Amtl. Kreisblatt für den Stadtkreis Lüdenscheid Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Preis vierteljährlich durch die Boten und Agenturen bezogen Mk. 1.50, durch die Post trej ins haus IIIK. 1.92.— Redaktion und Expedition: Friedrichstrasse 9I. Druck und Verlag von Tilgenkamp& Ruhl(Inhaber Carl Salfe), Lüdenscheid. Amtlicher Anzeiger für den Rreis Altena. Anzeigen werden bis morgens 10 Uhr erbeten. Die einspaltige Zeile oder deren Raum koîtet 15 Pfg., Reklamen die Zeile 30 Pfo.= —(Jede Rabattbewilligung wird hinfällig bei zwangsweiser Beitreibung der Gebühren.)— Fernsprecher: 98. Telegramm-Adresse: Zeitung. Verantwortlicher Redakteur: Rudolf Behmer, Lüdenscheid. Nr. 138. Zwanzig Jahre Kaiser. 15. Juni 1908. 41. Am 15. Juni jährt sich zum zwanzigsten Male der Tag, an dem Kaiser Wilhelm II. den Thron seiner Väter bestieg und mit der preußischen Krone die des neubegründeten Deutschen Reiches erbte. Das war damals ein jugendliches Gebilde; jugendlich wie der Kaiser selbst, den mit seinen knapp achtundzwanzig Jahren der reifen Milde des Neunzigjährigen folgen zu sehen, uns in jenem unsagbar schwermütigen Frühjahr und Sommer ein Schauspiel nicht ganz ohne Bängnisse war. Seither sind beide zu ihren Tagen gekommen: das junge Reich und der junge Kaiser. An beiden ist Schweres vorübergerauscht, und mitunter hat es sie wohl auch mitgenommen. Wir haben erlebt, wie der greise Reichsbegründer aus seinen Aemtern schied; wie er, ohne den man sich gar nicht mehr ein Regiment der Welt vorstellen mochte, noch durch acht Jahre den politischen Begebnissen ein tatenloser, nicht immer froher Zuschauer blieb und dann hochbetagt, abex unversöhnt ins Grab sank. Das Reich war mittlerweile gewachsen wie jeder Organismus wächst, dem keine schleichende Krankheit am Markt saugt. Die einzelnen Stämme hatten sich einander genähert, hatten mehr und mehr ein jedes in die fremde Eigenart sich eingewöhnt. Auch wirtschaftlich waren wir erstarkt. Gewaltiges leistete der deutsche Gewerbefleiß; immer weiter dehnte sich unsere wirtschaftliche Macht, immer sichtbarlicher mehrten sich die Früchte unseres Reichtums. Indes schien es leider, als ob unsere Geltung im Rate der Nationen damit nicht immer Schritt hielt. Uns selber kam unsere auswärtige Politik mitunter sprunghaft, unstetig, leunisch vor. Im Ausland hielt man uns für unzuverlässig, abenteuerlustig, kriegerischen Unternehmungen nicht abhold. Und obwohl der Unsinn solchen Geredes mit Händen zu ergreifen war, ließ er den Nachbarn ringsum sich nicht austreiben. Ward er neben mancherlei tiefer liegenden wirtschaftlichen Momenten zum Anlaß von Koalitionen, Ententen, Zusammenschlüssen. Das alles ist natürlich nicht ohne Einfluß geblieben auf das Verhältnis von Kaiser zu Nation. Bei dem stark persönlichen Zug, den unsere Politik nach und nach angenommen hatte, konnte es zudem gar nicht fehlen, daß man auch die gelegentlichen auswärtigen Verstimmungen auf eine persönliche Ursache zurückzuführen begann. Wozu denn auch noch ab und jene unvorhergesehenen Begebnisse traten, die man unter dem Sammelnamen des Impulsivischen zu begreifen sich gewöhnt hat. So hat es in den Beziehungen zwischen Kaiser und Volk in diesen zwanzig Jahren eigentlich ein stetes auf und ab gegeben. Auf den Wellenberg ist das Wellental gefolgt und umgekehrt; auf Zeiten, da Herrscher und Nation in Einmütigkeit sich fanden, wieder andere, in denen sie— schmerzlich für jeden Patrioten— verständnislos aufeinander vorübergingen. Dennoch wurde in Kern und Wesen an unserem bis in die Wurzeln monarchischen Volk dadurch nichts geändert. Das wurde in mitunter wahrhaft erschütternder Form erst vor ein baar Jahren offenbar, als den Kaiser eine langwierige Krankheit befallen hatte, über deren Natur auch die Sachverständigen und Nächsten eine Weile bange Zweifel hegten. Und jeden Augenblick würde es sich von neuem zeigen, sobald irgendwelche Gefahr von draußen oder drinnen den Kaiser bedrohte. Wir durchleben im Moment ja nicht eben besonders erfreuliche Tage. Die Bündnis= und Reisepolitik des englischen Oheims, das dreiste Intrigenspiel, das fortgesetzt uns zu Leide in Paris gemischt wird, haben eine dumpfe, gespannte Atmosphäre erzeugt, die von der Möglichkeit der Entladung in den letzten Wochen leeblatt. Roman von Arthur Zapp. (Nachdruck verboten.) (17. Fortsetzung.) Großes Interesse für die Geschicke der neuen Firma zeigte Herr Genrich. Er stattete dem jungen Kaufman nfast täglich Besuche in seinem Koctir ab, um sich nach dem Gang des Geschäfts zu erkundigen. Die größte Genugtuung gewährte es dem alten Herrn, wenn er dem jüngeren aus dem Schatz seiner geschäftlid'en Erfahrungen einen Rat erteilen konnte. Ja, er erbot sich ein paarmal, als Ewald Bohm früher als üblich sein Kontor cerlassen mußte, weil ihn einer seiner Kunden bestellt hatte, der weil er nach dem Bahnhof mußte, um einen ihm wegen schlechter Ware zur Verfügung gestellten Waggon in Augenschein zu nehmen, im Kontor zu bleiben und für ihn die Bürotunden abzuhalten und eventuelle Bestellungen anzunehmen. Als der Hausbesitzer und ehemalige Holzhändler schließlich nach mancherlei Wahrnehmungen und nach Einsicht in die Geschäftsdücher ersehen hatte, wie schwierig die Lage des jungen Geschaftsinhabers war und welchen verzweifelten Kampf er führte, am an seiner Zahlungsfähigkeit keinen Zweifel aufkommen zu lhen, und seine kaufmännische Ehre rein und makellos zu erhalten, machte er ihm Vorwürfe, daß er sich nicht schon längst an on gersandt habe. Gelegentlich kleine Verträge zur Ultimorezulierung von ihm anzunehmen, dürfte er doch auch bei der großten Gewissenhaftigkeit kein Bedenken tragen. Und so kam es, daß Ewald Bohm ein paarmal, wenn auch nur in der äußersten ot, von dem freundlichen Anerbieten des Hausbesitzers Gedlauch machte. Aber er machte es sich zum Gesetz, diese gelegentlichen Darlehen immer in kürzester Frist wieder abzutragen. Als der Winter kam, und mit ihm Frost und Kälte, risierte Ewald Bohm einen größeren Abschluß. Io, er hatte sogar die Genugtuung, daß ein Vertreter der Heinze=Grube aus Senenberg bei ihm erschien und ihm eine vorteilhafte Offerte machte. Seine bisherigen Bestellungen hätten ihnen bewiesen, vielleicht nicht ganz fern gewesen ist. Die dunklen Wolken— so darf und so soll man hoffen— werden wieder vorüberziehen. Sollte fremder Tücke aber doch das Spiel gelingen, so würde die neidische und feindliche Welt sehen, wie das ganze Volk ohne Unterschied der Parteiung, der Konfession und des Stammes um den Kaiser sich scharte. Das ist die