Amtlicher Anzeiger Druck u. Verlag von Tilgenkamp& Ruhl in Lüdenscheid. für den Kreis Altena. Verantwortlicher Redakteur: Otto Scaar in Lüdenscheid. Nr. Donnerstag, den 15. November 1906. 39. Telegramme. Berlin, 15. Nov. Die Zentrumsfraktion bereitet einen Antrag vor, der dem Bundesrat und dem Reichstag größeren Einfluß auf die auswärtige Politik sichern soll. Berlin, 15. Nov. Zur gestrigen Bülowrede schreibt die „Voss. Ztg." Die Zeit des Schweigens und der Ungewißheit ist vorüber. Das lang erwartete Auftreten des Fürsten Bülow an der Stelle, mo er am 5. April zusammengebrochen war, ist ein politisches Ereignis. Seit gestern weiß man, daß in jüngster Zeit eine Kanzlerkrise bestanden hat, und daß neuerdings keine .in Aussicht ist. Der Grund dazu ist in dem Gesundheitszustand Bülows zu suchen. Es ist wahr, sonderlich froh klangen die Worte des Fürsten nicht, aber sie enthielten eine kühle Mahnung, sich mit des Lebens Unverstand in nüchterne Entschlossenheit abzusinden. Was Fürst Bülow über die Beziehungen zu Frankreich, Italien, England und dem Dreibund, über die Einkreisung oder Isolierung vorbrachte, es war eigentlich nur der umständliche Kommentar zu einem Achselzucken. Bülow wird aus allen Reden herausgehört haben, daß sich die Unzufriedenheit nicht so sehr gegen ihn, als gegen den Träger der Krone richtet. Es hieße der Wahrheit Gewalt antun, wollte man diesen Umstand evrschweigen. Als der Kanzler versicherte, man sei viel zu nervös unten wie oben, scholl er sehr laut zurück:„Oben!" Einstweilen hat man die Empfindung, daß der Kanzler den kritischen Tag nicht nahe glaubt. Politisches Scho Zum Rücktritt des Herrn von Podbielski äußert sich die„Staatsbürger=Zeitung“: Der Racktritt des Ministers stand seit langem fest. Unsere Mitteilung von der Entsendung eines Kaiserlichen Adjutanten hat man erst bestritten, dann unter Hinweis auf die Manöver den Besuch als harmlos erklärt. Ob man, wenn wir nun den Namen, von Böhn nennen, auch noch behaupten wird, derselbe sei in Manöversachen in Dallmin gewesen, während doch sein Regiment an dem schlesischen Kaisermanöver teilnehmen sollte und teilgenommen hat? In der Behandlung seiner Entlassung, wie in der ganzen Art des Ministers lag ein etwas, das man eher an südamerikanischen, wie an preußischen Staatsmännern gewohnt ist. Wir wollen gewiß nicht die steiflederne Grandezza des seelenlosen preußischen Geheimrats loben. Aber was aus so manchem Wort des Ministers sprach, war doch nicht guter Erdgeruch, sondern der Sektwitz um 2 Uhr morgens. Es ist gut, daß unser öffentliches Leben einen solch leichten Ton nicht verträgt. Auch ein konservatives Organ, wie der„Reichsbote“, hat die Art des Ministers, sich zu geben, mit scharfem Ton gerügt. Der Minister konnte gut scherzen. Aber des Tages Last und Hitze bei den Handelsverträgen hat nicht er, sondern der Staatssekretär des Innern getragen. Dem Landwirtschaftsminister fehlte doch zuletzt der staatsmännische Sinn. Gewiß können wir beim Landjunker gelegentlich eine derbe Pointe vertragen. Aber wir müssen doch das Gefühl behalten, daß, wie bei Bismarck, jede seiner Handlungen vom Bewußtsein geschichtlicher Verantwortung getragen ist. Für sein Fach tat er viel; das Gefühl der Verantwortung für die gesamte Staatspolitik war nicht zu merken. Er war Fachminister, nicht Staatsminister, in einzelnen Momenten gar Skatsminister. Möchte es seinem Nachfolger beschieden sein, einen gerechten Ausgleich zwischen den Interessen der Stände zu finden, und dem Landwirt, aber auch dem Konsumenten jedem das Seine zu geben. Nicht ganz so scharf wie das antisemitische Blatt äußert sich die„Germania": Herr v. Podbielski ist als Minister nicht deshalb gefallen, weil er ein„Agrarier“ war, sondern aus„Gesundheitsrücksichten". Man kennt diesen bei Ministerentlassungen üblichen Grund. Aber Herr v. Podbielski ist wirklich ein kranker Mann. Es war seiner Natur allerdings zuwider, sich als solchen zu bekennen, und andererseits war es seinem Charakter als Politiker offenbar höchst unangenehm, seine Entlassung als eine unfreiwillige vor der öffentlichen Meinung erscheinen zu lassen, um selbst nicht den Anschein einer Schuld vor der öffentlichen Meinung zu erregen. Aber seine Verbindung mit der Firma Tippelskirch, die aus einem Monopol=Geschäft mit dem deutschen Reiche einen Riesengewinn erzielte, konnte nicht anders als verwirrend und deprimierend wirken. Und wenn in dieser Beziehung v. Podbielskis Seite angeführt wurde, daß dieselbe ja die Geschäftsanteile auf seine Frau übertragen und nachträglich die Gütertrennung mit seiner Frau herbeigeführt habe, so galt dies erst recht in der öffentlichen Meinung als ein Beweis dafür, daß Herr v. Podbielski selbst in dieser Gütertrennung das Bewußtsein der für ihn als Staatsminister inkorrekten Beziehungen zu der Firma Tippelskirch zugegeben hat. Er mußte infolgedessen seinen Abschied nehmen. Aber sein Nachfolger, wer es auch immer sein möge, wird in der Vertretung der landwirtschaftlichen Interessen dieselben Wege wandeln müssen, die Herr von Podbielski vorgezeichnet hat, wenn dies auch vorsichtiger und taktvoller geschieht, wie es mitunter geschehen ist. Für die„Kreuzzeitung" ist Podbielski der Staatsmann: Zieht man das Fazit seiner über fünfjährigen Ministerschaft, so springt vor allem ins Auge, daß es endlich gelungen ist, der schwer ringenden heimischen Landwirtschaft durch ausreichenden Zollschutz und Sicherung gegen Seucheneinschleppung eine gesicherte Daseinsmöglichkeit zu verschaffen. Die Schwierigkeiten, die dem entgegenstanden, sind in der heutigen raschlebigen Zeit zumteil schon wieder vergessen, darum sei daran erinnert, daß nicht bloß die Gegnerschaft der Feinde der Landwirtschaft zu überwinden war, sondern auch die übereifriger Freunde, um das große Werk d. Zolltarifreform in den Hafen zu bringen. Als der Minister in sein Amt eintrat, waren die allgemeinen Vorbereitungen für den Zolltarif zwar getroffen, aber das entscheidende Stadium der Fixierung der landwirtschaftlichen Zollsätze stand für das Staatsministerium und den Bundesrat noch aus. Naturgemäß fiel dem preußischen Landwirtschaftsminister gerade hierbei ein entscheidendes Wort zu. Die daraus sich ergebende Verantwortlichkeit war um so größer, als die schutzzöllnerische Mehrheit im Reichstage auf die Verantwortung der Regierung hin auch höhere