Druck und Verlag von Karl Sasse(Tilgenkamp& Ruhl), Lüdenscheid.— Redaktion und Expedition: Friedrichstraße 9 I.— Verantwortlicher Redakteur: Theodor Huth, Lüdenscheid. Nr. 203. Morgenblatt Mittwoch, 30. Auguit 1916. 49. Jahrgang. Unser neuer Feind. marsch und zur Verschiebung der Truppen. In den letzten Ta gen wurde bereits eine recht auffällige Truppenbewegung auf diesen Eisenbahnlinien gegen Oesterreich=Ungarn und Bulgarien festgestellt, ein Beweis dafür, wie sich Rumänien dieser Eisenbahnlinien bei seinem Aufmarsch zu bedienen weiß. Die Gesamtfläche Rumäniens einschließlich der im Jahre 1913 nach den Balkankriegen von Bulgarien abgetretenen 726 Quadratkilometer beläuft sich auf 139 079 Quadratkilometer, d. h. ein bißchen mehr als ein Viertel der Fläche des Deutschen Reiches. Auf diesem Gebiet wohnen rund 7½ Millionen Menschen, davon etwa 5½ Millionen Rumänen, 108 000 Oesterreicher und Ungarn, 24 000 Türken, 32000 aus anderen Balkanstaaten, 8000 Deutsche und 267000 Juden, die in Rumänien von jeher besonders schlecht behandelt werden. 18,4 Prozent der Bevölkerung wohnen in den Städten, 81,6 auf dem Lande. Rumänien hat eine einzige Großstadt, die Hauptstadt Bukarest mit 341 000 Einwohnern, Jaszy die zweitgrößte Stadt zählt nur 75000 Einwohner; dann folgen die beiden, in letzter Zeit oft genannten Hafen städte Galatz und Braila mit 72000 und 65 000. Die Armee hat kürzlich eine Umbildung erfahren. Dadurch wurde die bisher 21 Jahre währende Dienstpflicht auf 25 Jahre verlängert, wobei die Reserve= und Milizdienstzeit um je zwei Jahre erhöht wurden. Der wehrpflichtige Rumäne dient jetzt vom vollendeten 21. bis zum vollendeten 46. Lebensjahr, davon 7 Jahre in der aktiven Armee, 12 Jahre in der Reseroe, 6 Jahre in der Miliz. Die aktive Armee besteht im Frieden aus fünf Korps mit zehn Infanteriedivisionen, zehn Kavalleriebrigaden und zehn Artilleriebrigaden. Im Kriege werden zunächst fünf Korps mit zehn aktiven Divisionen aufgestellt, denen je eine Reservedivisio zugeteilt wird, außerdem werden eine oder zwei Kavalleriedivisionen neben der Divisionskavallerie aufgestellt. Die Feldarmee soll im Krieg ohne Ersatztruppen, Besatzungstruppen und Landsturm 250 000 Gewehre, 18 000 Reiter, 800 Geschütze modernen und ältern Datums und etwa 300 Maschinengewehre aufweisen. Man wird also annehmen müssen, daß die militärische Krast Rumäniens auf etwa eine halbe Million Mann zu veranschlagen ist. Als Rumäniens beste Waffe gilt die Artillerie.— Als Führer der 1. Armee wind General Culver, der 2. Armee General Averescu, der 3. und 4. Armee die Generale Aslan und Bresan genannt. Im russischen Hauptquartier soll General Coanda den rumänischen Generalstab vertreten. Bereits am Sonntag standen russische Trup pen in der Dobrudscha. Bereits am ersten Tage des neuen Krieges ist es, wie schon berichtet, an der siebenbürgi schen Grenze zu Zusammenstößen mit rumänischen Truppen gekommen. Rumänische Truppen suchten im Waldgebirge die nach Kronstadt und Hermannstadt führenden Pässe zu erkunden. An dem von Boiza aus, am Al=Fluß, längs der Bahn führenden Roten=Turm= Wak. an dem bei La Brucca die Grenze schneidenden Törzburger Paß und am 1040 Meter hohen Pömov=Paß, der die Verbindung mit Predeal und der Walachei vermittelt, näherten sich gegnerische Abteilungen den an der Grenze stehenden österreichisch=ungarischen Kräften. Am Roten=Turm=Paß, wo der Vadulin=Bach die Grenze bildet, traten etwa 2 rumänische Bataillone in Aktion, die aber rasch zurückgeworfen wurden. Die verbündeten Heeresleitungen sind eben von den Ereignissen durchaus nicht überrascht worden. Wenn auch bis zum letzten Augenblick alles getan wurde, um den Frieden zu erhalten, wurden dennoch alle Maßnahmen getroffen, um einen etwaigen Angriff abweh ren zu können. Daß eine hinterhältige Ueberraschung von rumänischer Seite freilich beabsichtigt war, geht aus folgender Mitteilung des„Pester Lloyd“ hervor: Die Note der Kriegserklärung wurde von dem rumänischen Gesandten in Wien, Prinzen Mavrocordato, dem diensthabenden Beamten des Ministeriums des Aeußern überreicht. Die Wahl war absichtlich auf einen Sonntag gefallen. Man nahm an, daß dann kein zur Entgegennahme der Kriegserklärung autorisierter Beamter anwesend sein würde und glaubte, uns überrumpeln zu können, um einige Stunden Zeit zu gewinnen. Die vom 27. August 9 Uhr abends datierte Note war mit der eigenhändigen Unterschrift des rumänischen Ministers des Aeußern Vorumbaru versehen, war also schriftlich ausgefertigt und demgemäß bereits vorher dem rumänischen Gesandten zugestellt worden. Der rumänische Minister des Aeußern mußte sie also bereits in seinem Schreibtisch liegen haben, als der österreichisch=ungarische Gesandte Czernin am Sonnabend bei König Ferdinand erschien. Der König unterließ es in dieser Audienz, die Art der nahen oder schon getroffenen Entscheidung auch nur anzudeuten. Für den Aufmarsch des rumänischen Heeres gegen die österreichisch=ungarischen Landesgrenzen ist die Ausgestaltung des strategischen Eisenbahnnetzes von Interesse, das Rumänien an die Grenzen Ungarns und der Bukowina geführt hat. Die gesamte West= und Nord=West=Grenze Rumäniens wird von österreichischen Ländern gebildet, da Rumänien nicht nur mit seinem nördlichen Arm an Oesterreich=Ungarn grenzt, sondern mit der weit nach Westen ausholenden Walachei einen großen Teit des ungarischen Landes begrenzt. Auf österreichisch=ungarischer Seite ist es besonders Siebenbürgen, das auch von Rumänien besonders heiß begehrt wird. Die Transsylvanischen Alpen bilden eine mächtige Scheidewand zwischen den beiden Ländern. Das südliche Gelände der Walachei wird von einer Reihe von Flußtälern in mehrere ziemlich gleiche Teile geteilt. Der Hauptfluß der Moldau, des nach Norden ausgestreckten Landarms Rumäniens, ist der Sereth, der nicht zu verwechseln ist mit dem galizischen Nebenfluß des Dnjestr. Der rumänische Sereth kommt aus der Bukowina und fließt von Norden nach Süden in die Donau. Im Mittelpunkt der Ebene der Walachei liegt die Hauptstadt Rumäniens Bukarest. Im Osten grenzt Rumänien bekanntlich an das Schwarze=Meer, verfügt aber außer dem künstlichen Hafen von Constanza über keinerlei gute Schifffahrtsplätze. Die südliche Grenze wird von der Donau gebildet, welche Bulgarien von Rumänien scheidet. Rumänien hat ein ziemlich gut ausgebildetes Eisenbahnnetz, das außer einem Hauptstrang, der das Land von Norden bis nach Süd=Westen durchzieht, noch eine große Anzahl von Querverbindungen aller Art ausweist. Wir sehen drei Hauptpunkte: Galatz, Constanze und Bukarest zum AufDie Verträge. Daß zwischen Deutschland und Oesterreich=Ungarn einerseits und Rumänien andererseits wirklich Verträge bestanden, wie wir vor Monaten schon als höchstwahrscheinlich mitteilen konnten, bestätigt für die breite Oeffentlichkeit die Form der amtlichen deutschen Kriegserklärung. In der Tat hat Rumänien in festem Vertragsverhältnis zu den Mittelmächten gestanden. Rumänien war seit drei Jahrzehnten an uns durch ein Bündnis geknüpft, das erst 1912 erneuert worden war. Rumänische Zeitungen behaupten, der Vertrag sei erloschen, da Italien aus dem Dreibund ausgetreten; demgegenüber sei aber festgestellt, daß das Bündnis nicht auf dem Dreibunde beruhte. Rumänien hat den Vertrag nicht gekündigt; es hat vielmehr soeben offenen Vertragsbruch begangen. Wie aus Budapest gemeldet wird, wurde der diplomatische Vertrag Rumäniens mit der Entente am 15. August in Bukarest unterfertigt. Der russische Militärattachee Tatarinow brachte die Militärkonvention aus Rußland, die Bratianu am Samstag unterschrieb. Hierauf fand der Kronenrat statt. Die russenfreundlichen Blätter veröffentlichten bereits am Sonntag früh die Verträge. Laut Dimineata verpflichtete dieser Vertrag Rumänien spätestens am 28. August zum Eingreifen; Der Mobilisierungsbefehl ist auch von diesem Tage datiert. Bereits am ersten Tage vereinen sich dem Sinne der Konvention gemäß rumänische und russische Truppen. Nach einer Bukarester Meldung der Dimineata sichert(!! Verteilung des Bärenfells vor Erlegung des Bären! L. Z.) der Vertrag der Entente mit Rumänien diesem ganz Siebenbürgen, Südungarn, soweit es von Rumänen bewohnt ist auch die Bukowina und Czernowitz zu. Wenn Rumänien ferner gegen Bulgarien in Aktion treten müsse, könne es mit dem Gebiet zwischen Rustschuk und Warna seine Grenzen korrigieren. Diese Gebiete soll Rumänien auch ohne eine Eroberung mit den Waffen erhalten. (WTB.) Berlin, 29. August.(Amtlich) S. M. der Kaiser hat durch Allerhöchste Kabinettsordre vom heutigen Tage den Chef des Generalstabes des Feldheeres General der Infanterie von Falkenhayn zwecks anderweitiger Verwendung von dieser Stellung entyoven. Zum Chef des Generalstabes des Feldheeres hat S. M. der Kaiser den Generalfeldmarschall von Beneckendorf und Hindenburg ernannt. Zum ersten Generalquartiermeister den Generalleutnant von Ludendorf und unter Beförderung zum General der Infanterie. Roman von E. Ph. Oppenheim. (Nachdruck verboten.) Den Roman, den wir hiermit beginnen, wollten wir dem jetzt laufenden folgen lassen. Die Entscheidung Rumäniens veranlaßt uns, schon jetzt mit diesem Roman zu beginnen, da er zum Verständnis der dort waltenden Kräfte beiträgt. Der Roman ist lebenswahr, wenn auch seine Ereignisse und Personen nicht gerade abgeschrieben sind aus der Wirklichkeit. 1. Kapitel. Krachend schlugen die Fensterladen gegen die Hauswand. Der Sturm tobte gegen das baufällige alte Häuschen; im Zimmerofen heute der Crivet, der Nordostwind, wie ein gefangenes Raubtier. Die Oellampe, die von der Mitte herabhing, schwankte in dem Luftzug, der durch den Raum ging. Ihr gelbliches Flämmchen, das nur ein trübes, unsicheres Licht verbreitete, flackerte ängstlich u. ließ alle Gegenstände seltsam groteske Schatten werden. Von der Straße herein klang ein Klirren zerbrechenden Glases— eine Laterne oder eine Fensterscheibe mochte der Hagel zerschlagen haben, der prasselnd niederging. Mein Auditorium, das aus vier Personen bestand, erhob sich furchtsam. Und ich froh über die Unterbrechung, faltete meine Notizen und Ausarbeitungen zusammen und verließ das Katheder. „Ich danke Ihnen herzlich für Ihr Kommen“, sagte ich.„Aber ich fürchte, es hat wenig Zweck, fortzufahren. Es ist ja unmöglich, bei diesem Unwetter und den tausend Geräuschen etwas zu verstehen.— Ich weiß auch nicht, ob das Haus sicher ist." i dumpfes Poltern vom Dach her, das einem erneuten heftigen Windstoß folgte, schien meiner letzten Befürchtung recht zu geben. Und ich war dem Sturm dankbar für seine Un terstutzung. Einzig von dem Verlangen beherrscht, der Notwendigkeit zu entrinnen, meinen Vortrag weiterzuhalten, füg te ich hastig hinzu: „Ste sehen, daß der Aufenthalt hier in der Schule nicht ohne Gefahr ist. Ich denke, wir brechen für heute lieber ab. Das Eintrittsgeld wird Ihnen natürlich zurückgezahlt." Drei von meinen Hörerinnen gingen bereitwilligst auf mein Anerbieten ein und drängten ohne weiteres zur Tür. Die vierte aber war zögernd inmitten der Bänke stehen geblieben. Ihr breites Gesicht mit der niedrigen Stirn und den ein wenig vorstehenden Backenknochen drückte das größte Bedauern aus, und mit erhobener Stimme rief sie mir zu: „Es tut mir so leid, Herr Lazar!— Die Vorlesung war so interessant— und gerade jetzt sollen wir aufhören. Ich habe mir alle Mühe gegeben, die andern zu überreden, daß sie mitkamen, und nun—“ „Mein liebes Fräulein Slanicu,“ unterbrach ich sie,„ich sürchte, daß ich Ihren und den Besuch Ihrer Freundinnen nur einem salschen Mitleid zu danken habe. Und ich hätte von Anfang an darauf bestehen sollen, daß wir alle zum Obersten Sutzko hinübergingen. Ich selbst hätte ihn jedenfalls sehr gern gehört." Maria Slanieu sah mich zweifelnd an. „Das ist ganz gut," äußerte sie,„aber ich finde es nicht schön von Seiner Gnaden, daß er den Herrn Obersten gerade heut hergebracht hat, wo Sie Ihren Vortrag halten wollten.