Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Uber 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe Druck u. Verlag: VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE Anzeigen-Grundpreise: im Anzeigenteil 8 Pfg. für 1 mm Höhe in der Kleinspalte(22 mm breit): Im Textteil 50 Pfg. fûr 1 mm Höhe in der Textspalte(62 mm breit). Man fordere Preisliste Nr. 4. Bei Zwangsvergleich oder in Konkursfällen wird jeder Rabatt hinfällig. Gerichtsstand ist Olpe 1. Westf. TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das„S V.“ erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugspreis: DM 3,50 einschließlich Zustellgeld, bei Postbeziehern DM 3,54 Incl. Postbestellgebühren, bel Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3,—. Geschäftsstelle: Olpe. Frankfurter Straße 16. Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe 1. Westf 119. Jahrgang— Nummer 265 Montag, den 15. November 1954 Einzelverkaufspreis 15 Pf Moskau fordert sofortige Europa-Konferenz 29. November vorgeschlagen- Negative Reaktion in London, Washington und Paris Moskau.(Korr.) Moskau hat am Wochenende einen neuen diplomatischen Schritt in der Deutschlandfrage unternommen: 23 europäische Staaten und die USA wurden aufgefordert, am 29. November entweder in Moskau oder in Paris zu einer Konferenz über die europäische Sicherheit zusammenzutreten. Eine entsprechende Note an diese Länder und an die Volksrepublik China, die an der Konferenz als Beobachter teilnehmen soll, wurde am Samstagnachmittag in Moskau bekanntgegeben. Die ersten Reaktionen aus den Hauptstädten der westlichen Länder sind bisher durchweg negativ. Fast übereinstimmend betonten politische Kreise in London, Washington und Paris, daß eine Konferenz mit der Sowjetunion vor Rati1zierung der Pariser Verträge kaum Aussichten auf eine vernünftige Regelung der Öst-West-Probleme bieten könne. Schachzug gegen Pariser Verträge Die Sowjetunion hat ihre Note auch der Regierung der Sowjetzonenrepublik überreicht. In ihr betont sie, die Pariser AbAdenauer: Frist zu knapp Das Echo der Sowjetnote in der Bundesrepublik Bonn.(dpa) Die neue sowjetische Note zur Einberufung einer europäischen Sicherheitskonferenz wird zur Zeit in Bonn eingehend geprüft. Der Text der Note wurde sofort nach ihrem Bekanntwerden dem Bundeskanzler zugeleitet. Dr. Adenauer sagte in Darmstadt, er würde es begrüßen, wenn es zu gegebener Zeit zu einer solchen Konferenz käme. Sie müsse aber ein wirklich kollektives Sicherheitssystem für Europa schaffen, das der ganzen Welt Erleichterung bringe und zur Wiedervereinigung Deutschlands führe. Da eine derartige Zusammenkunft gut vorbereitet werden müsse, glaube er nicht, daß man bereits am 29. November zusammentreffen könne. Der SPD-Vorsitzende Ollenhauer erklärte in Weißenburg(Bayern), es werde für den Westen unmöglich sein, eine solche Einladung einfach abzulehnen.„Wir haben keine Illusionen über den Partner Sowjetunion“, sagte er. Es gehe aber auch hier um die normalen Beziehungen zur Sowjetunion als eine der Möglichkeiten zur friedlichen Wiedervereinigung Deutschlands. Der FDP-Vorsitzende Dr. Dehler forderte in München, die neue Note ernsthaft zu prüfen. Er glaube, so sagte er, man könne unterstellen, daß die Sowjets alles tun wollten, um einen dritten Weltkrieg zu vermeiden, weil sie wüßten, daß dabei Siegern und Besiegten das gleiche Los beschieden sei. darüber beraten, ob der frühere Reichspräsident und Generalfeldmarschall von Hindenburg wieder auf der Ehrenbürgertafel der Stadt Bamberg aufgeführt werden soll. Diesem Entscheid von Oberbürgermeister Weegmann ging eine erregte Aussprache im Bamberger Stadtrat voraus. Der BHE hatte angefragt, weshalb Hindenburg zwar Ehrenbürger sei, aber nicht auf der Tafel stehe. An Wert und Persönlichkeit dieses Nationalheros habe sich nichts geändert. Der CSU-Vorsitzende von Oberfranken, Bürgermeister Hergenroeder, erklärte dagegen, Hindenburg sei nicht nur Generalfeldmarschall gewesen, sondern er habe auch Hitler zum Reichskanzler gemacht. kommen verletzten die internationalen Abmachungen über Deutschland, sie sehen die Wiedererweckung des Militarismus in Westdeutschland und die Bildung sich feindlich gegenüberstehender militärischer Gruppierungen in Europa vor. Dies führe unausweichlich zu einer Verschärfung der Beziehungen zwischen den einzelnen Staaten und schließlich zum Kriege. Sonderkonferenz der Östblockstaaten Die Schaffung eines wirksamen Systems der kollektiven Sicherheit in Europa, so wird in der Note betont, würde die Möglichkeiten zur Lösung des deutschen Problems erleichtern. Der Aufschub einer solchen Konferenz wäre nicht zweckmäßig, da in verschiedenen europäischen Ländern bereits im Dezember die Erörterung der Ratifizierung der Pariser Abkommen beginnt. Aus diesem Satz der Note schließen politische Beobachter in Paris und Washington, daß die Sowjetunion die Absicht hat, am 29. November auf jeden Fall eine Konferenz über die europäische Sicherheit abzuhalten. Sollten die westlichen Länder den sowjetischen Vorschlag nicht annehmen, dann würde die Konferenz, so meint man, unter Beteiligung der Östblockstaaten in Moskau stattfinden. Westantwort nient abgewartet In den ersten westlichen Kommentaren zu der Note wurde unterstrichen, daß sich die Sowjetunion zu dem neuen Schritt entschlossen hat, ohne die Antwort der Westmächte auf die sowjetische Note vom 23. Oktober abzuwarten. Moskau hatte vor drei Wochen eine Viermächtekonferenz über Deutschland im November vorgeschlagen, die außerdem eine gesamteuropäische Konferenz über die kollektive Sicherheit vorbereiten sollte. Zwei Gehlen-Agenten hingerichtet Todesurteile des obersten Sowjetzonengerichts umgehend vollstreckt Streit um Hindenburg Bamberg.(dpa) Der Altestenausschuß des Bamberger Stadtrats wird demnächst in Kürze In der 1. Fußball-Liga West knöpfte Fortuna Düsseldorf dem Tabellenführer Rotweiß Essen(2:2) einen Punkt ab. Westmeister 1. FC Köln verzeichnete nach sieben Niederlagen den ersten Erfolg mit 2:0 gegen Meidericher SV. Westfälischer Hallenhandballmeister wurde in der Dortmunder Westfalenhalle der SV Westerholt nach einem 8:2-(5:0)-Erfolg über TSG Herdecke. Das Internationale Omnium in der Westfalenhalle wurde von Weltmeister Bobet und seinem aPrtner Surbatis gewonnen. In dem Steherrennen war Horst Holzmann überlegen. Wie wird das Wetter? Wetterbesserung Auf der Ostseite elnes kräftigen Hochdruckgebiets, das von der Biskaya nach Osten wandert, läßt die Zufuhr kühler Meeresluft nach Westdeutschland langsam nach. Vorhersage für Montag: Nach Auflösung örtlicher Frühnebelfelder meist nur geringe Bewölkung und im ganzen trocken. Schwache, tagsüber zeitweise maßige Winde um Nordwest. Tageshöchsttemperaturen 8 bis 10 Grad. In der Nacht zum Dienstag Frostgefahr. Weitere Aussichten: Etwas wärmer. Berlin.(dpa) Die beiden am 9. November in Östberlin zum Tode verurteilten Gehlen-Agenten Bandelow und Misera sind in Frankfurt an der Oder durch Fallbeil hingerichtet worden. Sie durften vor der Urteilsvollstreckung mit keinem Geistlichen sprechen. Das Oberste Gericht der Sowjetzone hatte Bandelow und Misera als Agenten der USA-Spionageorganisation Gehlen in einem öffentlichen Prozeß der Spionage schuldig erklärt. Neues Feuerwerk Wyschinskis New York.(INS) Eineinhalb Stunden lang kritisierte der sowjetische Chefdelegierte Wyschinski in der UNO-Vollversammlung den Plan der Westmächte über die Anwendung der Atomenergie zu friedlichen Zwecken. Als er ge103 JAHRE ALT 103 Jahre alt wurde in Bad Wiessee Johanna Kagerhuber. Von ihren acht Geschwistern erreichten sechs das neunte Lebensjahrzehnt. Hier genehmigt sie sich zur Feier des Tages einen! BHE zum Saar-Vertrag Straubing.