als die schließlich vorgeschlagenen Sätze vorgenommen haben würde, der Landwirtschaftsminister sich also als Staatsminister die Selbstbeschränkung auferlegen mußte, bei seinen Vorschlägen mit Rücksicht auf die Allgemeinbeit mehrfach hinter dem zurückzubleiben, was die Landwirtschaft von ihrem Standpunkte aus mit Recht gefordert hatte. Der staatsmännische Standpunkt des Ministers offenbarte sich hierin— nicht minder auch in dem Anteile, den er, ohne nach außen hin damit hervorzutreten, an der Beilegung des vergiftenden Streites um den Mittellandkanal gehabt hat. Ueber die zukünftige innere Politik der Regierung erhält die„Köln. Ztg." aus Berlin folgende offenbar offiziöse Meldung: Es unterliegt heute keinem Zweifel mehr, daß die Verteuerung der Lebensmittel und die damit zusammenhängende steigende Unzufriedenheit im Volke auf die Regierung nicht ohne Einfluß geblieben ist, sodaß unmittelbare Maßnahmen zu erwarten sind, durch welche den dringendsten Klagen teilweise abgeholfen werden soll. Zur Freigebung der Grenzen oder einer Herabsetzung der Zölle dürfte die Regierung sich nicht entschließen, voraussichtlich aber einer verstärkten Versorgung mit ausländischem Fleische zustimmen, indem sie die Errichtung von Schlachthäusern an der Grenze freigibt, in welchen das vom Auslande kommende Vieh sofort geschlachtet und zur weiteren Versendung fertig gemacht werden kann. Diese Maßregel soll besonders auch an der holländischen Grenze Anwendung finden. Ob darüber hinaus noch weitere Erleichterungen geplant werden, dürfte sich erst aus einer eingehenden Darlegung der Sachlage ergeben, die der Reichskanzler bei erster Gelegenheit im Reichstage gibt. Hierbei wird der Reichskanzler auch die Gebiete der Gesamtpolitik behandeln und eine zusammenfassende Darlegung derjenigen Grundzüge geben, nach denen die Regierung in der nächsten Zukunft zu verfahren gedenkt. Das war doch auch das mindeste, was man erwarten konnte, daß die steigende Unzufriedenheit im Volke„auf die Regierung nicht ohne Einfluß“ bleiben würde. Im übrigen glauben wir nicht, daß damit alle Maßnahmen, die getroffen werden können, erschöpft sind. Das einzige Mittel zur Linderung der Fleischnot, das den Agrariern nicht unsympathisch wäre, dürfte eine Herabsetzung der Eisenbahntarife sein. Sollte man daraus nicht schließen dürfen, daß vor allem diese Maßregel in Aussicht genommen ist? Deutscher Reichstag Berlin, 14. November. Schon vor Beginn der Reichstagssitzung war das Reichstagsgebäude von einer großen Menschenmenge umlagert. Der Reichskanzler erschien schon kurz vor 1 Uhr im Reichstag; er wurde von der Menschenmenge draußen mit freundlichen Zurufen begrüßt. Er ist im Gesicht etwas magerer und blasser geworden; sein allgemeines Aussehen läßt aber doch wieder die frühere Elastizität seiner Bewegungen erkennen. Die Zuschauertribüne war schon vor Beginn der Sitzung dicht gefüllt. In der Diplomatenloge war kein Platz frei; es waren besonders viele Damen anwesend. Auch in der Hofloge war jeder Platz besetzt. Auch Kolonialdirektor Dernburg war erschienen; nur der Staatssekretär des Auswärtigen fehlte. An den Bundesratstischen befinden sich gegen 35 Kommissare. darunter Reichskanzler Fürst v. Bülow, v. Tirpitz, v. Einem, Frhr. v. Stengel. Auf Anfrage des Präsidenten Ballestrem erklärt der Reichskanzler sich bereit, die Interpellation Bassermann(N.) sofort zu beantworten. Diese lautet: „Ist der Herr Reichskanzler bereit, Auskunft zu geben über unsere Beziehungen zu den übrigen Mächten, um sich über die Besorgnisse zu äußern, die in weiten Kreisen des deutschen Volks wegen der internationalen Lage bestehen?" Der Interpellant Bassermann begründet nun seine Anträge. Ein Gefühl starker Unzufriedenheit sei in den letzten Wochen im deutschen Volke laut geworden und eine einmütige abfällige Kritik der Presse aller Parteien über die Leitung unserer Politik. Durch die Hohenlohe=Memoiren habe man außerdem jetzt noch einen Blick hinter die Kulissen gewonnen(Heiterkeit rechts) und dadurch sei die Kritik verschärft worden. Man fragt sich heute, wie es überhaupt möglich war, daß ein so verbrauchter alter Herr noch Kanzler wurde. Besonders sei man aber erfüllt von Sorge über die auswärtige Politik, deren Schwierigkeit Bülow bei der Marokko=Konferenz selbst zugab. Das Vertrauen in die Leitung dieser Politik, wie unter Bismarck sei nicht mehr vorhanden. Wichtige Posten wurden oft mit Männern besetzt nach dem Gesichtspunkt, ob sie persona grata oder gratissima seien. Die Presse aller Parteien spreche von der Isolierung Deutschlands. Die günstige Lage, die Bismarck hinterließ, sei nicht mehr vorhanden. Wir seien in einer Periode der Reisen, Reden, Telgramme und der Liebenswürdigkeiten, einer Periode der Unstetigkeit. Der Dreibund habe kaum mehr praktischen Nutzen für uns, denn die Beziehungen zu Italien seien verschlechtert, auch diejenigen Italiens zu Oesterreich, das nicht gerade ein„brillanter Sekundant“, aber doch ein unparteiischer Richter in Algeciras war. Aus Ungarn hören wir auch Vorwürfe gegen uns und unsere Einmischungen, die charakteristisch sind. Ein Thronwechsel in Oesterreich würde die Besorgnisse noch erhöhen. Als wirksames Machtmittel deutscher Politik gehört der Dreibund der Vergangenheit an. In Franreich werde der Zweibund fortgesetzt. Unser Verhältnis zu ihm sei im wesentlichen unverändert. England aber verfolge große Ziele schweigsam, ohne Reden.(Sehr wahr!) Eine vorsichtige Politik wird sich daher empfehlen. Bei anderen Staaten bessern sich beständig die Bündnisverhältnisse. England habe sich mit Frankreich und Rußland, letzteres mit Oesterreich verständigt. Wir erscheinen immer isolierter. Unsere auswärtige Politik ist unstetig. Sympathien und Antipathien spielen mit. Oft werden Verstimmungen durch Reden und Depeschen im Ausland erzeugt, die dann durch Liebenswürdigkeiten nicht mehr ausgeglichen werden.(Sehr wahr!) Auch im Auslande findet man, daß bei uns oft Stimmungen regieren, und das mindert den Respekt. Eine momentane Kriegsgefahr fürchten wir nicht. Aber Momente der Spannung erschienen doch oft. Das sei keine Schwarzseherei. Gewiß können wir, wie Bebel sagte, 5 Millionen gleich marschieren lassen, und wir vertrauen auf unser fleißiges Volk,— aber solche Anfragen könnten doch nichts schaden. Im Ausland weiß man genau, wie die Dinge stehen. Deutschland ist zwar mächtiger als 1870, aber Europa ist auch anders geworden. Aus patriotischer Sorge wünschen wir daher Ausunft und keine Schönfärberei, sondern Wahrheit! Der Reichskanzler beantwortet die Interpellation in längerer Rede, die wir morgen zum Abdruck bringen werden. Politische Rundschau. Berlin, 14. November. — Die Entscheidung über die Nachfolgerschaft des Landwirtschaftsministers ist noch nicht erfolgt und wird, wie die„Deutsche Tagesztg.