“ „Sicherlich wußte der Groß=Bojar nichts davon," entgegnete ich.„Und wie es auch sei— ich kann meinen Vortrag jeden Tag wiederholen, aber niemand von uns hat vielleicht noch einmal Gelegenheit, den Obersten Sutzko zu hören. Kommen Sie— Ich öffnete die Tür, vor der die drei anderen Mädchen wartend stehen geblieben waren, um unser Gespräch mit anzuhören. Die alte Frau, die sich gegen geringes Entgelt hatte bereitfinden lassen, Eintrittskarten zu verkaufen, und die wahrhaftig wenig genug beschäftigt worden war, schüttelte verwundert den Kopf, als ich sie beauftragte, das Geld zurückzuzahlen „Es war rein grauslich, hier draußen zu sitzen,“ meinte sie in dem schwer verständlichen Dialekt, der an der Küste Rumäniens gebräuchlich ist.„Und bei dem Wetter wollt ihr nach Haus gehn, Kinder!— Na, später wird's wohl noch schlimmer werden. Und die Hütte hier reißt der Sturm am Ende noch ganz zusammen. — Gute Nacht, Herr Lazar. Nach dem Licht will ich wohl sehen." Einmal auf der Straße, enthob mich das Unwetter der Verpflichtung, Maria Slanicu zu unterhalten. Schritt für Schritt mußten wir uns den Weg erkämpfen. Das Mädchen hatte ihren Arm in den meinen geschoben, und so dicht hielt sie sich an meiner Seite, daß die Enden ihres Kopftuchs vor meinem Gesicht flatterten. Ihre weiten, bauschigen Röcke wehten um meine Knie und erschwerten mir das Gehen noch mehr. Wir kamen an dem Tanzsaal des Wirtshauses vorüber— dem einzigen großen und gut beleuchteten Raum, den es im Dorfe gab. Da wir uns immer dicht an den Mauern der Häuser hielten, konnten wir durch die Scheiben der niedrigen Fenster die Menge sehen, die den Raum füllte. Kopf an Kopf standen die Leute— und ich hatte vier Zuhörer gehabt. Es war mir, als drückte Maria Slanicu meinen Arm fester an sich, wie wenn sie die Absicht hätte, mich zu trösten. Wir erreichten ein Haus, das mit seinen wohl verputzten Mauern, seinen frisch gestrichenen Läden einen weitaus stattlicheren Eindruck machte als die übrigen verkommenen und verwahrlosten Häuser von Potesci. Maria zog ihren Arm aus dem meinigen und öffnete die Haustür, mich zugleich durch eine einladende Handbewegung zum Eintritt auffordernd. „Heute nicht," schrie ich ihr durch das Heulen des Sturmes zu.„Ich fühle mich nicht wohl." Sie hatte Mühe, die Tür in der Hand zu behalten. Aber sie gab mich nicht so leichten Kaufes frei. „Nur auf ein paar Augenblicke!“ bat sie.„Die andern sind jetzt nicht daheim, und ich werde Ihnen etwas Warmes zum Trinken machen. Vater erwartet Sie zum Abendessen.“ Ich schüttelte nur den Kopf, grüßte kurz und ging weiter. An der nächsten Ecke rastete ich einen Augenblick und sah mich nach ihr um. Sie stand noch immer in der offenen Tür, sich rücksichtslos dem Unwetter preisgebend— einzig in der Hoffnung, daß ich noch anderen Sinnes werden könnte. Und ich zögerte in der Tat. Die schreckliche Einsamkeit, die mit erwartete— mein kaltes Zimmer und der Weg hinaus zu meiner Wohnstätte, der dicht am Meere hinführte, all das ließ mich zaudern. Der Ortsvorsteher Slanicu war zum wenigsten gastfreundlich. Ein angenehm durchheiztes Zimmer würde ich vorfinden, und man würde gewiß gut genug auf mein leibliches Wohl bedacht sein. Und ich— ich hatte seit vierundzwanzig Stunden keine anständige Mahlzeit mehr genossen.— Aber dann tauchte die vierschrötige Gestalt Slanicus vor meinem geistigen Auge auf— sein rotes, vom Branntwein verquollenes Gesicht und seine gewaltigen Hände, mit denen er einen beim Gespräch vertraulich auf die Schultern zu klopfen liebte. Ich dachte an die Atmosphäre von selbstgefälliger Ueberhebung und dünkelhafter Herablassung, in der die Großes Baupfquartier 29. August. Amtlich.(WTB.) Westlicher Kriegsschauplatz. In vielen Abschnitten machte sich eine erhohte Feuertätigkeit des Feindes bemerkbar. Im Somme- und Maasgebiet nahm der Artillerickampf wieder große Heftigkeit an. Nördlich der Somme wiederholten sich die mit erheblichen Kräften unternommenen englischen Angriffe zwischen Thiepval und Pozieres, sie sind blutig gescheitert; zum Teil führten sie zum Nahkampfe, der nördlich von Ovillers mit Erbitterung fortgesetzt wird. Mehrfache Handgranatenangriffe wurden am Dellvillewalde und südöstlich von Guillemont abgewiesen. Rechts der Maas griffen die Franzosen zwischen dem Werke Thiaumont und Fleury sowie im Berawalde an. Im Feuer der Artillerie, Infanterie und Maschinengewehre brachen die Angriffswellen zusammen. Schwächere feindliche Vorstöße südlich und südöstlich von St. Mihiel blieben ohne Erfolg. Drei feindliche Flugzeuge sind im Luftkampfe abgeschofsen, und zwar eins südlich von Arras, zwei bei Bapaume, ein viertes östlich von St. Quentin fiel unversehrt in unsere Hand. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist im Allgemeinen unverändert. An einzelnen Stellen war die Feuertätigkeit etwas lebhafter. Westlich des Stochod bei Rudka=Czerwiszcze kam es zu Infanteriekämpfen. Nördlich des Dnjestr wurden bei Abwehr schwacher russischer Angriffe 100 Gefangene gemacht. In den Karpathen fanden Zusammenstöße mit russisch=rumänischen Vortruppen statt. Bei Bursztin(an der Gnila Lipa) wurde ein russisches Flugzeug im Luftkampf zur Landung gezwungen. Der Chef des Admiralstabs der Marine meldet (WTB.) Berlin, 29. August.(Amtlich) Am 24. August hat eins unserer Unterseeboote in der nördlichen Nordsee einen englischen Hilfskreuzer versenkt. (Es handelt sich offenbar um den von amtlicher englischer Seite als gesunken gemeldeten englischen Hilfskreuzer Duke of Albany.) Ein französischer Patriot fordert den erbarmungslosen Tauchbootkrieg gegen England An der Seite der Engländer und für ihre Interessen kämpfend ist in den Schlachten um Verdun der französische Oberstleutnant Driant, Abgeordneter von Nancy, gefallen. Unter dem Pseudonym„Hauptmann Danrit“ war er als Verfasser militärischer Schriften weiteren Kreisen bekannt geworden. Dieser französische Offizier hat auch einen Roman„Schicksalskrieg“(„La Guerre fatale“) geschrie ben, der eine frei erfundene Darstellung eines englisch=französischen Krieges bietet. Es finden sich darin treffsichere Urteile über die Engländer und die Bedrohung des Friedens und der Freiheit der Völker durch England. Der Verfasser muß eine sehr klare Erkenntnis der englischen Politik aus den Lehren der Geschichte geschöpft haben, denn er verdammt— wir folgen der Wiedergabe des Romans in der im besetzten Frankreich erscheinenden„Gazette des Ardennes“— das englische Krämertum mit den Worten:„Der Durst nach dem Golde ist es, der den Engländern den Verstand geraubt hat. Nach Jahrhunderten freiheitlichen Sinnes hatte England seine Geschicke einer habgierigen und gewissenlosen Zunft von Geldleuten anvertraut; sein Adel hatte seinen Stolz und seine Größe, seine Unabhängigkeit in die Hände dieser Geldjobber gelegt; seine Demokratie, voll kalter Gleichgültigkeit gegen alles, was nicht ihr Interesse und ihr Wohlergehen betraf, hatte keine Ideale mehr.“ Der Verfasser folgert daraus, wiederum unbedingt zutreffend, daß eine Macht, die in ihrer rücksichtslosen Herrsch= und Habgier zum Fluch der Menschheit geworden ist, gebrochen werden muß. Mit dem„Schicksalskrieg“ des Romans meint der Verfasser daher einen erbarmungslosen Seekrieg gegen England, in dem alle Waffen anzuwenden seien, die die heutige Technik zu liefern vermag, in erster Linie das Unterseeboot, das er mit dem Sandkorne vergleicht, an dem Cromwell den Tod gefunden. Diese Auffassung eines so großen Patrioten, wie Hauptmann Danrit es war, erscheint doppelt wertvoll zu einer Zeit, da die große Pariser Presse in künstlicher Entrüstung mit der Wut der britischen Presse über die sogenannte„Seeräuberei“ der Unterseeboote wetteifert. Danrit sehnte diese„Freibeuterei“ herbei, die er als durchaus rechtmäßig anerkannte und die für ihn die einzig richtige Antwort bedeutete auf die Jahrhunderte lange Tyrannei, die der englische Imperialismus auf dem„Freien Meere“ ausgeübt. Aber es kommt noch besser! Ohne Zaudern wird in dem Romane Belaien, das sich der Geheimverbindung mit England schuldig gemacht hat, von Frankreich annektiert und der bedrängten„Märtyrerinsel“ Irland kommt Frankreich, getreu seinen geschichtlichen Ueberlieferungen, zu Hilfe. Alles in allem: Für Hauptmann Danrit ist England der gegebene Feind, und zwar gleichmäßig für Deutschland und Frankreich, die beide von England bedroht werden.„Tatsächlich ist es für niemanden ein Geheimnis mehr, daß Englands Plan folgender war: Die politische und wirtschaftliche Entwicklung der großen europäischen Völker mußte England binnen kurzem mit zwei Gegnern in Streit bringen, Frankreich auf politischem, Deutschland auf wirtschaftlichem Gebiete.“— Wenn es auch ganz anders gekommen ist, als Hauptmann Danrit es sich in seinem politischen Roman gedacht hat, denn die englische Diplomatie, die in Frankreich den Bundesgenossen gegen Deutschland fand, wußte nur zu gut, daß sie so mit einem Schlage die Schwächung der beiden großen Mächte des Festlandes herbeiführen könnte, die die gefährlichsten Gegner für Englands politische und wirtschaftliche Macht waren, so bleibt doch eine unumstößliche Wahrheit, daß Frankreich, der alte Erbfeind Englands, ebenso wie Deutschland für seine Wohlfahrt und seine Zukunft von England zu fürchten hatte. Frankreich hat, statt gemeinsam mit Deutschland dem gemeinsamen Gegner entgegenzutreten, es vorgezogen, an der Seite Englands und für englische Interessen zu fechten. Mit welchem Erfolge, das hat das unglückliche Frankreich erfahren, wie es noch jeder erfahren hat, der sich als Verbündeter Englands hat gebrauchen lassen. Blicken wir dagegen auf Deutschland, so sehen wir, daß es den englischen Machenschaften siegreich widerstanden hat und, dessen dürfen wir sicher sein, auch dem Ansturm so lange widersteben wird, wie es die Sicherheit seiner bedrohten Zukunft erheischt. Ja, Deutschland ist's, das heute die ruhmreiche Rolle übernommen hat, die Hauptmann Danrit Frankreich zugedacht hatte, als er schrieb:„An dem französischen Felsen ist der angelsächnsche Koloß zerschellt.