dieser Tag ern das Fe. Kalender steh alten Sch ben und ihrt ins Woy im wird, das de ur lobsida iben gerüttel e des Leben st steht, 5 t, so t ein. Es gi ben könnel d sie wie irzellos. ermeintlich er Tragweis r Mensch brauchen von da zu brauchen v. 1 Berlin g vie die Tel umen ein Kinder ne solchen Fei hen, mitzu erschrecke Diese Men (Jede Rabattbewilligung wird hinfällig bei zwangsweiser Beitreibung der Gebühren.) Mittwoch, den 20. Mai 1914. 47. Jahrgang Crstes Blatt. der letztere durch Auszählung mit 173 gegen 140 Stimmen. Der Militäretat wird bewilligt, ohne Debatte sodann der Etat des Reichsmilitärgerichts und der Marineetat. Beim Etat der Reichsjustizverwaltung wird auf Antrag Dr. Spahn der sechste Reichsanwalt durch Auszählung mit 160 gegen 136 Stimmen abgelehnt. Abg. Schultz=Bromberg(Rp.) macht darauf aufmerksam, daß der Antrag nur handschriftlich(also nicht gedruckt) vorliege und die Abstimmung deshalb in der nächsten Sitzung wiederholt werden müsse. Bis dahin ist der Beschluß wirkungslos.(Große Unruhe.)— Im übrigen wird nach kurzer Debatte der Justizetat bewilligt, ferner, ohne Debatte noch der Etat des Reichsschatzamtes und der Etat der Schutzgebiete. Bei letzterem wird ein Antrag der Volkspartei angenommen, daß mit dem Neubau der Ovambobahn erst begonnen werden könne, wenn Sicherheit vorhanden ist, daß die Anlieger zu einer ihren Interessen an der Bahn entsprechenden Leistung zugunsten des Schutzgebietes herangezogen werden. Ebenso wird der Etat der Schutzgebietsschuld und das Etatsgesetz für die Schutzgebiete ohne Debatte erledigt. Es folgt der Etat des Reichskolonialamtes. Abg. Dr. Frank=Mannheim(Soz.): Ohne daß ein„Haftbefehl bei den Akten ist, wird Sekretär Din in Haft behalten. Er soll durch eine Reise nach Deutschland Propaganda für die Abtretung der Kolonien gemacht haben. Die Anwendung des Auswanderungsverbots auf ihn ist ein krasser Rechtsbruch. Er ist nicht in das Ausland, sondern in das Mutterland gereist. Wir fordern auch für die Neger Gerechtigkeit.(Beifall b. d. Soz.) Staatssekretär Dr. Solf: Wir kennen die Neger besser als Sie(zu den Soz.). Die Verhaftung Dins ist lediglich die Konsequenz des Verfahrens wegen Hochverrats, das gegen einzelne Neger schwebt. Das geht klar aus dem hier vorliegenden Telegramm des Bezirksamtmanns hervor. Es war bisher Brauch des Reichstages, in schwebende Prozesse sich nicht einzumischen.(Widerspruch bei den Soz.) Uns glauben Sie ja nicht. Dins hat aber dem Rechtsanwalt Halpert gegenüber geäußert, er wolle hier bleiben. Ich lasse mir den Tatbestand von Ihnen nicht verdrehen.(Große Unruhe bei den Soz. Rufe: Sie verdrehen ihn!) Abg. Schultz Kronberg(Rp.): Der Haftbefehl ist ordnungsgemäß erfolgt. Abg. Frank=Mannheim(Soz.): Unhaltbar ist der Standpunkt, daß Deutschland als Ausland den Kolonien gegenüber angesehen wird. Abg. Erzberger(Z.): Nach 30 Jahren Kolonialpolitik haben wir noch nicht den elementarsten Rechtsgrundsatz erfüllt: Leben und Eigentum der Eingeborenen zu sichern. Nach längerer Erörterung von Personalfragen und Einzelheiten wird der Kolonialetat bewilligt.— Der Etat des Reichseisenbahnamtes, der Reichsschuld, des Rechnungshofes und des allgemeinen Pensionsfonds passieren ohne Debatte. Beim Postetat beantragt die Rechte, die Ostmarkenzulage wieder herzustellen, die Sozialdemokraten beantragen als außerordentliche Zulage für die Unterbeamten der Landbriefträgerklasse je 100 M einzustellen. Abg. Haase=Königsberg(Soz.): Der Reichstag hat nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, für die Landbriefträger etwas zu tun. Staatssekretär Kühn: Der gestrige Kompromißantrag für die Versicherten Schwierigkeiten. Die schleunige Herausgabe von Mustersatzungen ist nötig. Abg. Schiffer=Borken(Z.): Wir fordern in einer Resolution den Ausbau des Koalitionsrechts der Arbeiter. Im Reicksamt des Innern muß eine Zentralstelle zur Förderung der Tarifverträge errichtet werden und diese zu einem Reichseinigungsamt ausgebaut werden. Auch wir treten für die Resolution ein, daß im Interesse der Heimarbeiter auf eine beschleunigtere und allgemeinere Durchführung des Hausarbeitsgesetzes hingewirkt werde. Ministerialdirektor Dr. Caspar: Es ist nicht zu bestreiten, daß in der Versicherungspflicht der Hausgewerbetreibenden große Schwierigkeiten hervorgetreten sind. Sie liegen namentlich darin, daß in den verschiedenen Teilen des Reiches die Verhältnisse zu verschieden liegen. Mustersatzungen sind vorhanden. Abg. Schiffer=Magdeburg(natl.): Der in der Resolution des Zentrums verlangte Ausbau des Koalitionsschutzes würde lediglich den praktischen Erfolg haben, daß Denunziationen gefördert würden. Nach weiterer unerheblicher Debatte werden die Resolutionen angenommen.— Bei den allgemeinen Fonds tritt Abg. Dr. Trendel(Z.) dafür ein, daß die Aufwandsentschädigung an solche Familien, von denen mehrere Söhne ihrer Dienstpflicht genügen, auch auf die Geschwister ausgedehnt wird, sobald Eltern und Großeltern nicht mehr am Leben sind.— Beim Titel Reichskommissariate empfiehlt Abg. Schiffer=Magdeburg (natl.) eine Kompromißresolution, in den nächstjährigen Etat angemessene Beiträge zur Gewährung von Beihilfen an das Preußische Zentrolinstitut für Erziehung und Unterricht einzustellen. Die Kompromißresolution wird angenommen und der Etat des Reichsamts des Innern bewilligt. Es folgt der Militäretat. Abg. Schöpflin(Soz.): In dem amtlichen Stenogramm hat der Kriegsminister eine Aenderung vorgenommen. Während er gesagt hatte, die Tatsache, daß Juden nicht zu Reserveoffizieren gewählt werden, ist verfassungswidrig, hat er abgeändert:„scheint verfassungswidrig zu sein!“(Unruhe bei den Soz.) Abg. Müller=Meiningen(F. Vp.): Durch Aenderung des Stenogramms hat der Kriegsminister seine Ausführungen in den gegenteiligen Sinn verwandelt. Wenn der Kriegsminister sich auf das schlüpfrige Gebiet diplomatischer Redewendungen begeben will, so mag er sich von seinem Kollegen von der Marinefakultät unterrichten lassen. Auch das Stibitzen muß gelernt sein.(Große Heiterkeit.) Kriegsminister v. Falkenhayn: In dem Stenogramm stand allerdings das Wort„sei", das ich sofort sinngemäß in „scheint“ umgewandelt habe. Jedenfalls wollte ich es so verstanden haben. Das geht auch aus den nachfolgenden Worten hervor, daß nämlich dieser Zustand durch irgend welche verfassungswidrige Maßnahmen hervorgerufen sei, müsse ich entschieden bestreiten. Abg. Bassermann(natl.) empfiehlt einen Antrag auf Wiederherstellung der Forderung des Nachrichtenamtes in der Fassung der Regierungsvorlage(mit einem artiven Stabsoffizier) und Abg. Liesching(F. Vp.) die Bewilligung des Nachrichtenamtes mit einem pensionierten Stabsoffizier. Beide Anträge werden nach längerer Debatte abgelehnt, Deufscher Reichstag Q Berlin, 19. März. Präsident Dr. Kämpf eröffnet die Sitzung 10,15 Uhr. Zunächst werden Petitionen ohne Debatte erledigt. zum Postscheckgesetz eingegangen Petitionen werden für erledigt erklärt. Eine Reihe Rechnungssachen wird ohne Debatte erledigt. Es folgt die dritte Lesung des Konkurrenzgesetzes. Abg. Marquart(natl.): Ich bin stets für ein völliges Verbot der Konkurrenzklausel eingetreten. Jetzt greift die Gefahr Platz, daß die geheime Konkurrenzklausel angewandt wird. Abg. Giewel(Soz.): Wir halten daran fest, daß auf volle Beseitigung der Konkurrenzklausel gedrungen werden muß. Abg. Dr. Weinhausen(F. Vp.) bittet, das Gesetz so zu verabschieden, wie es in der zweiten Lesung gestaltet worden ist. Das Gesetz wird in der Fassung der zweiten Lesung gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Es tritt am 1. Januar 1915 in Kraft. Es folgen Wahlprüfungen. Die Wahl des Abg. Alpers (Welfe), 17. Hannover, wird an die Kommission zurückverwiesen. Bei der Wahl von Massow(fk.), 2. Königsberg, wird Bewieserhebung beschlossen. Ebenso bei den Wahlen der Abgg. Bassermann(Saarbrücken) und Graf Schwerin=Löwitz(Stettin 1). Die Wahl der Abgg. Rogalla v. Bieberstein (k.), 7. Gumbinnen, Dr. Pachnicke(f. Vp.), 3. MecklenburgSchwerin, Graf Westarp(k.), 3. Posen, Witte(Ref. Partei), 1. Marienwerder, Graf von Carmer(k.), 8. Breslau, werden für gültig erklärt. Es folgt die dritte Lesung des Etatts. Es spricht nur Abg. Ledebour(Soz.): Ein Stillstand in der Sozialpolitik ist nicht zu leugnen. Tatsächlich ist Herr Delbrück kein Staatssekretär für, sondern gegen soziale Reform. Wir haben eine Parteiregierung der konservativen Minderheit. Die Stichwahlsysteme müssen aufhören. Wir wären mit dem Proporzsystem durchaus einverstanden.— Damit schließt die Generaldiskussion, und die Etats des Reichstages, des Reichskanzlers und der Reichskanzlei werden ohne Debatte erledigt. Beim Etat des Auswärtigen Amtes bemerkt Abg. Bassermann(natl.): Die durc die Presse gegangene Mitteilung, daß in Marokko der Schutz deutscher Angehöriger aufgehoben wurde, ist in weiten Kreisen mit großer Besorgnis aufgenommen worden. WWeiter soll in Marokko Verleugnung der Madrider Abmachungen hinsichtlich der öffentlichen Ausschreibungen vorgekommen sein. Unterstaatssekretär Zimmermann erwidert: Die ersten Nachrichten sind unrichtig. Die Regierung ist sich des Schutzes der Volksgenossen bewußt. Frankreich beabsichtigt, die Madrider Konvention nicht zu beobachten, sofern es sich um Anlagen städtischer Körperschaften, im vorliegenden Falle in Fez handelt. Wir haben amtliche Vorstellungen erhoben. Die Verhandlungen schweben noch. Eventuell wird die Frage zur schiedsgerichtlichen Entscheidung kommen.— Der Etat Wird bewilligt. Es folgt der Etat des Reichsamts des Innern. Abg. Bauer=Breslau(Soz.): Die Bestimmung der Reichsversicherungsordnung betr. die Krankenkassenpflichten der Hausgewerbetreibenden bringt für die Krankenkasse und auch erschafft, evon Nestle3 eine AusGewänder Wunsch wir imsonst be655 750 98 91 119053 53 831 121008 44 603(1000) 1 124459 611 610 36 247 68 787 64 214 86 6 131121 785 18(1000) 32021 92 34 63 982 164009 105 696 29 71 946 447 642 ihr die Hagener Ausstellung nicht gut folgen kann, die zahlreichen wichtigen Neuerungen in Gewerbe und Technik usw. Vor allem aber maßgeblich für die Wahl dieses Jahres als Ausstellungsjahr war die Tatsache, daß in diesem Jahre 100 Jahre verflossen sind seit der Wiedervereinigung Westfalens und der Rheinlande mit Preußen. Redner schloß mit dem Wunsche, daß die Ausstellung belebend auf Industrie und Gewerbefleiß wirken möge.