selbstverständliche Treue, die die Nation ihrem geweihten Repräsentanten zu bezeugen hat und in der sie sich selber ehrt. An ihr hat es in den zwanzig Jahren bisher nicht gefehlt. Sie wird auch künftighin nicht vermißt werden. Deutsches Reich. Berlin, 13. Juni. Eine Berliner Korrespondenz will von zuverlässiger Seite erfahren haben, daß der Kaiser den ihm vorgelegten Spruch des Ehrengerichts gegen den Grafen Wilh. Hohenau bestätigt hat. Der Spruch des Ehrengerichts, dessen Vorsitzender General von Löwenfeld war, lautet, wie seinerzeit gemeldet, auf Entfernung aus dem Heere. Es ist das die schärfste Strafe, weil sie den Verlust von Titel und Uniform nach sich zieht. Deutsch=Ostafrika als Kautschukland. Unter den Ausfuhrprodukten Deutsch=Ostafrikas steht der Kautschuk an allererster Stelle. Wie ein in der Gummizeitung wiedergegebener Bericht des Kaiserlichen Gouverneurs in Dar=es=Salaam mitteilt, belief sich der Wert des exportierten Rohkautschuks im Jahre 1906 auf fast 2 400 000 M. Die Kautschukgewinnung wird sowohl an der Küste als im Süden der Kolonie bis in die Gegend von Tabora von den Eingeborenen eifrig betrieben und gibt ihnen guten Verdienst. Der größte Teil des über die Küste ausgeführten deutsch-ostafrikanischen Kautschuks geht direkt nach Deutschland, während seit 1904 die ehemals beträchtliche Ausfuhr über Sansibar um 70 v. H. zurückgegangen ist. Von der Binnengrenzausfuhr geht nicht ganz die Hälfte des Rohkautschuks nach Deutschland. Jedenfalls ist Rohkautschuk eines der aussichtsreichsten Er zeugnisse Deutsch=Ostafrikas. Eine Abnahme der wilden Kautschukpflanzenbestände war nur im Bezirk Udjidii wahrzunehmen. Der Kautschuk wird dort aus den Wurzeln gezapft, und dies Verfahren war in der Zeit der ehemaligen Sultanshersschaft als Rabban ausgeübt worden, nunmehr beginnt infolge der deutschen Schonverordnung bereits Besserung Platz zu greifen. An der Küste wird als Kautschukpflanze ausschließlich der Manihot Glaziovii angebaut; auch die Eingeborenen haben die Bedeutung dieser Kulturen gewürdigt und legen gleichfalls Plantagen an. Ein Urteil über die Zukunft dieser jungen Betriebe ist vorläufig noch nicht zu gewinnen, doch läßt die zunehmende Ausfuhr über Tanga ersprießliche Ergebnisse erhoffen, sodaß der deutsche Bedarf an Rohkautschuk vielleicht bald durch die Produktion Deutsch=Ostafrikas gedeckt sein wird. Die Handelseinheit, das„Frasilia“, entspricht 35 englischen Pfund und gilt an der Küste 65—80 Rupien. Im allgemeinen erzielen die Produkte des Südens höhere Preise. Am wertvollsten ist der Rohkautschuk aus dem Tanganjikagebiet(80—90 Rupien für das Frasila), wobei allerdings in Betracht zu ziehen ist, daß sein Wassergehalt infolge des langen Transportes ein erheblich niedrigerer ist. Kundschau im Husland. Marokko. Paris, 13. Juni. Der französische Staudpunkt in der Angelegenheit des marokkanischen Dynastiestreits wird folgendermaßen präzisiert: Tanger ist nach wie vor der Platz, wo das diplodaß er Vertrauen zu dem Heinze=Brikett habe. Da er prompt abgenommen und ebenso prompt reguliert habe, habe man auch Vertrauen zu ihm und seiner Tätigkeit. Da er sich für ihr Fabrikat besonders zu interessieren scheine, so solle er doch die ganze Produktion, täglich acht Waggons, übernehmen. Die Grube sei bereit, einen Generalvertrag mit ihm abzuschließen. Darnach müsse er sich verpflichten, die ganze Produktion abzusetzen. Die Grube wolle ihm dafür eine besondere Vergünstigung gewähren. Sie wolle ihm den Waggon für den Minimalbetrag von 75 Mk. abgeben. Das, was Ewald drüber erziele, solle zwischen ihm und der Grube zu gleichen Teilen geteilt werdn. Dem jungen Kaufmann schoß das Blut ins Gesicht vor Freude und stolzer Genugtuung. Das Vertrauen, das man ihm mit dieser Offerte bewies, ehrte ihn und schmeichelte ihm sehr. Zugleich kannte er auch die Tragweite eines solchen Vertrags. Das Risiko war gering, gleich Null, der Grundbetrag von fünfundsiebenzig Mark in jedem Fall, auch bei der schlechtesten Konjunktur mit Sicherheit erzielbar. Dagegen war es wahrscheinlich, daß er bei einem einigermaßen guten Winter zwanzig Mark und darüber erzielen würde, um so mehr, wenn es seinen Bemühungen ferner gelang, für das Heinze=Brikett immer mehr Vropaganda zu machen und Käufer zu ifnden. Er hatte also Chancen, allein aus den Heinze=Briketts auf seinen Anteil 80 Mark und darüber verdienen zu können. Welch eine Chance, welch ein Glücksfall für ihn, den Anfänger! Und dennoch! Ein Seufzer löste sich von der schwer atmenden Brust, als der Vertreter der Heinzegrube nun die Frage an ihn richtete: Was sagen Sie zu unserer Offerte? Da werden Sie sich doch nicht lange bedenken!" Er konnte, er durfte das verlockende Anerbieten nicht annehmen. Es ware unentschuldbar leichtsinnig, ja, gerade gewissensos gewseen. Wo sollte er die Mittel hernehmen, um immer rechtzeitig die fälligen Zahlungen zu leisten? Nein! Er konnte nicht doran denken, einen solchen Abschluß zu machen. Und so lehnte er denn schweren Herzens ab, ohne gerade den wahren Grund zu ofsenbaren. Er möchte erst noch mehr Erfahrungen mit dem matische Korps mit den anerkannten Vertretern des scherefischen Reiches verkehrt. Europa kann, um die Reformen von Algeciras durchzuführen, sich diesen diplomatischen Verkehr beschränken. Erst wenn infolge des Verschwindens der Regierungsvertretung des, Sultans Abdul Asis jener Verkehr unmöglich würde, befände sich das diplomatische Korps vor neuer Sachlage. Die Vorgänge in der im Innern von Marokko gelegenen Stadt Fez haben für Europa nur sehr bedingtes Interesse. Tanger, 13. Juni. Der deutsche Gesandte in Tanger ernannte den Kaufmann Neudörfer, den jetzigen Vizekonsul in Rabat, zum kaufmännischen Sachverständigen für die internationale Entschädigungskommission in Casablanca. Ueber die Zusammenkunft König Sduards mit dem Zaren haben sich noch einmal Ministerpräsident Stolypin und der Minister des Aeußern, Iswolsky, in einem Deutschland sehr freundlichen Sinne zu einigen Vertreter auswärtiger Blätter geäußert. Hierzu meldet der Telegraph: Petersburg, 12. Juni. Bevor Iswolsky und Stolypin gestern Reval verließen, empfingen sie noch an Bord verschiedene auswärtige Korrespondenten. Iswolsky betonte, die Bedeutung der Revaler Entrevue als Befestigung der Freundschaft beider Länder, sowie als glänzender Ausgang der vorangegangenen Arbeiten beider Regierungen. Doch habe das jetzt erzielte Einverständnis mit England nichts mit anderen Staaten Bedrohliches an sich. Stolypin äußerte sich im selben Sinne und fügte hinzu, daß die friedlichen Beziehungen