“ Der heilige Krieg in Nordafrika Während die Ententepresse einen bedeutungslosen, durch englisches Gold inszenierten Aufstand einiger räuberischer Araberstämme am Persischen Golf in maßloser Uebertreibung zu einer Spaltung des Islams zu stempeln sucht, kommen aus Konstantinopel amtliche Nachrichten über die bisherigen Ergebnisse des Heiligen Krieges, die erkennen lassen, daß alle englischen und französischen Aufhetzungsversuche vergebens sind, da sich die Muhamedaner fester denn je zusammenschließen und sich um den Khalifen scharen. In Tripolis und der Cyrenaika haben die Araberstämme die Kriegserklärung Italiens an die Türkei seinerzeit damit beantwortet, daß sie ihrerseits die italienischen Niederlassungen angriffen. Nach mehrmonatigen harten Kämpfen, die für die Italiener außerordentlich verlustreich waren, ist es den tapferen Beduinen gelungen, die Italiener aus allen 1911 eroberten Gebieten zu vertreiben. Mit Ausnahme der Städte Homs und Tripolis, in denen sich noch italienische Besatzungen unter dem Schutz der italienischen Schiffskanonen halten, haben die Italiener ihr ganzes Kolonialreich in Nordafrika verloren— wahrscheinlich sogar für immer. Auch die englischen Militärbehörden in Aegypten, die jede gegen die englische Herrschaft gerichtete Bewegung mit vor nichts zurückschreckenden Gewaltmaßregeln zu unterdrücken suchten, beginnen bereits die Wirkungen des Heiligen Krieges zu spüren. Sofort nachdem die Türkei sich an die Seite der Mittelmächte gestellt hatte, erhielt der Oberbefehlshaber in Aegypten, General Maxweli, der inzwischen seinen Posten mit dem des Generalgouverneurs für Irland vertauscht hat, die Weisung, gegen die mohamedanische Bevölkerung in Aegypten mit schonungsloser Härte vorzugehen. Jeder Versuch, sich gegen die englische Herrschaft aufzulehnen, wurde grausam bestraft. Genero“ Maxwell führte ein wahres Blutgericht ein und ließ eine ganze Reihe junger Aegypter, die sich für England nicht zu begeistern vermochten, durch Kriegsgerichte aburteilen und hinrichten. Alle Maßnahmen konnten jedoch nicht verhindern, daß die Gärung ständig an Umfang zunahm. Die Bevölkerung verhält sich zwar im allgemeinen ruhig, wartet aber nur auf eine günstige Gelegenheit, das Schreckensregiment abzuschütteln. Inzwischen hat sich der Emir von Darfur, der über einen gewaltigen Einfluß verfügt, gegen die Engländer erhoben und mit den Araberstämmen in Tripolis und der Cyrenaika gemeinsame Sache gemacht. Die englischen Militärbehörden haben die Gefahr, die ihnen droht, sofort erkannt und sich bemüht, den Aufstand im Keim zu ersticken. Dies ist ihnen jedoch nicht gelungen, denn die eingeborenen Soldaten, die gegen den Emir von Darfur ins Feld geschickt wurden, haben sich empört und sind zu diesem übergegangen. Infolgedessen ist England vorläufig machtlos, was auf die Haltung der übrigen Araberstämme nicht ohne Einfluß bleiben kann. Jedenfalls ist schon heute die Verbindung zwischen Aegypten und dem Sudan durch die Krieger des Emirs von Darfur völlig unterbrochen. Die englische Herrschaft in Aegypten, die auch vom Suez=Kanal aus von den Türken bedroht wird, steht durchaus nicht auf so festen Füßen, wie nach den Berichten der englischen Presse anzunehmen wäre. Im Gegenteil die Lage beginnt sich für Großbritannien immer gefahrlicher zu gestalten, denn über Aegypten und den Suez=Kanal führt die direkte Verbindung nach Indien und die Ereignisse in Aegypten können nicht ohne Rückwirkung auf die Zustände in Indien bleiben, wo Millionen von Muhamedanern und Hindus mit allen Zwangsmitteln niedergehalten werden. Die englische Regierung treibt dann auch wieder nach bewährtem Rezept ihre bekannte Schönfärberei und läßt durch Reuter ein Telegramm nach Kalkutta verbreiten, in dem erklärt wird, daß die Bevölkerung Indiens durchaus loyal sei. Es ist aber typisch, daß gleichzeitig darauf hingewiesen, wird, daß die in Bengalen vorgekommenen Unruhen nur vereinzelt und völlig bedeutungslos seien. Diese Nachricht gibt sehr zu denken und läßt klar erkennen, daß sich auch in mehreren Gebieten Indiens und vor allem in Bengalen Ereignisse vorbereiten oder bereits in der Entwicklung begriffen sind, über die die englische Zensur jedock keine Einzelheiten in die Oeffentlichkeit dringen läßt. (Hohlnundstüd Goldmundstück) Zigaretten Willkommenste Liebesgabe! Preis:NT 3½ 4 5 6 8 10 4 5681012 PfdStück eßlich Kriegsaufschlag Trustfrei! ser Mann lebte, an seine Späße und an seine lärmende Ausdrucksweise. Der Mann war im Recht. Er war der reichste Bauer in Potesci— was an sich bei der jammervollen Armut der Bevölkerung freilich nicht viel besagen will, aber Slanicu war wirklich wohlhabend, daß er sogar seine Tochter hatte in Bukarest die Schule besuchen lassen können. Und ich war ein armer Teufel— ein Fremder, der Gott weiß woher kam — ein Leutnant, der seinen Abschied genommen hatte. Aber mit meinen Nerven war's an diesem Abend nicht so ganz in der gehörigen Ordnung— und in meinem Zustand dünkte mich's unerträglich, Slanicus Späßen über die Offiziere und seinem kordialen Schulterklopfen ausgesetzt zu sein. Ich wandte mich heimwärts. Sehr langsam nur kam ich vorwärts. Ich fühlte mich so schwach und elend, daß ich mehr als einmal vom Sturm gegen die Hauswand gedrückt wurde. Der Wind riß mir den Hut vom Kopf, und nun war ich ganz schutzlos dem Hagel ausgesetzt, der mein Gesicht wie mit schneidenden Geißelhieben peitschte. Mit vorgeneigtem Oberkörper, den Weg mehr ahnend als sehend, kämpfte ich mich vorwärts, nicht achtend, daß ich oft bis über die Knöcheln im Schlamm und Wasserlachen watete. Aber das Schlimmste kam erst, als ich die Häuser des Dorses, die doch noch einen schwachen Schutz gewährt hatten, hinter mir ließ und in den Weg einbog, der über endlose weite, steppenartige Wiesen, dicht an den Klippen hin, die hier steil und hart am Meere abfallen, zu der von mir gemieteten Hütte führte. Der Weg war gut— er führte ja auch zum Schlosse Potesci und der Groß=Bojar hatte ein Interesse daran, den Zugang zu seinem Besitz in gutem Stand zu halten. Was aber sollte mir der beste Weg nutzen in dieser furchtbaren Finsternis, die mir das Erkennen auch der nächsten Gegenstände verwehrte, und in diesem Orkan, der mich auf die Steppe hinauszutreiben drohte. Da packte mich eine sinnlose Wut— Wut über meine Schäche und über die Naturgewalten, die meiner Herr zu werden drohten. Ich weiß gewiß, daß ich in den Sturm hineinschrie wie ein gemartertes Tier. Nur der eine Vorsatz beherrschte mich noch: mein Ziel zu erreichen— dem Winde zum Trotz, der an meinem durchnäßten Mantel zerrte wie ein Rasenber, der heulend über die Ebene tobte und das erregte Meer gegen die Küste donnern ließ. Wie ein Feuer glühte der Wille zum Siege in mir. Es war ein letztes Aufraffen meiner Kräfte, das sich darin kundtat. Alles hatte ich vergessen— das Elend meines Lebens wie das, was mich in den nächsten Tagen erwartete— ich vergaß sogar, daß ich ein Mensch war. Der Sturm hatte für mich Gestalt angenommen — die Gestalt eines rohen, gewalttätigen Titanen, gegen den ich kämpfen mußte, kämpfen mit allen Mitteln, die mir zu Gebote standen. Ich warf mich dem Winde entgegen— sinnlos stürmte ich in dieNacht hinein. Daß ich auf dem rechtenWege bliev, erscheint mir heute als ein Wunder. Das dumpfe Brausen des Meeres war in meinen Ohren, schien mein Hirn auszufüllen. Das Rauschen und Pfeifen in den Lüften, all die unzähligen Stimmen der entfesselten Elemente erschienen mir wie Aeußerungen der Wut des Riesen, dem ich Widerstand leistete und der meinen Widerstand nicht brechen konnte. Wie lange ich auf diese Weise einherlief, vermag ich nicht zu sagen. Ich weiß nur, daß ich die elende Hütte wirklich erreichte, die ich mein„Heim“ nannte— daß ich die Tür öffnen und wieder schließen konnte — daß ich drinnen immer mich noch wenige Atemzüge lang aufrecht hielt, wild um mich blickens und keuchend von diesem wahnwitzigen Lauf— und daß ich dann bewußtlos zusammen brach.—— Meine Ohnmacht mag nicht lange gewährt haben— kaum über eine Viertelstunde. Aber sie dauerte eigentlich auch dann noch fort, als mir die Denkfähigkeit zurückgegeben war. Die eisige Kälte meiner nassen Kleider war es wohl, die mich wie der ins Leben rief, und meine erste Empfindung war, daß ich fror. Das Zimmer war nicht geheizt, und der Atem gefror in meinem Schnurrbart zu kleinen Eiszapfen. Der Frost schüttelte mich, daß meine Zähne aufeinanderschlugen— aber ich konnte mich nicht erheben, konnte nicht einmal bis zu meinem Bett kriechen. Es wurde mir auch gar nicht klar, das etwas Derartiges möglich sein könnte. Mein Wille schien völlig erloschen— ich brachte es nicht einmal fertig, einen Arm unter meinen Kopf zu schieben, obwohl das harte, unebene Holz der Dielen meine Stirn wund drückte. Das Heulen und Brausen des Windes, der noch mit unverminderter Heftigkeit vom Meer hereinstürzte, rief ein schwaches Erinnern an die Schrecknisse wach, durch die ich gegangen war; Einzelheiten kamen mir nicht zum Bewußtsein. Ich hatte offenbar starkes Fieber, den ein Schüttelfrost von der Heftigkeit, wie er mich befiel, konnte nicht von der äußeren Kälte allein herrühren. Dann übermannte mich eine Art Halbschlaf— ein Dämmerzustand voll Unruhe und voll wirrer Träume, in denen das Leben der letzten Monate in visionären Bildern an mir vorüberzuziehen schien——— Ich sah mick wieder in der glänzenden Uniform den Boulevard oder die Calea Victoriei entlang bummeln— traf all die Bukarester Freunde wieder, mit denen sich's so lustig leben ließ im„Paris des Orients“— der Klub, die italienische Oper im National=Theater, die gesellschaftlichen Vergnügungen und Bälle der beginnenden Wintersaison— all das wirbelte in einem bunten, farbensprühenden Tanze an mir vorüber. Ich suchte die lockenden Bilder festzuhalten— aber anderes schob sich wie ein grauer Vorhang zwischen sie und mich. Das Schwwere, Dunkle, das der kurzen, ungetrübt heiteren Zeit meines Bukarester Soldatenlebens gefolgt war— auch das mußte ich jetzt noch einmal durchkosten, ein Trunk, dessen Herbigkeit ich bereits zur Genüge kannte. Ich glaubte den Brief wieder in den Händen zu halten, der mir Nachricht brachte von dem schweren Schickfalsschlag, der mich betroffen. Der Bukarester Rechtsanwalt, der mit der Verwaltung meines Vermögens betraut war, war eines Tages verschwunden. Man verhaftete ihn zwar sehr bald in Wien— aber zu keinem anderen Zweck, als daß er sich eine Kugel vor den Kopf schoß. Von den ihm anvertrauten Geldern war auch nicht ein Lei mehr vorhanden. Ich mußte die Uniform ausziehen— und über Nacht war ein Nichts aus mir geworden— ein verabschiedeter Offizier, ohne Mittel, ohne besondere Ausbildung für irgendeinen Beruf— ein Wrack, untauglich zum Leben und zum Sterben. Ich war freilich nicht ganz ohne Kenntnisse— in Deutschland hatte ich die Schule besucht und drei Semester NationalOekonomie und Sprachen studiert, ehe ich in meine Heimat Rumänien zurückkehrte— und das verhalf mir endlich nach ahllosen fruchtlosen Versuchen zu einer Beschäftigung. Es ist ja in den vornehmen rumänischen Familien Sitte, die Kinder französisch oder deutsch erziehen zu lassen, und, ein reicher Kaufmann in Konstanza engagierte mich, nachdem er bei einem gelegentlichen Aufenthalt in Bukarest mit mir Rücksprache genommen hatte. Ich hörte zwar nach dieser mündlichen Unterredung nichts weiter von ihm, aber ich fuhr drei Wochen später getrost nach Constanza, wie es verabredet war. Als ich ankam, war der Mann seit acht Tagen tot, und die Witwe wollte nichts von mir sehen und hören——— (Fortsetzung folgt.) Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonnund Feiertage. Der Preis beträgt monatlich 55 Pfg., (ohne Postgebühren). Amtliches Nreisblatt für den Stadtkreis Lüdenscheid. *Amtlicher Anzeiger für den Kreis Altena. = Fernsprecher: 98.— Telegramm-Adresse: Zefluna. Anzeigen bis morgens 9 Uhr erbeten. Die einspaltige Petitzeile oder deren Raum kostet 18 Pfg.; Reklamen die Zeile 40 Pfg. (Jede Rabattbewilligung wird hinfällig bei gerichtlicher Beitreibung der Gebühren.) Druck und Verlag von Karl Sasse(Tilgenkamp& Ruhl), Lüdenscheid.— Redaktion und Expedition: Friedrichstraße 9 I.— Verantwortlicher Redakteur: Theodor Huth, Lüdenscheid. Nr. 205. Mittegsblaff iffwoch, 30. Auquif 1918. 49. Jahrgang. Zur Berufung Hindenburgs als Chef des Großen Generalft wird von militärischer Seite mitgeteilt: „Diese Maßnahme ist bedingt durch die Absicht, eine ein heitliche Führung auf allen Fronten herzustellen. Man wird in ganz Deutschland den ruhmvollen Namen Hindenburgs mit Freuden an dieser wichtigen Stelle sehen. Dadurch wird auch der Kriegswille im ganzen deutschen Volk noch verstärkt werden. Die Verdienste Falkenhayns werden bei dieser Gelegenheit dankbar gewürdigt werden. Seinen außerordentlichen Fähigkeiten entsprechend ist ihm ein anderer wichtiger Posten zugedacht." Wir sind auch der Meinung, daß überall im Volk der bedeutsame Entschluß des Kaisers, der auch Ludendor ff in nächster Nähe Hindenburgs beläßt, mit größter Freude begrüßt werden wird. Der Mann, dem unser denkbar größtes Vertrauen gehört, wie einst dem großen Schweiger Moltke, steht nun an dessen Platze, ihm zur Seite der erprobte Helfer seit den Tagen der großen Russenschlachten. Der öfterreichiich=ungarische Generalstab meldet (WTB.) Wien, 29. August. Amtlich. Russischer Kriegsschauplatz. Der Donau=Monitor„Almos“ zerstörte durch Feuer bei Zurn=Severin mehrere militärische Anlagen. An allen Uerergängen der 600 km. langen österreichisch=rumänischen Erenzgebirge sind unsere Grenzsicherungstruppen ins Gefecht gekommen. Der Feind holte sich, wo er auf unsere Bataillone stieß, blutige Köpfe, namentlich nordöstlich von Orsova, bei Petroseny, im Gebiete des Vöröstorony=(Roten=Turm=) Passes, auf den Höhen südlich von Brasso, auf denen das tapfere Infanterie=Regiment Nr. 82 heimischen Boden verteidigte, und im Gyergyo=Gebirge. Nur das weite Ausholen starker rumänischer Umfassungskolonnen vermochte unsere vorgeschobenen Abteilungen zu veranlassen, rückwärts angelegte und plan mäßig zugewiesene Stellungen zu beziehen. In der Bukowina und in den galizischen Karvathen keine besonderen Ereignisse. Bei dem gestern gemeldeten Kampfe nördlich von Maryampol wurden über 100 Mann und ein Maschinengewehr eingebracht. Südlich von Zborow vereitelten unsere Truppen russische Annäherungsversuche durch Gegenstoß. Heeresfront des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Bei Szelwow brach ein russischer Angriff in unserem Feuer zusammen. Bei Rudka Czerwiszcze kam es zu Infanteriekämpfen. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Tätigkeit des Feindes ist in mehreren Frontabschnitten lebhafter geworden. Unsere Stellungen auf den Fassaner Alpen stehen unter andauerndem starken Geschützfeuer. Angriffe gegen die Cauriol=Scharte und die Cima di Cece wurden abgeschlagen; der Cauriolgipfel fiel nach hartem Kampf in Feindeshand. An der Dolomitenfront scheiterten mehrere Vorstöße der Italiener, gegen unsere Rufreddostellungen. Im Plöckenabschnitt und an der küstenländischen Front zwischen dem Col Santo und Nova Vas versuchte feindliche Infanterie, an mehreren Stellen mit kräftiger Artillerieunterstützung vorzugehen. Diese Versucke wurden überall vereitelt. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Donau=Flottille schoß die Petroleumraffinerie bei Giurgiu in Brand. Polifische Rundichau. Kriegstagung der Sozialdemokratie. Mitte September soll eine Reichskonferenz der deutschen Sozialdemokratie zusammentreten. Man erfährt das bezeichnender Weise aus dem Lager der Mehrheitsgegner. Der radikale, neue Aktionsausschuß für Groß=Berlin hat nämlich beschlossen, mit allem Nachdruck die organisatorischen Vorbereitungen für diese Konferenz in die Hand zu nehmen. Es ist also auf eine Kraftprobe zwischen den widerstreitenden Gruppen der noch am Ruder befindlichen Mehrheit und der immer anspruchsvoller auftretenden Minderheit abgesehen. Die Reichskonferenz war vom Parteiausschuß in der Pfingstwoche vorgeschlagen worden, um einen Ersatz für den in Kriegszeiten unmöglichen allgemeinen Parteitag zu schaffen. Mit Freudigkeit stimmte wohl keine Gruppe diesem Vorschlage zu, denn gerade für den Austrag so tiefgehender Gegensätze, wie sie in der Sozialdemokratie herrschen, ist ein Mittelweg recht unbefriedigend. Schon heute läßt sich voraussehen, daß die unterliegenden Parteiorganisationen nachträglich die Autorität solch einer Konferenz bestreiten und an den späteren allgemeinen Parteitag appellieren werden. Allein irgend ein vorläufiger Ausweg aus den Wirren mußte beschritten werden, sollte nicht vollendete Anarchie im Gesamtleben der Partei Ueberhand gewinnen. Die noch so energisch abgefaßten Erklärungen des Parteivorstandes entbehrten allgemach jeder Wirkung auf widerspenstige Sonderorganisationen und die Maßnahmen der einzelnen Bezirksverbände und Lokalorganisationen hoben sich gegenseitig auf, wenn sie nicht gar, wie in Teltow=Beeskow und anderwärts zu erbitterten Fehden führten. Die verkannte„Friedensliebe“. Es ist ein beliebtes Mittel unsrer Feinde, ihre Schuldlosigkeit an diesem Kriege damit zu beweisen, daß sie behaupten, sie seien gänzlich unvorbereitet gewesen, als der Krieg ausbrach. Die Welt soll dadurch den Eindruck gewinnen, Rußland, Frankreich und England hätten nie etwas andres gewollt, als friedlich dahinzuleben. Die„Humanité" rückt dem„Dogma“ von dem militäDer Tag der Abrechnung Roman von A. v. Trystedt. (Fortsetzung.)(Nachdruck verboten.) Edith verzog schmollend den Mund, Vollmer aber küßte der Baronin respektvoll die Hand. „Ich muß Ihnen unbedingt beipflichten, gnädige Frau. Baronesse darf sich glücklich schätzen, eine so kluge, feinsinnige Mutter zu besitzen. Auch die glücklichste Frau hat vielleicht ihr Skelett im Hause und tut am besten, es vor jedem spähenden Blick von außen zu verbergen."“ „Es freut mich, daß Sie mich verstanden haben, Herr Vollmer," sagte die Dame; sie war einfach entzückt von Magnus.„Einen solchen Schwiegersohn hätte ich mir gewünscht“, dachte sie,„er ist wirklich gut erzogen und hat tadellose Manieren.“ Nachdenklich betrachtete sie Edith, deren Gesichtchen vor Freude an diesem Zusammensein glühte, und dann Magnus, dessen Augen in einem verklärten Licht glänzten. Der Baronin war es nicht entgangen, daß Edith schon se langerer Zeit keine glückliche Braut mehr war. War es nie eine seltsame Fügung, daß es Vollmer gerade an diesem ei samen tleinen Ort gefiel? Und wenn die jungen Leute si gut waren, in ihr, der Mutter, sollten sie eine treue Fürspr cherin haben. Eine gelöste Verlobung ist das Schlimmste no richt. Nur mit schwerem Herzen vertraute sie Wellnitzi einziges Kind fürs Leben an. Nur ihr Gatte war auf die Herlobung förmlich verpicht gewesen, um, wie er sagte, Welln für das Leid zu entschädigen, welches ihm durch einen Hochfe widerfahren. Fur solche Sentimentalität war die Baronin nicht zu h den. Sie hatte sich dem Willen ihres Mannes gefügt, we Solty gern die Braut des Ingenieurs geworden war. Ab Seiiais hatte ja ihr Herzchen überhaupt noch nicht gesproche se war noch ein Kind, die Bedeutung des Schrittes, den getan, ihr noch nicht klar geworden. eend Anschein nach erwachte erst jetzt die Liebe in in Gottlob, noch nicht zu spät, noch konnte alles gut werden. Aus Vollmers Reden entnahm sie, daß sein Vatere sewerreicher Mann war; derselbe konnte ja vorläufig in Am rita bleiben, seine Besitzungen weiter verwalten, der Sol aber— lächelnd blinzelte sie zu Magnus hinüber— hier bleiben und Hochfeld bewirtschaften. Es war windig geworden, und da Edith keinen Schleier umgebunden, mußte sie ihren Hut festhalten. Ihr breiter, gediegener Verlobungsring blitzte in der Sonne. Die Baronin bekam einen ordentlichen Schreck. Sollte das eine Mahnung für sie sein? War es nicht vermessen, daß sie mit dem Schicksal ihres Kindes gleichsam ein Spiel trieb? Doch schon wies sie diesen Selbstvorwurf zurück. Vollmer gefiel ihr, er gefiel auch Edith, sie wollte ihn zum Tee einladen, den jungen Leuten Gelegenheit geben, sich näher kennen zu lernen. Wellnitz würde ja doch durch Abwesenheit glänzen, keinen Anspruch auf die Gesellschaft seiner Braut erheben. Magnus war über die Einladung zuerst so betroffen, daß er sich nur schweigend verneigte. Dann aber empfand er Freude und Genugtuung. Vielleicht bot sich sogar Gelegenheit, dem Baron zu sagen, daß er sich in einem Irrtum befand hinsichtlich der Schuld, welche der Verschollene begangen haben sollte. Herzlich dankend nahm er die Einladung an. Ein flüchtiger Blick streifte Ediths rosiges Gesicht. Er sah, wie es in ihren Augen aufleuchtete. Nun erst kam es ihm zum Bewußtsein, daß er mit einer Gefahr spielte. Warum führte der Zufall ihn immer wieder mit ihr zusammen, die er doch eigentlich meiden wollte? Grollend dachte er es und konnte doch die Glückseligkeit, die ihn in ihrer Nähe durchflutete, nicht hemmen noch eindämmen. 14. Kapitel. Baron Hochberg hatte nicht sonderlich darauf geachtet, daß das Auto, welches seine Damen von ihrer Spazierfahrt zurückbrachte, in den Hof einfuhr. Er hörte wohl das Falichen und Knattern des Motors, ließ sich aber in seiner Lektüre nicht stören. Der Baron saß auf einer Veranda, welche von alten Ulmen überschattet wurde. Um diese Nachmittagsstunde war es hier erquickend kühl, kein heißer Sonnenstrahl störte. Der Teetisch war bereits geordnet. Unter weiten Glasglocken standen Schalen, reich belegt mit lauter schönen Dingen. Hochfeld hatte bereits Appetit. Aber geduldig wartete er auf das Erscheinen seiner Damen. „Ihr bleibt lange“, sagte er launig, ohne. von seinem rischen„Unvorbereitetsein“ Frankreichs mit beißendem Spott zu Leive, indem sie an die Feststellung des Abgeordneten Tissier bei der Besprechung der dreijährigen Dienstzeit erinnert, daß die französischen Militärausgaben höher waren als die deutschen:„Von 1873 bis 1912 einschließlich hat Frankreich für seine Landarmee 28 Milliarden verausgabt, Deutschland 27. Wenn man die Ausgaben für die Marine hinzunimmt, kommen auf Frankreich(38 Milliarden, auf Deutschland 32½(Milliarden. Diese Zahlen wurden von Tissier vorgetragen und sind im„Journal Officiel“ zu lesen: kein Mensch hat den Versuch gemacht, sie zu bestreiten. Rechnet man zu den 38 Milliarden die Militärausgaben der Jahre 1872, 1913 und 1914, die darin nicht enthalten sind, rechnet man vor allen Dingen die Ausgaben für die Kolonialarmee dazu, die Tissier weggelassen hat, um einen genauen Vergleich zu ermöglichen, so ergibt sich, daß Frankreich in der Zeit zwischen den beiden Kriegen gegen Deutschland mindestens 50 Milliarden für Herr und Marine aufgewendet hat."„So friedlich Frankreich auch war“, fügt die„Humanité" an,„hat es sich also doch auf jeden Fall vorher mit dem Kriege beschäftigt." Wie„unvorbereitet“ erst Rußland war zeigt die bulgärische„Kambana“ auf Grund der Mitteilungen einer Persönlichkeit, die in folge ihre Stellung genauen Einblick in die Vorgänge in Rußland hatte. Da werden als russische Maßnahmen unmittelbar vor dem Kriege aufgezählt:„Der Jahrgang, dessen Entlassung 1914 bevorstand, blieb drei Monate länger unter den Fahnen; am 26. Juli wurde die rasche Rückbeförderung der Truppen aus den Lagern in die Garnisonen angeordnet; die St. Petersburger Kavallerie und Artillerie gingen nach der Westfront ab; am 24. und 25. Juli kamen fanterie, Kavallerie und Artillerie durch Krasnoje=Sselo, die zur Verstärkung der Grenztruppen bestimmt waren; am 24. Juli beförderte der Zar in Krasnoje=Sselo alle Junker zu Offizieren, deren Beförderung sonst Ende August erfolgte; am 26. Juli wurde die Mobilmachung der Östseeflotte angeordnet, ebenso verschiedene Maßnahmen zur Vorbereitung der allgemeinen Mobilmachung getroffen; infolgedessen waren bei Anordnung der allgemeinen Mobilmachung bereits drei Viertel des Kriegsstandes unter den Waffen." Nimmt man dazu, daß am 22. Juli 1914 bereits 493 englische Kriegsschiffe durch Einberufung von 16 000 Mann Marinereservisten auf den vollen Mannschaftsbestand gebracht waren, dann hat man ein getreues Bild von dem„tiefsten Frieden", aus dem die Vierverbandsländer von den bösen Nachbarn in den ersten Augusttagen so jäh herausgerissen worden sind. Neue Verordnungen. Das Reichsgesetzblatt veröffentlicht folgende vom 25. August datierte Bekanntmachungen des Präsidenten des Kriegsernährungsamts: 1. Auf Grund der Bekanntmachung über die Errichtung eines Kriegsernährungsamts vom 22. Mai 1916(Reichs=Gesetzbl. S. 402) wird bestimmt: Die Vorschriften im§ 3 Abs. 1 bis 3 der Veroronung vom 5. August 1916 über die Verarbeitung von Gemüse(Reichs=Gesetzbl. S. 914) werden auf Grund der Vorschrift im§ 3 Abs. 4 daselbst auf Verträge über den Erwerb von Kohlrüben(Steckrüben, Wruken) und von GrünJournal aufzusehen,„seid ihr trotz meiner Mahnung doch wieder im Walde spazieren gegangen?" Edith kam um den Tisch herum und gab ihm einen Kuß. „Wir haben einen Gast mitgebracht, es wird dich interessieren, Herrn Vollmer aus Amerika kennen zu lernen.“ So stand Magnus ganz unerwartet vor dem Baron, welcher mit weltmännischer Gewandtheit das furchtbare Erschrecken verbarg, welches ihn beim Anblick dieses jungen Mannes packte. Er neigte mit kühler Freundlichkeit den Kopf mit dem spärlichen, leicht ergrauten Haar. Magnus verneigte sich mechanisch. Wie erinnerte ihn an dieser Erscheinung doch alles an seinen Vater, trotzdem derselbe keine oder doch nur wenig Aehnlichkeit mit Hochfeld hatte. Die Baronin half liebenswürdig über die Pein der ersten Minuten hinweg.