(Lebhaftes Bravo.) Nach einem zweiten Vortrage des Chors bat dann Oberbürgermeister Cuno den Protektor der Ausstellung, den Eröffnungsakt vorzunehmen. Mit einigen Worten sprach der Oberpräsident den Wunsch aus, daß dem Unternehmen ein großer ideeller und finanzieller Erfolg beschieden sein möge und erklärte die Ausstellung für eroffnet. Ein dritter Chorgesang„Frühling am Rhein“ beschloß die kurze, aber stimmungsvolle Feier. Unter Führung des Ausstellungsvorstandes folgte sodann ein Rundgang durch die Ausstellung, wobei sich die Festteilnehmer von der vorzüglichen Auswahl der Ausstellungsobjekte und der musterhaft weit gediehenen Vollendung der Ausstellung überzeugen konnten. Zunächst führte der Rundgang durch die Abteilungen in den unteren Räumen der Festhalle, durch die Nahrungsmittel=Abteilung, und die Räume der städt. gewerblichen Fortbildungsschulen Hagens. In der Raumkunsthalle sind von Firmen aus allen möglichen Städten Ausstellungen von Friseurgeschäften, der Uhrwarenfabrikation, der modernen Photographiekunst. der Möbelindustrie, Zeichnungen und Modellen bekannter Architekten usw. ausgestellt. An die Raumkunsthalle schließt sich die Gashalle, die ein hohes Bild der Entwicklung der Gasindustrie zeigt, die dem Handwerker, dem Gewerbetreibenden und dem bürgerlichen Haushalt große Vorteile bietet. Im größten Zelte der Ausstellung finden wir zum ersten Male die neuesten Errungenschaften unserer modernen Technik vorgeführt. Gasmotoren=, Maschinen=, Werkzeug= und Automobilfabriken vom ersten Rufe stehen hier in scharfer Konkurrenz, ebenso Elektrizität, Gas und Oel. Besonderes Interesse wird auch die Ausstellung des kommunalen Elektrizitätswerks„Mark“ finden. Im Freien ladet vor allem das Wachholderhäuschen zur Einkehr ein. Alle weinfrohen Besucher grüßen auf dem weiten Ausstellungsplatze die mächtigen Flaschenbauten hiesiger Firmen. Zum Schluß wurde noch das intime Cabaret in der Festhalle mit dem in verschwiegenem Winkel angrenzenden feenhaft ausgestatteten arabischen Café besichtigt. Während des 1½ Stunden dauernden Rundganges musizierte im Pavillon das städtische Orchester. Um 2 Uhr begann das Festmayl, an dem rund hundert Personen teilnahmen. Die Reihe der offiziellen Ansprachen eröffnete der Oberpräsident. Ausgehend von der Bedeutung der nunmehr eröffneten Ausstellung wies er hin auf die Zeit vor 100 Jahren, da Rheinland und Westfalen am 30. Juni 1814 durch den Pariser Frieden wieder an Preußen kamen, auf das Interesse des Kaisers an den Fortschritten der Technik, um dann das Hochauf den Kaiser, den Förderer von Industrie, Handel und Gewerbe auszubringen. Als zweiter Redner wies Oberbürgermeister Cuno auf die Schwierigkeiten hin, mit denen man bei der geplanten Ausstellung von vornherein habe rechnen müssen. Besonderen Dank müsse man aber den Staatsbehörden wissen, die der Ausstellung mit Vertrauen entgegenkamen und dadurch auch das Vertrauen der Aussteller und des Publikums wachriefen und erhielten. Redner faßte seinen Dank zusammen in ein Hoch auf den Oberpräsidenten, Regierungspräsidenten und die übrigen Herren von den Behörden, die ihre Unterstützung dem Werke liehen. Regierungspräsident von Bake betonte, daß der Zweck der Ausstellung, die neuen Wege der Technik zu zeigen zum Segen des Gewerbes und des Handwerks, zweifellos erreicht worden sei, und toastete auf den Gewerbeverein und dessen Leiter, Gewerberat Claußen, der auch zugleich Ausstellungsleiter sei. Ein weiteres Hoch. ausgebracht vom Stadtverordneten Dervenich, aalt den Ausstellern und ferner sprach Landrat Geh. Rat Hartmann auf das bisherige gute Einvernehmen von Stadt= und Landkreis Hagen. Endlich brachte Redakteur Thiebes in humorvoller Rede namens der Presse einen Trinkspruch auf die Stadt Hagen aus. Dann begann die Fidelitas, die Pforten der Ausstellung öffneten sich dem Publikum und bald herrschte bei dem prächtigen Wetter ein richtiger Ausstellungstrubel. Abends gegen 9 Uhr erstrahlte das ganze Ausstellungsgelände im Lichte tausender elektrischer Lampen. Eröffnung der Jubiläums-Gewerbe-Ausstellung Bagen. (Spezialbericht.) ke Hagen, 19. Mai. Nach Monaten eingehender Vorbereitung, nach rastloser Arbeit in letzter Stunde steht nun die Igah 1914 fertig da. Im großen und ganzen war die Ausstellung bereits um 10 Uhr morgens fertig, wenigstens was die Ausstellung der Objekte anbelangte. Die Reinigung, dekorativer Schmuck etc. erforderten noch gegen 3 Stunden Arbeit, die denn auch in fieberhafter Hast und unter Anspannung aller verfügbaren Kräfte geleistet wurde. So konnte denn die Ausstellung ihre Tore öffnen, nachdem in Gegenwart der Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden die offizielle Eröffnungsfeier in feierlicher Weise erfolgt war. Um 1 Uhr erfolgte die Anfahrt der behördlichen Spitzen: Oberpräsident Se. Durchlaucht Dr. jur. Prinz von Rativor und Corvey(Protektor der Ausstellung), Reg.=Präsident von Bake Arnsberg(Präsident des Ehrenausschusses), Eisenbahndirektionspräsident Höft, Oberbürgermeister Cuno und Landrat Geh. Rat Hartmann. Im kleinen Festsaale der neuen städtischen Festhalle hatten inzwischen 100 Sänger des Bezirksverbandes des Westf. Provinzial=Sängerbundes unter Leitung des Chormeisters A. Pohle Aufstellung genommen, während sich die Festteilnehmer im Saale versammelten. Gleich nach Eintritt der Ehrengäste intonierte der Chor Beethovens„die Himmel rühmen“, worauf der Leiter und Vorsitzende des Ausstellungsvorstandes Regierungsbaumeister Gewerberat Claussen das Wort ergriff. Er begrüßte die Ehrengäste und entwickelte in kurzer Zuimenfassung das Werden der Ausstellung und die ihr zu Grunde liegenden Ideen. Die Anregung zu dieser zweiten Ausstellung in Hagen ist von den Firmen ausgegangen, die bei der ersten Ausstellung 1910 nicht mehr zugelassen werden konnten. ves war zuerst die Niegung für eine nach so kurzer Zeit zu deranstaltende neue Ausstellung gering. Wenn man trotzdem an das Wagnis heranging, so gab es dafür mehrere Gründe: die Tatsoche, daß die Düsseldorfer Ausstellung 1915 stattfindet und 73(500) 277 305 143 385 175318 671 748 601 785 300(500) 82 268 181177 2103 228 4262 94 764 924 91(1000) 8031 93 734 894 337 954 227 576 202 26 557 643 95 514 198075 662 81 9(500) (1000) 66 279 17 997 69 847 51 905 08060 80 861 57 944 59 916 50 936 705 14 0) 716 56 960 21077 8 947 95 651 3000) 77 710 (1000) 305 12 20 612 brachte mehr Vorteile, als der jetzt vorliegende Antrag.(Lebh. sehr richtig.) Es wird hier versucht, die konstitutionelle Gleichberechtigung von Bundesstaat und Reichstag zu durchbrechen. Dazu müssen wir energisch Stellung nehmen. Die Zulagen würden gegen die Besoldungsordnung verstoßen. Die Regierung kann sich eines derartigen Verstoßes nicht mit schuldig machen. Abg. Spahn(Z.): Wir haben gegen den Kompromißantrag gestimmt, weil wir nicht einzelne Kategorien von der Aufbesserung ausschließen wollen. Wir lehnen deshalb auch diesen Antrag ab. Aba. Fischbeck(Vp.): Die Sozialdemokraten hatten gestern Gelegenheit, für die Landbriefträger und viele andere Unterbeamten etwas herauszuschlagen. Die Sozialdemokraten stimmen immer nur mit„Ja“, wenn sie sicher wissen, daß bei der Sache nichts herauskommt.(Lebh. Bravo.) Nach weiteren Auseinandersetzungen zwischen Sozialdemokraten und Fortschrittlern wird der sozialdemokratische Antrag gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt. Darauf wird die Ostmarkenzulage nach kurzer Debatte in namentlicher Abstimmung mit 201 gegen 131 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen abgelehnt. Der Postetat wird bewilligt.— Darauf wurden ohne wesentliche Debatte auch die restierenden Etats erledigt. Mittwoch: Militärgesetznovelle, Abstimmungen zum Etat u. a. Schluß nach 8,30 Uhr. Tagesübersicht. Im preuszischen Abgeordnetenhause wurde gestern der Etat der Eisenbahnverwaltung zunächst beraten. Die Aussprache, in der sich der Freikonservative Krause=Waldenburg für die Interessen seines heimatlichen Industriereviers einsetzte und in der auch der Verkehrsminister von Breitenbach das Wort ergriff, brachte im wesentlichen nicht mehr viel Neues zu den in den beiden ersten Lesungen gepflogenen Verhandlungen. Die Debatte wurde durch die Annahme eines Geschäftsordnungsantrages geschlosse, der Eisenbahnetat bewilligt. Beim Etat der Bauverwaltung wurde durch das energische Auftreten des Konservativen Freiherr v. Maltzahn in namentlicher Abstimmung ein Antrag angenommen, der fast genau die alten Kommissionsbeschlüsse wiederherstellt. Die Debatte hatte sich zu diesem Punkt der Tagesordnung recht lebhaft gestaltet, flaute aber bei dem Etat des Ministeriums des Innern wieder etwas ab. Hier trat der Zentrumsabg. Dr. König für Maßnahmen ein, die eine staatliche Hilfe des Kleinwohnungsbaues darstellten. Sein Antrag wurde an die Wohnungskommission verwiesen. Der Nationalliberale Oertel nahm sich des Winzerstandes an, der dringend einer Förderung bedürfe. Der Unterstaatssekretär Drews erklärte dazu, daß diese Frage in das Ressort des Landwirtschaftsministeriums gehöre. Der Sozialdemokrat Adolf Hoffmann erging sich in Lobliedern auf den Zukunftsstaat. Der Etat des Ministeriums des Innern wurde genehmigt; das Haus vertagte sich sodann auf Mittwoch. Karlsruhe i. B., 18. Mai. Mit Rücksicht auf die andauernde Ueberfüllung des höheren Lehrberufs hat das badische Unterrichtsministerium eine tief einschneidende Maßnahme getroffen; es hat, der Kölnischen Zeitung zufolge über 60 Anwärter auf Oberlehrerstellen eröffnet, daß für sie in absehbarer Zeit keine Aussicht auf Verwendung im Staatsdienst sei, und daß sie sich sobald als möglich nach einer andern Beschäftigung umsehen sollten. Bei Besprechungen dieser leidigen Verhältnisse in einer der letzten Sitzungen der Zweiten badischen Kammer empfahl der Zentrumsabgeordnete Prof. Wirth den Uebergang zum Offiziersberuf, der gegenwärtig die besten Aussichten biete. Straßburg i. E., 18. Mai. In ganz Elsaß=Lothringen fanden gestern Gemeindewahlen statt. Das reichsländische Gemeindewahlgesetz kennt weder Klassen=, noch Bezirkseinteilungen, sondern die ganze Gemeinde bildet einen Wahlkreis. Man muß dieses Wahlverfahren im Auge behalten, will man die Nachrichten von sozialistischen Wahlsiegen in Straßburg und Mühlhausen richtig beurteilen. Es bedeutet keineswegs einen katastrophen Umschlag in der Wählerstimmung, wenn die Straßburger Sozialdemokraten nun auf einmal 9 Sitze erobert haben. Es können schon geringe Verschiebungen in der Wählerschaft eintreten, um die eine Liste heute zum Siege, bei den nächsten Wahlen aber zur Niederlage zu führen. Auch Straßburg hatte früher einen fast zur Hälfte sozialistischen Gemeinderat, und Mülhausen gar eine sozialistische Mehrheit, die dann so üppig mit den Geldern der Steuerzahler wirtschaftete, daß sie in der nächsten Wahl wieder herausgewählt wurde. Daß es den Genossen diesmal gelang, die Wähler sich wieder gefügiger zu machen, ist gewiß bedauerlich, aber sie werden wohl schon selber dafür sorgen, daß der Sieg nicht allzu lange anhält. Und das Unerfreuliche des Wahlausfalls in den beiden größten Städten des Landes wird wenigstens bis zu einem gewissen Grade aufgehoben durch die Niederlage, welche die extremen Nationalisten in Kolmar samt ihrem Führer, dem Bürgermeister Blumenthal, dem früheren demokratischen Reichstagsabgeordneten, erlitten haben. Blumenthal ist nicht mehr Gemeinderat, er kann auch nicht mehr Bürgermeister bleiben und dürfte auch sein Mandat in der 1. elsässischen Kammer verlieren, das er seiner Eigenschaft als Bürgermeister verdankte. Newyork, 18. Mai. Die Hoffnung auf dem Frieden nimmt zu. Sie gründet sich auf den zur Schau getragenen Friedenswillen der drei Delegierten Huertas, die hier eingetroffen und zu der in Niagarafalls am Mittwoch beginnenden Vergleichsverhandlungen abgereist sind. Selbst die treuesten Anhänger Huertas, der nach einer Meldung schwer ertrankt sein soll, glaube nicht mehr an das Gestirn des indianischen Helden und setzen voraus, daß er bald freiwillig oder der Gewalt wird weichen müssen. Die größte Sorge die jetzt die Huertafreunde bedrückt ist, daß die von Norden und Süden vordringenden„Konstitutionalisten“ unter Führung Carranzas und Zapatas ihr Vermögen konfiszieren werden, und es ist ihnen scheinbar jetzt auf nord=amerikanischem Boden mehr darum zu tun, von der Union gegen diese Gefahr Garantien zu erhalten, als ihren bedrängten Herrn und Gebieter auf dem