zu Deutschland als nächstem Nachbar wie bisher gewahrt bleiben werden. Die Zusammenkunft des Zaren mit Präsident Fallieres wird neuesten Bestimmungen zufolge auf der Revaler Reede am 3. August stattinden. Ferner wird von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß die Regierungskreise der Zusammenkunft sehr große Bedeutung beimessen. Stolypin hat dreimal, jedesmal über 20 Minuten, mit dem König von England gesprochen, von dem er besonders ausgezeichnet wurde. Während der langen Unterredungen zwischen dem König und dem Zaren sollen alle Rußland interessierenden Fragen in einer vorbereitenden Form besprochen worden sein. Vom Huldigungsfeltzuge in Wien. Ganz Wien steht noch unter dem Eindruck des großartigen Huldigungszuges. Ein Bericht meldet im Anschluß hieran noch folgendes: Wien, 12. Juni. Einen überwältigenden Eindruck rief die letzte Phase des Festzuges hervor. Als die letzten Worte der Ansprache des Bürgermeisters an den Kaiser verhallt waren, setzten alle Glocken der Kirchen Wiens ein, um mit dem Hoch des Bürgermeisters und der Volksmassen, sowie mit dem„Gott erhalte Franz den Kaiser“ der Sänger einen mächtigen Schlußaktord zu bilden. Nach dreistündigem Aufenthalt auf dem Festplatze kehrte der Monarch mit der gesamten Familie in die Hofburg zurück. Inzwischen hatte der Festzug den Weg fortgesetzt und kehrte zum Ausgangspunkt in den Prater zurück, wo die Auflösung erfolgte. Es soll noch betont werden, daß der Zug der Nationalitäten, den man eigentlich gleichsam als Nebensache behandelte, vollwertig neben den historischen gestellt werden kann, ja, daß er sogar an Bedeutsamkeit und Reichhaltigkeit den historischen übertraf. Auch der Kaiser, der den Brikett sammeln. Vielleicht später einmal Vorläufig könne er sich nur dazu verstehen, für zwei Waggon täglich bis Ende März nächsten Jahres abzuschließen. Das glänzende Anerbieten aber lag ihm noch lange im Sinn, und er grübelte unablässig wie er das erforderliche Kacital beschaffen könnte. Mehr als einmal kam ihm der Gedanke an Herrn Genrich. Aber er kämpfte die Versuchung, sich an den alten Herrn zu wenden, immer wieder tapfer hinunter. Sein Stolz und seine Gewissenhaftigkeit litten es nicht, an die Hilfe des Hausbesitzers zu appellieren. Lieber im kleinen weiterarbeiten und sich auf seine eigene Kraft verlassen als sich auf einen anderen stützen und leichtsinnig das Geld eines anderen aufs Spiel setzen! Das Glück wollte, daß der Winter ziemlich streng war. Es war ihm ein leichtes, die zwei Waggons täglich abzusetzen. Dazu kam, daß die gute Qualität der Heinze=Briketts dank seinen Bemühungen immer mehr anerkannt wurde, um so mehr, als die Fabrik auf sein Anraten gewisse Verbesserungen bei der Produktion eingeführt hatte, die das Fabrikat fester und widerstandsfähiger machten gegen die Einflüsse der Witterung und ihm ein besseres Aussehen verliehen. Er hätte leicht das Doppelte verkaufen können, wenn ihm nur größere Mittel zur Verfügung gestanden hätten. Neuerdings fing er auch an, um sein Absatzgebiet zu vergrößern und Abschlüsse für die nächste Saison vorzuberiten, größere Kohlenfirmen zu besuchen. Und so führte ihn sein Weg auch eines Tages in das Kontor von Ziegler und Scholz. Fräulein Meta steckte ihre gewinnendste Miene auf, als der hübsche Herr das Kontor betrat. Sie war nicht wenig erstaunt, daß der junge Mann ihr stumm gegenüberstand und an ihr vorbei nach dem Pult sah, an dem die Kollegin fleißig ohne aufzublicken, Avise schrieb. Dabei spiegelte sich in seinen Mienen ein so grenzenloses Erstaunen und eine so sichtbare Erregung, als habe er wer weiß was Merkwürdiges erblickt. Der fremde Mann chien endlich zu sich zu kommen. „Entschuldigen Sie," stotterte er.„Ist vielleic historischen Teil des Festzuges in allen Einzelheiten besser als die meisten zu würdigen verstand, zeigte hohe Freude beim Vorbeiziehen der Gruppen, die seine vielgestaltige Bevölkerung zeigten. Von den vielen Bildern, die vom Festzuge aufgenommen wurden, dürften gerade die der bewegten in der Landestracht vorüberziehenden Volksgruppen den meisten Beifall finden. Wien, 13. Juni. Wie die Korrespondenz„Wilhelm“ berichtet, hat der Kaiser die gestrigen Feierlichkeiten ohne die geringsten Ermüdungen mitgemacht. Trotz der schweren Anforderungen, die der gestrige Tag an den Kaiser stellte, ist sein Befinden ausgezeichnet. Dem Umfange der Maßnahmen der Sicherheitsbehörden und der Wiener Freiwill. Rettungsgesellschaft ist es hauptsächlich zu danken, daß der Festzug ohne die geringste Störung verlief. Die Rettungsgesellschaften leisteten insgesamt in 500 Fällen Hilfe. International. Bergarbeiterkongress Paris, 11. Juni. Der Kongreß beschäftigte sich in seinen heutigen Verhandlungn, die von Cavrot=Belgien geleitet wurden, mit der Frage der Verstaatlichung der Bergwerke. Zu Grunde lag ein deutscher Antrag, der die Nationalisierung der Bergwerke für erforderlich erklärte, um den Gewinn aus dem Betriebe der Nation zu sichern und um allen Raubbau in den Gruben zu verhüten. Den Arbeitern müsse aber das völlig freie Koalitionsrecht gesichert werden. Im gleichen Sinne bewegte sich eine französische und eine belgische Resolution. Zur Begründung der deutschen Resolution wies Janschick (Alter Verband) darauf hin, daß die Kohlen als Naturschätze der Allgemeinheit gehörten. Die reichen Gewinne der Bergwerkgesellschaften(Steinkohle, Braunkohle, Kali) müßten dem Staate zufallen, der den Betrieb durch Zusammenlegung kleiner Grubenfelder, durch Ausnutzung der stillgelegten Gruben viel rentabler gestalten könnte. Die Befürchtungen, daß bei Staatsbetrieb den Arbeitern das Koalitionsrecht beschränkt werden könne, seien übertrieben. Erstens seien die Bergarbeiter unter dem Regime des Privatkapitals nicht verwöhnt und dann sei der Landtag da, dessen Kontrolle sich um so wirksamer gestalten werde, als es der Arbeiterklasse gelinge, das gleiche Wahlrecht zu erobern und mehr Vertreter als jetzt in das Abgeordnetenhaus zu senden. Das Lamento der Besitzenden über den„Raub“ ihres Eigentunis, wenn die Bergwerke nationalisiert würden, komme nicht in Betracht, denn die Allgemeinheit nehme ihnen nur wieder ab, was ihnen widerrechtlich gegeben worden sei. (Bravo.) Der Vertreter der polnischen Bergarbeiterorganisation, Soczinski, erklärte, daß die Polen gegen den deutschen Antrag stimmen müßten. Im Prinzip seien sie Anhänger der Verstaatlichung, aber sie dürften nicht dem preußischen Staate eine neue Waffe selber in die Hand drücken, der sie, wie die Enteignungsvorlage und der§ 7 des Vereinsgesetzes beweise, als Staatsfeinde behandele. Der§ 7 sei auf besonderes Betreiben der Bergherren des Ruhrreviers in das Gesetz aufgenommen worden. Die polnische Organisation solle verhindert werden, an die unorganisierten Landsleute heranzukommen, was nur unter Benutzung der Muttersprache möglich sei. Minister von Bethmann=Hollweg habe zwar zugesagt, daß der§ 7 auf Gewerkschaftsversammlungen keine Anwendung finden solle, der Regierungspräsident von Arnsberg aber habe auf eine Anfrage der polnischen Gewerkschaftsorganisation die Erfüllung dieses Versprechens abgelehnt. (Hört! Hört!) Jarolim=Oesterreich, Choquet=Frankreich und DesjardinsBelgien traten für die drei Resolutionen ein.