Amtlicher Hnzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonntage. Preis pro Quartal frei ins geliefert M. 1.50 Durch die Polt ber ter abgeholt„ 1.50 Durch den Bri s gebracht„ 1.92 für den Kreis Altena. Anregen werden Uis paitetens 9 hr Vom eteten. Preis für die 5 gespaltene Garmondzeile oder deren Raum 15 Pfg., Reklamen 30 Pfg. Die Expedition befindet lich: Friedrichstraße 91. Druck u. Verlag von Tilgenkamp& Ruhl in Lüdenscheid. Verantwortlicher Redakteur: Georg Häffcke in Lüdenscheid. Nr. 304 Montag, den 30. Dezember 1907. 40. Der falsche Zar. Abenteuer eines deutschen Diplomaten in Rußland so lautet der Titel eines spannenden Romans, mit dessen Abdruck wir demnächst beginnen. Auch sonst wird sich die„Lüdenscheider Zeitung“ im nächsten Jahre bemühen, ihren Lesern stets über alle Vorgänge des politischen, wirtschaftlichen und kommunalen Lebens schnellstens zu unterrichten. Ein Abonnement auf die „Lüdenscheider Zeitung— pro Quartal 1,50 Mark— dürfte sich deshalb empfehlen. Sin franzölisches Charakterbild des deutschen Kronprinzen. Der Pariser„Matin“ bietet seinen Lesern auf zwei Spalten ein Charakterbild des deutschen Kronprinzen, in dem er zunächst genau den Bildungsgang und die militärische Laufbahn des Thronfolgers erzählt und dann einige allgemeinere Betrachtungen über seinen Charakter anknüpft. Obwohl diese Ausführungen einige seltsame Behauptungen enthalten, haben sie doch auch für uns einiges Interesse, da sie zeigen, in welchem Licht die Franzosen den„künftigen Kaiser" sehen. „Inmitten seines Familienglückes", so heißt es da,„vergißt der Kronprinz nicht, daß er Soldat ist, und mit peinlicher Gewissenhaftigkeit versieht er seinen Dienst. Mit Leib und Seele Soldat, mehr Soldat als Politiker, ist der Prinz, wie man sagt, ein eifriger Eskadronchef und von hoher Liebe für seinen Beruf erfüllt. Ihm, der von Kindheit an ein diszipliniertes Leben gewohnt ist, kann dieses methodische Dasein nicht mißfallen. Wenn sein Oberst ihm einen Urlaub aus dienstlichen Notwendigkeiten verweigert, lächelt der Prinz und verbeugt sich. Gegenwärtig hat er mehr Freiheit, denn seit dem 7. Oktober hat er den Dienst verlassen, um auf einige Zeit in den Verwaltungsdienst einzutreten. Es war Wunsch des Kaisers, daß sein ältester Sohn die Obliegenheiten eines Ministeriums genau kennen lerne. Das sanfte, ruhige Gesicht des Kronprinzen verrät nichts von der Sicherheit und Entschlossenheit seines Charakters, aber es hat ihm viele Herzen erobert. „Der Tag wird kommen," sagte er einmal vor einigen Jahren,„da die Sozialisten sich daran gewöhnt haben werden, zu Hof zu gehen.“ Er, der Aristokrat und Demokrat in einem ist entzückt alle, die mit ihm in Berührung kommen. Sern Wesen ist ruhig und überlegt, sein Urteil treffend, aber immer von einer natürlichen Nachsicht durchdrungen. Seine Vorstellung von den Dingen ist einfach und praktisch; sein gebildeter, klarsehender Verstand verliert sich nicht in die Wolken ungewisser und fruchtloser Träume. Er denkt und gibt zu denken. War es nicht dieser junge Mann von 25 Jahren, der eines Tages das tiefe Wort sprach:„Ich liebe den, der handelt, ehe er verspricht und mehr hält als er versprochen.“ Er gleicht, sagt man, mehr seinem Urgroßvater Wilhelm I., als seinem Vater. Aber seine leidenschaftliche Bewunderung richtet sich auf Napoleon I.... Das Bildnis des großen Kaisers, die Lithographien und Gravüren, die an Episoden aus seinem Leben erinnern, findet man fast überall in den Gemächern des Kronprinzen in Potsdam. Dem Nachkommen der Besiegten von Jena und Auerstedt ist der Cäsar, der Preußen in vier französische Provinzen teilte, das Vorbild und das Beispiel eines Massenbeherrschers und Völkerbezwingers. Wer kann es wissen, vielleicht ist es der geheime Traum des jungen Mannes, sein unbestimmter Traum, ein überlebender und triumphierender Herzog von Reichsstadt zu sei n,der die wunderbare Erbschaft aufnimmt.“ Deutsches Reich. — Eine nationale Kundgebung bayerischer Flottenvereinler. Die fränkische Ortsgruppe Marktredwitz des Deutschen Flottenvereins hat folgende Entschließung gefaßt:„Die Versammlung der hiesigen Ortsgruppe des Deutschen Flottenvereins hat einstimmig die Erklärungen des Herrn Generalmajors v. Thäter, Vorsitzenden der Ortsgruppe Nürnberg=Fürth, als auch für die hiesige Ortsgruppe korrekt anerkannt und zu der ihrigen gemacht. Der Deutsche Flottenverein soll ein ganz Deutschland umfassender deutsch=nationaler Verein sein und bleiben, und es wäre sehr verfehlt, wenn sich infolge des leider in Erscheinung getretenen Konfliktes auch nur ein Mitglied veranlaßt fühlen wollte, dieserhalb aus dem Verein auszutreten. Die hiesige Ortsgruppe erkennt voll und ganz die beiden von Herrn Generalmajor von Thäter aufgeführten Pflichten an Erstens:„Wir dürfen unsere erfolgreiche Organisation nicht leichthin hingeben, sondern müssen sie erhalten für den Dienst des Vaterlandes.“ Zweitens:„Wir dürfen uns auch unsere vollberechtigte Stellung im Deutschen Flottenverein nicht verleiden lassen, sondern müssen auf dem Posten bleiben, denn von einer Loslösung des Bayerischen Landesverbandes vom Deutschen Flottenverein darf keine Rede sein, es wäre davon auch nichts zu hoffen. Wir wollen festhalten am Banner des Deutschen Flottenvereins." Wir appellieren deshalb an den gutdeutschen Sinn unserer Mitglieder, daß ne nicht nur auch ferner dem Verein treu bleiben, sondern weiter bestrebt sein mögen, ihm möglichst viele neue Mitglieder zuzuführen. Unsere Ortsgruppe wird bei der Delegiertenversammlung des Kreisausschusses in Bamberg, am 29. Dezember bei der Delegiertenversammlung des Bayerischen Landes verbandes in München und am 19. Januar bei der Hauptversammlung des Deutschen Flottenvereins in Kassel durch einen Delegierten vertreten sein. Die Vorstandschaft.“ — Die Lage im deutschen Baugewerbe. Die systematische Beunruhigung des deutschen Baugewerbes und der Oeffentli keit durch die Behauptungen einer von den Arbeitgebern zun Frühjahr nächsten Jahres angeblich beabsichtigten allgen Aussperrung ist, wie wir erfahren, vollkommen unbegründet. Bekanntlich besteht im Baugewerbe wie in zahlreichen anderen Handwerken und Industrien vielfach der Brauch, die Arbeitsbedingungen durch Tarifverträge, also durch Abmachungen zwischen den Organisationen der Arbeitgeber und denen der Arbeitnehmer zu regeln. Um der Tarifvertragsidee im Interesse des sozialen Friedens eine weitere kräftige Stütze zu geben, hat der Deutsche Arbeitgeberbund für das Baugewerbe vor kurzem die Einführung eines Normalvertrages beschlossen. Durch dieses Tarifmuster soll lediglich der Zersplitterung in der Formulierung der grundsätzlichen Bestimmungen vorgebeugt werden und im wohlverstandenen Interesse beider Arbeitsparteien, der Arbeitgeberschaft und der Arbeitnehmer, die Einheitlichkeit der baugewerblichen Tarifverträge gefördert werden. Damit ist zugleich ausgesprochen, daß den Arbeitgebern jeder aggnessive Gedanke fernliegt; das Baugewerbe kann wie jedes andere nur gedeihen unter den Segnungen des Friedens, unter dem einträchtigen Zusammenarbeiten aller in ihm tätigen Arbeitsfaktoren. So haben auch die Arbeitgeber das größte Interesse an der Stabilität der Verhältnisse und es ist absolut unzutreffend, in der Tatsache, daß in einzelnen Städten die zurzeit bestehenden Tarifverträge von den Arbeitgebern gekündigt worden sind, das Signal einer allgemeinen Aussperrung zu sehen. Die Kündigung der Verträge hat durchaus nichts Auffälliges an sich, denn so lange Tarifgemeinschaften bestehen, sind in ihnen natürlich auch Kündigungsfristen vorgesehen, von denen bald die eine, bald die andere Partei Gebrauch macht. Nichts aber wäre verkehrter, als daran den Schluß auf Streik oder Aussperrungen zu knüpfen. — Der Ausschluß der Oeffentlichkeit bei Skandalprozessen. Der Justizminister hat eine Verfügung erlassen, in der er mitteilt, daß er sich auf Grund von Vorkommnissen in neuerer Zeit (Prozesse Moltke=Harden und Brandt) veranlaßt sieht, an eine Zirkularverfügung vom 