„Herr Vollmer weiß viel Interessantes von seiner Farm, den weitgedehnten Waldungen zu erzählen, welche sein Vater besitzt. Du informierst dich ja gern über alle dort herrschenden Verhältnisse, mein Freund. Dazu ist Herr Vollmer der rechte Mann. Er schildert klar und anschaulich, es ist eine Lust, ihm zuzuhören.“ Gnädige Frau übertreiben und beschämen mich," wehrte Magnus,„aber es macht mich glücklich, daß meine belanglosen Darstellungen Beachtung finden." Das Fräulein hatte die Flamme unter dem silbernen Teekessel angezündet, die Baronin aber, welche recht wohl bemerkte, daß Vollmer ihrem Gatten nicht angenehm war, gab Edith einen Wink, der auch sogleich verstanden wurde. „Ich darf doch nicht versäumen, Ihnen unsere Lotosblumen zu zeigen, Herr Vollmer,“ sagte sie rasch,„du erlaubst doch, Mama, in höchstens zehn Minuten sind wir wieder hier.“ Befangen schritten die beiden unter den alten Bäumen des Parkes dahin, den sie ganz durchqueren mußten, um zu den Treibhäusern zu gelangen. Seltsam war Magnus zumute. Er wandelte hier doch heute zum ersten Male, aber ihm war, als seien Weg und Stege ihm vertraut, als kenne er das alles seit langer Zeit. Freilich, sein Vater hatte ihm Schloß und Park oft genug geschildert, aber daher konnte dieses heimatliche Wohlgefühl nicht kommen, denn auch andere Schlösser hatte der Vater ihm beschrieben, ohne daß er ähnlich dabei empfunden hätte, als er sie später besichtigte. (Fortsetzung folgt.) kohl(Braun= oder Krauskohl) zur Herstellung von Dörrgemüse für entsprechend anwendbar erklärt. Diese Bekanntmachung tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft.— 2. Auf Grund des§ 1 der Bekanntmachung über die Errichtung eines Kriegsernährungsamts vom 22. Mai 1916(Reichs=Gesetzbe S. 402) wird als die nach§ 19 der Verordnung über Hafer aus der Ernte 1916 vom 6. Juli 1916(Reichs=Gesetzbl. S. 811) zuständige Stelle die Reichsfuttermittelstelle bestimmt.— Durch Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 28. August 1916 ist der Absatz von Petroleum zu Leuchtzwecken, sowohl an Wiederverkäufer, wie an Verbraucher verboten worden bis auf Weiteres.— Durch Bekanntmachung des Reichslanzlers sind das gegen die feindlichen Staaten erlassene Zahlungsverbot und die Vorschriften über die Sperre feindlichen Vermögens auf Rumänien anwendbar erklärt worden. Die Deutschen in Italien. Der italienische Ministerrat behandelte am Montag die neue Lage der in Italien verbliebenen deutschen Staatsangehörigen. Der Corriere della Sera schreibt. es sei klar, daß ihre Lage sich sich seit gestern gründlich geändert habe. Den Deutschen werde jetzt seitens der italienischen Regierung die gleiche Behandlung zuteil werden, wie den Oesterreichern, denen bestimmte Gemeinden in Sardinien, bezw. in Süditalien unter besonderer Bewachung als Wohnorte angewiesen seien. Englisch=Französische Rivalität um den Rhein. Der Pariser„Temps“ gibt folgende Ausführungen aus dem„Daily Expreß“ wieder: Recht wenige Leute in England wissen, daß Deutschland im Jahre 1913 drei Viertel seiner Gesamtförderung an Eisenerzen aus Lothringen bezog. Lothringen ist in der Tat die Grundlage der Blüte der deutschen Metallurgie. Die Wiedergewinnung Lothringens würde jedoch für Frankreich das Problem seines Eisen= und Kohlenbedarfs nicht lösen. Frankreich mußte vor dem Kriege Kohlen einführen, um seinen Bedarf zu befriedigen. Um Lothringen vergrößert, würde es noch mehr Kohlen importieren müssen und demnach von der westfälischen Kohle abhängig werden. Die einzige Lösung besteht daher in der Internationalisierung des Rheins und des gesamten damit in Verbindung stehenden Kanalnetzes. Britische Kohle wird dann mit westfälischer konkurrieren können. Englische Lastschiffe werden ihre Ladung aus Cardiff direkt nach Lothringen bringen können und mit französischem Eisenerz heimkehren. Gefangene deutsche Bäcker in England.„Daily Chronicle“ schreibt:„Es war vorgeschlagen worden, daß deutsche Bäcker aus den Konzentrationslagern entlassen und bei Meistern gegen einen Nominallohn von 4 oder 6 d für den Tag angestellt werden sollten. Der Arbeitgeber sollte außerdem freie Wohnung und Ernährung stellen, und der alsdann übrigbleibende Rest von der üblichen Lohnhöhe sollte der Regierung zufallen. In einer Versammlung der Bäckermeister von West=London wurde gegen diese Absicht protestiert, da es nicht vermeidbar sei, daß die deutschen Bäcker die Nahrungsmittel der Londoner Bevölkerung vergiften könnten.— Die Bande traut doch Anderen nur zu, was sie gegebenen Falls sich selbst unterstellen. „Menschenfallen". Mit welchen Mitteln Reuters Telegraphenbüro arbeitet, beweist folgender Bericht aus dem britischen Hauptquartier vom 19. August im„Daily Telegraph“ vom 22. August:„Die Deutschen scheinen unerschöpflich im Ausdenken schmutziger Erfindungen. Mir wurde eine Menschenfalle gezeigt, die man in einem Schützengraben vor ein paar Tagen gefunden hatte, und die geeignet war, den Knöchel eines darin gefangenen Menschen zu zerschmettern. Die Verwendung so übler Mittel kann nicht weit genug bekanntgemacht werden, erstens zur Warnung unserer Leute und zweitens, damit die ganze übrige Welt die Kampfesart der Deutschen kennen lernt." Die deutschen Kinder in Holland.„Limburger Koerier“ vom 22. 8. schreibt: Zur Frage der Unterbringung deutscher Kinder schweigt die niederländische Presse im allgemeinen. Ein Blatt, der„Telegraaf“, sucht den Haß gegen die deutschen Kinder zu schüren, andere, wie„Maasbode“ und„Tijd“, außern klug ihr abfälliges Urteil hierüber, aber der größte Teil der Presse schweigt. Doch wenn auch die Presse schweigt, das Volk wird das schöne Wort nicht vergessen, welches die Königin im ersten Kriegsjahr sprach:„Tiefgerührt durch das Los aller Völker, die in den Krieg verwickelt sind, tragen die Niederlande willig die außergewöhnlichen Lasten, die ihnen auferlegt sind, und empfangen mit offenen Armen alle Unglücklichen, die Zuflucht innerhalb ihrer Grenzen suchen.“ Das ist niederländisch und dietsch. Schande über die, welche dieses Königswort zuschanden machen wollen. * Aus dem Großen Hauptquartier(Amtlich), 29. August. S. M. der Kaiser empfingen heute den Gründer und Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Deutschen Ocean=Reederei Dr. Lohmann=Bremen, und den Kapitän König des Handels=U=Boots„Deutschland" und sprachen den Herren Allerhöchst Ihre große Freude und Anerkennung aus. Herr Dr. Lohmann u. Kapitän König wurden zur Tafel gezogen. Berlin. Der Reichskanzler ist ins Große Hauptquartier abgereist. (WTB.) Bern, 29. August. Aus Anlaß der Kriegserklärung Italiens an Deutschland und dem Eintritt Rumäniens in den Krieg, hat der schweizerische Bundesrat seine früheren Erklärungen, betreffend Beobachtung striktester Neutralität gegenüber den kriegführenden Staaten bestätigt. Das politische Departement hat dies den auswärtigen Regierungen durch Vermittlung der schweizerischen Gesandtschaften zur Kenntnis gebracht. Paris. Laut„Petit Parisien“ sind die ersten 1000 Chinesen in Paris angekommen, wo sie in den Munitionsfabriken Verwendung finden sollen. (bt.) Vlissingen. Im nächsten Monat werden 800 Greise, Frauen und Kinder aus besetzten Gebieten Frankreichs erwartet, um über England nach Südfrankreich zurückzukehren. Washington.(Funkspruch WTB.) Die Regierung hat ein Weißbuch veröffentlicht, das die Korrespondenz zwischen den Vereinigten Staaten und England während des Krieges enthält, und verschiedene Fälle aufweist, in denen Amerika eine energische Sprache gegen England anwandte, z. B. des amerikanischen Protestes gegen die Anwesenheit britischer Kriegsschiffe auf der Höhe der amerikanischen Küste. Weilfalen und Rheinland. Hagen. Der Kaiser berührte auf der Durchreise vorgestern abend abermals den Hagener Hauptbahnhof. Der Hofzug, dem der Kaiser diesmal nicht entstieg, hatte hier einen Aufenthalt von etwa 20 Minuten. Der Bahnsteig war abgesperrt.— Für den Landkreis Hagen beginnt am 8. Sept. die Musterung der„dauernd Untauglichen“ bis zu 39 Jahren und anderer Wehrpflichtiger nach besonderen Gestellungsbefehlen. Höxter. Kapitän König erhielt aus Höxter unter dem 26. August folgendes Telegramm: Ihnen und den kühnen Mannen des Handels=Unterseebootes Deutschland senden die am heutigen 75. Geburtstage des Liedes Deutschland, Deutschland über alles, am Grabe des Dichters Versammelten Glückwunsch, Gruß und Handschlag. Familie Hoffmann von Fallersleben, des Dichters Verwandte, Freunde und Verehrer. Schwelm. Am Samstag nachmittag schlug der Blitz in das Wohnhaus des Bandwirkers Aug. Sporkert, Beyenburgerstraße 33, und zündete. Haus nebst Stallung brannten bis auf die Grundmauern ab. Das Vieh konnte noch rechtzeitig gerettet werden. Etwa um dieselbe Zeit schlug der Blitz in das Haus der Witwe Karl Nieland, Nach dem Hagen 1, ein. Der Blitz zündete dort gleichfalls und Feuer zerstörte das Dach. Duisburg. Einen geheimnisvollen Klub nach dem Vorbiro Schwarze Hand hatten in Hamborn sechs, im Alter von 15 bis 19 Jahren stehende Burschen gegründet. In dem Bestreben, Flugmodelle zu bauen, hatten die Vereinsmitglieder in den Monaten Januar bis Mai über 15 Einbruchsdiebstähle in Schule, Bureauräume und Werke verübt und hierbei elektrische Apparate, lehrreiche Bücher, Geldkassetten mit Inhalt usw. entwendet. Ihr Anführer war der 19 Jahre alte Bureaugehilfe Johan aus Hamborn. Auch die übrigen Anführer waren sämtlich Söhne aus guter Familie. Sie waren durch das häufige Besuchen schlechter Kinovorstellungen und Lesen von Schundliteratur zu diesen Taten gereizt worden. Die noch jugendlichen Burschen erhielten von der Duisburger Strafkammer unter Aussicht auf Straferlaß 3 Wochen bis 5 Monate Gefängnis. Der strafmündige Anführer wurde zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Elberfeld. Die städtische Sparkasse wird auf die kommende 5. Kriegsanleihe für sich und ihre Sparer einen Betrag von 10 Millionen Mark zeichnen. Kaldenkirchen. Vor einigen Tagen wurde ein Bewohner von Vohwinkel, der zwecks Einkaufs von Lebensmitteln und Waren in verbotswidrigerweise die deutsch=niederländische Grenze überschritten hatte und wieder auf dem Rückwege zur Grenze begriffen war— wahrscheinlich von einen holländischen Soldaten oder Grenzbeamten— erschossen. Stadt und band. 30. August. „Landesverrat“. So lautet ein neuer Roman, den wir heute(Morgenblatt) beginnen und neben dem anderen Roman(„Tag der Abrechnung“) laufen lassen. Der in Rumanien spielende Roman wird sicherlich sehr großes Interesse finden. Unsere verehrlichen Lesern und Leserinnen bitten wir, Bekannte und Verwandte auf den Roman aufmerksam zu machen mit dem freundlichen Hinweis, daß wir neu hinzutretenden Abonnenten den Anfang des Romans kostenlos nachliefern— Die Lüdenscheider Zeitung ist bekanntlich das billigste Blatt der ganzen Gegend, sie kostet nur 55 Pfennig monatlich(abgesehen von der kleinen Postgebühr) und kann auch für den September besonders bestellt werden. Blitzschlag. In letzter Nacht ging über unsere Stadt ein schweres Gewitter nieder, wobei der Blitz in einen Baum auf dem Karlsplatz schlug und die Krone zerschmetterte. Das Eiserne Kreuz erhielt der Gefreite Walter Wernscheid im Infanterie=Regt. 186, Sohn des Fabrikarbeiters Herrn Robert Wernscheind, hier, Werdohlerstr. 