Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre HeimatDruck u. Verlag: VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE Anzeigen-Grundpreise: Im Anzeigenteil 8 Pfg. für 1 mm Höhe in der Kleinspalte(22 mm breit): Im Texttell 50 Pfa. fûr 1 mm Höhe in der Textspalte(62 mm breit). Man fordere Preisliste Nr. 4. Bei Zwangsvergleich oder in Konkursfällen wird jeder Rabatt hinfällig. Gerichtsstand ist Olpe i. Westf. TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung und Kreisblatt im Kreise Olpe Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das„S V.“ erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugspreis: DM 3,50 einschließlich Zustellgeld, bei Postbeziehern DM 3,54 Incl. Postbestellgebühren, bei Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3,—. Geschäftsstelle: Olpe, Frankfurter Straße 16, Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe 1. Westf. 119. Jahrgang— Nummer 274 Freitag, den 26. November 1954 Einzelverkaufspreis 15 Pf Theodor Blank nur geringfügig verletzt Tumult bei Dehler-Versammlung in Garmisch Augsburg.(Eig. Bericht) Die Verletzungen, die der Sicherheitsbeauftragte der Bundesregierung. Blank. am Mittwoch bei einer Wahlversammlung in Augsburg sich zuzog, haben sich als ungefährlich herausgestellt. Blank hat eine größere Platzwunde an der rechten Wange davongetragen, die wahrscheinlich von einem Schlag mit einem Bierglas herrührt. Der Sicherheitsbeauftragte betonte, daß er auch weiterhin im bayerischen Wahlkampf das Wort ergreifen werde. Ebenfalls zu tumultartigen Szenen kam es bei einer FDP-Wahlversammlung in Garmisch, als sich Dr. Dehler für die allgemeine Wehrpflicht einsetzte. Zehn Streckenarbeiter getötet In der Nähe von Baden-Baden wurden gestern zehn Streckenarbeiter von der Lokomotive eines Personenzuges überfahren und getötet. (Näheres auf der Seite„Westdeutschland“) Zu seinen Auseinandersetzungen mit der CDU erklärte der FDP-Vorsitzende, er sei Christ und achte das Gebot der Menschenliebe.„Doch augenblicklich fällt es mir schwer, CSU-Vertreter wie Würmeling, Jäger und Strauß zu lieben.“ In Berlin wandte sich der SPD-Abgeordnete Dr. Königswarter gegen den Vorschlag des Ministerpräsidenten Mendès-France, zwei regionale Sicherheitssysteme in Europa zu schaffen. Die dadurch bedingte Einbeziehung der Sowjetzone in das östliche System wurde Verhandlungen über die Wiedervereinigung Deutschlands unmöglich machen. Bundeskanzler Dr. Adenauer appellierte gestern in München an die Unternehmer, sich nicht nur dann um Politik zu kümmern, wenn es um wirtschaftliche Dinge gehe. Es komme darauf an, daß sich die guten Kräfte in die Politik einschalteten. Die Wahlen zum Bayerischen Landtag finden am Sonntag statt. Neben CSU, SPD. FDP, KPD, BHE und Bayernpartei treten der Bund der Deutschen, die Vaterländische Union und der Bayerische Rechtsblock auf. Gänzlich ohne Sorge sind von ihnen nur CSU und SPD. Das Damoklesschwert der 10-Prozent-Klausel hängt mehr oder weniger bedrohlich über jeder anderen Partel. Drei Todesurteile in Lyon Paris.(Korr.) Das Militärgericht in Lyon hat gestern abend die drei ehemaligen SS-Angehörigen Floreck, Heimann und Stengrit zum Tode verurteilt. Sie waren angeklagt, als Mitglieder der Dienststelle der Deutschen Sicherheitspolizei in Lyon während der Besatzungszeit Kriegsverbrechen begangen zu haben. DEUTSCHE WEIHNACHT AUF HOHER SEE Für das Weihnachtsfest nahm das unter deutscher Flagge fahrende Passagierschiff „Italia“ im Hamburger Hafen Weihnachtsbäume an Bord. Auf der Weihnachtsreise sollen deutsche und ausländische Passagiere das sprichwörtliche„Deutsche Weihnachtsfest“ nicht entbehren müssen. Hier die Weihnachtsbaum-Träger„im Anmarsch“, im Hintergrund die„Italia“. Schüsse in Grevenbroich waren überflüssig Untersuchunggegen Polizisten- Französische Polizei erwartet Autobanditen Düsseldorf.(lnw) Das Innenministerium hat eine disziplinarische Untersuchung des Schußwaffengebrauches durch einen Poliristen angeordnet, bei dem in der Nacht zum Samstag ein junger Bauer bei Grevenbroich angeschossen und verletzt wurde. Wie das Innenministerium gestern mitteilte, wiesen die bisher vorliegenden Ermittlungsergebnisse darauf hin,„daß der Schußwaffengebrauch durch den Polizeibeamten nach dem Sachverhalt nicht erforderlich und durch die bestehenden allgemeinen Vorschriften über den allgemeinen Schußwaffengebrauch nicht gedeckt war.“ Der junge Bauer, Helmut Frentzen aus Beckrath, war von einem Polizeibeamten, der mit seinem Funkstreifenwagen bei der Großfahndung gegen Autobanditen eingesetzt war, durch zwei Pistolenschüsse verletzt worden, als er auf einem Traktor seinen Acker pflügte. Die französische Grenzpolizei im Abschnitt gegenüber Pirmasens wurde erheblich verstärkt und in den höchsten Alarmzustand versetzt. Die französische Polizei befürchtet, daß die im Rheinland auftretende Autobande nach Frankreich auszuweichen gedenkt. Die Kölner Sonderkommission zur Bekämpfung des Banditenunwesens hat bisher 1400 Hinweise sowie rund 1000 Zuschriften und Anfragen aus der Bevölkerung erhalten. Nach Mitteilung der Kommission führte bisher noch kein Hinweis auf die Spur eines Banditen empfehlen, im Bundesrat dafür einzutreten, daß der Vermittlungsausschuß wegen der Steuerreform angerufen wird. Die Einwände der Finanzminister gegen die vom Bundestag verabschiedeten Gesetzentwürfe richten sich gegen zwölf Punkte, vor allem gegen den gespaltenen Körperschaftssteuertarif, gegen die Regelung bei der Ehegattenbesteuerung und gegen die Steuerfreiheit für Zuwendungen an politische Parteien: Auch die Finanzreform ist von den Finanzministern der Länder abgelehnt worden. Gegenkandidat gegen Joschida Tokio.(Reuter) Die japanischen Sozialisten und Kommunisten haben gestern beschlossen, sich der Opposition gegen Ministerpräsident Joschida anzuschließen. Die Sozialisten, gespalten in Links- und Rechtssozialisten, verfügen über 133 Sitze im Unterhaus. Sie gaben bekannt, daß sie die Kandidatur von Ichiro Hatoyama für den Posten des Ministerpräsidenten unterstützen werden. Hatoyama ist der Vorsitzende der neugebildeten Konservativen Partei, die sich zu einem großen Teil aus Parlamentariern rekrutiert, die die liberale Regierungspartei Joschidas verlassen haben. Die Konservative Partei hat 121 Abgeordnete im Parlament, während die Liberale Partei jetzt nur noch über 189 der 467 Parlamentssitze verfügt. In der Erklärung der Kommunisten heißt es, sie würden selbst den reaktionärsten Kandidaten unterstützen, wenn dadurch normale diplomatische Beziehungen zur Sowjetunion und zur Volksrepublik China hergestellt würden. Hatoyama war unter der amerikanischen Besatzung wegen seiner„profaschistischen Haltung“ aus dem öffentlichen Leben verbannt worden. Er setzt sich für die Beendigung des Kriegszustandes zwischen Japan und den kommunistischen Ländern und für Handelsbeziehungen mit diesen Staaten ein. Die Konservative Partei ist jetzt, mit Unterstützung der Sozialisten, in der Lage, Joschida zu stürzen. Der Vorstand der Liberalen beschloß gestern, Joschica zum Rücktritt von seinem Posten als Partelvorsitzenden aufzufordern. An seiner Stelle soll der stellvertretende Ministerpräsident Ogata die Parteiführung übernehmen. Joschida hat sich gestern zum zweitenmal geweigert, vor einem Parlamentsausschuß über einen Bestechungsskandal in der japanischen Schiffbauindustrie auszusagen. Er begründete seine Weigerung mit Ermüdung durch seine vor kurzem beendete Weltreise. Er soll am Montag erneut vorgeladen werden. KPD-Prozeß wird verschleppt Wieder Antrag auf Ablehnung eines Bundesrichters Vermittlungsausschuß wird angerufen Bonn.(dpa) Die Finanzminister der Bundesländer wollen ihren Kabinetten Heute Trauerfeier auf dem Roten Platz Moskaus Abschied von Wyschinski— Im Gewerkschaftshaus aufgebahrt BESUCH IN VILLA HUGEL Der sudanesische Ministerpräsident Ismail El-Azharl, der sich zur Zeit auf einer Deutschlandreise befindet, besuchte mit seiner Begleitung am Mittwochmittag die Firma Friedrich Krupp in Essen. Bei der Besichtigung der Villa Hügel überreichte ein kleines Mädchen dem sudanesiichen Ministerpräsidenten einen Blumentrauß. Links zwei Direktoren der Firma Krupp. Moskau.(TASS/Reuter) Tausende von Moskauern nahmen gestern Abschied von Andrej Wyschinski, In Reihen zu sechs gingen sie in der Säulenhalle des Gewerkschaftshauses an der Bahre vorüber. Draußen wartete in eisigem Wind eine Menschenschlange von fast einem Kilometer Länge. Die Bahre Wyschinskis ist am Kopfende etwas ernont, so daß alle Vorübergehenden das Antlitz des Toten und die zahlreichen Orden auf seiner Brust sehen können. Zwölf hohe Parteibeamte und Öffiziere halten die Ehrenwache. Im Hintergrund spielt ein hundert Mann starkes Orchester Trauermärsche. Die Trauerfeier findet heute auf dem Roten Platz statt. Gestern vormittag nahm eine Kommission des sowjetischen Ministeriums für Gesundheitswesen eine pathologisch-anatomische Untersuchung des Leichnams von Wyschinski vor. Bei der Obduktion wurde eine scharf ausgeprägte Arteriosklerose der Koronargefäße des Herzens festgestellt. Der plötzliche Tod trat infolge einer schweren Störung des Koronarblutkreislaufes ein. Kritik an Churchill London.(Reuter) Churchill hat in Großbritannien einen Sturm der Kritik mit seiner Erklärung entfesselt, daß er in den letzten Kriegstagen mit der Möglichkeit eines Frontwechsels und einer Wiederbewaffnungderdeutschen Truppen zum Kampf gegen die Sowjetunion rechnete. Die„Times“, die im allgemeinen die Regierung unterstützt, griff Churchill gestern heftig an und fragte:„Was mag Churchill dazu gebracht haben, das zu sagen?" Die Zeitung spricht von einer „unzeitgemäßen Bemerkung“. Karlsruhe.(dpa) Der Karlsruher KPDProzeß ist auch am dritten Verhandlungstag über Verfahrensfragen nicht hinausgekommen. Als Vertreter der KPD stellte Dr. Huetsch(Essen) gestern erneut den Antrag, den Bundesrichter Dr. Stein als befangen abzulehnen. Es hätten sich neue Gesichtspunkte dafür ergeben. Rechtsanwalt Dr. Kaul beantragte, daß über die Ablehnung Dr. Steins das Plenum des Bundesverfassungsgerichts, der I. und der II. Senat, entscheiden solle. Das Gericht unterbrach gegen Mittag die Sitzung und zog sich zur Beratung zurück. Nach der Wiederaufnahme der Sitzung um 17 Uhr wurde die Verbandlung auf Freitagvormittag vertagt. Den breitesten Raum in der Gerichtsverhandlung nahm die Frage der Akteneinsicht ein. Der Gerichtsvorsitzende betonte, daß sogar Akten oder Schriftstücke mit einem„Geheimvermerk“, sofern sie das Verfahren beträfen, der KPD vorgelegt worden seien. Das erneute Verlangen der KPD, alle Akten zu sehen, wurde vom Präsidenten Dr. Wintrich mit der Erklärung zurückgewiesen, es gebe keine Prozeßakten, die nicht beiden Parteien zur Einsicht vorgelegt worden seien. Als Vertreter der Bundesregierung warf Rechtsanwalt Dr. D!x den Vertretern der KPD Verschleppungsabsichten vor, wogegen sich Dr. Kaul verwahrte. Hoover Ehrendoktor von Tübingen Seine Hilfsmaßnahmen retteten Millionen Deutsche vor dem Verhungern Truppen in Algerien auf 70000 erhöht Luftangriffe auf Versorgungs- und Waffenlager der Aufständischen Paris.(Korr.) Frankreich bereitet scharfe Maßnahmen zur Niederwerfung der Aufstandsbewegung in dem südostalgerischen Berggebiet von Aures vor. Der französische Innenminister Mitterrand hat in einer Nachtsitzung des Rates der Republik angekündigt, daß sich die Regierung„unerbittlich“ zeigen werde. Zum ersten Male seit langer Zeit hat die französische Luftwaffe wieder in die Bekämpfung der Aufstandsbewegung und ein Versorgungs- und Waffenlager im Gebiet von El Ouldja angegriffen. Innenminister Mitterrand gab vor dem Rat der Republik bekannt, daß die Zahl der in Algerien stationierten französischen Truppen seit dem 1. November um 20 000 Mann auf 70 000 ernöht worden ist. Ausländische Flugzeuge seien in Tunesien nie festgestellt worden, erklärte gestern der Minister für tunesische und marokkanische Angelegenheiten, Fouchet, vor dem Auswärtigen Ausschuß des Rates der Republik. Damit trat der Minister den Gerüchten entgegen, daß die Fellaghas in Tunesien zum Teil durch ausländische Flugzeuge mit Waffen und Material versorgt worden sind Tübingen.(dpa) Dem ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten, Herbert Hoover, wurde gestern in einem Festakt in der neuen Aula der Tübinger Universität die Ehrendoktorurkunde der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät überreicht. Auf seiner Fahrt durch die Stadt war Hoover von den Einwohnern Wie wied das Wetter? Wechselhaft Randstörungen eines Tiefs aus Island schwenken über Frankreich und die Britischen Inseln nach Nordosten und greifen mit ihren Ausläufern auch auf Westdeutschland über. Das wechselhafte Wetter hält daher an. Vorhersage für Freitag: Mäßige bis frische Winde um Südwest. Wechselnd meist stark bewölkt und gelegentlich Schauer. Weiterhin verhältnismäßig mild. Tageshöchsttemperaturen um 8 Grad. Kein Nachtfrost. Weitere Aussichten: Wechselhaft. Wenig Temperaturänderung. herzlich begrüßt worden. Der Rektor der Universität, Prof. Dr. Arnold, betonte in seiner Begrüßungsansprache, daß nach dem zweiten Weltkrieg durch die Hilfsmaßnahmen der Hoover-Speisung Milllonen deutscher Schulkinder, Studenten und Jugendlicher vor dem Hunger bewahrt worden seien, Tag für Tag hätten auch die Studenten der Universität Tübingen in langen Schlangen vor den vollen Töpfen gestanden, die Hoover für die deutsche Jugend gefüllt habe. In seiner Erwiderung unterstrich Hoover. daß er kein besseres Beispiel für die Wechselbeziehungen zwischen der Kultur der beiden Länder Deutschland und Amerika gebe, als das Leben und Wirken Friedrich Lists, der 1817 Professor der Staatswissenschaft und Staatspraxis an der Universität in Bingen war. Die Universitäten hätten heute eine zusätzliche Last zu tragen. Wie in den vergangenen Jahrhunderten sei es auch heute noch Aufgabe der Universitäten, die Freiheit des Menschen zu erhalten. Inzwischen ist Hoover auf dem Flugplatz Tempelhof zu dem vorgesehenen zweitägigen Besuch in Berlin eingetroffen. Zahlreiche Repräsentanten des Berliner öffentlichen Lebens begrüßten ihn, als er die„Columbine“, die Sondermaschine des Präsidenten Eisenhower, verließ. Italien lehnt Sowjeteinladung ab Italien hat die sowjetische Einladung zu einer Konferenz über die europäische Sicherheit abgelehnt. Überfallen wurde in Kiel der Chefredakteur der kommunistischen Zeitung „Norddeutsches Echo“. Er wurde mit einem Schlagwerkzeug und mit einem Messer im Gesicht und an der Hand verletzt. Wegen Landfriedensbruchs zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt wurde in Nürnberg ein Mitglied der Streikleitung der Siemens-Schuckert-Werke, das beim bayerischen Metallarbeiterstreik einen Montageingenieur geschlagen hatte. Die Bundesregierung erwartet aus ihren Beteiligungen an Erwerbsunternehmen eine Einnahme von 23,5 Millionen Mark. Der Handel wird im nächsten Haushaltsjahr innerhalb der Bundeshaushaltszuschüsse zur Förderung der mittelständischen Wirtschaft einen Zuschuß von einer Million Mark erhalten. Das Handwerk bekommt statt bisher fünf nur vier Millionen Mark. Die Antwort der Westmächte auf die beiden letzten sowjetischen Noten ist fertiggestellt. Sie stimmt im Prinzip einer Viererkonferenz zu, knüpft jedoch ihr Zustandekommen an eine Reihe von Bedingungen. Königin Elisabeth von England schloß gestern mit einer kurzen Rede die Parlamentssession. Abgestürzt ist nördlich von Straßburg ein zweimotoriges französisches Militärflugzeug. Die zwei Piloten kamen ums Leben; sieben weitere Insassen der Maschine wurden schwerverletzt. Botschafter Blankenhorn ist gestern von Bonn nach Paris abgefahren, um dort am Wochenende die Gespräche über die deutsch-französischen Abkommen fortzusetzen. Bundenwirtschaftsminister Erhard verließ gestern nachmittag nach einem dreitägigen Besuch Belgrad. Der französische Gesundheiteminister leitete der Nationalversammlung acht Gesetzentwürfe zur Bekämpfung des Alkoholmißbrauchs zu. Schäffer muß sparen O. H. D. Um 3,2 Milliarden Mark soll durch die Beschlüsse des Bundestags die Steuerlast gesenkt worden sein. Wir wollen hoffen, daß diese Ziffer stimmt und daß Herr Schäffer nicht durch Verwaltungsanordnungen die Entlastung für den Steuerzahler zum Teil wieder illusorisch macht, wie dies bei der Kleinen Steuerreform geschehen ist. Diese Versuchung wird um so größer sein, als der Bundesfinanzminister im nächsten Jahr Gelder über Gelder braucht, um den westdeutschen Verteidigungsbeitrag zu finanzieren. Es ist anzunehmen, daß hierbei nicht nur Schäffer die Augen übergehen werden. Die Westalliierten haben bereits ganz herzhaft Ansprüche angemeldet, die über die bisher geforderten Beträge weit hinausgehen. Die Ergänzungsabgabe zur Einkommensteuer, von der der Bundesfinanzminister immer wieder spricht, soll die zusätzliche Finanzierung der Rüstung auf jeden Fall garantieren. Wie dem auch sei, so sollen nach dem Willen des Bundestags die Steuern im nächsten Jahr beträchtlich gesenkt werden. 3,2 Milliarden Mark sind immerhin ein Betrag, der sich sehen läßt. Allerdings geht dieser Steuerabschlag wesentlich über das hinaus, was Schäffer bewilligen wollte. Er wird, wie wir ihn kennen, alle Hebel in Bewegung setzen, um dieses„Defizit“ so niedrig wie möglich zu halten. Die Steuertabellen, die jetzt im Umlauf sind, geben also nur sehr bedingt einen Hinweis darauf, was die Finanzämter nach Streichung der steuerfreien Abzüge als Steuerschuld anerkennen werden. Die Grundlage der Steuerreform, wie sie vom Bundestag verabschiedet wurde, ist der Neuburger-Tarif, der auch für die niedrigen Einkommen Steuersenkungen ganz beträchtlichen Ausmaßes bringt. So muß ein Verheirateter mit einem Kind bei einem Jahreseinkommen von 4000 Mark heute nur noch 51 Mark Lohnsteuer bezahlen. Bei einem lohnsteuerpflichtigen Jahreseinkommen von 12 000 Mark beträgt die Steuerermäßigung 500 Mark und ist damit um ein Viertel niedriger als bisher. Die Tarifermäßigungen können noch höher sein, wenn der Steuerpflichtige das Glück hat, Sonderausgaben angerechnet zu bekommen, die bisher vom Finanzamt zusammengestrichen worden sind. Die neuen Höchstbeträge für die voll abzugsfähigen Sonderausgaben verdoppeln sich sogar für Steuerpflichtige, die das 50. Lebensjahr vollendet haben. Bemerkenswert ist. daß, im Gegensatz zur Regierungsvorlage, die Steuerbegünstigung für Sparverträge und den Ersterwerb von Wertpapieren beibehalten worden ist. Allerdings müssen diese Beträge, anstatt wie bisher auf drei Jahre, nun auf sieben bis zehn Jahre festgelegt werden. Die abzugsfähigen Höchstbeträge für Versicherungsprämien, Bausparkassenbeiträge und Leistungen für Kapitalansammlungsverträge betragen für den Steuerpflichtigen und seine Ehefrau je 800 Mark und für jedes steuerlich zu berücksichtigende Kind 500 Mark. Verschiedene Berufszweige werden es besonders begrüßen, daß die tariflichen Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit auch künftig steuerfrei bleiben, wenn der Lohn nicht 7 200 Mark im Kalenderjahr übersteigt. Ferner hat der Bundestag den Anschlag auf die 7-c-Gelder zunichte gemacht. Allerdings müssen steuerbegünstigte Darlehen für den Wohnungsbau unverzinslich gegeben werden und künftig eine Laufzeit von mindestens zehn Jahren haben. Bei Eigenheimen und Eigentumswohnungen erhöht sich dieser Betrag sogar auf 10 000 Mark. Es bleibt zu hoffen, daß die Steuerreform im Bundesrat nicht angefochten wird, so daß sie am 1. Januar des nächsten Jahres in Kraft treten kann. Dieser Termin muß auch eingehalten werden, um den Finanzämtern bei der Ausstellung von Steuerkarten nicht Doppelarbeit und unliebsame Verzögerungen aufzubürden. Dreitausend Pullover für Churchill Strom der Geschenke reißt nicht ab— Deutscher will alle Umschläge aufkaufen Sir Winston Churchill wird nicht zu frieren brauchen, wenn er am 30. November seinen 80. Geburtstag feiert. Über 3000 Frauen haben brieflich angekündigt, daß sie ihm selbstgestrickte Pullover schenken wollen. Auch die„Magenfrage“ ist hinreichend gelöst; denn der mit vielfarbigem Eis verzierte Geburtstagskuchen wird einen Durchmesser von 75 Zentimeter aufweisen. Der Strom der Geschenke will nicht abreißen, die Pakete stapeln sich zu Bergen— sei es im Landhaus des Premierministers in Chartwell, Kent, oder in seinem Amtssitz Downingstreet Nr. 10. Um die Gebefreudigkeit der Briten in richtige Bahnen zu lenken, hat man einen „Geburtstags-Fonds“ errichtet. Das „Hauptquartier“ bilden zwei Zimmer in der Londoner Charing Cross Road Nr. 156. Hier wird Tag und Nacht gearbeitet, um der Fülle Herr zu werden. Freiwillige Helfer buchen die einlaufenden Geldbeträge; aus Amerika und Kanada sind Tausende von Dollars in Form von Schecks eingetroffen. Auch aus anderen Ländern des Empires kommen große Summen, auf einigen Schecks und Briefen fand man sogar deutsche Absender-Adressen. Besonderes Büro für die Registrierung Der„Ehren-Schatzmeister“ ist. Lord Moynihan; er des Fonds weiß nicht Jüdischer Protest gegen DP-Kundgebung Ausländische Journalisten bedroht, weil sie Deutschlandlied nicht sangen Berlin.(dpa) Der Vorsitzende der Berliner jüdischen Gemeinde, Heinz Galinski, protestierte in einer Repräsentantenversammlung der Gemeinde in Berlin gegen„antisemitische Hetzrufe und Tätlichkeiten gegen demokratisch gesinnte Kundgebungsteilnehmer“, die am Dienstag auf einer DP-Versammlung im Berliner Sportpalast vorgekommen seien. Die jüdischen Menschen in Berlin empfänden es als befremdend, daß dies in Gegenwart des Bundesministers Dr. Seebohm möglich war, ohne daß die Polizei energisch eingegriffen hätte. Besonders bedenklich stimme das, sagte Galinski, wenn man sich an die Aktivität der Polizei gegen demonstrierende Studenten in den Fällen Veit Harlan und Werner Krauß erinnert. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde in Berlin und der Landesbezirksvorstand des DGB in Berlin haben sich gestern an den Präsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses gewandt und um Klärung dieser Vorkommnisse ersucht. Der Verein der ausländischen Presse in Berlin hat sich bei Bundesminister Seebohm darüber beschwert, daß zwei ausländische Journalisten auf der Kundgebung von Saalordnern beschimpft und bedroht worden seien, weil sie das Deutschlandlied nicht mitgesungen haben. Ausländer sitzen fest Kassel.