8 91 errhient oie Nreice, an drr: olue rt. lupt ein Imt riment are Wullenmmmpes für aufs Seut ahe Wroislormi unnoen kann, Monhere Beachlung. Du das Uichen der Temotratte sede Dutatur aueschließt, mind der Ginfluß der Arbeiterschaft auf den Runchunk genau so groß sein wie ihr Einflug auf die Regierung oder in idr. In dem Maße, wie das geschicht, wird der Rundfunk zwar nicht ein Instrument Klassenkampfer werden— dazu ist es als Staatsmonopol nicht gerigne!—, wohl oder wird er der Arbeiterbewegung und dem Sozialiemus den Platz einraumen, auf den sie ihrer Kraft und Starte und geniigen Bedeutung nach Ampruch haben. Das ist das Ziel, für das wir anbeiton müssen, das besonders auch dei jungen Kampfergeneration ungoohnte Petspektiven für zielbewußte und damit erfolgversprechende Werdearbeit eroffnet. Darum m es ein Gebot der Stunde, daß neden UnterHaltung und vollsdiidnerischen Vorträgen auch die Politit medr als bisder zu Worte kommt. Denn es ist notwendig, daß gerade in Deutschland der Rundfunk durch seine politische Haltung in destimmten Dingen mit dem torichten und spirzzburgerlichen Urteil von der polittichen Latigkeit als einer nichtkulturellen Betatigung auf raäumt. Ptolitik m sochet eine der wichtisnten und wesentlichtten kuldurellen Betatigungen. Und in einer Epoche, in der vielleicht Liol#tn das Schichal ist und wo der Rundsunk gerade als kunstberinder Rundfunk aktuell sein muß, die Politik ausmoperren, aure aucd vom Standpunkt der reinen Kutturdetrachtung aus abulehnen. Der Kundfunk als staattiches Monopol hat das Prinzip der Neutraltdat, und dieses Prinzip kommt immer in gewissen Untange zum Lestehenden zugute. Es läßt keinen Raum dotur, den Rundfunk für das eigentlich Umsturzende zu verwenden. Den Rundsunk agidatorischen Veranstattungen der extremen partcipolituchen Richtungen preiegeben zu wollen, diepr, der partcipolitischen Verdetzung das Wort reden. odwohl man sich denken kann, daß eine ganze Mange Hörer, auch wenn iur parteipolitisch ganz anders eingestellt sind, ein Interesse deran baden konnten, den sonst im Verdorgenen ledenden Fuhder dei Deutecdnationalen Partei, Herm Gedeimrat Hugenderg. zu horen und sich so ein Bild von ihm zu mochen. Wenn Pont Auttur i und alle Rulturdemegung und neue Micht zufuhrt, werden wir uns auch zu der Ersadrungs##nache dekennen mussen, daß auch umgekehrt neue Kultur nur aus Machtgotttionen beraus gemnnen wird. Genade bei einer Bewegung wie der iazialistiichen Ardetterbewagung, die nicht an sertigen Lielit und an adgenbiossene Bildung auknupft, sondern die sich beides ent durch politüche Mocht zu schoffen dat, in soiche Ermadlung wichtig. Auf welchem Wioge diese Macht gewonnen wind, m nicht so ent#cheidend wir die Tatzache, daß wir üder Machtmittel, uder Einslußmaglichkeiten verrugen. Denn wir mussen uns aucd deim Kundfunk sagen, daß er als ein Instrument hinein#ettellt in in dietes Jahrdunderts Entscheidungen. eu denen wit steden. Wir mussen auch deim Rundaaf bateu Deulen das wit wahrscheinlich der gtoßen und enticheidenden Auseinanderegung aw!iden Rapitalismus und Sozialismas goch in diesem Johrdundert enigegen9eden weiden. Bei dieter Entscheidung dandelt es sich um em gewolltes Ringen zwrier Prouzipten. Auf diesem Arcche gedt er nur entweder ein Vorwartgpohen odrt ein Jul. durwor. Anweiden auch aus den Liontionen, die wir#hon innehden. umere Rundrunkpot###k ist auf die„Pause“ in den gioßen einande rckungen, in denrn wir steden, einmnstellen. Auch wit wen auf dem Boden der jei#den Moglichkriten um jede kleimte Tichtion des Alllags kompfen, üderall des Geyedene beachten dus Grrechdan zu errinden uchen. Aür mussen uns dode: dere tdatten für spatere gropere Entscheidungen, die komwerden und bei denen es sic nicht dion um die Estaltung non JJudraedaten oder eines Javrdunderts, sondern um die Erituag von annzeu fommenden Jadrdunderten dandein win Josef Cricheafi. 