Saverländisches Volksblatt Altester Anzeiger des Sauerlandes* Über 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe Druck u. Verlag: VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE Anzeigen-Grundpreise: Im Anzeigenteil 8 Pfg. für 1 mm Höhe in der Kleinspalte(22 mm breit); im Textteil 50 Pfg. für 1 mm Höhe in der Textspalte(62 mm breit). Man fordere Preisliste Nr. 4. Bei Zwangsvergleich oder in Konkursfällen wird jeder Rabatt hinfällig. Gerichtsstand ist Olpe 1. Westf. TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das„S V.“ erscheint täglich(außer sonntags) Monatlicher Bezugspreis: DM 3,50 einschließlich Zustellgeld, bei Postbeziehern DM 3,54 incl. Postbestellgebühren, bei Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3,—. Geschäftsstelle: Olpe. Frankfurter Straße 16, Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe 1. Westf 119. Jahrgang— Nummer 277 Dienstag, den 30. November 1954 Einzelverkaufspreis 15 Pf Mikoian der sowjetische Handelsmini»ster, traf zu Besprechungen in Finnland ein. Unser Bild zeigt links den Sowjetrussen und rechts den finnischen Ministerpräsidenten Kekkonen. West-Antwort an Moskau Zu neuer Konferenz erst nach Ratifizierung der Pariser Verträge bereit Paris.(Korr.) In gleichlautenden Noten haben die drei Westmächte der sowjetischen Regierung gestern mitgeteilt, daß sie erstnachRatifizierung der Pariser Abkommen über die Aufrüstung der Bundesrepublik zu neuen Konferenzen mit der Sowjetunion bereit seien. Sie haben ferner vorgeschlagen, daß vor neuen Konferenzen ein Übereinkommen über die Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrages erzielt wird und daß die Sowjetunion ihre Haltung zur Frage freier Wahlen in Deutschland klarstellt. Finanzreform in Gefahr Länder gegen Erhebung einer Ergänzungsabgabe durch den Bund Bonn,(dpa) Das Schicksal der Finanzreform ist nach den Empfehlungen, die die Finanzminister der Länder in der vergangenen Woche an den Bundesrat richteten. sehrungewiß geworden. Als sicher gilt, daß der Bundesrat wegen des Finanzanpassungsgesetzes und des Finanzausgleichsgesetzes den Vermittlungsausschuß anrufen wird. Die Länder wenden sich gegen die geplante Regelung der Bundeszuschüsse zu den sozialen Kriegsfolgeleistungen und des Finanzausgleichs der Länder untereinander. Beim Finanzverfassungsgesetz ist es jedoch möglich, daß der Bundesrat den Vermittlungsausschuß nicht anruft und das Gesetz ablehnt. Das hätte zur Folge. daß das bisherige Verfahren der Aufteilung der Steuereinnahmen auf Bund und Länder endgültig sein würde. In Kreisen des Bundesrates wurde ferner erklärt, es sei nicht notwendig, dem Bund mit der Finanzreform verfassungsmäßig das Recht zuzugestehen, eine Ergänzungsabapgabe zur Einkommen- und Körperschaftssteuer zu erheben. Die Länderfinanzminister seien der Ansicht, der Bund benötige auf Grund seiner Haushaltslage im nächsten Rechnungsjahr noch keine Ergänzungsabgabe. 8.1 Millionen für Verfassungsschutz Bonn.(dpa) Das Bundesamt für Verfassungsschutz wird im kommenden Haushaltsjahr 8,1 Millionen Mark kosten. Der weitaus höchste Ausgabenbetrag im neuen Plan ist die Summe von 4,4 Millionen Mark, die nur mit den Worten„Für Zwecke des Verfassungsschutzes“ umschrieben ist. Die Mittel sind übertragbar und werden teilweise durch den Bundesinnenminister bewirtschaftet. Damit dürfen auch Personal- und Sachausgaben„zum Zwecke der Nachrichtenbeschaffung“ bestritten werden. Die Jahresrechnung wird nur vom Präsidenten des Bundesrechnungshofes überprüft. Koalition erörtert Grundrente Bonn.(dpa) Unter Vorsitz des Bundeskanzlers begannen gestern in Bonn Besprechungen der Koalitionsparteien über die Rentenerhöhung in der Kriegsopferversorgung. Von den Koalitionsvertretern wurde nochmals eine echte Erhöhung der Grundrenten in der Kriegsopferversorgung gefordert, wobei auch auf die Möglichkeit der Heranziehung von nicht ausgenützten Haushaltsansätzen in der Kriegsopferversorgung verwiesen wurde. Ein Entwurf der CDU/CSU sieht eine Aufbesserung der Grundrenten nach dem Bundesversorgungsgesetz um 25 Prozent Wie wird das Wetter? Regnerisch Ein Sturmtief zieht von der Biskaya über die britischen Inseln nordostwärts und bringt auch Westdeutschland Regenfälle. Vorhersage für Dienstag: Frische bis starke Winde um Süd. Vormittags meist bedeckt und regnerisch. Im Laufe des Tages Bewölkung wieder aufreißend und zeitweise Schauer. Weiterhin mild. Weitere Aussichten: Fortbestand des unbeständigen, aber milden Wetters. vor. Der Fraktionsvorstand hat beschlossen, diesen Entwurf noch vor Weihnachten im Bundestag einzubringen. DGB distanziert sich Düsseldorf,(dpa) Die Bundespressestelle des Deutschen Gewerkschaftsbundes hat gestern darauf hingewiesen, daß der DGB mit den Übergriffen beim Wahlkampf in Bayern und Hessen nichts zu tun habe. Die CSU-Landesleitung habe behauptet, die Ausschreitungen gegen den Sicherheitsbeauftragten Blank in Augsburg seien eine„gewerkschaftliche Aktion“ gewesen. Ferner habe der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Lenz erklärt, Angehörige des DGB hätten in Fulda Sprechchöre gegen den Sicherheitsbeauftragten „eingeübt“. Der DGB betont, daß er die Ausschreitungen bedauere, weil sie das demokratische Staatsleben gefährdeten. Nach Ansicht der Westmächte könnte nach einer befriedigenden Klärung dieser Fragen auf diplomatischem Wege ein Gedankenaustausch über europäische Probleme stattfinden. Eine Außenministerkonferenz könnte folgen, wenn gute Erfolgsaussichten gegeben sind. Eine allgemeine europäische Sicherheitskonferenz könnte stattfinden, wenn„die Begleitumstände günstig erscheinen“. Mit diesen Forderungen und Vorschlägen beantworteten die drei Westmächte die sowjetischen Noten, in denen eine neue Außenministerkonferenzüber Deutschland und Österreich und eine allgemeine Konferenz über die kollektive Sicherheit in Europa vorgeschlagen worden war. Die Antworten der drei Westmächte wurden gestern in Moskau überreicht, als dort die von der Sowjetunion vorgeschlagene„europäische Sicherheitskonferenz“ begann. Die Westmächte stellen in ihren Noten mit Bedauern fest, daß in den sowjetischen Noten nichts enthalten gewesen sei, was die Westmächte nicht bereits auf der Berliner Konferenz besprochen hätten. Die Sowjetnoten zielten ausdrücklich auf eine Verhinderung oder Verzögerung der Ratifizierung der Pariser Abkommen hin. Demgegenüber bekräftigen die Westmächte ihre Entschlossenheit, diese Abkommen so schnell wie möglich in Kraft zu setzen und sich nicht von diesem Ziel abbringen zu lassen. Nach Ansicht der Westmächte wird die allgemeine Sicherheit nicht erhöht, venn die bestehenden Abmachungen „durch neue Organisationen ersetzt werden, die die grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten bestehen lassen und nur zur Errichtung einer irreführenden Fassade führen“. Die Westmächte sind überzeugt, daß die Pariser Abkommen die Regelung der schwierigsten Probleme erleichtern und dem Frieden dienen würden. Die Pariser Verträge beruhten auf gemeinsamer Kultur und Überlieferung und seien viel mehr als eine militärische Allianz. Die Westmächte betonen, daß der Regelung des Deutschlandproblems eine entscheidende Bedeutung fur Europa zukomme. Sie legen Wert darauf, die konkreten Vorschläge der Sowjetregierung über das Datum und die Art freier gesamtdeutscher Wahlen kennenzulernen, die die Voraussetzung für die Wiederherstellung der deutschen Einheit seien. Nach Ansicht der Westmächte fehlen aber zur Zeit die entscheidenden Voraussetzungen für den Erfolg einer Konferenz über Deutschland, Österreich und andere Fragen des europäischen Sicherheitsproblems. Um diese Voraussetzungen zu schaffen, erachten es die Westmächte für notwendig, ihre Vorschläge zu verw rklichen. Verfassungsreform in Frankreich Paris.(Korr.) Bei der Wahl eines französischen Ministerpräsidenten durch die Nationalversammlung genügt künftig eine einfache Mehrheit. Bisher war die absolute Mehrheit erforderlich. Dies wurde gestern von der Nationalversammlung beschlossen. Molotow eröffnete Konferenz Verstärkung der östlichen Sicherheitsmaßnahmen angekündigt Neue Stürme vorausgesagt Auseinandergebrochener Tanker wird nach Belfast geschleppt Hamburg.(dpa) Die Stürme, die seit dem Wochenende über die britischen Inseln, den Atlantik und die Nordsee brausen, sind nach Ansicht der Wettersachverständigen nur vorübergehend abgeflaut. Für die kommenden Tage werden wieder heftige Stürme und schwere Regenfälle vorausgesagt. Die Wochenendstürme haben vor allem Südwestengland schwere Schäden zugefügt. Die Flüsse stiegen teilweise so hoch an, daß die Landwirtschaft durch Überschwemmungen um mehrere Wochen zurückgeworfen wurde. Der Hochseeschlepper„Turmoil“ war gestern dabei, das Vorderteil des im Sturm auseinandergebrochenen liberischen Tankers„World Concord“ nach Belfast in Nordirland zu schleppen. Weiter südlich zieht ein anderer Hochseeschlepper den Heckteil des Tankers ebenfalls nach Belfast, wo er auf seine weitere Verwendungsmöglichkeit geprüft werden soll. „Froschmänner“ versuchten gestern wieder erfolglos, in das gestrandete Leuchtschiff auf den Goodwin Sands einzudringen. Ein an der Küste Cornwalls angespülter Leichnam wurde als der eines Mitglieds der Mannschaft des holländischen Motorschiffes„Carpo“ identifiziert. Das Schiff war in der letzten Woche aus Swansea(Wales) ausgefahren und wird seitdem vermißt. Unverschämtheit Grandvals Paris.(AFP) Der französische Botschafter im Saargebiet, Grandval, erklärte in Paris, das deutsch-französische Saarabkommen vom 23. Oktober 1954 sei endgultig. Es könne keine Rede davon sein, diesen Vertrag irgendwann in Frage zu stellen. Die gegenwärtigen französischdeutschen Besprechungen dienten nur der Durchführung des Saarabkommens. Grandval gab seiner Befürchtung Ausdruck, daß die deutschen Parteien, trotz ihrer Verpflichtung zur Nichteinmischung, eine versteckte Propaganda im Saargebiet treiben würden.„Man kann sich bei den Nacheiferern von Goebbels, die ihm unglücklicherweise nicht ins Grab gefolgt sind, darauf verlassen, daß sie eine heimtückische Propaganda treiben werden, die eine Einmischung bedeuten, aber schwer als solche zu erkennen und zeitig zu beenden sein wird.“ Moskau.(TASS) Der sowjetische Außenminister Molotow eröffnete gestern die Konferenz der Östblockstaaten über ein europäisches kollektives Sicherheitssystem. An der Konferenz, zu der die Sowjetunion in ihrer Note vom 13. November 23 europäische Staaten und die USA eingeladen hatte, nehmen nur Delegationen der Sowjetunion, Polens, der Tschechoslowakei. Ungarns, Rumäniens, Bulgariens, Albaniens und der Sowjetzonenrepublik teil. Die Konferenz findet im SpiridonowkaPalast im westlichen Teil Moskaus statt. Bei Eröffnung der Konferenz äußerte Molotow sein Bedauern darüber, daß nicht alle Staaten, die dazu eingeladen wurden an der Moskauer Konferenz teilnehmen. Er fügte hinzu, daß die„friedliebenden Staaten“ sich in der gegenwärtigen Lage nicht mit den Maßnahmen zufriedengeben könnten, die sie bereits zum Schutz ihres Friedens und ihrer Sicherheit getroffen hätten. Aus diesem Grunde müsse nach Ansicht der sowjetischen Delegation die Konferenz über den Schutz von Frieden und Sicherheit in Europa zwischen den Staaten beginnen, die die sowjetische Konferenzeinladung angenommen hätten. Molotow erklärte anschließend, wenn die Pariser Verträge ratifiziert würden, werde es für die„friedliebenden Staaten Europas“ notwendig sein die Verteidigungsmaßnahmen zu verstärken. Die gegenwärtige Lage erfordere von den an der Konferenz teilnehmenden Staaten gemeinsame Maßnahmen zur Organisation der Streitkräfte und ihrer Kommandostellen und andere Maßnahmen. Die Entwicklung der Ereignisse in Europa habe für die Sache des Friedens eine gefährliche Wendung genommen. Nach der Wahl der Rechenstift Koalitionsmöglichkeiten in Hessen und Bayern— CSU betont die Kulturpolitik Bonn.(dpa) Die Doppel-Wahlschlacht ist geschlagen. Ergebnis: In Hessen hat die SPD ihre Stellung als stärkste Partei des Landes behauptet, aber zugleich ihre bisherige absolute Mehrheit im Landtag verloren. In Bayern mußte sie die Spitzenposition der CSU überlassen. Beiden Wahlergebnissen ist gemeinsam, daß sie mehrere Möglichkeiten der Regierungsbildung eröffnen, wobei die erste Frage lautet: Bonner Koalition oder SPD-Beteiligung? ............ In Hessen ist der BHE mit seinen sieben Mandaten das Zünglein an der Waage. Sowohl eine SPD/BHE-Koalition mit 51 als auch eine CDU/FDP/BHE-Gruppierung mit 52 Mandaten wäre bei einer Gesamtabgeordnetenzahl von 96 regierungsfähig. In Bayern kann die CSU als stärkste Partei mit ihren 83 Sitzen sowohl die bisherige Koalition mit der SPD eingehen als auch die Bayernpartei als neuen Regierungspartner einladen, mit dem Zusammen sie eine Mehrheit von 111 Sitzen bei insgesamt 204 Abgeordneten hätte. Euler für Bonner Koalition In Hessen äußerte der FDP-Landesvorsitzende Euler bereits den Wunsch, daß sich der BHE im Sinne der Bundeskoalition entscheiden möge. Dagegen beschwor der bisherige Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag. Schnelder. die „Soziale Front“ von BHE und SPD. Bayernpartei im Gespräch In Bayern hält es der CSU-Vorsitzende Dr. Ehard für an der Zeit. Verbindung mit der Bayernpartei, oder, wie er sagte, mit einem Teil von ihr, aufzunehmen Wichtiger Gesichtspunkt der CSU ist die Kulturpolitik. Landtagspräsident Dr. Hundhammer wünscht ebenfalls eine Regierungsbildung ohne SPD. Das bayerische Ergebnis In Bayern zieht die CSU diesmal mit 38 Prozent der gültigen Stimmen mit einem vereinigung Deutschlands herauf. Die SPD bedaure, daß die Westmächte die sowjetischen Einladungen sowohl zu einer Viererkonferenz über die Wiedervereinigung Deutschlands als auch zu einer europäischen Sicherheitskonferenz abgelehnt haben. Storch gegen Erhard Bonn.(dpa) Das Bundesarbeitsministerium erklärte gestern, es bestehe zunächst nicht die Absicht, ausländische Arbeitnehmer in die Bundesrepublik zu holen. Der Sprecher bezog sich auf eine Ankündigung des Bundeswirtschaftsministers. der erklärt hatte, er werde demnächst wegen des Einsatzes von italienischen Arbeitern mit der italienischen Regierung verhandeln. Sturzflug rettete Menschenleben London.(INS) Der Sturzflug, den ein geistesgegenwärtiger Pilot mit seinem Stratokreuzer gestern unternahm, rettete 33 Menschen das Leben. In einer Höhe von 8000 Metern flog über der Irischen See das hintere Fenster der Luftdruck-Passagierkabine heraus. Die warme, sauerstoffreiche Luft strömte aus, und die Passagiere, darunter sieben Frauen und ein Kind, zitterten vor Kälte und schnappten nach Luft. Unverzüglich setzte der Pilot zum Sturzflug an und brachte sein Riesenflugzeug auf 3500 Meter, wo die Passagiere wieder atmen konnten. SPD bedauert Westablehnung Bonn.(dpa) Zu der Antwortnote der Westmächte an die Sowjetunion wurde von der SPD in Bonn erklärt, das Beharren der Westmächte auf Verhandlungen erst nach der Ratifizierung der Pariser Verträge beschwöre neue große Gefahren für Verhandlungen über die Wiederdeutlichen Mehrgewicht als stärkste Fraktion in den Landtag ein. Bei der Landtagswahl von 1950. bei der sie mit 27,4 Prozent nur zweitstärkste Partei hinter der SPD war, verdankte sie die Spitzenstellung im Parlament nur ihren Überhangmandaten. Ihren sensationellen Erfolg von der Bundestagswahl mit 47,9 Prozent der Stimmen konnte sie freilich nicht wiederholen. Für die SPD bedeutet das Wahlergebnis, 28.1 Prozent, daß sie ihren Stimmenverlust von 1953 wieder aufholte. Die Bayernpartei hat mit ihren 13,2 Prozent gegenüber 1950 verloren, aber im Vergleich zur Bundestagswahl ihre Position wieder gefestigt. Die FDP hielt mit 7,2 Prozent ihren alten Stand, während der BHE mit 10,2 Prozent den Verlust in der Bundestagswahl zum Teil wieder wettmachte. Die fünf Parteien sind im Bayerischen Landtag mit folgenden Abgeordnetenzahlen vertreten: CSU 83, SPD 61, Bayernpartei 28, BHE 19. FDP 13. Neuer Präsident des Montanparlaments Das Straßburger Montanparlament hat gestern den Italiener Giuseppe Pella zu seinem neuen Präsidenten gewählt. 35 Milliarden Dollar will der USAVerteidigungsminister Wilson im nächsten Haushaltsjahr für Militärausgaben beantragen. Die ersten zwei Lufthansa-Maschiner. sind gestern nachmittag auf dem Hamburger Flugplatz gelandet. Sie haben seit ihrem Start in San Diego in Kalifornien 11 000 Kilometer zurückgelegt57 kommunistische Wahlhelfer, die in Westberliner Wohnhäuser Wahlagitation ausübten, wurden von der Westberliner Polizei festgenommen. Eine Million Mark sind im Bundeshaushalt für das kommende Jahr für die Sicherung von Bahnübergängen bereitgestellt worden. Die DAG hat beschlossen, daß ihre Mitglieder in den Arbeitsämtern zu einer Urabstimmung über die Arbeitsniederlegung aufgerufen werden sollen. Die drei Westberliner Stadtkommandanten haben 200 000 Mark für Weihnachtsgeschenke für bedürftige Berliner gespendet. General Gruenther, dem Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte in Europa, ist von der französischen Regierung das Großkreuz der Ehrenlegion verliehen worden. Zehn USA-Düsenjäger sind für die nationalchinesischen Luftstreitkräfte gestern auf Formosa eingetroffen Der burmesische Ministerpräsident ist zu einem Besuch der Chinesischen Volksrepublik nach Peking abgereist. Auf dem Hinflug wird er mit dem Vietminh-Führer Ho Tschi-minh zusammentreffen, Der indische Ministerpräsident Nehru betonte gestern ernaut, es bestehe die Möglichkeit eines friedlichen Zusammenlebens von Ländern mit verschiedener politischen Systemen. Nüßleins O. H. D. Bei einem geologischen Versuch werden am 4. Dezember in der Nähe von Bad Tölz 2000 Kilo Sprengstoff etwa 700 Meter unter der Erdoberfläche zur Explosion gebracht. Man will damit die Erdstruktur des bayerischen Voralpenlandes erforschen. Für Physiker, die aus allen Teilen Europas kommen, sind in weitem Umkreis seismographische S'ationen aufgebaut worden. Es handelt sich hierbei um eine Untersuchung, die das Interesse einer intelligenteren Öffentlichkeit in hohem Maße erregt. Leider hat Bergrat Nüßlein vom Oberbergamt München, der das Experiment leitet,„aus seiner persönlichen Einstellung der Presse gegenüber“ jede Auskunft über das Geschehen verweigert und angekündigt, daß auch nach der Explosion kein Pressevertreter das abgesperrte Gelände betreten dürfe. Wäre dieser Bergrat eine Einzelerscheinung, so würden wir über sein Verhalten kein weiteres Wort verlieren. Aber leider gibt es in Deutschland immer noch mehr als genug Nüßleins, die aus ihrem obrigkeitsstaatlichen Denken nicht herauskönnen und aus ihrer„persönlichen Einstellung der Presse gegenüber“ kein Hehl machen. Dieselben Nüßleins schreien aber Mord und Brand, wenn infolge ihres Vergens in der Presse irgendeine Ungenauigkeit enthalten ist. Sie lieben es auch, über die Niveaulosigkeit der Zeitungen herzuziehen, ohne daran zu denker, daß es gerade die Nüßleins auf medizinischem, biologischem, technischem oder geisteswissenschaftlichem Gebiet sind, die durch ihre Abstinenz gegenüber der Öffentlichkeit den ungebildeten Fachsimpel züchten. Denn Bildung ist mehr als engumgrenzte Kenntnis des eigenen Berufs. Der wirklich gebildete Mensch versucht immer wieder, sich eine Gesamtschau des Lebens und der Umwelt zu formen. Da er nicht sämtliche Fachzeitschriften aus den verschiedensten Wissensgebieten lesen kann, verlangt er mit Recht von der Tagespresse Information darüber, was in der Welt vor sich geht. Dabei ist die Entdeckung eines neuen Medikaments ebenso wichtig wie die Konstruktion einer Maschine oder die Auslegung eines Rechtsparagraphen, die in sein Leben eingreift. Selbstverständlich können diese Artikel nicht im Fachjargon und ebensowenig voraussetzungslos geschrieben sein, sondern jede populär-wissenschaftliche Abhandlung hat den historischen und sachlichen Hintergrund aufzudecken und an Hand dessen den Vorteil einer Neuerung klarzulegen. Jedem wirklichen Fachmann steht es frei, in einem Gespräch sich zu überzeugen, ob der journalistische Befrager die fachlichen Kenntnisse besitzt, um einwandfrei über ein Thema zu schreiben. Daß ein Journalist, der von Haus aus Volkswirt ist, nicht gerade über die neueste Entdeckung auf dem Gebiet der Antibiotica berichten sollte, versteht sich am Rande. Im Interesse des bildungshungrigen deutschen Volkes wünschen wir, daß in unserem Staat die Nüßleins immer mehr aussterben und durch Menschen von universaler Kenntnis ersetzt werden, durch Menschen, die auf den Ergebnissen ihres Fachgebiets nicht sitzen bleiben, sondern sie der Öffentlichkeit zugänglich machen und ebenso aufgeschlossen sind gegenüber anderen Berufen. Wir müssen vom Gelehrten-Snobismus herunterkommen, um wirklich wieder gebildet zu werden. Wer das begriffen hat, wird sich bemühen, seine Forschungen und Erkenntnisse in einer allgemeinverständlichen Form der breiteren Öffentlichkeit bekanntzugeben. An der Presse soll es bestimmt nicht liegen, daß diese Bildungsmöglichkeit ungenützt bleibt. denn sie würde ihre Aufgabe verkennen, wollte sie nicht an der universalen Bildung des Volkes mitarbeiten. Es ist noch immer das Bestreben der seriösen Presse gewesen, ihren Lesern lieber Brot als Steine, lieber Wissen als billige Sensation zu geben. Die sensationelle Form einer Nachricht ist noch keine„Sünde wider den Geist“, denn lediglich ihr Inhalt entscheidet über Wert oder Unwert. Größe und Tragik in Churchills Leben Zum 80. Geburtstag des britischen Ministerpräsidenten— Englands Retter in Stunden der Gefahr Der Aga Khan schreibt in seinen Memoiren über Sir Winston Churchill, der heute achtzig Jahre alt wird:„Ein Teil seines Wesens träumt in romantischer Manier vom farbig ausgemalten Empire, vom Union Jack, der an fernen Außenposten im Winde flattert, von der spähenden Feldwache in der Steinwüste des Khyberpasses, von tausend Trompetenstößen, die durch die Jahrhunderte britischer Reichsgeschichte tönen. Aber in einem anderen Teil seines Wesens waltet ein sonder, realistischer, dabei großherziger, gesunder Menschenverstand, der sich auf eine entschlossene Durchführung des praktisch Erreichbaren richtet.