich, als hätte ihm die Zuversicht des Erfinders außerordentlich wohlgetan:„Sehen Sie mal. Herr Braun, das sagt schließlich jeder Erfinder, nicht wahr, sonst wäre es ja Blödsinn, daß er sich damit abrackert und Geld und Zeit dafür opfert. Ich persönlich bin ja überzeugt davon, daß Ihr Plan realisierbar ist. Aber ich bin nicht soweit Fachmann, daß ich meine Ansicht als maßgebend dem Direktorium unserer Werke vorlegen könnte. Ich muß Ihnen offen gestehen, daß man Ihrer Ansicht sehr skeptisch gegenüber getreten ist. Da habe ich so ein Gutachten liegen, es stammt von einem unserer tüchtigsten Ingenieure und besagt, daß es doch zweifelhaft erscheine, ob die von Ihnen erfundene Verbesserung in der Stahlfabrikation nicht mit so vielen Unkosten verbunden sei, daß eine nutzbringende Verwertung dadurch illusorisch gemacht wird. Bitte, lesen Sie das Gutachten selbst!“ Er reichte Braun ein ziemlich umfangreiches Schriftstück Verteilung von Feldpostsendungen. 2 Brotkrumen in den Taschen zusammensuchen müssen, macht es einen sehr schlechten Eindruck, wenn Brotreste auf den Straßen liegen oder sonst verkommen, die von den Schulkindern weggeworfen sind. Die Eltern sollten den Kinha Matrhr Pohlschröder u. Co. hierselbst, in der jetzt Betten für das Militär angefertigt werden, brach gestern abend ein grötzerer Brand aus. Dem energischen Eingreifen der städtischen Feuerwehr gelang es, das Feuer zu lokalisieren, Are a A nach ein paur Tagen immes um, um unseren Verrieb nach vorn zu verlegen. Der deutsche Kaufmann ist von jeher als entgegenkommend und zuvorkommend bekannt, und wir halten diese Prinzipien auch im Verkehr mit der französischen Kundschaft aufrecht. hin und entzündete sich während dieser Zeit eine neue Zigarre. Dann wanderte er langsam in seinem Arbeitszimmer auf und ab. Klaiber schien es durchaus nicht eilig zu haben, er störte den Lesenden mit keinem Wort. Braun ließ das Schriftstück sinken und starrte enttäuscht vor sich. Die Zigarre war ihm ausgegangen. Vor Erregung standen ihm die Schweißtropfen auf der Stirn. Seine schönen Hoffnungen schienen vernichtet zu sein— wieder einmal! Denn das, was er hier las. hatte er mehr als einmal zu hören bekommen. Da war er durch einen jungen Bekannten darauf aufmerksam gemacht worden, sich an den jungen Klaiber zu wenden. Der habe für alles, was Geschäft sei, eine feine Witterung. Und nun war auch dieser Schritt anscheinend vergeblich. Denn, daß Klaiber auf dieses Gutachten hin nichts von der verbesserten Stahlfabrikation wissen wollte, verstand sich eigentlich von selbst. Karl Heinrich Klaiber beobachtete Braun mit allen Zeichen herzlicher Teilnahme. Er ließ sich wieder in seinem Sessel nieder und stützte den Kopf in die Hände, als müsse er noch einmal den Fall überlegen. Schließlich meinte er:„Man könnte es immer hin auf einen Versuch ankommen lassen— wenn Sie nicht gar zu hohe Bedingungen stellen! Sehen Sie mal, es ist für uns ein großes Risiko, die Proben werden viel Geld verschlingen und ob sie sich bewähren, ist ja leider fraglich. Was meinen Sie wohl: unter welchen Bedingungen könnten Sie uns Ihr Patent überlassen?