300000 oraanisierte Alkoholbchner in Deutschland ### Fehntellungen, die die Deutiche Reichsdountstelle gagen den Alkodol#mus in ihrem sorden enchienenen Gechntsdr:scht vententlicht. i der###denmrcge Stand der engantherten Attodolp###nerdewegung auf rund N 000 Mitglieder zu de Mern. und zwar auf 18 00 ermachene und 34 000 jugendsiche Attt neuten. Die gaöhte Mizgliederzohl an erwichenen A###tigenten zndlt mit 50 000 der A#nriduß für Entdaltsamtett und Volt mod frhrt Nachst iom erlcheint der Deutiche Gutompictorden mit 10 500 ermachenen und 10.350 jugendlichen Kreugbund, Reichoverband abstinenter Kathollken, auf. A.s Kinderobteilung des Kreuzbundes zahlt der Aufrechtenbund 45000 Kinder zu seinen Mitgliedern. Zu den alkoholgegnerischen Verbanden gehört auch die Heilsarmee mit zusammen uber 26000 obstinenten Mitgliedern. Der Quickborn hat 2000 Enwachhene und 4000 Jugendliche, der Jungborn 1000 Erwachsene und 2000 Jugendliche zu Mitgliedern. Der Deutsche Aobeiterahstinentenbund weist über 3000 Mitglieder auf. Insgesamt ist ziffernmäßig der Stand der Vorkriegszeit bieger noch nicht erreicht. Kries und Friede Ich stand an eines Gartens Rand Und schaute in ein herrlich Land. Das, weit geländet, vor mir blüht, Drin heiß die Erntesonne Und Arm in Arm, es war lein Traun Mein Wirt und ich am Apfeldaum, lauschten einer Nachtigall, Und Friede, Friede überall.— Ein Jug auf fernem Schienendamm Kam angebraust. Wie zaubersam! Er brachte frohe Menschen her Und Güterspenden, segenschwer. Einst sah ich den metallnen Strang Zehdört, zerrissen meilenlang. Und wo ich nun in Blumen stund. Var damals wild zerwuhlter Grund. Der Sommermorgen glanzte schon Wie heute; glivzernd von den Hohn. „Den ganzen Tag mit Sack und Pack“, Brach nieder aus Verhau, Verdack Zum kühnsten Sturm ein weißes Meer, Des Feindes wundervolles Heer. Ich stützte, wie aus Erz gezeugt. Mich auf den Säbel, vorgebeugt, Meit weiten Augen, offnem Mund, Als starrt“ ich in den Höllenschlund. Nun sind sie da!„Schnellfeuer!"„Steht!" Abte doch im Rauch die Fahne weht! Und Mann an Mann, dinauf, hinad, Und mancher sinkt in Graus und Grad Zu Boden stür?' ich, einer sticht Und zerrt mich, ich erraff mich nicht Und um mich, vor mit, unter mir Ein furchtdar Ringen, Gall und Eier Und uder unserm misten Knaul Lammt sich ein scheu gewordner Gaul. Ich sei der Vorderdufe Bitz, Blutfestgetrockneten Sporenritz. Den Gurt, den angespritzten Kot, Der aufgedlahten Runern Not. Und zwischen uns mit Klang und Kting Platzt der Granate Enenring Ein Drache drallt, die Erde birst. Einsallt der Weltenhimmelfirn Es achzt, es stobnt, und Schutt und Staub Umdullen Tod und Lordeerlaud Ich stand an eines Garten Rand Und schaute in ein herrlich Land, Das ausgebreitet vor mit liegt. Vom Friedenssächer eingewiegt Und Arm in Arm, es ist kein Ttaum. Mein Wirt und ich om Apseldaum, Wir lauschen einer Nachtigall. Und Rosen, Roien überall Detleo v. Liliencron. Die Jorgen der Jugend Auf der Weltkonseren; der Amca, der internationalen Vereinigungen christlicher junger Manner, wurde die Frage gestellt, welches das dringen#d#te menchliche Pradiem der heatigen Ingend bei. Von den 50 Gruppen, in die die Konserenz eingrteilt war, nannten 25 das sexvelle Prodeim an erner Steile. 17 weitere Gruppen an zweider Stelle. Die zweite Stelle naym das Prodiem Krieg und Frieden emn. Halbmonatsschrift für die arbeitende Jugend Nr. 20 November 1930 Jozialistische Feierstunde Wir geloben! Zum 9. November. Revolutionen zeugen von dem ungeheuren Krafigefühl der Seele des einzelnen Menschen. Er lebt lange Jahre friedlich dahin. Jahrzehnte, Jahrhunderte. Doch dann debt eines Tages die Seele, dann schaumt sie über, und wir ahnen unermeßliche Tiesen. Der Mensch ist nicht so, wie er im Alltag scheint. Da im Nevolutionären erkennen wir seine tiesste Seele. Da zeigt er die Urkraft von sich selbst Ein Bulkan ist der Mensch, und wer nicht rechnet mit der