“ schreibt, in den nächsten Tagen noch nicht erfolgen. Hätte man eine schleunige Beilegung der Frage vorausgesehen, so wäre man wohl nicht darauf gekommen, zu dem nicht gerade gewöhnlichen Mittel der Vertretung zu greifen. Japan über China. Tokio, 13. Nov. In unterrichteten Kreisen und in der Presse erregt die in Europa gehegte Meinung, China reformiere sich in solchem Maße, daß es eine Drohung für andere Mächte werde, nur Heiterkeit. Die Bewunderung für die chinesische Armee, die einige ausländische Kritiker bei den jüngsten chinesischen Manövern bezeigten, wird als komisch und oberflächlich betrachtet und von den japanischen Offizieren, die den Manövern beiwohnten, jedenfalls nicht geteilt. Etwaige Befürchtungen von einem Wachsen der„gelben Gefahr“ infolge der Umgestaltung der chinesischen Armee werden als lächerlich bezeichnet. Aus Westfalen und Rheinland. Duisburg, 14. Nov. Das hiesige Schöffengericht verurteilte heute den Kaufmann Heinrich Feldmann aus Duisburg wegen Nährungsmittelfälschung zu 200 Mark Geldstrafe. Der Angeklagte hatte im Jahre 1903 an das hiesige Gefängnis Margarinebutter mit Maden durchsetzt, geliefert, während die Verwaltung glaubte, echte Butter bezogen zu haben. Recklinghausen, 14. Nov. In der vergangenen Nacht wurde in der neu erbauten Paulus=Kirche ein schwerer Einbruchsdiebstahl verübt. Die Diebe erbrachen die Sakristei und drangen n das Innere der Kirche, versuchten das Tabernakel zu erbrechen, was ihnen aber mißlang. Dann rissen sie den Opferstock mit Gewalt aus der Wand und plünderten ihn. In der Sakristei wühlten sie alles durcheinander. Bis jetzt hat man von den Tätern noch keine Spur. In der gleichen Nacht verübten Diebe einen Einbruchsdiebstahl bei dem Wirt Bruckmann, wobei sie 1709 A erbeuteten. Düsseldorf, 14. Nov. Der Gärtner Klötscher aus DuisburgMeiderich wurde gestern abend 11 Uhr, unweit des Bahnhofes Hösel, von einem Wagen der bergischen Kleinbahn überfahren und getötet. Trier, 14. Nov. In dem an der luxemburgischen und belgischen Grenze gelegenen Dorfe Bras spielte sich in der Nacht zum Dienstag ein scheußliches Familiendrama ab. Dem seit drei Monaten verheirateten Arbeiter Brüll wurde beim Betreten seiner Wohnung von seiner Frau durch einen Beilhieb der Schädel gespalten, sodaß der Mann sofort tot war. Die Frau schleppte dann mit Hilfe ihrer beiden Schwestern und ihrer Schwiegermutter die etwa 15 Meter vom Hause weg und legte sie auf der Straße nieder. Sie gab dann noch zwei Revolverschüssc auf die Leiche ab. Die Frauen begaben sich dann zu Bett, ohne sich weiter um die Sache zu bekümmern. Blutspuren an der Schwelle des Hauses und der blutbefleckte Hut des Ermordeten führten das Gericht auf die richtige Spur. Die 4 Frauen wurden verhaftet. Lokale Nachrichten. von lokalem Juteresse sind der Redaktion kets wiskommen und werden entsprechend vergütel. Lüdenscheid, 14. November. (=) Beginn des Schulunterrichts. Von heute ab ist in den Volksschulen mit dem Beginn des Unterrichts um 8½ Uhr begonen worden. (=) Zur Einkommensteuer=Gesetznovelle. Der preußische Finanzminister hat bezüglich der durch die Einkommensteuer=Gesetznovelle ausgesprochenen Verpflichtung der Arbeitgeber zur Auskunfterteilung über das Einkommen ihrer Angestellten eine Verfügung an die Vorsitzenden der Einkommensteuer=BerufungsKommissionen erlassen, worin es für erforderlich erklärt wird, namentlich im ersten Jahre die an die Arbeitgeber zu stellenden bezüglichen Anforderungen unter billiger Rücksichtnahme auf ihre Interessen im Wege der Vereinbarung einzuschränken. Hus dem Kreise Altena. Altena, 12. Nov. In einer gut besuchten nationalliberalen Versammlung berichtete der nationalliberale Parteisekretär Dr. Hugo=Hagen über den Goslarer Parteitag, der in diesem Sommer zwischen den Wahlen Altena=Iserlohn, Hagen=Schwelm und Stade=Bremervörde stattgefunden hat. Er habe zur Klärung sehr viel beigetragen, was auch aus dem Wahlresultat hervorgehe. Während bei den ersten Wahlen die Stimmen der Nationalliberalen zurückgegangen seien, habe bei der letzten Wahl sich eine Zunahme gezeigt, was wohl in erster Linie auf die Klärung in der nationalliberalen Partei) zurückzuführen sei. Redner kam u. a. auf die Einigungsfrage Hzwischen der nationalliberalen und freisinnigen Partei zu sprechen. Er wies darauf hin, wie sich die freisinnige Partei zu dieser Frage in einer freisinnigen Parteiversammlung durch den Mund des freisinnigen Parteisekretärs Kuhle und des freisinnigen Führers Somborn=Lüdenscheid gestellt habe. Er sei allerdings der Meinung, daß viele freisinnige Wähler sich sicherlich mit einer Einigungskandidatur befreunden würden, aber leider kämen die freisinnigen Parteihäuptlinge nicht aus ihrer Haut und wollen den bisherigen doktrinären Standpunkt, den Eugen Richter schon vor 30 Jahren vertreten hätte, nicht verlassen, und solange das nicht geschähe, könnte von einer Einigung zwischen der liberalen und nationalliberalen Partei keine Rede sein. Altena, 15. Nov. Ein schrecklicher Unglücksfall ereignete sich vorgestern Nachmittag auf dem Werk Schwarzenstein der Firma Basse u. Selve. Der Schlosserlehrling Glingener von hier wollte während des Betriebes einen Riemen auf die Scheibe legen. Der Kittel verfing sich, rollte sich auf die Welle und diese schleuderte den Körper des Unglücklichen mit sich herum. Die Beine wurden vollständig zerbrochen und gequetscht. Der fast leblose Junge wurde, nachdem ein Notverband angelegt worden war, nach dem St. Vincenz=Hospital verbracht, wo er hoffnungslos darniederliegt. (e) Werdohl, 14. Nov. Bei der heutigen Gemeinderatswahl der 2. Abteilung waren als Kandidaten aufgestellt 1. der Brennereibesitzer Herr Rudolf Starke=Werdohl, 2. der Landwirt Herr Wilhelm Benscheidt=Harlingsen. Benscheidt erhielt 45, Starke 27 Stimmen. Benscheidt ist somit gewählt.