“ Braun war wie aus den Wolten gefallen. Diese Wendung hatte er nicht vermutet. Der Uebergang aus tiefster Mutlosigkeit zu kühnen Hoffnungen war so unvermittelt, daß es ihm ganz wirbelig im Kopfé wurde. Natürlich hatte er schon früher an die Bedingungen ge dacht. Als er mit seiner Erfindung im reinen war, da meinte er nichts anders, als daß Ströme von Gold sich über ihn ergießen müßten. Diese Hoffnung war im Laufe der Zeit immer kleiner geworden. Mußte er nicht fürchten, daß man sein Projekt glatt ablehnte, wenn er gar zu viel forderte? Das tragbare Feldtelephon. Gin Divisionspfarrer an der Front. Anderseits hatte er für seine vielen Versuche so viel Geld geopfert, daß er in die peinlichste Verlegenheit geriet, wenn er nicht endlich irgend welchen Nutzen aus seiner Erfindung ziehen konnte.(Fortsetzung folgt.) Unterm Weihnachlsbaum. Novelette von Erika. (Schluß.)(Nachdruck verboten.) erst gegen Ende des Jahres kehrte Angela zurück. Sie hielt sich streng abgeschlossen von allem Verkehr. Besuche wurden nicht angenommen, noch irgendwo abgestattet. Der einzige Verkehr, den sie unterhielt, war der mit ihrem Vermögensverwalter und dessen Familie. Zwei Jahre waren seit der Trennung von Doktor Hermann verflossen, als Angela in der Familie des Justizrates eine junge Dame, Frau Ermes, kennen lernte. Diese war mit den Töchtern des Hauses eng befreundet. Eines Tages kam man auf eine Notiz in der Zeitung zu sprechen, nach welcher ein junger Mann sich beim unvorsichtigen Hantieren mit einer Pistole schwer verletzt habe. Auch hier war der Notiz die Bemerkung beigefügt, daß die Untersuchung wohl ergeben werde, ob ein Unglück oder ein Selbstmordversuch vorliege. Erregt meinte Frau Ermes. dergleichen Verdächtigungen unterblieben besser, sie wisse aus eigener Erfahrung, wie die Betroffenen oft unschuldig darunter leiden müßten und erzählte zur Bestätigung dessen, wie ihr Mann, als er noch ihr Bräutigam gewesen, einen Unfall durch einen elektrischen Wagen gehabt und damals als wahrscheinlicher Selbstmordversuch dargestellt worden sei, wie ihr dann der Vater den Besuch des Kranken, auch jeglichen Verkehr mit ihm aus diesem Grunde untersagt habe.„Denken Sie sich meine damalige bis zum äußersten gesteigerte Angst. Ich hätte mich zu Tode geängstigt, wenn nicht der behandelnde Arzt ein menschenfreundlicher Herr gewesen wäre. Er versprach mir, jeden Abend, wenn er von der Klinik käme, Nachricht zu geben. 2 dem tief verschneiten Gelände ist mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Solange die Russen nicht im Besitz des Dukla=Passes sind, kann von einem wirkungsvollen Einfall in Ungarn keine Rede sein. In Serbien bereiten die Oesterreicher, wie zuInf.=Regt. Nr. 65 Cöln: Hptm. d. R. Oppen= Höxter— verwundet. Res.=Inf.=Regt. Nr. 6 Glogau, Görlitz u. Muskau: Unteroff. Friedr. Breuker=Sandebeck-gefallen, Wehrm. Josef August Trope=Lügde —gefallen. Inf.=Regt. Nr. 15 Minden: Musk. Franz Beimling=Driburg—bisher arallan Die furchtbaren Verwüstungen in ganz Polen. * Amsterdam, 8. Jan. Der„Telegraaf“ meldet aus London: Wie aus Petersburg berichtet wird, hat das Duma=Mitglied Ognerf die ganze Gegend in Polen zwischen Qndz und Marschau hosucht und darüher einen Bericht des Staates Washington alle Vorbereitungen vollendet zur Fertigstellung eines großartigen schwimmenden Zirkus nebst Menagerie, um damit alle Gewässer zu befahren, auf denen sich überhaupt ein dankbares Publikum erreichen läßt. Dies bietet vor allem den großen Vorteil, daß der Zirkus zu allen Zeiten des Jahres Geschäfte machen kann, entweder im Norden oder im Süden, was bisher für ein derartiges Unternehmen äußerst schwer zu bewerkstelligen war. Der ganze Bau ist als großes Schiff ausgelegt mit reichlichem Raum für die Zuschauer, die Zirkuskünstler, die ganze Bedienungsmannschaft und die Tierwelt.