(Beifall.) Gegen die Stimmen der Polen wurden drei Resolutionen angenommen. Einstimmig angenommen wurden weiter eine englische, französische und belgische Resolution, die die Einführung einer Altersversicherung für die Bergarbeiter und ihre Verbesserung, wo sie besteht, fordern. Zur Versicherungsgesetzgebung wurde folgende Resotulion der Deutschen angenommen: Durch die Gesetzgebung muß den Bergarbeitern für die Dauer einer vorübergehenden Krankheit oder für dauernde Arbeitsunfähigkeit(Invalidität) eine zur anständigen Lebensführung ausreichende Rente gesichert werden. Ebenso ist für die Hinterbliebenen der verunglückten oder gestorbenen Bergleute eine ausreichende Rente gesetzlich festzulegen. Paris, 11. Juni. In der Nachmittagssitzung wurde die Debatte über die Altersrentenversorgung und die Versicherungsgesetze fortgesetzt. Langhorst=Deutschland sagt: Es ist die Meinung verbreitet, daß Deutschland in Bezug auf die Altersversicherung allen anderen Staaten voraus sei, daß Deutschland überhaupt hinsichtlich Sozialpolitik an der Spitze marschiere. Das entspreche aber nicht der Wahrheit, sondern stelle nichts anderes dar, als eine offizielle deutsche Heuchelei, eine offizielle Lüge, die man immer wieder in die Welt hinausposaune. Die deutsche Delegation unterstütze die Debatte, um dem deutschen Altersrentenwesen die ihm gebührende Kritik angedeihen zu lassen. Jedenfalls sei es unrichtig, wenn behauptet werde, Deutschland habe seine Reichsversicherung der Arbeiterfreundlichkeit der Unternehmr zu verdanken. Die Triebkraft habe vielmehr in der Einheitlichkeit der deutschen Arbeiterbewegung ihren Ursprung; nicht zuletzt auch sei die Entwickelung der deutschen Arbeiterversicherung darauf zurückzuführen, daß die Arbeiterbewegung in Deutschland von Anbeginn gewerkschaftlich und politisch einen selbständigen Charakter getragen habe und daß sie immer von sozialistischem Geiste beseelt gewesen sei. Der deutsche Delegierte Witt kritisiert die Verhältnisse im deutschen Knappschaftswesen und weist auf die Verschlechterungen bin, die die Knappschaftsnovelle gebracht habe. Von diesen Verschlechterungen würden namentlich die Mitglieder des Bochumer Allgemeinen Knappschaftsvereins betroffen, der im übrigen in Deutschland die höchsten Renten gewähre. Beim niederschlesischen Verein und bei den übrigen Knappschaftsvereinen seien die Verhältnisse wesentlich ungünstiger. Zu Tagspräsidenten des Kongresses für die morgige Sitzung wurden gewählt: Edwards(Großbritannien), Bartuel (Frankreich) und Graf(Deutschland). Paris, 12. Juni. Der internationale Bergarbeiterkongreß nahm einen Antrag an auf Schaffung einer Inspektion durch Kontrolleure, deren Mitglieder aus den Reihen der Arbeiter hervorgegangn, von diesen ernannt sein sollen und darin bestehen soll, die häufigen Grubenunglücksfälle zu verhüten. Der Kongreß stimmte sodann unter begeisterten Kundgebungen dem Antrage der französischen und englischen Delegierten zu, der sich gegen die Kriege ausspricht. Die östereichischen Delegierten lehnten es ab, sich an der Diskussion über diesen Gegenstand zu beteiligen und erklärten, diese Frage gehöre vor einen politischen Kongreß. Lokales und Allgemeines. Kriegerfest. Unter starker Beteiligung fast sämtlicher Krieger=Vereine des Kreises Altena feierte gestern der Kriegeroerein der Landgemeinde Lüdenscheid das Jubelfest seines 25jährigen Bestehens, zugleich mit der Weihe der neuen der dritten Kompagnie verliehenen Fahne. Wohl an die 25 Vereine mit ihren Fahnen und Standarten hatten sich mit dem festgebenden Verein verbunden, um diese Feier und diesen Weiheakt zu einer imposanten Kundgebung deutscher Vaterlandsliebe, echt preußischer Königstreue und deutschen Soldatengeistes zu gestalten. Wohl keiner war zurückgeblieben, der nur irgend gekonnt hatte, auch die ältesten Krieger hatte es nicht zu Hause gelitten, Auf dem Karlsplas nahmen die Vereine Paradeaufstellung. Einen besonderen Anblick gewährte der äußerste rechte Flügel der Aufstellung; dort stand eine stattliche Schar junger aktiver Soldaten. Wohl alle Waffengattungen der deutschen Armee, standen da in Reih und Glied, ein buntes aber harmonisches Bild. Das waren die Söhne des Bezirks der festgebenden Vereine, die auf ein Gesuch an ihre Regimenter zur Teilnahme an diesem Ehrentag beurlaubt worden waren und nun durch ihre Uniformen dem ganzen einen farbenfrohen Einschlag gaben. 2,45 Uhr erschien der Kommandeur des Landwehrbezierks Siegen, Herr Oberstleutnant Aschenborn, und schritt, unter Begrüßung der Vereine, die Front sämtlicher Glieder ab. Dann hielt er etwa folgende Ansprache: Kameraden! Es ist mir eine herzliche Freude, der Aufforderung Eures ersten Herrn Vorsitzenden Folge leisten und dieser 25jährigen Jubelfeier beiwohnen zu können. Ihm und Euch sage ich meinen herzlichsten Dank. Sodann beglückwünsche ich Euch, Alt und Jung, zu dem, was Ihr, in den verflossenen Jahren erreicht habt durch die treueste Hingabe an das den Kriegervereinen vorgesteckte Ziel, die echte Soldatenliebe zu Kaiser und Reich zu pflegen. Unter der vorzüglichen Leitung Eures Herrn Vorsitzenden ist das in vollstem Maße gelungen. Für die Güte Eurer Vereinen bürgt mir schon der eine Name„Opderbeck“. Ich freue mich zu hören, daß die alten Kameraden, die dem Verein seit Gründung durch die langen 25 Jahre angehören, mit einer besonderen Auszeichnung in Form einer Denkmünze beehrt werHerren Chefs zu sprechen? Ich wollte mir gestatten, eine Offerte zu machen." Fräulein Meta verschwand in das Bureau des Chefs. Wanda von Sterneck aber blickte bestürzt, erschrocken auf. Der Klang der Stimme hatte ihre Aufmerksamkeit erregt. Eine jähe Röte ergoß sich in ihr Gesicht, als sie den Jugendfreund erkannte, und unwillkürlich machte sie eine Bewegung, als wollte sie von ihrem Drehschemel emporspringen und den Freund begrüßen. Aber das Bewußtsein der Situation kam ihr rasch zurück, und so verharrte sie auf ihre Platz und senkte das erglühende Gesicht und die flirrenden Augen tief auf ihre Arbeit. Da kehrte auch schon die ältere Buchhalterin zurück und deutete mit freundlichem Lächeln nach der Tür. „Bitte, wollen Sie eintreten!