(dpa) Zahlreiche Ausländer aus Belgien, Frankreich und Österreich werden seit einigen Tagen in der Evangelischen Bahnhofsmission in Bebra beherbergt. Sie hatten versucht, onne Aufenthaltsgenehmigung in die Sowjetzone einzureisen, und waren am thüringischen Grenzkontrollpunkt Wartha von Volkspolizisten nach Bebra zurückgeschickt worden. Wie sie übereinstimmend berichteten, sind sie bei ihrer Abreise aus den Heimatländern unvollständig über die Einreisebestimmungen für die Sowjetzone unterrichtet worden. Die zum Teil mittellosen Ausländer sind nun auf die Hilfe der Bahnhofsmission angewiesen. Der Spionage angeklagt wurde in London ein britischer Angestellter, der beschuldigt wird, Informationen über Luftverteidigungsanlagen dem sowjetischen Konsulat angeboten zu haben. Wohnungen für 250 Pariser Obdachlose Abbé Pierre, der„Vater der Obdachlosen“, hatte 168 Mill. Frs. gesammelt Paris.(KNA) In Anwesenheit des französischen Überseeministers Robert Buron sowie zahlreicher Vertreter der Nationalversammlung und des Stadtrates wurden in Paris jetzt die ersten 250 Wohnungen feierlich eingeweiht, deren Errichtung auf die Initiative von Abbé Pierre, dem„Vater der Obdachlosen“, zurückgeht. Der noch leidende Abbé Pierre konnte nur vom Auto aus eine Ansprache halten, in der er betonte, daß in den nächsten beiden Monaten die restlichen 250 Wohnungen seines Jahresprogramms der Bestimmung übergeben werden könnten, womit dann sein Vorhaben für das Jahr 1954 restlos erfullt sei. Dank der Spendenfreudigkeit seiner Mitbürger, an deren Gefühl er nicht umsonst appelliert habe, seien 168 Millionen Frs. aufgebracht worden, die den Bau der Wohnungen ermöglichten. Außerdem habe ihm der Staat noch 99 Millionen Franken in Aussicht gestellt, mit denen ein weiterer Wohnblock errichtet werden soll. In seinen Ausführungen wandte sich Abbé Pierre an alle französischen Behörden, Ministerien und Verwaltungsämter, ihre Ausgaben für Repräsentationen auf ein Mindestmaß herabzusetzen, um mit den eingesparten Geldern weiteren Wohnraum zu schaffen. Abschließend erklärte der„Vater der Obdachlosen“, daß ihm Staatspräsident Coty versprochen habe, alle Baustellen des Emaus-Werkes in Frankreich persönlich zu besuchen. Haile Selassie in der Schweiz Basel.(dpa) Der Kaiser von Athiopien, Haile Selassie, traf gestern zu einem mehrtägigen Staatsbesuch in der Schweiz ein. Auf dieser Reise besuchte der Kaiser von Athiopien das Automobilwerk Sindelfingen der Daimler-Benz AG. mehr, wo ihm der Kopf steht. Sein Maklerbüro muß bis auf weiteres auf den Chef verzichten; denn die Registrierung von Sir Winstons Geburtstagsgeschenken nimmt seine Zeit ganz in Anspruch. Der technische Apparat des Fonds kostet praktisch nichts, denn die Helfer arbeiten enrenamtlich, und die Büroräume Möbel und Buchungsmaschinen sind ausgeliehen. Die kleinste der bisher eingelaufenen Spenden betrug umgerechnet 15 Pfennig, die größte kam von einer gutfundierten Firma, es waren 10 000 Pfund Sterling, also etwa 120 000 Mark. Kleine Geschenke von den Armen Am meisten freut sich das Geburtstagskind natürlich über die kleinen Geschenke von Altrentnern und anderen armen Leuten. Manche von ihnen haben nur ein wenig Tabak und Tee geschickt, oft zusammen mit selbstgedichteten Versen. Von den Philippinen kamen Zigarren, auf denen Sir Winstons Name in Golddruck leuchtet. Die„hohe Politik“ wartet mit besonderen Ehrungen auf. In der Westminster Hall wird Sir Winston an seinem Ehrentag die Geschenke des Parlaments entgegennehmen: ein ChurchillPorträt von Graham Sutherland und ein Gedenkbuch, in dem sich die Abgeordneten aller Parteien verewigt haben. Über 100 000 Personen haben bisher Geld gesandt, und immer noch kommen Briefe und Schecks aus aller Welt. Dieser Segen hat eine deutsche Briefmarkenfirma nicht ruhen lassen. Sie hat sich erboten, sämtliche Briefumschläge für einen anständigen Preis zu kaufen. Die Meinung der anderen: Wasmeinte Churchill? Churdiills Erklärung, das er in den letzten Kriegstagen mit der Möglichkeit eines Frontwechsels und einer Wiederbewaffnung der deutschen Truppen zum Abwehrkampf gegen die Sowjetunion gerechet habe, hat in der ganzen Welt lieftige Reaktionen ausgelöst. „Times“ „Was mag Churdhill dazu gebracht haben, das zu sagen? Man kaun die Bemerkung von allen Seiten betrachten, am Ende ist es immer unmöglich, zu selen, weldhiem Zweck sie im jetzigen Zeitpunkt gedient haben kann. Churchill ist jetzt am aufrichtigsten bemüht, eine Verständigung mit den kommunistischen Mächten herbeizuführen. Er drängte auf eine soldie Verständigung auch bei der umstrittenen Rede. Sie war seln Hauptthema. Wie selir viel bedauerlidier ist es, daß er diese unzeitgemäße Bemerkung hineinwarf.“ „Daily Herald“ kündigt einen Schritt der Labour-Fraktion im Unterliaus sdion in der nächsten Woche au. Churchill liabe mit seiner Außerung, so schreibt der diplomatisdie Korrespondent des Blattes, jede Möglichkeit eines Gesprächs„auf höchster Ebene“ zwisdien ilim und Malenkow ausgeschlossen, In dem Kommentar des Korrespondenten werden im übrigen Zweifel an Churchills Erinnerungsvermögen geäußert. Seebohm in Berlin „Berlingske Tidende“ spricht von einem„phantastischen Naziterror“ wälirend einer Wallversammlung in Berlin und bezieht sich damit auf die Wahlkundgebung der DP am Dienstag im Berliner Sportpalast, auf der Verkehrsminister Seebolun spradi. Das Blatt sdireibt, Seebohm habe„unglaubliche nationalaggressive Erklärungen“ abgegeben und die „Sturitruppen der Deutschen Partei“ hätten Leute überfallen, die nicht den ersten Vers des Deutsch landliedes singen wollten. Enthüllungen über Berijas Ende Zwei Divisionen sollten Malenkow stürzen— Berija ging in die Falle New York.(Reuter) Über die letzte Phase des Machtkampfes zwischen Innenminister Berija und Malenkow berichtet Juri Rastoworow in der neuesten Nummer der amerikanischen Zeitschrift„Life“. Rastoworow war Leiter eines sowjetischen Spionageringes in Japan. Er stellte sich im Januar den amerikanischen Behörden in Japan und ist jetzt in den USA. Nach der Darstellung Rastoworows hing das Schicksal der Männer im Kreml am 26. Juni 1953 an einem seidenen Faden. Berija hatte zwei Divisionen in Moskau konzentriert, um die Macht an sich zu reißen. Malenkow hatte jedoch von dem Komplott erfahren und kam seinem Gegenspieler zuvor. Barija wurde verhaftet und ist, wie Rastoworow schreibt, hingerichtet worden. Rastoworow schreibt, Malenkow hatte eine Plenarsitzung des Zentralkomitees der Partei für den 26. Juni einberufen und, bevor sie begann, einigen Mitgliedern des ZK Waffen gegeben.„Als Berija im Sitzungsgebäude war, besetzten die bewaffneten Mitglieder des Zentralkomitees die Ausgänge. Berija schien zu ahnen, was ihm bevorstand; denn er versuchte, den Raum wieder zu verlassen. In diesem Augenblick erhob sich Malenkow und klagte Berija des Verrats an der Partei an und gab Einzelheiten des Komplotts bekannt. Sofort nachdem Malenkow geendet hatte, wurde Berija von den Marschällen Schukow und Koniew verhaftet. Berija bat um Gnade und versicherte die Genossen seiner Loyalität. Er wurde jedoch abgeführt.“ Dominici beschwört seinen Sohn „Ich verzeihe dir, aber sage die Wahrheit!“— Familienstreit vor Gericht Paris.(Korr.) Im Dominici- Prozeß wurde gestern dem 77jährigen Angeklagten Gaston Dominici das Wort für Fragen an seinen Sohn Gustave erteilt. Der alte Bergbauer betrachtete zunächst eine Zeitlang stumm seinen Sohn und sagte dann mit gebrochener Stimme:„Ich liebte ihn. Ich hatte ihm gesagt:„Ich verzeihe dir, aber sage die Wahrheit. Welche Schande für die Familie, daß du mich hierher auf die Anklagebank gebracht hast“ Gustave blieb jedoch unpewegt. Als sich anschließend der Nebenkläger für die Angehörigen der Familie Drummond noch einmal zu Wort meldete, um über bestimmte Einzelheiten Auskunft zu erhalten, war aus Gustave nichts mehr herauszuholen. Dieses Verhalten löste unter den zahlreichen Zuschauern große Empörung aus. Auch andere Mitglieder der DominiciFamilie, darunter die Tochter Augusta Caillet und ihr Mann, konnten als Zeugen keine weiteren Einzelheiten zum Mordfall beisteuern und benutzten ihre Vernehmung vor Gericht lediglich dazu, um ihre Familienstreitigkeiten weiter auszutragen. Während Clovis bei der Auseinandersetzung an der Schuld des Vaters festhielt, erklärten die übrigen Familienmitglieder Gaston als unschuldig. Blökende„Fundsache“ in Rom Rom.(ANSA) Eine Herde von 64 herrenlosen Schafen wurde auf dem Palatin, also im Zentrum der Ewigen Stadt, von der Polizei„gefunden“. Nach amtlichen Bestimmungen hätten die Tiere im zentralen Fundbüro abgeliefert werden müssen. Die Polizei gab sie jedoch einem Bauern im Gebiet der ehemaligen Pontinischen Sümpfe„in Pension“, bis sich ihr Besitzer meldet. Man vermutet, daß sich die Schafe auf einem geparkten Lastwagen befanden, der gestohlen wurde. Bevor die Diebe mit dem Wagen verschwanden, entledigten sie sich wahrscheinlich der auffallenden Ladung. „Marsch auf Brüssel“ Brüssel.(Korr.) Bei dem Streik von über dreißigtausend katholischen Lehrern gegen die Schulpolitik der Regierung kam es in mehreren Städten Belgiens zu schweren Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten. n Loewen und Hasselt wurden Demonstranten mit Wasserwerfern und Gummiknüppeln zerstreut. Die katholischen Lehrer protestieren gegen die Kürzung der Subventionen für die freien katholischen Schulen. Die christlichen Gewerkschaften kündigten einen„Marsch auf Brüssel“ für den 13. Januar an. M Aerdad ROMAN VON HANS GRUHL Presserechte bei Münchner Roman-Verlag München-Pasing (33. Fortsetzung) „Und?“ „Am Abend des Mordes an der Oberschwester sahen Doktor Ralfs und ich vom Turm aus einen eigenartigen Schein hinter einem der Fenster des Personalflurs. Er war, als liefe jemand mit einer Taschenlampe im Zimmer herum. Ich war neu und wußte nicht, wer dort wohnte. Heute, beim Abendessen, sprachen wir arüber.“ Wer?“ Daniel deutete über den Tisch.„Wir drei.“ „Weiter.“ „Ich wollte mir das Fenster noch einmal ansehen—“ „Warum?“ Nogees fragte ohne jede Verbindlichkeit, aber Daniel kannte ihn jetzt schon. „Tja— ich wollte eigentlich nur wissen, wessen Zimmer das war— reine Neugier.“ Er zögerte einen Augenblick.„Aber inzwischen ist mir eingefallen, was das Licht bedeutet haben könnte. In diesem Zimmer und an diesem Abend hat Schwester Anne nach dem verschwundenen Morphium gesucht.“ Die Augen des Kommissars überflogen die nasse Gestalt, zu deren Füßen sich kleine Lachen gebildet hatten. Daniel wußte nicht, ob er Spott oder Verwunderung in den Augen des Kommissars lesen sollte. „Trafen Sie jemanden im Park?“ Schwester Olga.“ „Hm. Und als Sie oben ankamen, wurden Sie in das Becken gestoßen?“ „Genau so war es.“ „Interessant. Wer wußte von Ihrem Vorhaben, zum Turm zu gehen?“ Daniel sah zu Marion hinüber. Sie war seinen Worten ohne jede Erregung gefolgt. „Fräulein Doktor. Schwester Olga konnte es allenfalls erraten.“ Nogees drehte sich zum Tisch.„Ist das so?“ „Ja. Doktor Daniel wollte mich mitnehmen, aber ich war nicht aufgelegt.“ „So. Können Sie sich an den Vorfall erinnern, von dem er erzählt hat?“ „Ja. Aber ich habe ihm keine Bedeutung beigemessen. Ich erinnere mich sogar, daß wir meinten, die Birne im Zimmer müßte durchgebrannt sein.“ Sie lächelte Daniel zu. „Wußten Sie, wem das Zimmer gehörte?“ „Nein— ich habe mich nie dafür interessiert.“ „Doktor Daniel— wissen Sie jetzt, wem dieses Zimmer gehört?“ Daniel nickte langsam, und sein Blick blieb bei Marion.„Fräulein Syring hat es mir gezeigt. Es ist Ihr Fenster, Marion.“ Einen Augenblick blieb alles still. Nimbachs Hand, die mit dem Bleistift spielte, erstarrte. „Was sagen Sie dazu, Fräulein Doktor?“ fragte Nogees, etwas zu freundlich, wie es Daniel schien. Marions Blick traf Evelyn, und ihre Stimme war kälter als vorher „Ich will nicht unbedingt behaupten, daß Fräulein Syring sich irrt. Aber es ist wahrscheinlich. Ich weiß selbst nicht, ob ich mein Fenster vom Turm aus finden würde. Ich bezweifle es.“ Evelyn erwiderte nichts, aber sie berührte leise Daniels Hand. „Hm“, machte Nogees gedehnt und wechstelte mit Nimbach einen Blick.„Nehmen wir an, Doktor Daniels Hypothese stimmt und Fräulein Syring irrt sich nicht. Können Sie sich vorstellen, daß Schwester Anna in Ihrem Zimmer nach Morphium gesucht hat?“ Marion verzog geringschätzig den Mund. „Was weiß ich! Anna tat alles Mögliche. Bei mir hätte sie sich bestimmt umsonst bemüht.“ Mit Nogees ging eine Veränderung vor. Er wurde kleiner, er rutschte in seinm Stuhl zusammen, als ducke er sich zum Sprung. Seine rechte Hand glitt zur Tasche. „Tja— das Fenster müßten wir uns einmal ansehen.“ Er drehte sich nicht um. „Doktor Daniel— hatten Sie die Absicht, mir noch von diesem Fenster und Ihrer Idee zu erzählen?“ „Ja.“ „Sehr lobenswert. Wissen Sie jetzt, warum Sie in das Becken gestoßen wurden?“ „Ich glaube, ich weiß es jetzt“, sagte Daniel gepreßt. Er wußte es und wußte auch, was jetzt kommen würde. Plötzlich fror er wieder und fühlte die Schwäche wie vorhin an der Strickleiter. „Ja“, sagte der Kommissar leise und sanft,„ich weiß es auch. Und Sie, Fräulein Doktor?“ „Woher soll ich—“ Sie verstummte, und ihre Augen weiteten sich. Der Lauf der schweren Waffe wies haargenau auf den dritten Knopf ihres Mantels. Knackend sprang der Sicherungsflügel herum. „Sie kannte den Dieb“ Hinter Daniel entstand eine Bewegung. Wie Schatten schnellten die beiden Männer um den Tisch, von beiden Seiten. Ein klirrendes Schnappen ertönte und Marion Ralfs blickte mit starrer Verblüffung auf die blinkenden Reifen, die ihre Handgelenke umschlossen. Nogees senkte die Waffe. „Ich bedaure“, sagte er höflich.„Aber ich möchte kein Risiko mehr eingehen. Drei Morde und ein Mordversuch verpflichten mich dazu.“ Evelyn preßte schmerzhaft Daniels Hand. Nimbach beugte sich gespannt vor. Strohmann fuhr auf seinem Stuhl herum und starrte Marion mit offenem Munde ins Gesicht, als sähe er eine Giftschlange. Marions Lider schlossen sich für einen Augenblick. Daniel sah, daß ihr Körper bebte. Ihre Arme preßten sich gegen die stählerne Fessel und ihre Knöchel wurden weiß. Dann öffnete sie die Augen und ließ die Hände in den Schoß fallen. Ihr Blick war ganz ruhig. „Ist das ein Witz, Herr Nogees? Gut ist er nicht.“ „Daran sollten Sie sehen, daß es keiner ist.— Doktor Daniels Erzählung hat mich ein gutes Stück weiter gebracht. Anna Kramers Drohung war kein leeres Gerede. Sie hatte den Diebstahl des Morphiums beobachtet und kannte den Dieb. An jenem Abend suchte sie die Ampullen in Ihrem Zimmer und der Zufall oder der Teufel wollte es, daß Sie das Licht ihrer Lampe vom Turm aus sahen. Jetzt hatten Sie Gewißheit. Daniel neben Ihnen ahnte nichts.“ Er schüttelte leise den Kopf.„Sie haben vorhin einen schweren Fehler begangen, Fräulein Doktor. Einem Mann kann es allenfalls noch passieren, daß er das Fenster seines Zimmers von außen nicht kennt. Einer Frau niemals.“ Nogees faltete die Hände über dem Revolver.„Der weitere Verlauf ist uns allen bekannt. Er vollzog sich so, wie ich es bei der irrtümlichen Verhaftung von Doktor Michels geschildert habe. Nur, daß nicht er Anna am Turm auflauerte, sondern Sie. Nicht er nahm die Streptomycinampulle nach Bergius' letzter Punktion vom Tisch, sondern Sie. Und Inge Sörensen sah es. Nicht Michels hörte das Gespräch zwischen Daniel und Inge im Röntgenraum, sondern Sie. Das war das zweite Mal, daß der Zufall Ihnen zu Hilfe kam. Sie nahmen das Skalpell von Station drei und erstachen Inge im Turm. Und Sie waren es, die heute abend Daniel in das Becken stieß. Sie wußten, daß sein Einfall Ihnen gefährlich werden konnte. Und Sie waren schon so weit auf diesem Wege gegangen— warum sollten Sie ihn nicht zu Ende gehen! (Schluß folgt) UNSER NEUER ROMAN Als Nenate heinlean von Annemarie Artinger beginnt in der Montagsausgabe 119. Jahrgang— Nummer 274 Sauerländisches Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Helmat- und Krelsblatt im Kreise Olpe Freitag, den 26. November 1954 Die traute Stunde Im Fortschritt der Zeit und der Technik haben sich die Dinge unseres Lebens zum Teil wesentlich gewandelt. Kaum kennt man heute noch die stille, traute Dämmerstunde mehr. Man weiß nicht mehr um das Abklingen der Seele in halbdunkler Stube, ahnt nichts mehr von dem Zauber der Märchen und Geschichten, die im Dämmern aufblühen wie bunte Wunderblumen. Früher ging mit langsamen Schritten der Laternenanzünder durch die Gassen und zündete die Lampen an den Ecken wie Kerzen an, eine nach der anderen... Das brauchte seine Zeit und ging nicht so schnell wie heute, da man einen Schaltergriff umlegt und tausende elektrischer Glühbirnen zum Aufflammen bringt, die jede Nacht zum Tage machen. Das Vergangene können wir niemals mehr zurückholen. Aber Dämmerstunden können wir noch erleben, wenn wir es wollen, auch in unserer so lauten Zeit. Und es braucht gar keine ganze„Stunde“ zu sein, die wir in dämmeriger Stube verträumen, es genügt eine Zigarettenlänge vor dem Einschalten des Lichtes, während der wir nichts anderes tun, als uns der Stimmung hingeben, die der Tag ausströmt, der sich zu Ende neigt. Er hat sein Werk getan. einzelnen zu berechnen. Eine vorläufige Festsetzung des Mietbetrages durch die Bewilligungsbehörde ist möglich. Bestehen Zweifel an der Richtigkeit der für die einzelnen Wohnungen geforderten Mieten und wird von dem Hausbesitzer Einsicht in den Bewilligungsbescheid und die Mletberechnungsunterlagen nicht gewährt, ist eine Nachprüfung der Mieten durch die Mietpreisbehörden bei den Stadt- und Landkreisverwaltungen möglich, die auch alle Auskünfte erteilen, die sich auf die Erhebung von Umlagen und Zuschlägen durch die Vermieter beziehen. Die westfälische Heimatzeitschrift „Westfalen im Bild“ befaßt sich in bemerkenswerten Artikeln des Novemberheftes mit den Themen:„Westfalen und der Rundfunk“,„Steinarchiv auf Schloß Kappenberg“,„Einheit Westfalens im höheren Schulwesen“,„Margarete Windthorst“ und„Westfälische Kunst 1954“. Auf das südliche Sauerland nimmt der Aufsatz von Dr. Mally Behler bezug: „Porträt eines sauerländischen Städtchens: Belecke“, Weitere Beiträge aus dem Raum Westfalen vervollständigen in der üblichen Weise das vorliegende Heft, das wiederum eine sehr gute Bildaustattung erfahren hat. Beim eingefügten Veranstaltungskalender waren wir etwas überrascht über die Ankündigung unter Olpe: Lustspiel(!) von Heinrich v. Kleist:„Der Prinz von Homburg“. Ueber ein durchaus ernstgemeintes Schauspiel(!) sollte man sich jedoch nicht lustig machen! Progymnasium ehrte Studienrat Schirmer Schlichte Feierstunde in der Schule— Dank und Anerkennung Aktion„Roter Punkt" gestartet Kreisverkehrswacht erwartet Beteiligung der heimischen Kraftfahrer Olper Stadtspiegel Die feierliche Grundsteinlegung zum heuen evangelischen Kindergarten in der Frankfurter Straße wird auf Beschluß des Bauausschusses voraussichtlich am Samstag, dem 4. Dezember, erfolgen. Man rechnet damit, daß der Rohbau, dessen Kellergeschoß bereits vollendet ist. weiterhin flott vorwärts schreitet. Die Kolpingsfamilie hält am Sonntag, dem 5. Dezember, im großen Schwanensaale ihre Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung stehen u. a. die Wahl eines neuen Vorstandes, sowie die Ehrung der Jubilare und besonders verdienter Mitglieder. Vormittags um 6.45 Uhr ist in der St. Martinus-Pfarrkirche eine Gemeinschaftsmesse mit gemeinsamer hl. Kommunion für die Mitglieder der Kolpingsfamilie. Die Spielvereinigung Olpe gibt bekannt, daß am kommenden Sonntag ein Omnibus seitens des Vereins eingesetzt wird. Fahrkarten im Vorverkauf im Zigarrenhaus Herberholdt und Salon Zeppenfeld. Hier wird auch die Abfahrtzeit bekanntgegeben An alle Opernfreunde! Der Besucherring der Kölner Opern- und Operettenfreunde veranstaltet am Samstag, dem 4. Dezember, eine Opernfahrt nach Köln. wo die Opern„Cavalleria rusticana“ und der„Bajazzo“ aufgeführt werden. Da die Teilnehmerzahl wegen der Kartenbestellung sehr bald festliegen muß, mögen sich die Interessenten umgehend bei Eduard Müller jun., Sandstraße 4, melden. Die Teilnehmer haben Gelegenheit, sich schon vor der Aufführung etwa zwei Stunden nach Belieben in der Stadt Köln aufzuhalten, denn die Abfahrt von Olpe soll bereits um 14.30 Uhr erfolgen. Feststellung der Mieten beim Sozialen Wohnungsbau, Nach den Erfahrungen der Mietpreisbehörden besteht bei den Mietern von Wohnraum, der im Rahmen des sozialen Wohnungsbaues mit öffentlichen Mitteln gefördert wird, vielfach Unklarheit über die Höhe der zulässigen Miete. Es wird darauf hingewiesen, daß nach den Förderungsbestimmungen des Landes Nordrhein-Westfalen die Bewilligungsbehörden— Bezirksregierungen, Stadt- und Landkreisverwaltungen usw.