Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonnund Feiertage. Der Preis beträgt monatlich 55 Pfg., (ohne Postgebühren). Amtliches Kreisblatt für den Stadtkreis Lüdenscheid. ** Amtlicher Anzeiger für den Rreis Altena. = Verniprecher: 98.— Telegramm-Adresse: Zeitung. Anzeigen bis morgens 9 Uhr erbeten. Die einspaltige Petitzeile oder deren Raum kostet 18 Pfg.; Reklamen die Zeile 40 Pfg. (Jede Rabattbewilligung wird hinfällig bei gerichtlicher Beitreibung der Gebühren.) Druck und Verlag von Karl Salse(Tilgenkamp& Rubl), Lüdenscheid.— Redaktion und Expedition: Friedrichstraße 9 I.— Verantwortlicher Redakteur: Theodor Huth, Lüdenscheid. Dr. 277.(orgenblatt Samstag, 25. Dopember 1916. 49. Jahrgang. Großes Baupfquartier, 24. November. Amtlich.(WTB.) WESTEN Armee des Generalfeldmarschalls Herzog Albrecht von Württemberg. Im Ypern= und Wytschaite=Bogen lebte zeitweise die Feuertätigkeit auf. Front des Generalfeldmarschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern. Nördlich der Ancre setzte nachmittags starkes Feuer ein, das auch auf das Südufer übergriff. Mehrere Angriffe der Engländer erreichten nirgends unsere Stellungen; meist brachen sie schon verlustreich in unserem Sperrfeuer zusammen. Am St. Pierre=VaastWalde und südlich der Somme bis in die Gegend von Chaulnes war bei guter Sicht der Artilleriekampf heftig. OSTEN Heeresfront des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Keine größeren Gefechtshandlungen. Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Josef. In der walachischen Ebene nähern sich die Trupen des Generals der Infanterie von Falkenhayn dem Alt. Im Westzipfel Rumaniens ist der feindliche Widerstand gebrochen. Orsova und Turnu=Severin sind genommen. Balkan Heeresfront des Generalfeldmarschall von Mackensen. Auf dem rechten Flügel der Dobrutscha=Front wurden russische Kräfte durch Vorstöße bulgarischer Truppen aus dem Vorgelände unserer Stellungen zurückgeworfen. Auch an anderen Punkten der Armee besteht Gefechtsberührung. An der Donau Kämpfe. Mazedonische Front: Zwischen Prespa=See und Cerna vielfach starkes Artilleriefener. Teilvorstöße des Feindes nordwestlich von Monastir und bei Marrowoscheiterlen. Erster Generalquartiermeister Ludendorff. Politiiche Rundichau Staatssekretär Zimmermann. nebenbei der erste bürgerliche Leiter des auswärtigen Amtes, hat eine außerordentliche Lausbahn hinter sich: Er wurde am S. Mai 1859 in Frankenstein geboren. Am 26. Juli 1887 trat er als Referendar des Oberlandesgerichtsbezirkes Königsberg in den Justizdienst. Im Jahre 1893 wurde er mit einem Dienstalter vom 18. März 1892 Gerichtsassessor und nach kurzer Tätigkeit beim Landgericht in Königsberg zum Auswärtigen Amt beurlaubt. Er trat dann in die Konsulatslaufbahn ein, war erst als Vizekonsul dem Konsulat in Schanghai beigegeben und wurde darauf kommissarischer Konsul in Kanton. Im Jahre 1900 wurde er zur Vertretung des Konsuls nach Tientsin kommandiert und erhielt dort für sein tapferes Verhalten während der Wirren in China den Roten Adlerorden 4. Klasse mit Schwertern. Im Jahre 1902 aus Ossasien zurückgekehrt, wurde ei nach längerem Urlaub in das Auswärtige Amt als ständiger Hilfsarbeiter berufen, in die zweite(handelspolitische) Abteitund. Im Juli desselben Jahres wurde ihm der Cha rakter als Legationsrat erteilt. Fünfviertel Jahre später würde er zum wirklichen Legationsrat und Vortragenden Rat ernannt und trat dann in die Rechttsabteilung über, in der er aber nur kurze Zeit tätig war, um dann in die politische Abteilung versetzt zu werden. 1910 wurde ihm die damals neu geschaffene Stelle eines Dirigenten der politischen Abteilung übertragen. Im April 1910 erhielt er den Titel Wirklicher Geheimer Legationsrat mit dem Range eines Rates 1. Klasse. Als am 6. Mai 1911 der bisherige Unterstaatssekretär Stemrich infolge seiner langwierigen Krankheit von seinem Amte zurücktrat und zur Disposition gestellt worden war, wurde Zimmermann zu seinem Nachfolger ernannt. Unterstaatssekretär Zimmermann betrat seinen Ressort im Reichstag mit unleugbarem Geschick, und sein oftmaliges Eintreten für den Chef des Auswärtigen Amtes und den Reichskanzler trug ihm die Anerkennung aller Parteien wegen der in seinen Erläuterungen herrschenden prägnanten und sachlichen Kürze ein. Exzellen= v. Bissing über sein belgisches Programm. Der Redakteur Dr. H. Brauweiler vom„Düsseldorfer Tageblatt“ batte in Brüssel mit dem Generalgouverneur Gene ral von Bissing eine Unterredung über verschiedene belgische Fragen, über die er in seinem Blatt berichtet. U. a. machte Dr. Brauweilen darauf aufmerksam, daß in einigen Kreisen Deutschlands Bedenken gegen seine Verwaltung gehegt würden, und zwar nach der Richtung, daß er zu milde sei. Die Antwort des Generalgouverneurs lautete: Sein Programm sei einfack dieses: Er sei nicht hier, um das Land zu qualen oder um Vergeltung zu üben, sondern um es im deutschen Interesse zu verwalten. Jeder, der von dem wahrhaftig schweren Amte, der Verwaltung eines besetzten Landes einen Teil mitzutragen und mitzuarbeiten habe, wisse, daß es gar nicht anders gehe, als er es tue. Er müsse auf die Eigenart des Landes und den Charakter seiner Bevölkerung Rüchsicht neymen, soweit er eben könne. Sonst erschwere er nicht sich die Arbeit, denn darauf komme es nicht an, sondern den Erfolg der deutschen Tätigkeit. Recht und Gerechtigkeit leiteten ihn. Er müsse die völkerrechtlichen Satzungen achten. Wo er strafen müsse, tue er es— auc das sei seine Pflicht und gebiete ihm seine Verantwortung. Aber er müsse sein Gewissen fragen und nach seinem Gewissen handeln. Und sei es denn kein Verdienst, auch in den Augen derjenigen, die ihm zu große Milde vorwürfen, daß die Grundsätze seiner Verwaltung Unruhen in diesem dicht hinter der Westfront liegenden Lande verhütet hätten? Er sei ein alter Soldat und würde ungern in die Lage kommen, gegen eine wehrlose Bevölkerung mit den Waffen einschreiten zu müssen. Er tue dem Kaiser und dem Vaterlande den besten Dienst, wenn er hier so regiere, daß unsern Truppen Blutopfer erspart wurden und möglichst wenige Kräfte der Kampffront entzogen zu werden brauchte. Wenn man ihm deshalb Vorwürfe machte, so könne er die Verantwortung wohl tragen. Der Chef des Kriegsamts, General Gröner, betonte am Donnerstag bei Beratung des Zivildienstpflichtgesetzes im Haushaltsausschuß des Reichstags die sittliche Pflicht, alle Kräfte gleichmäßig für das Wohl des Ganzen einzusetzen und dem kämpfenden Heere alles zu geben, dessen es für seinen Sieg bedarf. Eine andere Rücksicht als die auf dieses Ziel darf es jetzt in der Heimat nicht geben. Zweck des Gesetzes sei einmal, Arbeiter für die Munitionsindustrie bereitzustellen, dann Wehrpflichtige, die bisher in Heimatsbetrieben unentbehrlich waren, für den Heeresdienst freizumachen, endlich dem neuen Kriegsamt eine feste staatsrechtliche Grundlage für seine Tätigkeit zu geben. Der Schwerpunkt liege nicht im Gesetz selbst, sondern in seiner Ausführung. Es sei kein gewaltsames Zugreifen beabsichtigt, sondern eine organische Entwickelung auf der Grundlage weitestgehender Freiwilligkeit. Von sozialen Unterschieden könne bei der Durchführung natürlich keine Rede sein. Umfassende Mitarbeit aller Kreise, der Arbeitgeber wie der Arbeitnehmer, sei unbedingt erforderlich. Der Zwang sei als letztes Mittel unentbehrlich, könne aber der Aufgabe keineswegs allein oder auch nur in der Hauptsache genügen. Der Redner bat, die künftige Arbeit des Kriegsamtes nicht durch einschränkende Vorschriften im einzelnen zu erschweren und in ihrem Erfolge zu schmälern, und verspricht, daß keine berechtigten Interesse ohne Not geschädigt werden sollen. Das Kriegsamt wolle sowohl mit der Industrie, wie mit den Arbeitern zu möglichst enger, gemeinsamer Arbeit gelangen. Zu den Einzelheiten der Durchführung führte Generalleutnant Gröner dann noch aus, daß die notwendige Einschränkung und Stillegung von Betrieben mit besonderer Vorsicht und ohne Gewaltsamkeit vorgenommen werden solle. Gerade hier müsse ernstes Zusammenarbeiten zwischen der Industrie und dem Kriegsamt gesichert werden. Die Herausziehung der Hilfsdienstpflichtigen aus ihrer alten Beschäftigung solle nur allmählich nach Bedarf erfolgen. Bedarf das deutsche Volk und unser Heer der Wurst als notwendiges Nahrungsmittel? Von Paul Burg, Altmeister der Berliner Fleischer=Innung. Aus der Allgemeinen Fleischer=Zeitung entnehmen wir noch den Mitteilungen des K.E.A. folgende beachtenswerte Anregung: Die gute Ernährung des deutschen Volkes in jetziger Zeit, nicht weniger auch unserer Feldgrauen draußen im Felde ist das erstrebenswerte Ziel, zu welchem allerdings viele Wege hinführen. Ob jeder Weg, welcher zu diesem Ziel seitens der Gesetzgebung eingeschlagen ist, der richtige ist, ob auf jedem Weg dieses erstrebenswerte Ziel erreicht werden wird, ist eine andere Frage. Anerkannt und zwar rückhaltlos anerkannt muß werden, daß gewiß überall da, wo in dieser Beziehung die Gesetzgebung eingreift und eingegriffen hat, die beste Absicht ohne Rücksicht nach links oder rechts zu nehmen, vorhanden gewesen ist; und doch ist vielfach nicht das gewünschte Ziel, dem Volke ein gutes, nahrhaftes, beliebtes Nahrungsmitte zu bieten, erreicht worden. In allen Teilen Deutschlands ist die Wurst nicht nur ein beliebtes Genuß=, sondern auch ein vielbegehrtes Nahtungsmittel. Die Wurst in ihrer mannigfachen Zusammensetzung und in ihrer vielseitigen Zubereitung dient Millionen von Menschen als notwendiges Nahrungsmittel und ist als solches von hoher volkswirtschaftlicher Bedeutung. Es soll hier von all den vielen Wurstarten abgesehen werden, welche nur als Genußmittel in Betracht kommen; von hoher Bedeutung dagegen ist die Wurst als Volksnahrungsmittel. Während das Fleisch, in welcher Art es auch in den Verkehr kommt, erst der Zubereitung bedarf, um es genußfähig zu machen, sind die meisten aller Wurstarten aus Fleisch und Fett bestehend, sofort oder nur nach kurzer und Minuten dauernder Vorbereitung genußfähig. Welche Bedeutung dies im friedlichen Leben des deutschen Volkes hat, ist rückhaltlos anerkannt; welche Bedeutung diese Tatsache jetzt im Kriege für die Daheimgebliebenen, welcke im Kampfe um das tägtiche Brot stehen, hat, bedarf für den, welcher mit offenen Augen in das Leben unserer Volkes hineinblickt, keiner besonderen Erörterung. Welche große Bedeutung die Ernährung durch Wurst aber für den Soldaten im Felde hat, darüber werden die Soldaten von den Mannschaften bis zum