“ Treffender läßt sich das Widerspruchsvolle in Churchills Persönlichkeit nicht wiedergeben. Winston Spencer Churchill, Sohn von Lord Randolph Churchill und einer Amerikanerin, deren Schönheit Wilhelm II. huldigte, Nachkomme des Herzogs von Marlborough, dem er ein großartiges Lebensbild widmete, würde auch dann zu den faszinierendsten Gestalten unserer Zeit gehören, wenn er nicht Politiker, nicht sein halbes Leben lang Minister gewesen wäre, und nicht in der schwersten Zeit seinem Vaterland als der leitende Staatsmann vorgestanden hätte. Wenn ein ganzer Mann wurde... gebraucht Seine staatsmännischen Qualitäten lassen sich weder mit denen Bismarcks noch Disraelis vergleichen, die durch ihr Werk gerade darum leben, weil ihre Nachwelt es nicht zu erhalten wußte. Churchill vollbrachte immer wieder Außerordentliches— wenn die Not einen ganzen Mann verlangte. Die Tragik in Churchills Leben war, daß seine Landsleute ihm gerade wegen seiner Brillanz gründlich mißtrauten und ihm das Steuer des Staatsschiffes möglichst erst überließen, wenn dieses, steuerlos geworden, zu zerschellen drohte. Aber war dieses Mißtrauen nicht gerechtfertigt? Churchill wurde der Retter seines Volkes im Augenblick der höchsten Gefahr. Als solcher gewann seine Gestalt symbolische Verklärung. Zu erhalten, wofür er kämpfte, war Curchill nicht beschieden. Sein berühmtes Wort, er sei nicht Premierminister geworden, um über der Liquidation des britischen Empire zu präsidieren. widerlegte seine eigene Praxis. In Teheran und Yalta Er war es, der Sir Stafford Cripps mitten im Kriege nach Delhi entsandte, um die Loslösung Indiens vorzubereiten. Er war es, der Azypten räumte. Er war es, der in Teheran und Yalta zusammen mit Roosevelt an Stalin alles preisgab, was ihn gegen Hitler ins Feld geführt hatte. Resigniert bemerkt der Aga Khan, sein großer Bewunderer:„Ich glaube, Dominicis Besitz wird verkauft Zur Deckung der Gerichtskosten— Kassationsgesuch des Verurteilten Paris.(Korr.) Nach dem Todesurteil gegen Gaston Dominici wird die Familie des„Patriarchen von Lurs“ nicht auf ihrem Bauernhof bleiben können. Der etwa 15 Hektar große Besitz der Familie, Grande Terre, wird von den Justizbehörden verkauft werden, um die Prozeßkosten zu decken, die sich bisher auf etwa 2 Millionen Francs(24 000 Mark) belaufen. Der Wert des Einödhofes wird auf 800 000 Francs geschätzt. Die Familie Dominici dürfte nicht in Lurs und Umgebung bleiben. Der 77jährige Gaston Dominici hat gestern vormittag das Kassationsgesuch seiner Anwälte gegen das Todesurteil des Schwurgerichts von Digne unterschrieben. Der Verurteilte soll in den nächsten Tagen in ein Gefängnis in Marseille gebracht werden. Ihm ist zugesagt worden, daß er seinen Hund zunächst in der Zelle bei sich behalten darf. Die Verteidiger, die Gaston Dominici gestern morgen aufsuchten, fanden ihn gefaßt vor. er erklärte, er habe eine ausgezeichnete Nacht verbracht. Er gab zu verstehen, daß er demnächst neue Aussagen über den Gang der Ereignisse in der Mordnacht machen könne, und versicherte abermals, seine Familie wisse noch viele bisher unbekannte Einzelheiten. sein Gefolge auf dem Wiener Westbahnhof. Während seines Wiener Aufenthaltes wird der Kaiser im Hotel Krantz-Ambassador im Zentrum der Stadt wohnen. Man hat dem Kaiser das Bett dès Feldmarschalls Radetzky zur Verfügung gestellt, das allerdings modernisiert wurde. Seine Morgengebete wird der Kaiser in der Betbank der Kaiserin Maria Theresia verrichten. Dem Gast ist das Bild der Kaiserin durchaus vertraut, denn es ziert die auch heute noch in Athiopien gültigen Maria-Theresia-Taler. er hätte, wenn er Indien als Vizekönig kennengelernt hätte, weit weniger schreckliche Mittel gefunden, Hitler zu stürzen und Deutschland für die westliche Kultur zu retten.“ Dem Staatsmann Churchill war es in mancher Stunde seines Lebens nicht gegeben, die Leidenschaft seines politischen Temperaments zu zügeln. Darum vermochte er nicht wie Bismarck im Kriege den Frieden zu planen und die Mittel des Krieges mit dem Blick auf den Frieden zu beschränken. Churchill hat als junger Mann während eines Kaisermanövers in Schlesien Deutschland zugleich lieben und fürchten gelernt. Beides hat das deutsche Volk erwidert. Zu dem Phänomen Churchill gehört es, daß er ungeachtet der Rücksichtslosigkeit nächtlicher britischer Luftangriffe ein populärer Kriegsgegner blieb. Als ihn die NSPropaganda als„Säufer“ hinstellte, vermehrte dies seine Beliebtheit nur. Eine riesige Lesergemeinde Der Schriftsteller Churchill, einer der größten Meister der englischen Sprache, hat in Deutschland eine riesige Lesergemeinde. Der einstige Journalist Churchill hat niemals aufgehört, die Phantasie der Presse anzuregen. Mit achtzig Jahren ist Winston Churchill einer der liebenswertesten Abenteurer geblieben, ein rechtes Vorbild für junge Menschen, die das noch vom Greise ausgehende Ungestüm seines Wesens in Bann schlägt. Alle sind zufrieden Die Lanatagswalilen iu Hessen und Bayern liaben nach Außerungen threr führenden Politiker keiner der grosen Partelen eine Euttäuschung bereltet Sowolil von der CDU/CSU als audi von der SPD und der FDP wurden die Endergebuisse mit Befriedigung aufgenommen. Bundeskanzler Dr. Adenauer bezeidinete den Wahlausgang in Hessen und Bayern als eine Bestätigung für die Politik der CDU/CSU. Beide Ergebuisse zeigten, o äußerte stat der Kanzler, daß die Bevölkerung i der Bundesrepublike die von der CDU/CSU verfolgte Politik auch weiterhin bejahe. Der SPD-Vorsitzende Ollenhauer betonte, die SPD habe im Vergleich zu den Bundestagswahlen 1953 in belden Ländern die weitaus größten Gewinne von allen Partelen erzielt. Da der Bundeskanzler und seine Partel die Landtagswahlen als eine Bestätigung der Bonner Auslenpolitik propagiert hätten, seien die Gewinne der Soztaldemokratie und die Verluste der CDU/CSU als cin eindeutiges Votum gegen die Bundesregierung zu werten. Der Pressedieust der FDP sdireibt, das hessisdie Walilergebuls reditfertige den Ausprudi der durdi cine gemcinsame Abspradie verbundenen Christlidien und Freien Demokraten auf die Regierungsbildun g. Das letzte Wort werde jedoch, wie in Sdhileswig-Holstein, voraussichtlich der BHE sprechien. Ahnlich zufriedengestellt wie die Vertreter der CDU, SPD und FDP äußerte sich auch der BHE Vorsitzende Oberländer. Der BHE sei bisher weder in Bayern noch in Hessen eine Bindung ein gegangen. Er werde bei den kommenden Koali tionsverhandlungen selne Haltung davon abhänglg madien, ob ilu die Verhandlungspartuer die Mög lichkelt gäben, die sozlalen Forderungen zu er füllen, die er seinen Wählern zugesagt habe. Delirium tremens bei Kindern Weshalb Mendès-France gegen den Alkoholmißbrauch vorgeht Paris.(AFP) Die französische Regierung hat eine Untersuchung eingeleitet, die das Ausmaß des Alkoholismus unter den französischen Kindern feststellen soll. Die französische Arztin Dr. Suzanne Serin hatte vor einiger Zeit darauf hingewiesen, daß dieses Übel erschrekkende Ausmaße angenommen habe. Die Arztin hatte festgestellt, daß zahlreiche Kinder in dem für besonders hohen Alkoholkonsum bekannten Department Calvados im Alter von drei Jahren regelmäßig Cidre(Apfelmost) zu trinken beginnen Trunksucht unter Kindern von drei bis acht Jahren sei die Folge. In verschiedenen französischen Departements gehöre ein halber Liter Wein auch bei Kleinkindern zum täglichen Mittagsmahl. Die Arztin berichtet über den Fall eines 19 Monate alten Babies, dessen Flüssigkeitsnahrung meist mit einem starken Likör zubereitet wurde. Eine Mutter, die ersucht wurde, ihrem Kind Wasser anstatt Wein zu trinken zu geben, erwiderte schockiert:„Leitungswasser? Und die Bazillen darin?“ Die Arztin empfahl Mineralwasser und konnte das Kind retten. In vielen Fällen sei der Tod durch Delirlum tremens(Säuferwahnsinn) bei Kindern von weniger als acht Jahren eingetreten. Frau vergiftete vier Männer Unter ihnen drei ihrer fünf Ehemänner- Weitere Giftmorde wahrscheinlich Tulsa(Oklahoma). Die 49jährige Nannie Dossgestand am Sonntagabend der Polizei, daß sie vier Männer. darunter drei ihrer fünf Ehegatten, vergirtet habe. Doss besaß für ihren vierten und fünften Mann je vier Lebensversicherungspolicen. Außerdem wurde festgestellt, daß auch ihre Mutter, zwei Schwestern und einer ihrer Enkel unter seltsamen Umständen gestorben sind. Negus schläft in Radetzkys Bett Wien.(Korr.) Haile Selassie traf gestern u einem halboffiziellen Besuch in Wien in. Vizekanzler Schaerf und Außenninister Figl begrüßten den Gast und Prügelei im Parlament Seoul.(INS) Zwischen den Mitgliedern der Regierungspartei und der Opposition im Südkoreanischen Parlament kam es gestern zu einer Prügelei. Die Abgeordneten konnten sich nicht einigen, ob ein Verfassungszusatz am Samstag mit der erforderlichen Mehrheit angenommen worden war oder nicht. Dieser Zusatz soll dem südkoreanischen Staatspräsidenten Syngman Rhee die Möglichkeit geben, auch nach Ablauf seiner vorgesehenen Regierungszeit(im August 1956) weiter im Amt zu bleiben. Die Streitenden wurden von der Parlamentswache getrennt. Schließlich verließen alle Oppositionsmitglieder den Saal. Die Abgeordneten der Regierungspartei beschlossen dann, daß der Verfassungszusatz als angenommen gelten solle. Generalstabschef amtsenthoben Paris.(AFP) Der Staatschef von Südvietnam, Bao Dai, enthob gestern den Generalstabschef Nguyen van Hinh seines Postens. Der General war nach Frankreich gereist, um die Vermittlung Bao Dais in seinem Streit mit Ministerpräsident Ngo Dinh Diem anzurufen. Nguyen van Hinh hatte mit maßgebenden Öffizieren der Armee und den religiösen Sekten in Südvietnam eine Fronde gegen den Ministerpräsidenten gebildet. In dem Erlaß Bao Dais wird bemerkt, der General habe bedauerliche Bemerkungen gemacht, die Bao Dai genötigt hätten, ihn seines Amtes zu entheben. Kaiser im Saargebiet Saarbrücken.(dpa) Bundesminister Kaiser ist gestern ins Saargeblet gefahren, um an der Beerdigung des ehemaligen Generalsekretärs der christlichen Gewerkschaften an der Saar. Karl Hillenbrand, teilzunehmen. Hillenbrand, der am 24. November im Alter von 73 Jahren in Bonn plötzlich gestorben ist, war ein persönlicher Freund des Bundesministers und gehörte zur deutschen Opposition an der Saar. Zur Beisetzung wird auch Ministerpräsident Altmeier von RheinlandPfalz erwartet. Gestapo-Beamte ohne Ansprüche Lüneburg.(dpa) Weder die Exekutivnoch die Verwaltungsbeamten der ehemaligen Geheimen Staatspolizei haben beamtenrechtliche Ansprüche. Mit dieser Entscheidung wies der V. Senat des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg die Klage eines 44 Jahre alten ehemaligen Polizeiinspektors aus Dickel(Kreis Grafschaft Diepholz) zurück, der von der Regierung in Hannover einen Unterbringungsschein nach dem 131er Gesetz verlangte. In der Begründung wurde allerdings gesagt, das Urteil betreffe nicht die Beamten, die gegen ihren Willen zur Gestapo versetzt worden seien. Roman von Annemarie Artinger Copyright by Carl Duncker, Berlin W 35 (1. Fortsetzung) Wie sie hier hereingekommen ist, das ist also das Problem, und das wird an mir hängen bleiben, denn ich weiß es auch nicht, dachte der Nachtportier. Meine Stellung hier bin ich los und wovon wir jetzt die Miete für die Baracke weiterbezahlen sollen, Vaters Ischias-Behandlung und das Essen, das weiß ich nicht. Sie starrten schweigend auf die Tote, die wie eine sehr friedlich und gelöst Schlafende aussah, und schwiegen. „Wir müssen die Polizei benachrichtigen“, sagte der Nachtportier schließlich, und Renate nickte nur. Der Portier ging hinunter in seine Loge, nur von der Zentrale aus konnte eine Verbindung nach draußen hergestellt werden. Renate setzte sich auf den äußersten Rand der Couch und starrte auf die Tote. So ist das also, dachte sie. Stunden vorher hat sie noch intrigiert, gefeilscht, Männer zur Raserei getrieben, und jetzt atmet sie nicht mehr und ist gar nichts mehr. Man wird ihren Namen vergessen und nach Jahr und Tag wird sich kaum einer noch an ihr Gesicht erinnern, kaum einer noch an all die Aufregungen, die sie durch ihre hemmungslose Lebens- und Besitzgie: verursacht hat. Und sie war ein Mensch wie wir, hatte emen goldenen Traum wie wir alle. Renate hatte mit Mabel Holm nie über den goldenen Traum gesprochen, aber sie wußte so genau, als habe es ihr Mabel mit tausend heiligen Eiden geschworen, daß Mabel nur einen Wunsch, nur ein Ziel hatte, eine große. wegen ihrer Begabung und nur wegen ihrer Begabung berühmte Schauspielerin zu werden. Dabei war Mabel schön, reizvoll, elegant und gewandt, aber geradezu erschütternd unbegabt. Renate starrte auf das süße, schlafende Kindergesicht, den vollen Mund, die dunklen langen Wimpern, das gepflegte hellblonde Haar, das wie ein Stückchen goldglänzende Seide wirkte. Wer legt uns die Wünsche ins Herz, die uns unglücklich machen, dachte Renate. Wer zwingt uns, Dinge zu ersehnen, für die unsere Gaben nicht ausreichen, wer hetzt uns Phantomen nach, die uns ins Verderben locken, wie Irrlichter über dem Moor? Wer tut uns das an? Wer treibt seinen Spott mit uns? Warum läßt man uns nicht den Gaben, mit denen wir ausgerüstet sind, entsprechei 1 leben? Sie schlug di Hände vors Gesicht. Ihr Rücken schmerzte sie. Die Übermüdung des langen Tages war qualvoll. Fetzen aus einem Gedicht zogen durch ihren Kopf. ...„ich fühle nur, es geschicht und tut weh.“ Es geschieht und tut weh. Renate drückte die Fingerspitzen auf die Augen, bis sie nichts mehr sah als rote Kreise. Es geschieht und tut weh. Warum geschieht es, wer läßt es geschehen, gibt es wirklich jemand, der uns wie Marionetten an seidenen Fäden tanzen läßt?... 4 Kriminalkommissar Sommer, vom Nachtportier in das Appartementhaus gerufen, trat leise ein und sah im Lichtkegel einer Stehlampe ein zusammengesunkenes, junges blondes Mädchen und davor eine Frau. die, beide Hände vors Gesicht geschlagen, leise in sich hineinschluchzte. Dieser erste Eindruck des Kommissars war nicht günstig für Renate Rainer, aber davon merkte sie nichts. Sie war so versunken in ihre Gedanken, daß sie den Kommissar erst entdeckte, als der Nachtportier sie anfaßte und ihr sagte, daß nun die Polizei eingetroffen sei. Da fuhr sie erschreckt hoch und schaute den Kommissar an. Sommer sah ein totblasses, schmales Gesicht, einen sensiblen Mund und übergroße, graue Augen, kurzgeschnittene braune Locken und Handgelenke von erschreckender Zerbrechlichkeit. Und trotzdem hat sie Kraft, dachte Sommer sofort, mehr Kraft als manche, die aussieht wie ein Geldschrank. „Ich bin Kommissar Sommer“ sagte er ruhig,„jetzt müssen Sie sich, bitte, zusammennehmen und mir erzählen, was eigentlich vorgefallen ist.“ „Ich bin eben nach Hause gekommen, ich hatte Nachtaufnahme im Funkhaus. Meine Tür war nicht abgeschlossen. Ich hatte mir Tee gemacht und als ich das Tablett absetzte, da sah ich plötzlich, daß jemand im Sessel saß. Ich bin so erschrokken..“ „Was haben Sie denn gemacht?“ „Ich bin um den Tisch herum, habe Mabel Holm erkannt und...“ „Mabel Holm, ist sie mit Ihnen verwandt oder befreundet?“ „Nein. Ich kenne sie flüchtig, ich mag sie nicht. Ich bin ihr immer aus dem Weg gegangen.“ „Sie war also heute zum ersten Male hier in dieser Wohnung und ist hier gestorben?“ „Nein, sie war schon ein paarmal hier, immer mit Bekannten, mit Freunden von mir, an die sie sich rangeschmissen hat. Sie war ja nicht loszukriegen, wenn sie irgendein Ziel verfolgte.“ „Also eine gute Bekannte von Ihnen.“ „Ja, vielleicht kann man so sagen.“ „Eine Kollegin?“ „Kollegin? In gewissem Sinne ja.“ Auf Renates Stirn stand eine steile, abwehrende Falte. Langsam verebbte der Schreck, sie kam zu sich, wurde auf einmal hellwach. So sieht also ein echter Kriminalkommissar aus, dachte sie. Komisch, im Film sind sie immer ganz anders, aber nie so unscheinbar wie dieser hier. Auf der Straße würde ich ihn einfach für einen Bankbeamten halten. So still, ruhig und abwartend wirkt er. Bankbeamte haben alle so was höflich Abwartendes. Sommer sah, daß Renate ihn musterte und dachte, sie wirkt so eigenwillig, daß ich mich auf einiges gefaßt machen kann. „Was verstehen Sie unter Kollegin in gewissem Sinne?“ „Sie spielte eben manchmal Theater. Eine Zofenrolle oder eine elegante Frau, die nur einen oder zwei Sätze zu sprechen hatte.“ „Dann war sie doch eine Kollegin.“ Renate war übermüdet. Den ganzen Tag hatte sie Probe gehabt, abends hatte sie gespielt und nach der Vorstellung war noch Bandaufnahme im Funkhaus. Daß sie jetzt gegen vier Uhr morgens einem Polizeibeamten auseinandersetzen sollte, warum man eine Frau wie Mabel Holm nur in gewissem Sinne als Kollegin empfand, das ging über ihre Kraft. Sie stand auf, wischte sich den Schweiß von der Stirn, und der Kommissar, der viel davon hielt, Leute beim Verhör im eigenen Saft schmoren zu lassen, schwieg, ließ sie auf und abgehen und wartete. Renate blieb plötzlich vor ihm stehen und sagte überraschend temperamentvoll: Eine Frau, die davon lebt, daß sie Männer um das letzte bißchen Verstand bringt, muß nicht unbedingt eine Schauspielerin sein, und wenn sie trotzdem hin und wieder zum Spielen kommt, weil das ihr goldener Traum ist, dann verdankt sie das dem Geldbeutel oder den Beziehungen der Männer. Wenn man durch einen relchen Freund mit großen Beziehungen zu einer Künstlerin werden könnte, wäre Mabel Holm ein Weltstar geworden. Aber es gibt noch eine Gerechtigkeit. Talent läßt sich nicht kaufen. Mabel war gänzlich talentlos, wenigstens, wenn sie auf der Bühne stand. Ist Ihnen das jetzt klar?