Gaverländisches Volksblatt Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre HeimatTAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung 119. Jahrgang— Nummer 267 Donnerstag, den 18.November 18.v Druck u. Verlag: VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE Anzeigen-Grundpreise: Im Anzelgentell 8 Pfg. für 1 Höhe in der Kleinspalte(22 mm breit): Im Texttell 50 Pfg. fûr 1 mm Höhe in der Textspalte(62 mm breit). Man fordere Preisiste Nr. 4. Bei Zwangsvergleich oder in Konkursfällen wird jeder Rabatt hinfällig. Gerichtsstand ist Olne 1. Westf. und Kreisblatt im Kreise Olpe Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das„S. V.“ erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugspreis: DM 3,50 einschließlich Zustellgeld, bel Postbeziehern DM 3.54 Incl. Postbestellgebühren, bei Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3,—. Geschäftsstelle: Olpe. Frankfurter Straße 16. Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe 1. Westf Tod seiner Frau verschuldet Bei der Großfahndung nach den Autogangstern wurde, wie berichtet, in Garath bei Düsseldorf eine junge Frau durch Schüsse der Polizei getötet. Die Polizei sah sich zum Schießen veranlaßt, weil der Fahrer eines Porschewagens die Stoppzeichen von zwei Polizeikontrollen nicht beachtet hatte und mit abgeblendetem Licht in hoher Geschwindigkeit weitergefahren war. Der Fahrer und ein zweiter Insasse wurden festgenommen. Die Erschossene ist die Frau des Fahrers, der geflüchtet war, weil er keine gültigen Wagenpapiere besaß. Hier ein Bild des jungen Paares, das erst vor drei Wochen geheiratet hatte, kurz nach der standesamtlichen Trauung. Dr. Eugen Gerstenmaier wurde Bundestagspräsident Nach drei Wahlgängen— SPD stimmte für CDU-Abgeordneten Lemmer Bonn.(Eig. Bericht.) Drei Wahlgänge waren im Bundestag nötig, um den neuen Bundestagspräsidenten zu ermitteln: Dr. Eugen Gerstenmaier, bisher Vorsitzender des Außenpolitischen Ausschusses des Bundestags. Dr. Gerstenmaier, der der CDU angehört, erreichte im dritten Wahlgang 204 Stimmen, während 190 Abgeordnete für den Berliner CDUBundestagsabgeordneten Ernst Lemmer stimmten. 15 Abgeordnete enthielten sich. Dr. Gerstenmaier nahm die Wahl an. Dr. Gerstenmaier war der offizielle Kandidat der CDU-Fraktion. Beim ersten Wahlgang erhielt er 208 Stimmen, während 41 Stimmen für Lemmer abgegeben wurden. Damit hatte Gerstenmaier nicht die vorgeschriebene absolute Mehrheit erreicht. Infolgedessen war ein zweiter Wahlgang erforderlich, der aber auch noch nicht die Entscheidung brachte, denn weder Gerstenmaier noch Lemmer erhielten die absolute Mehrheit. Für Gerstenmaier stimmten 206, für Lemmer 191 Abgeordnete. Im anschließenden dritten Wahlgang wurde dann Gerstenmaier mit 204 Stimmen gewählt, während auf Ernst Lemmer 190 Stimmen entfielen. 15 AbgeFinanz- und Steuerreform Letzte Aussprache im Bundestag— Am Freitag Entscheidung Streit zwischen Würmeling und Dehler Wegen einer umstrittenen Äußerung des Familienministers Bonn.(dpa)„Als katholische Christen wissen wir, daß wir besser sind als unsere heidnische Umwelt.“ Dieser Satz und die Frage, ob Bundesfamilienminister Dr. Würmeling ihn wirklich geprägt habe, haben erneut einen heftigen Streit zwischen dem FDP- Vorsitzenden Dr. Dehler und Würmeling ausgelöst. Würmeling hatte nach Presseberichten am Wochenende auf einer Kundgebung in Mühlheim(Kreis Öffenbach) Dehler konfessionelle Brunnenvergiftungen vorgeworfen, weil er ihm verleumderisch die umstrittene Äußerung unterstellt habe. Dehler wies diese Vorwürfe mit Nachdruck zurück. Er betonte, Würmeling habe diesen Satz am 16. Mai auf einer Jugend-Kundgebung in Bingen ausgesprochen. Eine Mainzer Zeitung habe damals den Satz zitiert und eine ihr von Würmeling übersandte Richtigstellung zurückgewiesen, weil nicht nur ihr Berichterstatter, sondern auch mehrere Zeugen den Satz gehört hätten, der von der Versammlung mit langanhaltendem Beifall quittiert worden sei. Würmeling erklärte gestern abend, Dehler habe in dieser Angelegenheit bewußt gelogen.„Ich werde ihn solange in der Öffentlichkeit als, Lügner bezeichnen, bis er mich verklagt.“ Neue„Öffenbarungen“ Gruenthers Oslo.(Korr.) Der NATO-Oberbefehlshaber in Europa, General Gruenther, erklärte in Öslo, mit den gegenwärtigen Streitkräften würde die NATO nicht in der Lage sein, einen konzentrierten sowjetischen Angriff gegen die kritischen Gebiete im europäischen Zentralabschnitt der NATO abzuweisen. In der ersten Runde würde vielleicht die Gefahr bestehen, daß die Streitkräfte in diesem Abschnitt gescnlagen werden. Dies bedeute aber nicht, daß damit der Krieg verloren ginge, sondern nur, daß die erste Phase des Krieges verloren wäre. Gruenther sagte weiter, solange er Chef der NATO-Streitkräfte in Europa sei, werde er keine Stationierung deutscher Truppen in Norwegen empfehlen. Es liege auch kein Plan vor, deutsche Offiziere in das NATO-Hauptquartier Nord nach Oslo zu entsenden. Bonn.(dpa) Die Dienstagsitzung des Bundestages war vor der Wahl des Bundestagspräsidenten mit dem Beginn der zweiten Lesung der Finanz- und Steuerreform ausgefüllt. Der erkrankte Bundesfinanzminister Schäffer wurde dabei von seinem Staatssekretär Hartmann vertreten. Die Verabschiedung beider Gesetze ist für Freitag vorgesehen. Das Kernstück der in zweiter Lesung verabschiedeten Finanzreform ist das Finanzanpassungsgesetz, mit dem Vermôgenssteuer, Erbschaftssteuer, Kraftfahrzeugsteuer und die meisten Verkehrssteuern von den Ländern auf den Bund übergehen sollen. Ein Finanzausgleichsgesetz regelt die Zuschüsse der finanzstarken an die finanzschwachen Länder. Der Bundesanteil an der Einkommen- und Körperschaftssteuer wird erst später durch ein besonderes Gesetz festgelegt werden. Nach dem bisherigen Stand in der zweiten Lesung der Steuerreform werden Ehegatten, soweit sie Einkünfte aus selbständiger und unselbständiger Arbeit (nicht jedoch gewerbliche Einkünfte) haben, getrennt, einer jedoch in Steuerklasse I, veranlagt. Bei den Einzelberatungen wurden zwei sozialdemokratische Anträge abgelehnt. Der eine nur mit ganz knapper Mehrheit durchgefallene Antrag forderte eine Streichung der Steuerbegünstigung von Zuwendungen an politische Parteien. In dem anderen Antrag wünschte die SPD, daß Arbeitnehmern und freiberuflich Tätigen bei der Einkommensteuer ein Sonderfreibetrag gewährt wird. Angenommen wurde ein SFD-Antrag, nicht tariflich festgelegte Trinkgelder steuerfrei zu lassen. Nein zum Saarabkommen Bonn.(dpa) Die Freien Demokraten bleiben bei ihrem Nein zum vorliegenden Saarabkommen, um ein besseres zu erreichen, ohne daß dadurch die Westverträge in ihrer Gesamtheit gefährdet oder verzögert werden, erklärte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP, Euler. in Bonn. Die ablehnende Stellungnahme seiner Partei solle zu einer Wiederaufnahme des Saargesprächs führen und zu einer Ausmerzung der Fehler, die dem gegenwärtigen Saarabkommen anhafteten. Geistig zu hoch Washington.(NP) Zwei AusbildungsAnleitungen für die Rekruten der USAMarine müssen umgeschrieben werden. Die Handbücher stammen noch aus der Zeit ihrer Väter. Die Rekruten des jüngsten Jahrganges weisen einen derartigen geistigen Tiefstand auf, daß sie nicht einmal diesen so primitiv gehaltenen„Reibert“ verstehen können. Die Bücher sind ihnen zu kompliziert. ordnete enthielten sich der Stimme. Da im dritten Wahlgang keine absolute Mehrheit mehr notwendig war, galt Dr. Gerstenmaier als gewählt. Der Verlauf der Wahlgänge Im ersten Wahlgang hatte sich die SPD der Stimme enthalten. Beim zweiten und vor allem beim dritten Wahlgang stimmte die SPD dann für den CDU-Abgeordneten Lemmer, der von dem Berliner FDP-Abgeordneten Reif vorgeschlagen worden war. Bei der dritten Abstimmung hatte Bundeskanzier Dr. Adenauer als erster seine Stimme abgegeben und war noch vor Bekanntgabe des Wahlergebnisses zu einer Wahlversammlung nach Wiesbaden abgereist. Vielleicht hätte der Berliner CDU-Abgeordnete Lemmer das Rennen gemacht, wenn er nicht vor der dritten Abstimmung nachdrücklich erklärt hätte, daß er die Annahme einer etwaigen Wahl zum Bundestagspräsidenten von der Zustimmung des CDU-Vorsitzenden Adenauer aphängig mache. Da die CDU-Fraktion sich auf Dr. Gerstenmaier festgelegt hatte, hätte die Wahl von Ernst Leramer erhebliche Komplikationen parteipolitischer Art mit sich gebracht. Von Gerstenmaier ist bekannt, daß er dem Bundeskanzler nahesteht. Wer ist Gerstenmaier? Der 48jährige Dr. Eugen Gerstenmaier ist gebürtiger Schwabe. Schon seit zwanzig Jahren steht der temperamentvolle Oberkonsistorialrat in der Politik. Seine politische Haltung erwuchs aus dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus. 1934 wurde er als Theologe und angehender Dozent zum erstenmal verhaftet. Drei Jahre später, nachdem er sich an der Berliner Universität habilitiert hatte, wurde ihm das Lehrarnt entzogen. Für die aktive Teilnahme am Aufstand des 20. Juli 1944 erhielt er sieben Jahre Zuchthaus. Nach Kriegsende wurde auf Gerstenmaiers Anregung das Evangelische Hilfswerk gegründet. Im zweiten Bundestag wurde er zum Vorsitzenden des Außenpolitischen Ausschusses gewählt. Zusammen mit seinem Landsmann Kiesinger war Gerstenmaier der außenpolitische Sprecher der Koalition im Straßburger Europarat. Generalstreik in Marokko Istiglal-Demonstration für den abgesetzten Sultan Erster Pol-Verkehrsflug geglückt SAS-Maschine aus Los Angeles in Kopenhagen gelandet— Begrüßung über Grönland Kopenhagen.(Korr.) Das viermotorige SAS-Flugzeug„Leif Viking“ landete am Dienstagmorgen um 9.25 Uhr auf dem Kopenhagener Flugplatz. Es war am Tage zuvor in Los Angeles gestartet und hatte bei seinem Flug nach Dänemark den Pol überflogen. Die Gegenmaschine, die„Heige Viking“, begegnete auf ihrem Flug von Kopenhagen nach Los Angeles dem Schwesterflugzeug über Angmagssalik an der Östküste Grönlands. Die„Helge Viking“ befand sich am Dienstagabend nach einer Zwischenlandung in Winnipeg in Kanada auf dem Flug nach Los Angeles. Die„Leif Viking“ bewältigte die 9000 Kilometer lange Strecke von Los Angeles nach Kopenhagen in 24 Stunden und 20 Minuten. Die Passagiere, die in der kalifornischen Stadt in Sommerkleidung an Bord gegangen waren, kamen in Kopenhagen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt an. Die Begegnung zwischen den beiden SAS-Maschinen fand in 5000 Meter Höhe über dem mehrere tausend Meter dicken Grönland-Eis statt. Die Piloten der Maschinen, die in einer Entfernung von etwa einhundert Kilometer aneinander vorbeiflogen, wechselten über Sprechfunk Glückwünsche. Die Wetterverhältnisse während der Flüge waren gut. Die Fluggäste merkten in ihren isolierten Kabinen nichts von der Außentemperatur, die über Grönland minus 45 Grad betrug. Kindergeldgesetz veröffentlicht Bonn.(dpa) Das Gesetz über die Gewährung von Kindergeld ist jetzt im Bundesgesetzblatt 37 verkündet worden. Die Vorschriften über die Aufbringung der Mittel, die Anspruchsberechtigung und die Zahlung des Kindergeldes treten am 1. Januar 1955 die übrigen Vorschriften des Gesels am Taze nach seiner Verkündung in Kraft. Nach dem Gesetz erhalten Arbeitnehmer, selbständige und mithelfende Familienmitglieder, die bei einer Berufsgenossenschaft versichert sind oder sich versichern können oder versicherungsfrei sind, auf Antrag Kindergeld in Höhe von 25 Mark monatlich vom dritten Kind an. Als Kinder gelten auch Uneheliche-, Adoptierte- und Pflegekinder, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Beleidigungsprozeß Freitags Detmold.(dpa) Ein Beleidigungsprozeß des DGB-Vorsitzenden Freitag gegen den 67jährigen Postverwalter a. D. Paul Klingbeil aus Horn(Kreis Detmold) endete vor dem erweiterten Schöffengericht Detmold mit einem Freispruch mangels Beweises. In dem Strafantrag war behauptet worden, der Angeklagte, der Ortsvorsitzender des Postverbandes ist, habe in einer Aussprache mit Postgewerkschaftlern erklärt:„Alle, die Mitglieder der Postgewerkschaft bleiben wollen, müssen sozialdemokratisch wählen Diesen Ausspruch hat der DGB-Vorsitzende Walter Freitag getan.“ Während der Angeklagte diese Äußerung bestritt, sagte der Hauptbelastungszeuge unter Eid aus, er habe diese Worte gebraucht. In der Urteilsbegründung stellte das Gericht fest, daß Freitag eine solche Äußerung nie getan hat. USA verteidigen Formosa Washington.(INS) USA-Außenminister Dulles erklärte in Washington, wenn die chinesischen Kommunisten ihre Absicht, Formosa zu erobern, in die Tat umsetzen sollten, dieses Feindseligkeiten mit den USA bedeuten würde. Er glaube allerdings nicht, daß es im Raum von Formosa demnächst zu gesteigerter feindlicher Tätigkeit kommen werde. Paris.(Korr.) Die marokkanische Unabhängigkeitspartei„Istiqlal“ hat zum Generalstreik in Marokko füir Donnerstag. Freitag und Sonnabend aufgerufen. In der zweiten Hälfte dieser Woche jährt sich zum 27. Male die Thronbesteigung des 1953 von Frankreich abgesetzten Sultans Sidi Mohammed Ben Jussef. In Marokko und in Paris sieht man dieser Entwicklung mit Besorgnis entgegen, weil viele Marokkaner nicht die Mittel haben, um Lebensmittel für drei Tage einzukaufen. Nach Berichten aus Tunesien sind in den letzten beiden Tagen bei örtlichen Gefechten zwischen französischen Sicherheitsverbänden und Aufständischen 40 Fellaghas getötet worden. Palastwächter als Aufständische Bei den Kämpfen im Aures-Massiv in Algerien sind fünf Aufständische gefallen, die noch vor wenigen Wochen der Palastwache des Bey von Tunis angehörten. Sie waren Anfang November mit ihren Waffen zu den tunesischen Fellaghas übergelaufen und waren mit diesen in das auf algerischem Gebiet liegende AuresMassiv eingedrungen. Ein sechster ehemaliger Soldat der Palastwache des Sultans wurde von den französischen Truppen gefangengenommen. Moslem-Brüder behaupten: Folter Neue Beschuldigungen gegen den abgesetzten Staatspräsidenten Nagib Damaskus.(Reuter) Die Moslembruderschaft behauptet, daß die ägyptischen Behörden Mitglieder der Bruderschaft gefoltert hätten, um von ihnen Geständnisse vor dem Kairoer Militärgericht zu erhalten. In der Erklärung heißt es, die Angeklagten hätten umfangreiche Geständnisse abgelegt, um weiteren Folterungen zu entgehen. Einer der verhafteten Leiter der Geheimorganisation der Moslembruderschaft, Tayeb, behauptete im Prozeß gegen den Nasser-Attentäter, Nagib sei an der Verschwörung der Moslembruderschaft beteiligt gewesen. Nagib habe gemeinsam mit der Bruderschaft und ihm ergebenen Teilen der Armee die Regierung Nasser stürzen und bei diesem Staatsstreich alle Gegner liquidieren wollen. Die Verbindung Nagibs zur Bruderschaft bestehe erst seit dem März 1954, als Nagib nach schweren Auseinandersetzungen mit Nasser wieder in das Amt des Staatspräsidenten eingesetzt worden war. Damals habe Nagib ohne Wissen des Revolutionsrates die Wiedereinführung parlamentarischen Lebens versprochen. 100 Mau-Maus getötet 100 Mau-Mau-Terroristen wurden in der vergangenen Woche ir Kenia von den Sicherheitstruppen getöret. Neu in den Bundestag berufen wurden für Dr. Ehlers der CDU-Abgeordnete Lotze aus Uelzen und der CDU-Abgeordnete Blöcker aus Neumünster für den Ministerpräsidenten von Hassel. Das Gesetz über die Gewährung von Vorschußzahlungen an Empfängeron Unterhaltshilfe wurde jetzt im Bundesgesetzblatt 37 verkündet. Die Flüchtlingssiedlung Espelkamp wird vom 5. bis 1. März 1955 die erste Tagung der neu zu bildenden Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland beherbergen. Der Sachverständigen-Ausschuß der drei Westmächte erörterte die beiden letzten sowjetischen Noten. Es wird erwartet, daß die Antwort an Moskau noch vor dem 29. November zugestellt wird. In ihr wird die Auffassung vertreten werden, daß eine Konferenz mit der Sowjetunion erst nach Ratifizierung der Pariser Abmachungen in Frage kommt. Einen Rekord für Bergsteigerinnen hat die 35 Jahre alte Französin Claude Kogan im Himalaya aufgestellt. Sie erreichte eine Höhe von 7650 Meter. Zu handgreiflichen Auseinandersetzungen, aus denen sich regelrechte Faustkämpfe entwickelten, kam es im türkischen Parlament, als die Opposition der Regierung vorwarf, bel den Kommunalwahlen einen Druck auf die Wähler ausgeübt zu haben. Zu einem Proteststreik gegen die Schulpolitik der belgischen Regierung haben die Christlichen Gawerkschaften für den 24. November aufgerufen. In allen katholischen Schulen sollen Demonstrationen gegen die Kürzung von Subventionen stattfinden Finnlands Juden entkamen Himmler Finnische Regierung widersetzte sich allen Auslieferungsforderungen Finnlands ehemaliger Zensurchef, Professor Kustaa VIIkuna, hat sein Archiv geöffnet. Seine Veröffentlichungen beweisen deutlich, daß das deutsch-finnische Verhältnis während des zweiten Weltkrieges allem anderen denn einer„Waffenbrüderschaft“ glich. In einem seiner letzten Artikel enthüllt Vilkuna auch die Winkelzüge, die in Helsinki gemacht werden mußten, um die Juden Finnlands dem Zugriff Himmiers zu entziehen. Tatsächlich gelang es dem heutigen Ministerpräsidenten Kekkonen, der damals Innenminister war, den Chef der SS hinters Licht zu führen. U. a. wurden seine Akten heimlich fotografiert, in denen 2000 Juden namentlich als„zur Auslieferung bestimmt“ aufgeführt waren. Man konnte sie rechtzeitig in Sicherheit bringen. Bei Kriegsausbruch zählte Finnland etliche tausend Juden. Zu ihnen hatten sich 1938 150 österreichische Juden gesellt, die beim„Anschluß“ geflüchtet waren. Auch Mannerheim war dagegen Die finnischen Juden standen unter dem Schutz des Innenministers Kekkonen, der bis zum Herbst 1942 für ihre Sicherheit sorgen konnte. Bis dahin hatte weder ein deutscher Diplomat noch ein deutscher Öffizier ihre Auslieferung verlangt. Dann aber schaltete sich— es war im Oktober 1942— Himmler ein. Er verlangte von Kekkonen, daß er die unter seinem Schutz stehenden Juden in ein Lager bringen lasse. Sie würden unter dem Verdacht, Verbrechen begangen zu haben, von der deutschen Polizei gesucht. Ehe die finnische Regierung einen Beschluß über dieses Verlangen fassen konnte, schaltete sich die Presse ein. Sie nahm eindeutig für die Juden Stellung, mußte sich jedoch gefallen lassen, daß die Zensur alle Absätze strich, die sich gegen Himmler und die Gestapo richteten. Die Presse protestierte, aper onne Erfolg. Ministerpräsident Rangell zog sich nach einer langen Aussprache mit Kekkonen und dem Finanzminister Tanner aus der Affäre, indem er alle Veröffentlichungen über jüdische Flüchtlinge verbot. Gleichzeitig aber wurde beschlossen, sich dem Auslieferungsbegehren Himmlers mit allen Mitteln zu widersetzen. Auch Marschall Mannerheim stellte sich hinter diesen Beschluß. 110 der österreichischen Juden erhielten umgehend die finnische Staatsbürgerschaft, womit sie dem Zugriff der Gestapo automatisch entzogen waren. Die übrigen wurden„unsichtbar“ gemacht. Nur vier Juden wurden verschleppt Mit diesen Gegenmaßnahmen aber fand sich Himmler nicht so ohne weiteres ab. Plötzlich erschien er selbst in Finnland, um die Auslieferung durchzusetzen. Druckmittel hatte er in ausreichendem Maße in der Hand, denn Finnlands Lebensmittelversorgung war vollständig von Deutschland abnangig. Himmler fuhr jedoch nicht sofort seine Geschütze in Stellung, sondern ließ sich erst ein paar Tage als willkommener Gast behandeln. Man zeigte ihm vorgeschichtliche Sammlungen, führte ihn auf Musterhöfe und schenkte ihm schließlich ein goldgeschmiedetes altes Schwert. Während dieser Besichtigungsreisen machten sich etliche finnische Offiziere über die Akten her. die Himmler mit sich führte. Unter ihnen befand sich eine Liste mit den Namen von über 2000 finnischen Juden, die ausgeliefert werden sollten. Sie alle wurden durch Mittelsmänner gewarnt und konnten sich in Sicherheit bringen, Nur vier lehnten es ab, unter die Erde zu gehen. Sie mußten schließlich ausgeliefert werden. Alle anderen aber waren„verschwunden“, so daß Himmler mit einem äußerst mageren Ergebnis die Heimreise nach Deutschland antreten mußte. Es scheint, daß Staatspräsident Ryti und Marschall Mannerheim wenige Monate später Hitler über die Angelegenheit unterrichteten, als er in Finnland zu Besuch weilte. Sie dürften erreicht haben, daß die finnischen Juden ungeschoren blieben, denn Himmler hat sein Auslieferungsbegehren bis zum Kriegsende nicht wiederholt. Grotewohl wieder Ministerpräsident Ülbricht klagt über Unrentabilität volkseigener Betriebe Berlin.