berühmtesten Feldherrn hinauf Auskunft geben. Ein Stück guter Wurst ist oft weit willkommener wie ein Stück Fleisch. Die durch den Krieg herbeigeführte Viehknappheit hat nun dazu geführt, daß die Wurstfabrikation auf das äußerste beschränkt werden mußte. Es sei rückhaltlos zugegeben, daß die Herstellung aller Arten Dauerwurst, aller Sorten sogenannter Telikateßwürste aufhören mußte, die Wurstfabrikation hat sich jetzt nur auf die Anforderung, welche die zeitigen Verhältnisse stellen, zu beschränken. Vielfach ist man aber darüber weit hinausgegangen und hat die Wurstfabrikation in vielen Orten unter Verkennung des wirklichen Volksbedürfnisses nahezu gänzlich unterbunden. Die ausgiebige Ausnutzung der. Eingeweideteile und des Blutes unserer Schlachttiere ist nur durch eine rationelle Wurstfabrikation möglich. Die einzelnen Eingeweideteile der Schlachttiere, worunter auch Lunge und Leber zu rechnen sind, sind als solche für die Volksernährung fast ohne Belang, zur Wurstverwendung aber von hoher Bedeutung, in Verbindung mit Fett von hohem Nährwert. Der vielfach zur Wurstfabrikation zugelassene Prozentsatz von Fleisch ist ein viel zu geringer, um dem wirklichen Bedarf der Bevölkerung Rechnung zu tragen. Viele Fleischteile sind trotz der Fleischteuerung und Fleischknappheit schwer verkäuflich, vor allem das sogenannte Stichfleisch des Rindes. Diese Teile, besonders wenn solche von fetten Rindern, wie diese die Schleswig=Holsteiner Weiden jetzt liefern, mit etwas Schweinefett vermischt, liefern das Material zur Anfertigung einer weichen Rohwurst, die in allen Kreisen der Bevölkerung angesichts der Butter- und Schmalzknappheit gerade ersehnt ist. Dem Fleischergewerbe die Möglichkeit zu geben, solche weiche Schmierwurst unter irgend einer Bezeichnung herzustellen, wäre eine Tat zur Hebung der jetzt bestehenden Not, das trockene Brot schmackhafter zu machen. Zur Streckung des zur Verfügung stehenden Materiasl aus Fleisch, Fett und Eingeweideteilen sollten auch alle Zusätze, wie Mehl, Grütze, Graupen usw., falls solche zur Wurstfabrikation zur Verfügung gestellt werden können, unter klarer deutlicher Bezeichnung für die Wurstfabrikation zugelassen werden. Jede Be- und Einschränkung der Wurstfabrikation geschieht auf Kosten der Volksernährung und sollte unter allen Umständen, wo solche Einschränkung besteht, beseitigt werden und der Wurstfabrikation im Interesse der Volksernährung der weiteste Spielraum eingeräumt werden. Fahrt zur Dobrudschafront In Sofia umwirbeln buntscheckige Farben und lärmende Stimmen den Kopf. Welch' ein kontrastreiches Gemisch von bäuerlicher Anmut und städtischer Aufmachung, von östlicher Lebhaftigkeit und westlicher Formgegossenheit. In amerikanischem Tempo ist diese Stadt in einem Menschenalter aus dem Boden geschossen. 1878 wohnten hier 15000 Einwohner an grundlosen Straßen in armseligen Lehmhäusern. Aber unter den 15 000 Einwohnern, den Türken, Griechen, Juden, Armeniern, Zigeunern, Serben, waren 6000 Bulgaren, die soeben ihre staatliche Selbständigkeit ertrotzt hatten und mit urwüchsiger selbstbewußter nationaler Kraft, organisatorisch begabt, an den Aufbau ihres neuen Reiches und ihrer Hauptstadt gingen. An der Stelle des einstigen Badeortes für römische Kaiser und eines alsdann unbedeutenden türkischen Provinzstädtchens erstand, unbekümmert um die bisherige Anlage in neuen Linien gezogen, eine Großstadt im europäischen Stile, In den hastig gewachsenen Straßen, die neuzeitliche Baumuster nachgeahmt haben, drängt sich das Stadt= und Landvolk. Es ist hier noch der lebendige Zusammenhang zwischen Stadt und Land erkennbar. Die stattlichen Bauten, die Ministerien, Schulen, Museen dienen ja nur dem Zweck, dem tüchtigen, strebsamen bulgarischen Bauernvolke zu einem inneren und äußeren Aufstieg zu verhelfen. Dieser Stadt merkt man nicht an, daß seit 4 Jahren die Kriegsnot und die Verantwortung für Bestand und Zukunft auf ihr lastet. Wer die Erinnerung an die ernsten, schweigsamen Infanteriekolonnen der Bulgaren in sich trägt, ist überraickt von der munteren Beweglichkeit, die sich im Bannkreis dieser Stadt entfaltet. Die Grüße und Zurufe gehen hinüber und herüber. Mit lebhaften Worten werden kleine struppigen Pferde angefeuert. Das Geschrei der Zeitungsjungen gellt ins Ohr. Zwischen Herren und Damen in Lackglanz und westlichem Kleiderschnitt schieben sich die breithüftigen, dunkelgebräunten, bäuerlichen Gäste in den lackenden Farben ihres Heimatdorfes an den Schaufenstern vorüber. Aus dem mit Schnüren bespannten dunklen Frauenkleid schaut am Hals und an den Aermeln das farbig bestickte Hemd hervor. Die Strümpfe sind buntlustig gemustert. Auch die weißen, wolligen Kostüme der Männer beleben das Bild. Büffelgespanne mit einfachen Bauernkarren trotten über die Straße. Elegante Kutschen und Autos jagen an ihnen vorüber. Auf der Straßenbahn tauscht der gestriegelte Großstädter mit dem Bäuerlein, das von irgendeiner Bergwand kommt, die neuesten Kriegsnachrichten aus. Der nächste Morgen entschleiert das Bild von Philippopel. Die Maritza rauscht vorüber und weckt die Erinnerung an den schwermütigen Kriegsgesang, der die Lagerfeuer der Bulgaren umtönt. Im Süden türmen sich die Karstmauern des Rhodopegebirges auf. Aus der weitgedehnten ebenen Maritzaniederung ragen, wie versunkene Berggipfel, sieben Felsenzacken hervor. Auf diesen Erhebungen haben sich die Häuser der Stadt angesiedelt, die von dem Vater Alexanders des Großen gegründet wurde und nach ihm den Namen Philippopel trägt. Die mit Grün umsponnenen weipen Häuser leuchten weithin über die fruchtbare Ebene, und nur schwer trennt sich das Auge von dem anmutigen Bild. Die Stadt liegt, wirtschaftlich überaus günstig, an der alten Völkerstraße nach Konstantinopel und hat mit Sofia um das Recht gestritten, die Hauptstadt des neuen Reiches zu werden. Hier sammeln sich die landwirtschaftlichen Produkte Südbulgariens. Trotzdem wächst die Stadt nur langsam, da nach dem zweiten Balkankrieg viele Türken und Griechen auswanderten, und die Sommerhitze hier weit unangenehmer ist als in dem höher gelegenen, von Bergwinden umfächelten Sofia. Ein wahres Paradies umgibt uns in Stara Sagora, einer Landstadt auf dem sonnigen Südabhang des Balkangebirges. Sie ist nach dem Brande von 187. neu aufgebaut worden und liegt behäbig in breiten, luftigen Straßen über eine windgeschützte Halde ausgestreckt. Die Straßen sind durch Baumreihen beschattet. Man hat hier gewissermaßen das Muster der künftigen bulgarischen Stadt vor Augen. In den hellgestrichenen ein= bis zweistöckigen Landhäuschen wöhnen die Besitzer der gesegneten Gärten, die die Wohnstätten im Herbstschmück umrahmen. Feigen=, Mandel=, Maulbeerbäume, Obststauden und Gemüse aller Arten decken den Tisch für die wohlhabenden Einwohner. Im Basarviertel sind vor den Holzbuden die Körbe mit den Früchten ausgebreitet. Märchenhafte Fleischstücke baumeln au den Eisenhaken. Hochbeladene Esel warten geduldig auf den Käufer, der ihnen die Last abnimmt. An wackligen Tischen wird türkischer Kaffee geschlürft. Unter den offenen Fenstern schneidern, schustern, hämmern die fleißigen Handwerker. An den Verkaufsbasar reihen sich die Zelthäuser des Jahrmarktrummels. Hier kann„der Herr Student“ auf freundliche Anlockung mal schießen und sich photographieren lassen und das Konterfei gleich mitnehmen. Ein paar kichernde Bäuerinnen drängen sich um die ausgestellten Bilder und überlegen, ob sie ihre Stotinken daran wagen sollen. Gymnasiasten mit blauen Mützen stehen vor der gleichen schweren Frage. Deutsche Rote=Kreuz=Schwestern kommen die Straße herauf, die blonden Gesichter heben sich von ihrer Umgebung ab. Sie gehen in die wohlgepflegten Lazarettgebäude, in denen unter Leitung eines Marinestabsarztes die verwundeten braunen Bauernburschen von deutschen Aerzten und Pflegerinnen der bulgarischen Armee wiedergeschenkt werden. Trotz der Ausdehnung seiner Fronten hat Deutschland aus der Fülle seiner Bildungsbestände zahlreiche ärztliche Missionen an das verbündete Bulgarien abgeben können.„Unter großen Schwierigkeiten haben sich vor einem Jahr die ersten durch das feindliche Rumänien durchschlagen müssen. Nun stürzt sich das Züglein in die Talschluchten des Balkangebirges. Es pfeift unaufhörlich, als schreie es sich Mut zu für den steilen Anstieg. In kurzsichtiger Sparsamkeit haben ausländische Finanzgesellschaften die Balkanquerbahn wenig leistungsfähig angelegt. In starker Steigung arbeitet sie sich in kühnen Windungen fast bis auf die Paßtzöhe. Sie ist eine interessante Touristenbahn, die aber wirtschaftlich und militärisch wenig Bedeutung hat. Die Reise führt durch das Becken von Kasanläk, berühmt durch seine Rosenfelder und Nußbaumhaine. In den Vorbergen des Balkangebirges finden wir— eine Seltenheit auf dem Balkan— noch ausgedehnte Waldungen, Eichen, Schwarzföhren, und Jagdtiere, Wildschweine, Hirsche, Rehe und Hasen. In einsameren Höhen halten sich braune und schwarze Bären, Wölfe, Schakale und Füchse versteckt. Die Kutzowalachen, die rumänischen Wanderhirten, die im Frühjahr ihre Herden aus den Tälern auf die hochgelegenen Weiden treiben, werden manche Nacht durch deren Hungerruf von ihren Wachtfeuern in ihren träumerischen Gesängen aufgeschreckt. Eine deutsche Telegraphen=Bauabteilung klettert in emsiger Arbeit an den Masten auf und nieder. Sie verbindet die Dobrudscha mit der deutschen Heimat. Mit unsäglicher Mühe wird das Baumaterial über den hohen Kamm geschafft. In der weltfernen Einöde dieser Höhen arbeitet sie in treuer Aufopferung mit an dem großen Werke. Kaum waren die Drähte gespannt, setzte ein Sturm ein, der jeden aufrechtstehenden Menschen zu Boden schleuderte. Hier haben sich in den Schneestürmen des Winters 1877—78 die erbitterten Kämpfe um den Schipkapaß abgespielt, bei denen die Bulgaren im Kampf um ihre Unabhängigkeit zum erstenmal eigene Kampfverbände einsetzten. Am Nordabhang des Balkangebirges liegt ihre alte Residenz, Tirnovo. Sie baut sich überaus malerisch an dem tief eingeschnittenen, gekrümmten Wasserlauf des Jantraflusses terrassenförmig auf. Herbstlicher Farbenschimmer umkleidet das ehrwürdige Gemäuer der alten Bauten und ihrer tausendjährigen Erlebnisse, die zernagten Steinbrücken, die alten Befestigungen und die Ueberreste der Kirchen und Häuser, die das verheerende Erdbeben 1913 in Trümmer gelegt hat. In dieser steilen, enggedrängten alten Zarenftadt feierte die bulgarische Freiheit und Macht ihre Auferstehung. Zwar übersiedelten alsdann der Hof, die Regierung, das Parlament nach Sofia, wo günstigerer Raum war für eine ungehemmte Entwicklung, aber dem bulgarischen Herzen steht die stille, von Erinnerungen umsponnene Krönungsstadt Tirnovo noch immer näher als die neue Hauptstadt. Und wenn die Große Sobranje zusammentritt, die die Königswahl vorzunehmen, Gebiets= und Verfassungsänderungen zu entscheiden hat, versammelt sic sich in dem alten schlichten Parlamentsgebäude in Tirnovo, in deren Mauern die Väter in heiliger nationaler Begeisterung den Grundstein für das neue Bulgarien gelegt haben. Abendbericht des Großen Hauptquartiers Uebergang über die Donau Mackensens (WTB.) Berlin, 24. November.