“ Darauf, als der junge Mann in das Privatkontor des Chers verschwunden war, trat sie an das Pult der Kollegin. „Was hatte denn der?" wisperte sie der Errötenden zu. „Kennen Sie ihn denn?" Wanda zuckte mit den Schultern und tat, als ob sie nicht verstünde. Ihr Herz aber klovte hoch auf, und ein Sturm widerspruchsvoller Empfindungen tobte in ihrer Brust, so daß sie Mühe hatte, äußerlich ihre Ruhe zu bewahren und ihre Arbeit unter den spähenden Blicken der Kollegin wieder aufzunehmen. Nach einer Viertelstunde ungefähr kehrte Ewald Bohm aus dem Privatbureau zurück. Sein Blick flog forschend, fragend nach der jüngeren Buchhalterin hinüber. Aber sie hielt ihre Augen fest auf die Arbeit auf ihrem Pult gerichtet und kämpfte mit heldenmäßiger Anstrengung die Versuchung hinunter, die Erscheinung des Freundes noch einmal in sich aufzunehmen und ihn mit einem letzten Blick zu grüßen. Den ganzen Tag über befand sie sich in nicht geringer Aufregung und tausend Fragen und Gedanken schossen ihr durch den Kopf. Wie war es ihm in all der Zeit ergangen? Hatte er gewußt, daß sie Buchhalterin geworden und in der Firma Ziegler und Scholz angestellt war? Was dachte er von ihr? Hatte auch er noch die freundschaftlichen, innigen Empfindungen für die, die bei seinem unerwarteten Anblick sofort in ihr heiß und beglückend aufgewallt waren? Würde sie ihn wiedersehen, würde er Gelegenheit suchen, sich ihr zu nähern? Als sie am Abend nach Kontorschluß sich auf den Heimweg machte und von der Friedrichstraße in die Leipzigerstraße einbog, trat Ewald seinen Hut lüftend, an sie heran. Sie war nicht im mindesten überrascht. Ja, sie hatte in herzklopfender Spannung darauf gerechnet. Mit einem hastigen, verstohlenen Seitenblick nahm sie wahr, in welcher Erregung er sich befand. Sein Gesicht war ganz blaß, utd seine Stimme zitterte hörbar. „Verzeihung, Fräulein von Sterneck,“ sagte er.„Da mir der Zufall das Vergnügen verschaffte, Sie nach so langen Jahren wieder zu sehen, hätte ich mir gern erlaubt, mich nach Ihrem Befinden zu erkundigen und nach dem Ihrer werten Familie.“ Sie hatte bei diesen förmlichen Worten die Empfindung einer Enttäuschung. Aber im nächsten Moment schallt sie sich töricht und ungerecht. Wäre es nicht taktlos gewesen, wenn er nach so langer Zeit an Vergangenes angeknüpft und einen vertraulicheren Ton angeschlagen hätte, von dem er nicht wissen konnte, ob er ihr angenehm sein würde oder nicht? Sie berichtete von ihren Eltern und von ihren Brüdern und daß sie selbst seit beinahe einem Jahr Buchhalterin sei, da sie sich geschämt hätte, müßig zu gehen und da sich jetzt so viele jung Damen dem kaufmännischen Beruf widmeten. Er nickte und entgegnete mit freudigem Gesicht: „Es freut mich, daß ich Sie also gewissermaßen als Kollegin begrüßen kann." Sie lächelte und fand rasch ihre Unbefangenheit wieder. „Ist es nicht drollig," erwiderte sie, daß wir uns als Kollegen wiederfinden und daß unser gemeinsamer Beruf uns wieder zusammengeführt hat?... Bei welcher Firma sind Sie denn jetzt tätig?" Als er mit einigem Stolz erzählte, daß er sich seit dem Herbst etabliert habe, reichte sie ihm freundlich die Hand. „Da gratuliere ich von Herzen und wünsche Ihnen alles Glück. Hoffentlich ist es Ihnen gelungen, auch mit unserer Firma ein Geschäft abzuschließen.“ Er nickte froh. „Allerdings... Herr Ziegler war so freundlich, mit mir einen größeren Abschluß zu machen. Dreißig Waggon HeinzeBriketts monatlich, vom 1. Mai ab." Ein Strahlen ging über das Gesicht der jungen Buchhalterin. „Da werden wir also in Korrespondenz miteinander treten, Herr Bohm.“ „Freilich, Sie werden mir Aufgaben machen, und ich werde Ihnen Avise schreiben." Und dann schüttelte er mit dem Kopfe, als könne er sich nicht genug über die merkwürdige Situation wundern, und seine freudige Bewegung klang aus dem Ton seiner Stimme.„Wunderbar, wirklich wunderbar! Wer hätte vor den sollen. Tragt sie in Ehren, zur eigenen Genugtuung und zur Nacheiferung der jungen Kameraden. Besonders beglückwünschte ich die 3. Kompagnie! Zum Ausdruck seiner höchsten Anerkennung und vollsten Zufriedenheit mit deren stets so vorzüglicher Führung hat ihr Se. Majestät diese Fahne, das höchste Ehrenzeichen für einen Kriegerverein, verliehen. Ich weihe diese Fahnmit dem Wunsche, daß sie stets das Symbol treuester Pflichterfüllung und selbstlosester, opfermütigster Hingabe an König und Vaterland, Kaiser und Reich sein möge. Drücken wir unserem herrlichen Kaiser, zur eigenen Ehrung und zur Nacheiferung für unsere Mitmenschen, unsere Gefühle treuesten Soldatengeistes aus indem wir aus vollstem Herzen rufen: Se. Majestät unser Kaiser und König und oberster Kriegsherr Hurrah, Hurrah. Hurrah. Dreifach scholl das schmetternde Echo aus hunderten alter Soldatenkehlen, dann setzte die Musik mit der Nationalhymne ein. Darauf übergab der Herr Bezirkskommandeursdie Fahne dem Vorsitzenden der 3. Kompagnie, oder, wie es von jetz ab heißt, des Kriegervereins Brügge, Herrn F. W. Muth. Dieser übernahm die Fahne mit dem Ausdruck herzlichen Dankes an Herrn Oberstleutnant Aschenborn und unter dem Gelöbnis unverbrüchlicher Treue zu Kaiser und Reich. Darauf wurde die jetzt entrollte neue Fahne dem Verein überbracht. Nun hieß es: Vortreten die Mitglieder, die dem Verein seit 25 Jahren angehören. Etwa 90 waren es an der Zahl, darunter viele alten Krieger, die die wohlverdiente Auszeichnung erhielten, während Herr Oberstleutnant Aschenborn persönlich die Medaillen an die ordensbedeckte Brust des 1. Vorsitzenden, Herrn Amtmanns und Leutnants a. D. Opderbeck, heftete. Nun setzte sich unter den Klängen der verschiedenen Musikkorps der Zug in Bewegung nach dem Schützenhause. Doch nein Erst galt es einer Ehrenpflicht zu genügen. Am Kriegerdenkmal nahmen die Vereine noch einmal Aufstellung. In wenigen ernsten und eindringlichen Worten gedachte Herr Peter Robert Plate der für König und Vaterland im Kampf Gefallenen und legte, während die Musik den Choral:„Ich bete an die Macht der Liebe“ intonierte und alles die Häupter entblößte, einen schlichten Lorbeerkranz am Fuße des Denkmals nieder. Kein militärisches Fest, auch bei den Kriegervereinen, ohne einen schneidigen Parademarsch. So nahm denn der Herr Oberstleutnant und Bezirkskomandeur Aufstellung einige hundert Meter vor dem