Ganerländisches Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe Druck u. Verlag: VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE Anzeigen-Grundpreise: im Anzeigentell 8 Pfg. für 1 mm Höhe in der Kleinspalte(22 mm breit); Im Texttell 50 Pfg. fûr 1 mm Höhe in der Textspalte(62 mm breit). Man fordere Preisliste Nr. 4. Bei Zwangsvergleich oder in Konkursfällen wird jeder Rabatt hinfällig. Gerichtsstand ist Olpe 1. Westf. TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das„S. V.“ erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugspreis: DM 3,50 einschließlich Zustellgeld, bei Postbeziehern DM 3,54 incl. Postbestellgebühren, bei Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3.—. Geschäftsstelle: Olpe. Frankfurter Straße 16. Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe I. Westf 119. Jahrgang— Nummer 288 Montag, den 13. Dezember 1954 Einzelverkaufspreis 15 Pf IInwetter suchten England und rland helm. Links ist eine überschwemmte Straße in Dublin zu sehen, in der Boote verkehren, um die Versorgung der eingeschlossenen Familien sicherzustellen. Rechts ein Haus im Londoner Rezirk Acton, dessen Außenwand durch einen Orkan weggerissen wurde. Ollenhauer bei Adenauer Starke Sorge der SPD wegen der Wiedervereinigung Bonn.(dpa) Bundeskanzler Dr. Adenauer hat den SPD-Vorsitzenden Ollenhauer zu einer Aussprache für Montag eingeladen. Ollenhauer hat die Einladung angenommen. Ollenhauer erklärte am Sonnabend in Bonn, daß sich die politische Lage in geradezu dramatischer Weise zuspitze. Die erschreckende Tatsache, daß das Thema der Wiedervereinigung Deutschlands immer mehr in den Hintergrund trete, werde von Tag zu Tag fühlbarer. Nach den letzten Erklärungen der westalliierten Mächte und der Sowjetunion stehe die SPD vor der Aufgabe, mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern, daß durch die Eingliederung der Bundesrepublik in die Westeuropäische Union und die NATO die Chancen für die Wiedervereinigung Deutschlands und für die Entspannung in der Welt ernsthaft gefährdet oder gar verhindert würden. Eine Ratifizierung der Pariser Verträge ohne Zehn Mädchen totgetreten Schweres Unglück in einer spanischen Ortschaft bei Burgos Madrid.(Korr.) Zehn Mädchen im Alter von acht bis zwölf Jahren sind gestern bei einem schweren Unglücksfall in dem spanischen Ort Miranda de Ebro in der Nähe von Burgos ums Leben gekommen. Ein kleiner Junge wurde schwerverletzt. Etwa einhundert Kinder warteten vor der Tür des Versammlungsraums neben der Kirche und drängten zum Eingang. Unter dem Druck der ungeduldigen Kinder gab die Tür plötzlich nach und die vorn Stehenden stürzten eine etwa zehn Meter tiefe Treppe hinunter. Sie wurden von den Nachfolgenden zu Tode getreten. Alle verfügbaren Ärzte eilten herbei. Erschütternde Szenen spielten sich ab, als die Eltern die Nachricht von dem Unglück erhielten und nach ihren Kindern suchten. Avignon überschwemmt Paris.(Korr.) Die historische Papststadt Avignon war am Wochenende teilweise überschwemmt. Innerhalb der Wälle der Stadt gurgelte das Hochwasser der Rhone aus den Kanälen hoch. Auch andere Orte im Rhonetal haben starke Überschwemmungsschäden aufzuweisen. Im Gebiet des Jura und der Voralpen sind die Sturmschäden der vergangenen Tage noch schwerer als die Überschwemmungsschäden. Das Telefon- und Stromnetz von über einhundert Gemeinden SPD und BHE bilden Koalition in Hessen Von beiden Parteikörperschaften gebilligt- Dr. Zinn bleibt Ministerpräsident Frankfurt a. Main.(dpa) Der Landesausschuß der hessischen SPD billigte gestern in Frankfurt einstimmig die Abmachungen mit dem BHE zur Bildung einer neuen hessischen Regierung. Der bisherige Ministerpräsident Dr. Zinn soll dieses Amt auch in der neuen Regierung übernehmen. Auch der BHE billigte die Abmachungen, so daß die Verhandlungen perfekt sind. einen ernsthaften Versuch zu konkreten Verhandlungen über die Wiedervereinigung in Frieden und Freiheit müsse zu einer Versteinerung der deutschen Spaltung führen. Der Bundesregierung warf Ollenhauer vor, daß sie keine ernsthaften Anstrengungen unternehme, um diese Gefahren abzuwenden, sondern sich völlig der Politik der einseitigen Integration des westdeutschen Teilstaates in die westliche Militärallianz verschreibe. Dehler: Saarabkommen unannehmbar Der FDP-Bundesvorsitzende Dr. Dehler betonte auf einem außerordentlichen Parteitag des FDP-Landesverbandes Niedersachsen in Bad Nenndorf bei Hannover, daß das Saarabkommen in seiner jetzigen Form für die FDP unannenmbar sei. Die Freien Demokraten würden notfalls unter Aufgabe der Bonner Koalition auf diesem Standpunkt verharren. wurde zerstört. Es dürfte einen Monat dauern, bis das Stromnetz wiederaufgebaut ist. Ausländerzustrom zum Silbersonntag Hamburg.(dpa) Zehntausende von Ausländern strömten am„Silbernen Sonntag“ im Norden, Westen und Süden über die deutschen Grenzen, um ihre Weihnachtseinkäufe in der Bundesrepublik zu machen. 15 000 kamen aus Dänemark nach Flensburg. 18 000 Belgier und 12 000 Holländer verlangten im Aachener Raum vor allem deutsche Spielsachen, Perlonstrümpfe und Wäsche. In Freiburg waren viele Elsässer. Die SPD wird, wie aus dem Bericht über die Koalitionsabmachungen hervorgeht, wieder das Justizministerlum, das ebenfalls Zinn übernehmen soll, das Innen-, das Kultus- und das Finanzministerium besetzen. Der BHE soll die Ministerien für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und für Landwirtschaft erhalten. Das Innenministerium wird voraussichtlich der bisherige Vorsitzende der SPDLandtagsfraktion. Schneider. übernehmen. Der bisherige Innenminister Zinnkann soll als Landtagspräsident amtieren. Finanzminister Dr. Tröger und Kultusminister Henning werden ihre Ressorts voraussichtlich behalten. Auch der Landesausschuß des BHE Hessens hat sich gestern in Frankfurt mit großer Mehrheit dafür entschieden, bei der Bildung der neuen hessischen Regierung mit der SPD zusammenzugehen. In geheimer Abstimmung hatten sich für die SPD-BHE-Koalition von 60 Stimmberechtigten 46 mit Ja, 13 mit Nein bei einer Stimmenthaltung entschieden. Der Antrag auf ein Zusammengehen mit CDU und Snort in Kürze Der Boxkampf zwischen Neuhaus und Rex Layne endete in der Dortmunder Westfalenhalle unentschieden. In der 1. Fußball-Liga West wurde Rotweiß Essen durch den 2:1-Sieg über Borussia Dortmund mit 5 Punkten Vorsprung Herbstmeister. Der Tabellenzweite SV Sodingen erlitt mit 1:3 in Aachen die erste AuswärtsNiederlage. Der Berliner Mittelgewichtsboxer Gustav Scholz errang im Sportpalast einen knappen Punktsieg über den Franzosen Claude Milazzo und blieb damit in 54 Kämpfen unbesiegt. Das Mannschaftsrennen„1001 mal rund“ in Münster wurde von Schürmann/Petri(Dortmung/Wiesbaden) gewonnen. Auf den Bahama-Inseln errang PorscheRennleiter Huschke v. Hanstein zwei Klassensiege ohne vorheriges Training. FDP wurde mit 39 gegen 21 Stimmen abgelehnt. Bundesvertriebenenminister Th. Oberländer hatte erklärt. eine hessische Regierung nach Bonner Muster wäre ihm zwar lieber, aber es sei„wenig glücklich, nach dem Ausgang der Hessenwahlen die stärkste Partei an die Wand zu spielen.“ Um der letzten Entwicklung in der Bundesrepublik Rechnung zu tragen, sollte deshalb so bald wie möglich die Regierungskoalition in Hessen durch die CDU verbreitert werden. Der Landesvorsitzende des BHE, der den Ausschuß über die Besprechungen mit SPD und CDU/FDP unterrichtete, verwies auf die gute Zusammenarbeit des BHE mit der SPD im bisherigen Landtag. Schon aus diesem Grunde liege dem BHE Hessens eine Koalition mit der SPD näher, zumal sich ein großer Teil der Bevölkerung für die bisherige Regierung ausgesprochen habe. Harte Sprache Erhards München.(dpa)„Ich würde es für verderblich halten, zu glauben, man müßte mit den jetzigen Machthabern in Bayern Kompromisse oder Frieden schließen“, erklärte Bundeswirtschaftsminister Erhard vor dem Wirtschaftsbeirat der CSU in München. Wenn er die Koalition SPD. BP. FDP und BHE in ihrer Zwiespältigkeit betrachte, so habe er den Eindruck, dies könne gar keine Koalition sein.„Was sich da zusammengefunden hat, um bayerisches Schicksal zu gestalten, das grenzt schon fast an widernatürliche Unzucht.“ Knappes Vertrauen für Mendès Nach einer stürmischen Nachtsitzung— 29 Stimmen Mehrheit Paris.(AFP) Nach einer stürmischen Nachtsitzung sprach sich die französische Nationalversammlung in den frühen Morgenstunden des Samstags mit einer knappen Mehrheit von 29 Stimmen für die Billigung der Nordafrikapolitik der Regierung aus. 294 Abgeordnete unterstützten die Regierung, 265 stimmten gegen sie. Der Hauptsprecher der Opposition gegen die Nordafrikapolitik der Regierung war Pierre Montel, Unabhängiger. Er griff vor allem den Generalresidenten von Tunesien, Boyer de Latour, wegen der Fellagha-Amnestie an. Der Minister für tunesische und marokkanische Angelegenheiten, Fouchet, der vor einem eisig schweigenden Hause sprach, wurde durch dauernde Unterbrechungen völlig aus dem Konzept gebracht. Er erklärte, nirgendwo in Tunesien sei auch nur ein Zollbreit Boden aufgegeben worden. Mendès-France forderte die Abgeordneten zur Billigung der Regierungspolitik auf und fragte:„Wissen meine Kritiker andere Lösungen?“ Er wies darauf hin, daß seine Regierung die nordafrikanischen Probleme nicht geschaffen, sondern bereits übernommen habe und daß die Lage schon wesentlich verbessert worden sei. Er hob hervor, daß er die militärische Macht Frankreichs gezeigt habe, bevor er Verhandlungen mit den Aufständischen aufnahm. Die Amnestieaktion in Tunesien sei erfolgreich gewesen. Mendès-France bekräftigte erneut, daß er Tunesien Autonomie, aber keine Unabhängigkeit gewähren wolle. Acht Todesurteile in Marokko Furchtbare Foltermethoden der marokkanischen Polizei Wie wird das Wetter? Wechselhaft Atlantische Störungen greifen mit ihren Ausläufern auf Westdeutschland über und bringen unbeständiges, aber verhältnismäßig mildes Wetter. Vorhersage für Montag: Mäßige Winde um Südwest. Wechselnd bewölkt mit Schauern, die im Laufe des Tages nachlassen. Verhältnismäßig mild und kein Nachtfrost. Weitere Aussichten: Nach kurzer Wetterbesserung wieder Eintrübung und Regen. Paris.(Korr.) In dem in Frankreich umstrittenen Massenprozeß gegen 96 Marokkaner, die im Sommer 1953 in Ouida in Französisch-Marokko ein Massaker verursacht haben solien, wurden in der Nacht zum Sonnabend acht Todesstrafen, elf Verurteilungen zu lebenslänglich Zuchthaus und 59 Verurteilungen zu Freiheitsstrafen bis zu 22 Jahren verkündet. Der Sohn des abgesetzten Sultans Mohammed Ben Jussef, der freigesprochen werden mußte, war beschuldigt worden, am 16. August 1953 die Unruhen veranlaßt zu haben. Die Angeklagten widerrieren zum großen Teil ihre Geständnisse, da sie von der Polizei erpreßt worden seien. Die Polizei sperrte einmal im glühenden Sommer über 40 verdächtige Personen in einen neun Quadratmeter großen Raum ein. Als nach fast 20 Stunden die Tür wieder geöffnet wurde, waren 14 von ihnen tot. Anhänger des ehemaligen Sultans, der vier Tage nach dem Massaker entthront wurde, behaupten, der Pascha von Marrakesch habe die Ausschreitungen veranlaßt, um die französischen Behörden zu zwingen, Ben Jussef zu entthronen. Todesurteil gegen Scherif Benghasi.(Reuter) Der 29jährige Scherif Muhieddin Es-Senussi wurde in Benghasi wegen Ermordung des libyschen Hofministers Ibrahim Esch-Schalhi zum Tode verurteilt. Muhieddin ist ein Neffe der libyschen Königin Fatima. Er hatte den Minister am 5. Oktober durch drei Revolverschüsse vor dem Regierungsgebäude in Benghasi niedergestreckt. Schalhi, der ein enger Freund des libyschen Königs Idris war, wurde von den libyschen Nationalisten für die angelsachsenfreundliche Politik der libyschen Regierung verantwortlich gemacht. Lloyds zahlen 12,6 Millionen Britische Versicherungsgesellschaft löst Onassis-Schiffe aus (Reuter) Fünf Walfangschiffe des Reeders Onassis sollen aus ihrer unfreiwilligen Ruhepause erlöst werden, wenn die britische Versicherungsgesellscnaft Lloyds am heutigen Montag eine Strafsumme von drei MiIIIonenDollar(12,6 Millionen Mark) in Lima hinterlegt. Sie hat sich dazu nach längerer Überlegung am Wochenende Lerelterklärt. Die peruanische Regierung hatte die fünf Schiffe, darunter das Walfangmutterschiff„Olympic Challenger“, Mitte Noein Autofahrer ziehen, den das Lörracher Amtsgericht wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs zu 100 Mark Geldstrafe verurteilte. Der Angeklagte wollte vor einer Autofahrt schmerzstillende Tabletten einnehmen, nahm statt dessen jedoch eine große Dosis von einem Schlafmittel ein, da seine Frau die Medikamente verwechselt hatte. Polizisten wurden auf seine Fahrweise aufmerksam und glaubten, einen Betrunkenen vor sich zu haben. Die gerichtsmedizinische Untersuchung stellte keinen Alkohol im Blut fest. Der medizinische Sachverständige erklärte jedoch vor Gericht, daß die Symptome einer Überdosis von Schlaftabletten einer starken Alkoholisierung sehr ähnlich seien. Verdientes Miteigentum Leverkusen(lnw) Die Farbenfabriken Bayer Leverkusen haben ihren 40 000 Arbeitern und Angestellten angeboten, die Jahresprämie 1954 zum Teil in A ktien der Firma zu einem Vorzugspreis anzulegen. Die Jahresprämie bewegt sich zwischen 100 und 1000 Mark. Höhere Angestellte des Werkes erhalten Sondervergütungen, über deren Höhe keine Angaben vorliegen. Für die ersten 300 Mark können drei„Hundert-Mark-Bayer-Aktien“ zum Erwerbskurswert von 150 gekauft werden. In bestimmten Fällen können auch über die Verrechnungsbasis von 300 Mark hinaus Aktien der Firma erworben werden, dann allerdings zu einem Kaufkurs von 160. An der Börse notieren die Bayeraktien gegenwärtig 232. Keine Schlaftabletten vor Autofahrt! Lörrach.(dpa) Nicht nur Alkoholika, auch Schlaftabletten können für Kraftfahrer gefährlich sein. Diese Lehre mußte vember beschlagnahmt, weil sie angeblich innerhalb einer 200-Meilen-Zone vor der peruanischen Küste Wale gejagt haben sollen. Die von Chile, Peru und Ekuador proklamierte Ausdehnung der Hoheitsgewässer auf 200 Meilen ist international nicht anerkannt. Nach Hinterlegung der Strafsumme kann der Reeder Onassis Berufung gegen die Strafe einlegen. Jeder Tag der Internierung der Schiffe kostet den Reeder und damit die Versicherungsgesellschaft 10 000 Pfund Sterling(120 000 Mark), 840 Millionen für Kriegsschiff Das größte Kriegsschiff der Welt, der 60 000 Tonnen große USA-Flugzeugträger „Forrestal“, ist am Sonnabend in Newport News im USA-Staat Virginia vom Stape! gelaufen. Das Schiff kostet rund 840 Millionen Mark. Die Beratende Versammlung des Europarats forderte am Samstag mit 82 gegen sieben Stimmen bei 14 Enthaltungen eine baldige Ratifizierung der Pariser Abkommen und anschließende Verhandlungen mit der Sowjetunion. Unter den Gegnern der Entschließung waren die deutschen Sozialdemokraten. Abgelehnt hat das Bundesernährungsministerium ein italienisches Angebot, 100 000 Landarbeiter zur Überwindung des Facharbeitermangels in der Landwirtschaft in die Bundesrepublik zu entsenden. Mehrere tausend Kriegsopfer protestierten am Sonnabend in Bonn mit einem Schweigemarsch dagegen, daß die Erhöhung der Kriegsopfer-Renten hinausgezögert wird. Der Berliner Generalsuperintendent Dr. Krummacher ist voin Bischofswahlkollegium der pommerschen Evangelischen Kirche zum Bischof gewählt worden. Die Wahl bedarf noch der Bestätigung durch die Landessynode. Verstorben sind im vergangenen Jahr in der Sowjetzonen-Haftanstalt BötzowDreibergen 442 Häftlinge, darunter viele politische Gefangene. Papst Pius XII. erteilte gestern von seinem Krankenbett aus zum Abschluß der Feierlichkeiten im Petersdom, bei der Montini in sein Amt als Erzblschof von Mailand eingeführt wurde, über das Mikrophon den Apostolischen Segen. 2713 Fellaghas haben sich in Tunesien auf Grund der Amnestie ergeben. Der UNO-Generalsekretär Hammarskjöld wird in Kürze nach Peking fliegen, um sich dort für die Freilassung der verurteilten Amerikaner einzusetzen. In der Sowjetrepublik Kasakstan ist an 15 Stellen mit dem Bau eines Verkehrsnetzes begonnen worden. Uber 2000 Kilometer Eisenbahnstrecken und 2600 Kilometer Autostraßen sollen im Laufe des nächsten Jahres in Betrieb genommen werden, um die Verwirklichung des großen Besiedlungsprogramms zu beschleunigen. Zum Tode verurtellt wurden gestern in Kairo fünf weitere Angehörige der Moslembruderschaft. 1400 Wohnungen sind noch für die Besatzung in Nordrhein- Westfalen beschlagnehmt. Ertrunken sind in einem indischen Bergwerk bei Bombay durch Wassereinsturz 64 Bergleute. Ein öffentliches Ärgernis W. L. Das höhere Schulwesen in der Bundesrepublik ist auf dem besten Wege, ein öffentliches Argernis zu werden. Im Bundestag wurde das in aller Öffentlichkeit festgestellt, als der Antrag, ein Bundesunterrichtsministerium zu schaffen, erörtert und— begraben wurde. Was jedoch für das Parlament nur Gegenstand akademischer Erörterungen war, ist für die Eltern höherer Schüler Gegenstand des täglichen Argers, vor allem dann, wenn sie aus beruflichen oder sonstigen Gründen ihren Wohnsitz in ein anderes Bundesland verlegen müssen. Der Bundestag hatte es leicht, sich um eine Entscheidung zu drücken. Nach dem Grundgesetz ist das gesamte Schulwesen Sache der Länder. Wollte man es zur Sache des Bundes machen, dann bedürfte dieser Schritt einer verfassungsändernden Zweidrittelmehrheit, Sie wird jedoch nie zustande kommen, weil die Länder eifersüchtig darüber wachen, daß ihnen der Bundestag nicht nimmt, was ihnen der Parlamentarische Rat aus föderalistischen Gründen gegeben hat. Ob Bundesministerium odd nicht— unsere Obrigkeit kommt aber keinesfalls um die überall laut werdende Forderung herum, schnellstens für normale, d. h. erträgliche Schulverhältnisse im ganzen Bundesgebiet zu sorgen. Die Kultusminister der Länder rätseln seit acht Jahren in ihrer Ständigen Konferenz an Schulfragen herum. Das Ergebnis dieser acht Jahre sind 40 Vereinbarungen über Dinge, die noch nicht einmal an dle Wurzel der vielen Übel reichen, geschweige denn sie beseitigen. Die wichtigsten Fragen, die zur täglichen Bedrängnis für Eltern und Schüler geworden sind, sind ungelöst geblieben und werden es bleiben, solange jeder Kultusminister sein System für das allein unfehlbare hält. Noch immer gibt es in Westdeutschland weder gemeinsame Lehrpläne noch Lehrbücher und Prüfungsordnungen, ja noch nicht einmal einen gemeinsamen Beginn des Schuljahres. Noch immer ist in dem einen Land Latein, im anderen Englisch, im dritten Französisch die erste Fremdsprache, an einzelnen Anstalten laufen sogar zwei dieser Unterrichtsfächer nebeneinander. Noch immer hängt die Lehrerbildung von den Vorstellungen ab, die sich der zuständige Kultusminister vom Föderalismus macht. Wie aber kommt der Föderalismus zu der seltsamen Ehre, Ursache einer Wirkung zu sein, die man am besten als Schulchaos bezeichnet, das die Schulbürokratie sorglich hegt und pflegt? Die Kultusminister, die doch in den meisten Fällen auch Pädagogen sind, sollten bei allem, was sie tun oder unterlassen, nicht zuerst an die Eigenstämmigkeit ihrer Länder, sondern an die Kinder denken, die von diesem Schulchaos bedroht sind. Daß bayerische ABC-Schützen andere Fibeln haben müssen als niedersächsische, wird jedem begreiflich sein, denn das Kind soll in der Volksschule im Heimatlichen verwurzelt bleiben. Sobald es jedoch die Klasse eines Gymnasiums betritt, darf es einen hessisch oder westfälisch eingefärbten Lehrplan nicht mehr geben, weil das Kind in die größten Schwierigkeiten gerät, wenn es aus irgendwelchen Gründen seine alte Schule mit der neuen in einem anderen Bundesland wechseln muß. Wie soll ein Schüler, der bis zur Quinta Englisch als erste Fremdsprache hatte, auf der neuen Schule auf einmal Französisch akzeptieren können? Hat sich noch keiner der Kultusminister überlegt, wie sehr sie die Eltern finanziell und die Kinder geistig belasten, wenn mit der Schule auch die Lehrbücher gewechselt werden müssen? Können sie es noch länger verantworten, Kinder um ein Jahr ihres Lebens zu bringen, weil im Augenblick des Schulwechsels die Tatsache in Erscheinung tritt, daß das Schuljahr in Norddeutschland zu Ostern, in anderen Ländern aber im Herbst beginnt? Wie lange wird sich die Bundesrepublik als vielleicht einziges Land der Welt dieses Schulchaos noch leisten? Grete Godau kannnichtheimkehren „Freie Zwangsarbeiterinnen“ aus Östpreußen— 200 Kilometer hinter Moskau ohne Fahrgeld 700 Rubel Fahrgeld fehlen einem Menschen zu Freiheit und Glück. 