vulkan schen Tiefe seiner Freiheit, der rechnet falsch. Und wenn Millionen, verirrt, mißleitet, heute dem Kraftwort vom starken Manne folgen: die Fülle persönlicher Kraft und perönlichen Wollens ist nur in jedem einzelnen Renschen selbst. Nur Demokratie ist der politische Rahmen, der die vulkanische Tiese ungehindert hervordrechen läßt als unbehinderte Freiheit des einzelnen. Frei sein! Seit Jahrtausenden besungen! Jetzt vom Volke politisch erkannt! Die Demokratie ist der politische Boden der Freiheit. Und einer großen Revolution der Freiheit gedenken, heißt, geloben, gerade heute: Wir hüten und schützen die Demokratie! In ihr sind wir frei. In ihr atmet der Freie die Luft der Freien. Nur Demokratie kann der Feuerseele des stolzen Menschen, der trotzige Feis seiner Freiheit sein. Dr. Gustao Hoffmann. Der Tukunftsstaat Der Zukunftsstaat spielle im Denken der Massen vor dem Kriege eine große Rolle. Es war ein Wort von eimachem Klang, das aber in den geplagten Menichen des schaffenden Volkes ein Stuck Lebensglauben bedeutete. Der Zukunftsstaat war den Massen ein Ideal, das Augen leuchten ließ. Das sie zu unermüdlicher Kleinarbeit antrieb und zu großestem Opfer und das immer weitere Massen neu in seinen Bann gezogen dat. Wir gehen nicht fehl, wenn wir annehmen, dag dieses Ideal, das als„Freiheit, Gleichheit und Bruderlichkeit“ immer einen Ausdruck fand, zum erheblichen Teil an dem gewaltigen Aufstieg der Sozialdemokratischen Partei mitgewirkt hat. Wir haben das Wort vergessen, aber ist das Ideal nicht das gleiche wie vor? Ilt Sozialdemokratie nur Politik des Tages? Ist sie nicht auch Kampf für den neuen Tag? Für die neue Ordnung? Die Ordnung, die da einmal Freiheit, Gleichheit und Bruderlichkeit möglich machen soll? Gerrde die Massen von heute haben ein Ideal notig, an dus sie glauden. Das ihnen Hoffnung ist und Mut gibt und Kraft. Und besonders die Jugend hat gerade heute ein Ideal notig, für das sie sich begeistern kann. Und das Jdeal ist auch da. nach wie vor. Bei uns. Warum leuchtet es nicht mehr wie einst als Gleichheit, Freiheit und Bruderlichkeit immer und überall voran? Wir haden in der Verteidigung der positiven politischen Leistungen umerer Partei das Ideal m sehr unter den Scheff#l gestellt. So kommt es, daß viele dei uns etwas vermissen, daß viele den Kündern des„Dritten Reiches" folgen und große Teile der Jugend vergeblich irren, weil sie nicht wissen, daß wir das bieten, das ihnen Bedürfnis ist. Wir tragen die Weltidee der Freiheit! Unser Kompf hat einen großen sittlichen Sinn! Unser Ringen gilt einem heiligen Ideale der Menschheit!„Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit!" Durch die Jahrzehnte klang es als Sehnen und Glauben. Im harten Kampfe des heutigen Tages gebe uns dieses Ideal des Sozialismus die Kraft der Treue und der Solidarität! Proletarier aller Länder seid einig! Wir wolfen Jaten sehen! Mehr Jugendschutz— eine deingende Aufgabe des neuen Neuchetager. Im Wahlkamof ist um keine Altersgruppe der Wahlerschaft so eindringlich geworden worden, als um die Jungwähler. Eine wahre Flut von Reden, Ermahnungen und Aufrufen „an die deutiche Jugend“ haben wir über uns ergehen lassen müssen. Manches las und horte sich ganz nett an, einiges war wohl auch aus ehrlicher Sorge um die Zukunft der jungen Generation geboren, das meiste aber war billiger Wortschwall, mit dem man die rebellierende Jugend besänftigen und noch einmal für sich gewinnen wollde. Da sind der Jettsrbewußton" Jugend wahre politische Wunderdinge versprochen worden. Manchmal konnte man zu der Meinung kommen, daß eine Verjüngung der Parlamentarier der Zauberstab sei, mit dem sich alle unsere Nöte wegheren lassen. Da wurde die„entgötterte“ Jugend von Arthur Maraun bis Adolf Hitler in einem nicht zu überdietenden Maß vergottert als die neue, junge Front, die allein den Weg zur Schonheit aufbrechen könne. Das war alles vor