— im Bewilligungsbescheid für alle geförderten Mietwohnungen einer Wirtschaftseinheit auf Grundlage der Mietrichtsätze und der Gesamtwohnfläche einen durchschnittlichen Mietbetrag festsetzen. Von diesem Betrage ausgehend hat der Vermieter die Mieten unter Berücksichtigung von Größe, Läge und Ausstattung der Wohnungen im Kreis Olpe. Die Kreisverkehrswacht hielt, wie bekannt, ihre übliche Jahresversammlung im Hotel Rauch in Attendorn ab. Aus dem Geschäfts- und Kassenbericht ging hervor, daß die Kreisverkehrswacht im vergangenen Jahre gut gearbeitet und ihre Ziele weiter verwirklicht hat. Deshalb wurde auch bei der Vorstandswahl den bisherigen Vorstandsmitgliedern der Dank und das Vertrauen ausgesprochen. Der Kreisvorstand, mit dem ersten Vorsitzenden Rechtsanwalt Wolgang Junker, Olpe, wurde einstimmig wiedergewählt. Lediglich für den Geschäftsführer Melcher und den Schatzmeister Reperich, die aus berufliSie sahen und hörten von der Heimat Eine gut besuchte Heimatveranstaltung des B. v. D. Attendorn Attendorn. Neben zahlreichen Östvertriebenen aus Attendorn Stadt und Amt waren auch viele Einheimische der Einladung des Bundes vertriebener Deutscher gefolgt, um einen Lichtbilder-Streifzug durch die Landschaften Schlesiens mitzumachen. So nahmen auch Stadtdirektor Dr. Weber, Pastor Lucas und Rektor Eckermann an der Veranstaltung teil Herzlich begrüßt vom Vorsitzenden des BVD, der dem Stadtdirektor seinen Dank für die Benennung der„Gerhart-Hauptmann-Straße“ und„Eichendorff-Straße“ aussprach. Mit Bildern und Worten führte dann Studienrat Loewe(Olpe) seine Zuhörer durch die vielgestaltige schlesische Landschaft und ließ Vergangenes wieder lebendig werden. Nicht nur durch seine geschichtliche Vergangenheit, so erklärte der Vortragende, seine wirtschaftliche und kulturelle Erschließung und Entwicklung Landrat, nur ein Menschenleben gerettet würde, dann habe sich aller Einsatz und alle Selbstdisziplin gelohnt. Dieser Versuch der Selbstdisziplin der Kraftfahrer startet bekanntlich als Aktion „Roter Punkt“. auf die wir noch näher zurückkommen werden. Wünschenswert ist es, daß sich im Bereich der Kreisverkehrswacht Olpe möglichst viele Kraftfahrer an dieser freiwilligen Aktion beteiligen. Einzeichnungslisten liegen u. a. bei der Kreisgeschäftsstelle der Verkehrswacht in Olpe auf Nach Beendigung seiner Ansprache konnte Landrat Metten, wie ebenfalls schon berichtet, die Ehrennadeln für unfallfreies Fahren an die betreffenden Kraftfahrer aushändigen. Altenhundem. Am Samstag konnte Studienrat Schirmer vom hiesigen Progymnasium auf eine 40jährige Dienstzeit im Dienste der Schule zurückblicken. Mehr als 28 Jahre ist der jetzt 64jährige am hiesigen Progymnasium erfolgreich tätig. In früheren Jahren gab er auch Stunden an der Landwirtschaftsschule, unterstützte die Vogelschutzwarte und war einige Zeit Geschäftsführer des Haus- und Grundbesitzervereins. Das Progymnasium bereitete dem erfolgreichen Pädagogen am Samstagmorgen aus Anlaß seines Dienstjubiläums eine schöne Feierstunde, die jedoch auf seinen eigenen Wunsch in kleinem Rahmen abgehalten wurde. An dieser Feierstunde nahmen das Schulkollegium teil, ferner die Schüler seiner Untertertia, der Schulchor, die Vorsitzende der Schulpflegschaft und Vertreter der Verwaltung. Nach einem Einleitungslied überreichten die Schüler ihrem Lehrer einen großen Blumenkorb. An den Kanon„So einfach ist mein Leben, Geben, immer nur geben“ knüpfte Studiendirektor Dr. Haeger als Leiter des Progymnasiunms seine Glückwünsche. Er sprach Studienrat Schirmer für die aufopferungsvolle Tätigkeit als Pädagoge in den langen Jahren den aufrichtigen Dank aus. Nach einem Klavierstück übermittelten Amtsbürgermeister Stangier im Auftrage der Gemeinde und des Amtes Kirchhundem, sowie Amtsdirektor Großheim die besten Wünsche und überreichten den Jubilar eine Ehrenurkunde. Diesen Glückwünschen schloß sich Frau Simon als Vorsitzende der Schulpflegschaft an, ebenfalls Rektor Gierse als Leiter der kath. Volksschule. Studienrat Schirmer dankte zum Schluß für die Ehrungen. Interessante Elnzelheiten aus seiner 40jährigen Dienstzeit berichtete er der Festversammlung und erntete nochmals herzlichen Befall. Mit dem gemeinsamen Lied„Wer nur den lieben Gott läßt walten“ klang die Feierstunde aus. H Die Spalien pfeifen es vom DachMENZEBACH bleibi Meuzebach Achtung- Renten-Mehrzahlung! Was die betreffenden Rentenempfänger zu beachten haben chen Gründen eine Wiederwahl nicht annehmen konnten, wurden Siegfried Hüpper(Olpe) und Lütticke(Germinghausen) gewählt. Im Mittelpunkt der Jahrestagung, der u. a. der Sachbearbeiter im Verkehrsministerium, von Olfen, Düsseldorf, als Gast beiwohnte, stand ein aktuelles Referat des Bundestagsabgeordneten Brück über das Thema„Das Verkehrsprogramm der Bundesregierung im Widerstreit der Meinungen und Interessen“. An Hand stastischen Materials machte der Redner auf den Ernst der westdeutschen Verkehrslage aufmerksam. Er schilderte die ungeheure Belastung der Straßen durch den modernen Verkehr, der zu Straßenverstopfungen und erheblichen Unordnungen im Verkehr führe. Die Gesetze, die hier Abhilfe schaffen sollen, seien aber teilweise noch heiß umstritten. Dennoch müsse das Verkehrsprogramm der Bundesregierung mit dem Ziele„Harmonische Aufteilung des Verkehrs zur Hebung der Sicherheit“ bald im Einverständnis aller Beteiligten verwirklicht werden. Hierauf ergriff Landrat Metten das Wort. Er appellierte an die Mitglieder, nicht zu warten, bis neue Gesetze geschaffen und neue Straßen gebaut seien. Unter dem Motto„Friede auf der Landstraße“ habe die Verkehrswacht alle Verkehrsteilnehmer und Passanten aufgerufen zu gegenseitiger Rücksichtnahme und Vernunft. Die Kraftfahrer sind aufgefordert, zum Zeichen ihrer freiwilligen Unterwerfung unter dieses Gebot ihre Windschutzscheiben mit dem vorgesehenen Abzeichen zu kennzeichnen. Wenn durch diese Aktion, so betonte der Kreis Olpe. Augenblicklich werden von den Postämtern die neuen Termine für die Rentenzahlungen bekanntgegeben. Hierbei ist hinsichtlich der Vorschußzahlungen auf Invaliden- und Angestelltenrenten nach dem Renten-Mehrbetrag-Gesetz folgendes zu beachten: Einen Mehrbetrag zur Rente erhalten: 1. Die Empfänger von Invaliden- und Angestelltenrenten, die im Jahre 1923 und früher geboren sind; 2. die Empfänger von Witwen-(Witwer-)-renten aus der Arbeiter- und Angestelltenversicherung, wenn der verstorbene Ehegatte 1923 und früher geboren ist. Waisenrenten werden nicht erhöht. Renten der Versorgungsanstalt des Bundes, der Länder und der Deutschen Bundespost werden ebenfalis vom Mehrbetragsgesetz nicht berührt. Auf die Mehrbeträge für die Monate Dezember 1954 bis März 1955 werden mit digten Vorschuß-Empfangsschein vor der der Rentenzahlung für Dezember 1954, also vom 29. November bis 1. Dezember, Vorschüsse in einer Summe ausgezahlt. Die Höhe der Vorschüsse haben die Versicherungsanstalten festgesetzt und den Auszahlungspostämtern mitgeteilt. Der Empfang des Vorschusses ist auf einem besonderen Rentenempfangsschein zu bestätigen. Der vorbereitete Empfangsschein wird vor der Zahlung der Ifd. Rente für Dezember ausgegeben. Er ist vom Zahlungsempfänger selbst zu unterschreiben. Weil die Auszahlung des Vorschusses gleichzeitig mit der Aushändigung des Ifd. Rentenbetrages geschehen soll, ist wegen Abgabe der Empfangsbescheinigung in diesem Fall erforderlich, daß der Empfänger selbst seine Rentenbeträge abholt. Ist dies in Ausnahmefällen nicht möglich, so muß der Beauftragte die Unterschrift des Rentenempfängers auf dem ausgehänJugendschutzwoche Wenden. Am heutigen Freitag werden folgende Vorträge— außer den Schulvorträgen— jeweils um 20 Uhr gehalten: in Römershagen(Saal Wurm) für die Jugend der Orte Römershagen, Dörnscheid und Döingen(gleiche Orte für Elternversammlung), Referent: Kreisjugendpfleger Broermann; in Hünsborn(Pfarrheim) für die Jugend, Referent: A. Strambowski; in Heid(neue Schule) für die Jugend der Orte Heid, Rothemühle, Rothenborn, Trömbach, Schwarzbruch, Huppen, Bebbingen(gleiche Orte für Elternversammlung), Referent: Dr. Engels; in Möllmicke(Saal Rütting) für die Jugend, Referent: Dr. Buckel; in Altenhof(Saal Wilmes) für die Jugend, Referentin: Frau Ohler. St. Elisabeth-Kirche Schönau. Das neue Gotteshaus vor der alten Kapelle, das jetzt gerichtet wurde, wird als Schutzpatronin St. Elisabeth erhalten. Diese Heilige zeichnete sich bekanntlich durch ihre große Nächstenliebe und ihre Mildtätigkeit aus. Sie ist ein schönes Vorbild für eine Pfarrgemeinde. Freigesprochen Grevenbrück. Auf Kosten der Staatskasse freigesprochen wurde vom hiesigen Amtsgericht mangels Beweise, ein PkwFahrer, dem die Anklage vorwarf, eine Zugmaschine mit zwei Anhängern überholt und dabei einen Anhänger dieses Lastzuges gestreift zu haben. Er hatte diesen auf der Bundesstraße 236 beim Ueberholen gestreift und dadurch Schaden verursacht. Ein schuldhaftes Verhalten konnte ihm nicht nachgewiesen werden. Auszahlung der Ifd. Rente für Dezember nachholen lassen. Zur Feststellung der Anspruchsberechtigung bei Witwen-(Witwer-)-Renten ist auf dem Empfangsschein an der vorgesehenen Stelle eine Erklärung über das Geburtsjahr des verstorbenen Ehegatten abzugeben. Neben der einmaligen Vorschußzahlung werden bis einschließlich März 1955 die bisherigen Monatsbeträge weitergezahlt. Ab April 1955 erhalten die Empfänger die um den Mehrbetrag erhöhten Renten. Unterschiedsbeträge werden dabei ausgeglichen. i 3. Langfaserig hell und griffig! von der ersten durchgeführten Rodung bis zum modernen Industrierevier sei Schlesien urdeutsches Land, sondern auch in seinem landschaftlichen Dreiklang, in seiner Pflanzen- und Tierwelt, seiner Klimalage eindeutig ein Randgebiet Mitteleuropas. Von der Landeskrone ausgehend schilderte der Redner die Gliederung des schlesischen Hochgebirges bis zum Mährischen Gesenke. Er schilderte ferner den Reichtum der Ebene diesseits und jenseits der Oder, die einst Schlesien zur Kornkammer Deutschlands machte. Auch die einheimischen Zuhörer konnten feststellen, daß auch Schlesien landschaftlich ein Spiegelbild Gesamtdeutschlands ist und fast alle in Deutschland vorhandenen Landschaftsbildungen aufweist. Die Zuhöre spendeten zum Schluß dem Vortragenden herzlichen Beifall für seine interessanten Ausführungen. BRINKMANN man siehtwas man raucht! Heute vor 30 Jahren Geschäfts-Eröffnung bei„K& E" Mit Freude, Befriedigung und Dankbarkeit dürfen wir auf die Entwicklung unseres Unternehmens zurückblicken. Unser Grundsatz: immer preiswert zu sein, brachte uns einen Verkaufserfolg nach dem andern. Ein aufrichtiger Dank allen denen, die uns ihr Vertrauen schenkten. Durch gewissenhafte und streng reelle Geschäftsführung werden wir auch in Zukunft den guten Ruf unseres Unternehmens zu wahren wissen. Kebbekus& Eibach, Olpe Kurzberichte aus dem Kreise Olpe Olpe macht einen schweren Gang an die Lenne VfB Meggen ein starker Gegner für die Kreisstädter Oberveischede in Plettenberg fast ohne Chance Bürgermeister Müller wiedergewählt O1ne. In der gestrigen Stadtverordnetensitzung wurde der seit zwei Jahren hier amtierende Bürgermeister, Fabrikant Ignatz Müller, einstimmig wiedergewählt. Sein Stellvertreter, Stadtverordneter Hubert König, verbleibt ebenfalls in seinem Amte. Beide nahmen die Wiederwahl an. Ueber den Verlauf der Wahl und der Sitzung werden wir morgen noch näher berichten. 80 Jahre alt Griesemert. Morgen kann die Witwe Josefa Schmidt geb. Albus in seltener Rüstigkeit ihr 80. Lebensjahr vollenden. Die Altersjubilarin, die zu den treuen Leserinnen des„S. V.“ gehört, ist noch lebhaft an allen Ereignissen interessiert. Aus früheren Jahrzehnten weiß sie selbst mancherlei Interessantes zu erzählen. Dem Geburtstagskind wünschen wir weiterhin einen iecht frohen und gesunden Lebensabend Meggen. Geplant ist die Erweiterung des Friedhofes, da der vorhandene Raum nicht mehr ausreicht. Vorsorglich ist diese Maßnahme auch im Baugebietsplan Meggen-Maumke berücksichtigt worden Meggen bleibt dem Karneval treu Meggen. Die Karnevalsgesellschaft, die ihre Jahresversammlung im Café Beckmann abhielt, hat sich viel für die kommende Karnevalszeit vorgenommen. Geplant ist u. a. ein Rosenmontagszug, wenn die Bevölkerung und insbesondere das Gastwirtsgewerbe diesen ermöglicht. Erstmalig will man am Großsonntag ein Kinderpreiskostümfest veranstalten. Der Vorstand der Gesellschaft setzt sich wie folgt zusammen: H. Beckmann, 1. Vorsitzender, H. Hoffmann, Stellvertreter, O. Gehrig, Kassierer und Geschäftsführer, G. Beckmann und W. Behrens Beisitzer. Einmütig war man der Auffassung, die jahrzehntelange Tradition des hiesigen Karnevals nicht zu unterbrechen Heute Richtfest! Oberhundem. Die Bauarbeiten für den Neubau der Spar- und Darlehnskasse sind so weit fortgeschritten, daß heute das Richtfest gefeiert werden soll. STADT ATTENDORN Der Imker-Verein beschloß, in diesem Jahre keine besondere Weihnachtsfeier für seine Mitglieder zu veranstalten. Der Aufforderung des Provinzialverbandes, nach der jeder Imker die Zeitung des Verbandes halten soll, will man nicht beipflichten. Ferner lehnte man den Beitrag für den Reichsimkerbund ab. Die Beratungen über eine eigene Beitragserhöhung, die nach der Tagesordnung der letzten Versammlung vorgesehen war, wurde bis zur nächsten Generalversammlung zurückgestellt. Olper Filmschau „Wenn Du noch eine Mutter hast“ Olpe. Die stille Größe wahrer Mutterliebe ist das bewegende Thema des PaulaWessely-Films der Gloria„Wenn Du noch eine Mutter hast...“, der ab heute im hiesigen Filmtheater zu sehen ist. Die große Künstlerin Paula Wessely, berühmte Darstellerin von Frauenschicksalen, geht hier in der Rolle der Käthe Zeller durch die Höhen und Tiefen eines erfüllten Lebens, das nach dem plötzlichen Tod ihres Gatten ganz dem Wohl und der Fürsorge für ihre vier Kinder gewidmet ist. In weiteren Rollen dieses unter der Regie von R. A. Stemmle entstandenen Films spielen Fritz Schulz, Waltraud Haas, Erich Auer, Inge Cornelius, sowie eine Reihe bekannter Darsteller vom Wiener Burgtheater. Im neuen Olper Filmprogramm läuft außerdem der Farbfilm in Technicolor mit der weltbekannten Eiskünstlerin Sonja Hennie„Rausch der Farben“. Es ist eine filmische Eisrevue, voll Glanz und Schwung, ein frohes Wiedersehen mit „Häseken“, der dreifachen Olympia-Siegerin und zehnmaligen Weltmeisterin Sonja Hennie.— Am 27, und 28. November wird ein temperamentvoller Wildwester vorgeführt:„Arena der Cowboys“. Dieser Filmstreifen erzählt eine interessante Geschichte und erfreut durch die flott inszenierten Abenteuer. Paula Wessely und Waltraud Haas in dem Gloria-Film „Wenn Du noch eine Mutter hast“ Silberg. Nur ein Beratungspunkt steht auf der Tagesordnung des öffentlichen Teiles der Sitzung des Gemeinderates Kohlhagen, der am Montag, dem 29. November, um 17 Uhr hier im Gasthof Schuppert tagt. Es soll die Instandsetzung der Blitzschutzanlagen an den Schulen in Brachthausen, Silberg, Wirme und Varste besprochen werden. Im zweitletzten Spiel der ersten Serie hat die Olper Elf noch einen schweren Gang vor sich, um einen entscheidenden Schritt zur Herbstmeisterschaft weiterzukommen. Die Lennetaler werden einen Großkampf erleben, der auf der neuen Platzanlage eine Rekordzuschauerzahl auiweisen kann. Die beiden Gegner des kommenden Sonntags lieferten sich in der Vergangenheit harte und kampfbetonte Spiele. So wird es auch nach fast zweijährigen Pause in der Begegnung der beiden Kontrahenten im Spiel am letzten Novembersonntag sein. Für die Männer um Echen steht bei einem Gewinn die Herbstmeisterschaft fest. Dieses allein sollte aber nicht das endgültige Ziel sein. Der Kampf des Tabellenletzten gegen den Tabellenersten wird spannende Höhepunkte bringen. Wir wollen hoffen, daß Die meisten Mannschaften in der Siegerlandstaffel haben bis zur Beendigung der ersten Serie noch vier Spiele vor sich. Unter diesen sind auch die Rot-Weißen aus Hünsborn, die in Hilchenbach auf einen Gegner treffen, der nach einer Krise sich wieder gefunden hat und auf eigenem Gelände entsprechend aufspielen wird. Den Wendschen kann nur ein überdurchschnittlicher Einsatz Erfolg versprechen. — VfR Siegen gibt ein Gastspiel auf dem Altenhofer Platz. Die Gäste sind in diesem Spieljahr scheinbar nicht mehr so spielstark wie in der vergangenen Saison. FC Altenhof hat durchaus die Möglichkeit, Pluspunkte zu holen, wenn sich ihr Spielsystem durchsetzt. Eine zuverlässige Hintermannschaft ist allerdings notwenJugend-Punktespiele am 28. November Hünsborn 2— Hillmicke; Altenhof geg. Schönau; Gerlingen— Hünsborn 1, Rüblinghausen— Möllmicke, Listernohl gegen Olpe 2; Olpe 1— Hützemert; Drolshagen 2 gegen Biggetal; Attendorn 2— Iseringhausen; Grevenbrück— Elspe; Halberbracht— Heggen, Welschen Ennest gegen Benolpe; Meggen 2— Langenei. der Ablauf des Spieles durch keine Disharmonie gestört wird, dann dürften nicht nur die Aktiven, sondern auch die gewiß nicht wenigen Zuschauer zufrieden sein. — Oberveischede hat in Plettenberg wenig Aussichten auf einen Erfolg. Trotzdem könnte in dem Auswärtsspiel mit vollem Einsatz doch etwas erreicht werden, und dieser Einsatz ist im letzten Spiel für Oberveischede schon lohnend, denn die Bereicherung des Pluskontos ist dringend notwendig. Die Spiele der Sauerlandstaffel VfB Meggen— SpVg Olpe, SV Plettenberg— Oberveischede, FC Fröndenberg — VIB Altena, Hemer 08— SpVg Finnentrop, Alem. Menden— TuS Iserlohn, TuS Grünewald— RSV Meinerzhagen, SV Nachrodt— SG Grüne. dig, um die Erfolge des eigenen Sturmes zu festigen und zu untermauern. Die Spiele der Siegerlandstaffel FC Altenhof— VfR Siegen, TuS Hilchenbach— RW Hünsborn. SV Altenseelbach— TuS Erndtebrück, SV Netphen— TuS Eisern, VfB Weidenau— TuS Feudingen, Eintr. Siegen— SG Dreis-Tiefenbach, SpV 08 Langenau— TuS KaanMarienborn. Geplänkel in der I. Kreisklasse In der I. Kreisklasse sind am kommenden Sonntag wohl keine Ueberraschungen zu erwarten. Die angesetzten Paarungen können fast durchweg Erfolge der Platzvereine bringen. Vielleicht rechnen Elspe und Schönau sicherlich auf einen Vorauserfolg. Vorsicht ist aber geboten, denn in Langenei und Meggen wird man leicht aufs Glatteis geführt. Die Spiele der I. Kreisklasse SSV Kirchveischede— SuS Bleche, SpV 04 Attendorn— SV Hillmicke, FSV Gerlingen— VfR Rüblinghausen, SV Heggen— TV Grevenbrück, FC Langenei — SuS Elspe, VfR Meggen R— SV Schönau. Die„Nüssen"-Elf in Altenhof Endspurt der Wendener Bezirksklassen-Mannschaften kurz vor der Serienteilung? 2 Zimmer Südseite Nähe Olpe, 25 gm, Parterre, am 1. 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Hörgeräte- Beratung Reparaturen aller Systeme- Batterlen Frau Irmgard Deimel Olpe, Franklurter Strahe 5 .. immer röstfrisch verpackt im Dio-Tresor Zehn Arbeiter vom Zug zermalmt Streckenarbeiter vom Personenzug überfahren— Fast 400 Meter weit mitgeschleift Verbrecher- weil ein Zentimeter fehlte Martin wurde nicht Polizist, sondern geriet auf die schiefe Bahn Baden-Banen.— Am Donnerstagmorgen wurden auf der Strecke Karlsruhe— Baden-Baden vor dem Bahnhof Haueneberstein zehn Streckenarbeiter von einem Personenzug überfahren und getötet. Die Arbeiter gehörten, wie die Bundesbahndirektion Karlsruhe mitteilte, zu einem Streckenbautrupp von insgesamt 37 Mann einer Öffenburger Baufirma. Der Trupp ging bereits zu seiner Arbeitsstelle, bevor Sicherheitsposten aufgestellt waren. Die Arbeiter benutzten gewohnheitsmäßig den Schienenstrang entgegen der Fahrtrichtung. Als ihnen aus Richtung Rastatt ein Güterzug entgegenkam, traten sie auf das andere Gleis und übersahen dabei, daß auf diesem Gleis im dichten Nebel ein Personenzug nahte. Der Zug erfaßte zehn Arbeiter, die fast vierhundert Meter weit mitgeschleift wurden. Neun waren sofort tot, der zehnte starb wenige Minuten später. Die anderen Arbeiter konnten rechtzeitig zur Seite springen. „Echter Korn" war klares Wasser Bielefeld. Namhafte Spirituosenbrennereien und Sektkellereien sollen durch junge Leute geschädigt worden sein, gegen die ein mehrtägiger Prozeß der Bielefelder Strafkammer begann. Angeklagt sind der 22jährige Günter G. aus Ennigloh, der 23jährige Dieter K. aus Bünde. Nach dem Eröffnungsbeschluß werden G. 19 Fälle, K. 10 Fälle und O. drei Fälle des Betruges vorgeworfen, dem G. außerdem Unterschlagung und Untreue. G. war im vorigen Jahr in einem von der Diepholzer Schloßkellerei in Löhne errichteten Verkaufsgeschäft, das vor allem Spirituosen und Süßwaren vertrieb, auf Provisionsbasis angestellt worden. Daneben betrieb er auf eigene Rechnung noch einen Großhandel mit Spirituosen. Bei einer Bestandsaufnahme wurde festgestellt. daß Lagerbestände in erheblichem Umfang fehlten. Später erfolgten auch betrügerische Möbelgeschäfte. Zu den rund 20 Firmen, die um über 20 000 Mark geschädigt worden sein sollen, gehören auch mehrere Autovermieter. Auf die Spur der Schwindeleien kam man Anfang Februar dieses Jahres, als die drei Angeklagten auf die„Idee kamen, ihre Finanzen durch einen dreisten Betrug aufzufrischen“. Sie befanden sich auf einer Fahrt im Kreise Lübbecke und hatten eine leere Korbflasche im Wagen, Die füllten sie unterwegs mit klarem Wasser und verkauften sie als„echten Korn“ für über 100 Mark an einen Gastwirt in Dahlinghausen. Bauernsohn erschlug Geliebte Täter zeigt keine Reue— Er wollte Dienstmagd schon früher umbringen Landan.— Die Kriminalpolizei Landshut klärte in der Nacht zum Donnerstag den Mord an der 25 Jahre alten Dienstmagd Anna Resch in Eichendorf im niederbayerischen Kreis Landau-Isar auf. Der 22 Jahre alte Bauernsohn Franz Flexeder gestand, daß er die Magd mit einem Holzknüppel erschlagen habe. Mit der Magd, die auf dem Hofe seines Vaters beschäftigt war, unterhielt Flexeder ein Verhältnis, das nicht ohne Folgen blieb. Bei seiner Vernehmung zeigte der Täter keine Reue. Er habe seine Geliebte schon früher umbringen wollen, da er als Erbe eines 150-Tagewerk-Hofes nicht Vater des Kindes einer Dienstmagd hätte sein können. Elly Ney spielte trotz Unfalls Beckum(Westf.).— Die Pianistin Prof. Elly Ney, die sich zur Zeit auf einer Konzertreise mit dem Cellisten Prof. Ludwig Hoelscher durch Westdeutschland befindet, verunglückte am Mittwochnachmittag auf der Fahrt nach Beckum etwa 20 Kilometer südlich von Bremen. Der von Hoelscher gesteuerte Wagen geriet plötzlich auf vereistes Kopfpflaster, schleuderte von der Fahrbahn in einen Graben und überschlug sich. Der Wagen wurde vollständig zertrümmert. Wie durch ein Wunder blieben beide Künstler fast unverletzt. Sie setzten in einem anderen Wagen die Fahrt nach Beckum fort, wo sie, von vielen hundert Besuchern umjubelt, programmgemäß ihr Konzert gaben. Tote Beifahrerin liegengelassen Lindenast als„Autofalle“— Eingangstüren öffneten sich von selbst Ohne sich um seine bei einem schweren Verkehrsunfall bei Hohenwepel(Kreis Warburg) getötete Beifahrerin zu bemühen, ging ein junger Arbeiter aus Engar(Kreis Warburg) seelenruhig in die elterliche Wohnung und legte sich zu Bett, Den Unfall meldete er überhaupt nicht an. Die Tote, eine 19jährige Krankenschwester aus Wuppertal-Elberfeld, war neben dem zertrümmerten Motorrad aufgefunden worden. Ein Viehhändler aus Lingen meldete der Polizei, daß er zwischen Elte und Saerbeck im Kreis Steinfuhrt in eine vermutliche Autofalle hineingefahren sei. Als die Windschutzscheibe seines Wagens zersplitterte, sei er schnell weitergefahren, um einem Überfall zu entgehen. Bei der polizeilichen Untersuchung stellte es sich heraus, daß an der angegebenen Stelle ein größerer Ast lag, der von einer Linde abgebrochen war. Große Eingangstüren öffnen sich radartechnisch, sobald man in einen Wellenkreis vor den Eingangstüren tritt. Das ist eine der modernen technischen Einrichtungen, durch die sich ein neues Bochumer Verwaltungsgebäude der WEGAD(Westfalia Dinnendahl Groepel-AG) ausgezeichnete. Rund siebzehntausend Kinder ohne Familie und zwölftausend Kinder mit Angehörigen wurden in den letzten acht Jahren mit Hilfe der Arbeitsgemeinschaft Kinderdienst, einer Organisation der karitativen Verbäde, aus vielen Ländern Europas in das Bundesgebiet zurückgeführt. Dazu gehören auch die 57 Kinder aus Mitteldeutschland, die am Mittwoch in Friedland eintrafen. Mitteilungen über verdächtige Autofahrer haben am Mittwoch eine verstärkte Fahndung im Wittgensteiner Land und im anschließenden hessischen Gebiet ausgelöst. Nach den bisherigen Ermittlungen waren zwei Männer in einem grünen Fiat mit dem von der Polizei nicht zu identifizierenden Nationalitätszeichen„NA“ aufgetaucht. Sie hatten mehrere Familien um Geldbeträge angegangen. • Auf dem Gelände der BundesgrenzschutzKaserne in Duisdorf bei Bonn findet unter Ausschluß der Öffentlichkeit und lediglich für Wiederbewaffnungs-Experten eine Ausstellung von Ausrüstungs- und Möbelstücken für künftige deutsche Kasernen statt. Lottotipper verpaßte 450000 Mark Alle fünf Zahlen richtig... aber Ferntip lag nicht rechtzeitig vor Berlin.