„Noahs Arche“ wird er genannt, obschon natürlich nicht jedes Tier darin vertreten ist, wie in jener. Die Menagerie ist jedoch so vollständig, wie nur irgend eine, und es ist Alles da, was überhaupt für die Zwecke eines Zirkus in Betracht kommt. Die Länge des Schiffes wird auf 535 Fuß angegeben, die Mittelbreite auf 80 Fuß. Letzteres gilt indes nur, wenn die Arena geschlossen und das Schiff reisefertig ist. Für Vorstellun gen werden die Verdeckhäuser zu beiden Seiten des Hauptdeckes durch ein besonderes, sinnreiches Arrangement unter die Sitzreihen geschoben, und letztere können, durch starke Kranstützen gehalten, noch über den Schiffsbord hinaus zu beiden Seiten aufgeschlagen werden. So gewinnt man einen Raum von insgesamt 125 Fuß Weite und 350 Fuß Länge. 7500 Personen können Sitzplätze haben; und doch bleibt für die Aufführenden noch ein Platz von etwa 300 Fuß Länge und 50 Fuß Weite. Da das Schiff durch Petroleum=Motoren bewegt wird, so braucht man keine Schlote, und das Publikum hat nach allen Seiten eine unbehinderte Aussicht auf die Vorstellungen. Auch sonst sind manche Versperrungen und Unzuträglichkeiten aufgehoben, welche von Kohlenfeuerungsdampfern unzertrennlich sind. Es braucht kaum besonders erwähnt zu werden, daß„Noahs Arche“ bald alle wichtigeren amerikanischen und europäischen Hafenplätze wird kennen lernen.— Jetzt fehlt nur noch ein Zirkus in einem riesigen Lenkluftschiff. O. Der pfeifende Baum. In Nubien wächst ein Baum, dessen eigentümliches Pfeifen in Aesten und Zweigen vom Winde verursacht wird. Sein lateinischer Name ist deshalb fistula— Pfeife—, und auch sein arabischer Name soffa bedeutet dasselbe. Er beherbergt eine Menge von Insekten, die seine Aeste anbohren, um darauf ihre Eier zu legen. Die ausschlüpfenden Nachkommen lassen tausende von kleinen runden Löchern zurück. Diese benutzt nun der Wind als Flötenlöcher. Von den Kasuarien in Australien, deren hohle Nadeln im Winde erklingen, sagt der Naturforscher Dr. Schnee: Niemand, der, wie ich selbst und meine Reisegefährten unter diesen kieferähnlichen Bäumen weilte, wird den Eindruck vergessen können, den ihr zartes Klingen auf sein Gemüt machte. Vor allem eigentümlich stimmten uns diese singenden Töne des Nachts am Lagerfeuer. Dann gaben sie der tiefen Ruhe ringsum und der weiten Landschaft, die vom sanften Mondenscheine übergossen wurde, etwas eigenartig Märchenhaftes. J. B. Aerzte und Patienten. Drollige Vorkommnisse aus dem ärztlichen Leben erzählt ein deutscher Mediziner in einer amerikanischen Zeitung: In meiner Sprechstunde hatte ich einen Landmann beraten und forderte drei Mark dafür. Da, nach Erlegung dieses Obolus, warf mir der Biedere mit Gönner miene noch ein Fünfzigpfennigstück zu und erläuterte diese auffallende Freigebigkeit mit der wohlwollenden Bemerkung:„Weil ik mit Sei tofreden bin“. Ich hütete mich natürlich sehr, hier den Stolzen zu spielen, steckte vielmehr sotanes Trinkgeld ein, bedankte mich für das ehrende Vertrauen und bielt mich auch ferner bestens empfohlen.