200 Kilometer hinter Moskau wartet die aus Östpreußen verschleppte 27jährige Grete Godau darauf, daß sie wieder gesund wird; denn vorher ist es ihr unmöglich, sich das Fahrgeld zu verdienen. Und erst dann darf sie Rußland verlassen. Diese Nachricht überbrachte die 42jährige Frieda Balzuweit. die jetzt nach acht Jahren Rußland nach Deutschland zuruckkehrte. 1946, als sie in Östpreußen am Verhungern war, hatten die Russen sie dabei erwischt, wie sie ein Stück Brot nahm, das ihr nicht gehörte. Das Urteil lautete: zehn Jahre Zwangsarbeit! Der Weg führte nach Sibirien. Straflager, Typhus, Hungerödeme und schwere Arbeit. Später wurde sie„freie Zwangsarbeiterin“. Sie konnte leben wie die Russen, bekam denselben Lohn und hatte Aussicht, Deutschland wiederzusehen. Der Weg zur Freiheit ist teuer Als Schweißerin arbeitete die gelernte Verkäuferin Frieda Balzuweit in einer Maschinenfabrik in Kochna. Sie war nicht Berlin.(dpa) Der vermutliche Mörder des Berliner Juweliers Willy Prietzel wurde gestern morgen in der Gefängniszelle tot aufgefunden. Die Polizei nimmt an, daß er Selbstmord durch Einnehmen von Zyankali begangen hat. Mit dieser Meldung teilte die Berliner Polizei gestern zum ersten Male mit, daß der Raubmord an Prietzel aufgeklärt ist. Der Juwelier war am 22. Oktober in seinem Geschäft am Kurfürstendamm niedergeschlagen und mit einer Telefonschnur erdrosselt worden. Juwelen und Schmuck im Werte von etwa 100 000 Mark wurden geraubt. die einzige Deutsche dort. Mit acht anderen Östpreußinnen teilte sie ihr schweres Schicksal. Sie ertrugen Hunger und übermenschliche Arbeit, um eines Tages das Ziel zu erreichen: das Fahrgeld nach Deutschland! Etwa 300 Rubel verdienten sie im Monat, das sind etwa 300 Mark. Viel gab es dafür nicht zu kaufen. Ein Kleid von minderwertiger Qualität kostete dasselbe Geld. Aber nicht immer konnten die Frauen 300 Rubel im Monat verdienen; len gestern in Braunschweig einen Lastwagen und fuhren in Goslar gegen ein Haus, dessen Bewohner unsanft aus ihrer feiertäglichen Ruhe gerissen wurden. Der Wagen fuhr weiter und konnte erst von einer Polizeistreife bei Schladen nach wilder Verfolgungsjagd gestellt werden. Vorher hatten die Pfleglinge zwei Sandsteinpfeiler umgerissen. Eine vierzigjährige Frau, die die beiden daraufhin zur Rede stellte, wurde von ihnen in das Auto gerissen. Kurz darauf warfen sie die Frau bei hoher Geschwindigkeit wieder aus dem Wagen. Die Frau wurde aber nicht überfahren, weil sie geistesgegenwärtig die Beine angezogen hatte. denn oft stand die Fabrik still, weil Maschinen kaputt waren, oder weil es an Material fehlte. Diese„Feiertage“ waren ein Schritt zurück auf dem Weg zur Freiheit, einer Freiheit, die teuer erkauft werden mußte. Sechs blieben zurück Die Frauen reichten Gesuche ein. Keine Antwort. Sie reichten neue Gesuche ein, und es vergingen qualvolle Wochen. Da kam endlich Anfang November ein Brief. Absender: Botschaft der„Deutschen Demokratischen Republik“, Moskau. Inhalt: Drei Ausreisevisa. Drei? Aber sie waren doch neun Frauen! Keine Erklärung. Frieda Balzuweit war unter den Glücklichen. Wenige Tage später erreichten sie über die Schweiz hundert Mark. Der Fahrt in die Freiheit stand nichts mehr im Wege. Jetzt kam sie zurück zu Mann und Sohn, die in Stuttgart leben. Zurück blieben sechs deutsche Frauen, Eine davon, Grete Godau, ist schwer krank. Sie weiß nicht, wie sie es schaffen soll. Sechs Frauen. Das bedeutet sechsmal Hunger, Kälte und Normen. Und sie sind nicht die einzigen. Wann hat das russische Martyrium für sie ein Ende? 20 000 neue Bauernhöfe Rom.(Korr.) Am 20. Dezember werden in Kalabrien die letzten 3000 Hektar Grundbesitz an Néusiedler und Landarbeiter verteilt. Damit ist der Landverteilungsplan für die Sila(eine Hochebene von Kalabrien) erfüllt. Über 75 000 Hcktar Land wurden enteignet und verteilt. Hinzu kommen 10 400 Hektar Land, die von einer staatlichen Organisation für 10,5 Millionen Mark erworben wurden. Fast 20 000 neue Bauernhöfe wurden im Rahmen der Agrarreform für Kalabrien errichtet. Selbstmord im Gefängnis Raubmord am Kurfürstendamm aufgeklärt— Komplicin hatte Zyankali Wie die Kriminalpolizei bekanntgibt, war am vergangenen Mittwoch ein 49 Jahre alter Mann unter dringendem Tatverdacht festgenommen worden. Er und eine ebenfalls verhaftete 19 Jahre alte Mittäterin hätten weitgehende Teilgestandnisse abgelegt. Nachdem der Selbstmord des Mannes entdeckt worden war, wurde seine Komplicin im Frauengefängnis noch einmal genau durchsucht. Auch bei ihr fand man Zyankali. Der geraubte Schmuck ist zum Teil in Berlin, zum Teil in einer bayerischen Stadt sichergestellt worden. Die Täter hatten ihn in eigens dafür hergestellten Konservendosen mit der Post verschickt. Jagd auf Wahnsinnige Goslar.(dpa) Zwei aus der Heilanstalt Königslutter entsprungene Pfleglinge stahDominici beschuldigt seinen Enkel Gustave soll„alles über den dreifachen Mord wissen“ Paris.(Korr.) Die Enthüllungen des alten Gaston Dominici nach seiner Verurteilung zum Tode scheinen, wie die „Paris Presse“ berichtet, seinen Enkel Roger Perrin auf das schwerste zu belasten. Dominici soll gesagt haben, daß sein Sohn Gustave und der damals 17jährige Roger Perrin alles über den dreifachen Mord wüßten. Perrin soll nach den Angaben Dominicis die elfjährige Elizabeth Drummond zunächst geknebelt, gefesselt und fortgeschleppt und dann, nachdem es zur Ermordung der Eltern gekommen sei, durch Kolbenhiebe getötet haben. Diebstahl war laut Dominici der Grund für den grauenKampf mit Rebellen-Armee Südvietnamesische Truppen gegen Hoa-Hao-Sekte eingesetzt Saigon.(Reuter) Einheiten der südvietnamesischen Armee kämpfen seit einigen Tagen im Mekong-Delta südwestlich von Saigon gegen die Armee des Rebellenführers Bacut. In Saigon wurde am Samstag bekanntgegeben, daß Bacut, ein ehemaliger Oberst in der Privatarmee der Hoa-Hao-Sekte, über 4500 Mann verfügt und über das Gebiet in der Nähe der Stadt Long-Xuyen an der Grenze zwischen Südvietnam und Kambodscha herrscht. Es heißt, daß Bàcuts Armee gut mit Waffen, Munition, Lastkraftwagen, Benzin und Lebensmitteln ausgerüstet ist. Alles soll aus Überfällen stammen, die die Rebellenarmee in den letzten Wochen sowohl auf Einheiten der Vietminh als auch auf lokale antikommunistische Truppenverbände ausführte. Bacut, dessen richtiger Name Le Quang Vinh ist, begann sein Rebellendasein im Herbst, als er es ablehnte, das IndochinaWaffenstillstandsabkommen von Genf anzuerkennen. Spionage-Prozeß in Kairo Kairo.(Reuter) In Kairo begann am Sonnabend ein Prozeß gegen 13 Juden, die der Spionage für einen ausländischen Staat angeklagt sind. Unter den Angeklagten ist der aus Deutschland stammende Max Binet, ein Angestellter der FordVertretung in Kairo. Nach der Anklageschrift soll er schon in Italien und Persien Spionage getrieben haben. Die Angeklagten werden beschuldigt, neben der Spionage für Israel Sabotageakte verübt und amerikanische Informationsbüros, Bibliotheken, Kinos und andere öffentliche Einrichtungen Kairos und Alexandriens in Brand gesetzt zu haben. Für einzelne dieser Straftaten können sie zum Tode verurteilt werden. vollen Mord. Sein Sohn Gustave, so soll der 77jährige Vater weiter erklärt haben, habe eine Zeitlang die Beute in seinem Besitz gehabt. Sollten die Erklärungen, die Dominici nach seiner Verurteilung abgegeben hat, tatsächlich so bestimmt sein, wie„Paris Presse“ berichtet, dann reichen sie nach Ansicht von zuständiger Seite aus, um den Dominici-Fall erneut vor Gericht aufzurollen. Bundesregierung dankt Papst Vatikanstadt.(ANSA) Die Bundesregierung hat Papst Pius XII. für den Beistand und die Hilfe gedankt, die er Deutschland „nach der Niederlage und dem Zusammenbruch des Naziregimes“ habe zuteil werden lassen. In einem Schreiben des deutschen Botschafters, Dr. Jaenicke, an den Papst wird des Tages gedacht, an dem Pacelli vor 25 Jahren Deutschland nach über zwölfjähriger Tätigkeit als Apostolischer Nuntius verließ. Das deutsche Volk werde niemals, so heißt es abschließend in dem Schreiben, die Mission des Papstes für den Frieden und den geistigen Wiederaufbau vergessen. Keine Linderung des Theologenmangels Berlin,(dpa) Proteste evangelischer kirchlicher Stellen bei den Sowjetzonenbehörden gegen die Erschwerung des Zuzugs von Pfarrern und Theologiestudenten aus dem Bundesgebiet in die Sowjetzone sind bisher ohne Erfolg geblieben. Nach Mitteilung von kirchlicher Seite wurde 18 Pfarrern die Zuzugsgenehmigung verweigert. Die Öst-Kirchenkonferenz, in der die Kirchenleitungen aller evangelischen Landeskirchen der Sowjetzone vertreten sind, hatte die sowjetzonalen Behörden Anfang November gebeten, den Geistlichen den Zuzug zu gewähren. Interessantes in Kürze Ums Leben kamen in Bad Nauheim beim Einsturz eines 18 Meter hohen Gerüstes drei Bauarbeiter. Ein vierter Arbeiter schwebt noch in Lebensgefahr. Vier Häftlinge überfielen im Borkener Gefängnis ihren Wärter. Bei der Essenausgabe schlugen sie ihn nieder, knebelten und erdrosselten ihn. Dann entflohen sie. Von einem Fersonenzug erfaßt und sofort getötet wurde auf einem unbeschrankten Bahnübergang in Rahden im Kreis Lübbecke ein 22jähriger Motorradfahrer. Zwei weitere Flugzeuge für die Deutsche Lufthansa sind am Sonnabend auf dem Hamburger Flugplatz eingetroffen Abgestürzt ist in der Nähe von Meknes in Französisch-Marokko ein amerikanischer Bomber. Die vierköpfige Besatzung konnte sich mit dem Fallschirm retten. Die westfälischen Abiturienten wenden sich zunehmend dem Rechts- und Volkswirtschaftsstudium zu. Die Zahl der Schüler, die Juristen werden wollen, stieg von 1952 bis 1954 von 1,1 auf 11,2 Prozent. Die Zahl der Volkswirte erhöhte sich von 4 auf 7,2 Prozent. Durch einen Lungenstich lebensgefährlich verletzt wurde in Dortmund vor einer Gastwirtschaft ein Gast von einem anderen Besucher der Wirtschaft, mit dem er in Streitigkeiten geraten war. Getötet wurden zwei Burschen im Alter von 18 und 22 Jahren, die in Bonn einen Kraftwagen gestohlen und im Kreis Ahrweiler verunglückt waren. Einhundert Jahre alt wurde in Schwerte an der Ruhr die Witwe Wilhelmine Sikorski. Sie stammt aus der Neumark und lebt seit 1942 in Schwerte. Die Belegschaft der Hoffmann-Werke in Lintorf bei Düsseldorf, die in Konkurs gegangen sind, hält das Werk besetzt, um die Auszahlung der rückständigen Löhne und Gehälter zu sichern. Bei den Kieler Howaldtswerken ist am Sonnabend das erste von 24 SpezialFischerei-Fabrikschiffen vom Stapel gelaufen, die die Sowjetunion für 200 Millionen Mark dort bestellt hat. Die Stadt Bamberg wird den Namen des ehemaligen Reichspräsidenten von Hindenburg wieder auf die Ehrenbürgertafel im Rathaus setzen. Auf amerikanische Anweisung hin hatte der Stadtrat 1946 den Namen gelöscht. Ein Torpedo mit 2000 Kilo Sprengstoft explodierte bei Bad Tölz in 7000 Meter Tiefe. Die Explosion wurde hervorgerufen, um seismographisch die Bodengliederung des Alpenvorlandes zu erforschen. Die Sowjets haben einen österreichischen Antrag, Flugzeuge für Bergrettungszwecke erwerben zu dürfen, abgelehnt. Die Russen begründen diese seltsame Haltung damit, daß Österreich die Flugzeuge zu illegalen militärischen Zwecken verwenden könnte. Bei Lawinenstürzen kamen in den italienischen Alpen vier Menschen ums Leben. Auch in der Schweiz besteht Lawinengefahr. Acht Personen getötet wurden bei einem Verkehrsunglück in Spanien. Auf einem Bahnübergang bei Cartagena fuhr eine Lokomotive in einen Autobus. Zum Tode verurteilt wurde in Brazzaville in Französisch-Westafrika ein Urwaldneger, weil er seinen Neffen bei seinem Jagdausflug ermordet und verspeist hatte. Der Neger hatte die Bluttat begangen, weil der Neffe mit der Frau des Angeklagten Ehebruch begangen hatte. Obdachlos wurden in einem kleinen Vorort der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires 3000 Menschen durch ein Großfeuer. 2515 Fellaghas ergeben sich Paris.(Korr.) Die Aktion der französischen Regierung zur Entwaffnung der aufständischen Fellaghas in Tunesien ist in der Nacht zum Freitag beendet worden. Bis zu diesem Zeitpunkt haben 2515 Fellaghas die Waffen niedergelegt und sich verpflichtet, in ihre Heimatdörfer zurückzukehren. Die Aufständischen haben 1958 Waffen aller Art, darunter eine größere Zahl moderner Maschinenpistolen, übergeben. Roman von Annemarie Artinger Copyright by Carl Duncker, Berlin W 35 (12. Fortsetzung) „Ich weiß“, antwortete Renate,„aber ich kann’s halt nicht.“ „Dann solltest du das Theaterspielen Dann solltest du das Theaterspielen aufgeben. Für einen Menschen, der so ungeschickt ist wie du, der eine Haut zu wenig hat, ist das doch ein reiner Backpfeifenberuf!“ „Für mich ist dieser Beruf ein Abenteuer der Seele“, antwortete Renate. „Ich halte das Ganze für eine erotische Angelegenheit“, entgegnete Hans. Wenn er zornig wurde, pflegte er schonungslos zu sagen, was er sich dachte. Diese Antwort fuhr Renate in die Knochen. So was, dachte sie verblüfft, wie kommt er denn nur aur so was. Aber irgendwie schien ihr ein Körnchen Wahrheit dabei zu sein. Sie schwieg und beschloß, erst einmal in Ruhe über die Sache nachzudenken. Sie lenkte das Gespräch auf andere Dinge, auf Hans Webands Geschäfte, die ihm anscheinend einen Riesenspaß machten. Renate hatte immer wieder den Eindruck, daß nicht die Höhe eines Abschlusses, sondern der Kampf mit dem Kontrahenten, der nicht so schnell unterschreiben wollte, für ihn das Wesentliche war. Verkaufen war für ihn eine Art Sport. Er tut alles, was er tut. gern, dachte sie, und darum ist er immer guter Laune. Deprimiert habe ich ihn überhaupt noch nie gesehen. Und wie sehr haben die meisten Frauen gegen die Depressionen ihrer Männer zu kämpfen. „Hast du dir nie überlegt, wer Mabels Mörder sein könnte?“ fragte Renate kurz bevor sie aufbrachen. „Wenn ich die Wahl habe zwischen Tralberg und Specht, würde ich auf Tralberg schließen“, antwortete Hans. In dieser Nacht saß Hella Specht in ihrem Wohnzimmer und wartete auf ihren Mann. Das Kind schlief nebenan, rosig, gepflegt und ruhig. Sie hatte die Deckenbeleuchtung ausgeschaltet, um Strom zu sparen, der Schein der großen Bogenlampen auf der Straße warf unruhige Lichtstreifen ins Zimmer. Das gnädige Halbdunkel verdeckte alle Unzulänglichkeiten des Raums. Der schwere Danziger Schrank, der aus Hellas Elternhaus stammte, hob sich goldschimmernd von der hellen Wand ab. Das Bild neben dem Fenster war kostbar und alt. Sie hatte sich trotz aller Not nicht davon trennen können. Die Sicherheit des elterlichen Zuhauses war lange vorbei, war schon wie eine Geschichte aus einem fremden Leben. Jetzt war sie allein und wartete auf einen Mann, der keine Lust hatte, zu ihr zurückzukommen. Die Eltern hatten sich geliebt und verstanden, hatten Rücksicht aufeinander genommen bis zum Ende. Hella hatte immer geglaubt, das müsse überall so sein zwischen Menschen, die sich aus Liebe entschlossen hatten, miteinander zu leben. Wie gut, daß mein Vater mich nicht sehen kann, wie gut, daß er nicht weiß, daß mir nichts geblieben ist von seiner lebenslangen erfolgreichen Arbeit als ein Schrank, zwei Bilder und ein Teppich. Hella wanderte im Zimmer auf und ab. Wieder und immer wieder rekonstruierte sie ihre Unterhaltung mit Kommissar Sommer. Sie kam zu der Überzeugung, daß sie aus Dummheit und Vertrauensseligkeit ihren Mann der Polizei preisgegeben hatte.„Ihre Aussagen decken sich in den wichtigsten Punkten nicht mit denen ihres Mannes“ Sie brachte den Satz nicht mehr aus dem Gehirn, seit sie den Kommissar verlassen hatte. Was waren die wichtigsten Punkte? Wenn Toni doch endlich kâme, damit sie mit ihm darüber sprechen konnte. Und wie komisch der Kommissar sie angesehen hatte, als sie ihm versicherte, daß Toni und Mabel nichts miteinander verbunden habe als ein kleiner Flirt, wie er überall am Theater üblich ist. Und dann wollte er wissen. ob Toni ihr versichert habe, daß es nichts weiter als ein Flirt sei und sie hatte geantwortet:„Nein, aber so was spürt man doch.“ Spürt man’s wirklich? Sie versuchte sich Toni neben Mabel vorzustellen und schüttelte dann den Kopf. Nein, sie passen nicht zusammen. Ihm geht es um ganz andere Dinge als ihr. Sie war doch eine Schaufensterpuppe, oder wie ein Starmannequin. Toni geht es vor allem um die Kunst, um geistige Dinge. Sie dachte an das Atelierfest, auf dem ihrer Meinung nach alles Unglück begonnen hatte. Mabel hatte so gut wie nichts angehabt. Toni hatte sie nicht aus den Armen gelassen. Ach, dachte Hella, wie man dann in den Ecken herumsteht, wenn der Mensch, mit dem man lebt, auf einmal weggeht, als exestiere man nicht mehr. Sie durchlebte, wie schon so oft, noch einmal die ganze Bitterkeit dieses festlichen Abends. Der Schmerz war, wenn sie Toni vor sich sah, wie er mit Mabel tanzte, so schneidend wie damals. Jeder körperlicher Schmerz, den sie je mitgemacht hatte, erschien Hella als Kleinigkeit, gemessen damit. Und plötzlich hatte sie nicht mehr anders gekonnt und versucht, die beiden zu trennen. Was sie dabei gesagt hatte. wußte sie nicht mehr. Sicher irgend etwas Ungeschicktes, vielleicht wirklich etwas Beleidigendes. Mabel hatte sich umgedreht und ihr vor allen Leuten eine Ohrfeige gegeben. Aber schlimmer als das, war das Verhalten Tonis gewesen. Er hatte sie nicht beschützt, sondern versucht, Tralberg am Weggehen mit Mabel zu hindern. Hans Weband hatte auf ihn eingeredet und wahrscheinlich hatte er nur der Leute wegen einige Schritte mit ihr getanzt. „Wie kommst du eigentlich dazu, dich in meine Dinge zu mischen... Sie hatte den Tonfall noch im Ohr. „Aber ich bin doch deine Frau“, hatte sie fassungslos und den Tränen nahe geantwortet. „Leider!“ Dann hatte er sie stehen gelassen und war auf die Suche nach Mabel gegangen. Irgendwie, wie, das wußte sie heute noch nicht, war sie nach Hause gekommen. Hella hatte versucht, sein Verhalten mit zu viel Alkohol und der falsch aufgetakelten Lebensfreude der Faschingszeit zu entschuldigen. Wenn einer sich an so was freuen konnte, brauchte er eben jemand, der sich mitfreute. Sie schob die Erinnerung fort, machte kurz Licht und schaute auf die Uhr. Es war schon zwei. Ein schwerer Lastwagen fuhr vorüber, das ganze Haus zitterte. Eine Weile noch rieselte es in den Wänden. Später hörte sie einen Fußgänger, die Eisenspitze eines Spazierstockes klang von der Straße herauf. wurde leiser, dann war es wieder still. Hella dachte zurück an die Zeit, in der Toni wie ein armer Hund mit hungrigen Augen im Kulissengang stand und stundenlang zuschaute, während sie probte. Sie sah ihn wieder vor sich, wie er nicht wagte, sie anzusprechen, immer nur wartete, daß sie das Wort an ihn richtete. Dachte an all die zärtlichen Aufmerksamkeiten, die er erfand, um in ihrer Nähe bleiben zu können; an seine Erschütterung. ils er begriff, daß er ihr etwas bedeutete. An die erste Zeit. in der ein rascher, heimlicher Händedruck im Vorübergehn Seligkeit bedeutet hatte. Heute waren diese Erinnerungen wie der Traum von einem Wunderland. Und sie konnte nicht begreifen, daß von all dem nichts geblieben sein sellte... und wieder hörte sie sich sagen: „Aber ich bin doch deine Frau“, und vernahm seine Antwort: „Leider!“ Als der Morgen graute, saß Hella zusammengesunken, mit grauem Gesicht in ihrem Sessel. Ihr Mann war nicht nach Hause gekommen, und sie dachte zum erstenmal darüber nach, was wohl aus ihr und dem Kind werden sollte, wenn er überhaupt nicht mehr zu ihr zurückkam 4. Bei Kommissar Sommer ließ sich eine Frau melden Sie nannte sich Sentilla. Das war ein vor zwei Jahren noch recht bekannter Name gewesen. In der Viertelstunde, die er sie warten ließ, verschaffte sich Sommer die nötigen Unterlagen über ihre Person Senta Sentilla war bis Kriegsende eine gut beschäftigte Schauspielerin gewesen, nicht mehr jung, aber beim Publikum beliebt. Dann hatte sie fünfundvierzig von einer Tante eine von den Bomben verschonte Pension geerbt, sie in einer Zeit, als mit dem Theaterspielen kein Blumentopf zu gewinnen war, übernommen und schließlich war sie dabei geblicben. Heute hatte sie eine elegante, gepflegte Künstlerpension. vielleicht sollte man besser Starpension sagen, und da sie, aus dem gleichen Milieu stammend, für die Wünsche ihrer Gäste Verständnis hatte, selber im gleichen Jargon prach. und man in der ehemaligen Kollegin eine verständnisvolle Beraterin und Beichtmutter fand, standen die Künstler im Vormerkbuch Schlange, um bei ihr ein Zimmer zu bekommen.