der Wahlentscheidung. Die Wahl ist gewesen. Da tritt die„realdenkende" Jug##d mit der nüchternen Frage vor die neuen Abgeordneten, wann und wie alle die Versprechungen an die Jungen eingelon werden sollen. Im Vordergrund stehen auch hier die sozialen Probleme, steht die Frage nach einer Minderung der sozialen Not der Jugend. Einige Tatsachen sollen nachwersen, daß es eine solche Not gibt und daß sie am schwernen auf der proletarischen Jugend lastet In Deutschland gibt es nach den Ergednissen der Volkzzahlung vom Jahre 1925 etwa 9•2 Millionen Jugen#liche zwischen 14 und 21 Jahren; sie setzen sich zusammen aus 5.1 Millionen Jugendlichen zwiichen 14 und 18 Jahren und 3.86 Mill ionen Jugendlichen zwischen 18 und 21 Jahern; sie bilden 11.6 Prozent der Gesamtbevolkerung. Die Jugendlichen sind in ubergroßer Mehrzahl erwerbstätig. Eine Reichskatistik gibt es darüber nicht. Es ist aber zn Beispiel festgestellt worden, daß im Freistaat Sachsen von 100 männlichen Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren 88 und von 100 weiblichen Jugendlichen der gleichen Altersgruppe 783 erwerbstätig sind. Für Baden sind die Zahlen 80.3 und 713. Die Ledensverhältnisse der proletarüchen Jugend sind schlecht. Schon im Kindesalter muß sie die welfache Not der arbeitenden Menichen erleiden. Nach Feststellungen des deutschen Roten Kreuzes waren von 485 000 Beriner Kindern 29000 tuderkulös, 72.000 krank und stark untere. nährt, 120 00 überhaupt unterernädrt. In Düren veranstaltete eine Schule eine Umfrage unter 90 Schulmadchen und stellte dabei fest, daß von diesen Kindern 482 mie ernen Tropsen Milch getrunfen hoden. Dazu kommen die surchtdare Wohnungsnot, BettenS. 8 hoon 14rabe. Die Schulentlassunn bedeutet für die meisten Arbeiterkinder mut einen Wechsel in der Art der Arbeit, ihrer korperlichen und spolischen Note; denn für sie folgt aus hartem, unentrinnbarem Zwang unmittelbar auf die Schulzeit das Erwerbsleben, und diejenigen Jugendlichen rechnen schon zu den Bevorzugten, denen es möglich ist, eine Lehrstelle anzutreten, einen Beruf zu erleinen. Jahllose andere müssen ihre Berufswünsche aufgeben, weil die Not des Elternhauses von ihnen fordert, daß sie zum Untechalt der Familie beitragen. Rücksichtslos werden die wachsenden Proletarierjungen und ##ädchen, die dringend einer Schonzeit für ihre körperliche und geistige Entwicklung bedürfen, hineingestellt in das Getöse der Maschinensäle, in die Hast der Waren= und Kontorhäuser, in die gefahrvollen Arbeitsstätten der Erz= und Kohlenförderungen, in das tausendfache, aufreibende Treiben des modernen Wirtschaftsledens. Nun wäre jetzt noch Zeit, wirtschaftliche Interessen und die Erfordernisse einer gesunden Entwicklung der Jugend zu vereinbaren durch einen ausreichenden Jugendschutz. Den gibt es aber noch nicht. Im Gegenteil, die Jugendlichen und heute in bezug auf die Arbeitsverhältnille vielfach schlechter gestellt als die erwachsenen Arbeiter. Nehmen wir zuerst die Arbeitszeit. Von einem allgemeinen Achtstundentag für die Jugend kann keine Rede sein. Das ist besonders deutlich geworden durch Erhebungen des Reichsausschusses der deutschen Jugendverbände, die im Frühjahr 1927 gemeinsam mit den Berufsschulbehörden der Länder durchgeführt wurden. Es wurden rund 250000 Jugendliche in allen Teilen des Reiches. in Groß=, Mittel= und Kleinstädten und in Landgemeinden defragt. Es sind erschütternde Tatsachen, die durch die Antworten der Jugendlichen festgestellt wurden. Von rund 90000 Jugendlichen, die die Frage nach der Länge chrer wöchentlichen Arbeitszeit beantworteten, hatten nur 63 Prozent eine 48stündige Arbeitszeit, 292 Prozent arbeiteten zwischen 49 und 60 Stunden in der Woche und 7,8 Prozont mußt#n mehr als 60 Stunden wöchentlich arbeiten. Roch schlimmer ist es bestellt mit den Urlaubsverhältnissen der Jugend. Von rund 107000 Jugendlichen hatten 23.1 Prozent überhaupt keinen Tag