(dpa) Nach zweitägiger Beratung billigte der Bundesausschuß des BHE gestern in Straubing(Niederbayern) die Haltung der BHE-Bundestagsfraktion zum Pariser Saarabkommen und in der Sozialpolitik. Bundesminister Oberländer stellte fest, daß der Saarvertrag in seiner jetzigen Form vom BHE nicht gebilligt werde. Der Vorsitzende der BHE-Bundestagsfraktion, Haßler, teilte mit, daß von der Beantwortung verschiedener Fragen durch den Bundeskanzler„eine Revision unseres Neins zum Saarstatut abhängt“. Kirchenkampf in Argentinien Buenos Aires.(Reuter) Sämtliche Mitglieder der Regierung der argentinischen Provinz Cordoba, der Rektor der Universität Cordoba und hohe Beamte der Provinzverwaltung traten am Wochenende zurück, nachdem Staatspräsident Peron die Provinz als Zentrum staatsfeindlicher Umtriebe des Klerus bezeichnet hatte. In der Nacht zum Sonnabend war es in der Stadt Cordoba, einer Hochburg des Katholizismus, zu Zusammenstößen zwischen Polizei und katholischen Demonstranten gekommen. Die Gläubigen wollten in der San-Domingo-Kirche das Priesterjubiläum des Bischofs Fermin Lafitte feiern, der von Peron beschuldigt worden war, sich als Staatsfeind betätigt zu haben. Als sie entdeckten, daß die Kirche von der Polizei geschlossen war, bildeten sie einen Demonstrationszug und marschierten zum Polizeipräsidium. Der Zug wurde auseinandergetrieben. 1 „Feldzug des Lächelns Mendès-France nach Kanada und den USA abgeflogen endet hatte, sagte der USA-Delegierte Cabot Lodge, Wyschinski habe eine blendende Vorstellung oratorischen Feuerwerks gegeben, onne jedoch viel Positives zu sagen. Wyschinski warf den Westmächten vor, in ihrem Plan die Aufgaben eines internationalen Amtes für die friedliche Entwicklung der Atomenergie bereits festgelegt und keine Möglichkeiten für Verhandlungen offengelassen zu haben. Im Gegensatz zu den Westmächten sei er der Ansicht, das vorgesehene Amt müsse dem Sicherheitsrat und nicht einer besonderen UNO-Behörde unterstellt werden. Der britische Staatsminister Nutting bedauerte nach der Rede Wyschinskis, daß die Sowjet-Union offensichtlich nicht bereit sei, die Vorschläge des Westens anzunehmen. Sie will wieder zu dem Punkt zurückkehren, von dem wir seit 1946 loszukommen versuchen. Paris.(Korr.) Der französische Ministerprasident Mendès-Franse ist Samstagnacht zu seiner zehntägigen Kanadaund Amerikareise,„dem Feldzug des Lächelns“, wie es in Paris heißt, abgeflogen. Nach dem viertägigen Besuch in Kanada wird Mendès-France in Washington zum erstenmal mit Präsident Eisenhower zusammentreffen.NachInformationen ausParis und Washington dürften die Besprechungen vor allem das Öst-West-Verhältnis, die deutsche Frage und das Saarproblem sowie Indochina zum Gegenstand haben. Darüber hinaus soll die Reise dazu dienen, ein besseres Verhältnis zwischen den maßgebenden amerikanischen Stellen und dem französischen Ministerpräsidenten zu schaffen. Kurz vor seinem Abflug hatte MendesFrance in seiner wöchentlichen Rundfunkrede mit einer gewissen Bitterkeit von dem Nein der Sozialisten zu seinem Angebot auf Regierungsbeteiligung gesprochen. Er hatte erklärt, daß er weiterhin auf ihre Stimmen zähle, die für ihn unbedingt notwendig seien. Der Ministerpräsident wird auf seiner Reise von sechs Beratern und von seiner in Agypten geborenen Frau begleitet, die mit ihren beiden Söhnen während des Krieges in den USA lebte, als ihr Mann in Großbritannien den„freien französischen Luftstreitkräften“ angehörte. drohung für den Fall des Nichterscheinens vorzuladen. Der Ministerpräsident soll am 25. November vor dem Ausschuß über den Bestechungsskandal in der japanischen Schiffsbauindustrie aussagen. der seit einigen Monaten das politische Leben Japans belastet. Joschida kehrt am Mittwoch von seiner Weltreise nach Tokio zurück, Bevor er die Reise antrat, hatte er eine ähnliche Vorladung des Ausschusses, in dem die Opposition die Mehrheit hat, nicht beachtet. Gerhart-Hauptmann-Preis verteilt Berlin.(dpa) Der Gerhart-HauptmannPreis 1954 zur Förderung der jungen deutschen Dramatiker wurde am Sonnabend in Berlin vergeben. Die beiden Preisträger sind der in München lebende Schriftsteller Herbert Asmodi(geboren 1923) für sein Erstlingsdrama„Jenseits vom Paradies“ und der in Berlin lebende Nachwuchsregisseur Gert Weymann(geboren 1919), ebenfalls für eine dramatische Erstlingsarbeit, die Tragikomödie„Generationen“. Beide Preisträger erhalten je 3000 Mark. Joschida soll aussagen Tokio.(Reuter) Ein Untersuchungsausschuß des japanischen Unterhauses beschloß am Samstag, Ministerprasident Joschida unter StrafanNagib sämtlicher Ämter enthoben Vom Revolutionsrat unter Hausar rest gestellt— Nasser übernimmt die volle Regierungsgewalt Kairo.(Korr.) Der ägyptische Staatspräsident Nagib, gegen den schon seit Tagen im Zusammenhang mit den Anklagen gegen die Moslembruderschaft von der Regierung Nasser lebhaft agitiert wurde, ist durch den Revolutionsrat seiner sämtlichen Ämter enthoben worden. Kairo wurde von starken Truppenverbänden besetzt. „Hausarrest“ für Nagib Die Absetzung Nagibs ging vom Revolutionsrat aus. Der Posten eines Präsidenten der Republik soll unbesetzt bleiben. In der Nacht zum Sonntag wurden in Kairo drei Mitglieder des geheimen Einsatzstabes der Moslembruderschaft verhaftet. Auf die Verhaftung von einem von ihnen. Jussuf Tallat, war eine Prämie von 24 000 Mark ausgesetzt worden. Er soll einer der Hauptführer der Geheimorganisation sein. Gestern morgen stürmte die Polizei einen Geheimstützpunkt der Moslembruderschaft bei Kairo. Die Moslembrüder setzten sich mit Feuerwaffen und Handgranaten zur Wehr, wurden aber überwältigt. Der Beschluß zur Absetzung des Staatspräsidenten soll vom Revolutionsrat gefaßt worden sein, als Informationen über die Absicht Nagibs vorgelegen hätten, nach dem Sturz des Regimes Nasser durch die Moslembruderschaft eine neue Regierung zu übernehmen. Nagib soll„nach selner Wohnung gebracht“ worden sein. Gestern nachmittag rückten starke Truppenkontingente in Kairo ein. Gleichzeitig wurde bekannt, daß Nagib sich in Haft befindet. Informationsminister Salah Salem erklärte, Nagib wurde niont vor Gericht gestellt werden. Seine Verhaftung sei nur eine Sicherheitsmaßnahme. General Nagib ist mit seiner Familie in dem ehemaligen Haus der Frau des früheren ägyptischen Ministerpräsidenten Nahas in Elmargh untergebracht und unter Hausarrest gestellt worden. Der ägyptische Außenminister hat inzwischen alle diplomatischen Vertretungen Agyptens im Ausland davon in Kenntnis gesetzt, daß Ministerpräsident Nasser die ganze Regierungsgewalt übernommen habe. Absetzung kam nicht unerwartet Die Absetzung des ägyptischen Staatspräsidenten kam nicht unerwartet. Auf Weisung des Ministerpräsidenten Nasser hielt Nagib sich schon seit längerer Zeit vom politischen Leben fern. In letzter Zeit nahm er auch seine repräsentativen Verpflichtungen nicht mehr wahr. Sein Name durfte auf höhere Weisung von Presse und Rundfunk Agyptens nicht mehr genannt werden. Eine Begründung für die Absetzung Nagibs ist bisher vom Revolutionsrat nicht gegeben worden. Gerüchtweise verlautete seit dem Attentat eines Mitglieds der Moslembruderschaft auf Ministerpräsident Nasser. daß zwischen Staatspräsident Nagib und der Moslembruderschaft geheime Verbindungen bestanden hätten. Schnee im Harz Schneee gerallen ist im Oberharz in der Nacht zum Sonntag. Gestern morgen bot die Landschaft ein winterliches Bild. Der Dresdner evangelische Pfarrer Johne ist wegen angeblicher republikfeindlicher Tätigkeit von den Sowjetzonenbehörden verhaftet worden. Die Sowjetzonenregierung beabsichtigt im kommenden Jahr mit dem Bau von Flugzeugen zu beginnen. Der indische Ministerpräsident Nehru teilte am Sonnabend mit, daß er eine sowjetische Einladung zum Besuch Moskaus erhalten habe. Die Vollversammlung der UNESCO beschloß in Montevideo, Russisch als vierte Konferenzsprache neben Spanisch, Englisch und Französisch zuzulassen. Agypten hat seinen Botschafter aus Damaskus zurückberufen,„weil Syrien nichts getan hat, um die Tätigkeit der Moslembruderschaft zu unterbinden“. 