morsch gewordenen Usurpatorstuhle zu stützen. Auch die Vertreter der südamerikanischen Republiken, die die Friedensverhandlungen in Niagarafalls angebahnt haben, zeigen sich hoffnungsfroh. Stadt und band. den 20. Mai. Die Fortsetzung des Romans mußten wir der Fülle des anderen Materials wegen heute ausfallen lassen. Der Prinz Heinrich=Flug soll am Samstag(23. cr.) auf der Etappe Köln=Münster auch über Lüdenscheid kommen nach einer Zuschrift, deren Gewähr wir bis zum Schluß der Redaktion nicht sichern konnten. Die Versetalsperre hat Besuch der höchsten Provinz= und Regierungsbeamten erhalten. Der Herr Regierungspräsident v. Bake(Arnsberg) ist zur Jagd im Gebiet der Verse eingetroffen und hat in letzter Nacht in dem bekannten Gasthause zur Versetalsperre gewohnt. Heute hat der Herr Oberpräsident der Provinz Westfalen, Se. Durchlaucht Prinz von Ratibor und Corvey in demselben Hause Wohnung genommen. Der Besuch der beiden Herren beweist, wi geschätzt die Versetalsperre un das Gasthaus sind. Wir können auch unsererseits Besuch daselbst bestens empfehlen. Ausflüge dahin— zumal jetzt an diesen herrlichen Frühlings= und Feierragen— werden sich stets lohnen. Die Verpflegung im Gasthause läßt ja auch nichts zu wünschen übrig. Der Vortrag, den Herr Dr. Paul Rohrbach über den „Deutschen Gedanken in der Welt“ in der„Erholung“ hielt, fand großen Beifall. Seine Ausführungen waren durch das Leitwort gekennzeichnet:„Der deutsche Gedanke ist die deutsche Arbeit“. Auf dieser beruhe die stetige Zunahme unseres Volksvermögens und ihre Basis sei unsere Volksschulbildung. Redner entwickelte sodann die Gelegenheiten und Gegenden, wo wir uns noch erheblich durchsetzen könnten. (sch.) Beim Turnverein Grünenbaum fand am Sonntag die zweite Bezirksvorturnerstunde des 6. Bezirks Märk. Gaues statt. Geturnt wurden die Freiübungen für das Kreisfest, Reck und Barren. In der darauf folgenden Sitzung wurde der durchgeturnte Uebungsstoff besprochen und von den Berichterstattern mit„gut“ gewertet. Die nächste Bezirksvorturnerstunde soll am 14. Juni beim Turnverein Hülscheid=Heedfeld abgehalten werden. Die Berichterstatter stellen die Vereine Schalksmühle und Brügge. Für das Kreisfest in Münster wurden als Kampfrichter gewählt Büchel, Dunkel und Schönebeck, als Stellvertreter Diemer, Hembeck und Voß. Für das am 2. August stattfindende Harkortbergfest wurden als Kampfrichter die Gen. O. Streppel, E. Neußer, E. Vedder und H. Voß gewählt. Für das Bezirksfest in Oberbrügge am 19. Juli wurden die vier letzten Uebungen der Kreisfestfreiübungen in Aussicht genommen, von denen auch eine als Wertübung gelten soll. Bei dem Jugendwetturnen am 6. September in Oeckinghausen wurde der Speerwurf und ein 400 Meter=Stafettenlauf ins Auge gefaßt. Der Kavallerie=Verein hat heute, Mittwoch, abends 8 Uhr, im Lokale des Kameraden Karl Niggeloh, Werdohlerstraße, seine ordentliche Hauptversammlung. Tagesordnung: Bericht über den Delegiertentag, Sterbekasse und Satzungsänderung, Stiftungsfest und Verschiedenes. (RO.) Fußballsport. Die 1. Mannschaft des Lüdenscheider F. C. 1908 fährt morgen(Himmelfahrt) zu einem Gesellschaftsspiel gegen die gleiche Elf des F. C. Phönix nach Hagen.— Die dritte Mannschaft der Lüdenscheider trägt morgen in Schalksmühle ein Gesellschaftsspiel gegen den Schalksmühler F. C. aus. Die beiden letzten Sarrasani=Tage. Die Menschenströme, die alltäglich nach dem Höing in Hagen hinauspilgern, werden nun bald versiegen: Sarrasani, die große Attraktion, die wahre Völkerwanderungen in Bewegung versetzt hat, schließt seine Saison mit den beiden Vorstellungen am Donnerstag. Seine Extrazüge werden am Freitag Hagen in der Richtung Solingen verlassen. Tausende sind in den letzten Tagen umgekehrt, weil sie auf ausverkaufte Kassen stießen. Wer die Sarrasani=Schau noch nicht gesehen hat, der muß sich nun also beeilen. Wie stets, finden an jedem der beiden Schlußtage je zwei Vorstellungen statt; am Donnerstag vormittag zudem noch Tierschau in der Zeit von ½11—½12 Uhr. Die Annehmlichkeiten der Benutzung des Vorverkaufs liegen auf der Hand. Man vermeidet den Andrang, der an der Abendkasse unvermeidlich ist, man setzt sich nicht der Gefahr aus, unverrichteter Dinge umkehren zu müssen. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden gerade die letzten Tage der vergangenen an Nachfrage nach Billets noch überbieten. Sarrasanis alleiniger Vorverkauf befindet sich außer an der Tageskasse, die von zehn Uhr ab ununterbrochen geöffnet ist, im Zigarrengeschäft von I. Neumann, Elberfelderstraße 42. Centraltheater. Das hübsche, von reizender Schelmerei erfüllte Dialoglustspiel„Das Liebesbarometer“(3 Akte), die lustige Verlobungsgeschichte eines jungen Leutnants in einer kleinen Garnisonstadt, bringt ganz Lüdenscheid zum Lachen. Selten ist ein so wirklich flottes, dabei urkomisches Kinolustspiel geschrieben worden, selten zeigten sich die Lichtspielhäuser aller Städte so gefüllt, wie bei Vorführung dieses humoristischen Bombenschlagers. Auch das lockendste Frühlingswetter wird es nicht hindern können, daß in diesen Tagen unser Centraltheater täglich ausverkauft sein wird, denn was hier an Situationskomik, lustige Scherzen und drolligen Vorfällen geschildert wird, läßt sich kaum beschreiben. Die Dialogisierung des Films wird natürlich die Wirksamkeit noch ganz besonders erhöhen, und wie immer Gewähr für eine fröhlich verlebte Stunde bieten. Jeder Besucher wird seine helle Freude an dem wirklich köstlichen Lustspiel haben und es gehört keine Prophetengabe dazu, um schon heute festzustellen, daß das„Liebesbarometer“ dauernd „gute Stimmung“ anzeigen wird. 19. Mai. Am vergangenen Samstag abend brannte das Anwesen der Witwe Schmale im Glietenberg vollständig nieder. Die Entstehung des Brandes ist noch unbekannt. Plettenberg, 18. Mai. Zur Ausschreibung der Anlieferung und des Einbauens von 75000 Kubikmeter, sowie des Lösens und Bewegens von 20 000 Kubikmeter Massen für die Erweiterung des Bahnhofes Plettenberg sind folgende Angebote abgegeben worden: W. Schulz=Letmathe 34 092 A(Sonderangebot 39 750 M), Karl Loos=Plettenberg 46 798 M. E. W. Lottsiefen 47 118 M, Wehmann=Bochum 51 180 m, Wimmeler u. GärtnerHagen 51 360 en, S. Göcke=Letmathe 55 910 M, C. KirchhoffPlettenberg 63 850 M. Neubert=Hagen 79 178 A, W. BuddeIserlohn 80 035 A, O. Conrad=Köln 82 396 M, K. Gries=Albertshagen 85 881 M, Böcker, Hammesfahr u. Co.=Öhligs 86 415 M, Pack=Letmathe 108825 M, Ed. Koch=Andernach 117 250 M, H. Köddermann=Düsseldorf 142 210 M. Werdohl, 18. Mai. Den Arbeitern Karl Wolf und Friedrich Busch, welche beide über 40 Jahre bei der Firma Stahlwerke Brüninghaus A.=G. in Arbeit stehen, wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Westfalen und Rheinland. Hafpe, 19. Mai. Ein hiesiger Arbeiter, der vor etwa 14 Tagen auf dem Walzwerk der Hasper Eisen= und Stahlwerke einen Schädelbruch erlitten hatte, verließ vor einigen Tagen eigenmächtig das Krankenhaus und hielt sich in seiner Wohnung auf. Gestern zeigten sich Spuren von Irrsinn und in der vergangenen Nacht starb der Kranke an einer Gehirnentzündung. Dortmund, 18. Mai. Am hiesigen Landgericht ist gegen den Justizrat Huchzermeier das Disziplinarverfahren eingeleitet worden, um festzustellen, ob ihm nach dem Ergebnis des Prozesses der Niederdeutschen Bank die Amtsfähigkeit als Notar zu belassen ist. Zur Führung der Untersuchung ist ein Landrichter zunächst bis zum 15. Juli beurlaubt. Dortmund, 19. Mai. In dem im hiesigen Hafen liegenden Kahn des Schiffers Dremth machten sich mehrere Kinder eine Schaukel, die sie schließlich verließen, ohne die etwa ein Jahr alte Tochter Trintje mitzunehmen. Als sie zurückkehrten, fanden sie das Kind erhängt tot vor.— Von der Reinoldi=Gemeinde in Dortmund wurde heute für die durch die Amtsentsetzung des Pfarrers Traub frei gewordene und durch die Nichtbestätigung des Pfarrers Fuchs frei gebliebene zweite Pfarrerstelle einstimmig Pfarrer Kappus aus Wiener Neustadt gewählt. Arnsberg, 19. Mai. Die hiesige Strafkammer heute gegen den Fabrikarbeiter Franz Adam Aßheuer aus Hüsten, der mit ungeheurer Dreistigkeit von 1907 bis 1g wilderte, Rehe und Hasen nach Belieben schoß und ausgreun Schlingen stellte, ohne daß man ihn auf frischer Tat ertappe behilf konnte. Eine Haussuchung hatte schließlich allerlei belasten Ergebnisse. Die erlegten Rehe holte der Angeklagte gemein gewes sam mit seiner Frau in einem Kinderwagen in seine am Wal. desrande gelegene Wohnung. Das Gericht verurteilte degeleer Angeklagten zu 6 Monaten Gefängnis und erkannte gleichzeit holz auf Zulässigkeit von Polizeiaufsicht. Unna, 19. Mai. Raubmörder Klemens Lucke ist im Zuchmen hause zu Celle gestorben. Lucke war ein schon sehr schwer, aug mit Zuchthaus vorbestrafter Mensch. Bei einer Wilddiebegemel schoß er einen Knaben an und um diesen unbequemen Zeu nen zu beseitigen, hing er ihn auf. Bei der Suche nach dem Jungen beteiligte er sich selbst besonders eifrig. Er war es auch, de den Erhängten schließlich„fand“. Nach seiner Verhaftung Ueberführung in das Untersuchungsgefängnis zu Dortmy spielte er Monate lang den Stummen. In allen Teilen Prozesses, auch bei der Verhandlung vor dem Schwurgerich blieb er dieser Rolle treu. Erst als er sich einige Zeit nach Ver kündigung des Urteils im Gefängnis mit seinem Geschick abgefunden hatte, begann er wieder zu sprechen. Gelsenkirchen, 18. Mai. Vom Schwurgericht Essen ist an 29. Januar d. J. der Arzt Dr. Josef Leuwer von hier wege Beihilfe zum Verbrechen aus§ 218 Str.=G.=B. verurteil worden. Die Revision wurde gestern vom Reichsgericht verworfen. M.=Gladbach, 19. Mai. In der hiesigen Turnhalle stürzt gestern abend der Hamburger Turner Petersen, als er ein Uebung in den Ringen vornahm, plötzlich ab; er fiel auf de Kopf und starb kurz darauf. Vohwinkel, 19. Mai. Am hiesigen Bahnhof fuhr heutfrüh um 6,40 Uhr der von Langenberg kommende Personenzug 1516 auf den am Bahnsteig 4 von Velbert einlaufenden Personenzug 830 auf. Der Lokomotivführer, ein Postbeamter und zwei Reisende wurden leicht verletzt. Die Lokomotive wurde stark beschädigt, ein Packwagen, sowie ein Personenwagen der vierten Klasse wurden vollständig zertrümmert. Das Gleis wa 5 Stunden lang gesperrt. Das Unglück wird auf Fahrlässigkei des Fahrdienstleiters zurückgeführt. Solingen, 19. Mai. Die hiesige Polizeiverwaltung hatt durch polizeiliche Verfügung eine Wahrsagerin, die unter dem schönen Namen Madame Nemousine ihr Gewerbe ausübte, gefordert, sich im ordnungspolizeilichen Interesse des Wahrsagens zu enthalten; die Verfügung stützte sich auf§ 132 Landesverwaltungsgesetzes. Die Wahrsagerin erhob hierauf Klage beim Bezirksausschuß mit dem Antrage, diese Verfügung aufzuheben. Der Bezirksausschuß gab diesem Antrag statt; in der Entscheidung wird ausgeführt, daß das Wahr sagen an sich nirgends unter Strafe gestellt sei, mithin nich verboten werden könne Essen, 19. Mai. Das Schwurgericht verurteilte heute mittag nach zweitägiger Verhandlung den früheren Bergmann „Räuberhauptmann" Heinrich Stratmann aus Bottrop, Strafgefangener in Münster, wegen versuchten schweren Raubes zu 10 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Einer seiner Mittäter, der Arbeiter Anton Lotz aus Oberhausen, ist bereits im Januar 1913 abgeurteill und mit drei Jahren Zuchthaus bestraft worden. Neuwied, 19. Mai. Eine jugendliche Falschmünzerbande, bestehend aus den. 19 