(Amtlich.) Abends. Im Sommegebiet nichts Wesentliches. Wir erreichten den Alt=Fluß. Kräfte der Heeresgruppe Mackensen haben die Donau an mehreren Stellen überschritten. (bb.) Berlin, 24. November. Mit der Einnahme von Crajova sind unsere Truppen so tief in Rumänien gerückt, daß sic von der Nordgrenze, wo sie eindrangen, rund 110 Kilometer entfernt sind, während die Strecke von hier bis zur Donau, welcke die rumänische Südgrenze bildet, nur noch 60 Kilometer mißt. Ein mächtiger Keil ist in die walachische Ebene vorgetrieben, der sich von Tag zu Tag mrhr verstärkt und verbreitert. Von seinem weiter westlich im Winkel von Orsova operierenden Kontingent hat der Gegner in den letzten Tagen eilig Teile zur Hilfe gerufen, die bereits in Fühlung mit den Unsrigen sind. Der Rest der Orsovatruppen, der sich noch hält, schwebt völlig in der Luft. Ueberall, wo die deutschen und österreichisch=ungarischen Truppen mit den Rumänen ins Gefecht kamen, ging der Feind der nur selten nachhaltigen Widerstand leistete, in regelloser Flucht und in Auflösung zurück. Er hat bei diesen Kämpfen abermals schwere Verluste erlitten, Gefangene in großer Zahl uno reiche Beute in der Hand der nachdrängenden Verfolger lassen müssen. Schon in der Mitte des Monats haben die Rumänen angeordnet, daß in dem Gebiet, das der von Norden nach Süden strömende Altfluß von der Walachei abschneidet, sämtliche Behörden und Banken ihre Koffer packen und ihren Sitz weiter östlich jenseits des Altflusses legen sollten. Nun aber wird auch diese Linie von Norden her bedroht, da die vom Rotenturmpaß aus südwärts vorrückenden Truppen wiederum erhebliche Fortschritte gemacht haben. Sie dringen zu beiden Seiten des Flusses vor. Der Tod des rumänischen Kriegshetzers Filipescu, der auch dem entscheidenden Kronrat angehört, sollte nach den öffentlichen Anzeigen Folge eines Herzleidens gewesen sein. Nach den Aussagen vieler rumänischer Gefangener aber hat Filipescu Gift genommen, weil ihn das Gewissen drückte, als er die Niederlagen des rumänischen Heeres sah. Kaiser Karl von Oesterreich ist der älteste der beiden Söhne des am 1. November 1906 verstorbenen Erzherzogs Otto, eines jüngeren Bruders des ermordeten Erzherzogs Franz Ferdinand. Seine Mutter, die Erzherzogin Maria Josepha, ist eine Schwester des Königs Friedrich August III. von Sachsen. Man weiß, welch qualvolles Ende dem einst so lebenslustigen und temperamentvollen Erzherzoge Otto beschieden wurde, wie er Jahre lang vergeblich gegen ein schmerzhaftes körperliches Leiden ankämpfte und sich zuletzt monatelang kaum vom Lager erheben konnte. Die Erzherzogin Maria Josepha, der nach dem Tode der Kaiserin Elisabeth die Rolle der vornehmsten Frau am Wiener Hofe zugefallen war, hat sich seit dem Hinscheiden ihres Gatten, mit dem sie nicht in glücklicher Ehe lebte, von der Welt zurückgezogen und kirchlichen Bestrebungen gewidmet. Diese Sinnesrichtung ist natürlich auch nicht ohne Einfluß auf ihre Söhne gewesen. Kaiser Karl wurde am 17. August 1887 in Persenbeug geboren, ist also jetzt 29 Jahre alt. Seine Erziehung war die übliche, die den Söhnen des habsburgischen Hauses zuteil wird. Er hat die Gymnasialfächer absolviert und wurde früh in den militärischen Dienst eingeführt, zugleich aber auch in einigen wissenschaftlichen Zweigen, so in der Jorisprudenz und der Philosophie, unterrichtet. In der preußischen Armee wird er a la suite des Krefelder 2. westfälischen Husarenregiments Nr. 11, in der sächsischen a la suite des 1. Ulanen=Regiments Nr. 17 und in der bayrischen a la suite des 13. InfanterieRegiments geführt. Man rühmt dem jungen Kaiser ein freundliches natürliches Wesen nach. Am 21. Oktober 1911 vermählte er sich auf Schloß Schwarzau am Steinfelde mit der am 9. Mai 1892 geborenen Prinzessin Zita von Bourbon und Parma und der in dieser Ehe am 20. November 1912 geborene kleine Erzherzog Franz Josephh Otto sichert zunächst die Erbfolge im altehrwürdigen Hause Habsburg. 8. (234. Königl. Preuß.) 5. Klasse 12. Ziehungstag 20. November 1916 Vormittag Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen In. II. Nur die Gewinne über 240 M. sind in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr A. St.=A. f. Z.)(Nachdruck verboten) 015 33 239 415 681 712 816 38 1059 67 83 110 68 267 355 (500) 771 805(500) 938 2057 280 89 380 459 672 605 16 82 716 947 71 3002 3 20 119 46 283 94(1000) 394 491 608 39 4039 126 46 298 476 77 93 608 11(500) 28 40 628 736 889 963 78 5098 262 493 689 742 6606 93 667 718 26 808 941 7173 88 656 894 996 8064 134 416 22 702 11 98 9060 214(3000) 619 58 698 10026 281 98 695 903 32 11116 66(1000) 83 303(500) 27 409 74 99 12103 594(1000) 661 13030 191 400 556 603 97 920 14308 99 454 547 701 927 15182(500) 301 41(500) 64 484 741 82 891 16104 708 61 863 17081 169 513 61 789 934 8160 232 399 448 636 67 774 98 899 957 19146 319(600) 601 19 902 72(500) 97 20147(1000) 269 3 58 79 92 97(1000) 608 71 706 47 69 861 21146 312 447 632 59 663 868 22093 119(3000) 32 61 220 390 479(500) 699 827 98 900(1000) 51. 23000 113 82 227 500 874 24010 35 124 79 302 14(3000) 426 513(500) 623 940 80(3000) 98 25006 169 340 477 506 827 46 901 6 16 (1000) 28 26136 200(1000) 430 625 769 66 883 916 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November: Anstatt 183 171(3000) 133 177(3000) und anstatt 155 939 1600; 155.932(601 8. (234. Königl. Prenß.) Klassenlotterie 5. Klasse 12. Ziehungstag 20. November 1916 Nachmittag Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I u. II. Nur die Gewinne über 240 M. sind in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr A. St.=A. f. Z.)(Nachdruck verboten) 11(3000) 114 72 313 36(500) 911 76 1028 79 226(1000) 346 86 616 68 736 971 2210 320 770(3000) 801 973 78 3037 176 274(5000) 99 300 422(1000) 62 83 529(1000) 668 98 872 943 88 4132 39 481 729 882 5055 104 92 226 465 701 886 920 6013 94 287 545 90 738 86 887 7000 43 196(500) 372 470 561(600) 805 910 8032 45 133 92 497 906 9003 29 64 171 267 418 64 98 840 60 10067(500) 96 342 441 612 783 965 11022 197 316 28 66 563 689 742 85 923(1000) 61 81 12131 332 417 64 13002 249 451 620 747 855 903 32 88 14162 366 76 408(500) 530 49 88(500) 620 86 703 894(1000) 959 15113 262 306 460 617 676 899(500) 966 16146 263 306 48(3000) 428 517 23 99 774(600) 82 803 92 986 17184(1000) 576 82 614 30 716(3000) 38 62 (500) 852 999 18336 419 58 66 675 817 996 19000 4 13 161 (3000) 448 512 669 724(500) 37 20019 600 807 946 21043 121 97(500) 234 329 484 626 937 42 22127 90 97(500) 250 305 33 92 663 57(500) 769 915 (500) 23002 266 467(500) 71 647(1000) 861 998 24196 264 332 437 669 728(1000) 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641 809 918 62 229059 50 230036 116 260 306 12 461(1000) 638 93 916 00, 281 e 81 69 232128 282 85 6a. 23300 verblieben: 2 Prämien zu 300000 M., 2 10 000, 100 zu 5000, 1380 zu 3000, 2916 zu 1000, 3856 gu. 500 M. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonnund Feiertage. Der Preis beträgt monatlich 55 Pfg., (ohne Postgebühren). Amtliches Kreisblatt für den Stadtkreis Lüdenscheid. ** Amtlicher Anzeiger für den Kreis Altena. Fernsprecher: 98.— Telegramm-Adresse: Zestung.= Anzeigen bis morgens 9 Uhr erbeten. Die einspaltige Petitzeile oder deren Raum kostet 18 Pfg.; Reklamen die Zeile 40 Pfg. (Jede Rabattbewilligung wird hinfällig bei gerichtlicher Beitreibung der Gebühren.) Druck und Verlag von Karl Salse(Tilgenkamp& Rubl), Lüdenscheid.— Redaktion und Expedition: Friedrichstraße 9 I.— Verantwortlicher Redakteur: Theodor Huth, Lüdenscheid. Ir. 277. Iittagsblatt Samstag 25. Dopember 1916. 49. Dahrgang. „Vergiß die treuen Toten nicht!“ Von Geh. Kirchenrat Prof. D. Wendt in Jena. So lautete die Mahnung Theodor Körners, als er 1813 sein Volk mit ftammenden Worten zum Freiheitskampf fürs Vaterland aufrief: Doch stehst du dann, mein Volk, bekränzt vom Glücke in deiner Vorzeit heil'gen Siegerglanz, vergiß die treuen Toten nicht und schmücke auch unsre Urne mit dem Eichenkranz! So steht die Mahnung auch auf dem Kreuze, das im Jahre 1906 zu Ehren der in der Schlacht bei Jena 1806 gefallenen Preußen und Sachsen auf dem Schlachtfelde bei Jena, vor der Kirche von Vierzehnheiligen, errichtet worden ist. Wir heute geben dieser Mahnung eine Beziehung auf die Toten dieses Krieges, auf die Hunderttausende, die auf dem Felde der Ehre oder auf hoher See oder im Lazarett den Heldentod erlitten haben. Ja wir wollen in Liebe an sie denken, ein jeder zunächst an die einzelnen, die ihm nahestanden: an die lieben, guten, tüchtigen Menschen, mit denen wir früher zusammenlebten und Freud und Leid, Arbeit und Interesse teilten und deren Blick, deren Wort, deren Handreichung wir jetzt schmerzlich vermissen; an die lebensvollen, hoffnungsfrohen Männer, in denen eine Fülle von Keimen und Kräften zu weiterer reicher Tätigkeit log, die nun nicht zur vollen Entfaltung gekommen sind. Wir wollen mit warmem Herzen aber auch denken an die unzähligen Gefallenen, die wir nicht persönlich gekannt haben. Wir wissen doch von ihnen allen, daß auch sie unsere Brüder, Söhne unseres gemeinsamen Vaterlandes waren, und jeder von ihnen Glied eines engeren Kreises, wo er liebte und geliebt wurde, wo er etwas gewesen war und geleistet hatte, wo man weiteres von ihm erhoffte und wo nun sein Fehlen wie eine tief schmerzende Wunde empfunden wird.„Ja der Krieg verschlingt die Besten!“ „Die treuen Toten.