(Fortsetzung folgt) „Wenn ich bloß höre: Nicht zu schnell gefahren, nicht zu schnell gefahren!“ schimpfte der Schutzmann.„Mann, wie wollen Sie das beweisen?“ „Nichts einfacher als das!“ grinste der Kraftfahrer.„Ich bin auf dem Weg zur Finanzamt!“ 119. Jahrgang— Nummer 288 Sauerländisches Volksblatt Altester Anzelger des Sauerlandes 4 Über 100 Jahre Helmat- und Krelsblatt im Kreise Olpe Montag, den 13. Dezember 1954 Überlastete Hausfrauen Unsere Hausfrauen sind im allgemeinen fiberlastet. Diese Tatsache wird kaum bestritten. Auch ohne den bekannten in 25 Jahren abzuwaschenden Tellerberg— höher als der Kölner Dom— oder den sprichwörtlichen„Suppensee“ von 120 000 Litern den die Vielgeplagten in der gleichen Zeit in einem Vierpersonenhaushalt kochen müssen, weiß man es längst. Trotzdem läßt die Rationalisierung der Hausarbeit immer noch zu wünschen übrig. Sie sollte mit der Einschränkung des allzuvielen Bückens beginnen— Handbesen und Kehrrichtschaufel lassen sich leicht durch einen Stil beliebig verlängern — und mit der Anschaffung einer zweckmäßigen Waschmaschine noch lange nicht beendet sein. Vor allem aber bedarf es in der Mehrzahl unserer Haushaltungen noch einer zweckmäßigeren Zueinanderordnung der verschiedenen Einrichtungsgegenstände, insbesondere der Küchengeräte. Machen wir nach einiger Überlegung gleich einen Anfang: Jeder Gegenstand nach dem wir uns bücken müssen und demzufolge 60 Proz. Kraftaufwand mehr vergeuden, steht am falschen Platze. Im Haushalt ist keineswegs nur die Vielzahl technischer Hilfsgeräte, sondern mehr noch der richtige Platz ausschlaggebend. Und nebenbei gesagt:Auch ein in aufrechter Haltung gesäuberter Fußboden kann genau so blitzen wie jener, den wir auf den Knien bearbeitet haben. meisterlicher Eleganz ist in diesem z. Zt. der französischen Revolution spielenden Stück der Dialog gestaltet, charmant, witzig und geistreich sprüht der Humor und treffsicher sind die Bonmots und Pointen. Das Werk wird zu Beginn des neuen Jahres am Dienstag, dem 11. Januar in Olpe aufgeführt. Neue Steuertabellen ab 1. Januar 1955. Die am 1. Januar 1955 in Kraft tretende Steuerreform macht die Benutzung neuer Steuertabellen notwendig. Soeben bringt der Wilhelm Stollfuß Verlag in Bonn seine kombinierten Lohnabzugstabellen heraus. Sie erhalten— in einer Zeile ablesbar— die neuen ermäßigten Steuersätze, die neu errechneten Kirchensteuerabzüge, die neue Abgabe„Notopfer Berlin“ und die Sozialversicherungsabzüge(Gesamtausgabe DM 2,90). Diese, im Verlag des Bundessteuerblattes erscheinenden altbewährten Tabellen sind mit ausführlichen Erläuterungen versehen und sofort lieferbar. Schuheinzelhandel schafft orthopädischen Arbeitskreis. Ein orthopädischer Arbeitskreis, dessen Bildung innerhalb des Bundesverbandes des Deutschen Schuneinzelhandels angeregt wurde soll sich mit der Verbreitung fußhygienischer Erkenntnisse innerhalb der Branche befassen. Diese Maßnahme ist außerordentlich begrüßenswert, da noch viel Schuhwerk getragen wird, das nicht ganz fußgerecht ist. Schuhproduktion und-umsatz im Oktober. Fast 9,5 Millionen Paar Schuhe wurden im Öktober(ohne Gummischuhwerk) im Gebiet der Bundesrepublik erzeugt, davon waren 5,5 Millionen Paar Lederstraßenschuhe und 3,2 Millionen Paar leichtes Schuhwerk. Diese Zahlen des vorläufigen Berichts des Statistischen Bundesamtes bedeuten eine geringe Zunahme (140 000 Paar) gegenüber dem Vormonat und eine ebenfalls geringe Abnahme (150 000 Paar) gegenüber dem Oktober des Vorjahres. Der Schuhwarengroßhandel im Bundesgebiet verzeichnete im Oktober eine Umsatzsteigerung von 21% gegenüber dem September und lag damit an dritter Stelle aller Großhandelsbranchen. Musikzug übte und spielte sehr fleißig Rückblick in Heggen— Was Ist für 1955 geplant 1953: 60,9% der Hotelkapazität ausgenutzt Hotelbesitzer des Südsauerlandes tagten— Gute Werbeerfolge Olper Stadtsplegel An der Ersten Deutschen Bäckerfachschule geht in dieser Woche wieder ein Lehrgang zu Ende. Eine Reihe von den 97 Lehrgangteilnehmern hat bereits die Meisterprüfung bestanden. Die übrigen legen in diesen Tagen die Prüfung ab. Am Donnerstag ist dann in der Schule die Abschlußfeier mit Ueberreichung der Meisterbriefe. Das Sauerland-Reisebüro, das sich bekanntlich oberhalb des Marktplatzes befindet, ist jetzt ständig geöffnet. Interessenten haben also Gelegenheit, sich jederzeit über Reisemöglichkeiten und lohnende Reiseziele zu unterrichten. Sie werden zugleich fachmännisch beraten. Heinz Coubiers Komödie„AIMEE“. Das Rheinische Landestheater(Intendant Philipp Vogel) bereitet z. Zt. Heinz Coubiers Komödie„AIMEE“ zur Aufführung vor. Die Regie liegt in Händen von Karl Gaebler, Bühnenbild und Kostüme entwarf Joachim Streubel. Die Titelrolle spielt Sibylle Gilles; ferner wirken mit Alfred Querbach, Joseph Saxinger, Horst Dieter Sievers.„AIMEE“ gehört seit seinem Erscheinen auf der Bühne zu den besten und erfolgreichsten Komödien aus der Hand eines deutschen Bühnenschriftstellers. In Aus dem Sauerland. Kürzlich tagte im Saale des Märkischen Hofes in Altena det Verband Gaststätten- und Hotelgewerbe Südwestfalen, Kreisgeschäftsgruppe Hagen. Es handelte sich um eine Tagung der Fachgruppe Hotels innerhalb des Verbandes. Der Vorsitzende der Fachgruppe, Deimel, Olpe, begrüßte die Erschienenen, die Vertreter der Presse und des Verkehrsamtes, den Geschäftsführer Höbusch, den 2. Vorsitzenden Römhild, Dr. Jünger von Iserlohn und entsandte einen Gruß an den leider verhinderten Dr. Schürmann, der das erste Referat halten sollte. Aus praktischen Gründen ist der Verband Südwestfalen in fünf verschiedene Gruppen eingeteilt, die nach ihrer Lage im Sauerlande gewisse Sonderinteressen für sich haben. Diese können in den Gruppen besser besprochen werden. So sind hier im Bezirk Hagen, Altena, Iserlohn und Lüdenscheid zusammengefaßt. Beim Ueberblick über die Entwicklung des Hotelgewerbes in den letzten fünf Jahren Wichtig für Landwirte Kreis Olpe. Der Landwirtschaftliche Kreisverband Olpe hält in dieser Woche wieder Sondersprechtage für die Ausfüllung der Erklärungen für die Vermögensabgabe ab. Sie finden statt am heutigen Montag von 9 bis 11 Uhr in Neuenkleusheim im Gasthof Kaufmann, von 12 bis 14 Uhr in Thieringhausen im Gasthof Schröder, von 15 bis 17 Uhr in Eichhagen im Gasthof Heuel, von 18 bis 19 Uhr in Neger bei Bauer Wolfschläger.— Am Freitag von 9 bis 11 Uhr in Helden im Gasthof Metten, von 12 bis 15 Uhr in Repe im Gasthof Wurm, von 17 bis 18 Uhr in Dünschede im Gasthof Springob. Weihnachtseinkauf- juristisch gesehen Die Schlüsselgewalt der Ehefrau— Der Kauf auf Umtausch Olpe. Frau Erika hatte Weihnachtseinkäufe gemacht. Ein paar Stunden später klingelt es an der Wohnungstür— ein Bote bringt Pakete— hübsch verschnürt und in Papier eingewickelt, auf dem viele grüne Tannenzweige und rote Weihnachtskerzen zu sehen sind. Der Herr des Hauses meldet seiner Gattin das Eintreffen des Boten und bittet sie, ihm die Pakete abzunehmen. Frau Erika, keck und gutgelaunt, meint:„Nimm Du nur die Pakete an und bezahle sie, darin sind die Weihnachtsgeschenke für Dich und die Kinder...“ Herr Krause macht zunächst ein etwas langes Gesicht, aber dann zückt er die Brieftasche und mit süß-saurer Miene bezahlt er, ohne zu wissen, was in den Paketen ist. Die Ehefrau kann im Namen des Mannes Rechtsgeschäfte vornehmen Wie ist die Rechtslage? Nach den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches besitzt die Ehefrau die„Schlüsselgewalt“, soweit durch eine ausdrückliche Erklärung des Ehemannes ihr diese nicht genommen wurde. Frau Erika ist berechtigt, innerhalb ihres häuslichen Wirkungskreises die Geschäfte ihres Mannes zu besorgen und ihn zu vertreten. Alle Rechtsgeschäfte, die Frau Erika im Rahmen dieses Wirkungskreises vornimmt, gelten als im Namen des Mannes vorgenommen,, wenn sich nicht aus den Umständen ein anderes ergibt: Maßgebend für den Umfang dieser Vertretungsmacht ist die tatsächliche Lebenshaltung, in der die Ehegatten leben. Der Einkauf der Weihnachtsgeschenke für die Kinder und den Mann fällt— wenn Herr Krause nicht ausdrücklich einen Vorbehalt gemacht hat— im Zweifelsfalle in den Rahmen der Schlüsselgewalt von Frau Erika Krause und verpflichtet Herrn Krause zur Zahlung, der somit die Bezahlung der entsprechenden Rechnung für von seiner Frau gemachten Einkäufe juristisch nicht verweigern kann. Rechtswirksame Schenkungen an Kinder unter 7 Jahren nicht möglich Wolfgang Krause erhält zu Weihnachten eine elektrische Eisenbahn. Er ist noch sehr jung— 5 Jahre ist der Knirps alt— aber es besteht begründete Hoffnung, daß er unter bereitwilliger Assistens seines Vaters den Betrieb der elektrischen Eisenbahn reibungslos abwickeln kann. Mit der rechtlichen Seite von Geschenken ist es so eine Sache. Wolfgang Krause ist noch keine sieben Jahre alt— also noch geschäftsunfähig— und infolgedessen kann Vater Krause ihm rechtswirksam keine Schenkung machen. Er kann seinen Sohn gegebenenfalls bei der Annahme von Geschenken rechtlich vertreten— aber dann kontrahiert er mit sich selbst. Dies darf Vater Krause nur wenn er in Erfüllung einer Verbindlichkeit handelt. Spielsachen, Blitzroller, Kinderbücher usw. kann er in Erfüllung seiner Eziehungs- und Unterhaltspflicht auch seinen Kindern unter sieben Jahren zuwenden. Bei wertvollen Geschenken müßte erst ein Pfleger bestellt werden, der das Kind bei der Annahme des Geschenkes vertritt. Kinder über sieben Jahre können Geschenke rechtewirksam entgegennehmen. Wann ein Umtausch möglich und wann er nicht möglich ist. Frau Krause dürfte keine Frau sein, wenn sie nach dem Fest sich nicht mit dem Gedanken trägt, irgendetwas umzutauschen, was ihr der Weihnachtsmann unter den Christbaum gelegt hat. Der Kauf auf Umtausch ist im BGB nicht ausdrücklich geregelt. Beim Kauf auf Probe steht die Billigung des gekauften Gegenwurde erwähnt, daß Südwestfalen nunmehr über 4 000 Betriebe verfüge, davon 1 500 Betriebe mit mehr als 10 Betten. Im Jahre 1953 wurden die Kapazität dieser Betriebe zu 60.9% ausgenutzt; in Dortmund lag dieser Prozentsatz allerdings etwas niedriger. Aufs Ganze gesehen ist das für den Gesamtbezirk ein günstiger und erfreulicher Anstieg. Für Werbung wurde seitens des Landesverkehrsverbandes ein Betrag von 100 000 DM eingesetzt. Der Punkt„erbung“ nahm den größten Raum der Besprechungen ein. Es wurde aus den verschiedenen Orten über die getätigte Werbung und deren Erfolg berichtet. Es droht auf diesem Gebiete eine Zersplitterung und wenig praktische Ausführung. So wurde bekannt gegeben, daß an ausländische Verkehrsbüros bisher Werbegelder gegeben wurden, die nichts an Mitgliedern hinter sich haben. Da wird künftig gestoppt und gewarnt werden müssen. Aus der Erfahrung wurde weiter berichtet, daß im verflossenen Sommer viele Kurzaufenthalte von 5 bis 6 Tagen in den Betrieben gezählt wurden, wahrscheinlich des schlechten Wetters wegen. Es wird sich lohnen, auf solche Kurzaufenthalte auch die Werbung auszurichten. Besucher aus Holland teilten mit, daß dort kaum Werbemittel vom Sauerland zu finden gewesen wären. Holländer hätten trotzdem gesagt, wir fahren ins Sauerland, und sich von hier aus durch bekannte Häuser informieren lassen. Auch in Holland bevorzuge man augenblicklich kurze Reisen und wolle weder den Rhein noch den Schwarzwald sehen. 2. Vorsitzender Römhild berichtete, daß man in Altena eine schöne Mission auf dem Gebiete der Werbung erfüllt hätte. Andere hätter allerdings auch mitgeerntet, wo sie nicht gesät hätten. Im kommenden Jahre soll möglichst früh eine Rundfahrt von belgischen und holländischen Reisebüros durch das Sauerland stattfinden, um dieselben durch den Augenschein zu informieren. Der Vertreter des Verkehrsamtes bestätigte, daß man mit der Werbung durch die Prospekte gut gefahren sei und Erfolge zu verzeichnen gewesen wären. Laufend kämen Anfragen aus dem Ausland nach Prospekten. Am Schluß der Aussprache stand fest, daß alle mitarbeiten und an den Kosten tragen helfen müßten. Die Werbung soll nicht zersplittert werden, sondern möglichst geschlossen durch den Landesfremdenverkehrsverband ausgeführt werden. Abgelehnt wurde, Reisebüros für nicht erbetene Vermittlung Provision zu bezahlen, desgleichen Omnibussen für das Vermitteln von Gästen. Heggen. In der Schützenhalle hat man mit baulichen Veränderungen und Verbesserungen begonnen. Insbesondere will man die sanitären Anlagen neuzeitlich gestalten. Heggen. In das Krankenhaus wurden zwei Motorradfahrer schwer verletzt eingeliefert, die bei Müllen mit ihren Krädern zusammengestoßen waren. standes im Belieben des Käufers. Im Zweifelsfalle ist der Kauf unter der aufschiebenden Bedingung der Billigung geschlossen. Ein Umtauschrecht kommt nur bei ausdrücklicher oder stillschweigender Vereinbarung mit dem Verkäufer in Frage. Aus der Natur des Gegenstandes kann sich der Ausschluß eines Tausches ergeben, z. B. bei Handschuhen. Wenn ein Kauf auf Umtausch abgeschlossen wurde, kann der Verkäufer gegen Rückgabe des unversehrten Gegenstandes und bei Vorlage des Kassenzettels eine gleichartige andere Ware verlangen. Eine Rückzahlung des Kaufpreises bei Mißbilligung langt werden. Heggen. Seine Jahreshauptversammlung hielt im Vereinslokal der Musikzug der Freiw. Feuerwehr ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Musikmeister Halbe des im letzten Jahre verstorbenen stellv. Amtsbrandmeisters Hille aus Attendorn. Sodann gab er den Arbeitsbericht des abgelaufenen Jahres, aus dem ersichtlich ist, daß der Musikzug bei 14 Festlichkeiten der näheren und weiteren Umgebung von Heggen mitgewirkt hat, sowie bei fünf kirchlichen Veranstaltungen. Alles zusammengefaßt, handelt es sich um rund 40 Einsätze. Die Proben miteingerechnet haben die Musiker 300 Stunden musiziert. Diese intensive Ausbildungsarbeit ist die Grundlage für die Erfolge und die Leistungssteigerung des Musikzuges auch in diesem Jahre. Dem Kassenführer Josef Vogt wurde der Dank für seine vorbildliche Kassenführung ausgesprochen und ihm Entlastung erteilt. Als Erstes plant der Musikzug für das kommende Jahr die Instandsetzung des Musikzimmers in der Schützenhalle. An Unterhaltungen sind vorgesehen: ein Waldfest, zwei Konzerte und gemeinsam mit der Feuerwehr eine Familienfeier. Um für den Nachwuchs in der Kapelle zu sorgen, läßt man mehreren interessierten Jugendlichen eine musikalische Ausbildung geben. Heggen. Am Freitag konnte das Geschäfts- und Wohnhaus Sprenger-Voß an der Hauptstraße gerichtet werden. Gemeinderat Attendorn-Land Heggen. Die Gemeindevertretung Attendorn-Land hat ihre nächste Sitzung am Dienstag, dem 14. Dezember, um 14 Uhr im Café Dingerkus. Aus der Tagesordnung seien folgende Punkte genannt: Neufassung der Ortssatzung über den Anschluß an die örtliche Wasserleitung, sowie der Ortssatzung über die Entwässerung der Grundanlage und Festsetzung der Entwässerungsgebühren für die Kanalisation in Ennest, fener über den Baunutzungsplan in Heggen und über Schulangelegenheiten. nung zur Abwehr der Einschleppung des Kartoffelnematoden zugeleitet. Die Rechtsverordnung verbietet, wie dies bereits die Mehrzahl der Kartoffelanbauländer getan hat, die Einfuhr von Kartoffeln, die von Kartoffelnematoden befallen oder des Befalls verdächtig sind. Bei der Kartoffeleinfuhr ist künftig— ähnlich den Bestimmungen zur Abwehr der Einschleppung des Kartoffelkrebses— die Vorlage eines amtlichen Zeugnisses des Ursprungslandes erforderlich, aus dm sich ergibt, daß die Sendung selbst und darüber hinaus der Erzeugerbetrieb frei von Nematoden ist. Daneben wird die Sendung an der Zolleinlaßstelle auf Kosten des Einführenden auf Nematoden untersucht. Durch die Maßnahmen soll die weitere Einschleppung des Schädlings in das Bundesgebiet unterbunden werden. Für die Bekämpfung des Kartoffelnematoden im Inland bestehen bisher nur in den Ländern Bremen. Weihnachtsfreude das ganze Jahr Wenn das Geschenk von war Aus dem Kreisgebiet Um die Elternrente Kreis Olpe. Die Frist zur Antragstellung auf Elternrente läuft am 31. Dezember 1954 ab. Allen Kriegseltern, die bisher noch keinen Antrag auf Elternrente nach dem Bundesversorgungsgesetz gestellt haben, wird empfohlen, dieses bis zum 31. dieses Monats zu tun. Elternrente wird nur gewährt, wenn das sonstige Einkommen bei einem Elternpaar 134,— DM und bei einem Elternteil 95,— DM im Monat nicht übersteigt. Sind mehrere Kinder an den Folgen einer Kriegsverletzung gestorben, erhöhen sich die genannten Beiträge bei einem Elternpaar auf 10,— DM und bei einem Elternteil um 5,— DM für jedes weitere Kind. Neue Vorschriften zur Abwehr des Kartoffeinematoden Kreis Olpe. Der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat dem Bundesrat den Entwurf einer VerordHamburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein Rechtsvorschriften; eine einheitliche Verordnung für das Bundesgebiet befindet sich in Vorbereitung. Wiesengenossenschaft Elspe. Die Wiesengenossenschaft hat ihre Mitglieder zu einer außerordentlichen Generalversammlung eingeladen, die am Mittwoch, dem 13. Dezember, um 17 Uhr in der Gastwirtschaft Soemer startfindet. Entsprechend dem Vorschlag der Aufsichtsbehörde ist die Umwandlung der derzeitigen Wiesengenossenschaft in einen Wasser- und Bodenverband geplant, wozu die Zustimmung der Generalversammlung erforderlich ist. Gleichzeitig wird ein Bericht über die finanzielle Lage gegeben. Weitere Beratungspunkte sind die dringend auszuführenden Meliorationsarbeiten am Elspebach und die Bewilligung der erforderlichen Mittel. Ferner steht die Neuwahl des Vorstandes und der Schiedsrichter auf der Tagesordnung. Der Vorstand der Genossenschaft weist ausdrcklich darauf hin, daß die Generalversammlung ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Mitglieder beschlußfähig ist, weil die Aufsichtsbehörde die Erledigung der vorerwähnten Funkte der Tagesordnung fristgemäß verlangt. Die Aufsichtsbehörde wird an dieser Versammlung teilnehmen. Die Stimraliste der Genossen liegt in den Vormittagsstunden bei dem Kassierer der Wiesengenossenschaft, Willi Soemer. Hauptstraße 129, zur Einsicht auf. Verkehrsunfall Olpe. Am 10. Dezember stießen in der Bahnhofstraße ein Lkw und ein Pkw zusämmen. Es entsand leichter Sachschaden. Krebs- die Todesursache Nummer 2! Reformarzt Dr. med. Wegener sprach Im Felke-Verein Olpe Olpe. Im Rahmen einer öffentlichen Versammlung des Felke-Vereins Olpe sprach am Mittwoch im Café Gastreich Reformarzt Dr. med. Wegener (Essen) zum Thema:„Der Krebs, seine Ursache und Verhütung“. Aus dem Referat des Redners war zu entnehmen, daß seiner Ansicht nach der Mensch, um einer Krebserkrankung vorzubeugen, sich einer natürlichen Lebensart und Ernährung befleißigen soll. Darüber, ob der Krebs durch einen Erreger hervorgerufen wird, konnte der Referent keine verbindliche Feststellung treffen. „Das Thema, über das ich sprechen will, ist wichtig für alle Menschen“, sagte Dr. Wegener zu Beginn seines Referates.„Gab es in früheren Zeiten auch Krebs?