(dpa) Der bisherige Sowjetzonenministerpräsident Otto Grotewohl(SED) ist in der konstituierenden Sitzung der neuen Volkskammer für die nächsten vier Jahre in seinem Amt bestatigt worden. Zum Präsidenten der Volkskammer wurde wieder Johannes Dieckmann(LDP) gewählt. Ulbricht hat in einer Rede vor dem SED-Zentralkomitee die staatlich gelenkte Wirtschaft der Sowjetzone scharf kritisiert. Gegen das Ministerium für Maschinenbau hat er eine Untersuchung des Politbüros angeordnet. Das Ministerium habe die Manteuffel-Versammlung gesprengt Polizei mußte den Bundestagsabgeordneten schützen ganze Preispolitik in Unordnung gebracht. Die Unrentabilität vieler volkseigener Betriebe habe in den ersten drei Quartalen von 1954 einen bedeutenden Ausfall im Staatshaushalt verursacht. Die für 1954 vorgesehenen Staatszuschüsse für unrentable Betriebe seien bis zum 30. September fast vollständig verbraucht worden. Ulbricht gab bekannt, daß die materielle Besserstellung privilegierter Schichten in der Sowjetzone„bis zur Periode des Kommunismus“ beibehalten werden soll. Die Wünsche der Bevölkerung, die Bedürfnisse schon jetzt gleichmäßig zu befriedigen, nannte der SEDGeneralsekretär eine„Ungerechtigkeit“. Ulbricht forderte erneut, die Arbeitsnormen zu erhöhen. Frankfurt.(dpa) Eine Wahlversammlung des FDP-Bundestagsabgeordneten Hasso von Manteuffel in Groß-Gerau wurde von jugendlichen Störern gesprengt. Es gab Zwischenrufe wie„a. D.“, als Manteuffel als General vorgestellt wurde. Im Chor riefen zahlreiche jugendliche Teilnehmer:„Manteuffel raus!“ Als die FDP nach einer dreiviertelstündigen Auseinandersetzung mit den Ruhestörern die Versammlung für geschlossen erklärte, stimmte ein großer Teil der Störer die Internationale an. Der Aufforderung der Polizei, nunmehr den Saal zu verlassen, wurde nicht nachgekommen. Etwa einhundert Zuhörer forderten, Manteuffel solle zuerst den Saal verlassen. Nach etwa einer Stunde stürmten etwa 80 Zuhörer auf Manteuffel zu, der an die Bühne zurückweichen mußte. Sie versuchten, Manteuffel mit Gewalt aus dem Saal zu bringen. Nur mit Mühe und unter Anwendung des Gummiknüppels gelang es der Polizei, eine Saalschlacht und Handgreiflichkeiten gegen den FDPBundestagsabgeordneten zu verhindern. Die Schmuggler hatten in Gelsenkirchen ein eigenes Büro. Mit gefälschten Stempeln, Briefbogen und Empfangsbescheinigungen vertuschten sie die illegalen Lieferungen. Zweimal in der Woche wurde das Nickel mit einem Lastwagen auf die Autobahn bei Gelsenkirchen gebracht, wo es auf einen Berliner Lastzug umgeladen wurde. In Essen wurden dann zur Tarnung Steinkohlen auf die Nickelkisten geschüttet. Etwa 50 Kilometer hinter dem Zonenkontrollpunkt Marienborn warteten bereits Sowjetzonen-Kraftwagen, um das Metall zu übernehmen. Die Schmuggler haben an jeder Fahrt etwa 25 000 Mark (West) verdient. Winter hält Einzug Hamburg.(dpa) Schneefall und Kälteeinbrüche sind in Nord-, West- und Mitteleuropa als Vorboten des kommenden Winters zu verzeichnen. An mehreren Orten der nordschwedischen Provinz Norrbotten wurden Temperaturen bis zu minus 20 Grad gemessen. Im österreichischen Alpengebiet fiel erneut Schnee. Der Arlbergpaß zwischen Tirol und Vorarlberg ist derartig verschneit, daß er nur von Fahrzeugen mit Schneeketten befahren werden kann. An der italienischen Riviera und in den italienischen Dolomiten blühen Rosen und Veilchen. Die süditalienischen Provinzen hingegen wurden von schweren Regengüssen heimgesucht. Neuer Skandal in Rom „Agenten des Lasters“ von der Polizei festgenommen Vier Nickel-Schmuggler verhaftet Berlin.(dpa) Die Berliner Zollbehörden haben nach monatelangen Ermittlungen einen der großten Schmuggelringe der Nachkriegszeit unschädlich gemacht, der mehrere tausend Tonnen hochwertigen Nickels aus der Bundesrepublik in die Sowjetzone verschoben hat. In Berlin wurden vier Personen verhaftet. Rom.(Korr.) Die römische Polizei ist einem Ring von„Agenten des Lasters“ auf die Spur gekommen. Bei einer Razzia in der Wohnung von Frau Margherita Angelica Fantini-Targa in Rom wurde ein verrufenes Lokal entdeckt. Mehrere Mädchen, darunter auch minderjährige, wurden festgenommen. Die Wohnung diente auch Verbrechern nach Paragraph 175 als Treffpunkt. Bei der Durchsuchung der Wohnung wurden Fotoalben sowie Telefon- und Adressenverzeichnisse gefunden mit den Namen von Frauen und Mädchen aus gut bürgerlichen römischen Kreisen. Nach den Fotos wählten„Kunden“ Partnerinnen aus, die telefonisch herbeigerufen wurden. Die Zeitungen berichten, daß auch der Rechtsanwalt Prof. Giuseppe Sotgiu zu den Kunden gehörte. Sotgiu ist Vorsitzender der römischen Provinzialverwaltung, gehört als Kandidat der Kommunistischen Partei Italiens an und verteidigte den Journalisten Silvano Muto, der mit seinen Enthüllungen den MontesiSkandal auslöste. Gegen Sotgiu ist Anzeige wegen unmoralischer Handlungen erstattet worden. M ROMAN VON HANS GRUHL Presserechte bei Münchner Roman-Verlag München-Pasing Wolken über Kairo G. St. Endlich hat Oberst Nasser es geschafft: General Nagib ist abgesetzt! Selbst wenn ihm nicht nachgewiesen werden könnte,„Trumpfkarte der Kommunisten und Moslembrüder“ geworden zu sein. wird der Revolutionsrat ihn diesmal nicht wieder zurückrufen. Vielleicht wird die Welt noch das beschämende Schauspiel erleben, wie derselbe Nationalheld mit Schmutzkübeln übergossen wird, dem ganz Agypten vor zwel Jahren zugejubelt hat: dann aber wird niemand mehr von ihm sprechen. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan. Ob Agypten jedoch danach zur Ruhe kommen wird, müssen wir bezweifeln; denn hinter den neuen Unruhen drängt ein Problem zur Entscheidung, das sich ebenso wenig mit einem Attentat auf Oberst Nasser wie mit dem Ausnahmezustand und der Absetzung des Staatspräsidenten lösen läßt. Das ägyptische Volk wird erst dann gegen weitere Überraschungen gesichert sein, wenn der Revolutionsrat in die Kasernen zurückkehrt und seine Aufgaben einer demokratisch gewählten Regierung überläßt. Revolutionsrat oder parlamentarische Demokratie? Mit dieser Frage begannen m Februar die Spannungen zwischen Oberst Nasser, dem eigentlichen Strategen der Revolution, und General Nagib, dem populären Aushängeschild. Die Öffiziere um Nasser wollen die einmalige Gelegenheit autoritärer Lösungen nutzen, um nicht nur Reformen durchzuführen, sondern auch eine radikale innenpolitische Korrektur vorzunehmen. Der General plädierte demgegenüber für baldige Wahlen. Im Laufe jener Auseinandersetzungen hatte der Revolutionsrat Nagib gezwungen, zurückzutreten. Nach einigen Tagen mußte er ihn unter dem Zwang der allgemeinen Empörung wieder einsetzen. Aber unmittelbar danach mußte er das Amt des Ministerpräsidenten endgültig an Oberst Nasser abtreten. Von jenen Tagen an lebte Nagib wie ein Gefangener. Er durfte zwar repräsentieren, aber sonst nichts. Selbst die ihm ergebenen Offiziere wurden durch Vertraute Nassers abgelöst. Der Revolutionsrat wartete auf eine bessere Gelegenheit Macht ist eine süße, aber oft unbekömmliche Speise. Auch Nasser besitzt kein Gefühl dafür, daß man sie nur maßvoll genießen darf. Öffiziere können erwünscht sein, wenn ein verhaßtes Regime gestürzt, wenn etwas riskiert werden soll. Zweifellos war Oberst Nasser hierfür sehr geeignet. Daß er aber der Mann ist, der eine Revolution auch gewinnen, d. h. seinem Lande die Möglichkeiten zu einer besseren und stabileren Entwicklung erschließen kann, hat er noch nicht bewiesen. Bisher hat er Agypten von einer Krise in die andere geführt. Wer den machtvollen Einfluß der Moslembruderschaft kennt, wundert sich nicht, wenn ihre Anhänger in der Illegalität gefährlich werden. Das Attentat auf Nasser und die zahlreichen Unruhen sind natürliche Reaktionen auf eine große politische Dummheit. So liegt es auf der Hand, die Verfolgung der Moslembruderschaft mit dem Kirchenkampf im Dritten Reich zu vergleichen. Der weltweite Einfluß der Moslembruderschaft kann nicht mit dem Federstrich eines ägyptischen Obersten liquidiert werden. General Nagib verkörperte die Phase nach der Revolution. Das ägyptische Volk wünscht ein sauberes, unbestechliches Staatswesen und eine feste Haltung am Kanal, aber nicht mehr! Beides hat der Revolutionsrat in verhältnismäßig kurzer Zeit erreicht. Die Welt gewann den Eindruck, daß in Agypten eine neue Epoche begonnen hat. Diese Entwicklung hätte in einer parlamentarischen Demokratie ihre Krönung finden können. Statt dessen aber hat der Revolutionsrat aus einem Notstand einen Status quo gemacht, befestigt er seine Diktatur mit Methoden, die die freie Welt verabscheut. Noch kann niemand sagen, wo dieser Weg enden wird. (26. Fortsetzung) „Würden Sie Ihren Kopf wetten, daß er schuldig ist?“ „Wenn’s weiter nichts ist!“ rief Strohmann, der seinen Kopf offenbar nicht sehr hoch anschlug,„selbstverständlich! Man brauchte ihn sich nur anzusehen: Das bôse Gewissen in Reinkultur!“ Daniel rührte in seiner Tasse.„Wie hätten Sie unter so einer Beschuldigung ausgesehen? Ich glaube, wir alle hätten keine gute Figur abgegeben.“ „Ich bitte Sie! Wenn einer unschuldig ist, läßt er sich durch so eine Ballade nicht aus der Ruhe bringen!“ „Wenn nun das Ganze ein Bluff war?“ sagte Marion plötzlich.„Wenn Bergius gar nicht ermordet worden ist?“ Daniels großer Fehler „Sie meinen, daß der wackere Nogees sich die Geschichte aus den Fingern gesogen hat, um die beiden anderen Leichen unter Dach zu kriegen? Sie haben eine heitere Phantasie, Marion! Ubrigens— ob uns der Alte einen Ersatzmann schickt? Die Last der Arbeit beugt mich nieder.“ „Vielleicht will jetzt keiner mehr hierher“, sagte Marion mit wehmütigem Unterton. „Na ja, könnte ich verstehen. War nicht gerade die beste Reklame für unser Unternehmen, diese Geschichte. Und für die Innung auch nicht. Ich sehe schon fette Artikel vor meiner geistigen Optik: Der Tod im T. Massenmörder im Gewand des Arztes',„Mordserie in Lungenheilstätte“. Und der Ober wird was von den Patienten zu hören kriegen:„Dorthin? Ist das Ihr Ernst. Herr Doktor? Dann sterbe ich lieber hier! Wirklich großartig!“ Er kicherte leise. Der Gedanke schien ihn sehr zu erheitern. Sie vollendeten die Mahlzeit schweigsam. „So“, sagte Strohmann, als er den Rest vertilgt hatte, und schob seinen Teller von sich.„Es folgt die Zigarette nach dem Essen. Kant würde sagen, die Zigarette an sich.“ Sie wechselten die Plätze nach der Sesselecke hinüber. Die feinen Rauchwolken verschmolzen zu einem graublauen Schleier. Daniel nahm das Gespräch wieder auf. „Nein, Marion, an den Bluff glaube ich nicht. Aber eins steht fest: Die Polizei kommt nicht weiter, solange sie nicht weiß, warum Bergius ermordet wurde. Und das ist auch das unverständlichste von allem.“ Er holte tief Atem.„Da muß irgend etwas gewesen sein— früher. Etwas, wovon wir nichts wissen.“ „Wie kommen Sie darauf?“ fragte Marion. „Es kann nicht anders sein. Der Mann hat nur vierzehn Tage hier gelegen. In dieser Zeit kann sich schwerlich soviel abgespielt haben, daß Michels den Entschluß faßte, ihn zu beseitigen. Das hat ältere Wurzeln.“ Er sah sinnend zur Decke.„Man müßte in der Vergangenheit der beiden suchen. Ich bin sicher, da liegt der Schlüssel.“ „Sie sollten Herrn Nimbachs Stelle einnehmen“, sagte Strohmann mit spöttischer Anerkennung. „Hm. Wäre gar nicht uninteressant, festzustellen, wer mehr Unsinn verzapft— ich in seiner Stellung oder er in meiner.“ Sie lachten beide und Marion stimmte ein. „Ach Marion“, fuhr Daniel fort,„mir ist da noch etwas eingefallen, wonach ich Sie fragen wollte. Erinnern Sie sich— als wir vor Annas Tod abends auf dem Turm standen— das Licht in dem einen Fenster — dieses Flackern— können Sie sich besinnen?“ Ihr Blick wurde starr und über ihrer Nasenwurzel erschien eine kleine Falte. „Das Licht?“ „Ja. Wissen Sie nicht mehr? Es sah so aus, als ob jemand mit einer Taschenlampe im dunklen Raum herumsuchte. Ich zeigte es Ihnen damals!“ Sie nickte langsam.„Ja— so dunkel erinnere ich mich. Aber von selbst wäre ich nicht mehr darauf gekommen. Wieso denken Sie jetzt daran?“ „Kann ich Ihnen auch nicht sagen. Gestern abend, als ich von meinem Fenster zum Turm hochsah, fiel es mir wieder ein. Wahrscheinlich, weil es die einzige Begebenheit war, die ich vollständig vergessen hatte. Ich glaube nicht einmal, daß ich das Fenster wiederfinden würde. Aber ich habe das Gefühl, daß diese Begebenheit mit dem ganzen Fall zusammenhängt.“ „Sie sind ein neuer Fall von Geisterseher“, sagte Strohmann hinter einer Rauchwolke.„Lesen Sie viel Kriminalromane?“ „Nicht mehr, seitdem ich hier bin.“ „Tja, bei uns wird auch der Anspruchsvolle verwöhnt, das kann man sagen.“ „Trotzdem— es solte mich nicht wundern, wenn wir noch mehr Überraschungen erleben.“ „Unken Sie nicht, Roland. Mein Bedarf ist gedeckt“, sagte Marion und es war das erstemal, daß sie ihn beim Vornamen nannte. Aha, dachte er. Die Nachfolge Werners. Roland. Strohmann blickte auf und seine Augen waren voll Mißtrauen.„Meiner auch. Was trinken Sie am liebsten?“ „Wollen Sie einen ausgeben?“ fragte Daniel verblüfft. „Ja. Los— was kann Ihren ausgebrannten Gaumen noch kitzeln?“ „Rum.“ „Gut. Ich stifte eine Pulle Rum, wenn sich in diesen Mauern noch irgend etwas ereignet. Nein, nein, mein Lieber! Mit dem Abgang des Herrn Michels ist der Spuk vorbej— da will ich meinen Hut fressen!“ „Sie haben doch gar keinen Hut Kurtchen“, warf Marion ein. „Dann irgendeinen anderen.“ Er drückte mit schwungvoller Bewegung seine Zigarre aus.„Und jetzt entschuldigen Sie mich— muß noch eine Verlegung fertigmachen.“ Seine Schritte verklangen auf dem Flar. Die Blicke Daniels und Marions begegneten sich und blieben ineinander haften, bis beide lächelten. „Er ist froh, daß Michels fort ist“, sagte sie. „Ich kann es ihm nachfühlen. Und wie ist es mit Ihnen, Marion?“ Sie schlug die Augen nieder. Ihre Hand lag auf der gepolsterten Lehne des Sessels und er sah, daß sie zitterte.„Manchmal vermisse ich ihn“, sagte sie leise. „Aber ich bin auch sehr enttäuscht— können Sie das verstehen, Roland?“ „Ja, Marion. Hätte er— hätte er ein Ersatzmann werden können?“ Er dachte an ihr Gespräch, damals, auf dem Turm, als sie das flackernde Licht gesehen hatten. Ihre Augen verschleierten sich.„Vielleicht.“ „Komischer Kerl“, sagte Daniel nach einer Pause.„Setzt alles aufs Spiel. Was hat er nun davon? Ich sage Ihnen, Mord ist kein lohnendes Geschäft.“ „Reden wir nicht mehr davon“, bat sie. „Wie Sie wollen. Aber das Fenster möchte ich mir eigentlich doch noch anKarl Barth: Neue Volkstrauertage verhindern! Wiesbaden.(epd) Der Baseler Theologe Prof. Karl Barth hielt auf dem Staatsakt der hessischen Landesregierung zum Volkstrauertag die Gedenkrede, in der er betonte, nicht das Versprechen innerer Erneuerung, nicht höhere Ideen und Weltanschauungen, nicht edlere Menschen seien nötig, sondern Entschlüsse und Taten, wenn man die Notwendigkeit zur Einführung weiterer Volkstrauertage verhindern wolle. Der Nationalsozialismus, so fuhr Barth fort, hätte ohne das investierte Kapital an Treue, Hingabe und Verehrung unzähliger anständiger und wohlmeinender Deutscher niemals so kräftig werden können. Die Schuld an seinem Aufstieg und Triumph und an seinen Auswirkungen liege aber ebenso so sehr bei den Menschen im Ausland, die weithin nicht nur Furcht empfunden, sondern auch einen positiven Eindruck gewonnen hätten. Die schlimmste Foim der Mitwirkung sei wahrscheinlich das vorsichtige Zuschauen gewesen. Mit nachträglicher Erklärung oder Anklage sei niemandem gedient. Man müsse vielmehr versuchen, die Wahrheit zu erforschen, wenn man eine Wiederholung des Unheils verhindern wolle. Barth gedachte der unzähligen Opfer, die Krieg und Nationalsozialismus gefordert haben: der sechs Millionen ermordeter Juden, der Gefallenen, der Zehntausende hingemordeter Schwacher und Kranker, der hinter der Front getöteten Frauen und Kinder und der Widerstandskämpfer. Dabei dürfe man nicht vergessen, ob es gefalle oder nicht, daß es auch so etwas wie eine„Rote Kapelle“ gegeben habe. Im Schlußteil seiner Ansprache forderte Barth, der sich ausdrücklich„nur als Einzelner und nicht als Schweizer“ verstanden wissen wolle, alles zu vermeiden, was zu einem dritten Weltkrieg führen müßte. Dazu gehöre die Wiederaufrichtung eines deutschen Obrigkeitsstaates, in dem die Bürger nur zuzustimmen, zu gehorchen und zu marschieren hätten, nachdem höheren Ortes ohne ihr Einwirken entschieden worden sei. Dazu gehöre auch eine Wiederbewaffnung Westdeutschlands im Rahmen einer westlichen Militärallianz unter amerikanischer Führung, und schließlich gehöre dazu die Aufspaltung Deutschlands. Es sei eine Illusion, Europa zu zerreißen, um es dann wieder zu vereinigen. Es sei weiter eine Illusion, zu glauben, den Kommunismus statt mit sozialen Mitteln mit Waffen und Atombomben abweisen und überwinden zu können. Landesregierung distanziert sich Zu der Ansprache Prof. Barths erklärte das hessische Kultusministerium, man könne Prof. Barth, als einem Ausländer nicht vorschreiben, was er sagen solle. Dagegen distanziere sich die Landesregierung von der Gleichsetzung der„Roten Kapelle“ mit anderen Widerstandsgruppen und von der Behandlung tagespolitischer Fragen in der Gedenkrede. Es sei aber voll gerechtfertigt, einen so angesehenen Theologen wie Karl Barth, der zudem lange in Deutschland gewirkt habe und so eng mit der kirchlichen Entwicklung in Deutschland verbunden sei, zum Volkstrauertage als Sprecher einzuladen. Karl Barth, der selbst vom Nationalsozialismus betroffen sei, gehöre in den deutschen Kulturraum hinein. Besatzung verursachte Massenhochzeiten Amsterdam.(Korr.) 60 Brautpaare feierten am Wochenende in Zaandam, einem Vorort Amsterdams, ihre„kupferne“ Hochzeit. Dieses Ereignis ist nicht zufällig. Es ist das Ergebnis einer Bekanntmachung der deutschen Besatzungstruppe in den Niederlanden vor zehn Jahren, in der es hieß, daß alle unverheirateten Männer nach Deutschland gebracht würden, um dort in den Arbeitseinsatz eingeschaltet zu werden. Um sich davor zu schützen heirateten die Junggesellen. sehen. Kommen Sie mit? Frische Luft tut gut!“ „Danke“, lächelte sie.„Heute abend nicht. Ich bin mûde.“ An der Tür wünschte ihr Daniel gute Nacht, dann setzte er sich wieder. Er verspürte noch keine Lust, auf sein Zimmer zu gehen. Er vertiefte sich in den Stoß der Illustrierten, die jede Woche durch den Boten eines Lesezirkels umgetauscht wurden und einen Hauch der fernen Welt in die ländliche Abgeschiedenheit tragen sollten. Er studierte die zahllosen Photos mit den teilweise sehr sparsam bekleideten jungen Mädchen, las Klagebriefe enttäuschter Männer und betrogener Frauen und stellte fest, daß ihm nach den Horoskopen in der nächsten Woche alles mögliche passieren konnte. Als er das letzte Heft beiseite legte, schlug es vom Kirchturm halb neun Uhr. Er streckte die Arme und gähnte herzhaft. Was sollte er machen? Eigenartig! Nach dem Wirbel der Ereignisse kam ihm die Stille und das Gleichmaß der Tage öde und langweilig vor. Ein Abendspaziergang durch den Park könnte nicht schaden, überlegte er. Er hängte seinen Mantel an den Ständer und verließ den Raum. Draußen verfolgte er den Weg, der an der umfriedenden Mauer entlangführte. Die Sträucher dufteten, und das Gras war spröde und schlaff von der Hitze. (Fortsetzung folgt Der Buchhalter machte ein Büroschläfchen. Plötzlich stand der Chef neben ihm, hieb mit der Faust auf den Tisch und rief: „Himmeldonnerwetter, immer wenn ich an Ihrem Tisch vorbeikomme, schlafen Sie Wie kommt das?