7. Oktober 1891 zu erinnern, in der die Vertreter der Anklagebehörde auf die Bestimmungen betreffend den Ausschluß der Oeffentlichkeit in den Gerichtsverhandlungen und ihr Recht, diesbezügliche Anträge zu stellen, aufmerksam gemacht werden. Der Minister fordert die Vertreter der Staatsanwaltschaften und der Amtsanwaltschaften auf, von diesem Recht bei jeder bietenden Gelegenheit Gebrauch zu machen, und er weist ferner darauf hin, daß dies insbesondere zu geschehen habe, wenn Fragen homosexueller Art in der Verhandlung zur Erörterung gelangen würden. — Erwerbung und Verlust der Reichsangehörigkeit. Die Erwägungen wegen Revision des Gesetzes über die Erwerbung und den Verlust der Bundes= und Staatsangehörigkeit vom 1. Juni 1870 sind bekanntlich niemals zum Stillstand gekommen, hatten aber bisher zur Ueberwindung der in der Materie liegenden großen Schwierigkeiten nicht geführt. Wie die Neue politische Kerrespondenz hört, darf jedoch nunmehr angenommen werden, daß der Entwurf eines neuen Reichsgesetzes über den betreffenden Gegenstand demnächst fertiggestellt sein wird. — Gymnasium und Kirchenzucht. Die schier unglaubliche Verweisung eines Schülers vom Speyerer Gymnasium, die ihren Grund darin hatte, daß der Schüler nicht gebeichtet hatte, wird sicherlich die bayerische Kammer beschäftigen. Die gesetzgebenden Faktoren Bayerns und die gesamte Oeffentlichkeit haben ein dringendes Interesse daran zu erfahren, wie die ganze Angelegenheit nach amtlicher Aufhebung sich verhält und in welchem Grade eine höhere Lehranstalt des zweitgrößten deutschen Bundesstaates Organ für die Ausübung mittelalterlicher Kirchenzucht sein darf. Hat doch der Speyerer Fall begleitende Erscheinungen aufzuweisen, die— nach den vorliegenden Preßberichten— an die schlimmsten Zeiten des kirchlichen Fanatismus erinnern. Es wird berichtet, daß ein katholischer Religionslehrer von dem betreffenden Schüler sagte:„Der gehörte gehängt!“ Es wird berichtet, daß ein anderer Lehrer die Mitschüler des Verwiesenen aufforderte,„das Andenken an den Verlorenen aus ihrem Gedächtnis zu löschen.“ Es wird endlich berichtet, daß die Verweisung auf die Denunziation eines Schülers hin erfolgt sei. Schon diese Punkte genügen, um das Verlangen nach einer gründlichen Erörterung des skandalösen Vorfalles in der bayerischen Volksvertretung zu rechtfertigen. Oliper Twilt. Die Laufbahn eines Findelkindes. Roman von Charles Dickens. Aus dem Englischen übersetzt von E. von Bauernfeld. (41. Fortsetzung.) Fagin winkte dem Wirt. „Womit kann ich Ihnen dienen, Mr. Fagin?" fragte der Wirt, als er dem Juden auf den Vorplatz hinausfolgte.„Wollen Sie uns nicht Gesellschaft leisten? Sie machen den Leuten eine Freude, jedem ohne Ausnahme." Der Jude schüttelte ungeduldig den Kopf und sagte mit unterdrückter Stimme:„Ist er hier?" „Nein,“ versetzte jener. „Und keine Nachrichten von Barney?“ fragte Fagin. „Keine,“ antwortete der Wirt zu den Krüppeln.„Der regt sich nicht, bis alles sicher ist. Sie können gewiß sein, daß man da unten die Witterung hat und wenn er sich entfernte, so hätten sie die Fährte auf einmal. So viel ist gewiß, der Barney hat Luft genug, sonst hätt' ich von ihm gehört. Ich setze ein Pfund Sterling, daß Barney das Ding mit der gehörigen Geschicklichkeit behandelt. Dafür ist er Manns genug." „Wird er heut' abend hier sein?" fragte der Jude, indem er auf das Fürwort denselben Nachdruck legte, wie zuvor. „Den Monks meinen Sie?" fragte der Wirt zaudernd. „Still!" sprach der Jude.„Ja!" „Ganz sicher," versetzte der Wirt, eine goldene Uhr aus der Uhrtassche hervorziehend.„Ich erwartete ihn schon früher hier. „Nein, nein," rief der Jude hastig, als ob er, trotz aller Ungeduld, die in Frage stehende Person zu sprechen, sich dennoch durch ihre Abwesenheit erleichtert fühlte.„Sagen Sie ihm, ich hätte ihn hier gesucht und er müßte heute nacht zu mir kommen. Nein, sagen Sie ihm: morgen. Da er nicht hier ist, so wird es morgen zeitig genug sein.“ „Schön!" sprach der Wirt.„Nichts weiter?" „Für jetzt kein Wort,“ versetzte der Jude, indem er die Treppe hinabstieg. Der Wirt kehrte zu seinen Gästen zurück. Der Jude aber besand sich kaum wieder allein, als auchschon seine Züge ihren früheren Ausdruck der Besorgtheit und des Nachdenkens annahmen. Nach kurzer Ueberlegung rief er ein Mietkabriolett und hieß den Kutscher gegen Bethnal=Green zu fahren. Er entließ ihn kurz vor Mr. Sikes Wohnung und legte den kleinen Rest des Weges zu Fuß zurück. „Wohlan," sprach der Jude zu sich selbst, als er an die Türe klopfte,„wenn hierunter irgend ein tieferer Plan steckt, so kieg ich ihn schon aus dir heraus, Mamsellchen, sso schlau du auch bist." Miß Nancy sei auf ihrem Zimmer, sagte die Frau; und so schlich denn Fagin leise die Treppe hinauf und trat ohne alle Förmlichkeit ein. Das Mädchen war allein und lag mit dem Kopfe auf dem Tisch, so daß ihr Haar sich unordentlich darüber hinbreitete. „Sie hat getrunken," dachte der Jude gelassen,„oder vielleicht fühlt sie sich bloß elend." Während er diese Betrachtung anstellte, drehte sich der Alte um und machte die Tür zu; das Geräusch erweckte das Mädchen. Sie erkundigte sich, ob er Nachrichten habe und hörte seine Mitteilung von Toby Crackits Erzählung an, indem sie sein schlaues Gesicht scharf dabei ins Auge faßte. Als er aber geendet hatte, sank sie wieder in ihre frühere Stellung zurück und sprach nicht ein einziges Wort. Das Licht schob sie ungeduldigt auf die Seite und wechselte ein= oder zweimal in fieberhafter Unruhe ihre Lage, wobei sie mit den Füßen auf dem Boden hin und her rutschte; aber dies war alles. Während dieses Schweigens blickte der Jude ängstlich im Zimmer umher, als wolle er sich überzeugen, daß keine Anzeichen einer heimlichen Rückkehr von Sikes da seien. Er schien durch seine Untersuchung zufrieden gestellt, hustete einigemal und versuchte auf ihn so wenig, als wär' er von Stein gewesen. Endlich nahm er einen neuen Anlauf und sprach, sich die Hände reibend, in seinem allereinschmeichelndsten Ton: „Und wo glaubst du denn wohl, daß Bill jetzt ist, Schätzchen? He?" Das Mädchen stöhnte eine kaum verständliche Antwort heraus, daß sie es nicht wisse, und schien, nach den halb erstickten Lauten, die ihr entschlüpften, zu weinen. „Und auch der Knabe," fuhr der Jude fort und strengte seine Augen an, um einen Anblick ihres Gesichts zu gewinnen. Armes kleines Bübchen! Denk' dir nur, Nancychen, in einem Graben zurückgelassen!“ Das Kind," rief das Mädchen plötzlich aufschauend,„ist besser daran, wo es ist, als unter uns; und wenn nur dem Bill kein Schaden daraus erwächst, so hoff' ich, daß es im Graben tot geblieben ist, und daß seine jungen Knochen da verfaulen mögen.“ „Was!" rief der Jude bestürzt aus. „Ja, das hoff' ich," versetzte das Mädchen, seinen stieren Blick erwidernd.„Es wird mich freuen, den Knaben aus meinen Augen zu wissen und zu erfahren, daß das Schlimmste vorüber ist. Ich kann es nicht ertragen, ihn um mich zu haben. Sein Anblick empört mich gegen mich selbst und gegen euch alle." „Pah!" sagte der Jude höhnisch.„Du bist betrunken Dirne.“ „Bin ich'?“ rief das Mädchen mit Bitterkeit.„Es ist Eure Schuld freilich nicht, wenn ich's nicht bin! Ihr möchtet mich nie anders haben, wenn es nach Eurem Willen ginge— ausgenommen jetzt. Die Stimmung scheint Euch nicht zu behagen, wie?“ „Nein!“ erwiderte der Jude wütend.„Sie behagt mir nicht." „So ändert sie!“ entgegnete das Mädchen lachend. „Sie ändern!