üdenscheider Beilung Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonnund Feiertage. Der Preis beträgt monatlich 55 Pfg., (ohne Postgebühren). Amtliches Kreisblatt für den Stadtkreis Lüdenscheid. *Amtlicher Anzeiger für den Nreis Altena. Fernsprecher: 98.— Telegramm-Adresse: Zeitung. Anzeigen bis morgens 9 Uhr erbeten. Die einspaltige Petitzeile oder deren Raum kostet 18 Pfg.; Reklamen die Zeile 40 Pfg. (Jede Rabattbewilligung wird hinfällig bei gerichtlicher Beitreibung der Gebühren.) Druck und Verlag von Karl Salse(Tilgenkamp& Rubl), Lüdenscheid.— Redaktion und Expedition: Friedrichstraße 9 I.— Verantwortlicher Redakteur: Theodor Huth, Lüdenscheid. Nr. 298. Mitagsblatt Großes Baupfquartier, 19. Dezember. Amtlich.(WTB.) WESTEN Front des Generalfeldmarschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern. Auf beiden Sommeufern wurde das Geschütz= und Minenwerferfeuer vorübergehend lebhafter. Nordwestlich und nördlich von Reims find französische Abteilungen, die nach starker Feuervorbereitung gegen unsere Gräben vorgingen, zurückgetrieben worden. Front des Deutschen Kronprinzen. Am Nachmittag steigerte sich auf dem Östufer der Maas der Feuerkampf. Die Franzosen griffen den Fosses=Wald an. Die vor unserer Stellung liegende Chambreites=Ferme blieb nach Nahkampf in ihrer Hand. An allen anderen Stellen der Angriffsfront wurden sie abgewiesen. OSTEN Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold v. Bayern. Südlich des Narocz=Sees und südlich der Bahn Tarnopol— Zloczow nahm zeitweilig die Artillerietätigkeit zu. Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Joseph. Am Gutin=Tomnatek(in den Waldkarpathen) wurden russische Patrouillen, an der Valeputna=Straße Angriffe eines russischen Bataillons abgeschlagen. Front des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Bei Teilkämpfen in den lettten beiden Tagen wurden über 1000 Russen und Rumänen gefangen eingebracht und viele Fahrzeuge, meist mit Verpflegung beladen, erbeutet. In der Nord= Dobrudscha hat der Feind seinen Rückzug über zwei ausgebaute Stellungen hinaus nordwärts fortgesetzt. Die Armee drängt gegen die untere Donau vor. Mazedonische Front: An der Struma Patrouillenunternehmungen, die für die bulgarischen und ottomanischen Truppen günstig ausgingen. Mittwoch, 20. Dezember 1916. 49. Jahrgang. Nicht einschüchtern lassen! Der erste Eindruck, den in ihrer großen Mehrzahl die Orgone der Entente=Presse von dem Verhandlungsvorschlag des deutschen Kaisers empfangen haben wollen, ist der: Eingeständnis einer Schwäche Deutschlands und seiner Verbündeten. Der Vierbund habe zu erkennen gegeben, Landesverrat. Roman von E. Ph. Oppenheim. (Fortsetzung)(Nachdruck verboten.) Langsam hob er die Hand und ließ die Lampen des elektrischen Lichtes aufflammen. Ehern und unbeweglich wie die einer Statue waren seine Züge, und es war eine erbarmungslose Härte in dem Blick, mit dem er uns ansah. Er antwortete Lydig nicht, und mir allein wandte er sich zu. Es waren die verschiedenartigsten Empfindungen, die mich bewegten; aber ich weiß, daß mir die fast unbegreifliche Selbstbeherrschung dieses Mannes Bewunderung abnötigte. „Zum zweiten Male an diesem Tage finde ich Sie bei einem schmachvollen Verrat,“ sagte er, und seine Stimme klang so kalt und eisern ruhig, wie es seine Miene war.„Zum zweiten Male!— Durchlaucht— darf ich bitten, uns allein zu lassen." Sie stand auf und stellte sich an meine Seite, als wollte sie mich schützen. Sie war totenbleich, und unaufhaltsam rannen die Tränen aus ihren Augen; aber sie hielt den Kopf jetzt frei erhoben, und sie wich Sutzkos Blicken nicht aus. „Joan," sagte sie,„es ist meine Schuld. Ich bitte dich nicht um Verzeihung. Ich habe unrecht gehandelt, aber ich war so elend— und ich vergaß mich. Herr Lazar trägt keine Verantwortung— ich— ich allein bin schuldig." Nicht ein Zug veränderte sich in seinem Antlitz. Die Situation war unzweideutig genug, Durchlaucht, um alle Erklärungen und Rechtfertigungen überflüssig zu machen. Sie würden mich zu Dank verpflichten, wenn Sie die Güte hätten, uns jetzt allein zu lassen." Ich wollte sprechen, aber eine Bewegung der Prinzessin gebot mir zu schweigen. „Sie scheinen zu vergessen," sägte sie stolz,„daß ich mich hier in meines Vaters Hause befinde, und daß ich nicht wöhnt bin, hier von einem andern als von meinem Vater Befehle zu empfangen. Ich bin nicht gesonnen. Sie in Ihrer gegenwärtigen Stimmung mit Herrn Lazar allein zu lassen.“ Der Oberst lächelte ironisch. Fürchten Sie etwa für das Leben Ihres Geliebten?“ fragte er.„Nun, ich verspreche Ihnen, daß es mir heilig sein Ich fühlte mich unfähig, diesen Spott, der die ganze Fülle daß er am Ende seiner Kraft angelangt und nicht imstande wäre, den Krieg noch für eine längere Dauer fortzusetzen. Im feindlichen Auslande muß diese Auffassung dazu dienen, die Verlegenheit und Verwirrung zu bemänteln, in die man sich durch den Schritt der Zentralmächte versetzt fühlt. Nach dieser Richtung bedarf die Ansicht keiner Berichtigung, denn die leitenden Staatsmänner und Heerführer der Entente=Mächte wissen ganz genau, daß die militärische Gesamtlage des Vierbundes eine ganz andere ist, als die Entente=Presse glauben machen möchte. Wohl aber wäre es geboten, jener Auffassung entgegenzutreten, wenn etwa die in der feindlichen Auslandspresse nahezu einmütig vertretene Auffassung, daß der Vierbund im Gefühl seiner Schwäche oder doch seiner versiegenden Kraft den Verhandlungsvorschlag gemacht habe, bei uns selbst und unseren Verbündeten Beachtung finden sollte. Einem solchen durch nichts gerechtfertigten Irrtum ist der Chef des Stellvertretenden Generalstabs der Armee Frh. v. Freytag=Loringhoven in den folgenden, im Organ des Kriegspresseamts veröffentlichten Feststellungen entgegengetreten: „Unsere Volkskraft ist mit nichten erschöpft. Die Stellungen unserer Armeen werden täglich fester, ihre technischen Mittel, ihre Munition wachsen zu bisher noch nicht erreichter Höhe. Wollen unsere Feinde in frevelhaftem Wahn neue Hekatomben von Menschenleben vor unseren Stellungen einer Kriegsweise darbringen, die nach dem Urteil eines gefangenen englischen Offiziers keine Taktik mehr ist, sondern nur Menschenschlächterei, unsere Heere werden ihnen nicht nur nicht weichen, sondern ihnen noch weit größere Verluste bereiten als bisher. Wollen sie weitere Schiffsverluste tragen, unsere U Boote werden überall zur Stelle sein, sie ihnen zuzufügen. Aus solchem großen, stolzen, siegesgewissen Empfinden heraus ist das Friedensangebot des Vierbundes im Sinne reinster Menschlichkeit erfolgt." Niemand wird sich der unbedingten Zuversicht, der felsenfesten Siegesgewißheit, die aus diesen Sätzen spricht, verschließen können. Genau so, aufs Wort genau so, wie es hier General v. Freytag ausspricht, haben der Kaiser, haben die Generalfeldmarschälle Hindenburg und Mackensen Erklärungen über unsere Stärke und Widerstandsfähigkeit von solcher Bestimmtheit abgegeben, daß jeder Zweifel weichen muß. Für eine Fortsetzung des Krieges sind wir genau so wie unsere Gegner und vielleicht noch besser als sie gerüstet. Uns steht, in noch höherem Maße als bisher, ein Verbündeter zur Seite, dessen Macht unsere Gegner nicht unterschätzen sollen: es ist das erhebende Bewußtsein der sittlichen Ueberlegenheit, die wir uns gesichert haben, indem wir unmittelbar nach gewaltigen militärischen Erfolgen die Menschheitsfrage des Friedens stellten. Darum komme, was kommen mag; es wird uns vorbereitet und entschlossen treffen. Wenn, wie zu erwarten steht, die Entente ihrerseits den Eintritt in Verhandlungen von Bedingungen abhängig macht, die für uns unannehmbar und beleidigend sein würden, so werden wir die Antwort nicht schuldig bleiben und es wird eine Antwort sein, die einmütig das ganze deutsche Volk gibt: Nun erst recht! seiner Verachtung offenbarte, schweigend zu ertragen. „Durchlaucht," sagte ich,„auch ich bitte Sie von ganzem Herzen, lassen Sie mich mit dem Obersten allein!“ Ob sie dieser Bitte nachgegeben haben würde, ich weiß es nicht; denn sie kam gar nicht mehr dazu, mir zu antworten. Gerade in dem Moment, da ich das letzte Wort ausgesprochen, wurde die Tür des Salons geöffnet, und der Lakai meldete einige Damen, die zu den regelmäßigen Besucherinnen des fürstlichen Hauses gehörten. Es war die gewöhnliche Visiten stunde und deshalb durchaus nichts überraschendes in ihrem Erscheinen. Für uns drei bedeutete es wohl die härteste Probe, auf die unsere schauspielerischen Talente gestellt werden konnten. Ein flehender Blick aus Lydias Augen hatte mit beschwo ren zu bleiben, und auch der Oberst machte nicht Miene, sich zu verabschieden. So waren wir genötigt, eine Viertelstunde lang die gleichgültigste Konversation mit den gleichgültigsten Menschen zu führen, während unsere Herzen voll waren von den leidenschafltichen Empfindungen und während jeder Nerv in uns vor Erregung zitterte. Ich vermag heute nicht mehr zu sagen, wie gut oder wie schlecht wir uns mit dieser Aufgabe abfanden; aber ich erinnere mich noch sehr gut, daß ich es geradezu wie eine Erlösung empfand. als ein Diener eintrat, auf mich zukam und mir ins Ohr flüsterte, daß Seine Durchlaucht den Wunsch habe, mich auf der Stelle zu sprechen. gewahrte, daß Lydias Augen in angstvoller Frage auf mich gerichtet waren, denn sie mochte heute wohl hinter allem, was sie sah und hörte, etwas Schlimmes argwöhnen. Und ehe ich mich entfernte, fand ich denn auch Gelegenheit, ihr beruhigend zuzuflüstern, daß es sich lediglich um die Berufung zu einer Konferenz mit ihrem Vater handle. In Wahrheit sah ich den kommenden Ereignissen allerdings nicht so ganz ruhig entgegen, als ich es ihr gegenüber erheuchelte, um so weniger, als ich beim Durchschreiten des Vorzimmers den Schritt des Obersten hinter mir vernahm. Er sprach kein Wort, aber er folgte mir auf dem Fuße und überschritt gleickzeitig mit mir die Schwelle des fürstlichen Arbeitszimmers, in dem der GroßBojar und Graf Stolojan mich erwarteten. 37. Kavitel. Fürst Potesci runzelte die Stirn, als er sah, in wessen Begleitung ich gekommen war: aber er war zu wöhlerzogen, um seinem Befremden über das Erscheinen des Mannes, dem Belgiens Ob der Verhandlungsvorschlag des Vierbundes Annahme findet oder nicht, in jedem Falle gehen die Erörterungen mehr als je um die Voraussetzungen für Friedensverhandlungen. Die Frage der zukünftigen Stellung Belgiens steht dabei im Vordergrunde. Offenbar ist diese Frage mehr als irgend eine andere eine Lebensfrage für das deutsche Volk und die mit ihm verbündeten Völker. Um das zu erkennen, braucht man sich nur einmal vorzustellen, was Belgien, nach dem Kriege zu der Rolle eines englisch-französischen Schutzstaates heruntergedrückt, für uns bedeuten würde. Diesem Gedanken auch nur Raum zu geben, hat der fortschrittliche Reichstagsabgeordnete Gotheim, der kürzlich im„Berl. Tagbl.