Urlaub im langen Arbeitsjahr. Einen ausreichenden Urlaub von mehr als acht Togen hatten nur 15 Prozent. Nicht einmal die Sonntagsrade der Jugendlichen ist allgemein. Von 103 044 männlichen Jugendlichen maßte jeder achte und von 54 661 weiblichen Jugendlichen jede siebente Sonntagsarbeit leisten. harbeen— bie Arbeitslosen. Gegmingene rnßen weillen sie ihre Hande, die sich nach Betätigung sehnen, in den legen. Gezwungenermaßen mussen sie herumbummeln, wo ihr junger Tatendrang Leistungen vollbringen möchte. Richts kann den Unsinn der kapitalistischen Wirtschafts ,ordnung" eindrucksvoller darstellen, als die überlange Arbeitszeit jugendlicher Arbeiter und Lehrlinge auf der einen und die Arbeitslosigkeit Jugendlicher auf der anderen Seite. Hier gehen junge Menschen zugrunde aus mangelnder und dort aus allzu vieler Arbeitsleistung. Nach gewissenhaften Schätzungen gab es im Spatsommer 1930 an die halbe Million jugendliche Erwerbslose, die allermeist weder Arbeitslosen= noch Krisenunterstützung beziehen und so dem großten Elend preisgegeben sind Nicht nur ausgebeutet wird die Jugend. Nach dem Paragraphen 1274 der Gewerbeordnung hat der Lehrherr immer noch das Züchtigungsrecht von dem gerade in jüngster Zeit in drutaler Weise Gebrauch gemacht wird. Immer wieder versuchen Handwerksmeister, den Lehrlingen das Recht streitig zu machen, sich nach ihren eigenen Wünschen zu organisieren, obwohl der Artikel 123 der Reichsversassung das Koalitionsrecht unzweideutig auch für Jugendliche und Lehrlinge sicherstellt. Und zu alledem sei hingewiesen auf die Wohnverhältnilse, unter denen die proletarische Jugend so sehr leidet. Durch die erwähnte Erhebung des Reichsausschusses der deutschen Jugendverbände wurde festgestellt, daß jeder 5. Deutsche kein eigenes Bett hat, jeder 10. Jugendliche mit Fremden in einem Zimmer, jeder 200. Jugendliche mit Fremden in einem Bett schläft, jeder 8. Jugendliche in einer übervolkerten Wohnung lebt. Diese Bilder zeigen, daß die soziale Lage der arbeitenden Jugend in der Gegenwart sehr schwer ist. Die Republik hat bisher ihre Verpflichtungen gegenüber der werktätigen Jugend nicht erzullt. Zwar verheißt die Reichsverfassung von Weimar im Artikel 122 der Jugend Schutz vor Ausbeutung, aber diese Verheißung steht bisher auf dem Papier, da fast alle Ausführungsgesetze bis heute sehlen. Der neue Reichstag muß es als seine dringendste Pflicht betrachten, diese Gesetze möglichst bald zu erlassen. Die Jugend hat viele gute Worte gehört, die im Wahlkampf zu ihr gesprochen worden sind: Von der Not unseres Volkes im allgemeinen und von der Not der Jugend im besonderen. Der Worte sind nun wirklich genug gewechselt. Wohlan, jetzt handelt! Die Jugend will keine Erbauungsreden mehr hören, sie will Taten Schweiserfahrt Von einer Sozia. Zwei Motorräder standen uns zur Verfügung. Vier Leute wir, drei Männer und ich als Frau. Am Sonntag, dem 8. August, begann die Fahrt von Essen aus über Düsseldorf, Köln, Kodlenz. Andemnach, die ganze Rheinstraße hinunter. Durch Weinverge. Maisselder und fruchtbare Niederungen gings oder Bingen, Mainz nach Darmstadt. Diese schone##ddlutsche Stadt war in großer, festlicher Aufregung, da sie den erwartete und auf ihren großen Waldwiesen=Plätzen die interdationalen studentischen Sportwettämkpfe dieses Jahres ausgetragen wurden. An der Bergstraße grußte der Melidocus imer noch wie vor Jahren. Die Obstdäume trugen schwer, und dier ist die Natur wirklich ein kleines Parodies. Ueber Heidelberg. Wimpfen, den Reckar entlang, gelangten wir nach Stuttgart, der süddeutichen eleganten Großstadt mit wunderbaren Hochhausern, der vor Jahren erbauten vorbildlichen Weißenhofhedtung. wo Architekten aller Länder trotz individu#llem Bau## ein einheitliches schönes Ganzes schufen, weiter durch heerliche Waldstraßen in Mondenschein üder Bödlingen nach Tübingen, der kleinen, hütschen, immer anziehenden