— Bei der gestrigen Gemeinderatswahl der 3. Abteilung waren als Kandidaten aufgestellt 1. Herr Heinr. Thomee=Werdohl, 2. Herr Wilh. Stahlschmidt=Eveking. Thomee erhielt 350, Stahlschmidt 177 Stimmen. Thomee ist somit gewählt. Lüdenscheider meteorologische 51" 13' Nordbreite, 7° 88“ östl. Länge von Greenwich, 440 m Seehöhe. Es sind in Lüdenscheid gestern und heute den 15. November 1906 beobachtet worden: Temperatur um 2 Uhr nachm. 4.7 Grad um 9 Uhr abds. 2.6 Grad um 7 Uhr mgs. 1,3 Grad Verlauf der Witterung gestern morgen: bedeckt, gestern nachm.: bedeckt in voriger Nacht: bedeckt. Vergleichende Temperaturen von Orten zwischen dem 67. bis 40. Grade Nordbreite und zwischen dem 5. und 35. Grade östlicher Länge von Greenwich in Celsiusgraden(5 Grad C.= 4 Grad R.): Haparanda Stockholm Christiansund Borkum Swinemünde —19 2 8 8 4 Berlin Frankfurt a. M. München Nizza Rom Neapel 7 6—1 9 7 14 Er trtnkt sie heimlich aus der Wieviel Aerger und Tränen kostet es, wenn die Eltern ihren Liebling zwingen müssen, etwas zu nehmen, was gut für ihn ist, aber schlecht schmeckt. Scotts Emulsion nehmen die meisten Kinder mit Vorliebe und mit Erfolg. Ein Beweis für beides ist das folgende Schreiben: Baalberge, Anhalt, den 3. Dezember 1905. Mein Sohn Werner war mit 1½ Jahren sehr skrofulös, was ihn körperlich sehr zurückbrachte und was sich nicht bessern wollte, trotz bester Pflege. Mit zwei Jahren bekam er noch Luftröhrenkatarrh, der ebenfalls nicht weichen wollte, Essen und Trinken schmeckte ihm nicht mehr, und das Kind schlich nur noch so dahin und wurde ganz menschenschen. Ich kaufte ihm nun eine Flasche Scotts Emulsion und konnte zu meiner Freude bald eine Besserung in dem Befinden des Kleinen konstatieren, die auch bei weiterem Gebrauch ständig anhielt. Sein Appetit ist seither so gewachsen, daß er fast gar nicht mehr satt zu machen ist. Die skrofulösen Erscheinungen sind vollständig verschwunden, der Kleine hat sich körperlich außerordentlich entwickelt und singt und springt den ganzen Tag. Scotts Emulsion nimmt er so gern, daß er heimlich aus der Flasche trinkt, wenn es niemand sieht,— er kann von der„dicken Milch", wie er sie uennt, nie genug bekommen.(gez.) Max Stöbe. 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Alle Landwirte werden gebeten, zu erscheinen.— Gegner der Erhöhung der Milchpreise sind eingeladen und willkommen. Freie Diskussion. Der Vorstand: Opderbeck. Turn-Verein Grünewald. Samstag, dan 17. cr., abends 7½ Uhr: Vinter im Vereinslokal. Es ladet freundlichst ein Der Vorstand. 199 )8) 905 190399 Tafelbutter 10 Pfd. Colli Mk. 6,80. Tlsterkäse fett, 10 Pfd. Colli Mk. 4,50. 5 Pfd. Butter u. 5 Pfd. Käse Mk. 5,50. Stern lieb(Versandhaus) Tluste 466 via Breslau. E. Vodder Kluserstraße. Prima neue Vollheringe p. Otz. 55 Pfg., 100 Stck. 4.50. Limburger=Käse per Pfd. 40 Pfg. Vollfetten Edamer direkt aus Holland bezogen p Pfd. 80 bei Abnahme 1 Kugel bis 4 Pfd. 70 Pfg. Feinsten Schweizerkäse pee Pfd. 1,00 bei 5 Pfd. 95 Pfg. fett u. mager per Pfd. 85 Pfg. Reines Schmalz blendend weiß, p Pfd. 58 Pfg. Sowie Rüböl, Butterölec. — zu billigsten Preisen— empfiehlt Aug. Neuhoff, Drogerie Meinerzhagen. Tüchtige Schaitt= u. Werkzengmacher für sofort gesucht. Dauernde Arbeit, 45—50 Pf. 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Ein älterer, erfahrener Werkmeister sowie Maschinenarbeiterinnen werden gesucht. Von wem sagt die Exp. d. Ztg. Ladenlokal nebst Wohnung, passend für Friseurgeschäft, per 1. Mai zu vermieten. Näheres in der Geschäftsst. d. Ztg. Sämtliche Brucksachen empfiehlt des Evang. Männer-Gesang-Vereins aus Dortmund 170 Sänger 170 Sänger in Verbindung mit der gesamten Giesenkirchenschen Kapelle am Sonntag, den 18. November 1906, nachmittags 4 Uhr, — in der Schützenhalle.— Eintrittspreis: Im Vorverkauf 75 Pfg., an der Kasse 1.— Täk. Vorverkaufskarten sind erhältlich: In den Zigarrenhandlungen von Adolf Leiter, Ernst Riese, Hch. Delsterhaus, Hans Zintl, in den Buchhandlungen von Paul Dalichow, Aug. Frech, sowie im Berliner Hof, im Hotel Piepenstock, bei Herrn Restaurateur G. A. Alberts, in der Ansichtspostkartenhandlung von E. C. vom Schemm, bei Herrn Friseur E. Rentrop und in der Schützenhalle. Turnverein Brüninghausen. Sonntag, 18. Novbr. nachm. 4½ Uhr: Tages=Orduung: 1. Jahresbericht. 2. Rechnungsablage. 3. Beric; über den Kreisturntag. 4. Vorsi ndswahl. 5. Wahl der Vertreter zum Gauturntage 6 Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet Borstand. Auswärtige Stellenangebote. Schleifer: Joh. Pet. u. Dan. Goebel, Altenvoerde. Klempner, n. Installateure: C. Sellmann, Haspe. Fabriksattler: Peter Schöttler zu Vogelsang. Schuhmachergehilfen: Emil Keßler, Hagen. Schlelfer: Ewald Witte Aug. Sohn, Haspe. Fallhammerschmiede, Zuschläger Heyden u. Käufer, G. m. bH., Hagen. Handwerksmeister-Vereinigung. Jotut: Gonischte Iunung. Mittwoch, 21. Novbr. er. abends 8 Uhr: General=Versammlung im Lokale des Herrn Neufeld früher W. Nebeling. Tages Orduung: 1. Bericht des Vorsitzende über das verflossene Halbjahr. 2. Verschiedenes. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Auf Handstrick=Maschinen geübte Strickerinnen bietet gutlohnende dauernde Anstellung hier im Hause. Hermann Kornblum, Hagen i. W. Altrenommiertes Kauf- u. Versandhaus für Manufakturen, Konfektion, Ausstattungen. 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Eingehende Versuche, die in Erlangen angestellt worden sind, haben ergeben, daß Wasser, Milch, Tee, Kaffee, Kakao, reine Fleischbrühe, Biec. leichte Weine, sofern nicht über 200 Gramm genommen wurden, und weichgekochte Eier 1— Stundn im Magen verbleiben. Größere Mengen Flüssigkeit, Rührei, Omelette, mageres Fleisch, Austern, Kartoffeln, Blumenkohl, Spargel, Kirschen, Weißbrot und Zucker bleiben 2— Stunden lang im Magen; junge Hühner, Rebhühner, Tauben, roher und gekochter Schinken; Rindfleisch, Kaviar, Schwarzbrot, Spinat, Mohrrüben, Kohlrabi, Reis, Radieschen, Aepfel 3—4 Stunden und schließlich Rauchfleisch, Hase Gans, Ente, Hering, Erbsen, Linsen und Schnittbohnen nicht weniger als 4—5 Stunden. Natürlich unterliegen diese Zeiten individuellen Schwankungen, doch läßt sich den Angaben entnehmen, wie man es einzurichten habe, daß der Magen durch ein Mahl nicht allzu lange belastet, aber auch nicht allzu schnell entleert werde. Die Schmackhaftigkeit wie Temperatur der Speisen kommt für einen günstigen Ablauf der Verdauungsvorgänge auch sehr wesentlich