“ die belgische Frage erörterte, offenbar unterlassen. Anders wenigstens kann man es sich kaum erklären, wenn er bei der Prüfung der Frage, ob Deutschland gegenüber Belgien militärisch, politisch und wirtschaftlich sich sichern müsse, zu dem Ergebnis kommt: Belgien als kleinerer Staat sei nicht mächtig genug, der einen oder anderen Mächtegruppe groß zu schaden. Mag diese Auffassung im allgemeinen von den kleineren Staaten gelten, was jedoch keineswegs unbestritten ist, von Belgien gilt sie ganz gewiß nicht. Es ist gewiß nicht ohne Reiz, gleichzeitig aber nicht ohne Bedeutung, daß dem Abg. Gothein in seiner Beurteilung der belgischen Frage ein Mann entgegengetreten ist, von dem man annehmen darf, daß er parteipolitisch dem Abg. Gothein nahesteht. Ulrich Rauscher, der zu Anfang des Krieges in der demokratischen„Frankfurter Zeitung“ Aufsehen erregende Schilderungen über die Zustände in England und Frankreich auf Grund eigener dort während des Krieges gemachter Beobachtungen veröffentlicht hat, ergreift jetzt in einem gleichfalls der Volkspartei nahestehenden Blatt, der„Vossischen Zeitung“, das Wort, um denjenigen seiner Parteifreunde, die den Standpunkt des Herrn Gothein teilen, das Gewissen zu schärfen für die Größe der belgischen Gefahr. Aus seinen ebenso eingehenden wie überzeugenden Darlegungen seien einige Sätze wiedergegeben: Der Annahme, die künftige belgische Regierung könne vermöge ihrer besseren Einsicht und größeren Verantwortlichkeit, gestützt auf ihre Autorität, den dauernden Bestand guter nachbarlicher Beziehungen zu Deutschland verbürgen, hält Rauscher entgegen: „In Belgien ist nicht mit einer mehr oder weniger begründeten Abneigung zu rechnen, sondern mit dem ganzen Groll über ein mißlungenes Schicksal. Und dagegen sollte sich eine Regierung in kühler Vernunft halten können, deren Mitglieder, wer immer sie sein mögen, aus Menschen bestehen, die seit zwei Jahrn in Frankreich und England, mitten im Haß, gelebt haben? Entweder die Regierung wird die Vollzieherin der Volksstimmung sein, oder sie wird einer weichen, die sich dazu hergibt. Dagegen helfen keine utilistischen Betrachtungen und Berechnungen; dagegen hilft es nichts, wie Gothein rät, Belgien die Gewißheit zu geben, wir seien die Beschützer seiner Unabhängigkeit, dann werde es sich,„sind erst die Wunden dieses Krieges überwunden, aus eigenstem Interesse politisch an Deutschland anlehnen“. er sein Haus verboten, in Worten Ausdruck zu geben. Ohne von dem Eintritt des Obersten irgendwie Notiz zu nehmen, wandte er sich gegen mich: Es freut mich, daß mein Ruf Sie sogleich erreicht hat, Herr Lazar!— Seine Exzellenz und ich, wir haben Sie etwas zu fragen." Ich verbeugte mich, einigermaßen ermutigt durch den bei allem Ernste sehr höflichen Ton der Anrede. Erst jetzt fiel mein Blick auf die weit geöffnete Stahltür des gepanzerten Schrankes, der auch hier im Arbeitszimmer des Fürsten stand, und der nach demselben System konstruiert war wie der Tresor, der im Schlosse von Potesci zur Aufbewahrung der Geheimdokumente diente. Und mich durchzuckte eine unbestimmte Alnung von dem, was jetzt folgen würde. Schon die ersten weiteren Worte des Bojaren ließen mich erkennen, daß ich mit meiner Vermutung auf dem rechten Wege gewesen war. Das heutige Schlüsselwort für den Tresor war„Magenta“, nicht wahr?" „Jawohl, Durchlaucht!“ „Und wem war es bekannt?" „Eurer Durchlaucht, Seiner Exzellenz dem Herrn Grafen, dem Obersten Sutzko und mir." „Und was befand sich an Pavieren in dem Tresor?" Es wurde mir nicht schwer, aus dem Gedächtnis schriftliche Ausarbeitungen anzuführen, die zurzeit in dem Schranke vorhanden sein mußten. Der Fürst nickte. „Ganz recht! Und als ich den Schrank öffnete, waren alle diese Papiere verschwunden." konnte mich mit einem einzigen Blick überzeugen, daß in der Tat der Tresor in diesem Moment vollständig leer war. „Heute morgen waren sie jedenfalls noch vollzählig vorhanden,“ sagte ich, ohne mein grenzenloses Erstaunen zu verbergen.„Ich habe sie genau kontrolliert, als ich gemäß dem Befehl Eurer Durchlaucht einige Papiere herausnahm, die in das Kriegsministerium verbracht werden sollten.— Können Durchlaucht sich erinnern, von wem der Raum im Verlaufe des heutigen Tages betreten worden ist?" „Von Ihnen, Herr Lazar, von mir und von der Frau, die Sie vor wenig mehr als einer Stunde hierhergebracht haben." Nein, hier ist eine Lebensgefayr für das Reich, und wer die noch mit Waffen rüstet oder ihr die alten läßt, ist ein Selbstmorder.“ Ebenso schlagend wird Herr Gothein mattgesetzt durch das was Rauscher über Machtbewußtsein und Machtanwendung sagt:„Die deutsche Demokratie hat sich daran gewöhnt, im Machtbewußtsein ein Attribut der Scharfmacher zu sehen, und hält es daher für gefährlich und undemokratisch. Das kann aber nur dazu führen, daß die Antriebe zur Machtverwendung stets in den Händen bleiben werden, die damit Porzellan zerschlagen“. Der Standpunkt des Abg. Gothein, den wohl nur wenige in der belgischen Frage urteilsfähige Deutsche teilen dürften, kann damit als erledigt gelten. Rauscher will aus Belgien ein gegen Englands Angriffe gerichtetes Schutzsmilld machen, er will Belgien in den Dienst unserer Defensivzwecke gestellt sehen. Das ist im wesentlichen das Gleiche, was die 6 großen Wirtschaftsverbände in ihrer viel erörterten Eingabe über die Friedensziele bereits im März 1915 als Forderung aufgestellt haben: „Belgien muß, wegen der notwendigen Sicherung unserer Seegeltung, wegen unserer militärischen und wirtschaftlichen Zukunftsstellung gegenüber England und wegen des engen Zusammenhanges des wirtschaftlich so bedeutenden belgischen Gebiets mit unserem Hauptindustrie gebiet milstär-- und zollpolitisch sowie hinsichtlich des Münz, Bank= und Postwesens der deutschen Reichsgesetzgebung unterstellt werden. Eisenbahnen und Wasserstraßen sind unserem Verkehrswesen einzugliedern. Im übrigen müssen Regierung und Verwaltung des Landes, unter Scheidung eines wallonischen und eines überwiegend vlämischen Gebietes und unter Ueberführung der für die Bet herrschung des Landes wichtigen wirtschaftlichen Unternehmungen und Besitzungen in deutsche Hand, so geführt werden, daß die Bewohner keinen Einfluß auf die polstischen Geschicke des Deutschen Reiches erlangen." Hinsichtlich der Mittel und Wege, die eine Sicherung Deutschlands gegenüber Belgien gewährleisten sollen, kann man verschiedener Meinung sein. Daß eine solche Sicherung notwendig ist, daß wir ohne sie in Bezug auf die Sicherheit und den Ertrag unserer Friedensarbeit schlechter gestellt sein würden als vor dem Kriege, daß Belgien in der Hand unserer schlimmsten Feinde angesichts der Nähe unserer wwertvollsten Industriegebiete eine ständige Bedrohung unserer militärischen und wirtschaftlichen Stärke und Wehrkraft bedeuten würde, das alles liegt so klar zu Tage, daß es nur der nicht sehen kann, der es nicht sehen will. Aus aller Welt Bremen. Die Witwe des bekannten Millionärs und Wohltäters Bremens, Franz Schütte, stiftete zwei Millionen für bremische Kriegsteilnehmer und deren Hinterbliebene. (WTB.) London, 18. Dezember.(Reuter) Das auswärtige Amt hat auf Ersuchen der Vereinigten Staaten dem österreichisch=ungarischen Botschafter in Washington Grafen Tarnowski freies Geleit gewährt. London. Der Kapitän des holländischen Dampfers„Agamemnon“, der Ferrol anlief, meldete, daß er einem brennendem Petroleumdampfer begegnete.—(Lloyds) Die englische Bark„Holt Hille“, das Segelschiff„Konrad, der englische Dampfer„Westminster“(4342 Tonnen)sind versenkt worden. (WTB.) Lublin, 18. Dezember. Das Generalgouvernement teilt mit, daß die am 15. Dezember veranstaltete Zählung der anwesenden Zivilbevölkerung im österreichisch=ungarischen Okkupationsgebiet die Gesamtzahl von 3495 476 Personen ergeben hat; davon sind 1656400 männliche und 1839 076 weibliche Einwohner. Die durchschnittliche Bevölkerungsziffer beträgt 87 auf den Quadratkilometer. Mostau, 16. Dez. Der berühmte russische Dichter Marim Gorki hielt hier auf der Tagung des russischen Schriftstellerverbandes eine Rede über die Zukunft Rußlands, die außerordentlich pessimistisch lautet und auf die Möglichkeit einer katastrophalen Wendung hinwies. Gleichzeitig richtete Gorki Angriffe gegen England, das in Rußland immer mehr offene Gegnerschaft findet. Studiengesellschaft für Weltpolitik. In Munchen haben sich Männer der Wissenschaft und der Praxis, die von dem Gedanken getragen wurden, daß die tätige Anteilnahme aller Schichten des Volkes an der Weltpolitik eine Schicksalsfrage der deutschen Nation ist, zu einer Studiengesellschaft für Weltpolitik zusammengeschlossen, um die weltpolitischen Tatbestände in wissenschaftlicher Weise sachkundig und gründlich zu erforschen und sodann die Ergebnisse dieser Forschung den weitesten Volkskreisen durch Vorträge, durch die Tagesprsse, durch befondere volkstümliche Flugschriften und durch größere wissenschaftliche Werke zugänglich zu machen. Namentlich bei dem Auftauchen einer wichtigen politischen Frage will die Studiengesellschaft sofort deren Kern von allen Seiten und von den verschiedensten Gesichtspunkten aus beleuchten, um dem Volk ein zutreffendes Urteil über das Wesen und die Tragweite des Problems zu ermöglichen. Zu diesem Zwecke sucht sie Sachkenner aller Pateirichtungen zur Mitarbeit heranzuziehen; denn sie geht davon aus, daß nur die vielseitige sachkundige Erörterung eines Problems zu dessen richtiger Erfassung und zweckmäßiger Lösung führen kann. Im Interesse einer wirklichen Feststellung dessen, was ist, will sich die Studiengesellschaft von jeder Beeinflussung, sei es durch die Regierung, sei es durch die politischen und wirtschaftlichen Machtgruppen, freihalten. Dem Vorstande der neuen Vereinigung gehören an: Prof. Dr. Reinhard Frank(München), Vorsitzender; Prof. Dr. W. v. Blume, zurzeit Rektor der Universität Tübingen, Prof. Dr. Robert Davidsohn, Mitglied der bayrischen Akademie der Wissenschaften, Oberstudienrat Dr. Kerschensteiner, Staatsminister a. D. v. Frauendorfer, Dr. Pfeiffer, M. d. R., und andere. Die Weihnachtsspeisekarte eines Pariser Gasthauses im Jahre 1870. Diejenigen Leute, die darüber klagen, daß der Krieg in diesem Jahre alle kulinarischen Weihnachtsfreuden raube, mögen von der folgenden, im„Figaro“ veröffentlichten Weihnachtsspeisekarte eines der ersten und teuersten Pariser Restaurants im Jahre 1870 Kenntnis nehmen: Vorspeise: Eselskopf in Sülze. Suppe: Elefantenbrühe. Zwischengericht: Kamel am Rost, Känguruhkonserven. Braten: Wolfskeule, Katze, garniert mit Rattenklein.“ Dem verstorbenen General von Fabek widmet Generalfeldmarschall von Hindenburg als Generalstabschef des Feldheeres folgenden Nachruf:„Am 16. Dezember verschied während eines Urlaubs, den er infolge schwerer Krankheit antreten mußte, der General der Infanterie, Oberbefehlshaber einer Armee, a la suite des 1. Garderegiments zu Fuß, Ritter des Ordens pour le mérite v. Fabeck. Die hervorragenden Dienste, die dieser bewährte Armeeführer seinem König, dem Heere und Vaterland in dem schweren Ringen der Kriegsjahre 1914 bis 1916 geleistet hat, gehören der Geschichte an. Im Frieden war der Verstorbene lange Jahre im Generalstabe tätig. Er war immer allen, die ihn kannten, ein Vorbild militärischen Könnens und militärischer Tugenden. Tiefe Dankbarteit folgt ihm über das Grab, unvergessen bleibt sein Wirken.“ Hus den amtlichen Verlufiliften. Auszug aus den amtlichen Verlustlisten Nr. 696 bis 701. Füsilier=Regiment Nr. 80. 6. Komp. Gefreiter Otto Sönnecken, Schleifkotten, Amt Nachrodt, leicht verwundet. 7. Komp. Gefr. Ernst Grothe, Blechhamma, Amt Werdohl, leicht verwundet. Infanterie=Regiment Nr. 81. 1. Komp. Rüther, Heinrich, Altena, bisher vermißt, verwundet. Reserve=InfanterieRegiment Nr. 81. 5. Komp. Gefr. Adolf Bremicker, Halver, leicht verwundet. Eberttz, Louis. Meinerzhagen, leicht verwundet bei der Tr. Unteroffizier Valentin Schmidt, Momberg, Kreis Altena, gefallen. Unteroffizier Fritz Voß Plettenberg, leicht verwundet. Gefreiter Otto Kümmel, Werdohl, schwer verwundet. Schmerbeck, Rudolf, Altena, vermißt. 7. Komp. Gefr. Otto Borlinghaus, Hackenberg, Amt Halver, leicht verwundet bei der Tr. Pelz, Ernst, Wilbringhausen, Amt Halver, leicht verwundet. 8. Komp. Unteroffizier Theodor Junker, Nieder=Worbscheid, Amt Meinerzhagen, leicht verwundet bei der Tr. Infanterie=Regiment Nr. 22. 10. Komp. Schmidt II, Gustav, Waldmin, Amt Herscheid, vermißt. Paß, Heinrich, Werdohl, vermißt. 11. Komp. Berghoff, Ernst, Altena, leicht verwundet. Reserve=Infanterie=Regiment Nr. 221. 2. Maschinengewehr=Komp. Fischer, Ernst, Almecke, Kreis Altena, leicht verwundet. Weitere Verluste. Gefreiter Paul Kräutner, Halver, tödlich verunglückt. Infanterie=Regiment Nr. 401. 10. Komp. Gefr. Ernst Schmalenbach, Heiniken=Hedfeld, Amt Halver, gefallen. Reserve=InfanterieRegiment Nr. 93. 