“ Ihre Treue und ihr Tod hängen zusammen. Sie sind in treuer Erfüllung ihrer Vaterlandspflicht in den Kampf gezogen und haben ihre Treue mit dem Tode besiegelt. Diese ihre Treue kommt dem Vaterlande, uns selbst, ullen den Unsrigen daheim, auch allen, die aus dem Feldzuge wieder gesund in die Heimat zurückkehren werden, zugute. Deshalb wird unser Denken an die Gefallenen unmittelbar zu einem Danken, zu einem tiefen, heißen Danken für die Treue, für ihren in Treue erlittenen Tod. Unser dankbares Gedenken an sie soll aber nicht nur heute und morgen währen, wo noch der erste Schmerz und Schrecken über ihren Verlust mit ursprünglicher Kraft in uns wirkt. Es soll auch später, für immer, in uns lebendig bleiben, wenn wir uns wieder ruhigen Friedens erfreuen werden. Unser Vaterland im ganzen ist jetzt vor den Schrecken des Kriegsschauplatzes, vor den furchtbaren Nöten und Leiden eines im Kriege besiegten und besetzten Landes, vor feindlicher Plünderung und Aus:„Volksschriften zum großen Kriege" Nr. 94/95 „Fürs innere Lebén zur Kriegszeit.“ Verlag des evangelischen Bundes, Berlin W. 35. Verwüstung, wie sie Ostpreußen und Galizien zeitweilig erfahten haben, bewahrt geblieben. Und wir dürfen zuversichtlich hoffen, daß es siegreich aus dem Kriege hervorgehen wird, in neu befestigtem Bestande, mit erhöhter Macht, mit aller Möglichkeit zu freier weiterer Entfaltung seiner Kultur. Aber für dieses Große, Herrliche ist wahrlich ein teurer Preis bezahlt! Wenn unser Volk dereinst dastehen wird, wie es Körner vorausschaute:„bekränzt vom Glücke, in seiner Vorzeit heil'gem Siegerglanz“— dann wollen wir die„treuen Toten“ nicht vergessen. Die Erinnerung an sie soll uns dazu treiben, die bohen Friedensgüter recht zu wahren und treu zu verwerten, deren Erwerb sic so teuer mit ihrem Blute bezahlt haben. Die Seelen unserer treuen Toten aber befehlen wir dem himmlischen Vater, der der Herr ist über Leben und Tod. Frommer Glaube ist dessen gewiß, daß es einen Aufstieg durch Lebensverlust zu einem höheren Lebensgewinn gibt.„Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben!" österr.=ungar. Generalstab meldet: (WTB.) Wien, 24. November. Amtlich. Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Joseph. Oestlich von Orsova wurde der Feind durch österreichischungarische und deutsche Truppen geworfen; auch TurnuSeberin ist in unserem Besitz. Die über Crajova hinaus rückenden Streitkräfte erreichten mit ihren Spitzen den AltFluß. Im Gebiete von Rimnik Valcea leistet der Gegner nach wie vor zähesten Widerstand. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Unser Fliegerleutnant Popelak wurde bei einem Erkundungsfluge nördlich von Brody von drei russischen Kampffliegern angegriffen; er schlug sie in die Flucht und zwang sie, im Sturzfluge hinter ihren Linien niederzugehen. Italienischer Kriegsschauplatz. Nach Besserung der äußerst ungünstigen Witterung der letzten Woche begann der Artilleriekampf in mehreren Abschnitten, insbesondere auf der Karsthochfläche wieder, ohne sich jedoch bisher zu größerer Heftigkeit zu steigern. Poltische Tagesübersicht. Englands Eingeständnis. In der englischen Wochenschrift„London“ sagt der Herausgeber des„Aeroplan“ in einer Beschreibung der mangelhaften Entwicklung des englischen Flugzeugwesens vor dem Kriege: Wir haben im Juni 1914 nur 30 Luftfahrzeuge gehabt. trotzdem jeder im inneren Dienst beschäftigte englische Offizier und einige Tausend Zivilpersonen genau wußten, daß ein Krieg mit Deutschland bevorstand. Das ist ein unbedachtes Eingeständnis, daß England schon vor Ausbruch des Krieges beschlossen hatte, gegen Deutschland loszuschlagen. Asquith's und Grey's pharisäerhaften Reden, schon widerholt bündig widerlegt, werden hier aufs neue als Lügen aufgedeckt und dieses Mal von englischer Seite. Geheimrat Abel und das Kriegsernährungsamt. Der Jenaer Professor Geheimrat Abel ist aus dem Kriegsernährungsamt ausgeschieden. An amtlicher Stelle erfuhr das „Berliner Tageblatt“ über den Austritt folgendes:„Der Rücktritt des verdienten Gelehrten ist darauf zurückzuführen, daß er auch im Beirat des Kriegsernährungsamtes an dem Standpunkt festhielt, den er bei einem kürzlich im Auftrage des Hygienischen Instituts der Universität Jena im dortigen„Medizinischen Kollegium“ gehaltenen Vortrag vertreten hatte, nämlich daß es auf die Dauer unmöglich sei, mit einer Fleischration von 250 Gramm pro Kopf und Woche auszukommen, zumar ja auch andere eiweißhaltige Nährstoffe nicht mehr in genügender Menge zur Verfügung stünden. Insbesondere, so hatte Geheimrat Abel ausgeführt, verlange die Leistungsfähigkeit der Industricarbeiter eine Heraufsetzung der Ration, wenn die Nahrungsmittelzufuhr mit dem Krafteverbrauch in Einklang gebracht werden solle. Geheimrat Abel hatte in seinem Vortrag und danach auch im Beirat des Kriegsernährungsamts aus diesem Grunde die Einführung eines landwirtschaftlichen Produktionszwanges gefordert, der von allen Sachverständigen als undurchführbar abgelehnt wird. Im übrigen war der Beirat des Kriegsernährungsamts übereinstimmend der Meinung, nicht nur daß der landwirtschaftliche Produltionszwang unmoglich, sondern daß auch eine Erhöhung der Fleischration, zurzeit wenigstens, ausgeschlossen sei, da auch das Kriegsernährungsamt nicht mehr geben könne als tatsächlich zur Verfügung steht.“ Zum Thronwechsel in Oesterreich=Ungarn. Das ungarische Amtsblatt hat folgendes Allerhöchstes Handschreiben an den ungar. Ministerpräsidenten Graf Tisza veröffentlicht:„Von der Absicht beseelt, mich sobald als möglich zum König von Ungarn, Kroatien, Slavonien und Dalmatien krönen zu lassen, weise ich Sie an, daß Sie mit dem Reichstage in Berührung treten und Ihre hierauf bezüglichen Vorschläge erstatten mögen." * Zwischen Kaiserin Auguste Victoria und Kaiserin Zita fand ein Telegrammwechsel statt. Kaiser Franz Josephs letzte Worte. Ueber die letzten Stunden des Kaisers heißt es noch, daß er von dem Ernst seiner Krankheit nichts gewußt habe. Er hoffte auf seine Wiedergenesung.. Seine letzten Worte, die an Generalstabsarzt Dr. Kerzl gerichtet waren, lauteten:„Ich wünsche morgen früh um 4 Uhr aufzustehen.“ An die Sieger in Siebenbürgen und in der Walachei. (W.) Berlin, 24. November. General v. Falkenhann erließ an seine Truppen folgenden Armeebefehl: Wie nach den herrlichen Tagen, an denen eure Treue und Tapferkeit, Kameraden der 9. Armee, mit Gottes Hilfe Siebenbürgen vom Feinde befreit hat, drängt es mich heute, Roman von E. Ph. Oppenheim. (Fortsetzung)(Nachdruck verboten.) Das war eine kalte Dusche, vollauf geeignet, meine Freude über den ersten Teil seiner Erklärung zu dämpfen. Und der Fürst mochte wohl fühlen, was in mir vorging, da er sich beeilte, auf einen anderen, weitab liegenden Gegenstand überzuspringen. „Zum Schluß noch etwas rein Persönliches, Herr Lazar,“ sagte er in merklich verändertem Ton.„Ich hatte in diesen Tagen den Besuch eines Herrn, der Ihnen verwandtschaftlich sehr nahesteht, und den ich unter meine ältesten und besten Bekannten zähle. Sie erraten wahrscheinlich, von wem ich spreche?" Doch nicht von meinem Oheim, Durchlaucht?“ fragte ich in ungläubigem Erstaunen. Aber er neigte bejahend den Kopf. „Von ihrem Oheim, Herrn Gleva,“ bestätigte er.„Er nimmt offenbar ein sehr lebhaftes Interesse an Ihnen, da er über Ihren äußeren Lebensgang ziemlich genau unterrichtet war und auch von Ihrer gegenwärtigen Tätigkeit bereits Kenntnis hatte. Der einzige Zweck seines Besuches waren die Erkundigungen, die er bei mir über Sie einziehen wollte. Und ich brauche Ihnen kaum zu persichern, daß es mir ein Vergnügen war, ihm die günstigsten Auskünfte geben zu können. Das Ende unserer Unterredung war, daß er mich ersuchte, Ihnen persönlich diesen Brief zu übergeben, den er vermutlich auf die dentbar sicherste Art in Ihre Hände gelangen lassen wollte." Dabei hatte er auch schon seinem Portefeuille einen Brief entnommen, den er vor mich hin auf den Tisch legte. „Die Einzelheiten Ihrer Familiengeschichte,“ sprach er weiter,„sind mir vollständig fremd. Aber wenn der gutgemeinte Rat eines alten Mannes irgendwelchen Wert für Sie hat, so möchte ich Ihnen in Ihrem Interesse empfehlen, die freundschaftlichen Anerbietungen nicht zurückzuweisen, die Herr Gleva vielleicht willens ist. Ihnen zu machen. Er ist hochbetagt, und er verfügt, soviel ic weiß, über ein sehr bedeutendes Vermögen. Auch sind Sie, wenn man mir recht berichtet hat, sein nächster Anverwandter.“ „Allerdings, Durchlaucht! Aber Herr Gleva hat sich gegen meine Mutter sehr hartherzig und ungerecht gezeigt." „Ich glaube nicht, daß Sie etwas dabei gewinnen, oder daß Sie auch nur im Sinne Ihrer verstorbenen Mitter handeln, wenn Sie um weit zurückliegender Dinge willen Ihrem Oheim gegenüber den Unversöhnlichen spielen. Vielleicht beurteilen Sie diese Dinge nicht einmal richtig. Denn nach allem, was ich über den Charakter des Herrn Gleva weiß, halte ich ihn für einen vielleicht etwas starrköpfigen, aber streng rechtlich und ehrenhaft denkenden Mann.— Aber Sie sollen mich nicht mißverstehen, Herr Lazar!— Ich will in keiner Weise einen Einfluß auf Ihre Entschließungen üben. Mein Anteil und mein Interesse an dieser Angelegenheit enden mit dem Augenblick, da ich den Brief Ihres Oheims auftragsgemäß in Ihre Hände gelegt habe.“ Er erhob sich und ging zur Tür. Selbstverständlich gab ich ihm das Geleit und sprach ihm noch einmal ehrerbietig meinen Dank aus, sowohl für seine porige Ehrenerklärung wie für die Liebenswürdigkeit, die er mit der Uebernahme eines rein persönlichen Auftrages an mich bekundet. Er nickte und — schon auf der Schwelle stehend— sagte er noch scheinbar beiläufig: „Uebrigens fürchte ich, daß wir in Gefahr sind, den unschätzbaren Rat des Obersten Sutzko in unserer Kommission zu verlieren. Denn er wird möglicherweise demnächst mit einer wichtigen Mission in das Ausland entsandt werden.— Auf Wiedersehen also drüben im Schlosse, Herr Lazar!