18 tunesische Terroristen kamen am Sonnabend in Mittel-Tunesien im Verlauf eines Gefechts mit französischen Truppen ums Leben. Präsident Eisenhower wird am heutigen Montag dem Außenpolitischen Ausschuß des USA-Senats die Pariser Verträge über die Aufrüstung der Bundesrepublik vorlegen. Die Nationalpartei des neuseeländischen Ministerpräsidenten Holland gewann die Wahlen zum neuseeländischen Parlament. Sie verlor jedoch sieben Sitze an die oppositionelle Labour Party Zum Tode verurtent wurde in Nyerl der Mau-Mau-„Feldmarschall“ Kaleba, der die Aufständischen Im Kenla-Gebiet kommandierte. Torpedoboote der Volksrepublik China versenkten gestern nordöstlich der TaChen-Inseln einea nationalchinesischen Zerstörer, 40 Mitgileder der etwa 120köpfigen Besatzung werden als vermißt gemeldet. Die Nationalchinesen hatten den Zerstörer 1946 von den USA erhalten. In einem Landgasthaus... E. H. Was würde man in Deutschland sagen, wenn der Bundeskanzler die rebellierenden FDP- oder BHE-Minister seines Kabinetts zu einer Landpartie einlüde und sie in Rüdesheim mit Hilfe eines guten Tropfens wieder beruhigte? Nun — Italiens Ministerpräsident Scelba hat diesen ungewöhnlichen Schritt getan. In einem Landgasthaus außerhalb Roms traf er sich mit den Hohepriestern der SaragatSozialisten, die auch aus dem Kabinett auszubrechen drohten, und band sie wieder an die Stange der Koalition. Am Abend des merkwürdigen Tages erhielt Saragat einen Anruf, er könne zufrieden sein. Alles sei wieder in bester Ordnung. Der Sozialistenchef zögerte nicht einen Augenblick, die Ehe mit den Christlichen Demokraten aufs neue mit seinem Segen auszustatten. Wie war es zu der vielleicht schwersten Krise der Regierung Scelba gekommen? Sie begann mit einem massiven Angriff des sozialistischen Parteisekretärs Tenassi im Parteiblatt„La Giustizia“ gegen den Ministerpräsidenten. Ihm wurde vorgehalten, er habe mit einem konkreten Sozialprogramm begonnen und Reformen versprochen, die jedermann in Italien gutgeheißen habe. Aber alle schönen Vorsätze seien auf halbem Wege steckengeblieben. Der letzte Parteitag der Christlichen Demokraten hatte eindeutig bewiesen, daß Scelba und Fanfani wohl das gleiche Mitgliedsbuch besitzen, aber ihre Ansichten nicht auf einen Nenner zu bringen vermochten. Fanfani zog nach links, wobei ihm der Gewerkschaftsflügel der Partei behilflich war, Scelba wollte in der Mitte bleiben, um auf die gelegentlich fälligen Hilfsstellungen der Monarchisten und Neofaschisten nicht verzichten zu müssen. Der Kampf um die Richtung nahm die Kräfte beider Politiker so in Anspruch, daß die Reformprogramme darüber ins Hintertreffen gerieten. Aber nicht nur dieser Stillstand war es, der den Sozialistenchef Saragat zum Handeln veranlaßte, sondern auch die Tatsache, daß die Regierung so gut wie nichts tat, um den immer stärker werdenden Wellen der kommunistischen Öffensive entgegenzuwirken. Der innere Kampf hatte das Regierungslager so geschwächt, daß es den Angriffen Togliatis kaum noch standzuhalten vermochte. Am Ende der Überlegungen Saragats stand ein Ultimatum: entweder sofort energische Wiederaufnahme des Reformprogramms, von dem die Sozialisten ihren Eintritt in die Reglerung abhängig gemacht hatten, oder Auszug unserer Minister. Scelba übersah augenblicklich die Gefahr, die ihm von dieser Seite drohte. Das Reformprogramm wird schnell wieder in Gang zu setzen sein. Anders verhält es sich mit erfolgversprechenden Maßnahmen im Kampf gegen den Kommunismus. Die Regierung hat ihm allzu viel Zeit zur Entfaltung gelassen. Die Gemeindeparlamente Süditaliens werden fast ausschließlich von den Mannen Togliattis beherrscht. Die Betriebsräte in den großen Werken haben einen so moskauroten Anstrich, daß die Amerikaner zwei Aufträge in Höhe von 25 Millionen Dollar zurückgezogen haben, weil sie fürchten, daß ihnen aus politischen Gründen nur Ausschußware geliefert wird. Diese und andere Zeichen deuten darauf hin, daß Italien in seinem Ministerpräsidenten Scelba nicht mehr den„starken Mann“ sehen kann, der er als Innenminister unter De Gasperi war. Was wird nun im Kampf gegen den Kommunismus geschehen? Der rechte, zum Teil sehr reaktionäre Flügel der Christlichen Demokraten fordert unverblümt ein Verbot der Kommunistischen Partei. Die KoalitionsSozialisten Saragats sind dagegen. Sie glauben, daß die Macht der KP noch wachsen würde, wenn sie„unter die Erde“ ginge und sich den Glorienschein des Märtyrertums ums Haupt legte. Ursache des kommunistischen Vormarsches sei das Elend, das weite Strecken beherrsche. Ölkönige wollen Onassis ruinieren Der geheimnisvolle Vertrag mit Saudiarabien—„Wer gegen uns ist, kann nicht gewinnen“ Jeder kennt seit zwei Jahren den Namen jenes Aristoteles Sokrates Onassis, der in Monte Carlo seinen Zentralsitz hat und dessen Schiffe auf allen Meeren fahren. Jetzt soll er gestürzt werden. Irgendwo in Kleinasien kam Onassis vor nicht ganz fünfzig Jahren zur Welt. Als der große Erdölkonflikt zwischen England und Iran ausbrach, hörte man seinen Namen zum erstenmal rund um das Mittelmeer. Gedenken an Millionen Tote Adenauer: Gelöbnis, für den Frieden der Welt einzutreten Modeschöpfer Jacques Fath gestorben Seine Frau Genevieve führt das Geschäft weiter zu Fall gebracht. Es kann für Onassis nur noch eine Notlösung geben. Sie haben sich verschworen, daß niemand ihm seine Erdölschiffe abnimmt. Mit den Schiffen auf dem Hals und ohne Erdöl— ist Onassis im Laufe von zwei Jahren ein ruinierter Mann. Sein ganzes Vermögen wird in ein Nichts zerrinnen— so sagen seine Feinde. „Er müßte die Geschichte des Erdöls studieren. Wer gegen uns ist, kann nicht gewinnen. Auch Onassis wird auf der Strecke bleiben!“ So sprechen sie ganz offen und haben ihre Fallstricke gelegt. Onassis, seine bildschöne Frau Tina und seine beiden Kinder Alexander und Christina sind heute noch Milliardäre. Was werden sie morgen sein? sieben Millionen Gestorbenen des zweiten Weltkrieges und der zwei Millionen Toten des ersten Weltkriegs. In 53 Ländern der Erde seien Gräber von Deutschen. Der Plenarsaal des Bundestags war an seiner Stirnwand mit fünf schwarzen Holzkreuzen, dem Symbol des Volksbundes deutsche Kriegsgräberfürsorge, geschmückt, die neben der mit Trauerflor umhüllten Bundesflagge aufgestellt waren. Der Negus abgereist Hamburg.(dpa) Nach seinem Aufenthalt in Hamburg ist Kaiser Haile Selassie gestern vormittag aus der Hansestadt nach Kopenhagen abgereist. Damit endete sein einwöchiger Besuch in der Bundesrepublik. In seinem Sonderzug fuhr der Monarch von Hamburg aus über Flensburg nach Dänemark. Er hatte aus alten amerikanischen Beständen große und kleine Schiffe aufgekauft beziehungsweise auf Kredit erstanden. Darunter waren auch ein Menge Tanker. Mit diesen begann er unter der Hand ein Erdölgeschäft. So wurde er zu einem reichen Mann. Und heute ist er einer der Reichsten „... bis wohin man zu weit gehen kann“ Aber mit illegalen Erdölgeschäften kann man auf die Dauer den Markt nicht erobern. Deshalb schloß er mit Saudiarabien einen geheimnisvollen Vertrag, der den Amerikanern das Wasser abgrub. 140 Tankschiffe wollte er für Saudiarabien bereitstellen. 