5. Komp. Förster, Ernst, Halen, Kreis Altena, leicht verwundet. Infanterie=Regiment Nr. 99. 2. Maschinengewehr=Komp. Schnöring, Karl, Rotthausen, Amt Halver, schwer verwundet. Nachtrag 2. Komp. Küßmann, Albert, Neuenrade, verwundet 24. 8. 14. Infanterie=Regiment Nr. 190. 10. Komp. Unteroffizier Albert Groll, Reblin, Amt Herscheid, leicht verwundet. Reserve=Infanterie=Regt. Nr. 51. 8. Komp. Schröder, Gustav, Bruch, Kreis Altena, schwer verwundet. Reserve=Infanterie=Regiment Nr. 75. 5. Komp. Böker, Gustao, Schalksmühle, schwer verwundet. Infanterie=Regiment Nr. 87. 3. Komp. Unteroffizier Friedrich Rahmer, Altena, bisher leicht verw. gemeldet, verwundet und in Gefangenschaft. Infanterie=Regiment Nr. 172. 8. Komp. Hefendehl, Wilhelm, vorm Busch, Amt Kierspe, vermißt. Dahlmann, Friedrich, Altena, vermißt. Nachrodt, Gustav. Espei, Amt Meinerzhagen, vermißt. Schürmann, Adolf, Schwarze Ahe, Amt Lüdenscheid. vermißt. Altena, den 15. Dezember 1916. Der Landrat: Thomee. Deue Bücher und Zeitschriften Boelcke. Dem dahingegangenen Fliegerhelden, der ihm persönlich bekannt war, widmet Georg Freiherr von Ompteda in der„Gartenlaube“ Heft 50 einen warm empfundenen Nachruf, der nicht nur die hervorragenden Fliegerfähigkeiten, sondern auch den Wert Boelckes als Lehrer und Vorbild sowie seine rein menschlichen Vorzüge in das beste Licht setzt. Aus dem weiteren Inhalt desselben Heftes nennen wir den illustrierten Artikel„Spiegelkarpfen“ von G. S. Urff, die Plauderei„Die polnische Krone“ von M. Kasparek,„Kaiser Franz Joseph und Schönbrunn“ von I. Lorm und die Fortsetzung der Erzählung von Adelheid Weber„Und auch du!“— Das Beiblatt„Die Welt der Frau“ enthält u. a.: Adventsund Weihnachtsmusik“, einen mit Bildern versehenen Aufsatz über„Deutschlands Vorratskammern“, einen ebenfalls illustrierten Artikel„Die neue deutsche Spitze“ sowie im Modeteil schöne Vorlagen für Weihnachts= und Geburtstagsgeschenke. Salem Aleikum (ohmundstck) (Golchnundsfück Willkommenste Weihnachfs-Liebesgabe! Preis:Nr 31 4 5 6 8 10 4 5681 12 PidSück einschließlich Kriegsaufschlag „Diese letztere kann doch wohl kaum in Betracht kommen, Durchlaucht! Denn Sie ließen sie schwerlich hier allein.“ „Doch— ich tat es, weil ich dazu gezwungen war, als ich auf zwei oder drei Minuten in einer wichtigen Angelegenheit an den Fernsprecher gerufen wurde. Ich konnte dabei nicht an irgendwelche Gefahr denken, denn der Tresor war verschlossen, und ohne die Kenntnis des Schlüsselwortes würde selbst ein mit den besten Werkzeugen ausgerüsteter Kunstschlosser mehrere Stunden gebraucht haben, ihn zu öffnen.“ Ich zögerte, eine weitere Frage zu stellen, aber in meinem eigenen Interesse glaubte ich mich schließlich doch dazu verpflichtet. „Haben Durchlaucht selbst dem Schranke heute etwas von seinem Inhalt entnommen?" „Nein. Ich hatte keine Veranlassung, ihn zu öffnen, bevor es vorhin in Gegenwart des Grafen Stolojan geschah.“ „Dann fehlt mir jede Erklärung für das Verschwinden der Papiere. Daß die Dame, deren Durchlaucht Erwähnung taten, sie entwendet haben könnte, ist durchaus unmöglich, denn, wie Durchlaucht selbst betonten, konnte sie ohne Kenntnis des Schlüsselwortes nicht zu dem Inhalt des Schrankes gelangen.“ „Die Frage ist eben nur, ob ihr dies Schlüsselwort nicht doch vielleicht bekannt war,“ sagte Potesci scharf. Damit war der Zweck dieses Verhörs unzweideutig kundgetan, und es wäre ausgemachte Narrheit gewesen, wenn ich mich hätte dumm stellen wollen. „sch glaube zu verstehen, was Eure Durcklaucht meinen,“ sagte ich in so bestimmtem Tone, als er mir durch die Situation geboten schien.„Und ich begreife den Gedankengang sehr wohl. Die angebliche Madame Smith ist in Wahrheit meine Stiefmutter, und ich habe Anlaß zu glauben, daß sie eine politische Agentin oder vielleicht sogar eine politische Spionin ist. Außerdem war ich an diesem Nachmittag bei ihr— nicht aus eigenem Antriebe, wie ich erklärend hinzufügen muß, sondern im strikten Auftrage Eurer Durchlaucht. Aber ich habe ihr das Schlüsselwort nicht mitgeteilt, und ich habe mit dem behaupteten Verschwinden der Paviere nichts zu schaffen." In diesem Augenblick trat der Oberst, der bis dahin den stummen Zuhörer gemacht hatte, an den Tisch und legte die Papiere, die ich ihm vorhin in meines Vaters Zimmer übergeben, darauf nieder. „Wollen Sie uns nicht gefälligst auch erklären, welche Bewandtnis es mit diesen Aufzeichnungen hat?“ sagte er.„Erzählen Sie gefälligst diesen Herren, unter welchen Umständen ich in ihren Besitz gelangt bin. Und lassen Sie mich erfahren, ob Ihre Zunge geschmeidig genug ist, Ihnen auch hier einen Ausweg zu erschließen." Fürst Potesci und Graf Stolojan schienen in gleichem Maße überrascht. Sie hatten den Oberst bisher nicht anders denn als meinen Freund und Fürsprecher gesehen. Der Inhalt und der Klang seiner letzten Worte aber konnten keinen Zweifel lassen an der Feindseligkeit seiner Gesinnung. „Möchten der Herr Oberst meiner Zunge diese Notwendigkeit nicht ersparen?" erwiderte ich.„Die Herren vernehmen die Geschichte vielleicht besser aus Ihrem Munde. Und ich werde nicht versäumen, Sie zu korrigieren, wenn es mir nötig erscheinen sollte.“ „Wohl— ich werde die Geschichte erzählen, die kläglicher und erbärmlicher ist als irgendeine deren ich mich aus meinem langen Leben zu entsinnen weiß. Ich brauche hier nicht darauf hinzuweisen, wie groß das Vertrauen gewesen ist, das ich diesem jungen Manne entgegengebracht habe, und wie fest ich zu ihm gehalten, als die Umstände gegen seine Rechtschaffenheit zu zeugen schienen. Die letzten Tage erst haben auch mich stutzig werden lassen. Ich wußte, daß er nicht nur mit seiner Stiefmutter, sondern auch mit seinem völlig gesunkenen Vater in Verbindung getreten war, und es wurde mir heute hinterbracht, daß er sie sogar in ihrer mir bekannten Wohnung aufgesucht habe. Ich zögerte nicht, mich unverzüglich ebenfalls dorthin zu begeben, und wenn es auch wahr sein mag, daß er sich eines Auftrages von Ihnen zu entledigen hatte, Fürst Potesci, so fand ich ihn doch jedenfalls im Begriff, ein kleines Privatgeschäft auf seine eigene Hand abzuschließen. Diese Papiere hier scheinen dabei eine sehr wesentliche Rolle gespielt zu haben. Ohne meine Dazwischenkunft befänden sie sich jetzt längst in den Händen seines Vaters." „Was enthalten sie?" fragte der Graf. „Die Hauptzüge des Aufmarschplanes gegen die ruisische Grenze hin, Exzellenz,“ erwiderte ich.„Darf ich bitten, sich davon zu überzeugen? Man war in St. Petersburg bereit, vierzigtausend Rubel für den gesamten Mobilisierungsplan zu zahlen." Der Minister begann sogleich, die Aufzeichnungen einer Durchsicht zu unterziehen. Sutzko aber starrte mich an, als hege er starke Zweifel, daß ich mich noch in Besitz meiner normalen Verstandskräfte befinde. „Und nach diesem Geständnis, junger Mann,“ sagte er schwer atmend,„wollen Sie auch nach diesem Geständnis noch leugnen, jener Frau das Schlüsselwort verraten zu haben?" „Ich leugne es auf das entschiedenste, Herr Oberst!“ Sutzko kehrte sich gegen die beiden anderen. „Sie haben diesem Menschen Ihr Vertrauen geschenkt, weil ich mich mit meiner eigenen Ehre für ihn verbürgte. Aber ich bin das Opfer eines Irrtums geworden, wie es wohl schon Klügeren vor mir widerfahren ist. Ohne Zweifel hat er alles, was durch seine Hände gegangen ist, zur Kenntnis derjenigen gebracht, die eines Tages auf dem Schlachtfelde unsere Gegner sein können. Was, um des Himmels willen, sollen wir nun mit ihm anfangen?" „Ich erwarte, Ihre Meinung darüber zu hören, Herr Oberst," sagte der Graf. „Ah, mich dürfen Sie danach nicht fragen, denn mein Weg dürfte schwerlich der Ihrige sein. Nach meinen Ehrbegriffen kann ein solches Verbrechen nicht anders gesühnt werden als mit dem Tode.“ „Solche drakonische Strafen aus eigener Machtvollkommenheit zu verhängen, haben wir allerdings kein Recht. Und ich würde es nicht für opportun halten, die Gerichte mit dieser Angelegenheit zu befassen. Wie denken Sie darüber Fürst?" Ich blickte erwartungsvoll auf den Groß Bojaren, und ich war überrascht zu sehen, daß seine Hände zitterten. Der Mann dessen Selbstbeherrschung mir so oft Bewunderung abgenötigt hatte, war kaum noch imstande, seine mir im Grunde unbe greifliche Erregung zu meistern. „Ich weiß nichts,“ erwiderte er.„und ich kann keine Meinung äußern. Alles, was ich im Augenblick sagen kann, ist, daß ich vollständig konsterniert bin." Der Graf schien nachzudenken, dann bat er die beiden anderen in höflichen Worten, ihn auf fünf Minuten mit mir allein zu lassen. Der Fürst war mit auffallender Willfährg keit bereit, das Zimmer zu verlassen: der Oberst zögerte ein weng, aber auch er erhob keinen Widerspruch, und gleich darauf hatte die Tür sich hinter den beiden geschlossen. (Fortsetzung folgt.) Lüdenscheider Beitung Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonnund Feiertage. Der Preis beträgt monatlich 55 Pfg., (ohne Postgebühren). Amtliches Kreisblatt für den Stadtkreis Lüdenscheid. * Amtlicher Anzeiger für den Rreis Altena. Fernsprecher: 98.— Telegramm-Adresse: Zeitung. Anzeigen bis morgens 9 Uhr erbeten. Die einspaltige Petitzeile oder deren Raum kostet 18 Pfg.; Reklamen die Zeile 40 Pfg. (Jede Rabattbewilligung wird hinfällig bei gerichtlicher Beitreibung der Gebühren.) Druck und Verlag von Karl Saffe(Tilgenkamp& Rubl), Lüdenscheid.— Redaktion und Expedition: Friedrichstraße 9 I.— Verantwortlicher Redakteur: Theodor Huth, Lüdenscheid. Dr. 298. Mittagsblatt Mittwoch, 20. Dezember 1916 49. Jahrgang. eine Beeinträchtigung des polnischen Wesens und der polnischen Der österr.=ungar. Generalstab meldet: (WTB.) Wien, 18. Dezember. Amtlich. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. In der östlichen Walachei ist die Lage im allgemeinen unverändert. In den beiden letzten Tagen sind etwa 1000 Gefangene eingebracht und viele Fahrzeuge erbeutet worden. Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Joseph. Im Mestecanesti=Abschnitt brachen zwei nach starker Artillerievorbereitung einsetzenden feindliche Infanterieangriffe in unserem Abwehrfeuer zusammen. Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold v. Bayern. Stellenweise nahm die feindliche Artillerietätigkeit an Heftigkeit zu. Politische Rundschau. Deutsch=holländische Ausfuhrverhandlungen. Haag. Die Verhandlungen zwischen dem holländischen Landbauexportbüro und der Kommission, die die beteiligten deutschen Kriegsgesellschaften usw. vertritt, die seit einiger Zeit, wie bekannt, im Haag geführt werden, haben zu einer grundsätzlichen Verständigung über die vorläufige Weiterlieferung holländischer Landeserzeugnisse zu angemessenen Preisen und Bedingungen geführt. Die Verhandlungen werden voraussichtlich bald nach Weihnachten fortgesetzt. U=Bootkrieg. (BMZ.) Barmen. In einer vom Hansabund Barmen und vom Verein für Technik und Industrie E. V. Barmen einberufenen hier stattgehabten Versammlung sagte Montag Abend Dr. Stresemann zu der Frage des verschärften U-Bootkrieges: Ich habe mehr als nur eine Mutmaßung dafür, daß die neue Leitung unserer auswärtigen Politik nicht geneigt ist, sich infolge der Lloyd Georgeschen Anordnung über die Bewaffnung der englischen Handelsschiffe durch irgend jemand davon abhalten zu lassen, unseren U=Booten neue Instruktionen zu gebén. Diese Worte fanden stürmischen Beifall. Mackensens Zuversicht. (bb.) Posen, 18. Dez. Anläßlich der Stiftung einer Gedenktafel in Hoyensalza zur Erinnerung an die Teilnahme des Feldmarschalls v. Mackensen am 15,, 18. und 23. November 1914 an dem Gottesdienst in der dortigen evangelischen Kirche hat Feldmarschall v. Mackensen an den Superintendenten Harshausen ein Schreiben gerichtet, dem wir folgende Stelle entnehmen:— In Zenstochau zum Oberbefehl über eine vor gewaltiger Uebermacht zurückgehende Armee berufen und beauftragt, durch einen Stoß gegen die Führung dieser Uebermacht eine Wendung der Kriegslage