in Betracht, und besondere Aufmerksamkeit hat man dem Trinken während der Mahlzeiten zuzuwenden. Wenn ein Löffel Cognak die Verdauung zu befördern imstande ist, so wirken zwei Löffel und entsprechende Mengen anderer alkoholischer Getränke bereits ungünstig auf die Verdauung weil sie zu einer Erschlaffung der Magenschleimhaut führen. Auch das Trinken von kaltem Wasser während der Mahlzeit ist ungesund, weil die Gefäße der Schleimhaut sich unter seiner Einwirkung zusammenziehen und infolgedessen die Absonderungen der Magendrüsen verringert werden. Es ist daher richtiger, zwischen den Mahlzeiten zu trinken. Erwähnt sei noch, daß der Ablauf der Verdauung geschädigt wird, wenn man sich nach den Mahlzeiten keine Ruhe gönnt. Da die Verdauung für den Magen und den Darm eine Arbeit bedeutet, so fließt diesen Organen während derselben mehr Blut zu, und es ist höchst unzweckmäßig, den Blutstrom durch eine zweite Tätigkeit, sei sie körperlich oder geistig, in andere Körperregionen abzulenken. Die geforderte Ruhe darf nicht in Schlaf übergehen, denn dieser setzt alle körperlichen Funktionen herab und ist daher geeignet, die Verdauungsvorgänge zu hemmen. Ist mittags Schlafbedürfnis vorhanden, so soll ihm vor den Mahlzeiten Genüge geleistet werden. Diese Kräftigung durch den Schlaf vor den Mahlzeiten ist schwächlichen und bleichsüchtigen Personen sehr zuträglich, da sie auch der folgenden Verdauungsarbeit zugute kommt. Behörde. Der Staatsanwalt plädierte in der heutigen Verhandlung auf Mord, die Geschworenen beantworteten jedoch die seitens der Verteidigung gestellte Frage nach Totschlag und biligten dem Angeklagten mildernde Umstände zu. Das Urteil lautete auf 5 Jahre Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust. Newyork, 13. Nov. Ein halbverrückter Schauspieler rief in einer der fashionabelsten Straßen am Donnerstag nachts eine furchtbare Panik hervor. In einem der etageweise vermieteten Häuser brach bald nach neun Uhr eine Feuersbrunst aus. Kaum var es der Feuerwehr gelungen, dort die Flammen zu unterdrücken, als in einem anderen nahegelegenen Hause wieder Flammen aus dem Erdgeschosse emporschlugen, und bereiteten s große Schwierigkeiten, die in den oberen Etagen wohnenden Familien zu retten. In kurzer Nacheinanderfolge brach noch in drei anderen Häusern Feuer aus und entkamen die Einwohner nur in Decken gehüllt oder in ihren Nachtkleidern dem Feuertode. In der ganzen Straße und der unmittelbaren Nachbarschaft derselben waren die Hausbewohner von der größten Angst erfüllt, da es sich offenbar um eine systematische Brandlegung handelte. Unter der Mitnahme der wertvollsten Habe flüchteten Hunderte von Personen aus den Häusern und Hotels. Das Benehmen des Schauspielers, eines jungen Mannes namens Morris, erregte aber schließlich Verdacht. Er rief den in den brennenden Häusern befindlichen Personen zu, aus den Fenstern zu springen und sprach dabei von weiteren Feuern, die ausbrechen würden. Er wurde daraufhin verhaftet und nahm es ganz gleichgiltig auf, als man ihm mitteilte, daß eine alte Dame vor Schrecken gestorben war, als sich ihr Zimmer mit Rauch füllte und daß die Mehrzahl der Mitglieder von acht Familien halberstickt ins Hospital überführt werden mußten. Morris ist geständig, verweigert aber jede Auskunft, wie er die Feuer, die so schnell um sich griffen, angelegt hat. Der Buernputsch. Von unserm Berliner Korrespondenten. Als ant 31. 5.02 der Friede von Pretoria dem südafrika nischen Kriege ein Ende gemacht hatte, da herrschte in der ganzen gebildeten Welt in Gefühl der Befriedigung, daß der ungleihe, mit der größten Erbitterung geführte Kampf vorbei sei. Freilich wurden sofort Bedenken laut, ob die freiheitsliebenden Voern dauernd die englische Herrschaft tragen und sich nicht zu gelegener Zeit gegen dieselbe auflehnen würden, zumal sich eine große Unzufriedenheit über den Abschluß des Friedensvertrags in Transvaal bemerkbar machte die sich später noch steigerte, als England in ungenügender Weise den wirtschaftlichen und nationalen Interessen der Boern Rechnung trug. Man warf der Londoner Regierung vor, daß die zur Heilung des durch den Krieg verursachten Schadens vom Parlament bewilligten Millionen nicht zweckentsprechend verwendet würden, daß mit kleinlichen Mitteln die holländische Sprache bekämpft werde und daß die Minenbesitzer den allein maßgebenden Einfluß auf die Kapregierung ausükten. Im Laufe der Jahre hat man den Buren freilich manches Entgegenkommen gezeigt, namentlich durch Gewährung der Verfassung für Transvaal, aber der unzufriedenen Elemente gibt es doch noch immer genug in den früheren Boerenrepubliken, so daß England keine Ursache hat, sich des Besitzes sorglos zu erfreuen. Damit soll nicht gesagt werden, daß der jetzt von dem Buern Ferreira unternommene Putschversuch der Herrschaft der Engländer in Südafrika gefährlich werden könnte, wetzigstens geht aus den bisher eingelaufenen Meldungen noch nicht hervor, daß die Bewegung einen größeren Umfang habe, und wenn wirklich Befürchtungen bezüglich der Bewohner des Innern des Landes, die aus Unkenntnis über die Lage der Dinge sich zu den Empörern schlagen könnten, berechtigt wären, so wird die Regierung imstande sein rechtzeitig ihre Maßnahmen zu treffen. Ihr dürfte der Umstand zugute kommen, daß ein großer Teil der Boern sich mit den Verhältnissen ausgesöhnt hat, daß also, selbst wenn der Aufruhr weitere Kreise ziehen sollte, nicht wie im Jahre 1899 das ganze Boernvolk sich wie ein Mann gegen die Engländer erheben wird, zumal es erheblich stärker als damals mit englischen Elementen durchsetzt ist. Am unwillkommensten wird der Zutsch dem liberalen Kabinett Campbell=Bannermann sein, das bekanntlich so wie so schon mit Widerwartigkeiten aller Art zu kämpfen hat. Von unionistischer Seite dürfte ihm der Vorwurf nicht erspart bleiben, daß seine Versöhnungspolitik schlechte Früchte gezeitigt habe, die von der Opposition, welche ein scharfes Regiment über die Boern verlangt hatte, wohl vorausgesehen seien. Als in djesem Sommer im britischen Unterhause die Verfassung für Transvaal angenommen wurde, da ließ Balfone sein Mißtrauen gegen die Boern durchblicken und stellte die Möglichkeit neuer Konflikte in Aussicht. Die jetzigen Ereignisse geben ihm anscheinend Recht, doch muß man den Vorgang, zunächst noch für ein abenteuerliches Unternehmen