Jahre alten Zahntechniker Oehler, dem 18 Jahre alten Bürogehilfen Peil und dem gleichaltrigen Kaufmannslehrling Buch aus Altenkirchen, wurde vor dem Schwurgericht abgeurteilt. Sie hatten zuerst Zehnpfennigstücke gemacht und sie wegen der schlechten Ausführung zur Beraubung der Automaten auf den Bahnhöfen der Westerwaldbahn benutzt Darauf hatten sie falsche Zweimarkstücke angefertigt und ausgegeben. Hierbei wurden sie erwischt und festgenommen. Oehler erhielt sechs Monate Gefängnis. Auf Zuchthaus konnte wegen der Minderjährigkeit der Täter nicht erkannt werden. Köln, 19. Mai. In hiesigen Künstlerkreisen verlautet, de erste Kapellmeister des Kölner Overnhauses, Kapellmeister Brecher, sei als Nachfolger des verstorbenen Generalmusidirektors v Schuh in Aussicht genommen. Köln, 19. Mai. Den Mitgliedern des Vereins deutscher Zeitungsverleger, der vom 17. bis 20. Mai seine Hauptversammlung hier abhält, gab heute abend die Stadt Köln im reizvoll mit Blumen geschmückten großen Saale des Gürzenich ein Festessen, das zahlreich besucht war. Beigeordneter Adenauer begrüßte in Vertretung des Oberbürgermeister die Gäste und feierte die Presse als großen Machtfaktor in sittlicher, kultureller und sozialer Beziehung. wähn Sbw gliede 1913 bildet fand des außer Der seine getät wahl dorf des e leiter II. Boch mitg Barr Ause falls eide Leben L 5 Olyr Wr. Hagen, 19. Mai. Eine dunkle Brandstiftungsaffäre, zusammenhängend mi dem großen Brande in Meinerzhagen im vorigen Jahre, beschäftigte heute das Schwurgericht. Die Sache ist insofern nicht uninteressant, als es sich um einen umfassenden Indizienbeweis handelt und ferner eine Anzahl von Zufälligkeiten, die teils zu gunsten, teils zuungunsten der Angeklagten ausgelegt werden können, ins Spiel kommen. Wegen vorsätzlicher Brandstiftung angeklagt sind der Klempnermeister Cörbi, der Dreher A. Schuster und der Schreiner H. Haarmann, sämtlich aus Meinerzhagen; der erste Angeklagte ist auch der Bedrohung beschuldigt. Aus der Verhandlung des ersten Tages, zu der nich weniger als 70 Zeugen geladen sind, ist folgendes zu erwähnen End= September v. J. entstand in Meinerzhagen in den frühen Vormittagsstunden in dem Krugmannschen Hause ein Brand, der sehr bald infolge der Windrichtung auf andere Häuser übergriff und 23 Gebäude teils in Asche legte, teils schwer beschädigte. Gegen Abend fing es nun an, in dem Hause des Cörbnochmals zu brennen und diese wiederholten Brände, die allerdings rasch wieder gelöscht wurden, setzten sich auch bis in die Nacht hinein fort. Bei der sofortigen Inaugenscheinnahme der Räumlichkeiten des Hauses sollen sich 13 Stellen vorgefunden haben, die mit Petroleum oder Benzin getränkt waren. Nich nur bei Cörbi, sondern auch eine Reihe anderer Personen wurden der vorsätzlichen Brandstiftung verdächtigt und die drei Angeklagten, gegen die angeblich eine Reihe von Beweisen vorlagen, wurden verhaftet. In der heutigen Verhandlung ertlarte Cörbi, daß er nicht das mindeste Interesse an einer Brandstiftung seines durch den Brand bereits beschädigten Hauses und seines Mobiliars haben konnte; im Gegenteil mußte ihm an der Erhaltung nes zahlreichen Blechgeschirres liegen, weil er dieses an die a gebrannten Leute sehr gut gegen Barzahlung verkaufen konnte. Allerdings sei er in mißlichen Vermögensverhältnissen genesen, allein er hatte begründete Hoffnung, sich binnen wenigen Monaten wieder herauszuarbeiten. Eine Reihe gegen ihn vorliegender Verdachtsmomente widerlegt er damit, daß eine falsche Auffassung der Zeugen vorliege, oder er sucht sie harmlos darzustellen. Der Angeklagte Schuster soll sich in verdächtiger Weise durch Hantierungen und Redensarten in und vor dem Hause u. c Die Sc wun Teil Erf= mich wie derg rein auch besdh schr Fra Fl. mac stra char gemacht haben; er erklärt aber, daß er stark ange7 bis znlunken gewesen sei und daß er durchaus nicht mit Cörbi be(bis 19trunten we um diesem zum völligen Abbrennen des Hauses und augfreunder war, Der dritte Angeklagte Haarmann will total betrunken belastendeson sein. Er war Feuerwehrmann und hat seltsamerle gemeinDe: Oberstock des Hauses auf dem Fußboden Petroleum te am Wa ene und hat ruhig dabei gestanden, als jemand ein Streicheliteden anneckte. Auch er hat sich durch Redensarten stark vergleiczeiti, ec gemacht, will aber absolut nicht wissen, wie er zu seimen Handlungen gekommen sei. im Zucht Die Anklage nimmt nun an, daß die drei Angeklagten gemeinschaftlich handelten, in der Absicht, das Haus niederbrenSilddieberede. zu lassen, damit der Besitzer eine erhöhte Versicherungsnten Zeugen summe einstreichen könne. In Betracht kommt, daß weder Haus em Jungen" Mebiliar dem Cörbi gehörten, vielmehr beides seinem 5 auch,el Knoche verpfandet war, daß aber nichtsdestoweniung Cörbi dem Versicherungsinspektor gegenüber sich selbst als Dilen Besitze des Nobiliars bezeichnete. TeilenAus den bisherigen Zeugenaussagen ging hervor, daß tatAburgerichhsich mehrere Brandherde in dem Hause vorgefunden wurden, schic Lals im Orte überall das Feuer bereits gelöscht war, und daß eschick abgeam späten Abend und nachts immer wieder Feuer in dem Hause Franie ausbrach, das den Umständen nach unbedingt nicht zufällig entssen ist an sanden sein konnte, sondern angelegt war. Auch verschiedene hier wege derdächtige Redensarten wurden dem Cörbi nachgewiesen, wähcurteuß rend bezüglich des Schuster die Belastung nur gering erscheint. ericht de Die Verhandlung wird morgen fortgesetzt. alle stürze als er ein iel auf den Sport. Deutscher Schwimmertag in Köln. uhr heut Aus dem dem Schwimmertage vorgelegten, gestern erersonenzug wähnten Jahresbericht ist zu entnehmen daß die Deutsche enden Per Schwimmerschaft von 99 auf 118 Vereine, und von 18093 Mitsamter und glieder auf über 21 000 angewachsen ist. Es sind im Jahre tde wurde 1913 4196 Schüler von den Vereinen im Schwimmen ausgebildet worden. Auch der umfassende Bericht der Schwimmwarte fand den vollen Beifall der Versammlung. Der Kassenbericht des Herrn Froennig=Düsseldorf zeigt einen Bestand von Mk 197,60 außerdem ist ein Bankguthaben pon Mk. 29249,68 vorhanden. Der Kassierer des Deutschen Schwimmerblattes stellt fest, daß seine Kasse mit einem Ueberschuß von 251,47 abschließt. Die getätigte Wahl des Vorstandes ergab die einstimmige Wiederwahl der Ausscheidenden durch Zuruf. Herr F Froennig=Düsseldorf Kassenwart, Herr C. I. Schmitz=Düsseldorf als Kassenwart des Schwimmerblattes, Herr Rektor Lotz Elberfeld als Schriftleiter des Schwimmerblattes, Herr A. Theinert=Lüdenscheid als II. Schwimmwart. Als Kassenprüfer wurden die Herren DrosteBochum und Felsch=Köln wiedergewählt und als Preßausschußmitglieder die Herren Klein=Aachen, Kranz=Rheydt und LoosBarmen. Dem Deutschen Schwimmerblatte wurde zu noch besserer Ausgestaltung für 1914 ein Zuschuß von 500 M. gewährt, ebenfalls 250 M. dem Herausgeber des Jahrbuches. Damit die wagen der Gleis war hrlässigken ung hatte unter dem Zübte, aufdes § 132 des b hierauf Verfügung n Antrage 3 Wahr ithin nicht heute mitBergmann trop, jetzt en Raubes ter Anton abgeurteill nzerbande, r, dem 18 gen Kauf1 Schwurke gemacht bung der benutzt. nd ausgen. Oehler lautet, de Imeister eralmusik deutscher versammn reizvol ein Fest nauer beHäfre und ultureller Stellung beiden Schwimmwarte über die Ereignisse im schwimmerischen Leben der Welt unterrichtet sind, abboniert die D. S. auf verschiedene Sportzeitungen für sie. Duisburg, 17. Mai. Die ersten Auswahlkämpfe für Olymvia 1916 für den Industriebezirk finden am Sonntag, den 24. Mai, nachmittags 2 Uhr(Vorkämpfe vormittags 9 Uhr) in Duisburg auf dem Sportplatze des Sportklubs„Preußen“ statt. Die Sieger dieser Auswahlkämpfe kommen am 21. Juni in Köln in die Entscheidungskämpfe. Minden, 18. Mai. Gestern nachmittag fand hier das Entscheidungsspiel um die Meisterschaft von Westfalen in der AKlasse zwischen dem Verein„Spiel und Sport“=Hamm und dem „Sportklub“=Minden statt. Der Kampf endete zugunsten Hamms mit 2:1. Aus aller Welt. Tremles(Bezirk Neuhaus in Böhmen), 19. Mai. Auf dem Sterbelager hat der Knecht Neuber ein Geständnis abgelegt, vor 15 Jahren gemeinsam mit seinem Dienstherrn, dem Gutsbesitzer Sviba, der Näherin Marie Liebschitz Gewalt angetan und sie dann ermordet zu haben. Der Gutsbesitzer wurde damals verhaftet, mußte aber aus Mangel an Beweisen wieder entlassen werden. Neuber ließ, als er sein Ende kommen fühlte, den Untersuchungsrichter kommen und legte ein volles Geständnis ab. Der Gutsbesitzer wurde verhaftet, während er dem Begräbnis eines Verwandten beiwohnte. Paris, 19. Mai. Hier verlautet, daß die im September stattfindende Konferenz des Weltpostvereins die Herabsetzung des internationalen Briefportos auf 15 Centimes genehmigen wird. Le Havre, 19. Mai. Die Obduktion der Leiche des Mörders des Kolmarer Kraftwagenführers Kohler, Frutz, hat ergeben, daß Frutz durch eine Kugel seines eigenen Revolvers getötet worden ist. Die Kugel des Polizisten hat nur einen Streifschuß verursacht. Warschau, 18. Mai. Heute begann die Verhandlung des Mordprozesses gegen den polnischen Magnaten Baron Bisping vor dem Warschauer Gerichtshof. Baron Bisping steht unter der Anklage, am 21. April 1913 seinen Verwandten und Freund, den Fürsten Drucki=Lubecki im Park seines Landgutes Teresin bei Warschau erschossen zu haben und es werden zahlreiche schwerwiegende Verdachtsmomente gegen ihn geltend gemacht. Sein Verbrechen gilt als erwiesen. Baron Bisping hatte auf den Namen seines Freundes sieben Wechsel zu je 10 000 Mark gefälscht und um diese Wechsel sicher verwerten zu können, ermordete er den Fürsten. Der Prozeß erregt ungeheures Aufsehen in der polnischen Aristokratie und Gesellschaft. Der Angeklagte, dessen Gemahlin ebenfalls im Saal anwesend ist, ist ziemlich zuversichtlich und hofft auf einen Freispruch. Paris, 19. Mai. Den Bemühungen der Polizei von Amiens ist es gelungen, in einem dortigen Hotel den 15jährigen Sohn des in einem Pariser Vorort ansässigen englischen Industriellen Mac Carbe aussindig zu machen. Der Knabe war vorgestern mit seinem Privatlehrer Follasi, Professor an einem Knabeninstitut, in der Richtung nach Belgien entwichen. Follasi hatte einen solchen Einfluß auf seinen Zögling gewonnen, daß dieser es unterließ, seinem Vater irgend welche Nachricht zukommen zu lassen. Durck die Zeitungsmeldungen erschreckt, überließ der Professor in Amiens den Knaben seinem Schicksal. Der gegenwärtige Aufenthalt Follasis ist unbekannt, man vermutet, daß er sich nach Belgien gewandt hat. Gestorben. Ehefrau Cornelie Kunz, 65 J., Schüreichhofen. Oeffentlicher Vetterdlenst. Trocken, meist heiter und warm, Gewitterneigung. heßte Iiachrichien. Berlin, 20. Mai. Wie im Reichstage mit Bestimmtheit verlautet, hat sich der Bundesrat über die Frage, ob die Session vertagt oder geschlossen werden soll, endgültig schlüssig gemacht. Die Reichstagssession wird nicht vertagt, sondern geschlossen werden, sobald der Etat erledigt sein wird. Infolgedessen bleibt eine große Zahl von Gesetzentwürfen— von den Initiativanträgen der Parteien gar nicht zu reden— unerledigt. Gestern gingen Gerüchte um, daß der Reichstag aufgelöst werde, wenn er dem sozialdemokratischen Antrage entsprechend eine Zulage von 100 Mark für die Landbriefträger in den Etat einstellen würde. Die Drohung war nun allerdings gegenstandslos, da keine bürgerliche Partei daran dachte, sich dem Antrage anzuschließen. Aber das Gerede zeigte, wie die Atmosphäre mit Elektrizität geladen ist.