114 Einheiten hielt er schon zur Verfügung des Herrschers von Saudiarabien, als auf den Howaldt-Werken in Hamburg für ihn das größte Erdölschiff der Welt von 47 000 Bruttoregistertonnen Wasserverdrängung und 236 Meter Länge vom Stapel lief. Aber— das war die Kampfansage an die internationalen Erdölkönige, die bisher noch jeden zur Strecke gebracht hatten, der sich nicht in ihren Verein einfügen wollte. Unter der Hand wurden Onassis eine Anzahl Öfferten gemacht. Er winkte ab. Und nun ist es soweit! Einer von ihnen, einer der größten und gefährlichsten, ein Mann, dessen Name Neun Jahre Jugendhaft Dortmund.(lnw) Wegen Mordes und versuchter Notzucht verurteilte die Jugendkammer des Dortmunder Landgerichts am Samstag den 16jährigen Landhelfer Martin Escher aus Dortmund zu neun Jahren Jugendstrafe. Der Angeklagte hatte am 7. April 1953 auf dem Hof eines Bauern in Bergkamen dessen vierjähriges Enkelkind gewürgt, sich an ihm vergangen und es, als es aus der Bewußtlosigkeit erwachte, mit einem Messer getötet. Der psychiatrische Sachverständige billigte dem Angeklagten verminderte Zurechnungsfähigkeit gemäß Paragraph 51,2 zu. Die Strafkammer schloß sich dem Gutachten an und verzeichnete für den Angeklagten als strafmildernd das tragische Versagen aller Erziehungsmittel an diesem Jungen, der, in Ungarn geboren, erst 1943 nach Deutschland gekommen war und seither in äußerst ärmlichen Verhältnissen gelebt hat. auf dem Erdölmarkt großen Klang hat, sagte wörtlich:„Das Taktgefühl in der Verwegenheit besteht darin, zu wissen, bis wohin man zu weit gehen kann!“ „Wer gegen uns ist...“ Onassis war nach Ansicht der Erdölmagnaten zu weit gegangen. Und deshalb muß er verschwinden. Sie haben— nicht weniger als 14 große Erdölgesellschaften in einem Block— einen teuflischen Plan geschmiedet. Der Vertrag mit Saudiarabien wurde unter der Hand Bonn.(dpa) Am gestrigen Sonntag gedachte die Bevölkerung der Bundesrepublik de vielen Millionen, die in den beiden Weltkriegen an der Front fielen, in den Bombennächten des letzten Krieges in der Heimat ihr Leben ließen, auf der Flucht bei Kriegsende umkamen oder in den Konzentrationslagern und Gefängnissen starben. Die Fahnen auf den öffentlichen Gebäuden waren am Volkstrauertag auf halbmast gesetzt. Im Mittelpunkt der zahlreichen Feiern zum Volkstrauertag stand eine Feierstunde im Bundeshaus in Anwesenheit von Bundespräsident Heuß. Bundeskanzler Dr. Adenauer, der die Feierstunde einleitete, sagte, an diesem Tag sei es unser besonderes Gelöbnis, im Sinne des Vermächtnisses der Toten uns mit ganzer Kraft für den Frieden in der Welt einzusetzen. An diesem Tage der Selbstbesinnung gedenke das deutsche Volk der Paris.(AFP) Der französische Modeschöpfer Jacques Fath ist am Sonnabend in Paris im Alter von 42 Jahren an Leukämie gestorben. Seine Frau Genevieve will das Modehaus weiterführen. Fath litt an der bisher unheilbaren Leukämie, einer Blutkrankheit. Auch die zahlreichen Blutspenden von Herzoginnen, Bürgersfrauen und Midinetten konnten sein Leben nur etwas verlängern. Die Begabung von Jacques Fath war ein Erbstück. Großvater Fath war Maler; die Großmutter hatte schon für Kaiserin Eugenie Kleider entworfen. Bereits als Kind zeichnete Jacques Fath gern und nähte Puppenkleider. Ursprünglich sollte er jedoch Bankbeamter werden. 1937, mit 25 Jahren, eröffnete Fath ein kleines Modeatelier. Nichts deutete darauf hin, daß er eines Tages zu den ersten Modeschöpfern der Welt zählen würde. Sein großer Erfolg kam erst, als er dem „New Lock“ Diors die knabenhaft schlanke Silhouette der„Garconne“ gegenüberstellte. Jacques Fath entwarf jährlich 900 Modelle. Zwei neue Autobahn-Überfälle Motorrad- und Lastkraftwagenfahrer konnten jedoch entkommen— Autodieb erschossen Düsseldorf.(dpa) Trotz Großeinsatzes abend im Gebiet von Leverkusen zwe und einen Lastkraftwagenfahrer verübt. auf den Straßen Nordrhein-Westfalens Dutzend erhöht. In der Nacht zum Sonntag wurde erstmalig ein 23jähriger Autofahrer erscnossen, der bei einer Verkehrskontrolle zu entkommen versuchte. Ob der Getötete zu den Autobahngangstern gehört, konnte noch nicht festgestellt werden. Der Wagen des Erschossenen war gestohlen. Während der Großfahndungsaktion und besonders nachts hat die Polizei Befehl, sofort zu schießen, wenn ein Fahrzeug dem Stop-Signal nicht nachvon Polizei wurden in der Nacht zum Sonni neue Überfälle auf einen MotorradDamit hat sich die Zahl der Raubüberfälle in den letzten 14 Tagen auf mehr als ein kommt. Allerdings dürfen nur uniformierte Polizisten die Wagen anhalten. Die beiden neuen Überfälle fanden in der Nähe von Leverkusen-Rheindorf und auf der Autobahn von Leverkusen nach Remscheid statt. Auf einen Motorradfahrer, der den Räubern noch rechtzeitig ausweichen und entkommen konnte, wurden zwei Schüsse abgefeuert, die daneben gingen. Bei dem anderen Überfallversuch konnte ein Lastwagen einem quergestellten Fahrzeug ebenfalls ausweichen und entkommen. Der Lastwagenfahrer sah im Licht seiner Scheinwerfer einen dunklen Borgward-Personenwagen auftauchen, der quer zur Fahrbahn stand. Daneben gab ein Mann Lichtsignale. Der Lastwagenfahrer befürchtete einen Überfall und fuhr mit erhöhter Geschwindigkeit auf den quergestellten Wagen zu, der daraufhin die Fahrbahn freigab. Im Vorbeifahren sah der Fahrer noch einen Volkswagen im Gebüsch stehen. Der Motorradfahrer, auf den zwei Schüsse abgegeben wurden, war an einem quer zur Fahrbahn stehenden Motorrad vorbeigefahren und hatte am StraBenrand zwei Männer gesehen, von denen der eine eine Lederjacke und eine Motorradhose trug. Interessantes in Kürze In selbstmörderischer Absicht warf sich auf der Bahnstrecke von Dortmund nach Herdecke eine 20jährige kaufmännische Angestellte vor einen Schienenbus. Der Führer des Wagens konnte jedoch den Bus noch rechtzeitig zum Stehen bringen. Die Stadt Oberhausen will in sieben Straßen wieder die Geschwindigkeitsbegrenzung für Kraftfahrzeuge einführen, da seit Aufhebung der Begrenzung vor einem Jahr die Zahl der Verkehrsunfälle um 22 Prozent zugenommen hat. Tödlich verletzt wurde ein Wuppertaler Lkw-Besitzer, als er vor der heruntergelassenen Ladeklappe seines Lkw stand, durch die das Schlußlicht verdeckt wurde. Ein anderer Lkw fuhr infolgedessen in der Dunkelheit auf das Fahrzeug auf. Die diesjährige Kartoffelernte hat nach Mitteilungen des Statistischen Bundesamts die letztjährige um mehr als neun Prozent übertroffen. Die Steigerung beträgt in Nordrhein-Westfalen 18 Prozent. Das Haus der Evangelischen Studentengemeinde ist am Samstag in Bonn durch Präses Held seiner Bestimmung übergeben worden. Das Heim soll 32 Studenten und elf Studentinnen als Wohnstätte dienen. In voller Blüte stehen in vielen Orten des Kreises Tecklenburg die Bäume. Auf einer Wiese leuchten unzählige Gänse blümchen. In Ibbenbüren blüht ein Pfirsichbaum. Lohn- und Gehaltsverhandlungen für die im öffentlichen Dienst beim Bund Beschäftigten sind zwischen den Gewerkschaften und dem Bundesfinanzminister aufgenommen worden. Ein Blindenführhund rettete in Berlin seinem Herrn das Leben. Als der Mann mit dem Tier in Steglitz spazierenging, zog ihn der Hund auf einmal vom Gehsteig auf die Fahrbahn herunter. Kurz darauf stürzte eine Ruinenmauer auf den Gehsteig herab. Dem Hund ist eine Unzahl Futterpakete zugeschickt worden. Bundesernährungsminister Lübke forderte auf einer Bauernkundgebung in Straubing(Niederbayern) die Metzger auf, die Schweinefleischpreise zu senken, damit das gegenwärtige Überangebot bald beseitigt werde. Der Minister kündigte an, er werde künftig bei jeder sich bietenden Gelegenheit für das Spanferkel werben. Ungewöhnlich viele Seehunde sind in diesem Jahr in der Östsee aufgetreten, wie die dänischen Fischer klagen. Die Robben zerrreißen Netze und Reusen der Fischer. Professor Otto Scheel, einer der hervorragendsten Luther-Forscher, ist in Kiel im 79. Lebensjahr gestorben. Lambert Lensing, der Vorsitzende des CDU-Landesverbandes Westfalen und Vizepräsident des Bundesverbandes der deutschen Zeitungsverleger, beging gestern seinen 65. Geburtstag. Die Genfer Tankstellen geben seit Sonnabend Benzin um zwei Pfennig billiger ab, um die Preisunterbietungen der Tankstellen Duttweilers abzuwehren. „Der millionenschwere Scheich Esset Yaffar der die ägyptische Exkönigin Narriman heiraten wollte, hat seine Absicht aufgegeben,„um allem Krach aus dem Wege zu gehen“. Die britische Königinmutter Elisabeth traf zu einem sechstägigen Besuch in der kanadischen Hauptstadt Ottawa ein. Ellis Island, die gefürchtete Einwandererschleuse nach den Vereinigten Staaten, ist geschlossen worden. Die Prüfung von zweifelhaften Einwanderern wird in Zukunft in Manhattan erfolgen. Disziplinarstrafen im Grenzschutz Bonn.