“ Als ich ihm unter dem Tore des Hauses meine dletzte respektvolle Verbeugung gemacht hatte, kehrte ich in mein Arbeitszimmer zurück, um mit begreiflicher Neugier den Brief meines Oheims zu lesen. Er lautete: „Mein lieber Georg! Mehr als einmal in diesen letzten Jahren schon fühlte ich ein Verlangen, an Dich zu schreiben, um von Dir selbst zu erfahren, wie sich Dein Leben und Deine Zukunftsaussichten gestaltet hätten. Ich habe nie vergessen, daß Du der Sohn meiner Schwester bist, und ich werde dessen immer eingedenk bleiben, wenngleich Du leider auch der Sohn eines Mannes bist, der unsere Familie durch seine Verfehlungen und durch sein schimpfliches Gewerbe auf das schwerste geschädigt hat. Ich weiß, daß Du einen Groll gegen mich hegst, denn Du hast Dich niemals bemüht, es mir zu verbergen. Aber ich denke um dieser Aufrichtigkeit willen sicherlich nicht schlechter von Dir. Jedenfalls wünsche ich, daß Du die Vorschläge annimmst, die mein Rechtsanwalt Dir in meinem Namen machen wird. Und ich werde mich freuen, wenn Du mir bei Deinem nächsten Aufentyalt in Bukarest das Vergnügen bereitest, mich zu besuchen. Es hat mich mit aufrichtiger Genugtuung erfüllt, zu erfahren, daß es Dir gelungen ist, einen ehrenvollen Posten zu erringen und Dich zur Zufriedenheit Deiner hohen Vorgesetzten auf ihm zu behaupten. Dein aufrichtig wohlgesinnter Oheim Gleva." Es bedurfte für mich keiner langen Ueberlegung, um die rechte Antwort auf diesen so freundlich gehaltenen Brief zu finden, und ich zögerte nicht, sie auf der Stelle niederzuschreiben. Kurz genug fiel sie freilich aus, denn sie beschränkte sich auf die nachstehenden wenigen Zeilen: „Verehrter Oheim! Da ich Ihr Neffe und meines Wissens Ihr nächster Blutsverwandter bin, sehe ich keinen vernünftigen Grund, weshalb ich mich gegen einen Vorschlag, den Sie die Güte haben wollen mir zu machen, von vornherein avleynend verhalten sollte. Auch werde ich, Ihrer freundlichen Aufforderung Folge leistend, nicht verfehlen, Ihnen bei meiner nächsten Anwesenheit in Bukarest meine Aufwartung zu machen. Ihr ergebener Neffe Georg Lazar.“ Mein Diener brachte mir den Tee und legte gleichzeitig eine Bukarester Zeitung auf den Tisch. „Vielleicht wird es Herrn Lazar interessieren, den Artikel zu lesen, der sich mit Seiner Durcklaucht beschäftigt,“ sagte er. „Er steht gleich auf der ersten Seite.“ Es war sonst nicht die Art des Mannes, mir derartige Winke zu geben, und ich zweifelte darum nicht, daß es sich um irgend etwas Außergewöhnliches handeln müsse. Ich entfaltete das Blatt und fand unter der Ueberschrift„Noblesse oblige“ einen Artikel, dessen Inhalt ganz danach angetan war, die hohe Meinung zu bekräftigen, die ich seit der ersten Begegnung von dem Charakter des Groß=Bojaren gehegt hatte, Wie es schien, batte der Fürst sich durch falsche Angaben, die er auf Treu und Glauben hingenommen, verleiten lassen, Euch für die Taten Dank und Anerkennung zu sagen, die ihr seitdem verrichtet habt. An seinen Grenzen, an denen der Rumäne der Vergeltung verzweifelt den Eintritt zu wahren strebte, ist er geschlagen. Tief stehen unsere siegreichen Kolonnen in der Walachei. Auf die Unüberwindlichkeit des unwegsamen Hochgebirgswalles im Vorwinter hatte er seine ganze Hoffnung gesetzt, nachdem ihm seine Ueberzahl auf siebenbürgischem Boden nicht vor dem verdienten Schicksal geschützt hatte. Jeder von uns weiß auch, welche zielsichere, niemals schwankende Zusammenarbeit Aller nötig war, um das Ziel zu erreichen. Zwar habt Ihr wochenlang auf froststarrenden Felshöhen, in tiefverschneiten Tälern, fast stets ohne Obdach und ohne Feuer, nicht selten viele Tage abgeschnitten von jeder Verbindung ringen müssen, aber keiner, auf den es ankam, hat versagt, und wo der Feind gebunden werden sollte, wurde er mit eisernem Griff gehalten; wo er zermürbt werden sollte, ist er zerrieben worden; wo er geschlagen werden mußte, wurde er ins Herz getroffen. Mit berechtigtem Stolze dürft Ihr auf solche Leistungen zurückblicken, mit froher und ruhiger Zuversicht den Aufgaben der Zukunft für das Wohl der Heimat entgegensehen. Der Oberbefehlshaber: von Falkenhayn, General der Infanterie. * (W.) Konstanz. Die Unterhandlungen über den Austausch deutscher und französischer Zivilinternierter ist abgeschlossen. Zwischen Deutschland und Frankreich ist eine Einigung erzielt worden. Es handelt sich diesmal um nicht weniger als 20 000 Personen, die ausgetauscht werden sollen. Der Transport beginnt am 4. Dezember und dauert bis Weihnachten. Täglich wird ein Zug Schafffhausen—Genf und umgekehrt geführt. (W.) Petersburg.(Petersburger Telegraphen=Agentur.) Staatssekretär und Verkehrsminister Trepow ist zum Ministerpräsidenten ernannt worden. Der bisherige Ministerpräsident und Minister des Aeußern Stürmer wurde zum Oberstkämmerer des kaiserlichen Hauses unter Beibehaltung der Funktion eines Mitglieds des Reichsrats ernannt.— Durch kaiserlichen Erlaß ist die Duma und der Reichsrat bis zum 2. Dezember vertagt worden. Griechenland Athen.(Corriere della Sera.) Die Gesandten Deutschlands, Oesterreich=Ungarns und der Türkei fuhren Mittwoch nachmittag mit dem Gesandtschaftspersonal nach Dedeagatsch auf dem kleinen griechischen Dampfer„Mykali“ ab. Mit ihnen fuhren die Professoren des deutschen archäologischen Institutes wie mehrere Frauen und Kinder. Sie wurden an Bord von griechischen Freunden, darunter mehreren Offizierenbegrüßt, vom kgl. Hofmeister namens des Königs und vom Minister des Aeußeren namens der Regierung. Im ganzen sind 80 Personen abgereist, unter ihnen ein deutscher Journalist. Der Dampfer hatte die deutsche und österreichische Flagge gehißt, die der begleitende französische Offizier herunterholen ließ. Zwei Beamte des Ministeriums des Aeußeren begleiteten die Reisenden bis nach Kavalla. Vor der Abreise machten die Gesandten in der ganzen Stadt Abschiedsbesuche. Die Gesandten begaben sich auch zum König, der allen sein lebhaftes Bedauern über die neutralitätswidrig erzwungene Abreise aussprach.—(Reuter) In der letzten Forderung Admirals Fournet zur Uebergabe von Kriegsmaterial waren 18 Batterien Feldartillerie, 16 Batterien Gebirgsartillerie, 40 000 Mannlicher=Gewehre, 140 Maschinengewehre, 50 Automobile und beträchtliche Mengen von Munition einbegriffen. Fournet erklärte, dies sei dem den Deutschen und Bulgaren übergebenen Kriegsmaterial gleich. Die Regierung antwortete, die Entente habe schon 191 moderne Geschütze aus Griechenland fortgenommen. Ferner behaupte sie, die Zustimmung zu diesem Verlangen bilde eine feindliche Handlung gegen die Zentralmächte und mache es außerdem Griechenland unmöglich, sic zu verteidigen, daher verweigere sie die Forderung. Amsterdam. Nach einem hiesigen Blatte melden die Times aus Athen, daß der Justizminister demissioniert hat. In einigen Kreisen glaubt man, daß das Kabinett gestürzt werde, wenn die Auslieferung des von den Alliierten verlangten Kriegsmaterials definitil verweigert werde. Nach einer anderen Meldung der Times aus Athen, hatten die vier Gesandten der Mittelmächte zugestimmt, die Lage der griechischen Regierung durch ihre Abreise zu erleichtern. Es verlautet, daß die Regierung der Forderung nach Auslieferung des nichtbenötigten Kriegsmaterials nicht nachgeben wird, und zwar mit der Begründung, daß die Aufrechterhaltung der Neutralität dadurch leide und die Gefahr eines Aufstandes unter der militärischen und Zivilbevölkerung entstehen würde. Falls Fournet das Geforderte mit Gewalt nimmt, wird dagegen Widerstand geleistet werden. Der See- und Luftkrieg (WTB.) Berlin. Amtlich. Der Chef des Admiralstabes der Marine teilt mit: Im englischen Unterhause ist die angeblich durch ein deutsches Unterseeboot erfolgte Versenkung des Hospitalschifses„Britannic“ als ein völkerrechtswidriger Akt unmenschlicher Barbaren hingestellt worden. Demgegenüber wird festgestellt, daß die„Britannic“ durch ein deutsches Unterseeboot nicht versenkt worden ist. (WTB.) Berlin. Der griechische Dampfer„Joannis“ (3828 Tonnen) ist von einem deutschen U=Boot versenkt worden. (WTB.) London. In englischen Blättern wird der griechische Dampfer„Stigliani“(3600 Tonnen) als versenkt angegeben.— Das Schiff„Joaunius“ ist gestrandet. Der britische Dampfer„Macarazzo“ wurde von der Besatzung aufgegeben.— Lloyds melden, daß der Dampfer„Brierton“ versenkt wurde. Welffalen und Rheinland. Dortmund. Der Hamsterei wird jetzt kräftig zu Leibe gegangen. In letzter Zeit konnte die Wahrnehmung gemacht werden, daß die Städter nicht nur an den Sonntagen mit Schließkörben, Säcken, Kisten und Schachteln auf die Dörfer fuhren, um Butter, Eier, Speck und andere Lebensmittel unter Umgehung der erlassenen Vorschriften einzuhamstern und abends beutebeladen wieder heimzukehren. Jetzt ist die Anordnung ergangen, daß Eisenbahnbeamte, Gendarme in die Eisenbahnzüge auf solche Hamsterwaren zu fahnden haben. Die vorgefundenen Waren werden beschlagnahmt und die Besitzer zur Bestrafung gebracht. Hamm. Schuhsohlen aus Treibriemenleder fertigte eine Dortmunder Schnellsohlerei an. Der Inhaber wurde am Montag im Zusammenhang mit einer Diebstahlsaffäre verhaftet, in die drei junge Leute von hier verwickelt sind. Die Burschen hatten in den letzten Wochen in mehreren hiesigen industriellen Werken bedeutende Mengen Treibriemen im Gesamtwerte von über 4000 Mark entwendet. Der Schaden für die Werke war ein doppelt großer, denn infolge der Diebstähle mußten einzelne Betriebsabteilungen längere Zeit stillstehen, da es nicht immer möglich war, für die gestohlenen Treibriemen sofort Ersatz zu schaffen. Das Geständnis der endlich von der hiesigen Polizei ermittelten Burschen führte zu einer Haussuchung in der Dortmunder Schnellsohlerei, wo noch 40 Paar mit Treibriemenleder besohlte Schuhe sowie ein Rest unverbrauchtes Treibriemenleder vorgefunden wurde. Recklinghausen. Einen schrecklichen Tod hat das achtjährige Töchterchen der Familie Christ in Herten erlitten. Als das Kind mit einer brennenden Petroleumlampe auf den Hausflur trat, stolperte es über ein Paar Holzschuhe, die im Flur standen. Dabei ging die Lampe in Scherben, und der brennende Petroleuminhalt ergoß sich über den Körper des Kindes. Man brachte das unglückliche Wesen ins Krankenhaus, wo es unter gräßlichen Qualen seinen schweren Verletzungen erlag. Unna. In dem Bommschen Geschäft am Markt wurden seit einiger Zeit Speck und verschiedene Wurstwaren als angebliche„Auslandsware“ zu ganz außergewöhnlich hohen Preisen verkauft. Die eingeleiteten behördlichen Nachforschungen ergaben jedoch, daß die zum Verkauf gestellten Waren das Ausland nicht gesehen hatten, sondern im Inlande hergestellt sind. Deshalb wurden die noch vorhandenen Vorräte polizeilich beschlagnahmt. Köln. Beim letzten Nachersatz befand sich auch ein alter Landwehrmann, der, da er bei Nacht und Nebel an der Somme ankam, nicht gleich Platz in irgend einem Unterstand fand. Im nächsten Unterstand war noch für einen Mann Platz. Der alte Wehrmann zündet eine Kerze an und will gerade seinen Tornister als Kopfkissen zurecht machen, als sich sein Nachbar zur Linken herumwirft und im Halbschlaf eben losschimpfen will, weil man ihn schon wieder stört, wo er doch eben vom Posten gekonmnen ist—, der matte Schein der Kerze fällt auf das Gesickt des neuen Kameraden, der es sich neben ihm bequem machen will— da ein Freudenschrei:„Vater!“—„Franz!