herbeizuführen, traf ich mit Sorgen reich beladen im November 1914 in Sohensalza ein. Ich habe seitdem als Oberbefehlshaber noch manche kritische Stunde durchlebt, die Wintertage in Lodz, die auf den ganzen Weltkrieg so einflußreiche Offensive im Frühjahr und Sommer 1915 von Gorlice bis über Brest Litowsk hinaus, der serbische Feldzug im Herbst 1915 mit der Notwendigkeit eines Donauüberganges angesichts des Feindes und endlich die eigenartigen Verhältnisse, aus denen sich jüngst für mich der Beginn der Operationen gegen Rumänien vollzog, ließen mich trotz aller Tüchtigkeit und Tapferkeit der mir anvertrauten Truppen genug kritische Stürme durchleben. Aber die Tage in Hohensalza waren doch die bedenklichsten, die der Weltkrieg mir bereitet hat. Sie verbinden sich mit dem Ort, an dem ich sie durchlebte, mit der Stätte, an der ich meine Zuversicht immer wieder fand. Ich bin voll Zuver sicht für Deutschlands Zukunft. Der Siea wird uns mit Gotteshilfe bleiben, aber daheim muß man durchhalten, bis wir gesiegt haben. In aufrichtiger Verehrung Euer Hockwürden sehr ergebener v. Mackensen. Die Deutschen in Polen. Weit über 2000 deutsche Männer und Frauen hielten, wie die„Deutsche Lodzer Zeitung“ mitteilt, im großen Saale des Lodzer Männergesangvereins eine Versammlung ab, um die Ausführungen berufener Männer darüber zu hören, wie sich angesichts der Wiederherstellung des Königreichs Polen die Zukunft der 600 000 bodenständigen Deutschen in Polen gestalten wird. Zum Schluß wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, in der zum Ausdruck gebracht wird: Obwohl die Deutschen im Lande sich die Lösung der polnischen Frage anders gedacht haben, sind sie bereit, sich auf den Boden der geschichtlichen Tatsache der Wiedererrichtung des Königreich Polens zu stellen. Zugleich bekunden sie die bestimmte Erwartung, daß die deutsche Reichsregierung die wirtschaftlichen und kulturellen Lebensinteressen der deutschen bodenständigen Bevölkerung Polens schützen und sichern wird. Sie bitter die deutsche Reichsregierung, bei der endgültigen Neuordnung des polnischen Staates ihre Volkskinder in Polen nicht zu vergessen. Das Deutsche Reich wird im Hinblick auf seine Beihilfe bei dem Bestreben der Polen nach Selbständigkeit und Ansckhluß an die westeuropäische Kultur auf den für die Erhaltung des Deutschtums in Polen erforderlichen Sicherheiten bestehen dürfen, ohne damit an irgend Art zu denken. Diese Sicherheiten müssen sich erstrecken auf: Gewahrleistung des Bürgerrechts, Schutz der konfessionellen Freiheit, Vertretung der Interessen der deutschen Minderheit im Staate, in der Stadt und auf dem Lande, Schutz der deutschen Arbeit, des uneingeschränkten Vereins= Koalitions= und Versammlungsrechts und vor allem auf das Recht an der Erhaltung, Entwicklung und Verwaltung der niederen, mittleren und höheren deutschen Schulen im Lande. Ferner ist die Selbstverwaltung der wohltätigen Anstalten zu gewährleisten. — An den Kaiser, den Reichskanzler und Hindenburg wurden telegraphisch Grüße gesandt. Plünderung deutscher Missionsstationen. Die englischen Truppen, die in Deutsch=Ostafrika von Rhodesien aus in den Langenburg= und Iringabezirk eingerückt sind, die dortigen Missionsstationen auf das schamloseste geplündert und ausgeraubt. Und zwar haben das nicht etwa die eingeborenen englischen Soldaten getan, sondern die weißen Engländer selbst. Denn im Besitz von solchen sind Koffer mit dem Namen von deutschen Missionaren festgestellt worden. Besonders gründlich haben die Herren Engländer nach den vorliegenden Berichten ihr Plünderungswerk auf den Missionsstationen Kidugala und Ilembulu betrieben. Auffallend ist übrigens das so ganz verschiedene Verhalten der englischen Truppen gegen die deutschen Missionare im Norden und im Südwesten Deutsch=Ostafrikas. Während aus dem Norden nur verhältnismäßig wenig Klagen über ein gewaltsames Vorgehen der Engländer aus Missionskreisen kommen, sind die Engländer im Südwesten ganz besonders rücksichtslos gegen die Missionare vorgegangen. Sie haben nicht nur, wie aus dem Vorstehenden sich ergibt, die Missionsstationen ausgeplündert und ausgeraubt, sondern auch alle Missionare und ihre Angehörigen in ganz zweckloser, in keiner Richtung durch militärische Notwendigkeiten gerechtfertigten Weise aus ihrem christlichen, segensreichen Arbeitsfeld herausgerissen und nach Blantyre in Britisch=Njassaland in Kriegsgefangenschaft geschleppt. Diese ganz auffallend unterschiedliche Handlung ist nur dadurch zu erklären daß bei den englischen Trupven im Norden Rücksicht auf das trotz des Krieges noch nicht ganz erstorbene religiöse und Rassenempfinden der dort verhältnismäßig zahlreich vertretenen Buren genommen werden mußte, während im Südwesten, Ostafrikas das durch keine moralischeBedenken mehr gehemmte englische Element vorwiegt. Die portugiesische Revolution. Genf. Die portugiesische Revolution, die in der vergangenen Woche ausbrach und nun unterdrückt sein soll, war durchaus nicht so harmlos, wie die Pariser Pressemeldungen es weiß machen wollen. Ein langer portugiesischer Bericht bringt darüber einige nähere Aufschlüsse. Die Lissaboner Polizei hatte schon seit einiger Zeit von revolutionären Geheimversammlungen in der Hauptstadt erfahren, an denen Monarchisten wie Republikaner teilnahmen. Eine Versammlung in Laranjeiras, wo die Führer der revolutionären Bewegung sich aufhielten, wurde am vergangenen Sonntag und Dienstag von der Polizei aufgehoben. In einem Kaffehause in Laranjeiras wurde ein Waffenlager gefunden. Auch in Lissabon fand die Polizei eine Anzahl Bomben. Der Berichterstatter des Temps sagt: Die portugiesische Regierung betrachtet den Putschversuch Machado Santos als eine Komödie. Trotzdem sah sie sich gezwungen, einen der Führenden der portugiesischen Republikaner, dem der portugiesische Staat eine lebenslängliche Pension ausgesetzt hatte, zu verhaften und auf das im Lissaboner Hafen liegende Kriegsschiff Vasco de Gama zu bringen. Ueber die Ursache der Revolte läßt der TempsBericht keinen Zweifel. Beim Eintreten Portugals in den Krieg verstärkte sich die Opposition gegen die Regierung. Sie nahm, als es bekannt wurde, daß Portugal England und die Alliierten mit Truppen unterstützen wolle, einen ausgesprochen revolutionären Charakter an. Mit Hilfe deutschen Geldes waren richtige Komplotts zur Verhinderung des Abtransportes portugiesischer Truppen organisiert worden. Geheimschriften, die zur Fahnenflucht aufforderten, wurden in Massen verteilt. Die Monarchisten insbesondere verbreiteten falsche Gerüchte, um die Armee zu demoralisieren. Frankfurt a. M., 19. Dezember. Aus Lissabon wird laut„F. Z.“ gemeldet, der Aufstand wurde unterdrückt durch Aufhebung der Garantien und Tausender von Verhaftungen. Der Krieg gegen Rumänien (BB.) Hamburg. Dem„Fremdenblatt“ wird aus dem Haag gemeldet, daß General Berthelot, der die Kämpfe um Bukarest leitete, um seine Abberufung nach Frankreich gebeten habe. Die meisten englischen dem rumänischen Generalstab beigegebenen Offiziere sind abgereist. General Alexejew hatte in Jassy eine lange Unterredung mit dem König über die Lage des rumänischen Heeres, über deren Ergebnis er dem Zaren Bericht erstatten soll, da dieser es vorläufig ablehnt, den Rumänenköneg zu empfangen. Amsterdam. Nach einem hiesigen Blatte erfahren die Times aus Jassy: In Jassy und anderen Städten der Moldau kommen unaufhörlich Flüchtlinge aus der Walachei an. Die Bevölkerung von Barlad ist auf das Dreifache gestiegen. Galatz und Braila sind überfüllt. Die Flüchtlinge sind hauptsächlich Städter. Die Bauern blieben auf dem Lande und legten gegenüber dem eindringenden Feinde große Gleichgültigkeit an den Tag. Griechenland (WTB.) Bern.„Corriere della Sera“ meldet aus Athen: Nach dort eingetroffenen, noch nicht bestätigten Nachrichten sollen die venizelistischen Truppen die Inseln Zante und Kephalonia besetzt haben. Die Nachricht machte in Athen starken Eindruck, da man erwartet, daß die Besetzung nach Vereinbarung zwischen Venizelos und den englischen und französischen Behörden erfolgt sei. Haftbefehl gegen Venizelos. Athen, 19. Dezember.(Reuter) Die Regierung König Konstantins fertigte den Hastbefehl gegen Venizelos wegen Hochverrat aus. Das Echo der Friedensnote Basel. Der Manchester Guardian erfährt, daß bis Sonnabend nachmittag noch keine Verständigung der Alliierten über das deutsche Friedensangebot vorlag und daß die Wahrscheinlichkeit, die Alliierten würden dem Friedensangebot eine ausführliche Antwort geben, die noch keine unbedingte Ablehnung zu sein brauche, zugenommen habe. Wie der Tagesanzeiger aus Rom meldet, erwartet man in Rom die Bekanntgabe der Antwort der Alliierten auf das deutsche Friedensangebot am Donnerstag dieser Woche. Interessant ist noch die Mitteilung, das deutsche Friedensangebot habe der ranzösischen Regierung willkommenen Anlaß gegeben, ihr Verhältnis zu den Verbündeten einer neuen Prüfung zu unkerziehen. Frankreich habe, ohne dabei aus dem Rahmen loyaler bundesfreundlicher Gesinnung herauszutreten, seinen freiwilligen Verzicht, in Verhandlungen mit Deutschland einzutreten, bei den Verbündeten in Rechnung gebracht. Die französische Regierung hat also, das ist der offenkundige Sinn dieser Andeutung, als Preis für die Ablehnung des deutschen Friedensangebots neue Versprechungen der Verbündeten, sei es für eine künftige militärische Entlastung, sei es für die französischen Kriegsziele, eingetauscht. London. Den„Daily News“ wird aus Rom gemeldet: Von verläßlicher Seite verlautet, daß der Papst beschloß, in der Angelegenheit des deutschen Friedensangebotes weder vermittelnd aufzutreten, noch zu Gunsten der Annahme der deutschen Friedensbedingungen seinen Einfluß geltend zu machen. Der Papst fürchte, daß ein evt. Scheitern der Friedensaktion zu seinen Bemühungen in Beziehung gebracht werden könnte. Paris, 19. Dezember.(Agence Havas.) Das Ministerium des Aeußeren teilte mit: Der Botschaftsrat der Vereinigten Staaten überreichte dem Minister des Aeußeren die vom Reichskanzler angekündigte Note der deutschen Regierung. Die deutsche Note, die nichts anderes, als den vom Kanzler in seiner Rede am 12. Dezember verlesene Text sei, enthalte nur den allgemeinen Vorschlag ohne Angabe irgend einer bestimmten Bedingung. Die Uebergabe fand ohne Kommentar statt. London.„Westminster Gazette“ schreibt in einem Leitartikel: Wir halten dafür, daß die Alliierten den Friedensvorschlag der Mittelmächte, welches auch immer ihre Beweggründe oder ihre Absichten sein mögen, beantworten müssen, weil wir in einem Krieg begriffen sind, in dem eine große Zahl von Menschenleben auf dem Spiel steht. Inzwischen müssen wir sagen, daß die Aussichten auf ein positives Ergebnis des Friedensvorschlages, wenn er, wie jetzt verlautet, nicht mehr enthält, als die Rede Bethmann Hollwegs im Reichstage, außerordentlich gering sind. (bb.) Amsterdam. Nach Mitteilungen verschiedner Mitglieder der englischen Regierung sollen diese nunmehr bis auf etwa drei bis vier noch zweifelhafte Minister der Ansicht sein, daß England und seine Verbündeten die deutsche Friedensnote abbehnen würden. Die offiziellen Antworten Italiens und Rußlands ständen in London noch aus. Italien glaube man sicher auf der Seite der Verbündeten zu erhalten, während über Rußland viele Zweifel laut werden, besonders von Personen, die in der letzten Zeit aus Rußland zurückkehrten, und solchen Regierungsvertretern, die mit den augenblicklichen Zuständen in Rußland gut vertraut sind. Wahrscheinlich werde eine englische Regierungskommission in den nächsten Tagen nach Petersburg reisen. (la.) Lugano, 19. Dezember. Die Kammer tagte auch am Sonntag, um die Beratung über das Finanzprovisorium und die Erklärungen des Ministeriums fortzusetzen. Keiner der Redner trat für einfache Ablehnung des deutschen Friedensangebots zu Verhandlungen ein. Der interventionistische Reformsozialist Raimondo beantragte folgende Tagesordnung: Die Kammer vertraut darauf, daß die Regierung im Einvernehmen mit den Verbündeten, indem sie es nicht ablehnt, greifbare Friedensvorschläge anzuyoren, energisch in der Ergreifung aller wirtschaftlichen und militärischen Maßregeln fortfahren wird.