(dpa) Der Bundesinnenminister hat die Disziplinarbefugnisse der Vorgesetzten im Bundesgrenzschutz erweitert. Nach der neuen Verordnung kann ein dem Grenzschutzkommando unmittelbar unterstellter Kommandeur einer Grenzschutztruppe Warnungen. Verweise und Geldbußen bis zu einem Viertel(bisher bis zu einem Achtel) der Monatsbezüge verhängen. Hundertschaftsführer können allen unterstellten Grenzschutzbeamten Warnungen und Verweise erteilen sowie Geldbußen bis zu einem Achtel der Monatsbezüge auferlegen. MA esdodt ROMAN VON HANS GRUHL Presserechte bel Münchner Roman-Verlag München-Pasing (24. Fortsetzung) „Na?“ „Ah, Herr Kommissar, wie wäre es, wenn wir uns mal in der Wohnung des Bergius umsehen würden? Ich habe die Adresse. Er hat mit seiner Schwester zusammengelebt— Frau ist gestorben, Kinder sind nicht da. Ich meine... vielleicht finden wir einen Hinweis...“ „Sieh an“, brummte Nogees.„Der seltsame Nachwuchs! Was soll sich da finden? Na, meinetwegen sehen Sie sich das Nest an. Aber behandeln Sie die Dame schön behutsam. Nicht wie ein Nilpferd im Hutsalon!“ Nimbach versprach es und raffte seine Papiere zusammen. Der Kommissar blieb allein. Immer wieder kehrten seine Gedanken zu dem Mann in der Zelle zurück. Evelyn zweifelt Unbarmherzig brannte die Sonne ihre Strahlen auf den Berg. Evelyn trug das weißleinene Kleid mit den Sonnenblumen unter ihrem Kittel. Als sie aufräumte, blies Daniel den Rauch seiner Zigarette genießerisch von sich. „Ich bemerkte mit Dankbarkeit, daß Sie das Begrüßungskleid anhaben“, sagte er. „Ich werde es Ihnen schenken“, erwiderte sie.„Ich kann es sowieso nicht mehr leiden. Nur hier draußen trage ich es noch.“ „Danke, danke. Wenn schon, dann mit Inhalt.“ „Pah!“ machte sie. „Was heißt hier„Pah“,“ sagte er entrüstet.„Vergessen Sie nicht: ich bin Angehöriger der Gehaltsgruppe römisch drei TOA und berechtige zu den größten Hoffnungen!“ „Na und?“ Mit gespielter Gleichgültigkeit sah sie auf ihn hinunter. „Na und? Ich bin imstande, ein Weib angemessen zu ernähren!“ „Die Arme“, seufzte sie mit mitleidsvollem Augenaufschlag.„Außerdem will ein Weib nicht nur ernährt, sondern auch geliebt werden!“ „Na ja. Aber sie muß doch auch essen.“ „Sie sind ein ganz abscheulicher Kerl“, rief sie mit geröteten Wangen.„Keine einzige Frau wird jemals auf Sie hereinfallen! Sie qualmen den ganzen Tag, una... und... Ihre Absätze sind auch schief!“ Daniel sah verblüfft auf seine Schuhe. Tatsächlich, die Absätze sahen aus wie türkische Halbmonde. „Ich schwöre Ihnen, als ich kam, waren sie noch wie neu.— Da sieht man, wie ich hier herumgehetzt werde!“ „Cchhh“, fauchte sie ihn an. Einen Augenblick waren ihre Gesichter ganz dicht beieinander. Soll ich sie küssen? fragte Daniel sich. Nein! entschied er mannhaft, nicht in den Diensträumen! „Daß Sie es wissen: Nie werde ich einen Arzt heiraten! Nie! In ihrer Jugend haben sie kein Geld, und im Alter kriegen sie keine Pension!“ „Ich dachte. ein Weib will Liebe?“ „Na ja, aber... ich nehme nur einen ganz reichen Mann“, entschied sie.„Außerdem heirate ich überhaupt nicht. So.“ „Ich dachte es mir“, sagte Daniel bekümmert.„Man hört das so oft. Die Welt ist voll von Frauen, die überhaupt nicht heiraten. Und Sie können gar keine Ausnahme machen?“ „Bedaure.— Was Ärzte sich so leisten.. Sie schwieg und sah Daniel mit großen Augen en. Auch er dachte in diesem Augenblick an Michels, der gestern noch im Hause gewesen war. „Doktor Daniel... wo mag er jetzt sein?“ „Ich weiß nicht, Evelyn. Im Gefängnis, auf der Polizei— auf jeden Fall in einem ruhigen Einzelzimmer.“ „Ich wollte Sie schon gestern fragen: glauben Sie, daß er schuldig ist?“ Daniel dachte nach. Glaubte er es? Sie hatte einen Schemel herangezogen, und ihr Blick traf ihn von unten durch die gesenkten Wimpern. Daniel zog an der Zigarette. „Nach dem, was uns der Kommissar gestern entwickelte, bleibt nichts anderes übrig. Zu mindesten steht fest, daß er Bergius getötet hat. Und die beiden anderen Morde hängen damit zusammen. Was ist... haben Sie einen besseren Vorschlag?“ Sie schüttelte ihre Stirnlocke nach hinten.„Nein. Sie dürfen mich aber nicht auslachen, Doktor Daniel!“ „Nie würde ich mir das erlauben“, sagte er mit brusttiefem Ernst. „Es ist möglich, daß ich mich irre“, redete sie leise weiter.„Er wirkt auf viele unheimlich und unergründlich. Die melsten hier halten ihn für brutal und egoistisch, denken, daß er alles im Grunde nur für sich selbst tut. Das ist vielleicht richtig, aber... ich habe immer geglaubt, daß er durch diese Art nur seine Komplexe und seine Unsicherheit verdeckt und in Wahrheit schwach ist.“ Daniel hört gespannt zu. „Den Mord an Bergius— ja, den könnte ich ihm zutrauen. Aber die beiden anderen“, sie machte eine verneinende Kopfbewegung,„die passen eigentlich nicht zu ihm. Verstehen Sie mich? Dazu gehörte wohl ein böses, aber auch ein hartes Herz und eikalte Entschlossenheit. Beides hat er nicht.“ Daniel sah sie erstaunt an. Diese Art, das Problem zu betrachten, war ihm völlig neu. „Ich weiß nicht, ob die Polizei für Ihre Psychologie Verwendung hat“, sagte er ohne jeden Spott. „Ach die!“ sagte Evelyn mit wegwerfendem Nachdruck.„Das sind Männer. Die sehen bloß, was ihnen vierkant vor der Nase liegt. Und hören Sie, Doktor Daniel, noch etwas. Seitdem Sie im Hause sind, ist Doktor Michels nicht ein einziges Mal hier unten gewesen! Nicht einmal! Er ließ sich nichts sagen, aber er redete auch niemandem hinein. Von dem Tage an, an dem Sie hier angefangen hatten, kam er nicht mehr. Und ausgerechnet das eine Mal soll er gekommen sein und Ihr Gespräch mit Inge gehört haben? Ich weiß nicht— das ist nicht wahrscheinlich.“ Daniel saß und merkte nicht, wie die Asche seiner Zigarette zu Boden fiel. Zwei Dinge bewegten ihn: Unruhe über Evelyns Worte und gleichzeitig Freude, daß sie nachdachte und beobachtete. „Wenn jemand anders das Morphium gestohlen und die Ampullen präpariert hat“, fuhr sie noch leiser fort, als fürchte sie wieder den unbekannten Zuhörer,„verstehen Sie, ein ganz anderer? Michels konnte doch nicht ahnen, was in der Flasche war! Dann sitzt er unschuldig im Gefängnis und“— sie flüsterte fast— „der Mörder ist noch im Haus! Hier, mitten unter uns!“ Ihre Vorsicht steckte ihn an, so daß er unauffällig in alle Ecken schielte, um sich selbst zu vergewissern, daß niemand in der Nähe war. „Schön, schön“, sagte er ungeduldig. „Aber wer denn? Wem wollen Sie so was noch zutrauen? Mir vielleicht?“ „Och, Ihnen traue ich eine ganze Menge zu!“ Ihre Stimme war wieder unbekümmert und laut„Mehr als Doktor Michels!“ Er wußte nicht, ob sie ihm schmeicheln oder sich über ihn lustig machen wollte. „Sie sind die Liebenswürdigkeit in Person. Aber beruhigen Sie sich. Die Polizei wird es’rausfinden. Sie wird dafür bezahlt.