“ rief der Jude, der durch die unerwartete Hartnäckigkeit seiner Gefährtin und die Täuschungen des Abends über alle Grenzen hinaus erbittert war;„ich will sie ändern Hör' mich an, du Auswurf! Hör' mich an, mich, der ich mit sechs Worten den Sikes so sicher erdrosseln kann, als wenn ich Von Nab und Fern Hagen, 27. Dez. Die Untersuchung gegen den Mörder Franz Hesse wird mit Eifer geführt, um die Sache noch möglichst im Januar vor das Schwurgericht zu bringen. Bezüglich der letzten Mordtat liegt ein erdrückendes Beweismaterial vor. Wegen des an der Amalie Mander aus Huckarde verübten Mordes dauern die Zeugenvernehmungen fort. Hesse bestreitet die Täterschaft in beiden Fällen und gibt im übrigen an, sich auf nichts besinnen zu können. Dortmund, 28. Dez. In der letzten Magistratssitzung teilte der Archivdirektor Professor Kübel mit, daß die sseit dem Kaiserbesuche im Jahre 1899 vermißte Kaiserurkunde aus dem Jahre 1332 in einer zum städtischen Archiv gehörenden Urkundenschachtel, in der die Kaiserurkunde des 18. Jahrhunderts aufbewahrt wurde, wieder gefunden sei. Wie die Urkunde, von der man annahm, daß sie gestohlen sei, an diesen Ort gekommen ist, wurde noch nicht aufgeklärt. hatte nach dem Besuch einer Wirtschaft mit einigen Bekannten den Rückweg angetreten. Unterwegs hat er sich nach Aussagen seiner Begleiter von diesen getrennt und muß alsdann seinem Mörder in die Hände gefallen sein. Er wird als ein gutmütiger, harmloser Mensch geschildert, der niemandem etwas zu leide getan hat. Die Leiche war entsetzlich zugerichtet. Uhr und Geldtasche fehlten. Alle Umstände deuten darauf hin, daß die Tat mit Vorbedacht ausgeführt ist. Die Aufregung über den Mord ist in der ganzen Gegend sehr groß. Hoffentlich gelingt es den Bemühungen der Polizei, alsbald Licht in das die Tat noch umgebende Dunkel zu bringen und den Täter der Gerechtigkeit zu überliefern. Der erschoffene Major. Langendreer, 27. Dez. Am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages ist hier Rheinische Straße, am Bahnhof Nord, bei dem Händler Wilhelm Pott ein frecher Einbruchsdiebstahl ausgeführt worden. Die Spitzbuben öffneten mittelst Nachschlüssels die Wohnungstür, erbrachen alle Schränke und erbeuteten einen Barbetrag von 126 M. Außerdem nahmen sie alle Goldsachen, Uhren, Ringe, Ketten, Plockwurst und Schuhe mit. Der Gesamtschaden beläuft sich auf etwa 1800 A Als Täter kommen zwei bei Pott in Logis gewesene Arbeiter in Betracht, welche verschwunden sind. Die Eheleute P. betreiben außer ihrem Geschäft in dem Hause Langendreer eine Kantine, sie hielten sich auch abends dort auf. Die beiden Spitzbuben, welche mit den häuslichen Einrichtungen bekannt waren und sich sicher wußten, konnten in aller Gemütsruhe den Diebstahl ausführen. Hoffentlich gelingt es, der beiden habhaft zu werden. P. wurde schon im vorigen Jahre durch Diebe schwer geschädigt. Wien, 24. Dez. In Bellinzona rief, als das diesmalige Weihnachtsfest herannahte, das tragische Ende eines kleinen Mädchens allgemeine Teilnahme hervor. Das Wiener„Extrablatt“ meldet den Fall wie folgt: Die zehnjährige Henriette des Pfarrer Haupt, welcher mit seiner Familie ein einsames Haus am Fuße des 1500 Meter hohen Pragelberges bewohnt, spielte abends mit ihrer Puppe am Rande eines steilen Abhanges. Plötzlich entfiel die Puppe den Händen des Kindes und kollerte über den Hang in die Tiefe. Die Kleine eilte über einen ihr bekannten Steig der Puppe nach und fand hier tatsächlich ihr Spielzeug auf. Als das Kind wieder zur Höhe zurück wollte, konnte es auf dem steilen Steige nicht weiter und mußte wieder auf den Grund der Schlucht zurück. Das Weinen und die lauten Hilferufe der kleinen Henriette verhallten ungehört und von Müdigkeit übermannt schlief das Kind ein. Am nächsten Morgen wurde die Kleine erfroren aufgefunden. Die kleine Leiche hielt das Püppchen fest in den erstarrten Händchen an die Brust gedrückt. Solingen, 27. Dez. 300 000 Mark Ausfall an Arbeitslöhnen hat der Streik des Metallarbeiter=Verbandes bei der Großfirma Gottl. Hammesgefahr zur Folge gehabt. Der Ausstand begann am 21. März d. J., indem gegen 300 organisierte Metallarbeiter bei der Firma die Arbeit niederlegten. Hammesgefahr hat keinen der Arbeiter wieder eingestellt; er hat seinen Betrieb mit unorganisierten Arbeitern aufrecht erhalten und hat jetzt seinen Arbeiterbestand infolge der zunehmenden Ungunst der Konfunktür nahezu wieder auf seiner früheren Höhe. Im Betriebe sind wieder annähernd 700 Arbeiter tätig.— Bei den Heimarbeitern, den selbständigen Arbeitern in der Solinger Industrie, besteht der Streit mit der Firma Hammesgefahr jedoch unentwegt weiter. Kein Arbeiter der verschiedenen Branchen, wie Schleifer, Reider, Ausmacher, Härter, Feiler und Nagler, ssofern sie dem Solinger Industriearbeiter=Verbande angehören(und fast alle besseren Arbeiter sind im Verbande) arbeitet für die Firma. Fabrikant und Arbeiter stehen sich hier andauernd schroff gegenüber, trotz gegenseitiger erheblicher Opfer. Budapest, 27. Dez. Vor drei Tagen erschoß sich hier auf offener Straße der 20jährige Zahntechniker Paul Buchwald. In seinem Besitz fand man Tagebuchaufzeichnungen, wonach er vor dem von ihm begangenen Selbstmord bereits sieben Selbstmordversuche, teils mit Gift, teils mit dem Revolver verübt haben wollte. Unter den Effekten Buchwalds entdeckte man auch einen angeblich vor drei Jahren geschlossenen Vertrag mit einem Wiener Zahntechniker, wonach die beiden wegen eines Mädchens ein amerikanisches Duell ausgelost und Buchwald die schwarze Kugel gezogen hätte. Letzterer hätte ihm den Auftrag erteilt, sich im November dieses Jahres zu erschießen, sonst werde er ihn wie einen jungen Hund niederschießen. Daraufhin will Buchwald dann den Selbstmord verübt haben. Gestern nachmittag erschien nun der Onkel des Selbstmörders bei der Polizei und teilte mit, daß sein Neffe keinem amerikanischen Duell zum Opfer gefallen sei. Buchwald sei ein außerordentlich überspannter Mensch gewesen, der die Tochter eines Tanzlehrers damit habe erobern wollen, daß er sich zum Helden von Duellen machte. Aus diesem Grunde habe er auch die Geschichte von dem amerikanischen Duell erfunden. Es wurde auch festgestellt, daß die sieben Selbstmordversuche, von denen in den Aufzeichnungen Buchwalds die Rede ist, nicht staktgefunden haben. Kassel, 27. Dez. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich in einer hiesigen Familie. Der Mann, Pobeamter, hatte als Beruhigungsmittel gegen Zahnschmerzen aus der Apotheke Zahntropfen-geholt, die stark mit Opodeldok versetzt waren. Als er einen Augenblick das Zimmer verließ, griff sein zweijähriger Knabe nach dem Fläschchen und trank es in einem Zuge aus. Das Kind verfiel sofort in heftige Krämpfe, die am nächsten Tage seinen Tod herbeiführten. Dissen, 27. Dez. Die Stille der Christnacht wurde hier durch eine schauerliche Bluttat entweiht. Am Morgen des ersten Weiho". Kopenhagen, 27. Dez. Ein interessantes Experiment wurde dieser Tage von dem Kopenhagener Blatte„Politiken“ gemacht. Um die Schnelligkeit der verschiedenen telegraphischen Systeme der Welt zu ergründen, schickte das Blatt an sich selbst zwei Telegramme von je fünf Worten; das eine dieser Telegramme sollte in östlicher Richtung um die Welt gehen, das andere in westlicher Richtung. Die Depeschen gingen über Schanghai—Newyrk—London bezw. London—Newyork Schanghai und trafen richtig wieder in Kopenhagen ein. Zuerst kam das über Schanghai— Newyork London abgesandte Telegramm, das für die nachtstages fand man an dem Wege nach Nolle, in der Nähe des Erdbrinkschen Hofes neben einer großen Blutlache die furchtbar zugerichtete Leiche des Steinbrucharbeiters A. Frahlmann aus Nolle, Nicht weit davon lag ein geöffnetes, mit Blut beflecktes Taschenmesser, mit dem offenbar die Tat vollbracht worden ist. Der Ermordete war am Christabend in Dissen gewesen und Reise um die Welt 3 Stunden und 23 Minuten gebraucht hatte. dehe um bie Zeio Sinben is o bd Die verschiedenen telegraphischen Gesellschaften waren nicht vorher benachrichtigt worden, sodaß nicht angenommen werden kann, daß es sich um eine durch außergewöhnliche Vorkehrungen erzielte Schnelligkeit handelt. Die Depesche wurde während ihrer Reise um die Welt achtmal umtelegraphiert. In der ostpreußischen Stadt Allenstein ist Freitag der Major Schönebeck mit einer schweren Schußwunde in der Stirn tot aufgefunden worden. Herr v. Schönebeck lag in seinem Schlafzimmer. Die Lage der Leiche, die Richtung des Schußkanals und das Fehlen jeden Motivs zu einem Selbstmord ließen von vornherein die