“ „Das kommt, weil Sie Schuhe mit Gummisohlen tragen“, sagte der Buchhalter ver dattert. Jetzt noch Blätter... Olpe. Alte Einwohner sagten uns vorgestern, daß sie in ihrem Leben noch nicht mitgemacht haben, daß im November hier die Bäume zu einem Gutteil noch Laub tragen. Und wie kommt das? Nun. der vergangene Sommer war bekanntlich sehr naß; auch im Herbst hat sich bisher dieses Wetter kaum geändert. Die Blätter sind mithin sehr lange frisch geblieben und erst spät vergilbt. Ja, man sieht heute noch eine ganze Menge von grünen Blättern an Bäumen und Sträuchern. Dazu kommt, daß es bisher in diesem Jahre hier noch keinen merklichen Kälteeinbruch gegeben hat und sich außerdem die gefürchteten Herbststürme noch nicht bemerkbar machten. Viel Laub wäre sonst gewiß mit einem Schlage zur Erde gefegt worden. Aus der Nachbarschaft hört man von Schneefall. Im nahen Rheinland (Dieringhausen, Bielstein usw.) ritt zum Beispiel, wie berichtet wird,„St. Martin in Schnee und Wind“, während es bei uns bislang beim Regen geblieben ist. Trotzdem steht zu erwarten, daß überraschend ein größerer Witterungsumschwung eintritt mit einer wesentlichen Hinneigung zum Winter, der allerdings kalendermäßig erst im nächsten Monat (22. Dez.) beginnt.(r) Bekleidungshaus ihaus, Olpe i.W. preiswert und gut! Olper Stadtspiegel Auch den heimischen Kraftfahrern ist zur Zeit dringend zu empfehlen, sich bei Fahrten nachts und in weite Entfernungen besonders vorsichtig zu verhalten, um nicht Gangstern in die Hände zu fallen. Am besten schließt man sich einer Fahrzeugkolonne an. Außerdem hat man sofort zu stoppen, wenn die Polizei, die auf Anordnung besonders gekennzeichnet ist, ein Haltezeichen gibt. Wer nicht stoppt, wird beschossen! Neue Mülltonnen erst später! In der letzten Stadtverordnetensitzung war bekanntlich seitens der Verwaltung in Vorschlag gebracht worden, ab 1. Januar 1955 hier die Beschaffung von geeigneten neuen Mülltonnen den Teilnehmern an der städtischen Müllabfuhr zur Pflicht zu machen. Dementsprechend wurde ein Paragraph der Müllsatzung genehmigt, bzw. ergänzt. Der Hauptausschuß soll sich jedoch vor Inkrafttreten der Anordnung nochmals mit der Angelegenheit beschäftigen. Wie wir nunmehr erfahren, wird von dem Termin 1. Januar 1955 Abstand genommen. Die Neuregelung tritt also erst zu einem späteren Zeitpunkt in Kraft. Man kann dies im Interesse der weniger bemittelten und sozial schwachen Mitbürger nur gutheißen, da die Einkellerung und das kommende Weihnachtsfest gewisse finanzielle Anforderungen an alle stellen. Kath. Kirchenchor. Die nächste Probe findet nicht am Freitag, sondern bereits heute um 20 Uhr im„Kölner Hof“ statt. Verkehrsunfall im Österseifen. Am Montag wurde um 17.30 Uhr ein Fußgänger auf der Bundesstraße 55, im Österseifen von einem Krad von hinten angefahren. Der Fußgänger und der Soziusfahrer wurden mit Verletzungen in das hiesige Krankenhaus eingeliefert. Die ev. Frauenhilfe weist darauf hin, daß ihre nächste Versammlung am heutigen Donnerstag um 16 Uhr im Gemeindehaus stattfindet. Es spricht Pastor Vethake-Ferndorf vom Kreisverband Siegerland. Die Versammlung des VDS(Verbandes Deutscher Soldaten) findet am Samstag, dem 20. November, um 20 Uhr im Gasthof„Zum Rathaus“ statt. Wegen der Wichtigkeit der Beratung werden die Mitglieder gebeten, pünktlich zu erscheinen. Verstorben ist am 16. November im Alter von 78. Jahren Schreinermeister i. R. Hermann Hüpper, Rhoder Weg 14. R. i. p. Im Silberkranz Hünsborn. Das Fest der silbernen Hochzeit feierten kürzlich die Eheleute Friedrich Quast und Frau Maria geb. Fischer feiern. Dem Jubelpaar gelten nachträglich unsere besten Glück- und Segenswünsche! Startschuß bei„Saulau“ Saalhausen. Die neue Karnevalssaison erlebte hier am vergangenen Samstag im Saale Rameil ihren Auftakt. Viele Besucher waren der Einladung des Elferrates gefolgt. Die„Waldeslust-Kapelle“ spielte frohbeschwingte Weisen. Bald herrschte bei Büttenreden und stimmungsvoller Unterhaltung ein munteres Leben. Grevenbrück. Der Reichsbund hält am 20. November um 20 Uhr in der Wirtschaft Wortmann eine Versammlung ab. Bezirksgeschäftsführer Willi Ehlscheid ist anwesend. Neue Lennebrücke jetzt im Verkehr Vergangenen Freitag freigegeben- Richtfeier folgt noch Kreis Olpe. Am vergangenen Freitag wurden die Blinklichter an der Lennestraße in Altenhundem außer Betrieb gesetzt, die seit etwa fünf Monaten den einspurigen Verkehr über die Notbrücke regelten. Die neue Lennebrücke. die nach dem Abbruch der alten, im Jahre 1847 erbauten Brücke errichtet worden ist, wurde dem Verkehr übergeben. Vom Marktplatz aus setzte sich der Sonderomnibus„Suerlänner“ mit den Vertretern des Landesbauamtes Siegen, unter diesen Baurat Schmidt, sowie den Vertretern der behördlichen Stellen und Ehrengästen in Bewegung, um als erstes Fahrzeug die neue Brücke zu passieren. Vor der Lennebrücke, wo sich die Bauarbeiter und Bauleiter der weltbekannten Baufirma Wayss und Freytag, Niederlassung Essen, versammelt hatten, machte der Sonderwagen halt. Böller krachten vom nahen Hang, während Gemeindebürgermeister Heimes der Bauleitung und den Bauarbeitern den Dank aussprach für die geleistete Arbeit in den vergangenen Monaten und dann in Anwesenheit zahlreicher Zuschauer das Band zur Freigabe der Lennebrücke zerschnitt. Hierauf passierte als erster der Sonderomnibus die Brücke. Es war anfang Mai, als die Preßlufthämmer ihr dröhnendes Lied zum Abbruch der alten Brücke begannen. In gleichem Zuge wurde daneben eine Notbrücke für die Aufrechterhaltung des Verkehrs errichtet. Ein Bagger schaffte die Beton- und Steinbrocken mit dem Geröll aus dem Flußbett heraus. Die neue Lennebrücke mit einer Stützbreite von 24 Metern, einer Fahrbahn von 8,50 Metern und einem beiderseitigen Bürgersteig von je 2,35 Metern, mit zwei Hauptunterstützen und drei Querverteilungsträgern wurde nach dem neuartigen System „reyssinet“ erbaut, wofür die Baufirma Wayss und Freytag als einzige die Baulinzenz hat. Dieses Bausystem wird bei Brückenbauten sehr oft verwandt, da es große Ersparnis an Stahl und Beton erwirkt. Rentabel ist es vor allem bei Brückenspannungen von mehr als 12 Metern. In den vergangenen Monaten lockten die interessanten Arbeiten, über die wir verschiedentlich berichteten, alltäglich viele Zuschauer herbei, die mit Interesse die Bauarbeiten verfolgten. Sie hatten Gelegenheit, sich ein Bild von den Arbeiten für die Fundamente der Widerlager und Parallelflügel, dem Aufbau des umfangreichen Lehrgerüstes und der Schalung für die Fahrbahnplatte zu machen. Sehr interessant waren auch das Biegen und Verlegen der Stahlbewehrung mit den Spannstahlbündeln. Nach all diesen umfangreichen Vorarbeiten und Betonierungsarbeiten erwuchs die neue schöne Lennebrücke wie sie sich jetzt zeigt. Der Asphaltteppich wurde aufgebracht und das beiderseitige Geländer aufgestellt. Wie bekannt wurden die Bauarbeiten in den Sommermonaten erheblich durch die starken Regenfälle und Hochwasser beeinträchtigt. Trotzdem muß der Baufirma, der Bauleitung und den Bauarbeitern Anerkennung ausgesprochen werden, daß sie unter Berücksichtigung dieser erheblichen Hindernisse die Fertigstellung der Brücke noch rechtzeitig, d. h. Termingerecht ermöglichen konnten. Eine interessante Feststellung ist es, daß die Fahrbahndecke der neuen Lennebrücke ene Stärke von nur 28 Zentimetern hat und für eine Brückenbelastung von 70 Tonnen vorgesehen ist. Zwar sind noch einige Nebenarbeiten zu leisten, wie die Durchführung der Fahrbahnen vor der Brücke und sonstige kleinere Arbeiten, wie die Entfernung des Lehrgerüstes. Mit dem Abbruch der Notbrücke wird bereits begonnen. Das eigentliche Richtfest der neuen Brücke soll dann nach Abschluß d'eser restlichen Arbeiten stattfinden. Bilstein. Der Vorstand des Turn- und Sportvereins„Freiheit Bilstein“ ist zur Zeit mit der Ausarbeitung neuer Vereinsstatuten beschäftigt, die in Kürze in einer Versammlung den Mitgliedern zur Genehmigung vorgelegt werden sollen. Es soll dann auch das Winterprogramm bekanntgegeben werden. Lennenschule verkauft Altenhundem. Die alte Lenneschule an der Lennestraße ist jetzt durch Kauf in den Besitz der Kleiderfabrik Tobüren für Zwecke der Betriebserweiterung übergegangen. Bürgersteige werden asphaltiert Altenhundem. Schon seit Jahren befanden sich die Bürgersteige in Altenhundem in einem schlechten Zustand. Im Zuge der Teerung der Hundemstraße durch das Landesstraßenbauamt mußten gleichzeitig die Bordsteine gehoben und die Bürgersteige neu befestigt werden Nunmehr erhalten die Bürgersteige der Hundemstraße auf Beschluß des Gemeinderates eine Asphaltierung. Mit den Arbeiten ist die Straßenbaufirma Frede zur Zeit beschäftigt. Altenhundem. Ab sofort beginnt in der kath. Pfarrkirche an Werktagen die erste hl. Messe um 7 Uhr, die Schulmesse um 7.40 Uhr. Lediglich an den Donnerstagen beginnt die Schulmesse um 7.45 Uhr. St. Martin reitet durch Welschen Ennest Erstmalig am diesjährigen Martinstag erlebt- Große Freude! Welschen Ennest. Wir berichteten schon kurz davon, daß auch hier der Brauch des Martinszuges eingeführt wurde, und zwar am diesjährigen Martinstag. Pastor Lohmann, der bekanntlich von Olpe kommt und diesen schönen Brauch oft miterlebt hat, gab wohl die besondere Anregung zu dieser Bereicherung des örtlichen Lebens. Dazu wird uns noch folgendes geschrieben: Nicht nur die Kinder, sondern auch sehr viele Erwachsene erlebten am Martinstag zu Beginn der Dunkelheit ein wundersames Schauspiel. Sankt Martin auf einem prächtigen Grauschimmel, begleitet von einem Ministranten mit dem Bischofsstabe ritt zur Schule, wo Pfarrer Lohmann im Namen der Lehrerschaft und der Kinder ihn als den großen Wohltäter und Freund der Notleidenden und Armen begrüßte. In einem wohlgeordneten Zuge ging es dann mit Sankt Martinus durch den Ort. Die Lehrerschaft hatte die Kinder auf diesen Abend gut vorbereitet und führte sie am Schlusse des Zuges zum hell erleuchteten Gotteshaus. Alle Kinder trugen irgendeine Laterne oder ein Lichtlein zu Ehren des heiligen Kinderfreundes. Besonders prächtig nahmen sich einige von den Jungen und Mädchen selbst gefertigte Laternen oder aus Runkeln geschnitzte Leuchten aus. Es war eine Freude, die Kinderaugen— besonders der Kleinen auf den Armen ihrer Mütter— leuchten zu sehen. Als die Kinder mit ihren Laternen und Fackeln zu einer kurzen Segensandacht in der Kirche versammelt waren, erlosch das elektrische Lampenlicht und dann stimmten alle mit kräftiger Stimme das Martinus- und Schutzengellied an. Am Pfarrhaus spendete dann Sankt Martin durch Lehrerschaft und Pfarrer allen Kindern groß und klein aus seinem Korbe süße Gaben. Ein Großteil konnte dank der Opferbereitschaft mancher Mitbürger für die Ostzone als Liebespaket gefertigt werden. Welschen Ennest. Es wird darauf hingewiesen, daß der Ziegenzuchtverein im Nachbarort Littfeld, Kreis Siegen, die Deckzeiten an den Werktagen von 8 bis 10 Uhr und von 17 bis 19 Uhr festgesetzt hat. Dabei werden nur Ziegen zugelassen, deren Besitzer Mitglieder des Vereins sind oder diesem beitreten wollen. Anfragen sind an die Cschäftsführung, Frau Richstein, Littfeld, Grubenstr. 37, zu richten. Kohlhagen. Die von den St. Hedwigskreisen geplante Wallfahrt zur Gottesmutter aut dem Kohlhagen wurde für den letzten Sonntag im August kommenden Jahres angesetzt. An ihr werden sich auch die Heimatvertriebenen des Nachbarkreises Meschede beteiligen. Dieser Termin soil künftig Jahr für Jahr beibehalten werden. Zur Kreislehrerkonfer Altenhundem. Zur Kreislehrerkonferenz in Olpe fährt am heutigen Donnerstag ein Sonderomnibus ab Altenhundem um 8 Uhr, Rückfahrt ab Olpe (Marktplatz) pünktlich um 18 Uhr. 80. Geburtstag Würdinghausen. Frau Anna Latta konnte in bester Gesundheit ihren 80. Geburtstag feiern. Unseren Glückwunsch! E Wer kann in ein Altersheim kommen? Frage der Aufnahme— Was wünschen die Alten? Olpe. Die Frage, wer in ein Altersheim aufgenommen werden kann, wird uns oft gestellt. Aus diesem Grunde haben wir uns mit einem Fachmann in Verbindung gesetzt und ihm einige Fragen vorgelegt. Frage: Ist der Wunsch bei älteren Menschen in ein Altersheim zu gehen heute größer als früher? „Ja, das ist tatsächlich der Fall und hat seine besonderen Gründe. Fast alle Altersheime, die vor 20 oder 30 Jahren bestanden, waren ausgesprochene Armenheime. In ihnen fanden hilfsbedürftige Alte, oft auch Schwachsinnige usw., Aufnahme. Daher hatten manchmal die Altersheime bei vielen älteren Menschen nicht immer den besten Ruf. Man mußte in ihnen nach Kräften mitarbeiten. Außerdem hatten sie schon rein äußerlich etwas Bedrückendes an sich. Eine Ausnahme machten die sogenannten Mittelstandsheime, die selbstverständlich gepflegter und gemütlicher waren, da die Bewohner dieser Heime die Kosten selbst aufbringen mußten. Heute haben sich die Verhältnisse sehr verändert. Nur noch wenige Heime sind als primitiv zu bezeichnen. Ueberall sina neue Altersheime gebaut worden, die sehr sauber, gemütlich und gepflegt sind, so daß man sie eher als Pensionen bezeichnen kann Auch im Siegerland wurden nach dem Kriege drei neue Altershelme errichtet, das Theodor-Keßler-Haus der Stadt Siegen, das Altersheim der Christengemeinde, beide in Siegen, und das Kreis-Altersheim in Weidenau. In diesen Altersheimen können unsere Alten wirklich in Ruhe ihren Lebensabend verbringen. Sie sind nicht verpflichtet zu arbeiten, sondern tun dies nur, wenn sie dazu Lust und Neigung haben.“ Frage: Wie kam es zu dieser sehr beachtlichen Veränderung? „Zunächst gibt es hier im Westen viele Alte die bis dahin eine eigene Wohnung besaßen, diese Wohnung aber durch den Bombenkrieg verloren hatten. Sie hatten nach dem Kriege keine Möglichkeit, sich eine eigene Bleibe aufzubauen oder zu beschaffen. Auch der kleinste Wohnraum mußte aus verständlichen Gründen der Unterbringung von Familien dienen. Da ergab es sich von selbst, daß die älteren Menschen Aufnahme in einem Altersheim suchten. Aleinstehende aus dem Östen hatten in vielen Fällen nicht die geringste Chance, sich überhaupt zu behaupten.. Und schließlich wollten viele Väter und Mütter ihren Kindern Platz machen, wenn diese heiraten wollten oder wenn sich deren Famille vergrößerte. Diese Gründe waren es, die allerorts zum Bau von neuen Altersheimen führten.“ Frage: Wer kann in ein Altersheim aufgenommen werden? Gibt es eine Altersgrenze? „Grundsätzlich kann jeder aufgenommen werden. Es gibt keine Altersgrenze. Wenn z. B. ein alleinstehender den Wunsch hat, ins Altersheim aufgenommen zu werden, bestehen keine Bedenken, wenn ein Platz frei ist. Das ist nämlich der wunde Punkt. Obwohl viele Altersheime nach dem Kriege gebaut wurden, gibt es kein Heim, das auf Anhieb in der Lage ist, Aufnahmeanträgen zu entsprechen. Meist müssen die Anwärter warten. bis ein Platz frei wird. Das kann gelegentlich eine gewisse Zeit dauern, denn es kommt kaum einmal vor, das jemand das Altersheim verläßt, um sich wieder auf eigene Füße zu stellen. Gewisse Schwierigkeiten kann es natürlich bereiten, wenn jemand ln das Altersheim einer fremden Stadt oder eines fremden Kreises aufgenommen werden will. Man wird und muß zuerst die Bewerber aus dem eigenen Bezirk berücksichtigen. Ist der Alte in der Lage, die Kosten selbst zu bezahlen, wird aber auch in diesem Falle dle Aufnahme nicht schwierig sein. Ist cr aber nicht in der Lage, die Kosten selbst zu bezahlen, muß der Fürsorgeverband des bisherigen Wohnortes die Kosten übernehmen. Verständlicherweise wird dieser Fürsorgeverband erst prüfen oder prüfen lassen, ob die Aufnahme notwendig ist. Er wird das z. B. bei einem 50jährigen Mann, der sich außerhalb eines Heimes im Leben behaupten kann, verneinen müssen. Liegt aber eine Pflegebedürftigkeit vor, wird er weiter prüfen, ob nicht die Aufnahme in einem der Heime des bisherigen Wohnortes möglich ist. Davon kann er nur selten abweichen.“ Frage: Sie sprechen von den Kosten. Scheitert die Aufnahme in ein Altersheim nicht oft daran, daß die Alten die Kosten nicht aufbringen können? „Nein, daran scheitert sie nie. Wenn sich auch die Verhältnisse geändert haben, so bleiben die Altersheime doch Anstalten der öffentlichen oder privaten Fürsorge. Wer die Kosten selbst tragen kann, muß sie natürlich bezahlen. Wer aber überhaupt keine Geldmittel hat, wird keineswegs zurückgewiesen. Das daif auch nicht sein, da auch heute noch die Altersheime gerade der Aufnahme solcher Leute dienen sollen. In diescn Fällen übernimmt die öffentliche Fürsorge den Heimen gegenüber die vollen Kosten und zahlt übrigens auch ein Taschengeld, das im Durchschnitt wenigstens 15 DM monatlich betragen dürfte. Kann nur ein Teil der Kosten aufgebracht werden, z. B. aus Renteneinkommen, Unterhaltshilfe, aus Mieteinnahmen usw., zahlt die öffentliche Fürsorge den Rest. In vielen Fällen können auch die Angehörigen einspringen und tun es auch, Leider gibt es auch Angehörige, die für ihre Väter und Mütter zahlen können, es aber nicht tun. Hier bewahrheitet sich oft das alte Sprichwort, daß Eltern zwar sechs oder sieben Kinder ernähren können, die Kinder aber nicht die Eltern unterhalten können oder wollen. In solchen Fällen muß gegen die Kinder auf Unterhaltsleistung geklagt werden, selbstverständlich aber nur, wenn sie zur Leistung von Kosten in der Lage sind.“ Noch eine letzte Frage: Wie ist die Unterbringung und die Verpflegung in diesen Heimen? „Früher war die Unterbringung in kleinen Sälen wohl die Regel. Heute wird des in dem einen oder anderen Heime auch noch der Fall sein. In den neuen Heimen gibt es durchweg Ein-, Zwei- oder höchstens Dreibettzimmer. Die Einbettzimmer sind durchaus nicht immer begehrt, weil viele Insassen aus mancherlei Gründen noch einen Zimmergefährten haben wollen. Sie sind oft auf die Hilfe und auf kleine Gefälligkeiten angewiesen, die ihnen der Zimmergenosse gewähren kann. Die Verpflegung ist durchweg gut. Das Heim, dessen Verhältnisse ich z. B. genau kenne, hat eine solch ausgezeichnete Verpflegung, wie sie in den meisten Haushalten nicht geboten werden kann. Bei der Verpflegung spielt es übrigens keine Rolle, ob die Kosten aus eigenen Mitteln gezahlt werden oder nicht. Alle erhalten die gleiche Verpflegung. Daneben achtet man sehr auf die ausreichende Zahl von Bade- und Toilettenräumen und ferner auf gut ausgestattete Aufenthaltsräume. Auch auf Mlie Betreuung und Unterhaltung der Alten wird sehr geachtet. Es gibt kein Heim ohne Rundfunkgeräte, meist mit UKW. In manchen Heimen gibt es bereits Fernseh-Empfänger. Daneben gibt es Büchereien und Spiele aller Art und selbstverständlich Tageszeitungen. Die Kirchen die Wohlfahrtsverbände, Jugendgruppen und sonstige Vereine sind allerorts bestrebt, den Alten ihren Lebensabend zu verschönern. Ausländlische Gäste, die unsere Altersheime besichtigen, sind immer des Lobes voll, daß Deutschland trotz seiner vielen Probleme seine Alten nicht vergessen hat." Wieder Autofahrer ausgeraubt Neue Überfälle der Gangster— Von dunklem„Kapitän“ überholt und zum Halten gezwungen Düsseldorf.