“ „Ungefähr“, antwortete Sommer gleichmütig. Er hatte die besten Erfahrungen mit temperamentvollen Leuten, die sich beim Verhör zu Ausbrüchen reizen ließen. Kommissar Sommer war gar nicht glücklich darüber, daß es ausgerechnet in diesem Augenblick klopfte und der Polizeiarzt eintrat. Renate und der Nachtportier wurden gebeten, das Zimmer zu verlassen. DrauBen auf dem Flur, der nur durch eine schwache Lampe erhellt wurde, stand Renate einige Sekunden mit klopfendem Herzen, sah zum ersten Male bewußt, wieviele Türen dieser lange Gang hatte. Hinter jeder Tür ein anderes Schicksal, eine andere Angst. Sie spürte, daß sie nicht allein bleiben konnte und lief dem Nachtportier nach, der eben die Lifttüre aufschloß. Der Mann schaute sie nur kurz an und begriff, wie ihr zumute war.„Ich telefoniere durch, daß Sie bei mir unten sind. Kommen Sie nur“, sagte er ruhig. Dann saß sie bei ihm in dem gläsernen Kasten, in dem auch die Telefonzentrale war, und wartete. Die Uhr über der Tür zeigte auf vier. Vor einer Stunde bin ich aus dem Funkhaus gekommen und habe noch nichts geahnt, dachte Renate. Manchmal knackte es in der Telefonanlage. Hin und wieder fuhr auf der Straße eir Auto vorbei. Das Licht der Scheinwerfer strich durchs Zimmer. Renate war jetzt so übermüdet, daß nichts mehr wirklich an sie herankam.(Fortsetzung folgt) Patient:„Können Sie sich erinnern, Herr Doktor, daß Sie mich schon einmal operierten“? Doktor:„Aber gewiß, als ich Ihren Magen öffnete, erkannte ich Sie gleich wieder. 119. Jahrgang— Nummer 277 Sauerländisches Volksblatt Altester Anzelger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Helmat- und Krelsblatt Im Kreise Olpe Dienstag, den 30. November 1954 Olper Stadtspiegel Das Rheinische Landestheater teilt mit: Aus arbeitsmäßigen Gründen sind wir gezwungen, ausnahmsweise eine Spielplanänderung vorzunehmen, d. h. die Komödie:„Maruf, der tolle Lügner“ von Schmidtbonn aui cle nächste Spielzeit zu vertagen. Unsere Mitglieder dürfen mit Recht bei diesem Wechsel ein Werk niveauvoller Unterhaltung als Ersatz erwarten. Wir glauben, mit„AIMEE“ Komödie von Heinz Coubier eine gute Wahl getrofen zu haben. Die Hauptrollen haben: Sibylle Gilles, Alfred Querbach, Joseph Saxinger, Horst Dieter Sievers. Das zumindest dem Namen nach allgemein bekannte Erfolgstück spielt z. Zt. der französischen Revolution und weiß in unaufdringlicher. aktueller Manier zu beweisen, daß es immer wieder die„lieblichen Gefühle“ sind, Als Übergang zur H-Linie: gerade fallende Kleider mit leichter Taillenbetonung+ Stoffe: strapazierfähige Kunstseide-Zellwolle-Gewebe von zurückhaltender Eleganz wie Seidentweed, Zellwollrips und Seidentuen— uni und gemusterter Wolltaft für den Nachmittag+ Seide und Samt die über die wirren Zeitläufe hinweg obsiegen werden und müssen. Wir nennen an, daß man diesen Austausch der Stücke überall gerne zustimmt.— Vorerst aber werden wir am 3. Dezember in Olpe Thorton Wilders„Unsere kleine Stadt“ erleben. Märchenaufführung des Jugendrotkreuzes. Am kommenden Sonntag, dem 5. Dezember, führt um 16 Uhr das Olper Jugendrotkreuz das Märchenspiel„Hänsel und Gretel“ im Schwanensaale auf. Dazu sind alle Olper Kinder bis zu 14 Jahren eingeladen. Die 50 Kinder des Waisenhauses haben freien Eintritt. Für die übrigen beträgt der Unkostenbeitrag 20 Pfennige. Karten sind in den Schulen ab Mittwoch zu haben. Aber auch an der Kasse gibt es noch Eintrittskarten.— Im vergangenen Jahre veranstaltete das JugendrotOlpe. Nicht so volkstümlich wie die Schmelzer-Abende“ war begreiflicherweise der Vortragsabend, den Dr. Lucas von der Landesplanungsgemeinschaft in Münster vor den hiesigen Heimatfreunden hielt. Immerhin war am Vortragsabend die Aula des Städt. Gymnasiums von interessierten Teilnehmern gut besucht. Alle Anwesenden folgten mit großem Interesse den Ausführungen des Redners, der sich als Geograph und Historiker in anschaulicher und fesselnder Weise mit dem Thema„Olper Land in Vergangenheit und Gegenwart“ befaßte. Der Redner konnte sich bei seinen Ausführungen auf seine bisherigen Veröffentlichungen stützen, die sich mit unserer engeren Heimat beschäftigen; so u. a. auf seine Arbeit„Das Olper Land“, ferner auf das Handbuch„Der Landkreis Olpe“ und die„Planungsgrundlagen für den Landkreis Olpe“. In seinem Vortrag versuchte er nun, alle wesentlichen Erscheinungen, die in geographischer Hinsicht unseren Landkreis und unsere Olper Heimat beleuchten, in straffer Zusammenfassung aufzuzeigen, was ihm durchaus gelungen ist. Für die Heimatfreunde war clese Zusammenfassung mit gleichzeitiger Erläuterung an Hand von Lichtbildern sehr wertvoll. Sie konnten eine klare Uebersicht gewinnen. Außerdem erhielten sie die Möglichkeit, aus der Vergangenheit Und Gegenwart auf mögliche Entwicklungen in der nächsten Zukunft zu schließen. Mit Karten und graphischen Darstellungen unterstrich Dr. Lucas seine Theorien bezüglich der einstigen Besiedelung des Olper Landes, dessen geographischer Begriff sich mit dem„Südwest-Sauerland“ deckt, bzw. mit den heutigen Grenzen des politischen Landkreises Olpe fast haarscharf zusammenfällt. Das„Olper Land“ ist identisch mit der natürlichen kreuz bekanntlich eine Nikolausfeier mit Kasperltheater. Während damals nur die Flüchtlingskinder eingeladen waren, haben diesmal auf allgemeinen Wunsch alle Kinder der Stadt im oben bezeichneten Alter Zutritt zu dem Märchenspie! im „Schwanen“. Ev. Frauenhilfe Olpe. Um allen Mitgliedern Gelegenheit zu geben, den stellvertretenden Superintendenten, Pator Dr. Müller, Hilchenbach, zu hören, findet die adventliche Feierstunde der Frauenhilfe ebenfalls am Mittwoch, dem 1. Dezember, um 15 Uhr im Gemeindehaus statt. Polizei-Hauptkommissar Sprenger wurde geehrt. Im Dienstgebäude der Polizei wurde dem Leiter der Kreispolizei, Hauptkommissar Sprenger, durch Oberkreisdirektor Zimmermann im Rahmen einer Feierstunde eine Ehrenurkunde der Regierung für 40jährige treue Pflichterfüllung als Polizeibeamter überreicht. Listernohl. Hauptpunkt der Tagesordnung in der Jahreshauptversammlung der Interessengemeinschaft Biggetal e. V. war neben der Neuwahl des Vorstandes, die Berichterstattung des ersten Vorsitzenden über die Arbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr und Ausführungen über den augenblicklichen Stand der Biggetalsperren-Angelegenheit. Die anwesenden Vertreter der Behörden, Landrat Metten und Amtsdirektor Oberließen, berichteten ebenfalls ausführlich über die Maßnahmen, die von der Verwaltung im Rahmen des Talsperrenprojektes mit der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen besprochen worden sind. Der Versammlung konnte mitgeteilt werden, daß sich die in Frage kommenden Regierungsstellen ernstlich mit den Wünschen der Bevölkerung, die von dem Biggetalsperrenprojekt betroffen werden, befaßt haben. Endgültig entschieden wurde, die Ortschaft Listernohl an anderer Stelle wieder aufzubauen. Der Baubeginn der Talsperre aber ist immer noch in tiefes Dunkel gehüllt! Der Saal Beckmann war voll besetzt, als der Vorsitzende der Interessengemeinschaft, Heinrich Muhr, die Versammlung eröffnete. Nach Genehmigung des Protokolls der letzten Sitzung erklärte der Vorsitzende, daß die JahreshauptverGebirgskammer zwischen Ebbe- und Rothaargebirge und den Cobbenroder Höhen. Die genannte Gebirgskammer wird nach Westen und Süden hin durch stark geneigte Wasserscheiden abgegrenzt. Nach Ansicht von Dr. Lucas ist eine Besiedelung dieses Gebietes nicht vor der ausklingenden Steinzeit zu denken. Die Menschen, die hier seßhaft wurden, hätten instinktiv die klimatisch günstigsten und fruchtbarsten Gegenden bevorzugt, die im Nordteil des Kreises, d. h. um Attendorn und Elspe liegen. Dort hätten die ersten Bewohner die besten Bodenverhältnisse vorgefunden. Zunächst seien es wohl nomadisierende Jäger gewesen, doch hätten sich am Ende der jüngeren Steinzeit und mit dem Beginn der Broncezeit bald feste Ansiedlungen von Menschen gebildet. Seien auch hierfür nur spärliche Anhaltspunkte vorhanden, so häufen sich aus der„Latene-Zeit“— wenige Jahrzehnte vor Christi Geburt— die Beweismittel für die damaligen Niederlassungen. Hier sei vor allem an die Wallburgen und die Eisenschmelzöfen zu denken. Die Bevölkerung habe dann in den folgenden Jahrhunderten langsam, aber stetig zugenommen, abgesehen von gewissen Krisenzeiten und stärkeren Abgängen, die durch die Zeitverhältnisse bedingt waren. Eine neue Siedlungsperiode mit einer stärkeren Siedlungskonzentration sei schließlich durch die Industrialisierung und den Ausbau eines modernen Verkehrsnetzes herbeigeführt worden. Es ist hier nicht möglich, den Vortrag des Landesplaners Dr. Lucas in allen Einzelheiten zu berühren. Was er ausführte, war für die anwesenden Heimatfreunde sehr lehrreich, und dafür sprach dem Vortragenden am Schluß des Abends der 1. Vorsitzende des Heimat-Vereins Olpe e. V., Rechtsanwalt Dr. Müller, den verbindlichsten Dank aller Zuhörer aus. Den zahlreichen Glückwünschen, die dem Dienstjubilar ausgesprochen wurden, schließt sich auch das„S. V.“ an. Preiskegeln beendet. Der Kegelklub „Kleine Kugel“ brachte am Wochenende sein Preiskegeln zum Abschluß. Auch die letzten Tage gestalteten sich auf der Bundesbahn Melcher, Gasthof„Zum Bogen“ recht spannend. Peter Zimmermann ((Drolshagen) errang am Sonntag nicht nur den Tagespreis(eine Flasche Steinhäger), sondern beim Stechen um die fünf Gesamtpreise im Werte von 25 bis 125 DM auch den 1. Preis mit 125 DM. Die weiteren Preise holten sich 2. O. Ehrengruber(Olpe). 3. Josef Nies(Olpe), 4. Melcher(Bäckerfachschule, Olpe), 5. Brüser(Möllmicke). Mit dem Verlauf des Preiskegelns waren alle Teilnehmer sehr zufrieden. Sie haben manche schöne Stunde freudiger Ueberraschungen auf der Kegelbahn erlebt. Der Klub„Kleine Kugel“ hat sich mit dieser Veranstaltung, die einen starken Zuspruch fand, bestens bewährt. Totenglocke. Am 27. November verstarb im Alter von 82 Jahren Hugo Meyenberg, wohnhaft Winterbergstraße 8; am 28. November ist im Alter von 77 Jahren Frau Christine Becker geb. Maus, wohnhaft Steinkuhle 6 und der Invalide Fritz Brüning, wohnhaft Am Gallenberg, im Alter von 71 Jahren verstorben. R. i. p. sammlung erst so spät einberufen worden sei, liege daran, daß man erst eine Klärung der widerstreitenden Interessen der Kommunalverbände abgewartet habe, um mit fest umrissenen Tatsachen aufwarten zu können. Auf die Arbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr eingehend, führte der Vorsitzende u a. aus, daß im Sommer 1953 eine Sitzung mit Oberkreisdirektor Zimmermann, Vertretern des Amtes Attendorn, des Ruhrtalsperren-Vereins, der Westfälischen Heimstätten A.-G., des Landesplanungsamtes und der Interessengemeinschaft stattgefunden habe. In dieser Sitzung sei der entscheidende Beschluß gefaßt worden, die Planung des neuen Ortes Listernohl in die Landesplanung aufzunehmen. Die Interessengemeinschaft verfolge das Ziel, daß ein neuer Ort Listernohl aufgebaut werde, wobei berechtigte Wünsche der Bevölkerung berücksichtigt werden sollen. Es solle aber keinem der Umsiedler verargt werden, wenn er nicht in den neuen Ort hineinbaue. Das weitere Vorgehen der Interessengemeinschaft habe sich aus dem Grunde verzögert, daß die Genehmigung zum Bau der Talsperre bis heute nicht erteilt sei. Im Anschluß an die Ausführungen des Vorsitzenden wählte die Versammlung Heinrich Muhr erneut zum ersten Vorsitzenden. Auf Vorschlag des Vorsitzenden wurde dann der weitere bisherige Vorstand zugleich mit den Beisitzern einstimmig wiedergewählt. Baubeginn noch unbestimmt Seit den 30er Jahren, so sagte Landrat Metten, der einen Bericht über die Maßnahmen der Kreisverwaltung in der Angelegenheit Biggetalspere gab, hängt ein Schwert über den Bewohnern des Biggetales. Seit über einem Jahre habe sich auch die Kreisverwaltung noch stärker als bisher für die Belange der betroffenen Bewohner eingesetzt. Es müsse festgestellt werden, daß die lange Zeit des Wartens auf eine Entscheidung hinsichtlich des Baues der Talsperre das Biggetal in seiner Entwicklung stark gehemmt habe. Seit dem Jahre 1938 sei ein Rückgang des ganzen Tales zu verzeichnen. Es wäre aber niemals so weit gekommen, wenn die Angelegenheit zu früherer Zeit besprochen worden wäre, wie es hätte sein müssen. Der Abschluß dieser traurigen Entwicklung sei noch nicht abzusehen, denn die Versprechungen, die seit einem Jahre bezüglich des Baues der Talsperre gegeben worden seien, hätten in belanglosen Vertröstungen geendet und man habe immer wieder auf einen kommenden Landtagsbeschluß hingewiesen. Die Lage sei zur Zeit so, daß der Bau wegen der fehlenden finanziellen Mittel noch nicht begonnen werden könne Man stehe nunmehr vor der dringenden Schwierigkeiten Man stehe jetzt vor der Ueberlegung, ein Gesetz zu schaffen, das die Finanzierung des Baues sicherstelle. Mit der Ausarbeitung der Vorlagen in den einzelnen Ministerien sei man erst so weit, daß diese nicht vor dem Sommer 1955 dem Waserwirtschaftsausschuß des Landtages vorgelegt werden könnten. Vorher könne natürlich auch kein Beschluß im Landtag herbeigeführt werden. Nur eine länger anhaltende Trockenheit würde eine Beschleunigung des Baubeginns und der Bearbeitung des Projektes herbeiführen. Was hat der Kreis getan? Ueber die Initiative des Kreises Olpe bezüglich des Biggetalsperrenbaues und der Wünsche der Bewohner sei folgendes getan worden, erklärte Landrat Metten. „Olper Land" als geographischer Begriff Dr. Lucas sprach zu den Heimatfreunden in der Aula des Gymnasiums Listernohl wird wieder aufgebaut! Entscheldung über die Umsiedlung fällt im Sommer 1955 An Hundem und Lenne Grevenbrück. Gestern wurde Georg Koch, Petmecke 2, 80 Jahre alt. Unsern Glückwunsch! Grevenbrück, Heute verläßt der Bahnhofswirt Franz Cordes Grevenbrück, um das Bahnhofsrestaurant in Finnentrop zu übernehmen. Sein Fortgang wird von der Bevölkerung allgemein bedauert. Der Gaststätte hat er einen recht guten Ruf verschafft. Am 1. Dezember übernimmt E. Mannfeld, bisher Bahnhofswirt in Kühlenhahn die hiesige Gaststätte. Grevenbrück. Die VdK-Ortsgruppe hat am kommenden Freitag um 20 Uhr in der Gastwirtschaft Heydorn in Foerde ihre nächste Versammlung. Grevenbrück. Mit dem ersten Adventssonntag hat sich die Geschäftswelt für den Weihnachtsverkauf gerüstet. Adventskränze mit Weihnachtsglocken sind an den Geschäftshäusern angebracht. Wann gibt es Geld? Grevenbrück. Die Auszahlung der Unterhaltshilfen und der Fürsorgeunterstützungen für Dezember erfolgt im Amtsbezirk Bilstein am Freitag. dem 3. Dezember, nach folgendem Plan: In Grevenbrück von 8.30 bis 12 Uhr in der Amtskasse; in Maumke von 8.30 bis 9.45 Uhr in der Gastwirtschaft Maas; in Meggen von 10 bis 12 Uhr in der Gaststätte Heinemann; in Benolpe von 13.45 bis 14.15 Uhr in der GastDer Kreis sei der Ansicht gewesen, daß eine Entscheidung ereicht werden müsse. Das zwiespältige Gefühl der Bewohner müsse beendet werden. Ein großzügiges Verhalten gegenüber den betroffenen Menschen sei eine moralische Pflicht. Auch die von der Kreisverwaltung aufgeworfene Frage nach der Notwendigkeit des Baues der Biggetalsperre sei von den maßgeblichen Stellen als dringend bejaht worden. Des weiteren sei erreicht worden, daß die geschlossene Umsiedlung der Ortschaft Listernohl anerkannt worden sei. Gleichzeitig wurde anerkannt, daß ein Siedlungsgelände ausgewiesen werden müsse. Damit sei die Möglichkeit des Wiederaufbaues der Ortschaft Listernohl gegeben. Jetzt gehe es darum, die Entscheidung, so oder so, reif zu machen. Fest stehe, daß die Frage der Umsiedlung bis zum nächsten Sommer entschieden werde, ganz gleich, wann der Termin des Baubeginns der Sperre angesetzt wird. Es komme dann darauf an, daß die Umsiedlung selbst in kürzester Frist Wirklichkeit werden müsse. Dieses in die Tat umzusetzen, soll die Arbeit der kommenden Monate sein! wirtschaft Schmies; in Welschen Ennest von 14.30 bis 16 Uhr in der Gastwirtschaft Höfer; in Kirchveischede von 17 bis 17.30 Uhr in der Gastwirtschaft Behme und in Bilstein von 17.45 bis 18 Uhr im Gemeinbüro. Kommission für Ortsbeleuchtung Grevenbrück. In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung lagen verschiedene Anträge aus der Einwohnerschaft auf Anbringung weiterer Straßenlampen vor, die sämtlich der Beleuchtungskommission zur Bekleidungshaus haus, Olpe i.W. empfiehlt Hemd und Binder als willkommene Geschenke weiteren Bearbeitung und Prüfung überwiesen wurden. Die Kommission hat bereits mit der Ueperprüfung der gesamten Ortsbeleuchtung begonnen. Ein Erfolgsstück „Der Mann mit dem Zylinder“ Grevenbrück. Im Rahmen der Kulturgemeinde Hundem-Lenne wurde in Verbindung mit dem BVD vom Schauspielstudio Iserlohn am Samstagabend im Theatersaal der Schützenhalle die musikalische Komödie in drei Akten„Der Mann mit dem Zylinder“ von Just Scheu und Ernst Nebhut aufgeführt. Das Stück, ein„ReiBer“ im wahrsten Sinne des Wortes, spielt Ende 1852 in Paris, als Louis Napoleon, der spätere Kaiser Napoleon III., Präsident der französischen Republik war. Das amouröse Durcheinander mit den sich daraus ergebenden komischen Situaticnen wird zur Quelle einer vergnügten Fröhlichkeit für die Zuschauer. Als hervorragend ist das Zusammenspiel der kleinen Künstlergemeinschaft zu bezeichnen, die von Ferdinand Held-Magney trefflich geleitet wurde. Die eingestreuten Chansons begleitete der Iserlohner Konzertpianist Alfons Kontarsky am Klavier. Das ansprechende Bühnenbild schuf Fritz Sauer. Die pointenreiche, witzige Komödie wurde vom angeregten Publikum mit viel Beifall aufgenommen. Es war ein reizender Theaterabend, unbeschwert und sehr unterhaltend. B. Elspe. Die Nikolausfeier des BVD. findet am kommenden Sonntag statt. Amtsvertretung tagte in Attendorn Amtsbürgermeister Jung(Ennest) wurde wiedergewählt Attendorn. In der Sitzung der Amtsvertretung am vergangenen Freitag im Hotel„Rauch“ wurde der Amtsverordnete Gottfried Neuß, Helden, als Nachfolger des verstorbenen Egon Becker aus Helden in sein Amt eingeführt und vereidigt. Bei der Ergänzungswahl für den Hauptausschuß wurde Struck(Helden) gewählt, in den Sozialausschuß König(Silbecke). Für den durch Versetzung aus dem Jugendpflegeausschuß ausgeschiedenen Lehrer Dornieden wurde keine Ersatzwahl getätigt. Nach der Abnahme der Jahresrechnung für 1953 und dem Finanzbericht über das 1. Halbjahr 1954 schritt die Versammlung zur Wahl des Amtsbürgermeisters und seines Stellvertreters. Peiffer(Listernohl) leitete als Alterspräsident die Wahl. Von 22 Stimmen erhielt der bisherige Amtsbürgermeister Jung(Ennest) die überwiegende Mehrzahl, so daß er wiedergewählt ist. Als Stellvertreter wurde Struck. Niederhelden gewählt. Bei„Schulangelegenheiten“ wurde bekanntgegeben, daß verschiedene neue Schulverbände entstanden sind. Der Amtsdirektor ist Leiter der Verbände. Dem Beirat gehören die Bürgermeister an. Außerdem sind Mitglieder des Gesamtschulverbandes Bremge Vikar Müller (Listernohl), Lehrer Jakob(Bremge), Rinscheid(Bürberg) und Otto Langenohl (Listernohl); im Schulverband Oberveischede der Pfarrvikar, Lehrer Gerke, Aug. Sangermann und Wilh. Springmann; Gesamtschulverband Repe Pfarrer Huckestein(Helden), Lehrer Lachmann(Repe) Egon Hesse und Jos. Hesse(Rieflinghausen). Amtsdirektor Oberließen gedachte des verstorbenen stellv. Amtsbrandmeisters Hille und betonte, daß für zwei Jahre ein neuer Amtsbrandmeister gewählt werden müsse. Unter„Verschiedenes“ konnte der Amtsdirektor darauf hinweisen, daß die Ausbesserungsarbeiten dem Verwaltungsgebäude den erforderlichen guten Rahmen gegeben hätten. Wenn die Sparkasse im nächsten Jahre ihr neues Heim beziehe, könne die gesamte Verwaltung des Amtes in einem Gebäude zusammengelegt werden. REINER-KAEEEE-EXTRAKV INIDOIVERFORM „Meischtns zich ich nui Nietn” Bundespräsident und Bonns weibliche„Prominenz“ auf dem Katharinenmarkt Bonn.