— Uebrigens kann der Blitz auch einschlagen, wenn die Bewohner nicht mehr ims Hause sind. Auch 1878 saßen die Reichsboten längst in den Ferien, als sie Biswarcks Donnerkeil traf. Berlin, 20. Mai. Gestern trafen hier auf dem Lehrter Bahnhof hundert englische Arbeiter, zumeist Mitglieder der Trade Union, im Auftrage einer großen Zahl englischer Arbeiter als Friedensdeputation ein. Sie wurden von einer sehr zahlreichen Deputation der Hirsch=Dunckerschen Gewerkvereine und der Christlichen Gewerkschaften empfangen. Stockholm, 20. Mai. Der neue Reichstag ist gestern mit einer Thronrede durch den König selbst eröffnet worden. Durazzo, 19. Mai. Nicht Epiroten bedrohen die Residenz, sondern ein Aufstand, der in der Umgegend entstanden ist und wahrscheinlich auf den ränkesüchtigen Essad Pascha zurückzuführen ist. Diese Vermutung erscheint gerechtfertigt, weil der Fürst die Verhaftung Essads verfügt hat und ausführen ließ. Heute ffrüh entwickelte sich ein Kampf zwischen der holländischen Gendarmerie und der Leibgarde Essad Paschas. Das Haus Essad Paschas wurde beschossen und Essad Pascha gefangen genommen. Er befindet sich gegenwärtig an Bord des österreichischungarischen Kriegsschiffes„Szigetvar“ in Gewahrsam. Die Regierung will über Durazzo den Belagerungszustand verhängen. Wien, 20. Mai. Essad Pascha soll nach einer stürmisch verlaufenen Audienz beim Fürsten zur Revolte aufgefordert und zuerst auf das fürstliche Palais gefeuert haben. Die von österreichischer Seite gelandete Batterie erwiderte sofort das Feuer. Das Haus Essad Paschas wurde stark beschädigt und es gaß mehrere Tote und Verwundete. Sofort wurden mehrere Kontingente österreichischer und italienischer Matrosen gelandet, die das Haus belagerten und die Stadt besetzten. Essad Pascha entsandte einen Parlamentär und bat um freies Geleit auf ein italienisches Kriegsschiff. Dies wurde ihm jedoch verweigert. Um 9 Uhr früh wurde Essad Pascha und seine Gemahlin auf das österreichisch=ungarische Stationsschiff gebracht. Schulkinder verlieren, besonders im ersten und zweiten Schuljahre, oft ihren bis dahin guten Appetit, sie werden nervös. Eine richtige Ernährung mit leichtverdaulichen, wohlschmeckenden Speisen vermag diesem Uebelstande am besten vorzubeugen. Deshalb empfiehlt sich eine konsequente Verabreichung von„Kufeke", dem bewährten Nähr= und Kräftigungsmittel, das den Appetit anregt und gleichzeitig eine gute Gewichtszunahme hervorruft. „susere“ wird von den Kindern stets mit Vorliebe genommen als Getränk, Suppe, Gemüse und süße Speise; mit Hilfe der „Kufeke"=Kochrezepte, die man in den Verkaufsstellen gratis erhält, läßt sich eine angenehme Abwechselung schaffen. daß die Nähmaschinen, Sportartikel aller Art. 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10 49(1000) 228028 62 85 362 636 722 229287 412 16 22 601 774 917 230111 232 349 68 97 528 729 801 5(1000) 61 977 231077 121 83(500) 728 72 86 870 232223 95 397 422 33 88 754(1000) 913 233034 51 197 247 64 521 42 618 829(500) Statt besonderer Anzeige! Heute Nachmittag 3½ Uhr entschlief sanft infolge Altersschwäche unser teurer Vater, Schwiegervater, Grossvater, Schwager und Onkel der Fabrikant Carl Hohage im 84. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Grünewiese, Altroggenrahmede, Lüdenscheid, Elberfeld, den 19. Mai 1914, Die Beerdigung findet Freitag, den 22. d. Mts., nachmittags 3½ Uhr, statt. Nachruf! Am gestrigen Nachmittage verschied unser hochverehrter Senior-Chef der Fabrikant Herr Carl Hohage im 84. Lebensjahre. Wir verlieren in dem Verstorbenen ein Vorbild treuer Pflichterfüllung und einen stets auf unser Wohl bedachten Arbeitgeber. Sein Andenken werden wir in Ehren halten. Die Beamten, Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma G. Hohage& Cie. Altroggenrahmede, den 20. Mai 1914. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Steuergemeinde Lü denscheid-Land belegenen, im Grundbuche von Lüdenscheid Band 59 Blatt Nr. 884 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Landbriefträgers Georg Steppat zu Lüdenscheid eingetragenen Grundstücke Flur 55 Nr. 1170/103 Grund steuermutterrolle Nr. 1683, Gebäudesteuerrolle Nr. 1137a, bebauter Hofraum mit Hausgarten, Mark Nr. 143 a, groß 4 a 87 qm, 850 Mk. Nutzungswert; Flur 55 Nr. zu 1147/8 Weg, Mark, groß 32 qm am 3. Juni 1914, vormittags 10 Uhr durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle— Zimmer Nr. 69— versteigert werden. Lüdenscheid, den 28. März 1914. Königliches Amtsgericht. Evang. Gemeinde Lüdenscheid. Christi Himmelfahrt, 21. Mai. Erlöserkirche. Frühg. 8½ Uhr: Pfr. Petersen. Hauptg. 10 Uhr: Pfr. Proebsting. Christuskirche. Beichte 9 Uhr: Pfr. Wilms. Hauptg. 9½ Uhr: Pfr. Wilms. Krankenhaus(nicht öffentlich) vorm. 9 Uhr: Pfr. Turck. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Steuergemeinde Lüdenscheid=Land belegenen, im Grundbuche von Lüdenscheid Band 59 Blatt Nr. 900 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Klempners Rudolf Kern in Lüdenscheid eingetragenen Grundstücke Flur 55 Nr. 1174/103 Mark Nr. 143 IV Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten, groß 4,46 a, 880 Mk. Nutzungswert; Flur 55 zu Nr. 1147/8 Mark, Weg groß 34 qm am 3. Juni 1914, vormittags 10½ Uhr durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle— Zimmer Nr versteigert werden. Lüdenscheid, den 30. März 1914. Königliches Amtsgericht. Evang. Gem. Brüninghausen Christi Himmelfahrt, 21. Mai, 10 Uhr: Gottesdienst. Pfr. Kittel. Evang. Gemeinve Oberrahmede. Christi Himmelfahrt, 21. Mai, 10 Uhr: Gottesdienst. Spieß, Pfr. Evangel. Gemeinde Rahmede Christi Himmelfahrt, 21. Mai, 10 Uhr: Gottesdienst(Kirchenchor). Pfr. Arning Hott sdienst in Christi Himmelfahrt, 21. Mai, 10½ Uhr vorm.: Pfr. SchmalenbachSchalksmühle Gesichts ausschlag, Pickel, Mitesser, Flechten verschwinden meist sehr schnell, wenn man den Schaum von Zuckers Patent-MadizinalSelfa, à St. 50 Pf.(15%ig) u.1,50 M.(35%ig, stärkste Form) abends eintrocknen läßt. Schaum erst morgens abwaschen und mit Zugkoch-Ceame 50 u. 75 Pf. nachnreichen. Großartige Wirkung, von Tausenden bestätigt. Bei F. W. Scaumacher, Ed. Rentrop, und in der Löwen Drogerie G. Offermann, sowie bei Joh. Heinr. Schür rann. Zur Beerdigung unseres Ehrenmitgliedes Herrn MarlHohage antreten am Freitag ½3 Uhr am Vereinslokal Vorstand. Turn=Verein Zur Beerdigung unseres Turngenossen Albert Mandt tritt der Verein und dessen Jugendabteitung am Donnerstag, den 21. d. M., nachmittags 2 Uhr im Vereinslokal an. Der Vorstand. Himmellahrt nachmittags ½4 Uhr ab findet im Gelände vor der hohen Steinert eine große GefechtsAbung der Freiw. Sanitätskolonne mit der Jugendwehr statt. Antreten der Sanitätskolonne ½3 Uhr an der Badeanstalt. Anzug: 2. Garnitur und Brotbeutel. Jugendwehr ½3 Uhr alte Schützenhalle. Die Vorstände. Parkhaus. Himmelfahrt: und vom Amtsgericht zerkleinert, 1000 Pfd. Mk. 8,—. Trockenes Splitterholz großer Sack Mk 0,85 bei Mehrabnahme billiger. Lieferung prompt u. frei Kleinsorgen Kohlenhandlung Fernruf 423 Hochstr. 19. Haure im Gesicht, an Armen und Händen entfernt auf chemischem Wege sofort schmerzlos Fiuco's Hsar-Entfarner. Flasche 1 Mk. P. Leamake, Schiller-Drog. „Haben Sie oll. Beine, ARRASANISpielplatz am Höring Hagen SCHAU Telefon2301 Mur bis 21. Mai Hur bis 21. Mal Noch einmal ist für morgen Donnerstag von 2 2 Uhr Tierschau angesetzt, während welcher 2 Kapellen konzentrieren. Der geringe Eintrittspreis von 35 Pfg. für Erwachsene und 25 Pfg. für Kinder dürfte einen jeden veranlassen, die reichhaltigen Tierbestände der Sarrasani-Schau in Augenschein zu nehmen. Der Schluss des Hagener Gastspieles ist unwiderruflich auf dem 21. dieses Monats festgelegt und finden daher heute Mittwoch und morgen Donnerstag die letzten SUhr 2 Uhr IV 6a2 Vorstellungen 4. statt. Musikalische Gesellschaft Lüdenscheid (Leitung: Kgl. Seminar-Musiklehrer Sauerland.) Sonntag, den 24. Mai 1914, abends 8¼ Uhr: VI. Honzert (Frühlings-Konzert) im grossen Saale der Gesellschaft Erhslung unter Mitwirkung des Grefelder Straichquartetts. Chöre von Kahn, Mendelssohn, Dvoråk und Gade. Kammermusik von Haydn, Bruch, Dvorâk. Eintrittskarten im Vorverkauf à 1.25 Mk. in den Buchhandlungen der Herren Dalichow, Eckardt und Frech und in der Zigarrenhandl. des Herrn Zintl, an der Abendkasse 1.50 Mk. Schülerkarten 50 Pfg. Eingang von der Concordiastrasse. 38 Fir Batmstallun von Gärfen und Parkanlagen sowie Bepflanzung von Balkonkälten etc. bei billigster Berechnung halte ich mich bestens empfohlen. Gärtnerei h. Rümmel Ww. Telefon 129. Heusserit billiger Verkauf in Hinderhüten. 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Es wird vor seinem Einzuge begrüßt von der Maisonne, von der stummen und doch so beredten Sprache aus Blatt und Blüte, von dem fröhlichen Chor der Sänger in Wald und Flur, wo der Specht als Kapellmeister den Takt schlägt. Und die Lieder, die aus allen Zweigen erschallen, werden unwiderstehliche Sirenengesänge, die uns ins Freie locken, um uns der Frühlingswonne zu erfreuen. Man greift zum Wanderstabe und folgt der Mahnung Emanuel Geibels: Frisch auf drum, frisch auf im hellen Sonnenstrahl Wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Tal! Denn der frohe Himmelsfahrtstag ist überall eine willkommene Unterbrechung der Werktagsstimmung. Auch allerlei Volkstümliches hat sich um den Himmelsfahrtstag gerankt. Im Mittelalter war es Brauch, ein geschnitztes Jesubild zum Kirchenboden hinaufzuziehen, wo es dann in einer Oeffnung verschwand. Darauf wurde eine brennende Strohpuppe heruntergeworfen, die den Satan darstellte. Gern wanderte man auf die Höhen, was offenbar eine unbewußte Erinnerung an den Himmelfahrtsberg ist. Ferner suchte man am Himmelfahrtstage besonders gern nach heilkräftigen Kräutern, und man raunte von der wunderbaren Glücksblume, die an diesem Tage blühen und zu verborgenen Schätzen führen sollte. Nach einer Thüringer Volkssage soll sich in der Nacht vor Himmelfahrt der Kyffhäuser auftun u. einen Zugang der ungeahnten Herrlichkeiten im Innern der Erde eröffnen. In vielen Gegenden ist Himmelfahrt die Zeit der Flurbesegnung mit ihren feierlichen Umritten und Prozessionen. In Süddeutschland geht die ganze Gemeinde unter Vorantritt des Priesters um die Saatfelder, die gesegnet werden, wobei Gott angefleht wird, die Früchte des Landes vor Hagelschlag und Wetterschäden zu schützen. In Weingarten bei Aldorf wird am Tage naah Himmelfährt, dem sogenannten Wetterfeiertag, der„Blutritt“ gehalten, bei dem die Reliquie des heiligen Blutes durch die Felder getragen und das Korn gesegnet wird, damit kein Wetter ihm schade. Die große Himmelfahrtshauptsache aber ist und bleibt das„Himmelan“ im Sinne eines festen Glaubens. Möge ein Segen davon ausgehen und viele überzeugen von der unveiwelklichen Jugendkraft des Christentums! Himmelfahrts=Predigt. Joh. 16, 28. Ich bin vom Vater ausgegangen und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Rätselhaft wie das Kommen unsers Heilandes in die Welt ist auch sein Scheiden aus der Zeitlichkeit. Einmal hatte er den Tod, der Sünde Sold, geschmeckt, und zwar als Stellvertreter einer ganzen, sündigen Menschheit. Diesem Tode am Fluchholz mußte die Auferstehung folgen als Bürgschaft dafür, daß das Losegeld für untre Sünden von Gott angenommen, daß Jesu als Gottes heiliger, unbefleckter Sohn wohl unsre Sünde sühnen, aber nicht im Tode bleiben durfte. Es folgten die 40 Tage zwischen Östern und Himmelfahrt, da er in verklärter Gestalt seinen Jüngern erschien. Wie froh wurden die Jünger bei seinem Erscheinen, wie umklammerten sie ihn mit reiner Liebe als vor seiner Kreuzigung, und mit welcher ehrfurchtsvollen Scheu standen sie ihm gegenüber wie einem heiligen Geheimnis. Deutlich nahmen sie es wahr, daß in der Grabkammer bei Golgatha alles Menschliche, Erniedrigende zurückgeblieben war, was dem Herrn angehaftet hatte, und daß er sich wieder im vollen Besitz seiner göttlichen Macht und Herrlichkeit befand. Als ihn dann die Wolke hinwegnahm, sahen sie ihm noch lange nach, bis die Engelsbotschaft sie aufschreckte. Mit den Jüngern haben viele Tausende und nicht die Schlechtesten der Christen seufzend gefragt:„Herr, warum mußtest du scheiden? Wäre es nicht köstlich, mit dir vereint auf der Erde leben zu können; würden wir nicht besser, reiner, vollkommener sein; könnte sich das Reich Gottes nicht unvergleichlich schneller ausbreiten und vollenden; würde nicht das irdische Leben viel glücklicher sein, wenn du als Berater, Tröster und Helfer unter uns weiltest?