“ Das Mädchen schnippte verächtlich mit den Fingern.„Das sind Beamte. Die sind froh, wenn sie überhaupt jemanden einsperren können, und nach halb fünf interessiert sie der Fall nicht mehr!“ „Haben Sie mal Strafe zahlen müssen, Evelyn?“ „Jetzt lachen Sie mich noch aus. Man soll sich mit Männern überhaupt nicht unterhalten. Gehen Sie— ich will fertig werden. Und bringen Sie Ihre Schuhe zum Schuhmacher!“ „Nur, wenn Sie am Sonntag mit zum Steinbruch kommen!“ „Erpresser! Erst die Absätze!“ „Ich schwöre es“, sagte Daniel und winkte ihr durch den Türspalt zu. (Fortsetzung folgt) Der amerikanische Präsident Coolidge war sehr schweigsam und hielt auch nicht gerne Ansprachen oder gar große Reden. Einmal mußte er bei der Grundsteinlegung zu einem Staatsbau den üblichen ersten Spatenstich tun und die obligatorische Weiherede halten. Coolidge nahm den Spaten, machte einen kräftigen Stich, warf aber die Erde nicht um, sondern hob sie auf dem Spaten hoch und hielt sie dicht vor die Augen. Die ganze Festversammlung wartete atemlos auf die symbolischen Worte des Präsidenten. Da sagte Coolidge:„Welch ein prächtiger Köder für die Angel“. Er hatte einen fetten Regenwurm entdeckt, 119. Jahrgang— Nummer 265 Sauerländisches Volksblatt Altester Anzelger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Helmat- und Kreisblatt im Kreise Olpe Montag, den 15. November 1954 November Verblaßt ist der Farbenrausch des Herbstes. Der Wind peitscht die letzten welken Blätter durch die feuchtneblige Luft. Egge und Pflug rühen aus von ihrer Arbeit. Die Natur hat ihr Sterbekleid angelegt. Es ist der Uebergang zum Winter. Auch in unserem Leben gibt es oft genug eine Uebergangszeit. Aber haben wir dann gefaulenzt oder haben wir nutzlos die Zeit verbraucht? Nein Uebergangzeit heißt ernstes und stilles Schaffen, Vorbereiten und Klären. Und der Herbst ist ja nicht ein Abschnitt, der das Ende allen Lebens bedeutet. So traurig auch die kahlen Bäume aussehen mögen, so öde uns die weiten Flächen erscheinen, alles hat sich auf das neue Blühen und Werden vorbereitet. Und was uns einst im Frühling erfreute, hat sich jetzt eingekapselt im Samenkorn bis zum Tage des stolzen Wachstums, wenn die Sonne ihre ersten wärmenden Strahlen zur Erde schickt. Gewiß, der November erscheint uns Menschen als trübseliger, dunkler Monat, als Regenbringer und unangenehmer Geselle. Aus den Feldern aber hebt sich schon die erste Saat, die Hoffnung auf elnen neuen Frühling. Ist das ein Grund, eine traurige Stimmung zur Schau zu tragen angesichts der Hoffnung? Wenn auch die Sonne nur kurze Stunden uns leuchtet, so sollten wir in unserem Herzen ein neues Licht anzünden, ein Licht der Hoffnung. derfreunde treffen sich um 8 Uhr bei der Rochuskapelle; Wanderführer ist Kamerad Neuhaus. Die Rückfahrt erfolgt mit dem Omnibus ab. Bruchhausen. Heulen wie die Wölfe... Eine in der ganzen Bundesrepublik verbreitete Zeitung brachte kürzlich folgende Meldung: „Weil die Bundesbahn-Schienenbusse ihre Signale mit Trompeten gäben, die wie Wölfe heulten, sei mancher Gast abgereist, erklärte der Bürgermeister von Garmisch-Partenkirchen. Jetzt heulen sie leiser...— In unserm Heimatkreise war man ebenfalls erstaunt, als man zum erstenmal die schrillen Warntöne der Schienenbusse hörte. Ob sie jetzt auch hier leiser klingen werden? Das Parken in der„Schwanenstraße“ hat sich als sehr praktisch erwiesen. Vor allem, wenn die parkenden Wagen schräg zum Bürgersteig eingefahren werden. Nun wäre es aber ratsam, daß man den Bordstein des Bürgersteiges unbedingt niedriger macht und außerdem durch weiße Linien auf dem Bürgersteig genau angibt, wie weit sich die parkenden Fahrzeuge dort vorwagen dürfen. Schon aus rechtlichen Gründen müßte dies sofort geschehen. Aber auch mit Rücksicht auf die Fußgänger. Diese sind dort nicht in großer Zahl und können die Beschneidung ihres Gehweges gut vertragen. Aber sie müssen sehen, wie weit sie völlig sicher und unbedroht von Fahrzeugen gehen können. Die Parkgelegenheit noch vor Winter in die unerläßlich notwendige Ordnung zu bringen, ist dringend zu erwarten. Attendorns Etat ist ausgeglichen Der Nachtragshaushaltsplan wurde verabschiedet Aus kurkölnischen Hofratsprotokollen Interessanter Vortrag von Lehrer Bergmann im Helmatverein Olper Stadtspiegel Brieftaubensport in Olpe. Am Dienstag, dem 16. ds. Mts., 20 Uhr, findet im Hotel „Zum Schwanen“ eine sehr wichtige Versammlung der Reisetaubenzüchter statt. Auf der Tagesordnung stehen Ringbestellungen für 1955, Anschluß an die Reisevereinigung Gummersbach oder Plettenberg, Reisesaison 1955, Beschickung von Ausstellungen, Kassenbericht, Bericht über die Gruppenversammlungen in Gummersbach und Plettenberg, sowie Verschiedenes. Es wird erwartet, daß alle Liebhaber wegen der Wichtigkeit dieser Tagesordnung erscheinen. Auch an alle noch abseitsstehenden alten Züchter ergeht nochmals der Ruf, dem Verein wieder beizutreten und die Versammlung zu besuchen. Der Olper Männergesangverein Cäcilia beginnt den Tag seiner Jahreshauptversammlung am morgigen Dienstag früh 6.45 Uhr mit einem feierlichen Hochamt für die lebenden, vermißten, gefallenen und verstorbenen Vereinsmitglieder in der St. Mariae Himmelfahrtskirche. Insbesondere werden alle Hinterbliebenen zur Beteiligung herzlich aufgefordert. Die Sänger stehen um 6.40 auf der Orgelbühne, um unter Leitung von Theo Arns einige Chorgesänge darzubieten. Die Jahreshauptversammlung beginnt um 20 Uhr im großen Schwanensaal. Die evangelische Schulgemeinde wird es interessieren, daß die Arbeiten am Umund Anbau der Volksschule auf dem Gallenberg rüstig vorwärtsschreiten. So konnten vor einigen Tagen die restlichen Schreinerarbeiten und die Außenputzarbeiten vergeben werden. Man kann damit rechnen, daß die Schule Anfang des nächsten Jahres ihrer Bestimmung übergeben werden kann. Die SGV-Abteilung führt ihre nächste Herbstwanderung am Mittwoch, dem 17. November(Buß- und Bettag), durch. Es handelt sich hierbei um eine Tageswanderung zum Jäckelchen. Die WanOlpe. Der Heimatverein tagte diesmal ausnahmsweise am 2. Montag des Monats im Hotel„Zur Kante“. Lehrer Bergmann in Rhode berichtete über weitere Ergebnisse seiner Forschungen in den kurkölnischen Hofratsprotokollen, die offensichtlich eine außerordentlich reichhaltige Fundquelle für heimatkundliche Einzelheiten, insbesondere aus der Zeit des 18. Jahrhunderts, darstellen. Schon damals Unruhen Bereits Fork berichtet in seiner Chronik der Stadt Olpe, daß um die Mitte des 18. Jahrhunderts in Olpe Unruhen durch die Schützenbruderschaften hervorgerufen und das 40stündige Gebet durch Musikaufführungen gestört wurde Die Prozeßakten der Hofratsprotokolle berichteten darüber näheres. Es war etwa 1730 und in den darauf folgenden Jahren, als die beiden Schützenbruderschaften der Junggesellen und der alten Herren mit dem Stadtregiment nicht zufrieden waren. Es kam zu Gewalttätigkeiten gegenüber den Bürgermeistern, deren Häuser erbrochen wurden, zu Zwistigkeiten zwischen den Bruderschaften selbst, so daß die hohe Obrigkeit schließlich den Schützen jede Zusammenkunft verbieten mußte. Trotzdem gab es keine Ruhe, auch nicht, als es gelang, die drei angeblichen Haupträdelsführer in Bonn festzunehmen. Als Strafe und Repressalie legte die Regierung schließlich ein Militärkommando nach Olpe, das auf Kosten der Stadt unterhalten werden mußte. Erst nachdem die Zustände in Olpe und ähnliche Vorfälle in Rhode bereinigt waren, wurde die kostspielige Einquartierung auf Bitten der Bürgerschaft zurückgezogen. Ein anderer Streit entstand dadurch, daß der Richter von Olpe alle diejenigen mit einer