“ Zu dieser Frage erklärte dee Referent, daß durch Untersuchung von Skeletten, die in jahrtausendalten Gräbern gefunden worden seien, unter anderen Krankheiten auch ab und zu Anhaltspunkte für Krebs festgestellt worden wären. Krebs sei demnach damals noch eine Ausnahmeerscheinung gewesen. Heute dagegen sterbe jede fünfte Person in der Bundesrepublik an Krebs. Der Krebs sei heute nach Herz- und Kreislaufstörungen die Todesursache Nummer 2 geworden. „Krebs muß nicht sein“, erklärte Dr. Wegener in seinen weiteren Ausführungen. Als Beispiel führte der Redner die Bevölkerung von Aegypten und anderen Oststaaten an, wo in den meisten Fällen nur bei der dem Westen in der Lèbensweise angepaßten Oberschicht der Krebs auftrete, während die einfach lebende Bevölkerung davon weitgehendst verschont bliebe. Forschungen nach der Ursache des Krebses hätten ergeben, daß diese durch schädliche Reize, sowohl auf der Haut als auch im Inneren des menschlichen Körpers, Krebs hervorrufen könnten. Die Reize im Organismus des Menschen aber, so war die Meinung des Redners, würde durch falsche Ernährung hervorgerufen. Um einem möglichen Befall von Krebs zu entgehen, rate er vor allem zu einer einfachen, natürlichen und vollwertigen Ernährung überzugehen. Dazu solle man systematische Hautpflege durchführen und eine intensive und regelmäßige Körperschulung betreiben. Vor allem müsse man darauf bedacht sein, eine basenreiche, leicht verdauliche Nahrung zu sich zu nehmen, um ein Gleichgewicht gegen die dem Körper zugeführte Säure zu erhalten. Wenig gekochte Kost und mehr Rohkost, müsse die Devise sein. Durch diese Maßnahmen könns man eine positive Vorsorge gegen eine mögliche Krebsgefahr treffen. Jetzt Hauskur mit flüssigem Zirkulano Kräutermittel aus der Schweiz st unschädlich u. wirkt ausgezeichnet gegen Krelslautstörungen Arterlen-Verkalkung, hohen Blutdruck, Koptweh(Benommenhelt), Wechsellahru. Herzbeschwerden, Nervosltät, WallunMnale 5), Venenknoten Auch gegen hartnäckige Störungen das hechwirksame Kräutermittel ZIRKULANO verlangen. Fl. 5.75, KUR 10.90 b. Apotheker. Gratis-Prosp.: Zirkulano-Import, Lörrach/Bad. 1 Fichte, Tanne, Tannenbaum VON OTTO KOKE Wieder ist die Zeit gekommen, jene schöne, vorweihnachtliche Zeit, in der wir fast täglich von Weihnachten lesen. Die Geschäfte strahlen im Glanz des Lichterbaumes. In vielen Flecken und Städten der Heimat brennt er auf dem Markt. Hier und dort stehen die Gärtner und Tannenbaumhändler und bieten ihre Ware an. Die Hausfrauen haben es eilig, den richtigen Baum zu kaufen, denn was zuletzt überbleibt, ist nicht von bestem Wuchs. Wo kommen die Weihnachtsbäume her? Stammen die angebotenen Fichten alle aus dem Harz oder von den Bergen des Sauerlandes oder der Eifel? Ein Teil mag da herkommen, aber der Wald der Ebene liefert einen nicht unerheblichen Teil des jährlichen Bedarfs. Viele Leser werden sicher im stillen der Meinung sein, daß es an sich schade wäre, die vielen Weihnachtsbäume zu hauen. Sie können beruhigt sein, denn die auf den Markt kommenden Bäume sind nach forstlichen Gesichtspunkten geschlagen worden, aus Verjüngungen, die sich von selbst eingefunden haben. Die Fichte ist Flachwurzler, und wenn der Keimling im feuchten Frühjahr erst einmal Fuß fassen konnte, so bleibt er auch zäh und verbissen am Leben, selbst dann, wenn er zunächst nur im Moos sein Leben fristen muß. Wenn in alten Fichtenbeständen der Anflug nicht allzu dicht ist, wachsen hier die schönsten Weihnachtsbäume heran, weil sie Platz hatten, sich rundherum gleichmäßig auszubreiten. Der größte Kummer der Förster ist das Mausen von Weihnachtsbäumen aus jungen Kulturen, wo nur alle anderthalb Meter eine Fichte gepflanzt wurde. Im folgenden sei ein wenig über den Begriff der Fichte im heimischen Sprachgebrauch gesagt. In vielen Gegenden sagt man„Tanne“. Botanisch ist das falsch, weil man unter Tanne die Weißtanne versteht. Wenn wir uns in den Harz begeben, so stoßen wir dort auf den Spruch:„Es grüne die Tanne, es wachse das Erz, Got schenke uns allen ein fröhliches Herz.“ Wir sehen, daß hier der Begriff„Tanne“ für Fichte in einem Gebiet zu Hause ist, das jedermann wegen seiner Fichtenwälder kennt. Um„rechte“ Tannen, Weißtannen, in urtümlichen Wachsgebieten anzutreffen, müssen wir schon in den Schwarzwald wandern, wenn auch in der Rheinebene hier und da gute Edeltannenbestände vorhanden sind. Die Unterscheidung der Fichte und Tanne ist gar nicht so schwer. Die Rinde der Fichte ist rötlich oder gar rot, aus welchem Grunde man auch von der Fichte als einer „Rottanne“ spricht. Die Rinde der Weißtanne hat einen weißlichen Schimmer. Die wesentlich breiteren Nadeln der Weißtanne haben unterseits einen hellen Wachsstreifen. Die Nadeln der Fichte sind kürzer, vierkantig und spiralig am Zweig angeordnet, während die Nadeln der Edeltanne zweireihig kammförmig am Zweig stehen. Sind unsere Weihnachtsbäume zwischen Weihnachten und Neujahr allzu warm im geheizten Zimmer untergebracht, so nadeln sie, sehr zum Kummer der Hausfrau, und werfen die Nadeln schon bei leiser Berührung ab. Die nadellosen Zweige sind rauh wie eine Feile. Die Tanne dagegen hält viel länger die Nadeln und wird darum in ihrer Heimat der Fichte als„Tannenbaum“ vorgezogen. Die Unterscheidung ist also wirklich nicht schwer, wenn auch einst ein deutscher Naturforscher beide Bäume als gleiche Arten bezeichnete, Konrad Megenberg:„Du sollst auch wissen, daß die Meister in der Natur Föhrenholz und Fichtenholz alles Tannen heißen mit dem gemeinen Namen Abies; aber sie sprechen, daß die rechte Tanne unter den dreien(Föhre, Fichte, Tanne) die alleredelste sei, weil sie das allerweißeste und allerluftigste Holz hat.“ So geschrieben im„Buch der Natur“, 14. Jahrhundert. Zum Schluß sei noch vermerkt, daß in Gegenden, wo die Fichte fehlt, oftmals auch die Kiefer geputzt wird, die sich bestimmt nicht schlecht macht im Glanz der Kerzen, die ihr helles Licht in die Weinnachtsnacht erstrahlen lassen. Neüigkeien Günter Rutenborn, der sich mit den Bühnenwerken„Im Zeichen des Jona“ und „Durst“ eingeführt hat, schrieb seine erste Komödie„Glücklich geschieden“. Er lebt in der Ostzone und wird im Dezember und Januar in Westdeutschland zu Vorträgen über „Kirche und Theater“ erwartet.(my) Lotte Tobisch, eine junge Wiener Schauspielerin, die am Volkstheater engagiert ist, wird die Filmrolle der Eva Braun in dem Hitler-Film„Der letzte Akt“ spielen, dessen Aufnahmen in den Sieveringer Ateliers in Wien unter der Regie von G. W. Pabst begonnen haben.(my) Im Wiener Völkerkundemuseum wurde eine James-Cook-Ausstellung aus Anlaß des 200. Todestages des Ethnologen und Begleiters des Weltumseglers Georg Forster eröffnet. Kaiser Franz ließ im Jahre 1806 aus dom Besit. der Witwe Cooks— wurde auf Hawaii von Kannibalen ermordet— die wertvollsten Südsee-Objekte ankaufen. Die Wiener Sammlung zählt zu den bedeutendsten der Welt. Knipse Farbaulnahmen tunlichst bel mittlerer Sonnenhöhe. Sonst wird dein Erbonkel abends rot und mittags so blau, daß ihm die Tante bóse Ist Man hört so viel von „rotstichigen“,„blaustichigen“,„grünstichigen“ Farbaufnahmen Das hört sich dann so an, als ob der Film selbst einen Fehler hätte, der ihn diese oder jene Farbe bevorzugen ließe, die in natura gar nicht vorhanden ist. Zu seiner Ehre sei es aber gesagt, daß er in mustergültiger Weise objektiv und korrekt ist. Man kann sich auf ihn verlassen: Wenn eine Aufnahme blau-, rot- oder grünstichig ist, dann hat diese Farbe im Bilde auch wirklich vorgeherrscht. Daß wir das vorher nicht sahen, ist eine andere Sache. Wir sehen ja nicht nur mit dem Auge, sondern auch mit dem Verstand. Der Verstand zensiert das Augen-Bild. Er hat seine festen Vorstellungen von den Farben, die Wiese hat grün zu sein, der Himmel blau — und damit basta! Der Farbfilm freilich läßt diese Vorschriften nicht gelten. Er hält sich an die Tatsachen. Tatsache ist, daß das Sonnenlicht um so mehr blaue Strahlen aussendet, je höher die Sonne am Himmel steht. Tatsache ist, daß das Sonnenlicht morgens und abends rôtlich ist. Tatsache ist, daß eine grüne Wiese so viel grüne Strahlen reflektiert, daß auch nicht-grüne Gegenstände davon angeleuchtet werden. Damit muß man eben rechnen. Man kann zweierlei tun: Man kann den „Stich“ in Kauf nehmen und sich damit abfinden, daß eine mittägliche Landschaft von bläulichem Schimmer überzogen ist, eine abendliche dagegen rötlich erstrahlt. Man kann sich aber auch auf Aufnahmezeiten beschränken, in denen die Sonne eine uns angenehme Strahlenmischung liefert. Das wird man besonders bei Porträtaufnahmen tun, bei Aufnahmen also, bei denen es nicht darauf ankommt, eine tageszeitliche Stimmung einzu fangen, sondern nur auf eine korrekte Wiedergabe der dem Objekt eigenen Farbtönungen. Schüler mit festem Engagement Das Kinder-Theater am Madison Square in New York Als kürzlich einige Besucher der Weltstadt New York eine Strecke mit der Untergrundbahn fuhren, fielen ihnen unter den vielen Fahrgästen besonders zwel etwa 12- bis 13jährige Schuljungen auf, die „furchtbar angaben“, Der Altere erzählte seinem Freunde, daß er immer noch als Beleuchtungstechniker am Theater arbeite, aber schon nächste Saison in einer Hauptrolle auftreten werde. Um die Geschichte glaubhaft zu machen, fügte er noch hinzu: „Wir hatten übrigens heute wieder ein völlig ausverkauftes Haus.“ Der kleine New Yorker schien über so viel Aufschneiderei, die von allen Umstehenden mitgehört werden konnte, keineswegs erstaunt oder verlegen, sondern meinte begeistert:„Hoffentlich bekomme ich auch wieder ein Engagement; morgen gehe ich noch einmal in den Klub, vielleicht kann ich da den Regisseur erreichen.“ Dus gute Büch August Piccard: Über den Wolken, unter den Wellen. 286 S. 54 Abb. 14,— DM. F. A. Brockhaus, Verlag, Wiesbaden. Der Grund des Meeres, das zwei Drittel unserer Erde bedeckt, war dem Menschen bisher nur durch Tauchversuche in flachen Küstengewässern bekannt. Unter diesem Gesichtspunkt ist das Tiefseeboot(der Bathyskaph) Professor Piccards eine der bedeutendsten Erfindungen der Gegenwart. Wie alle großen Neuerungen beruht sie auf einem ganz einfachen Gedanken; aber es mußte wohl erst ein Mann kommen, der von Jugend an in den Himmel gestrebt hatte, um das Prinzip des Freiballons auf ein Schiff zu übertragen und so dem Menschen die Fähigkeit zu geben, sich, wie in der Luft, nun auch im Wasser freischwebend zu bewegen. Piccard versteht es, technische Einzelheiten allgemeinverständlich darzustellen. Daß der Leser dabei auch ein abgerundetes Bild des Menschen Piccard erhält, gibt dem Buch seine besondere Bedeutung. Die zahlreichen Abbildungen dienen der Erläuterung dieses epochemachenden Ereignisses. He. Furtwängler war mein Schüler Mit Genehmigung der Deutschen Verlags-Anstalt entnommen aus dem Werk von Ludwig Curtius„Deutsche und antike Welt“. Es ist schwer, sich einen reizenderen jungen Menschen auf der Schwelle zwischen Knaben- und Jünglingsalter vorzustellen als meinen Schüler Wilhelm Furtwängler, der eben sein dreizehntes Lebensjahr hinter sich hatte. Seine magere, geschmeidige, schlanke Figur trug alle die Jahre zu grauen Strümpfen und kurzen Sporthosen aus dunkelblauem Tuch einen dicken, weißen, wollenen Sweater, der seinen langen Hals wie mit einer Krause umgab, woraus dann das helle, blühende, blondlockige Gesicht mit dem energischen Kinn, dem schöngeschnittenen Mund mit seinem lebendigen Spiel um die Winkel und den so klugen Der Steuerzahler/ Von Willibald Knautschke Als die britische Kanalflotte einmal in Clyde vor Anker ging, kamen ganze Herden von Steuerzahlern aus Glasgow, Greenock usw., um sich die Wunder der modernen Kriegsschiffe anzusehen. Auch ein gewisser Mann aus Paisley war mit seinem Boot in den Hafen gerudert. Und da er sehr neugierig war, kletterte er ohne große Umstände sofort auf das Deck der„Agincourt“, weil er wußte, daß dies das Flaggschiff des Admirals Hornby war. Nachdem er sich alles genau angesehen hatte, lenkte er seine Schritte in die Offiziersräume, und zwar bis vor die Tür des Privatzimmers des Admirals. Schon wollte der Mann aus Paisley einen kühnen Schritt zur Tür machen, als ihm plötzlich ein junger Öffizier mit Entschiedenheit den Weg in das Heiligtum versperrte. „Was suchen Sie hier. Sir?“ lautete die barsche Frage. „Ach, eigentlich nichts Besonderes“, meinte unser Mann,„ich wollte’nen kleinen Schwatz mit Mister Hornby haben.. „Mister Hornby?... Hören Sie, das ist schon stark, muß ich sagen!“ Der Offizier musterte unseren Mann aus Paisley mit einem eiskalten Blick und fuhr dann fort:„Ich bedauere, aber der Herr Admiral ist augenblicklich an Land. Bitte hinterlassen Sie Ihren Namen, und ich werde den Herrn Admiral über Ihren Besuch informieren!“ „Ach was, das ist weiter nicht so wichtig“, wehrte unser Mann aus Paisley ab. „Ich bin nämlich nicht sicher, daß er meinen Namen jemals gehört hat... Sollte der Herr Admiral aber doch fragen, dann sagen Sie ihm nur, daß einer von den Eigentümern des Schiffes dagewesen sei... Wissen Sie, einer von den guten Leuten, die ihr schönes Geld dafür hergegeben haben... Er wird dann schon wissen.“ Und der Mann aus Paisley kletterte von dem großen Schiff herunter, stieg wieder in sein kleines Boot und ruderte nach Hause. KULTURNOTIZEN Ein deutsch-spanisches Kulturabkommen wurde in Bonn von Bundeskanzler Dr. Adenauer und dem spanischen Botschafter Dr. Antonio Maria Aguirre Gonzulo unterzeichnet. Die Bundesregierung und die spanische Regierung verpflichten sich in diesem Abkommen, sich für die Vertiefung des Verständnisses der geistigen, wissenschaftlichen und künstlerischen Tätigkeit der beiden Länder einzusetzen und ihre kulturelle Zusammenarbeit zu fördern. Das Abkommen sieht u. a. einen erweiterten Studentenaustausch vor. Der Leiter des Deutschen Theaters in Göttingen, Heinz Hilpert, ist vom Bundespräsidenten für seine Verdienste um das deutsche Theaterwesen mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern des Bundesverdienstordens ausgezeichnet worden. Eine Westberliner Galerie des 20. Jahrhunderts wurde im Gebäude der Kunstbibliothek am Zoo eröffnet. 143 Werke der Malerei und Plastik sind als Neuerwerbungen oder Leihgaben seit 1948 von der Westberliner Senatsverwaltung für Volksbildung für diese Galerie zusammengetragen worden. Die Dramen-Ausgaben des Bildhauers und Dichters Ernst Barlach sollen neu herausgebracht werden, beschloß die Ernst-Barlach-Gesellschaft(Bremen) am Wochenende auf ihrer Jahresversammlung in Hamburg. Richard Wagners„Rheingold“ wurde im Teatro Communale in Bologna unter der Leitung von Leopold Ludwig(Hamburg) in deutscher Besetzung aufgeführt und vom vollbesetzten Haus mit großem Beifall aufgenommen. Die gesamte norditalienische Presse widmete der Aufführung ausführliche und anerkennende Kritiken. Eine griechische Totenstadt mit dreihundert Gräbern ist bei Lentini auf Sizilien aufgefunden worden. Trotz der sieben starken Erdbeben, von denen das Geblet um Lentini seit hellenischer Zeit heimgesucht wurde, waren die Skelette und Grabbeigaben— Waffen, Vasen, Münzen, Schmuck— unversehrt. In der Eigelstein-Torburg in Köln hat das Kölner Wallraf-Richartz-Museum eine Ausstellung unter dem Titel„Deutsche Aquarelle und farbige Zeichnungen des 20. Jahrhunderts“ zusammengestelit, die bis Ende Dezember geoffnet bleibt. Es sind Werke aus der reichhaltigen Kölner Kunstsammlung Haubrich. Unter anderem sind Meister der„Brücke" und des „Blauen Reiters“ vertreten. Die Essener Städtischen Bühnen bringen am 18. Dezember die szenische Uraufführung der Oper„Die Brücke von St. Luis Rey“ von Hermann Reutter heraus. Das Libretto ist nach dem gleichnamigen Roman Thornton Wilder's geschrieben. VON LUDWIG CURTIUS blauen Augen emporstieg. Vater und Mutter waren ja beide schöne Menschen, nur war das Gesicht der Mutter auf der linken Seite durch eine Operation entstellt, die sie von ihrer Neuralgie befreien sollte. Man konnte in Willi leicht die Züge beider Eltern wiederfinden. Sein ausgesprochen männliches Wesen, das frühe zu mutigem Sport und zu„Heidentaten“ nach homerischem Vorbild erzogen war, die behende Beweglichkeit seines biegsamen Körpers, der schöne Eigensinn, mit dem er frühe schon dämonisch sicher nur dem Gesetz der eigenen Natur gehorchte, die Energie, mit der er sein ihm schon in diesen Knabenjahren vorschwebendes künstlerisches Ziel verfolgte, das waren alles auch Züge des Vaters. Aber von der Mutter, die, eine Schülerin Gussows, leidenschaftlich malte, und von der im groBen Empfangszimmer unten eine hervorragende Kopie des großen Perugino in der Alten Pinakothek hing, hatte er eine eigentümlich bewegliche Intelligenz mit einem dialektischen Humor, seine eigentliche künstlerische Nervosität und sein kritisches Vermögen, mit dem er frühe das Bedeutende vom Unbedeutenden in Kunst und Leben schied. Beim Vater war das alles naiver. Kunsttheoretische, ästhetische Gespräche waren ihm widerwärtig, weil sie ihm unmöglich waren. Als 1901 Alois Riegls„Spätrömische Kunstindustrie“ erschien und das größte Aufsehen erregte, sagte er:„Nun habe ich das Buch dreimal gelesen; aber wenn ich es auch ein viertes Mal lese, werde ich es nicht verstehen.“ Wie der Vater, der seine Schüchternheit nie anders überwinden konnte als durch gelegentliche Explosionen massiver Angriffe, hatte auch Willi eine tiefe Scheu vor fremden Leuten, wie denn Ankündigung von Besuch die ganze Familie mit Ausnahme der Mutter in Flucht und in Versteck jagen konnte, aus dem sie aber wie neugierige Vögel nach einiger Zeit wieder hervorkam, um durch die Türspalte zu spitzen,„wer denn eigentlich gekommen sei“. Aber durch die Mutter wieder hatte Willi frühe, wenn’s nicht anders ging, auch seine freimütige Souveränität im Verkehr mit fremden Leuten, vor denen er zuerst aus Schüchternheit rot übergossen in lässiger Haltung, mit tief gesenkter einer Schulter wie eine Figur von Meunier, mit den Händen in den Hosentaschen dastand, in denen er nach Knabenart allerlei kostbares Besitztum mit sich herumtrug, immer auch einige Bleistiftstümpfchen und einen Fetzen Notenpapier, um einen plötzlichen musikalischen Einfall festzuhalten. Er war frühe ein ausgezeichneter Tennisspieler auf dem gleich neben dem Hause eingerichteten Rasen, ein gewandter Schlittschuhläufer auf dem nahen Kleinhesseloher See, auf dem sich auch der Vater tummelte, bald auch auf dem Tegernsee ein erfahrener Segler und zusammen mit dem jüngeren Walther, der dem geliebten Bruder, dem er selbst in vielen Stücken ähnlich war. wobei ihm aber die eigentliche gelehrte oder künstlerische Produktivität versagt blieb, frühe schon in leidenschaftlicher Bewunderung ergeben war, ein glänzender Skiläufer. Jedes Indianerspiel wußte er besser zu leiten, Baukastentürme höher zu führen als ein anderer, Geschwister und Kameraden ordneten sich ihm willig unter, manche ahmten ihn unwillkürlich in Haltung und Bewegung nach. In einer Zeit, als längst der späte Beethoven als höchstes Ideal seine Seele füllte, traf ich ihn einmal mit den Geschwistern, eine riesige Schlacht von Bleisoldaten dirigierend. „Den Kleinen macht es solchen Spaß, wenn ich mitspiele“, sagte er sich entschuldigend. Aber es machte ihm schon auch selber Spaß. Wie bei vielen bedeutenden Männern lag und liegt auch noch heute unzerstörbar ein Rest von Kindlichkeit in ihm. Jeden Morgen von 8 bis 10 Uhr unterrichtete ich den wißbegierigen, jeder Anregung folgenden Schüler in einem kleinen Zimmer zu ebener Erde, in dem eine farbenprächtige Nordküstenlandschaft Bachmanns aus dem Reich der Mitternachtssonne an der Wand hing und die schône weiche Büste Adolf Hildebrands von Frau Wendt, der Schwester Anton Dohrns, des Gründers des Aquariums in Neapel, der Mutter von Frau Addy, über dem Schreibtisch stand, und immer verging die Zeit wie im Fluge. Zum Unterricht schlich sich auch jedesmal Kora, die schottische Schäferhündin, herein, die in der Zartheit ihres treuen Wesens und zugleich in ihrer unnahbaren Schüchternheit sich, wie immer Hunde, ganz nach dem Charakter ihrer Herrschaft geformt hatte, legte sich zu Füßen Willis und hörte aufmerksam zu. Als sie nach einiger Zeit Lust zeigte, mit mir auszugehen, sah ich, daß sie mich zur Familie rechnete. Im Sommer lasen oder rechneten wir in einem Gartenhaus, in das der Jasmin hereinduftete. Alles war die reinste Poesie. Carl Orffs„Carmina burana“, die in der New Yorker Carnegie Hall durch Leopold Stokowski zu einem großen Aufführungserfolg geführt wurden, erleben noch weitere zwanzig Konzertaufführungen in verschiedenen Städten der USA.