— In der Nacht zum Dienstag sind der Polizei im oberbergischen Kreis zwei neue Überfälle gemeldet worden. In der Nähe von Gummersbach wurde ein Kraftfahrer von einem dunklen Opel-Kapitän überholt und zum Halten gezwungen, Zwei mit Pistolen bewaffnete Männer rissen die Wagentüren des überfallenen Autos auf und verlangten von dem Fahrer, einem Kaufmann, die Brieftasche. Die Banditen erhielten sie, nahmen in großer Hast hundert Mark heraus und schleuderten die Brieftasche in den Wagen zurück. Dann fuhren sie mit großer Geschwindigkeit davon. Der Überfall bei Gummersbach spielte sich so schnell ab, daß in der Nähe stehende Passanten gar nicht bemerkten, daß vor ihren Augen ein Autofahrer ausgeraubt wurde. Der Überfallene war so überrascht, daß er den Banditen, ohne sich zu wehren, seine Brieftasche gab. Nach seinen Beschreibungen hatte einer der Gangster ein rundes Gesicht und mittelblondes Haar. Er trug schwarze Glacéhandschuhe. Der andere Gangster war ein kleiner untersetzter Mann. Beide waren nicht maskiert. Der Überfallene hat auf dem Kennzeichenschild des Opels die Anfangsnummer 56 erkannt. wieder zurück, so daß der Besitzer oft nicht erfährt, daß sein Wagen während der Nacht gestohlen wurde. Über die Bewaffnung der Banditen liegen widersprechende Aussagen vor. Meistens heißt es, sie hätten Pistolen, gelegentlich wird ausgesagt, sie hätten Maschinenpistolen. Die Maschinenpistolen könnten auch Attrappen sein. Von ihren Waffen haben die Banditen bisher keinen Gebrauch gemacht. Das Sonderkommissariat in Köln erhält seit dem Bekanntwerden der Raubüberfälle täglich Stöße von Post aus der Bevölkerung, darunter gelegentlich auch brauchbare Hinweise. Innenminister Meyers stellte in der Pressekonferenz fest, daß der Fahrer des Porschewagens, Nettesheim, nicht unter Alkoholeinfluß gestanden habe und ohne weiteres hätte halten können. Wegen der mißbräuchlichen Benutzung eines Fahrzeuges seines Schwagers hätte er höchstens eine Geldstrafe von hundert Mark zu erwarten gehabt. Es bestehe kein Zweifel, daß er die Streifenposten mit den Haltesignalen gesehen habe. Gangsterfilme als Vorbild Meyers meinte, das Banditenunwesen habe tiefere Wurzeln, die mit Gangsterfilmen und Groschen-Romanen zusammenhingen. Wenn junge Burschen in einer Stadt die Fenster eines Wagens aufschnitten, das Publikum währenddessen mit Pistolen in Schach hielten und dann mit über hundert km/st durch die Stadt rasen, so ahmten sie Szenen aus Gangsterfilmen und Romanen nach Es könne aber nicht Aufgabe der Polizei sein, dieses Problem zu lösen. Von Banditen niedergeschlagen Kurz vor diesem Überfall wurde in der Nähe des Tatortes ein älterer Mann von Banditen niedergeschlagen. Der Überfallene kann sich an keine Einzelheiten erinnern, da er plötzlich durch einen Schlag auf den Hinterkopf besinnungslos wurde. Die Polizei vermutet, daß dieser Überfall mit der Beraubung des Autofahrers eng zusammenhängt, da sich beide Verbrechen kurz hintereinander abspielten. Der Fußgänger wurde nicht bestohlen, da er sein Geld in seiner Gesäßtasche verwahrt hatte Die Banditen hatten lediglich seine Brieftasche, die er im Jackett trug, durchwühlt. Aussichtsreiche Spur Der Leiter der Sonderkommission, die jetzt die Fahndung im ganzen Land überwacht, Kriminalrat Wenzky, teilte vor der Presse mit, daß der von einer Polizeistreife erschossene Autobandit Verleger die Polizei auf eine aussichtsreiche Spur im Kampf gegen die Autobanden gebracht habe..Wir haben seinen engsten Freundes-, sprich Mitarbeiterkreis, genau durchleuchtet und werden in dieser Richtung Aktionen führen.“ „Vorzügliche Autofahrer“ Wenzky sagte weiter, daß alle Gangster vorzügliche Autofahrer seien und sehr raffiniert vorgingen. Sie stehlen Autos meist nur für kurze Zeit und bringen sie Elesantenbaby zahlte Steuein Mit der Geldkassette am Rüssel trottete„Titschie“ zur Stadthauptkasse Neun— Das zu einem in Neuß gastierenden Zirkus gehörende zweijährige Elefantenbaby„Titschie“ zahlte die Vergnügungssteuer und das Platzgeld für das Unternehmen in der Stadthauptkasse im Neußer Rathaus ein. Nach einem Umzug aller Darsteller und Tiere wurde die Elefantenherde auf dem historischen Rathausplatz mit Brot gefüttert, das die Stadtverwaltung gestiftet hatte. Danach bekam das dreißig Zentner schwere Baby„Titschie“ eine Geldkassette an den Rüssel gehängt und trottete damit brav die Stufen zur Stadthauptkasse hinauf. Anschließend trabte„Titschie“ behutsam in den ersten Stock, um den Räumen des Oberbürgermeisters und des Oberstadtdirektors einen Besuch abzustatten. Sehr sittsam betrat das Tier von hier aus den Rathausbalkon und begrüßte durch Schwenken des Rüssels die Schaulustigen. Frauen jagten Taschendieb Bieleiem.—„Hier haben Sie Ihr Portemonnaie wieder“, sagte ein 55 Jahre alter Dem Zoll das„Geschäft" verdorben 20 Liter Kraftstoff geschmuggelt— Aber Rechnung für 4300 Liter Aachen.— Soweit darf die Sympathie für den Fiskus nicht gehen“, meinte der Vorsitzende des Aachener Schöffengerichts, als er es ablehnte, in einem Verfahren wegen Schmuggels von Dieselkraftstoff einen Lastwagen im Werte von 22 000 Mark einzuziehen. Ein Spediteur hatte zwanzig Liter Dieselkraftstoff im Tank seines Lastwagens über die deutsch-holländische Grenze geschmuggelt. Die Zollbehörde hatte das Fahrzeug vorläufig eingezogen und dem Spediteur eine Zollrechnung für 4 300 Weidediebe hinter Schloß und Riegel Zuchthaus für Raubmord-Versuch— Lehrer tagten in Essen • Fünf Weidediebe, ein Metzgermeister aus der Sowjetzone, zwei Polen, ein Sowjetzonenflüchtling und ein Kleinviehhändler sind in Rheine für einige Jahre unschädlich gemacht worden. Sie fuhren von Mai bis Oktober abwechselnd nachts in die Weiden des westfälisch-niedersächsischen Grenzraumes und stahlen 15 Kühe und Rinder. Teilweise verkauften sie diese Tiere an andere Bauern oder an Metzger. Die Käufer merkten erst zu spät, daß sie die Betrogenen waren und mußten das Fleisch der Tiere ohne Entschädigung zurückgeben oder den Geldeswert hinterlegen. • Das Duisburger Gericht sühnte einen Raubmordversuch, den der 38jährige Melker Fritz Arndt aus Duisburg am 17. Juni an der Frau seines Arbeitgebers, der 66jährigen Bäuerin Friederike Kollman aus Damm bei Wesel, verübt hatte. Arndt hatte versucht, den Tresor des Bauern zu öffnen, wurde dabei aber von der Bäuerin überrascht. Mit einem schweren Schraubenschlüssel zertrümmerte er der Frau die Schädeldecke, ergriff dann aber auf ihre Hilferufe die Flucht. Durch sofortige Operation konnte die Frau am Leben erhalten werden. Der Täter stellte sich nach zwei Tagen der Polizei in Duisburg. 2000 Lehrern sagte Kultusminister Werner Schütz am Montag in Essen, die westdeutschen Kultusminister seien sich darin einig, Sühne für Verrat an Gestapo 15 Monate Zuchthaus für Dagmar Imgart— Schwere Freiheitsberaubung Kassel. Das Schwurgericht Kassel verurteilte die 58 Jahre alte aus Schweden gebürtige Dagmar Imgart wegen vorsätzlicher schwerer Freiheitsberaubung zu fünfzchn Monaten Zuchthaus. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihr auf die Dauer von zwei Jahren aberkannt. Acht Monate Untersuchungshaft werden auf die Strafe angerechnet. Dagmar Imgart wurde für schuldig befunden, den Leiter der„Una Sancta-Bewegung“, Pater Dr. Metzger, 1942 an die Gestapo verraten zu haben. Dr. Metzger hatte ihr seinen „Nordland-Plan“ anvertraut, der eine Neugestaltung Deutschlands nach einem Siege der Allilerten vorsah und über einen schwedischen Bischof zur Kenntnis englischer Kirchenführer kommen sollte. Dr. Metzger wurde vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Von der Anklage der schweren Freiheitsberaubung an den Mitgliedern da.Dr. Kaufmann-Kreises“ wurde Frau Imgart freigesprochen, weil sie die rechtswidrigen Folgen ihrer Handlungsweise in diesem Falle nicht bewußt gewollt und gebilligt habe, Dagmar Imgart wurde 1941 Agentin der Gestapo und unter dem Decknamen„Babbs“ als„VPerson 140“ geführt. Der Staatsanwalt hatte wegen schwerer Freiheitsberaubung in mehreren Fällen eine Zuchthausstrafe von sechs Jahren und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für fünf Jahre gefordert. Der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert. Dagmar Imgart war im Oktober 1951 vom Schwurgericht Limburg von der Anklage der Beihilfe zum Mord und mehrfacher Freiheitsberaubung freigesprochen worden. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hob das Limburger Urteil auf und verwies den Prozeß an das Schwurgericht Kassel Taschendieb, den drei Frauen, unter ihnen die Bestohlene, nach einer aufregenden Jagd durch die Straßen Bielefelds gestellt hatten. Wie die Polizei inzwischen feststellte, handelt es sich bei dem Mann um einen mehrfach Vorbestraften, der erst vor kurzem aus dem Zuchthaus entlassen worden ist. Bei der neuerlichen Straftat hatte er einer Frau auf der Straße im Vorübergehen die Geldbörse aus der Tasche gezogen. Mord und Selbstmord Weeze-Baal. Ortseinwohner fanden kurz nach 12 Uhr an der Hoftür zu einem bäuerlichen Anwesen die 41 Jahre alte Ehefrau des Landwirts Gerhard Evers und deren 30 Jahre alten Neffen Johann Evers mit Kopfschüssen tot auf. An der Fundstelle lag eine alte Militärwaffe, Kaliber 7,65. Die Polizei vermutet, daß der Neffe der Landwirtsfrau zuerst seine Tante und sich dann selbst erschossen habe. Das Motiv zur Tat sei vermutlich in Erbstreitigkeiten zu suchen. Die Textilindustrie erwartet von den jetzt beginnenden Wirtschaftsverhandlungen zwischen der Bundesrepublik und der Türkei die Sicherung ausreichender deutscher Textilausfuhren. Liter geschmuggelten Kraftstoff vorgelegt. Sie ging davon aus, daß er auch bei zahlreichen früheren Grenzfahrten Kraftstoff geschmuggelt habe. Das Gericht sah jedoch nur den Schmuggel von 20 Litern Dieselkraftstoff für erwiesen an und verurteilte den Angeklagten zu fünfzig Mark Geldstrafe, zog die 20 Liter Kraftstoff ein und gab den Lastwagen frei. Der Gerichtsvorsitzende betonte, es sei nicht zu verantworten und widerspreche dem Grundgesetz, für eine Zollhinterziehung von 3,20 Mark ein Objekt im Wert von 22 000 Mark einzuziehen. daß die Lehrerschaft die Geltung haben müsse, die ihr nach ihrer Bedeutung für das Volksganze zukommt. Die Arbeitsfreude der Lehrer sei eine Voraussetzung für die Erhaltung der deutschen Schule, sie müsse gefestigt und erhöht werden. Vorzugschulen dürfe es daher nicht geben. Schütz sprach auf der Jahrestagung der Gemeinschaft deutscher Lehrerverbände, die 60 000 Erzieher umfaßt. • Tödliche Folge hatte in der Nacht zum Dienstag eine Wirtshausrauferei in Heroldsbach im oberfränkischen Landkreis Forchheim zwischen einem 47jährigen Maurer und einem 43jährigen Maler. Beide waren wegen Vereinsangelegenheiten in Streit geraten und mit Bierflaschen bewaffnet aufeinander losgegangen. Der Wirt schritt jedoch energisch ein und setzte die beiden Kampfhähne an die frische Luft. Mitten auf der Dorfstraße ging die Auseinandersetzung weiter. Plötzlich zog der Malermeister ein Messer und stach auf seinen Gegner ein. Der Maurer wurde in die Herzgegend getroffen und war sofort tot. Er hinterläßt eine Frau und drei Kinder. Der Täter ließ sich widerstandslos verhaften. Nicht nur eine goldene Sprungdeckeluhr mit Kette(Wert 600 Mark) sowie Bargeld und Portokasse nahmen die Diebe mit, die bei einem Architekten in Coesfeld einbrachen, sondern auch einen Schlüsselbund. Die Schlüssel probierten sie an der Garage des Geschädigten aus, und es gelang ihnen auch, die Tür zu öffnen. Mit dem Auto des Architekten brausten sie davon. VERDIENSTMEDAILLE FUR HAMBURGER SEKRETÄRINNEN Mit der Verdienstmedaille(Superior Service Award) wurden die Konsulatssekretärinnen Irmgard Böhmannsröben und Sigrid Zuberbier vom Amerikanischen Generalkonsulat in Hamburg durch das State Departement der Vereinigten Staaten ausgezeichnet. Die beiden Sekretärinnen hatten am 6. April dieses Jahres durch ihr umsichtiges Verhalten einen bewaffneten Raubüberfall auf den Kassenraum des US-Generalkonsulats vereitelt. Der amerikanische Generalkonsul in Hamburg, Mr. Clare H. Timberlake, der die Medaillen überreichte, beglückwünscht die Ausgezeichneten(unser Bild). Die Verdienstmedaillen des State Departement werden nur sehr selten verliehen, in diesem Jahr wurden sie nur an diese deutschen Frauen und einige hohe amerikanische Staatsbeamte vergeben. 40000 sehen„schwarz" Bundespost ist ihnen auf der Spur— Fernsehgeräte sind pfändbar Düsseldorf. Die Fernsehindustrie gibt die Zahl ihrer verkauften Apparate mit rund 100 000 an. In den Karteien der Bundespost sind jedoch nur 60 000 Fernseher offiziell verzeichnet. Wo sind die restlichen 40 000? Diese Frage bewegt die Bundespost schon seit geraumer Zeit, weil ihr dadurch 200 000 DM im Monat an Fernsehgebühren verloren gehen. Aus diesem Grund hat die Post jetzt mit einer Aktion gegen die„Schwarzseher“ begonnen. In den Abendstunden, wenn die glücklichen Besitzer eines Gerätes vor dem Bildschirm sitzen, fahren kleine Suchwagen der Post durch die Straßen. Mit einem winzigen Gerät, das die Fernsehgeräte anpeilt, gehen die Beamten von Haus zu Haus. An Hand der Kartei können sie dann genau feststellen, welche Apparate angemeldet sind und welche nicht. Zunächst wird dann mit Güte versucht, die Schwarzseher zum Nachzahlen ihrer Schulden zu bewegen. Dabei ist die Bundespost sogar noch so großzügig, von einer Anzeige abzusehen und im Bedarfsfalle auch noch Ratenzahlungen zu gewähren. Erst wenn kein Zureden mehr hilft, werden die Gerichte eingeschaltet. „Schließlich wollen wir“, so argumentiert man bei der Bundespost,„unsere 20 Millionen DM, die wir bisher im Fernsehen investiert haben, auch einmal wiedersehen.“ Ob die notorischen Schwarzseher aber immer mit einem blauen Auge davonkommen, wird ein Musterprozeß erweisen, den die Post jetzt angestrengt hat. Im Gegensatz zu einem Radio, das zum allgemeinen Gebrauchsgut zählt und daher meist unpfändbar ist, betrachtet man ein Fernsehgerät als pfändbaren Luxusartikel. Die Aussichten für Schwarzseher sind also recht schlecht, denn sie müssen außer mit einer empfindlichen Geldstrafe noch mit der Einziehung des Gerätes rechnen. Zugspitze: 1,70 Meter Schnee Berghänge leuchten winterlich weiß— Der Schneefall hält an Mit viel Liebe und Mühe aufgezogen Das erste Warzenschwein, das nach dem Krieg in der Bundesrepublik geboren wurde, wird mit viel Liebe und Mühe gegenwärtig im Kölner Zoo aufgezogen (unser Bild). Die Eltern des acht Tage alten Flaschenkindes stammen aus Afrika. München. Der Schneefall im Alpengebiet und auch im bayerischen Flachland hielt in der Nacht zum Dienstag weiter an, Oberstdorf meldet sechzehn Zentimeter, Garmisch dreizehn Zentimeter und Berchtesgaden fünfzehn Zentimeter Schneehöhe. Auf dem Wendelstein hat die Schneedecke eine Stärke von vierzig Zentimetern erreicht. Auf der Zugspitze liegt der Schnee bereits 170 Zentimeter hoch. Im Gebirge herrscht leichter Frost. Verdienstkreuz für Kriegsgefangenen-Lagerarzt Dortmund. Für seine Verdienste als Lagerarzt in der sowjetischen Kriegsgefangenschaft erhielt Dr. med. Alex Wippermann aus Dortmund das Verdienstkreuz der Bundesrepublik. Wippermann ist nach Dr. Othmar Kohler und Dr. Erich Brackmann der dritte deutsche Arzt, der für seine Tätigkeit in der Gefangenschaft ausgezeichnet wurde. Der Dortmunder Oberbürgermeister Dietrich Keuning betonte bei der Ordensverleihung, daß Wippermann in mehreren Lagern von 1945 bis 1949 Tausende deutsche Kriegsgefangene betreut und ihnen die Gefangenschaft erleichtert habe. Seinem energischen Eintreten beim Lagerpersonal verdankten viele deutsche Soldaten, daß sie vorzeitig in ihre Heimat zurückkehren konnten. Schwesternmangel in der Erzdiözese Köln Köln.— Der kirchliche Anzeiger für die Erzdiözese Köln berichtet von einem ernsten Schwesternmangel in der Kölner Erzdiözese. Mehrere Schwesternniederlassungen hätten bereits aufgehoben werden müssen. Der Auflösungsprozeß werde voraussichtlich in den nächsten Jahren noch weiter fortschreiten. Abstinenz oder— ins Kittchen München—„Drei Monate lang keinen Alkohol in der Öffentlichkeit trinken.“ Das ist die Bedingung für die Aussetzung einer zweiwöchentlichen Gefängnisstrafe zur Bewährung, die das Amtsgericht in Münsingen einem Radfahrer aufbrummte, der völlig betrunken auf der Straße umhergetorkelt war und den Verkehr gefährdet hatte. Der Radler gelobte Abstinenz. Wohnkolonie auß dem Wasser Romantik mit Tücken— Schwimmende Wohnungen auf dem Dortmund-Ems-Kanal Riesenner«— Bei schönem Wetter rückt der pensionierte Schiffsführer Franz Wesenberg den Sessel ans Fenster und hält die Angelrute ins Freie. Ein Meter unter der Fensterbank, auf der die letzten Geranien verblühen, klatschen die Wellen gegen das Wohnschiff. Wie Wesenberg und seine Frau Gertrude haben rund vierzig Personen am Rande des Dortmund-Ems-Kanals auf schaukelnden Schiffsplanken ein Zuhause gefunden. Die acht schwimmenden Mietshäuser sind hintereinander vertäut, als sei hier ein Schleppzug für immer vor Anker gegangen. Kommt man von Münster die Straße nach Riesenbeck herauf, so sieht man in der letzten Kurve vor der Ortschaft die Dächer aus Teerpappe jenseits des Leinpfades. Wer diesen Deich des Dortmund-Ems-Kanals erklettert, hat einen seltenen Anblick. Was er zunächst für ein Barackenlager hielt, ist Deutschlands einzige Wohnkolonie auf dem Wasser. Wie in den Häusern der„Landratten“ Die wenigen Schritte über die Bretter zum Wohnschiff klären den Besucher darüber auf, daß sich der Dortmund-Ems-Kanal nicht mit dem Ganges vergleichen läßt. Pensionär Wesenberg hat sogar eine Klingel an seinem Schott. In der„Dschunke“ ist es so wohnlich wie in den Häusern der„Landratten“, Gardinchen und Dekorationen, ein Teppich, Polstermöbel, Radio, ein gedeckter Tisch, Kaffeeduft. Ein tüchtiger Brikettofen füllt alle drei Räume mit heimeliger Wärme. Die Bewohner des schwimmenden Dorfes, die für ein halbes Schiff 15 Mark Miete bezahlen, leben durchaus nicht im Elend. Vom Tisch sehen wir sie in der Höhe der Kaffeekanne draußen vorüberziehen, die endlose Kette der Schleppzüge; schwer mit Kohle beladen die einen, die aus dem Ruhrgebiet nach Emden tuckern, und mit Bergen von Erz belastet die andern, die ins Revier hinuntergleiten. Erz, Erz, Erz! Nichts wie Erz!“ wundert sich Franz Wesenberg, der selbst schon so manche Fracht über Deutschlands Binnenwege resteuert hat. „Vddern kom. Dreißig Jahre lang führte er das Nomadenleben elnes Schiffsführers. Seit jeher waren die Wasserstraßen selne zwelte Heimat. Noch heute trägt der Schiffer die blaue Mütze der Zunft. Doch nun erschöpft sich der Dienst des 67jährigen Pensionärs darin, des Abends am Bug des vorderen und am Heck des letzten Wohnschiffes die roten Lampen anzuzünden, damit die Wohnflotte nicht gerammt wird. Der Plepenbrink, Gustav, und der Kunze, Theodor, die beiden jungen Nachbarn, freilich, die kreuzen noch heute über die Kanäle zwischen Dulsburg und Berlin. Wenn ihre Schlepper an Riesenbeck vorübersegeln, hebt schon von weitem das Tuten und Heulen an, das die Riesenbecker an Deck ruft.„Vaddern kommt!“ schreien dann die Plepenbrink- und Kunze-Kinder zu den anderen Schiffen herüber. Immer auf schwankendem Boden Von ursprünglich zwöl“ Familien sind inzwischen drei Familien„ausgebootet“ worden. Für sie fand das Wasserstraßenamt feste Quartiere. Nach und nach werden auch die anderen Schiffer auf dem Trockenen landen.. Franz Wesenberg und die übrigen sind keineswegs traurig darüber. Die vermeintliche Romantik hat auch ihre Tücken. Gestern schöpfte der Pensionär fünfzig Eimer Wasser über Bord. Unter den Fußbodenbrettern hatte sich ein kleiner See gebildet. Neben dem Sofa stehen schon die Spitzhacken bereit. Wenn der Frost kommt, müssen die Schiffer von der Bordwand die Eiskruste lösen.„Sonst werden wir erdrückt.“ Gewiß, diese Sorgen hat man auf der Mietsetage nicht. Zwischen vier festgefügten Wänden zu wohnen,„so sollde, so sicher, so deftig“, das ist den Familien auf den Wohnflotte schon eine beträchtliche Mietserhöhung wert.„Man kann nicht immer auf schwankendem Boden leben! Endlich eine Badewanne.. Und stets fließendes Wasser!“ Auch Im dritten Stock kann Franz Wesenberg bei schönem Wetter den Sessel ans Fenster rücken. Aber so einfach die Angelrute aus dem Fenster zu hängen, nicht wahr?, das wäre sinniee Lionel Barrymore gestorben Der amerikanische Bühnen- und Filmschauspieler Lionel Barrymore ist im Alter von 76 Jahren in Hollywood gestorben. Neben seiner Schwester Ethel und seinem bereits gestorbenen Bruder John gehörte Lionel Barrymore zur„königlichen Familie“ des amerikanischen Theaters. Er war Preisträger der amerikanischen Akademie für Filmkunst und trat auch als Maler, Musiker und Schriftsteller hervor. Auf der Bühne und vor der Kamera wurde er als Künstler der Verwandlung weltberühmt. Sein Vater Maurice war Schauspieler, und der Onkel seiner Mutter war der bekannte amerikanische Schauspieler John Drew. Lionel trat zum erstenmal 1909 in einem Film auf. Mit zwei Dollar in der Tasche ging er sechs Jahre später nach Hollywood und kam für 25 Dollar am Tag bei der Gesellschaft D. W. Griffiths unter. die wöchentlich dreihundert Meter Wildwest-Filme drehte. Seine Erfahrungen in Bühne und Film und seine Popularität sicherten ihm auch die Gunst des Publikums im Zeitalter des Tonfilms.