einzelner Männer halten, das kaum die Zustimmung und Unterstützung des besonnenen und intelligenten Boerntums finden dürfte. Es wäre im höchsten Grade betrübend, wenn Südafrika schon wieder der Schauplatz blutiger Ereignisse werden sollte! Sprechsaai. Entgegnung. Aus allen unsern Nachbarstädten liest man, daß die Landwirte den von ihnen berechtigterweise geforderten Mehrpreis von 20 Pfg. für das Liter Vollmilch bewilligt bekommen haben, nur Lüdenscheid, diese nach dem Ausspruche eines früheren Landrats, kleine Republik auf der Höhe, will wieder an der Spitze der Zivilisation marschieren und den Bauern ihre, wenn je, dann jetzt begründete Forderung um Milchpreiserhöhung schlankweg streitig machen. Solches wird in einem Inserat in der gestrigen Nummer dieser Zeitung von der Lagerhalterpartei, die in verschiedenen Fabriken ihre erst kürzlich bewährt befundenen Getreuen zusammen getrommelt haben wird, verkündigt, mit der Motivierung, daß wir Bauern auch nicht den mindesten Anlaß hätten, zur Preiserhöhung. Nun die Herren Lagerhalter mögen bei der Kallulation ihrer Geschäfte in Häringen, Kaffeebohnen etc. einige Uebung erlangt haben, wenn sie sich aber anmaßen, in unsere wirtschaftliche Berechnungen darein zu reden, so müssen wir die Herrschaften doch in ihre Schranken, d. h. hiner ihre Thele zurückweisen. Dort sind sie vielleicht zu Hause, nicht aber in landwirtschaftlichen Betrieben. Wissen sie denn nicht, daß die Preise des, Milchviehs ganz enorm gestiegen sind. Kühe, die früher für 350—380 A zu kaufen waren, heute werden 550—600 A und mehr dafür verlangt. Wissen die Herrschaften denn nicht, daß jeder Landwirt, wenn er seine Produktion im Winter, wo alles Milchvieh im Ertrage zurückgeht, auf der sommerlichen Höhe halten will, neues Vieh notgedrungen zu hohen Preisen anschaffen muß?! Man beruft sich immer auf die gute Heuernte dieses Jahres, ja sie war ja reichlich, aber weiß man denn nicht, daß bei der Ungunst der sommerlichen Witterung viel Heu schlecht eingekommen und in seiner Qualität so beeinträchtigt ist, daß mit seiner Fütterung eine Vollmilch mit über 3 Prozent Fettgehalt nicht erzielt werden kann?! Dieser Prozentsatz soll und muß verlangt werden, und wir Bauern haben immer eine Ehre darin gesucht, diesen Gehalt zu liefern. Können wir das mit solchem Futter? Nie, und nimmermehr, wenn wir zur Fütterung nicht die teuren Kraftfuttermittel in erhöhtem Maße mit verwenden, die gegen das Vorjahr so erheblich im Preise gestiegen sind. Diese erwähnten Gründe, dazu aber die immer weitersteigenden Löhne lassen unsere Forderung um 2 Pfg. Preiserhöhung tatsächlich als eine durchaus mäßige und berechtigte erscheinen. Wir werden uns darin auch nicht erschüttern lassen, weder durch die früher angedrohte Einführung der Milch von auswärts, noch auch durch die in der jestrigen Annonce empfehlene Verwendung von kondensivter Milch ete. Was diese Ersatzmittel kosten werden, davon haben die Schreiber der Annonce wohl keine Ahnung. Sie werden über die hohen Preise dieses Ersatzes sehr bald erstaunt sein und sich nach den Fleischtöpfen Egyptens, d. h. nach unserer Milch, zurücksehnen Kollegen, bleibt fest, laßt euch nicht ins Bockshorn jagen und beharrt auf dem, was euch berechtigterweise zukommt, nicht mehr aber auch nicht weniger! Tausende von Mark sind uns durch die schlechte Kartoffelernte dieses Jahres verloren gegangen, und haben wir deshalb alle Ursache, unseren berechtigten Anspruch aufrecht zu erhalten. Viele Bauern. Von Nab und Fern. Düsseldorf, 12. Nov. In der Graf Adolfstraße 63/65 hat sich vorgestrn eine schauerliche Bluttat abgespielt. Der Maurer Nickenich, der Vater von acht Kindern ist, und der Täter Herm. Esch sind von Jugend auf miteinander bekannt und befreundet gewesen. Seit einiger Zeit lebte Esch bei Nickenich als Kostgänger: Während des gestrigen Nachmittags hatten die beiden Männer ziemlich tüchtig gezecht, wobei es zu einer Auseinandersetzung kam. Esch ergriff hierbei ein Brotmesser, mit dem er auf seinen Kostgeber Nickenich losstürzen wollte. Der Ehefrau des letzteren, die dazwischensprang, gelang es indessen, die beiden Männer auseinanderzubringen und Esch in die Küche zu drängen, wo sie ihn einschloß. Sie suchte die beiden Männer zu beruhigen, was ihr anscheinend auch gelang. Nach einiger Zeit, als ein Angehöriger der Familie heimkehrte, wurde die Küchentür geöffnet, wobei auch Nickenich in die Küche gehen wollte. Esch sprang ihm direkt mit dem Brotmesser entgegen und brachte ihm den tödlichen Stich bei. Das Messer prallte an dem Kinnknochen ab, worauf es in den Hals eindrang. Dem Verletzten wurde die Schlagader durchschnitten, was den sofortigen Tod zur Folge hatte. Der Täter kam in Haft. Wattenscheid, 14. Nov. Zur Mordsache Reick wird der„Rh.Westf. Ztg." noch gemeldet: Ein hiesiger Bürger machte vor ca. 14 Tagen die Kriminalpolizei auf einen Gelegenheitsarbeiter W. aufmerksam, der vor längerer Zeit mehrmals vorübergehend auf der Zeche Zentrum beschäftigt war und der auch zeitweise, besonders um die Zeit der Ernte beim Landwirt Reick in Arbeit gestanden hat. Es handelt sich dabei um einen etwa 30jährigen oftmals vorbestraften Menschen, der im übrigen, da er aus der hiesigen Gegend stammt, genau mit den Oertlichkeiten bekannt ist Zur Zeit der Mordtat war W. jedoch weder bei Reick noch auf einer hiesigen Zeche beschäftigt. Wie wir weiter erfahren, ist dem betreffenden Bürger bereits von einem Kriminalbeamten die Mitteilung gemacht worden, daß W. zur Zeit eine Freiheitsstrafe in Köln verbüßt. Der Verdacht ist umsomehr berechtigt, als aus den letzten Aeußerungen des Ermordeten entnommen werden konnte, daß sich unter den Räubern auch eine ihm bekannte Person befand. Trier, 14. Nov. Gestern hatte sich der Fabrikzeichner Jakob Bollinger aus Mettlach vor dem Schwurgericht wegen Mordes zu verantworten. B. hatte am 22. August seinen Kollegen Fritz im Verwaltungsgebäude der Mosaikfabrik von Vüleroy und Boch auf der Treppe dreimal mit einem Revolver geschossen, sodaß der Getroffene nach wenigen Tagen starb. Der Angeklagte bestreitet, die Tat vorsätzlich und mit Ueberlegung ausgeführt zu haben. Den Revolver will er schon lange Zeit nachgetragen haben, weil seine Kollegen ihn wiederholt bedroht hätten. Nach Verübung des Verbrechens floh B. nach Frankreich. Halb verhungert kam er nach Deutschland