Univer#täts##adt am Neckar. Tags darauf, nach einer idollischen Fahrt durch don Hochwald der Schwavischen Jura, kam die Schweizergrenze in Sicht. Paßkontrolle, und dann weiter nach Schaffhausen mit seinem wuchtigen, gigantischen Rheinfall. Ueber Winterthur kamen wir nach Zürich, mit dem großen, gleichnamigen, wurmartigen See. Es regnete m Strömen und das Befahren der nassen, glatten, engen Asphaltstraßen mit lebhaftem Struhendahndet ried erforderte viel Vorsicht. Obwohl Kälte und Schnee in den Bergen die Ausflügler scharenweise nn die Städte trieb, versuchten wir non trotzdem unser Programm durchzufühfuhren am anderen Tage durch den kühl=frischen Mora Wenselder, Obszgärten, Reinen, hübschen Villen und Sommerfrischen mit entzückenden bunten Blumengärten über den See nach Rapperswil, wo ein großer Damm hinüberführt nach Psaeffikon. Hübsche kleine Bauerndörfer wechselten mit herrlichen Ausblicken auf die verschneiten Bergriesen am Juger See. Das Gewölk lichtete sich, und im Sonnenschein erreichten wir die schöne, alte Stadt Luzern am Vierwaldstätter See, überragt vom grüßenden Pilatus. An der Strandpromenade drängten wir uns durch Engländerinnen und Amerikaner, die mit Baedecker und Lorgnon dewaffnet ihr Programm abgrasten, und fuhren nachmittags weiter am See entlang üder Küßnacht, durch Tell bekannt, nach Gersau, wo wir zur Nacht in einen rudigen Privatquartier blieden. Bezaubernd schön war der See im Mondenschein, flüssiges Silber seine Wellen und hoch oben geisterten einzelne Lichter in den Bergen. Der folgende Tag, ein Sonntag, sah uns auf einer Motondootfahrt über den See nach dem historischen Schwyz, mit seinen engen, winkligen Gassen und seinen kleinen Gasthäusern, in denen die Schweizer Bauern Radaupolitik unter sich trieben. Ein Abstecher zur Axenstraße am Sonntag belohnte uns mit einem interessanten Ereignis des 8. Internationalen Klausenpaßrennen, das der Franzose Chiron (Paris) mit dem großen Bergpreis der Schweiz gewann. Bestaudt, verdreckt und zerschunden begegneten uns Sieger und Besiegte auf unserm Heimwege. Montagmorgen befuhren wir die„berühmte“ Axenstraße. Am still verträumten Urner See entlang mit Blick auf die Uri=Rotstocke, die berühmte TellKapelle und Flüelen kamen wir nach Altdorf, wo Einkäuse getätigt wurden. Erwähnen möchte ich noch, daß wir Vegetarier sind und größtenteils auf der langen, sehr anstrengenden und strapazenreichen Fahrt von Brot, Butter, Obst, Rüssen, Tomaten, Gurken, Milch und etwas Käse lebten, wenn wir nicht in den vorbildlichen Schweizer vegetarischen Gaststätten der größeren Orte aßen. In der Schweiz gibt es überhaupt sehr viele albeholfreie Gemeinde= und Volkshauser, in denen man gut und preiswert essen kann. Jetzt kam der eiste Paß, nämlich OWinen Wberelendine abundlich gesteuert wind. Die Bewegung um mehr Jugendichutz und Jugendrecht hat weiteste Kreise der Bevollerung erfaßt. Sie wind um so schnelder zum Ziele führen, je stärker sich ihr die erwerbstätige Jugend anschließt. Jeder junge Arbeiter, jede junge Arbeiterin, jeder Lehrling sind persönlich beteiligt an dem Kompf für Jugendschutz und Jugendrecht, für ihr Recht, für ihren Schutz Helft durch Eintritt in die Sozialistische Arbeiterjugend, daß die Arbeits= und Ledensverhältnisse der proletarischen Jugend besser Gerden. Rundfunk und sozialistische Kultur Nichts kennzeichnet die Minderwertigkeit der spätkapitabistischen Epoche, in der wir leben, besser als der Gegensatz zwischen höchstentwickelter, fortschreitender Technit und rückständiger Ideologie des herrschenden Bürgertums. Die Symptome hierfür, daß die Bourgeoisie den hochntwickelten Einrichtungen des Kapitalismus ideologisch nicht mehr gewachsen ist, sind zu augenscheinlich, als daß es näherer Beweise hierzu bedürfte. Sie können uns nur noch in unserer Grundüberzeugung bestärven, daß die bürgerliche Kultur eine niedergehende Kultur ist. Im Ausstieg des Bürgertums