(my) Die Besucher in der U-Bahn schmunzelten. Als sie aber dicses kleine Erlebnis später ihrem New Yorker Gastgeber erzählten, mußten sie sich belehren lassen, daß es in der New Yorker City tatsächlich ein Theater gibt, dessen Schauspieler, Bühnenbildner, Techniker und sämtliche sonstigen Fach- oder Hilfskräfte nicht einmal 18 Jahre alt sind und noch jeden Tag in die Schule gehen. Lediglich einige als Berater hinzugezogene Sachverständige und der Direktor des Theaters, Bob Oberreich, sitzen nicht mehr„nebenberuflich“ jeden Morgen als Schüler in einem Klassenzimmer. Sie haben schon vor Jahren ihre Examen an der American Academy oder einer der großen amerikanischen Universitäten bestanden und danach lange Zeit an bekannten Bühnen gearbeitet. Selten ist die Begeisterung in einem Theater so groß wie in diesem Madison Square Children’s Theatre in New York. Wenn der Vorhang sich öffnet, die Scheinwerfer aufflammen und das Spiel beginnt, vergessen Zuschauer, Schauspieler und selbst die„unsichtbaren Mitwirkenden“ hinter den Kulissen den oft allzu grauen Alltag; dann leben sie in ihrer Welt, einer Welt der Farben und Freuden der Abenteuer und Helden, die von ihnen wichtige und große Aufgaben verlangt. Jeder nimmt seine Arbeit ernst, keiner wird bevorzugt und alle Leistungen werden gebührend bewundert oder kritisiert, gleich, ob es sich um die Schminkkunst des jungen Theaterfriseurs, das handwerkliche Können des Bühnenbildners oder die Kostüme der Darsteller handelt. In dieser vorbildlichen Gemeinschaft hat jeder Junge und jedes Mädchen die gleichen Chancen und unendlich viele Möglichkeiten, einen„Job“ zu finden, der interessiert und Freude macht. Star-Allüren sind grundsätzlich verpönt. Die Diva von heute arbeitet zwischen ihren Auftritten als Garderobiere ebenso eifrig wie der jugendliche Held beim Wegräumen von Requisiten während des Szenenwechsels, und wenn sie in der nächsten Spielzeit wieder einmal lediglich„Hilfsarbeiter“ sein sollten, werden sie den gleichen Schwung, die gleiche Gewissenhaftigkeit zeigen. Ebenso vielseitig wie die Mitwirkenden ist auch das Programm. In bunter Reihenfolge wechseln Komödien, Tragödien, Lustspiele, Musik- und Tanzdarbietungen ab, die übrigens von Erwachsenen ebenso gerne gesehen werden wie von Kindern. Gegründet wurde das bisher einzige Theater New Yorks, an dem ausschließlich Jugendliche für Jugendliche spielen, von seinem heutigen Direktor Bob Oberreich im Jahre 1947. Als er damals den Jungen des Madison Square Boys Club zum ersten Male von seiner Idee erzählte und dabei auch auf die Schwierigkeiten hinwies, die mit dem Aufbau eines solchen Unternehmens verbunden sind, bestürmten ihn alle, sie helfen zu lassen. 100 Mitglieder dieses Jugendklubs beteiligten sich dann an der „ohne Gewinn arbeitenden Theatergesellschaft“, deren Anfangskapital zum größten Teil aus Sparbüchsen und durch„Taschengeld-Vorauszahlungen“ zusammen kam. Inzwischen haben bereits mehr als 500 Schüler und Schülerinnen aus der Nachbarschaft des New Yorker Madison Square mindestens einmal einen„Vertrag“ mit ihrem“ Direktor abgeschlossen, sei es als Held oder auch nur als Logenschließer. Vor ein paar Jahren hätte Job Oberreich selbst nicht geglaubt, daß einige der jungen Amateure einst auf den Bühnen großer Theater stehen würden. Inzwischen haben nämlich eine Reihe dieser Jungen und Mädchen bei Broadway-Aufführungen, beim Film, Radio oder Fernsehen mitgewirkt und beachtliche Erfolge erzielt. Aber das hat nicht etwa zu einem falschen Ehrgeiz unter den„Zurückgebliebenen“ geführt. Im New Yorker KinderTheater am Madison Square werden weiterhin eifrig Kulissen bemalt, Kostüme entworfen und Rollen gelernt, nur um Freude zu machen und Freude zu haben. Die Engländer erschossen das Wild VON DR. BERNHARD GRZIMEK „Raum für alle hat die Erde“, sagt Herr Schulze am Stammtisch. Eine verhängnisvolle Schlagwortlüge. Wir sitzen unter grauen Dunsthauben, die das Sonnenlicht fahl machen, zu Millionen in unseren Riesenstädten; sie schwellen wie böse Furunkel an, saugen dem Lande das Grundwasser weg und verjauchen mit ihren widerlichen Abwässern die Flüsse. In Gesetze und Vorschriften verstrickt, in Bahnlinien, Grenzen und Autostraßen verhaspelt wie Fliegen zwischen Spinnenfäden, sehen die Menschen nach dem unberührten, dem wilden, dem unerforschten, straßenlocen Schwarzen Erdteil, wo man sich nicht vor Steuern und Politikern, sondern vor Löwen und Nashörnern fürchten muß. Wie sich die Kolonialmächte Afrika auch aufgeteilt haben mögen: in Wirklichkeit gehört dieser Erdteil allen, die sich in Gedanken trösten, daß es noch wilde Tiere und unberührte Länder auf Erden gibt. Dieses Afrika wird in Filmen, in Abenteuerbüchern und im Herzen der Menschen noch lange fortleben— in Wirklichkeit beginnt es schon zu verschwinden.(Daher habe icn mich mit meinem Sohn in dieses letzte Tierparadies aufgemacht, um möglichst viel davon in Beobachtung und Bild festzuhalten. Den Niederschlag davon findet man in meinem Buch„Kein Platz für wilde Tiere“, Verlag Kindler& Schiermeyer.) Wir Europäer haben es uns leisten können, neun Zehntel der Wälder, die einst fast ohne Lücken unseren Erdteil überzogen, hartnäckig zu vernichten, denn die Winde vom Atlantischen Ozean bringen uns trotzdem immer wieder Wolken und Regen. Wir konnten uns hemmungslos vermehren, weit stärker, als Europa trotz mustergültiger Landwirtschaft jemals Brot uns liefern kann. Wir haben andere Erdteile gezwungen, für den Parasiten Europa zu hungern und uns die Fruchtbarkeit ihrer Böden zu opfern. Afrika aber bekommt bis zwei Drittel seiner Regenfälle von den Wasserdämpfen, welche die Sonne aus den feuchtgrünen Schwämmen seiner riesigen Urwälder emporkocht, denn die Seewinde von den Özeanen werden in Afrika durch kalte Meeresströmungen abgelenkt oder schon an den Hochlandschwellen der Küsten zum Abregnen gebracht. Wenn man in Afrika Wälder tötet, vertrocknet der Kontinent. Nach dem letzten Krieg haben die Engländer mit Schützenketten in weiten Teilen Tanganjikas alles Wild abgeschossen, um von Staats wegen große Erdnußplantagen anzulegen. Tausende von toten Giraffen, Nashörnern, Antilopen stanken zum Himmel. Allein auf 1500 Quadratkilometern wurden von 1945 bis 1950 etwa 8500 Großtiere erschossen(!). Vorher trug das Land Busch mit vielem Gestrüpp und Schlingpflanzen, dazwischen über dreihundert Bäume je Hektar. Die zierliche Erdnuß, welche die blanke Erde nicht deckt, konnte nicht verhindern, daß der Boden austrocknete, vom Winde verweht und von Wolkenbrüchen in tiefen Rissen und Tälern weggerissen wurde. Das mörderische Erdnußprojekt schlugfehl. Allein im Senegal werden trotzdem jährt lich 25 000 Hektar Land neu für Erdnüsse in Bearbeitung genommen, und ebensoviel bleiben verwüstet zurück— wie eine Walze schiebt sich der Erdnußbau über das unglückliche Land. Meira Shearer, die Primabellerina des Londoner Sadler’s Wells Balletts, nimmt ihren Abschied vom Tanz und will sich nur noch als Schauspielerin betätigen. In ihrem neuen Film„Der Mann, der die Rothaarigen liebt“ tanzt sie zum letzten Male.(my) ALTES BURGERHAUS ZU VLOTHO Dieser Fachwerkbau in Vlotho an der Weser wurde im Jahre 1684 errichtet, blickt also immerhin auf ein Alter von 270 Jahren zurück. Der Erkervorbau ist als die Erweiterung einer Stube entstanden, die neben der alten Diele lag. Er wird als„Utlucht“ bezeichnet. In dem Vorbau lag im Erdgeschoß, wenn der Bewohner ein Handwerker war, die Werkstatt; gehörte das Haus einem Kaufmann, so war hier die Geschäftsstube, die als„Laden“ bezeichnet wurde, weil sie während der Ruhezeiten durch einen emporklappbaren Laden gegenüber der Diele verschlossen wurde und dadurch im wahrsten Wortsinn der„Ladenschluß“ erfolgte. Im Obergeschoß befand sich eine Wohnstube, die von unten beheizbar war. Buchdrucker erhielt Steuerfreiheit Die Herforder Ratsherren gewährten im Jahre 1636 Vorrechte für die Niederlassung in der Stadt In wie hohem Maße die Angehörigen einzelner Berufszweige von der städtischen Verwaltung begünstigt wurden, wenn sie sich in der betreffenden Stadt niederließen, das zeigen uns deutlich zwei Aktenstücke aus dem Herforder Stadtarchiv, die den Jahren 1635/36 angehören, also aus den unruhigen Zeiten des DreiBigjährigen Krieges stammen. Der Buchdrucker Peter Lucius hatte damals die Absicht, in Herford eine Druckerei einzurichten, denn er hatte— wie er schreibt— „mehrenmalen vernommen, daß ein Ehrenvester Hochweiser Rath dieser löblichen Reichsstadt Herfurt in Westphalen dem Allerhöchsten zu Ehren an diesem Ort zu fernerer Ausbreitung seines heillgen Worts und Namens,(ferner) Kirchen, Schulen, der studierenden Jugend und jedermännglich in dieser Stadt insgemein zum Besten gern eine gute Druckerei haben und anordnen lassen wollten“; er erklärte sich dazu bereit, aber unter einer Reihe von Bedingungen; er fährt nämlich fort: „Wenn demnach ein Hochweiser Rath und Obersten dieser Stadt solches günstig gesonnen wären, wollte gegen nachgesetzte mir günstig ertheilte und bekräftigte Freiheiten ich eine wohlbestallte Officin(= Druckerei) dieses Orts mit Gottes Hilfe bringen und anordnen: 1. Aller Bürgerlichen Beschwer, Kriegscontribution oder wie das Namen haben möge, gänzlich exempt(= ausgenommen) und befreit sein und hinfüro sowohl wie auch jetzo befreit bleiben. 2. Freie Wohnung, ohne alle Entgeltniß. darin man sich mit Druckerei, Büchern und Haushaltung behelfen kann, mir zur Druckerei verschaffen, in welcher die Officin jederzeit frei gelassen werden soll. 3. Privilegium(= Vorrecht) für die Herren und ihre Nachkommen im Regiment dieser Stadt mir zu ertheilen, daß außerhalb dieser meiner Öfficin weder jetzo noch inskünftig zu keiner Zeit keine andere— zu Erhaltung meiner guten Druckerei— in dieser Stadt oder der Herren Gebiet soll aufgerichtet werden. Dieses alles, wie obgesagt, mit Brief und Siegeln genugsam zu bekräftigen.“ Die Bedingungen, die der Buchdrucker Peter Lucius vor mehr als 300 Jahren Auf Soest folgte Attendorn Aus Urkunden des 13. Jahrhunderts, in denen die Städte stets in der Reihenfolge ihrer Bedeutung aufgeführt wurden, ergibt sich, daß unter den Städten des kurkölnischen Westfalens damals Attendorn(Kreis Olpe) die erste Rangstelle hinter Soest hatte, vor Brilon und Rüthen. Vor allem zeigen das die Urkunden vom 17. April 1271 und vom 26. November 1271(Westfälisches Urkundenbuch VII, 1387 und 1407). Noch ein Ehrenbürger Auf unserer Seite„Westfälische Heimat“ vom 3. Juli berichteten wir, daß die niedersächsische Gemeinde Werlte(auf dem Hümmling) einen Karussellbesitzer zum Ehrenbürger ernannt habe, weil er zum 50. Male zur dortigen Kirmes erschienen war und„die 50 Jahre hindurch so vielen Werlter Kindern große Freude bereitet“ hatte. Das hat dle Gemeindeväter von Klafeld-Geisweid (Kreis Siegen) nicht ruhen lassen, und so haben sie einem 73jährigen Schausteller aus Iserlohn das Ehrenbürgerrecht zuerkannt, weil er seit 50 Jahren zur dortigen Kirmes erschienen ist. stellte, mögen uns heute recht anspruchsvoll erscheinen, aber die Ratsherren der Stadt Herford— oder eigentlich der Städte Herford, da es eine Alte und eine Neue Stadt gab— bewilligten alle Forderungen, wie uns folgende Urkunde zeigt: „Wir... urkunden und bekennen hiermit in Kraft dieses Briefes vor uns und unsere Nachkommen in Regiment oder Regierung der Alten und Neuen Stadt Herford in Westphalen, daß wir Petrum Lucium zum Typographo folgendergestalt auf- und angenommen haben: Erstlich wollen wir ihm, seinen Erben oder Nachkommen seiner Druckerei freie Wohnund Behausung zu seiner Officin und Haushaltung auf unsere Kosten verschaffen, und damit er sich desto besser in Haushaltung mit Gesindehalten und seiner andern Sache unterhalten möge, so soll er sich unserer Stadt Weide mit seinem Vieh gleich andern auch in aller Macht zu gebrauchen haben. Zum Andern wollen wir ihn, seine Erben und Nachkommen selbiger Typograpnie aller bürgerlichen Last, Beschwerung, Kriegscontribution oder wie das Namen haben mag, gänzlich exempt und gleich unsern Pastoren und Seelsorgern, sowohl jetzo als hinfüro inskünftige allezeit befreit und dessen allen entledigt sein lassen. Zum Dritten ertheilen wir auch hiermit in Kraft dieses auf diese obgedachte Druckerei ein vollkommenes Privilegium, daß sowohl jetzo als auch inskünftige hinfüro zu keiner Zeit außerhalb dieser jetztgedachten Druckerei keine Druckerei mehr in dieser unserer Stadt oder in unserm Gebiet soll oder mag aufgerichtet oder getrieben werden, damit also die ansehnlichen Unkosten, so von dem Lucio auf solches gewendet wird, desto sicherer angewendet und also eine gute Druckerei in Flor(= Blüte), Auf- und Fortgang dieses Orts zum Besten erhalten und getrieben werde, wofür denn dieses Provilegium eigentlich auch gemeint ist.“ An diese Bewilligungen schloß dann der Rat der Stadt seine Bedingungen für die gewährten Rechte und Vorrechte: „Zum Vierten hat sich hingegen Petrus Lucius verpflichtet, daß er eine gute wohlbestellte Officin und Druckerei und alles, was dazu gehört, alles auf seine eigene Unkosten in unserer Stadt verschaffen und aufrichten will. Zum Fünften, da auch etwas Neues sollte zu drucken vorgenommen und perfectirt (= vollendet) werden, verpflichtet er sich auch, selbiges nicht eher zu drucken, es sei denn zuvor dem dazu verordneten censori (= Prüfer) gezeiget und von ihm zu drucken für gut erkannt; jedoch wollen wir hierbei die Vorsehung thun, damit selbiges jederzeit schleunig geschehen und er im Drucke wegen des Censirens also nicht aufgehalten werde. Zum Sechsten so verpflichtet er sich auch, seine Erben oder Nachkommen an dieser Druckerei, daß er dieser Stadt getreu sein, deren Wohlfahrt und Bestes nach seinem Vermögen befördern, und sonsten in allem dasjenige thun und leisten will, was einem getreuen Typographo eignet und gebühret. Und weil ihm selbsten mit seiner Haushaltung dieses Orts so schleunig zu kommen nicht wohl möglich, geben wir ihm hiermit nach, daß er eine tüchtige andere Person, so druckereiverständig, an seine Stelle unterdessen verordnen môge.“ Zum Schlußsatz sei bemerkt, daß Peter Lucius in Rinteln tätig war, wo er, von GieBen kommend, eine schon bestehende Druckerei übernommen hatte; er mußte also zunächst die dortigen Geschäfte abwickeln; das geschah, indem er die Typen und Geräte für die Zimmersche Presse nach Oldenburg verkaufte. M. R. Aus altwestfälischen Speisekarten Kleine Einblicke in die Lebenshaltung im 17. Jahrhundert „Da setzte es das fetteste Bier, die beste westphälische Schinken und Knackwürst, wolgeschmack und sehr delicat Rindfleisch, das man aus dem Salzwasser kochte und kalt zu essen pflegte; da lernete ich das schwarze Brot fingersdick mit gesalzenem Butter schmieren und mit Käs belegen, damit es desto besser rutschte; und wann ich so über einen Hammelskolben kam, der mit Knoblauch gespickt war, und eine gute Kanne Bier darneben stehn hatte, so erquickte ich Leib und Seele und vergaße all meines ausgestandenen Leids. In Summa, diß Paradies schlug mir so wol zu, als ob es das rechte gewest wäre." So läßt Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen(geb. 1625, gest. 1676) in seinem umfangreichen Werk„Abenteuerlicher Simplizissimus“(1669) den Helden und ehemaligen Landsknecht Simplizius Simplizissimus— und das„Jägerken von Soest“— in der Erinnerung schwelgen (2. Teil, Kapitel 29) und dankbar des gesegneten Wohllebens gedenken, das ihm in den Zeiten des Dreißigjährigen Krieges im Kloster Paradiese bei Soest beschieden war; und wir dürfen sagen, daß es schwerlich eine Übertreibung war, denn der Verfasser selbst hatte bis 1648, bis zum Westfälischen Frieden, in Kriegsdiensten gestanden und verkörpert sich in dem Helden seines Romans. Daß aber Grimmelshausen in seiner Darstellung nicht übertrieben hat, ergibt sich aus andern Aufzeichnungen, die derselben Zeit oder nicht viel späteren Jahren entstammen und uns die Speisefolgen überliefern, die bei einzelnen Gelegenheiten in unserer westfälischen Heimat aufgetischt wurden. Da finden wir z. B. den Bericht über ein Festmahl, das im Adligen Frauenstift der hl. Maria— dem Überwasser-Stift— zu Münster gehalten wurde, als am 6. Oktober 1667 Agnes Droste zu Loburg zur Abtissin gewählt worden war, nachdem sie bis dahin die dritte Würde im Stift— nach der Abtissin und der Priorin— innegehabt hatte, das Amt der Kellnerin, der Verwalterin der umfangreichen Stiftsgüter und der Oberaufseherin über die Wirtschaftsführung des Stiftshaushalts. „Cabusmoeß mit Mettwörste“ An dem Festessen, das nach ihrer Wahl zur Abtissin gehalten wurde, nahmen u. a. auch die beiden Wahlkommissare aus dem Münterer Domkapitel und der Abt von Liesborn teil. Es wurden zwei Gänge aufgetischt. Zum ersten gab es„lang Cabusmoeß mit Mettwörste, zwei Stücke frisch Rindfleisch und einen Schinken, gesottene Höner, Schapen(d. h. Schaf-) Potharst, Duffen(= Tauben) und gebraden Hasen“; zum zweiten Gang aber„gehacket Fleisch mit Carinthen(— Korinthen), Rinderen-Potharst, Hasenpfeffer, Pasteten und gebraden Höner, Butter und Käse und darnach Confekt. An Wein bis zwanzig Kannen.“(Eine„Kanne“ war ungefähr ein Liter.)— Das Festessen der Stiftsjungfern im Refektorium(dem gemeinschaftlichen Speisesaal) war nicht so reichlich: Kabusmoos, Grobfleisch, frischer Rinder-Potharst und gebratene Hühner, dazu ein Trunk Wein. Diese„Küchengeheimnisse verrät uns ein Aktenstück im Staatsarchiv zu Münster in der Abteilung„Studienfonds, Universität“ (I E 2b, S. 68 f.). Hierbei handelt es sich allerdings um eine besonders festliche Gelegenheit, aber auch an anderen Tagen war die westfälische Küche nicht schlecht, so z. B. bei den alljährlichen Hofgerichtstagen, zu denen die Eigenbehörigen des Stifts zu erscheinen hatten. Sie bekamen dabei sämtlich auf Kosten des Stifts ein Mittagessen. So erhielten am Samstag, 30. Juni 1646.— also zur Zeit der Verhandlungen über den Abschluß des Westfälischen Friedens, als die Vertreter Europas in Münster versammelt waren— nach der Hofsprache des Überwasser-Stifts die Teilnehmer(es waren 50) zur Vorkost Grünkohl. Grobfleisch, Pottharst, Butter und Käse. Dann gab es in zehn Schüsseln durchgeschlagene Erbsen, in zehn Schüsseln Stockfisch mit Butter und in fünf Schüsseln je einen halben Käse. Außerdem spendete das Stift noch eine ganze Tonne Bier, acht Präbendebrote und zehn Roggenbrote. Da im folgenden Jahr(1647) nur vierzig„Leute“ erschienen waren, wurde zwar keine Hofsprache gehalten, wohl aber den Erschienenen das herkömmliche Essen gereicht. Auswahl in Fastenspeisen Noch eine dritte Speisenfolge entstammt den alten Akten desselben Stifts, und zwar von dem Lehnstag, der am 14. März 1651 gehalten wurde. Es handelte sich hier um eine Zusammenkunft der Inhaber jener 33 Stiftsbesitzungen, die als erbliche „Dienstmannslehen“ oder„Manngut“ ausgegeben waren; nach dem Tod des jeweiligen Lehnsträgers mußte der Erbberechtigte sich von der Abtissin neu belehnen lassen; ebenso kam es aber auch vor, daß alle Lehnsträger zu einem außerordentlichen Lehnstag geladen wurden. Anläßlich eines solchen Lehnstags gab es nun am 14. März 1651 bei dreißig Gedecken als ersten Gang gelben Reis, gesottene Eier, gesottene Hechte(Snöke), frischen Salm. Karpfen braun und gebraten, sowie Kabeljau und Schellfisch mit Gebäck. gekochte Aale und Bratheringe. Zum zweiten Gang wurden gereicht gekochte Pflaumen und Hechte in Gallert, Pasteten und Eier(„aufs Wasser gefallen“), gebratene Hechte(Snöke) mit Zitronenbrühe, Lachs, gesottene Karpfen und Bückinge, gesottene Heringe und„abgenommene“ Snöke mit Zwiebelbrühe, Laberdan (d. h. eingesalzenen Dorsch) und Pricken (= Neunaugen). Dazu gab es zehnerlei Konfekt, wie Zuckermandeln, gezuckerte Korianderfrüchte, Marzipan, Zuckerbrot und Eiserkuchen—„im Kloster Rosendahl(zu Münster) gebacken“—, ferner fünferlei„Zuckerwerk. so wir selber gemacht hatten“. Auch an Getränken fehlte es nicht:„Zu Anfang der Mahlzeit wurde spanischer Wein eingeschenkt und zweimal gereicht, darnach Rheinwein. Das Bier ist Paderborner Bier gewesen.“ Wie lange die Mahlzeit in diesem Fall gewährt hat, ist uns gleichfalls überliefert: Da der Lehnstag erst abends um sechs Uhr beendet war. gingen die Lehnsleute erst„um halb sieben zu Tisch und um ein Uhr nach Mitternacht erst weg“.— Wenn bei diesem letzterwähnten Essen die große Zahl der Fischgerichte auffällt, so darf man nicht vergessen, daß es in der Fastenzeit gehalten wurde. Blick in den westfälischen Himmel Zum Schluß wollen wir noch einmal den abenteuerlichen Simplizissimus zu Wort kommen lassen, und zwar mit den tiefempfundenen Worten, zu denen ihn ein Blick in das ahnungsvolle Dunkel eines Recklinghäuser Wiemens(Feischkammer) begeisterte(2. Teil, Kapitel 31):„O mirum! Da sehe ich, daß der schwarze Himmel auch schwarz voller Lauten, Flöten und Geigen hienge, ich vermeine aber die Schinken. Knackwürst und Speckseiten, die sich im Kamin befanden. Diese blickte ich trostmüthig an, weil mich bedünkte, als ob sie mit mir lachten.