zurück und meldete sich bei der Preis bis 39 Mk. Nachlälsigkeiten bei der Nahrungsaufnahme. Die meisten Menschen essen, weil sie Hunger haben und denken über ihr Tun nicht weiter nach. Diese Denkfaulheit läßt das Vorhandensein des Hungergefühls äußerst zweckmäßig erscheinen, denn der Ablauf der Lebensvorgänge im menschlichen Körper würde ja bald gehemmt werden, wenn erst eine theoretische Ueberlegung zur Nahrungsaufnahme führen würde. Eine ähnliche Bedeutung wie der Hunger hat der Schmerz, der bei ungeigneter Nahrungsaufnahme entsteht. Auch er nötigt uns, gewisse Maßregeln zu ergreifen, jedoch ist in diesem Falle nicht immer leicht zu entscheiden, was für Maßregeln ergriffen werden sollen. An dieser Stelle muß notwendig die Ueberlegung einsetzen. Etwas Nachdenken wäre allerdings auch da erwünscht, wo es sich einfach um die Stillung des Hungers handelt, denn auf diese Weise würde mancher Schmerz vermieden werden. Zwei Faktoren kommen bei der Ernährung in Betracht: der Zustand der Verdauungsorgane und die Verdaulichkeit der Speisen. Nun ist es eine oft überraschende Tatsache, daß schon die Mundhöhle zu den Verdauungsorganen gehört, daß die Verdauungsvorgänge bereits im Munde eingeleitet werden. Dr. Moser erinnert in den Blättern für Volksgesundheitspflege eindringlich daran, wie wichtig ein sorgfältiges Zerkleinern der Speisen ist und daß aus diesem Grunde eine rationelle Zahnpflege zur Pflicht eines jeden Menschen wird. Nach jeder Mahlzeit ist der Mund sorgfältig zu reinigen, dies gilt ebenso sehr für die Erwachsenen wie für das Kind. Man irrt durchaus, wenn man glaubt, daß die Milchzähne keiner besonderen Pflege bedürfen; die bleibenden Zähne entwickeln sich nur dann kräftig und gesund, wenn die Milchzähne bis zum Ausfall gut gehalten wurden. Eine breiartige Zubereitung der Speisen ist durchaus kein voller Ersatz für das Kauen, denn letzteres leitet auch die Mundabsonderungen der Mundspeicheldrüsen ein, die zur Lösung des Stärkemehls der Speisen notwendig sind. Daß der Bissen, der in den Magen gelangt, durch die Bewegungen der Magenwand durchbewährfeste Nahrung fr gesunden. magendarmkranke Kinder. Ungleiche Brüder. Original=Roman von Irene v. Hellmuth. (Nachdruck verboten.) 12. Fortsetzung. Eugen verfolgte mit einer mehr und mehr steigenden Unruhe den Zeiger der Uhr der immer weiter vorrückte. Er fürchtete,, Violetta würde unter irgend einem Vorwand entschlüpfen, um ihrem unbekannten Beruf nachzugehen, und dann,— das fühlte er,— würden alle seine bangen Zweifel wieder lebendig werden. Doch Violetta machte gar keine Anstalten, aufzubrechen, und schien kaum zu bemerken, wie die Zeit verrann. Ruhig und heiter saß sie da, nur zuweilen zuckte ein fast unmerkliches, spöttisches Lächeln um den reizenden kleinen Mund, wenn Fräulein Milly sich gar zu sehr in den Vordergrund zu drängen suchte. So blieb die junge Gesellschaft gemütlich beisammen, bis auf dem Korridor ein sporenklirrender Schritt ertönte. Eugens eben noch so heiteres Gesicht verfinsterte sich, plötzlich wurde die Tür heftig aufgerissen und auf der Schwelle erschien Heinz. „Ah,“ machte der junge Leutnant, freudig überrascht, und warf Violetta einen glühenden Bick zu, den diese indes nicht zu bemerken schien. Sie wandte den Kopf zur Seite und vertiefte sich in den Anblick eines Photographie=Albums, das scheinbar ihre Aufmerksamkeit völlig in Anspruch nahm, während Heinz, noch immer unter der Tür stehend, in seiner gewohnten, übermütigen Weise mit komischem Pathos zu singen anhub: „Blick ich umher in diesem edlen Kreise, welch hoher Anblick macht mein Herz erglüh'n!“——— Nachdem er rasch die Türe geschlossen hatte, trat er näher, blieb dicht vor Violetta stehen und sang in demselben Tone weiter, ohne den Blick von dem jetzt tieferrötenden Mädchen zu wenden: „Und hold und tugendsam erblickt ich Frauen lieblicher Blüten düftereichster Kranz. Es wird der Blick wohl trunken mir vom Schauen, Mein Lied verstummt, vor solcher Anmut Glanz!“ „Bravo!" rief Fräulein Milly und klatschte in die Hände. Sie hielt den Augenblick für gekommen, ihre Weisheit zu zeigen. „War das nicht„Weber,?“ fragte sie und lächelte siegesbe wußt.— Else wurde rot vor Verlegenheit; sie dachte, Heinz werde nun die volle Schale seines Spottes über die Freundin ausgie ßen, wie er bei derartigen Anlässen gewöhnlich tat. Doch dies mal hielt er sich in mäßigen Grenzen; allerdings konnte er ein ironisches Lächeln nicht unterdrücken, als er erwiderte:„Nein,— mein Fräulein, das war„Wagner“,— Richard Wagner, der große unsterbliche Meister, welcher den Vorzug hat, mein Lieblingskomponist zu sein!" „Ach ja— natürlich— wie konnte ich das nur verwechseln,“ stotterte Milly in großer Verwirrung. „Ja,— das kann man auch leicht verwechseln,“ meinte Heinz, scheinbar treuherzig, und bemühte sich, möglichst harmlos dabei auszusehen. Er hat den Platz auf der anderen Seite Violettas eingenommen, zum großen Verdruß des jungen Mädchens, dem die finster gerunzelte Stirn Eugens nicht entging. Auch Milly ärgerte sich unbeschreiblich; sie biß die langen Zähne in die blasse Unterlippe, während die hellbewimperten Augen beinahe feindselig auf Violetta blickten. Doch diese schien nichts davon zu bemerken. Sie bedauerte aufrichtig, daß Heinz mit seinem Erscheinen den gemütlichen Kreis gestört und dadurch das heitere Lächeln von Eugens Gesicht verscheucht hatte. Nun saß er wieder finster und wortkarg neben ihr, während Heinz seine ganze glänzende Unterhaltungsgabe aufbot, und die Bewunderung für Violetta offen zur Schau trug. Er hatte bei seinem Eintritt ein paar Briefe auf den Tisch geworfen und wandte sich jetzt erklärend an den Bruder „Diese Briefe hat mir eben unser alter Kassierer eingehändigt; sie wären gerade nach deinem Weggehen eingelaufen. Da er wichtige Nachrichten vermutete, wollte er sie dir noch herauftragen. Ich sparte dem Alten das Treppensteigen und nahm sie mit." Eugen, der mit ungeduldiger Bewegung die beiden Schreiben aufgerissen und rasch durchflogen hatte, war während des Lesens um einen Schein bleicher geworden, und das Papier knisterte leise in seiner Hand. „Hast du unangenehme Nachrichten erhalten?" fragte Else die den Bruder beobachtet hatte. Eine geheime Sorge sprach aus ihren Worten Der Gefragte lachte kurz und hart auf, aber er antwortete: „Das eine bier enthält eine geschäftliche Mitteilung, die ich allerdings besser erst morgen erhalten hätte, denn sie wird mich wahrscheinlich wieder um den Schlaf einer ganzen Nacht bringen Das andere dagegen ist nicht von Belang. Ein paar Arbeiter, die ich leider entlassen mußte, drohen mir, mich— umzubringen, wenn sie mich erwischen.