“ und Vater und Sohn liegen sich als Grabensoldaten glücklich in den Armen. Das Wiedersehen zweier ahnungslosen Menschenkinder, das Herz voller Sehnsucht und Sorge um den anderen, einige hundert Meter vor dem Feinde! Es ist wohl überflüssig, die Freude der beiden zu schildern. Am nächsten Tage ging es wie ein Lauffeuer durch die Kompagnie, Bataillon, Regiment und so weiter, und schon ließ der Herr General einige Tage später— als das Bataillon sich in Ruhe befand— bei einer Besichtigung Vater und Sohn antreten und unterhielt sich eingehend mit ihnen; zum Schlusse drückte er jedem die Hand und beglückwünschte den Vater, der sofort Gefreiter wurde. Der Vater ist 45, der Sohn 21 Jahre und beide ein paar stramme Soldaten. Königssteele. Einen bösen Hereinfall erlebte eine Frau, die zur holländischen Grenze gefahren war, um dort von Schmugglern Fleischwaren zu kaufen, und bei dieser Gelegenheit auch einen schweren Rollschinken für teures Geld erstanden hatte. Als sie, in der Heimat angelangt, den Schinken mit einer Freundin teilen wollte, machte sie die unangenehme Entdeckung, daß er mit einem dicken Stück Eisen gefüllt war. Die Umhüllung des Eisens, also der eigentliche Schinken, wog kaum vier Pfund, während der eiserne Inhalt 11 Pfund schwer war. Solingen. In gemeinsamer Gruft wurden hier zwei Brüder, Alfred und Adolf Gräfingholt, auf dem Ehrenfriedhof beigesetzt, die den ganzen Lebensweg bis zu ihrem frühen Tode selbander zurückgelegt haben. Als Zwillinge geboren, wuchsen sie zusammen auf, wurde beide zu gleicher Zeit zum Heeresdienst einberufen, kämpften nebeneinander an derselben Stelle und fielen gemeinsam durch einen und denselben Granatschuß. Den Eltern wurde die Ueberführung der Leichen in die Heimat ermöglicht. Stadt und hand. 25. November. Der Totensonntag — morgen— der dritte in diesem Kriege— wird in mannigfacher Weise begangen. In beiden Kirchen werden Vormittags im Gottesdiensy der seit der letzten Verkündung Gefallenen gedacht werden. Von 12—1 Uhr Mittags wird ein Ehhrengeläut für die gefallenen Helden von beiden Kirchen erfolgen. Zu gleicher Zeit(11½ Uhr) findet am Kriegerdenkmal am Loherwäldchen(bei schlechtem Wetter in der alten Schützenhalle) eine Godenkfeier zu Ehren der Gefallenen— Gesang, Orchester, Ansprache des Herrn Pfarrers Proebsting— statt. Eine kirchliche Gedenkfeier findet Nachmittags 4 Uhr auf dem alten Friedhof statt und um 6 Uhr Nachmittags Gottesdienste mit Abendmahl in beiden Kirchen. Abends 8½ Uhr werden unsere Toten durch einen Vortrag des Herrn Privatdozenten Dr. Arnold Ruge=Heidelberg in der Erholung gefeiert, sowie durch Harmoniumspiel, Orchester und Gesang. Die Eisenbahnfahrpkäne die am 1. Oktober, 1. und 15. November und vor wenigen Tagen geändert worden waren haben weitere Berichtigungen erfharen. Auf der Vollmetalbayn treten dabei folgende Aenderungen ein: Der Morgenzug(1124) ab Brügge 5,39 nach Dieringhausen fällt aus und statt dessen wird der Hagen 5,39 früh verlassende, in Brügge 6,34 eintreffende Zug(1158) nach Dieringhausen weiter geführt, und zwar ab Brügge 6,38, Oberbrügge 6,44, Bollwerk 6,49, Vollme 6,54, Grünenbaum 7,00, Kierspe 7,05, Meinerzhagen 7,13, Holzwipper 7,22, Marienheide an 7,29 ab 7,31, Kotthausen 7,39, Gummersbach an 7,48 ab 7,51, Vollmerhausen 7,59, Dieringhausen 8,02. Von Hagen bis Brügge verkehrt der Zug wie bisher nur Wochentags. Der Zug 1125 von Dieringhausen 6,01 früh, ab Meinerzhagen 6.54 früh fährt von den weiteren Stationen wenige Minuten später, als bisher ab, Brügge an 7,32(statt 7,31), Brügge ab wie bisher 7,36 und weiter im jetzigen Fahrplan. Zwischen Lüdenscheid und Brügge sind 3 neue Züge eingelegt: 1123 Lüdenscheid ab 5,36 früh, Brügge an 5,48;— 1159 Lüdenj cheid ab 6,20 früh, Brügge an 6,34.— 1156 Brügge ab 5,53 früh, Lüdenscheid an 6,11. Aus der evangelischen Gemeinde. Pfarrer Barthold hat die Wahl zum 6. Pfarrer angenommen, er wird voraussichtlich Mitte März eintreffen.— Beide Küster sind zum Heer eingezogen; die Küsterdienste werden durch Hilfskräfte besorgt. — Für das Reformationsfest im nächsten Jahre wurde ein Ausschuß gebildet, dem außer den 6 Pfarrern, alle Schulleiter am Orte, je 6 älteste und Repräsentanten angehören.— Die Konfirmanden brauchen zur Konfirmation keinen besonderen Anzug sich zu beschaffen; es ist mitgeteilt worden, daß sie zur Einsegnung in ihrem Sonntagsanzug, den sie bereits besitzen, komseinen Namen unter den Gründungs=Prospekt einer industriellen Gesellschaft zu setzen, deren Zwecke eminent gemeinnützig zu werden verhießen. Das Unternehmen hatte sich später als ein schwindelhaftes erwiesen, bei dem die Aktionäre Gefahr liefen, ihr Geld bis auf den letzten Pfennig zu verlieren. In einer eben abgehaltenen und ziemlich stürmisch verlaufenen Generalversammlung hatte nun einer dieser Aktionäre erklärt, daß er einzig durch den klangvollen und angesehenen Namen des Fürsten Potesci veranlaßt worden sei, die Papiere zu erwerben, und hatte daran eine ziemlich durchsichtige Verdächtigung des Groß=Bojaren geknüpft. Ruhig aber hatte dieser sich daraufhin von seinem Sitze erhoben, um zu erwidern, daß er sich der durch seine Unterschrift übernommenen Verantwortlichkeit vollkommen bewußt sei und daß er deshalb unbedenklich jedem, der sich der gefährdeten Papiere zu entäußern wünschte, den dafür gezahlten Preis voll erstatten würde. Ein Sturm von enthusiastischer Begeisterung hatte sich nach dem Zeitungsbericht auf diese hochsinnige Erklärung hin in der Versammlung erhoben. Und etwas von dieser Begeisterung empfand in diesem Augenblick auch ich. Wäre der Fürst noch in meinem Zimmer gewesen, ich glaube, ich würde zum ersten Male in meinem Leben einem Manne die Hand geküßt haben, Jedenfalls war ich stolz darauf, in den Diensten eines solchen wahren Edelmannes zu stehen, und die Erklärung, die er mir vorhin aus freien Stücken abgegeben, gewann für mich einen noch größeren Wert. Jetzt verstand ich auch den Sinn der Worte, die bei ihrer Wiederbegegnung zwischen dem Fürsten und der Prinzessin ausgetauscht worden waren. Und ein wundersames Hochgefühl erfüllte meine Seele, als ich mir sagen durfte, daß sie ihres Vaters ebenbürtige Tochter sei. Nie war ich so fest überzeugt gewesen wie in diesem Augenblick, daß die Prinzessin. Lydia Potesci unter allen weiblichen Wesen auf dem ganzen Erdenrund nicht ihresgleichen habe. Unter diesen Umständen ließ es mich beinahe ganz kalt, als mir eine Viertelstunde später ein Brief ausgehändigt werde, der aus der Kanzlei eines der angesehensten Bukarester Advokaten stammte. Er enthielt den von meinem Oheim angekündigten Vorschlag. Und dieser„Vorschlag“ bestand einzig in der Mitteilung, daß der Advokat durch Herrn Gleva angewiesen worden sei, mir fortan alljährlich eine Summe auszuzahlen, die das fürstliche Gehalt, das ich gegenwärtig bezog, noch um ein erhebliches überstieg. 28. Kapitel. Da keine Botschaft gekommen war, zie mich auf das Schloß berufen hätte, nahm ich das Diner in meiner Wohnung ein, und ich mochte wohl bei meiner Kaffeetasse und meiner Nachtisch=Zigarette ein wenig eingeschlummert sein, da ich mich nur dunkel erinnere, bei einem Klopfen an die Tür meines Zimmers etwas erschrocken aufgefahren zu sein und mich nicht sogleich darauf besonnen zu haben, wo ich mich eigentlich befand. Ich ließ denn auch nicht sogleich die Aufforderung zum Eintritt ergehen. Aber der da Einlaß begehrte, wartete auch diese Aufforderung gar nicht erst ab. Ich sah, wie die Klinke sich bewegte, und im nächsten Moment erschien auf der Schwelle des Gemaches eine weibliche Gestalt, die dicht verschleiert und vom Kopf bis zu den Füßen in einen Mantel gehüllt war.. Sie hatte sich augenscheinlich durch die Art ihrer Kleidung unkenntlich machen wollen. Ich aber erkannte sie nichtsdestoweniger auf den ersten Blick als die Frau, die sich meines Vaters Weib genannt hatte. Meine erste Empfindung war die eines heftigen Unwillens über den Mißbrauch, den sie offenbar mit meiner Schwachheit treiben wollte. Ich hatte mich für einen Augenblick von dem Mitleid mit ihrem Geschlecht überwältigen lassen, und ich war töricht genug gewesen, es ihr zu zeigen. Nun wähnte sie augenscheinlich, mich als ein williges Werkzeug für ihre Pläne nützen zu können. Und ich mußte es für meine Pflicht halten, diesen Wahn sofort zu zrstören. „Ich bedaure, Sie hier nicht empfangen zu können, Madame,“ sagte ich, noch ehe sie Zeit gefunden hatte, ein Wort zu sprechen.„Das Verbot in meiner Wohnung irgendwelche Besuche von Fremden entgegenzunehmen, ist eine der mir durch meine Stellung auferlegten Pflichten.“ Aber sie war ersichtlich nicht gesonnen, sich durch diese Erklärung, wie unzweideutig sie auch immer sein mochte, verscheuchen zu lassen. Schwer atmend sank sie in einen Stuhl und schob ihren Schleier empor. Ich war aufrichtig erschrocken, als ich ihr Gesicht sah, ihre mager gewordenen Wangen und ihre wie im Fieber brennenden Augen. „Ich mußte kommen,“ erwiderte sie.„Ich durfte es nicht länger aufschieben. Sie müssen mir die Wahrheit sagen, Georg— die ganze Wahrheit!“ „Die Wahrheit über was? Ich verstehe Sie nicht, Madame!" „Die Wahrheit über den Mann, der hierher gekommen war, Sie zu besuchen, und der Potesci nicht mehr lebend verlassen durfte." Kurz abweisend schüttelte ich den Kopf. „Ich habe Ihnen nichts zu erzählen. Als ich den Mann unter den Klippen fand, war er tot. Daß es seine Absicht gewesen war, mich aufzusuchen, erfuhr ich erst später."“ „Und das ist die Wahrheit, Georg? Die reine Wahrheit?" „Es ist die reine Wahrheit, Madame!“ „Aber haben Sie nicht einem Mädchen im Dorfe anbefohlen, Stillschweigen darüber zu bewahren, daß dieser Mann am Tage vor seinem Tode nach Ihnen gefragt hatte?“ „Ich leugne nicht, daß ich sie darum ersucht habe. Sie erzählte mir davon, als die Leiche bereits gefunden worden war. Und ich konnte nicht einsehen, welchen Zweck ihre Mitteilung haben sollte." „Sie haben damit eine große Torheit begangen. Wie konnten Sie sich auch auf die Verschwiegenheit eines Weibes verlassen, das nicht zugleich Ihre Geliebte war?— Sie haben sich inzwischen mit dem Mädchen überworfen oder haben ihr einen Anlaß zur Unzufriedenheit gegeben, und nun bedient sie sich ihrer Kenntnis als einer Waffe, um Ihnen zu schaden." „Ich kann es nicht ändern, und ich fühle nich dadurch nicht weiter beunruhigt. Ich habe nie auch nur ein einziges Wort mit dem Manne gesprochen. Und ich wußte nichts von ihm, bis ich ihn tot am Strande fand." „Georg!" schrie sie.