“ fjw. Wesifalens größtes Dorf Nicht nach der Einwohnerzahl soll hier die Größe gemessen werden, sondern nach der Bodenfläche. Da stellt sich uns die Cemeinde Ammeloe im Kreis Ahaus als größtes Dorf vor, sie hat eine Fläche von 133,13 qkm. Was das bedeutet, wird am besten durch einen Vergleich klar. Ammeloe ist nämlich doppelt so groß wie das Amt Fröndenberg im Kreis Unna, das nur 67,52 gkm hat, und etwas größer als das Amt Rhynern mit 126,69 qkm. Ammeloe ist aber nicht nur die größte Gemeinde Westfalens, sondern auch des ganzen Lances Nordrhein-Westfalen, in dem an zweiter Stelle die Gemeinde Lüdenscheid-Land mit 102,02 qkm steht, die damit so groß ist wie das Amt Pelkum im Kreis Unna(102,61 qkm) und noch größer ist als 28 von den 37 Stadtkreisen des Landes, von denen z. B. Hamm mit seinen 24.76 qkm bequem viermal im Gebiet von Lüdenscheid-Land unterkommen kann. Ein Vergleich mit der kleinsten Gemeinde des Landes, Friedrichsdorf im Kreis Wiedenbrück, zeigt den Unterschied besonders deutlich, denn Friedrichsdorf mit seinen 25 Hektar(= ¼ qkm) hat in Ammeloe 532mal, in Lüdenscheid-Land 408mal Platz. Viel Köppe— viel Sinne, sagte der Bluer. däo schmoit hai’n Wagen vull Kumpsköppe ümme. St. Georg verlor den Speer Blitz schlug Hammer Stadtpatron die Waffe aus der Hand Von einem eigenartigen Ereignis weiß die Geschichte der Stadt Hamm, der alten Hauptstadt der Grafschaft Mark, zu berichten. Am 10. Sept. 1716 erließ König Friedrich Wilhelm I. von Preußen, der Soldatenkönig, der überall die altgewohnten städtischen Freiheiten und Gerechtsame einzuengen oder zu beseitigen strebte, eine Verordnung, durch die in allen Städten der Grafschaft Mark die städtische Akzise (Verbrauchssteuer) aufgehoben und durch eine entsprechende staatliche Steuer abgelöst wurde. Der 5. November 1716 war als Tag des Inkrafttretens dieser neuen Akzise in Hamm festgelegt worden. Dieser Wechsel bedeutete den Verlust der selbständigen Finanzverwaltung und damit des wichtigsten Stückes der städtischen Freiheit. Am Tage vorher, am 4. November, ereignete sich aber etwas ganz Besonderes, wie uns der im Jahre 1722 verfaßte Bericht des Steuerrats Motzfeld über den Zustand der Stadt Hamm überliefert: Nachmittags hatte es stark geschneit, so daß die Erde mit Schnee bedeckt war, aber„nur ein einziger Blitz- und Donnerstreich kam und schlug dem Patron der Pfarrkirche St. Georg(der heutigen Pauluskirche am Marktplatz) nur allein den Speer aus der Hand, ohne sonst etwas weiter zu beschädigen“. St. Georg war nicht nur der Patron der Kirche, der ältesten innerhalb der Stadt, sondern demgemäß auch der Schutzpatron der ganzen Stadt und dadurch ritterlicher Schützer und Sinnbild der bürgerlichen Freiheit. Indem ihm nun am Tag vor der Einführung der staatlichen Akzise die mmmmmmmmmmmmmmm Meisterprütung vor 200 Jahren Als Henrick Stoffel Urmeister sich im Frühjahr bei dem„Schmiedeamt“(der Gilde der Schmiede) in Wiedenbrück um die Zulassung als Meister bewarb, faßte die Gilde am 21. März 1779 den Beschluß: „Das Meisterstück ist ihm gelassen wie folgt: 1. ein Hufeisen, das muß dem Pferde untergeschlagen werden, 2. ein Pflugband, 3. eine Trainkarre. Das alles muß bis Michaeli fertig sein. Ein Reichstaler ist auf Abschlag zu zahlen an den Gildemeister Hermann Heising.“ Im September 1779 hatte dann der Bewerber sein Meisterstück aufgewiesen und die Amtsgelder richtig gezahlt. Das Schmiedebuch sagt dazu:„Damit ist er Meister, und das ganze Amt ist friedlich (= zufrieden) gewesen.“ Diu hiäs guet kuiern, sagte dat Hauhn tau me Hahnen, diu briukst keine Ägger te leggen. * Wai guet kuoket, kann guet opscheppen. Hai woll suinen Kinnern en ruiken Vahr vermaken. * Wenn’t Kind verdrunken is, wäd de Pütt taumaket.— Oder im gleichen Sinn: Wenn't Kalf stuohlen is, wäd de Düör flicket. walle aus erhielt dieser Vorgang sinnbildliche Bedeutung: Die Stadt war eines ihrer wich Bind de Katte op'n Käse, un se friett ne tigsten Rechte beraubt... H. M. doch nit. 4 IM TELEGRAMMSTIL Im Rahmen des dritten Leistungsschwimmens des Bremer Schwimmverbandes konnte der 16jährige Horst Bleeker(Bremer SC 85) seinen deutschen Rekord im 200-m-Lagenschwimmen von 2:35,5 auf 2.32.9 Minuten verbessern. Das Wochenende brachte in der deutschen Eishockey-Meisterschaft den erwarteten Führungswechsel. Mit einem 5:1 gegen den EC Bad Tölz verdrängte der Titelverteidiger die bisher führenden jungen Tölzer von der Tabellenspitze. Vor 3000 Zuschauern stellte sich in Düsteldorf die Auswahl Nordrhein-Westfalen gegen die schwedische Eishockeymannschaft Sturehov Oerebrov in guter Verfassung vor. Der 5:3-Sieg der Gastgeber war verdient. Der Internationale Motorrad-Verband hat die vom Deutschen Seitenwagen-Weltmeister Wilhelm Noll in Montlhery und auf der Autobahn Munchen—Ingolstadt aufgestellten 21 Motorrad-Weltrekorde anerkannt. Im Brüsseler Stadion wurden die zweitägigen Judo-Europameisterschaften 1954 abgeschlossen, bei denen die deutschen Kämpfer in allen Klassen vorzeltig ausschieden. Mannschaftsmeister wurde erneut Frankreich. Rußlands Ski-Langlaufelite der Frauen, die zur Zeit im Ural trainiert, wird vom 5. bis 8. Januar wieder an den internationalen Damen-Skirennen in Grindelwald teilnehmen. Beim ersten Start im Vorjahr gewannen die Russinnen alle Langlaufwettbewerbe. In Stuttgart erfolgte das Richtfest für die Bauten in der Cannstatter Kurve des Neckarstadions, die termingerecht am 30. März zum Länderspiel Deutschland gegen Italien fertig werden. Man gewann hier 26 000 Stehplätze, so daß das Neckar-Stadion nunmehr ein Fassungsvermögen von 36 000 Zuschauer aufweist. Gottschalk-Elf sicherer Herbstmeister Jhne Niederlage und 5 Punkte Vorsprung- Verfolger Sodingen verlor in Aachen 1:3 Essen. Mit fünf Punkten Vorsprung wurde Rotweiß Essen Herbstmeister der 1. Liga West. Die Gottschalk-Elf beslegte in Bergeborbeck Exmeister Borussia Dortmuna zwar nur knapp mit 2:1, bleibt damit aber weiter als einzige deutsche Oberligamannschaft allein ohne Niederlage. Nach sechs Auswärtssiegen wurde der SV Sodingen diesmal erstmals auf fremdem Platz geschlagen. Die Herner Vorstädter verloren bei Alemannia Aachen nicht unerwartet 1:3 und liegen nun fünf Punkte hinter Rotweiß. Schalke 04 gewann zu Hause gegen Preußen Dellbrück 2:0 und sprang durch diesen Sieg vom siebten auf den dritten Platz, rangiert allerdings vier Punkte hinter Sodingen. Sehr von sich reden machten am Silbernen Sonntag die Vereine der unteren Tabellenregion, die mit Ausnahme von Dellbrück, das vom elften auf den letzten Platz abrutschte, alle zu Punktgewinnen kamen. Preußen Münster setzte sich zu Hause gegen Schwarzweiß Essen sicher mit 5:2 durch, bleibt aber Tabellenvorletzter, da dem Neuling Westfalia Herne ein sensationeller 3:0-Heimsieg über Fortuna Düsseldorf gelang. Westmeister 1. FC Köln meldet endlich wieder einen vollen Erfolg, der in der Domstadt mit 5:1 gegen Borussia M.-Gladbach sogar sehr deutlich ausfiel. Der Meidericher SV rettete bei Bayer Leverkusen mit dem 3:3 einen wertvollen Punkt. Das zweite Unentschieden des Tages gab es in Duisburg zwischen dem Aufsteiger DSV und dem VfL 48 Bochum(1:1). Nach Viktoria 89 Berlin stehen mit Kotweiß Essen(West), 1. FC Kaiserslautern (Südwest), Hamburger SV(Nord) und Eintracht Frankfurt(Süd) alle Herbstmeister Im deutschen Oberhaus fest. Rotweiß wieder mit Rahn Rotweiß Essen— Borussia Dortmund 2:1(1:0) Deutsche Turnschule in Köln 200 000 DM sind erforderlich Köln. Die Deutsche Turnschule soll ab I. Mai 1955 fertig sein, am Östflügel des Kölner Sporthochschul-Gebäudes gebaut werden und einer späteren Berliner Lösung nicht vorgreifen. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse der Kölner Sitzung des„Ausschusses Deutsche Turnschule“, die unter Leitung von Ehrenoberturnwart Elchhoff und in Anwesenheit von Prof. Diem stattfand. Man stellte unter Zugrundelegung des von Dr. Schwarz erarbeiteten Finanzierungsplanes fest, daß der Deutsche Turner-Bund zur Errichtung eines Unterkunftsheimes die einmalige Summe von 200 000 DM aufzubringen hat. Essen. Der ungeschlagene Spitzenreiter des Westens gewann dieses Spiel durch die Angriffsleistung seines Mittelstürmers Gottschalk. Der rotweiße Zentralstürmer kam aber nur zur vollen Entfaltung, weil der Dortmunder Stopper Michallek seinen Aktionsradius immer mehr vergrößern mußte und so eine genaue Manndeckung nicht durchhalten konnte. Für die Rotweißen war dieses Spiel nicht leicht, trotz des Einsatzes von Helmut Rahn, und obwohl sie sicherer gewannen, als es das Ergebnis aussagt. Rotweiß war ständig leicht überlegen, aber 90 Minuten lang leistete auf der Gegenseite Max Michallek ein„Übersoll“ an Abwehrheit. Der Dortmunder Drei-Mann-Sturm machte dauernd Entlastungsvorstöße. Der Nationalrechtsaußen hatte in seinem ersten Spiel nach seiner Krankheit naturgemäß noch nicht wieder volle Kraft, immerhin aber war er mehr als Durchschnitt. Gut bei Essen spielten Gottschalk, Herkenrath, Göbel, Vordenbäumen, bei Dortmund Michallek, Kwiatkowski und Preißler. Rotweiß Essen: Herkenrath; Göbel, Köchling; Jahnel, Wewers, Grewer; Rahn, Vordenbäumen, Gottschalk, Islacker, Röhrig 250000 DM für Deutschland Was die Fußball-Weltmeisterschaft an Geld eingebracht hat Zürleh. Fünf Monate nach dem Endspiel um die Fußball-Weltmeisterschaft hat der Internationale Fußballverband(FIFA) die Abrechnung vorgelegt. Der deutsche Antell beläuft sich auf 259 644,25 Schweizer Franken, das sind rund 250 000 DM. Die Gesamteinnahmen aller Spiele waren mit knapp 6 MiII. Franken ausgezeichnet. In der Verteilung dieser Bruttoeinnahme hat man die einzelnen Nationen mit je 50 Prozent eingesetzt, rechnerisch eine durchaus richtige Maßnahme. So haben die sechs Spiele, an denen Deutschland beteiligt war, insgesamt 2 151 031,70 Franken Einnahme gebracht, davon die Spiele gegen Ungarn in Bern als Höchstbetrag 945 100,—, die Vorschlußrunde gegen Österreich in Basel 506 000,— Schweizer Franken. 422 000 Franken hat der Welt-Fußballverband(FIFA) kassiert, dessen einzige Aufgabe es war, die Weltmeisterschaft zu überwachen und die Ansetzung der einzelnen Spielrunden vorzunehmen. Er hat zweifellos das beste Geschäft gemacht. 703 000 Franken(25 Prozent) sind auf den Schweizer Fußball- und Athletik-Verband entfallen, der zweifellos hohe Unkosten hatte, aber doch mit einem weitaus besseren Gewinn beteiligt ist als etwa Weltmeister Deutschland. 1 687 817,45 Franken wurden auf 16 Nationen aufgeteilt, die Hälfte nach den erzielten Einnahmen, der andere Teil nach Spielen. War die Weltmeisterschaft ein Geschäft? Für die beteiligten Nationen keineswegs; denn ob Deutschland, Ungarn oder Österreich, von England(das allerdings nur drel Spiele hatte und 91 933,15 Franken erhielt) gar nicht zu sprechen: sie alle nehmen in einem größeren Länderspiel das ein, was sie für eine Serie von Treffen auf Schweizer Boden erhielten. Hätte man z. B. jedes einzelne Spiel so abgerechnet, daß nach Abzug der 15 Prozent für die FIFA und 25 Prozent für den Schweizer Verband die restlichen 60 Prozent unter die beteiligten Länder aufgeteilt worden wären, Deutschland wäre auf nahezu 500 000 Franken gekommen, während Südkorea. Schottland, Tschechoslowakei, Mexiko u. a. nahezu leer ausgegangen wären. Deutschland hatte schließlich mit den beiden Spielen gegen Ungarn und der Vorschlußrunde gegen Österreich drei ausverkaufte Spiele mit Rekordeinnahmen, von denen ein Teil eben auf Länder entfällt, die gar nichts mit diesen Treffern zu tun hatten. Ein eigenartiger Modus... Kölns Sturm erwacht 1. FC Köln— Borussia M.-Gladbach 5:1(5:0) Köln. Der 1. FC hatte eine große erste Halbzeit und lag bereits bis zur Pause 5:0 in Führung. Die Borussen vermochten sich nicht auf das elanvolle Spiel der Domstädter einzustellen und zeigten vor allem in der Abwehr große Schwächen. Das Spiel war von Beginn an sehr hart und wurde es noch mehr, als Köln in Führung ging und Röhrig wenige Minuten später einen von Fischermann an Ewe verwirkten Foulelfmeter zum 2:0 verwandelte. Es spricht für Borussia, daß sie auch nach dem fünften Treffer nicht aufsteckte. Während sich die Abwehr nach der Pause fing und wesentlich sicherer operierte als im ersten Abschnitt, blieb das Sturmspiel der Borussen aber Stückwerk. Durch Minnichs allzu energisches Einsteigen, das vom Schiedsrichter reichlich hart mit einem Elfmeter geahndet wurde, kam M.-Gladbach zum einzigen Gegentreffer. Köln: Jansen; Graf, Minnich; Breuer, Hartmann, Hirche; Müller, Dörner, Ewe, Röhrig, Stelzner. M.-Gladbach: Grunert; Dohmen, Fischermann; Schicks, Dr. Wichelhaus, Kablitz; Jansen, Wicken, Reh, Wuttke, Peters. Zuschauer: 8000. Schiedsrichter: Siekmann(Bielefeld). Tore: 13. Minute 1:0 Ewe, 18. Minute 2:0 Röhrig(Foulelfmeter), 25. Minute 3:0 Dörner, 26. Minute 4:0 Stelzner, 40. Minute 5:0 Dörner, 60. Minute 5:1 Reh(Foulelfmeter). Borussia Dortmund: Kwiatkowski; Schumacher, Falke; Schlebrowski, Michallek, Schanko; Sandmann, Lückenbach, Preißler, Peters, Kapitulski. Schiedsrichter. Finke(Bonn). Zuschauer: 25 000. Tore: 40. Minute 1:0 Rahn, 53. Minute 2:0 Göbel, 84. Minute 2:1 Kapitulski. Neuntes Unentschieden Bayer Leverkusen— SV Meiderich 3:3(2:1) Leverkusen. Der SV Bayer 04 kam am Sonntag zu seinem neunten Unentschieden Die Punkteteilung war glücklich, denn die Meidericher bestimmten in der zweiten Halbzeit das Tempo. Sie machten nicht nur den Leverkusener Führungstreffer wett, sondern gingen ihrerseits selbst in Front. Erst in den letzten Minuten erwachte der Kampfgeist der Farbenstädter, und Becks gelang noch der Ausgleich. Die Auseinandersetzung war sehr hart. Bayer Leverkusen: Mutz; Habets, Kalfhaus: Becks. Röger, Papenhoff; Langwagen, Bering. Zesar, Nußbaum, Schultz. Meidericher SV: Pajonk; Neumann I, Schönknecht; Neumann II, Matzko, Mühlenberg; Hufnagel, Fiegler, Hetzel, Nolden, Küppers. Schiedsrichter: Epping(Castrop-Rauxel). Zuschauer: 4000. Tore: 21. Min. 0:1 Hetzel. 28. Min. Nußbaum (Handelfmeter), 39. Min. 2:1 Langwagen. 72. Min. 2:2 Nolden, 76. Min. 2:3 Hufnagel, 87. Min. 3:3 Becks. Die Preußen kämpften Preußen Münster— Schwarzweiß Essen 5:2(3:0) Münster. Der SC Preußen überraschte durch eine ausgezeichnete kämpferische Leistung. Es wurde raumgreifend über die Flügel kombiniert, und alle fünf Stürmer kämpften um jeden Ball. Auch die Abwehr wurde ihrer Aufgabe gerecht. Die Gäste, die zwar spielerisch den Münsteranern ebenbürtig waren, verfielen in den Fehler. ihre Flügelstürmer zu sehr zu vernachlässigen und auf zu engem Raum in der Mitte zu kombinieren. Verfehlt war es auch, daß Außenstürmer Hasse zurückgezogen spielte und dadurch auf dem linken Flügel eine große Lücke entstand. Schwarzweiß Essen: Höger; Gommans, Mikuda; Kasperski, Knoll, Keus; Zerres, Burghardt, Zaro. Wulf, Hasse. Preußen Münster: Prott; Plawki, Streitholt; Schulz, Pohnke, Jenatschek; Gerritzen, Rachuba, Seemann, Rey, Hardtke. Schiedsrichter: Schreiber(Eschweiler). Zuschauer: 7000. Tore: 12. Minute Gerritzen 1:0. 17. Minute Seemann 2:0, 22. Minute Seemann 3:0, 53. Minute Rachuba 4:0, 67. Minute Hardtke 5:0, 81. Minute Zerres 5:1, 89. Minute Hasse 5:2. Starke Bochumer Deckung Duisburger SV— VfL Bochum 1:1(1:0) Duisburg. Der Duisburger Spielverein glaubte sich dank des überlegenen Spiels der Angriffsreihe mit dem einen von Mittelstürmer Wechselberger erzielten Treffer bereits in Sicherheit. Dem Spielverlauf und den beiderseitigen Leistungen nach schien er sich dieser Erwartung auch hingeben zu dürfen. da die Bochumer in ihrem Stürmerspiel allzu harmlos operierten. Drei Minuten vor Schluß gab es aber dennoch das 1:1. Am besten konnte die starke Bochumer Hintermannschaft gefallen, vor allem Torwart Tiedtke. Beste Spieler bei Duisburg der Ersatzläufer Nikolaiczik und die Verteidigung Josten Müller, bei den Gästen die gesamte Abwehr. Duisburger SV: Eiteljörge; Josten, Müller; Nikolaiczik, Koll, Wacker; Rühl, Bermel. Wechselberger, Frey, Fiedler. VfL Bochum: Tiedtke; Schneider, Hillemann; Ehlert, Bunzendahl, Pawlak; Attern, Sturm, Knof, Kalinka, Bühner. Schiedsrichter: Hamboch(Köln). Zuschauer: 4000. Tore: 29. Minute 1:0 Wechselberger, 87. Minute 1:1 Pawlak. Helmut Rahn köpft Rotweiß Essen setzte Helmut Rahn wieder ein, der wesentlichen Anteil an dem 2:1-Sieg über Borussia Dortmund hatte. Fortunasturm lahmgelegt Westfalia Herne— Fortuna Düsseldorf 3:0(2:0) Herne. Wie gefährlich die Herner durch ihre kaum noch zu übertreffende kämpferische Einstellung sein können, mußte nach dem VfL Bochum nun auch Fortuna Düsseldorf erfahren. Der in letzter Zeit so oft gepriesene Fortuna-Angriff kam nicht dazu, sein ganzes Können auszuspielen. Der Düsseldorfer Angriff stand einer Abwehr gegenüber, die man zu den augenblicklich stärksten des Westens zählen kann. Das war vornehmlich nach der Pause festzustellen, als Düsseldorf klar überlegen spielte, aber dennoch kein Tor erzielte. Die Gebrüder Gramminger und auch Nationalspieler Derwall wurden in ihren oft gutgedachten Spielzügen derart empfindlich gestört, daß von einer Gesamtleistung der Fortuna keine Rede mehr sein konnte. Schon vor dem zunächst vielversprechend aussehenden Düsseldorfer Ansturm nach dem Wechsel hatte der Oberliganeuling sich einen beruhigenden Vorsprung herausgespielt. Als die Herner nach dem glücklich überstandenen Ansturm acht Minuten vor Schluß durch einen Deckungsfehler schließlich noch ihr drittes Tor erzielten, gaben die technisch guten Gäste das Rennen auf. Außer Vollmer zeichneten sich im Herner Angriff noch Grandt und Sopart aus. Düsseldorf hatte den Klodt in guter Form Schalke 04— Preußen Dellbrück 2:0(1:0) Gelsenkirchen. Die Schalker mußten wiederum auf ihren Mannschaftskapitän Hermann Eppenhoff und auf Laszig verzichten, hatten aber Mittelstürmer Sadlowski dabei. Spielmacher der Schalker war Rechtsaußen Klodt, mit Abstand bester Spieler des Feldes. Eine großartige Leistung vollbrachte Klodt in der 40. Minute. In einem Alleingang spielte er die gesamte Dellbrücker Hintermannschaft aus und gab den Ball an den in noch günstiger Schußposition stehenden Sadlowski, der Voigt keine Abwehrmöglichkeit ließ. Auch das zweite Tor brachte Klodt auf sein Konto. In der 69. Minute wurde Sadlowski von Mittelläufer Quarz unfair gelegt. Den fälligen Elfmeter verwandelte Klodt mit einer geschickten Täuschung. Trotz der spielerischen Überlegenheit vermochten die Schalker nicht restlos zu überzeugen, da die Stürmer es nicht verstanden. aus den zahlreichen Torgelegenheiten durch Urteil im„Fall Gerritz" Hüls— Horst wird wiederholt Oberhausen. Die WFV-Spruchkammer behandelte in Oberhausen den„Fall Gerritz“ des TSV Marl-Hüls. Das Urteil ergab die Wiederholung des Spieles Hüls gegen STV Horst(3:1 für Hüls), während die Hülser Spiele gegen Rhenania Würselen(2:2) und Erkenschwick(0:0) auf besonderen Antrag eine Wiederholung erfahren können. Der Einspruch von RW Oberhausen(1:3 in Hüls verloren) wurde wegen Fristversäumnis abgelehnt, doch will Oberhausen Berufung einlegen. Die Spruchkammer war nicht in der Lage, dem TSV Hüls ein absichtliches Vergehen bei der Spielberechtigung von Gerritz (der bei Vertragsabschluß noch nicht 20 Jahre alt war) nachzuweisen. Zweifellos liegt hier ein Fehler der Paßstelle vor. placierte Schüsse Nutzen zu ziehen. Sehr enttäuschend wirkten die Dellbrücker Preußen, die es zu keiner geschlossenen Leistung brachten. Lediglich Torwart Voigt und Mittelläufer Quarz überzeugten. Schalke 04: Orzessek; Garten, Brocker; Hölzemann. Zwickhöfer, Harkener; Klodt, Zang, Sadlowski, Piontek, Krämer. Preußen Dellbrück: Voigt; Frantzen, Kaiser; Meiß. Querz, Jung; Weiland, Becker, Lorenz, Schemmerling, Busch. Schiedsrichter: Ternieden(Oberhausen). Zuschauer: 10 000. Tore: 40. Minute 1:0 Sadlowski, 69. Minute 2:0 Klodt(Foulelfmeter). Gegner offenbar zu leicht genommen. Der Angriff hatte einen schwarzen Tag. Er ließ sich von der rücksichtslos einsteigenden Herner Abwehr den Schneid abkaufen. Westfalia Herne: Hondtke; Pyka, Wydra: Bäcker, Hesse, Bothe; Ilmer, Overdiek, Vollmer, Grandt, Sopart. Fortuna Düsseldorf: Klose; Hoßdorf, Juskowiak; Kern. Jäger, Wimmer; Müller, Mauritz. K. Gramminger, Derwall, Martin Gramminger. Schiedsrichter: Wershoven(Euskirchen). Zuschauer: 12 000. Tore: 12. Min. 1:0 Sopart, 35. Min. 2:0 Grandt, 82. Min. 3:0 