“— Fräulein Milly schrie laut auf bei diesen im ruhigsten Tone gesprochenen Worten. „O, wie schrecklich, was sind das für Ungeheuer, für schlechte Menschen,— ach, das ist ja fürchterlich!" Glauben Sie, daß diese Menschen die schlechtesten sind?" suhr Eugen ruhig fort.„Ich kann mit ihnen fühlen, kann begreifen, daß sich der Zorn dieser Leute gegen mich richtet. Sie haben stets ihre Schuldigkeit getan, stets ehrlich und redlich ihre Pflicht erfüllt, und sehen sich trotzdem nun mit einemmale dem surchtbaren Gespenst des Hungers gegenüber, sehen, daß sie und die ihren plötzlich brotlos geworden sind. Selbstverständlich er wacht da der Zorn und Haß gegen mich!“ Es ist freilich hart für die Leute, aber ich kann es nicht ändern. Ich kann ihnen nicht helfen, so leid sie mir tun.“ Er blickte dabei auf Violetta, die kein Wort gesprochen hatte, und doch wußte und fühlte er, sie ängstigte sich, um ihn Der Ausdruck ihrer großen, prachtvollen Augen, sowie ihr jähes Erblassen hatten ihm dentlicher als alle Worte verraten, was sie empfand bei der Drohung der aufgeregten Menschen. Sie saß da. hatte, wohl sich selbst unbewußt, die kleine, schmale Hand auf die Stelle gepreßt, wo das rebellische Herz so laut und un gestüm pochte, daß sie meinte, man müßte das Klopfen hören können. Dieser Anblick erfüllte Eugen plötzlich mit namenloser Freude. Es war ihm in diesem Augenblicke klar geworden daß sein Herz sich dem schönen Mädchen zu eigen geben wollte, daß alle Sinne ihn zu ihr drängten, und zum erstenmale in seinem Leben empfand er, was Liebe sei. Ja, Heinz hatte recht gehabt, mit„elementarer“ Gewalt packte diese erste, große Liebe den sonst so stillen, ernsten Mann, der bisher nichts gekannt, als strenge Pflichterfüllung. Die Arbeit, glaubte er, würde sein ganzes Leben ausfüllen. Die Sorge um das Geschäft hatte ihm bisher kaum Zeit gelassen, seine Jugend zu genießen. So alt war er sich immer schon vorgekommen, viel zu alt zum Lieben und Freien, und nun mit einemmale verlangte das Herz stür misch nach seinem Recht! Und daß es sich nicht mit Vernunftgründen zufrieden geben würde, das wußte und fühlte er deutlich genug. Freilich tauchte auch gleich wieder die bange Frage auf:„Was soll daraus werden?“ Ein armes Mädchen konnte er nicht heimführen, das machte er sich sofort klar. Denn wenn er die Fabrik als sein Eigentum übernehmen wollte, so mußte er über ganz beträchtliche Kapitalien verfügen, da doch die Ge schwister ihr Recht auf einen Anteil geltend machen würden Und bei diesem Gedanken gewann auch wieder die Bitterkeit in ihm die Oberhand. Wie konnte er an ein so großes, überschwängliches, ungetrübtes Glück denken, wie durfte er hoffen, daß ihm dergleichen zuteil werden würde, ihm— in dessen Leben bisher kein Sonnenstrahl gefallen war! Nichts als Arbeit und Sorge vom frühen Morgen bis zum Abend! Während Heinz in leichtsinniger Weise das Geld vergeudete, saß er oft noch über seinen Büchern bis spät in die Nacht hinein; und nun, wo sich ihm das Glück zeigte in verlockender Gestalt, nun durfte er nicht einmal die Hände darnach ausstrecken, um es zu fassen und festzuhalten. Während alle diese Gedanken durch seinen Kopf schwirrten, hatten die andern eine lebhafte Unterhaltung geführt. Heinz neckte sich mit seiner Schwester und erzählte zu deren großen Verdruß, daß er schon oft einen gewissen Jemand gesehen, der sehnsüchtige Blick nach dem Hause geworfen und sich überhaupt sehr auffällig benommen habe. Er drohte dabei dem errötenden Mädchen mit dem Finger. (Fortsetzung folgt.) 7. Ziehung 5. Kl. 215. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 13. November 1906, vormiltags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betrefenden Nummern in Klammern beigefigi. (Ohne Gewähr.)(Nachdruck verboten.) 288 358 72 422 599 791 954 1041 57 343 482 97(509 548 58 97 15001 8' 2123 11 40 229 333 3077 352 11000 440 648 717 46 839 69 81 4113 299 442 643 49 87 809 73 955 5019 427 44 89 1000) 817 978 83 6 180 302 88 403 510 3000 76 1000) S3 946 1000 7198 267 392 54 94 632 881 936 15001 39 8106 392 9117 85 343 425 11000 507 48 88 642 54 736 932 49 10113 30 91 235 47 341 500 546 834 41 930 1 1213 76 436 59 967(1000 7 209 402 15601 596 655 850 11 12012 47 111 87 203 55 393 402(500).596 655 850 11000 63 13188 218 747 807 83 1410n(1000) 204 13 350 497 952 (1000) 15035 60 74 289 1500) 395 470(500 546 608 9. 747 79 16110 94 314 621 709 17560 889 13000 928 64 500 18099 261 412 525 29 617 758 19004 265 340 474 85 525(10001 82 20178 237 90 350 447 1500) 59(1000) 93 97 553 627 76 110001 960 1500) 85 2 1000 133 404 591(500) 22037 44 557 190 92 23032 80(3000) 255 484 755 65 79 839 24053 175 205 420 49 130001 577 f500) 667 782 88 25025 160 282 501 600 784 960 26142 268 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November vormittage liss 229 126 ntatt 178 114. 7. Ziehung 5. Kl. 215. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 13. November 1906. nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern belgefügt. (Ohne Gewähr.)(Nachdruck verboten.) 18381 500) 413 13000 636 98 1394 416 56 672 717 2043 237(3000 89 92 15001 560 689 91 855 3105 7 273 431 620 59 734 832 918 65(1000) 404: 66 110 55 82 259 5143 681 707 79 800 6034 39 527 738 810 34 7282 98 650 711 833 68(1000) 963 8042 169 249 72 445 784 985 9192 780 10079(1000) 384 494 1500 511 661 775 915 11101 261 413 30 500 62 97(1000 697 783 800 958 12337 454 682 911 15(3000) 13355 11000) 95 571 717 57 915(500) 14398 488 552 769 15362 647 791 96 16120 (1000) 392 658 930 17001 72 18000) 153 245 545 720 18270 398 400 78 519 23 628 19047 127 43 83 444 631 710 20058 322 53 464 510 800 21233 342 550 650 781 830(1000) 49 961 22266 408 49 58 60 511 39 82 654 984 92 23511 605 12 48 843 944 24105(500) 241 1500) 354 430 89 524 738 858 25118(500) 291(500) 483 95 544 657 898 (1000 26025(3000) 455 95(3000) 540 63 636 39 47 791 943 27135 286(500) 388 475 96 518 621 763 871 28020 53 (3000 239 843 47[500) 487 687 849 29142 62 206 373 (3000) 99 609 30 796 949 85 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