„Mata Hari“,„Rasputin“.„Saratoga“,„Test Pilot“ und„Duell in der Sonne“ gehören zu seinen bekanntesten Filmen. Einer der größten Erfolge der von ihm inszenierten Filme war „Madame X“. Mit 62 Jahren machte er auch durch eine Symphonie von sich reden. Schattenbeschwörung des Lächelns Zum 40.„Todestag“ des„Simplicissimus“/ Von Peter Scheer In diesen Wochen jährt sich der Todestag des alten„Simplicissimus“ zum 40. Male; 1914, mitten im 48. Jahrgang, erschien seine letzte Ausgabe. * Eines Tages, als ich mich für das Redaktionskollegium des„Simplicissimus“ präparierte, trat unerwartet zeitig Ludwig Thoma in das Sitzungszimmer und gewährte einen Anblick, der mir nur mit Mühe erlaubte, einen Hilferuf zurückzuhalten. Er trat statt in die Gemslederne. in einen seidengefütterten Smoking gehüllt und dort, wo fingerdick besohlte Isarkähne sonst seine Füße umhüllten, erstrahlten Lackschuhe in übernatürlichem Glanz. Ohne mir ins Gesicht zu sehen, vertraute er mir mit scheuem Blick die Mitteilung an, daß er nach der Sitzung die Absicht habe, das Konzert der Philharmoniker zu besuchen. In meiner Bestürzung über seinen nie dagewesenen Aufzug erwiderte ich so blöd wie nur möglich:„Da werden Sie einen großen Genuß erleben!“ und er murrte eine unverständliche Antwort, die Der Gerichtsvollzieher bei Bismarck Neun Tage nach der Schlacht bei Sedan betrat in Berlin der Gerichtsvollzieher Schmidt im Auftrage der Steuerbehörde das Palais des Ministerpräsidenten Otto von Bismarck und zückte einen Zahlungsbefehl. Anscheinend hatte es auf die Steuerbehörde gar keinen Eindruck gemacht, daß Bismarck, der sich mit dem König im Felde befand, nicht nur in PreuBen, sondern in allen deutschen Bundesstaaten als Nationalheld gefeiert wurde. Für die Steuerbürokratie war nur eines entscheidend: der Ministerpräsident hatte seine Mietsteuer nicht bezahlt, also wurde gepfändet. Niemand weiß, wodurch der beauftragte Gerichtsvollzieher Schmidt derart besänftigt wurde, daß er sich zunächst mit folgendem Vermerk auf dem Zahlungsbefehl begnügte:„Die Summe ist nicht zu erhalten, weil der Herr Graf ins Feld geritten ist und die Frau Gräfin zur Pflege ihres verwundeten Sohnes nach Lauheim abgereist ist. Laut Aussage des Portiers ist niemand beauftragt, die Mietsteuer zu entrichten.“ Trotzdem ging die Weltgeschichte weiter. Bismarck schuf das deutsche Reich und wurde sein erster Kanzler. Endlich, im Hochsommer 1871, gönnte er sich ein paar Ferientage, und wiederum hatte er den Steuertermin vergessen. Darüber war nun sogar der vorher noch sanftmütige Gerichtsvollzieher Schmidt offensichtlich entrüstet. Er erschien am 1. August und hinterließ im wiederum leeren Palais Bismarcks als letzte Warnung den Mahnzettel vom Exekutionsamt des Berliner Magistrats mit dem denkwürdigen Text: „Der Ministerpräsident, Fürst von Bismarck-Schönhausen, welcher für den vierten Erhebungstermin d. J. von der Wohnung Wilhelmstraße Nummer 76 an Mietsteuern zehn Thaler, für die Mahnung vier Silbergroschen, überhaupt zehn Thaler vier Silbergroschen verschuldet, wird aufgefordert, den Rückstand binnen acht Tagen in den Vormittagsstunden von 9 bis 1½ Uhr an die Restbuchalterei oder gegen Behändigung der Steuerquittungen an den Exekutor. bei Vermeidung der Pfändung und der sonst zahlen.“ zulässigen Zwangsmittel zu „Mutti, unsere Lehrerin ist aber sehr dumm. Sie hat noch nie ein Pferd gesehen.“ „Aber wieso denn, mein Kind? Das kann ich gar nicht glauben!“ „Ich habe ein Pferd gezeichnet, und sie wußte nicht, was das sein sollte.“ ... und ein Buch Hans Helmut Kirst:„Null-Acht Fünfzehn.“ Die seltsamen Kriegserlebnisse des Soldaten Asch. 2. Band. Verlag Kurt Desch, München. 432 S. 5,80 D-Mark. Noch steht die Öffentlichkeit im Banne der Verfilmung des ersten Bandes, der trotz mancher Mängel eine überraschende Auflage erreicht hat, da ist schon der zweite Band da. Von der Erstauflage des 2. Bandes sind bereits jetzt über 100 000 vorbestellt, und es kann damit gerechnet werden, daß alle Leser des ersten Bandes darauf brennen, den Soldaten Asch, der inzwischen Wachtmeister geworden ist, auch an die Östfront zu begleiten. Es wäre ein großer Irrtum, wollte man dem Verfasser unterstellen, er bezwecke eine Herabsetzung des deutschen Soldaten. Noch klarer als im ersten Band stellt Kirst im zweiten den negativen Typen die positiven gegenüber, dem prächtigen Oberst Luschke den großmäuligen, schießwütigen und gewissenlosen Hauptmann Witterer, dem Idealisten Vierbein den skrupellosen Verpflegungsunteroffizier Soeft. Über allen aber steht wieder der Soldat Asch, der selbst in der verfahrensten Situation die Ruhe behält und das Richtige tut. Er haßt die großen Worte, ihm sind die Begriffe„Für Führer und Reich“ fremd geblieben, und er gibt auch nicht an. Aber er ist ein guter, zuverlässiger Soldat und Kamerad, und das entscheidet.„So war es und nicht anders!“ Das sagte jeder, der den ersten Band und den Film gesehen hat, und das wird auch jeder sagen, der den zweiten liest. G. St. Theater Von Carl J. Burckhardt Ich erkannte die Tiefe der Begegnung mit einer der großen Erfüllungen irdischer Möglichkeit, als ich im dunklen Theaterraume saß. Meine Freunde waren schon dort; ich wurde dem alten chinesischen Herrn im schwarzseidenen Rock vorgestellt: dem Mandarin, Essende, Schwatzende, Aus- und Eingehende umdrängten uns, ich hatte Mühe, zu sehen und zu hören; Kinder wurden gestillt, Greise sangen leise vor sich hin. Dann aber begann das Bünenspiel mit Orchester— jedes Instrument einen Charakter begleitend— höchste Steigerung der Farben, alles wie eine Liturgie in Tanzform, die Stimmen hoch, singend, die Masken unermeßliche Verkörperungen. Das Stück, das mein Nachbar mir leise miterzählte: Eine kleine Blumenverkäuferin bangt um Gesundheit und Leben ihres Vaters, Sie weiß, daß die Wallfahrt zu einem fernen Tempel ihm Heilung bringen könnte; vier Tagereisen ist der Tempel entfernt, sie kann nicht so lange ausbleiben, sie muß täglich Blumen verkaufen und den Vater pflegen; so steht sie denn nachts, wenn alle schlafen, von ihrem Lager auf; betend, mit der geweihten Kerze in der Hand, schreitet sie durch die Nacht, um die erste Stunde kehrt sie um und legt den Weg, den sie gekommen ist, wieder zurück. Eine Nacht, zwei Nächte, drei und die vierte wallfahrtet sie betend, ohne je ihr Ziel zu erreichen; am Morgen ist sie immer zurück und an ihrer Arbeit. Am frühen Morgen der dritten Nacht führt das Stück uns vor den Tempel, den sie mit ihrer Seele sucht. Viele Gläubige begehren Einlaß, aber der Tempel ist noch verschlossen. Jeder will der erste sein, der am Heiligtum seine Kerze entzündet. Ein wohlhabender, ein mächtiger Mann hat dem Pförtner reiche Gabe gegeben, damit er den Tempel schmücke und ihm vor allen anderen Einlaß verschaffe. Durch einen hinteren Hof führt der Pförtner ihn am frühen Morgen zum Eingang. Mit dem schweren Schlüssel schließt er auf, aber wie erstaunen die beiden, als vor dem Altar schon eine frische Kerze brennt! Der Mächtige überschüttet den Pförtner mit Vorwürfen, und dieser Mann kann sich den Vorgang nicht erklären. Am nächsten Morgen kehren sie noch früher zurück, rauh reißen sie die Pforte auf— wieder brennt das stille Licht, aber diesmal kniet durchsichtig, wie gläsern, eine Mädchengestalt vor dem Altar, von innerem Schein ist sie durchleuchtet, eine große Kraft geht von ihr aus, eine Lebensflamme lodert in ihr, und diese Flamme teilt sich plötzlich, der eine Teil wird frei, fliegt durch die Luft, und man weiß es wohl— sie wird durch die weiten Wege der Dämmerung bis zur Stadt in die Hütte gelangen, wo der Kranke schläft, und wird ihn wieder mit Frische, Kraft und Dauer erfüllen. (Aus:„Reden und Aufzeichnungen“, Manesse-Verlag. Zürich) weder freudig noch überzeugend klang. Während ich vor lauter Verlegenheit in Zeitungen herumwühlte, die Blaustiftstriche mit Hinweisen auf satirisch zu bewältigendes Zeitgeschehen trugen, sah ich, daß er immer wieder bald ein Smoking im spiegelnden Fensterflügel streifte, bald kopfschüttelnd die unnatürlich glitzernden Lackschuhe besah. Worauf er unvermittelt hastig hervorstieß:„Die Mädi sagt, es muß sein!“ Die Mädi! Du lieber Himmel; es war unverkennbar, daß er auf rosigen Wolken schwebte und in Banden schmachtete, gegen die es keinen Widerstand gab.—„Es geht vorüber!“ sagte ich aus purer Gutartigkeit, und er schien wirklich aufzuatmen. Doch versank er gleich wieder in schwermütige Betrachtung. Es mochte ihm jetzt erst richtig dämmern, daß er als der vielleicht prominenteste Repräsentant der Lederhose in einem Gewand und mit Schuhen vor mir stand, die er sonst grimmig als geckenhaft abzutun pflegte. Ich bewies eine Anlage zum Charakterspieler, indem ich mich weiter mit den Zeitungen beschäftigte und so tat, als ob nichts Ungewöhnliches vor meinen Augen geschähe. Er schien dieses taktvolle Benehmen auch anzuerkennen, doch stöhnte er von Zeit zu Zeit wie unter Gewissensqualen, und es war unverkennbar, daß ihm vor etwas bangte, das im nächsten Augenblick eintreten konnte. Und kaum gedacht, geschah es auch schon. Die Tür ging auf und spie niemand anderen als ausgerechnet Th. Th. Heine ins Zimmer. Er gab mir die Hand und sah nun erst den Thoma. Sein Mund ging auf und schien einen gellenden Schrei ausstoßen zu wollen. Aber Heine bezwang sich und sagte, indem er die Hand vor die Augen hielt und Thoma staunend betrachtete:„Was sehe ich— einen Minnesänger— oh wie reizend!“ Daß Thoma bei diesen Worten nicht in den Boden sank, lag weit weniger an ihm als am Boden, der mit sturer Gleichförmigkeit verharrte und sich nicht auftat— auch nicht, als dann der Reihe nach Arnold, Schulz und Thöny hereintraten, die alle den Thoma sahen und sogleich ihre Taschentücher in die Münder stopften, sofern sie nicht in krampfartigen Zuckungen auf dem schönen roten Plüschsofa herumlagen. Gulbransson allerdings, unter keinen Umständen veranlagt noch gesonnen, anders denn als Naturgewalt in Erscheinung zu treten, blökte orkanartig los und trieb das Elementarische auf die Spitze. Er ließ sich vor Thoma auf alle Viere nieder, um sein Seehundsgesicht im Spiegel der Lackschuhe anzugrunzen. Nicht oft wohl mag ein mittelalterlicher Ritter oder Knappe für die Dame seines Herzens Grausameres ausgestanden haben als unser guter, sonst so gern auf die Kirchweih ladender Nationaldichter in dieser Stunde. 3-D.Fernsehen Dreidimensionales Fernsehen ist die große Sensation der diesjährigen Londoner Funkausstellung. Die Firma Pye, die vor drei Jahren als erste den Ausstellungsbesuchern Farbenfernsehen praktisch vorführte, zeigt auf ihrem ununterbrochen von einer großen Menschenmenge umdrängten Stand eine dreidimensionale Fernsehkamera und einen dreidimensionalen Empfänger, die beide auf längere Zeit hinaus nur für industrielle und wissenschaftliche Zwecke Verwendung finden dürften. Das System arbeitet mit zwei Kameras, deren Aufnahmen übereinander auf den Schirm des Empfangsgerätes geworfen werden, und der Fernseher sieht mit der vom Kino her bekannten Polarisationsbrille die Sendung dreidimensional. KULTURNOTIZEN Die„H-Linie“ wird auch von den Mode- Samstag vom Düsseldorfer Oberbürgerfunktionären des Sowjetzonen- Beklei- meister dem Jesuitenpater Lutterbeck und dungsinstituts berücksichtigt, allerdings dem japanischen Botschafter Shunichi „ohne ihre Entartungen zu übernehmen.“ Kase übergeben. Düsseldorf hat die Türen, Wie die„Berliner Zeitung“ berichtet, ist die aus Kupfer getrieben sind, gestiftet. auf einer Östberliner Fachtagung fest- Der Düsseldorfer Künstlerverein„Malgelegt worden,„daß es nicht die Aufgabe sein kann, von Saison zu Saison absurde Modesprünge zu vollführen.“ Alte deutsche Volkskunst solle in der Sowjetzonen-Mode verarbeitet werden. Man wolle sich an die kasten“ will, nachdem die Wiederaufbauarbeiten vollendet sind, auch den alten Geist des Malkastens neu beleben. Für bildende Künstler, Schauspieler, Musiker und Journalisten soll wieder eine Heiminternationale Mode nur anlehnen,„soweit statt offen stenen. Außer Kammerkonzerten, Vorträgen, Diskussionen, Theateraufführungen, Dichterlesungen und Kulturfilmmatineen will der„Malkasten“ die große Tradition seiner Feste wieder aufleben lassen. Etwa neunzig Prozent der Eskimos im arktischen nordwestkanadischen Arbeitsgebiet des deutschen Arztes Dr. Otto Schäfer sind tuberkulös. Dr. Schäfer ist von der kanadischen Regierung als einzidas mit unseren ästhetischen Forderungen vereinbar ist.“ Die in diesem Jahr erstmalig veranstaltete„Corveyer Musikwoche“ soll nach dem Willen der Stadt Höxter ständig einmal jährlich stattfinden. Ein Kongreß der Militärärzte und Apotheker, an dem auch Vertreter der Bundesrepublik teilnahmen, wurde in Vianden (Luxemburg) abgeschlossen. In einer Reso lution wurde festgestellt, daß der totale ger Deutscher zur medizinischen BetreuKrieg den Zivilärzten die gleichen Auf- ung der Eskimos im Mündungsgebiet des gaben wie den Militärärzten stelle und Mackenzie-Flusses eingesetzt und widmet daher für eine gründliche Ausbildung aller sich vor allem dern Aufspüren und IsolieÄrzte gesorgt werden müsse. Der Kon- ren von Tuberkulose-Herden. Auch Krebs greß sprach sich für eine enge Koordi- kommt bei diesen Naturmenschen häufiger nierung zwischen den zuständigen zivilen vor als im Durchschnitt bei der weißen Organisationen und den Militärgesund- Bevölkerung. Jedoch wird kein Lungenheitsbehörden im Kriege wie im Frieden krebs beobachtet. aus. Die Militärärzte forderten außerdem Der Kölner Erzbischof bettete die eine Standardisierung der therapeutischen Gebeine des heiligen Albertus Magnus Methoden zur Behandlung der Kriegsver- von ihrem bisherigen Platz in der St. wundeten und-verletzten. Andreas-Kirche in die renovierte Krypta Die von Prof. Ewald Mataré geschaffe- des Gotteshauses um. Albertus Magnus nen Hauptportaltüren für die Welt- starb am 15. November 1280 im Dominifriedenskirche in Hiroshima werden am kanerkonvent in Köln. Madame Geneviève und ein leorer Chron Festgefügtes Haus Jacques Fath— 600 Mitarbeiter trauern Frauen aller Kontinente trauern um den Pariser Modekönig Jacques Fath, dessen Leben am 13. November die tückische Blutkrankheit Leukämie ein Ende setzte. Fath muß seinen Tod vorausgeahnt haben. Wenige Tage zuvor äußerte er, wie tröstlich es für ihn sei, daß sein Haus gesichert ist, daß seine Frau, sein zehnjähriger Sohn Philippe, seine fast 600 Mitarbeiter keine Not zu leiden brauchten. Alle Hoffnungen setzte er auf Madame Geneviève, die das Haus mit dem berühmten Namen weiterführen wird. Jacques Fath lernte seine Frau in den dreißiger Jahren auf einer Schauspielschule kennen, denn beide wollten ursprünglich zum Film gehen. Geneviève Boucher de la Bruyère war ein bekanntes Photomodell und Sekretärin im Hause Chanel, ehe sie Schauspielunterricht nahm. Vor dem Kriege noch heiratete sie Jacques Fath und wurde unentbehrliche Helferin ihres Mannes, der zwar schon einen Ruf. aber noch keinen Weltruf als Modeschöpfer hatte. 1948 unternahm das Ehepaar Fath zum ersten Male eine große Reise durch die Vereinigten Staaten. Die schöne Geneviève trug 35 der schönsten Modelle ihres Mannes vor, und über Nacht wurden sie ein Erfolg. Jacques Fath hatte den Geschmack der Amerikanerin— sportliche Eleganz verbunden mit Pariser Chic— getroffen und sich ihre Herzen und Dollars erobert. Bald öffnete ihm Hollywood bereitwilligst die Türen. Von da an brachte Fath jedes Jahr Fahrende Schule in Holland Eine fahrende Schule für Kinder von Jahrmarktshändlern gibt es seit kurzem in Holland. Die Schule besteht aus zwei Fahrzeugen. Das eine, zehn Meter lang und 2,50 Meter breit, dient als Unterrichtsrauin, das andere, der Motorwagen, ist zugleich Wohnung des Schulleiters, der auch als Fahrer fungiert. 49 Lehrer hatten sich um diesen Posten beworben. Es ist geplant, noch weitere vier oder fünf solcher fahrender Schulen in Holland zu gründen. französische und amerikanische Kollektionen heraus, was zweimal jährlich einen längeren Aufenthalt im New Yorker Studio bedeutete. Stets begleitete ihn seine Frau, die sein liebstes und bestes Modell blieb und ihn immer wieder zu neuen Ideen inspirierte. Als er auf einem Empfang einmal gefragt wurde welche Frau er am liebsten angezogen habe. brauchte er nicht lange nach einer Antwort zu suchen.„Die dort“. und zwischen Filmstars, Schönheitsköniginnen, Mannequins und Dollarprinzessinnen erkannte der Reporter die große, schlanke, blonde Geneviève, die mit Vorliebe als einzigen Schmuck eine Schnur schöner, großer Perlen trägt. Madame Fath ist es auch gewesen, die all die Jahre des großen Erfolges hindurch die Fäden des Geschäftes in der Hand hielt, damit sich ihr Mann ausschließlich um die künstlerische Seite seines Berufes kümmern konnte. Sie wird auch elnen Weg finden, das enorme Vermögen ihre Mannes in seinem Sinne weiterarbeite zu lassen. Philippe, der in einem franz sischen Internat erzogen wird und seine Vater abgöttisch liebte, wird einer sicheren Zukunft entgegengehen. Katrin Renard Sind Sie taktvoll? Bitte jetzt noch kein selbstbewußtes Ja oder resignierendes Nein, lieber Leser! Prüfen Sie sich zunächst an Hand der folgenden Fragen und setzen Sie als Antwort hinter jede ein ehrliches Ja oder Nein. 1. Würden Sie eine private Einladung annehmen, wenn Ihr Ehepartner nicht mit eingeladen ist? Ja— nein 2. Lesen Sie Privatpost, die nicht an Sie adressiert ist? Ja— nein 3. Amüsieren Sie sich laut und vernehmlich über ein Ihrer Ansicht nach geschmackloses Kleidungsstück eines(r) Bekannten? Ja— nein 4. Würden Sie anderen Leuten Alter oder Gewicht Ihres Ehepartners verraten? Ja— nein 5. Halten Sie Ihrem Partner Qualitäten vor, die Ihre frühere Freundin(früherer Freund) besessen hat? Ja— nein 6. Sagen Sie hin und wieder zu Ihrem Partner:„Ja, ja, damals, als du noch jünger warst...“? Ja— nein 7. Sprechen Sie mit Verwandten oder Bekannten über die Fehler Ihres Ehegatten? Ja— nein 8. Passiert es Ihnen daß Sie ein Ihnen anvertrautes Geheimnis weitererzählen? Ja— nein Jede Ja-Stimme bedeutet eine fast unverzeihliche Taktlosigkeit. Je mehr JaStimmen Sie also erreicht haben, desto schlimmer ist es um Ihr Taktgefühl bestellt. Die Mindestzahl an Nein-Stimmen, die man erwarten müßte, ist 7 Sie sehen, daß bei diesem Frage- und Antwortspiel strengste Maßstäbe angelegt sind. Aber Sie wissen ja selbst— wo es um den Takt geht, gelten Kompromisse nicht! Herr Roboter müsiziert Eine Sendung, die man nicht verpassen sollte UNSER a Aus den Silben: a— ab— as— auf— bahn— bend— ber— bor— ca— che— dampf— de— dis— duk— e— e—e — en— er— erst- ex- fei- fer— fluh— fuchs— füh— funk— gel— grund— hei— im— irr— jol— ka— ke— läu— le— le— lei— li— lo— mie- na—na— no— not— on— on— pens— pi— po— por- pro— promp —ra— rakt— re- re— re— rich— rung— scheu— ser— sil— so— spruch — ta— te— te— ter— teur— ti— ti —tu— tur— u— un— val— ve— vers— zung, sollen 26 Wörter gebildet werden. Ihre Anfangs- und Endbuchstaben ergeben einen Ausspruch(ch= ein Buchstabe). Bedeutung der Wörter: 1. kleines Boot, 2. biblischer Prophet, 3. Wasserfall, 4. italienischer Opernkomponist, 5. Theaterereignis, 6. falsch beförderte Sache, 7. Nachtstück, 8. Zeitabschnitt, 9. Teil des Jacketts, 10. Aufhebung einer Verpflichtung. 11. Massenerkrankung, 12. Stadt in Oberschlesien, 13. Arbeitsschluß, 14. Fisch, 15. Musikstück, 16. Pelztier, 17. männlicher Schwimmvogel, 18. Stegreifspiel, 19. Gesteinsart, 20. Ausfuhrhändler, 21. Vorrat, 22. drahtlose Nachricht, 23. Vervielfältigung, 24. Widerwille, 25. Verkehrsmittel, 26. Erwärmungsanlage. Auflösung des letzten Rätsels Falsch sind 7. und 10.: Korsika war Napoleons Heimat; nicht Hypotenusen, sondern Katheten muß es heißen. Ob man für oder gegen Musikexperimente ist: den 25. November muß man sich vormerken. 