„Dies ist schrecklich. Noch bin ich nicht ganz sicher, aber ich glaube— ich glaube, es war dein Vater!" Ich hatte mich bis jetzt immer mit allen Kräften bemüht, diesen Gedankne zurückzuweisen, so oft er sich mir hatte aufdrängen wollen. In diesem Augenblick aber fühlte ich mich dazu nicht mehr imstande. Ein Erschauern ging über meinen Körper, und ich fand nicht sogleich eine Erwiderung. Sie aber, indem sie sich näher gegen mich neigte, flüsterte mit heitem Atem: „Um Ihretwillen Georg, müssen wir herausbringen, welche Bewandtnis es mit seinem Tode hatte." „Die Behörden haben festgestellt, daß der Körper des Mannes angeschwemmt wurde.“ murmelte ich. Es war alles, was ich im Moment vorzubringen wußte. Aber sie bewegte ablehnend den Kopf. (Fortsetzung folgt.) möchten.— Die Gemeindeschwester Johanne Frodermann gehört nunmehr 25 Jahre(24. Nov.) dem Diakonissenberuf an. Central=Theater. Stuart Webbs spielt die Hauptrolle in dem vieraktigen Detektiv=Schauspiel„Die Irre“. Ferner entHält das Programm ein Gesellschafts=Drama„Des Nächsten Weib“ mit Lu Synd in der Hauptrolle. Die neuen Kriegsberichte von allen Fronten vervollständigen das Programm. Das Theater ist Totensonntag geschlossen, dafür ist der Spielvlan bis Mittwoch verlängert.(Siehe Anzeige.) Die preußischen Staatsbeamten erhalten zu Anfang Dezember einmalige außerordentliche Kriegszulagen, und zwar: Etatsmäßig angestellte Staatsbeamte mit einem Diensteinkommen bis 4500 A einschließlich, sowie ständig gegen Entgelt beschäftigte— außeretatsmäßige— Staatsbeamte mit einem Diensteinkommen bis 4800 Mark einschließlich erhalten, wenn sie verheiratet sind 40 M, wenn sie verheiratet sind, aber keine Kinder unter 15 Jahren oder nicht solche älteren Kinder im Alter bis zum vollendeten 18. Jahre, die— ohne eigenes Einkommen— sich noch in Schul= oder Berufsbildung befinden, zu unterhalten haben 60 M. bei 1 Kind 90 M, bei 2 Kindern 120 M, bei 3 Kindern 150 M. bei 4 Kindern 180 M, bei 5 und mehr Kindern 200 M. Verwitwete oder geschiedene Beamte, die keine Kinder zu unterhalten haben, sind den unverheirateten Beamten gleichzustellen. Preußisch=Süddeutsche Klassenlotterie.(Ohne Gewähr.) 24, November. Vormittags: 10 000 A auf 42732; 5000 A auf 1730, 141 291 und 211 924.— Nachmittags: 15 000— auf 63 868; 5000 M auf 35 389 und 207 160. Brüninghausen. Im hiesigen Kirchspiel wurden 320 Pakete für das Heer gespendet, die der Sammelstelle in Frankfurt a. M. übermittelt wurden. Oberrahmede. Für das Heer wurden im hiesigen Kirchspiel 222 Weihnachtspakete gespendet, die der Sammelstelle in Frankfurt a. M. zugestellt wurden. Altena. Im Bezirk Altena brachte der MarineOpfertag 30 410 Mark ein. Aus aller Welt (WTB.) Köniasstein,(Taunus) 24. November. Heute Nacht um 2,30 Uhr ist die Großherzogin=Mutter Adelheid Maria von Luxemburg, Herzogin von Nassau, auf ihrem Schlosse in Königsstein gestorben. Stockholm. Wegen Entziehung von der Kriegspflicht hat laut Moskowskoje Slowo in Tula ein sensationeuler Massenprozeß stattgefunden. Hauptangeklagte waren der frühere Chef der Tuhaer Militärverwaltung und sein Unterchef. Ueber 2000Männer wurden ermittelt, die durch diesen vom Kriegsdienst befreit worden waren. Die Genehmigung der Kartoffellieferung vom Erzeuger unmittelbar an den Verbraucher auf Bezugsschein darf nach den erlassenen Bestimmungen von den Kommunalverbänden erteilt werden, sofern dadurch die Lieferungspflicht des Kommunalverbands für die Gesamtheit nicht beeinträchtigt wird. Die große Verzögerung und das stellenweise ungünstige Ergebnis der Kartoffelernte hat aber in den meisten Kommunalverbänden eine wesentliche Einschränkung solcher Ausnahmebewilligungen nötig gemacht, weil die verfügbaren Arbeitskräfte, Gespanne und Eisenbahnwagen zunächst für die Heranschaffung der an die Bedarfsverbände zu liefernden Kartoffelmengen gebraucht werden. Die Kommunalverbände, die für die Durchführung dieser Lieferungen verantwortlich sind, können Ausnahmebewilligung nur erteilen, wo eine Beeinträchtigung der Gesamtlieferung zweifellos nicht in Frage steht. Neuelte Nachrichten. Berlin, 24. November. Im Haushaltausschuß des Reichstags stellte bei den weiteren Verhandlungen über das Zivildienstpflichtgesetz Staatssekretär Dr. Helfferich mit Genugtuung fest, daß in der Frage der Notwendigkeit des Gesetzes an der kriegsorganisatorischen Arbeit, die zu seiner Ausführung erforderlich sei, völlige Uebereinstimmung herrsche. Der Staatssekretär trat den Befürchtungen entgegen, daß im nationalen Interesse wichtige und unentbehrliche Betriebe stillgelegt bezw. eingeschränkt werden könnten, weil sie in den Bestimmungen des vaterländischen Hilfsdienstes nicht ausdrücklich genannt seien. Was im besonderen die Presse anbelangte, so wisse die Regierung auch genau, daß die Aufrechterhaltung auch der mittleren und kleineren Presse während der ganzen Dauer des Krieges eine dringende vaterländische Notwendigkeit sei. Aehnlich verhalte es sich mit den Berufsorganisationen. Die Regierung sei sich ganz klar darüber daß auf deren Mitwirkung für die innere Kriegsführung und namentlich auch für die Durchführung des Kriegsdienstes gar nicht verzichtet werden könne. Einzelne Probleme müßten natürlich an Ort und Stelle in genauer Kenntnis der örtlichen Verhältnisse gelöst werden. Es wäre unzweckmäßig, sich in den Organisationsfragen und in den Fragen der praktischen Durchführung gleich von vornherein in Einzelheiten festzulegen. Der Staatssekretär besprach sodann die Maßnahmen, die getroffen werden können und getroffen werden, um auch die Bevölkerung der besetzten Gebiete innerhalb der durch das Völkerrecht und durch gewisse rein tatsächliche Erwägungen gezogenen Grenzen zur Arbeit in Deutschland heranzuziehen und schloß mit der Bitte, in der Verhandlung der Einzelheiten nicht weiter zu gehen, als dies eben im Interesse der Durchführung des Gesetzes notwendio sei. Die Stillegung einzelner Betriebe solle im engen Einvernehmen mit der Fachindustrie und auf Grund hrer Anregungen und Vorschläge erfolgen. Die volle Einheitlichkeit der Durchführung bei allen lokalen Fällen sei dadurch gewährleistet, daß alle Generalkommandos in den einschlägigen Fragen an die Weisungen des Kriegsministers und damit des Kriegsamtes gebunden seien. Die Mitwirkung der untersten Zivilbehörden, vor allem der Kommunalbehörden, werde selbstverständlich ständig in Anspruch genommen werden müssen. (W.) Berlin, 25. November. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung meldet: S. M. der Kaiser und König hat dem Staatssckretär des Auswärtigen Amtes, Staatsminister von Jagow den erbetenen Abschied bewilligt. Gleichzeitig ist der scheidende Staatssekretär als lebenslängliches Mitglied des preußischen Herrenhauses berufen worden. Zum Staatssekretär des Auswärtigen Amtes ist der bisherige Unterstuatssekretär Zimmermann ernannt worden. An dessen Stelle der bisherige Dirigent der politischen Abteilung, Gesandter von Stumm tritt. Mit Rücksicht auf die wachsende Arbeitslast, die sich durch den Krieg für die Leitung des Auswärtigen Amts ergeben hat und weiter ergeben wird, ist der Posten eines zweiten Unterstaatssekretärs zunächst provisorisch geschaffen worden. Mit der Wahrnehmung dieses Postens ist der kaiserliche Gesandte z. D. Freiherr von dem Bussche-Haddenhausen betraut worden. Bern, 24. November. Wie Matin aus Bordeaux meldet hat sick dort in einer Pulverfabrik eine heftige Explosion ereignet, die auch die umliegenden Gebäude zertruntmerte. 10 Personen wurden getötet und 12 schwer verletzt. London, 24. November. Die Admiralität teilt mit, daß das britische Hospitalschiff Braemar Castle(6280 to.) auf dem Wege von Saloniki nach Malta mit Verwundeten an Bord im Mykoni-Kanal im Aegäischen Meer auf eine Mine gelaufen oder versenkt worden ist. Alle Personen, die sich an Bord befanden, wurden gerettet. New-York, 24. November. Wie aus El Paso gemeldet Milla aastorn friih Chihahua angegriffen. Krieg gegen Rumänien • Wie schlimm der Franktireurkrieg in Rumänien betrieben wird, zeigt eine Meldung aus Petersburg, 22. November: „Auf Grund einer Verständigung der obersten Kirchenbehörde mit dem Kriegsministerium werden die Geistlichen angewiesen, in eingehender und klarer Form auf die Zivilbevolkerung im Sinne einer verschärften Kriegführung einzuwirken. Vor allem soll die Landbevölkerung, soweit sie nicht im pflichtigen Alter steht, die Kriegführung des rumänischen Heeres teils durch direkte, teils durch indirekte Teilnahme an den Kriegsoperationen(sofern sich diese in den in Frage kommenden Gebieten abspielen) unterstützen. So wurden von der Geistlichkeit Aufrufe verbreitet, die die nicht mehr wehrpflichtige männliche Bevölkerung im Alter von 55 bis 70 Jahren und Knaben auffordert, dem vordringenden Feinde bewaffneten Widerstand zu leisten. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die Bevölkerung der walachischen Gebiete den österreichisch=ungarischen und deutsen Truppen Hinterhalte legen wird. Fast in jedem Falle sind hierfür die fanatisierten Geistlichen und Behörden verantwortlich. Türkische Fronten (WTB.) Konstantinopel. Amtlich. 21. 11.(Verspätet eingetroffen.) Infolge eines Kampfes, der sich zwischen einer aus Infanterie und Maschinengewehren zusammengesetzten feindlichen Streitmacht und unseren Freiwilligen entsponnen hatte, warsen wir den Gegner bei Sabes zurück. An der Kaukasischen Front trieben wir auf dem rechten Flügel unsere Stellungen in einer Ausdehnung von 300 Kilometern vor.— 22. 11. Tigrisfront: Unsere Flugzeuge zwangen feindliche Flugzeuge, die unsere Stellungen überflogen, zur Flucht. Wir zwangen ein feindliches Flugzeug zum Landen. Zwei andere feindliche Flugzeuge, die La Chatte(?) überflogen, warfen Bomben auf die Bevölkerung der Umgegend. Versische Front: Auf dem rechten Flügel, im Zentrum und auf dem linken Flügel schlugen wir Ueberfälle des Feindes mit Verlusten für ihn ab.— 23. 11. Kaukasusfront: Nördlich von Kighi fanden für uns erfolgreiche kleinere Kämpfe statt. Der Chef des Admiralstabs der Marine meldet: (WTB.) Berlin, 25. November. Amtlich. Teile unserer Seestreitkräfte stießen in der Nacht vom 23.