54. Konzerte finden heute Nachmittag an der Talsperre und im Kaffeehaus Germania statt, in Letzterem auch heute Abend. Der Postverkehr zwischen Deutschland und Rumänien ist gänzlich eingestellt und findet auch auf dem Wege über andere Länder nicht mehr statt. Es werden daher keinerlei Postsendungen nach Rumänien mehr angenommen, bereits vorliegende Sendungen werden dem Absender zurückgegeben. Der private Telegraphenverkehr nach Rumänien ist ebenfalls eingestellt. Künstlicher Süßstoff(Saccharin) wird mit unter in festem Zustande(direkt als Kristall=Süßstoff oder als Täfelchen) gekostet. Die sollte vermieden werden, weil derartige Süßstoffzubereitungen sowie starke Süßstofflösungen auf der Zunge einen unangenehmen, lange haftenden Nachgeschmack verursachen. Man koste daher Süßstoff nur in verdünnten Lösungen! Speisen, die gekocht werden, süßt man zweckmäßig erst nach dem Kochen mit Süßstoff oder besser mit einer Süßstofflösung, weil sie sonst einen bitteren Geschmack bekommen können. In den nur 110fachen süßen Täfelchen ist der Süßstoff mit etwas doppelkohlensaurem Natron gestreckt. Daher entwickeln die Täfelchen beim Auflösen in sauren oder heißen Flüssigkeiten etwas Kohlensäure. Leder und Schuhe. Die Handwerkskammer schreibt dazu: In letzter Zeit gehen verschiedene Artikel durch die Zeitungen, welche sich mit„Stiefelsorgen“ befassen und an die Herabsetzung der Lederpreise ab 1. September cr. die Frage knüpfen, wie sich in Zukunft die Schuhindustrie und die Schuhmacher in Bezug auf die Herabsetzung der Kleinhandelspreise verhalten werden. Diese Artikel gehen von ganz falschen Voraussetzungen aus. Vorerst ist der Unterschied in den festgesetzten Höchstpreisen nur gering und kommt kaum in Frage, wenn die Qualität des Leders eine geringe ist, was vorwiegend der Fall. Dann steht aber überhaupt nur eine sehr kleine Menge Leder zu den Höchstpreisen zur Verfügung; so werden z. B. für den Monat August jeder Arbeitskraft im Kleinverkehr nur 1 acht Zehntel Kilogramm zugewiesen, ein Quantum, welches in 2 Tagen verarbeitet ist. Durch die Verordnung über Einschränkung der Beschäftigung von Gehilfen, sowie durch die Bestimmungen, daß für die arbeitsfreie Zeit Lohnabzüge nicht gemacht werden dürfen, verteuert sich selbstverständlich auch der Betrieb des Schuhmachers. Es kommt noch dazu, daß auch der Meister selbst infolge Mangel an Rohmaterial seine volle Arbeitskraft nicht ausnutzen kann und dadurch einen größeren Ausfall an Verdienst erleidet. Die Löhne der Gesellen sind um 10—20 Prozent gestiegen und steht denselben dieser Zuschlag bei den immer höher werdenden Lebensmittelpreisen. zu.Fi kleinere Bedaxfsartikel, wie Nähgarn, Speile, Pech usw. muß ein Preisaufschlag von 2—300 Prozent gezahlt werden. Bis heute haben sich die Schuhmacher bemüht, die Preise möglichst billig zu berechnen und kann das auch in der Folge geschehen, wenn es gelingt, durch die Lederverteilung soviel Leder zu angemessenen Preisen zu beschaffen, daß wenigstens die Meister, Gesellen und Lehrlinge angemessen beschäftigt werden können. Unbillig aber ist es, dem kleinen Schuhmacher die Verantwortung für die hohen Stiefelpreise auferlegen zu wollen; die Ursachen liegen ganz wo anders. Zu einer Erntedankspende haben unter Hinweis auf den reichen Erntesegen dieses Jahres, der den tückischen Aushungerungsplan unserer Feinde zunichte macht, die Vorsitzenden des Zentralkomitees des Preußischen Landesvereins vom Roten Kreuz angeregt, um dadurch die tief empfundene Dankesschuld gegen die Vorsehung abzutragen und die Aufgabe des Roten Kreuzes erleichtern zu helfen. Von ganzem Herzen wird man diesen Bestrebungen reichen Erfolg wünschen müssen, denn die Opfer, die der König gefordert hat und noch weiter fordert, sind zu zahlreich und schwer, als daß ohne reiche Gaben, die die werktätige Liebe und menschliches Mitleid spendet, auch nur annähernd die wünschendswerte Hilfe geboten werden könnte. Man darf auch hoffen, daß das Bedürfnis der deutschen Landwirtschaft, den Dank für den reichen Erntesegen in irgendeiner Form äußerlich zum Ausdruck zu bringen, verwirklicht werden kann und verwirklicht werden wird, ohne daß die Erfüllung einer anderen noch größeren und dringenderen Pflicht darunter leidet. Es ist dies die Pflicht, der neuen Kriegsanleihe zu einem glänzenden, das Ergebnis der früheren Anleihen womöglich noch überbietenden Erfolge zu verhelfen. Dazu darf es vor allem an der Mitwirkung der deutschen Landwirtschaft nicht fehlen. Ihr wird es das gesamte deutsche Volk niemals vergessen, wenn sie auch in diesem Sinne ein Erntedankfest begeht. Lazarettzug„2 3“. Unser Lazgrettzug hat am 24. August seine 30. Fahrt beendet. Die erste Reise wurde am 11. März 1915 angetreten, zur 4. Armee(Westen). Im Dienste dieser verblieb er während der ersten 10 Fahrten bis Anfang August 1915. Die dann folgenden 5 Reisen gingen zur Östarmee und vom 2. Oktober ab, also mit Antritt der 16. Fahrt kehrte T 3 zur 4. Armee zurück. Bis Ende Februar 1916 war er wieder bei dieser. Mit Beginn der 22. Reise erhielt er seine Versetzung zur 6. Armee.— Nachdem er in derem Auftrage achtmal zur Front gewesen war, erreichte ihn Donnerstag, 17. August an seinem derzeitigen Abstellorte Nürnberg der Bescheid, daß ihn die nächsten Fahrten zu einer anderen Armee führen würden und unmittelbar hierauf traf der Befehl zur Ausreise ein. Diese wurde Donnerstag Nacht angetreten und führte über Passau, Linz, Wien, Budapest zum Bestimmungsorte, wo die Ankunft Montag früh 5 Uhr, also nach 78stündiger Fahrt erfolgte.— Während dieser Reise kreuzte T 3 einen Zug, in welchem sich S. K. Hoheit Prinz Oskar befand.— Beide Züge hielten einige Zeit nebeneinander.— Prinz Oskar trat zum Fenster, um sich von diesem aus nach den Stiftern, bisherigen Reisen, Ausstattungs= usw. Kosten eingehend zu erkundigen. Er erhielt vom Zugführer, Herrn Sonnenschein die gewünschten Auskünfte und nach herzlicher Verabschiedung vom Chefarzt, Herrn Stabsarzt Dr. Wille durch Handschlag, sowie nach Ausbringung eines kräftigen Hurras durch die Mannschaften des T 3 auf den Kaisersohn, verließ sein Zug den Bahnhof.— Montag Vormittag erfolgte die Aufnahme der Verwundeten und Kranken und schon nach 12stündigem Aufenthalt wurde nachmittags 5 Uhr die Heimreise angetreten. Diese führte den Zug durch herrliches ungarisches Gebirge nach Oderberg und von dort über Ratibor, Liegnitz, Görlitz nach Dresden=Neustadt, wo die Abgabe der Verwundeten Donnerstag vormittag erfolgte.— Zur Rückreise wurden 65 Stunden benötigt.— Sämtliche, in Dresden abgegebenen Verwundeten haben diese lange Reise gut überstanden.— Ebenso blieb T 3, trotz der großen Kilometerzahl(2400) im besten Zustande, so daß er in der Lage war, seine sofortige Wiederbereitschaft zu melden.— Insgesamt sind auf den bisherigen 30 Reisen 39 150 Kilometer zurückgelegt worden. Aus aller Welt Bern. Laut„Matin“ ist Südfrankreich wieder von heftigen Stürmen und Hagelschlag heimgesucht worden. In Peringneux wurde die vor der Einbringung stehende Tabak-, Mais= und Weinernte zerschlagen Auch im Bezirk Bergerac soll der Schaden sehr beträchtlich sein —„Temps“ meldet aus Montreal(Kanada): In Drumondville wurde eine Pulverfabrik durch eine Feuersbrunst vollständig eingeäschert. Drei Arbeiter wurden getötet und 20 verwundet. Große Pulvervorräte wurden vernichtet. * Wie sie ein ehrliches Soldatengrab gefunden haben. Das war im Schützengraben vor Nieuport. Die dritte Kompagnie des.. Matrosenregiments konnte es nicht mehr ansehen, daß da draußen auf dem Tanzplatz des Todes zwischen den beiden Stellungen vom letzten Sturm her die Leichen einiger Kameraden von der Infanterie lagen. Rund hundertfünfzig Meter war's bis hinüber zum Feind. Aber zwischen den beiden Gräben lag ein zerschossenes Haus, das der feindlichen Patrouille immer als Schlupfwinkel diente. Selbst bei Tage konnten die Franzosen an dieses Haus herankommen, während die Unsern nur ebenes, mit kurzem Gras bewachsenes Gelände vor sich hatten. In einer Sommernacht flog der Schlupfwinkel in die Luft. Vier Obermatrosen und zwei Pioniere hatten in einer dunkeln Stunde endlich zwei Minen legen können. In der Nacht darauf gelang es unter Führung eines Leutnants, an die Erde gedrückt Gräber zu schaufeln und neun Mann zu bestatten. Die letzten sechs Gefallenen, die noch weiter vorn lagen, wurden in der dritten Nacht der Erde übergeben. Bis auf fünf Meter hatten sich die stillen Schaffer an den feindlichen Graben heranarbeiten müssen. Die meisten der Toten trugen Briefe bei sich, und einige Tage darauf wußten die Ihrigen, daß ihre Söhne und Brüder endlich ein ehrliches Soldatengrab gefunden.— Die ergreifende Schilderung entnehmen wir einem soeben bei der Franckh'schen Verlagshandlung in Stuttgart erschienenen Buche:„An Bord“. Kriegserlebnisse bei der schwimmenden und fliegenden Wehrmacht Deutschlands von Anton Fendrich.(Preis geh. Mk. 1.—, gebd. Mk. 1,60). Der durch seine sonstigen Kriegsschilderungen sehr rasch bekannt und beliebt gewordene Schriftsteller hat dieses Frühjahr längere Zeit bei der Marine geweilt. Was er dort an Bord von Großkampfschiffen, bei den Torpedo= und U=Booten, bei den Luftschiffen und Marinefliegern erlebt und gesehen hat, das ist nun in dem genannten Büchlein festgelegt. Tschechische Offiziere als Kriegsgefangene in Rußland. Erst nach dem Kriege wird die unwürdige Behandlung, die sich deutsche, österreichische und ungarische Offiziere und Mannschaften als Gefangene in Rußland gefallen lassen mußten, des näheren festgestellt werden. Was gelegentlich darüber bekannt wird, übertrifft die schlimmsten Befürchtungen und steht in schroffem Widerspruch zu dem angenehmen Leben, das die russischen Offiziere als Gefangene in Deutschland und Oesterreich=Ungarn führen. Die kriegsgefangenen Offiziere deutschen Stammes haben in Rußland noch mit verräterischen Kameraden zu rechnen. Ein Bericht kriegsgefangener österreichischer Offiziere aus Rußland an einen Zweigverein vom Roten Kreuz in T.(Oesterreich) erhebt darüber folgende Klage:„Mit sehr vielen unserer slawischen Offiziere haben wir sehr traurige Erfahrungen gemacht. In Petersburg erscheint eine tschechische Zeitung, in der sehr viele tschechische Offiziere einander suchen. In ihr erschien auch ein Artikel eines slawischen Offiziers, der darin sein Bedauern ausdrückt, daß die Tschechen wegen uns deutschen Spitzeln ihre Liebe zu Rußland nicht öffentlich zeigen können. In Barnaul war ein tschechischer Offizier, der seine Freude über den Fall von Przemysl ganz öffentlich kundgab. Die Namen dieser Ehrenmänner wurden von uns möglichst festgehalten." Diese tschechische Offiziere verdienen das Schicksal des österreichischen Reichstagsabgeordneten Dr. Battisti, der bei Kriegsbeginn nach Italien flüchtete, in das italilenische Heer eintrat, gegen Oesterreich kämpfte, gefangengenommen und als Hochverräter hingerichtet wurde. Tschechische Offiziere, die si von auch leitun S a haus stritte aussic Haltu glaub befür ßerun verläs die la neues ausge nimm schicht folger führu len gema geistr harm maße ist. wenn Aerm den genor seit1 eben sich 1 Ans noch aber achtes dreiß steher tunn Engl Kanc jähri Engl kussio nun der wisse punk den die e bei schütz Engl befür der seebe Seef hein don Belä sicher den sen Mur schütz droh für fuhr Mar lasse nen! tunn erbli gen, sen, block len" word Eng das Stel volly schre loyal und die sen. 