Vermutung aufkommen, daß der Major ermordet worden sei. Diese Vermutung hat sich als richtig herausgestellt. Ein weiteres Privattelegramm aus Allenstein meldet: Nach dem bisherigen Ergebnis der Untersuchung müsse man einen Selbstmord für ausgeschlossen halten. Die Untersuchung wird fortgesetzt. Major von Schönebeck lebte in geordneren Verhältnissen. Leider wurde keine Spur von dem Täter entdeckt. Anscheinend liegt Mord aus Rachsucht vor. Das Verbrechen hat eine gewisse Aehnlichkeit mit der auch heute noch unaufgeklärten Ermordung des Majors von Krosigk aus Gumbinnen. Major von Schönebeck war etatsmäßiger Stabsoffizier beim 10. Grenardier=Regiment. Er war am 1. Oktober 1880 Leutnant geworden und stand nahe vor der Beförderung zum Regimentskommandeur. Major v. Schönebeck bewohnte mit seiner Familie ein völlig isoliert stehendes Haus an der Schloßfreiheit, das, wenn es auch mitten in der Stadt und in der unmittelbaren Nähe des alten Schlosses liegt, doch von allen Seiten von Gartenland umgeben ist. Das villenähnliche Haus besteht nur aus dem Erdegeschoß und einem Stockwerk. Während die Familienangehörigen und die gesamte Dienerschaft im oberen Stockwerk sschliefen, lag das Schlafzimmer des Majors, der allein schlief, im Erdgeschoß. Diesem Umstande ist es wohl hauptsächlich zuzuschreiben, daß niemand im Hause einen Schuß hat fallen hören bezw. irgend welchen Lärm gehört hat. Das mit sehr starken Mauern aufgeführte Haus läßt andrerseits auch den Schall nur sehr schwach durch. Major von Schönebeck hatte am Morgen des 2. Weihnachtsfeiertages zur Jagd fahren wollen. Als ihn am frühen Morgen sein Bursche wecken wollte, fand er seinen Herrn an der Schwelle des Schlafzimmers mit einem Schuß in der Stirn tot auf. Die Leiche war halb angekleidet, was darauf schließen läßt, daß der Ueberfall bereits am Abend, als der Major im Begriff war, sich zur Ruhe zu begeben, zur Ausführung gelangte. Neben dem Toten lag sein Armee=Revolver, den er stets auf dem Nachttisch liegen hatte. Die Waffe war jedoch vollständig geladen, und aus ihr ist, wie die Ermittlungen ergaben, kein Schuß abgegeben worden. Augenscheinlich hatte der Major seine Wafse zur Abwehr des Gegners ergriffen, er ist jedoch nicht mehr zu ihrem Gebrauch gekommen, da das totbringende Geschöß ihn bereits vorher niedergestreckt hatte. Die Obduktion der Leiche hat erceben, daß der tödliche Schuß nur von einem sehr kleinkalibrigen Revolver wenige Schritte vor dem Opfer abgegeben sein tann. Die Wasfe ist noch nicht gefund: worden. Int Nebenzimmer war ein Fenster geöffnet, durch das, wie Fußspuren auf dem Fensterbrett sowie auch im Schnee zeigen, der Täter eingestiegen ist. In fieberhafter Tätigkeit arbeiten die Untersuchungsbehörden, allerdings ohne bisher einen greifbaren Anhaltspunkt zu gewinnen. Aller Wahrscheinlichkeit dürfte in einem Racheakt das Motiv zur Tat zu suchen sein. Wie ein weiteres Privattelegramm aus Allenstein meldet, sind die Kinder des Ermordeten bei einer dortigen befreundeten Familie untergebracht worden, während Frau von Schönebeck abgereist ist. Die Wohnung ist seitens der Staatsanwaltschaft vorläufig versiegelt worden. Durch den Umstands daß zunächst die Militärbehörde die Untersuchung in die Hand genommen hatte, ist leider der Staatsanwaltschaft erst gestern ein Eingreifen ermöglicht worden. Allenstein, 30. Dez. In der Mordaffäre wurde der Hauptmann von Goeben verhaftet. Er verkehrte viel im Hause des verstorbenen Majors. Am ersten Weihnachtsfeiertage, Nachts verstorbenen Majors. Am ersten Weihnachtsf zwischen 12 und 1 Uhr, wollen die Burschen Licht in den oberen Flurräumen des Hauses, in dem Major von Schönebeck wohnte, gesehen haben. Hauptmann von Goeben trat vor mehreren ahren aus der deutschen Armee aus und stand dann im türseine Ochsenkehle jetzt zwischen meinen Fingern hätte! Wenn er nach Haus kommt und läßt diesen Knaben zurück— wenn er sich frei aus der Geschichte herauszieht und unterläßt es, ihn mir tot oder lebendig wieder zu überliefern, so ermorde du ihn selbst, falls du wünschest, daß er dem Hans Zwickmann entgehen möge und zwar tu' es im selben Augenblick, wo er den Fuß hier ins Zimmer setzt, oder— das merke dir— es wird zu spät sein!" Was soll das alles bedeuten?" rief das Mädchen unwillkürlich. „Was es bedeutet?" frug Fagin wütend vor Zorn.„Dies: Der Knabe ist mir Hundert von Pfunder wert, und soll ich nun verlieren, was mir der Zufall in den Weg geworfen, so daß ich es ohne Gefahr erwerben kann, wegen der Launen einer betrunkenen Bande, deren Leben ich wegblasen könnte— und mich noch dazu gefessellt sehen an einen leibhaftigen Teufel, dem nur der Wille fehlt und der die Macht hat, um, um—“ Atemlos keuchend stotterte der Alte nach einem Worte, und in diesem Einen Augenblick hemmte er den Strom seiner Wur und änderte sein ganze Benehmen. Eine Minute zuvor erfaßten seine geballten Fäuste die Luft, seine Augen standen hervor und sein Antlitz war blaß vor Leidenschaft; jetzt aber sank er auf einen Stuhl zur, kauerte sich zusammen und erhebte vor dem Gedanken, daß er selbst irgend einen verborgenen Schurkenstreich enthüllte haben könne. Nach einem kurzen Schweigen wagte er einen Blick auf seine Gefährtin und schien wieder etwas beruhigter zu werden, als er sie in demselben, alles um sich vergessenden Zustande gewahrte, aus dem er sie bei seinem ersten Eintreten aufgerüttet hatte. Liebe Nancy!“ krächzte der Jude mit seiner gewöhnlichen Stimme.„Hast du mir zugehört, Schätzchen?" „Plagt mich jetzt nicht, Fagin!“ versetzte das Mädchen, indem es den Kopf matt erhob.„Wenn Bill diesmal nichts ausgerichtet hat, so tut er's dafür ein andermal. Er hat schon manches hübsche Stückchen Arbeit für Euch gemacht und wird noch viele machen, wenn es ihm möglich ist; wo er es aber nicht kann, da tut er es eben nicht— darum braucht's auch keine Worte mehr." (Fortsetzung folgt.) Die höwenbändigerin. Roman von Reinhold Ortmann. (Nachdruck verboten.) (30. Fortsetzung.) Es war kein Zweifel: sie hätte schon aufgehört, Sergef Gruew zu lieben, lange bevor ihr der heutige Tag die Augen über den Wankelmut und die unmännliche Schwäche seines Charakters geöffnet hatte. Und während sie noch Abend um Abend auf's neue ihr Leben eingesetzt hatte, um den zu seiner Befreiung ersonnenen phantastischen Plan der Verwirklichung näher zu bringen, war, ohne daß sie sich dessen bewußt wurde, sein Bild aus ihrem Herzen geglitten. Und ein anderes hatte fast unmerklich seine Stelle eingenommen. Sie wußte es erst seit wenig Stunden und sie hatte sich anfangs energisch genug dagegen gesträubt es sich einzugestehen. Aber es war ein vergebliches Bemühen gewesen. Jetzt täuschte sie sich nicht mehr darüber, daß Boris Rasumin ihr viel mehr gewrden war als ein guter Kamerad. Die Aufwallung heißer Freude, die sie bei dem Geständnis seiner Liebe gefühlt hatte, war ihr eine Offenbarung des eigenen Seelenzustandes gewesen, und wenn sie auch gleich nachher fast davon erschrocken war, wenn sie auch noch in dem Moment, da sie sich ihm anbot, ihre ganze Kraft daran gesetzt hatte, ihm die Wahrheit zu verbergen, so war das doch nichts anderes mehr gewesen als eine Regung mädchenhaften Stolzes, die sicherlich in demselben Augenblick dahingeschmolzen wäre, wo er sie in seine Arme genommen und von ihr Besitz ergriffen hätte, wie sie es in jenen Minuten so heiß ersehnt hatte. Aber er hatte es nicht getan und sie wußte, daß er es niemals tun würde. Er, der so lange eine fast übermenschliche Selbstüberwindung geübt hatte, um seinem Gelöbnis und den heiligen Pflichten der Freundschaft treu zu bleiben, er würde sich durch ihre Schwäche sicher nicht wankend machen lassen. Und ihr Geständnis würde ihr nichts anderes eingetragen haben, als seine Verachtung. Darum durfte er niemals erfahren, wie es um sie bestellt war. Und ihre Lebenswege mußten sich trennen— je früher desto besser. An eine Fortsetzung ihrer Artistenlaufbahn dachte sie nicht mehr. Es war die lautere Wahrheit gewesen, als sie Boris gesagt hatte, daß sie