Schützenhause und ließ die Vereine im Parademarsch passieren. Hei, wie die alten Soldatenaugen freudig blitzten, und die Beine flogen. Wahrhaftig, man braucht nicht bange zu sein um unser Vaterland, solange dieses Soldatenblut noch durch Alt und Jung rollt. Und das wird es tun, solange e3 Deutsche gibt. Jetzt war's aber auch höchste Zeit, daß alles unter Dach und Fach kam, denn eben war der Parademarsch vorüber, als der bis dahin gnädige Himmel seine Schleusen öffnete. Doch konnte das der gehobenen Feststimmung keinen Eintrag tun, die nun in der geräumigen Halle Platz griff. Dort war vorsorglich alles eingerichtet, jeder Verein nahm den ihm zugewiesenen Tisch ein und zuerst beim dampfenden Kaffee, dann beim schäumenden Bier wickelte sich das Fest weiter ab. Von einer umfangreichen Ausschmückung der Festhalle hatte man abgesehen, umso eindrucksvoller wirkten die Fahnen, die man in Ausführung einer sehr gelungenen Idee an den mächtigen Pfeilern befestigt hatte. Nachdem der erste Sturm sich gelegt hatte, betrat Herr Peter Robert Plate das Rednerpult zu einer Begrüßungs=Ansprache, Er begrüßte die erschienenen Spitzeneder militärischen und kommunalen Behörden, die auswärtigen Vereine, die alle in treuer Kameradschaft der Einladung des festgebenden Vereins gefolgt seien und schloß mit einem brausend aufgenommenen Hoch auf die Kameradschaft. In Abwechselung mit Musikstücken erfolsten noch mehrere Ansprachen von Vertretern auswärtiger Vereine die deren Glückwünsche überbrachten und Fahnennägel für die neue Fahne überreichten. So überbrachte Herr Rektor Schellewald aus Halver im Namen des 1. Vorsitzenden des Verbandes der Kriegervereine von Lüdenscheid und dem Volmegebiet, des Herrn Kommerzienrat Turck, der zu seinem Bedauern am Erscheinen verhindert sei, die Glückwünsche dieses Verbandes und überreichte 3 Fahnennägel im Auftrag der 3 Kompagnien von Halver. Brausender Beifall erklang, als Herr Amtmann Opderbeck verkündete, daß der Verband der Kriegervereine der Landgemeinde Lüdenscheid die Herren Oberstleutnant Aschenborn, Kommerzienrat Turck und Landrat Dr. Thomee zu Ehrenmitgliedern ernannt habe. In bewegten Worten statteten Herr Overstleutnant Aschenborn wie auch der inzwischen erschienen: Herr Landrat Thomee ihren Dank ab für die ihnen zuteil gewordene Ehrung. Den Höhepunkt der Feier aber bedeutete es, als Herr Peter Robert Plate in zündenden Worten die Verdienste des Herrn Amtmanns und Leutnants a. D. Opderbeck um die fünf Jahren gedacht, daß wir einmal geschäftlich miteinander korrespondieren würden!" Auch sie lachte herzlich. „Ja, es ist zu komisch! Herwarth wird große Augen machen, wenn ich ihm davon erzähle." Ihre letzte Bemerkung rief eine Erinnerung in ihm wach. Er erzählte ihr von seiner Begegnung mit ihrem Vater im Kontor der Firma Oskar Müllheim und Kompagnie. Wanda errotete und senkte schweigend ihr Haupt. Ihre Mutter hatte ihr eines Abends anvertraut, in welch schwerer Tätigkeit ihr Vater in hochherziger Selbstverleugnung gefrondet hatte. Er sah ihre Bewegung und feinfühlig ihre Ursache ahnend, schlug er rasch ein anderes Thema an. Wie gefällt es Ihnen denn in Ihrer Stellung?" Wieder errötete sie. Seine Frage brachte ihr die Schwierigkeit ihrer Lage zum Bewußtsein, wie sie fast tagtäglich im schweren Kampfe stand zwischen den Pflichten der Buchhalterin und ihrer Mädchenehre. Sollte sie ihm die Wahrheit sagen, sollte sie ihm die geheimen Sorgen, die ihr das Herz bedrückten und ihr jeden Tag zur Qual machten, enthüllen? Nein! Gerade ihm gegenüber konnte sie es nicht über die Lippen bringen, und so half sie sich mit ein paar allgemeinen Erklärungen über ihre schäftlichen Obliegenheiten und über ihre Beziehungen zu ihrem nächsten Vorgesetzten, dem Kassierer, und ihrer Kollegin Fraulein Meta Wagner. Auch diesmal blieb ihm ihre Befangenheit nicht verborgen, und forschend, in stiller Besorgnis sah er sie an. Aber ter, als er sich von ihr verabschiedet hatte und über alle heiten dieser überraschenden, unerwarteten Begegnung noch einmal nachdachte, kam ihm der Gedanke: sollte sie sich nicht wohfühlen in ihrer Stellung, litt sie unter unwürdiger, unztemlicher Behandlung? Und da durchfuhr es ihn wie ein erleuchtender Blitz: Herr Scholz, der Junior=Chef, der unverheiratet war, war als flotter Lebemann in dem Kreise der Branche bekannt. Laa hier die Ursache ihres verlegenen Errötens bei seiner Frage, wie sie sich in ihrer Stellung gefalle? Heiß wallte es in dem jungen Mann auf, und sein Hers klopfte ungestüm bei dem Gedanken, daß ein anderer es wage könnte, seine Augen begehrlich auf sie zu richten, in der sich ganze Poesie seiner Jugend, die zartesten, schönsten, heiligsten Regungen seiner Seele verkörperten. (Fortsetzung folgt.) und zur kwünschte. Anerkenzüglicher e Ehrenne Fahne Pflichterönig und unserem rung für engeistes tät unser Hurrah, underten Nationaldeurdie von jetzi h. 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War es nicht in diesem Augenblick, daß die Sonne, die sich so lange versteckt hatte, siegreich durch die Wolken brach? Em herrliches Bild war es jedenfalls, wie der also Geehrte dankend d. Ehrendegen in d. Hand hielt, während endloser Jubel die goße Habe durchbrauste. Nach einiger Zeit erhob sich dann Herr Amtmann Opderbeck wieder, um den Dank abzustatten für diese ihm erweisene Ehrung. Er tat dies, indem er dem Gefühl Ausdruck gab, daß er sich angesichts solcher Ehrung sagen müsse, er habe doch noch viel mehr für die gute Sache tun können. Aber dieser Ehrendegen werde von ihm und seinen Kindern und Enfeln in Ehren gehalten werden. Erst dann werde dieser Degen z einem rechten Ehrendegen geworden sein, wenn seiner Nachkammen einer ihn im Felde geführt habe, dann werde die Ehrenshuld getilgt sein, die er heute kontrahiere. Er schloß seine herzbewegenden Worte mit einem Kaiserhoch. Auch Herr Peter Rob. Piate fand die verdiente Würdigung seiner Mühen um das Geuingen des Festes, indem Herr Oberstleutnant Aschenborn sein Wohl ausbrachte. Um 9 Uhr begann dann der Festball, nachdem leider schon ein großer Teil der auswärtigen Vereine die Feststätte hatte verlassen müssen. Es soll spät geworden sein, sogar sehr spät. Aber es wären nicht echte alte deutche Soldaten, die nicht auch mal eine Nacht bei Fest und Tanz verbringen könnten, und doch den Tag darauf treu ihre Pflicht zu tun. Den musikalischen Teil der Feier bestritten die Kapelle des 13. Infanterie=Regiments und des hiesigen Stadtorchesters unter Leitung des Herrn Musikdirektors Fliegner, und überboten sich in wohlgelungenen Darbietungen. Es