Strafe belegte, die einen anderen als den„privilegierten Arnsberg Kalender“ im Hause hielten. Der Hofrat war jedoch gerecht und verneinte eine Monopolstellung des Arnsberger Kalenders. Zahlreiche Prozesse Zahlreich waren auch die Prozeßverfahren, die durch das Eindringen der Juden in die bürgerlichen Berufe hervorgerufen wurden. So wurde die Bürgerschaft der Stadt Attendorn verurteilt, weil sie dem Brauch, von dem Brautwagen einen Zehnten zu verlangen, auch gegenüber einer jüdischen Braut ausgeübt hatte. Viele Jahre lang ging der Streit des Juden namens Levi um die Niederlassung in Grevenbrück, die ihm immer wieder verboten wurde. Auch dem Juden Salomon wurde es jahrelang untersagt, sich als Metzger in Rhode zu betätigen. Schließlich muß er es doch erreicht haben, denn eines Tages taucht er in den Verzeichnissen der Einwohnerschaft von Rhode als Krämer auf. Seinetwegen und wegen seiner Familie mußte in Rhode ein eigener Friedhof angelegt werden. Interessante Lichter auf die sozialen Verhältnisse wirft ein Verfahren gegen Jungen und Mädchen zeigten schöne Arbeiten Eine wohlgelungene Ausstellung in der Schule in Dünschede Dünschede. Die Lehrerschaft der hiesigen Volksschule hatte für kürzlich die Eltern ihrer Schüler und Schülerinnen zu einem Elternabend geladen, der in einem Raume der Volksschule abgehalten wurde. Der augenolickliche Leiter der Schule, Lehrer Fischer, sprach einleitend zu den zahlreich erschienenen Eltern über brennende Fragen der Erziehung. Anschließend konnten sich die Eltern von dem Fleiß und dem Können ihrer Kinder im Werk- und Handarbeitsunterricht überzeugen. Lehrerin Keseberg hatte mit ihren Schülerinnen eine Ausstellung an Handarbeiten ausgelegt, die Staunen erregte. Mit der einfachsten Mitteln hatte sie es mit ihren Mädchen fertig gebracht, schöne Handarbeiten anzufertigen: Kleinkinderausstattungen, Lätzchen, Schürzen, Röcke und dazu passende Blusen. Alles war aus Resten entstanden. Aus Wollresten hatte man Deckchen gestrickt für Kinderwagen. Diese Sachen sind bestimmt für die Patengemeinde von Dünschede in der Ostzone. Nebenher lief eine Ausstellung, in der die Jungen zeigten, was sie unter der liebevollen Anleitung von Lehrer Böttgenbach geleistet hatten im Basteln und Werken Besonders schön waren die in drei geflüchtete Olper Breitschmiede. Bekanntlich war dieses Handwerk im Interesse der Geheimhaltung weitestgehend geschützt. Die Geflüchteten, die ins Paderborner„Ausland“ geflohen waren, tragen in dem Prozeß vor, der Lohn in Olpe sei so kärglich gewesen, daß sie kaum in der Lage waren, ihren Hunger zu stillen. Oft habe es an Eisen und Kohlen gefehlt, dann sei der Lohn ganz ausgeblieben. Zwei Jahre seien sie völlig arbeitslos gewesen. Der Tagelohn hätte nur 5 Stüber betragen. Auch der Eid, durch den sie an die Breitschmiedezunft gebunden seien, sei ihnen im jugendlichen Alter und fast unter Zwang abgenommen worden. Der Erfolg dieses Prozesses war, daß 1798 ein strenger Befehl an das Bergamt erging, dafür zu sorgen, daß die Blechschmiede ständig in Arbeit gehalten und anständig entlohnt würden. In einem Verfahren 1759 wurde den Gebrüdern Brocke in Olpe die Genehmigung zum Betrieb einer Baumwollfabrik und eine allerhöchste Belobigung wegen dieses Unternehmens erteilt, weil man hoffte, daß damit die„Müßiggänger“ in Olpe verschwinden würden. Offenbar gab es also um diese Zeit bereits zahlreiche Arbeitslose in Olpe. Die neue Baumwollfabrik erhielt große Vorrechte und u. a. Befreiung von den städtischen Lasten. Ein ähnliches Unternehmen hat im übrigen wenige Jahre später die Familie Viegener in Attendorn ins Leben gerufen. Allgemeiner Beifall lohnte dem Vortragenden für die interessanten EinzelheiAttendorn. Der letzten Stadtverordnetensitzung kam insofern besondere Bedeutung zu, als der Nachtragsetat zu bewilligen war. Nach den in der Versammlung gegebenen eingehenden Erläuterungen werden gegenüber dem ursprünglichen Haushaltsplan im ordentlichen Haushaltsplan die Einnahmen von 2039 000 DM auf 2 281 400 DM erhöht, ebenso wie die Ausgaben von 2 099 000 DM auf 2 281 400 DM, im außerordentlichen Haushaltsplan die Einnahmen und Ausgaben von je 277 500 DM uf je 398 100 erhöht wurden. Der ordentliche Haushaltsplan wurde damit ausgeglichen, während ursprünglich ein Fehlbedarf von 60 000 DM bestand. ten aus dem vergangenen Leben unserer Heimatstadt. Ganz offenbar war„die gute alte Zeit“ vor 200 Jahren doch recht schwer und das Leben in Olpe mag für viele weit entbehrungsreicher gewesen sein als heute. Im Lauf der anschl. Aussprache wies Norbert Scheele, Gerlingen, darauf hin, daß gerade für Attendorn die im Archiv in Herdringen liegenden Brüchtenregister (Strafregister) zahlreiche interessante Einzelheiten über das Leben und die Famiien der Stadt Attendorn geben könnten. Das Olper Register wäre von den damaligen Olper Richtern nicht an den Drosten abgeliefert und vermutlich im Stadtbrand vernichtet worden. Nächster Vortrag Am Mittwoch, dem 24. November, hält auf Bitten des Heimatvereins, wie von uns schon kurz berichtet, Dr. Otto Lucas von der Landesplanungsgemeinschaft in Münster einen Vortrag in der Aula des Gymnasiums mit dem Thema: „Das Olper Land in Vergangenheit und Gegenwart.“ Der Geograph Dr. Lucas ist im Kreis Olpe keineswegs unbekannt, hat er doch im Jahre 1941 die gesuchte Arbeit „Das Olper Land“ geschrieben, 1951 das beliebte Kreishandbuch des Kreises Olpe verfaßt und 1952 im Auftrage des Kreises die Planungsgrundlagen für den Landkreis Olpe herausgegeben. Dr. Lucas ist somit zweifellos berufen, den Besuchern des Vortrags interessante Kenntnisse zu übermitteln. Der Vortrag wird durch Lichtbilder erläutet werden. Der Vorverkauf der Karten geschieht duch die Mitglieder des Heimatvereins und das Kulturamt der Stadt. Der Heimatverein empfiehlt allen Interessenten, bald für eine Karte besorgt zu sein, da der Raum in der Aula des Gymnasiums beschränkt ist und die ausgegebene Kartenzahl somit nur begrenzt sein kann. In der Aussprache entspann sich eine lebhafte Debatte um die Mehrausgaben beim Rathausneubau, die für den Bau 99 000 DM und für die Inneneinrichtung 41 000 DM ausmachen. Ein Stadtvertreter beanstandete, daß die Zwischenkostenrechnung nur eine 7prozentige Erhöhung vorsah, während die Erhöhung jetzt 25 Prozent betrage.— Stadtdirektor Dr. Weber nahm zu diesem Projekt eingehend Stellung. Er erklärte u. a., daß in den 99 000 DM Erhöhung die Architektengebühren und die Erdarbeiten mit enthalten seien, die bei der Baukostenberechnung des Rathauses von 70 DM pro Kubikmeter, wie üblich, nicht angesetzt waren. Dadurch verringere sich die scheinbar hohe Differenz zwischen Voranschlag und tatsächlichen Kosten, so daß die tatsächliche Erhöhung etwa 13 bis 14 Prozent betrage. Er gäbe zu, daß der Bau mehr koste, als anfangs von dem verantwortlichen Architekten behauptet worden sei und daß auch sonst kleine Fehler unterlaufen seien, wie z. B die lange Bauzeit. Stadtv. Bruse wies auf die Notwendigkeit des Rathausneubaues hin und hielt die Nachbewilligung von Geldern für angebracht. Bei allen Dispositionen solle man aber künftig von vornehereln vorsichtiger sein. Die Abstimmung über den gesanten Haushaltsplan einschließlich der Rathausmehrkosten ergab schließlich 14 Jaund 3 Gegenstimmen. Anschließend wurde der Finanzzwischenbericht für die Zeit vom 1. April bis 30. September 1954 ergab im ordentlichen Haushalt bei 1 147 698,24 DM Einnahmen und bei 1077 927,39 DM Ausgaben den Bestand von 69 770,85 DM und im außerordentlichen Haushalt bei 248 158,16 DM Einnahmen und 157 280,34 DM Ausgaber den Bestand von 90 877,82 DM. Danach wird nach dem bisherigen Stande der Abwicklung des Haushaltsplans das Abschlußergebnis zum Jahresabschluß etwa der im 1. Nachtragshaushaltsplan veranschlagten Summe entsprechen. Er wurde einstimmig angenommen. 