—„Meischtns zieh ich nur Nietn“, meinte schmunzelnd Bundespräsident Heuß, als er auf dem Katharinenmarkt im Bonner Bürgerverein einen tiefen Griff in die Pappschachteln mit den Glückslosen tat, die ihm ein junges Mädchen mit freundlichem Knicks hinhielt. Als er dann aber vorsichtig seine Lose geöffnet hatte, fand sich doch ein bescheidener Gewinn darunter: Eine Packung mit Likörproben. „Eimol bin ich mit meinem Sohn auf einer Veranschtaltung gewese“, erzählte gutgelaunt Professor Heuß,„da hat er das gleiche Päckchen Pillen wiedergewonne, das er zuvor für die Tombola gestiftet hatte.“ Puppen für Waisenkinder Eine 14jährige Amerikanerin, die bei einem Puppenwettbewerb des amerikanischen Magazins„Seventeen“ und einer amerikanischen Frauenorganisation den 1. Preis in Form einer Europareise erhielt, beschenkte Düsseldorfer Waisenkinder mit Puppen. Die junge Amerikanerin war auf ihrer Reise in Begleitung einer Redakteurin der amerikanischen Zeitschrift per Flugzeug auf dem Flughafen Lohausen angekommen, um in der Bundesrepublik— in den Städten Düsseldorf und Frankfurt— persönlich die Puppengeschenke an arme Kinder zu verteilen. — Bei dem Wettbewerb waren seinerzeit 70 000 Puppen eingesandt worden, die Kindern in aller Welt als Weihnachtsgeschenke übermittelt werden sollen. Unser Bild zeigt die junge Amerikanerin im Kreise von beschenkten Waisenkindern. Nahezu die gesamte weibliche Prominenz der Bundeshauptstadt hatte sich für den wohltätigen Zweck. zu dem Bonns Geschäftswelt Spenden im Werte von 30 000 Mark gestiftet hatte, zur Verfügung gestellt. Hauptgewinne der reichhaltigen Tombola waren ein Ford Taunus 12 M. zahlreiche Motorräder und-roller, Fernseh- und Rundfunkgeräte, Eisschränke usw.„Jede Mark. die hier rollt, wird das Los der Kriegsgefangenen in Rußland erleichtern helfen öder einen Baustein für das künftige DRK-Kinderheim in Bonn beisteuern.“ Mit diesen Worten umriß der Vorsitzende des Deutschen Roten Kreuzes, Ortsverband Bonn, den guten Zweck, dem diese Budenstadt im Saal diente. „Das isch unsere Preislage“, sagte der Bundespräsident und zeigte auf cine Krawatte zu 4,50 Mark, als ihm die Gattin von Staatssekretär Klaiber eine Kollektion der teuren Binder zu 16 Mark anbot. Nebenan verkaufte Frau Dehler Keramikwaren und feines Porzellan, Frau Bracker, die Tochter des Bundesfinanzministers, praktische Weihnachtsgeschenke für den Herrn. Am Würstchenstand schließlich hantierte mit einer hölzernen Greifzange die Nichte Adenauers, Frau Schumann.„Nicht ein Würstchen oder ein Bier hat er mir abgekauft“, beklagte sie sich über den Präsidenten. Ihr Töchterchen spazierte indessen mit einem riesigen Kaffeehaus- Reklameschild über den „Markt“. Gattin des Protokollchefs als Wahrsagerin In einer dunklen Ecke hatte sich die Gattin des Protokollchefs von Herwarth als Wahrsagerin niedergelassen. Kinder und Jugendliche schnitten bei ihren Zukunftsprognosen bedeutend besser ab als Politiker und Diplomaten. Dem Botschaftsrat Sono aus Japan, der mit seiner reizenden Gattin und einem Plüschtiger durch die Budenstadt zog, prophezeite sie viel Glück und viel Liebe. Er bedankte sich mit unergründlichem asiatischen Lächeln. Für die Weihnachtsreise wichtig Verlängerte Geltungsdauer der Rückfahrkarten Zu Weihnachten und Neujahr gibt die Deutsche Bundesbahn wieder Rückfahrkarten mit verlängerter Geltungsdauer aus. Vom 22. Dezember 1954 bis 2. Januar 1955 gelöste allgemeine Rückfahrkarten für Entfernungen unter 100 km gelten bis zum 6. Januar mit der Einschränkung, daß die Hinfahrt am 4. Tage beendet sein muß. Sonntagsrückfahrkarten gelten zu Weihnachten: Hinfahrt vom 22. Dezember, 12 Uhr, bis 26. Dezember, 24 Uhr; Rückfahrt vom 24. Dezember, 12 Uhr, bis 27. Dezember, 24 Uhr; zu Neujahr: Hinfahrt vom 31. Dezember, 12 Uhr bis 2. Januar, 24 Uhr; Rückfahrt vom 31. Dezember. bis 4. Januar, 24 Uhr. Uhr, Allgemeine Rückfahrkarten für Entfernungen über 100 km gelten unverändert zur Hinfahrt 4 Tage und zur Rückfahrt 2 Monate. Münchhausen verkauft„Scknäys“ Neuer Qualm aus der historischen Pfeife des Lügenbarons Neuenburg. Am Rande des Neuenburger Urwaldes im Oldenburger Land steigt zuweilen aus einer der berühmtesten Pfeifen der Welt neuer Qualm. Diese Pfeife gehörte einst dem Freiherrn Hieronymus von Münchhausen, dem klassischen Lügenbaron. Auch Pfeifenraucher ist heute einer seiner Nachfahren, Freiherr Eberhard von Münchhausen, der mit seiner Familie aus Königsberg in die Friesische Wehde im Oldenburger Lande verschlagen wurde. Am Forsthaus Negelein reitet seit einiger Zeit ein blau-schwarz-weißer Münchhausen wie in seinen besten Tagen auf Von Lok erfaßt und getötet 187000 Zigaretten ohne Zoll— 24000 wegen Verkehrsdelikten verurteilt Minden.— Auf einem unbeschrankten Kleinbahnübergang in Dankersen bei Minden wurde am Montag ein 65jähriger Volksschullehrer von der Lokomotive eines Erzzuges erfaßt und auf der Stelle getôtet. Die Unfallursache ist nach Mitteilung der Polizei noch ungeklärt. Die Sicht war vollkommen frei. Padernorn— Wegen gewerbsmäßiger Zollhinterziehung und Steuerhehlerei verurteilte das Schöffengericht Paderborn einen 57jährigen Kaufmann aus Paderborn zu zehn Monaten Gefängnis, 1000 Mark Geldstrafe und 32 483,80 Mark Wertersatz. Der Angeklagte gab zu, von Besatzungsangehörigen u. a. 187 000 Zigaretten, 734 Pfund Kaffee und Tee, 517 Flaschen Spirituosen sowie größere Mengen Pfeifentabak und Zigarettenpapier erworben und an Deutsche weiterverkauft zu haben. Düsseidori— Die Zahl der Personen, die in Nordrhein-Westfalen auf Grund von Verstößen gegen das Straßenverkehrsgesetz von den Gerichten verurteilt wurden, ist nach einem Bericht des Statistischen Landesamtes von 6462 im ersten Halbjahr 1953 auf 11 720 im ersten Halbjahr 1954 gestiegen, hat sich also fast verdoppelt. 8351 Personen wurden außerdem im ersten Halbjahr 1954 wegen fahrlässiger Körperverletzung und 252 Personen wegen fahrlässiger Tötung bei einem Verkehrsunfall verurteilt. Düsseidori— Das nordrhein-westfälische Finanzministerium teilte mit, vor etwa zwei Wochen seien zwei Angestellte des Landesausgleichsamtes wegen des Verdachts der Annahme von Geschenken für die Erledigung von Amtshandlungen vorläufig festgenommen worden. Köln.— Die rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität hat dem Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, Maximilian Sauerborn, die Würde eines Dr. jur. h. c. verliehen. Staatssekretär Sauerborn wurde mit der Doktorwürde auf Grund seiner Verdienste beim Aufbau der deutschen Sozialversicherung ausgezeichnet. Münster— In Münster werden die Geschäfte am Kupfernen Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet sein. In einer außerordentlichen Ratssitzung revidierte die Stadtvertretung am Montag ihren vor drei Wocher gefaßten anderslautenden Beschluß. Mit Gummiknüppel gegen Banditen Überfall auf Taxifahrer mißlang— Ein Täter festgenommen Duisburz.— Die Besatzung eines Funkstreifenwagens nahm einen 20jährigen Bergmann aus Oberhausen fest, der kurz zuvor mit einem noch unbekannten Mittäter einen Überfall auf einen Taxifahrer verübt hatte. Beide Männer bestellten aus einem Lokal der Duisburger Altstadt einen Mietwagen, um sich nach Oberhausen bringen zu lassen. Nahe der Stadtgrenze forderten sie den Fahrer auf, rechts heranzufahren und drückten ihm einen harten Gegenstand in den Rücken. Der Fahrer ließ sich geistesgegenwärtig aus dem inzwischen geparkten Wagen fallen und ging sofort mit einem Gummiknüppel zum Gegenangriff über. Beide Täter ergriffen die Flucht. Ein sofort zur Verfolgung ausgesandter Funkstreifenwagen stellte wenig später den 20jährigen Bergmann. Die Fahndung nach einem Mittäter läuft. Feriengast Opfer eines Raubüberfalles Kö1n.— Das Kölner Landgericht verurteilte den vorbestraften 22jährigen Arbeiater Johann Kirwald wegen schweren Raubes mit gefährlicher Körperverletzung zu fünf Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Der Angeklagte hatte am Abend des 1. August einen 16jährigen Niederländer aus Tilburg kennengelernt, der sich auf einer Ferienfahrt befand. Er bot dem Niederländer Wegweiserdienste an, schlug ihn dann aber plötzlich mit einem harten Gegenstand nieder und raubte ihm die Geldbörse mit zwanzig Mark und zwei Gulden. Das blutüberströmte Opfer ließ Kirwald hilflos liegen. Fuchs in der Küche erlegt Bünde(Westf.). Ein aufregendes Gastspiel gab ein Fuchs in einem Haus in Kirchlengern bei Bünde. Im Hühnerstall hatte er bereits etliche Hühner gerissen. Als er sich an der Tür des Hauses zu schaffen machte. erschien das zehnjährige Mädchen der Familie. Der Fuchs setzte an dem verdutzten Kind vorbei durch die offene Tür und lief direkt in die Küche. Als das Kind ihm folgte, griff er es an, ohne es zu verletzen. Schließlich wurde der Fuchs durch die herbeigeeilte Mutter und den Großvater des Mädchens in der Küche unter den elektrischen Kochherd getrieben, wo ihm der Großvater mit einer Heugabel den Garaus machte. Das erlegte Tier wird auf Tollwut untersucht. lichen Geschichten die ganze Welt in Sraunen versetzte. Kriegsblinde als Handweber Hannover. Eine neue segensreiche Arbeitsstätte für Kriegsblinde ist in den letzten Jahren aus deren eigener Kraft und Anregung in Langenhagen bei Hannover entstanden. Mit der Handweberei haben sie sich eine neue Existenz geschaffen. Ihrer Zähigkeit und ihrem Unternehmungsgeist ist es gelungen, neben einem Gemeinschaftshaus eine eigene Siedlung zu errichten, die aus zehn Doppelhäusern besteht. Die kriegsblinden Weber in Langenhagen stellen alles her, was man nur weben kann: Tischdecken, Trachtenröcke, Möbelbezugstoffe sowie Mantelund Anzugstoffe aus besten Wollqualitäten. Die Muster verraten einen guten Geschmack und finden guten Absatz. Süße Nachzügler Gleichsam im Sturmschritt verlassen diese Schokoladen-Weihnachtsmänner auf dem Fließband die Fabrik. Sie gehören bereits zu den Nachzüglern, denn der größte Teil von ihnen steht schon jetzt in den Geschäften ouer sogar daheim, sicher versteckt, für den Gabentisch bereit. Dank für neue Heimat Hiltrup. 300 Mark erhielt die Gemeinde Hiltrup von einem unbekannten Spender. In einer Notiz, die dem Betrag beigefügt war, hieß es:„Als Dank dafür, daß ich in Hiltrup eine neue Heimat gefunden habe.“ Die Gemeindeverwaltung hat für das Geld heimatkundliches Material für die Hiltruper Schulen angeschafft. Autos steigen Kinobesuchern aufs Dach Erstes Kino mit eigenem Parkplatz— Geniale Lösung der Parkraumnot Dortmund. Gleichzeitig mit dem ständig wachsenden Straßenverkehr ist in den Großstädten ein zweites, Problem aufgetaucht, nämlich die Parkplatznot. Welcher Kraftfahrer weiß nicht ein Liedchen zu singen, wenn er abends ganz schnell mal ins Kino fahren will und dann nicht weiß, wo er seinen Kraftwagen unterstellen soll, oder der nächste Parkplatz so weit entfernt ist, daß man praktisch erst noch die Straßenbahn benutzen müßte. In Amerika ist man bereits auf die geniale Lösung gekommen, ein Garagenhotel zu bauen. Ein Dortmunder Architekt hatte die entgegengesetzte Idee. Er plante ein unterirdisches Kino, dessen Dach gleichzeitig Parkplatz ist. Vor etwa dre Monaten wurde im Dortmunder Norden mit der Verwirklichung dieses Projektes begonnen. An einer StraBenecke entsteht ein großer Wohn- und Geschäftsblock. Von einer Durchfahrt führt eine Rampe auf den etwas überhöht liegenden Parkplatz und von da sind es nur ein paar Schritte bis zum Kinoeingang. Das Lichtspieltheater selbst ist in der gleichen Art gebaut, wie all die anderen„überirdischen“. mit Parkett und Balkon. Wände und Decke des Kinos sind inzwischen schon fertig betoniert. Das Geschäftshaus selbst, das nach alter Bausitte „aus“ dem Boden wächst, macht auch gute Fortschritte. Wenn die Arbeiten im gleichen Tempo weitergehen wie bisher, kann die Stadt Dormund im nächsten Jahr ihr erstes Kino einweihen, das seinen Parkplatz selbst stellt, ohne zusätzlichen Straßenraum dafür zu beanspruchen. Es dürfte das erste in seiner Art in der ganzen Bundesrepublik sein. Da die Parkplatzfrage aber nicht nur in Dortmund, sondern in allen größeren Städten ein brennendes Problem darstellt, wird es wohl nicht das einzige bleiben. Münchhausen„reitet“ wieder auf seiner Kanonenkugel. Diesmal entlang der Neuenburger Urwaldstraße im Oldenburger Land. einer Kanonenkugel über die Urwaldstraße. Sein Bild kündet sozusagen an, daß man an dieser Stelle einen leibhaften Münchhausen als frischgebackenen Tankstellenbesitzer trifft: den Freiherrn Eberhard von Münchhausen. Der Soldat, Diplom-Ingenieur und Kraftfahrzeugsachverständige Münchhausen betankt seine Kunden mit explosiven Verkehrs-„Schnäpsen“. Wie er das aber macht, gemessen an Witz und ulkigen Schnäcken, das liegt ganz eindeutig auf der Linie derer von Münchhausen und erinnert lebhaft an den pfiffigen Ahnherrn, der mit seinen abenteuerMit Ziegelstein bewußtlos geschlagen 50jährigen Arbeitskameraden überfallen und beraubt— Maskierte Räuber Modernste und längste Hängebrücke Europas Die modernste und längste Hängebrücke Europas, der Neubau der durch Bomben zerstörten Autobahnbrücke über den Rhein südlich von Köln bei Rodenkirchen, soll am 4. Dezember dem Verkehr übergeben werden. Mit einer Gesamtlänge von 567 m und einer Mittelöffnung von 378 m gehört sie zu den modernsten Brükken, die nach dem Krieg auf dem Kontinent errichtet wurden. Die beiden Seile, an denen die Brücke aufgehängt ist. bestehen aus 51 ineinandergedrehten Kabelsträngen und wiegen je 1500 Tonnen. Unser Bild, das in diesen Tagen gemacht wurde, zeigt einen Blick auf die kurz vor ihrer Vollendung etchende RodenBriicke. Iserlohn. Im Raum Iserlohn wurden zwei Raubüberfälle verübt. In Hemer (Landkreis Iserlohn) überfielen zwei Bauarbeiter ihren fünfzigjährigen Arbeitskameraden, nachdem sie gesehen hatten, daß er eine Zeche mit einem Fünfzig-DMSchein bezahlt hatte. Während der eine den Fünfzigjährigen festhielt, schlug der andere ihm einen Ziegelstein über den Kopf und nahm ihm die Geldbörse ab. Beide Täter konnten noch am gleichen Tage gefaßt werden. In Iserlohn drangen maskierte Räuber in ein alleinstehendes Haus ein und überfielen die einzige Bewohnerin, eine 69jährige Frau. Sie durchsuchten die Wohnung nach Geld und Schmuck und konnten dann mit vierzig Mark und einem Jagdpokal unerkannt entkommen. Mörder und sein Opfer erhängt aufgefunden Köln.— Spaziergänger fanden bei Badorf in der Nähe von Köln eine Frau und einen Mann in etwa zwanzig Meter Abstand an Bäumen erhängt auf. Wie die Kölner Kriminalpolizei mitteilt, hat der Mann, der 54jährige Arbeiter Josef Limp aus Merten bei Köln, die 46jänrige Witwe Christine Hamacher im Streit mit einem Hammer niedergeschlagen und dann erhängt. Anschließend nahm er sich selbst durch Erhängen das Leben. Nach den polizeilichen Ermittlungen sind die beiden am Samstag gemeinsam mit dem Motorrad fortgefahren, um Einkäufe zu erledigen. Von dieser Fahrt sind sie nicht mehr lebend zurückgekehrt. Das Motorrad lag nahe der grausigen Fundstelle. Es ist unbekannt, worüber sich die beiden vor der Mordtat gestritten haben. Einladung durch Postillion Nottuln. Bei einem Volksfest in Nottuln (Landkreis Münster) wollte ein Wirt, der sein Metier ein Stück außerhalb des Dorfes betreibt, ebenfalls an der allgemeinen Trinkfreudigkeit partizipieren. Da aber unter normalen Umständen nicht zu erwarten war, daß viele Gäste zu seinem abgelegenen Wirtshaus kämen, verfiel er auf eine originelle Idee: er besorgte sich eine alte Postkutsche, setzte einen Postillion mit Tracht und Horn auf den Bock, spannte zwei Pferde davor und schickte das Gefährt mit der Einladung los, man möge ihn besuchen. Der Wirt hatte Erfolg: Immer und immer wieder lud die Kutsche Gäste vor seinem Lokal ab. „Bomben-König" gewann Prozeß Fristlose Kündigung ungerechtfertigt— Land muß 7232 Mark blechen Herford. Nach dreijähriger Dauer wurde jetzt der Arbeitsgerichtsprozeß des Herforder Sprengmeisters Emil König(Bombenkönig*) gegen das Land Nordrhein-Westfalen entschieden. Das Arbeitsgericht Detmold verurteilte das Land, an König 7232,94 DM an Gehalt und Gefahrenzulage nachzuzahlen und ferner die anteilmäßigen Versicherungsbeiträge für die Angestelltenversicherung ab 1. 12. 1949 zu erstatten. Königs Arbeitsvertrag als Bombenräumtruppführer war vom Regierungspräsidenten in Detmold im Herbst 1950 fristlos gekündigt worden. Zur Begründung wurden verschiedene Vorwürfe erhoben, die inzwischen in einem Strafverfahren entweder widerlegt wurden oder sich als nicht beweisbar erwiesen. Weiter hatte man König„Trinkereien“ während der Dienstzeit vorgeworfen. Dazu stellte das Arbeitsgericht fest, die behaupteten„Zechgelage' hätten nach der Beweisaufnahme größtenteils nach Arbeitsschluß bzw. nach geglückten Bombensprengungen stattgefunden, Neun höhere Polizeibeamte hätten bekundet, daß sie Bomben-König nie in angetrunkenem Zustand angetroffen haben. König hat immer in aller Öffentlichkeit behauptet, daß die Entlassungsgründe ,konstruiert' worden seien. In Wirklichkeit sei er entlassen worden, weil ein Freund des Cheffeuerwerkers im Innenministerium Düsseldorf seinen Posten haben sollte und— auch bekommen hat. Meckern Ju Bielefeld wird es demnächst in einer Straßenbalin cine nette Überraschiung geben: Irgendwann in den nächsten Tagen werden alle Fahrgäste einer bestimmten Straßenbahn von den Stadtwerken Bielefeld zu einer Unterhaltung mit den Straßenbaluschaffuern bei Kaffee und Kuchen eingeladen werden. Die stellvertretend für alle Falirgaste aller Tage und Jahre eingeladenen Fahrgäste sollen bel dieser Kaffeetafel alle Falirgastsorgen und-beschwernisse vorbringen können. also elnmal tüchtig„meckern“ dürfen. Audi die geplagten Schaffner sollen bel der einmaligen Unterhaltung zu Wort kommen. Die Blelefelder Stadtwerke wollen mit dieser Veraustaltung das mensdhliche Verhältuis zwischen Fahrgästen und Schaffnern verbessern. Kulturnotizen Zu dem Film„Des Teufels General“ nach dem gleichnamigen Schauspiel Carl Zuckmayers begann die Hamburger RealFilm-Gesellschaft die Dreharbeiten. Unter der Regie von Helmut Käutner, der zusammen mit Georg Hudalek das Drehbuch schrieb, spielt Curd Jürgens die Hauptrolle des Generals Harras neben Viktor de Kowa(SS-Gruppenführer Schmidt-Lausitz), Bum Krüger, Paul Westermeier, Robert Meyn, Albert Lieven, Karl John. Josef Offenbach, Camilla Spira, Marianne Koch. Eva Ingeborg Scholz, Beppo Brehm, Werner Fütterer und anderen Darstellern. Mit einem Aufruf in der„New York Times“ wurde in den Vereinigten Staalen eine Suchaktion nach den bei Kriegsende aus dem Salzberswerk Hallein spurlos verschwundenen unersetzbaren Andenken an Wolfgang Amadeus Mozart eingeleitet. Es handelt sich u. a. um eine goldene Uhr, die Mozart von der Kaiserin Maria Theresia als Geschenk erhalten hatte, um Briefe an seine Eltern, Originalpartituren und einen kostbaren Ring. Die Wertobjekte gingen beim Eindringen amerikanischer Kampftruppen in das Salzbergwerk Hallein verloren, wohin sie aus Salzburg verlagert worden waren. Der Aufsichtsrat der Düsseldorfer Schauspielnaus-GmbH hat Karl-Heinz Stroux (Berlin) die Leitung des Düsseldorfer Schauspielhauses übertragen. Stroux hat den Auftrag angenommen und wird damit der Nachfolger von Gustaf Gründgens, der Düsseldorf zu Ende dieser Spielzeit, im Sommer 1955 verläßt und die Leitung des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg übernimmt. Der Maler Karl Schmidt-Rottluff, einer der bedeutendsten Vertreter des frühen Expressionismus in Deutschland, wird am 1. Dezember siebzig Jahre alt. Zusammen mit Kirchner und Heckel gründete er 1905 in Dresden die Künstlergemeinschaft„Die Brücke“, die der modernen Kunst den Weg bereiten half. Die künstlerische und menschliche Vitalität des Malers ließen ihn die Jahre der Verfemung gut überstehen. 