—24 November gegen die Themsemündung und den Nordausgang der Dowus vor. Bis auf ein Vorpostenfahrzeug, das durch Geschützfeuer versenkt wurde, wurden keinerlei feindliche Streitkräfte angetroffen. Der befestigte Platz Ramsgate wurden durch Artillerie unter Feuer genommen. Als auch daraufhin von der englischen Flotte nichts sichtbar wurde, traten unsere Streitkräfte die Rückfahrt an und liefen wohlbehalten den heimischen Stützpunkt an. Beschleunigter Ausdrusch und Ablieferung des Brotgetreides. Durch das preußische Landesgetreideamt ist mitgeteilt worden, daß dem Kreise Altena nicht eher Mehl von auswärts überwiesen werden wird, bis die Getreidevorräte der eigenen Ernte des Kreises verbraucht sind. Der Kreis ist also längere Zeit ausschließlich auf seine eigene Brotgetreide=Ernte angewiesen, während er im vorigen Jahre bei dem Verbrauch feiner eigenen Ernte immer noch aushülfsweise Mehl von außerhalb bekommen konnte. Unter diesen Umständen muß der Kreis nochmehr als früher dafür Sorge tragen, daß in der Anlieferung des Brotgetreides durch die Landwirte keine Stockung eintritt, da sonst die gesamte Brotversorgung des Kreises in Frage gestellt würde. Ich fordere deshalb auf Grund der§§ 3 und 4 der Bekanntmachung des Reichskanzlers über Brotgetreide und Mehl aus der Ernte 1916 vom 29 Juni 1916(R. G. Bl. S. 782) und der Ausführungsanweisung des Herrn Ministers dazu vom 24. 7. Is, die Landwirte und Getreidebesitzer auf, ihren für den Kreiskommunalverband beschlag nahmten Roggen und Weizen unverzüglich auszudreschen, ihr Brotgetreide möglichst bald der Gemeinde zur Verfügung zu stellen und es nach deren Weisung abzuliefern. Ich nehme Bezug auf die heute nochmals ver öffentlichte Vorschrift über Druschanzeigen. Diese Bestimmung ergänze ich dahin, daß die Druschan zeigen für Roggen und Weizen von jetzt ab bis auf Weiteres nicht nur zum 3, sondern auch zum 13. und 23. jeden Monats zu erstatten sind. Wer der Aufforderung zum Ausdrusche nicht mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln und Kräften unverzüglich nachkommt, wird gemäß§ 60 der vorgenannten Verordnung mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder Geldstrafe bis zu 1500 Mk. bestraft Außerdem kann die Behörde gemäß§ 4 ebendort mit Zwangsmaßnahmen gegen ihn vorgehen und die Getreidebestände auf seine Kosten und mit seinen Betriebsmitteln durch einen Dritten vornehmen lassen. Altena, den 22. Nøvember 1916. Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Thomèe, Landrat. Obstbäu in allen Formen und bewährtesten Sorten, Obstwildlinge, Fruchtsträucher, Allee= und Zierbäume, Ziergehölze, Koniferen, Rosen, Forst= u. Heckenpflanzen in jeder Art, Größe u. Stückzahl liefern billigst Gebr. Hansas, Baumschulen, Hiltrun i. W. Preis= und Sortenlisten gratis und franko. Druschanzeigen. Die Besitzer von Roggen, Weizen, Mengkorn, Gerste und Hafer sind verpflichtet, ihrem Bürgermeister oder Amtmann für jeden Monat das Druschergebnis mündlich oder schriftlich anzuzeigen, und zwar erstmalig soført und dann regelmäßig innerhalb der ersten 3 Tage des folgenden Monats. Die Druschanzeige muß enthalten den Namen und Wohnort des Besitzers, den Tag und die Fruchtart des Ausdrusches sowie das Gewicht der ausgedroschenen Mengen in Zentnern und Pfunden für jede Fruchtart getrennt. Wer die Anzeige nicht oder nicht pünktlich erstattet, oder wissentlich falsche Angaben macht, wird schwer bestraft. Auch können die Vorräte, die nicht ordnungsmäßig angezeigt sind, ohne Zahlung eines Preises enteignet werden. Altena, den 19. November 1916. Landrat: Thomèe. Nochmals unter ausdrücklichem Hinweis auf meine Bekanntmachung von heute über beschleuniaten Ausdrusch und Ablieferung des Brotgetreides veröffentlicht. Die Druschanzeigen für Roggen und Weizen sind nach dieser Bekanntmachung nicht nur am 3. sondern bis auf Weiteres auch am 13. u. 23. jedes Monats zu erstatten. Altena, den 22. November 1916. Der Landrat: Thomée. Ankauf und Ausfuhr von Kohlrüben. (Wruken, Bodenkohlrabi, Steckrüben.) § 1. Der gewerbsmäßige Ankauf von Kohlrüben im Stadtkreise Lüdenscheid ist nur den von der Westfälischen Zentralgenossenschaft bezeichneten Genossenchaften und einzelnen mit schriftlichem Erlaubnisschein des Oberbürgermeisters versehenen Händlern gestattet. § 2. Der Erlaubnisschein ist widerruflich und kann jederzeit entzogen werden. Die zugelassenen Händler haben den Erlaubnisschein beim Ankauf stets bei sich zu führen und dem Verkäufer vorzulegen. Sie haben ihn den Polizeibeamten und den Beauftragten der Komunalverbände auf Verlangen vorzuweisen. § 3. Kohlrüben dürfen nur von den nach§1 und 2 zugelassenen Genossenschaften und Händlern aus dem Kreise Lüdenscheid ausgeführt werden. Der Oberbürgermeister kann Ausnahmen zulassen. Der Versand mit der Eisenoder Kleinbahn und zu Wasser darf nur auf Erund einer Bescheinigung der Westfälischen Zentralgenossenschaft für den Ein= und Verkauf landwirtschaftlicher Bedarssartikel und Wirtschaftserzeugnisse in Münster oder in Ausnahmefällen auf Grund einer Bescheinigung des zuständigen Vorsitzenden des Kreisausschusses bezw. Oberbürgermeisters(Ersten Bürgermeisters erfolgen. § 4. Zuwiderhandlungen gegen§ 1 und 2 dieser Anordnung werden gemäß§ 17 der Bundesratsverordnung vom 25. September, 4. November 1915 mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 Mk. bestraft. Zuwiderhandlungen gegen§ 3 dieser Anordnung werden gemäß§ 7 der Verordnung vom 26. Oktober 1916(R. G. Bl. S. 1204) mit Gefängnis bis zu einem Jahr und mit Geldstrafe bis zu 10000 Mk. oder mit einer dieser Strafen bestraft. Auch können die Gegenstände, auf die sich die strafbare Handlung bezieht, ohne Unterschied, ob sie dem Täter gehören oder nicht, eingezogen werden. Lüdenscheid, den 24. November 1916. Der Magistrat. Wegen Sterbefalls in der Familie bleibt mein Geschäft Morgen(Sonntag) geschlossen. F. W. Schuhmacher. Zahle 15-30 Pfg. für 1 Pfund zerrissene Säcke 50 Pfg. für zerrisseneStrümpfe Verlangen Sie bitte kostenlosen Besuch. Heinrich Zauderer, Remscheid. Postkarte genügt! Dr. Ad. Meier's Sanatorium Bremen, Rotenburgerstr. 1 Spezialbehandlung von Hautkrankheiten Lupus, äuß. 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September 1916 1387 125 Mit dem Jahresschlusse sind ausgeschieden: a) durch Tod b) durch Wegzug und freiwilligen Austritt zusammen 1512 24 27 51 Der Stand bei Beginn des neuen Geschäftsjahres am 1. Oktober 1916 betrug 1461 Die Geschäftsanteile der Mitglieder vermehrten sich im Geschäftsjahre 1915/1916 um Mk. 4002,98 und betrugen am Jahresschluß Mk. 74 316,47. Die Haftsumme der Mitglieder erhöhte sich um Mk. 7 400,—, dieselbe betrug am Jahresschluß Mk. 146 100,—. Lüdenscheid, den 26. Oktober 1916 Der Vorstand: Stuber, Grell, Wehner. Eine Anzahl hervorragend schöner und gediegenster Derrenzimmer u. Salons sowie Schlafzimmer und Spelsezimmer können wir zu 19 sehr vorteilhaften Preisen anbieten und empfehlen baldigste Belichtigung *Aufbewahrung bis zur Lieferung koltenlos .. 10 o 30 0 40 Gebrüder Schürmann Cöln, Zeppelinhaus u. Essen-Ruhr 1 Orient-Teppiche bester Art. 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Verstöße werden nach unserer Verordnung vom 4. 10. 1916 mit Gefängnis bis zu 1 Jahr und mit Geldstrafe bis zu 10000 Mk. oder mit einer dieser Strafen geahndet. Lüdenscheid, den 23. November 1916 Der Magistrat. Ruh. Familie sucht z. 1. Jan. 1917 2 Zimmer=Wohnnng Offerten unter F 507 an d. Gesch. Im Hause Lennestraße 63 ist eine abgeschl. Wohnung, bestehend aus 3 Zimmern, Bodenzimmer und Keller für sofort oder später zu vermieten. Preis 190 Mark. Meldungen bei der Kgl. Bahnmeisterei in Brügge. Maiskeime für Milchviehfutter. Die Bezugsscheine für Maiskeime können auf Zimmer 15 abgegeben werden. Sie werden nur an solche Besitzer von Milchkühen abgegeben, welche sich schon zum Bezuge gemeldet haben und welche Milch an die Bevölkerung liefern. Lüdenscheid, 24. Novbr. 1916. Der Oberbürgermeister. Verkauf von Gerste. Die durch den Herrn Landrat zu Altena zur Verteilung gelangte Gerste wird Dienstag, den 28. November d. mittags 8—12 Uhr und nachmittaas von 2½—7 Uhr von der Firma August Gummert hierselbst Friedrichstraße 14 gegen Vorzeigung des Bezugsscheines zun Preise von 5,— Mk. pro 25 Pfund abgegeben. Lüdenscheid, den 24. Nov. 1916. Amtmann. Mehrere jugendliche Arbeiter gegen hohen Lohn gesucht. Westf. Kupfer= u. Messingwerke A.=G. vorm. Kasp. Noell. 1 jüngerer Packer gegen hohen Lohn sofort gesucht. Gebr. Glörfeld. Drahtzieherlehrlinge für Feinzug suchen Märkische Drahtwerke Oberrahmede. 10—12 Arbeiter gesucht. Stundenlohn 70—75 Pfg. Zu melden bei Gastwirtschaft Buschhaus, Brügge Zum sofortigen bezw. baldigen Eintritt werden gesucht: einige junge Leute aus der Eisenkurzwarenbranche für meine Versandabteilung; mehrere Packer die grobe Eisenwaren verpacken können, sowie einige Platzarbeiter. C. H. Steinbach, Oberbrügge i. W. Mädchen für leichte Fräsarbeiten gesucht. Stolle& Schnepper Schafsbrücke. Sauberes Mädchen nicht unter 16 Jahren nach Halver gesucht(Metzgerei). Näheres zu erfragen bei Frau Kruse, Lessingstr. 2. Kirchl. Nachrichten. Evangl. Gemeinde Lüdenscheid. 23. Sonntag nach Trinit., 26. Novbr. (Totenfest). Kollekte für Kriegsfürsorge unserer Gemeinde. Erlöserkirche. Frühg. 8½ Uhr! Pfr. Störmer. Hauptg. 10 Uhr: Pfr. Turck. Kinderg. 11¼ Uhr: Pfr. Turck. (Vorbereitung dazu: Freitag, 24. Nov. ab 8½ Uhr im Konf.=Hause.) Abendgottesdienst 6 Uhr: Pfr. Petersen(heil. Abendmahl.) Kriegsbetstunde Donnerstag abend 8½ Uhr: Pfr. Müller. Christuskirche. Hauptg. 9½ Uhr: Pfr. Müller. Kinderg. 11 Uhr: Pfr. Störmer. Vorbereitung dazu: Freitag, 24. Nov., ab 8½ Uhr in der Sakristei. Abendgottesdienst 6 Uhr: Pfr. Proebsting(heil. Abendmahl. Kriegsbetstunde Mittwoch abend 8½ Uhr: Pfr. Petersen. Krankenhaus(nicht öffentlich) Vorm. 9 Uhr: Pfr. Proebsting. Katholische Gottesdienstordnung Lüdenscheid(Sauerfelderstr.). Sonntag, den 26. Nov. 1916. Vorm. 6½, 7¾, 9½ und 11 Uhr. Nachm. 2½, 6 Uhr Andacht. Werktags in Lüdenscheid vorm. 6 und 7 Uhr 5 Minuten. Brügge(Saal des Herrn Dommes) Vorm. 7¾ Uhr Frühmesse, 10 Uhr Hochamt. Evang. Gemeinde Oberrahmede. Sonntag, den 26. Nov. 1916. (Totenfest). Vorm. 9½ Uhr Beichte. 10 Uhr Gottesdienst Abendmahlsfeier. Kindergottesdienst fällt aus. Nachm. 3 Uhr: Feier auf dem Friedhof. Mittwoch, den 29. Novbr. abends 8½ Uhr: Kriegsbetstunde. Pfr. Spies. Evangelische Gemeinde Rahmede. Sonntag, den 26. Nov. 1916. (Totensonntag) Uhr Gottesdienst. (Feier des heil. Abendmahls). 3 Uhr Andacht zum Gedächtnis der Verstorbenen. Feier des heil. Abendmahls. Mittwoch Abend 8½ Uhr: Kriegsandacht. Pfr. Arning. 10 4½ Kapellenbezirk Loh. Sonntag, den 26. Nov. 1916. (Totenfest). Nachm. 3 Uhr: Gottesdienst in der Spielwigger Schule. Ide, Pfawrer. Evangel. Gem. Brüninghaufen. Sonntag, den 26. Nov. 1916. (Totenfest). Vorm. 10 Uhr Gottesdienst. Feier des heil. Abendmahls. Vorbereitung dazu ½ 10 Uhr. Kindergottesdienst fällt aus. Mittwoch, den 29. Nov. abends 8½ Uhr: Kriegsbetstunde. Ide, Pfarrer.