— Der neutralistische radikale Abgeordnete Alessio und der Sozialist Turati traten für die Annahme der Einladung zu Friedensverhandlungen ein, wobei Alessio noch besonders darauf hinwies, das es die Pflicht Italiens sei, bei seinen Verbündeten einen mäßigen Einfluß auszuuben. Es würde eine unverzeihliche Schuld ausmachen, den Verhandlungen mit der Absicht zuzustimmen, sie zum Scheitern zu bringen.— Großen Eindruck riefen die Worte des Redners hervor, als er bemerkte, es gebe allerdings Fragen, ohne deren Lösung kein Friede möglich sei, wie die Befreiung von Belgien, Rumänien, Polen, Serbien, Montenegro und die Berichtigung der italienischen Grenze in dem Sinne, daß alles wirklich italienische Gebiet an Italien fällt und dieses auch die berechtigten strategischen Sicherheiten erhält. Welffalen und Rheinland. Dortmund. Das Fußballspielen der Knaben auf den verfehrsreichen Straßen hat wieder ein Opfer gefordert. Eine Anzahl Jungen, die sich in der Hohenstraße mit diesem Spiel vergnügten, überhörten im Eifer des Spieles das Herannahen des städtischen Krankenautomobils. Ein Junge rannte direkt vor das Auto und wurde überfahren. Der Tod trat sofort ein. Hamm. Als auf dem hiesigen Bahnhof ein Mann und seine jugendliche Begleiterin einen Kriminalbeamten bemerkten, ließen sie eine in ihrem Besitz befindliche Kiste im Stich und entfernten sich eiligst. Beim Oeffnen der Kiste stellte sich heraus, daß sie etwa 70 Pfund nicht mit dem Beschaustempel versehenes Schweinefleisch enthielt. Die Polizei brachte das Fleisch vorläufig in der Kühlhalle des Schlachthauses unter. Recklinghausen. Die Stadtverordneten bewilligten für Darlehen an Kriegsteilnehmer einen Kredit von zunächst 100 000 Mark. Volmarstein. Von einem großen Mißgeschick wurde die Firma C. F. Schroeder betroffen. Ein Lehrling des Geschäftes, der die Löhnungsgelder von einer Hagener Bank zu holen hatte, hat das Geldpaket mit etwa 9000 Mark auf der Fahrt von Hagen nach Wetter im Abteil des Zuges liegen lassen. Er bemerkte erst nach Abgang des Zuges das Fehlen des Paketes. Sofort wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um das Paket wieder zu erlangen. Das Paket war jedoch spurlos verschwunden. Düsseldorf. Die Höchstzahl der von den hiesigen Kriegsrüchen verabfolgten Mittägessen ist seit November von 18 550 auf 22 500 gestiegen. Elberfeld. Heimlichen Abschachtungen von Schweinen und Großvieh ist man hier auf die Spur gekommen. Bisher sind drei Personen verhaftet worden. Der Hauptübeltäter, der Metzgergeselle Wihl. Bohn, ist flüchtig geworden. Er hat den Viehankauf und die Schlachtungen in großem Maße betrieben und eine große Anzahl Gasthöfe und Wirtschaften seit langer Zeit fortgesetzt mit Fleisch versorgt. Köln. Das Zentralkomitee der Kölner Zentrumspartei beschloß für die am 5. Januar, erfolgende Kölner Reichstagsersatzwahl Wahlenthaltung. Da die nationalliberale Partei angesichts des Beschlusses der Zentrumspartei gleichfalls Wahlenthatung ausüben dürfte, gilt die Wahl des sozialdemokratischen Kandidaten, Redakteur Merfeld, der der Mehrheitspartei der sozialistischen Reichstagsfraktion angehört, als gesichert. Köln. Seit einigen Tagen wird hier gegen einen Prokuristen und 2 Buchhalter des Schaaffhausenschen Bankvereins, sowie die Ehefrau eines der Angeklagten wegen großer Unterschlagungen verhandelt. Ein anderer, vielleicht mitschuldiger Buchhalter hat in Frankreich den Heldentod erlitten. Sie spekulierten für eigene Rechnung, zu welchem Zweck sie fingierte Konten errichteten und verloren, beteiligten sich an anderen größeren Unternehmungen, und alle Ausfälle deckten sie aus den Mitteln der Depositenkasse, die sie verwalten, bis schließlich die Riesensumme von über 2½ Millionen Mark ihre Unterschlagungen erreichten. Sie hatten dazu allerdings 7 Jahre Zeit, von 1905—1912. Krefeld. Auf Bahnhof Krefeld=Linn ereignete sich am 18. Dezember gegen 7 Uhr abends ein großerer Eisenbahnunfall. Von einer in einem Nebengleise fahrenden Rangierabteilung entgleiste ein leerer Güterwagen, der in die Drahtleitung der Weichen und Signale geriet. Dadurch wurde ein Einfahrtssignal ohne Mitwirkung eines Beamten auf „Fahrt“ gezogen und eine Weiche umgelegt. Der in demselben Augenblick von Uerdingen kommende Güterzug Nr. 6274 fuhr auf dieses Signal hin in ein falsches Gleis hinein und stieß auf den in diesem Gleise stehenden Güterzug Nr. 6311. Durch den heftigen Zusammenprall wurden ein Zugführer getotet, zwei Zugbedienstete schwer und mehrere leicht verletzt. Außerdem entgleisten eine Anzahl Wagen und wurden beschädigt. Der Sachschaden ist verhältnismäßig gering. Eisenbahnbedienstete kommen für die Schuldfrage nicht in Betracht. Der Güterzugverkehr wurde für einige Stunden gestört. Mörs. Die Firma Friedrich Krupp, Aktiengesellschaft, überwies dem Landrate des Kreises Mörs 60000 Mark für die Kriegs=Wohlfahrtspflege, insonderheit für die Bürgermeistereien Friemersheim und Hochemmerich. Stadt und band. 20. Dezember. (wr.) Das Kommunale Elektrizitätswerk„Mark“, das bekanntgegeben hat, daß es infolge unzureichender Kohlenlieferung vielleicht genötigt sein werde, die Lieferung elektrischer Energie für alle Verwendungszwecke einzustellen, versorgt unser Städtisches Elektrizitätswerk und alle davon abhängigen Betriebe und Haushaltungen hier, sowie zahlreiche andere Stellen der Umgegend, ferner die Straßenbahn und zahlreiche Werke in Hagen, Iserlohn und 225 andere Städte, Gemeinden, Ort= und Bauernschaften im ganzen Lenne=, Volme= und Ennepegebiet; 10000 große und kleine Betriebe gehören zu Marks Abnehmern. Die Sache macht großes Aufsehen und gibt zu starker Beunruhigung Veranlassung. Die Königliche Eisenbahndirektion in Elberfeld teilt mit: Vom 20. Dezember ab werden bis auf weiteres Sonntagsund Wochentagskarten mit Sonntagskartenpreisen nicht mehr verausgabt. Befördert. Paul Quinkert, hier, Winkhauserstraße 23 der vor kurzer Zeit das Eiserne Kreuz erhielt ist nunmehr auch zum Unteroffizier befördert. (wr.) Für die Schwurgerichtsperiode, die am Landgericht Hagen am 8. Januar 1917 beginnt, fand gestern in öffentlicher Sitzung des Königl. Landgerichts unter dem Vorsitz des Landgerichtspräsidenten Hende die Auslosung der Geschworenen statt. Aus der Urne gingen folgende Namen hervor: 1. Kaufmann Carl Kaufhold aus Schwerte, 2. Metzgermeister Emil Brinkmann aus Hagen, 3. Fabrikant Adolf Lück aus Lüdenscheid, 4. Kaufmann Paul Falkenroth aus Haspe, 5. Landwirt Wilh. Brechtefeld aus Hagen, 6. Fabrikant Alfred Witte aus Haspe, 7. Schlossermeister Wilh. Althoff aus Hagen, 8. Prokuxist Wilh. Böhmer aus Schwelm, 9. Kaufmann Paul Lammers aus Haspe, 10. Landwirt Hr. Spähmann aus Geisecke, 11. Kaufmann Joh. Bonnlof aus Hagen, 12. Buchhalter Alex Neveling aus Haspe, 13. Fabrik. Emil Nordeck aus Altena, 14. Jabrikant Ewald Loesenbeck aus Lüdenscheio, 15. Faktor Wilh. Plate aus Menden, 16. Fabrik. Albert Funke aus Wermingsen b. Iserlohn, 18. Kaufmann W. Jasson aus Hagen, 18. Rechnungsführer Ernst Pollmann aus Nachrodt, 19. Fabrik. Albano Müller aus Schwelm, 20. Landw. Wilh. Schulte aus Westig, 21. Kaufmann H. Rietesel aus Hagen, 22. Fa brikant Julius Aßmann aus Lüdenscheid, 23. Gastwirt Hr. Reinecke aus Oberbrugge, 24. Kaufmann Paul Knippschild aus Hagen, 25. Stell machermeister Carl Lamm aus Lüdenscheid, 26. Kaufmann Max Klein aus Schwelm, 27. Werkmeister G. Bilstein aus Hagen, 28. Oekonomierat Dr. E. Köpper aus Hagen, 29. Sensenfabrikant Julius Fischer aus Haspe, 30. Rentner Adolf Wulff aus Wetter.— Den Vorsitz in dieser Schwurgerichtsperiode wird Herr Landgerichtsrat Roebling von hier führen. Brügge. Das eiserne Kreuz erhielt der Kriegsfreiwillige Musketier Aug. Löwen, Sohn des Zugführers Aug. Löwen, bei einem Infanterie=Regt. an der Somme. Oberbrügge. Bei der in Halver stattgefundenen Ergänzungswahl zur Handelskammer Lüdenscheid für die„Abteilung Halver“ wurde für den verstorbenen Herrn Rudolf BerghausOberbrügge Herr Rudolf Schmidt Oberbrügge gewählt. Altena. Sieben Gänse, alle schwere stattliche Tiere, die sich im Besitz eines Landwirts in Mühlenrahmede befanden, in heutiger Zeit ein Kapital darstellend, sind nächtlicherweise vergiftet worden. Als Täter kommen wahrscheinlich Diebe in Betracht, die bereits vorher einen Einbruch versucht hatten, aber bei ihrem nächtlichen Handwerk gestört worden waren. Weitere Steigerung der Zigarrenpreise? Aus Hamburg wird geschrieben: Die Raucher werden damit zu rechnen haben, daß in nächster Zeit wieder eine Preiserhöhung für Zigarren eintreten wird. Die Einfuhr von überseeischem Tabak ruht bekanntlich schon seit einer Reihe von Monaten. Die ausländische Zufuhr war entbehrlich, weil die überwiegende Zahl unserer Zigarrenfabriken mit Rücksicht auf ihre volle Beschäftigung sehr reichlich mit Vorräten an überseeischem Tabak eingedeckt ist. Im freien Handel ist nun ausländischer Tabak überhaupt nicht mehr, es müssen daher die Fabriken, die zur Aufrechterhaltung ihrer Erzeugnisse eine Sorte Tabak nötig haben, diese unter Mitwirkung der Tabakhandelsgesellschaft in Bremen von einer anderen Firma erwerben, die in der betreffenden Art von ihren Vorräten abzugeben in der Lage ist. Daß hierbei die verkaufende Firma an dem Tabak, den sie selbst seiner Zeit schon zu hohen Preisen erworben hat, auch noch etwas verdienen will, ist selbstverständlich. Aus diesem Grunde erleidet der Rohtabak naturgemäß abermals eine Verteuerung, die in der Preisgestaltung der Zigarren zum Ausdruck kommt. Wie sich im Laufe des nächsten Jahres die Erzeugung und der Handel mit Zigarren gestalten wird, ist vorläufig noch nicht zu übersehen. Die in der letzten Zeit aufgetauchten Gerüchte über eine geplante Beschlagnahme der Zigarren entbehren selbstverständlich jeder Grundlage, denn zu einer solchen Maßregel liegt durchaus keine Veranlassung vor. Wenn auch der Bedarf der Heeresverwaltung nach wie vor ein sehr erheblicher ist, so reicht die Erzeugung doch noch vollkommen aus, um auch den Bedarf der Zivilbevölkerung zu decken. Tritt nach einer Reihe von Monaten die Notwendigkeit an uns heran, die Rohtabakbestände aus dem Ausland, das heißt Holland, zu ergänzen, dann wird es sich fragen, ob die Konzentration des gesamten Einfuhrhandels in der Hand der Bremer Gesellschaft in der Lage sein wird, angemessene Preise zu erzielen. Die Sperrung unserer Grenzen gegen den Rohtabak aus Holland hat dort zu einer sehr erheblichen Senkung der Preise geführt. Sollte aber die künftige Oeffnung der Grenzen für den ausländischen Tabak zu neuen Preistreibereien auf dem holländischen Markte führen, sodaß sich die Konzentration des Einfuhrhandels nicht als wirksam erweißt, dann wäre allerdings mit einer Knappheit an ausländischem Tabak zu rechnen, da man unzweifelhaft eher die Erzeugung einschränken, als wieder die früheren holländischen Wucherpreise bezahlen würde. Bunte Zeitung. Berlin. Die Preise für Aepfel sind in der letzten Zeit außerordentlich gestiegen. Die Preisprüfungsstelle, die erst kürzlich Richtpreise für Aepfel aufgestellt hat, schreitet nunmehr im Verein mit dem Kriegsernährungsamt energisch gegen diese Preistreibereien ein. Sonntag vormittag wurden die Aepfelkähne auf der Spree einer gründlichen Revision unterzogen! Da sich herausstellte, daß die Händler das Obst als böhmisches Obst zum Durchsschnittspreise von 1 Mark das Pfund verkauften, wurden die Ladungen von zwölf Spreekähnen beschlagnahmt und die Händler zur Anzeige gebracht. Die Preisprüfungsstelle will nun ihre Revisionen auch auf die Markthallen und Kleinhändler ausdehnen. Ein Gespräch. Den Chauvinismus der Franzosen auf dem Gebiete der Kunst verspottet der„Figaro“ in einem Gespräch zwischen dem Direktor der Oper und einem Abgeordneten: „Bravo, mein verehrter Direktor: Sie bereiten ein Werk vor, das alle guten Franzosen ins Theater locken wird. Diese Oper von Dupont, welch ein Werk!