nie mehr den Mut haben würde, einen Löwenkäfig zu betreten. Wenn sie jetzt daran zurückdachte, wie kaltblütig und furchtlos sie sich täglich unter den furchtbaren, fauchenden und brüllenden Bestien bewegt hatte, so kam sie sich vor wie eine Nachtwandlerin, die mit der Gefahr gespielt hatte, ohne sie zu ahnen. Und sie hatte dafür keine andere Erklärung, als daß es ihre unbewußte und uneingestandene Liebe zu Boris und das aus dieser Liebe entspringende schrankenlose Vertrauen zu ihm gewesen seien, die sie unempfindlich gemacht hatten für die Schrecknisse ihres Berufes. Unter seinen Augen und unter seinem Schutze hatte ihr nichts geschehen können, das war ihre halb instinktive und darum unerschütterliche Ueberzeugung gewesen. Nun aber, da der Schleier zerrissen war, der ihr so lange die eigene Gefühlswelt verhüllt hatte, nun da es für immer um ihre ahnungslose Unbefangenheit geschehen war, nun konnte auch von einer Fortsetzung des bisherigen Lebens nicht mehr die Rede sein. Sie wußte, daß Boris sich dessen nicht weniger klar bewußt sei als sie selbst. Und sie gab sich keiner Täuschung mehr darüber hin, daß ihr Wiedersehen in Hamburg nur das letzte Wiedersehen vor einer Trennung auf immer sein würde. Aber sie war der Verzweiflung nahe bei dem Gedanken an das, was hinter dieser Trennung liegen würde. Da war alles in Nacht und Dunkel gehüllt und sie erschauerte in innerster Seele bei der Vorstellung eines Daseins ohne Wunsch und Hoffnung, wie es ihrer wartete. Auch Laszlo Szamorys Bild tauchte wieder vor ihrem Geiste auf. Sie wollte sich eine Närrin schelten, weil sie die Furcht vor ihm noch immer nicht abzuschütteln vermochte. Denn was konnte er ihr antun— dieser Elende, den sie mit der ganzen Kraft ihres Herzens haßte und verabscheute! Wenn er für eine kurze Zeitspanne Macht über sie gehabt hatte, so war es das Phantastische in seiner Erscheinung und in seinem Spiel gewesen, das auf ihre Einbildungskraft gewirkt hatte— erbärmliche Gauklerkünste, die sie heute nur noch mit Ekel und Widerwillen erfüllen konnten. Und doch konnte sie sich eines geheimnisvollen Grauens nicht erwehren, wenn sie daran dachte, daß er noch einmal vor sie hintreten, sie mit dem seltsamen unirdischen Blick seiner tiefen Augen ansehen und sie als sein Eigentum in Anspruch nehmen könnte. Nein, sie durfte es nicht darauf ankommen lassen, daß das geschah. Nicht mehr für die Dauer einer einzigen Minute durfte sie diesen dämonischen Zauber auf sich wirken lassen. Nur wenn sie ihn niemals wiedersah, konnte sie sich ganz sicher fühlen, daß er nicht in Wahrheit noch einmal Macht über sie gewann. Nie war eine Eisenbahnfahrt für Natascha länger und unerträglicher gewesen als diese in Wahrheit so kurze Reise. Zum Tode erschöpft kam sie nach Verlauf einiger Stunden in Hamburg an und verbrachte den Rest der Nacht, nachdem sie unangefochten das Pensionat erreicht und freundliche Aufnahme gefunden hatte, in einem fieberisch unruhigen, von wüsten Träumen erfüllten Schlummer. Es war ihr, als stände sie im Löwenkäfig und als sähe sie plötzlich Laszlo Szamory's geisterbleiches verzerrtes Gesicht draußen vor den Gitterstäben auftauchen. Er rief den Tieren etwas zu in einer Sprache, die sie nicht verstand und in dem nämlichen Augenblick fielen sie alle in rasender Wut über sie her. Sie fühlte die scharfen Krallen, die fürchterlichen Zähne in ihrem Fleisch— der heiße versengende Atem der Bestien drohte sie zu ersticken und mit der letzten Kraft der Verzweiflung schrie sie den Namen des Mannes, der allein ihr Hilfe und Rettung bringen konnte, den Namen Boris Rasumins, Aber er stand in weiter Ferne, durch unzerreißbare Bande festgehalten, und in der Gewißheit, daß es kein Entrinnen mehr gab, durchlitt sie alle Schauer der entsetzlichsten Todesangst. Da mit einem Mal hatte Boris seine Fesseln zerrissen und herrlich wie ein Gott stand er urplötzlich an ihrer Seite. Er streckte seine Hand aus und winselnd verkrochen sich die Bestien in den Ecken des Käfigs. Alle ihre Wunden waren geheilt und all ihre Schmerzen vergessen. Sie lag zu den Füßen ihres Retters und umklammerte in seliger Verzückung seine Knie. Das Antlitz Laszlo Szamory's aber wurde zu einer Grausen erregenden Grimasse. Es nahm jenen Ausdruck eines Sterbenden an, den es am Schlusse seiner unheimlichen Produktion auf der Bühne des AlhambraTheaters gezeigt hatte, und dann schien sich seine Gestalt in einen blutroten Nebel aufzulösen, in dem allgemach alles verschwand die Löwen und die Gitterstäbe des Käfigs, bis in jäh hervorbrechender leuchtender Helle nichts mehr übrig war als Boris Rasumis lichtverklärte Gestalt. Natascha fühlte sich ernstlich krank, als sie erwachte. Und die von ihrem Aussehen erschreckte Inhaberin des Pensionats wollte nach einem Arzte senden. Aber das junge Mädchen hinderte sie daran, denn sie wußte gut genug, wie wenig sie von ärztlicher Kunst für die Besserung ihres qualvollen Zustandes erhoffen durfte.(Fortsetzung folgt.) kischen in Süd den. Monate Gerücht Goeben Goeben seinen Manns Führu X Am Sa Wahlsp Saale melt. Z ein pra losung das des Fes Bürger Wehr fi mit der weiter nen Ja und dal nigfache Gerätei bleibe, Der Vo der We wünsche die Ein ten Jal an den Fest bel solche fi sein, ih sers, de vor A den zu Nach de wehr" der fr die silb Herren Gustav W. Hac De der We ten, He Lieder, gefieler willige Zwecke und Ve seinen auch be das gar Spielf lich ein D Schnee Schlitte Schütze von„2 Eisbah sports ter nur Jahre in den 1916, 1 auch de schingsl leben. den 7. Sis Be rheinise Titel„ biger( fentlich des Lus Belehri Wir ent größere schneiten Winter Schneer Wind; wärmen und im les Vol Zweifel schneite Baum als Br Eilzugg späht u in mete hängen scheinen der Fü kronen, kunde t machtn gekeilt breitet sitzen w hütte, verstehe der Fidh rühren sinken i Nu kischen Diensten, er hat auf Seiten der Buren gekämpft und ist in Südafrika verwundet worden. Vor etwa 2 Jahren ist er in den vreußischen Armeedienst zurückgetreten und wurde vor sechs Monaten nach Allenstein kommandiert. Bald darauf tauchten Gerüchte auf, daß ein Verhältnis zwischen" Hauptmann von Goeben und Frau von Schönebeck bestände. Hauptmann von Goeben leugnet jede Schuld. Der getötete Major war bei allen seinen Bekannten, besonders aber in Offizierskreisen und bei der Mannschaft sehr beliebt. Er sollte im nächsten Frühjahr die Führung eines Regiments übernehmen. Lokales und Allgemeines. Lüdenscheid, den 30. Dez. *Weihnachtsfeier der Lüdenscheider freiwilligen Feuerwehr. Am Samstag abend hatten sich die wackeren Männer, deren Wahlspruch heißt:„Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr!“ im Saale der Schützenhalle zur fröhlichen Weihnachtsfeier versammelt. Zunächst fand eine Verlosung statt, die jedem Wehrmann ein praktisches und nützliches Geschenk einbrachte. Nach der Verlosung ergriff der erste Vorsitzende, Herr E Nolte, das Wort. Er sprach seine Freude über den zahlreichen Besuch des Festes seitens der Freunde der Wehr aus, dankte dem Herrn Bürgermeister Sieper und der Delegation der P. C. Turckschen Wehr für ihr Erscheinen. Letztere habe oft Schulter an Schulter mit der freiwilligen Feuerwehr gekämpft. Der Redner warf weiter einen Rückblick auf die Tätigkeit der Wehr im vergangenen Jahre. Bei vier Brandfällen sei sie in Tätigkeit getreten und dabei ihren guten Ruf bewährt. Dazu komme noch die mannigfache Kleinarbeit, bestehend in den regelmäßige Execertien, Geräteübungen usw., die zwar dem großen Publikum verborgen bleibe, aber ebensoschwer wiege, wie die Tätigkeit in Ernstfällen. Der Vorsitzende dankt der Stadtverwaltung, die den Wünschen der Wehr stets wohlwollend entgegenkomme, betont aber, daß es wünschenswert sei, daß die Mitglieder der städt. Kollegien auch die Einladung zum Jahresfeste der Wehr mehr als in den letzten Jahren berücksichtigen und, wie früher üblich, ihr Interesse an den Bestrebungen der Wehr auch durch Teilnahme an diesem Fest bekunden. Die Wehr suche darin keine Anerkennung„eine solche finde sie in