— An der Nachtglocke einer Apotheke wird heftig gezogen:„Für 20 Pfg. Pfefferminztee! Mein Junge hat so'n Leibweh.“ Der schlaftrunkene Provisor begibt sich an das Abwiegen des heilkräftigen Krautes.„Sagen Sie mal,“ wird er gefragt,„ist auch Kamillentee für Leibschmerzen gut?“— „Jawohl“, erwidert der gefällige Provisor,„Kamillentee ist auch gut.“—„Na, dann danke ich schön, Kamillenthee habe ich zu Hause. Adjüß!“— Ein bekannter Wunderdoktor und Kurpfuscher verdankte seinen Zulauf ganz allein seiner absonderlichen Methode, aus der Beschaffenheit des übersandten Nackenhaares die Diagnose zu stellen. Nebenbei gesagt, liegt auch in diesem Haufen Unsinn ein Körnchen Wahrheit verborgen, insofern nämlich, als das Haar allerdings bekanntlich von der allgemeinen Ernährung beeinflußt wird. Haare werden grau, Haare verändern ihre Struktur, alles infolge von Ernährungsstörungen. Von einem Wundermann erzählt man sich Folgendes: Einstmals habe ein Besitzer und Nachbar ihm seine Nackenhaare übersandt, aber der Bote habe sie verloren, und um sich aus der Verlegenheit zu helfen, einem ihm auf der Landstraße entgegenkommenden Ochsen einige entnommen und sie dem Kurpfuscher überbracht. Dieser betrachtete sie aufmerksam und sagte:„Dat is sehr bedenklich. Seggen Se Ihrem Herrn, dat he an groten Ossen wär.“ B. * ( Magisches Sahlenqnadraträtsel. Die Zahlen von 1 bis 25 sind auf die Felder nebenstehenden Quadrats derart zu verteilen, daß die Summe der Längs=, Quer= und Diagonalreihen stets 65 ergibt. Logogriph. Mit H ein Säugetier, Mit L eine Stadt, Mit M ein Teil am Menschenkopf, Mit S eine Meerenge. Die besten Freunde, die wir haben, Sie kommen nur mit Schmerzen an, Und was sie uns für Weh getan, Ist fast so groß wie ihre Gaben; Und wenn sie wieder Abschied nehmen, Muß man zu Schmerzen sich bequemen. Aus folgenden 25 Silben: ko fes li e ra piä tis ei ur rüt der sen tung il Ro kunde to tes sel Zan ma de ko ab hawk sind elf Worte zu bilden, deren Anfangsbuchstaben, von oben nach unten gelesen, den Namen eines beliebten Dichters ergeben und die Endbuchstaben, von unten nach oben gelesen, das bekannteste Werk dieses Dichters bezeichnen. Die Worte haben folgende Bedeutung: 1. Bauwerk. 2. Ort in der Schweiz 3. Nagetier. 4. Altgriechische Stadt. 5. Fisch. 6. Stadt. 7. Säugetier. 8. Schriftstück 9. Waffe. 10. Metall. 11. Baustil. Bomongm. Der Kranke, der nimmer genesen mag, Der wünscht es sehnlich von Tag zu Tag. Doch der, der dies liest, so gesund er auch sei, Ich wette, auch ei, er wünscht es herbei. Bilderrätsel. Auflösung der Rätsel in nächster Nummer. Auflösung der Rätsel aus voriger Nummer: Schachaufgabe: 1. Se2—d4, Ke5xd4, 2. La3-b2 matt. 1., f5—f4, 2. Dh6Xh8 matt. 1. Lc8-b7(d7), 2. S d4—f3 matt. Dh6 Lh8—f6, e3 matt. 1...., beliebig, 2. S d4—c6 matt. Buchstabenversetzungsrätsel: Unart, Unrat, Natur. Silbenscherzrätsel: Ohrfeige.— Sachrätsel: Flügel. Kryptogramm: Man lese abwechselnd den letzten, den ersten den vorletzten usw. Buchstaben und erhält dann: „Kindliches Vergnügen“. Nachdruck aus dem Inhalte dieses Blattes verboten.— Redigiert unter Verantwortlichkeit des Herausgebers. Herausgeber und Drucker: Chr. Münstermann in Gelsenkirchen. )