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Der Tunnel unter dem Englischen Manal In jüngster Zeit wurde gemeldet, daß das englische Unterhaus sich demnächst wieder einmal mit dem Bau des vielumstrittenen„Kanaltunnels“ beschäftigen und diesmal aller Voraussicht nach das Projekt, im Gegensatz zu seiner bisherigen Haltung, gutheißen werde. Ja es hieß sogar in durchaus glaubhafter Weise, daß die englische Regierung den Tunnelbau befürworten werde, und es wurden schon halbamtliche Aeußerungen englischer Minister gemeldet, welche diese Nachricht verläßlich erscheinen lassen. Somit wird allem Anschein nach die lange Geschichte des Kanaltunnel=Projektes demnächst in ein neues und vermutlich in das entscheidende Stadium treten. Im ersten Septemberheft des von Frhrn. v. Grotthuß herausgegebenen„Sürmers“(Stuttgart, Greiner u. Pfeiffer) nimmt Dr. Richard Hening diese Tatsache zum Anlaß, die Geschichte dieses Tunnelprojekts aufzurollen. Ihr voran schickt er folgende für alle„Beteiligten“, sehr nachdenkenswerte Ausführungen: Sollte es wirklich dazu kommen, so würde unter den vielen Treppenwitzen, die die Weltgeschichte im Lauf des Krieges gemacht hat, hier einer der boshaftesten und gleichzeitig der geistreichsten vorliegen. Den ganzen grotesken Humor der so harmlos klingenden Nachricht ermißt nur der, der einigermaßen mit der bisherigen Geschichte des Kanaltunnels vertraut ist. Man wird den Spaß vielleicht recht würdigen können, wenn man hört, daß der schicksalsreiche Tunnel unter dem Aermelkanal zwischen Calais und Dover, dessen Bau von beiden Enden aus bereits in den siebziger Jahren in Angriff genommen und mehrere Jahre fortgeführt worden war, schon seit rund dreißig Jahren vorhanden sein könnte, wenn nicht eben die englische Regierung, die ihn jetzt befürworten will, sich mit Händen und Füßen gegen den Bau gesträubt hätte. An sich würde ja eine Meinungsänderung am Regierungstisch noch nicht etwas so Absonderliches und Bemerkenswertes sein, aber es ergeben sich höchst pikante Rückschlüsse, wenn man beachtet, daß der einzige Grund, der die englische Regierung über dreißig Jahre lang auf ihrer schroff ablehnenden Haltung bestehen ließ, die militärische Besorgnis war, daß der Kanaltunnel im Kriegsfall einem feindlichen Heer den Einfall in England erleichtern könne. Noch im August 1913, als der Kanaltunnel zum letzten Male(wie vordem stets in mehrjährigen Zwischenräumen) die öffentliche Aufmerksamkeit in England beschäftigte, ließ das militärische Bedenken die Diskussion bereits in den ersten Anfängen verstummen. Woher nun die Gesinnungsänderung? Um sie voll zu verstehen, muß man sich erinnern, daß in der Zeit, da die englische Regierung vom Kanaltunnel nichts wissen wollte, d. h. etwa von 1880 bis 1913, der östliche Endpunkt des geplanten Tunnels, Calais, nicht in englischen Händen war, während heute——— Nun, sagen wir: heut' ist die englische Regierung anscheinend der Ansicht, daß in Zukunft beide Tunnelenden durch englische Festungen hinreichend geschützt sind, daß ein Mißbrauch der Anlage durch einen gegen England gerichteten feindlichen Handstreich keinesfalls mehr befürchtet zu werden braucht. Sicherlich kommt aber noch ein weiterer Umstand hinzu, der den Gesinnungswechsel erklärlich macht. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß man in verschiedenen Phasen des Krieges das Nichtvorhandensein des Kanaltunnels in England lebhaft bedauert hat. In den Zeiten, da der deutsche Unterseebootkrieg mit voller Energie geführt werden konnte und die Seefrachten und Lebensmittelpreise in Großbritannien unheimlich schnell in die Höhe schnellen ließ, hätte man in London wohl etwas darum gegeben, wenn man eine vor jeder Belästigung durch die Unterseebootpest und durch Minen gesicherte Verbindung mit dem Festland in Gestalt einer durch den Kanaltunnel führenden, festen Eisenbahnverbindung besessen hätte! Dann hätte man alle Truppentransporte und Munitionssendungen in einer gegen die Gefahren der See geschützten Weise nach Frankreich befördern und die der Schiffahrt drohenden Schrecken des„Kriegsgebietes um England“ auch für einen großen Teil der wichtigsten und dringlichsten Einfuhrartikel vermeiden können, die man dann in Bordeaux oder Marseille oder einem anderen fernen Hafen hätte ausschiffen lassen und von dort auf sicherem Landweg hätte beziehen können! Beschließen die Engländer jetzt in der Tat, den Kanaltunnel zu bauen, so mag man darin nicht nur ein Symptom erblicken, daß die Franzosen ihre letzten beschiedenen Hoffnungen, Calais jemals zurückzuerhalten, endgültig begraben müssen, sondern auch den Wunsch, das Gespenst der Unterseebootblockade zu bannen, das für diesmal noch durch den„neutralen" Teufelsbanner jenseits des großen Teiches beschworen worden ist, das aber im Wiederholungsfall, wie einsichtige Engländer rundweg zugegeben haben, zu einer Katastrophe für das Inselreich zu führen vermag, wenn man nicht an die Stelle der durchlöcherten Alleinherrschaft zur See eine andere vollwertige Sichernug der Zufuhren zu setzen vermag. Nleueste Dachrichten. Zur Vorgeschichte der rumänischen Kriegserklärung. schreibt die„Nordd. Allg. Ztg.“ u. A.: Als im August 1914 der Weltkrieg ausbrach, hätte das loyale Einhalten des zwischen Deutschland, Oesterreich=Ungarn und Rumänien bestehenden Bündnisvertrages Rumänien an die Seite Deutschlands und Oesterreich=Ungarns führen müssen. Rumänien entzog sich seiner Bündnispflicht ebenso wie Italien. König Karol wünschte zwar als echter Hohenzollernlernsproß, das Wort einzulösen, das er verpfändet hatte, aber er hatte es nicht vermocht, seinen Willen gegenüber den verfassungsgemäßen Faktoren des Bandes durchzusetzen. Die seelischen Erregungen dieses Konflikts haben den Tod dieses kranken Herrschers herbeigeführt... Die Ententemächte, die seit Wochen den denkbar stärksten Druck auf die rumänische Regierung ausgeübt hatten, um sie zu bewegen, in ihrem Interesse Rumänien zum Kriegsschauplatz herzugeven, hatten unter diesen Umständen(die Niederwerfung Serbiens und dessen deshalb geminderte Ansprüche. L. Z.( leichteres Spiel. Es gelang ihnen anscheinend, Rumänien territoriale Angebote zu machen, die ihm verlockend genug erschienen, um das Land in den Krieg zu stürzen. Der kaiserlichen Regierung sind die Verhandlungen, die Bratianu mit den Vertretern der Ententemachte geführt hat, nicht unbekannt geblieben. Sie hat nicht Unterlassen, den König und die nicht vollständig in den Bannkreis der Entente geratenen rumänischen Politiker immer wieder auf das gefährliche, unaufrichtige Treiben des rumanischen Ministerpräsidenten hinzuweisen. Vergeblich. Rumämen ist der Spur Italiens gefolgt. Wir geben der zuversichtlichen Erwartung Ausdruck, daß dieser Verrat ebensowenig die erhofften Früchte zeitigen wird, wie es Italien nach beinahe eineinhalbjähriger Kriegsdauer nicht gelungen ist, seinen Lohn für den Treubruch zu finden. * Die Petersburger Telegraphenagentur verbreitete eine Note Rumäniens, die nach dem entscheidenden Kronrat dem österreichisch=ungarischenGesandten in Bukarest, Grafen Czernien, überreicht worden war. Daraus ergibt sich die Bestätigung, daß Rumänien sich im Bündnis mit Deutschland und Oesterreich=Ungarn befand, sich aber daran nicht für gebunden erachtet, nachdem Oesterreich=Ungarn ohne Zustimmung Rumäniens Serbien den Krieg erklärt hatte. Die Begründung ist also dieselbe fadenscheinige, die s. Z. Italien seiner Kriegserklärung gegeben hat. Italiens Eintritt in den Krieg wird noch als Erledigung seiner Bündnispflicht von R. erklärt. Da sich R. Jahr und Tag dazu Zeit ließ, ohne von seinen Beschwerden Kenntnis zu geben, da es den Vertrag auch nicht kündigte, sondern sogar neue Verträge während des Kriegs mit den Mittemächten einging, so ist klar, daß es sich hier lediglich um Geschwätz zur Beschönigung des verräterischen Verhaltens der leitende. Männer handel, die nach längerem Schwanken und Schielen nach ihren Vorteilen, sich auf die Seite schlugen, von wo ihnen der größere persönliche Nutzen evtl. Schaden zu kommen scheint. (bb.) Berlin. Wie dem österreichisch=ungarischen Gesandten Graf Czernin, so hat König Ferdinand von Rumänien laut Budapester Meldung der„B. Z.“ kurz vor dem Kronrat auch dem deutschen Gesandten Herrn von dem BuscheHaddenhausen die bestimmte Erklärung gegeben, daß er niemals seine Zustimmung zur Kriegserklärung Rumäniens an die Mittelmächte geben würde. Er deutete sogar an, daß er eher auf seine Krone verzichten würde. Gewisse militärische Maßnahmen Rumäniens, die auf die direkten Befehle des Königs zurückgeführt werden, erweckten in den letzten Tagen sogar den Anschein, daß die Lage einigermaßen erleichtert sei. Umsomehr steht man nun vor einem Rätsel (? L. Z.), da man bisher nicht weiß, welche Gründe schließlich den König veranlaßt haben, von seiner den Gesandten der Mittelmächte so bestimmt abgegebenen Erklärung abzuweichen. Die telegraphischen Verbindungen Rumäniens sind seit Sonntag abend bereits völlig unterbrochen, und man erwartet mit Spannung, um zu erfahren, was sich in den letzten Stunden vor dem Kronrat in Bukarest abgespielt hat. (FZ.) Frankfurt a. M. Der„Frankf. Ztg.“ zufolge erfährt die Bukarester„Dimineata“, daß der deutsche Gesandte gelegentlich einer Audienz am Mittwoch dem König Ferdinand ein eigenhandiges Schreiben des Kaisers Wilhelm überreicht habe.— Prinz Nikolaus von Griechenland hat vom König Konstantin ein Telegramm erhalten, er möge seine Reise von Petersburg hinausschieben.— Alle Pariser Nachrichten aus Griechenland rufen, nach der„Franks. Ztg.“, den bestimmten Eindruck hervor, daß die Haltung Rumäniens einen entscheidenden Einfluß auf diese Macht ausüben werde. Begreiflicherweise ist es für die Entente ärgerlich, daß der griechische Generalstab starke Stellungen aufgibt und Material und Munition im Stiche läßt, so daß die Bulaaren diese Mittel gegen die Truppen der Entente verwenden können. Aber mo stellt mit Genugtuung fest, daß das Gefühl der nationalen Würde nicht gänzlich gestorben ist und daß die Gegenströmung gegen die Politik des Generalstabs von Tag zu Tag zunimmt. Man ist in Griechenland bei dem kritischen Punkte angelangt, wo die Gewehre von selbst losgehen können. Der Eindruck ist allgemein, daß die nächsten Tage für den Balkan Ercignisse von hoher Wichtigkeit herbeiführen können. Sigmaringen. Der Fürst von Hohenzollern, der Bruder des Königs von Rumänien, hat seinen sämtlichen Beamten und Bediensteten verboten, in Zukunft die rumänischen Ordensauszeichnungen anzulegen. Wien. In hiesigen diplomatischen Kreisen verlautet, daß die rumänische Note, die die Kriegserklärung an OesterreichUngarn enthielt vom Militärattaché der Wiener rumanischen Gesandtschaft aus Bukarest hierher gebracht worden sei. Obwohl er also in genauer Kenntnis von dem bevorstehenden Kriege Rumäniens gegen Oesterreich=Ungarn gewesen sei, hätte es dieser„ehrenhafte“ Öffizier über sich gebracht, seinen Wiener Bekannten gegenüber wiederholt zu versichern, es sei noch keine Entscheidung gefallen. Rumänien könne seine Neutralitätspolitik fortsetzen, ja es sei sogar sein Eintritt in den Krieg on der Seite der Mittemächte nicht völlig ausgeschlossen, er für seine Person würde diese letzte Möglichkeit als Freund der Monarchie begrüßen. Kopenhagen, 29. August.„Berlingske Tidende" nennt die Kriegserklärung Rumäniens an Oesterreich=Ungarn einen Sieg der rumänischen Königin und ihrer Politik.(Die Königin ist eine geborene Prinzessin von Sachsen=Coburg=Gotha, der König der 2. Sohn des verstorbenen Fürsten Leopold von Hohenzollern. Das würdige Paar verrät also ihr deutsches Vaterland für ein paar Thronsessel. L. Z.) Genf. Reuter meldet: Die Bulgaren sind am 25. August in Kawalla eingezogen. Außer einem Fort sind ihnen sämtliche Forts mit artilleristischer Ausrüstung und Munition auf Befehl von Athen übergeben worden. Nach Meldung aus Saloniki beträgt die bulgarische Armee, die in der Richtung auf Kawalla operiet, etwa 75 000 Mann. Die Bulgaren rücken sehr schnell vor. Deutsche sind in der Armee nicht vorhanden. (W.) Paris. Der amtliche französische Bericht meldet von der Salonikifront: An der Struma=Front beschoß unsere Artillerie weiter die Einrichtungen des Feindes. Westlich vom Wardar erneuerten die Bulgaren ihre Angriffsversuche gegen Vetrenik. In der Gegend des Ostrowo=Sees dauern die Kämpfe mit Erbitterung fort. Im Laufe des 25. August beschossen zwei englische Monitore und ein englischer Kreuzer die Forts von Kawalla, die mit Ausnahme eines Forts von den Bulgaren besetzt worden waren. Fronten (WTB) Konstantinopel, 92. August. Aus Medins eingetroffene Nachrichten besagen, daß die Aufständischen von den nordwestlich von Mekka gelegenen, die dortige Gegend beherrschenden steilen Hängen, wo sie sich zu behaupten suchten, von den gegen sie ausgesandten türkischen Truppen vertrieben worden sind. Die Verfolgung wird erfolgreich fortgesetzt. Der See- und Luftkrieg Rotterdam. Der hier eingelaufene Logger„Vlaardingen 25“ hatte an Bord 19 Mann von der Besatzung des norwegischen Dampfers„Rentaria“, der von Ehristiania nach Bilbao unterwegs, in der Nordsee auf eine Mine gestoßen und untergegangen war.