24 Uhr. Vielen wird diese Zeit zu spät sein. Aber es wird sich lohnen, etwas Schlaf zu opfern. Denn in dieser Rundfunksendung wird endlich einmal ein breites Publikum „elektronische“ Kompositionen zu hören bekommen, über die schon vieles— und meist Verworrenes— gesagt und geschrieben worden ist. Wer die Sendung hören will, um„mitreden“ zu können, hat sich allerdings reichlich viel vorgenommen. Es ist nämlich außerordentlich schwer, über diese Musik etwas Vernünftiges zu sagen. Das soll jedoch nicht bereits eine ironische Kritik darstellen. Selbst nach der Sendung wäre eine solche Kritik noch verfrüht. Es ist nämlich so schwer, diese Musik zu verstehen und sich mit ihr auseinanderzusetzen, daß man sich erst nach und nach mit ihr vertraut machen kann. Ob sich das lohnt, ist allerdings die zweite Frage. Es ist möglich, daß das Experimentieren mit elektronischer Musik ein Irrweg ist Aber wer will das bereits nach dem ersten kurzen Vordringen auf dieses Neuland erkennen? Musiktheoretisch erscheint der Versuch gerechtfertigt. Moderne Komponisten waren vielfach bis zu den Grenzen ihrer Kunst vorgedrungen. Die elektronische Musik beginnt auf der anderen Seite dieser Grenzen. Welche Bereiche sich dort auftun werden, ist noch ungewiß. Vor allem ist noch fraglich, ob sie noch etwas mit Kunst zu tun haben werden oder einseitig der Technik und einer neuartigen Ordnungslehre verhaftet sind. Während die bisher bekannte Musik aus Klängen bestimmter Instrumente besteht, hat sich bei der elektronischen Musik der Grundbaustein selbständig gemacht: der„reine“ Ton. Techniker haben ihn als letzten, unteilbaren Bestandteil der Musik, sozusagen als „Atom der Musik“, gewonnen. Aus diesem Ton, dem Ergebnis einer Analyse, suchen einige moderne Komponisten synthetische Musik herzustellen. Sie arbeiten mit Reihen von Formeln. Sie spüren Gesetze auf, die dem Klang zugrunde liegen, Für die Hörer ist es schwer, einen Zugang zu dieser Musik zu finden. Kein Interpret vermittelt sie. Wie Herr Roboter persönlich steht ein riesiger Lautsprecher auf dem Podium. Er gibt die ungewohnten Klänge wieder, die ein Tongenerator im Labor auf Tonbänder gebracht hat. Sehr befremdend wirkt das alles. Das spürte man bereits in einem zunächst noch nicht vom Sender ausgestrahlten Konzert des „Studlos für elektronische Musik des NWDR Köln“, und man wird es auch in der Sendung spüren, die demnächst über die Mittelwelle geht, denn es wird ein geradezu gespenstisches Konzert sein, das der Funk zuwege bringt; ein Konzert ohne Musiker, ohne Instrumente, ohne sichtbares Publikum und vielleicht sogar ohne— Musik. A. Straube 2 Dann Herz und Nerven schonen, MEEE tinken SPANIEN Uniformen nicht gefragt Carmen denkt realistisch- Romantik und Heldenverehrung sind unmodern geworden Madrid.— Auch in Spanien„gallupt“ es jetzt. Aber die Demoskopen fragen nicht nur nach der Innenpolitik, sondern mehr nach dem Innenleben, nach dem man früher in diesem Lande nicmals gefragt hâtte. Sehr aufschlußreich waren die Antworten, die sie von den heiratsfähigen Spanierinnen auf die Frage erhielten:„Welches sind nach Ihrer Meinung die drei wichtigsten Eigenschaften, die Ihr künftiger Mann haben müßte?“ Das Ergebnis ist in mancher Hinsicht überraschend und sehr bezeichnend für die spanische Psychologie. Nicht weniger als 64 Prozent der Befragten wünschten sich einen Ehepartner, der religiös ist, und erst an nächster Stelle folgten Arbeitsamkeit und Intelligenz mit 58 und 54 Prozent. Noch aufschlußreicher sind aber eigentlich die Eigenschaften, die nicht sehr gefragt waren. Nur 23 Prozent der Spanierinnen halten es für wesentlich, daß ihr Mann hübsch ist. Von galanten Ehemännern wollen sogar nur 12 Prozent etwas wissen — wahrscheinlich, weil diese Forderung von den Spaniern ohnehin voll erfüllt wird. Da haben die Frauen hier ihre Erfahrungen— sie kennen die Kehrseite der Medaille. Auch die gesellschaftliche Stellung wird nicht mehr allzu hoch eingeschätzt, denn nur für 6 Prozent der Befragten zählt „gute Famille“ zu den drei wichtigsten Gaben, die der Auserwählte haben müßte. Das ist recht erstaunlich, da es zeigt, daß die junge Generation der Spanierinnen nicht mehr von der guten„Partie“ träumt, wie es noch ihre Mütter taten. Es beweist aber noch mehr, nämlich, daß die Madrider Gesellschaft mit ihrem deutlichen Geltungsbedürfnis und ihrem zuweilen fatalen Hang zu Außerlichkeiten längst nicht mehr maßgebend für Haltung und Atmosphäre des spanischen Bürgertums ist. Das Ergebnie der Umfrage stellt den Spanierinnen ein denkbar günstiges Zeugnis aus und bestätigt, daß sie zu den häuslichsten und vernünftigsten Frauen gehören, die es heute in Europa gibt. Man hat nach diesem Resultat einen Grund mehr, sich das im Ausland verbreitete Klischee vom romantischen Abenteuersinn der feurigen Carmen abzugewöhnen. Für sie kommen die moralischen Qualitäten des Mannes an erster Stelle. Erst in weitem Abstand folgen die materiellen Interessen. Nur 26 Prozent nannten Reichtum unter den drei wichtigsten Eigenschaften des Ehepartners. Diese Zahl ergänzt in bemerkenswerter Weise die stark verminderte Nachfrage nach„distinguierter“ Herkunft. Die Spanierinnen haben gelernt, daß Fleiß, Intelligenz und Zuverlässigkeit wertbeständigere Eigenschaften sind als Besitz und gesellschaftliche Position. Obgleich die Spanierin die moralischen Qualitäten des Mannes an die höchste Stelle setzt, soll man daraus nicht schlieBen, daß sie eine blasse Idealistin ist. Alles andere als das. Wie die meisten Töchter des romanischen Bereiches haben auch die Frauen dieses Landes einen recht ausgeprägten Sinn für materielle Sicherheit. Die Modernisierung des spanischen Denkens kommt gerade darin zum Ausdruck, daß sie diese Sicherheit nicht mehr dort suchen, wo sie noch von der vorigen Generation gesucht wurde. Das gilt auch von der Einstellung zum Beruf des Mannes. Besitz und Vermögen sind weniger begehrt als eine abgeschlossene Karriere und solide berufliche Kenntnisse. Die meisten jungen Mädchen wünschen sich entweder einen Mediziner(18 Prozent) oder einen Ingenieur(13,5 Prozent), dagegen gestanden nur zwei Prozent, daß sie einen Millionär für das Ziel ihrer Träume halten. Auch Militärs(fünf Prozent) sind nicht so stark gefragt, wie man es in einem Land erwarten könnte, das immerhin unter Militärregime steht. Hierbei mag die nicht eben hohe Bezahlung der Offiziere eine Rolle spielen. Selbst von einem Flieger(zwei Prozent) wollen nicht viele etwas wissen— ein Beweis, daß die Spanierin nicht zu Romantik KANADA und Heldenverehrung neigt, sondern ein ruhiges und gesichertes Familienleben über alles andere stellt. Insgesamt sind die Zahlen aber ein Spiegel des Umwandlungsprozesses, der hier seit einer Reihe von Jahren im Gang ist. Gerade die Stellung der Frau ist revolutionären Einflüssen unterworfen. Die Spanierinnen sind im Begriff, sich den modernen Lebensgewohnheiten anzupassen. Aber sie tun es auf eine ebenso überlegte wie maßvolle Weise. Sie tun es mit Verstand, und der Verstand schließt bei ihnen das Herz nicht aus. Daß das Herz noch immer viel zu sagen hat, zeigt ein weiteres Ergebnis der Umfrage: die überwiegende Mehrheit der Befragten war strikt dagegen., daß einer der beiden oder gar beide Verlobte vorher schon andere Bindungen hatten. In diesem Punkt modernisiert sich die Spanierin nicht. Von der Demokratie des Eros will sie nichts wissen. Was das angeht, bleibt sie autoritär— unter diesem wie unter allen anderen Regimen. ARGENTINIEN Wenig modern geht es auf den spanischen Landstraßen zu. Der Karren triumphiert noch immer über das Auto. Die Zahl der ausländischen Kraftwagen ist außerdem höher als die der spanischen 000 Die südlichste Stadt der Welt Wellblechsiedlung in Argentiniens„Eiskeller“- Neun Monate Winter und Finsternls Buenos Aires.— Seit sieben Jahren kann sich Ushuaia auf Feuerland rühmen, die südlichste Stadt der Welt zu sein, Zwar bestand schon seit hundert Jahren an der stillen Bucht von Monte Olivia unter den schneebedeckten Gipfeln und zwischen den eisglitzernden Fjorden eine Missionsstation gleichen Namens, die 1869 Sitz der anglikanischen Kirche und von tapferen Männern unter großen Opfern gebaut wurde. Zwar lockte um die Jahrhundertwende der Goldrausch unzählige Abenteurer in das zerklüftete Land, verführt von großen Funden am Meeresufer. Damals wurden schon Goldmünzen geprägt und feuerländische Briefmarken gedruckt. Aber Von Neufundland bis zur Arktis Das Hoheitszeichen der Falange, Ochsenjoch und Pfeilbündel, steht an jedem Ortseingang Ottawa.— Eine zweite große Einwanderungswelle wird jetzt Kanada erreichen. Man bemerkte dies im letzten Monat am St.-Lorenz-Fluß, als 10 000 Reisende, hauptsächlich Einwanderer, von den verschiedensten Dampfern an Land gebracht wurden. Kanada, das zu Beginn des Jahres eine Million Einwanderer aufgenommen hatte, wird bald die zweite Million erreichen! Um mit diesem Zustrom fertig zu werden, KURZ BERICHTET Züchtig Mexiko-City.— Einen„Kußraum“, in dem sich verheiratete und unverheiratete Liebespaare ungestört verabschieden können, wird der neue Flughafen von Mexiko-City haben. Auch ein Raum für auf dem Luftwege beförderte Leichen ist vorgesehen, weil „offen herumstehende Särge die Fluggäste bedrücken“. Das kommt davon Rotherham.— Weil die Ladenbesitzerin Hannah Ball aus Rotherham bei Sheffield meinte, ihr Mann könnte zuviel kleine Helle trinken, nahm sie den Wagen, um ihn nach Hause zu holen. Auf der vergeblichen Suche trank sie 8 Gin und überfuhr 2 Fußgänger. Das kostete sie 30 Pfund= 350 DM Geldstrafe und 1 Jahr Führerscheinentzug. Gewissensbisse Kapstadt.— Das Finanzamt in Kapstadt erhielt einen Scheck über 20 Pfd. Sterling zugesandt. Beigelegt war ein Brief:„Ich habe mein Einkommen zu gering angegeben und kann seitdem nachts nicht mehr schlafen. Wenn sich meine Schlaflosigkeit jetzt nicht bessert, bekommen Sie auch noch den Rest.“ Dachschaden Ipswich.— 1888 hatte der Klempnerlehrling William Bird beim Neubau einer Schule zu Ipswich im Dachgebälk einen Zettel versteckt, auf dem er dem Finder eine Belohnung versprach. Voraussetzung war, daß der Zettel mindestens 50 Jahre unentdeckt blieb. Bei einer Dachreparatur fand ihn jetzt der Dachdeckergehilfe William Scrutton. Er erhielt die Belohnung, ein Pfund Sterling in Gold, denn William Bird, heute 81 Jahre alt, lebt noch. Starkstrom tötete vier Menschen Mailand.— Durch Starkstrom wurden drei Brüder im Alter von 17, 15 und 10 Jahren sowie ihr 62jähriger Vater in Cerreto bei Triest getötet. Ein Hochspannungskabel war gerissen und auf ein Feld gefallen. Der 15jährige Junge wollte es wegziehen und flel auf der Stelle tot umn. Seine Brüder wollten ihn befreien. Sie bezahlten diesen Versuch mit dem Leben. Schließlich tötete der Strom auch den alten Bauern, als dieser versuchte, seine Söhne von der Leitung zu lösen. „Harte“ Getränke Neuyork.— Auf den Fußballplätzen der Harvard-Universität darf den Zuschauern kein Bier und kein Whisky mehr verkauft werden. Die Universitätsleitung gab dazu bekannt, sie habe nichts gegen den Alkohol; nur die in aufregenden Spielmomenten durch die Luft segelnden leeren Flaschen wirkten störend. wurde ein Empfangssystem ausgearbeitet, das vielleicht das beste der Welt ist: Von dem Moment an, in dem das Schiff im St.-Lorenz-Golf beidreht, um den Lotsen an Bord zu nehmen, und der Neuankömmling das erstemal das Land erblickt, bis zu dem Augenblick, wenn er an seinem Bestimmungsort aus dem Zug steigt, ist jemand an seiner Seite, um ihm zu raten und zu helfen. Die langen Züge mit den alten Waggons der Kolonisten aus dem vorigen Jahrhundert sind ein vertrauter Anblick geworden. Sie fahren regelmäßig von den Häfen ins Land hinein und haben Tausende von Emigranten befördert, die im vergangenen Jahr nach fast allen Punkten von Neufundland bis zur Arktis wollten. Kaum, daß ein Tag verging, an dem nicht in dem einen oder dem anderen Hafen ein Einwandererschiff landete. Die europäischen Schiffahrtsgesellschaften tragen dem Rechnung und haben die verschiedensten Dampfer auf dieser Route eingesetzt. Einige amerikanische Schiffe wurden auf sehr geeignete Weise zum Transport von Einwanderern umgebaut. In anderen Fällen werden jetzt 800 Passagiere auf Schiffen befördert, die ursprünglich für 100 gedacht waren, In der nächsten Saison sollen noch mehr Schiffe die Strecke befahren, obwohl die Regierung bereits angedeutet hat, daß die Einwanderungsquote ganz von der wirtschaftlichen Lage Kanadas abhängen wird. Die Tatsache, daß die Schiffe nach Europa fast gänzlich leer zurückkehren, hat die Besitzer nicht abschrecken können. Ihre Proflte sind auch so noch groß genug. Die Rückreise wird oft schon wenige Stunden, nachdem der letzte Passagier das Schiff verlassen hat, angetreten. Der Andrang wird mit der vorgerückten Jahreszeit etwas abnehmen, aber es sind noch Fahrten bis Mitte Dezember vorgemerkt, zu einer Zeit also, in der man früher nie den St.-Lorenz-Fluß befuhr und zu der auch keine Versicherung mehr eingegangen werden kann. bald war das Gold erschöpft, und Ushuaia lag einsam da wie zuvor. Auch als am Anfang unseres Jahrhunderts die argentinische Regierung aus ungefügen Feldsteinen ein großes Gefängnis errichten ließ, konnte die Niederlassung sich noch nicht als Stadt bezeichnen. Erst nach seiner Auflösung, durch welche der kleine Ort den üblen Ruf als Strafkolonie verlor, wuchs die Einwohnerzahl auf 3500. Punta Arenas, auf dem westlichen Teil Feuerlands, der zu Chile gehört, trat seinen Titel als südlichste Stadt der Welt an die bunte Siedlung aus Wellblechhütten und Holzhäusern ab. Der Lebensstandard der Bewohner ist niedrig. Sie leben von der Holzindustrie, denn auf der Insel gedeihen Buchen- und Zedernwälder. Die Fischereiwirtschaft hat sich noch kaum entfaltet. In den Pampagebieten im Landesinneren treibt man Schafzucht. Die Kriegsmarine, die sich in dem düsteren ehemaligen Gefängnisbau niederließ, bringt allmonatlich die vielen Lebensmittel und Güter heran, welche das Land nicht selbst erzeugen kann, doch fehlen Reedereien, die den Handel mit dem noch unberührten Erz- und Holzreichtum HOLLAND beleben könnten. Der magere Boden gibt nur wenig Nahrung, so daß fast alles eingeführt werden muß und dadurch die Preise höher liegen als in den argentinischen Großstädten. Die verschiedenartigen Bewohner der Insel haben sich einander noch wenig angenähert. Überwiegend leben Chilenen hier, daneben die Yaghan, Reste der indianischen Urbevölkerung. Tausend Italiener wanderten nach dem Kriege ein, auch Exilrumänen und-polen sind zahlreich vertreten. Sie alle leben friedfertig nebeneinander und erkennen auch die ehemaligen Sträflinge des Gefängnisses als Bürger an. Eine Zeitung gibt es, einen Autobus, und hin und wieder landet auf der gegenüberliegenden Halbinsel ein Flugzeug. Das Klima in diesem„Eiskeller Argentiniens“ ist kalt und rauh. Regen, Schnee und wilde Stürme fegen über die südlichste Stadt der Welt hinweg. Drei Vierteljahre lang herrscht Winter und ununterbrochene Finsternis. Aber in dem kurzen Sommer funkelt die Mitternachtssonne über der zerklüfteten Meeresstraße, den Gletschern und Bergen in unvergleichlicher Farbenpracht. Altholland- platt gewalzt Amsterdams alte Grachten sollen verschwinden— Verkehrslawine bedroht das Land Amsterdam.— Jeder Holländer weiß, daß die malerischen und charaktervollen alten Städte mit ihren stillen Grachten und noblen Patrizierhäusern, mit ihren alten Brücken und verträumten Winkeln große Anziehungskraft auf Deutsche, Belgier, Franzosen, Skandinavier, Engländer und Amerikaner ausüben. Jährlich ergieBen sich Ströme von Fremden nach Holland hinein. Natürlich spielen dabei auch die zahlreichen Museen mit den Werken der alten Meister eine beachtliche Rolle, nicht minder die vielen Seebäder, die Wald- und Klimakurorte. Die meisten ausländischen Besucher kommen mit eigenen Wagen und Motorrädern ins Land. Rechnet man dazu die stetig wachsende Zahl holländischer Motorfahrzeuge, dann kann einem angst und bange werden um die Zukunft der malerischen, holländischen Städte, die dieser Verkehrsballung nicht mehr gewachsen sind. Amsterdams Bevölkerung nähert sich der Millionengrenze. Rotterdam wird bald 800 000 Einwohner haben, Den Hag hat annähernd eine halbe Million Einwohner. Die Städte wachsen immer mehr zusammen, schon spricht man von der„Großstadt Holland“. Die Entwicklung rollt ab mit der Naturgewalt einer Lawine, sie ist nicht mehr aufzuhalten und wird das schöne, alte Holland unter sich begraben. Die vielen malerischen Kanäle, Wasserläufe und Brücken sind Verkehrsfallen erster Klasse. Deshalb dringt die holländische Verkehrspolizei darauf, neue, graclinige, verkehrssichere Straßen zu schaffen. Amsterdams Polizeichef Kaasjager, außerberuflich ein sehr großer Verehrer der architektonischen Schönheiten Alt-Amsterdams, sah sich gezwungen, der Stadt Pläne zu unterbreiten, die ihm selber leid tun und die ihm viele Feinde machen werden. Kaasjager forderte den Bau eines neuen Verkehrsringes, der Amsterdams Altstadt umschließen soll. Das aber läßt sich nur verwirklichen, wenn die berühmten Grachten, wie der„Singel“, der„Kloveniersburgwal“, die„Gelderse Kade“ und viele andere, sowie ein Teil der Amstel zugeschüttet werden. Dabei werden zwangsläufig auch viele historische Bauwerke verschwinden müssen. Manches Stück des barocken Amsterdam wird geopfert, wenn Kaasjagers Plan ausgeführt wird. Die Ratsherren aller Parteien würden am liebsten Kaasjagers Plan in Grund und Boden verdammen, wenn es die täglich wachsende Verkehrsmisere nicht gäbe. Irgendeine Lösung muß gefunden werden, sie muß ähnlich wie in Amsterdam auch für kleine Städte gefunden werden. Auch der notwendige Wohnungsbau ist ein Feind der historischen Bauwerke der maJerischen alten Städte und Stadtviertel. Erbittert wurde ein Plan diskutiert, der den Bau eines riesigen Bürohauses vorsieht. Man hat nichts gegen Bürohäuser, aber es ergibt sich die Notwendigkeit, Bauplätze frei zu machen. Und das geht nur, wenn man historische Bauwerke niederreißt. Durch Sil wird Ihre Wäsche heller Mit Sil gespült geht's wirklich schneller Über Sil muß mon sich freven- Sil gibt der Wäsche Duft und Frische, mocht dos Spülwosser wunderbar weich und beseitigt auch dos letzte Restchen Seifenlouge. Das ist die richtige Waschmethode Albert Sigl ohne Zielwasser! Vater und Sohn als Glanznummer— Die deutschen Schützen bei den Weltmeisterschaften Ca racas.