— Unbeschreibliches Pech im Glück hatte ein Teilnehmer des Berliner Zahlenlottos. Ein Einwohner von Münster i. W. tippte zum erstenmal seit Bestehen dieser Einrichtung in der letzten Woche alle fünf für den Hauptgewinn erforderlichen Zahlen richtig. Ihm hätten damit etwa 120 000 Mark Klassengewinn und die seit einiger Zeit angesammelte Prämie für die erste Klasse in Höhe von rund 330 000 Mark zugestanden, wenn sein„Ferntip“ am Freitag vor der Ziehung bei der Berliner Versandstelle vorgelegen hätte. Der Lottospieler aus Münster sandte seine Zahlkarte jedoch erst am Donnerstag Glatteis behindert Kraftwagenverkehr Spiegelglatte Eisfläche auf Fahrbahnen— Überall wird gestreut Hamburg. Nachtfrost bei hoher Luftfeuchtigkeit verursachte in der Nacht zum Donnerstag auf den Straßen in Nordwestdeutschland, in Berlin und in Bayern eine zum Teil erhebliche Glatteisbildung, die den Straßenverkehr stark behinderte. Die Westberliner Feuerwehr mußte bereits am Mittwochabend in über siebzig Fällen eingreifen. Fünfzehn Fußgänger, die auf den glatten Straßen gestürzt waren, erlitten Knochenbrüche. In Hamburg mußten zum erstenmal in diesem Winterhalbjahr dreihundert StraBenarbeiter mit 22 Streuwagen Ausfallstraßen und Hauptverkehrsstraßen von der größten Glätte befreien. Auch auf den Hauptverkehrsstraßen in Niedersachsen mußte zum ersten Male gestreut werden. Auf vielen Fahrbahnen hatte sich eine spiegelglatte Eisfläche gebildet. Die Fahrzeuge konnten sich nur langsam vorwärts bewegen, Starke Glatteisgefahr wird auch aus dem Teutoburger Wald und dem Bielefelder Raum gemeldet. Glatteis in Ostwestfalen Auch auf vielen ostwestfälischen Straßen, vor allem in den höheren Lagen des Teutoburger Waldes und im Bielefelder Raum waren die Straßen am Donnerstagmorgen spiegelglatt. An den besoders gefährdeten Stellen können die Kraftfahrzeuge nur Schritt fahren. Der ostwestfälische Streckenabschnitt der Autobahn Köln—Hannover ist eisfrei. ... und im Hochsauerland Auf den Straßen in den oberen Lagen des Hochsauerlandes herrschte am Donnerstag bei einer Nachttemperatur von minus drei Grad Glatteis. Es ist gestreut. per Post ab. Die Direktion des Zahlenlottos teilte am Mittwoch mit, daß die Postsendung mit Einzahlung und Tips noch am Montag nach der Ziehung in der Versandstelle nicht vorgelegen habe. Eine Auszahlung des Gewinns könne daher nicht in Betracht kommen. Mysteriöser Hinweis auf Autobahnräuber Berlin.— Einen seltsamen Fund machte der Besucher einer öffentlichen Telefonzelle im Westberliner Bezirk Schöneberg. Zwischen den Seiten 332 und 333 des Telefonbuches lag ein verschlossener Briefumschlag. In dem Briefumschlag befand sich ein Zettel, aus dessen Inhalt sinngemäß hervorgeht, daß die ebenfalls auf dem Zettel angegebenen drei Männer mit zwei Anschriften im Bundesgebiet zur Bande der Autobahnräuber gehören sollten. Die Westberliner Polizei hat die Angaben sofort an die Sonderkommission nach Köln gefunkt. Autobanditen Ausländer erleben deutsche Weihnachten Aufruf an die Bevölkerung— Im Zeichen menschlicher Verständigung Dicker Brocken für Indien Am Ladebaum des neuesten deutschen Frachters, der 7000 BRT großen„Kybfels“, schwebt im Bremer Überseehafen ein 92 Tonnen schwerer Gigant durch die Luft: Eine Krupp-Lokomotive, die nach Bombay bestimmt ist. Sie gehört zusammen mit einer gleichzeitig in Bremen verladenen zweiten Maschine zu einem Auftrag über 40 Lokomotiven, den die indische Regierung den KruppWerken in Essen erteilt hat. Hannover— Die Deutsch-Kanadische Gesellschaft, die Steuben-Schurz-Gesellschaft und die Deutsch-Französische Vereinigung haben einen gemeinsamen Aufruf erlassen, in dem es u. a. heißt:„Die Anwesenheit hunderttausender alliierter Soldaten im Bundesgebiet, die fern ihrer Familien ihre Pflicht erfüllen, gibt allen Menschen, die guten Willens sind, eine Gelegenheit, dem Werk menschlicher Verständigung zu dienen. Ihnen unser Herz zu öffnen, ist ein echtes Anliegen im Sinne der weihnachtlichen Friedensbotschaft.“ Deshalb bitten die genannten Gesellschaften auch in diesem Jahre die Bevölkerung: Ladet junge alliierte Soldaten und ausländische Studenten während der Adventsund Weihnachtszeit in die Familien und zu Advents- oder Weihnachtsveranstaltungen in Vereinen und Organisationen ein! Bielefeld. Daß kleine Ursachen große Wirkungen haben können, bewies Martin Frobieter, ein unbescholtener, arbeitswilliger und strebsamer 19jähriger. Er wollte aus der Enge der Fabrik und seines Heimatdorfes am Wiehengebirge heraus.„Ich gehe zur Polizei“, erzählte er stolz und meldete sich bei der Polizeischule Münster. Er wurde untersucht und gemessen. Ein einziger Zentimeter fehlte an der vorgeschriebenen Größe. Deshalb schickte man ihn nach Hause. „Ich bin angenommen, ich werde bald einberufen“, berichtete Martin im Dorf. „Sie hätten mich sonst gehänselt wegen meiner Kleinheit“, sagte er jetzt weinend zu den Richtern der Jugendkammer. Weil er nicht Polizist werden konnte, wurde er Räuber. Er packte seine Sachen und fuhr ins Ruhrgebiet. Dort besorgte er sich Waffen, ein ganzes Arsenal. Sie lagen jetzt auf dem Richtertisch: ein Karabiner, ein Tesching, ein Kleinkalibergewehr, zwei Gaspistolen und elf Sprengpatronen, mit denen man das ganze Gericht in die Luft sprengen könnte, wie ein Landgerichtsrat sachverständig meinte. Viermal fuhr Martin im Juli und Oktober bei Nacht und Nebel in sein Heimatdorf, mit allen Waffen und einer Stahlplatte als Kugelfang. Er rechnete mit allem, Zwei Einbrüche glückten ohne Gewalt, brachten aber nur geringen Gewinn. Im Gebäude der Landwirtschaftlichen Genossenschaft wollte er den Geldschrank sprengen. Der widerstand. Da rief er den Geschäftsführer an: er müsse sofort kommen, Einbrecher seien im Büro gewesen, die Polizei sei schon da. Der Mann fuhr in die Hosen. Im Büro hielt ihm Martin zwei Schußwaffen vor den Leib und zwang ihn, den Geldschrank zu öffnen und 1900 Mark herauszurücken. Einige Nächte später drang der bis an die Zähne bewaffnete Bursche in die Wohnung eines Tankstellenbesitzers ein. Er knallte die Gaspistolen ab, verlor im Kampf seine übrigen Waffen und seinen Hut. Im Hut stand sein Name. Zwei Tage später wurde er in Coesfeld im Münsterland festgenommen. „Er ist von Natur aus nicht Kriminell. Als Polizist hätte er ein ordentlicher Beamter werden können“, sagte ein medizinischer Sachverständiger. Martin bekam fünf Jahre Jugendgefängnis. Die Ursache war ein fehlender Zentimeter. Jugend-Höchststrafe für Raubmörder Tübingen. Zu der nach dem Jugendstrafgesetz höchstzulässigen Strafe von zehn Jahren Jugendgefängnis verurteilte die Jugendstrafkammer des Landgerichts Tübingen einen sechzehn Jahre alten Raubmörder, Er hatte am 15. Dezember 1953 in Gültlingen im Kreis Calw eine 63 Jahre alte Witwe in ihrem Häuschen erwürgt, um in den Besitz ihres Bargeldes zu kommen. Der Junge nahm das Urteil ohne jede Gefühlsregung entgegen. „Lieber Freund Görings“ kommt vor Gericht Dortmund.— Das Landgericht Dortmund verhandelt am 11. Dezember gegen den 46jährigen Arthur Pilz aus CastropRauxel. Er wird beschuldigt, unter dem falschen Titel„Dipl.-Ing. Dr. Pilz“ heiratslustigen Frauen in dreizehn Fällen innerhalb eines Jahres 60 000 DM abgeschwindelt zu haben. Er soll sich u. a. als persönlicher Freund Hermann Görings ausgegeben haben. Um diese Angabe glaubhaft zu machen, zeigte er eine goldene Uhr vor, in der eine Widmung„Hermann Göring— seinem lieben Freund und Mitarbeiter“ eingraviert war. Tatsächlich soll dieser Text von einem Uhrmacher eingraviert worden sein. Stroh soll Papierholz ersetzen Deutsche Strohpapier-Pläne werden aus der Schublade geholt as die Autogangsterpsydiose, von der die Bevölkerung Westdeutschilands erfaßt ist, alles mit sidibringt: Beinahe wäre ein Opelfalrer„Mit Mann und Maus" in die Luft gesprengt worden. Das gesciali so: Eine Gruppe von Arbeitern sprengte in der leidit hügeligen Eifellandschaft in einem Steinbrudi, direkt an der Straße. Arbeiter wurden an die nädiste Kurve geschicet, um die Autos anzuhalten. Also steht ein junger Mann in Arbeitskluft an der einsamen Eifelstraße vor einer Kurve. Jetzt konmt ein Opel. Der junge Arbeiter winkt. „Autorauber" muß der Mann am Steuer gedacht haben. Er tritt aufs Gaspedal, zielit den Kopf in den Nacken, beißt die Zäline zusammen und rast haarscharf an dem Posten vorbei in die Kurve, da kommt die nädiste Sprengung.... die Brocken müssen ilim um den Kopf geflogen sein, ieinen die Arbeiter, die das aus der Deckung lieraus mitansehen... und der Mann am Steuer wird gedadit haben:„Werden dodt immer rabiater, diese Banditen.“ Kiel.— Holz ist noch immer der wichtigste Rohstoff für die Papierproduktion. Die Holzpreise aber haben schwindelnde Höhen erreicht. Papier ist in aller Welt teuer. Kein Wunder, wenn sich die deutschen Papierproduzenten im eigenen Lande nach geeigneten Rohstoffen umsehen, die in größeren Mengen als Holz vorhanden sind, womit wir in absehbarer Zeit auf Einfuhren angewiesen sein werden. Auf den Gedanken. Stroh zu Papier zu verarbeiten, sind unsere waldarmen Nachbarn schon längst gekommen. Holland und Belgien lassen nahezu die Hälfte ihrer gesamten Strohernte in den Papierfabriken veredeln. Jetzt will aach das Agrarland Schleswig-Holstein Bahnbrecher für Deutschland auf diesem Wege sein. Seit zwei Jahren beschäftigt man sich in der holsteinischen Kreisstadt Meldorf mit„Strohpapier-Plänen“, Auf dem Papier ist die Stroh-Papierfabrik auch bereits fix und fertig: die Pläne schlummern nur noch in den SchreibtischSchubladen der zuständigen Behörden— bis die Finanzierung gesichert ist. Fünf Millionen Mark wird das neue Werk mit allem Drum und Dran kosten. Eine Million Mark müssen die Genossenschaftler und Aktionäre aus der eigenen Tasche aufbringen. Die übrigen vier Millionen soll der Bund als Zuschuß und Darlehen beisteuern. Daran hapert es allerdings, und deshalb mußte der Plan immer wieder verschoben werden. Jetzt kommen günstige Stimmen aus Bonn, und die Stroh-Papier-Leute hoffen, in absehbarer Zeit mit handfesten Vorschlägen an die Öffentlichkeit treten zu können. Das nördlichste Land des Bundesgebietes ist in dieser Beziehung günstig dran. In Schleswig-Holstein gibt es Stroh in Hülle und Fülle. Die Landwirtschaft würde also einen ständigen Strohabnehmer begrüßen, denn das bedeutet eine sichere Jahreseinnahme. Als Lieferant käme ferner die niedersächsische Landwirtschaft in Frage, die auf dem Wasserwege den Westküstenhafen Meldorf bequem erreichen kann, wo die neue Strohpapierfabrik ihren Standort haben soll. Dort sind auch die sonstigen Voraussetzungen für die Papierproduktion gegeben. Das holsteinische Erdölgebiet liegt in der Nähe, das billiges Heizöl liefern kann: und den erforderlichen Kalk bezieht man aus den nahegelegenen Steinburger Zementfabriken. Um die Absatzfrage werden sich die neuen Werke kaum Sorge zu machen brauchen, zumal Strohpapier billiger sein soll als das Holzprodukt. Fachleute haben errechnet, daß in den nächsten Jahrzehnten kaum mit einem nennenswerten Anstieg von Zellulose-Lieferungen aus dem Inland zu rechnen ist und die Preise für Import-Papierhol: stabil bleiben werden. Die Verwirklichung der holsteinischen Pläne ist zwar ein Experiment, aber Rückschläge dürften kaum zu erwarten sein, weil der Papierbedarf in Deutschland weiter steigen wird. Bewährt sich das Meldorfer Werk. dann wird sein Beispiel im Bundesgebiet vermutlich Schule machen. Um die Anlagen voll auszunutzen, soll der Betrieb mit einer Grünfutter-Trocknungsanlage und einer Kartoffelflockenfabrik gekoppelt werden. Fräulein Sprengmeisterin Vor dem Gewerbeaufsichtsamt in Kassel bestand die 23jährige Sulamith Brune die Prüfung als Sprengmeisterin für den Sprengschein A. Bereits seit ihrer Schulentlassung vor sechs Jahren ist sie bei ihrem Vater in der Lehre und lernte den Umgang mit Pulver, Zündern, Kabeln und Sprengkapseln. Ihr nächstes Ziel ist der Erwerb des Sprengscheines P., der zur Durchführung großer Feuerwerke berechtigt. Sulamith Brune ist die einzige Sprengmeisterin Hessens und wahrscheinlich der Bundesrepublik. Streit um geheimnisvollen Goldschatz Verräterische Trauringe— Wiedergutmachungsgericht entschied langwierigen Prozeß Gedenkt auch der heimatvertriebenen ausländischen Flüchtlinge, denen wir Asylrecht gewähren! Mit dieser Geste gastfreundlicher Gesinnung können wir einen Teil des Dankes abstatten für all das, was deutsche Menschen in den Jahren der Not von ausländischen Freunden empfangen haben. Dazu zählen auch die alljährlichen Bemühungen alliierter Soldaten, unseren Waisenkindern, Flüchlingen und Kranken im Geiste christlicher Nächstenliebe in vielfältiger Form eine Weihnachtsfreude zu bereiten und ihre Hilfe in Katastrophenfällen, wie bei Überschwemmungen und beim DachsteinUnglück. Mögen wie im Vorjahre auch in dieser Advents- und Weihnachtszeit ungezählte alliierte Soldaten Gastfreundschaft in deutschen Familien und Organtsationen genießen! Minden. Im Depot Nr. 260 der Landeszentralbank von Nordrhein- Westfalen, Zweigstelle Minden, ruht seit acht Jahren ein heißumstrittener und geheimnisvoller Schatz. Zu Anfang dieses Jahres kamen Richter der Wiedergutmachungskammer aus Bielefeld. Der Bankdirektor geleitete sie in das feste Gewölbe und öffnete das Depot. Im Schein der elektrischen Lampen glitzerten und funkelten Diamanten und Rubine, gleißten goldene Ringe, Armbänder und Öhrgehänge, leuchteten mattglänzende Perlen. Die Richer interessierten sich vor allem für die vielen schlichten Goldreifen, für die Trauringe, und die eingravierten Jahreszahlen. Dieser Schatz, der über 70 Einzelobjekte umfaßt, darunter auch goldene Taschenuhren und viele kleine Goldblocks, von denen einer immerhin 70 Gramm wiegt, wurden 1946 von den Engländern bei der Mindener Bank deponiert. Er wurde einem jetzt in Niedersachsen lebenden früheren Textilkaufmann aus Breslau abgenommen, weil dieser von 1940 bis 1945 Polizeiwachtmann im Getto von Tschenstochau war. Seit Jahren geht um diesen Schatz ein heftiger Streit zwischen dem früheren Breslauer, der ihn als sein rechtmäßiges Eigentum erklärt, und der Jüdischen Treuhandgesellschaft für Deutschland. Sie behauptet, die Goldbarren und Schmucksachen seien den Juden im Getto von Tschenstochau widerrechtlich„entzogen“ worden. Der Prozeß schwebte vor der Wiedergutmachungskammer Bielefeld, vor der der Breslauer eidesstattlich behauptete, er hätte alle Ringe und Schmucksachen noch vor der Hitlerzeit, nämlich bis 1932, von Kunden seines Konfektionsgeschäftes statt Barzahlung erhalten Aber bei Besichtigung des Schatzes durch das Gericht stellte man fest, daß von neun Goldmünzen die meisten in den Jahren 1937/39 geprägt worden waren und daß von elf Trauringen mehrere die Jahreszahl 1937, 1940 und 1941 trugen. Diese Entdeckung war so gravierend, daß das Bielefelder Gericht und auch das Oberlandesgericht Hamm den Schatz im Mindener Depot Nr. 260 der Jüdischen Treuhandgesellschaft zusprachen. Der Breslauer sagt nun, die Ringe und Münzen mit späteren Jahreszahlen seien von seiner verstorbenen Frau im Tauschhandel erworben worden. Er schrieb an die englische Königin und die UNO, bekam aber keine Antwort.. Westberliner Produktion auf Höchststand Berlin.— Der Index der industriellen Produktion Westberlins(ohne Bau, Energieerzeugung und Nahrungs- und Genußmittelindustrie) erreichte im September nach Berechnungen des deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung mit 86(1936 gleich einhundert) den höchsten Stand seit Kriegsende. Besonders günstig war die Produktionsentwicklung in der Elektroindustrie, die sich im September erstmals auf dem Stand von 1936 bewegte. An dem Aufschwung waren vor allem auch Feinmechanik und Optik sowie die Holzverarbeitung beteiligt. Insgesamt war die Industrieproduktion im dritten Quartal) um rund 25 Prozent höher als zur gleicher Vorjahreszeit. DER Südlich des Bangweolo-Sees stürzten im Lauf der Zeit sechs Flugzeuge ab-Irrlichter locken ins Moor Nova Lisboa(Angola). In der Kneipe„Zum rostigen Hund“ warb der verwegene portugiesische Forscher Marc Novario vor fünf Monaten seine zehnköpfige Expedition an, die mit ihm auf die Jagd nach dem Flugzeugschatz in den gefährlichen KampalomboSümpfen südlich vom Bangweolo-See in Nord-Rhodesien gehen sollte. Er hatte viele Bewerbungen erhalten und die Auserlesenen, wahrscheinlich Zuverlässigsten, waren hier zu einer Informationsstunde zusammengerufen worden. „Hier ist der Plan“, rief Marc Novario mit heiserer Stimme,„über den Kampalombo-Sümpfen sind im Lauf der letzten Jahrzehnte sechs Passagierflugzeuge abgestürzt. Niemand wurde gerettet. 1932 war es eine französische Maschine, 1935 und 1937 je eine britische und eine amerikanische, 1938 eine deutsche, 1939 eine italienische und eine portugiesische. Und das letztere Wrack will ich finden. Es hatte Goldbarren der Nationalbank in Lissabon an Bord, die für Angola bestimmt waren und zur Zweigstelle in Nova Lisboa gebracht werden sollten. Nach der Zwischenlandung in Mpueto stürzte die Maschine in den Sumpf. Hier ist die letzte SOS-Position. Wer Mut hat, mit mir in den Todessumpf zu gehen, der SCHATZ KampalomboSUMPF Mnmmm unterzeichne diesen Teilhabervertrag an dem zu behebenden Gold!“ Damals zuckten die Blitzlichter der Reporter bei dieser„Amtshandlung“ auf. Der Wirt„Zum rostigen Hund“ brachte zum letzten Male einige Gläser schweren Portweins, und dann brach die auf so abenteuerliche Weise angeworbene Expedition am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe auf. Und jetzt, im Herbst 1954— Wirt Mucho wollte gerade seine am Stadtrand gelegene Gastwirtschaft abschließen, da die Polizeistunde es so gebot— wurde robust die Tür aufgestoßen, und hereintraten acht verwegen aussehende Männer mit Vollbärten. Es waren Marc Novario und sieben seiner Expeditionsmitglieder.„Wir haben das Gold gesehen“, sagte er,„oder zumindestens das Wrack, in dem es liegt. Aber der Weg bis fast zur Mitte des Kampalombo-Sumpfes ist so voller Tücke, pfadlos und voller Irrlichter, daß wir umkehren mußten, nachdem Manuelo und Juan im Moor umgekommen sind.“ Die Behörden in Portugiesisch-Angola (Südafrika) hatten Novario vor dieser waghalsigen Expedition gewarnt. 1938 und 1948 hatten Hubschrauber mehrfach versucht, in Nähe eines der auf eine Fläche von dreißig Quadratkilometer verstreuten sechs Flugzeugwracks eine sichere Landefläche zu finden, um wenigstens die Toten zu bergen und zu bestatten. Aber im Kampalombo-Sumpf gibt es keine festen Inseln. Über ihm lagern tagtäglich dichte Nebelfelder, die sich nur für wenige Stunden lichten, wenn die Sonne im Zenit steht. Es gluckert und brodelt, als sei alles in Gärung. Und so ist auch der auf 500 Millionen bemessene Goldschatz, also etwa 100 Millionen Mark. für immer verloren. Aber das wollte Novario nicht wahrhaben. Er zog los und befragte vor Eintritt in den Sumpf mit Hilfe einer Karte über die wenigen Randpfade in Tschitambo den bekannten Häuptling Kamamuto. Der zündete ein Feuer an und las an der Richtung des Rauches ab, ob die Expedition ein günstiges Schicksal haben werde. Dann erhob er warnend die Stimme. Ausnahmsweise stimmte sein Orakel. Als das Wrack des 1939 abgestürzten portugiesischen Flugzeuges nach Überwinden von tausend Gefahren im Dunst auftauchte, folgten die zwei Begleiter Juan und Manuelo Irrlichtern und versanken, ohne daß ihnen jemand zu Hilfe eilen konnte, im Moor. Die Flugstrecke führt übrigens längst nicht mehr über den Kampalombo-Sumpf. Die Piloten behaupten, besonders in diesem Gebiet Afrikanisch-Nord-Rhodesiens gebe es viele gefährliche Luftlöcher. Die Expedition Novarios zum Flugzeugschatz aber hat die Gemüter erheblich erhitzt, und beinahe jeden Abend reden sich die Stammgäste Muchos im„rostigen Hund“ die Köpfe heiß über das Für und Wi der Schatzbergung. Unglücksdiamant der Kaiserin Prozeß um den„Khedive“— Eugénie erhielt ihn von Faruks Vorfahren Paris— Um den„Unglücksdiamanten“ der Kaiserin Eugénie von Frankreich ist ein Rechtsstreit zwischen zwei bekannten Juwelieren ausgebrochen. Der„Khedive“, ein Stein von 68 Karat, wurde im Jahre 1869 anläßlich der Einweihung des Suezkanals der Kaiserin von Agyptens Herrscher, dem Khedive Ismail, König Faruks Vorfahren, geschenkt. Die Kaiserin, die zusammen mit anderen europäischen Fürstlichkeiten zu dem großen Fest erschienen war, empfand von Anfang an einen Widerwillen gegen das Juwel, obwohl sie nach außen hin Entzücken heuchelte. Sie trug es nur zweimal in ihrem Leben, das letzte Mal, als sie den ägyptischen Botschafter empfing. Am gleichen Tage brach der deutsch-französische Krieg aus. Kaiser Napoleon III. geriet am 2. September 1870 in Gefangenschaft und verlor seinen Thron. Nach ihrer Flucht lebte die Kaiserin in England als Gräfin von Pierrefonds und verkaufte den Unglücksstein. Er geriet später in den Besitz des jugoslawischen Königshauses, das ihn 1941 nach Eroberung des Landes durch die Deutschen verlor. Der vorletzte Besitzer war der persische Juwelier Chaffoo, ein Hoflieferant des Schahs. Als der Monarch sich mit Soraya vermählte, Man Singhs Rache Fünfköpfige Familie entführt— Indiens Staatsfeind Nr. 1 macht von sich reden „Bitte Addis Abeba Nummer 1!" Deutsche Firma baute Telefonanlage in der abessinischen Hauptstadt Parfüm des Hofes diente als Brennstoff Addis Abena.