ist uns eine Genugtung, feststellen zu können, daß unsere hiesige Kapelle nicht nur neben der Militärkapelle bestehen kann, sondern daß sie in jeder Hinsicht musikalisch Wertvolles geleistet hat. * Für den inneren deutschen Verkehr besteht die Einrichtung der Postausweiskarten, die dazu bestimmt ist, beim Empfange von Postsendungen Weiterungen zu vermeiden, und auf die wir bei Beginn der Reisezeit besonders aufmerksam machen möchten. Die Karten dienen als vollgültiger Ausweis an den Postschaltern wie auch gegenüber dem Postbestellpersonal. Bei der Abtragung von Postanweisungen sowie von Wertund Einschreibsendungen an einen dem bestellenden Boten unbekannten Empfänger, der sich durch Vorlegung einer Postausweiskarte ausweisen kann, bedarf es daher der sonst vorgeschriebenen Bürgschaftsleistung durch den Gastwirt oder eine andere bekannte Person nicht. Die Postausweiskarten haben eine Photographie, eine kurze Personalbeschreibung und die eigenhändige Unterschrift des Inhabers zu enthalten. Für ihre Ausstellung ist eine Schreibgebühr von 50 Pfg. zu entrichten. Anträge auf Ausstellung sind an ein Postamt persönlich unter Verlegung einer unaufgezogenen, nicht zu dunklen Photographie in Visitformat zu richten. Dem Postamt unbekannte Personen baben sich durch eine andere Person, oder in sonst zuverlässiger Art auszuweisen. Postausweiskarten sind ein Jahr, vom Tage der Ausstellung ab gerechnet, gültig. Postausweiskarten, während deren Gültigkeitsdauer im Aussehen des Inhabers solche Aenderungen eintreten, daß die Photographie oder die Personalbeschreibung nicht mehr zutreffen, müssen schon vor Ablauf der Frist erneuert werden. Die in Deutschland ausgestellten Postausweiskarten werden auch in Oesterreich, Belgien, Luxemburg und in der Schweiz bei der Aushändigung von Postjendungen als vollgültige Ausweispapiere angesehen. * Die Kommunen im Dienst der Säuglingsfürsorge. vielen Städten sind in den letzten Jahren Bestrebungen hervorgetrten, die darauf gerichtet sind, für das Kind auch in den ärmeren Schichten der Bevölkerung Lebensbedingungen zu schaffen, die es ihm ermöglichen, die Gefahren des ersten Lebensjahres zu überwinden. Es wird nun für alle Freunde dieser Bestrebungen von Interesse sein, die leitenden Gesichtspunkte kennen zu lernen, die Dr. med. L. Langstein, Oberarzt an der Berliner Universitäts=Kinder=Klinik und leitender Arzt der Säuglingsfürsorgestelle 3 der Stadt Berlin, in der fachmännisch geleiteten eine Fülle von Anregungen bietenden„Kommunalen Rundschau“(Deutscher Städteverlag Berlin) in einem Artikel „Was kann die Kommune im Dienste der Säuglingsfürsorge leisten?“ aufstellt. Wir entnehmen der fesselnden Abhandlung folgendes: Die kommunale Säuglingsfürsorge muß in erstex Linie jenen Kindern zugute kommen„die im ersten Lebensjahre den größten Gefahren ausgesetzt sind. Ihr Kontingent bilden jene, deren Mütter in schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen leben, unter diesen insbesondere die Ziehkinder, die bei fremden Leuten gegen Entgelt untergebrachten unehelichen Kinder und die Kinder der Stadtarmen. Daß die künstlich genährten Säuglinge weit gefährdeter sind als die an der Brust aufgezogenen, ist eine bekannte, wenn auche leider den Müttern noch immer nicht in Fleisch und Blut übergegangene Tatsache. Die Kinderärzte sind sich darüber einig, daß das einzige, mit absoluter Sicherheit zur Herabminderung der Gesamtsäuglingssterblichkeit führende Mittel die Agitation für die Ernährung an der Brust ist. Diese zum herrschenden Ernährungsmodus zu machen, ist daher das von uns erstrebte Ziel. Daß dies durch unablässige mündliche Belehrung und materielle Unterstützung der stillenden Mütter mit sogenannten„Stillprämien“ zu erreichen ist, haben die bisher gemachten Erfahrungen erwiesen. Die Einrichtung, die Berlin in offener Säuglingsfürsorge für die künstlich genährten Säuglinge getroffen hat, kann als vorbildlich bezeichnet werden: Die Stadt schließt mit einem leistungsfähigen Unternehmer einen Vertrag ab, nach dem der Unternehmer nach bestimmten Vorschriften gewonnene und behandelte Milch unter Gewährleistung einer Mindesttemperatur bis zur Abgabe an die Empfänger in der ganzen Stadt bis zu einer bestimmten Stunde zum Verkauf ausfährt. Den von der Stadt mit einem Ausweis versehenen Personen wird diese Milch zum Mindestpreis gewöhnlicher Milch abgegeben. Vorbedingung für eine wirksame Fürsorg seitens der Kommunen für den am meisten gefährdeten Säugling ist die Möglichkeit ihrer Ueberwachung durch Arzt und Pflegerin. Durch einen geeigneten Nachrichtendienst und geschickte Zentralisierung wird sich diese wohl durchführen lassen. Nach einem Hinweis auf die Notwendigkeit der Errichtung von Säuglings=Krankenhäusern durch die Kommunen schließt Dr. Langstein seine Ausführungen mit den Worten: „Bedenkt man, daß eine allen Anforderungen gerecht werdende Säuglingsfürsorge noch weit größere Summen zur Verfügung haben müßte, so wird ohne weiteres klar, daß die Kommunen das schwierige, aber segensreiche Werk der Erhaltung des Nachwuchses nicht allein bestreiten können. Sie bleiben somit angewiesen auf die tatkräftige Hilfe von seiten des Staates und privater Wohltätigkeit." Hus den Kreilen Altena und Lserlohn. h Halver, 13. Juni.(Geringe Bautätigkeit.) Im verflossenen Jahre war die Bautätigkeit in unserem Orte eine sehr rege. Mindestens 20 Häuser wurden in demselben im Orte und seiner nächsten Umgebung aufgeführt, sicherlich eine für die hiesigen Verhältnisse recht erhebliche Zahl. In diesem Jahre ist die Bautätigkeit eine recht schwache. An öffentlichen Gebäuden wird das Konfirmandenhaus gebaut. Außerdem bauen Herr Wilh. Huhn ein Haus, Fräulein Emma Lausberg und Frau Kunze zusammen ein Haus und die Herren Hugo Kerspe und Ernst Kerspe ein Doppelhaus. Außerdem nimmt Herr Wilhelm Bell einen Umbau seiner Druckerei vor. Ferner will Herr Dr. Schulze= Kump noch einen Neubau ausführen. Trotzdem ist die Zahl der Maurer, die hier beschäftigt sind, sehr groß, da Herr Bauunternehmer Bruckmann die Bauwerke im Zuge unseres Eisenbahnbaues übernommen hat. Neueste Nacirichten a. Telegramme Audienz der amerikanischen Botschafter. Berlin, 15. Juni. Der neuernannte amerikanische Botschafter Hill ist gestern mittag vom Kaiser in Audienz empfangen worden. Der Oberzermonienmeister von dem Knesebeck holte den Botschafter aus dem Hotel in einer Hofequipage ab, eine zweite Hofequipage nahm den zweiten Botschaftssekretär Garret und den amerikanischen Marineattachee Belknap auf. Der Kaiser hatte mit Hill eine halbstündige