1941 wurde Schmidt-Rottluff, der seit 1911 in Berlin lebt und 1931 in die Preußische Akademie der Künste berufen wurde, aus der„Reichskammer für bildende Künste“ ausgestoßen und erhielt Malverbot. Seit 1947 wirkt er als Professor an der Berliner Hochschule für bildende Kunst. 1952 wurde er mit dem Kunstpreis der Stadt Berlin ausgezeichnet. Der amerikanische Neger-Dirigent Dean Dixon gab in Berlin sein erstes Deutschland-Gastspiel. Das Rias- SymphonieOrchester spielte unter seiner Leitung Beethovens Leonoren- Ouvertüre Nr. 3, Mozarts Symphonie g-moll und das Klavierkonzert Nr. 4 von Beethoven. Er wurde mit stürmischem Beifall gefeiert. Gespräche mit Goethe Der Gesprächspartner Goethes, Johann Pet cr Eckermann, starb am 3. Dezember 1854. Zum Gedenken an ihn veröffentlichen wir einige Notizen aus seinen„Gesprächen mit Goethe“. Jena. den 18. September 1823 Goethe:„Es soll nicht genügen, daß man Schritte tue, die einst zum Ziele führen, sondern jeder Schritt soll Ziel sein und als Schritt gelten.“ Weimar, den 19. Oktober 1823 Diesen Mittag war ich das erste Mal bei Goethe zu Tische. Es waren außer ihm nur Frau von Goethe, Fräulein Ulrike und der kleine Walter gegenwärtig, und wir waren also bequem unter uns. Goethe zeigte sich ganz als Familienvater, er legte alle Gerichte vor, tranchierte gebratenes Geflügel, und zwar mit besonderem Geschick, und verfehlte auch nicht mitunter einzuschenken. Weimar, den 30. März 1824 Goethe:„Schiller hatte den Gedanken, ein eigenes Haus für die Tragödie zu bauen, auch jede Woche ein Stück bloß für Männer zu geben. Allein dies war in unsern kleinen Verhältnissen nicht zu realisieren.“ Weimar. den 17. Januar 1827 Frau von Goethe brachte in die Unterhaltung große Anmut. Es war von einigen Anschaffungen die Rede, womit sie den jungen Goethe neckte, und wozu dieser sich nicht verstehen wollte.„Man muß den schönen Frauen nicht gar zu viel angewöhnen“, sagte Goethe,„denn sie gehen leicht ins Grenzenlose. Napoleon erhielt noch auf Elba Rechnungen von Putzmacherinnen, die er bezahlen sollte.“ Weimar, den 6. März 1831 Mit Goethe zu Tisch in mancherlei Unterhaltungen. Wir reden auch von Kindern und deren Unarten, und er vergleicht sie den Stengelblättern einer Pflanze, die nach und nach von selber abfallen, und wobei man es nicht so genau und so streng zu nehmen brauche. „Der Mensch“, sagte er,„hat verschiedene Stufen, die er durchlaufen muß, und jede Stufe führt ihre besonderen Tugenden und Fehler mit sich, die in der Epoche, wo sie kommen, durchaus als naturgemäß zu betrachten und gewissermaßen recht sind. Auf der folgenden Stufe ist er wieder ein anderer, von den früheren Tugenden und Fehlern ist keine Spur mehr, aber andere Arten und Unarten sind an deren Stelle getreten. Und so geht es fort, bis zu der letzten Verwandlung, von der wir noch nicht wissen, wie wir sein werden.“ Marie Hamsun in Lübeck „politisch unerwünscht“?? LübecK.- Ein vom„Lübecker Podium“ veranstalteter Leseabend mit Marie Hamsun durfte auf Veranlassung der Lübecker Kultusverwaltung nicht, wie die bisherigen Veranstaltungen, in den Kammerspielen der Städtischen Bühnen stattfinden, sondern mußte in einer gemieteten Aula gehalten werden. Frau Hamsun war zum„Tag des Buches“ zu einem Vortrag nach Lübeck gekommen. Es wird vermutet, daß das Verbot der Benutzung der Kammerspiele für Marie Hamsun auf die politische Vergangenheit(!!) ihres Mannes zurückzuführen ist. Diese Vermutung wird noch dadurch unterstrichen, daß die Lübecker Stadtverwaltung dem Schriftsteller Rolf Italiaander, der Anfang Juni in Lübeck über seine„Begegnung mit nordischen Dichtern“ sprach, untersagt hatte, über seine Begegnung mit Knut Hamsun zu sprechen, wie er seinerzeit selbst in einem Vortrag begannt gab. Höhere Pflanzenerträge durch Ultraschall Essen.— Durch Ultraschall ist es dem bekannten Hochfrequenzforscher Prof. Dr. A. Esau von der Technischen Hochschule Aachen nach langjährigen Versuchen gelungen, Pflanzensamen schnell zum Keimen, früher zum Reifen zu bringen und höhere Erträge zu erzielen. Auf einer Tagung„Ultraschall“ des Hauses der Technik in Essen teilte Esau mit, daß er diese Erfolge nicht nur in Treibhäusern, sondern auch in der Freilandkultur erreicht hätte. Sie seien von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung, denn dadurch könnten auch Länder mit kurzem Sommer klimatische Benachteiligungen in etwa wettmachen. Prof. Esau erklärte vor über 700 Fachleuten, er habe damit zum erstenmal wissenschaftlich exakt nachgewiesen, daß eine Beeinflussung des Keim- und Wachsprozesses durch Ultraschall möglich ist. Die bisherigen Ultraschallversuche im In- und Ausland hätten zu schwankenden, teilweise sich widersprechenden Ergebnissen geführt. In Zusammenarbeit mit Technik und Hygiene sei es ihm außerdem gelungen, eine bakterientötende Wirkung des Ultraschalles festzustellen. Prof. Esau wies durch Aufnahmen unter dem Elektronenmikroskop nach, daß diese Einwirkung auf Zellen und Bakterien nicht von der Wärme der Ultraschallbehandlung, sondern durch rein mechanische Wirkungen hervorgerufen wird. Esau ist nach seinen bisherigen Forschungsergebnissen der Ansicht, daß sie noch wertvolle Ergebnisse vermitteln und weitere Gebiete dem Ultraschall eröffnen werden. Ein Aprés-Ski-Ensemble, das bei einer Vorführung in Venedig Aufsehen erregte. Schon die Hose— ein Bein hellblau, das andere weiß— ist ungewöhnlich. Noch interessanter ist die farblich darauf abgestimmte Plaid-Jacke, die man auch als Stola— geknöpft oder umgelegt— verwenden kann. Vervollständigt wird dieser Anzug durch einen elastischen Rollkragensweater in feiner Rippenstrickart.(Modell: Eneco, Mailand). Die Herren Landmeggen geken/ Von John Forster Das Lager, in dem Sebastian Kaltenbrunner 1945 landete, gefiel ihm offen gestanden überhaupt nicht. Es war kein Entlassungslager, es war ein ganz gewöhnliches, ordinäres KZ. Das hatte zwar den Vorteil der dauerhaften Bauweise, aber leider auch den Nachteil der Hoffnungslosigkeit. Eines Tages hörte Sebastian davon läuten, die Alliierten hätten ein ganz hohes Tier, einen gewissen Kaltenbrunner, gefangen. Er hatte nie etwas von diesem Doppelgänger gehört, aber ihm ging schlagartig das Licht auf, man könne ihn verwechselt haben. Kummervoll verbrachte er die nächsten Tage. Endlich rang er sich zu dem Entschluß durch,„nach Hause zu gehen“. Er hatte noch von keinem Fall von Ausbruch aus diesem Lager gehört; er würde also der erste sein. Als besonders bedeutend empfand er diesen Gedanken und sich selbst nicht. Er wollte nicht„ausbrechen“, er wollte bloß nach Hause gehen. Nie wäre er als ehemaliger hochangesehener Stabsgefreiter auf den Gedanken gekommen, das Lager etwa nächtlicherweise kletternd oder um sein Leben rennend zu verlassen. Er gedachte es vielmehr, es gemächlichen Schrittes, ja möglichst gerade unter den Augen der Briten zu tun. Eine Zeltlang spielte er— als Folge der Betrachtung von verschiedenen Fahrerphyslognomien— mit dem Gedanken, sich mit dem Jeep des Kommandanten selbst hinausfahren zu lassen, wobei ihm lediglich die Methode noch fehlte. Er verwarf diesen Plan jedoch wieder, weil er einen gebrechlichen alten Herrn kennengelernt hatte, der bei weiterem Verbleib in diesem Jammerlager zweifellos der nächste Todeskandidat war. Daß der alte Herr dies wußte, erregte Sebastian Kaltenbrunners stärkstes Mitgefühl. Er beschloß, ihn mit oder gegen seinen Willen mitzunehmen. Dies erschwerte eine elegante Lösung der gestellten Aufgabe natürlich erheblich, und Kaltenbrunner brauchte 24 Stunden mehr. um sich endlich zu finden. Der alte weißhaarige Herr war ein Mann mit einem noch jungen Herzen: der Plan, den Kaltenbrunner ihm entwickelte, trieb ihm die Röte in die pergamentnen Wangen; er war sogleich bereit, mitzumachen. Während dem alten Herrn die Aufgabe zufiel, fünf bis sechs jener weißgestrichenen Stäbe herauszuziehen, mit denen die Engländer im Lager gewisse Parkplatzmarkierungen für ihre Autos vornahmen, begab sich Kaltenbrunner zur Küchenbaracke. Hier hing unmittelbar hinter der Tür ein altmodischer„Regulator“ an der Wand. Diese Uhr stammte noch aus der „deutschen Zeit“. Sie ging auch damals, als hier noch Arbeitsdienst oder BdM oder wer weiß was lag, bestimmt schon nicht mehr. Kaltenbrunner nahm sie vom Nagel, trug sie vor die Tür und zerlegte sie waidgerecht gleich an Ort und Stelle. Das leere Gehäuse hängte er wieder an seinen Platz. Das Gehwerk besser gesagt, das Nichtmehr-Gehwerk, des Zifferblatts und der Zeiger beraubt, nahm er an sich. Dann stieß der alte Herr zu ihm. der auch seinerseits den Auftrag erfüllt hatte und fünf weiße Stäbe unter dem Arm trug. Darüber hinaus wies er etwas Kostbares vor: einen Aktenhefter mit einem leeren Blatt und einen Rotstift. Zwei Minuten später konnte man ein sehr merkwürdiges Bild sehen. Zwei Lagerinsassen, ein junger und ein alter. offenbar geeignete Fachkräfte, hatten die Aufgabe zuerteilt erhalten, irgendwelche Vermessungen vorzunehmen. Bald steckte der eine die Punkte mit den weißen Geometerstäben ab, während der andere ein kompliziertes Gerät, das man im ersten Augenblick für das Innere einer Uhr hätte halten können, in den Händen hielt und daran herumstellte. Bald tat der andere diese Arbeit, während dann der jüngere die Stäbe immer weiter, zwanzig Meter um zwanzig Meter verpflanzte und nun Zahlen in den Aktenhefter eintrug. Er stand dann breitbeinig da und dirigierte mit lauter Stimme den alten Herrn mehr rechts oder links. So näherten sie sich nach weiteren zehn Minuten dem inneren Tor. Der Posten saß auf einem umgestülpten Marmeladeneimer und sah wortlos den Messungen zu. Der erste der großen Augenblicke war gekomWie wir die natürliche Freiheit der Persönlichkeit am besten dadurch schützen, daß wir uns innerhalb des Staates unter die Herrschaft des Rechts stellen, so kann das nationale Leben der Kulturvölker erst dann zur schönsten Blüte gelangen, wenn auch zwischen den Staaten der Rechtsfriede möglichst gesichert ist. So verstehe ich die Versöhnung von Nationalismus und Internationalismus, die das Völkerrecht anstreben soll. Schücking men. Kaltenbrunner drückte dem alten Herrn den falschen Theodoliten in die Hand, ergriff zwei der weißei. Stäbe sowie die„Akte“ und durchschritt das Tor. Er ging geradewegs auf den englischen Soldaten zu und forderte ihn unwirsch auf, sich von seinem Kübel zu erheben. Er deutete ihm mit Gesten und einem deutschen Redeschwall, in dem mehrfach die Worte„Geometer“ und„Kommandant“ vorkamen, an, daß er im Wege stehe und ziemlich lästig sei. Dabei pflanzte er in gerader Luftlinie über den Marmeladeneimer hinweg außerhalb des Tores einen Stab in den Sand. Der Engländer stand unschlüssig da. Der alte Herr, noch diesseits des Zaunes, ließ die Uhrwerkfeder schnurren und hielt den„Theodoliten“ vor das Auge. Kaltenbrunner nahm den Marmeladenkübel, trug ihn an den anderen Torpfosten und lud den Posten lächelnd ein, Platz zu nehmen. Zwei Augenpaare starrten den Mann erwartungsvoll an. Er nahm Platz. Nun ging es schnell voran. Die Stäbe rückten immer weiter. Große Marschrichtung: Einfahrtstor. Auch der alte Herr mit seinem schnurrenden„Theodoliten“ befand sich bereits außerhalb des inneren Tores. Als ihm unter der Anstrengung heftigster trigonometrischer Eintragungen der schüttere Rotstiftstummel abbrach, lieh ihm der Posten sein Messer zum Anspitzen. Weiter ging’s. Sie rückten in unmittelbare Nähe des Doppelpostens an der Einfahrt. Die beiden Männer, schwer bewaffnet, waren aus dem Wachhäuschen herausgetreten. Sie hatten die Prozedur am inneren Tor bereits schon mit angesehen. Kaltenbrunner rammte den vordersten Stab unmittelbar vor ihre Füße. Er lächelte.„Kann einer von euch deutsch?“ „Eh?“ fragten die Posten. „Deutsch?“ „Eh? Deutsch?“ „Ja?" „No!“ erwiderte der Engländer verächtlich „Schön, sehr schön! Euch zwei kenne ich übrigens, ihr habt mich doch schon mal zum Verhör gebracht. Wenn mich nicht alles täuscht, seid ihr aus Whitechapel, was?“ Der alte Herr rief besorgt: „Machen Sie keine Geschichten, um Himmels willen! Die verstehen doch solche Worte! Vielleicht verstehen sie überhaupt deutsch und wollen uns auf die Probe stellen!“ „Nie! Die nie! Sie haben doch nicht etwa Angst? Na, hören Sie mal! Kleine Fische! Hier gehe ich doch ein und aus, wie es mir paßt! Kurbeln Sie doch mal inzwischen ein bißchen an Ihrer Höllenmaschine herum. Sehr schön, sehr schön! So, ich gehe jetzt aus dem Tor und stecke mal dort drüben am Wegrand eines meiner hübschen Stäbchen auf.“ Er kniff das linke Auge zu, visierte mit dem rechten den alten Herrn an und begann, dergestalt rückwärts langsam aus dem Lager zu schreiten. Jenseits des Weges pflanzte er den Stab auf. Dann ging er forschen Schrittes zurück und holte zwei weitere. Er stellte sie entlang dem Zaun auf, sie von drüben anvisierend. Dann rief er den alten Herrn. Er durchschritt unangefochten das Tor. Er blieb in der Nahe des Zaunes.„Ich bin dafür“, rief ihm Kaltenbrunner zu,„daß wir langsam ein wenig weiter rechts rükken, dann plötzlich drüben an den Büschen vermessen und uns dann ohne viel Federlesens durch das Buschwerk verdrücken. Was halten Sie davon?“ „Um Himmels willen, sprechen Sie doch so etwas nicht so laut!“ „Warum denn nicht? Wir müssen uns doch unterhalten, wenn wir messen, eins, acht, neun, fünf, vier, sieben, zum Teufel noch mal! Achtzehn Komma sechs, vier Komma drei, neun, null, null und noch mal null! Jetzt hab ich's satt, jetzt gehen wir los! Kommen Sie!“ Der eine Posten hatte sich zurück ins Wachhäuschen begeben, der andere lehnte am Tor und zupfte an seinem rötlich fahlen Bärtchen. Als er aufblickte, hängte der alte Herr gerade den Aktendeckel an den Zaun, indem er ihn am Stacheldraht aufspießte. Als er nach einer Minute Dösens abermals aufschaute, waren die Landmesser verschwunden. Sie übernachteten in einem Wäldchen. Es war kühl. Wenn es viel war, schliefen sie zwei, drei Stunden. Zwischendurch horchten sie oder machten sich Bewegung. Am nächsten Morgen marschierten sie in die Stadt ein. Sie gingen schweigend nebeneinander her, der alte Herr und der junge Mann, hemdsärmelig, durchfroren; der eine, der alte, unruhig forschend um sich blickend, der andere, junge, unbekümmert. Er pfiff„Ich bin nur ein armer Wandergesell...“ vor sich hin und drehte sich ab und zu nach Mädchen um, sofern sie ein besonders gelungenes Kunstwerk der Natur darstellten. (Aus: John Forster: Heldentum nach Ladenschluß, 220 S. 18 Zelchn, DM 9.80. StallungVerlag, Oldenburg.) Humor UNSER Der zweite Ein amerikanischer Politiker kehrte nach mehrwöchiger Reise durch Europa und Asien in die Vereinigten Staaten zurück. Bei der Ankunft in New York wurde er von einem Rudel rasender Reporter angefallen. Einer rief:„Sagen Sie uns rundheraus: Steht ein dritter Weltkrieg bevor?“ „Aber wieso denn?“ lächelte der Politiker.„Keine Spur. Der zweite ist doch noch gar nicht zu Ende!“ Selbständig gedacht Auf einer Tagung erklärte die Vorsitzende der„Federation of Women’s Club“: „Wenn man sich darüber beklagt, daß wir Frauen heute verwirrter sind als je zuvor, so kann ich Ihnen genau sagen, seit wann wir das sind: seit uns die Männer beigebracht haben, selbständig zu denken!“ Ausweltung Autofahrern gab die„Saturday Evening Post“ folgenden guten Rat:„Wenn Ihre Garage zu klein ist, können Sie sie leicht vergrößern. Lassen Sie Ihre Frau den Wagen in die Garage fahren.“ Schwerarbeit Sie war eine Furie, er war ein Bettler. Es war sein Pech, daß er ausgerechnet sie um eine Gabe gebeten hatte.„Scheren Sie sich fort!“ schrie sie ihn an.„Sie sehen ganz so aus, als hätten Sie nie in Ihrem Leben anständig gearbeitet!“ „Ach, liebe Frau“, seufzte der Bettler. „Wenn Sie es nicht für Arbeit halten, Leute wie Sie um ein Stück Brot zu bitten, dann wissen Sie überhaupt nicht, was Arbeit ist." a Aus den Silben: a— ant— blen— da dę— de— e- eid— em— ex- ezfa— floh— gra— haus— i— in— ka — la— ler— lin— lis— mein— mi— mus— na— nal— nenz— nun— ra— re — ri— ri— ser— stra— su— su— sul— tal— tan— te— ter— thun— un — was— za— zen— zi— zil sollen Wórter nachstehender Bedeutung gebildet werden. Ihre Anfangs- und Endbuchstaben ergeben eine Lebensweisheit. Bedeutung der Wörter: 1. Angeber, 2. Abzeichen, 3. Gesamtkraft, 4. kleines Insekt, 5. Hubscheibe, 6. Stadt in Spanien, 7. Tiroler Alpental, 8. Teil des englischen Parlaments, 9. strafbare Handlung, 10. Religionsstifter 11. Lebensanschauung, 12. Kardinalstitel, 13. Unsinn, 14. malaiischer Archipel, 15. berühmte künstl. Wasserstraße. Auflösung des letzten Rätsels Waagerecht: 1. Saum, 4. Wurm, 7. Mars, 11. Auge, 13. USA. 15. Area, 16. Uran, 17. Paul, 18. Ren, 19. Lage, 20. Pomp, 21. Isis, 22. Tee, 23. Ode 24. Ecke, 27. Reim. 30. Nest, 34. Tank, 35. Tube, 36. Bier, 37. Arie, 38. Ali. 39. Alma, 40. Tee. 41. Lese 42. dein. Senkrecht: 1. Saul, 2. Aura. 3. Menetekel, 4. Wuppertal, 5. Raum. 6. Melpomene, 7. Marienbad. 8. Ares. 9. Reni. 10. Sais. 12. Gag, 14. Sao. 24. Etat. 25, care. 26. Knie, 28. Eule, 29. Ibis. 31. Eile. 32. Sem. 33. Tran. Bücher gefällig? Stefan Zweig: Ungeduld des Herzens. Roman. 387 S., DM 6,80. S.-Fischer-Verlag Frankfurt. Zweigs einziger Roman, neu in der Reihe „Sucher der Neunzehn“(d. h. der neunzehn Verlage, die moderne Literatur in Massenauflagen billig herausgeben). Die mit allem psychologischen Raffinement und stilistischer Meisterschaft erzählte Geschichte der Liebe eines gelähmten Mädchens zu einem Öffizier Im Mittelpunkt das Problem des Mitleids, des echten und falschen, auch des Mitleids als einer Grenzregion neben der Liebe. Selbst der Leser, der zunächst Milieu und Thema etwas fremd gegenübersteht, verfällt mehr und mehr dem Bann, den Stefan Zweigs Kunst unverändert ausübt.—r Mario Posa erzählt von Frauen und Gärten in Südamerika. 152 S., 16 Fotos. 65 Zeichnungen von Bele Bachem. In farbigem Schuber DM 9.80. Wilhelm- Goldmann- Verlag München. Ein kleines Buchkunstwerk, zu dessen Ge lingen vor allem die reizvolle Illustrierung durch Bele Bachem beigetragen hat. Mario Posa, das ist O. R. Schaal, der sechsunzwanzig Jahre lang in Südamerika Gartengestalter war. Er plaudert schwungvoll und poetisch von seinen mannigfachen Erlebnissen in Brasilien. Argentinien und Chile, und nicht umsonst begint er mit dem Satz:„Immer liebte und liebe ich Frauen!"—r Jean Hougron: Das Mädchen von Saigon Roman. 416 S., DM 14,80. Paul-ZsolnayVerlag, Hamburg. Eine berückende Frauengestalt vor dem Hintergrund des Krieges gegen die Vietminh. Diese Annamitin My-Diem in ihrer exotischen Schönheit wird man nicht so leicht vergessen. Souverän schaltet der französische Autor(Großer Romanpreis der Academie Francaise) mit den Elementen der Spannung auch fehlt nichts, was den Reiz der asiatischen Dekoration ausmacht. Krieg und Opiumrausch, Gefangenschaft und Glücksspiel, gefährliche Situationen, Tod, schöne Frauen, Männer jener Charakterschattierung, Nachtlokale, und inmitten der Leidenschaften My-Diem, das berückende Geschöpf, mit ihrem Mann und dem Mann, der ihr verfällt. Lougron gestaltet das alles mit hinreißender Kraft. S. Ernest Hemingway: Die grünen Hügel Afrikas. 