— Bei seinem Aufenthalt in Hamburg telefonierte Kaiser Haile Selassie von Abessinien von einem im Hafen liegenden Schiff aus eine Viertelstunde lang mit seiner Hauptstadt Addis Abeba, um wichtige Regierungsgeschäfte zu erledigen. Es ist wenig bekannt, daß eine Frankfurter Firma vor rund 20 Jahren unter schwierigsten Umständen das neue Telefonnetz von Addis Abeba gelegt hat. Vor ein paar Jahrzehnten lag für den Durchschnittseuropäer die abessinische Hauptstadt Addis Abeba noch„hinterm Mond“, und man wußte nicht, wie und ob man sie überhaupt erreichen könne. Doch heute hat sich das Bild dieser Stadt völlig gewandelt, und es bereitet keine Schwierigkeiten mehr, daß wir von unserem Schreibtisch aus uns fernmündlich mit einem abessinischen Löwenjäger unterhalten, Es war eine Frankfurter Firma, die vor 15 Jahren den Auftrag erhielt, in der Residenzstadt Haile Selassies ein modernes Telefonnetz zu errichten, eine Arbeit, die zur vollen Zufriedenheit des Kaisers abgeschlossen werden konnte. Es stellt dem Leistungsvermögen der deutschen Technik ein hervorragendes Zeugnis aus, daß sie trotz der großen Schwierigkeiten, die die weltabgeschiedene Lage dieser Stadt bedingte, in verhältnismäßig kurzer Zeit ihre Aufgabe lösen konnte. Der Frankfurter Ingenieur, der die Arbeiten leitete, erzählte, daß er allein ein halbes Jahr benötigte, um nur das nötige Installationsmaterial zusammenzubekommen, da zu jener Zeit kaum ein Nagel in Addis Abeba zu haben war Als Beleuchtung mußten Petroleumlampen aus Großvaters Tagen herhalten, die aber zuerst mit Spiritus angeheizt sein wollten. Da es diesen aber anfänglich nicht gab, fand der Deutsche einen ebenso seltsamen wie originellen Ausweg, der so manche Dame vor Neid erblassen läßt. Er fand heraus, daß das gute Parfüm, das der Hof des Negus besaß, sich für Anheizzwecke eignete, weshalb er wochenlang reichlichen Gebrauch davon machte. Allerdings war der Duft auf die Dauer kaum mehr zu ertragen. Nahezu 30 000 Meter Kabeldraht wurden für die Telefonanlage von Addis Abeba verwendet, für die ursprünglich nur 400 Amtsteilnehmer vorgesehen waren. Da sich aber eine ganze Reihe von wohlhabenden Eingeborenen und Kaufleuten, die den Fernsprecher nicht vermissen wollen, als Interessenten meldeten, wurden von der Frankfurter Firma drei Ämter mit je 500 Anschlüssen geschaffen, wobei die erste Gruppe mit dreistelligen Rufnummern alle Reglerungs- und städtischen Verwaltungsbehörden umfaßt, während die übrigen zwei Gruppen für zivile Teilnehmer beatimmt sind. Die wichtigste Nummer ist zugleich die einprägsamste, es ist die „Nummer 1“, und bei ihrem Anruf meldet sich die Residenz des Kaisers von Abessinien. Dieser Nummer sind wiederum 200 Apparate als Nebenstellen angeschlossen. Nach einem Jahr erschien das erste Telefonbuch von Addis Abeba— ein dünnes Heft genügte. Bomnav.— Aus dem Armenviertel der indischen Stadt Bikanér wurde eine ganze Familie— Eltern mit drei Kindern im Alter von ein bis vier Jahren— von der Bande des Sektenführers Man Singh verschleppt. Während sie auf der Straße schliefen, knebelte und fesselte man sie. Die Bewohner der nächsten Häuser wagten nicht einzuschreiten, da man 24 Stunden vorher das Zeichen der Göttin Kali an ihre Mauern gemalt hatte. Die Polizei erfuhr zu spät von der Entführung. Wahrscheinlich sollen die fünf Entführten in einem Tempel der Göttin geopfert werden. Man Singh,„Indiens Staatsfeind Nr. 1“, hatte erst Anfang September in der Nähe von Agra mit der Polizei ein Gefecht zu bestehen gehabt, bei dem er verwundet wurde. Er entkam aber, während sein Enkel erschossen wurde und sein Sohn Tehsildar in Gefangenschaft geriet. Seine Bande ist hundert Mann stark und verehrt die Göttin Kali, der sie immer noch Menschenopfer darbringt. Diese finden entGute Laune aus der Spritze „Wundermittel“ gegen Grippe-Depressionen— verschwindet schlagartig Auch der„Kater“ London.— Eine neue„Aufmunterungsdroge“ mit erstaunlicher Wirkungskraft haben britische Ärzte entdeckt. Besonders bei Grippekranken beseitigt sie fast schlagartig die mit diesem Leiden verbundenen Depressionen und trägt dadurch wesentlich zur Heilung bei. Aber auch die üblen Nachwirkungen einer durchzechten Nacht werden schon durch eine einzige Injektion mit diesem„Wundermittel“ aufgehoben. Die Droge soll i. England den Ärzten in Kürze zur Verfügung stehen. Das Mittel birgt nur eine Gefahr: Seine Anwendung kann den Patienten so aufmuntern und kräftigen, daß er sich vorzeitig für gesund hält und die Bettruhe aufgibt. Nur ein Arzt kann bestimmen, wann die Kur abgeschlossen ist. Ein Londoner Arzt erklärte dazu:„Soweit es die Bekämpfung der Grippe betrifft, gehört die Entwicklung dieser Droge zu den zukunftsreichsten Experimenten.“ Das Präparat besteht im wesentlichen aus den Vitaminen B und C. Vitamin B befindet sich vorwiegend in den äußeren Schichten des Getreidekorns, in Hülsenfrüchten. Keimlingen, Milch, Kartoffeln, Fleisch und besonders in der Hefe. Vitamin C kommt in Wurzelgemüsen und im Kohl vor, ferner in der Milch, in Zitrusfrüchten, Tomaten und Hagebutten. Allerdings wird mit dem reichlichen Genuß dieser Lebensmittel die Wirkung der Droge keineswegs erreicht. Die Arzte eines Londoner Krankenhauses haben zehn Jahre intensiver Forschungsarbeit gebraucht, um die richtige Konzentration dieser Vitamine herauszufinden. Und die Experimente sind immer noch nicht abgeschlossen. Bei der Bekämpfung der Grippe arbeitet die Droge in ganz einfacher Weise. Die Grippe produziert im Körper gewisse Gifte, welche die Vitaminreserven des Körpers angreifen, Besonders die Vitamine B und C werden zerstört. Ihr Fehlen aber erzeugt die für diese Krankheit typischen Depressionen. Je tiefer das Stimmungsbarometer fällt, desto kranker fühlt man sich. Und je kranker man sich fühlt, um so schwerer werden die Depressionen. Eine Injektion mit dem Vitaminpräparat durchbricht diesen verhängnisvollen Kreislauf. Der Kranke fühlt sich sofort frisch und munter, und das beschleunigt seine Gesundung. Auch bei Lungenentzündung und Vergiftungen hat sich das Mittel bewährt, ebenso bei der Bekämpfung von Giften, die übermäßiger Alkoholgenuß im Körper erzeugt. Ein guter Fischzug Wenn man vom Bett aus fischt— Wie der Erbonkel betrogen wurde Liebestrank, Mord, Eifersucht Geistesgestörter erstach angeblichen Rivalen/ Altes Märchen vor Gericht London— Es war einmal ein junger Mann— so erzählt ein altes, serbisches Märchen— der die Liebe seiner schönen Frau verloren hatte. Also ging er in den Wald, wo ein Zauberer wohnte, und klagte ihm sein Leid. Der Zauberer mischte Il. n einen Liebestrank. Als der junge Mann seiner Frau von diesem Zaubermittel gegeben hatte, da wuchs ihre Liebe und wurde stärker denn je zuvor. Diese Geschichte erfuhr ein Gerichtsarzt in Derby von einem Ehemann, der des Mordes an dem angeblichen Liebhaber seiner Frau angeklagt war. Der 37jährige Civijo Civizetik war fest davon überzeugt, daß der Rivale seiner Frau einen Liebestrank gegeben und ihm so ihre Zunelgung eraubt hatte. Es war ein grimmiger Zwist. der mit dem Mord sein blutiges Ende fand. Schon am 15. September war Civizetik zur Polizei gekommen:„Meine Frau betrügt mich mit unserem Untermieter Dane Glumac! Die beiden leugnen, aber mir kann man nichts vormachen! Ein Polizist nahm sich der Sache an, aber sowohl die hübsche 21jährige in Deutschland geborene Frau als auch der Untermieter wiesen die Verdächtigung empört zurück. Vier Tage später stieß Civizetik dem vermeintlichen oder wirklichen Ehebrecher ein Messer in die Brust, Glumac starb an den Verletzungen. Das Gericht sprach Civijo Civizetik schuldig, erklärte ihn aber gleichzeitig für nicht zurechnungsfähig. Er wurde in das Irrengefängnis Broadmoor eingewiesen. Brüssel— Ein Erbonkel will gut behandelt sein, auch wenn er ausgefallene Ideen hat. Deshalb versuchten die Neffen des Monsieurs Christian F., eines reichen Brüsseler Junggesellen, dem alten Herrn im Hinblick auf das Testament jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Seit Jahren war Monsieur F., ein leidenschaftlicher Angler, infolge eines Schlaganfalles ans Bett gefesselt. Dabei war das Schlimmste für ihn, daß er sich gar nicht mehr der Fischerei widmen konnte. Ein Freund und ehemaliger Angelkamerad brachte ihn auf den seltsamen Gedanken, sich doch irgendwo in Belgien ein Haus, das unmittelbar am Wasser liege, zu kaufen, so daß er vom Bett aus durch das Fenster angeln könne. Der alte Herr war von dieser Idee begeistert. Er ließ seine Neffen kommen und machte ihnen klar, daß ein derartiges, unmittelbar an einem Fischwasser gelegenes Haus ohne Rücksicht auf seinen etwaigen Preis sofort gekauft werden müsse. Die Neffen wußten, daß der Erbonkel sehr jähzornig war. Sie mußten sich also seiner Laune fügen, aber sie suchten vergebens nach einem geeigneten Objekt, zumal sie als Erben nicht geneigt waren. einen zu hohen Preis anzulegen. Aber endlich war es dann doch soweit, daß man dem bereits ungeduldig gewordenen alten Herrn melden konnte, man habe eine Villa in der Umgebung Antwerpens gefunden, die unmittelbar an einem ob seines Fischreichtums bekannten Kanal liege. Herr Christian F. ließ sich sofort dorthin bringen. Es war Abend, als man ihn in das Bett der neuen Villa brachte, und so konnte der alte Herr nicht sehen, daß das Haus— die Neffen hatten es übrigens nur gemietet, nicht gekauft— keineswegs an einem Kanal lag. Dagegen befand sich genau unter dem Fenster des Schlafzimmers ein riesiger Springbrunnen, dessen Geplätscher dem Erbonkel das Rauschen des Kanals zu sein dünkte. Und so begann er am nächsten Morgen den Fischfang, indem er vom Bett aus die Angelrute durch das Fenster warf. Und siehe da, Monsieur F. machte reiche Beute. Bald zappelte ein Karpfen und bald ein Weißfisch an seinem Angelhaken, und er dankte den Neffen von ganzem Herzen, daß sie ihm diesen Genuß verschafft hatten. Davon, daß unter dem Fenster neben einem großen Wasserbottich ein aus der Nachbarschaft herbeigeholter Bauernjunge riet ihm Chaffoo, der Kaiserin den „Khedive“ zu schenken. Soraya verzichtete aber darauf, als sie die Geschichte des Diamanten erfuhr. Der Perser übergab ihn dem französischen Juwelier Doumerge zum Kommissionsverkauf, bekam aber kein Geld von ihm, da Doumerge behauptete, Chaffoo schulde ihm noch 900 000 Francs und der Stein sei nur 45 Karat schwer gewesen. In seiner Klage gibt der Perser an, Doumerge habe den echten, 68 Karat schweren„Khedive“ von ihm erhalten, der heute einen Wert von 15 Millionen darstellt. Ob der von der Polizei sichergestellte Diamant der echte, aber vielleicht neu geschliffene„Khedive“ oder ein anderer Stein von geringerem Wert ist, weiß nur Doumerge. weder in den Tempelruinen des ziemlich ausgestorbenen Kalikultes statt oder in primitiven Hütten, welche die Sekte für diese Zwecke aus Baumzweigen errichtet. Der Sektenführer wird seit achtzehn Jahren von der Polizei gesucht. In dieser Zeit hat er schätzungsweise 112 Morde und zahlreiche Kindesentführungen verübt. Mit seiner Familie und seinen Anhängern führte er ein unstetes Leben und zog von Ort zu Ort, von der Polizei verfolgt und stets neue Verbrechen begehend. Die Furcht der Bevölkerung vor ihm verhinderte bis jetzt seine Festnahme. Zuletzt hielt sich die Bande in der Wüste von Ratschputana auf. Bei einem Überfall in der Umgebung von Agra wurde Man Singh erkannt und von zwei Polizeiautos eingeholt, wobei es zu dem Gefecht kam. Man vermutet, daß die Entführung der fünfköpfigen Familie aus Bikanér ein Racheakt für den Tod von Man Singhs Enkel ist. Aufruhr um Diphtheriebazillen Die Seuche fuhr durch Paris spazieren— Glasröhrchen rollten über die Straße Paris.— Tausende mit Diphtherie-Eazillen gefüllte Glasröhrchen verstreuten sich über eine Pariser Straße. als der Lastwagen, der sie transportierte, mit einem anderen Auto zusammenstieß und umkippte. Blutend kroch der Fahrer aus seinem Führersitz hervor und schrie den herbeieilenden Passanten zu, sie sollten sich fernhalten. Die Polizei sperrte sofort die ganze Straße ab. Das Hygienische Institut ließ 30 Meter der Straße mit Desinfektionsmitteln überschwemmen, Bald darauf wurde allerdings bekanntgegeben, daß keines der gefährlichen Glasröhrchen zerbrochen war. Anwohner hatten aber gesehen, wie eine gelbliche Flüssigkeit über das Pflaster gelaufen war. Doch das sei nur harmloses Blutserum gewesen, versicherte die Polizei. saß, der von Zeit zu Zeit an der Angelleine zupfen und dann aus einem bereitstehenden Zuber einen lebenden Karpfen oder Weißfisch an den Haken hängen mußte, hatte der angelfreudige Greis natürlich keine Ahnung. Bis die Neffen, die das Gehalt für den Jungen gerne sparen wollten, dem Erbonkel versicherten, es sei nun, da der Öktober angebrochen war, schon zu kalt, um stundenlang bei offenem Fenster zu liegen. Er solle daher bis zum Frühjahr warten. Der alte Herr versprach, gerührt über so viel Sorge, das zu tun. Aber heimlich warf er, als seine Neffen ein paar Tage fortfuhren, doch wieder seine Angelrute aus. Merkwürdigerweise wollte nun kein einziger Fisch mehr anbeißen. So sehr Herr Christian auch wartete— nichts rührte sich. Der Bauernjunge aber, der von den Neffen nun, da nicht mehr„gefischt“ wurde, entlassen worden war, sah von der Ferne, was sich abspielte, und er beschloß, den geizigen jungen Herren einen Streich zu spielen. Beglückt spürte der Alte, als er schon ganz verzweifelt war, daß etwas angebissen hatte. Er zog die Leine über das Fensterbrett und daran hing— ein prächtiger geräucherter Hering. Das war dem alten Herrn denn doch zuviel. Geräucherte Fische schwimmen in keinem Kanal Belgiens, und so kam das Komödienspiel der Neffen ans Tageslicht, Monsieur F. hat seine Neffen aus dem Haus geworfen. Und hinsichtlich des Testaments brauchen sich die junge Herren keine Hoffnungen mehr zu machen. BUNTE WELT Pfiffikus San Franzisko.— Ein Pfiffikus ist der Bürgermeister der kalifornischen Stadt Calipatria, Edward Rademacher. Er erklärte, die Regierung des Staates Kalifornien könne von der Stadt keine Steuern beanspruchen, da Calipatria auf ehemaligem Meeresgrund, 55 Meter unterhalb des jetzigen Meeresspiegels, erbaut sei. Calipatria unterstehe daher nicht der Jurisdikation des Staates Kalifornien, sondern dem Seerecht. Finderlohn brachte den Tod Neuyork.— Kellner Knudsen aus Neuyork fand in dem Hotel, in dem er arbeitete, ein kostbares Armband. Knudsen brachte es zur Polizei. Einige Zeit später bekam er den Finderlohn: 25 000 DM. Knudsen gab sofort seine Stelle auf, um das Leben zu genießen. Er genoß es nur ein paar Tage. Dann fand man ihn tot in seinem Bett. Knudsen war an einem Herzschlag gestorben — das Leben ohne die gewohnte Arbeit war ihm zu schwer gewesen. Kein Platz für Herz Gentofte(Dänemark).— Seit Jahren verwendete die dänische Stadt Gentofte auf ihren Straßenschildern an Stelle von I-Punkten kleine Herzen. Jetzt läßt die Stadt alle diese Schilder entfernen, dafür werden Schilder mit richtigen IPunkten angebracht. Zur Begründung wurde bekanntgegeben, daß die Herzen zu viel Platz wegnähmen. Verkaufs-Statisten Paris.— Ein Pariser Warenhaus hat eine Anzahl junger Damen eingestellt, die vor allem ein gutes Mundwerk haben. Aufgabe dieser Damen ist es, sich als Statisten unter das Volk vor den Schaufenstern und vor den Verkaufstischen zu mengen und durch aufmunternde Reden unentschlossene Käuferinnen zum Kauf anzustacheln. Der Trick soll sich bereits gut bewährt haben. Kateridee Melbourne.— Bei einem Brand in Melbourne erlitt der Kater Murphy eine schwere Rauchvergiftung. Auf Bitten des Eigentümers versuchte die Feuerwehr Murphy mit einem Sauerstoffgerät wieder ins Leben zurückzurufen. Der Versuch glückte. Scnnitzeljagd London.— Aus der Kantine einer britischen Apfelweinkelterei waren 27 Ein-Pfund-Noten verschwunden. Als die Kripo die Diebe nicht ermitteln konnte, legte e.n Angestellter 27 Papierschnitzel von der gleichen Größe wie die Banknoten an die Stelle, von der Geld verschwunden war. Nach einer halben Stunde war auch das Papier fort. Der Angestellte hob ein paar Bodenbretter hoch und fand seine Vermutung bestätigt: Geld und Papier lagen als Polstermaterial in einem Rattennest. Knochenfraß Kopenhagen.— Gestohlenen Schmuck im Werte von 25 000 Mark konnte die dänische Polizei dank der Mithilfe des Polizeihundes Peer wiederbeschaffen. Der dankbare Eigentümer eröffnete ein Konto, aus dem täglich für Peer ein anständiger Knochen gekauft wird. Sprachkundig London.— Britische Polizeihunde werden auf einem Übungsplatz in Kent von englischen auf arabische Kommandos umgeschult. Sie sind für die Arabische Legion in Jordanien bestimmt. Die schlimmste Krankheit Kopenhagen.—„Die schlimmste Krankheit, unter der die Dänen zu leiden haben, ist die Hetzjagd im alltägl’chen Leben. Das geht hervor aus der steigenden Zahl der Verkehrsunfälle und der Selbstmorde.“ Diese nachdenklich stimmende Feststellung machte eine Kopenhagener Zeitung. Zeitungsausschnitt klärt Verbrechen auf Ein Mörder war unvorsichtig— Verhaftung wegen Einbruchs brachte große Überraschung Neuyork.— Daß Zeitungsausschnitte lebensgefährlich sein können, erfuhr ein Mann, der in dem amerikanischen Spielund Scheidungsparadies Reno unter Einbruchsverdacht festgenommen wurde. Man fand bei ihm einen Zeitungsausschnitt, der von der Ermordung eines Polizisten im Mai berichtete. Das Verbrechen war über 3000 Kilometer entfernt zu Lake Placid im Staate Neuyork geschehen. 103 Tage lang hatten über hundert Mann vergeblich das Gelände durchstreift. Die Polizei sandte die Fingerabdrücke des Verhafteten nach Lake Placid, und dort fand man ihre Gegenstücke am Schauplatz des Mordes. Der Verbrecher wird sich vorerst nicht wegen Einbruchs zu verantworten haben; er ist auf dem Wege nach Lake Placid, um sich dort des Mordfalls wegen verhören zu lassen. So ist es leicht möglich. daß ihn der Zeitungsausschnitt auf den Elektrischen Stuhl bringen wird. „Nicht in Watte einpacken!" Lehren der Japanreise deutscher Leichtathleten— Die Wettkämpfer hatten alle Freiheiten Koblenz. Unser Hn-Mitarbeiter hatte Gelegenheit, den Mainzer Universitätssportlehrer Dr. Berno Wischmann und den deutschen Hürdenrekordläufer Bert Steines für mehrere Stunden zu einem Gespräch an den Tisch zu bekommen. Dr. Wischmann hatte als DLV-Trainer und Bert Steines als Aktiver an der erfolgreichen Japan-Reise der deutschen Leichtathleten teilgenommen. Was zu den Problemen dieser Reise sowohl vom Standpunkt des Lehrers als auch aus der Sicht des Aktiven zu sagen war, beschreibt nachstehender Bericht. Noll fuhr sechs Weltrekorde Auf einer verkleideten 500-cem-BMW-Seitenwagenmaschine stellte Wilhelm Noll auf der Autobahn München—Ingolstadt sechs neue Weltrekorde auf. Er überbot auf der Zehn-Kilometer-Strecke den Weltrekord des Italieners Cavanna auf Guzzi für die Klassen 500, 750 ui 1 1200 ccm um etwa 25 km/st auf 212,71 Stundenkilometer. Auf der ZehnMeilen-Strecke verbesserte er seinen eigenen, Ende Oktober 1954 bei Paris aufgestellten Rekord von 184,16 auf 208,8 km/st für die gleichen Klassen. Damit ist Noll Inhaber von insgesamt 21 Weltrekorden. Unser Bild zeigt Wilhelm Noll kurz nach dem Start. Im Trabrennsport kommt eine Rehandlung der Pferde mit Dopingmitteln, d. h. mit aufpeitschenden Mitteln, kaum in Frage, da hier die Wirkung nur nachteilig ist. Die gesteigerte Heftigkeit der Pferde führt zu Galoppaden, die die Disqualifizierung zur Folge haben. Das nächste Pariser Sechstagerennen soll im März 1955 mit Dreiermannschaften gefahren werden. Direktor Mouton erklärte, daß nur zwei der Fahrer gleichzeitig auf der Bahn sein dürften. Diese führte im November 1899 vier Spiele durch, davon zwei in Berlin und je eines in Prag und Karlsruhe. Wie erwartet, waren die Engländer haushoch überlegen und erzielten insgesamt 38:4 Tore. Über den beiden Berliner Spielen, die 2:13 und 2:10 für die norddeutsche Vertretung verloren gingen, stand ein Unstern. Der damalige Reichskanzler von Hohenlohe legte wenige Tage vor den Spielen das Protektorat nieder und der Polizeipräsident von Berlin verbot das erste Spiel wegen des Bußtages. Dieses mußte auf Donnerstag und das zweite auf Freitag vormittag verlegt werden. Von den sieben bisher durchgeführten Spielen zwischen England und Deutschland haben die Engländer fünf gewonnen, während zwei unentschieden endeten. Deutschland blieb bisher also ohne Sieg. Dieser Umstand zeigt die Schwere der Aufgabe, die der deutschen Mannschaft bevorsteht. Die Begegnungen zwischen beiden Ländern begannen 1908 und wurden kurz vor dem ersten Weltkrieg bis 1930 unterbrochen. Das letzte Treffen hat 1938 im Olympia-Stadion stattgefunden. Die Ergebnisse im einzelnen: „Es ist Ihnen ja bekannt, daß in meinem Verein Rotweiß Koblenz nach Anleitungen trainiert wird, die von den durch andere Trainer angewandten Methoden wesentlich abweichen. Da uns bisher der Erfolg recht gegeben hat, und Jahr für Jahr neue Talente herauskommen, bin ich der Meinung, daß nicht in der Abgeschiedenheit die Talente reifen“, meinte Dr. Wischmann zur Frage, ob er auch in Japan nach den gleichen Grundsätzen verfahren sei.„Es ist Unsinn, zu glauben, daß ein Spitzensportler, wenn er gesund ist, in Watte gepackt, vom Leben isoliert und von Besuchern ferngehalten werden soll! Jeder Sportler ist anders anzufassen und nichts ist schlimmer, als ihn in seinen Trainingsplan zu zwingen, der von den empfohlenen Plänen seines Vereinstrainers wesentlich abweicht. In Japan ließen wir den Aktiven alle Freiheiten und hatten unerwartete Erfolge.“ Dies wurde von Bert Steines bestätigt. Der Mathematikstudent fügte noch hinzu, daß infolge dieser Freiheit niemals Mißstimmung aufkam.„Selbstverständlich mußten wir einige Male hart zufassen, als einige Aktive diese Freiheit zu ihrem eigenen Schaden anders verstanden“, ergänzte Dr. Wischmann. Klima nicht ausschlaggebend Im Hinblick auf die Olympischen Spiele 1956 in Melbourne müsse die deutsche Leichtathletikgruppe schon etwa zehn Tage vor Beginn der Spiele in Australien sein. Diese Zeitspanne reiche durchaus, um sich mit den klimatischen Verhältnissen vertraut zu machen. Man solle, so meinte Dr. Wischmann, die Bedeutung der verschiedenartigen Klimas nicht überschätzen, da sich ein guter, nicht 1908 in Berlin: 5:1 für England 1909 in Oxford: 9:0 für England 1911 in Berlin: 2:2 1913 in Berlin: 3:0 für England 1930 in Berlin: 3:3 1935 in London: 3:0 für England 1938 in Berlin: 6:3 für England Nationalelf steht Grünberg(Hessen). Zum Länderkampf gegen England am kommenden Mittwoch im Wembley-Stadion steht die deutsche Mannschaft, wie Bundestrainer Herberger bekanntgab, bis auf den rechten Läufer praktisch fest: Herkenrath(Rotweiß Essen); Posipal (Hamburger SV), Kohlmeyer(1. FC Kaiserslautern); Somerlatt(Karlsruher SC) oder Miltz(TuS Neuendorf), Liebrich(1. FC Kaiserslautern), Harpers(SV Sodingen); Waldner(VfB Stuttgart), Pfeiffer(Alemannia Aachen), Seeler(Hamburger SV), Röhrig(1. FC Köln), Beck(St. Pauli). Als Reservespieler sind Kubsch(FK Pirmasens), Erhardt (SpVg Fürth) und Stürmer(Hamburger SV) in Aussicht genommen. zum Roboter erzogener Sportler mit allen Witterungsverhältnissen zurechtfinden. Im übrigen sei es falsch, die Saison 1956 später zu beginnen, um im Dezember in Höchstform anzutreten. Bert Steines stellte dazu fest.