“„Haben Sie sie gehört?"„Noch nicht. Aber es genügt mir, daß sie von einem Franzosen Dupont ist. Dieser echt französische Name sagt mir, daß die Oper wundervoll ist!“„Ich weiß nicht, ob sie wirklich wundervoll ist. Aber ich weiß bestimmt, daß das Publikum ausbleiben wird, und ich mein Geld verliere!“„Wie, lieber Direktor, bei einem Werk, dessen Autor sich Dupont nennt? Sie sollten auch Opern aufführen von Leuten, die Martin oder Durand heißen, denn das sind Namen, wie in Deutschland Müller oder Schulze!“ „Werke solcher Leute habe ich leider nicht. Ich werde wieder die„Meistersinger“ geben!“„Ah, sehr schön. Von wem ist denn diese Oper?"„Von Richard Wagner!“ Der unbeirrbare Apotheker.„Die Division", so erzählt der„Figaro“,„war in Ruhestellung gekommen, und einer der Verbindungsradfahrer erschien ausgeruht, gereinigt und mit geölter Maschine vor der Offiziersmesse, um sich zu Diensten der Offiziere zu stellen, die aus dem nächsten Ort die neuesten Zeitungen herbeigeschafft wünschten. Er erhält eine von einem Offizier niedergeschriebene Liste der gewünschten Zeitungen und fährt ab. In der Ortschaft angelangt, sucht der Radfahrer die Liste, hervor und müht sich vergeblich ab, die unleserliche Schrift des Offiziers zu entziffern. Welche Zeitungen soll er bringen? Da fällt sein Blick auf das Schild einer Apotheke, und sofort kommt ihm eine Idee. Im nächsten Augenblick ist er in der Apotheke, reicht dem Apotheker die Liste und sagt:„Bitte sehr, mein Herr, können Sie das lesen?“ Denn ein Apotheker hat doch die berufliche Pflicht, jede Schrift lesen zu können! Ohne Zögern nimmt denn auch der Apotheker das Papier.„Er verschwindet in einem Hinterraum, einige Sekunden vergehen, und gleich darauf kehrt er mit einem gefüllten und sorgfältig etikettierten Aus aller Welt Gaben zur Hindenburgspende. Aus den verschiedensten Gegenden Deutschlands laufen Meldungen ein, wonach der Aufruf Hindenburgs zur freiwilligen Ablieferung von Fett und Speck lebhaften Widerhall gefunden hat. So wird aus Kloppenburg in Oldenburg berichtet, daß schon ganz erklekliche Mengen Speck abgeliefert wurden und noch täglich abgeliefert werden. Daneben haben sich aber noch 721 Familien zur unentgeltlichen Aufnahme von Kindern aus den Kriegsindustriegebieten bereit erklärt. Und von Koswig in Anhalt schreibt die Ellbezeitung:„Bisher sind annähernd 500 Genehmigungen zum Hausschlachten in unserer Stadt erteilt worden. Kein Wunder, wenn sich der abzugebende Speck bei Herrn Hoffleischermeister Wolf in„Haufen anhäuft.“ Butterlose Tage. Im Kreise Görlitz kamen die Landwirte überein, zum Besten der Hindenburg Spende im Monat drei butterlose Tage einzurichten. Die so ersparte Buttermenge wird an die Sammelstellen abgeliefert, um von dort den Industriegebieten zugeführt zu werden. Viehfutter aus— Kaffeesatz. Die öffentlichen Schulen sind durch Verfügung angewiesen worden, die Schüler zum Sammeln des Kaffeesatzes zu veranlassen, da Versuche ergeben hätte, daß der getrocknete Kaffegrund ein brauchbares Viehfutter sei. Mit Genehmigung des Reichskanzlers wird die Verwertung des Kaffeegrundes durch die Trockenfuttermittelgesellschaft in Berlin W 9, Königstraße 28, betrieben. Diese zahlt für ein Kilogramm„lufttrockenen Kaffengrund“ 2 Pfa. Die Gemeinden sollen die gesammelten Vorräte etwa monatlich an die genannte Gesellschaft abliefern. Die Frachtkosten trägt die Gesellschaft. Schweres Grubenunglück. In der Benzberger Grube bei München hat sich eine schwere Schlagwettererplosion ereignet, wobei 35 Bergleute zum Teil so schwer verletzt wurden, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Eine Militärkolonne von einer Lawine verschüttet. Nach einem Bericht aus Zernez wurde am Ofenpaß eine schweizeri sche Militärverpflegungskolonne von einer Lawine verschüttet Alle konnten lebend ausgegraben werden. Ein Mann, der mit 4 Pferden über 12 Stunden im Schnee begraben lag, mußte in das Krankenhaus gebracht werden. Der König von Bayern über die Presse. Bei einem Be such des Versandhauses des Münchener Weihnachtsausschusses für die Truppen durch den König Ludwig wies der Vorsitzende auch auf zwei anwesende Vertreter der Presse mit den Worten hin:„Das sind unsere treuen Helfer.“ Der König reichte beiden Herren die Hand und bemerkte:„Ja, die Presse ist sehr wichtig, aber die wenigsten wissen es." Der Reichsverband zur Unterstützung deutscher Veteranen teilt mit, daß er auf Grund eines mit dem Reichsausschuß der Kriegsbeschädigtenfürsorge getroffenen Abkommens die Hälfte der jährlichen Mitgliederbeiträge und der Zinsen seiner Kapitalien dieser Reichsstelle zuführen wird, um es zu ermöglichen, auch da, wo die für die Kriegsbeschädigtenfürsorge ausgeworfenen staatlichen Mittel nicht ausreichen, helfend einzuwirken. Die sonstigen vom Reichsverband gesammelten Mittel werden nach wie vor zur Unterstützung der übrigen Veteranen der Armee und Marine verwandt. Nach dem gegenwärtigen Kriege, der so ungeheure Opfer fordert, deren Zahl noch nicht abgeschlossen ist, werden die zur Unterstützung der Kriegsteilnehmer für lange Jahre erforderlichen Mittel sehr groß sein. Der Reichsverband bedarf zur Aufbringung dieser Mittel großen Zuwachses an Mitgliedern mit festen Jahresbeiträgen und Spenden aus allen Kreisen des deutschen Volkes. Er hat sich daher entschlossen, ein Heimat heer zu gründen, in das er sämtliche deutsche Männer, Frauen, Jünglinge und Jungfrauen einzutreten und für es zu werben bittet. Die ordentliche Mitgliederschaft beträgt nach den Satzungen des Verbandes mindestens 6 Mark, die außerordentliche 1 Mark. Den ordentlichen Mitgliedern wird auf Wunsch das Abzeichen, das sie als Streiter des Heimatheeres kenntlich macht, zum Preise von 2 Mark übersand. Der Reichsverband zur Unterstützung deutscher Veteranen, e. V., hat seinen Sitz in Berlin N 9. Potsdamer Straße 126. Abschaffung des Trinkgeldes. In einer in Erfurt abgehaltenen Ausschußsitzung von Hotelbesitzern und Vertretern von Gehilfenvereinen zur Frage der Trinkgeldentlohnung wurden folgende Beschlüsse gefaßt: Das bisherige sogenannte Trinkgeld als freiwillige Entlohnung der Gastwirtsgehilfen wird abgeschafft. Alle Angestellten werden durch feste Gehälter entlohnt. Die Geschäfte decken sich durch einen prozentualen Zuschlag auf die Rechnungen, der für den Gast sichtbar zum Ausdruck zu bringen ist, und soweit feste Gehälter nicht durchführbar sind, durch prozentualen Anteil an dem von den Angestellten erzielten Umsatz. Die Durchführung dieser Beschlüsse ist durch geeignete Maßnahmen zu organisieren, so daß, wenn die Friedensglocken erklingen, alle Gastwirtsangestellten, insbesondere aber die aus dem Felde heimkehrenden Krieger aus dem Wirtstande durch die Beseitigung der Trinkgelderunsitte geehrt werden. Handwerk und Zivildienstpflicht. Im Hinblick auf eine gewisse Beunruhigung im Handwerk hat General Gröner, der Leiter des Kriegsamts, dem Obermeister Rahardt von der Berliner Handwerkskammer in einer Unterredung Auskünfte gegeben, die im Zentralausschuß der vereinigten Innungsverbände Deutschlands mit Befriedigung aufgenommen worden sind. Es dürfte danach etwa Februar werden, ehe auf eine allgemeine Heranziehung des Handwerks zum Hilfsdienste zu rechnen ist. Bis dahin ist man noch mit der Organisation des Amtes, des Verkehrswesens, der Rohstoffangelegenheiten usw. beschäftigt. Dem Handwerk soll Sitz und Stimme— und zwar voraussichtlich in mehreren Vertretern— in allen maßgebenden Ausschüssen eingeräumt werden, auch in dem für die Durchführung des Gesetzes besonders wichtigen Arbeitsamt. Auch werden in den Fachausschüssen, die den stellvertretenden Generalkommandos angegliedert sind, die einzelnen Gewerbe Vertreter bekommen. Die geeigneten Personen hierfür schleunigst zu nennen, wurde den Innungsverbänden und Ausschüssen dringend nahegelegt. Die Namen nehmen die stellvertretenden Generalkommandos entgegen. Die Speisekarte der Z. E.=G. Die„Dtsch. Gastwirtsztg.“ veröffentlicht folgende Wochen=Speisekarte aus der Kantine der Z.=E.=G., die den 800 Angestellten für 90 Pfg. pro Tag zur Verfügung steht: 23. Oktober: Graupensuppe mit Nudeln, Spinat, Kalbsbraten, Kartöffeln. 24. Oktober: Graupensuppe, Weißkohl, Kartoffeln mit Bratensauce, Reis mit Birnen. 25. Oktober: Apfelsuppe, Kohlrüben, Gulasch, Reisspeise mit Saft. 26. Oktober: Kartoffelsuppe mit Speck, Erbspüree mit Sauerkraut, Wurst mit Kartoffeln und Tunke, Kürbiskompott, Selleriesalat. 27. Okkober: Suppe, Mohrrüben mit grünen Erbsen, Heringsklopse. 29. Oktober: Geschlossen. 30. Oktober: Suppe. Rot kohl mit Schmorvraten. 31. Oktober: Nudelsuppe, Makkaroni mit Obst, Wirsingkohl mit Kartoffeln. 1. November: Kartoffelsuppe, Spitzbein mit Sauerkohl und Erbspüree, Apfelmus.— Wie ware das möglich? Redizinfläschchen zurück. Er reicht es dem verblüssten Nadfahrer und meint freundlich:„Es hat doch nicht zu lange gedauert, wie?— 1 Frank 20, bitte!“ Deusite Nachrichten. Berlin, 19. Dezember. Die Entente unternahm nach dem„Heraldo“ bei der spanischen Regierung einen freundschaftlichen Schritt wegen der Tätigkeit der deutschen U=Boote bei den Kanarischen Inseln. Die Regierung antwortete, sie werde nichts unterlassen, um ungesetzliche Handlungen zu verhindern, falls solche amtlich bestätigt werden. (WTB.) Berlin, 20. Dezember. Die in Verfolg eines Reichstagsbeschlusses vom Reichskanzler berufene Kommission zur Prüfung der Verträge über Kriegslieferungen ist gestern zu ihrer ersten Sitzung im Reichstagsgebäude zusammengetreten. Als Vorsitzender der Kommission wies Staatssekretär Dr. Helfferich auf die ungewöhnlich großen Aufgaben der Kommission hin, die die Verträge über Lieferungen im Werte von vielen Milliarden Mark zu prüfen habe. Nach einer Aussprache einigte sich die Kommission dahin, daß in der nächsten Sitzung zunächst seitens der einzelnen Verwaltungen die maßgebenden Grundsätze für die Abschlüsse von Lieferungsverträgen möglichst an der Hand von Unterlagen mitgeteilt werden sollen, ferner, daß einzelne Fälle, die in der Oeffentlichkeit zu Bedenken und Beunruhigungen Anlaß gaben, schriftlich von den Kommissionsmitgliedern dem Vorsitzenden mitzuteilen sind, der sie den zuständigen Dienststellen zur Prüfung und Feststellung zuleiten und sie dann der Kommission zur Beratung vorlegen wird. Die nächste Sitzung ist am 9. Januar. (WTB.) Berlin, 19. Dezember.(Amtlich) Die russische Regierung beschäftigt seit geraumer Zeit viele Tausende von Kriegsgefangenen am Bau der Murman=Bahn auf der Kola=Halbinsel. Die traurigen Umstände, unter denen die dort befindlichen Kriegsgefangenen zu leiden hatten und deren Wirkungen zahllose Opfer erlagen, sind der Oeffentlichkeit bekannt. Die deutsche Heeresverwaltung sah sich, nachdem die erhobenen Proteste keine Besserung zu erzielen vermochten, gezwungen, als Vergeltung tausend russische Offiziere in ein Mannschaftslager zu überführen und sie dort einer besonders strengen Behandlung zu unterziehen. Die russische Regierung antworte hierauf mit der Maßregel, daß am 15. November sämtliche kriegsgefangenen deutschen Offiziere in Rußland gleichfalls in Mannschaftslager gelegt und der gleichen Behandlung wie die russischen Offiziere unterworfen wurden. Nunmehr ist es, noch ehe die deutsche Regierung zu einer weiteren Verschärfung und Ausdehnung der von ihr beabsichtigten Gegenmaßnahmen kam, der hochherzigen Vermittlung der Präsidenten des schwedischen und des dänischen Roten Kreuzes, Ihren Königlichen Hoheiten Prinz Karl von Schweden und Prinz Waldemar von Dänemark gelungen, eine Einigung herbeizuführen. Nach einer Mitteilung des Zaren wird vom 1. Januar ab sich kein Kriegsgefangener mehr im Gebiete der Murman=Bahn auf der Kola=Halbinsel befinden. Gleichzeitig hat der Zar den Befehl ergehen lassen, daß mit den Vergeltungsmaßregeln gegenüber den deutschen Offizieren aufzuhören sei. Andererseits hat der Deutsche Kaiser angeordnet, daß sogleich die tausend russischen Offiziere in die Offizier=Gefangenenlager zurückgebracht und wieder in vollem Umfange als Offiziere behandelt werden. Dresden. Verdienten Erfolg hatte hier der Molkereiproduktenhändler Friedrich Gustav Bayer, der wegen Ueberschreitung der Höchstpreise beim Käseverkauf einen auf 30 Mark lautenden Strafbefehl erhalten hatte. Er erhob Einspruch und wurde vom Schöffengericht zu 150 Mark verurteilt. Nunmehr ging er an das Landgericht, das nach Anhörung eines Sachverständigen=Gutaatens ihn mit 2100 Mark bestrafte. Frankfurt a. M., 20. Dezember. Heute beginnt in ganz Spanien der Generalstreik aller Arbeiter als test gegen die wachsende Teuerung und die Lauigkeit der Regierung in dieser Frage. Köln, 19. Dezember. Die„Köln. Ztg.