Vollmer. Schwacher Tag Sodingens Alemannia Aachen— SV Sodingen 3:1(2:1) Aachen. Nach sechs Auswärtssiegen wurde Sodingen auf Aachens Tivoli in einem auf beiden Seiten nicht überragenden Spiel verdient geschlagen. Bei schlechten Witterungsverhältnissen— sturmartiger Wind— hatten die Gäste zunächst weitaus mehr Spielanteile. Leider wurde die Auseinandersetzung nach dem Wechsel zeitweise überaus hart, Wenker wurde dabei verletzt und wirkte bis zum Schlußpfiff nur als Statist auf linksaußen. Auf Aachener Seite erwischte es Vigna, der aber nur drei Minuten auszusetzen brauchte. Die Entscheidung ergab einen Foulelfmeter in der 51. Minute. Die besten Spieler in der im großen und ganzen ohne Zusammenhang spielenden Sodinger Elf waren die beiden Außenläufer Gerner und Harpers sowie im Angriff Rechtsaußen Linka. Bei Aachen gefiel über Erwarten gut Schmidt auf dem Stopperposten(Jansen laboriert an einem Handbruch). Aachen: Schiffer; Schütt. Coenen; Pfeiffer, Schmidt, Richter; Knauf, Hecht, Poch, Roßbach, Vigna. Sodingen: Sawitzki; Nowak, Kropla; Gerner, Edler, Harpers; Linka, Demski, Adamik, Wenker, Wächter. Schiedsrichter: Halfes(Rheydt). Zuschauer: 8000. Tore: 4. Minute 0:1 Wächter, 15. Minute 1:1 Knauf, 23. Minute 2:1 Hecht, 51. Minute 3:1 Richter(Foulelfmeter). Herbergers Elf für Lissabon Klodt(Schalke) als Rechtsaußen— Juskowiak für Kohlmeyer Frankfurt. Nachdem in den Abendstunden des Sonntags die Meldungen von de einzelnen Plätzen eingegangen waren, hat Bundestrainer Herberger dem Deutschen Fußballbund das Aufgebot für den Länderkampf gegen Portugal in Lissabon vorgeschlagen. Es lautet: Herkenrath(RW Essen); Posipal(Hamburger SV), Juskowiak(Fortuna Düsseldorf); Erhard(SpVg Fürth), Liebrich(1. FC Kaiserslautern), Harpers(SV Sodingen): Klodt(Schalke 04), Miltz(TuS Neuendorf), Kreß(Eintr. Frankfurt), Derwall (Fortuna Düsseldorf), Pfaff(Eintr. Frankfurt). In Reserve stehen: Kwiatkowski(Bor. Dortmund), Bauer(Bayern München), Schreiner(Öffenbacher Kickers), Waldner(VfB Stuttgart). Gegenüber dem Londoner Spiel gegen England ist der Posten des linken Verteidigers geändert worden. Kohlmeyer, der gegen den 1. FC Saarbrücken keineswegs überzeugte, macht Juskowiak Platz, der zuletzt 1951 gegen Luxemburg in Essen spielte. Im Sturm ist nur Derwall geblieben. Seeler (Hamburger SV) steht nicht zur Verfügung, da der HSV das Pokalspiel gegen Bremerhaven 93 auszutragen hat. Außerdem wurde Scholz' Punktsieg umstritten Berufsboxkämpfe im ausverkauften Berliner Sportpalast Bubi Scholz schlug Milazzo im Endspurt Große Spannung lag über dem Rund der Internationalen Boxsportveranstaltung Im Berliner Sportpalast, als Claude Milasso und der Berliner Boxliébling Gustav Scholz mit gleichem Gewicht sum Kampf antraten. Es war ein Gefecht, das der deutsche Vertreter erst in den letsten drei Runden gegen den im Nahkampf weitaus besseren Franzosen gewann. Unser Bild zeigt einen Moment aus dem Kampf(Schols rechts). Berlin. Deutschlands beste Mittelgewichtsboxer Gustav Scholz und Hans Strets kamen vor 9500 Zuschauern im ausverkauften Berliner Sportpalast zu glücklichen Punktsiegen. Während Schols nach klarem Rückstand durch zwei starke, Schlußrunden in der Revanche mit Claude MIIasso vom Punktgericht einen kaum vertretbaren Erfolg zugesprochen erhielt, bei dem eine ungerechtfertigte Verwarnung des Franzosen mithalf, hatte Strets das Glück, daß ein Verzweiflungsschlag zum Kinn den Franzosen Gaston Vandemenlebrouck in der 5. Runde bis„8“ auf die Bretter warf, als der deutsche Mittelgewichtsmeister von mehreren Rechten schwer angeschlagen war. Vandemeulebrouck erholte sich von diesem Treffer während der restlichen drei Runden nicht mehr. Fighter des in seiner kämpferischen Dramatik prachtvollen Programma war jedoch Federgewichtsmeister Rudi Lanser, der den um sieben Pfund schwereren früheren französischen Leichtgewichtsmeister und Europadritten Auguste Caulet nach allen Regeln der Boxschule schlug. Milazzo und Scholz hatten mit 72,2 kg das gleiche Gewicht. Der Franzose begann genau so temperamentvel! wie in Dortmund, holte sich durch klare Vorteile im Nahkampf und die weitaus größere Zahl von Treffern nach dem Verlust der Eröffnungsrunde die zweite, dritte, fünfte und siebente Runde und gewann auch die Sympathien des Publikums. Erst als Scholz den langsarner gewordenen Tunesier in der neunten und zehnten Runde genauer traf und auch Wirkung erzielte, schmolz der Vorsprung dahin. Ein Unentschieden wäre jedoch das einzig mögliche Urteil gewesen. Ferner: Resch(Stuttgart) K.o.Sieger 1. Runde über Mola(Italien). Halbschwergewicht: Besmanoff(Berlin) Punktsieger über Calzavara(Italien), Niche(Berlin) Punktsieger über Klijssen(Holland). er gegen St. Pauli verletzt. Beck zog sich ebenfalls eine Verletzung zu, aber nach seiner Londoner Leistung war zu erwarten, daß Herberger einen anderen Mann heranziehen würde. Die Berufung von Pfaff mag überraschen aber er spielte gegen Norwegen in Oslo schon einmal Linksaußen, nachdem Schäfer (1. FC Köln) ausgeschieden war. Der vielfach im Süden geforderte Eintracht-Mittelstürmer Kreß hat nun seine Chance, und man darf gespannt sein, ob er sich als guter Dirigent betätigen kann. Miltz, der gegen England noch Pfeiffer Platz machen mußte, erhielt nach dem Spiel Neuendorf— Ludwigshafen als Mittelstürmer sehr gute Kritiken, und ebenso war Berni Klodt bester Stürmer seiner Mannschaft beim Schalker 2:0 gegen Dellbrück. Auf Ottmar Walter und Helmuth Rahn, die das beste Spiel für ihre Vereine am Sonntag bestritten, griff der DFB aus verständlichen Gründen noch nicht zurück. Ottmar Walter wieder dabei 1. FC Kaiserslautern— 1. FC Saarbrücken 2:2 Kaiserslautern. Exmeister Kaiserslautern erlitt zwar mit dem 2:2 gegen den schärfsten Verfolger 1. FC Saarbrücken den zweiten Verlustpunkt auf eigenem Platz, doch bleiben die Lauterer, die erstmals wieder mit Ottmar Walter antraten, weiterhin an der Tabellenspitze. Der 1. FC Kaiserslautern hatte vor 18 000 Zuschauern auf dem Betzenberg durchaus eine Siegeschance gegen den in der Abwehr sehr starken 1. FC Saarbrücken. Nationalmittelstürmer Ottmar Walter zeigte als Halbrechter gute Zusammenarbeit mit dem flinken Scheffler. Auf einen Blick 1. Liga West Rotweiß Essen— Borussia Dortmund 2:1 Alemannia Aachen— SV Sodingen 3:1 Preußen Münster— Schwarzweiß Essen. 5:2 1. FC Köln— Borussia M.-Gladbach.. 5:1 Schalke 04— Preußen Dellbrück.. 2:0 Bayer Leverkusen— Meidericher SV.. 3:3 Duisburger SV— VfL Bochum 1:1 Westfalia Herne— Fortuna Düsseldorf. 3:0 Neuhaus verpaßte seine Chance TTATMVTAS...n.... 15 000 warteten vergeblich auf die Rechte des Evropameisters- Unentschieden gegen Rex Layne 20:8 15:13 15:13 15:15 13:15 12:16 12:16 11:17 11:17 11:19 10:18 10:18 Dortmund. Im Mittelpunkt des mit 15 000 Zuschauern gut besuchten Berufsboxabends in der Dortmunder Westfalenhalle stand am Sonntagabend die Begegnung zwischen Europameister Heinz Neuhaus(Dortmund) und dem zur ersten amerikanischen Garnitur zählenden Schwergewichtler Rex Layne. Nach dem über zehn Runden führenden Kampf, der wenig Höhepunkte brachte und bei dem Heinz Neuhaus vor allem seine starke Rechte nicht in richtigem Maße anzubringen vermochte, verkündete Ringrichter Drewelle(Halle) ein Unentschieden. Nach kurzem Abtasten in den ersten Sekunden erwischte Neuhaus den Amerikaner mit einer Linken an der Wange und zog einen rechten Aufwärtshaken hinterher, der Rex Layne für einen Augenblick groggy machte. Die zweite Runde sah einen vorsichtiger boxenden Layne. TrotzOberliga Nord FC St. Pauli— Hamburger SV. Eintr. Braunschweig— Hannover 96. Werder Bremen— Göttingen 05. Arminia Hannover— Bremerhaven 93 VfL Osnabrück— Bremer SV. VfB Oldenburg— Harburger TB 1. Liga Süd Hessen Kassel— Eintracht Frankfurt. 0•2 BC Augsburg— SSV Reutlingen. 4:2 Karlsruher SC— Schwaben Augsburg. 3:0 FSV Frankfurt— Jahn Regensburg.. 5:1 1. FC Nürnberg— Kickers Öffenbach.. 0:0 VfB Stuttgart— SpVg Fürth. 4:1 VfR Mannheim— Kickers Stuttgart.. 4:1 Schweinfurt 05— Bayern München.. 3:0 dem mußte er drei, vier schnelle Linke von Neuhaus am Kopf einstecken, die aber keine Wirkung zeigten. Eine harte Rechte traf den Amerikaner nicht voll, der im übrigen unsauber boxte. Die zweite Runde verlief wie die erste ausgeglichen. Auch in der dritten Runde blieb Neuhaus bei seiner Weisung, zunächst links und dann aufwärts zu kontern. Runde 7 auf Hochtouren Neuhaus blieb bei seiner Weisung, zunächst links und aufwärts zu kontern. Rex Layne stieß wiederum mit dem Kopf und mit beiden Händen den Deutschen in die Seile und wurde wegen seines rauhen und unsauberen Kampfstils verwarnt. Unschöne Kampfszenen eröffneten auch die vierte Runde. Dann ging Neuhaus auf Distanz. Mitte der Runde startete Layne einige schnelle Angriffe, er wurde aber von Neuhaus immer wieder gut abgefanREX LAYNE hielt dem Europameister über 10 Runden stand und erzielte ein Unentschieden. He.nz Neuhaus in seiner Ecke, sichtlich entmutigt durch die unsaubere Kampfesweise des Amerikaners. Einen rechten Haken von Neuhaus blockte Layne geschickt ab. In der fünften Runde versuchte Layne, mit kurzen Haken zum Ziel zu kommen. Er zeigte weiterhin keinen sauberen Kampfstil, aber auch Neuhaus wußte noch kein wirksames Mittel, diesen Angriffen mit einigen Erfolgen zu begegnen. Layne klammerte mit der Linken. Zweimal schlug Neuhaus in der sechsten Runde seine Linke am Kopf des Amerikaners vorbei. Die dritte traf, die vierte ging wieder vorbei. Layne kam auf Hochtouren. Endlich kam der Europa„1001mal rund" in Münster Schürmann/Petry mit einer Runde Vorsprung TuS Neuendorf— Phönix Ludwigshafen FK Pirmasens— VfR Frankenthal 1:1 2:1 Münster. Sieger des traditionellen„1001mal-rund“-Rennens der Berufsradfahrer am Sonnabend in der Halle Münsterland in Münster wurden Schürmann-Petry(Dortmund/Wiesbaden) mit einer Runde Vorsprung vor Bakker/Müller(Holland/Schwenningen). Die späteren Sieger setzten sich 45 Minuten nach dem Start an die Spitze des ausgeglichenen Feldes und verteidigten ihre Position bis ins Ziel erfolgreich. Im Verlauf des Rennens schieden der Holländer Hijzeledoorn und Schorn aus. Ergebnisse: 1. Schürmann-Petry(Dortmund/Wiesbaden) 28 Punkte. Eine Runde zurück: 2. Bakker/Müller(Holland Schwenningen) ein Punkt. Zwei Runden zurück: 3. Gieseler/Donike(Münster Köln) 46 Punkte, 4. Veltmann Smits(Münster/Holland) 36 Punkte, 5. Holthöfer Theißen(Bielefeld/Hildesheim) 25 Punkte, 6. Jornitz/Otto(Münster Berlin) 22 Punkte, Wormatia Worms— Mainz 05.. 3:1 7. Siefert Liebelt(Dortmund/Buer) 11 Punkte, TuRa Ludwigshafen— VfR K’lautern. 1:1 Spfr. Saarbrücken— Bor. Neunkirchen. 1:1 Eintracht Kreuznach— Eintracht Trier. 2:0 15:15 13:15 13:17 11:17 11:19 9:21 8:20 8:20 8:22 7:23 STADTLIGA BERLIN Minerva 93— BFC Nordstern 3:1 FREUNDSCHAFTSSPIELE Altona 93— TV Eimsbüttel. 2:4 Spandauer SV— Rotation Dresden.. 2:2 Blauweiß Berlin— Chemie Chemnitz. 2:2 1. FC Neukölln— Viktoria 89 Berlin.. 2:1 Südring Berlin— Hertha Zehlendorf.. 5:3 8. Zoll/Weinrich(Berlin) 5 Punkte. Drei Runden zurück: 9. Schulz/Walter(Berlin) ein Punkt. mmm 2. Liga West Wuppertaler SV— SpVg Herten.. 3:0 SpVg Erkenschwick— Hamborn 07.. 2:0 Wattenscheid 09— STV Horst 1:1 VfB Bottrop— Düren 99. 3:0 VfL Benrath— Rotweiß Oberhausen.. 0:2 Rheydter SV— TSV Marl-Huis. 2:2 Union Krefela— Spfr. Katernbers.. 6:0 Ein Fliegeromnium zwischen Deutschland und Holland wurde von der deutschen Vertretung(Potzernheim/Schorn) gegen die Holländer(Pronk Hijzledoorn) mit 20:14 Punkten gewonnen. Doppelsieger Ziegler Amateurrennen in der Westfalenhalle Dortmund. Im Mittelpunkt der AmateurRadsportveranstaltung am Samstagabend in der Dortmunder Westfalenhalle stand ein internationales 75-km-Mannschaftsrennen, das G. Ziegler/Neuser(Schweinfurt/Herpersdorf) nach 1:37,40 Std. mit 35 Punkten vor den Berlinern Bugdahl/Lüder(13 Punkte) gewannen. G. Ziegler siegte auch im Fliegerfahren im Endlauf vor Schmitt(Dortmund), Regent (Frankreich), Geldart(England) und Capteijn (Holland). Das Mannschaftsrennen verlief in der ersten Stunde seh. schnell. Es gab zahlreiche Stürze vor 3000 Zuschauern, bei denen sich Leonhardt(Frankfurt), Löchter (Dortmund) und Engelmeyer(Holland) Schlüsselbeinbrüche zuzogen. Die Entscheidung fiel erst in den letzten Minuten, als Ziegler/Neuser und Bugdahl/Lüder der Rundengewinn glückte. REX AVNE 3TERVUTAN Ohne Training ins Rennen Zwei Klassensiege von Hanstein(Porsche) auf den Bahamas Vossebein und Harmansa Tischtennismeister Braun dreimal besiegt— Die Ranglistenspiele Menden. Die Überraschung bei den westdeutschen Ranglisten-Vergleichskämpfen im Tischtennis war das schwache Abschneiden des Westdeutschen Meisters Braun, der in Menden dreimal besiegt wurde. Was half es ihm, daß er Vossebein schlug? Wenninghoff, Straub und Schippers bezwangen ihn. So setzte sich Vossehein in Menden als der zuverlässigste Spieler vor dem jungen Wenninghoff durch, der noch nicht die Erfahrung hatte, um den unorthodox spielenden „Abwehrkünstler“ Schöler zu schlagen. Während Schippers infolge einer Fußverletzung nur Braun schlagen konnte, war Straub wesentlich erfolgreicher als in der bisherigen Saison. Er belegte den dritten Platz. In Breyell bei M.-Gladbach war Harmansa der überragende Spieler. Seinem schnellen Angriff war keiner gewachsen, obwohl der Bochumer gegen Hoffmann das Glüc': hatte, im fünften Satz 22:20 zu geWinnen. Neben Harmansa zeigte auch Jung. daß sein Formanstieg auf der Westdeutschen Meisterschaft kein Zufall war, während Junggeburth schlechter abschnitt und wieder einmal bewies, daß seine Stärke der Mannschaftskampf ist. Überraschend schlecht schnitten der Hagener Ilberg und der Düsseldorfer Nink ab. Gruppe Brevell: Höveler— Nink 3.1, Harmansa— Ilberg 3:0, Jung— Junggeburth 3:2, Hoffmann— Ilberg 3:1. Harmansa— Nink 3:1, Jung— Höveler 3:1, Ilberg— Junggeburth 3:1, Harmansa— Hoffmann 3:2, Junggeburth— Nink 3:1, Ilberg— Höveler 3:2, Hoffmann— Jung 3:1, Harmansa— Junggeburth 3:1, Hoffmann-- Höveler 3:0, Jung— Nink 3:0, Harmansa— Höveler 3:1, Nink— Ilberg 3:0, Hoffmann— Junggeburth 3:0, Jung— Ilberg 3:0, Junggeburth— Höveler 3:2, Hoffmann— Nink 3:2, Harmansa— Jung 3:2. Gruppe Menden: Wenninghoff— Schippers 3:2, Straub— Schippers 3:2, Vossebein— Schippers 3:0, Schippers— Braun 3:1, Schöler— Schippers 3:0, Wenninghoff— Straub 3:0, Vossebein— Wenninghoff 3:1, Wenninghoff— Braun 3:1, Schöler— Wenninghoff 3:2, Vossebein— Straub 3:2, Straub— Braun 3:2. Wasserball-Oberliga Duisburg 98 schlug TuRta Holthausen Düsseldorf. In der westdeutschen Wasserball-Winterrunde gab es drei Begegnungen. Im Spitzenspiel scnlug Duisburg 98 den Tabellenzweiten TuRa Holthausen mit 7:3 (4:2) und rückte damit auf den dritten Platz vor. Auch ohne den erkrankten Schneider spielten die Duisburger wesentlich flüssiger und siegten verdient. Die Tore erzielten Hilker(3), Blümer und Wilputt(je 2) für den Sieger sowie Krüll(3) für die Holthausener. Belm 13:7-(9:1-)Erfolg von SV Rheinhausen über Altenessen 26 war Jansen bei Rheinhausen mit fünf Toren der erfolgreichste Spieler. Altenessen kam zwar in der zweiten Hälfte noch bis auf 7:11 heran, wurde jedoch verdient gescnlagen. Krefeld 09 besiegte Amateur Duisburg mit 7:6(3:4). Bei den Krefeldern ragte Sieska, der drei Tore erzielte, heraus. Das Spiel war spannend und hatte zeitweise hervorragende Szenen. Nassau(Bahamas). Zu zwei Klassensiegen kam der Porsche-Rennleiter Huschke von Hanstein(Deutschland) am Sonnabend und am Sonntag bei den internationalen Rennsportwagen-Rennen in Nassau auf den Bahamas-Inseln. Mit dem unter Hans Herrmann in der Carrera Panamericana siegreichen 1,5-Liter-Porsche-Spyder belegte von Hanstein am Sonnabend in der Bahamas Trophy den vierten Platz in der Gesamtwertung hinter dem siegreichen Spanier de Portago(Ferrari) und den Amerikanern Gregory und Goldschmidt(ebenfalls auf Ferrari). Der Porsche-Wagen, der wegen mangelnder Transportmöglichkeiten mit einem Fischerboot erst nach Trainingsschluß Nassau erreichte und ohne eine Durchsicht nach dem Carrera-Rennen gestartet werden mußte, erreichte einen Schnitt von 132 km'st über die 169-km-Distanz. Die gleiche Placierung ergab sich am Sonntag beim Preis des Automobilclubs von Bahamas, wobei von Hanstein hinter dem mit 141,2 km/st siegreichen de Portago sowie Gregory und Goldschmidt wiederum Vierter im Gesamtklassement und mit 140 km/st Sieger in der Klasse bis 1500 ccm wurde. Bei einem dritten Rennen über einen fliegenden Kilometer erreichte der Porsche-Monteur Linge mit dem Porsche-Spyder 195 km/st und war damit Schnellster seiner Klasse. Rennen in Recklinghausen Sonntag, 12. Dezember I. R.: 1. Martina(Riebe), 2. Qui vive, 3. Stander, 4. Indian, 5. Eberhard. Sieg 470, Platz 34, 14, 20, 46, 37. Ew. 3480.— 2. R.: 1. Vikar(Poschner), 2. Hexlein, 3. Waluna, 4. Sam, 5. Die Frage. Sieg 31, Platz 14, 14, Bei den deutsch-französischen HallenTenniswettkämpfen in der Berlin-Schöneberger Tennishalle besiegte der 56 Jahre alte französische Altmeister Jean Borotra den deutschen Spitzenspieler Ernst Buchholz glatt mit 6:1, 6:3. Von der bisher so erfolgreichen westfälischen Juniorenelf, die im vorigen Jahr Deutscher Meister geworden war, spielten nur vier Spieler. Es haben sich aber andere ausgezeichnet und hervorgetan: etwa der Torwart Lehrig aus Emsdetten, die drei Münsteraner Volkmann, Wendt und Türk, die Südwestfalen Wintermann(Tormann) und Ibing. In Oeynhausen wurde mit Südwestfalen wohl der Favorit gefunden. Er gewann gegen die Östwestfalen 12:7 und zeigte ein vorzügliches Spiel, Im Sturm führte der Hagener Struff seine Kameraden hervorragend. Er war mit vier Treffern auch der erfolgreichste Schütze. Sillis und Litzinger, der eine aus Hohenlimburg, der andere aus Hagen(Fichte), waren zweimal erfolgreich. Bei den Östwestfalen zeichneten sich Schlachtsiek aus Gütersloh und Brockmann aus Det-, mold am meisten aus Westerholt erlebte die größte Überraschung, denn die ungekünstelt auftretenden Nordwestfalen waren trotz der sechs Tore von Eichner(Westerholt) für Industrie die siegreiche Mannschaft mit 11:8. Sie verdanken ihren Sieg dem überragenden Tormann Lehrig aus Emsdetten. Im Sturm waren die Münsteraner Volkmann, Türk und Wendt die treibenden Kräfte. In einem Privatspiel zweier Oberligavereine siegte Polizel Dortmund in Schalksmühle 15:14 1 1. FC K’lautern— 1. FC Saarbrücken 2:2 2 Rotw. Essen— Borussia Dortmund. 2:1 3 1. FC Nürnberz— Kick. Offenbach" 0:0 4 Hessen Kassel— Eintr. Frankfurt. 0:2 5 Alemannia Aachen— SV Sodingen. 3:1 6 TuS Neuendorf— Ph. Ludwigshaf. 1:1 7 VfB Stuttgart— SpVg Fürth 4:1 8 1. FC Köln— Bor. M.-Gladbach. 5:1 9 Karlsruher SC— Schw. Augsburg. 3:0 10 Pr. Münster— Schwarzw. Essen.. 5:2 11 BC Augsburg— SSV Reutlingen. 4:2 12. Westf. Herne— Fort. Düsseldorf. 3:0 13 VfR Mannheim— Kick. Stuttgart. 4:1 14 Duisburger SV— VfL Bochum.. 1:1 meister in der siebenten und so oft entscheidenden Runde besser in Fahrt, Er landete zweimal die Linke am Kopf des Amerikaners und schickte die Rechte, die ebenfalls ins Ziel kam, hinterher. Layne ging weiterhin im alten Kampfstil seinen Weg. Der Kampf erhielt jetzt viel Farbe. Neuhaus traf dreimal links, hatte seine Rechte aber vollkommen vergessen. Erst am Ende der Runde hatte gerade eine Linke den Amerikaner reif gemacht für einen harten rechten Haken, der den Amerikaner sichtlich beeindruckte, der an der rechten Augenbraue und an der Nasenwurzel blutete. Die achte Runde brachte viele NahNord-Süd-Block 1 2 0 1 1 1 1 2 2 1 1 0 1 kampfszenen. Ein linker Haken Rex gen. Alle Schläge des Europameisters lie- Laynes traf den Magen des Europameisters. ßen den Amerikaner völlig unbeeindruckt, der schmerzverzerrt sein Gesicht verzog und in der neutralen Ecke einige Körpertreffer nehmen mußte. Neuhaus schien etwas entmutigt. Zu Beginn der neunten Runde wurde bei Neuhaus eine alte Wunde über dem rechten Auge aufgeschlagen. Der Europameister hatte ein blutverschmiertes Gesicht und war in der Sicht behindert. Neuhaus traf mehrere Male, erzielte aber wenig Wirkung. In der zehnten Runde blutete Neuhaus gleich wieder stark, auch Rex Layne hatte ein blutverschmiertes Gesicht. Neuhaus brachte seinen Gegner mit einer Rechten einmal für Sekundenbruchteile auf die Knie. Die Schlußrunde verlief ausgeglichen. SV Brakel— Arminia Gütersloh Der„Stier von Utah“ ließ sich von dem Dortmunder Lokalmatador nicht bezwingen. 