„wenn ich mich darauf einrichte, meine Höchstform am 1. Januar eines Jahres zu erreichen, dann ist dieses Unterfangen nicht schwer. Nur muß die genügende Zeit zum Training zur Verfügung stehen. Im übrigen bedaure ich es nicht, daß die zunächst vorgesehene Australienreise, die Dr. Wischmann, Fütterer und ich antreten sollten, wegen finanzieller Schwierigkeiten beim NOK nicht zustande kam. Wir waren froh, als in Japan alles vorbei war. In Australien hätten wir keinerlei neue Erkenntnisse gewinnen können, denn in jedem Jahr ist das Wetter anders.“ Mit Empörung wies Dr. Wischmann die Erklärungen einer schwedischen Zeitung zurück, die die Richtigkeit des 10,2-SekundenWeltrekordes von Fütterer angezweifelt hatte. Er verwies auf die Tatsache, daß die Zeitnahme sowohl elektrisch als auch durch Stoppuhren erfolgte und daß man im übrigen alle Geräte gewogen und auf ihre Richtigkeit überprüft habe.„Es ist beleidigend, zu behaupten, Fütterers 100-m-Zeit sei nicht in Ordnung. Wer bei zwölf Starts einen 100-m-Durchschnitt von 10.38 Sekunden erreicht, kann sehr wohl ein- oder zweimal auch glatte 10.2 Sekunden laufen, zumal beim ersten Start in Tokio Fütterer offiziell richtig mit 10,3 Sekunden gewertet wurde, obgleich zwei von drei Zeituhren und auch Zeitnehmer 10,2 Sekunden registriert hatten.“ Vossebein„streikt“ Westdeutsche Tischtennismeisterschaften Düsseldorf. Ohne Favoriten werden die diesjährigen westdeutschen Tischtennismeisterschaften in Hamborn ausgetragen. Zwar hat der Vorjahrsmeister Kurt Braun (Wanne-Eickel) mit seinem Schwammschläger ein kleines Plus, aber in seiner Hälfte steht der zur Zeit beständigste westdeutsche Repräsentativspieler Helmuth Hoffmann(Poppelsdorf), der selbst eine Seite seines Schlägers mit Schwamm belegt hat. Die obere Hälfte, in der sich Straub(Poppelsdorf), I1berg(Hagen), Schippers(Rheydt), Wenninghoff(Metelen) und Harmansa(Bochum) befinden, scheint weitaus stärker zu sein. Fehlen wird diesmal erstmalig der Linkshänder Berni Vossebein(Bochum), der sozusagen in einen Privatstreik trat und Meisterschaften des DTTB nicht mehr mitmacht. Grund: Der DTTB hätte ihn seit Jahren bei der Einstufung in die deutsche Rangliste benachteiligt. Bei den Damen hat die vorjährige Überraschungssiegerin Hanne Schweinsmann (Union Wuppertal), theoretisch nicht die geringsten Chancen. Die neue Meisterin dürfte unter den sechs gesetzten Damen Capellmann(Aachen), Kraska, Kazmierczak(Bottrop), Schlerth, Weskott(Wuppertal) und Ost (Kaiserberg) zu suchen sein. Trabrennen in Recklinghausen Sonntag, 28. November, 14.30 Uhr Recklinghausen. Wie schon seit einigen Renntagen, wird auch diesmal der Münchener Trainer B. Poschner wieder einige Pferde an den Start bringen. Höhepunkt des Tages ist das Jay-Lee-Rennen, das die zur Zeit besten westdeutschen Traber am Start sieht. Unter den zwölf Teilnehmern fallen besonders die überragende Honeymoon, die Seriensiegerin Bertas Tochter, die außerordentlich speedige Makrone und der soeben aus Hamburg angekaufte Roman auf. Voraussagen: 1. R.: Kurier jr.— Moros— Kurfürstin; 2. R.: Alemanne— Thuja— Ibert— Quelle; 3. R.: Qui vive— Pik As— The Jack— Dolina: 4. R.: Korina— Lisa Guv— Udet E.— Brilon: 5. R.: Bertas Tochter— Makrone— Honeymoon— Roman; 6. R.: Vikar— Notburga— Amazone — Walliene; 7. R.: Maud Hanover— Pfingstjunge— Emsteufel— Immertreu; 8. R.: Urbs L. B.— Urman Bush— Friedrichsruh — Magowan; 9. R.: Willie Hermann— Kurgast— Lord Guy— Zeus. Die Rekord-Transfersumme von 22 Millionen Francs(rund 250 000 DM) bot Racing Paris für Österreichs NationalmannschaftsKapitän Ernst Ocwirk, der ein Drittel dieser Summe erhalten soll, während der Rest als Ablöse an Austria Wien geht. Der frühere Springreiter Hermann Frhr. v. Nagel richtet in der Wasserburg des Schlosses Ittlingen ein Museum der Geschichte der Reitkunst ein, das Kupferstiche, Gemälde und Großphotos enthalten soll. Anläßlich seines 50jährigen Bestehens verlieh Schwedens Fußball-Verband zahlreichen Sportjournalisten in Anerkennung ihrer Dienste, die sie dem schwedischen Fußball geleistet haben, hohe Auszeichnungen. Altmeister Gottfried von Cramm soll am kommenden Sonntag mit seinen Schülern Rupert Huber und Christoph Biederlack sowie Rolf Göpfert die neue Essener Tennishalle, die vier Tennis- und zei Trainerplätze enthält, einweihen. Siegen. Zum dritten Male treffen sich am kommenden Sonntag in Betzdorf(Sieg) die Kunstturnriegen der Landesturnverbände Mittelrhein und Westfalen zu einem Vergleichskampf. Die Rheinländer werden mit Jakob Kiefer(Bad Kreuznach), Heinz Schnepf(Bad Kreuznach), Sebastian Quierbach(Koblenz), Hans Fühles(Koblenz), Hans Fries(Koblenz), Hans Rurucker(Oberlahnstein), Edwin Göckel(Bad Kreuznach) und Willi Deutschmann(Bad Kreuznach) ihr bestes Aufgebot zur Stelle haben, das noch unlängst eine Saarriege überlegen besiegen konnte. Die Westfalenriege setzt sich wie folgt zusammen: Kurt Euteneuer(Eichen), Matthias Reis(Dortmund-Dorstfeld), Friedhelm Irle(Klafeld-Geisweid). Fredy Wienecke(Dortmund-Dorstfeld). Horst Gaumann (Niederschelden), Karl-Heinz Cirkel(Wattenscheid), Ferdi Hübner(Bockum-Hövel) und Heinz Lewald(Bielefeld). Ersatz Herbert Rühl(Dortmund). Die beiden bisherigen Kämpfe in Bad Neuenahr und Plettenberg wurden von der Westfalenriege mit 12 bzw. 24 Punkten Vorsprung überlegen gewonnen. Beim letzten Kampf waren Kiefer. Schnepf und Quierbach nicht dabei, so daß das erhebliche Übergewicht der Westfalen verständlich war. Diesmal wird es auf keinen Fall solche Unterschiede geben, was schon allein aus der Tatsache hervorgeht, daß mit dem Kreuznacher Deutschmann ein Turner Schlußmann der Mittelrheinriege ist, der noch beim Vorjahrskampf der beste Mittelrheinturner überhaupt war. Ein westfälischer Sieg müßte möglich sein, wenn die Form von Lüdenscheid beim Kampf gegen die nordrheinische Riege erreicht wird. Der Westfälische Turnerbund hat eine Einladung des Badischen Turnverbandes zu einem Kunstturnkampf angenommen. Der Kampf findet voraussichtlich am 20. Februar 1955 in Heidelberg statt. Acht Gauturnfeste im Jahr 1955 Von den zehn Gauen des Westfälischen Turnerbundes führen im nächsten Jahre acht UM TELEGRAMMSTIL ? Der Marathonläufer August Blumensaat (Essen) wurde vom Westdeutschen Leicht• athletik-Verband zum Verbandstrainer für : Langstreckenläufer berufen. ? Fußballtrainer des VfL Bochum ist wieder Emil Melcher, der die Mannschaft im ; Vorjahr in die oberste Klasse führte und dann Wattenscheid 09 betreute. . Gottfried von Cramm. Rolf Göpfert so• wie die Nachwuchsspieler Huber und Biederlack weinen am Sonntag die neue Essener Tennishalle mit Schaukämpfen ein. Fritz Thiedemann hat den siebenjähri3 gen braunen Wallach Nordstern nach Venezuela verkauft. ? Der Deutsche Leichtathletik-Verband • hat zugesagt, an den bevorstehenden Hal3 lensportfesten in Paris teilzunehmen. Die deutschen Kleinkalibergewehre fan• den bei den Schießweltmeisterschaften in ; Caracas große Beachtung. • Der englische Fußballklub Arsenal Lon. Dutzend„Späher“ versuchen Neuerwerbungen. Ein Angebot auf 30 000 Pfund (360 000 DM) für Blanchflower von Aston Villa wurde nicht angenommen. Die UdSSR-Fußballelf wurde für ein Länderspiel nach Paris 1955 vom Französischen Fußball-Verband eingeladen. Dies war die erste offizielle Einladung eines westeuropäischen Verbandes an die UdSSR. Italiens Fußball-Nationalmannschaft verzichtete auf zehn Spieler des Weltmeisterschafts-Aufgebotes und spielt am 5. Dezember gegen Argentinien mit einer völlig neuen Mannschaft. Star dieser Elf ist der aus Uruguay kommende Fußballkünstler Schiaffino ein Gauturnfest durch. Festgelegt haben sich bereits der Hellweg-Märkische Gau(18. und 19. Juli), der Siegerland-Gau(2. und 3. Juli), der Minden-Ravensberger Gau(9. und 10. Juli) und der Münsterland-Gau(23. und 24. Juli). Deutsche Wagen bewährt Durchschnitt der Porsche-Wagen betrug 157 km/st Mexiko-City. Nach Abschluß der Carrera Panamericana, dem schwersten Autorennen der Welt, wurden im Zielort Ciudad Juarez die über die gesamte Strecke von 30777 km gefahrenen Durchschnittsgeschwindigkeiten bekanntgageben. Der Sieger Umberto Maglioli(Italien) erzielte auf seinem 4,9-LiterFerrari-Rennsportwagen einen Durchechnitt von 173 km/st. Nur wenig langsamer war der Amerikaner Phil Hill auf einem 4,5Liter-Ferrari-Wagen mit 169 km/st. Die Sensation des Rennens ist die hohe Durchschnittsgeschwindigkeit von 157km/st, die von dem Deutschen Hans Herrmann und dem für Guatemala gestarteten Exil-Tschechoslowaken Jaroslav Juhan erreicht wurde. Beide fuhren den Porsche-Spyder in der Klasse bis 1600 ccm und waren damit Drittschnellste. Von den sieben mit Volkswagen gestarteten Teilnehmern, die sämtlich das Ziel erreichten, war Prinz von Hohenlohe mit einem Schnitt von 101 km/st Schnellster. 65 von 150 Startern fielen aus. Alle Porsche und Volkswagen erreichten das Ziel. Die mehrfache Championreiterin Helga Köhler, die zur erfolgreichen deutschen Amerika-Equipe gehörte, hat erklärt, daß sie endgültig bei Turnieren keine Jagdspringen mehr bestreiten werde, sondern sich allein der Dressur und Jagdpferde-Eignungsprüfungen widmen wolle. Die Stadt Bochum hat beschlossen, für den verwaisten Posten des städtischen Sportlehrers den früheren deutschen Hochsprungmeister Gustav Weinkötz einzustellen. Siebenmal ohne Sieg Fünfmal siegte England, zwei Spiele verliefen unentschieden Frankfurt(Main). Am 1. Dezember tritt Deutschlands Fußballauswahl in London gegen Englands Repräsentative an. Es ist die achte offizielle Begegnung beider Länder im Fußball, denn die ersten Treffer einer englischen Auswahl gegen deutsche Vertretungen werden amtlich nicht geführt. 1899 kam der in Berlin geborene, dem jungen Fußballspiel verschworene, an einer englischen Schule französischen Sprachunterricht lehrende Walter Bensemann zu dem Entschluß, eine englische Auswahlmannschaft nach Deutschland zu bringen. Westfalenriege tritt an In Betzdorf(Sieg): Kunstturnkampf Mittelrhein gegen Westfalen WURVSCHAFT UND ARBEIT Steinkohlenförderung steigt an Bisher höchste Tagesförderleistung der Nachkriegszeit erreicht Essen.— Im westdeutschen Steinkohlenbergbau wurden vom 15. bis 21. November bei fünf Arbeitstagen 2 275 124 Tonnen Steinkohle gegenüber 2 722 142 Tonnen in der Vorwoche bei sechs Arbeitstagen gefördert. Mit einer Tagesleistung von 452 182 Tonnen wurde im Steinkohlenbergbau am 20. November die bisher höchste Tagesförderleistung der Nachkriegszeit erreicht. Die durchschnittliche Förderung, in der auch die als Ausnahme geleisteten Vorförderungen für Heiligabend und Silvester enthalten sind, stieg von 453 690 Tonnen in der Vorwoche auf 455 025 Tonnen In der Berichtswoche. In der Vorwoche betrug die Vorförderung 84 134 Tonnen, in der Berichtswoche 39 024 Tonnen. Die Haldenbestände an Steinkohlen und Koks bei den Zechen gingen weiter zurück. Am 19. November lagerten noch 2 675 838 Tonnen Steinkohle und Koks auf den Halden. Am 12. November waren es 2 788 191 Tonnen. Lohnverhandlungen im Bäckerhandwerk Düsseldorf.— Verhandlungen über die Erhöhung der Löhne im Bäckerhandwerk fanden am Montag zwischen den Bäckerinnungsverbänden Nordrhein und Westfalen-Lippe und der Gewerkschaft Nahrung und Genuß statt. Nach Mitteilung des Bäckerinnungsverbandes fordern die Gewerkschaften eine Erhöhung aller Löhne und Gehälter um 10 Prozent. Die Verhandlungen seien noch nicht zum Abschluß gekommen und würden in der nächsten Woche fortgesetzt. Was tummelt sich auf einem Straßenkilometer: 1938 DEUTSCHES REICH KRADER PKW 212000 Km Reichsstrassen und Strassen l.uZ.Ordn. 1954 BUNDESREPUBLIK Bundesstrassen und Strassentu.2.Dron. Der Ausdruck„tummeln“ ist schon angebracht, wenn man die Überfüllung unserer Straßen mit Krädern, Pkw’s und Lkw’s kennzeichnen will. Erschütternd ist das schr ungünstige Verhältnis zwischen den Kilometern unserer Straßen und der Zahl der Kraftfahrzeuge, die auf sie angewiesen sind. Während 1938 im Deutschen Reich noch 7,4 Krädern, 6,1 Pkw's und 4.3 Lkw’s auf einen Kilometer der zur Verfügung stehenden 212 000 km an Reichsstraßen sowie Straßen 1. und 2. Ordnung kamen, müssen heute 45,6 Kräder, 27,1 Pkw’s und 11.2 Caw's versuchen, die Plätze eines Straßenkilometers der 51 000 km an Bundesstraßen sowie Straßen 1. und 2. Ordnung gerecht zu verteilen. Besseres Gesamtergebnis der Lehrabschlußprüfungen Köln.— Die Industrie- und Handelskammer Köln stellte fest, daß sich das Gesamtergebnis der Lehrabschlußprüfungen in diesem Herbst im Vergleich zum Frühjahr und Oktober 1953 im Kölner Raum gebessert habe. Nur neun Prozent männliche und 17 Prozent weibliche Prüflinge hätten im Durchschnitt sämtlicher Lehrberufe nicht bestanden. Dieses Ergebnis sei im Vergleich zu den zurückliegenden Jahren erfreulich. Leider müsse man aber feststellen, daß sich ein Teil der Jugendlichen mit der Erreichung eines Durchschnittsmaßes zufrieden gebe. Etwa 40 Prozent der männlichen und 53 Prozent der weiblichen Prüfungsteilnehmer habe ihre Prüfung nur mit„ausreichend“ bestanden. „Andere Länder, andere Sitten“ Das ist der Titel einer soeben erschienenen Broschüre, die es wert ist, allgemeine Beachtung zu finden. Die Debatte im Bundestag und die im Anschluß daran erfolgten Diskussionen in der Öffentlichkeit haben gezeigt, daß nach dem Kriege im privaten Verkehr zwischen den Nationen noch nicht überall jene Toleranz eingetreten zu sein scheint, die im Interesse elner sich vertiefenden gegenseltigen Verständigung allseits angestrebt wird. Durch dieses Heft soll daher der Leser nicht „erzogen“ oder mit schulmeisterhaft erhobenem Zeigefinger„belehrt“ werden, sondern neben einer humorvoll gehaltenen Einleitung, die sich an diejenigen richtet, die es angeht, wendet sie sich an alle Auslandsreisenden und macht sie mit der Mentalität der einzelnen Nationen vertraut. Dic Broschüre ist munter geschrieben, durch kleine, heitere Zeichnungen aufgelockert und befaßt sich mit rund 30 Ländern in Europa und Übersee. Preis 1,50 DM. Verlag Wirtschaftsdienst Verlag und Druckerei G. m. b. H., Frankfurt(Main), Goethestraße 29. Milchanlieferung erneut zurückgegangen Einfuhr von 10 000 Tonnen Butter läßt Spitzenpreise nicht mehr zu Münster.— Wie die Marktabteilung der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe mitteilt, ist die Milchanlieferung in Westfalen gegenüber der Vorwoche nochmals leicht zurückgegangen und liegt um 2 492 000 Liter unter dem Vorjahr. Der Trinkmilchabsatz liegt nur noch geringfügig hinter dem Vorjahresabsatz. Rund 45 Prozent der Anlieferung wurden als Trinkmilch abgesetzt. Für die Verarbeitung zu Dauerwaren standen entsprechend der nachgebenden Anlieferung geringere Mengen zur Verfügung. Der Sahneabsatz sank um rund 3 Tonnen. Die Buttererzeugung war abermals um knapp 12 Tennen geringer und lag um 68 Tonnen unter der Vorjahresproduktion. Das Angebot an deutscher Frischbutter ist weiter knapp. Die Nachfrage aber infolge der reichlichen Angebote an Auslandsbutter nicht mehr so drängend. Die bereits einlaufenden und noch in Kürze zu erwartenden Ankünfte aus den letzten Ausschreibungen in Höhe von über 10 000 Tonnen haben eine fühlbare Entspannung gebracht. Der Konsum ist unverändert gut und durch den höheren Verbraucherpreis in den letzten Wochen nicht wesentlich beeinträchtigt. Die Preise haben sich gegenüber der Vorwoche kaum verändert, Spitzenpreise sind nicht mehr zu erzielen. Das Schwergewicht der Preise liegt für inländische und ausländische Faßbutter im Industriegebiet bei 6,10 bis 6,15 DM/kg frei Großhandel, Verbraucherpreis um 6,80 DM/kg. Die Liquidationseröffnungsbilanz der IG-Farbenindustrie AG in Liquidation wird voraussichtlich noch vor Weihnachten veröffentlicht werden. Damit rückt auch der Termin fûr das IG-Farben-Liquidationsschlußgesetz näher, durch das alle Befugnisse wieder in deutsche Hande zurückgegeben werden. Rheinisch-Westfälische Börse Düsseldorf, 25. November 1954. Tendenz: Farbenwerte angeboten, sonst gut behauptet. Industrie-Aktien Accu-Hagen— AEG 172¾ b Allgem. Hoch& Ing. —GT 155 Bad. Anilin 202½ b Balcke Masch. 164 b G Bergb.Ew.Ludw. 134 b BMW 122 G Bemberg 112 b Br Beton& Monier 178 G Boswau& Knauer— Buderus 172 b Burbach 165 bC Busch Jaeger 243 G Cassella 298½ b Conti-Gummi 202¾ b Consolidation 147 b Daimler 217 b Demag 206 b Dt. Conti Gas 188 b Dt. Erdöl 155¾ b Didier 213 G Dortm. Aktien— Dortm. Ritter— Dortm. Union 204 b Dynamit Nobel— Essener Steink. 129½ b Farbenf. Bayer 213 b IG Farb. Liqui 38¼ b Feldmühle 212 G Felten 150 b Br Goldschmidt 140 b Harpener 119½b Hindrichs Auff. 75 b Br. Hochtlef 157 b Höchster Farb. 202½ b Hoesch— Kabel Rheydt 201 G Kali-Chemie 187½ b Karstadt 190 b Kaufhof 218½bG Krefft 85 b Grep Mannesmann 158 b Mülh. Berg 132¼ b G Norcwestd. Hütten 141 b Rh. Braunk. 187 b Rheinstahl 261 b Br RWE 178 bG Rheinmetall 25½ G Rheinpr. 149½ bG Rheinstahl-Union 153b Salzdetfurth 194½ b Schering 250 b Schless— Schwabenbräu 144 b Siemens St. 226 b Siemens Vorz. 215 G Stamag 147 b Ver. Dt. Nickel 170 b Ver. Rumpus 102 b Ver. Stahlwerke 66 b Wass.-Gelsenk. 165 G Wintershall 189 b Zellwald 144 b Bank-Aktien Commerzb. Liqui 13 b Bankv. Westd. 170 b G Deutsche B. Liqui 14 b Rh.-Westf. B. 186 b G Dresdner B. Liqui— Rh.-Ruhr-B. 182 b G Freiverkehr Chem.-Fas. Inh. 112-118 Nordd. Lloyd 57 G Phrix-Inh. 56-60½ Rh. Kunstseide 97-101 Schulth. St. 32-34 In diesem Jahre 100 000 Fernsehgeräte Wachsende Produktion— Rund 120 000 Apparate schwarz betrieben Frankfurt(Main). Die Produktion von Fernsehgeräten in der Bundesrepublik hat einen ungeahnten Aufschwung genommen. Das Mitglied der Fernsehkommission der westdeutschen Rundfunkanstalten, Professor Dr. Nestel, schätzt die diesjährige Fertigung auf etwa 100 000 Stück und im kommenden Jahr auf das Doppelte. Die Zahl der angemeldeten Fernschempfänger bezifferte er auf etwa 60 000, die der schwarz betriebenen Apparate auf etwa 120 000. Wie Nestel weiter mitteilte, sind bisher in der Bundesrepublik rund 45 Millionen DM im Fernsehen investiert worden. Davon haben die Rundfunkgesellschaften 25 Millionen DM und die Bundespost den Rest aufgebracht. Für 1955 rechnet Nestel mit dem Betrieb von 28 Fernsehsendern in der Bundesrepublik. Gesellen in den Handwerkskammern Dortmund. Die nach der neuen Handwerksordnung vorgesehene Aufnahme von Gesellen-Vertretern in die Handwerkskammern ist im wesentlichen abgeschlossen. Wie auf der Obermeistertagung der Handwerkskammer Dortmund mitgeteilt wurde, haben fast alle Handwerkskammern in der Bundesrepublik in ihren Herbstvollversammlungen Gesellen-Vertreter, im Verhältnis zwei Meister ein Geselle. hinzugewählt. Eisen- und Hüttenwerke 118: Stahlwerke Bochum 121; Bergbau Neue Hoffnung 122½; Beteiligungs-Ges. Ruhrort 335: Gutehoffnungshütte Aktienv. 178½; Hüttenwerke Oberhausen 135; Altenessener Bergwerks 126; Hoesch-Werke 136½ Industriewerte 125; Bergwerke Königsborn-Werne 132½ Klöckner-Humboldt-Deutz 169 b; Nordwestdeutsche Hütten 141 b: Stahlwerke Südwestfalen 138 b G: August-ThyssenHütte 138; Deutsche Edelstahlwerke 148½/; Dortmund-Hörder Hütten 123: Gelsenkirchener Bergwerks 135; Gußstahl Bochumer Verein 124; Gusstahl Witten 182½; Hamborner Bergbau 115; Handelsunion AG 185; Hüttenwerke Phoenix 148; Hüttenwerke Siegerland 148½; Niederrhelnische Hütte 159½; Rheinische Röhrenwerke 164; Rheinisch-Westf. E sen 145 b G; Ruhrstahl 150; Zeche Erin 246. Übermittelt vom Bankvereln Westdeutschland DM-West— DM-Ost Frankfurt am Main. Die Wechselstuben kaufen 477,50 DM-Ost für 100 DM-West und verkaufen 100 DM-Ost für 22.24 DM-West. DER Südlich des Bangweolo-Sees stürzten im Lauf der Zeit sechs Flugzeuge ab-Irrlichter locken ins Moor Nova Lisboa(Angola). In der Kneipe„Zum rostigen Hund“ warb der verwegene portugiesische Forscher Marc Novario vor fünf Monaten seine zehnköpfige Expedition an, die mit ihm auf die Jagd nach dem Flugzeugschatz in den gefährlichen KampalomboSümpfen südlich vom Bangweolo-See in Nord-Rhodesien gehen sollte. Er hatte viele Bewerbungen erhalten und die Auserlesenen, wahrscheinlich Zuverlässigsten, waren hier zu einer Informationsstunde zusammengerufen worden. „Hier ist der Plan“, rief Marc Novario mit heiserer Stimme,„über den Kampalombo-Sümpfen sind im Lauf der letzten Jahrzehnte sechs Passagierflugzeuge abgestürzt. Niemand wurde gerettet. 1932 war es eine französische Maschine, 1935 und 1937 je eine britische und eine amerikanische, 1938 eine deutsche, 1939 eine italienische und eine portugiesische. Und das letztere Wrack will ich finden. Es hatte Goldbarren der Nationalbank in Lissabon an Bord, die für Angola bestimmt waren und zur Zweigstelle in Nova Lisboa gebracht werden sollten. Nach der Zwischenlandung in Mpueto stürzte die Maschine in den Sumpf. Hier ist die letzte SOS-Position. Wer Mut hat, mit mir in den Todessumpf zu gehen, der SCHATZ KampalomboSUMPF M unterzeichne diesen Teilhabervertrag an dem zu behebenden Gold!“ Damals zuckten die Blitzlichter der Reporter bei dieser„Amtshandlung“ auf. Der Wirt„Zum rostigen Hund“ brachte zum letzten Male einige Gläser schweren Portweins, und dann brach die auf so abenteuerliche Weise angeworbene Expedition am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe auf. Und jetzt, im Herbst 1954— Wirt Mucho wollte gerade seine am Stadtrand gelegene Gastwirtschaft abschließen, da die Polizeistunde es so gebot— wurde robust die Tür aufgestoßen, und hereintraten acht verwegen aussehende Männer mit Vollbärten. Es waren Marc Novario und sieben seiner Expeditionsmitglieder.„Wir haben das Gold gesehen“, sagte er,„oder zumindestens das Wrack, in dem es liegt. Aber der Weg bis fast zur Mitte des Kampalombo-Sumpfes ist so voller Tücke, pfadlos und voller Irrlichter, daß wir umkehren mußten, nachdem Manuelo und Juan im Moor umgekommen sind.“ Die Behörden in Portugiesisch-Angola (Südafrika) hatten Novario vor dieser waghalsigen Expedition gewarnt. 