“ meldet: Die Pariser Blätter melden aus New Yort: Nach Nachrichten aus El Paso sprengten die Truppen Villas bei einem neuen Angriff gegen die Stadt Chihuahua im Bahnhof von Bachinobe einen Erpreßzug in die Luft. Mehr als 200 Reisende wurden getötet. (bb.) Genf, 19. Dezember. Die Gesandten Frankreichs, Englands und Italiens verließen Athen und begaben sich an Bord der vor dem Piräus ankernden verbündeten Schiffe. Der russische Gesandte, der leidend ist, verblieb in Athen. (WTB.) Bern, 20. Dezember. Am nächsten Sonntag bringt das Kardinal=Kollegium, wie üblich, dem Papst die Weihnachtswünsche dar. Dieser antwortet nach altem Brauch mit einer Ansprache, die diesmal in diplomatischen Kreisen mit größter Spannung erwartet wird. Man versichert, der Papst werde nicht verfehlen, auf den deutschen Friedensvorschlag einzugehen. F. ( Kinderlaabe redigiert von Lotte Sonntag. Der Mond. In stillem, heitern Glanze Tritt er so mild einher. Wer ist im Sternenkranze So schön geschmückt als er? Er lächelt still, bescheiden, Verhüllt sein Angesicht, Und gibt doch soviel Freuden Mit seinem trauten Licht, Er lohnt des Tags Beschwerde, Schließt sanft die Augen zu, Und winkt der müden Erde Zur stillen Abendruh'. Schenkt mit der Abendkühle Der Seele frische Luft; Die seligsten Gefühle Gießt er in unsre Brust. Du, der ihn uns gegeben Mit seinem trauten Licht, Hast Freud' am frohen Leben, Sonst gäbst du ihn uns nicht. Hab' Dank für alle Freuden, Hab' Dank für deinen Mond, Der Tageslast und Leiden So reich, so freundlich lohnt. Matthias Claudius. Die Daminter Heide. Die Rominter Heide, das Leibjagdgehege unseres Kaisers, ist ein uraltes preußisches Jagdgebiet. Schon zur Zeit der Herzöge wird unter den Jagdbuden ganz besonders die von„Romitten“ erwähnt. Auch Georg Wilhelm, der Vater des Großen Kurfürsten, hat sich öfters dort zur Pirsch aufgehalten. In der Neuzeit war es hauptsächlich Prinz Friedrich Karl, der rote Prinz, der Held von 1870/71, der von 1868 ab fast alljährlich bis zu seinem Tode dort jagte, und manches prächtige Geweih in Rominten gestreckter Rothirsche befindet sich in der Sammlung zu Neu=Glienicke. Auch ist dem fürstlichen Weidmann dort im Nassawer Revier ein Gedenkstein errichtet. Die Heide ist in vier Oberförstereien eingeteilt: Warnen, Nassawen, Goldap und Szittkehmen. Jedem Oberförster sind fünf Revierförster, sowie eine Anzahl Forstaufseher und Hilfsjäger zugeteilt, so daß die Kaiserliche Jägerei ein recht stattliches Aufgebot von Beamten stellt. Vor einigen Jahrzehnten war der Rominter Wildstand sehr zurückgegangen, namentlich das Rotwild, so daß es damals nur noch wenige starke Hirsche gab. Heute aber ist der Wildstand der Heide einer der besten in ganz Deutschland, und das ist dem Oberförster Reiff in Nassawen zu verdanken, der die Anregung gab, den Rotwildbestand durch Zuführung frischen Blutes wieder zu heben, ein Plan, der vom besten Erfolg gekrönt war, nachdem sieben Stück Mutterwild aus der Potsdamer Forst in der Heide ausgesetzt worden. Dies war um so erfreulicher, als die eigenartige Geweihbildung der Rominter Hirsche dadurch in keiner Weise beeinflußt wurde. Diese besondere Geweihbildung, wie man sie alljährlich in der von unserem Kaiser ins Leben gerufenen Geweihausstellung beobachten kann, zeigt sich in einer ungewöhnlichen Stärke der Stangen, dem vielfachen Fehlen der Eissprossen bei höherer Endenzahl und hauptsächlich in dem Bestreben dieser letzteren, meist vom Vierzehnender aufwärts, die Krone schaufelartig zu verbreitern. Leider konnte sich der Oberförster Reiff nicht lange an dem Erfolg seines Gedankens freuen; er fiel schon 1867 von Mörderhand. Am sogenannten Mordweg hat man ihm ein Denkmal errichtet. Die eigentliche Heide war ursprünglich mit Fichten von oft erstaunlicher Höhe und Kiefern bestanden, während der südlich sich anschließende Gehlweider Wald fast ausschließlich Laubholz, wie Eichen, Buchen, Birken, Erlen, und ganz besonders viel Espen besitzt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind aber auch in der Heide selbst größere, von der Nonne verwüstete Bezirke mit Laubhölzern wieder aufgeforstet worden. Besonders arg hat dieser Schädling von 1852 bis 1857 ebenso wie in anderen ostpreußischen Waldungen auch in der Rominter Forst gehaust, wo er einen gar nicht abzuschätzenden Schaden anrichtete. Jahrzehntelang lagerten die gestürzten Stämme übereinander und verfaulten aus Mangel an Arbeitern, und erst nach und nach gelang es unter Zuhilfenahme der Sträflinge des Insterburger Zuchthauses, den großen Waldbezirk einigermaßen zu säubern. Zum letztenmal ist der Nonnenschmetterling im Herbst 1897 in den westlichen Teilen der Heide, in den Oberförstereien Warnen und Goldap in so bedenklicher Menge aufgetreten, daß man ernstliche Befürchtungen für den Bestand der prächtigen Nadelwälder hegte. Doch konnten die Schädlinge mit Aufbietung aller erreichbaren Hilfskräfte, u. a. auch des Pionierbataillons„Fürst Radziwill" aus Königsberg, im Mai 1898, als eben die Raupen auszukriechen begannen, so energisch bekämpft werden, daß ein allzu großer Schaden nicht zu beklagen war. Spruch. Edel sei der Mensch, Hilfreich und gut! Denn das allein Unterscheidet ihn Von allen Wesen, Die wir kennen. Silben=Rätsel. Goethe. a, di, en, ei, gel, i, kreuz, mei, mum, na, nach, ne, rad, row, sa, se, su, ten, ter, un, wa, will, zi. Aus vorstehenden 23 Silben sollen neun Wörter gebildet werden, deren Anfangs= und Endbuchstaben von oben nach unten gelesen eine Persönlichkeit ergeben, die wir alle lieben. Die Wörter. bedeuten: 1. Oper, 2. Schlange, 3. russ..General, 4. Nahrungsmittel, 5. Fürstengeschlecht, 6. Badeort,(7. Insekt, 8. Säugetier, 9. Wind. der Rechenaufgabe der vorigen„Kinderlaube“. 1. Um 3 Uhr 5 Minuten. 2. 218,75 Kilometer. ) (W2B.) Rom, 19. Dezember. Agenzia Stefani. In Erwiderung verschiedener Redner gab Sonnino heute in der Kammer eine Erklärung folgenden Sinnes ab: Es sind keine bestimmten Vorschläge enthalten, außer dem allgemeinen Vorschlage, die Friedensverhandlungen zu eröffnen. Wenn darüber hinaus Vorschläge gemacht wären, dann würden wir erwägen, was dem entsprechend zu tun wäre. Es wäre nicht praktisch und auch nicht ernsthaft heute darüber Erörterungen zu pflegen. Uebrigens wird kein Verbündeter die Bedingungen in Erwägung ziehen können, die ihm in der für ihn allein bestimmten Form angeboten wäre. Im öffentlichen Interesse und auf Grund der den verbündeten Regierungen schuldigen Rücksichtnahme kann ich Ihnen nicht mitteilen, was sich auf den Inhalt der Antwort bezieht, die wir auf diesen Schritt den vier feindlichen Mächten erteilen werden. Die Antwort wird veröffentlicht, sobald darüber ein Einvernehmen getroffen ist. Wiralle wünschen sehnsüchtig den Frieden und zwar einen dauerhaften Frieden, aber wir nehmen als dauerhaften Frieden die festgelegte Regelung an, deren Dauer nicht von der Festigkeit der Ketten abhängt, die geschmiedet sein könnten, um sie dem einen oder anderen Volke anzulegen, sondern von dem gerechten Gleichgewicht zwischen den Staaten, von der Achtung des Grundsatzes der Nationalitäten und den Grundsätzen der Menschlichkeit und Zivilisation. Wir streben in keiner Weise nach irgend einer internationalen Regelung, der Unterjochung oder Vorherrschaft oder einer Regelung, die die Vernichtung von Völkern und Nationen bedingt. Angesichts des ernsthaften Vorschlages für bestimmte Grundlagen von Verhandlungen, die den oben dargelegten Forderungen der Gerechtigkeit und Zivilisation Genüge tun könnten, würde sich niemand von vorherein weigern, darüber zu verhandeln. Aber bis jetzt zeigt uns nichts, daß diese Bedingungen sich im gegenwärtigen Falle verwirklichen. Es sind sogar sehr viele Dinge vorhanden, die auf das Gegenteil hindeuten.— Durck. Zuruf wurde der Anschlag der Rede beschlossen. Lloyz Georges Antwort. (WTB.) London, 19. Dezember. Die Rede Lloyd Georges wurde im Unterhause mit allgemeinem Interesse erwartet. Das Haus war gedrängt voll, und der Premierminister wurde, als er sich erhob, mit lautem Beifall empfangen. Lloyd George sagte: Unsere Antwort auf die deutschen Vorschläge wird in vollem Einvernehmen mit unseren Verbündeten gegeben werden. Jeder, der den Krieg leichtfertig verlängert, wird die Schuld für dieses Verbrechen auf seine Seele laden. Aber jeder, der den Kampf aufgibt, ohne daß das Ziel erreicht wurde, würde die Schuld dafür übernehmen. Die Annahme der Vorschläge des deutschen Reichskanzlers würde bedeuten, daß wir unsere Köpfe in eine Schlinge mit einem Seil daran stecken wurden. Ohne Genugtuung ist der Friede nicht möglich. Der See- und Luftkrieg (WTB.) Frankfurt a. M., 19. Dezember. Die„Frankf. Ztg.“ berichtet aus Lugano: Ein Schiff, dessen Name bisher unbekannt ist, lief am 18. Dezember in der Adria auf eine Mine und sank mit Mann und Maus. Es ertranken daben Generalleutnant Oreste Bandini, der Oberbefehlshaber des italienischen Heeres in Albanien, und zahlreiche Seeleute. London. Die Admiralität meldet amtlich: Der leer nach Westen fahrende britische Pferdetransportdampfer „ußland“(8825 Bruttoregistertonnen) wurde am 14. ds. Mts. von einem Unterseeboot im Mittelmeer versenkt. 11 Mann der Besatzung und 17 amerikanische Maultiertreiber wurden getötet. (WTB.) London. Lloyds meldet, daß der schwedische Schoner„Nord“ und der spanische Dampfer„Ason“ versenkt wurden.— Bern. Nach einer Mitteilung des„Petit Journal“ aus Cherbourg ist der englische Dampfer„Ocean Prince“ bei Vorgebirge La Hague gescheitert. Abendbericht des Großen Hauptquartiers (WTB.) Berlin, 19. Dezember. Abends. Amtlich. Von keiner Front sind besondere Ereignisse zu melden. Amt Herscheid. am Samstag, den 23. Dezember, 8½—12 Uhr vormittags und 2—5 Uhr nachmittags im Amtshause. Bei Nachfolgendem wird Bezug genommen auf die Anordnung des Herrn Landrats vom 29. vor. Mts. Als Milch kommt nur Kuhmilch in Frage. Selbstversorger sind die Milchkuhhalter mit ihren Haushaltsund Wirtschaftsangehörigen. Diesen wird der unbedingt notwendige Bedarf an Milch gelassen. Alle nicht zum zulässigen Selbstverbrauch verwendete Milch haben die Selbstverbraucher in Gestalt von Vollmilch oder Butter dem Allgemeinverbrauche zuzuführen. Die für die Buttererzeugung und Butterversorgung geltenden Vorschriften werden hierbei nicht berührt. Die tägliche Menge, soweit Vollmilch zur Verfügung steht, beträgt für Versorgungsberechtigte: a) an Kinder im 1. und 2. Lebensjahre, soweit sie nicht gestillt werden, 1 Liter b) an Kinder im 3. und 4. Lebensjahre ¾„ c)„„„ 5. und 6.„ ½„ d)„ stillende Frauen für jeden Säugling 1„ e)„ hoffende Frauen in den letzten 3 Monaten vor der Entbindung ¾4„ Kranke ½ bis 1„ für Vorzugsberechtigte: an Kinder im 7. bis 14. Lebensjahre ¼ Liter, vorausgesetzt, daß Milch zur Verfügung steht. Von den unter d und e aufgeführten Personen ist die Bescheinigung des Arztes oder der Hebamme, von den unter f genannten die des Arztes bezubringen.