“ Eine Antwort sollte uns schon die Liebe zu unserm Heiland geben. Wollten wir ihm aus Selbstsucht die volle Wiedervereinigung mit seinem himmlischen Vater und den Genuß der himmlischen Herrlichkeit vorenthalten? Eine andere Antwort gibt uns Gottes Wort:„Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten.“„So ich nickt hinginge, käme der Tröster nicht zu euch.“ Die beste und befriedigendste gibt uns sein Mund: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Darum wollen wir unserem Heiland seine Auffahrt, seine Himmelfahrt gönnen, wissen wir doch, daß er uns damit nicht ferner gerückt, sondern näher gekommen ist und den Weg zu einer seligen Nachfahrt hat. Sch üter und Schadow. (Zu ihrem gemeinsamen Gedenktage am 20. Mai.) Es ist ein eigenartiges Zusammentreffen, daß zwei der hervorragendsten Bildhauer unserem Vaterlande an dem gleichen Jahrestage geschenkt wurden: Andreas Schlüter vor 250 Jahren(am 20. Mai 1664) und Johann Gottfried Schadow hundert Jahre später, also vor 150 Jahren(am 20. Mai 1764). Schlüter, der sich, wie bekannt, auch als Architekt bedeutsam hervortat, hatte sein Talent von seinem Vater, der gleichfalls Bildhauer war, geerbt, entwickelte es aber, einer höheren Anlage entsprechend, zu größerer Bedeutung. In Hamburg geboren, verbrachte er seine Jugend in Danzig und unternahm dann ausgedehnte Reisen, auf denen er die niederländische, französische und italienische Kunst studierte. Nachdem er eine Zeitlang in Warschau als Baumeister tätig gewesen war, berief ihn im Jahre 1694 Kurfürst Friedrich III., der nachmalige erste preußische König, als Hofbildhauer nach Berlin. Hier entfaltete er nun eine ausgedehnte, von den größten Erfolgen gekrönte Tätigkeit. Schon im folgenden Jahre(1695) wurde er Mitdirektor der Akademie. Nachdem er die Dekoration des Marmorsaales in Potsdam ausgeführt hatte, baute er das Charlottenburger Schloß(1696) und modellierte die für alle Zeiten in klassischer Auffassung und Ausführung bewundernswerte Statue des Großen Kurfürsten(1697). Von 1698 ab leitete er den von Nehring begonnenen Zeughausbau, an dem er auf dem Lichthofe die berühmten Masken sterbender Krieger schuf. Zum Schloßbaudirektor ernannt, baute er das Königliche Schloß in Berlin, das durch seine edle Stilart noch heute jedes Auge entzückt. Welche Reinheit der Form ohne jede Ueberladung! Welche herrliche Umrißlinie der Kuppel— einfach und ruhig, aber gerade darum um so schöner! Das große Westportal, in seiner Art gleichfalls schön, wenn auch von anderem Geiste erfüllt, rührt nicht von Schlüter, sondern von seinem Nachfolger Eosander von Goethe her, der Schlüter 1706 aus seiner Stellung verdrängte, als er sich weigerte, einen vom nunmehrigen König Friedrich I. gewünschten Turm auf ungenügendem Baugrunde aufzuführen. Im Jahre 1703 war das Standbild des Großen Kurfürsten auf der damaligen Langen Brücke, der jetzigen Kurürstenbrücke, in Berlin enthüllt worden. Im Jahre 1713 schuf Schlüter noch das Grabmal Friedrichs I., ging dann aber, von der Gunst Peters des Großen gelockt, nach Rußland, wo er 1714, erst fünfzig Jahre alt, starb. Gleich ihm ist auch Schadow der klassischen Richtung im Gebiete der bildenden Kunst zuzurechnen. In den von ihm geschaffenen Werken verbindet sich mit dem edlen Stil, der sie erfüllt, eine kräftige Charakterdarstellung, ohne in Naturralismus unterzugehen. Schadow gehört zu denjenigen Großen, die mit ihrer genialen Anlage unvermittelt ins Dasein treten und die Welt durch den Glanz ihres Könnens überraschen. Sein Vater war ein Schneider, der in Berlin ansässig war. Der begabte Knabe zog das Interesse des Hofbildhauers Tassaert auf sich, der ihm seine Ausbildung zuteil werden ließ, selbst aber noch im Geiste des Rokoko wirkte. Im 21. Lebensjahre verließ Schadow plötzlich mit seiner Geliebten Berlin, um sie in Wien zu heiraten. Dann begab er sich nach Italien und arbeitete dort im Museum des Vatikans und Kapitols, wurde aber, durch einen Künstlerpreis ausgezeichnet, im Jahre 1788 nach Tassaerts Tode mit dessen Nachfolger betraut. Sein erstes großes Werk war das Grabdenkmal des Grafen von der Mark, eines natürlichen Sohnes König Friedrich Wilhelms II., in der Dorotheenkirche zu Berlin(1790). Vier Jahre später ging aus seiner Hand das lebensvolle Denkmal des Feldmarschalls Zieten hervor. Dann schuf er das herrliche Gipsmodell, das die Königin Luise als junges Mädchen mit ihrer Schwester, der späteren Königin von Hannover, darstellt. Im Jahre 1800 entwarf er das Denkmal des Fürsten Leopold von Dessau, das, wie sein Zieten, in Berlin auf dem Wilhelmsplatze Aufstellung fand. Aus dem Jahre 1821 stammt sein hervorragendes Lutherdenkmal in Wittenberg. Seine herrlichste Schöpfung aber— von zahlreichen kleinen Werken, Büsten usw. abgesehen— ist wohl das Viergespann auf dem Brandenburger Tor in Berlin, das ja zur Zeit Napoleons ein wechselndes Geschick durchzumachen hatte. Große Ehrungen wurden Schadow im Verlaufe seines Lebens zuteil. Im Jahre 1788 war er Rektor der Akademie der Künste geworden, 1813 wurde ihm die Würde eines Direktors derselben zuerkannt. Er starb, hochbetagt, am 27. Januar des Jahres 1850. Bemerkenswert ist, daß Schadow, der der Gründer der modernen Bildhauerschule Berlins war, sich auch als Schriftsteller hervorgetan hat. So schrieb er über„Wittenbergs Denkmäler der Bildnerei, Baukunst und Malerei“(1815). Im Jahre 1834 erschien in erster Auflage(1877 in dritter) sein „Polyklet oder von den Maßen des Menschen nach dem Geschlecht und Alter“, 1835(1867 in zweiter Auflage) sein Werk „Nationalphysiognomien oder Beobachtungen über den Unterschied der Gesichtszüge und die äußere Gestaltung des menschlichen Kopfes“. Noch kurz vor dem Tode— 1849— veröffentlichte er ein Werk über„Kunstwerke und Kunstansichten“. Und auch hier, wie in seinen bildnerischen Schöpfungen, offenbart er einen geläuterten Kunstgeschmack und eine Höhe des Könnens, wie sie so selten anzutreffen sind und darum um so dankbarer begrüßt werden sollten, wo sie im Reiche der Kunst sich einstellen. Frw. Sozialistische Regierungssorgen. (Bd.) Paris, 17. Mai. Da sich nun die Realisten par excellence, wie sie sich selber gerne nennen, die Sozialisten in Frankreich plötzlich einer neuen Situation gegenüber sehen, die sie aus der opponierenden großen Minderheit zu Trägern der Mehrheit macht, müssen sie sich plötzlich in ein fremdes Fahrwasser begeben. Sie — die bisher nur der Regierung Sorgen zu machen bestrebt waren, haben plötzlich selber Regierungssorgen. Mit allgemeiner Spannung sieht man ihnen zu und wartet, daß sie nun zu ihrer neuen Aufgabe Stellung nehmen werden. Aber— sie schweigen sich aus, drücken sich um eine definitive Entscheidung herum und seufzen in heilloser Verlegenheit. Die erste Frage, die mit dem Zusammentritt der Kammer akut wird, ist die Frage nach dem Präsidium. Dazu ist ja nun noch etwas Zeit; denn die ersten acht Tage des Juni werden mit den Wahlprüfungen ausgefüllt werden und während dieser Zeit werden die Geschäfte des Hauses von einem proviserischen Präsidium geführt werden. Dann aber wird es Ernst. Bisher war Deschanel der Präsident der Deputiertenkammer. Aber er ist gemäßigter Republikaner und wird daher wohl kaum wieder gewählt werden. Ein sozialistischer Prosident ist aber kaum denkbar. Im Jahre 1902 war Jaures zum Vizepräsidenten gemacht worden. Damals war die Situation ähnlich. Man erwägt nun die Frage, ob man auch jetzt wieder nach den: gleichen Rezept verfahren soll, d. h. sich mit den Linksrepublikanern zu verbinden, aus denen dann ein Ministerium gebildet werden kann, das die Sozialisten unterstützen können. Durch ein solches Kompromiß würden zweifellos die gegenwärtigen Hemmungen am leichtesten aus dem Wege geräumt werLerne zu leben! Himmelfahrtsnovellette von C. Gerhard. Der Lenz war mit seinen wonnigen Lüften, seinem seligen Klingen und Singen, seinem Blühen und Glühen ins Land gezogen; Sonnengold ruhte auf der bräutlich geschmückten Erde, auf den grünen, mit weißen Gischt gekrönten, rauschenden Wogen der Östsee. Sonnengold umwob auch den von geschickten Händen hergestellten Tauftischen im großen Saale des Herrenhauses zu Wartensleben, spielte sich im blitzenden Silber der alten Schale, aus der schon seit Generationen jedes Kindlein des pommerschen Geschlechts mit Jordanwasser getauft war. Himmelschlüsselchen und Veilchen umgaben sie in reicher Fülle. Durch die geöffneten Fenster drang der Hall der Kirchenglocken von fern und nah. Himmelfahrt feierte heute die Christenheit, Himmelfahrt, das Fest des erhabensten Wunders. Nach einer Stunde erschienen von den umliegenden Gütern und aus der nahen Kreisstadt die Freunde und Bekannten der allbeliebten Wartenschen Familie, um ihren Festtag mitzufeiern. Bald verstummte das Gespräch, Herr und Frau von Warten nahmen in der Nähe des Tauftisches Platz, um sie sammelten sich ihre Söhne und Töchter. Nun trug man das Kindlein herein, und der Geistliche begann seine Rede. Mit weitgeöffneten Blauaugen lag der Knabe ruhig da. *„O, du Kindlein, du frisches, junges Reis am alten Stamm, wächse, lerne zu leben, sterbe hoch empor, damit einst deine vom Erdeystaub befreite Seele hinauffahre zu Gottes Thron!" schloß der alte Pfarrer. Dann netzte er das dunkelhaarige Köpfchen mit dem heiligen Wasser, nannte den Knaben Ruthart und legte ihn der Mutter in die Arme. Sie war nicht mehr jung, diese Mutter; zwei Söhne und zwei Töchter hatte sie in den ersten Ehejahren ihrem Gatten geschenkt. Schon hatte man Elisabeths Hochzeit gefeiert und Dagobert sich eine Braut erwählt, da legte der Herrgott noch einmal ein Kindlein in die alte, vielbenutzte Wiege der Wartens. Verklärten Blickes drückte die Mutter den Kleinen ans Herz; wenn die anderen Kinder sie verlassen, den eigenen Hausstand gegründet haben würden, dann blieb ihr der Knabe noch lange zum Trost daheim. Während man aus köstlich geschliffenen Gläsern schweren Rheinwein trank und sie aneinander klingen ließ zum Wohle des Täuflings, sah die Mutter ihn schon als halbwüchsigen Knaben, als Jüngling, als Mann, und immer schritt das Glück an seiner Seite. Zufällig fiel der Blick auf eines der Ahnenbilder an der Wand, einlebensvolles Mannesantlitz mit feurigen Augen, und sie erschrak. Das war der wilde Ruthart, ein Urgroßoheim ihres Knäbleins, von dem die Familienchronik berichtete, er habe ein zügelloses Leben geführt, sein Hab und Gut verpraßt und sei schließlich im Duell gefallen. O, warum hatte sie ihr Söhnchen so genannt! Aber ihr Gatte hatte es gewollt, und sie hatte ihm gern nachgegeben. Unmöglich auch konnte ihr Kind dieselben verderblichen Eigenschaften besitzen, wie jener, dessen flammender Blick ihr wehe tat. All ihre zitternde Angst, ihr Denken und Fühlen wurde zu einem Gebet:„Herr, laß ihn gut und edel werden! Laß mich ihn erziehen mit starken und doch linden Händen, führe ihn auf ebner Bahn und laß sein ganzes Leben ein Ringen und Siegen, ein Fahrt gen Himmel sein!