gemeinnützigen Wirken und in dem Bewußtsein, ihrer Pflicht zu erfüllen. Redner gedachte dann des Kaisers, der allen Deutschen als Muster treuster Pflichterfüllung vor Augen stebe, und forderte zum Schluß die Anwesenden zu einem kräftigen„Gut Schlach“ auf Kaiser u. Reich auf. Nach dem flott gesvielten Schwank„Lieschen von der Feuerwehr“ erfolgte die Dekorierung der Jubilare. Der Ehrenoberst der freiwilligen Feuerwehr, Herr Lindemann, überreichte die silbernen Ehrenmedaillen für 10jährige Dienste folgenden Herren: Georg Loos(der bereits 20 Jahre der Wehr angehört), Gustav Heinzer= A. Schürmann, Ernst Stenger. Gustao Adlost, W. Haarmann, A. Glörfeld, W. Bochmann und E. Schmöle. Der Männer=Gesang=Verein„Teutonia“ hatte sein Können der Wehr zur Verfügung gestellt. Unter Leitung ihres Dirigenten, Herrn Mühlinghaus, sangen sie mit großem Beifall mehrere Lieder, an dem ins besonders„Lenzsturm“ und„Heimatliebe“ gefielen. Die Vortragsfolge bewies aber auch, daß die Freiwillige Feuerwehr über tüchtige Dilettanten für theatralische Zwecke verfügt. Mehrere Theaterstücke wurden mit Humor und Ver ve gespielt, besonders ein Herr zeichnete sich durch seinen urwüchsige Komik aus sowohl in den Theaterstücken als auch bei dem Vortrag des Kouplets„Die Weiber verderben das ganze Leben.“ Das Stadtorchester sorgte ebenfalls durch ihr Spiel für Abwechselung. Den Schluß des Festes bildete wie üblich ein gemutticher Festball. Der Winter hat jetzt mit Macht begonnen. Frost und Schnee hat er gebracht und Gelegenheit genug zum Eislauf und Schlittenfahren. Gestern wurde bereits die Eisbahn auf dem Schützenplatz eröffnet und zahlreich besucht. Auch auf dem Teich von„Bad Sonssouci" wird bei anhaltendem Frostwetter die Eisbahn in den nächsten Tagen für die Freunde des Schlittschuhsports eröffnet werden. Wir wollen nur hoffen, daß das Wetter nun auch eine Weile beständig bleibt. Das Jahr 1908 bringt uns Östern recht spät. In diesem Jahre fällt Östern erst auf den 19. April. Noch später wird es in den nächsten 25 Jahren nur noch fallen in den Jahren 1913, 1916, 1919, 1924 und 1930. Infolge des späten Datums fällt auch der Fastendienstag erst auf den 3. März. Die tolle Faschingslaune hat also in diesem Jahre genügend Zeit sich auszuleben. Himmelfahrt fällt auf den 28. Mai und Pfingsten auf den 7. Juni. * Neujahrsbriefpost. Die hier eingehenden gewöhnlichen Briefsendungen werden am 31. Dezember und 1. Januar mit dem Ankunftsstempel nicht bedruckt. *Bezahlt die Handwerker=Rechnungen. Gar vieler gedenkt man um diese Zeit, wo die Herzen auf Wohltaten und Freudenbereiten sinnen. Wir wollen an einen erinnern: der kleinen Handwerksmeister. Es sind ihrer Tausende: lauter Existenzen, die unsagbar schwer im Kampfe ums tägliche Brot ringen. Ste leben von der Hand in den Mund. Wer denkt daran, wenn er ihre Dienste in Anspruch genommen hat?„Ach, der kann warten,“ so sagen Neunzehntel. Nein, er kann nicht warten, gerade er nicht! Wißt Ihr auch, wie es diesen Leuten geht? Wenn sie Samstags ihre Gesellen ausgelöhnt haben und ihre Groschen zählen, so finden sie ihrer kaum noch genug, um für Frau und Kind die Nahrung zu kaufen. Erinnert Euch daran, alle die Ihr dies lest! Zieht Eure Schubfächer, sucht die Handwerker=Rechnungen heraus und schreibt flugs ein Postanweisung! Keine bessere Neujahrsfreude kann es für Euch geben, als der stille Dank des kleinen Handwerkers, dessen Ihr sicher sein dürft. Hus den Kreisen Altena und Iserlohn. Oberbrügge, 28. Dez. Recht traurige Weihnacht feierte der Tagelöhner W. mit seiner Familie im benachbarten Dahlhausen. Am Montag war die Frau damit beschäftigt, Vorbereitungen für das Weihnachtssest zu treffen, als das dreijährige Söhnchen in einem unbewachten Augenblicke in ein Gefäß mit kochendem Wasser fiel. Das Kind wurde dermaßen verbrüht, daß es in der heiligen Nacht durch den Tod von seinen qualvollen Leiden erlöst wurde. Iserlohn, 27. Dez. Der Denkmals=Verein hielt dieser Tage eine Vorstandssitzung ab, bei der auch Professor Kauer aus Berlin, dessen Entwurf, wie erinnerlich, preisgekrönt wurde, anwesend war. Zur Ausführung selbst wurde mitgeteilt, daß das Denkmal auf dem Poth zu stehen kommt, daß die Höhe des Sockels 2,50 Meter, die der Figur bis zum Scheitel 3 Meter sein soll. Die Aufschrift lautet: Kaiser Friedrich. Die Grundsteinlegung erfolgt, wenn nicht anders bestimmt wird, am 18. April 1908, zum Gedenktage der Erstürmung der Düppeler Schanzen, die Enthüllung des Denkmals am 6. August, zum Gedenktage der Schlachten von Weißenburg und Wörth. Neueste Nachrichten u. Telegramne Aussage Schweningers im Harden=Prozeß. München, 30. Dez. In der 12 Stunde währenden Vernehmung des Geheimrats Schweningerschen Ehepaares bestätigte Geheimrat Schnyninger im Wesentlichen die Ausführungen Hardens, er gab ferner an, daß ihm und seiner Frau die jetzige Frau von Elbe etwa dieselben Angaben gemacht habe, wie sie diese bei ihrer ersten Vernehmung ausgesprochen hätte. Frau von Elbe sei ihm damals geistig und körperlich gesund und durchaus glaubwürdig erschienen. Er, Geheimrat Schweninger, sei fest überzeugt, daß Harden die Dinge nicht aus unlauteren Motiven in seinen Artikeln erwähnt habe, sondern nur aus politischen Gründen. Gährung unter den russischen Truppen. Petersburg, 29. Dez. Der Regierung zugegangene Nachrichten melden, daß in der 13. Infanterie=Division, die im Gouvernement Taurien steht, eine Reihe Verhaftungen stattgefunden haben, da eine sichtbare Gärung unter den einzelnen Truppenteilen besteht. Auch unter den Truppen im Turkestangebiete gärt es. Im Ertenvahnbataillon zu Aschabad kamen mehrere Fälle von Gehorsamsverweigerung und einige Ausschreitungen vor, infolge deren der verhältnismäßig junge General Karzow, der Kommandant des zweiten turkestanischen Armeekorps, wegen Nachlässigkeit im Amt seines Postens enthoben worden ist. Erzberger über die Modernisten. Paris, 30. Dez. Der Matin veröffentlicht eine Besprechung mit dem deutschen Zentrumsabgeordneten Erzberger über die Modernisten. Nach Erzberger ist Professor Harnack, Führer der Modernisten, im weitesten Sinne des Wortes. Bei dem katholischen Maassen Deutschlands könne der Modernismus keine Stütze finden, da Volk und Geistlichkeit dort, im Gegensatz zu Frankreich innig verwachsen seien. Eine Vereinigung von Katholiken und Protestanten unter der Führung des Kaisers hält Erzberger für unmöglich. Politisch sei solche Mischreligion nicht als Fortschritt zu betrachten, da sie unfehlbar zum Papst=Kaisertum führen würde. Briefkalten. Herr R. B. Ihre Frage wird uns von der Lüdenscheider meteorologischen Beobachtungsstation folgendermaßen beantwortet: Der Windruck bei einer Geschwindigkeit von 10 Meter beträgt pro Quadratmeter 13,8 Kilogr., bei 20 Metern 50 Kilogr., bei 30 Metern über 100 Kilogr. in der Sekunde. Der Winddruck bei 10 Meter Geschwindigkeit in der Sekunde würde also bei ¼ Quadratmeter den 4. Teil von 13,8 Kilogr., bei 4 Quadratmeter 4 Mal so viel betragen. Hiernach können Sie es sich leicht ausrechnen. Humoris tisches Zeitgemäßer Zweifel. Witwe:„Nächstens werde ich auch einen neuen Lenkbaren besitzen."— Freundin:„Luftballon oder Ehemann?" Wohltätige Hühner. Bäuerrin:„Hier bringe ich Ihnen a Körbel Eier, Herr Pastor; die haben meine Hühner zum Besten des neuen Krankenhauses gelegt!“ Gerettet. Frau:„Du hast ja einen Affen!“— Mann:„Schimpf' nicht, liebes Weiberl; den habe ich noch gerade retten können, bevor der Gerichtsvollzieher unsern Wein gepfändet hat!“ Der Protz. „Ihre Kinder haben wohl auch ein Weihnachtsbrieflein geschrieben?"—„Nicht nötig, ich lasse Kataloge schicken, da können sie anstreichen, was sie wollen.“ Druckfehler. Lange stand Eduard am Meeresstrande, die Geliebte im Arm, und schaute träumerisch in die rollenden Oogen. Falsche Auffassung. „Herr Kommerzienrat, Ihr Kassierer ist heute durchgegangen.“— Kommerzienrat:„Hm, das ist jetzt schon der zweite, der diese Stelle als Durchgangsposten betrachtet.