— Personen über 70 Jahre zählen ohne Weiteres zu den Versorgungsberechtigten u. f. Die Verabfolgung der Vollmilch wie vor zum Ausdruck gebracht, beginnt mit dem 24. ds. Mts. nur noch gegen Milchkarte— Abschnitt 2— bindend für Landwirte und Milchhändler. An diesem Tage auch Ausgabe der Fleischkarten, gegen Vorlage der Stammkarte der alten Fleischkarte. Herscheid, den 19. Dezember 1916. Der Amtmann: Steinhaus. 5) JVa Nr. 23345. Husführungsbestimmungen zur Einführung der Arbeits-Husweiskarten für Heeresnäharbeiten (Erlaß des stellv. Gen.=Kdos. v. 4. 12. 16. IV a Nr. 22 250) § 1. Wer an den Heeresnäharbeiten als Zwischenmeister, Hausgewerbetreibender, als Werkstätten- oder auch als Heimarbeiter unmittelbar oder mittelbar beteiligt sein will, muß sich von der Gemeindebehörde seines Wohnsitzes eine Arbeits=Ausweiskarte ausstellen lassen. Die Arbeits=Ausweiskarte ist dem Antragsteller in zwei Ausfertigungen(die eine auf Vordruck A und die andere an Vordruck B) auszuhändigen. § 2. Ueber die ausgestellten Ausweiskarten hat die Gemeindebehörde eine alphabetisch geordnete Liste nach folgendem Muster zu führen: Anstelle der Listenführung kann die Gemeindebehörde auch das Kartensystem wählen. Die Karten müssen die gleichen Angaben enthalten, wie die Liste. § 3. Die Ausweiskarten dürfen erst dann ausgestellt werden nachdem die Durchsicht der Liste oder der Kartothek(§ 2) in jedem einzelnen Fall ergeben hat, daß für den Antragsteller eines Ausweiskarte noch nicht ausgefertigt wurde. Kommt Heimarbeit in Betracht, dann ist darauf zu achten, daß aus einer Hausgemeinschaft(Familie) in der Regel nicht mehr als eine Person die Arbeits Ausweiskarte erhält. Frauen und Mädchen, die die Heimarbeit nicht schon vor dem Kriege berufsmäßig ausgeübt haben, dürfen nur dann Arbeits=Ausweiskarten erhalten, wenn sie bedürftig sind und wenn die Gemeindebehörde aufgrund gewissenhafter Prüfung die Ueberzeugung gewonnen hat, daß die Antragstellerinnen eine andere Arbeit, deren Uebernahme ihnen füglich zugemutet werden darf, nicht finden können. In Gemeinden, die öffentliche Arbeitsnachweise besitzen, ist diese Prüfung den öffentlichen Arbeitsnachweisen zu übertragen. § 4. Wechseln Inhaber von Arbeits=Ausweiskarten ihren Wohnsitz, so hat die Gemeindebehörde des aufgegebenen Wohnsitzes der Ausfertigungsstelle des neuen Wohnsitzes einen Auszug aus der alphabetischen Liste oder eine Abschrift der betreffenden Kontrollkarte(§ 2) zuzustellen. Die Gemeindebehörde des neuen Wohnsitzes überträgt den Auszug in ihre Liste über ausgefertigte Ausweiskarten oder reiht die Kartenabschrift in ihre Kartothek ein. Die Tatsache der in Absatz 1 vorgeschriebenen Meldung hat die Gemeindebehörde des aufgegebenen Wohnsitzes unt Angabe des Datums und des Adressaten in ihrer Liste oder auf der betreffenden Kontrollkarte unter der Rubrik„Bemerkungen“ ersichtlich zu machen. § 5. Als Zwischermeister, Hausgewerbetreibender, als Werkstätten- oder auch als Heimarbeiter darf ein Unternehmer nur solche Personen unmittelbar oder mittelbar mit Heeresnäharbeiten beschäftigen, die ihm ihre Arbeits=Ausweiskarte in beiden Ausfertigungen(A u. B) übergeben haben. Die eine Ausfertigung(A) behält der Unternehmer in seinem Verwahr. Er ist verpflichtet, in den hierfür vorgesehenen Spalten, außer seiner Firma, zunächst den Eintritt des Beschäftigten, auch die einzelnen Aufträge nach Datum, Ort und Umfang einzutragen. Den Empfang der einzelnen Arbeitsmengen muß er sich vom Beschäftigten durch eigenhändige Namensunterschrift quittieren lassen. Die andere Ausfertigung(B) hat der Unternehmer, an vorgeschriebener Stelle mit dem Eintrage seiner Firma und dem Eintrittstag des Beschäftigten versehen, spätestens innerhalb einer Woche nach Erhalt an die für ihn inbetracht kommende Verteilungsstelle einzusenden. Fordert ein Arbeitnehmer seine Arbeits=Ausweiskarte zurück wozu er jederzeit berechtigt ist, so hat der Unternehmer zunächst von seiner Verteilungsstelle die Ausfertigung B der betreffenden Karte einzufordern und diese, zusammen mit der in seinem Verwahr befindlichen Ausfertigung A, dem Inhaber wieder zuzustellen. Vorher ist noch in beide Ausfertigungen der Tag des Austrittes einzutragen. Sobald sich die Ausweiskarte nicht mehr im Verwahr des Unternehmers befindet, darf er ihren Inhaber nicht mehr beschäftigen. § 6. Wer vorstehenden Bestimmungen zuwiderhandelt, hat sofortigen Ausschluß von den Heeresnäharbeiten, nach den Umständen des einzellnen Falls auch Zivil= und strafrechtliche Verfolgung zu gewärtigen. Frankfurt a. M., den 14. Dezember 1916. Stellvertretendes Generalkommando 18. Armeekorps. Auf Anordnung des Herrn Ministers des Innern haben alle Zivilpersonen, die in besetzte feindliche Gebiete reisen, sich vorher einer erneuten Pockenschutzimpfung zu unterziehen, wenn sie nicht in den letzten 4 Jahren an Pocken erkrankt waren oder mit Erfolg gegen Pocken geimpft worden sind. Die Ausstellung eines Passierscheines zur Reise in die besetzten feindlichen Gebiete muß daher von der Beibringung einer Bescheinigung hierüber abhängig gemacht werden. Diese Vorschriften gelten auch für Dienstreisen von Beamten in die besetzten Gebietsteile Altena, den 11. Dezember 1916. Der Landrat: Thomee. Sämtliche Drucksachen liefern schnell u billig Tilgenkawp& Ruhl. Die Ausgabe der Fleisch=, Fett=, Gier= und Zuckerkarten erfolgt nach Vorlage der Brotbuchumhüllung bezw. Mahlkarte in folgender Weise: a) am Donnerstag, den 21. d. Mts. im Amtshause, Zimmer 1 für die Einwohner von Kierspe und Umgegend und zwar für die Familien deren Namen mit den Anfangsbuchstaben A—E beginnen, von nachmittags 2—3 Uhr, f. d. Buchst. F—J 3—4 Uhr, f. d. Buchst. K—M 4—5 Uhr, „ N—R 5—6„„ S—Z 6—7„ b) am Freitag, den 22. d. Mts. im Gasthof Cramer zu „ G—M „ N—S c) am Samstag, den 23. d. Mts. im Gasthof Reinecke in Oberbrügge, für die Einwohner von Oberbrügge und Umgegend für die Buchstaben von A—F nachm. von 1—2 Uhr, „ 2—3„ „ 3—4„ „ T—Z„„ 4—5„ d) am Samstag, den 23. d. Mts. im Gasthof Ifing in Rönsal, f. d. Einwohner d. Gemeinde Rönsal nachm. von 2—6 Uhr. Personen ohne Brotbuchumhüllung bezw. Mahlkarte und ebenfalls diejenigen, welche nicht zu der festgesetzten Zeit erscheinen, müssen zurückgewiesen werden. Gleichzeitig findet in derselben Reihenfolge die Ausgabe der Milchkarten statt. Die Menge Vollmilch, welche in Zukunft als täglicher Bedarf gerechnet wird, beträgt, soweit Vollmilch zur Verfügung steht: a) bei Kindern im 1. und 2. Lebensjahre, sofern sie nicht gestillt werden, 1 Liter; b) bei Kindern im 3. und 4. Lebensjahre, ¾ Liter; c) bei Kindern im 5. und 6. Lebensjahre ½ Liter; d) bei stillenden Frauen für jeden Säugling, 1 Liter; e) bei hoffenden Frauen in den letzten 3 Monaten vor der Entbindung, ¾ Liter; f) bei Kranken, ½ bis höchstens 1 Liter. Die vorgenannten Personen, werden als„Vollmilchversorgungsbrechtigte" bezeichnet. Soweit nach Deckung des Bedarfs der Vollmilchversorgungsberechtigten noch Vollmilch zur Verfügung steht, haben Kinder im 7. bis 14. Lebensjahre ein Vorrecht auf Zuweisung von Vollmilch(Vollmilchvorzugsberechtigte), sie können erhalten ¼ Liter täglich. Andere Personen aber, also alle gesunden Personen über 14 Jahre dürfen vom 24. ds. Mts. ab keine Vollmilch mehr beziehen. Von den unter d und e genannten Personen ist die Bescheinigung eines Arztes oder einer Hebamme, von den unter f genannten die Bescheinigung eines Arztes beizubringen. Das Lebensalter ist durch Familienstammbücher oder durch sonstige amtliche Papiere nachzuweisen. Personen im Alter von über 70 Jahren zählen ohne Weiteres zu den Versorgungsberechtigten im Sinne der Vorschrift zu k. Die obengenannten Zahlen sind natürlich auch für die Landwirte und Milchvertriebsgeschäfte von größter Bedeutung. Die Verabfolgung von Vollmilch an die Bezugsberechtigten darf vom 24. Dezember ds. Je. ab nur noch gegen Milchkarte Abschnitt 2 und nur noch in der durch die Milchkarte bestimmten Mengen erfolgen. Es ist den Bezugsberechtigten verboten mehr Milch anzunehmen, als ihnen die Milchkarte zuteilt. Die Milchkarte ist nicht übertragbar. Weiterverkauf der auf Milchkarte bezogenen Milch ist verboten. In den angesetzten Terminen werden vorläufig nur für Milchkarten verabfolgt. Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung des Herrn Landrats vom 13. Dezember 1916, betr. Brotmarkenzulage, findet die Ausgabe der Zusatzmarken ebenfalls an den vorstehend festgesetzten Terminen und in der angegebenen Reihenfolge statt. Ferner werden gleichzeitig die alten Brotbuchumhüllungen durch neue ersetzt. An den genannten Tagen ist das Amt für die Ausgabe von Lebensmittelkarten geschlossen. Kiersve, den 19. Dezember 1916. Der Amtmann: I. V. Homrighausen. 18. Stellvertretendes Generalkommands. Abt. IIIb Tgb. Nr. 23506/7125. Bekanntmachung betr. Lieferung von Rohlen, Roks und Briketts. Auf Grund des§ 9b des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851(G. S. S. 451 ff) und des Gesetzes vom 11. Dezember 1915 wird hiermit für den mir unterstellten Korpsbezirk und— im Einvernehmen mit dem Gouverneur— auch für den Befehlsbereich der Festung Mainz folgendes verordnet: § 1. Insoweit das Kriegsamt(Kohlenausgleich) einem Lieferer gegenüber die Lieferung von Kohlen, Koks und Briketts als nicht erforderlich bezeichnet hat, wird ihm die Lieferung verboten. § 2. Mit Gefängnis bezw. Haft oder Geldstrafe wird nach Maßgabe der eingangs genannten gesetzlichen Bestimmung bestraft, wer dieser Verordnung zuwiderhandelt, sofern nicht nach allgemeinen Strafgesetzen höhere Strafen verwirkt find. § 3. Diese Verordnung tritt mit dem 15. Dezember 1916 in Kraft. Die unterzeichnete Kommandobehörde bestimmt den Zeitpunkt des Außerkrafttretens. Frankfurt a. M., den 9. Dezember 1916. Der stellvertr. Kommandierende General: Riedel, Generalleutnant. Fahren mit Handschlitten. Es wird hiermit das Fahren mit Handschlitten auf dem Fahrdamm folgender Straßen bis abends 10 Uhr gestattet: Westfalenstraße, Ringofenstraße, Sachsenstraße, Wiedenhofstraße, Wiesenstraße, Schützenstraße, hintere Stabergerstraße, Konkordiastraße(von der Philippstraße ab), Gartenstraße, (unterhalb der Lüdenscheider Metallwerke), Hasleystraße,(von der Philippstraße ab), und der Schlachthausstraße. Gegen das Schlittenfahren, Eisbahnschlagen und Schlittschuhlaufen auf den nicht freigegebenen Straßen und auf den Bürgersteigen wird unnachsichtlich eingeschritten werden. Nach § 366 Nr. 4 des Reichs=Straf=GesetzBuches können bei Uebertretungen Geldstrafen bis zu 60 Mk. festgesetzt werden. Von dieser Befugnis wird erforderlichenfalls Gebrauch gemacht. Lüdenscheid, den 19. Dezember 1916. Die Polizei=Verwaltung. Ausfuhr von Speisefetten. Auf Grund der Bekanntmachung über Speisefette vom 20. Juli 1916 (R. G. Bl. S. 755) und der Ausührungs=Anordnung des Herrn Regierungs=Präsidenten zu Arnsberg vom 6. 9. 1916 wird hiermit die Ausfuhr von Speisefetten(Butter, Butterschmalz, Margarine, Kunstspeisefett, Schweinechmalz, Speisetalg und Speiseöl) nur mit unserer schriftlichen, jederzeit widerruflichen Genehmigung gestattet. Auch der Postversand der Speisefette wird verboten. Die Anordnung gilt nicht ür das in Hausschlachtungen gewonnene Fett und für Butter aus Ziegenmilch. Verstöße werden mit Gefängnis bis zu einem Jahr und mit Geldstrafe bis zu 10000 Mk. oder mit einer dieser Strafen geahndet. Borräte, die widerrechtlich ausgeführt werden, werden ohne Entschädigung enteignet. Lüdenscheid, den 18. Dezember 1916. Der Magistrat. Regenschirme mit guten Stoffen und schönen Stöcken empfiehlt zu billigen Preisen Oskar Becker.I Werkzeugkästen und Gießformen in bekannt reicher Auswahl und zu billigen Preisen empfiehlt Fernruf 206. Fritz Bonneval. HEINRICH LANZ MANNHEIM Filiale: Köln a. Rh., Stollwerckhaus. 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