1938 und 1948 hatten Hubschrauber mehrfach versucht, in Nähe eines der auf eine Fläche von dreißig Quadratkilometer verstreuten sechs Flugzeugwracks eine sichere Landefläche zu finden, um wenigstens die Toten zu bergen und zu bestatten. Aber im Kampalombo-Sumpf gibt es keine festen Inseln. Über ihm lagern tagtäglich dichte Nebelfelder, die sich nur für wenige Stunden lichten, wenn die Sonne im Zenit steht. Es gluckert und brodelt, als sei alles in Gärung. Und so ist auch der auf 500 Millionen bemessene Goldschatz, also etwa 100 Millionen Mark. für immer verloren. Aber das wollte Novario nicht wahrhaben. Er zog los und befragte vor Eintritt in den Sumpf mit Hilfe einer Karte über die wenigen Randpfade in Tschitambo den bekannten Häuptling Kamamuto. Der zündete ein Feuer an und las an der Richtung des Rauches ab, ob die Expedition ein günstiges Schicksal haben werde. Dann erhob er warnend die Stimme. Ausnahmsweise stimmte sein Orakel. Als das Wrack des 1939 abgestürzten portugiesischen Flugzeuges nach Überwinden von tausend Gefahren im Dunst auftauchte, folgten die zwei Begleiter Juan und Manuelo Irrlichtern und versanken, ohne daß ihnen jemand zu Hilfe eilen konnte, im Moor. Die Flugstrecke führt übrigens längst nicht mehr über den Kampalombo-Sumpf. Die Piloten behaupten, besonders in diesem Gebiet Afrikanisch-Nord-Rhodesiens gebe es viele gefährliche Luftlöcher. Die Expedition Novarios zum Flugzeugschatz aber hat die Gemüter erheblich erhitzt, und beinahe jeden Abend reden sich die Stammgäste Muchos im„rostigen Hund“ die Köpfe heiß über das Für und Wider der Schatzbergung. Unglücksdigmant der Kaiserin Prozeß um den„Khedive“— Eugénie erhielt ihn von Faruks Vorfahren Paris— Um den„Unglücksdiamanten“ der Kaiserin Eugénie von Frankreich ist ein Rechtsstreit zwischen zwei bekannten Juwelieren ausgebrochen. Der„Khedive“, ein Stein von 68 Karat, wurde im Jahre 1869 anläßlich der Einweihung des Suezkanals der Kaiserin von Agyptens Herrscher, dem Khedive Ismail, König Faruks Vorfahren, geschenkt. Die Kaiserin, die zusammen mit anderen europäischen Fürstlichkeiten zu dem großen Fest erschienen war, empfand von Anfang an einen Widerwillen gegen das Juwel, obwohl sie nach außen hin Entzücken heuchelte. Sie trug es nur zweimal in ihrem Leben, das letzte Mal, als sie den ägyptischen Botschafter empfing. Am gleichen Tage brach der deutsch-französische Krieg aus. Kaiser Napoleon III. geriet am 2. September 1870 in Gefangenschaft und verlor seinen Thron. Nach ihrer Flucht lebte die Kaiserin in England als Gräfin von Pierrefonds und verkaufte den Unglücksstein. Er geriet später in den Besitz des jugoslawischen Königshauses, das ihn 1941 nach Eroberung des Landes durch die Deutschen verlor. Der vorletzte Besitzer war der persische Juwelier Chaffoo, ein Hoflieferant des Schahs. Als der Monarch sich mit Soraya vermählte, Man Singhs Rache Fünfköpfige Familie entführt Indiens Staatsfeind Nr. reden 1 macht von sich „Bitte Addis Abeba Nummer 1!“ Deutsche Firma baute Telefonanlage in der abessinischen Hauptstadt Parfüm des Hofes diente als Brennstoff Addis Abena— Bei seinem Aufenthalt in Hamburg telefonierte Kaiser Haile Selassie von Abessinien von einem im Hafen liegenden Schiff aus eine Viertelstunde lang mit seiner Hauptstadt Addis Abeba, um wichtige Regierungsgeschäfte zu erledigen. Es ist wenig bekannt, daß eine Frankfurter Firma vor rund 20 Jahren unter schwierigsten Umständen das neue Telefonnetz von Addis Abeba gelegt hat. Vor ein paar Jahrzehnten lag für den Durchschnittseuropäer die abessinische Hauptstadt Addis Abeba noch„hinterm Mond“, und man wußte nicht, wie und ob man sie überhaupt erreichen könne. Doch heute hat sich das Bild dieser Stadt völlig gewandelt, und es bereitet keine Schwierigkeiten mehr, daß wir von unserem Schreibtisch aus uns fernmündlich mit einem abessinischen Löwenjäger unterhalten. Es war eine Frankfurter Firma, die vor 15 Jahren den Auftrag erhielt, in der Residenzstadt Haile Selassies ein modernes Telefonnetz zu errichten, eine Arbeit, die zur vollen Zufriedenheit des Kaisers abgeschlossen werden konnte. Es stellt dem Leistungsvermögen der deutschen Technik ein hervorragendes Zeugnis aus, daß sie trotz der großen Schwierigkeiten, die die weltabgeschiedene Lage dieser Stadt bedingte, in verhältnismäßig kurzer Zeit ihre Aufgabe lösen konnte. Der Frankfurter Ingenieur, der die Arbeiten leitete, erzählte, daß er allein ein halbes Jahr benötigte, um nur das nötige Installationsmaterial zusammenzubekommen, da zu jener Zeit kaum ein Nagel in Addis Abeba zu haben war. Als Beleuchtung mußten Petroleumlampen aus Großvaters Tagen herhalten, die aber zuerst mit Spiritus angeheizt sein wollten. Da es diesen aber anfänglich nicht gab, fand der Deutsche einen ebenso seltsamen wie originellen Ausweg, der so manche Dame vor Neid erblassen läßt. Er fand heraus, daß das gute Parfum, das der Hof des Negus besaß, sich für Anheizzwecke eignete, weshalb er wochenlang reichlichen Gebrauch davon machte. Allerdings war der Duft auf die Dauer kaum mehr zu ertragen. Nahezu 30 000 Meter Kabeldraht wurden für die Telefonanlage von Addis Abeba verwendet, für die ursprünglich nur 400 Amtsteilnehmer vorgesehen waren. Da sich aber eine ganze Reihe von wohlhabenden Eingeborenen und Kaufleuten, die den Fernsprecher nicht vermissen wollen, als Interessenten meldeten, wurden von der Frankfurter Firma drei Ämter mit je 500 Anschlüssen geschaffen, wobei die erste Gruppe mit dreistelligen Rufnummern alle Reglerungs- und städtischen Verwaltungsbehörden umfaßt, während die übrigen zwei Gruppen für zivile Teilnehmer bestimmt sind. Die wichtigste Nummer ist zugleich die einpragsamste, es ist die „Nummer 1“, und bei ihrem Anruf meldet sich die Residenz des Kaisers von Abessinien. Dieser Nummer sind wiederum 200 Apparate als Nebenstellen angeschlossen. Nach einem Jahr erschien das erste Telefonbuch von Addis Abeba— ein dünnes Heft genügte. Bomnav.— Aus dem Armenviertel der indischen Stadt Bikanér wurde eine ganze Familie— Eltern mit drei Kindern im Alter von ein bis vier Jahren— von der Bande des Sektenführers Man Singh verschleppt. Während sie auf der Straße schliefen, knebelte und fesselte man sie. Die Bewohner der nächsten Häuser wagten nicht einzuschreiten, da man 24 Stunden vorher das Zeichen der Göttin Kali an ihre Mauern gemalt hatte. Die Polizei erfuhr zu spät von der Entführung. Wahrscheinlich sollen die fünf Entführten in einem Tempel der Göttin geopfert werden. Man Singh,„Indiens Staatsfeind Nr. 1“, hatte erst Anfang September in der Nähe von Agra mit der Polizei ein Gefecht zu bestehen gehabt, bei dem er verwundet wurde. Er entkam aber, während sein Enkel erschossen wurde und sein Sohn Tehsildar in Gefangenschaft geriet. Seine Bande ist hundert Mann stark und verehrt die Göttin Kali, der sie immer noch Menschenopfer darbringt. Diese finden entGute Laune aus der Spritze „Wundermittel“ gegen Grippe-Depressionen— verschwindet schlagartig Auch der„Kater“ London.— Eine neue„Aufmunterungsdroge“ mit erstaunlicher Wirkungskraft haben britische Ärzte entdeckt. Besonders bei Grippekranken beseitigt sie fast schlagartig die mit diesem Leiden verbundenen Depressionen und trägt dadurch wesentlich zur Heilung bei. Aber auch die üblen Nachwirkungen einer durchzechten Nacht werden schon durch eine einzige Injektion mit diesem„Wundermittel“ aufgehoben. Die Droge soll in England den Ärzten in Kürze zur Verfügung stehen. Das Mittel birgt nur eine Gefahr: Seine Anwendung kann den Patienten so aufmuntern und kräftigen, daß er sich vorzeitig für gesund hält und die Bettruhe aufgibt. Nur ein Arzt kann bestimmen, wann die Kur abgeschlossen ist. Ein Londoner Arzt erklärte dazu:„Soweit es die Bekämpfung der Grippe betrifft, gehört die Entwicklung dieser Droge zu den zukunftsreichsten Experimenten.“ Das Präparat besteht im wesentlichen aus den Vitaminen B und C. Vitamin B befindet sich vorwiegend in den äußeren Schichten des Getreidekorns, in Hülsenfrüchten. Keimlingen, Milch, Kartoffeln, Fleisch und besonders in der Hefe. Vitamin C kommt in Wurzelgemüsen und im Kohl vor, ferner in der Milch, in Zitrusfrüchten, Tomaten und Hagebutten. Allerdings wird mit dern reichlichen Genuß dieser Lebensmittel die Wirkung der Droge keineswegs erreicht. Die Arzte eines Londoner Krankenhauses haben zehn Jahre intensiver Forschungsarbeit gebraucht, um die richtige Konzentration dieser Vitamine herauszufinden. Und die Experimente sind immer noch nicht abgeschlossen. Bei der Bekämpfung der Grippe arbeitet die Droge in ganz einfacher Weise. Die Grippe produziert im Körper gewisse Gifte, welche die Vitaminreserven des Körpers angreifen, Besonders die Vitamine B und C werden zerstört. Ihr Fehlen aber erzeugt die für diese Krankheit typischen Depressionen. Je tiefer das Stimmungsbarometer fällt, desto kranker fühlt man sich. Und je kranker man sich fühlt, um so schwerer werden die Depressionen. Eine Injektion mit dem Vitaminpräparat durchbricht diesen verhängnisvollen Kreislauf. Der Kranke fühlt sich sofort frisch und munter, und das beschleunigt seine Gesundung. Auch bei Lungenentzündung und Vergiftungen hat sich das Mittel bewährt, ebenso bei der Bekämpfung von Giften, die übermäßiger Alkoholgenuß im Körper erzeugt. Ein guter Fischzug Wenn man vom Bett aus fischt— Wie der Erbonkel betrogen wurde Liebestrank, Mord, Eifersucht Geistesgestörter erstach angeblichen Rivalen/ Altes Märchen vor Gericht London.— Es war einmal ein junger Mann— so erzählt ein altes, serbisches Märchen— der die Liebe seiner schönen Frau verloren hatte. Also ging er in den Wald, wo ein Zauberer wohnte, und klagte ihm sein Leid. Der Zauberer mischte II. n einen Liebestrank. Als der junge Mann seiner Frau von diesem Zaubermittel gegeben hatte, da wuchs ihre Liebe und wurde stärker denn je zuvor. Diese Geschichte erfuhr ein Gerichtsarzt in Derby von einem Ehemann, der des Mordes an dem angeblichen Liebhaber seiner Frau angeklagt war. Der 37jährige Civijo Civizetik war fest davon überzeugt, daß der Rivale seiner Frau einen Liebesrank gegeben und ihm so ihre Zunelgung craubt hatte. Es war ein grimmiger Zwist. der mit dem Mord sein blutiges Ende fand. Schon am 15. September war Civizetik zur Polizei gekommen:„Meine Frau betrügt mich mit unserem Untermieter Dane Glumac! Die beiden leugnen, aber mir kann man nichts vormachen! Ein Polizist nahm sich der Sache an, aber sowohl die hübsche 21jährige in Deutschland geborene Frau als auch der Untermieter wiesen die Verdächtigung empört zurück. Vier Tage später stieß Civizetik dem vermeintlichen oder wirklichen Ehebrecher ein Messer in die Brust, Glumac starb an den Verletzungen. Das Gericht sprach Civijo Civizetik schuldig, erklärte ihn aber gleichzeitig für nicht zurechnungsfähig. Er wurde in das Irrengefängnis Broadmoor einge viesen Brüsse:— Ein Erbonkel will gut behandelt sein, auch wenn er ausgefallene Ideen hat. Deshalb versuchten die Neffen des Monsieurs Christian F., eines reichen Brüsseler Junggesellen, dem alten Herrn im Hinblick auf das Testament jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Seit Jahren war Monsieur F., ein leidenschaftlicher Angler, infolge eines Schlaganfalles ans Bett gefesselt. Dabei war das Schlimmste für ihn, daß er sich gar nicht mehr der Fischerei widmen konnte. Ein Freund und ehemaliger Angelkamerad brachte ihn auf den seltsamen Gedanken, sich doch irgendwo in Belgien ein Haus, das unmittelbar am Wasser liege, zu kaufen, so daß er vom Bett aus durch das Fenster angeln könne. Der alte Herr war von dieser Idec begeistert. Er ließ seine Neffen kommen und machte ihnen klar, daß ein derartiges, unmittelbar an einem Fischwasser gelegenes Haus ohne Rücksicht auf seinen etwaigen Preis sofort gekauft werden müsse. Die Neffen wußten, daß der Erbonkel sehr jähzornig war. Sie mußten sich also seiner Laune fügen, aber sie suchten vergebens nach einem geeigneten Objekt, zumal sie als Erben nicht geneigt waren. einen zu hohen Preis anzulegen. Aber endlich war es dann doch soweit, daß man dem bereits ungeduldig gewordenen alten Herrn melden konnte, man habe eine Villa in der Umgebung Antwerpens gefunden, die unmittelbar an einem ob seines Fischreichtums bekannten Kanal liege. Herr Christian F. ließ sich sofort dorthin bringen. Es war Abend, als man ihn in das Bett der neuen Villa brachte, una so konnte der alte Herr nicht sehen, daß das Haus— die Neffen hatten es übrigens nur gemietet, nicht gekauft— keineswegs an einem Kanal lag. Dagegen befand sich genau unter dem Fenster des Schlafzimmers ein riesiger Springbrunnen, dessen Geplätscher dem Erbonkel das Rauschen des Kanals zu sein dünkte. Und so begann er am nächsten Morgen den Fischfang, indem er vom Bett aus die Angelrute durch das Fenster warf. Und siehe da, Monsieur F. machte reiche Beute. Bald zappelte ein Karpfen und bald ein Weißfisch an seinem Angelhaken, und er dankte den Neffen von ganzem Herzen, daß sie ihm diesen Genuß verschafft hatten. Davon, daß unter dem Fenster neben einem großen Wasserbottich ein aus der Nachbarschaft herbeigeholter Bauernjunge riet ihm Chaffoo, der Kaiserin den „Khedive“ zu schenken. Soraya verzichtete aber darauf, als sie die Geschichte des Diamanten erfuhr. Der Perser übergab ihn dem französischen Juwelier Doumerge zum Kommissionsverkauf, bekam aber kein Geld von ihm, da Doumerge behauptete, Chaffoo schulde ihm noch 900 000 Francs und der Stein sei nur 45 Karat schwer gewesen. In seiner Klage gibt der Perser an, Doumerge habe den echten, 68 Karat schweren„Khedive“ von ihm erhalten, der heute einen Wert von 15 Millionen darstellt. Ob der von der Polizei sichergestellte Diamant der echte, aber vielleicht neu geschliffene„Khedive“ oder ein anderer Stein von geringerem Wert ist, weiß nur Doumerge. weder in den Tempelruinen des ziemlich ausgestorbenen Kalikultes statt oder in primitiven Hütten, welche die Sekte für diese Zwecke aus Baumzweigen errichtet. Der Sektenführer wird seit achtzehn Jahren von der Polizei gesucht. In dieser Zeit hat er schätzungsweise 112 Morde und zahlreiche Kindesentführungen verübt. Mit seiner Familie und seinen Anhängern führte er ein unstetes Leben und zog von Ort zu Ort, von der Polizei verfolgt und stets neue Verbrechen begehend. Die Furcht der Bevölkerung vor ihm verhinderte bis jetzt seine Festnahme. Zuletzt hielt sich die Bande in der Wüste von Ratschputana auf. Bei einem Überfall in der Umgebung von Agra wurde Man Singh erkannt und von zwei Polizeiautos eingeholt, wobei es zu dem Gefecht kam. Man vermutet, daß die Entführung der fünfköpfigen Familie aus Bikanér ein Racheakt für den Tod von Man Singhs Enkel ist. Aufruhr um Diphtheriebazillen Die Seuche fuhr durch Paris spazieren— Glasröhrchen rollten über die Straße Paris.— Tausende mit Diphtherie-Eazillen gefüllte Glasröhrchen verstreuten sich über eine Pariser Straße, als der Lastwagen, der sie transportierte, mit einem anderen Auto zusammenstieß und umkippte. Blutend kroch der Fahrer aus seinem Führersitz hervor und schrie den herbeieilenden Passanten zu, sie sollten sich fernhalten. Die Polizei sperrte sofort die ganze Straße ab. Das Hygienische Institut ließ 30 Meter der Straße mit Desinfektionsmitteln überschwemmen. Bald darauf wurde allerdings bekanntgegeben, daß keines der gefährlichen Glasröhrchen zerbrochen war. Anwohner hatten aber gesehen, wie eine gelbliche Flüssigkeit über das Pflaster gelaufen war. Doch das sei nur harmloses Blutserum gewesen, versicherte die Polizel. saß, der von Zeit zu Zeit an der Angelleine zupfen und dann aus einem bereitstehenden Zuber einen lebenden Karpfen oder Weißfisch an den Haken hängen mußte, hatte der angelfreudige Greis natürlich keine Ahnung. Bis die Neffen, die das Gehalt für den Jungen gerne sparen wollten, dem Erbonkel versicherten, es sei nun, da der Öktober angebrochen war, schon zu kalt, um stundenlang bei offenem Fenster zu liegen. Er solle daher bis zum Frühjahr warten. Der alte Herr versprach, gerührt über so viel Sorge, das zu tun. Aber heimlich warf er, als seine Neffen ein paar Tage fortfuhren, doch wieder seine Angelrute aus. Merkwürdigerweise wollte nun kein einziger Fisch mehr anbeißen. So sehr Herr Christian auch wartete— nichts rührte sich. Der Bauernjunge aber, der von den Neffen nun, da nicht mehr„gefischt“ wurde, entlassen worden war, sah von der Ferne, was sich abspielte, und er beschloß, den geizigen jungen Herren einen Streich zu spielen. Beglückt spürte der Alte, als er schon ganz verzweifelt war, daß etwas angebissen hatte. Er zog die Leine über das Fensterbrett und daran hing— ein prächtiger geräucherter Hering. Das war dem alten Herrn denn doch zuviel. Geräucherte Fische schwimmen in keinem Kanal Belgiens, und so kam das Komödienspiel der Neffen ans Tageslicht, Monsieur F. hat seine Neffen aus dem Haus geworfen. Und hinsichtlich des Testaments brauchen sich die junge Herren keine Hoffnungen mehr zu machen. BUNTE WELT Pfiffikus San Franzisko.— Ein Pfiffikus ist der Bürgermeister der kalifornischen Stadt Calipatria, Edward Rademacher. Er erklärte, die Regierung des Staates Kalifornien könne von der Stadt keine Steuern beanspruchen, da Calipatria auf ehemaligem Meeresgrund, 55 Meter unterhalb des jetzigen Meeresspiegels, erbaut sei. Calipatria unterstehe daher nicht der Jurisdikation des Staates Kalifornien, sondern dem Seerecht. Finderlohn brachte den Tod Neuyork.— Kellner Knudsen aus Neuyork fand in dem Hotel, in dem er arbeitete, ein kostbares Armband. Knudsen brachte es zur Polizei. Einige Zeit später bekam er den Finderlohn: 25 000 DM. Knudsen gab sofort seine Stelle auf, um das Leben zu genießen. Er genoß es nur ein paar Tage. Dann fand man ihn tot in seinem Bett. Knudsen war an einem Herzschlag gestorben — das Leben ohne die gewohnte Arbeit war ihm zu schwer gewesen. Kein Platz für Herz Gentofte(Dänemark).— Seit Jahren verwendete die dänische Stadt Gentofte auf ihren Straßenschildern an Stelle von I-Punkten kleine Herzen. Jetzt läßt die Stadt alle diese Schilder entfernen, dafür werden Schilder mit richtigen IPunkten angebracht. Zur Begründung wurde bekanntgegeben, daß die Herzen zu viel Platz wegnähmen. Verkaufs-Statisten Paris.— Ein Pariser Warenhaus hat eine Anzahl junger Damen eingestellt, die vor allem ein gutes Mundwerk haben, Aufgabe dieser Damen ist es, sich als Statisten unter das Volk vor den Schaufenstern und vor den Verkaufstischen zu mengen und durch aufmunternde Reden unentschlossene Käuferinnen zum Kauf anzustacheln, Der Trick soll sich bereits gut bewährt haben. Kateridee Melbourne.— Bei einem Brand in Melbourne erlitt der Kater Murphy eine schwere Rauchvergiftung. Auf Bitten des Eigentümers versuchte die Feuerwehr Murphy mit einem Sauerstoffgerät wieder ins Leben zurückzurufen. Der Versuch glückte. Schnitzeljagd London.— Aus der Kantine einer britischen Apfelweinkelterei waren 27 Ein-Pfund-Noten verschwunden. Als die Kripo die Diebe nicht ermitteln konnte, legte ein Angesteliter 27 Papierschnitzel von der gleichen Größe wie die Banknoten an die Stelle, von der Geld verschwunden war. Nach einer halben Stunde war auch das Papier fort. Der Angestellte hob ein paar Bodenbretter hoch und fand seine Vermutung bestätigt: Geld und Papier lagen als Polstermaterial in einem Rattennest. Knochenfraß Kopenhagen.— Gestohlenen Schmuck im Werte von 25 000 Mark konnte die dänische Polizei dank der Mithilfe des Polizeihundes Peer wiederbeschaffen. Der dankbare Eigentümer eröffnete ein Konto, aus dem täglich für Peer ein anständiger Knochen gekauft wird. Sprachkundig London.— Britische Polizeihunde werden auf einem Übungsplatz in Kent von englischen auf arabische Kommandos umgeschult. Sie sind für die Arabische Legion in Jordanien bestimmt. Die schlimmste Krankheit Kopenhagen.—„Die schlimmste Krankheit, unter der die Dänen zu leiden haben, ist die Hetzjagd im alltäglichen Leben. Das geht hervor aus der steigenden Zahl der Verkehrsunfälle und der Selbstmorde.“ Diese nachdenklich stimmende Feststellung machte eine Kopenhagener Zeitung. Zeitungsausschnitt klärt Verbrechen auf Ein Mörder war unvorsichtig— Verhaftung wegen Einbruchs brachte große Überraschung hatten über hundert Mann vergeblich das Gelände durchstreift. Die Polizei sandte die Fingerabdrücke des Verhafteten nach Lake Placid, und dort fand man ihre Gegenstücke am Schauplatz des Mordes. Der Verbrecher wird sich vorerst nicht wegen Einbruchs zu verantworten haben; er ist auf dem Wege nach Lake Placid, um sich dort des Mordfalls wegen verhören zu lassen. So ist es leicht möglich. daß ihn der Zeitungsausschnitt auf den Elektrischen Stuhl bringen wird. Neuyork.— Daß Zeitungsausschnitte lebensgefährlich sein können, erfuhr ein Mann, der in dem amerikanischen Spielund Scheidungsparadies Reno unter Einbruchsverdacht festgenommen wurde. Man fand bei ihm einen Zeitungsausschnitt, der von der Ermordung eines Polizisten im Mai berichtete. Das Verbrechen war über 3000 Kilometer entfernt zu Lake Placid im Staate Neuyork geschehen. 103 Tage lang Nicht in Watte einpacken!" Lehren der Japanreise deutscher Leichtathleten— Die Wettkämpfer hatten alle Freiheiten Koblenz. Unser Hn-Mitarbeiter hatte Gelegenheit, den Mainzer Universitätssportlehrer Dr. Berno Wischmann und den deutschen Hürdenrekordläufer Bert Steines für mehrere Stunden zu einem Gespräch an den Tisch zu bekommen. Dr. Wischmann hatte als DLV-Trainer und Bert Steines als Aktiver an der erfolgreichen Japan-Reise der deutschen Leichtathleten teilgenommen. Was zu den Problemen dieser Reise sowohl vom Standpunkt des Lehrers als auch aus der Sicht des Aktiven zu sagen war, beschreibt nachstehender Bericht. Noll fuhr sechs Weltrekorde Auf einer verkleideten 500-cem-BMW-Seitenwagenmaschine stellte Wilhelm Noll auf der Autobahn München—Ingolstadt sechs neue Weltrekorde auf. Er überbot auf der Zehn-Kilometer-Strecke den Weltrekord des Italieners Cavanna auf Guzzi für die Klassen 500, 750 ui 1 1200 ccm um etwa 25 km/st auf 212,71 Stundenkilometer. Auf der ZehnMeilen-Strecke verbesserte er seinen eigenen, Ende Oktober 1954 bei Paris aufgestellten Rekord von 184,16 auf 208.8 km/st für die gleichen Klassen. Damit ist Noll Inhaber von insgesamt 21 Weltrekorden. Unser Bild zeigt Wilhelm Noll kurz nach dem Start. Im Trabrennsport kommt eine Behandlung der Pferde mit Dopingmitteln, d. h. mit aufpeitschenden Mitteln, kaum in Frage, da hier die Wirkung nur nachteilig ist. Die gesteigerte Heftigkeit der Pferde führt zu Galoppaden, die die Disqualifizierung zur Folge haben. Das nächste Pariser Sechstagerennen soll im März 1955 mit Dreiermannschaften gefahren werden. Direktor Mouton erklärte, daß nur zwei der Fahrer gleichzeitig auf der Bahn sein dürften. „Es ist Ihnen ja bekannt, daß in meinem Verein Rotweiß Koblenz nach Anleitungen trainiert wird, die von den durch andere Trainer angewandten Methoden wesentlich abweichen. Da uns bisher der Erfolg recht gegeben hat, und Jahr für Jahr neue Talente herauskommen, bin ich der Meinung, daß nicht in der Abgeschiedenheit die Talente reifen“, meinte Dr. Wischmann zur Frage, ob er auch in Japan nach den gleichen Grundsätzen verfahren sei.„Es ist Unsinn, zu glauben, daß ein Spitzensportler, wenn er gesund ist, in Watte gepackt, vom Leben isoliert und von Besuchern ferngehalten werden soll! Jeder Sportler ist anders anzufassen und nichts ist schlimmer, als ihn in seinen Trainingsplan zu zwingen, der von den empfohlenen Plänen seines Vereinstrainers wesentlich abweicht. In Japan ließen wir den Aktiven alle Freiheiten und hatten unerwartete Erfolge.