244 S., DM 12,80. Rowohlt-Verlag, Hamburg. Ein älteres Buch des jüngsten Nobelpreisträgers erscheint nun bei uns zum erstenmal (in der manchmal etwas dürftigen Übersetzung von Annemarie Horschitz-Horst). Der Autor versichert in seinem Vorwort, er habe lediglich feststellen wollen, ob ein„wirklich wahres Buch“, nämlich die Schilderung eines vierwöchigen Jagdunternehmens,„neben einem Werk der Phantasie bestehen könne“. Natürlich entstand unter seinen Händen mehr als eine bloße Reportage. Bei aller sachlichen Genauigkeit, bei aller Außerachtlassung stilistischer Artistik sind die Seiter. doch prall von Leben, das Jagdabentever wird zum Abenteuer des Menschen überhaupt, zu einem der männlichen Urerlebnisse. Majestätisch das Bild Afrikas, seiner Landschaft, seiner Tiere, seiner Menschen. Großartig vor diesem Hintergrund das Häuflein Weißer. F. S. Guiseppe Marotta: Das Gold von Neapel 253 S., DM 9,80. Karl-Rausch-Verlag, Düsseldorf. Mit Recht rühmt man diesem Buch nach, es sei eines der schönsten, die nach dem Kriege in Italien erschienen sind. Ein Dichter beugt sich liebend über die Stadt am Vesuv. Indem er von seiner Kindheit erwählt und von den Menschen, die er damals kannte, entsteht ein buntes, ungeheuer lebendiges Mosaik. Große und kleine Schicksale, Clück und Not, Laster und Frömmigkeit, groteske und zärtliche Situationen lösen einander ab. Gütig und humorvoll ist die Stimme Marottas, aber auch leidenschaftlich. Ihr gelang ein großartiger Hymnus auf das Leben. F. S. Hippolyte Taine: Die Entstehung des modernen Frankreichs. Revolution und Kaiserreich. 524 S., 16 Abb., DIA 9,80. G. B.-FischerVerlag, Frankfurt. Als vierter Band der„Bibliothek der Weltgeschichte“ erscheint endlich wieder dieses Standardwerk. Taines Darstellung des vorrevolutionären Frankreichs, der großen Revolution. Napoleons und des Kaiserreichs ist von klassischer Größe. Hinter den Zahlen und Tatsachen wird die für die Geschichte der Neuweit so entscheidende Art, ihren führenden Persönlichkeiten ungemein lebendig. Der Stoff hat seinen Meister gefunden.—r. Gregor von Rezzori: Oedipus siegt bei Stalingrad. Kolportageroman. 352 S DM 14,80. Rowohlt-Verlag, Hamburg. Der„scharfe Tobak“ dieses Buches könnte bedenklich stimmen, wäre er jedem Leser zugänglich. Aber dieser Mischung aus Zeitsatire, Sittenschilderung, Komödle und Posse mit seinem artistisch verspielten, häufig travestierenden und parodierenden Stil vermag nur der ausgefuchste Kenner folgen. Wer nicht die kleinen und kleinsten Anspielungen versteht, die üppig verstreut sind, der muß von vornherein kopfschüttelnd verzichten. Der erfahrene Leser aber wird einen Heidenspaß an dieser tollen Mischung aus Scherz und Ernst haben, an diesem Seiltanz über einen Abgrund, an diesem Feuerwerk über dem Berliner Kurfürstendamm der Vorkriegszeit und des Krieges. Entzücken und Schockiertsein halten sich die Waage, wenn man Rezzoris Formulierungen folgt. F. Eitel Lange: Weltfahrt mit Motorrad und Kamera. Mit 110 Bildern und Kartenskizzen. Verlag M. Frech, Stuttgart-Botnang. 240 Seiten. 12,80 DM. Vater und Sohn auf einem Weltenbummel— das ist mal etwas anderes als eine wissenschaftliche Expedition. Mit einer Seitenwagenmaschine haben sie 33 000 km von Stutngart aus über Italien, Griechenland, die Türkei, Persien, Indien, Japan, Hawaii und Nordamerika zurückgelegt. Dabel betrieben sie keine tiefgründigen Forschungen, sondern erlebten als Reporter Land und Leute, wie sie überall den Wandlungen der neuen Zeit unterworfen sind.„Wir haben viel erzählt von unserem neuen Deutschland, und auf der ganzen Reise war man niemals unfreundlich zu uns.“ Mit einem guten Schuß Humor wird berichtet. Die vielen Fotos ergänzen den Band bestens. Hbr. Hedwig Weiß-Sonnenburg: Mitami, 164 S. 5,80 DM. P. Gundert Verlag, Suttgart. Die Abenteuer des tapferen kleinen Halb. indianers in Paraguay werden alle Jungen und Mädel von 12 bis 14 Jahren sicher mit Spannung verfolgen. Es ist auch viel die Rede vom Leben der Indlaner und von dem der Farmer, die sich mit den braunen Männern recht gut zu verstehen scheinen. Das ist lehrreich und interessant M. BUNTE WELT Schlangentorte Als in Vittorio Veneto/Italien ein Konditor eine frische Torte anschneiden wollte, stieß er einen Schrei aus. Auf ihr lag zusammengeringelt eine 80 Zentimeter lange grüne Schlange, die einem Tierfreund entkommen war. Die Gäste hatten sie schon gesehen, aber für eine besonders originelle Tortenverzierung aus Zucker gehalten.(reta) Corpus delicti aufgefressen National-City.— Mary W. Keskey aus National City/USA, konnte nicht wegen Diebstahls verurteilt werden. Sie war angeklagt, aus einem Geschäft ein Stück Käse gestohlen zu haben, doch als die Polizei es dem Richter vorlegen wollte, hatten es die Mäuse im Polizeidepot gefressen.(reta) Schlecht bewacht Basel.— Einem Richter wurde in Basel das Auto gestohlen. Es parkte vor einem Gebäude, in dem gerade sämtliche Kriminalisten des Landes an einer Tagung teilnahmen.(reta) Fröhliche Selbstmörderbrücke Bristol.— Ein Architekt aus Bristol hat vorgeschlagen, Englands berühmteste Selbstmörderbrücke, die CliftonBrücke, nicht mehr dunkelrot, sondern hell anzustreichen:„Eine leuchtende, freundlich bemalte Brücke stimmt den Geist fröhlich und vertreibt alle Selbstmordgedanken.“(reta) Kirchenreklame Narrogin.— Dr. A. N. Jacobs aus Narrogin/Australien hat gegen das Läuten von Kirchenglocken protestiert. Das Geläut der Glocken sei eine Reklame wie jede andere, und es sei keinem Geschäft erlaubt, seine Öffnungszeiten durch das Läuten großer Glocken bekanntzugeben. Man solle daher das Läuten auf den Abend und die Nacht beschränken, damit man am Tag Ruhe hätte.(reta) Geistertraining In Shepshed/England wollten nachts verschiedene Personen auf den Straßen einen weißen Geist gesehen haben, den sie das„fliegende Pferd“ nannten, weil er schnell und lautlos an ihnen vorbeigaloppierte. Er entpuppte sich als die 17 Jahre alte Josephine Stock, die nachts im weißen Trainingsanzug für den Straßenlauf eines Sportfestes übte. (reta) Streitbare Katze Turin.— Fünf Stunden lang verwehrte in Turin eine Angorakatze ihren Besitzern den Eintritt in die Wohnung, indem sie ihnen ins Gesicht sprang und sie kratzte. Der Grund war Eifersucht; die Leute hatten zuvor eine fremde Katze gestreichelt.(reta) Die falsche Nummer Ramos Mejia.— Elf Jahre hatte ein Mann in Ramos Mejia/Argentinien in der Lotterie die Nummer 412 891 B gespielt, aber nie etwas gewonnen. Als jetzt 100 000 Pesos darauf entfielen und er sein Los hervorzog, hatte es eine andere Nummer. Er verklagte seinen Lotterieeinnehmer auf Ersatz des Gewinnverlustes. Hutschwur Neuyork.— 16 000 Mitglieder der amerikanischenHutarbeitergewerkschaft wollen einen feierlichen Schwur ablegen, nie anders als mit Hut auszugehen und auch ihre Freunde und Bekannten dazu anzuhalten. Dadurch soll der Absatz von Herrenhüten gefördert werden.(reta) Ver Zwinger von der Rosmarienhaldle Spezialausbildung für Lawinensuchhunde in Berchtesgaden- Einsatz mit Fallschirmen Berchteszanen.— Nach österreichischem und schweizerischem Vorbild plant auch die Deutsche Bergwacht, eine Rettungsflugwacht zu gründen. Sie könnte den in Bergnot befindlichen Menschen schneller helfen, als es bisher möglich war. Die Ausbildung von Lawinensuchhunden an Fallschirmen ist dabei sehr wichtig. In Berchtesgaden gibt es nun eine solche Ausbildungsstätte. Vielstimmiges Gekläff empfängt schon von weitem den Fremden, der sich dem „Zwinger von der Rosmarienhalde“ in der Schönau bei Berchtesgaden nähert. Im Garten springt gerade der Boxer„Carol von Heilbrunn“, ein berühmter Deckrüde, der zur Erfüllung von„Mannespflichten“ eigens nach Südamerika reisen mußte, mit einem schweren Apportierholz im Maul über eine zwei Meter hohe Bretterwand. Nur unter„Geleitschutz“, der dauernd die scharfen Hunde abwehren und beruhigen muß, kann der Besucher in das Haus und bis in das Wohnzimmer gelangen. Dort bellt und jault es aus allen Ecken. „Wir haben hier schon im Winter 1952/ 1953 die erste Ausbildungsstätte für Lawinensuchhunde eingerichtet, der später Garmisch-Partenkirchen und Murnau mit ähnlichen Schulen folgten“, erklärt Frau Lotte Schlutter, die den Zwinger beaufsichtigt.„Damals begannen wir mit zehn Tieren.“ Inzwischen konnten der Ortsgruppe Berchtesgaden des Vereins für deutsche Schäferhunde etwa 15 voll einsatzfähige Lawinensuchhunde zur Verfügung gestellt werden. Sie stammen teils aus Privatbesitz, teils aus der Obhut der Landpolizei und des Zolldienstes. In Katastrophenfällen können diese Tiere rasch mit Flugzeugen an ihre Verwendungsorte gebracht werden. Die Ausbildung von Lawinensuchhunden dauert lange und ist meist mit großen körperlichen Strapazen für Führer und Hund verbunden. Vor allem müssen die Tiere unerhört starke Nerven haben und absolut wetterfest sein. Es können nur Hunde gebraucht werden, die vollkommen selbständig arbeiten und schon die Schutzhundeprüfung I bestanden haben, also das Kommando„Such!“, verstehen. Die praktische Ausbildung beginnt damit, daß der 77 Diebin aus Tierliebe Die Löwen fraßen Anna-Marie aus der Hand— Doch das Geld für Süßigkeiten stammte aus der Ladenkasse Paris.— Anna-Marie ist ein Waisenkind. Vielleicht darum hat sich ihre ganze Liebe den Tieren zugewandt. Ihr großer Traum war es immer, einst Tierpflegerin in einem Zirkus zu werden. Vor wenigen Wochen wurde sie 16 Jahre alt; sie durfte ihr heimatliches Dorf verlassen, um im großen Paris eine Stellung anzunehmen. Der Erfüllung ihres Traumes brachte sie das nicht näher, denn sie kam bei einem Fleischer in die Lehre. Aber in Paris gibt es einen Zirkus, und das sollte Anna-Marie viel Freude, am Ende aber bittere Tränen bringen. Jeden Abend ging sie in die ZirkusMenagerie, sprach mit den Tieren und erfreute sie durch kleine Leckereien. Die Elefanten fütterte sie mit Schokoladenmäusen, die Löwen bekamen Obsttörtchen, die sie mit sichtlichem Wohlbehagen verzehrten, Zum großen Staunen der Wärter Kampf um herrenlose Bomben Komödie vor einem französischen Gericht— Kampf um ChampignonHöhlen im Loire-Tal Paris.— Um gestohlene Bomben ging es bei einer seltsamen Gerichtsverhandlung in Vendome bei Paris. Der Angeklagte, und in jeder Beziehung Leidtragende, war ein Mann aus bester Familie, der Marquis Marc de Vives. Sein Unglück war es, daß die RAF bei ihrem überstürzten Rückzug im Jahre 1940 eine Anzahl von Fliegerbomben in Höhlen zurückgelassen hatte, die er dringend für seine einträgliche Champignonzucht braucht. Die Bomben in den kilometerlangen Felshöhlen im Loire-Tal haben viel Ärger verursacht. Spezialisten der deutschen Luftwaffe untersuchten sie, stellten aber fest, daß ihr Format eine zweckentsprechende Verwendung nicht zuließ; sie waren für britische Flugzeugtypen geschaffen. Daraufhin ließ man die Höhlen zumauern. Am Ende des Krieges rosteten die Bomben in firen Verliesen immer noch still vor sich hin. Der Marquis, der endlich wieder Champignons züchten wollte, wandte sich an die Polizei. Dort verwies man ihn an das Verteidigungsministerlum und von dort an das Luftfahrtministerium. Doch auch das wußte mit der Sache nichts anzufangen und schickte den armen Marquis zur Polizei zurück. Jetzt endlich geschah etwas, aber genau das Gegenteil von dem, was der Marquis erwartet hatte. Man mauerte die von Widerstandskämpfern aufgebrochenen Höhlen abermals zu. Der adlige Champignon-Züchter verlor weiterhin zwei Millionen France im Jahr, weil er den Betrieb nicht wiederaufnehmen konnte. Da entschloß er sich zu einer mutigen Tat: Er verklagte den Staat auf 15 Millionen Francs Schadenersatz. Das schlug ein, wie es die Bomben getan hätten, wenn sie ihrem Zweck zugeführt worden wären. Der Staat wurde hellwach. Kommissionen erschienen, brachen die Höhlen wieder auf und zählten die Bomben nach. Es fehlten einige. So kam es, daß sich der Marquis, statt den Schadenersatz einzustreichen, wegen Diebstahls vor Gericht verantworten mußte. Tatsächlich gab er zu, ein paar der Bomben als Schrott verkauft zu haben.„Was aber sonst noch fehlt, ist von anderen Leuten gestohlen worden!“ rief er aus. Und sein Verteidiger wies darauf hin, daß man das gefährliche Zeug doch endlich fortschaffen sollte. Der Vertreter des Staates aber zuckte mit den Schultern.„Das würde acht Millionen Francs kosten“, sagte er. Überdies sei der Staat gar nicht dafür verantwortlich, denn da die Briten die Bomben offiziell zurückgelassen und aufgegeben hätten, gehörten sie praktisch und rechtlich niemandem. Auf diese Feststellung hatte der Anwalt des Marquis nur gewartet. „Wenn sie niemandem gehören“, fragte er hinterhältig,„wieso kann dann mein Klient des Diebstahls angeklagt werden?“ „Das weiß ich auch nicht“, gab der Richter seufzend zu. Es blieb ihm nichts weiter übrig, als den Prozeß um vier Wochen zu verschieben, damit er in Ruhe über die Bomben, den Marquis und seine Pilze nachdenken kann. Weibliche Liftboys als Statistinnen Neuyork.— In Madison Avenue sind zwei neue Wolkenkratzer mit automatischen Aufzügen eingerichtet worden. Trotzdem fahren in dem einen Gebäude immer hübsche Blondinen und in dem anderen Hochhaus Brünette mit, um— wie die Direktoren sagen—„den Besuchern ein wärmeres Gefühl zu vermitteln.“(globrep) Tauschobjekt Los Angeles.— Am schwarzen Brett des Polizeihauptquartiers von Los Angeles hing neulich folgende Notiz:„18karätiger, weißgoldener Verlobungsring mit 12 Brillanten gegen 38er Revolver einzutauschen.“ (globrep) und Dompteure wurde Anna-Marie mit den wildesten Bestien fertig. Ganz ohne Furcht schob sie ihre schmale Hand mit den Törtchen durchs Gitter, die Löwen faßten die Leckerbissen zart mit den Zähnen, und niemals wurde das Mädchen verletzt. Niemals vorher im Leben war AnnaMarie so glücklich gewesen. Sie liebte die Tiere, und die Tiere liebten sie, vor allem aber die Süßigkeiten, die sie ihnen mitbrachte. Solche Dinge aber sind in Paris nicht billig, und Anna-Maries Einkommen war sehr klein. Es waren so viele Tiere, und sie wollte doch keines von ihnen enttäuschen. Also begann sie damit, ihrem Lehrherrn Geld aus der Ladenkasse zu stehlen. Natürlich dauerte es nicht lange, bis der Chef die Differenzen in der Abrechnung feststellte. Nicht ahnend, daß sein freundliches Lehrmädchen die Schuldige war, ging er zur Polizei und zeigte die Sache an. Kurz darauf erwischte man Anna-Marie, als sie eine 5000-Francs-Note aus der Kasse zog. Schluchzend gestand sie:„Ich stahl doch nur, weil ich die Tiere so gern habe! Ich brauche das Geld, um ihnen Süßigkeiten zu kaufen!“ Sie erzählte den Beamten von ihrem heimlichen Traum, von ihren allabendlichen Zirkusbesuchen. In ihrem Zimmer fand die Polizei eine Katze und einen Papagei.„Ich kann ohne Tiere nicht leben“, erklärte Anna-Marie. Da sie noch nicht 21 Jahre alt ist, darf ihr Familienname nach französischem Gesetz nicht bekanntgegeben werden. Das Jugendgericht steht jetzt vor der schweren und verantwortungsvollen Aufgabe, zu entscheiden, was mit einem Mädchen geschehen soll, das die Tiere zu sehr liebte. Hundeführer am Ende einer Fährte einen von einem Touristen„verlorenen“ Gegenstand, etwa einen Bergstock, eine Skimütze oder einen Handschuh, im Schnee leicht vergräbt. Später muß dies ein Fremder tun, wobei das Suchobjekt nach und nach immer tiefer versteckt wird. Der Hund muß auch lernen, mit der Nase den Boden absuchend, ein ganzes Lawinengelände im Zickzackkurs systematisch „durchzukämmen“. Er besteht seine„Reifeprüfung“, wenn er imstande ist, selbst lebende Menschen in einer Tiefe von zwei Metern aufzufinden. Zur Verfügung stehen „künstliche Lawinentote“, die in einer Holzkiste unter den Schneemassen begraben werden. Damit diese Männer in ihrem „Sarg“ in zwei Meter Tiefe nicht ersticken, wird durch ein dünnes Rohr für Luftzufuhr gesorgt. Manchmal müssen diese„Leichen“ drei bis vier Stunden lang in ihrem Schneegrab aushalten, bevor der Hund sie findet. Als die besten Lawinensuchhunde gelten die Deutschen Schäferhunde, doch wird ihnen dieser Rang in Murnau von einem Boxer streitig gemacht. Die Hunde müssen aufgefundene Menschen sofort verbellen und dann auf dem schnellsten Wege zu ihren Führern zurückkehren. Sie sollen selbst nicht graben, da die Verschütteten sonst an den Augen oder im Gesicht verletzt werden könnten. Nur besonders erfahrenen Hunden kann man eine RoteKreuz-Ausrüstung mitgeben, die Stärkungsmittel und ein Verbandspäckchen umfaßt. Nach dem Ausgraben muß sich das Tier ganz dicht an den Verunglückten heranlegen, damit dieser die rettenden Gegenstände auch erreichen kann. Leichen wurden von Lawinensuchhunden sogar noch in fünf Meter Tiefe gewittert. Lawinensuchhunde im Dienst werden auf dem Rücken durch eine kleine, weiße Flagge mit einem blauen Punkt in der Mitte gekennzeichnet, damit sie nicht bei ihrer Arbeit von Jägern oder Polizisten für vierbeinige Wilderer gehalten und niedergeschossen werden. In der Schweiz hat man sogar versucht, Berner Sennhunde mit Deutschen Schäferhunden zu kreuzen. um eine Hunderasse zu erhalten, in der der außerordentliche Geruchssinn des Deutschen Schäferhundes und die breiten, tragfähigen Pfoten des Sennhundes vereinigt sind. Die Schäferhunde versinken leichter im lockeren Pulverschnee als die Sennhunde mit ihren schaufelartigen Tatzen. Die Rettungsaktion würde natürlich vereinfacht, wenn die Lawinensuchhunde künftig mit ihren Führern unmittelbar über der Unfallstelle aus Flugzeugen mit dem Fallschirm abspringen könnten. Tarzan in der Falle Schwedens größte Verbrecherjagd— Rolf stahl Geld, Lebensmittel— und die eigene Frau Stockholm.„Mich werdet ihr niemals bekommen!“ Seit mehr als sechs Monaten wurden diese Worte an die Mauern einsamer Häuser in Schwedens Wäldern geschrieben. Jeder wußte, wer das getan hatte: Der„Tumba-Tarzan“. Sein wirklicher Name ist Rolf Johansson. Er stammt aus der kleinen schwedischen Stadt Tumba. Polizeialarm in ganz Nordschweden:„Vorsicht— er ist bewaffnet. Er schießt sofort— ohne Warnung!“ Noch nie hat man eine solche Menge von Polizisten alarmiert wie in diesem Fall. Denn mehr als 150 Einbrüche sind in der Zwischenzeit gemeldet worden, die alle auf das Konto dieses seltsamen Mannes gehen. Er stahl alles Mögliche— sogar die eigene Frau! Schwedens größte Verbrecherjagd begann am 15. Mai dieses Jahres. Rolf Johansson, wegen schweren Diebstahls zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt, arbeitete im Straflager Vangdalen, nicht weit vom Polarkreis, in Schwedens unendlichen Wäldern. Seine Frau Alice war ihm dorthin gefolgt. Eine leidenschaftliche Liebe verbindet diese beiden Menschen. Alice hatte sich bei einem Bauern einquartiert. So konnte ihr Mann sie ab und zu sehen, wenn er im Wald arbeitete. Sein einziger Gedanke war Flucht! Er konnte ein Leben ohne Alice nicht mehr aushalten. Am 15. Mai brach er nachts aus dem Lager aus. Alice verbarg ihn auf dem Heuboden. Zwei Wochen ging es gut. Dann umzingelte die Polizei das Haus. Rolf Johansson schoß sich durch die Kette der Polizisten. Er schleppte Alice mit sich. Beide verschwanden im nahen Wald. „Tumba-Tarzan“ machte es einen Heidenspaß, die Polizisten an der Nase herumzuführen. Die Polizei konnte auf Grund der gemeldeten Diebstähle genau den Weg des Paares verfolgen. Vom hohen Norden war es nun in die Gegend von Stockholm gekommen. Ganz überraschend erschien kürzlich Alice bei der Stockholmer Polizei.„Hier bin ich! Ich mache nicht mehr mit! Ich kann das Leben im Wald nicht mehr aushalten. Es ist mir zu kalt— ich friere!!