gab es klassiiche Dichtung und Philosophie, war der politische und weltanschawliche Liberalismus der ruhende Pol in der zeitgeschichtlerischen Erscheinungen Flucht. Heute gibt es innerhalb des kunstlien Lebens eine Fülle von Zersetzungserscheinungen. Hinsichtlich der Weltanschauung sehen wir das Kokettieren des Burgertums mit allerhand Nomantizismen und in der Politik das Liebäugeln mit dem sogenannten faschistischen Mythos. Immer mehr wie der Kapitalismus zum Riesen mit vergreisendem Gehzrn. Diese allgemeine Grundgesetzlichkeit von dem beginnenden Verfall bürgerlicher Kultur beweist am besten der Werdegang des Kinos, dieser Welt innerer Verlogenheit, der bewußten Ablentung, in der das an den Haaren herbeigezogene happy end jeden Ansatz zur Wirklichkeitsgestaltung zermalmt. Auch der Rundfunk entsprach anfänglich bezüglich seines Inhalts der Sinnesart spätkapitalistischer bürgerlicher Kultur. Es wurden gehaltlose Unterhaltungsstosfe auf der einen Seite und historischer Ballast auf der anderen Seite ausgegriffen, veine UnterGereft#nem ao1: leichter JTenden, iimn Jecr biet undelichi.: 1va. bittonelies Bilbundrcut det Hörermusse pretientiert. 83 1— Einfluß der o###ntlichen Gemeinschoft und nicht zuletzt der Mitwirkung des Staatee ist es vornehmlich zu danken, daß die untwicklung des Rundfunks nunmehr in Bahnen gelentt wurde, die zwar nicht einer gewissen zeitbedingten Prodlematik entbeyten, aber bestimmt die zutunftige harmonische Eingliederung des Rundfunks als wertvollen Kultursaktor in die allgemein anerkannten Kulturwerte unerer demokratischen Volksgemeinschaft garantieren. Wenn auch nicht geleugnet werden kann, dan der Rundfunk mit seinen quantitativ großen und damit aeich viel mittelmäßigen Darbietungen seiner Wesensgesetzlichkeit nach ein Zeistreuungssaktor ist und somit den Adlenkungs= und Zerstreuungstendenzen, wie sie von der Vourgeoiste dewutzt oder unbewußt gewunscht werden und wie sie, wenn wir ehrlich ein wollen, auch der kleinburgerlichen Seele des Proletariats entgegenkommen, großen Vorscherd leistet, so müssen wir uns dennoch zum Rundfunk mit einem starten und rückhaltlosen Ja dekennen. Wir bekennen un zn ihm, wie wir uns zu aller Techmik, wie wir uns stets zur Maschine dekennen. Als Marzisten wissen wir, daß die Rulturprodleme der Maschine durch die Gelellschaft, durch die so###ologische Schichtung, durch den kapitalistischen Betried der Maschine, aber nicht durch Maschine und Technik als solche dervorgerufen wird. Ob man im Rundsunk zur„Gruppenfreie" oder zur„Massen'eele“ spricht oder ob man im Grunde hier nur dem „Einzelnen“ ins Ohr ftüstert, daruber mogen andere rechten. Wir freuen uns, daß wir ein Mittel haben, die Kuttur aus ihrer aristokratiichen Gebanntheit zu defreien und ind Massenhafte auszubreiten, wo wir mit den großten Menschenzahlen rechnen konnen Wenn es die kulturgeschichtliche Aufgabe der Rundsunke ein soll, als Bildner von Gegenwartigem und Jukünftigem, als Mitschopfer an einem neuen Leden uns die Provleme node zu bringen, die sich in unserer Zeit als der Zeit der Maschinenwelt, der Arbeitewelt, der Zeit des Ringens um eine diesseitige Kultureinstellung, der Zeit des Sports und der Sportbegeisterung, der Zeit der sich defreienden Frau, der Zeit der neuentdeckten Kindes, der Zeit des wiederentdeckten Bauern sost n unheimlicher Folge überstürzen, so lernen wir die gochte Aktualität des Rundsunks begreisen. Wenn aber hochste Akrualität sich mit dem Grundgesetz unserer Epoche, dem Geietz des Klassenkampfes zwischen Kapitalismus und proletarischn Sozialismus berühren muß, so ergibt sich hieraus die Rotwendigkeit des Kontrastes zwischen sozialistischem Wollen und einer stark bewegten gegenwartsmäßigen Rundsunkkunft. In die Furkastraße, mit ihren 52 Kehren. Stark ölend, ständig schaltend zwischen 1. und 2. Gang, wanden wir uns um die Biegungen, die wie ein wurmähnliches Gebilde