Unterredung. Die gewinnende Form des Empfanges machte auf den Botschafter einen tiefen Eindruck. Die Danziger Tagung. Danzig, 15. Juni. Der bisherige erste Präsident Fürst Salm=Horstmar wurde nahezu einstimmig wiedergewählt. Lehnt der Fürst die Wahl ab, so soll das Präsidium dem Admiral von Köster angetragen werden. Zum ersten Vizepräsidenten wurde gewählt Erzellenz von Liebermann=Kassel, zum zweiten Kommerzienrat Körner=Nürnberg, zum geschäftsführenden Vorsitzenden Kontreadmiral Weber=Berlin, zum stellvertretenden Vorsitzenden Major Schwarzenberger=Danzig, zum Schatzmeister Bankier von der Heydt=Berlin. An den General Keim wurde ein Danktelegramm gesandt. Köln, 15. Juni. Großer Schrecken herrscht in zwei hiesigen Familien infolge des Verschwindens von drei Mädchen. In einem Falle handelt es sich um ein neunjähriges Mädchen, das seit Freitag spurlos verschwunden ist, in dem andern Falle um ein zweijähriges Kind, das mit einem Dienstmädchen ausgesandt wurde. Beide sind nicht wieder zurückgekehrt. Trotz der eifrigen Nachforschungen der Kriminalpolizei hat man von den Verschwundenen keine Spur finden können. Wer die Wahl hat, hat die Qual! deletfiältere Junggesellen zutreffen, wenn sie auf die Brautschau gehen, dahingegen bereitet es der Hausfrau und der Waschküchen=Fee absolut keine Qual, wohl aber ganz besonderes Vergnügen, immer wieder Luhns Wasch=Extrakt als das Beste und Solideste für die Wäsche zu wählen. Oeffentlicher Wetteraussichten für morgen. Wechselnde Bewölkung, strichweise Regen, wärmer. Todes-Anzeige. Heute Morgen 6 Uhr entschlief sanft nach langem schwerem mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Wwve. Julius Hülsehusch Louisa geb. Pleuger im Alter von 76 Jahren. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Lüdenscheid, Köln a. Rh. und Dortmund, den 15. Juni 1908. Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag 4 Uhr vom Sterbehause, Peterstraße 12 aus statt. Am Samstag abend 10 Uhr entschlief nach kurzem Krankenlager unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Onkel Gustav Altrogge im 65. Lebensjahr. Um stille Teilnahme bitten Hinterbliebenen Großendrescheid, 15. Juni 1908 Die Beerdigung findet am Mittwoch nachmittag 3 Uhr vom Sterbehause aus statt. Ein Kaffeeversuch. Nehmen Sie eine Probe des billigsten „Coffeinfreien Kaffee HAG“ zu 1.20 Mk. das Pfund und eine gleichgrosse eines beliebigen anderen Kaffees in gleicher Preislage. Sprechen Sie mit Ihrem Herrn Gemahl vorher nicht darüber und lassen Sie ihn versuchen, welches der wohlschmeckendere ist. Kaufen Sie dann diesen stets. So oft das Experiment gemacht wird, so oft fällt es zugunsten des Coffeinfreien Kaffees aus! Der Coffeinfreie Kaffee HAG(Schutzmarke Rettungsring) ist in verschlossenen ½ Pfund-Paketen in allen besseren Geschälten zu haben. Er wird unter ständiger Kontrolle des chemischen Laboratoriums Fresenius-Wiesbaden hergestellt von der Kaffee-Handels-AktienGesellschaft Bremen und ist der einzige Kaffee, der von Nervösen, Herz- und Nierenleidenden, Blutarmen etc. tadellos vertragen wird und keine Schlaflosigkeit erzeugt. Fragen Sie den Arzt! Prüfen Sie selbst: Lassen Sie sich davon nicht abhalten durch Verkäufer, die ihn noch nicht führer 29 Konkursverfahren. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Hoteliers Jean nas zu Lüdenscheid Altenaerstr. 2 (— Hotel Kaiserhof—) ist in Folge eines von dem Gemeinschuldner gemachten Vorschlags zu einem Zwangsvergleiche Vergleichstermin und eventl. Termin zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, sowie zur Anhörung der Gläubiger über die Erstattung der Auslagen und die Gewährung einer Vergütung an die Mitglieder des Gläubigerausschusses auf den 7. Juni 1908, vormittags 10 Uhr vor dem Königlichen Amtsgericht in Lüdenscheid— Zimmer Nr. 69 anberaumt. Der Vergleichsvorschlag— und die Erklärung des Gläubigerausschusses— ist— auf der Gerichtsschreiberei des Konkursgerichts zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt. Lüdenscheid, den 10. Juni 1908. Der Gerichtsschreiber Tapeten! Maturell-Tapaten von 10 Pfg. an Gold-Tapeten„ 20„„ in den schönsten und ston Mustern. Man verlange kostenfrei Musterbuch Nr. 558. Gabr. Ziegler, Lüneburg. Altenaerstrasse 3. Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 4 Uhr ab, Mittwoch, Samstag von 3 Uhr ab ununterbrochen — Vorstsllungen.— Lebende, singende und sprechende Photographien! — Neue, gute Ventilation.— Amt Meinerzhagen Bekanntmachung. Unter Hinweis auf meine Bekanntmachung vom 5 Juni d. Is. betreffend Verhängung der Gehöftssperre über die Ortschaft Buschhausen wegen Ausbruch der Maul= und Klauenseuche wird hierdurch darauf aufmerksam gemacht, daß die Ortschaft Rollsiepen mit in den Sperrbezirk eingezogen ist. Meinerzhagen, 13. Juni 1908. Die Polizet=Verwaltung: Graf von Haslingen. Erfahrener OeilletsMaschinen-Arbeiter, lange Jahre als Steller tätig, und mit jeder vorkommenden Arbeit vertraut, sucht baldigst Stellung. Gute Zeugnisse vorhanden. Off. u. L. 102 an die AnnoncenExped. A. Thisson, Barmen. Kaiserhof. Mittwoch, den 17. Juni cr., Gartenkonzert. Sonnabend, 20. Juni 1998, abends 8 Uhr: Militär-Konzer., usgeführt von der ganzen Kapelle des 3. Husarenregiments aus Diedenhofen. Nachher: TAHZ. Es ladet freundlichst ein Lüdenscheider Gesellschaft. Es sollen in diesem Jahre 2 Schützenzüge der gendwehr gebildet werden. Anmeldungen nimmt Lieutn. Lück am Dienstag, den 10. Juni 8½ Uhr abends vor der neuen Halle entgegen. Vorstand. Städt. Gesangverein Montag, den 15. Juni abends: Chorstunde. Der Vorstand. Voranzeige! Schaufenster Dr. I alle Artikel Serien-Woche Serie Mittwoch früh 8 Uhr. Schaufenfter Dr. II alle Artikel unsere morgen, Dienstag, Man erscheinende beachte Seltige Bellag in dieser Zeitung. Serie Schaufenster Dr. III alle Artikel Diess Serien-Woche umfasst Artikel aus allen Abtailungen unseres Warenhauses, dessen Billigkeit unbedingt berechtigtes Aufsehen erregen wird. Um dem kaufenden Pablikum Gelegenheit zu geben, sich von der enormen Preiswürdigkeit der Waren zu überzeugen, haben wir 3 grosse Schaufenster mit den während dieser Woche zum Verkauf ... gslangenden Artikeln dekarisrt. Serig3 Warenhaus Gehr. Mls Erschei jährlich Druck Nr. Dan des Deu desverein erschiene öffnet w Keim si tektors Heinrich einem Oberpre nigliche Lage de liche R. schwind sein, ganzen Willer gierur Gontider 2 schlag land! Ausse den5 gesche tion Markthallo, Telephon 418. Billig! Bilig! Bilig! Großer Preisabschlag. Infolge günstigen Einkaufs. 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