“ Kunft und Wissenschaft Ein Banner=Spruch Wildenbruchs. Aus Anlaß des soeben eingeweihten mächtigen neuen Saales der Weimarischen, durch ruymreiche Vergangenheit ausgezeichneten alten Stahl=Armbrust=Schützengesellschaft hat Ernst von Wildenbruch dem Vorstande folgende Begrüßung zugehen lassen: Banner=Spruch der Stahl=Armbrust=Schützengesellschaft in Weimar zum 15. Dezember 1907, dargebracht von Ernst v. Wildenbruch. Alter Wein im neuen Schlauch, Junges Herz voll alter Ehre.— Also war der Väter Brauch, Also laute unsere Lehre. Nehmt die Armbruch von der Wand, An der Väter Stahl und Waffen Soll der Nachgeborenen Hand Nicht erlahmen und erschlaffen! Täglich wird das Leben neu Ueberm Kern, dem ewig alten— Haltet Eure Seele treu! Treue muß den Sieg behalten. Oeffentlicher Wet=erdienst Wetteraussichten für morgen. eorgen keine Witterungsveränderung. Schen Sie, das ilt das ganze Geheimnis: klug vorbeugen! Das hilft in allen Lebenslagen, das hilft vor allem auch in Fragen der Gesundheit. Wer aber in der rauhen Jahreszeit gegen Erkältungen vorbeugen will, der wird nie enttäuscht werden, wenn er Fays ächte Sodener Mineral=Pastillen gebraucht. Ist aber eine Erkältung ausgebrochen, dann soll man natürlich erst recht und schleunigst Fays ächte Sodener gebrauchen. Man kauft sie für 85 Pfennig die Schachtel in jeder Apotheke, Drogen= und Mineralwasserhandlung, weise jedoch jede Nachahmung mit oder ohne Geschmackszusatz ganz entschieden zurück. Sine Ballonfahrt im verschneiten Hunsrück. Bei Carl Georgi in Bonn hat der Fahrtenwart im Niederrheinischen Verein für Luftschiffahrt, E. Milarch, unter dem Titel„Aus dem Reich der Lüfte“ eine Reihe lebhafter und farbiger Schiledrungen von Ballonfahrten seines Vereins veröffentlicht. Das gut illustrierte Buch weiß den Leser für die Reize des Lustsports empfänglich zu stimmen; es flicht auch technische Belehrungen, geschickt in die feuilletonistische Darstellung hinein. Wir entnehmen dem interessanten Kapitel„Winterfahrten“ einen größeren Abschnitt. Nach einer Schilderung der Pracht des verschneiten Waldes beschreibt der Verfasser eine Landung an einem Winternachmittag im Hunsrück: Immer gewaltiger werden die Schneemassen, immer einsamer die Gegend, immer stärker der Wind; auch ziehen bedenkliche Schneewolken herauf, die uns die wärmenden Sonnenstrahlen absperren, so daß der Ballon immer und immer wieder purzelt und er sein vor kurzem noch so pralles Vollmondgésicht in viele ungnädige Falten legt; es ist kein Zweifel, wir müssen bald landen, und zwar hier mitten im verschneiten Wäldgebirge. Der Korb saust jetzt nur so über die Baumwipfel hin, wir lassen das Schleppseil abrollen, damit es als Bremse wirke, aber die Gewalt des Windes wäEilzuggeschwindigkeit fegen wir einen Berg hinan. Der Führer späht umher, weit und breit kein Dorf, kein Haus Hier landen in meterhohem Schnees der Ballon womöglich in hohen Fichten hängend? Aber was hilft's Waldein fahren wir über einen anscheinend nicht sehr hohen Fichtenbestand hinweg;„ratsch,“ zieht der Führer oben in der Luft, etwa 3 Meter über den Baumkronen, kurz entschlossen die Reißbahn, und in der nächsten Sekunde tauchen wir in Schnee und Fichtenzweige ein; der Korb macht noch einen gehörigen Ruck nach unten, dann sitzt er fest eingekeilt zwischen zwei gewaltigen Fichtenstämmen, über uns aber breitet sich die gelbe Ballonhülle aus wie ein schützend Dach; so sitzen wir nun ganz malerisch in einer selbstgeschaffenen Waldhütte, aber unser Führer zieht ein bedenkliches Gesicht! Wir verstehen ihn! Zwar sind die Bäume nicht übermäßig hoch, aber der Fichtenbestand ist so eng, daß der Korb sich überhaupt nicht rühren kann: Wir klettern über den Korbrand heraus und sinken in meterhohen Schnee Nun, das kann gut werden, außerdem ist's 4 Uhr vorbei und in einer Stunde dunkel. Langsam stapfen wir voran auf eine Schneise hinaus; wir horchen rund herum, ob wir nicht die Arr eines Holzfällers vernehmen möchten oder sonst irgendeinen menschlichen Laut. Nichts von alledem. Also voran, auf gut Glück! Endlich sehen wir durch die Baumzweige den Rauch eines Hauses oder einer Hütte aufsteigen, noch ein paar Stapfen und wir sind am Garten eines Forsthauses, und dies selbst liegt an einer breiten Chaussee. Wir klopfen an die offene Hintertür, kein Mensch gibt Antwort. So entschließen wir uns, einzutreten; alle Stuben sind geöffnet, wer soll auch in dieser Waldeseinsamkeit stehlen, wer kommt überhaupt zu dieser Winterszeit nach Hüttgeswasen auf den Erbeskopf? Trotzdem uns die gemütliche Wärme der Stube sehr anheimelt, treten wir doch wieder ins Freie. Ein Pferd hat der Förster auch nicht, auch keine Karre, was soll das geben? Da kommt auf der Chaussee une die Waldecke ein Schlittengefährt: ein muder Schimmel ziehr ein kleines, wackliges Gestell, nebenher schreitet ein uniformierter Siephansjünger. Armer Schimmel! Du bekommst heute noch was zu ziehen. Denn daß wir das Gefährt, und wenn's auch noch so armselig ist, uns nicht entgehen lassen, das steht fest; nötigenfalls wenden wir Gewalt an.„Ei, guten Tag, Herr Postrat, was haben Sie einen feinen Schimmel,“ so schmeicheln wir, ihm gleichzeitig eine gute Zigarre und einen Schluck aus der Kognakflasche bietend, was beides dankend angenommen wird.„Gehört das prächtige Tier Ihnen?"„Nein, dem Kailichen Posthalter in Birkenfeld, es ist ein Dienstpferd und hat die Landpost zu besorge.n“„Nun, dann wollen Sie sich bitte überzeugen, daß dieser Frachtbrief“— und damit halten wir ihm den rotumrandeten Eilfrachtbrief unter die Nase—„mit dem Siegel des Königlich Preußischen Luftschifferbataillons versehen ist; hier nahe im Walde hängt ein Militärballon“(die Lüge war insofern nicht so groß, als für den Kriegsfall ja alle unsere Ballons dem Kriegsministerium zur Verfügung stehen, wofür wir schon in Friedenszeiten die Ermäßigung des Militärtarifs genießen)—„und ich requiriere hiermit Schlitten und Schimmel bis zum Abend; die Verantwortung Ihrer Behörde gegenüber übernehme ich ebenfalls; nehmen Sie Ihre Briefschaften und Postsachen und gehen Sie zu Fuß voraus; für diesen Weg haben Sie zunächst diese zehn Mark.“ Diesem sichern Befehl gegenüber wagte der Reservemann nicht zu trotzen, ja er nahm sogar eine dienstliche Haltung an. „Und nun sagen Sie noch, wie weit ist's bis zur nächsten Bahnstation?"„Eine Stunde bis zum nächsten Gasthof, dann weitere zwei Stunden bis zum nächsten Dorf und dann noch eine Stunde bis nach Birkenfeld=Bahnhof; aber bei dem hohen Schnee wird's wohl etwas langsamer gehen.“ Nette Aussicht das! Aber nur nicht verzagen! Inzwischen war der Förster aus dem Walde heimgekehrt, eine Hüne von Gestalt, und eine Stimme wie eine Meeresbrandung! Eine prächtige Erscheinung, zum ganzen Bilde passend! Wir baten ihn, die paar hellen Minuten noch zum Herunterrollen der Hülle zu benutzen, und fragten nach Waldarbeitern. Ohne Antwort zu geben, ging er vor die Haustür und ließ auf vier Fingern einen lauten Pfiff ertönén.„Wieviel Mann brauchen wir?“ fragte er, mit den Fingern zwischen den Zähnen.„Wenn wir alle mit anpacken, etwa vier.“ Darauf ließ er noch drei Pfiffe ertönen.„In zehn Minuten werden die Leute hier sein, und was soll der Schimmel?"„Der soll unsern Ballon nach Birkenfeld fahren und, wenn's geht, hier bei Ihnen im Kuhstall noch etwas futtern.“ Wirklich trafen im Verlauf von noch nicht zehn Minuten vier kräftige Holzknechte ein, Säge und Beil auf dem Nacken. Das gab dann ein Staunen, als wir auf den Landungsplatz kamen; auch gab's für jeden ein Butterbrot aus dem Provinantkorb, dann aber ging's frisch an die Arbeit, nicht ohne daß wir vorher die rauhen Waldleuten inständigst gebeten hatten, an Stoff nicht zu reißen und zu zerren und vor allem nicht mit ihren Nägelschuhen darauf zu treten! Und wirklich ist es uns geglückt, den Ballon aus den allerdings nicht hohen und biegsamen Fichten herauszubringen ohne den geringsten Riß! Wahrhaftig eine Leistung! Für den Transport des Korbes mußten wir erst eine Schneise bauen, und ordnungsmäßig haben wir den Ballon erst auf der Chaussee verpacken können, den Schlitten haben wir bis dahin selbst gezogen. Auch war uns klar, daß der magere Schimmel die 400 Kilo allein nicht würde ziehen können; seine Kuh vorzuspannen, lehnte der Förster ab; so erbaten wir uns denn die vier Holzknechte mit auf den Weg. Gegen die Verpackungsordner mußten wir die Hülle über den Korb türmen, weil der Schlitten zu klein war; nun schwankte diese Last noch vorn und nach hinten, links und rechts. Um ein Herabfallen zu verhüten, wurde quer darüber ein langes Seil gelegt mit zwei freien Ende; wollte der Ballon nun nach links purzeln, dann zog der rechte Mann, und umgekehrt. So sind wir denn unter unsäglichen Mühen und Beschwerden nach sechsstündigem Marsch kurz vor Mitternacht am Bahnhof eingetroffen. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der Krankheit, sowie bei der Beerdigung unserer lieben, treusorgenden Gattin und Mutter sprechen wir hierdurch allen unseren aufrichtigsten Dank aus. Familie Ludwig Funke Naturheilverein Lüdenscheid. Am Montag, 80. cr, abends 9 Uhr, im Neufeld'schen Lokale: 1. Generalversammiung. Tageserdnung: Wahl der Kassenrevisoren. Verschiedenes.(Petition). Am Donnerstag. 9. Januar: 2. Ganeralversammlung. sbericht. Bibliothek. Kassenrevision. Vorstandswahl. Verschieoenes. (Annonce ausschneiden.) Altenaerstrasse 3. Täglich von 4 Uhr ab ununterbrocken — Vorstellungen.— Bekauntmachung. Die Kabel des städt. Elektrizitätswerkes und des Kommu nalen Elektrizitätswerkes Mark sind in den Bürgersteigen und in den Fahrdämmen in einer Tiefe von 50—70 cm verlegt worden, und mit Ziegelsteinen oder Tonmuffen abgedeckt. Damit die für die Kabel vorzunehmenden Schutzmaßregeln sachgemäß durchgeführt werden, sind von heute ab alle im Stadtgebiet Lüdenscheid vorzunehmenden Erdarbeiten für Gas, Wasser und Kanalisation bei der Verwaltung des städt. Elektrizitätswerkes vor Inangriffnahme der Erdarbeiten anzumelden. Ein Angestellter des Elektrizitätswerkes wird die Arbeiten überwachen. Für diese Kontrollausübung wird eine Gebühr von 2 Mk. erhoben. Bei Nichtbeachtung dieser Vorschrift werden von seiten des städtischen Elektrizitätswerkes auf Kosten des Unternehmers die erforderlichen Kontrollarbeiten nachträglich ausgeführt. Der Unternehmer haftet für alle Schäden an den Kabeln, die durch sein Verschulden verursacht sind. Lüdenscheid, 19. Dezember 1907. Magistrat: Jockusch. Ortskrankenkasse der Bauhandwerker. Um Irrtümer betreffs unterbliebener An= oder Abmeldung zu beseitigen, werden die Herren Arbeitgeber ersucht, sämtliche am 1. Januar 08 bei ihnen in Arbeit stehende Arbeiter bis längstens 3. Januar auf den von der Kasse gestellten Anmelde=Formularen unter Angabe des Alters und des gewählten Arztes im Kassenlokale Lessingstraße 13 anzugeben. Die selbstversicherten Kassenmitglieder wollen eine Umwahl des Kassenarztes ebenfalls bis längstens 3. Januar 1908 ausführen. Lüdenscheid, 23. Dezember 1908. Der Vorstand. Astrachan-Gaviar empfiehlt F. W. Funks Wwa. Firmenschilder=Fabrik, Hagen i. W, Fernsprecher Nr. 799 Skizzen u. Kostenanschläge gratts Sylvesterpunsch Arrac—Burgunder etc. atc. in ganzen u. halben Flaschen. Vor Weihnachten und im alten Jahre bewillige auf Einkäufe von Punsch 10% Rabatt. Friedrich Kirstein. Brunöhler, Wilhelmstraße 11. empfiehlt frischen Ananas, nanen, Goldtrauben Apfelfinen 10 Stck. von 20 Pfa. an, Alepfel 10 Pfd 1 Mk., alle Sorten Nüsse Blumenkohl, Rosenkohl, Spinat Feldsalst, Endivien, frische Eier Emil BoVat NuneinFabrik in Sonnu. Regenschirmen Detail-Verkauf zu Fabrikpreisen Brösst. Lager in Spazierstöcken Rsparieren und Ueberziehen der Schirme — prempt und hillig— Darlehen onne Vorschuß 50 Zinsen, rotee weise Rückzahlung Selbstgeber Schilinski, Sariin 26 Apestel Paulusstr. 21. Rückporto. Schulstr. 32. Flechten nässende und trockene Schuppenflechte skroph. Ekzema, Hautausschläge, offene Füsse Beinschäden. Beingeschwüre, Aderbeine, böse Finger, alte Wunden sind oft sehr hartnäckig; werbishervergeblich hoffte geheilt zu werden, mache noch einen Versuch mit der bestens bewährten Rino-Salbe frei von Gift und Säure. Dose Mark 1.— u. 2.—. Dankschreiben gehen täglich ein. Nur echt in Originalpackung weiss-grün-ret a. Firma R. Schubert& Co., Weinböhla, Sachs. Fälschungen weise man zurück. Zu haben in den meisten Apotheken. Achtung! Eggenscheid! Am Neujahrstage: Große Vorstellung mit Experimenten der höheren Physik, Zauberkunst und das beliebte totschnelle Figurentheater, sowie auch die gelehrten Wunderhunde, welche Lesen, Rechnen, Kartenspielen und Tanzen. Entree 20 Pfg. Kinder 10 Pfg.— Nachmittags 4 Uhr, abends 8 Uhr. Es ladet freundlichst ein Wilh. Kleuser. Ew. Machslett. M. G. V. „Läcilia" Dienstag. 31. er. Sylvester abends 8 Uhr: Gemütliche Zusammerkunft im Voreinslokale. Hierzu ladet ergebenst ein Vorstand. Für Sylvesfer empfehle: Evang. Vere n Arrac-, Ananas-, Burgunder Punsch in ganzen und halben Flaschen. Rhein- u. Moselweine von 75 Pfg. per Flasche an. Frische Ananas, Pfirsiche in Dosen. F. W. Funke Wwe. Am Neujahestage, nachm. 4½ Uhr, im Vereinshause: Weihnachtsfeier mit Ansprachen und Posaunenvorträgen. Aufführung der Märchendichtung: Zu zahlreicher Beteiligung lidet die Mtglieder ein Der Vorstand. Nenjahrbraten! Vuter, Unthennen, fette Gäuse und Vonlarden, Hähachen, Sappenferner Reh, frische schwere Waldhasen, welche billig abgebe, empfiehlt Schnettkor Kramer's Punsche u. hiköre (von Aug. Kramer& Co. Nachf. in Köln) sind in allen besseren Geschäften der Branche käuflich und achte man genau auf die Firma. Gemeindesparkalle Berscheid Vom 1. Januar 1908 an ist der Zinsfuß für Einlagen auf9 festgesetzt. Mit diesem Zeitpunkte wird auch, unter Voraussetzung höherer Genehmigung, die tageweise Verzinsung eintreten. Gesang-Verein Teutonia Mittwoch, 1. Jan., nachm. 5 Uhr: Neujahrskränzchen im Lokale des Herrn Roh. Grummenerl, wozu die geehrten Mitglieder nebst Angehörigen freundl. einladet Der Vorstand. Fleischteuerung sollt» jede sparsame Hausfrau veranlassen, zur Herstellung von Fleischbrühe, zu Suppen, Bereitung von Gemüsen usw. nur LIEBIG's Fleisch-Extrakt(garantiert reine eingedickte Fleischbrühe aus bestem Ochsenfleisch) zu verwenden und das teure Fleisch in rationellerer Weise zum Braten, Dämpfen usw. zu gebrauchen. Turnverein Leifringhausen Mittwoch. den 1. Jannar 1908, nachmittags 5 Uhr: Warmwasser-, Miederdruckdampfheizungen jeder Art, wie Milddampfheizungen cte. fertigt unter Garantie A. Thiel. Ausarbeitung von Projekten gratis. Barmer Bank-Verein Binsberg, Filcher& Co., hüdenscheid hüdenscheid. Vom 1. Januar 08 ab vergüten wir auf Spareinlagen: 4% bei 3monatlicher Kündigung 4½0„ 6 12 2 0 5% *. » Sparkalle Kierspe. Der Zinsfuß ist vom nächsten 1. Januar ab für Einlagen jeder Höhe von 3¾ auf erhöht bei täglicher Verzinsung. Einlagen werden auch per Post entgegengenommen Emil Brinker, Ringmauerstr. 12. Empfehle: Kanarieu-Hähne, Chinesische Unter Garantie singende Männchen. Vogel-Käsige — für alle Sorten Vögel.— Zimmer möbliert, einzeln oder doppelt, mit und ohne Cabinet oder Pension, in allen Preislagen, teilweise mit, teilweise ohne Frühstück für die Mitglieder des Lüdenscheider Stadt=Theaters gesucht. Offerten an R. Relm jr., Hotel zur Jost. wozu die Mitglieder freundlichst eingeladen werden. Der Vorstand Selbständiger Vernickler per sofort für eine größere galv. Anlage in Mailand(Italien) gesucht. Derselbe muß sich auf sauberes Vernickeln von Fahrradteilen verstehen und möglichst auch mit der Ansetzung von Bädern vertraut sein. Løhn pro Tag anfänglich 8 Lire. Fahrgeld wird nach 3 Monaten zurückvergütet. Offerten erbitte unter V 800 an die Expedition dieser Zeitung. 1 Wohnung von 3 Zimmern wiro per 1. Mai zu mieten gesacht. Offerten unter 801 an die Exped. der Zeitung. Hohe Provision zahlt eine leistungsfähige technische Gummi= u. Asbestfabrik an gut eingeführte Platzvertreter in Rheinland u. Westsalen. Gefl. Off. u. M. A. 2990 an Hassenstsin& Vogier A. G. Berlin M. 8. A empfiehlt billigst 4 Ruhl Hasen, Poularden, Puter, junge Hähne empfieblt F. W. Funko Wwe.