— Die deutschen Schützen trafen zwar erst als letzte Teilnehmer an den Weltmeisterschaften in Caracas ein. Aber wie sagte doch der Leiter des OrganisationsKomitees bei der Begrüßung auf dem venezolanischen Flughafen Maiquetia:„Das Gute kommt zum Schluß“. Und wenn man nach dem Applaus gehen will, den das deutsche Aufgebot bei der Eröffnungszeremonie erhielt, dann gehört es zu den willkommensten Die Aufgaben der DJK Prälat Wolker auf dem Hauptverbandstag Berlin. Staatsbürgerliche Erziehung sei nicht nur eine berechtigte Forderung der Staatsführung; sie müsse auch im Gesamtprogramm christlicher Erziehung gesehen und durchgeführt werden, forderte Prälat Ludwig Wolker auf dem 2. Hauptverbandstag der DJK in Berlin. Der Sport selbst, in der rechten Durchführung im besonderen des Jugendkraftsportes und seiner Gemeinschaft, sei an sich schon ein wesentliches und wertvolles Stück staatsbürgerlicher Erziehung und Aktion und müsse so als Aufgabe erkannt und durchgeführt werden. Die Hauptverbandstagung wurde mit einem feierlichen Gottesdienst vorbereitet. In Vertretung des auf Firmungsreise in der Zone weilenden Bischofs von Berlin, Wilhelm Weskamm, feierte Generalvikar Msgr. Puchowski das hl. Opfer. In seiner Festpredigt unterstrich der Prälat die Zusammengehörigkeit von göttlicher Ordnung und menschlicher Harmonie auch im Sport. Auf einer DJK-Kundgebung umriß der geistliche Beirat des DJK- Hauptvorstandes, Bundespräses Willy Bokler, die Aufgaben der deutschen katholischen Jugend in der gegenwärtigen Situation des deutschen Volkes. Der internationale Automobilverband bestätigte Walter Schlüter(Deutschland) als Europameister der Tourenwagenfahrer 1954. Der Karlsruher wurde bereits im letzten Jahr Europameister. Der Akademische Turnbund forderte in einer Denkschrift an die Kultusminister u. a. den Bau von hinreichenden Übungsstätten und die Einführung der täglichen Turnstunden. In Argentinien ging die Fußball-Meisterschaft zu Ende. Meister wurden die Boca Juniors mit 45 Punkten vor Independiente mit 41 und River Plate mit 38 Punkten Frankreichs Handball-Elf bewies ihre Verbesserung mit einem überraschenden 12:12 gegen Österreich. In Dijon zeigte vor allem die französische Abwehr eine unerwartet gute Leistung. nur so. Ursrünglich war davon die Rede, daß 15 Vereine des KNVB die bisher nur aus zehn Klubs bestehende professionelle Meisterrunde auffüllen sollten. Das Ergebnis der endgültigen Besprechung aber läßt erkennen, daß es in dieser Saison bei einer Meisterschaft mit 56 Vereinen bleibt, an der die Profiklubs teilnehmen, soweit sie nicht durch eine Fusion ihre kurze Tätigkeit abschließen. Ab 1956/57 wird Holland nur noch eine Liga mit 18 Vereinen haben, ein Ziel, das sich zweifellos lohnen wird. Der Versuch, einen Profiverband durchzusetzen, der seinen Betrieb außerhalb des KNVB„wild“ aufzog, ist gescheitert. Man mag es bei den Professionals anders auffassen, aber es steht fest, daß sie ein Ziel nicht erreichten: eine zahlenmäßig starke Spielklasse zu bilden, in der die Gewähr für eine Saison bis Ende Mai gegeben gewesen wäre. Das Fehlen geeigneter Plätze hemmte, genau so aber die Tatsache, daß Holland bei weitem nicht über ein zahlenmäßig so großes Reservoir erstklassiger Spieler verfügt, wie sie der Berufsfußball gebraucht hätte, um sich ohne eine Einigung mit dem KNVB durchzusetzen und vielleicht eines Tages eine Beendigung des„kalten Krieges“ zu diktieren. Vertretungen der insgesamt 31 Länder. Aber auch sonst wurde bisher wenig versäumt. Obwohl die anderen Nationen wegen der völlig anderen klimatischen Bedingungen bereits längere Zeit in Caracas weilten, hat sich die deutsche Mannschaft auch nach nur wenigen Tagen gut eingelebt. Sie fühlt sich auf der Weltmeisterschafts- Anlage „Weiße Kaninchen“ wie zu Hause. Schuld daran ist wohl vor allem die Tatsache, daß der Ernst des Lebens(englischer Match der Kleinkaliberschützen) erst am Mittwoch beginnt. Bis dahin gewöhnte man sich beim traditionellen Plakettenschießen an Umgebung und Klima. So gut übrigens, daß die„Walter Gehmann& Co.“ zumindest mit einer Vielzahl von Orden zurückkehren wird. Papa Sigl als Solist Stimmungs-Kanone der Mannschaft ist, wie schon in Oslo 1952, der bewährte„Zeremonienmeister“ Albert Sigl. Diesmal hat er in seinem Sohn Rudolf sogar einen exzellenten Assistenten.„Vater und Sohn“ werden beim traditionellen Kameradschaftsabend einen durchaus bühnenreifen Schuhplattler aufs Parkett legen, daß sich die Balken biegen. Schon als Solist mußte Papa Sigl 1952 Zugaben starten. Diesmal wird es noch besser. Denn obwohl der 17jährige dreimalige Jugendmeister wegen der Kürze seiner Nachmeldung keine Nationalkluft erhielt, fühlt er sich unter den „Alten“ überaus wohl. Überhaupt erregte die deutsche Mannschaft „in Uniform“ mit den grünen Jacken, grauen Auch der ausländische Zuzug war nicht so groß, wie es Optimisten erträumt hatten, zumal die wirtschaftliche Sicherung alles andere als verlockend wirkte. „Drei Pfirsiche auf Eis“ Kanadas Eishockeymannschaft Toronto.„Drei Pfirsiche auf Eis“ bedeutet der Name der kanadischen Eishockey-Mannschaft Penticton V’s, die Kanada bei den Eishockey-Weltmeisterschaften in Deutschland vertritt. Als der Name der Mannschaft gemeldet wurde, wußte zunächst niemand etwas mit ihm anzufangen. Das Penticton eine Stadt im westlichen Kanada(180 Kilometer ostwärts Vancouver am malerischen Okanagan-See) ist, war zwar leicht festzustellen, aber was das„V’s“ bedeutet, dar, über konnte kein Atlas oder Lexikon Auskunft geben. Erst eine Anfrage in Vancouver lüftete das Geheimnis: Penticton in BritishColumbia ist berühmt durch seine Pfirsiche. Die berühmtesten Pfirsichsorten aus Penticton heißen Victory, Valiant und Vidette. Die drei dieser Pfirsichsorten sind dem Namen der Eishockey-Mannschaft angehängt. Hosen, dunkelgrünen Krawatten und grauen Wetterhüten bereits beim Flug einiges Aufsehen. Mehr noch aber wegen der Gesangstunde, zu der Mannschaftskapitän Ernst Zimmermann in 7000 m Höhe über dem Atlantik aufrief. Dieser Unterricht mußte sein; denn noch einmal soll es nicht so passieren wie 1952, wo Spörer und Zimmermann allein auf weiter Flur standen, als die Vertretungen der einzelnen Länder ihre Volkslieder vortrugen. Also probte man. Und wenn man auch piano bleiben mußte und die Phonetik über den Ton siegte: Die vier Pflichtlieder „Ich schieß den Hirsch“,„Wer hat dich, du schöner Wald...“,„Am Brunnen vor dem Goyoaga schlug Thiedemann Reitturnier in Toronto Toronto. Exweltmeister Francesco Goyoaga(Spanien) gewann im Coliseum in Toronto die internationale Einzelmeisterschaft des Reitturniers im zweiten Stechen mit einem fehlerfreien Ritt gegen Fritz Thiedemann(Elmshorn) auf Meteor, der einmal abwarf. Mit je vier Fehlern im ersten Stechen teilten sich Weltmeister H. G. Winkler auf Halla und Rittmeister J. d'Harcourt(Mexiko) auf Petrolero den dritten Platz. In diesem schweren Springen ging es um den Wanderpreis des chilenischen Außenministers, der derjenigen Nation zufällt, die mit ihren Reitern die Konkurrenz dreimal in beliebiger Reihenfolge gewinnt. Mexiko stellte 1949 und 1950 den Sieger und war die einzige Mannschaft, die Aussicht hatte, die Trophäe endgültig zu gewinnen. Mit Goyoagas Sieg bleibt der Preis weiterhin umkämft. Im ersten Umlauf blieben insgesamt fünf Reiter fehlerfrei. Neben den vier Placierten qualifizierte sich auch der spanische Kommandant Garcia Cruz auf der Holsteinerin Baden für das erste Stechen, so daß hier mit Ausnahme des Mexikaners nur deutsche Pferde vertreten waren. Französisches Lob Düsseldorf. Henri Delauney, der Generalsekretär des Französischen Fußball-Verbandes. der auch im Welt-Fußballverband (FIFA) eine große Rolle spielt, besuchte anläßlich des Länderspiels in Hannover die Sportschule Barsinghausen. Nach seiner Rückkehr schrieb Delauney für„France Football“ einen Artikel„Die Wohlfahrten des Totos in Deutschland“, dem wir entnehmen: „Wenn ein Minister oder ein einflußreiches Mitglied einer der Parteien, die in unserer Kammer vertreten sind, die Wohlfahrten des Totos kennenlernen würde, wie wir es kürzlich getan haben, als wir die Sportschule Barsinghausen bewunderten, dann glaube ich sicher, daß er überzeugt worden wäre und wir auch in Frankreich auf diesem Gebiet um einige wichtige Schritte weiterkommen könnten. Diese Schule, ungefähr 50 km von Hannover gelegen, ist ein wahres Paradies für die Jugend. Es ist eine äußerst moderne sportliche Einrichtung. Sie besitzt ein Fußballfeld, ein Freiluft-Schwimmbecken, eine Halle von der Größe eines Fußballfeldes. sowie ein Hallenschwimmbad, Garderobenanlagen, Duschen, Konferenzsäle, zwei Küchen, Teezimmer und ein Restaurant, Fußbälle in beliebiger Anzahl, kurzum alles, was man sich zur Freude und Gesundheitspflege der sportlichen Jugend denken kann.“ Tore“ und„Sah ein Knab ein Röslein stehn“ sitzen..! Trotzdem Sorgenkind Trotzdem ist nicht alles Gold, was glänzt. Bestes Beispiel: Stimmungskanone Albert Sigl; denn er wurde auch zum Sorgenkind der Mannschaft, als Prof. Reindell kurz vor dem Abflug leichte Gleichgewichtsstörungen und einen übermäßigen Zuckergehalt bei ihm feststellte. Ergo: kein Weißbrot, keine Knödel und kein— Bier mehr. Das bedeutet für den urwüchsigen Bayern naturgemäß eine Diät, die schlimmer als jede Askese ist, wenn auch die venezolanischen Köche Prof. Reindells Magenfahrplan kaum genau einhalten können. Albert Sigl ohne„Zielwasser“? Man kann es sich kaum vorstellen— und auch nicht wünschen; denn nach einem Maß Bier geht's bei Vater Sigl nun einmal wesentlich besser! Den Rudolf-Bredemeier-Pokal, der alljährlich zwischen drei westdeutschen Landesjugendmeistern im Ringen ausgetragen wird, holte sich in Dortmund zum dritten Male der Nachwuchs des Deutschen Mannschaftsmeisters Heros Dortmund. Die britischen und deutschen Motorradfirmen beschlossen auf einer Tagung des „Bureau Permanent international des Constructeurs“, der Dachorganisation der Motorrad-Industrie, die Zurückziehung ihrer offiziellen Unterstützung für die Motorrad-Weltmeisterschaften 1955 zu erwägen. 1. Duisburger SV— Rotweiß Essen. Der Duisburger SV hat sich bisher sehr gut behauptet und wird auch dem Spitzenreiter allerhand zu schaffen machen. Punktestand: Duisburg 12:10. Rotweiß 19:3. Letzte Spiele: Dortmund— Duisburg 3:1, Rotweiß— Düsseldorf 2:2. Unser Tip: 2. 2. 1. FC Nürnberg— VfB Stuttgart. Der Club ist daheim noch ungeschlagen. Es fehlen Morlock beim Club und Torwart Bögelein beim VfB. Vorige Saison: 1:2, 2:5. Punktestand: beide 11:11. Letzte Spiele: Schweinfurt— 1. FCN 3:1, VfB— Mannheim 0:0. Unser Tip: 1. 3. VfL Bochum— Borussia Dortmund. Bochum hatte in letzter Zeit etwas Pech. Bei Borussia scheint sich die Neuformierung zu bewähren. Vorige Saison: 1:3, 0:3. Punktestand: Bochum 9:13, Dortmund 13:9. Letzte Spiele: Schalke— Bochum 1:0, Dortmund— Duisburg 3:1. Unser Tip: 0. 4. Jahn Regensburg— Eintracht Frankfurt. Spitzenreiter Eintracht wird hier schwer zu kämpfen haben. Vorige Saison: 0:2. 1:1. Punktestand: Regensburg 11:11, Eintracht 16:6. Letzte Spiele: Schwaben Augsburg— Regensburg 2:0, Eintracht— Reutlingen 4:3. Unser Tip: 2. 5. 1. FC Köln— Bayer Leverkusen. Die Kölner scheinen sich wieder gefangen zu haben. Vorige Saison: 7:3, 3:3. Punktestand: Köln 9:13, Leverkusen 11:11. Letzte Spiele: Meiderich— Köln 0:2, Leverkusen— Schwarzweiß Essen 2:0. Unser Tip: 1. 6. VIR Mannheim— Schweinfurt 05. Die Mannheimer sind am Tabellenende gelandet. Schweinfurt versteht zu kämpfen. Vorige Saison: 2:0, 1:1. Punktestand: Mannheim 7:15. Schweinfurt 11:11. Letzte Spiele: VfB Stuttgart— Mannheim 0:0, Schweinfurt— 1. FCN 3:1. Unser Tip: 1. UM VELEGRAMMSTII Das WFV-Verbandsgericht muß sich mit dem Verfahren des Vorstandes des FV ? Westfalen gegen den FC Schalke 04 wegen * Spielens in der Sommerpause beschäftigen, nachdem der FC Schalke 04 die Zuständigkeit der Spruchkammer Westfalen beNeuhaus' nächster Gegner, der 26jährige weiße Amerikaner Rex Layne, bestritt als Professional bisher 56 Kämpfe. 31 gewann er durch k. o., 14 nach Punkten, verlor fünf durch k. o. und vier nach Punkten und boxte zweimal unentschleden. Der Kampf soll am 12. Dezember in der Dortmunder Westfalenhalle steigen. er daetucde Mtetrentsatae Pes. Müller(Köln) unterlag in New York bei seinem ersten Kampf in den USA gegen Gene Fullmer(Utah) über zehn Runden nach Punkten. Die Billard-Weltmeisterschaft im Fünfkampf endete in Buenos Aires mit einem Sieg des Argentiniers Leopoldo Carrera. Der neue Meister erzielte 57 Punkte. Sein Landsmann Navarra kam mit 48 Punkten • auf den zweiten Platz vor dem Belgier : Vingerhoedt(45) und dem Deutschen SiegWimbledonsieger Jaroslav Drobny gewann das internationale Turnier von Sao Paulo, als er Italiens Meister Fausto Gardini in der Revanche für seine Niederlage von Rio de Janeiro mit 6:2, 4:6, 5:7, 6:2 6:4 schlug. 60 Flugzeuge begleiten die Rennwagen ; bei der diesjährigen Carrera Panameri• cana. Auch die Journalisten werden bel der Luftflotte vertreten sein, da der Staat Mexiko drei Flugzeuge bereitstellte. 7. Westfalia Herne— Schalke 04. Gegen den Tabellenletzten darf man den Schalkern schon einige Chancen einräumen. Punktestand: Herne 6:16, Schalke 12:10. Letzte Spiele: Delbrück— Herne 3:3, Schalke— Bochum 1:0. Unser Tip: 2. 8. SSV Reutlingen— Schwaben Augsburg. Beide Neulinge schnitten bisher gut ab; daheim dürfte Reutlingen stärker sein. Punktestand: Reutlingen 15:7, Schwaben 12:10. Letzte Spiele: Eintracht Frankfurt— Reutlingen 4:2. Schwaben— Regensburg 2:0. Unser Tip: 1. 9. Preußen Münster— Alemannia Aachen. Beide Mannschaften haben bisher wenig gezeigt. Vorige Saison: 1:2, 2:7. Punktestand: Münster 7:15, Aachen 8:14. Letzte Spiele: Sodingen— Münster 3:1. Aachen— M.-Gladbach 0:1. Unser Tip: 1. 10. Kickers Stuttgart— Bayern München Es wird hart hergehen, da beide Vereine die Punkte dringend benötigen. Vorige Saison: 0:3, 3:3. Punktestand: Kickers 9:13. München 7:15. Letzte Spiele: Fürth— Kickers 1:3. München— Öffenbach 2:1. Unser Tip: 1. 11. Schwarzweiß Essen— SV Sodingen. Auswärts haben die Sodinger noch kein Spiel verloren, verzeichnen aber jetzt einige Verletzte. Vorige Saison: 2:0, 0:2. Punktestand: SW Essen 13:9, Sodingen 17:5. Letzte Spiele: Leverkusen— SW Essen 2:0. Sodingen— Münster 3:1. Unser Tip: 1. 12. Kickers Öffenbach— SpVg Fürth. In diesem Spiel dürfte die Tagesform den Ausschlag geben. Vorige Saison: 1:1, 0:0. Punktestand: Öffenbach 12:10, Fürth 11:11. Letzte Spiele: München— Öffenbach 2:1, Fürth— Kickers Stuttgart 1:3. Unser Tip: 1. 13. Hamburger SV— Hannover 96. Unser Tip: 1. 14. Altona 93— Bremerhaven 93. Unser Tip: 1. „Kalter Krieg" beendet Hollands Fußballer wieder in einem Boot Amsterdam.— Im holländischen Fußball ist der Königlich-Niederländische FußballBund wieder allein maßgebend. Er war es international immer, trotz des neugegründeten Profiverbandes, denn der Welt-Fußballverband(FIFA) nimmt aus einem Land, das ihm angeschlossen ist, keinen zweiten Verband auf. Es sieht auf den ersten Blick aus, als ob die professionelle Richtung einen großen Erfolg zu verzeichnen hätte. Aber es scheint Steckbrief Wir tippen im West-Süd-Block WURTSCHAFT UND ARBEIT „Künstlicher Arbeiter" vor Ort? Kampf gegen den Rückstoß— Das Ende der„Pickhammerkrankheit“? Essen.— Einem wichtigen Problem, dem Rückschlag von Bohrhämmern, sind Essener Zechen gemeinsam mit dem Institut für Arbeitspsychologie zu Leibe gerückt. Dieses die Knochen, das Gewebe und den ganzen Körper des Mannes am Bohrhammer zum Vibrieren bringende Rütteln führt oft genug zu der gefürchteten„Pickhammerkrankheit“. Trotzdem kann man nicht auf diesen Helfer des Bergbaues verzichten. Die bisherigen Versuche haben bereits gezeigt, daß der Rückstoß durchweg von der Beschaffenheit der Kohle unabhängig ist. Er wird vielmehr von dem Preßluftdruck, der Schlagzahl je Minute, dem Hammergewicht und schließlich Bis 25%„Neustbauwohnungen“ Um 512 500 Wohnungen hat der Wohnungsbestand der Bundesrepublik 1953 zugenommen, das sind rund 4,9 Prozent des Bestandes am Jahresanfang. Gegenüber der Wohnungszählung vom 13. September 1950 beträgt die Bestandszunahme bis Ende 1953 Im Bundesgebiet 16,2 Prozent. Einschließlich der seit der Währungsreform vom 20. Juni oder wiederaufgebauten Wohnungen macht der Anteil der sogenannten„Neustbauwohnungen“ am gesamten Wohnungsbestand zwischen 20 und 25 Prozent aus. In den einzelnen Bundesländern ist die Bestandszunahme recht unterschiedlich. An der Spitze liegen naturgemäß die Stadtstaaten Hamburg und Bremen sowie Nordrhein-Westfalen. sogar von dem Widerstand des Arbeiters in der jeweiligen Abbauhammerstellung bestimmt. Man plant weiterhin, den Widerstand des Menschen bei den verschiedenen Schlagzahlen zu untersuchen, denn so lassen sich endlich die physikalischen Größen des Rückstoßes berechnen. Zugleich ergäbe sich dann die Möglichkeit, eine Anpreßvorrichtung zu konstruieren, die gewissermaßen als„künstlicher Arbeiter“ fungiert und den Hammer wie ein Mensch anpreßt. So ließen sich die Abbauhämmer künftig zuverlässig prüfen, und der Industrie wären wertvolle Anregungen gegeben, wie Bohrhämmer beschaffen sein müssen, um den Menschen weitgehend zu schonen. Einfuhr von US-Kohle steigt wieder an Duisburg.— Nachdem die Einfuhr von US-Kohle für die Bundesrepublik auf dem Rhein über die deutsch-niederländische Grenze bei Emmerich in den letzten Monaten erheblich zurückgegangen war, stieg sie im Monat Oktober um 11 113 Tonnen auf 12 239 Tonnen an. Demgegenüber war die Lieferung zur Schweiz mit 22 837 Tonnen im Oktober um 6078 Tonnen geringer als im September. Angestellten-Renten unter Fürsorgesatz Düsseldorf(nws).— Das geltende Recht hat eine offenkundige Benachteiligung der Angestellten zur Folge gehabt. Deshalb ist ein schnelles Handeln vom Gesetzgeber dringlich geworden. In der Angestelltenschaft mehren sich daher die Stimmen, die fordern, daß der Staat größere geldliche Verpflichtungen übernimmt und die eingehenden erheblichen Beiträge der Angestelltenversicherung wirklich zur Sicherung des Lebensabends der Angestellten verbucht werden. Es ist in Aussicht genommen, eine Gefahrengemeinschaft der Angestellten in der Angestelltenversicherung zu bilden, sofern das Einkommen der einzelnen Angestellten bei Aufnahme einer vertraglichen Tätigkeit 12 000 DM jährlich nicht übersteigt. Der Eintritt in die Angestelltenversicherung soll nur durch Aufnahme einer versicherungspflichtigen Tätigkeit erfolgen. Zu dieseen Bestrebungen innerhalb der Angestelltenschaft hat wesentlich die unwürdige Lage der Rentner beigetragen. Das Ruhegehalt aus der Angestelltenversicherung betrug zu Beginn dieses Jahres monatlich durchschnittlich 128 DM. die Witwenrente machte 69 DM aus und die Waisenrente nur etwa 40 DM. Diese Zahlen beweisen, daß das durchschnittliche Ruhegehalt eines Angestellten unter den Leistungen der Fürsorge für ein Ehepaar liegen. Bund der Steuerzahler stellt acht Forderungen „Weitere Tarifsenkung möglich“— Tragbare Übergangslösung vorgeschlagen Düsseldori.— Im Gegensatz zu den jüngsten Erklärungen des Bundesfinanzministers hält der Bund der Steuerzahler nach wie vor an seinen Berechnungen fest, wonach über die gegenwärtig diskutierten Vorschläge hinaus eine beträchtliche Steuertarifsenkung möglich sei. Mehrere unabhängig voneinander arbeitende wissenschaftliche Institute und der Bund der Steuerzahler hätten dem Bundesfinanzminister vorgerechnet, daß eine beträchtliche„Manövriermasse“ — der Bund der Steuerzahler beziffert sie auf etwa 1.8 MilHarden DM— für weitere Tarifsenkungen zur Verfügung stehe. Der Bund der Steuerzahler hat jetzt, vor der zweiten Lesung, den dringenden Appell an den Bundestag gerichtet, die den Wählern vor dem 6. September 1953 ausdrücklich versprochene Steuerreform dadurch wenigstens teilweise zu retten, indem in der ersten Phase eine tragbare Übergangslösung geschaffen wird. Für eine solche Übergangslösung stellt der Bund der Steuerzahler folgende Hauptforderungen auf: Wirklich fühlbare Senkung des EinkommenNteuertarifs über die Regierungsvorlage hinaus. Die gesetzliche Senkung soll besonders den bisher stiefmütterlich behandelten mittleren Einkommensschichten zugute kommen. Der Einkommensteuerhöchstsatz soll 50 Prozent nicht überschreiten; Beseitigung der Zusammenveranlagung von Ehegatten; Erhöhung der Pauschbeträge für Werbungskosten und Sonderausgaben für Lohnsteuerpflichtige. Aufrechterhaltung der bisherigen Vergünstigungen für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit: Verzicht auf die Erhebung einer Bundesergänzungsabgabe; Wiederherstellung der Regierungsvorlage zur Körperschaftssteuer mit dem gespaltenen Steuersatz als Übergangslösung bis zur endgültigen Neuregelung der Besteuerung gewerblicher Gewinne; Verzicht auf die Erhöhung des Großhandelssteuersatzes bei der Umsatzsteuer; Umwandlung der Freigrenze für Handelsvertreter und einige freie Berufe in einen Freibetrag; Gewährung eines pauschalen prozentualen Abschlags auf die Steuerschuld 1954 bei der Einkommen- und Lohnsteuer sowie der Körperschaftssteuer als Ausgleich für das verspätete Inkrafttreten. Australische Importeier entlasten Markt Unter holländischem Angebot— Hohe Preise geraten ins Wanken Dortmunn.