“ „Wo ist Ihr Mann?“ Ein höhnisches Lachen war die Antwort.„Den bekommt ihr nie! Der ergibt sich nicht!“ Eine Woche Gefängnis genügte, um Alice mürbe zu machen. Sie erklärte sich bereit, der Polizei das Versteck zu zeigen, wo ihr„Tarzan“ hauste.„Er soll nicht zugrunde gehen! Ich liebe ihn ja. Im Winter erfriert er draußen. Da ist es besser, er sitzt hier!“ Doch der Vogel war schon ausgeflogen. Die Polizei, von Alice geführt, fand nur ein verlassenes Zelt, ein gestohlenes Motorrad und ein paar alte Decken. Sämtliche Zufährtsstraßen nach Stockholm wurden abgeriegelt. Polizeikontrollen waren Tag und Nacht unterwegs. Man hatte gehört, daß„Tumba-Tarzan“ einen schwarzen Vauxhall gestohlen hatte.„Sein Bruder Olle ist auch bei ihm“, sagte Alice.„Beeilt euch— fangt ihn! Er ist krank— er soll nicht kaputtgehen!“ „Tumba-Tarzan“ ahnte nichts von der Polizeisperre. Nie hätte er gedacht, daß seine Frau der Polizei einen Tip geben würde. So ging er in die Falle. Man fand bei ihm zwei Revolver und Massen von Munition. „Wo ist meine Frau? Was habt ihr mit Alice gemacht?“ Das waren seine einzigen Fragen. Noch ahnt er nicht, daß seine Frau ihn verriet. Nun sitzt„Tumba-Tarzan“ im Gefängnis. Und seine Frau ist ganz in seiner Nähe. Sie sitzt in einer Nachbarzelle. Aber beide sind weiter voneinander entfernt als je zuvor... Der mißglückte Heiratsantrag An Stelle von Sylvia bekam Gaston ein Paar alte Schuhe— bescheidene Maler Der Paris. Wenn man um die Hand eines jungen Mädchens anhält, soll man keine zerrissenen Schuhe tragen. Gaston war seines Zeichens Kunstmaler und besuchte die Akademie. Gaston war arm wie eine Kirchenmaus, aber nichtsdestoweniger sehr verliebt in die blonde Sylvia, die einer sehr wohlhabenden Familie entstammt. Das hinderte sie aber nicht, Gastons Liebe von ganzem Herzen zu erwidern. Da die beiden nie Gelegenheit hatten, sich zu sehen— Sylvia wurde sehr streng gehalten und der Herr Papa überwachte persönlich ihren Umgang— kam das junge Mädchen auf den Einfall, Gaston zu veranlassen, er möge sich als Malermeister in Reicher Scheich sucht blondes Weib Bewerbungen bis zum 1. Dezember— Drei könnten noch geheiratet werden Kairo.— Mit Hilfe eines Heiratsvermittlers ist der steinreiche Scheich Izzat Caafar— Chef des Haushalts bei dem noch viel reicheren Emir von Kuwait— eifrig dabei, eine Liste von 15 blonden jungen Damen zu studieren, die für eine Heirat in Frage kommen. Der Scheich hat zwar schon eine Frau, ist jedoch nach den Gesetzen des Islams berechtigt, noch drei weitere zu heiraten. Bis zum 1. Dezember will er seine Wahl getroffen haben. Unter den 15, denen er bereits einen Heiratsantrag gemacht hat, befinden sich blonde Schönheiten aus Deutschland, Italien, Dänemark, der Schweiz und den USA. Am besten gefällt ihm bis jetzt die amerikanische Filmschauspielerin Valerie Vernon, die jedoch noch kein Heiratsgesuch nach Kuwait abgesandt hat. Die übrigen 14, die gern Caafars zweite Frau werden möchten, haben den ihnen vorgelegten Fragebogen treu und brav ausgefüllt und ihm eine Aufnahme in Ganzfigur, eine Geburtsurkunde und ein Verzeichnis der Eigenschaften beigefügt, die nach ihrer Meinung einen Araber von diesem hohen Rang glücklich machen könnten. Der Scheich dementierte gleichzeitig Meldungen, er habe der ägyptischen Exkönigin Narriman empfohlen, sich scheiden zu lassen, da er sie heiraten möchte. Er sei vielmehr an Narriman nicht im geringsten interessiert, da sie nicht seinem Typ entspreche. Scheich Caafar bezeichnete seine zweite Eheschließung als eine„so wesentliche Angelegenheit“, daß er sich möglichst viele Gesuche von blonden jungen Mädchen wünscht, damit ihm eine große Auswahl die richtige Entscheidung möglich mache. Auch die zweite Frau könne sicher sein, daß sie niemals in ihrem Leben Geldsorgen haben werde. Literarisches Gefängnis Jackson.— Das Staatsgefängnis in Jackson. Sud-Michigan, ist voll mit literaturbeflissenen Gefangenen. Sie sandten 12 000 Manuskripte im Jahr an Redaktionen und verdienten etwa 75 000 Mark. Der meistbeschäftigte Galgenvogel verdient 700 Mark im Monat. Der bisher größte Scheck kam von„Readers Digest“ über 4000 Mark. Die Häftlinge müssen das Papier im Gefängnis kaufen und dürfen keine Obszönitäten schreiben. Sonst ist alles erlaubt.(globrep) ihrem Elternhaus melden. Dort sollte namlich ein Zimmer ausgemalt werden, und man hatte noch keinen Handwerker für diese Arbeit besteilt. Auf diese Weise könne das heimliche Liebespaar einige Tage sich nah sein, und außerdem ergebe sich vielleicht eine Gelegenheit für Gaston, bei Sylvias Vater um die Hand des jungen Mädchens anzuhalten. Gesagt, getan! Sylvias Vater war mit dem jungen Malermeister einverstanden. und Gaston entledigte sich der ihm übertragenen Aufgabe mit großem Geschick. Er wurde von der Familie freundlich behandelt. tauschte manchen heimlichen Kuß mit Sylvia, aber schließlich rückte der Tag, da die Arbeit beendet war und eine Entscheidung herbeigeführt werden mußte, immer näher. Am Ende nahm sich Gaston ein Herz und bat Sylvias Vater um eine Unterredung unter vier Augen. Aber als er dann dem Hausherrn gegenübersaß in seinem dürftigen Anzug— er hatte für seine Arbeit den schlechtesten gewählt—, da verließ ihn der Mut. Wie konnte er es wagen, in dieser Aufmachung In einem so vornehmen Hause einen Heiratsantrag vom Stapel zu lassen? Er redet herum. spricht über das Wetter, und findet nicht den Weg zum rechten Thema. Sylvias Vater deutet diese Verlegenheit falsch. „Ich weiß schon, worauf Sie hinaus wollen, junger Freund“, sagte er.„Sie brauchen sich Ihrer Armut nicht zu schämen. Sie haben mir einen schönen Dienst geleistet und sollen daher auch einen angemessenen Geldbetrag erhalten. Und ich habe mir außerdem erlaubt, ein Faket mit Kleidern und Schuhen für Sie zurecht zu machen, die Sie sicherlich gut gebrauchen können.“ Der Hausherr überreichte Gaston einen Briefumschlag mit Geld und das Kleiderpaket, und die Unterredung war beendet. Rotglühend vor Scham und vor Wut über seine eigene Feigheit ging Gaston von dannen, und im nahegelegenen Park warf er, ais er seine Situation noch einmal überdachte, zornig das Kleiderpaket hinter einen Busch. Das wurde von einem Polizisten beobachtet, der den verdächtigen jungen Mann sofort festnahm. Erst nach Klärung des Sachverhaltes wurde Gaston entlassen Die Noflösung für Wembley Sturm der Neulinge— Herbergers letzte Wahl— Englands Elf hoher Favorit Düsseldorf. Seit fast einem Jahre stand fest, daß die deutsche Nationalmannschaft auf der Insel gegen England spielen würde, und fast möchte man sagen, daß wir alle diesem Spiel entgegengefiebert haben. Es sah auch alles zu schön aus: eine erfahrene deutsche Nationalelf, die sich bei der Weltmeisterschaft zu einer einmaligen Leistung gestelgert hatte, Spieler, in deren Rekord die neben dem Erfolg in der Schweiz einmalige Leistung fehlte: Ein Sieg über England in London, die Wiederholung der großartigen Leistung, die Ungarn 1953 mit dem 6:3 vollbrachte. Es ist alles ein Wunschtraum geblieben. Mit Horst Eckels schwerer Verletzung fing es an. Fritz Walter stellte sich der Nationalelf nicht mehr zur Verfügung. Es kamen die Erkrankungen der anderen und es blieb die schwere Aufgabe für Herberger, zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt eine neue Mannschaft zu bauen. Es hat niemand den Bundestrainer darum beneidet; denn auch für ihn war und bleibt es unendlich schwer, eine Mannschaft zu ersetzen, die das Höchste erreicht hat, was es im internationalen Fußball überhaupt geben kann: den Titel des Weltmeisters. In sieben Spielen kein Sieg Die offizielle Bilanz beginnt mit vier Spielen, die unter dem Titel„AmateurBegegnungen“ auch von England geführt werden. Es schließen sich die drei Begegnungen unserer Nationalmannschaft zwischen 1930 und 1938 gegen die Professionals von der Insel an. Das Gesamtergebnis: In sieben Spielen zwei Unentschieden, fünf Niederlagen und 9:31 Tore. Bundestrainer Herberger macht kein Hehl daraus, daß« der Weltmeister-Elf auch in Wembley ein erfolgreiches Abschneiden zugetraut hätte. Die Mannschaft, die sich am Mittwoch um 15 Uhr(deutscher Zeit) auf dem berühmten Rasen von Wembley zum achten Länderspiel gegen England vorstellt, hat die krasseste Außenseiterchance, die es im Fußball überhaupt geben kann. Sie ist— immer an der Elf von Basel und Bern gemessen— eine Improvisation, von der man im besten Falle eine angenehme Überraschung erwarten darf, und die läge— auch für die internationale Fachwelt— schon in einer knappen Niederlage. Posipal-Liebrich-Kohlmeyer Die drei Letzten aus der WeltmeisterBesetzung geben das Rückgrat ab. Ein Herkenrath in Normalform wird zu diesen Klasseleuten passen. Die große Frage bleibt: Was erreicht das Läuferpaar Erhard- Harpers? Wird es defensiv sein, dabei aber konditionell stark genug, auch dem eigenen Sturm einen Rückhalt zu geben? Das wird dringend notwendig sein, denn der Angriff hat keine internationale Erfahrung. Der Youngster Uwe Seeler ist der einzige Mann, der den Länderspieldreß schon einmal getragen hat, in Hannover gegen Frankreich, wo er einsprang, nachdem Termath verletzt ausgeschieden war. Es schieden aus: Sommerlatt und Röhrig, aber auch Metzner und der junge Stürmer, den Herberger noch schonen möchte, um seine Entwicklung nicht schon im Anfangsstadium zu stören. Es bleibt die Mannschaft: Herkenrath; Posipal, Kohlmeyer; Erhard, Liebrich, Harpers; Kaufhold, Pfeiffer, Seeler, Derwall, Beck. England nie so vorbereitet Vor keinem Länderspiel hat die englische Football Association mit Hilfe der Vereine dem Team-Manager Winterbottom ähnliche Möglichkeiten gegeben, die Mannschaft vorzubereiten. Wochenlang gab es Trainingsspiele gegen beste Klubmannschaften, zwischendurch kurz befristete Trainingslager, also Dinge, die jahrzehntelang auf der Insel verpönt waren. Die Frage der Öffentlichkeit: Wird die Elf gegen Deutschland, gegen diese neue deutsche Mannschaft, nun auch beweisen, daß sich der Aufwand gelohnt hat? Es spielen: Williams; Staniforth, Byrne; Phillips, Wright, Slater; Matthews, Bentley, Allen, Shackleton, Finney. Wer die Mannschaft(in der Finney durch Blunstone ersetzt war) gegen Wales erlebt hat, weiß, daß sie nicht frei von Schwächen ist, vor allem in der Verteidigung. Damit ist noch lange nicht gesagf, daß der deutsche Sturm die Erfahrung mitbringt, diese Schwächen auch so zu nutzen, wie es Wales streckenweise mit bestem Erfolg tat. Rahmen zu Neuhaus—Layne Polly Smith prüft Hoepner Dortmund. Die nächste Berufsboxveranstaltung in der Dortmunder Westfalenhalle bringt am 12. Dezember neben der SchwerStürmischer Empfang Herkenrath will keinen Schuß durchlassen! London. Ein stürmischer Empfang wurde der deutschen Fußball-Nationalelf bereitet als sie am Montagvormittag planmäßig auf dem Londoner Liverpool-Bahnhof eintraf. Auf dem Bahnsteig hatten sich zur Begrüßung der deutsche Botschafter Dr. SchlangeSchöningen und der Sekretär des Englischen Fußballverbandes, Sir Stanley Rous, an der Spitze zahlreicher englischer Öffizieller eingefunden. Unzählige Male hatten sich die deutschen Spieler und ihr Trainer Herberger einer Batterie von Pressefotografen und Wochenschauleuten zu stellen, ehe sie sich den Weg zum direkt gegenüber dem Zug vorgefahrenen Omnibus bahnen konnten. Zur Zeit des Hauptberufsverkehrs waren die fußballbegeisterten Engländer im Bahnhof schnell auf das Erscheinen der deutschen Elf aufmerksam geworden. Gleichzeitig gingen die Autogrammjäger zum Angriff über. Die Mannschaft fuhr anschließend in ihr Standquartier, das Park Lane-Hotel in Westend. Vor der Abfahrt der Mannschaft hatte Botschafter Dr. Schlange-Schöningen in kurzen Begrüßungsworten die völkerverbindende Idee des Sports unterstrichen. Sir Stanley Rous drückte seine Genugtuung darüber aus, daß nach langen Jahren der Länderspielverkehr mit Deutschland erneuert werde. Torwart Herkenrath wurde auf dem Bahnsteig von einem Rundfunksprecher gewichts-Paarung Neuhaus gegen Rex Layne ein starkes Rahmenprogramm. Außer der deutschen Weltergewichtsmeisterschaft zwischen Werner Handke(Berlin) und Siegfried Burrow(Datteln) wurde als Gegner für den deutschen Halbschwergewichtsmeister Wilhelm Hoepner der britische Kolonialneger Polly Smith von den Bermudas-Inseln verpflichtet. Smith stand als Professional bis Ende 1953 nur 18mal im Ring, kämpfte aber fast ausschließlich in den USA und ging im August 1952 in Newark(New Jersey) mit Billy Gilliam, dem Bezwinger von Hein ten Hoff und Nino Valdes, über die Acht-Runden-Distanz. Hoepner steht also vor seinem Titelkampf mit Europameister Gerhard Hecht vor einer keineswegs leichten Prüfung. Der Rollsportbund Nordrhein- Westfalen befaßte sich auf seiner Jahresversammlung in Duisburg mit der Planung für 1955 und beschloß, die Meisterschaftstermine im Rollhockey bereits im Januar bekanntzugeben. Neu aufgenommen wurden RSC Paderborn, VfR Marl-Hüls, RSC Cronenberg und ERSC Hamm. Wenige Tage vor seinem Dortmunder Kampf gegen Neuhaus stellte Rex Layne durch einen technischen K.o.-Sieg über Bill Bortsman in Salt Lake City seine gute Form heraus. Bei der Eröffnung der Hallen-Saison schlug der deutsche Altmeister Gottfried von Cramm in der neuerbauten Essener Tennishalle seinen früheren Daviscuppartner Rolf Göpfert nach guten Leistungen mit 6:4, 6:2. Guf: Deutsche Sportjugend für Starterlaubnis nur mit ärztlichem Attest der BBC interviewt und dabei gefragt, wieviel Tore er am Mittwoch zulassen werde. Der Essener erwiderte schlagfertig, daß seine Form gut genug sei, um keinen Schuß durchzulassen. Die Fotografen stellten besonders die Hamburger Jupp Posipal und Uwe Seeler als„Captain and the Baby“ in das Großfeuer ihrer Kameras Entgegen allen Erwartungen verlief die Sechsstundenfahrt über den Ärmelkanal von Hoek von Holland mit dem 5000-TonnenFährschiff Amsterdam sehr ruhig. Die See war fast spiegelglatt. Schon bei der Ankunft in Harwich wurde Trainer Herberger bereits um 7 Uhr morgens von einem Beauftragten des englischen Verbandes begrüßt. Zu den wenigen Pressereportern sagte er mit verschmitztem Lächeln:„Wenn ich die acht Spieler hätte, die ich jetzt nicht habe, ginge es mir besser.“ Diese junge deutsche Mannschaft lasse keinerlei Experimente zu. München. In der Sportschule Grünwald tagte die 6. Vollversammlung der Deutschen Sportjugend. Die Jugendwartinnen und Jugendwarte der einzelnen deutschen Sportfachverbände beschäftigten sich mit Fragen der Jugendgesundheit. Der Vorsitzende des Jugendausschusses im Deutschen Sportärztebund, Dr. med. habil. Hoske, wies in seinem Referat„Gesunde, lebenstüchtige Jugend durch Leibeserziehung“ auf die zunehmenden Gefahren für den Gesundheitszustand des deutschen Volkes hin. Die mehr und mehr schwindende Leistungsfähigkeit bedrohe, so führte er aus, die Lebenskraft unseres Volkes in beunruhigendem Maße. Auf allen Gebieten werden die Aufgaben des Arztes immer größer und seine Mitarbelt dringender. Für die Sicherung der körperlichen, geistigen und seelischen Gesundheit sind vorbeugende Maßnahmen erforderlich. Vor allem die verschiedenen Formen der Leibesübungen bieten die besten Hilfsmöglichkeiten. Die Delegierten erarbeiteten als unmittelbare Ansatzpunkte für eine praktische Besserung folgende Punkte: 1. Verstärkte Ausbildung der Jugendleiter und Jugendleiterinnen auf dem Gebiet der Jugendgesundheit. 2. Sportärztliche Beralung und Betreuung der Jugendlichen. 3. Starterlaubnis für Jugendliche nur mehr mit ärztlichem Attest im Wettkampfpaß. 4. Beschränkung der Starterlaubnis für Jugendliche bei Senioren-Wettkämpfen. 5. Einführung der Jungmann-Klasse in allen Sportarten. 6. Verbesserung der Jugendschutz- Bestimmungen in allen Sparten. 7. Sportärzte in allen planenden und bestimmenden Jugendleitergremien. Der Deutsche Sport-Bund beschloß ferner, einen eigenen Fachausschuß„Jugendgesundheit“ zu bilden. Als Vorsitzender der Deutschen Sportjugend wurde wieder einstimmig Prof. Karl Zimmermann(Karlsruhe) Nun geht es wieder auf's Eis Die Eissaison, die große Zeit der Schlittschuhläufer, hat begonnen. Die Kunsteisbahn im Hamburger Ausstellungspark„Planten un Blomen“ wurde eröffnet. Auf einer Eisfläche von 3780 Quadratmetern können alle Jünger des Schlittschuhes, ob sie einem Verein angehören oder nicht, ihrem Hobby frönen. Hier zeigt die kleine, vierjährige Wibke an der Hand einer„Großen“, daß sie schon einen Hauch von der„Grazie auf dem Eis“ mitbekommen hat. Was zahlt der Toto? West-Süd-Block(vorläufig) Zwölferwette: 1. Rang 766,90 DM, 2. Rang 39,50 DM, 3. Rang 4,— DM. Zehnerwette: 1. Rang 250,— DM, 2. Rang 19,— DM, 3. Rang 2,— DM. gewählt. Stellvertretender Vorsitzender wurde erneut Dr. Harald Eimermacher. „1001mal rund“ Zehn Mannschaften in Münster Münster. Das traditionelle Berufsfahrerrennen„1001 mal-rund“, am 11. Dezember in der Halle Münsterland in Münster sieht in diesem Jahr neben drei holländischen Fahrern ausschließlich Deutsche am Start. Als Siegespreis winkt den beiden ersten Paaren ein Vertrag für das Vierstunden- Mannschaftsrennen um den„Großen Preis der Stadt Münster“ am 1. Januar. Im Vorprogramm steigt ein deutsch-holländisches Fliegeromnium, bestehend aus Zweier- und Viererläufen sowie einem Rundenzeitfahren zwischen den niederländischen Sprintern Derksen und Hijcele sowie dem Olympiadritten Potzernheim und Schorn. Folgende zehn Mannschaften sind für die 1001 Runden vorgesehen: Bakker- Hijcenlendoorn(Holland), PetrySchürmann(Wiesbaden-Dortmund), GieselerDonike(Münster-Köln), Zoll-Weinrich(Berlin), Schulz- Walter(Berlin), Jornitz- Otte (Münster-Berlin), Müller- Schorn(Schwenningen-Köln), Liebelt- Siefert(Buer-Dortmund), Holthöfer-Theissen(Bielefeld-Hildesheim) und Veltmann-Smits(Münster-Holland). Einen überraschenden K.o.-Sieg in der dritten Runde errang der deutsche Amateurmeister Uwe Jansen(Hamburg) in seinem Debutkampf als Berufsboxer in Oldenburg über den holländischen Schwergewichtler Nico Cramer. Nationalverteidiger Fritz Laband spielte nach einer Pause von dreieinhalb Monaten erstmalig wieder. In der Reserveelf desV war er noch sehr vorsichtig. Der Steher Horst Holzmann kam bei seinem Debut auf der Pariser Winterbahn mit acht Punkten auf den vierten Platz hinter Queugnet, der beide Läufe gewann, Le Strat (beide Frankreich) und Wagtmans(Holland). Elferwette 1. Rang 2. Rang 3. Rang Nord-Süd-Block 6 Gewinner je 269 Gewinner je 3325 Gewinner je Neunerwette 1. Rang 2. Rang 6 Gewinner je 140 Gewinner je 83 877,— DM 1 870,50 DM 151,— DM 18 323,50 DM 785,— DM Gewinnquoten des Pferdetotos 1. Rang(elf richtige Tips) 54,60 DM, 2. Rang 9,70 DM, 3. Rang 2,90 DM für 1,— DM. Gewinnquoten im Zahlenlotto Gewinnzahlen: 57, 71, 70, 14, 8 1. Klasse(fünf Treffer) kein Gewinner 2. Klasse 15 Gewinner je 21 270,85 DN 3. Klasse 1577 Gewinner je 104,30 DM 4. Klasse 52001 Gewinner je 3,15 DM Endrunde mit 12 Vereinen Düsseldorf. Die westdeutsche HandballEndrunde der Saison 1954/55 wird nach einem neuen Austragungsmodus durchgeführt. Zwölf Mannschaften werden in zwei Gruppen aufgeteilt, deren Sieger das Endspie bestreiten. Teilnahmeberechtigt an der Endrunde sind je vier Mannschaften vom Niederrhein und aus Westfalen, zwei Vereine des Mittelrheins, der Rheinlandmeister und der Sieger des Ausscheidungsspieles zwischen Mittelrhein III und Rheinland II. An der westdeutschen Hallenmeister schaft, die am 5. Februar in der Dortmunder Westfalenhalle ausgetragen wird, nehmen je zwei Mannschaften aus Westfalen (stehen mit SV Westerholt und TSG Herdecke bereits fest) und vom Niederrhein sowie zwei Vereine vom Mittelrhein und Rheinland teil. Mittelrhein und Rheinland ermitteln die beiden Vertreter in einem gemeinsamen Turnier WURTSCHAFT ARBENT Größter Stahlproduzent Westeuropas Bundesrepublik wird die Rohstahlerzeugung weiter erhöhen können Geni.