“ Fröhliche Stimmen, klingendes Lachen erscholl auf dem Tennisplatze in Wartensleben. Der gewandteste Spieler war ein hochgewachsener, schlanker Jüngling, dessen schöne Stirn leider durch eine blutrote Narbe arg entstellt war. Darunter aber leuchteten die blauen Augen in sieghafter Fröhlichkeit, und jede Bewegung des muskulösen Körpers zeugte von Kraft. Herrisch klang seine helle Stimme über den Platz hin; dann zuckte Frau von Warten, die in seiner Nähe saß, zusammen, und doch hing ihr Blick mit unsäglicher Liebe an ihrem Jüngsten. Er hatte ihr schon manche Sorge bereitet, ihr Ruthart; oft genug hatte sie seine kecken Streiche wie seine schlechten Zeugnisse vor ihrem Gatten verborgen, oft genug ihm kleine Summen gesandt, wenn er sein Taschengeld gar zu schnell ausgegeben. Ziemlich spät erst hatte er sein Abiturientenexamen bestanden und sich, da sein Vater ihm den Eintritt in ein Regiment wegen seines leichtfertigen Sinnes untersagt, zum Studium der Medizin entschlossen. Trotz seines nicht unbedeutenden Wechsels kam er auch auf der Universität nicht aus, aber die Mutter konnte ihm nicht zürnen, er war doch so liebenswürdig, so heiter, so talentvoll und würde mit größerer Reife gewiß seine Fehler ablegen. Nur daß er sich so früh schon verlobt und dazu noch mit Lisa Bentrem, diesen hübschen, aber wenig begabten, weichen Mädchen, wollte ihr nicht gefallen. Sie konnte ihm für die Dauer nicht genügen, und wehe, wenn sie zerbräche von seiner Hand! „Nun, Mutting, du sitzt ja in Träumen verloren," redete er sie plötzlich an und stand lachend vor ihr, die Hand in Lisas Arm geschoben. „Ich dachte an dich!“ erwiderte sie einfach. Na, das ist ja sehr lobenswert, kleines Mamachen; ich wollte dir heut auch eine Generalbeichte ablegen, nun kann es gleich geschehen.“ „Um alles in der Welt, Ruthart, schon wieder eine Generalbeichte? Sind es abermals Schulden?" „eur Waspereren, das weben i Zewelderg ist teuer, dein Herr Sohn, der flotteste Bruder Studio daselbst, muß anständig gekleidet gehen und leben. Vater hält mich zu knapp." „Er gibt dir weit mehr, als er einst erhielt.“ „Mein Gott, die Zeiten ändern sich, und ich will nicht nur schuften, sondern auch genießen.“ „Sag, Ruthart, studierst du denn auch ernstlich?" „Allzuoft sieht man mich nicht im Speziersaale, ist ja auch den. Denn trotz aller bürgrlichen Mischung wird sich die französische Fraktion der Internationale schon um ihres Ansehens bei den Genossen willen nicht dazu verstehen können, selbst ein Ministerium zu bilden, das Budget abzufertigen und vor allem dem Kriegsminister die nötigen Kredite zu bewilligen. De französischen Genossen können ihres Sieges nicht so schnell froh werden. Aber das Kompromiß wird auch hier wie schon so oft zum alleinigen Prinzip erhoben werden und die Sozialisten werden die schlimmsten ihrer Regierungssorgen in die ossenen Arme der Links=Republikaner legen. Minister v. hoebells Jungfernrede. ° Berlin, 19. Mai. Die dritte Lesung des preußischen Etats hat der neue Minister des Innern, Herr v. Loebell, gestern zum Anlaß genommen, sich beim Abgeordnetenhause einzuführen. Nicht mit einer Programmrede. So etwas ist des Landes hier nicht Brauch; und das ist gut so. Jene französischen und italienischen Minister, die sich bei ihrer Uebernahme der Geschäfte ihren Kammern mit langatmigen Arbeitsprogrammen vorstellen, ahnen gar nicht, welche komische Rolle sie spielen. Die parlamentarischen Mühlen aller Länder mahlen in unseren Zeitläuften ihr Reformmehl so langsam, daß die ministerielle Lebensdauer in die Patriarchenjahre kommen müßte, um eine Aufarbeitung des ganzen Speisezettels zu erleben. Daß ein Ministerdasein aber vergänglicher ist, als die Blumen des Feldes, weiß die Welt. Und bei uns steht es noch nicht einmal so schlimm, wie jenseits von Appeninen oder Vogesen. Immerhin kann man es Herrn v. Loebell nachfühlen, wie sehr es ihm widerstrebte, sich auf den Spitznamen des„Wahlreform=Ministers" festlegen zu lassen, den ihm die Presse vorschnell anhängen wollte. Wenn der Ministerpräsident am 15. Januar den Zeitpunkt für einen neuen Reformversuch nach dem gescheiterten von 1910 für noch nicht gekommen erachtet, kann in derselben Tagung, am 18. Mai, ein frisch ins Amt gekommener Subaltern=Minister die Sache nicht übers Knie brechen wollen. Es ginge schließlich, wenn ein fester Reformwille da wäre. Aber der fehlt ja eben. Vielleicht nicht bloß im Ministerium, sondern wohl mehr noch— im Landtage selbst. Wo ist denn die Partei, die gegenwärtig mit einem auch nur einer Abgeordnetenhausmehrheit sicheren Vorschlage aufzuwarten vermöchte? Mit den bescheidenen Reformwünschen der Freikonservativen(„verhältnismäßig geringe Mängel") sagte gestern Herr v. Zedlitz) verlohnt es sich nach Ansicht der Linken nicht anzufangen. Und das Begehren der Sozialdemokraten ist aus dem umgekehrten Grunde keiner Beachtung würdig: weil es zuviel fordert, selbst noch über das Reichstagsrecht hinausgehen will, auf das sich die Fortschrittspartei festgelegt hat. Nationalliberale und Zentrum aber haben sich freilich auf die Einführung des geheimen und des indirekten Verfahrens geeinige ihre besonderen Fraktionsinteressen aber gehen sperrangelweit auseinander, sobald die Rede auf die Frage der Klasseneinteilungen in den Bezirken oder in den Kreisen kommt. Und das Zentrum ist überhaupt so lässig gewerden, daß es das letzte Mal bei der Abstimmung über einen Initiativantrag durch schlechten Besuch des Hauses, wie angenommen wurde, vorsätzlich, seinen liberalen Verbündeten eine Niederlage bereitete. Wo soll da die Stimmung herkommen, die heikle Frage mit Ernst ein weiteres Mal anzugreifen. Und doch befremdet das unbedingte„Nein“ des Herrn von Loebell. In einer einzigen Richtung gibt er allerdings einen Fingerzeig über seine Anschauungen: von einer Einführung des geheimen Verfahrens will er nichts wissen. Trotz der bedenklichen Erfahrungen, die man zum Beispiel in Berlin und sonst in den großen Städten mit dem Terrorismus der Sozialdemokratie gemacht hat, der aus der öffentlichen Abstimmung ganz besonders seine Kraft sog. Will der Minister nun einmal aus was für Gründen immer die geheime Wahl nicht, so mußte er wenigstens auf dem neutralen Boden des direkten Verfahrens den Mehrheitsparteien die Hand zum Vergleiche entgegenstrecken. Denn in dem indirekten haben bekanntlich auch die Freikonservativen ein Haar gefunden, weil es ihre wenigen Mandate mit gebundenen Händen der Gnade der Ganzkonservativen überliefert, auch sie wehrlos gegen ihre Nachbarn zur Rechten macht. Nein, dieses dürre„nein“ des neuen Herrn war jedenfalls keine politische Tat! Und wenn die Wahlreform in der Thronrede des 10. Januar 1908 die„dringlichste Aufgabe“ der preußischen Politik hieß, kann sie am 18. Mai 1914 nicht so undringekelhaft da. Warum ließ Vater mich nicht Offizier werden? Er verpfuscht mein Leben!“ „Laß das ihn ja nicht hören und auch nichts von deinen Schulden. Er ist jetzt so leicht gereizt, und Dr. Hieber sagt mir, er müsse vor Erregungen gehütet werden.“ „Ganz meine Ansicht! Vortrefflicher Mann, der Dr. Hieber! Schonen wir also den Papa und halten uns an deine Sparbüchse, geliebtes Altchen.“ Frau von Warten seufzte tief.„Es ist nicht recht von mir, deinen Leichtsinn zu unterstützen.“ „O, nur keine Predigt! Komm, Lising zum Strande. Wir fahren hinaus aufs Meer. Dort löse ich dein Loreleyhaar, und du singst mir ein Lied von Lieb und Lust!“„Aber ihr wolltet doch die Kirche schmücken zum morgenden Himmelfahrtsfest?" „Laß das die andern tun, Mutting,“ lachte er,„wir beide sind schon im Himmel.“ Und Lisas frische Lippen küssend, zog er die nur leicht Widerstrebende mit sich fort. Die marmornen Stufen des Kasinos in Monte Carlo schritten zwei Herren und zwei Damen, die mit ausgesuchter Eleganz gekleidet waren, herab. Blendend lag die Sonne auf dem herrlichen Panorama vor ihnen, sie hatten keinen Blick dafür. Doch sie empfanden die Schwüle der Luft. Ruthard von Warten nahm den Hut ab und trug ihn in der Hand. Die Sonne beschien erbarmungslos sein schon etwas gelichtetes Haupthaar, sein schmales Rassegesicht, in das der Genuß bereits seine Spuren gegraben. Nervös hieb er mit dem Stöckchen die Kronen der Blüten von den Rabatten. „Sie hatten heut allzuviel Unglück, mon ami!“ lachte die Dame an seiner Seite.„Zuerst dieser fabelhafte Gewinn und dann blitzschnell der Verlust.“ „Ich betrachte es als gutes Omen, Amélie," sagte er leise. „Als geborene Deutsche werden Sie es kennen, das Wort vom Unglück im Spiel, Glück in der Liebe.“ Sie nickte; unter dem Sonnenschirm hervor schauten ihre dunklen Angen ihn prüfend an. „Können Sie auch treu sein, Ruthart?“ „Merkwürdige Frage, schönste Frau!“ lachte er auf.„Wenn der Gegenstand meiner Liebe es versteht, mich zu fesseln, bin ich für ewig an ihn gebunden. Treue beruht auf Wechselwirkung." Flüchtig dachte er an Lisa Bertram, der er vor drei Jahren den Scheidebrief geschrieben, da sie ihn langweilte, und die vermutlich noch immer um ihn weinte. Aber Amélie Levarre, diese Frau, die deutsche Leidenschaft mit französischem Esprit verband, die seine Neigungen zu teilen und reich zu sein schien, würde lich geworden sein, daß man über die hypnotische Wirkung, die schon das Wort ausübte, lächeln kann. Und es hat, wenn man die Entgegnung des nationalliberalen Führers Dr. Friedberg in Betracht zieht, nicht den Anschein, als ob sich die Oppositionsparteien durch die Liebenswürdigkeiten, in die Herr von Loebell seine harte Absage einpackte, selbst einwickeln und von der Durchsetzung ihrer auch vom Könige im Prinzip als dringlich anerkannten Forderungen nach einer organischen Fortentwicklung des Wahlrechts abhalten lassen wollten. Luftschiffahrt. Düsseldorf, 19. Mai. Gestern Nachmittag wurde hier das Stahlluftschiff„Veeh“ durch den Gerichtsvollzieher versteigert. Das Gerüst des Schiffs mit 2 Motoren erstand ein Schrotthändler für 435 Mark. Ein Luftschiffer erstand die Ballonhülle mit 5 Ventilen für 410 Mark. Die zum Luftschiff gehörigen Stahlrohre wurden für ganze 7 Mark zugeschlagen. Ebenso kläglich waren die erzielten Preise für die wissenschaftliche Ausrüstung des Luftschiffes. Für die Barographen erreichte man ganze 28 Mark die Windmesser kamen auf 10,50 Mark, der Höhenmesser auf 10 Mark, ein Gasuntersuchungsapparat auf 7 Mark, ein Luftdruckmesser auf 18 Mark und der Kreisel=Kompaß auf 77 Mark. Der ganze Erlös betrug etwa 1000 Mark. Paderborn, 18. Mai. Hier soll im Süden der Stadt auf dem sogenannten Bockfelde ein Flugplatz angelegt werden. Trier, 18. Mai. Das Luftschiff Z 8, das für die jüngst hier fertiggestellte