— Am Eiermarkt haben die hohen Preise nun doch eine stärkere Zurückhaltung seitens der Verbraucher bewirkt. Einige Partien ausgezeichncter australischer Importeier entlasteten den Markt, da sie mit 3 Pf unter Hollandpreisen angeboten wurden. Die Grundtendenz ist nicht mehr so fest wie noch vor einigen Tagen. Auch Holland mußte mit seinen Forderungen zurückgehen. Deutsche Kükeneier sind nur in kleinen Partien am Markt, Hauptumsätze der deutschen Ware nach wie vor im ErzeugerVerbraucher-Verkehr mit Preisen von 25—28 Pf für ungekennzeichnete Eier etwa der Größenklasse B. Die Kennzeichnungsstellen zahlen bei Abnahme ab Hof an die Sammler unterschiedlich 22—24 Pf. Im übrigen wurden folgende Preise beobachtet: Die Ladenpreise des Einzelhandels lagen um 1—2 Pf höher. Die deutschen Gießereien sind zur Zeit gut beschäftigt. Die diesjährige Produktion wird mit voraussichtlich 2,9 Millionen Tonnen das Vorjahrsergebnis um etwa zwölf Prozent überstelgen. Die weitere Entwicklung dieser Branche wird optimistisch beurteilt. Die Rohstahlerzeugung in den Ländern der europäischen Kohle- und Stahlgemeinschaft übertraf im Zeitraum Januar bis Oktober nach Ermittlungen der Hohen Behörde mit 35,66 Millionen Tonnen das vergleichbare Vorjahrsergebnis um 2,55 Millionen Tonnen. Brotprelserhöhung durch Unkostenstelgerung BRonn.— Das Bundesernährungsministerium wies darauf hin, daß die Brotpreiserhöhungen, die vor allem in NordrheinWestfalen stattgefunden haben, durch das Ansteigen der Löhne und der Unkosten bei Mühlen, Brotfabriken und Bäckereien bedingt seien. Auf diese kostensteigernden Faktoren hätten Ernährungsverwaltung, Landwirtschaft und verarbeitendes Gewerbe keinen Einfluß. Die Preise für das Dreipfundbrot sind gebietsweise um fünf bis sechs Pfennig, die für Brötchen um einen Pfennig heraufgesetzt worden. Der Umsatz der Westberliner Industrie ist im September um 12,7 Prozent auf 399,1 Millionen DM gestiegen. Dreiviertel dieser Erhöhung entfallen auf die Elektroindustrie und die Bekleidungsindustrie. Der Export der Industrie Westberlins nahm im gleichen Monat um 17,6 Prozent auf 36.5 Millionen DM zu. Der Ausfuhrwert der Elektroindustrie war mit 18,8 Millionen DM der höchste seit Kriegsende. Koks teilwelse knapp Essen.— Für mehrere Kohlen- und Kokssorten zeichnet sich bereits wieder eine gewisse Verknappung ab. Wie aus maßgebenden Kreisen des Kohleeinzelhandels am linken Niederrhein verlautet, sind vor allem Edelsorten wie Eß- und Anthrazitkohle, bestimmte Fett-Nuß-Sorten und zum Tell auch Koks knapp. Zur Preissituation erklärt der Kohleneinzelhandel, daß eine Normalkalkulation in den Sommermonaten nicht möglich war, und daß mit gewissen Preiskorrekturen bei verschiedenen Hausbrandsorten durchaus gerechnet werden könne. Eine wesentliche Verteuerung werde aber nicht eintreten. Rheinisch-Westtälische Börse Weiter anziehende Kurse. Tendenz: Industrie-Aktien Accu-Hagen 143 bz G AEG 180½ bz Allg. Hoch& Ing. — G Taxe 155 Bad. Anilin 206¾ bz Balcke Masch. 165 bz G Bergb. Ewald Ludw. 133 bz G BMW 126 bz Bemberg 120½ bz G Beton& Monier 176 G Boswau& Knauer 148 G Buderus 171 bz G Burbach 169 bz Busch Jaeger 243 G Cassella 282 bz Conti-Gummi 201 bz G Consolidation 152 bz Daimler 215 bz G Demag 210¼ bz Dt. Conti Gas 192¼ bz Dt. Erdol 159 bz Didler 209 G Dortm. Aktien 206 G Dortm. Ritter 300 bz G rep Dortm. Union 201 bz Dynamit Nobel 206 bz Essener Steink. 128 bz Farbenf. Bay. 215½ bz IG Farb. Liqui 45½ bz Feldmühle 212 G Felten 161 bz Goidschmidt 142 bz Harpener 122 bz G Hindrichs Auff. 75 G Hochtief— Höchster Farb. 207¼ bz Hoesch— Kabel Rheydt 202 bz Karstadt 192 G Kaufhof 218 bzG Krefft 8 b2 Mannesmann 159¾ bz Mülh. Berg 136¼ bz Nordwestd. Hütt 146 b2 ex Ausschüttung Rh. Braunkohle 187 bz Rheinstahl 270½ bz RWE 186 bz Rheinmetall 28 Br Rheinpr. 151¾ bz Rheinst.-Union 151 bz Salzdetfurth 199 bz Schering 255 bz Schiess 178 bz Br Schwabenbräu 145½ bz Siemens St., 237 bz Siemens Vorz. 227 bz Stamag 153 bz Ver. Dt. Nickel 171 G Ver. Rumpus 106 G Ver. Stahlw. 84½ bz Wass.-Gelsk. 166¼ bz Wintershall 190 bzG Zellwald 149 bz G Bank-Aktien Comm.-B. Liqui 15 b2 Bankverein Westd. 199½ bz G Deutsche B. Liqui 16 bz Rh.-Westf. B. 186 bz G Dresdn. B. Liqui 15 bzG Rh.-Ruhr-B. 184 bzG Freiverkehr Chemie-Faser Inh. 127½-132 Nordd. Lloyd 65-69 Phrix-Inh. 57-61 Rhein. Kunstseide 100½-106½ Schulth. St. 33-34 Kall-Chemie 193 G Übermittelt vom Bankverein Westdeutschland DM-West— DM-Ost Frankfurt am Main. Die Wechselstuben kaufen 470 DM-Ost für 100 DM-West und verkaufen 100 DM-Ost für 22,69 DM-Went. Altenhundem sah„Kreuze in der Wüste“ Packende Filmvorführung aus Anlaß des Volkstrauertages Altenhundem. Regen beeinträchtigte an verschiedenen Orten des Lenne- und Hundemtales den vorgesehenen Programmablauf der Gedenkfeiern am Volkstrauertag. In Altenhundem traten die Vereine nach dem Hochamt am Marktplatz an, wo unter zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung beim Klang der Totenglocke am würdig ausgestalteten Ehrenmal auf dem Kirchplatz durch Gemeindebürgermeister Heimes ein Kranz niedergelegt wurde. Dann marschierte man geschlossen zum Lichtspielhaus, das bald bis auf den letzten Platz besetzt war. Hier leitete die Symphonie h-moll von Schubert die Gedenkstunde für die Gefallenen ein. Hermann Löhr sprach eindringlich das Gedicht„Mahnung des toten Soldaten“. Der MGV„Concordia“ trug das Lied„Mein Dörflein“ vor. In seiner Gedenkrede würdigte Pfarrer Ziesen den Opfertod der Gefallenen und das Leid der Hinterbliebenen.— Wir sollten in Zukunft stets darauf bedacht sein, daß uns der Friede erhalten bleibe. Die hiesige Gedenkfeier erhielt eine besondere Note durch die Aufführung des Filmes„Kreuze in der Wüste“, Dieser Filmstreifen, vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zur Verfügung gestellt, führte die Anwesenden auf den afrikanischen Kriegsschauplatz, zeigte den Alltag der Orientalen und die Einsatzgruppe des Volksbundes bei ihrem Bemühen, die in der weiten Wüste verstreuten Gefallenen zu sammeln und auf geschlossene Ehrenstätten umzubetten. Noch einmal trat der MGV auf mit dem Lied„Der tote Soldat“. Der Vorsitzende der Ortsgruppe des VDK, Konrektor Volmar, sprach der Ortsbevölkerung für die bisher geleisteten Opfer für die Kriegsgräberfürsorge den Dank aus. Beethovens„Symphonie c-moll“ beschloß die eindrucksvolle Gedenkfeier. In Langenei veranlaßte die regnerische Witterung die Vereine die Heldengedenkfeier anstatt auf dem Friedhof in der Kirche abzuhalten. Auf der Orgel wurde die Feierstunde mit einem Choral eingeleitet. Von zwei Mitgliedern des Schützenvereins wurde unter Trommelwirbel in der Kirche ein großer Kranz niedergelegt. In seiner Gedenkrede würdigte Vikar Hellwig die Bedeutung des Volkstrauertages und den Sinn und Zweck der Deutschen Kriegsgräberfürsorge in ihrem Bemühen, unseren Gefallenen eine würdige Ruhestätte zu bereiten. Mit dem auf der Orgel gespielten Lied vom guten Kameraden klang die Feierstunde aus. In Saalhausen marschierten nach dem Hochamt die Mitglieder des Schützenvereins unter Vorantritt der Musikkapelle zum Ehrenmal, wo auch die übrigen Ortsvereine und die Bevölkerung sich recht zahlreich an der Heldengedenkfeier beteiligten. Nach einem Musikstück gedachte der Vorsitzende des Schützenvereins Fritz Beckmann, der Gefallenen in ehrenden Worten. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden legte er einen großen Kranz nieder. In Kirchhundem hatte die Soldatenkameradschaft in würdiger Weise die Gedenkfeier ausgerichtet. Mit den übrigen Ortsvereinen marschierte man nach dem Hochamt zum Ehrenmal. Nach einem Musikstück der Feuerwehrkapelle legte der 2. Vorsitzende der Soldatenkameradschaft, Paul Siebert, am Ehrenmal einen Kranz nieder. Nach einem Choral der Musikkapelle gedachte in eindrucksvollen Worten Vikar Schäfer der Opfer des Krieges. Mit dem Lied vom guten Kameraden klang die würdige Feierstunde aus. Am Ehrenmal in Hofolpe wurden am Volkstrauertag ebenfalls Kränze zum Gedenken unserer gefallenen Soldaten niedergelegt; ferner in Oberhundem. In Heinsberg traten am Nachmittag die Ortsvereine unter Vorantritt der Musikkapelle Heinsberg und unter zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung auf dem Schulhof zu Marsch und Ehrenmal an. Nach einem Musikstück der Musikkapelle und einem Lied des Männergesangvereins legte Schützenhauptmann Kraume einen großen Kranz nieder. Pfarrer Peetz würdigte das Opfer unserer gefallenen Soldaten und übrigen Kriegsopfer. Mit dem Lied vom guten Kameraden klang die Feierstunde aus. H Grevenbrück. Eine außergewöhnliche Feier fand am Montagnachmittag in der Pfarrkirche statt. Es war die feierliche Aufnahme und Weihe von 45 jungen Knaben als Meßdiener, zu der sich die Eltern und Geschwister, sowie viele Gläubige eingefunden hatten. Unter Glockengeläut und Orgelklängen hielten Pfarrgeistlichkeit, Ministranten Elisabeth-Feler Welschen Ennest. Im kleinen Höfer'schen Saale versammelten sich die Mitglieder des Frauenbundes zu einer Elisabethfeier. Nach dem Kaffeetrinken und der Ablage des Jahresberichtes hielt Frl. Bierschenk aus Münster ihren wertvollen Vortrag. Sie zeichnete St. Elisabeth, die hehre Fürstin der Caritas, als das Bild der Frau unserer Tage. Nach der Ehrung der langjährigen Kassiererin, Frl. Schulte, erstattete die Vorsitzende Bericht über das Schaffen des kath. Frauenbundes. Sie wies besonders auf eine Fernsehsendung am morgigen Buß- u. Bettag hin. Zum Ausklang sprach Pfarrer Lohmann als-Seelsorger. Er ging aus von seinem Predigtruf an die Mütter und Frauen seiner Gemeinde am Feste der Mutterschaft Mariens:„Alle Not ruft: Mutter!“ Die Mütter machte er auf ihre Verantwortung für die Jugend aufmerksam. Als wichtigste Forderung erhob er die nach gewissenhafter Prüfung beschlossene und vom Erzbischof geforderte Gründung einer „Mütter- und Frauengemeinschaft“ auch in der St. Johannes-Gemeinde Welschen Ennest. Frauenbund und Müttergemelnschaft sind wie zwei sich gegenseitig helfende und ergänzende Schwestern in der großen Familie der Kinder Gottes. Die Zeitschrift„Frau und Mutter“ wurde als Werbematerial in alle Familien getragen. Pfarrer Lohmann schloß mit den Worten aus einem Elisabethgedicht:„Habet wie Elisabeth den Mut, gut zu sein!“ Jugoslawische Konserven.. Altenhundem, Vor einigen Tagen wurde in der Presse vor Konserven gewarnt, die aus Jugoslawien durch eine Hamburger Importfirma geliefert waren. Diese Konserven sollen Krankheitserreger enthalten, durch die bereits in Kaiserslautern ein Todesopfer und einige Erkrankungen nach dem Genuß der Konserven festgestellt sind. Bei der Ueberprüfung der Lebensmittelgeschäfte im Kreisgebiet Olpe nach solchen jugoslawischen Konserven konnte die Polizei, wie uns mitgeteilt wird, in einem hiesigen Geschäft über 30 dieser Konservendosen einzichen und dem Ordnungsamt zur Ueberprüfung übergeben. Maumke. Wegen des einsetzenden Regens fand am Volkstrauertag die Gedenkfeier für die Toten der letzten Kriege im Anschluß an das Hochamt in der Kirche statt. Die Gedenkrede hielt Pfarrvikar P. Richter. Maumke. In der am kommenden Freitag stattfindenden Sitzung der Gemeindevertretung wird Kreisbaumeister Venrath den Baugebietsplan für den Wohnraum Maumke und Meggen bekanntgeben und erläutern. Bilstein. Am Freitag ist im Gemeindebüro von 14 bis 17 Uhr Hebetermin. und die aufzunehmenden Knaben feierEchen Einzug in das Gotteshaus. Nach der Erneuerung des Taufgelübdes wurden alle Meßdieneraspiranten namentlich aufgerufen und schritten einzeln zum Altar, wo nach dem Versprechen Pfarrer Streier die Segnung der Knaben und die Uebergabe der Meßdienergewänder vornahm, nachdem sie vorher brennende Kerzen am Altare geopfert hatten. Auch die Uebergabe der kirchlichen Geräte wurde in feierlichem Zeremoniell vorgenommen. Die Festpredigt hielt Vikar Kraft. der seinen Ausführungen die Worte zugrunde legte:„Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret es ihnen nicht!“ Wert, Würde und Aufgabe eines Ministranten schilderte er in ergreifenden Worten. Nachdem die Aufzunehmenden die Ministrantengewänder angelegt hatten, wurden sie in sakramentaler Prozession durch das Gotteshaus geleitet. Mit Gebet, Volksgesang und Segen schloß die erhebende Feier, die mit dem feierlichen Auszug aus der Kirche endete. Diese feierliche Aufnahme soll künftig jedes Jahr durchgeführt werden und zwar nach den früher üblichen Zeremonien der Kirche, die im Laufe der Jahrhunderte nicht mehr üblich waren. Pfarrer Streier, der die Weihehandlung vornahm, war vor einem Jahre an diesem Tage als Pfarrer von Grevenbrück eingeführt worden. Langenei. Am Mittwoch konnte Heinrich Friedhoff sein 77. Lebensjahr vollenden. Der Altersjubilar erfreut sich noch einer guten geistigen und körperlichen Frische und Rüstigkeit. Wir wünschen ihm noch viele Jahre bester Gesundheit! Meggen. Am 10. November fuhr um 11.05 Uhr in der Grubenstraße ein Krad gegen einen nach links einbiegenden Pkw. Der Kradfahrer wurde hierbei verletzt. Beide Fahrzeuge wurden beschädigt. Feierliche Aufnahme der Meßdiener Erstmalig wieder nach einer alten kirchlichen Zeremonie „Tuet recht- Gott über euch!" Schausplel-Studlo Inszenierte erfolgrelch„Das große Welttheater“ Altenhundem. Schon lange haben wir es nicht mehr erlebt, daß eine Schauspielaufführung den Theatersaal der Sauerlandhalle derart gefüllt, wie am Wochenende bei der Aufführung von Calderons „Werttheater“. Immer mehr Besucher strömten am Sonntagabend kurz vor Beginn der Aufführung auch aus den umliegenden Orten herbei, um diesem Stück beizuwohnen. Bis auf den letzten Platz waren Saal und Tribünenaufbau besetzt. Dieses Spiel währte nur eine Stunde, beeindruckte aber die Theatergäste aufs tiefste. Denn dieses„Große Welttheater“ lebt von dem dichterisch-kühnen Theatereinfall, Gott als Regisseur der„Weltbühne“ und die Menschen als deren Schauspieler aufzufassen. Die einzigartige Aufführung durch das Iserlohner Schauspiel-Studio hat bewiesen, daß in Eichendorffs Uebertragung der Zauber Calderonscher Dramatik lebt, daß in seiner Uebertragung die christliche Weltschau des Spaniers mit all ihren Allegorien und Geheimnissen unverfälscht und dichterisch lebt. Für die Inszenierung dieses Stückes gilt der Kulturgemeinde und dem Schauspiel-Studio besonderer Dank! Die Spielleitung lag in der bewährten Hand von Ferdinand Held-Magney. Die eindrucksvolle Raumgestaltung des Bühnenbildes mit passender Beleuchtung hatte erheblichen Anteil an dem Gelingen der Aufführung. Für die wirkungsvolle Bühnenmusik zeichnete Aloys Kontarsky verantwortlich. Was die einzelnen Darsteller betrifft, die in diesem„Großen Welttheater“ als König, als Bettler, als Reicher. als Bauer, als Schönheit, als Weiser oder als Kind ihre Rolle vor den Augen des göttlichen Meisters als Regisseur der Weltbühne auftraten, so haben sie ihre Aufgabe in Wort und Spiel in hohem Maße erfüllt. Es wäre verfehlt, einzelne Schauspieler hervorzuheben, denn alle Spieler, die durch das Tor für oder wider den Herrn ein- und austraten, bewirkten eine beachtliche schauspielerische Leistung. H Kirchveischede. In der Gastwirtschaft Burger können am Freitag von 10 bis 12 Uhr die fälligen Abgaben an die Gemeinde entrichtet werden. Grevenbrück. Der nächste Heimabend der Kolpingsfamilie ist am 19. November um 20.30 Uhr im Saale Boerger. Grevenbrück. Heute kann der Lokomotivführer Albert Beckmann, Johannisstraße, auf eine 45jährige Tätigkeit bei der Bundebahn zurückblicken. Elspe. Ihren 88. Geburtstag feierte am Buß- und Bettag Witwe Walburga Löher. Wir gratulieren! Brandsirene zur Probe Altenhundem. Am Samstagabend wurde plötzlich die Bevölkerung durch die Brandsirene erschreckt. Wie sich bald herausstellte, handelte es sich um einen Probealarm für die Feuerwehr zur Schlußübung. Als Brandobjekt war ein Flügel der Sauerlandhalle angenommen worden. Die Feuerwehrmänner waren in wenigen Minuten mit ihrem Einsatzwagen an der„Brandstelle“. In einer abschließenden Besprechung wurden in Anwesenheit von Kreisbrandmeister Heller und Amtsdirektor Großheim verschiedene Fragen des Feuerwehreinsatzes besprochen. Im Gasthof Max Cordes war anschließend geselliges Beisammensein. M'tglieder des DRK nahmen ebenfals an der Uebung teil. Meggen. Für das Jahr 1955 soll die Festwirtschaft der Schützenhalle vergeben werden. Angebote sind an Schauerte. Hauptstraße 12, zu richten. NWDR in der Schützenhalle Grevenbrück. Am Montag weilten Techniker des NWDR in unserem Ort und prüften die Schützenhalle auf ihre Eignung für öffentliche Rundfunk-Veranstaltungen. Das Ergebnis war zufriedenstellend. Der Rundfunk will nunmehr Grevenbrück wegen seiner günstigen Lage an der Bahnstrecke Altena—Siegen und am Schnittpunkt der beiden Bundesstraßen 55 und 236 in seinen Veranstaltungsplan einbeziehen. In Heggen.. Chronik des Standesamtes Heggen. Das hiesige Standesamt beurkundete im Monat Öktober folgende Fälle: Geburten: Reinhard Albers, Bamenohl; Michael Rosenberger, Heggen; Eckhard Burbach, Eiserfeld; Angelika Lämmel, Finnentrop; Helma Dolle, Hespecke; Thomas Feldmannn, Bamenohl; Hermann Metten, Helden; Helmut Meier, Grevenbrück; Roland Glimmerthal, Jlleschlade; Maria Elisabeth Sangermann, Sange.— Eheschließungen: Willi Hegenscheid, Altena, mit Luzie Hoffmann, Heggen.— Sterbefälle: Erich Karl Luke. Roscheid, 35 Jahre; Marta Berta Schack, Bamenohl, 70 Jahre; Franz Vogt. Schönholthausen, 76 Jahre. Kolping Heggen Heggen. Die Kolpingsfamilie traf sich kürzlich zum ersten Male im Rahmen ihres Winterprogramms im Vereinslokal. Nach der Begrüßung durch den Senior übernahm der Vizesenior Franz Sprenger die Ausgestaltung des Abends. Er hatte im letzten Sommer die Fahrt der Bäcker des Kreises Olpe nach Paris mitgemacht. Die auf dieser Reise gemachten Aufnahmen führte er nunmehr im Lichtbild vor. Anchließend zeigte er auch Lichtbilder aus der Umgebung von Attendorn.— In 14 Tagen wird Pastor Schmale zur Kolpingsfamilie sprechen. Am kommenden Donnerstag treffen sich die Kolpingsbrüder zu einem Spielabend im Vereinslokal. Heggen. Im St. Walburgis-Krankenhaus in Meschede verstarb der Betriebsleiter A. Schreiber von der Firma Terrazzowerke Hans Heitmann, Heggen, 52 Jahre alt, wohnhaft Attendorner Straße; ferner verstarb Fräulein Anna Fünkeler im Alter von 83 Jahren, wohnhaft Hollenbocker Straße. R. i. p. Heggen. Die Eröffnung des Karnevals für dieses Jahr, die am Samstag in einer Feier des Elferrates im Saale Albert Wilmes vor sich ging, wies trotz ihrer guten Vorbereitung und des sprühenden Humore nur einen geringen Besuch auf. Man möchte annehmen, daß sich die Heggener mit dem Gedanken an einen so frühen Karneval einstweilen noch nicht befreunden können. Wegen Erkrankung meines jetzigen Mädchens suche ich für sofort ehrliches, kath. 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November 1954, 17.00 Uhr bei unserem Betriebsbüro Olpe, Bruchstraße „Weinet nicht an meinem Grabe. gönnet mir die ewige Ruh“; denkt, was ich gelitten habe, er ich schloß die Augen zu!“ Im Frieden des Herrn entschlief heute morgen 9.30 Uhr mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder und Onkel Schreinermeister I. R. Hermann Hüpper im Alter von 78 Jahren. Er starb nach längerem, schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden, wohlvorbereitet durch den Empfang der heiligen Sterbesakramente. In tiefer Trauer: Frau Ida Hüpper geb. Hombach Hermann Hüpper und Frau Emma geb. Kühr Gustav Hiipper u. Frau Hilde geb. v. d. Hoven Paul Hüpper vermißt im Westen Willi Hüpper und Frau Gertrud geb. Hupertz Josef Hüpper und Frau Marga geb. Hersche Enkel und Urenkel Olpe, Düsseldorf, Toronto(Kanada), Schönau und Essen, den 16. November 1954 Das Seelenamt findet statt am Freitag, dem 19. November, morgens 8.20 Uhr in der Pfarrkirche zu Olpe; anschließend ist die Beerdigung vom Trauerhause, Rhoder Weg 14, aus. Donnerstag wird um 19 Uhr in der Mutterhauskapelle für den lieben Verstorbenen gebetet. Trauerspenden in erstklassigen Ausführungen bei mäßigen Preisen liefert Gärtnere! Olpe, WestiölisSe Strehe 77 Fernsprecher 294 Auch Vermittlung nach auswärts Gerbermann