— Mit einer Rohstahlgewinnung von 4 Millionen Tonnen im zweiten Quartal 1954 steht die Bundesrepublik an erster Stelle der stahlerzeugenden Länder des westeuropäischen Kontinents, vor Frankreich/Saar mit 3,2 Millionen Tonnen. Großbritannien übertraf jedoch im gleichen Zeitraum die westdeutsche Stahlerzeugung mit einem Produktionsergebnis von 4,9 Millionen Tonnen Rohstahl. Dies geht aus der Stahlstatistik der Europäischen Wirtschaftskommission für das dritte Quartal 1954 hervor. Währenc jedoch die deutsche Stahlproduktion im August und September im Vergleich zu dem Durchschnitt des zweiten Quartals beträchtlich anzog, ist sie in Großbritannien im gleichen Zeitraum zurückgegangen, obwohl die Monatsergebnisse für August und September die besten der von der britischen Stahlindustrie in diesen beiden Monaten jemals erzielten Produktionszahlen darstellen. Für die Bundesrepublik rechnet die ECE mit einer weiteren Steigerung der Rohstahlerzeugung im Zusammenhang mit der Wiederbewaffnung. Höchst baut Erdöl-Spalt- Anlage Höchst(Main).— Die Farbwerke Höchst A.G. hat mit dem Bau einer Erdöl-SpaltAnlage begonnen. Sie ist dazu bestimmt, Rohöl nach neuen Verfahren in Olefine umzuwandeln, die chemisch weiterverarbeitet werden. Das Unternehmen, das seine Kunststoffe und Lösungsmittel bisher auf der Basis von Karbid erzeugt hat, erwartet von dieser Anlage eine weitere Grundlage für seine Entwicklung auf dem Kunststoff- und Fasergebiet. Unter anderem ist beabsichtigt, aus einem Teil des dabei gewonnenen Athylens nach dem im Kohleforschungs-Institut von Professor Ziegler entwickelten Verfahren Polyäthylen zu erzeugen BUND ÜBERHOLT DAS REICH PRW-PRODUKTION 1951 SCHON NONER ALS DIE DES REICHES IM JANRE 1938 1938: 275000 275000 PKW 1954: 450000 PKW In der Bundesrepublik werden heute bereits weit mehr Pkw im Jahr produziert als im Reich 1938. Der Bund überholte in der Pkw-Produktion bereits 1951 das Reich. 1938 erreichte das Deutsche Reich eine Pkw-Produktionsziffer von 275 000. Schlachtvieh-Großmärkte in Nordrhein-Westfalen Rinder Ub. Auftr. Ort Aach. 5 299 92-95 Duisb. 11 496 91-106 Dssd. 14 488 100-106 Essen 104 854 86-104 Köln 58 1270 90-106 M.Glb.18 280 100-105 Wppt. 29 669 90-106 Boch. 37 460 Dtm. 89 Glsk. 15 Hagen30 Rihs, 37 Ochsen Bullen Kühe Färsen a-Preise Marktverl. 230 233 203 89-104 100 100-106 95-104 100-115 100-110 100-110 95-106 98-110 96-108 101-110 91-112 97-108 -105 103-105 77-96 82-100 87-95 78-95 77-92 85-97 75-95 86-96 75-95 85-98 85-95 90-95 80-97 93-102 92-106 85-100 90-104 95-105 85-105 92-102 83-103 90-103 84-103 95-103 schlepp. langsam s. langs. flott langsam schlepp. langsam langsam mittel langsam langsam schlepp Schweine Ub Ort Aufti 150 kg u. mehr a-Preis Sauen 100—119,5 G 1 u. G 2 c-Preis Marktverl. Holzpreise steigen weiter Drei- bis viermal so teuer wie 1936— Militäraufträge erwartet Der sudanesische Ministerpräsident brachte in Essen den Wunsch des Sudans zum Ausdruck, daß deutsche Firmen und Sachverständige bel der Erschließung des Landes mithelfen. Er habe die Bundesreglerung aufgefordert, im Sudan ein Verbindungsbüro zu errichten. Die Oberfinanzdirektion in Münster macht aufmerksam auf den Fristablauf für die Behebung von Satzungsmängeln bel gemeinnützigen, mildtätigen und kirchlichen Körperschaften am 31. Dezember 1954. Münster— Die Holzpreise sind in diesem Herbst stark angestiegen und liegen jetzt zum Teil über dem Preisniveau des Koreabooms. Nach Angaben von Landesrat Honig vom Landschaftsverband WestfalenLippe betragen die Preise zur Zeit das Dreibis Vierfache der Preise von 1936. Landesrat Honig führt das Anziehen der Holzpreise auf starke Käufe in Erwartung von Militäraufträgen u. a. zurück. In Westfalen-Lippe umfaßt der kommunale Waldbesitz nach Angaben von Landesrat Honig 136 000 ha. 8000 ha Waldfläche des kommunalen Waldbesitzes waren während des Krieges und nach dem Kriege kahl geschlagen worden. 7000 ha wurden aber inzwischen wieder aufgeforstet. Verschärfte Führerscheinpflicht am 1. Dezember in Kraft Bonn.— Die Verordnung über die Anderung der Führerscheinpflicht, nach der der Führerschein der Klasse 4 bei Motorrädern künftig nur noch für„Mopeds“ gilt, ist im Bundesgesetzblatt verkündet worden. Sie tritt am 1. Dezember in Kraft. Die Einteilung der Führerscheinklassen lautet jetzt amtlich: Klasse I: Krafträder(Zweiräder auch mit Beiwagen) mit einem Hubraum über 50 ccm. Klasse II: Kraftfahrzeuge, deren Leergewicht mehr als 3,5 Tonnen beträgt, und Züge mit mehr als drei Achsen. Klasse III: Alle Kraftfahrzeuge, die nicht zu den Klassen I. II, oder IV gehören. Klasse IV: Kraftfahrzeuge mit einem Hubraum von nicht mehr als 50 ccm, Krankenfahrstühle mit einem Hubraum von nicht mehr als 250 ccm und Kraftfahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 20 km/st. Lohnsteuer-Jahresausgleich Die Durchführung des Lohnsteuer-Jahresausgleichs für 1954 erfolgt wie im Vorjahre nach der Verordnung über den Lohnsteuer-Jahresausgleich. Wichtig ist ,daß die Jahresausgleichstabelle für 1954 niedrigere Steuersatze ausweist als für 1953. LohnsteuerJahresausgleichstabellen für 1953 können daher nicht mehr verwandt werden. Nach der Verordnung sind Arbeitgeber, sowelt sie mehr als 10 Arbeitnehmer beschäftigen, verpflichtet (wenn sle am 31. Dezember 1954 weniger als 10 Arbeitnehmer beschäftigen, berechtigt), in bestimmten Fällen den Lohn- und Kirchensteuerausgleich selbst vorzunehmen und die im Laufe des Kalenderjahres zu viel entrichtete Lohn- und Kirchensteuer zu erstatten oder gegen künftig fällig werdende Lohnsteuer aufzurechnen. Wie im einzelnen der Jahresausgleich vom Arbeltgeber durchzuführen ist. kann aus leicht verständlichen Ausführungen in der im Verlag der PRESTO-Tabellen GmbH., Hannover, Vahrenwalderstraße 41, soeben erschienenen Jahresausgleichstabelle für Lohn- und Kirchensteuer 195e entnommen werden. Diese Tabelle enthält das amtliche Zahlenmaterial auch für die Kirchensteuer. Pfälzische Schuhindustrielle gründeten eine Arbeitsgemeinschaft, um den Schuhabsatz nach der Sowjetzone zu fördern. Die Arbeitsgemeinschaft will beim BWM für Pirmasens ein Sonderkontingent im Interzonenhandel von 20 Millionen VE beantragen. Rheinisch-Westfälische Börse Düsseldorf, 29. November. Tendenz: Freundlich. Industrie-Aktien Kaufhof 218 bzG Accu-Hagen 131 bz Krefft— AEG 171 bzG Mannesmann 156 bz Allgem. Hoch-& Ing. Mülhelmer Berg 136½ bz — G Taxe 155 Nordwestd. Hütten Badische Anilin 205 bz 140½ b2 Balcke Maschinen 164 bz Rhein. Braunkohle 187 bz Bergb. Ewald Ludw.— Fneinstahl 262½ bz G BMW 120¼ bz RWE 113½ bz G Bemberg 111 Br Rheinmetall 25½ G Beton-& Monler 178 G Rheinpreußen 152 bz Boswau& Knauer— Buderus 172 bz Burbach— Busch Jaeger 243 G Cassella 300 bz G Conti-Gummi 202½ G Consolidation 146 bz Daimler 218 bz Demag 205 bz Dt. Conti Gas 190 bz Dt. Erdöl 156 bz Didier 213 G Dortm. Akt. Br.— Dortm. Ritter Br. Rheinstahl-Union 151 bz Salzdetfurth 191 G Schering 254 G Schiess— Taxe 165 BI Schwabenbräu 145 bz G Siem. Stämme 227 bz Siem. Vorzüge 218 bz Stamag 146 bz Ver. Dt. Nickel 168 bz Ver. Rumpus 102 bz G Ver. Stahlwerke 67 bz Wasser-Gelsenk. 166 bz Wintershall 188 bz Zellwald 142 bz 320 bz G rep. Bank-Aktien Dortm. Union 205 bz Commerzbank Liqui Dynamit Nobel— 12½ Essener Steink. 134½ bz Bankverein Westd. Farbenf. Bayer 215 bz 167½ bzG IG Farben Liqui 40 bz Deutsche Bank Liqui Feldmühle 212 G Felten 148 bz Goldschmidt 139 bz Harpener 119½ bz Hindrichs Auff.— Hochtief 155 bz Hoechster Farben 205 bz Hoesch— 14 bza Rheinisch-Westf. Bank 185½ bz G Dresdner Bank Liqui 13¼ bz G Rhein-Ruhr-Bank 181 bzG Freiverkehr Kabel Rheydt 201 bz Chem.Faser Inh. 115-120 Kall-Chemie 189 Br Nordd. Lloyd 56-60 Bankverein Ausgabe 1933 Phrix-Inh. 55G 162 bz GRhein. Kunstseide 95-99 Karstadt 187½ bzG Schulth. Stämme 32—34 Übermittelt vom Bankverein Westdeutschland. DM-West— DM-Ost Frankfurt(Main). Dle Wachselstuben kaufen 482.50 DM-Ost für 100 DM-West und verkaufen 100 DM-Ost für 22.01 DM-West Kurzberichte aus dem Kreise Olpe Grevenbrück mit Partner auf Platz 2 Niederlage gegen Heggen— Attendorn wurde leichtsinnig Chor- und Solisten-Konzert Gerlingen. Ein großes Chor- und Solisten-Konzert mit einem gut gewählten Programm veranstaltet der hiesige Männergesangverein am kommenden Sonntag um 16.30 Uhr im Saale Avenarius. Als Solist wirkt der bekannte Opernsänger (Baß) Norbert Wurm von hier mit; ferner Musikdirektor H. W. Blume, Kreuztal, der den Sänger am Klavier begleitet. Die Gesamtleitung des Konzertes liegt in Händen von Theo Arns. Abschleds-Ständchen Drolshagen. Dem von hier scheidenden Vikar Ammermann brachte am Sonntagnachmittag die Frenkhauser Musikkapelle ein Abschieds-Ständchen. Herzliche Worte der Verabschiedung fand aus diesem Anlaß Hubert Frohne, der dem Vikar die besten Wünsche für sein neues Tätigkeitsfeld überbrachte. Vikar Ammermann dankte den Frenkhauser Musikern für ihre schöne Darbietung und die guten Wünsche! An Drolshagen und Frenkhausen werde er immer gern zurückdenken. Neues aus Attendorn Abschied. Unter großer Beteiligung der Bevölkerung wurde der 18jährige Herbert Bicher zur letzten Ruhe geleitet, der vor wenigen Tagen bei einem schweren Verkehrsunfall in der Nähe von Plettenberg lebensgefährlich verletzt worden war. Am Grabe nahmen vor allem die Mitglieder des Reisetaubenzucht-Verein„Atta“ Abschied von ihrem Kameraden. Vorsitzender Isphording und ein Vertreter des Verbandes legten Kränze nieder. Der Verstorbene möge nunmehr ruhen in Frieden! 74 Jahre wurde gestern Frau Bernhardine Viegener, geb. Hesse, wohnhaft am Südwall. Das Geburtstagskind ist noch außergewöhnlich rüstig. Herzlichen Glückwunsch des„S. V.“! Auf einen guterhaltenen Brunnen stieBen die Bauarbeiter bei den Ausschachtungsarbeiten für den Erweiterungsbau des Cafés Müller in der Niederstenstraße. Ennest. Im Alter von 49 Jahren verstarb der Bäckermeister Egon Vogt. R. i. p. Rauterkusen. Im Alter von 78 Jahren verstarb der Invalide Friedrich Klein. R i. p. DRK-Bereitschaft Dünschede. Der nächste Bereitschaftsabend des DRK ist am Dienstag, dem 30. November, um 20 Uhr in der Schule. Es ist erwünscht, daß alle Mitglieder erscheinen, da gleichzeitig eine wichtige Besprechung sein soll wegen der Adventsfeier und der Generalversammlung. Straße gesperrt Heggen. Nach langwierigen Verhandlungen geht jetzt ein dringender Wunsch der Anlieger der Wiesenstraße in Erfüllung. Die Hausanschlüsse der Wasserleitung waren den gesteigerten Anforderurgen nicht mehr gewachsen. Nunmehr wurde damit begonnen, die Anschlüsse durch neue und größere Rohre zu verbessern. Aus diesem Anlaß ist die Wiesenstraße ab ofort für jeglichen Verkehr gesperrt. Kolping Heggen Heggen. In der Kolpingsfamilie eröffnete die Vortragsreihe Pfarrer Schmale mit packenden, zeitgemäßen Ausführungen, an die sich eine lebhafte Aussprache anschloß. Am 5. Dezember(Kolping-Gedenktag) ist Gemeinschaftsmesse der Kolpingfamilie; danach gemeinschaftliches Kaffeetrinken im Vereinslokal. Nachmittags treffen sich die Mitglieder um 17.30 Uhr zu einer Festandacht in der Kapelle des Krankenhauses. Anschließend ist im Vereinslokal eine Versammlung mit der traditionellen Nikolausfeier. Ein Orchester stellt sich vor Belehrende Konzertveranstaltung Altenhundem. Unstreitig war es ein schönes Ereignis, als kürzlich an einem Nachmittag das Symphonie-Orchester Siegerland unter Leitung von Musikdirektor Deisenroth in der Sauerlandhalle zu einem Konzert für die Schüler des Progymnasiums und der höheren Klassen der Volksschule weilte. Dicht besetzt war der Theatersaal der Sauerlandhalle, als das Orchester auf der Bühne Platz genommen hatte und Musikdirektor Deisenroth einleitend einige Worte zu der besonderen Konzertveranstaltung und deren Sinn und Bedeutung an die Schüler richtete. Als eine Veranstaltung„Ein Orchester stellt sich vor“ könnte man diese Veranstaltung bezeichnen. Und wirklich: Musikdirektor Deisenroth machte mit seinem Orchester die erwartungsvollen Schüler mit jedem einzelnen Instrument bekannt und erklärte ihnen im einzelnen, in Gruppen und schließlich im Zusammenklang des gesamten Orchesters den Aufbau eines Orchesters und dessen Zusammenspiel. Einzelne Konzertstücke fanden dann den besonderen Beifall der jungen Zuhörer. Wegen Eröffnung der neuen Verkaufsstelle in der Bahnhofstraße am Freitag, dem 31. Dezember werde ich mich ab heute an dem Marktverkauf nicht mehr beteiligen. Albert Feldmann- Olpe Fernruf 515 Hilf Dir selbst! Der kleine Knigge. Seit Knigge sind viele Bücher über den guten Ton geschrieben, aber sucht man einen modernen und preiswerten Ratgeber über sicheres Benehmen in allen Lebenslagen, kann man getrost die Neuerscheinung von Dr. Keulers:„Wie benehme ich mich?“(StollfußVerlag Bonn DM 2,80) wählen. Von der Körperpflege, der Kleidung bis zum Benehmen bei Tisch, dem Verhalten vor und in der Ehe, in der Oeffentlichkeit und im Schriftverkehr ist nichts vergessen, dessen Beachtung im täglichen Leben vorwärts hilft. Und wer, ob jung oder alt, möchte nicht vorwärtskommen? In der I. Kreisklasse hat Grevenbrück auf Platz 2 einen Partner bekommen, denn Heggen zog mit den Lennetalern gleich. Elspe folgt„dicht bei Fuß“. Altenhundem kam ohne Spiel eine Position weiter, da Hillmicke eine Nlederlage einstecken mußte. Langenei ist infolge des schlechteren Torverhältnisses auf den letzten Tabellenplatz gelandet. In allen Spielen gab es mit Ausnahme der Paarung Langenei gegen Elspe Siege der Gastgeber. Klar für Kirchveischede In einem flotten und fairen Spiel hatte Kirchveischede keine große Mühe, den SuS Bleche niederzuhalten. Beim Stande von 4:0 kam der Gast zum Ehrentreffer. Attendorn ließ nach In der ersten Halbzeit hatte Attendorn gegen Hillmicke, die sich in punkto Einsatz von der besten Seite zeigten, einen klaren Vorsprung von 4:0 herausgespielt. Dieser Vorteil war augenscheinlich dazu angetan, den Gegner nicht mehr für voll zu nehmen. Besonders die Hintermannschaft der 04er wurde sehr leichtsinnig, was MSt Stracke mit zwei Gegentreffern ausnutzte. Die Tore für Attendorn erzielten HR Zeller und MSt Fischer(je 2). Zweite Halbzeit entscheidend Wie schon so oft, kam Rüblinghausen in der zweiten Halbzeit nicht mehr mit. Bis zur 45. Minute waren die Gäste in etwa gleichwertig(1:0 durch MSt Arens). Kurz nach der Pause war HL Menne kurz hintereinander zweimal erfolgreich. In der 80. Minute sorgte MSt Trens für das Erdergebnis. Das Spiel verlief in bester Harmonie bei ritterlichem Einsatz. Sieg über Tabellenzweiten In einem flotten und jederzeit fairen Treffen mußte Grevenbrück in Heggen eine Niederlage einstecken. Heggen wußte seine Vorteile in der ersten Halbzeit durch Treffer von Hesener und Kümhoff zu unterbauen. In der zweiten Halbzeit erzielte Grevenbrück zwar den Anschlußtreffer, war aber in den letzten Minuten des Spieles nicht mehr stark genug, wenigstens ein Unentschieden zu holen, daß dem Spielverlauf nach nicht ungerecht gewesen wäre. Langenei enttäuschte nicht Elspe traf in Langenei auf einen starken Heimgegner, der besonders in der ersten Halbzeit gleichwertige Leistungen aufbrachte. Kurz vor der Pause 1:0 für die Gäste. Durch einen Foulelfer in der 70. Minute erhöhte Elspe auf 2:0. Der Gegentreffer für den FC bei diesem Stande mit einem verwandelten Handelfer. In der letzten Viertelstunde des Spieles hatte Langenei die besseren Momente, mußte aber trotzdem den dritten Treffer hinnehmen. Kampfspiel in Meggen Meggen R und Schönau lieferten sich auf Kosten einer einheitlichen Linie ein typisches Kampfspiel, das die Gastgeber erst im zweiten Durchgang für sich entschieden. In der 60. Minute ein Selbsttor Die Entscheidung fiel in der 70. Minute. I. Kreisklasse Hufnagel auf privater Grundlage durchgeführte Bullenhaltung ist zufolge Abschaffung des Bullens beendet. Der Gemeinderat beschloß nunmehr bezüglich der Bullenhaltung in Maumke, mit der Nachbargemeinde Elspe Verhandlungen auf eine Beteiligung an den Kosten aufzunehmen. Neubauwohnung mit Helzung, 2 große und 1 kleines Zimmer, in Olpe ab Mitte 1955 zu vermieten; auch für Büroräume geeignet. Bauzuschuß erwünscht. Angebote unter Nr. 1153 beim Sauerl. Volksbl. Olpe. Cin BLICK D MAE gibt RATI Junge, berufstätige Dame sucht in Olpe gemütliches, heizbares Zimmer möglichst mit fl. Wasser für Anfang Dezember. Zuschriften Kolumbus III, hauptpostlagernd, Siegen. 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Dezember morgens 9 Uhr In unseren bedeutend erweiterten Räumen zeigen wir Ihnen Großstadt-Auswahl in Damen-, Herren- und Kinder-Bekleidung unserer Kunden verpflichtet zu immer größeren Leistungen! Der Herr über Leben und Tod nahm heute um 17.15 Uhr unseren lieben Pflegevater, Großvater, Urgroßvater, Bruder, Schwager und Onkel Fritz Brüning zu sich in sein ewiges Reich. Er starb nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, im Alter von 71 Jahren. In tiefer Trauer: Familie Otto Meyer und Anverwandte Olpe, Schwieringhausen, Medebach, Bochum und Hüsten, den 28. November 1954 Das Seelenamt ist am Donnerstag, dem 2. Dezember, morgens 7.40 Uhr in der St. MariaeHimmelfahrts-Kirche; anschließend ist die Beerdigung vom Trauerhause, Am Gallenberg 2, aus. Dienstag und Mittwoch wird um 19 Uhr in der Mutterhauskapelle für den lieben Verstorbenen gebetet. rauersbendel bei mäßigen Preisen liefert Gärtnere Olpe. Westlälis-Se Straße 77 Fernsprecher 294 Auch Vermittlung nach auswärts in erstklassigen Ausführungen Gerbermann Ämtliche Bekanntmachung Fristablauf für die Behebung von Satzungsmängeln bei gemeinnützigen, mildtätigen uhd kirchlichen Körperschaften am 31. Dezember 1954 Körperschaften, die gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgen, sind, abgesehen von anderen Voraussetzungen, nur dann steuerbegünstigt, wenn ihre Satzung, Stiftung oder sonstige Verfassung den Vorschriften der Verordnung zur Durchführung der§§ 17 bis 19 des Steueranpassungsgesetzes(Gemeinnützigkeitsverordnung) vom 24. Dezember 1953(Bundessteuerblatt 1954 I Seite 6) entspricht. Nach§ 18 Absatz 1 dieser Verordnung können Satzungsmängel mit Wirkung für die Vergangenheit bis zum 31. Dezember 1954 behoben werden. Geschieht dies nicht, so sind die Voraussetzungen für steuerliche Vergünstigungen nicht erfüllt. Es liegt deshalb im Interesse der in Betracht koromenden Körperschaften, ihre Satzungen unverzüglich zu überprüfen und etwaige Mängel noch rechtzeitig bis zum 31. Dezember 1954 zu beheben. In Zweifelsfällen empfiehlt es sich, frühzeitig mit dem zuständigen Flnanzamt in Verbindung zu treten. Bei Körperschaften, deren Einkommen und Vermögen die Besteuerungsgrenzen von 500 DM bzw. 5000 DM(3000 DM bei der Vermögensabgabe) nicht übersteigen, wird sich unter Umständen die Aufstellung einer Satzung oder die Beseitigung etwaiger Satzungsmängel erübrigen. Die Satzung hat für Steuerzwecke jedoch dann Bedeutung, wenn eine Körperschaft um Spenden wirbt, weil die Abzugsfähigkeit der Zuwendung bei den Spendern im Rahmen des§ 10b des Enkommensteuergesetzes und des§ 11 Ziffer 5 des Körperschaftssteuergesetzes die Steuerbefreiung der Körperschaften nach§ 4 Absatz 1 Ziffer 6 Körperschaftsteuergesetz voraussetzt. Oberfinanzdirektion Münster Bekanntmachung HRA 201: 24. Nov. 1954: Adolf Deimel, Olpe. Das bisher von der Ehefrau des Kaufmanns Dr. Paul Reuter Gertrud geborene Scheffer-Nölkenhoff verw. Adolf Deimel in Olpe unter der Firma Adolf Deimel in Olpe betriebene Handelsgeschäft ist mit dem Recht zur Fortführung der Firma auf den Kaufmann Dr. Paul Reuter übergegangen. Das Amtsgerich