Luftschiffhalle bestimmt ist, ist von Leipzig kommend gestern eingetroffen. Schon seit mehreren Tagen war eine Kompagnie Luftschiffer zu seinem Empfange anwesend. Das Luftschiff wird drei Monate hier bleiben und dann nach Düsseldorf kommen. Halberstadt 17. Mai. Ein von auswärts kommendes Flugzeug, eine Albatrostaube, mit zwei Offizieren überschlug sich beim Landen auf dem Flugplatz in einer Höhe von etwa 300 Metern und stürzte steil zur Erde. Beide Offiziere waren sofort tot. Es wurde festgestellt, daß es sich um den Oberleutnant Fellinger und Leutnant Wiegand handelt, die aus Döberitz gekommen waren, um dem hiesigen Flugplatz einen Besuch abzustatten. Der Apparat ist völlig zertrümmert. Mannheim, 17. Mai. Anläßlich des rich=Fluges batten die flugsportlichen Vereine Schau= und Wettflüge veranstaltet und hierzu auch den Sturzflieger Audermars(Schweiz) verpflichtet. Vor einer Zuschauermenge von etwa 100 000 Personen führte der Sturzflieger in bedeutender Höhe prachtvolle Sturzflüge aus. Kopenhagen, 18. Mai. Der schwedische Flieger Thulin stieg heute nachmittag 2,15 Uhr in Götheborg mit dem Leutnant Blixen Finecke, der dort vor dem Aufstieg an einem Pferderennen teilgenommen hatte, zum Flug nach Kopenhagen auf, wo beide auf der Rennbahn Klampenborg um 4,30 Uhr glücklich landeten; Leutnant Blixen Finecke nahm unmittelbar darauf an einem Wettrennen in Klampenborg teil. Paris, 18. Mai. Auf dem Flugfelde von Nevers unternahm Frau Cayat de Castelle einen gelungenen Versuch mit einem von ihrem Gatten erfundenen neuartigen Fallschirm, indem sie aus einer Höhe von 800 Metern von einem Zweidecker im Fallschirm absprang und nach einigen Sekunden wohlbehalten landete. Die Menge bereitete der mutigen Frau begeisterte Kundgebungen. Mailand, 19. Mai. Der Flieger Marcel Caviggio ist gestern mit einem Passagier bei Pallanza während eines schweren Sturmes aus einer Höhe von 300 Metern in den Langen See gestürzt. Obgleich der See sehr bewegt war, konnten beide von einem Motorboot gerettet werden. Der Apparat versank im See. Baku, 18. Mai. Der Flieger Übeiko ist heute mit einem Morane=Flugzeug aus geringer Höhe avgestürzt. Das Flugzeug wurde zertrümmert und der Flieger schwer verletzt; weiter erlitten drei Zuschauer durch den stürzenden Apparat Verletzungen. Vom Prinz Heinrich=Flug. Ueber den schweren Unfall bei der ersten Strecke des Prinz Heinrich=Fluges, bei dem, wie schon gemeldet, der Beobachtungsoffizier Leutnant Müller den Tod fand, wird noch berichtet: Leutnant Walz und Leutnant Müller vom 8. bayer. Inf.Regt. auf einem L. V. G. Doppeldecker, hatten, ebenso wie die anderen Teilnehmer, sehr unter dem Nebel zu leiden, der jede Fernsicht unmöglich machte. Nach dem Kompaß steuernd, gelangte Leutnant Walz bis nach Moosbronn in der Nähe von Rastatt. Um sich zu orientieren, ging der Führer immer tiefer, bis er der Erde nahe zu sein glaubte. Plötzlich sah er nige Meter unter sich die Wipfel eines dichten Waldes, in dess Mitte sich eine größere Lichtung befand. Leutnant Walz wol landen, um sich zu orientieren und machte eine so scharfe Linkurve, daß der Toppeldecker sich scharf auf eine Seite legte bei floß aus dem Vergaser Benzin über, das sich an dem hei Motor sofort entzündete. In wenigen Sekunden stand Flugzeug in Flammen, die auf die Tragflächen übergriffen un eine sofortige Landung erforderlich machten. Es gelang Le nant Walz, seinen Doppeldecker auf einer Wiese am Wabrand niederzusetzen. Das Flugzeug stellte sich jedoch auf den und der Führer wurde herausgeschleudert. Leutnant Mule der wohl schon in der Luft bewußtlos geworden war, pral mit dem Kopfe gegen den Motor und zog sich einen Schädelbry zu. Ehe sein Begleiter, Leutnant Walz, sich von seinem S erholt hatte, hatten die Flammen jedoch schon den unglücklich in seinem Sitz festgeklemmten Offizier ergriffen. Er verbranng ehe Hilfe anlangte. Aus der nahe gelegenen Ortschaft Mos bronn eilten Einwohner herbei, unter denen sich auch ein befand, der Leutnant Walz untersuchte und feststellte, daß Offizier nur einige leichte Fleischwunden bei seinem Sturz vongetragen hatte. Kleine Zeitung Berlin, 19. Mai. In der gestrigen außerordentlichen Genralversammlung der Mannesmann Röhrenwerke, in welcher Aktionäre nominell 42 624 000 Mark Aktien vertraten, wun der Fusionsvertrag mit der Blechwalzwerk=Schultz=Knauth=. zu Huckingen einstimmig genehmigt. Ferner beschloß die Ve sammlung die Erhöhung des Aktienkapitals um nominell Millionen Mark neuer, mit halber Dividende für 1914/15 aus gestatteter Aktien auf nominell 72 Millionen Mark. Von dis sen nominell 11 Millionen Mark neuer Aktien sind nomin 2500 000 Mark zum Eintausch der Aktien der Blechwalzwel Schulz=Knauth A.=G. bestimmt. Der Erlös aus den restlich nominell 8 500000 Mark Aktien dient zur Bestreitung de Kosten für die in Huckingen zu errichtende Hochofenanlage un die in Aussicht genommene Vergrößerung des dortigen Stahl werkes. Der darüber hinausgehende Teil der Kosten soll dur Ausgabe von Obligationen gedeckt werden. Darmstadt, 19. Mai. Felix v. Weingartner ist zun Generalmusikdirektor am Darmstädter Hoftheater ernannt wo den sowie zum künstlerischen Beirat des Großherzogs in Mustangelegenheiten. Er will im Herbst nach Darmstadt übersiedel wo er sich sowohl als Operndirektor und als Leiter der konzerte betätigen wird. Breslau, 19. Mai. Die Stadtverordnetenversammlung be willigte in ihrer gestrigen Sitzung 160 000 M Beihilfe für städt Arbeiter mit großen Familien. Würzburg, 19. Mai. Die Gattin des Fuhrwerksbesitzer Döll stürzte in einen Kessel mit siedendem Wasser. Sie erlit schwere Brandwunden am ganzen Körper und starb bald darau nach entsetzlichen Qualen. 2 mal 2=4. Das ist so sicher, daß man es nicht mehr zu beweisen braucht. Daß Scotts Emulsion die beste Lebertran=Emulsion, ja überhaupt die LebertranEmulsion ist, bedarf ebenfalls keines Beweises mehr. Sie hat sich seit fast vier Jahrzehnten auf der ganzen Erde eingeführt, sich überall bestens bewährt und das Vertrauen der Aerzte wie Laien errungen. Nur bei ihr kommt das Scottsche Herstellungsverfahren zur Anwendung, auf dem die leichte Verdaulichkst Scotts Lebertran=Emulsion beruht. Sorgfältig ausgesuchte Rohstoffe werden zu Scotts Emulsion ververarbeitet, die vorher gewissenhaft geprüft werden. Kein Zweifel an der Güte, Reinheit und Wirkungskraft dieses Präparates; noch mehr zu seinem Lob zu sagen, hieße Eulen nach Athen tragen. ma hei der Fü Lan getg die im une Ebe für (P.) fiedl Beti mar der in für tu Fre lich den trag Vi se Mi S der din sen daf foe stel wir zer alle zu trä tig De ihn dauernd beschäftigen. Die Vier nahmen auf der Veranda des„Hotel de Paris“ Platz und bestellten ein Imbiß. Hämisch fragte der Colonel Dufour, der sich bisher nachlässig mit Amélies englischer Gesellschafterin unterhalten, Ruthart, auf den er eifersüchtig war: „Was sind Sie eigentlich von Beruf, Herr von Warten?“ „Ich könnte Ihnen wie Faust die Materien aufzählen, die ich studiert, keine befriedigte mich. Da warf ich alle Studien hin und reiste, lernte die Welt kennen.“ „Also ein moderner Globetrotter! Dazu gehört Geld.“ „Ja, viel Geld,“ murmelte Ruthart, und sein Blick ward finster. Seitdem sein Vater einem Schlaganfall erlegen war, und Dagobert das Gut übernommen hatte, bekam er nur seine Zinsen. Freilich, die Mutter gab und gab von ihrem Anteil. Doch das genügte nicht seinen Ansprüchen. Als Amélies Gatte aber konnte er das Leben wie einen köstlichen Trunk schlürfen. Und er liebte sie. Feuriger wurden seine Blicke und Worte. „Ich will die Ihrige sein, Ruthart,“ sagte Aémlie auf dem Heimwege,„aber von meinem Gatten verlange ich eine Tätigkeit. Ich besitze ein Gut bei Paris; dorthin wollen wir gehen und zu leben lernen.“ Er fühlte wohl, noch einmal öffnete sich ihm eine Pforte nach oven; doch sollte er Monte Carlo, dieses Paradies, meiden, um zu arbeiten? Da wars ihm, als höre er die mahnende Stimme seiner Mutter, und er sagte fest:„Ich will, Amélie, und ich danke dir!“ Ruthart konnte sich dem Zwange nicht lange fügen, das lustige, leichte Leben nicht entbehren. Nach drei Jahren zerriß er seine Bande, ertrotzte sein Vermögen von seinem Bruder, durchstreifte die Welt und trank ihre Genüsse mit lechzenden Lippen. Wieder ist er in Monte Carlo an einem lichten Frühlingstage, den letzten Rest seines Geldes hat er verspielt; er eilt auf das Postamt, um an die Mutter zu telegraphieren, sie muß ihm helfen. Der Beamte, der ihn kennt, äußerte höflich:„Vor einigen Stunden kam ein Eilbrief an monsieur, der Bote war vergeblich im Hotel!“ „Geben Sie her!“ Etwas wie Schreck durchzuckt ihn, als er seiner jüngsten Schwester Handschrift sieht. Er geht in die Anlagen und liest: „Ich teile dir mit, daß Mutter am Himmelfahrtstage nach kurzer Krankheit gestorben ist. Der Arzt sagt, an Lungenentzündung. Ich, die ich immer um sie war, weiß es besser. Sie starb am gebrochenen Herzen— um Dich, der Du ihr nur Kummer bereitet hat. Laß ihren Tod Dir zur Mahnung gereichen.“ Mit blassen Lippen murmelte er:„Unsinn! Sie starb an der Entzündung!“ Und doch ist eine Stimme in seinem Innern, die den herben Worten der Schwester recht gibt. Die rührend Gestalt der Mutter taucht vor ihm auf; zuerst nahe, dann fern von seinem Lebenswege stand sie stets bereit, tausend- und tau sendmal zu vergeben, zu helfen, unerschöpflich in ihrer Liebe Und nun ist sie tot— durch seine Schuld! Vermutlich bettete man sie heute in die Familiengruft, und er, ihr Jüngster, ist ferne, er hat den Platz unter den Leidtro genden verwirkt. Er sinkt auf eine Bank, Träne um Trän stürzt aus seinen Augen. Der Mutter Seele ist aufwärts gfahren zu Gott, er aber, er wird ewig am Boden kleben, für ihr gibt es keine Erhebung. Zehn Jahre später. Dunkle Felswände begrenzen en schmales Tal, vereinzelt stehen armselige Hütten darin, Schwei gen herrscht: nur aus dem einzigen Gasthause dringt trunkener Männer. Ein Mann nach dem andern taumelt endlich aus dem dumpfen Lokal und wird von der Frau daheim mit Scheltworten empfangen. Zuletzt kommt einer, den niemand erwartet. Seine hohe Gestalt ist gebeugt, das Haar an den Schläfen ergraut, das sicht fahl und verzerrt und doch nicht jedes Adels bar. Ruthatt von Warten ist durch alle Tiefen des Lebens gegangen, obwahl er sich deshalb haßt. Er setzt sich unter einen blühenden Kirschbaum und start vor sich hin. Die Kirchenglocken läuten das Himmelfahrtsfes ein. Sein Geist irrt in die Vergangenheit, und der Schmerz ergreift ihn über sein vergeudetes Leben, der Schmerz und der Wunsch, sich zu versöhnen. Plötzlich hört er grelle Schreie, angstvolles Rufen. Am starren Fels droben klebt ein Hüttchen, es wird von einem alten Weiblein und ihrem Enkel bewohnt. Aus dem Dache züngeln Flammen, lecken an den Wänden nieder. Und niemand ist dereit, zu retten. Da erhebt sich Ruthart, eilt hin und beginnt, auf uneberen Pfade den Fels zu erklimmen. Er stolpert empor, dringt in brennende Haus; atemlos schauen die Menschen hinauf. Da erscheint er, rauchgeschwärzt, mit dem Knaben aus dem Arme und setzt ihn tiefer auf die Matte nieder. Und wieder dringt er in das Flammenmeer, holt die Alte Aber noch ist's nicht genug, sie jammert um die Ziege. Er weidet sich, da fällt ein brennender Balken, trifft ihn, begräbt ihr unter sich. „Und seine Seele spannte Weit ihre Flügel aus!——“ Erl her der den W. geg hol gel bun 2o Ur we Gr Ur mu stel min ten