“ Dies wurde von Bert Steines bestätigt. Der Mathematikstudent fügte noch hinzu, daß infolge dieser Freiheit niemals Mißstimmung aufkam.„Selbstverständlich mußten wir einige Male hart zufassen, als einige Aktive diese Freiheit zu ihrem eisenen Schaden anders verstanden“, ergänzte Dr. Wischmann. Klima nicht ausschlaggebend Im Hinblick auf die Olympischen Spiele 1956 in Melbourne müsse die deutsche Leichtathletikgruppe schon etwa zehn Tage vor Beginn der Spiele in Australien sein. Diese Zeitspanne reiche durchaus, um sich mit den klimatischen Verhältnissen vertraut zu machen. Man solle, so meinte Dr. Wischmann, die Bedeutung der verschiedenartigen Klimas nicht überschätzen, da sich ein guter, micht Siebenmal ohne Sieg Fünfmal siegte England, zwei Spiele verliefen unentschieden Frankfurt(Main). Am 1. Dezember tritt Deutschlands Fußballauswahl in London gegen Englands Repräsentative an. Es ist die achte offizielle Begegnung beider Länder im Fußball, denn die ersten Treffer einer englischen Auswahl gegen deutsche Vertretungen werden amtlich nicht geführt. 1899 kam der in Berlin geborene, dem jungen Fußballspiel verschworene, an einer englischen Schule französischen Sprachunterricht lehrende Walter Bensemann zu dem Entschluß, eine englische Auswahlmannschaft nach Deutschland zu bringen. Diese führte im November 1899 vier Spiele durch, davon zwei in Berlin und je eines in Prag und Karlsruhe. Wie erwartet, waren die Engländer haushoch überlegen und erzielten insgesamt 38:4 Tore. Über den beiden Berliner Spielen, die 2:13 und 2:10 für die norddeutsche Vertretung verloren gingen, stand ein Unstern. Der damalige Reichskanzler von Hohenlohe legte wenige Tage vor den Spielen das Protektorat nieder und der Polizeipräsident von Berlin verbot das erste Spiel wegen des Bußtages. Dieses mußte auf Donnerstag und das zweite auf Freitag vormittag verlegt werden. Von den sieben bisher durchgeführten Spielen zwischen England und Deutschland haben die Engländer fünf gewonnen, während zwei unentschieden endeten. Deutschland blieb bisher also ohne Sieg. Dieser Umstand zeigt die Schwere der Aufgabe, die der deutschen Mannschaft bevorsteht. Die Begegnungen zwischen beiden Ländern begannen 1908 und wurden kurz vor dem ersten Weltkrieg bis 1930 unterbrochen. Das letzte Treffen hat 1938 im Olympia-Stadion stattgefunden. Die Ergebnisse im einzelnen: 1908 in Berlin: 5:1 für England 1909 in Oxford: 9:0 für England 1911 in Berlin: 2:2 1913 in Berlin: 3.0 für England 1930 in Berlin: 3:3 1935 in London: 3:0 für England 1938 in Berlin: 6:3 für England Nationalelf steht Grünberg(Hessen). Zum Länderkampf gegen England am kommenden Mittwoch im Wembley-Stadion steht die deutsche Mannschaft, wie Bundestrainer Herberger bekanntgab, bis auf den rechten Läufer praktisch fest: Herkenrath(Rotweiß Essen); Posipal (Hamburger SV), Kohlmeyer(1. FC Kaiserslautern); Somerlatt(Karlsruher SC) oder Miltz(TuS Neuendorf), Liebrich(1. FC Kaiserslautern), Harpers(SV Sodingen); Waldner(VfB Stuttgart), Pfeiffer(Alemannia Aachen), Seeler(Hamburger SV), Röhrig(1. FC Köln), Beck(St. Pauli). Als Reservespieler sind Kubsch(FK Pirmasens), Erhardt (SpVg Fürth) und Stürmer(Hamburger SV) in Aussicht genommen. zum Roboter erzogener Sportler mit allen Witterungsverhältnissen zurechtfinden. Im übrigen sei es falsch, die Saison 1956 später zu beginnen, um im Dezember in Höchstform anzutreten. Bert Steines stellte dazu fest:„Wenn ich mich darauf einrichte, meine Höchstform am 1. Januar eines Jahres zu erreichen, dann ist dieses Unterfangin nicht schwer. Nur muß die genügende Zeit zum Training zur Verfügung stehen. Im übrigen bedaure ich es nicht, daß die zunächst vorgesehene Australienreise, die Dr. Wischmann, Fütterer und ich antreten sollten, wegen finanzieller Schwierigkeiten beim NOK nicht zustande kam. Wir waren froh, als in Japan alles vorbei war. In Australien hätten wir keinerlei neue Erkenntnisse gewinnen können, denn in jedem Jahr ist das Wetter anders.“ Mit Empörung wies Dr. Wischmann die Erklärungen einer schwedischen Zeitung zurück, die die Richtigkeit des 10,2-SekundenWeltrekordes von Fütterer angezweifelt hatte. Er verwies auf die Tatsache, daß die Zeitnahme sowohl elektrisch als auch durch Stoppuhren erfolgte und daß man im übrigen alle Geräte gewogen und auf ihre Richtigkeit überprüft habe.„Es ist beleidigend, zu behaupten, Fütterers 100-m-Zeit sei nicht in Ordnung. Wer bei zwölf Starts einen 100-m-Durchschnitt von 10.38 Sekunden erreicht, kann sehr wohl ein- oder zweimal auch glatte 10.2 Sekunden laufen, zumal beim ersten Start in Tokio Fütterer offiziell richtig mit 10,3 Sekunden gewertet wurde, obgleich zwei von drei Zeituhren und auch Zeitnehmer 10,2 Sekunden registriert hatten.“ Vossebein„streikt“ Westdeutsche Tischtennismeisterschaften Düsseldorf. Ohne Favoriten werden die diesjährigen westdeutschen Tischtennismeisterschaften in Hamborn ausgetragen. Zwar hat der Vorjahrsmeister Kurt Braun (Wanne-Eickel) mit seinem Schwammschläger ein kleines Plus, aber in seiner Hälfte steht der zur Zeit beständigste westdeutsche Repräsentativspieler Helmuth Hoffmann(Poppelsdorf), der selbst eine Seite seines Schlägers mit Schwamm belegt hat. Die obere Hälfte, in der sich Straub(Poppelsdorf), I1berg(Hagen), Schippers(Rheydt), Wenninghoff(Metelen) und Harmansa(Bochum) befinden, scheint weitaus stärker zu sein. Fehlen wird diesmal erstmalig der Linkshänder Berni Vossebein(Bochum), der sozusagen in einen Privatstreik trat und Meisterschaften des DTTB nicht mehr mitmacht. Grund: Der DTTB hätte ihn seit Jahren bei der Einstufung in die deutsche Rangliste benachteiligt. Bei den Damen hat die vorjährige Überraschungssiegerin Hanne Schweinsmann (Union Wuppertal), theoretisch nicht die geringsten Chancen. Die neue Meisterin dürfte unter den sechs gesetzten Damen Capellmann(Aachen), Kraska, Kazmierczak(Bottrop), Schlerth, Weskott(Wuppertal) und Ost (Kaiserberg) zu suchen sein. Trabrennen in Recklinghausen Sonntag, 28. November, 14.30 Uhr Recklinghausen. Wie schon seit einigen Renntagen, wird auch diesmal der Münchener Trainer B. Poschner wieder einige Pferde an den Start bringen. Höhepunkt des Tages ist das Jay-Lee-Rennen, das die zur Zeit besten westdeutschen Traber am Start sieht. Unter den zwölf Teilnehmern fallen besonders die überragende Honeymoon, die Seriensiegerin Bertas Tochter, die außerordentlich speedige Makrone und der soeben aus Hamburg angekaufte Roman auf. Voraussagen: 1. R.: Kurier jr.— Moros— Kurfürstin; 2. R.: Alemanne— Thuja— Ibert— Quelle; 3. R.: Qui vive— Pik As— The Jack— Dolina; 4. R.: Korina— Lisa Guy— Udet E.— Brilon; 5. R.: Bertas Tochter— Makronę— Honeymoon— Roman; 6. R.: Vikar— Notburga— Amazone — Walliene; 7. R.: Maud Hanover— Pfingstjunge— Emsteufel— Immertreu; 8. R.: Urbs L. B.— Urman Bush— Friedrichsruh — Magowan; 9. R.: Willie Hermann— Kurgast— Lord Guy— Zeus. Die Rekord-Transfersumme von 22 Millionen Francs(rund 250 000 DM) bot Racing Paris für Österreichs NationalmannschaftsKapitän Ernst Ocwirk, der ein Drittel dieser Summe erhalten soll, während der Rest als Ablöse an Austria Wien geht. Der frühere Springreiter Hermann Frhr. v. Nagel richtet in der Wasserburg des Schlosses Ittlingen ein Museum der Geschichte der Reitkunst ein, das Kupferstiche, Gemälde und Großphotos enthalten soll. Anläßlich seines 50jährigen Bestehens verlieh Schwedens Fußball-Verband zahlreichen Sportjournalisten in Anerkennung ihrer Dienste, die sie dem schwedischen Fußball geleistet haben, hohe Auszeichnungen. Altmeister Gottfried von Cramm soll am kommenden Sonntag mit seinen Schülern Rupert Huber und Christoph Biederlack sowie Rolf Göpfert die neue Essener Tennishalle, die vier Tennis- und zvei Trainerplätze enthält, einweihen. TELEGRAMMSTIL Der Marathonläufer August Blumensaat (Essen) wurde vom Westdeutschen Leichtathletik-Verband zum Verbandstrainer für Langstreckenläufer berufen. Fußballtrainer des VfL Bochum ist wieder Emil Melcher, der die Mannschaft im Vorjahr in die oberste Klasse führte und dann Wattenscheid 09 betreute. Gottfried von Cramm. Rolf Göpfert sowie die Nachwuchsspieler Huber und Biederlack weihen am Sonntag die neue Essener Tennishalle mit Schaukämpfen ein. Fritz Thiedemann hat den siebenjährigen braunen Wallach Nordstern nach Venezuela verkauft. Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat zugesagt, an den bevorstehenden Hallensportfesten in Paris teilzunehmen. Die deutschen Kleinkalibergewehre fanden bei den Schießweltmeisterschaften in Caracas große Beachtung. Der englische Fußballklub Arsenal London befindet sich in Abstieggefahr. Ein Dutzend„Späher“ versuchen Neuerwerbungen. Ein Angebot auf 30 000 Pfund (360 000 DM) für Blanchflower von Aston Villa wurde nicht angenommen. Die UdSSR-Fußballelf wurde für ein Länderspiel nach Paris 1955 vom Französischen Fußball-Verband eingeladen. Dies war die erste offizielle Einladung eines westeuropäischen Verbandes an die UdSSR. Italiens Fußball-Nationalmannschaft verzichtete auf zehn Spieler des Weltmeisterschafts-Aufgebotes und spielt am 5. Dezember gegen Argentinien mit einer völlig neuen Mannschaft. Star dieser Elf ist der aus Uruguay kommende Fußballkünstler Schiaffino Westfalenriege tritt an In Betzdorf(Sieg): Kunstturnkampf Mittelrhein gegen Westfalen Siegen. Zum dritten Male treffen sich am kommenden Sonntag in Betzdorf(Sieg) die Kunstturnriegen der Landesturnverbände Mittelrhein und Westfalen zu einem Vergleichskampf. Die Rheinländer werden mit Jakob Kiefer(Bad Kreuznach), Heinz Schnepf(Bad Kreuznach), Sebastian Quierbach(Koblenz), Hans Fühles(Koblenz), Hans Fries(Koblenz), Hans Rurucker(Oberlahnstein), Edwin Göckel(Bad Kreuznach) und Willi Deutschmann(Bad Kreuznach) ihr bestes Aufgebot zur Stelle haben, das noch unlängst eine Saarriege überlegen besiegen konnte. Die Westfalenriege setzt sich wie folgt zusammen: Kurt Euteneuer(Eichen), Matthias Reis(Dortmund-Dorstfeld), Friedhelm Irle(Klafeld-Geisweid). Fredy Wienecke(Dortmund-Dorstfeld). Horst Gaumann (Niederschelden), Karl-Heinz Cirkel(Wattenscheid), Ferdi Hübner(Bockum-Hövel) und Heinz Lewald(Bielefeld). Ersatz Herbert Rühl(Dortmund). Die beiden bisherigen Kämpfe in Bad Neuenahr und Plettenberg wurden von der Westfalenriege mit 12 bzw. 24 Punkten Vorsprung überlegen gewonnen. Beim letzten Kampf waren Kiefer. Schnepf und Quierbach nicht dabei, so daß das erhebliche Übergewicht der Westfalen verständlich war. Diesmal wird es auf keinen Fall solche Unterschiede geben, was schon allein aus der Tatsache hervorgeht, daß mit dem Kreuznacher Deutschmann ein Turner Schlußmann der Mittelrheinriege ist, der noch beim Vorjahrskampf der beste Mittelrheinturner überhaupt war. Ein westfälischer Sieg müßte möglich sein, wenn die Form von Lüdenscheid beim Kampf gegen die nordrheinische Riege erreicht wird. Der Westfälische Turnerbund hat eine Einladung des Badischen Turnverbandes zu einem Kunstturnkampf angenommen. Der Kampf findet voraussichtlich am 20. Februar 1955 in Heidelberg statt. Acht Gauturnfeste im Jahr 1955 Von den zehn Gauen des Westfälischen Turnerbundes führen im nächsten Jahre acht ein Gauturnfest durch. Festgelegt haben sich bereits der Hellweg-Märkische Gau(18. und 19. Juli), der Siegerland-Gau(2. und 3. Juli), der Minden-Ravensberger Gau(9. und 10. Juli) und der Münsterland-Gau(23. und 24. Juli). Deutsche Wagen bewährt Durchschnitt der Porsche-Wagen betrug 157 km/st Mexiko-City. Nach Abschluß der Carrera Panamericana, dem schwersten Autorennen der Welt, wurden im Zielort Ciudad Juarez die über die gesamte Strecke von 3077 km gefahrenen Durchschnittsgeschwindigkeiten bekanntgegeben. Der Sieger Umberto Maglioli(Italien) erzielte auf seinem 4,9-LiterFerrari-Rennsportwagen einen Durchechnitt von 173 km/st. Nur wenig langsamer war der Amerikaner Phil Hill auf einem 4,5Liter-Ferrari-Wagen mit 169 km/st. Die Sensation des Rennens ist die hohe Durchschnittsgeschwindigkeit von 157km/st, die von dem Deutschen Hans Herrmann und dem für Guatemala gestarteten Exil-Tschechoslowaken Jaroslav Juhan erreicht wurde. Beide fuhren den Porsche-Spyder in der Klasse bis 1600 cem und waren damit Drittschnellste. Von den sieben mit Volkswagen gestarteten Teilnehmern, die sämtlich das Ziel erreichten, war Prinz von Hohenlohe mit einem Schnitt von 101 km/st Schnellster. 65 von 150 Startern fielen aus. Alle Porsche und Volkswagen erreichten das Ziel. Die mehrfache Championreiterin Helga Köhler, die zur erfolgreichen deutschen Amerika-Equipe gehörte, hat erklärt, daß sie endgültig bei Turnieren keine Jagdspringen mehr bestreiten werde, sondern sich allein der Dressur und Jagdpferde-Eignungsprüfungen widmen wolle. Die Stadt Bochum hat beschlossen, für den verwaisten Posten des städtischen Sportlehrers den früheren deutschen Hochsprungmeister Gustav Weinkötz einzustellen. WURTSCMAFT ARBEIT Steinkohlenförderung steigt an Bisher höchste Tagesförderleistung der Nachkriegszeit erreicht Essen.— Im westdeutschen Steinkohlenbergbau wurden vom 15. bis 21. November bei fünf Arbeitstagen 2 275 124 Tonnen Steinkohle gegenüber 2 722 142 Tonnen in der Vorwoche bei sechs Arbeitstagen gefördert. Mit einer Tagesleistung von 452 182 Tonnen wurde im Steinkohlenbergbau am 20. November die bisher höchste Tagesförderleistung der Nachkriegszeit erreicht. Die durchschnittliche Förderung, in der auch die als Ausnahme geleisteten Vorförderungen für Heiligabend und Silvester enthalten sind, stieg von 453 690 Tonnen in der Vorwoche auf 455 025 Tonnen In der Berichtswoche. In der Vorwoche betrug die Vorförderung 84 134 Tonnen, in der Berichtswoche 39 024 Tonnen. Die Haldenbestände an Steinkohlen und Koks bei den Zechen gingen weiter zurück. Am 19. November lagerten noch 2 675 838 Tonnen Steinkohle und Koks auf den Halden. Am 12. November waren es 2 788 191 Tonnen. Lohnverhandlungen im Bäckerhandwerk Düsseldorf.— Verhandlungen über die Erhöhung der Löhne im Bäckerhandwerk fanden am Montag zwischen den Bäckerinnungsverbänden Nordrhein und Westfalen-Lippe und der Gewerkschaft Nahrung und Genuß statt. Nach Mitteilung des Bäckerinnungsverbandes fordern die Gewerkschaften eine Erhöhung aller Löhne und Gehälter um 10 Prozent. Die Verhandlungen seien noch nicht zum Abschluß gekommen und würden in der nächsten Woche fortgesetzt. Was tummelt sich auf einem Straßenkilometer: 1938 DEUTSCHES REICH 212000 Km Reichsstrassen und Strassen t.u2.Ordn KRADER PKW LKW 1954 BUNDESREPUBLIK Strassentu.2.Dron. Der Ausdruck„tummeln“ ist schon angebracht, wenn man die Überfüllung unserer Straßen mit Krädern, Pkw’s und Lkw’s kennzeichnen will. Erschütternd ist das schr ungünstige Verhältnis zwischen den Kilomnetern unserer Straßen und der Zahl der Kraftfahrzeuge, die auf sie angewiesen sind. Während 1938 im Deutschen Reich noch 7,4 Krädern, 6,1 Pkw's und 4,3 Lkw’s auf cinen Kilometer der zur Verfügung stehenden 212 000 km an Reichsstraßen sowie Straßen 1. und 2. Ordnung kamen, müssen heute 45,6 Kräder, 27,1 Pkw’s und 11,2 taw's versuchen, die Plätze eines Straßenkilometers der 51 000 km an Bundesstraßen sowie Straßen 1. und 2. Ordnung gerecht zu verteilen Besseres Gesamtergebnis der Lehrabschlußprüfungen Köln.— Die Industrie- und Handelskammer Köln stellte fest, daß sich das Gesamtergebnis der Lehrabschlußprüfungen in diesem Herbst im Vergleich zum Frühjahr und Oktober 1953 im Kölner Raum gebessert habe. Nur neun Prozent männliche und 17 Prozent weibliche Prüflinge hätten im Durchschnitt sämtlicher Lehrberufe nicht bestanden. Dieses Ergebnis sei im Vergleich zu den zurückliegenden Jahren erfreulich. Leider müsse man aber feststellen, daß sich ein Teil der Jugendlichen mit der Erreichung eines Durchschnittsmaßes zufrieden gebe. Etwa 40 Prozent der männlichen und 53 Prozent der weiblichen Prüfungsteilnehmer habe ihre Prüfung nur mit„ausreichend“ bestanden. „Andere Länder, andere Sitten“ Das ist der Titel einer soeben erschienenen Broschüre, die es wert ist, allgemeine Beachtung zu finden. Die Debatte im Bundestag und die im Anschluß daran erfolgten Diskussionen in der Öffentlichkeit haben gezeigt, daß nach dem Kriege im privaten Verkehr zwischen den Nationen noch nicht überall jene Toleranz eingetreten zu sein scheint, die im Interesse einer sich vertiefenden gegenseltigen Verständigung allseits angestrebt wird. Durch dieses Heft soll daher der Leser nicht „erzogen“ oder mit schulmeisterhaft erhobenem Zeigefinger„belehrt“ werden, sondern neben einer humorvoll gehaltenen Einleitung, die sich an diejenigen richtet, die es angeht, wendet sie sich an alle Ausiandsreisenden una macht sie mit der Mentalität der einzelnen Nationen vertraut. Die Broschüre ist munter geschrieben, durch kleine, heitere Zeichnungen aufgelockert und befaßt sich mit rund 30 Ländern in Europa und Übersee. Preis 1,50 DM. Verlag Wirtschaftsdienst Verlag und Druckerei G. m. b. H., Frankfurt(Main), Goethestraße 29. Milchanlieferung erneut zurückgegangen Einfuhr von 10 000 Tonnen Butter läßt Spitzenpreise nicht mehr zu Münster.— Wie die Marktabteilung der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe mitteilt, ist die Milchanlieferung in Westfalen gegenüber der Vorwoche nochmals leicht zurückgegangen und liegt um 2 492 000 Liter unter dem Vorjahr. Der Trinkmilchabsatz liegt nur noch geringfügig hinter dem Vorjahresabsatz. Rund 45 Prozent der Anlieferung wurden als Trinkmilch abgesetzt. Für die Verarbeitung zu Dauerwaren standen entsprechend der nachgebenden Anlieferung geringere Mengen zur Verfügung. Der Sahneabsatz sank umn rund 3 Tonnen. Die Buttererzeugung war abermals um knapp 12 Tonnen geringer und lag um 68 Tonnen unter der Vorjahresproduktion. Das Angebot an deutscher Frischbutter ist weiter knapp. Die Nachfrage aber infolge der reichlichen Angebote an Auslandsbutter nicht mehr so drängend. Die bereits einlaufenden und noch in Kürze zu erwartenden Ankünfte aus den letzten Ausschreibungen in Höhe von über 10 000 Tonnen haben eine fühlbare Entspannung gebracht. Der Konsum ist unverändert gut und durch den höheren Verbraucherpreis in den letzten Wochen nicht wesentlich beeinträchtigt. Die Preise haben sich gegenüber der Vorwoche kaum verändert, Spitzenpreise sind nicht mehr zu erzielen. Das Schwergewicht der Preise liegt für inländische und ausländische Faßbutter im Industriegebiet bei 6,10 bis 6,15 DM/kg frei Großhandel, Verbraucherpreis um 6,80 DM/kg. Die Liquidationseröffnungsbilanz der IG-Farbenindustrie AG in Liquidation wira voraussichtlich noch vor Weihnachten veröffentlicht werden. Damit rückt auch der Termin für das IG-Farben-Liquidationsschlußgesetz näher, durch In diesem Jahre 100000 Fernsehgeräte Wachsende Produktion— Rund 120 000 Apparate schwarz betrieben Frankfurt(Main). Die Produktion von Fernsehgeräten in der Bundesrepublik hat einen ungeahnten Aufschwung genommen. Das Mitglied der Fernsehkommission der westdeutschen Rundfunkanstalten, Professor Dr. Nestel, schätzt die diesjährige Fertigung auf etwa 100 000 Stück und im kommenden Jahr auf das Doppelte. Die Zahl der angemeldeten Fernsehempfänger bezifferte er auf etwa 60 000, die der schwarz betriebenen Apparate auf etwa 120 000. Wie Nestel weiter mitteilte, sind bisher in der Bundesrepublik rund 45 Millionen DM im Fernsehen investiert worden. Davon haben die Rundfunkgesellschaften 25 Millionen DM und die Bundespost den Rest aufgebracht. Für 1955 rechnet Nestel mit dem Betrieb von 28 Fernsebsendern in der Bundesrepublik. Gesellen in den Handwerkskammern Dortmund. Die nach der neuen Handwerksordnung vorgesehene Aufnahme von Gesellen-Vertretern in die Handwerkskammern ist im wesentlichen abgeschlossen. Wie auf der Obermeistertagung der Handwerkskammer Dortmund mitgeteilt wurde, haben fast alle Handwerkskammern in der Bundesrepublik in ihren Herbstvollversammlungen Gesellen-Vertreter, im Verhältnis zwei Meister ein Geselle. hinzugewählt. das alle Befugnisse wieder in deutsche Hande zurückgegeben werden. Rheinisch-Westfälische Börse Düsseldorf, 25. November 1954. Tendenz: Farbenwerte angeboten, gut behauptet. Industrie-Aktien Accu-Hagen— AEG 179¼ b Allgem. Hoch& Ing. —G T 155 Bad. Anilin 203½ b Balcke Masch. 164 b G Bergb.Ew.Ludw. 134 b BMW 122 G Bemberg 112 b Br Beton& Monier 178 G Boswau& Knauer— Buderus 172 b Burbach 165 bG Busch Jaeger 243 G Cassella 298½ b Conti-Gummi 202¾ b Consolidation 147 b Daimler 217 b Demag 206 b Dt. Conti Gas 188 b Dt. Erdöl 155¼ b Didier 213 G Dortm. Aktien— Dortm. Ritter— Dortm. Union 204 b Dynamit Nobel— Essener Steink. 129½ b Farbenf. Bayer 213 b IG Farb. Liqui 38¼ b Feldmühle 212 G Felten 150 b Br Goldschmidt 140 b Harpener 119½b Hindrichs Auff. 75 b Br Hochtief 157 b Höchster Farb. 202½ b Höesch— Kabel Rheydt 201 G sonst Kall-Chemie 187½ b Karstadt 190 b Kaufhof 218½bG Krefft 85b Grep Mannesmann 158 b Müln. Berg 132¼ b G Nordwestd. Hütten 141 b Rh. Braunk. 187 b Rheinstahl 261 b Br RWE 178 bG Rheinmetall 25½ G Rheinpr. 149½ b G Rheinstahl-Union 153 b Salzdetfurth 194½ b Schering 250 b Schiess— Schwabenbräu 144 b Siemens St. 226 b Siemens Vorz. 215 G Stamag 147 b Ver. Dt. Nlckel 170 b Ver. Rumpus 102 b Ver. Stahlwerke 66 b Wass.-Gelsenk. 165 G Wintershall 189 b Zellwald 144 b Bank-Aktien Commerzb. Liqui 13 b Bankv. Westd. 170 b G Deutsche B. Liqui 14 b0 Rh.-Westf. B. 186 b G Dresdner B. Liqui— Rh.-Ruhr-B. 182 b G Freiverkehr Chem.-Fas. Inh. 112-118 Nordd. Lloyd 57 G Phrix-Inh. 56-60½ Rh. Kunstselde 97-101 Schulth. St. 32-34 Eisen- und Hüttenwerke 118: Stahlwerke Bochum 121; Bergbau Neue Hoffnung 122½: Beteiligungs-Ges. Ruhrort 335: Gutehoffnungshütte Aktienv. 178½: Hüttenwerke Oberhausen 133½: Altenessener Bergwerks 126: Hoesch-Werke 136½ Industriewerte 125: Bergwerke Königsborn-Werne 132½: Klöckner-Humboldt-Deutz 169 b: Nordwestdeutsche Hütten 141 b: Stahlwerke Südwestfalen 138 b G: August-ThyssenHütte 138; Deutsche Edelstahlwerke 148½; Dortmund-Hörder Hütten 123: Gelsenkirchener Bergwerks 135; Gußstahl Bochumer Verein 124: Gußstahl Witten 182½; Hamborner Bergbau 115; Handelsunion AG 185; Hüttenwerke Phoenix 148; Hüttenwerke Siegerland 148½: Niederrhelnische Hütte 159½; Rhelnische Röhrenwerke 164: Rheinisch-Westf. Eisen 145 b G; Ruhrstahl 150; Zeche E:in 246. Übermittelt vom Bankvereln Westdeutschland DM-West— DM-Ost Frankfurt am Main. Die Wechselstuben kaufen 477,50 DM-Ost für!00 DM-West und verkaufen 100 DM-Ost für 22.24 DM-West. Zum Advent zeigen wir eine äußerst große und schöne Auswahl in Kränzen und Gebinden zu billigen Preisen. 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