18, 16, 15, 29. Ew. 540.— 3. R.: 1. Malice (Dahl), 2. Sirrah, 3. Ultimo, 4. Emsländerin. Sieg 34, Platz 16, 18, 13, 22. Ew. 200.— 4. R.: 1. Alemanne(Bockhoff), 2. Jagdgraf, 3. Rote Rose. Sieg 18, Platz 15, 42, 42. Ew. 628.— 5. R.: 1. O'Marijka(Knijenburg), 2. Bertas Tochter, 3. Honeymoon. Sieg 46, Platz 16. 17, 22. Ew. 276.— 6. R.: 1. Laurel Bush(Lehmkuhl), 2. Kurgast, 3. Brilon, 4. Notburga. Sieg 81. Platz 35, 17, 20, 29. Ew. 556.— 7. R.: 1. Magowan(H. Kraum), 2. Perot, 3. Dialog, 4. Tettenborn. Sieg 53, Platz 18, 34, 17. 12. Ew. 1204.— 8. R.: 1. Etwa(Dahl), 2. Pelerine, 3. Willie Hermann. 4. Friedhelm. Sieg 19, Platz 16, 15, 44, 24. Ew. 120.— 9. R.: 1. Abt.: 1. Kronos(Schumacher), 2. Sausęwind, 3. Rote Erde, 4. Franz Joseph. Sieg 112, Platz 19, 21, 15, 14. Ew. 700.— 2. Abt.: 1. Ruth (Kraum), 2. Ruppsack, 3. Rataplan, 4. Quartelt. Sieg 14, Platz 13, 19, 18, 16. Ew. 100. Rennen in Mülheim-Ruhr 1. R.: Marconi(Ollig), 2. Claretta, 3. Augur. Sieg 32. Platz 16, 18, 50. Ew. 152.— 2. R.: 1. Esterella(Heidemann), 2. Prärie, 3. Marius. Sieg 112. Platz 43, 28, 46. Ew. 928.— 3. R.: 1. Hagedorn(Held), 2. Fidelio, 3. Ilmweg. Sieg 30. Platz 12, 21, 15. Ew. 312.— 4. R.: 1. Johanniter(J. Tillmann), 2. Turnierfalke, 3. Bonus. Sieg 96. Platz 24, 15, 48. Ew. 298.— 5. R.: 1. Polarwind(H. Cohn), 2. Royal Mint, 3. Olaf. Sieg 42. Platz 13, 13, 12. Ew. 144.— 6. R.: 1. Faber(J. Starosta), 2. Froschkönig. 3. Austernfischer. Sieg 157. Platz 59, 89, 19. Ew. 3418.— 7. R. 1. Abt.: 1. Monte Christo (Pfeiffer), 2. Alcazar, 3. Coeur Dame. Sieg 82. Platz 20, 13, 40. Ew. 158.— 2. Abt.: 1. Hawanno(Beesen), 2. Magister, 3. Mokri. Sieg 21. Platz 14, 24, 42. Ew. 302. Perdetoto: 2 2 0 2 1 2 0 1 0 0 2 1 1 0. Wettschein für den 19. Dezember 1 Portugal— Deutschland 2 FSV Frankfurt— Tus Neuendorf 3 VfB Oldenburg— Schalke 04 4 1. FC Saarbrücken— Fortuna Düsseldorf 5 Eintracht Braunschweig— SV Sodingen 6 Phönix Ludwigshafen— VfR Mannheim 7 Saar 05 Saarbrücken— FV Speyer 8 Rheydter SV— 1. FC Köln 9 München 1860— 1. FC Nürnberg 10 Wuppertaler SV— Schwarzweiß Essen 11 SV Waldhof— Wormatia Worms 12 SpVg Herten— Preußen Münster 13 TSV Hüls— Düren 99 14 Darmstadt 98— SpVg Fürth Mmmmn Landesliga Westfalen Gruppe 1(Ost) SpVg Beckum— VfB Bielefeiu. 1:2 TSG Rheda— VfL Geseke. 1:1 Union Herford— TSV Detmolu.. 0:0 VfL Mennighüffen— SV Brackwede. 1:4 Arminia Bielefeld— Borussia Lippstadt 6:1 Fichte Bielefeld— Bünde 08... 2:1 2:2 1:1 28:4 27:5 21:11 21:11 20:12 16:16 16:16 15:17 14:18 13:19 13:19 13:19 12:20 11:21 8:24 8:24 Gruppe 2(Süd) VfL Klafeld— SuS 09 Menden. 11 SV Brilon— Sportfreunde Siegen. 0:3 Sportfr. Holthausen— Jahn Werdohl. 5:2 RSV Lüdenscheid-Höh— Spfr. Neheim. 2:4 RSV Eiserfeld— TuS Eiringhausen.. 2:2 Letmathe 98— Spfr. Lüdenscheid 08.. 2:2 Hüsten 09— SuS Niederschelden.. 1:1 24:6 21:9 20 10 19 13 18.12 18:12 17:13 16:14 15 15 12.18 9:21 8:22 8:24 7:23 Langendreer 07— SV Höntrop.. 1:2 Fichte Hagen— Union Günnigfeld.. 1:1 Spfr. Wanne-Eickel— E. Gelsenkirchen. 0:1 VfB Habinghorst— SpVg Röhlinghausen 4:0 TuS Milspe— Arminia Ickern... 0:1 SV Ehrenfeld— SSV Hagen. 1:2 TuS Wanne 28— SV 02 Castrop(abgebr.) 3:0 BV 10 Rheine— Union Recklinghausen. 0:2 SpVg Emsdetten— Eintracht Ahaus TuS Haltern— Germania Datteln SpVg Ibbenbüren— Spfr. Gladbeck SV Zweckel— SC Hassel BV Selm— SpVg Marl SC 09 Greven— VfR 48 Hüls.. 1: 1: Handball auf Talentsuche Junioren-Bezirksspiele/ Überraschungssiege durch Süd- und Nordwestfalen Dortmund. Die Bezirksvergleiche der Juniorenmannschaften haben in allen Kreisen des Handballes großes Echo gefunden. In den beiden ersten Spielen in Oeynhausen und Westerholt gab es Siege für die Gäste. Das ist das eine Überraschungsmoment; das andere steckt darin, daß mit Industrie und Östwestfalen zwei Favoriten geschlagen wurden. 4 Gruppe 5(Mitte) SV Bockum-Hövel— SG Massen Herringer SV— SC 09 Oelde FV 09 Hombruch— Germania Hamm TBV Mengede 08— TuRa Bergkamen DSC 95 Dortmund— VIL Altenbögge VfL Hörde— SuS Kaiserau Außergewöhnliche Leistungen brachten Pluspunkte Rot-Weiß Hünsborn und FC Altenhof gewannen gegen TuS Eisern bzw. auswärte gegen SpV 08 Langenau Der gestrige Spieltag brachte in der Siegerlandstaffel, die mit vollem Programm aufwartete, einige Ueberraschungen. Die in Gefahr schwebenden Mannschaften holten sich durchweg die Punkte von den Inhabern der oberen bzw. mittieren Tabellenplätze, wobei besonders der Erfolg von FC Altenhof gegen den Tabellenvierten SpV 08 Langenau zu erwähnen ist. Hler klare Erfolg der Rot-Weißen gegen Eisern stand wohl ebenfalls nicht in der Vorschau so hundertprozentig fest. Für beide Mannschaften bedeuten die Pluspunkte zumindest eine Festigung der bisherigen Positionen und die Hoffnungen für eine gute Durchschnittsleistung nach Beendigung der ersten Serie sind in moralischer Hinsicht gestiegen. Hünsborn überrundete zwei vor ihnen liegende Mannschaften. Die beiden Tabellenersten hielten konstant ihren Platz. Eintracht Siegen war ohne Spiel und konnte dadurch nichts daran ändern, auf den letzten Platz geschoben zu werden. In der zweiten Halbzeit alles klar Eisern hatte in Hünsborn einen schweren Stand und hielt in der ersten Halbzeit mit dem starken Wind als Bundesgenossen noch einigermaßen mit. Nach dem Führungstreffer durch H. Rasche(LA) in der 10. Minute kamen die Gäste 18 Minuten später zum Ausgleich. Bis zum Seitenwechsel ein offenes Spiel. Die RotWeißen waren nach Wiederbeginn zwar Alleinbeherrscher des Feldes, kamen aber erst Mitte der Spielzeit durch den HL Klur zum 2:1. Danach war dann alles klar für die Gastgeber, die durch R. Halbe, O. Arns, N. Rasche und H. Rasche auf 6:1 sicher erhöhten. Beiderseits ein faires Spiel. Die Herbstmeisterschaft wurde in der I. Kreisklasse zugunsten des SpV 04 Attendorn entschieden, das in Schönau erst nach Kampf die beiden Punkte sicherte. In den Spielen gab es durchweg Erfolge der Favoriten, wenn man von der Niederlage der Elsper in Kirchveischede absieht. Positionsverbesserungen erzielten Hillmicke, Kirchveischede und Rüblinghausen Grevenbrück in Hochform Im Lokalkampf gegen Altenhundem mußten die Gastgeber erst den guten Einsatz der Gäste ins tote Gleis schieben und dies geschah in der zweiten Halbzeit, als die Platzherren mit einer schönen Leistung aufwarteten, die wohl zu den besten gehört, die in der laufenden Saison gezeigt wurde. Bis zum Seitenwechsel hatten die TuRa-Spieler mit einem 1:2 ein achtbares Ergebnis gehalten, obwohl die erste Viertelstunde für sie erfolgversprechend absolviert wurde. Der Sturm war aber zu uneinheitlich, um reelle Torchancen auszunutzen. In der 20. und 40. Minute hatte MSt Bischopink zweimal ins volle getroffen, ehe die Gäste einen Deckungsfehler ausnutzten und den Anschluß- und einzigsten Treffer anbrachten. In der zweiten Halbzeit waren gegen die in Hochform spielende Mannschaft der Gastgeber nichts mehr zu machen. In der 51. und 56. Minute zwei schöne Kopfballtreffer durch LA Richter und in der 67. Minute die Vollendung durch MSt Bischopink. Der Torsteher der Gäste war der beste Spieler des Platzes. Er verhinderte eine höhere Niederlage. Das Spiel wurde sicher geleitet von Hesener, der in der fairen Auseinandersetzung nicht oft einzugreifen hatte. Acht Tore durch Gebr. Stracke Meggens Reserve vermochte gegen den Sturm der Gäste aus Hillmicke mit den Spielmachern Gebr. Stracke nicht viel auszurichten. Beim Pausenpfiff stand die Partie bereits 1:5. Den Gegentreffer markierte Schulz und in der zweiten Halbzeit vollstreckte Rosenthal, als das Spiel schon klar für die Gäste entschieden war. Die Trefferzahl für Hillmicke buchten die Gebr. Stracke auf ihr Konto. Zweiter Sieg für Rüblinghausen Der VfB markierte den zweiten Sieg der Saison gegen einen Gegner, der alles einsetzte, sich auswärts die Punkte zu sichern. Mit einem Ueberraschungstreffer Ueberraschug in Langenau Die Gastgeber hatten offensichtlich nicht mit einem schnellen und erfolgreichen Start der Wendener Gäste gorechnet, denen teilweise das Glück zur Seite stand. Bereits in der 10. Minute gab es den Führungstreffer für den FC durch den LV mit Selbsttor. Dieser glückliche Erfolg spornte die Altenhofer noch mehr an, so daß die gegnerische Hintermannschaft auf Hochtouren gebracht wurde. In der 30. Minute 2:0 durch den Rechtsaußen. Nach Wiederbeginn erhöhten die Gäste auf 3:0, wobel der Torhüter von Langenau verletzt wurde, so daß bis zum Spielschluß nur 10 Spieler zur Verfügung standen, die aber alels hergaben, den Vorsprung der Gäste zu mindern. Dies gelang auch mit dem ersten Erfolg Mitte der Spielzeit und mit dem Anschlußtreffer in der 80. Minute, als HL Heide einen Foulelfmeter verwandelte. Der Sieg der Gäste war zwar glücklich, aber aufgrund des großen Einsatzes nicht unverdient. Bei Langenau reichte die Kraft nicht aus, den„in der Luft hängenden“ Ausgleich anzubringen. Staffel 15— Siegerland in der 8. Minute wurde die Hintermannmannschaft der Gastgeber reichlich aus der Fassung gebracht, ehe LA Halbe in der 23. Minute den Ausgleich erzwang. Nach Wiederbeginn sorgte eine schlechte Rückgabe der RV dafür, daß Bleche noch einmal in Führung ging. Ein Handelfer in der 65. Minute brachte das 2:2 und danach schien der Widerstand des SuS gebrochen zu sein. In der 37. und 78. Minute die entscheidenden Treffer. Bleche verschoß bei diesem Stande frei vor dem leeren Tor. Der Halblinke erhöhte den Abstand durch Foulelfer in der 85. Minute auf 5:2, nachdem er vorher vom gegnerischen Torwart durch Festhalten an der Vollendung gehindert wurde. Elspe schaffte es nicht Auch diesmal mußte Elspe in Kirchveischede„ins Gras beißen“. Obwohl die bessere Spielveranlagung und-durchführung seitens der Gäste gezeigt wurde, kamen die Platzherren zu einem glücklichen und knappen Erfolg der sich gerade während einer Spielpause einstellte, in der Elspe stark am Drücker war. Ein Durchbruch sorgte für die Entscheidung in der 82. Spielminute durch den HL. In der ersten Halbzeit erzielte Kirchveischede bereits vom Anstoß ab den Führungstreffer, ohne daß ein gegnerischer Spieler an den Ball kam. Den Ausgleich erzielte Elspe noch vor der Pause durch seinen MSt. Zu schnell verausgabt Attendorn traf in Schönau auf einen starken Gegner, der sich offenbar vorgenommen hatte, dem Spiel bereits in der ersten Halbzeit eine entscheidende Wendung zu geben und dadurch seine Kräfte verausgabte. Beiderseits war die Auseinandersetzung auf Kampf eingestellt, wobei der junge Nachwuchsschiedsrichter versagte. Er leitete das Spiel nicht ordnungsgemäß und benachteiligte beide Parteien offenbar durch Regelunkenntnis. Dadurch wurde eine gewisse Härte ins Spiel getragen, die den sonst so sportlichen Eindruck des interessanten Treffens in etwa verwischte. Schönau war im Feldspiel zwar gleichwertig, hatte aber eine unaufmerksame Hintermannschaft, die sich zweimal entscheidend überrumpeln ließ. Einmal war es RL Napora, und das andere Mal MSt Fischer, die sich der Bewachung entzogen und konsequent handelten. In der 40. Minute der Anschlußtreffer durch RA Ergebnisse vom 12. Dezember 1954 Sauerlandstaffel SV Plettenberg— VfB Altena 5:3 SG Grüne— SpVg Finnentrop 1:1 Siegerlandstaffel RW Hünsborn— TuS Eisern 6:1 SpV 08 Langenau— FC Altenhof 2:3 TuS Feudingen— TuS Erndtebrück 2:0 VIB Weidenau— SV Altenseelbach 2•1 Tus Hilchenbach— SV Netphen 2:0 Germ. Mudersbach— SG Dr.-TiefenL. 2:1 TuS K.-Marienborn— VfR Siegen 1:2 I. Kreisklasse Tv Grevenbrück— TuRa Altenhundem 5:1 FC Langenei— Spfr. Möllmicke 2:4 (Ohne Gewähr) VfB Meggen R— SV Hillmicke 2:8 VIR Rüblinghausen— SuS Bleche 5:2 SSV Kirchveischede— SuS Elspe 2:1 SV Schönau— SpV 04 Attendorn 1:4 II. Kreisklasse— A TuS Drolshagen I— RW Hünsborn R 2:1 Grebe. Den alten Abstand sicherte HR Staffelt nach Wiederbeginn. RL Napora zeichnete für das Endergebnis verantwortlich. Drolshagen ist Herbsimeister In der II. Kreisklasse— Gruppe A— fiel endlich die Entscheidung um die Herbstmeisterschaft zu Gunsten von Drolshagen I, das gegen die Reserve aus Hünsborn einen schweren Stand hatte und erst im Endspurt der letzten 10 Spielminuten den entscheidenden Treffer durch den HL Hagemann anbringen konnte. Beim Seltenwechsel stand die Partie 1:1 durch Tore von MSt Sack und MSt Kinkel. I. Kreisklasse Plettenberg holte den 4. Platz In den Restspielen der Sauerlandstaffel holte sich Plettenberg mit einem Erfolg in Altena den 4. Tabellenplatz. Finnentrop verbesserte ebenfalls das Pluskonto mit einem Unentschieden in Grüne. Staffel 13— Sauerland 2 Tabellenstand der Jugendmannschaften Gruppe I(Wenden) ist nicht berücksichtigt I. Kreisklasse: Erfolge der Meisteranwärter Attendorn sicherte den Herbstmeistertitel in Schönau— Grevenbrück im Lokalkampf erfolgreich— Rüblinghausen markierte den zweiten Erfolg der Saison Industrie-Initiative unterstützt Einzelhandel Frontal-Angriff auf den Betriebs- und Belegschaftshandel Kreis Olpe. Nachstehenden Artikel aus„Pressedienst des Handels“ Nr. 47/54 vom 1. Dezember 1954 überreicht uns der Einzelhandelsverband Südwestfalen, Kreisvereinigung Olpe, zur Veröffentlichung: Der Bundesverband der Deutschen Industrie hat in Uebereinstimmung mit der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels Grundsätze für die Ablehnung des volkswirtschaftlich ungerechtfertigten Betriebs- und Belegschaftshandels bekanntgegeben. Er wendet sich damit an alle Betriebe der deutschen Industrie in der Hoffnung, daß künftig nach diesen Richtlinien verfahren wird. In diesen Grundsätzen betont der BDI die Notwendigkeit eines funktionsfähigen Handels aus gesamtwirtschaftlichen Gründen und auch im Interesse der Industrie. Der Betriebs- und Belegschaftshandel sei eine Auswirkung der Nachkriegs- und Krisenzeiten, die einer marktgerechten Wirtschaft heute nicht mehr entspräche. Sie beeinträchtige die Leistungsfähigkeit des von ihr betroffenen Handels und wirke sich insoweit kostenerhöhend aus. Der BDI spricht die Erwartung aus, daß die Unternehmen der Industrie diesen Tatsachen Rechnung tragen, ohne daß ein gesetzliches Verbot erforderlich sei. Es werden dann in den Richtlinien die verschiedenen Formen des Betriebsund Belegschaftshandels genannt, die abzulehnen sind. Das betrifft grundsätzlich jede Form des Warenhandels innerhalb eines Unternehmens, die nicht unmittelbar durch den Zweck des Betriebes oder durch besondere Gründe anderer Art bedingt sind. Infolgedessen ist ein solcher Betriebs- und Belegschaftshandel auszuschalten, wenn das Unternehmen im eigenen Namen Waren einkauft, um sie gegen Entgelt an die Belegschaft abzugeben. Ferner wenn der Betriebsrat den Wareneinkauf tätigt oder Sammelbestellungen auf Waren, die entgeltlich von der Belegschaft abgenommen werden, organisiert. Endlich wenn Betriebsrats- oder Belegschaftsangehörige innerhalb der Arbeitsstätte eine Handelstätigkeit dadurch ausüben, daß sie Waren aller Art ein- und verkaufen, oder daß sie den Sammelbezug von Waren organisieren. Es werden dann Fälle aufgeführt, die von dieser Regelung nicht betroffen sind, insbesondere der Betrieb in Kantinen zur Abgabe von Speisen, Getränken, Nahrungs- und Genußmitteln und anderen Waren des sofortigen Bedarfs in kleinen Mengen zum Verzehr an Ort und Stelle. Das gleiche gilt von Sammelbezügen bestimmter Güter wie Holz, Kohle oder Einkellerungskartoffeln, soweit es nachweisbar seit Jahren üblich ist. Aber auch in den Fällen, wo der Wareneinkauf und die Warenabgabe zugunsten von Belegschaftsangehörigen möglich ist, soll geprüft werden, ob der gleiche Zweck nicht durch Einschaltung des Einzelhandels zu erreichen ist. Diese Prüfung soll im Einvernehmen mit den örtlichen Einzelhandelsorganisationen und gegebenenfalls unter Einschaltung der zuständigen Industrie- und Handelskammer vor sich gehen. Bundesverband der Deutschen Industrie und Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels haben die Hoffnung ausgesprochen, daß dieser Weg der Eigeninitiative zum Erfolg führt, und daß in diesem Fall darauf verzichtet werden kann, n den Bundeswirtschaftsminister zur Vorlage eines Gesetzentwurfes aufzufordern. Frauengruppe des BVD Olpe. Wie bereits angekündigt, findet am morgigen Dienstag um 15 Uhr im kleinen Saale des Cafés Gastreich, Frankfurterstraße, eine Adventsfeier der Frauengruppe des Bundes der vertriebenen Deutschen statt, zu der alle heimatvertriebenen Frauen herzlich eingeladen sind. Neuer Meister Ottfingen. Die Meisterprüfung im Herrenschneiderhandwerk bestand vor der Handwerkskammer in Dortmund Helmut Eich von hier mit gutem Erfolg. Wir gratulieren! Schwere Körperverletzung Attendorn. In der Nacht zum 11. Dezember wurde der Hilfsarbeiter H. auf der Niedersten Straße in schwerverletztem Zustand aufgefunden. Wie sich herausstellte, war eine Schlägerei vorausgegangen. Der Täter wurde ermittelt. Die Antragsfrist für Altsparer Sie läuft Mitte 1955 ab Kreis Olpe. Die öffentlichen Sparkassen haben bisher rund 900 MilI. DM Entschädigungsgutschriften auf Grund des Altsparergesetzès vorgenommen und bis auf einen geringen Rest im Wege der freiwilligen Vorfinanzierung auch bereits freigegeben. Damit sind alle Altsparer in den Genuß der vom Gesetz festgelegten Entschädigung von 13,5 Prozent gelangt, bei denen die zuständige Sparkasse aus den bei ihr vorhandenen Unterlagen feststellen konnte, daß die notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind: Die Spareinlagen müssen am 1. Januar 1940 bereits vorhanden gewesen sein und am 20. Juni 1948 noch bestanden haben. Bei fast allen Sparkassen hat sich ein Rest von unzustellbaren Gutschriftsanzeigen angesammelt, deren Adressaten nicht ermittelt werden können. Um die Betroffenen vor dem Verlust ihres Anspruchs zu bewahren, ist es notwoendig, daß sich alle Altsparer, auf die die Voraussetzungen des Altsparergesetzes zutreffen, die aber keine Benachrichtigung erhaiten haben, bald an die Sparkasse wenden, bei der die entschädigungsberechtigte Spareinlage am 20. Juni 1948 unterhalten wurde. Für eine weitere Reihe von Altsparern können die Entschädigungsansprüche nur ermittelt werden, wenn die Berechtigten von sich aus einen Antrag stellen. Es handelt sich dabei um solche Fälle, in denen die am 20. Juni 1948 bestehenden - Rechtzeitig melden! Spareinlagen durch Umwandlung folgender am 1. Januar 1940 vorhanden gewesenen Werte entstanden sind: 1. Spareinlagen, die bei einer anderen Sparkasse oder einem anderen Kreditinstitut geführt wurden, 2. Bausparguthaben und Lebensversicherungen, 3. Pfandbriefe, Rentenbriefe, Schiffspfandbriefe, bestimmte Kommunalschuldverschreibungen und Industrieobligationen, 4. Privathypotheken, 5. Grundvermögen, Betriebsvermögen, land- und forstwirtschaftliches Vermögen. Ferner kommen unter gewissen Voraussetzungen Spareinlagen in Frage, die am 20. Juni 1948 bestanden und aus Entschädigungszahlungen wegen Zerstörung oder Beschädigung der unter 5. genannten Werte gebildeten wurden, sowie Spareinlagen, die durch Umwandlung von Devisenbesitz früher im Ausland ansässiger deutscher Staatsangehöriger oder Volksdeutscher entstanden sind. Sparer, die auf Grund dieser Hinweise glauben, Altsparerentschädigung beanspruchen zu können, tun gut, die erforderlichen Unterlagen bald bei ihrer Sparkasse vorzulegen. Der letzte Termin für einen Entschädigungsantrag ist der 31. Juli 1955. Für 15-jähriges Mädchen mit guten Schulzeugnissen sowie Kenntnissen in Stenografie und Maschinenschrift wird Bürostelle oder dergleichen gesucht. Schriftliche Angebote unter Nr. 1168 an Sauerl. Volksbl. Olpe. Wh. wenig Geld Anbchen Bely düheh RAUM mit zwei kleinen Schaufenstern in Olpe ab sofort zu vermieten. Schriftliche Angebote unter Nr. 1181 an Sauerl. Volksblatt Olpe. Zwei neue halbdaunen OBERBETTEN 160 x 200 sowie 4 Kopfkissen für DM 260,— zu verkaufen. Schriftliche Angebote unter Nr. 1180 an Sauerl. Volksbl. Olpe. Neuwertiges Akkordeon zu verkaufen. Zu erfragen unter Nr. 1182 beim Sauerl. Volksblatt Olpe. Neuwertiges Lexikon, 3 Bände(herder) sowie Iro-Weltatlas zu verkaufen. Zu erfragen unter Nr. 1179 beim Sauerl. Volksblatt Olpe. Neuer Foto-Apparat Marke Adox Golf, Modell II, Format 6 x 6, Verschl. Prontor S 00, Optik Cassar 4,5/75 verg., zu verkaufen. Zu erfragen unter Nr. 1172 beim Sauerl. Volksblatt Olpe Perlonstrümpfe ab DM 3.90. 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