— Lloyds berichten: Der griechische Dampfer „Leandros“ wurde am 25. August im Mittelmeer versenkt. Die Besatzung wurde gerettet.— Die britische Admiralität hat der norwegischen Gesandtschaft in London mitgeteilt, daß der Dampfer„Isdalen“ im Mittelmeer durch ein Unterseeboot versenkt worden sei. Die Besatzung sei gerettet und nach Toulon gebracht worden. In der amerikanischen Marine werden auf Veranlassung des Marinesekretärs Daniels neue Luftabwehrgeschütze eingeführt, da man in Fachkreisen der Tätigkeit der Luftschiffe in künftigen Seekriegen eine noch größere Bedeutung als gegenwärtig beimißt. Wie die amerikanischen Zeitungen berichten, sollen alle amerikanischen Schlachtschiffe je zwei dreizöllige Luftabwehrkanonen erhalten, die bereits ausprobiert sind und sich vorzüglich bewährt haben. Die neuen Geschütze besitzen eine große Zielsicherheit und eine Tragweite von 27 000 Fuß, so daß auch Luftschiffe, die in großer Höhe operieren, erfolgreich unter Feuer genommen werden können. Die beiden Schlachtschiffe„Pennsylvania“ und „Nevada“ sind bereits im vorigen Monat mit diesen neuen Geschützen bestückt worden. Aus den amflichen Verlustlisten. Auszug aus den preußischen Verlustlisten Nr. 605 bis 611. Infanterie=Regiment Nr. 93. 2. Kompagnie. Vzfeldw. Friedrich Hopmann, Werdohl, vermißt. Sanitäts=Kompagnie Nr. 201. Wolf, Eduard, Plettenberg, schwer verwundet. Landwehr=Infanterie=Regiment Nr. 37. 11. Kompagnie. Utffz. Karl Schmitz, Ober=Buschhausen, Amt Halver, gefallen. Reserve=Infanterie=Regiment Nr. 37. A. Kompagnie. Neuhaus, Walter, Halver, schwer verwundet. Infanterie=Regiment Nr. 117. 19. Kompagnie. Vedder, August, Düren, Amt Kierspe, gefallen. Reserve=Infanterie=Regiment Nr. 201. Schultze, Karl, Altena, leicht verwundet. ReserveInfanterie=Regiment Nr. 224. 7. Kompagnie. Scheld, Otto, Altena, schwer verwundet. 11. Kompagnie. Richter, Otto, Hülscheid, Amt Lüdenscheid, schwer verwundet. Weirich, Otto, Pieperhöhlen, Amt Kierspe, schwer verwundet. LandwehrBrigade=Ersatz=Bataillon Nr. 55. 4. Kompagnie. Utffz. Karl Seumer, Werdohsl, schwer verwundet. Infanterie=Regiment Nr. 186. 1. Kompagnie. Gefr. Albert Kerte, Dahle, Amt Neuenrade, leicht verwundet. Niggeloh, Wilhelm, Zurstraße, Altena, leicht verwundet. 3. Kompagnie. Breitenbach, Adolf, Altena, gefallen. Cleverm, Wilhelm, Wörensiepen, Amt Lüdenscheid, leicht verwundet. 4. Kompagnie. Sinderhauf, Ernst, Berlinghausen, Amt Meinerzhagen, leicht verwundet. Reserve=Sanitäts=Kompagnie Nr. 17. Utffz. Otto Borbeck, Ehringhausen, Amt Halver, leicht verwundet. Infanterie=Regiment Nr. 112. Nachtragl 5. Kompagnie. Sure, Wilhelm, Wiebelsaat, Amt Meinerzhagen, verwundet 2. 9. 14. Reserve=Infanterie=Regiment Nr. 116. 1. Kompagnie. Fischer, Emil, Holthausen, Altena, leicht verwundet. 2. Kompagnie. Hohage, Ernst, Haste, Amt Nachrodt, gest. an seinen Wunden. 4. Kompagnie. Neuhaus, Karl, Strohbach, Altena, leicht verwundet. 5. Kompagnie. Eckmann, Theodor, Badinghagen, Amt Meinerzhagen, gefallen. Junter, Emil, Brenge, Werdohl gefallen. Kämper, Karl, Plettenberg, gefallen. Infanterie=Regiment Nr. 149. 9. Kompagnie. Siebing, Wilhelm, Werdohl, leicht verwundet. Reserve=Infanterie=Regiment Nr. 231. 4. Kompagnie. Karge, Ernst, Beckinghausen, Amt Kierspe, leicht verw. b. d. Tr. Altena, den 24. August. Der Landrat: Thomée. Gedenke, dafs du ein Deutscher bist! Gedenke der„Baralong“=Mörder! Gedenke der„King Stephen“=Schurken! Gedenke des Meuchelmords an unserem Weddigen! Gedenke der öffentlichen Auspeitschung deutscher— kaiserlicher— Beamter in der Südsee! Gedenke, daß deinem Kaiser von englischen Ministern englisches„Strafgericht“ angedroht ist! Gedenke— Casements! Gedenke, daß du von englischen Ministern zum Auswurf der Menschheit verurteilt bist! Gedenke, wan kein Opfer zu groß sein kann für deine Freiheit, Würde, Wehrkraft! Gedenke, daß du ein Deutscher bist! Aus dem„Türmer“. Rumänien Zum zweiten Male einen Freund gefunden, Der Feindschaft dem Vertrauen setzt zum Lohne, Ein Volk, dem wir den Träger seiner Krone Gegeben einst in schicksalsschweren Stunden. Das Land, mit dem wir gläubig uns verbunden, Zerreißt den Treuvertrag mit kaltem Hohne Und beugt den Nacken sklavisch fremder Frohne, Da Habgier seine Dankpflicht überwunden. Ist es schon schwer, des Feindes Haß ertragen, Des Freundes tückischen Verrat beklagen, Legt sich aufs Herz mit lastendem Gewicht. Indes auch diese Not kann uns nicht beugen, Frisch auf den neuen Feind, daß wir ihm zeigen: Die Weltgeschichte ist das Weltgericht! W. Tilgenkamp. Etwalge Unregelmäßigkeiten in der Zustellung der„Lüdenscheider Zeitung“ wolle man uns gefl. sofort mitteilen. Verlag der Lüdenscheider Zeitung. Lenne-Vollme-Curngau. Sonntag, den 3. September, Mittags, punkt 1 Uhr auf dem Schützenplatze: Jugendwetturnen im Sechskampf (Reck, Barren, Freiübung, Hochspringen, Handgranaten, Zielwerfen und Ballweitwerfen.) Im Anschluß an das Wetturnen gegen 4 Uhr: Allg. Freiübungen, Hindernislauf, Jägerballwettspiel, Freiübungen und Reigen von etwa 200 Mädchen, Korbballwettspiel, sowie Staffettenläufe. Wir laden zur Teilnahme Jedermann frdl. ein.— Bei ungünstiger Witterung wird das Turnen in der Loher Turnhalle abgehalten. Der Ausschuß des Lüd. Turnverbandes. Der Gauturnrat. S EE RARARAAA ITESSESSMSMTEAIASSSSNSSI NEUITSENIBNU MMANAA Wäschefestons 2 te stk. 325 235 165 904 Doppelfestons 210 Metr Stck 185 11o 78 589 Unterrock- Volants Meter 225 195 175 125 Wäschebesätze weiß. 10 Meter.. Stück 75 65% 2 leinen-Band grau, blau und weis.... 3 Stück 189 Ein tapferer Krieger, treu dem Vaterland Zog in den Kampf er, der ringsum entbrannt. Doch jäh zertrümmert ward von dem Geschick All unser Hoffen, all ersehntes Glück. Nur einer tröstet in des Herzensnot, Die Lieb’ erweist sich stärker als der Tod. Du hast gekämpft, getrennt von allen Den Lieben und der Heimat schön. Fürs Vaterland bist Du gefallen, Du durfst die Deinen nicht mehr sehn. Liegt auch Dein Leib uns fern begraben, Du wirst mit uns einst auferstehn. Von seinem Hauptmann und Komp.-Führer erhielten wir gestern die traurige Nachricht, daß mein lieber guter Mann, unser treusorgender Vater, unser einziger Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel, der 10. Komp. 1. Garde-Reg. zu Fuss am 19. August im Alter von 34 Jahren den Heldentod fürs Vaterland erlitten hat. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Wilhelm Cordt und 4 Kinder geb. Stahlschmidt. Brüninghausen, Wiesenfeld, Höh b. Herscheid, westlicher und östlicher Kriegsschauplatz, den 29. Aug. 1916. Brotmarken= und Mahlkarten=Ausgabe findet statt: a. am 1. September: in Kierspe, Amtshaus Brotbuchnummer 1 bis 130 von vormittags 9 bis 9½ Uhr, für den Rest der Brotmarken-Inhaber von 9½ bis 10 Uhr. Mahlkarten=Ausgabe von vormittags 10 bis 10½ Uhr. in Kierspe=Bahnhof, Hotel Cramer Brotbuchnummer 200 bis 300 von nachmittags 2½ bis 3 Uhr Brotbuchnumemr 301 bis 400 von nachmittags 3 bis 3½ Uhr für den Rest der Brotmarken=Inhaber von nachmittags 3½ bis 4 Uhr von nachmittags 4 bis 4½ Uhr b. am 2. September: in Berkenbaum, vormittags von 9¾ bis 10½ Uhr in Bollwerk, vormittags von 11 bis 11¾ Uhr in Oberbrügge(Hotel Reinecke,) von nachmittags 12½ bis 1½ Uhr in Grünenbaum, von nachmittags 2½ bis 3 Uhr in Höckinghausen, von nachmittags 5½ bis 6 Uhr in Rönsahl(Wohnung des Herrn Gemeinde=Vorstehers Haarhaus) nachm. von 2 bis 6 Uhr. Kierspe, den 29. August 1916. Der Amtmann. Soi- und natürliche Kohlensäure Solbäder, gleiche Heilwirkung wie in Nauheim. Vorzüglich Heilerfolge bei Skrofulose, Frauenleiden usw. Von Jahr z Jahr steigende Frequenz. Neu: Bedeutend vergrösserte Kur anlagen. Badearzt, Apotheke. Billige Verpflegung. Prospek u. alles Nähere d. die Salinendirektion Bad Sassendorf I. West Deutsche Kriegsausstellung Hagen Landesausstellung für Westfalen 1. Sept. bis 5. Okt. 1016 in der Friedrichslust. Beutegeschütze, Minen, Waffen, Flugzeuge, Torpedos, Geschosse, Die Möwe=Beute, Schiffsmodelle, Oeden, Uniformen, Kriegskunft. Geöffnet täglich 10—8 Uhr. Eintritt 50 Pfg.* Kinder 25 Pfg. mmmann S Nach neuer Eisenbahn-Vorschrift! Vorschriftsmässige Colli-Inhängezeitel (Eisenbahngüter-Signier-Zettel) für Frachtgüter und Eilgüter, onne und mit Stationsund Firmeneindruck. rasch und preiswert lieferbar durch Tilgenkamp& Ruhl, Lüdenscheid i. W. Muster und Preise stehen zu Diensten. Den nnan der Lüdenscheider Zeitung noch eine inhaltreiche, dabei billige illustrierte Berliner Tageszeitung mit wöchentlich 7 Beiblättern lesen will, der abonniere auf die„Deutsche Warte" die im 26. Jahrgang erscheint, Leitartikel führender Männer aller Parteien über die Tages= und Reformfragen bringt(die D. W. ist Organ des Hauptausschusses für Kriegerheimstätten), schnell und sachlich über alles Wissenswerte berichtet und monatlich nur 90 Pfg.(Bestellgeld 14 Pfg.) kostet. Man verlange Probenummer vom Verlag Berlin NW. 6. Für den Ankauf von Fahrraddecken und Schläuchen, die durch die Bekanntmachung des stellvertretenden Generalkommandos zu Frankfurt am Main vom 12. Juli 1916 beschlagnahmt sind und nicht mehr benutzt werden dürfen, finden in den bekannt gegebenen Sammelstellen folgende Annahme-Termine statt: a) in Kierspe=Bahnhof(Hotel Cramer) am Freitag, den 1. September, vormittags von 8—11 Uhr; b) in Oberbrügge(Hotel Süderland) am Freitag, den 1. September, nachmittags von 3½—5 Uhr; c) in Kierspe(Amtshaus Zimmer 8) am Samstag, den 2. September, vormittags von 8—11 Uhr. d) in Rönsahl am Samstag, den 2. September, nachmittags von 4—5 Uhr. Ich ersuche die Termine pünktlich einzuhalten. Die Fahrraddecken und Schläuche sind in gereinigtem Zustande abzuliefern. Kierspe, den 29. August 1916. Der Amtmann. Zwangsversteigerung. Donnerstag, den 31. Aug. 1916, vorm. 11 Uhr verkaufe ich in meinem Pfandlokal beim Wirt Dahlmann 2 Pulte, 1 öffentlich meistbietend gegen bare Zahlung. Deipenwisch Gerichtsvollzieher in Lüdenscheid. Reinzs Weizenmehl beschlagnahmefrei, Pfund 1.90 Mk. onne Brotscheine, sowie Geriten-Kailermehl eignet sich vorzüglich zum Backen, Pfd. 1.60 Mk. ohne Brotscheine empfiehlt Friedr. Kirstein Lüdenscheid Fernruf 59. Soweit der Vorrat reicht, findet auch Versand nach auswärts unter Nachnahme statt. Bohnerwachs empfiehlt billigst H. Braunschweig. Web=, Wirkund Zu§ 11. An Schneider, Schneiderinnen, Hausierer, Marktreisende und Reisegeschäfte dürfen Waren, die sie für sich im eigenen Namen erwerben, um sie verarbeitet oder unverarbeitet weiter zu veräußern, ohne Bezugsschein geliefert werden; Lieferungen an sie sind aber der Beschränkung des§ 7 Abs. 1 unterworfen. Sie dürfen nur gegen Bezugsschein an die Verbraucher veräußern; den Schneidern und Schneiderinnen ist deshalb zu empfehlen, sich vor Anfertigung des bestellten Gegenstandes den abgestempelten Bezugsschein vom Besteller aushändigen zu lassen. Ferner wird daran erinnert, daß von allen Stellen die Bezugsscheine pünktlich am 1. jeden Monats im Rathause Zimmer Nr. 7 geordnet“ abzuliefern sind. Lüdenscheid, den 29. August 1916. Der Oberbürgermeister. Donnerstag, den 31. August, Abends 8½ Uhr im Saale der Erholung: Vortrag des Herrn Oberbürgermeisters Dr. Jockusch: Die Sind heute und morgen mit einer größeren Auswahl Old. häuferichweine bei Herrn Albert Tasche, Bahnhof. Turck& Noelle. 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