kilometerweit zu sehen waren, an wuchtigen, impcsanten Felsbergen, tolenden Gletscherdächen, vor allem der wildschäumenden Reuß entlang, hinauf nach Andermatt. Auf 55 Klm. war es eine Steigung von 1000 Meter, die wir zu überwinden hatten. In Hospenthal bogen wir ab zur Farka Paphohe und dem Rhonegletscher. Die Hitze war ziemlich groß. Von den Gletschern strahlte die Sonne zurück. Wir sahen die fast unbezwingbaren Bergriesen mit ihrem ewigen Schnee und Eis in nächster Nähe, ein erhabener Andlick. Die Spalten des Rhonegletschers warfen bläulichgrüne Schatten, und der Gang durch die Eishöhle des Gletschers, die blaues Dämmerlicht ausstrahlte, ließ uns erschauernd die Schonheit der Eiswelt fühlen. Monch, Jungfrau, Finstergarhor und andere Bergriesen grüßten vor Sonnenuntergang herüber, ebe sie ihre Häupter in Nebel hüllten. Der Rhonegletscher liegt 300 Meter tiefer als der Furkapaß. Nun kannten wir auch die Quelle des großen franzosischen Stromes, der den Genser See durchzieht und die herrliche Provence und bei Marseille sich dem Meer ergidt, den wir vor Jahren mit Paddelboot und Zelt eroberten. Am anveren Tage bogen wir in die Gotthardstraße ein, mit dem Ziele Lugano=Locarno. War der Gotthard in Wolken und Nebel gehüllt, so erwarteten uns im Tal Regen und Gewitter. Unter endlosen Schauern jagten wir über die holprigen schlechten Straßen dahin, dem„sonnigen Süden" zu. Die Straßen waren schlechter als unsere Feldwege daheim und stellte an Maschine, Fahrer und Sozins allerhand Anforderungen. Durch das Gerüttel bekam auch die Sozia zum erstenma!„schwächliche Anwandlungen". Entschädigung für die Torur bot der Anblick der Weingärten und Hänge, der ersten Feigenbäume, der halbzersallenen Häuserreste, die wilder Wein maberisch umrankt. Stundenlang fuhren wir durch die Wälder voll Edelkastanien und atmeten die durch den Regen besonders erfrüchenden Wchlgerüche von Thymion und Lavendel ein, die verschwenderische Dufte ausstreuten. Mutete uns die Gegend um Luzern, den Vierwaldtatter See herum kulissenartig an. e sprach diese büdliche Landschaft in ihrer Urwüchtigkeit und den einfachen Dörfern und Minichen viel naturhafter zu uns, lo daß wir uns hier gleich wohl fuhlten. Da wir erst nach Lugane wollten, bogen wir hier links ab, den Paß hinauf, der sehe schone Durchdlicke auf den Lago die Lugano bot. Hoher und hoher kletterten wir, dis wir in das Bergnest Tesserete, oberhalb Luganos, gelangten, einlam, hoch oben am Felsen kiebend, mit flachen Dächern, italenisch sprechender Bevolkerung, schonen, kleinen, verschüchterten Kayen, die von den anmen Tettiner Hauern geschlachtet und gegessen werden. Denn reich macht dies fruchtbare Land nur die Hoteliers und Unternetzmer, die dus Geld der Fremden umletzen. Da ließ uns die Opelmosch ne zum ersten Mate im Stich, so daß die Sona absteigen und zu Fuß den Rest des Berges hinauf mußte. Aus Solidaritat schloß sich dann der andere Soz us an. Gegen 7 Uhr abends, als die Dorfglocken melodisch läuteten, zogen wir in Tebserete ein. Am folgenden Tage, einem Ruhetage, tätigten wir in Lugano unter den Arkaden umere Einkäufe. Hier findet, wie überall im Süden, der Verkauf auf otiener Straße statt. Sprachen aller Nationen umschwierten uns. Die Verkauferinnen sind kun aller Dialekte. Selbstverständlich und elegant sprachen sie die italienische Landessprache, nicht minder aber auch die der#remden Franzosen, Englärder und Deutschen. Der Morgen in Lugano war schon, wenn auch bedeckt, während eine kleine Rundfahrt auf dem See in den Mittagestunden verregnete. Aber in Tesserete schien wieder die Sonne, lo daß wir vor dem Ubendbrot noch eine kleine Kletterpartie auf dem Monte Bigorte anternahmen, der von dem Convent der Franziskanerbrüder eine herrliche Auesicht über den Tehin bot. Unsere Wirtin machte uns ein einheimisches költliches Gericht„Counzhet!““ zurecht, als Füllung zu einem Pfannkuchen.(Schluß feigt.)