83. Geburtstag Gerlingen. Am morgigen Dienstag begeht der Invalide Josef Halbe(Bohrmanns) seinen 83. Geburtstag. Das Geburtstagskind, das früher als Bergmann tätig war, hat in seinem Leben nur Arbeit gekannt. Trotzdem verbringt er seine alten Tage bei recht guter Gesundheit Auch unseren Glückwunsch! verschiedenen Mustern ausgeführten Transparente und Fackeln. Mit Liebe gearbeitet war auch eine lebensgetreue Nachbildung unserer Dorfkirche, angefertigt im Maßstab von 1:40. Die Dünscheder Gemeinde kann stolz sein auf ihre rührige Lehrerschaft. Die selbstgebastelten Fackeln kamen am Vorabend des Martinstages voll zur Geltung. Hatte doch das Dorf dank der Vorarbeit von Lehrer Böttgenbach zum ersten Male Mittwochabend einen richtigen Martinszus. Ihm vorauf trugen zwei Jungen die selbstgefertigte Nachbildung der Pfarrkirche. Das Modell war hell erleuchtet. Dann folgte eine große Zahl von Fackelträgern, begleitet von den Klängen der Dorfmusik. Der Weg führte von der Kirche über Silbecke, Röllecken und St. Claas wieder zurück zur Kirche. St. Martin im Bischofsornat und hoch zu Roß weilte inmitten der freudig erregten Schar. Am Eingang zum Kirchplatz lehnte der alte Bettler im Lumpengewand, mit dem St. Martin seinen Mantel teilte. Abschließend kann man nur dankbar sein, daß einige wenige Leute durch liebevolles Vorbereiten eine solch schöne Feier zur Freude einer Gemeinde veranstalten konnten. Der Dust reinen Tabaks verbürgt reinen Genußs Für die Red Rock werden nur naturwürzige VirginiaTabake ausgewählt. In ihrer ursprünglichen Reinheit- ohne tabakfremde Zusätze und ohne künstliche Aromastoffe-bietet Ihnen diese Cigarette einen reinen Genuß. Auch ihre Bekömmlichkeit ist in ihrer Reinheit begründet. Gett in La Spezia/ Von Simon Carmiggelt Eines Abends stieg ich aus dem erstickend heißen Zug und stand Auge in Auge mit La Spezia, einer Kreuzung zwischen Mittelmeerbad und Kriegshafen, so daß in den schwülen Straßen offensichtliche Alltagsmenschen mit kleinen italienischen Matrosen gestikulierend durcheinander wimmelten. „Ein Zimmer?“ rief der Mann vom Hotel mit erstauntem Grinsen.„Aber, mein Herr, in der ganzen Stadt ist doch kein einziges Bett mehr frei!“ Und er erklärte mir, daß Ich für meinen Besuch gerade den jährlichen Festtag ausgesucht hatte, zu dem schon jahrhundertelang alle Apenniner nach La Spezia strômen. Als ich es noch in zehn anderen Hotels versucht hatte, stand fest, daß er nicht übertrieben hatte. Betrübt, müde und verschmutzt saß ich mit meinem Köfferchen auf einem Brunnenrand und dachte gerade daran, von der italienischen Heilsarmee eine Gegenleistung für meine dreißigjährigen Sammlungsbeiträge zu verlangen, als ein freundlicher grauhaariger Mann mich mit einem abwechselnd an Englisch und Deutsch anklingenden Wortschwall überschüttete und fragte, ob ich vielleicht schlafen wollte. „Si!“ rief ich schnell und folgte ihm auf einem langen, schweigenden Marsch, der Meer und Hotels im Rücken liegen ließ und stets weiter landeinwärts zu den düsteren Elendsvierteln voll atemberaubender Gerüche und überschlanker, streunender Katzen führte. Als wir ungefähr eine Viertelstunde gegangen waren, blieb der Mann vor einem hohen Gebäude stehen und begann, gegen die Tür zu bumsen. Ein Weiblein, an die hundert Jahre alt, machte auf, und nun bestiegen wir zu dritt acht pechschwarze Treppen, die nach erneutem Gebums in einen Raum voller Männer, Frauen, Kinder und Hunde mündete, die alle durch mein Erscheinen in einen Zustand freudiger Aufregung gerieten. Es stellte sich heraus, daß diese Familie, da nun alle Hotels besetzt waren, durch das Vermieten eines Schlafzimmers etwas dazuverdienen wollte— eine Transaktion, bei welcher der freundliche Graukopf nur eine Maklerrolle erfüllte, denn er verschwand mit einer Fülle von Armbewegungen im Treppenhaus, nachdem er einige Geldscheine eingeheimst hatte. Während ich abwartend im Zimmer stand, begann ein kahles, betagtes Männchen, das ein Gesicht zog, als sei sein Haus soeben abgebrannt, einen Satz, der sich, nach seinem ausgestreckten Zeigefinger zu beurteilen, auf mich bezog, aber mehrere beleibte Frauen schoben es achtlos zur Seite und führten mich, von ihren Kindern, Hunden und Männern gefolgt, in ein ärmliches Zimmer, in dem ein antiquarisches Zweipersonenbett mein Kommen mit übertriebener Erwartung ersehnte. Da ich auf der Fahrt sehr schmutzig geworden war und ein Waschtisch nicht zum Inventar gehörte, machte ich mit Hilfe der uralten Zeichensprache deutlich, daß ich Wasser haben wollte und was ich mit der Flüssigkeit vorhatte. Meine mimischen Gaben erweckten erst wohlwollende Heiterkeit und dann panikartigen Eifer, denn die ganze Gesellschaft stürzte aus dem Zimmer, redete in der Ferne ziemlich lange aufgebracht italienisch, rumpelte mit schweren Gegenständen und kam daraufhin mit einem eisernen Gestell wieder, das eine Steingutschüssel, einen Wasserkrug und einen kleinen Spiegel enthielt. Niemand machte Anstalten fortzugehen, so daß ich mich coram publico zu waschen begann, ein an und für sich nüchternes Schauspiel, das jedoch von allen Herumstehenden mit rührender Zustimmung beobachtet wurde, als wollte man sagen: „Ach, sieh dir doch an, was der Mann tut!“ Nur das kahle Kerlchen störte die Idylle, indem es sich wieder mit polemisierendem Zeigefinger nach vorne drängte, aber man behandelte es kühl und verächtlich wie jemanden, der etwas besonders Schönes und Kostbares kaputtmachen will. Nachdem ich mich gesäubert hatte, gerieten noch zwei kleine Jungen in Streit, wer das Ding wegbringen dürfe, aber als der Streit durch Nachhilfe einiger Ohrfeigen aus der Welt geschafft war, schüttelte mir jeder die Hand, und das Zimmer leerte sich allmählich. Theoretisch konnte ich nun schlafen gehen, aber da das Bett den Eindruck machte, seit 1924 nicht mehr gelüftet, geschweige denn frisch bezogen worden zu sein, wurde es mir nach einer halben Stunde des Herumwühlens deutlich, daß ich auf diesem juckenden Lager niemals ein Auge zudrücken könnte. Ich entschloß mich deshalb, die Nacht auf einem Stuhl zu verbringen, rückte diesen ans Fenster und machte die Läden auf. Unten auf der Straße saß das kahle Männchen, das immer wieder fruchtlos opponiert hatte und schlummerte, den Kopf gegen die Mauer gelehnt. Und jäh begriff ich, was sich am nächsten Tag als Wahrheit entpuppte— sie hatten sein Bett vermietet. Wie liest man ein Weinetikett? Viele Weine werden verschnitten und gezuckert Der Wein ist eine Gottesgabe, gewiß, sofern er auf gutem Boden bei viel Sonne ausgereift ist. Leider wächst bei uns in Mitteleuropa auch viel saurer Wein, der verschnitten, veredelt oder gesüßt werden muß, was das Weinbaugesetz bis zu einem gewissen Grade erlaubt. Veredelte und gesüßte Weine müssen keineswegs minderwertig sein. Wer aber Wert darauf legt, naturreine Weine zu trinken, muß wissen, wie das Etikett eines solchen WeiWußten Sie das? Die ersten Spielkarten wurden 1334 in Nürnberg auf Holzstöcken handgedruckt und ausgemalt. Der Name der Stadt Berlin ist auf Landkarten zuerst im Jahre 1507 genannt; auf diesen Karten war auch erstmalig der neu entdeckte Erdteil Amerika verzeichnet. * Brasilien hat denselben Flächenumfang wie Europa. * Bei einem rasch reagierenden Menschen dauert es zwei Fünftel Sekunden, bis ein Befehl vom Gehirn in die Muskeln gelangt. * Das Blut wiegt bei einem Erwachsenen von 70 Kilo 5,25 Kilo; es enthält im Kubikmillimeter fünf Millionen rote Blutkörperchen. * Die Vulkane Javas werden von den Eingeborenen stets mit„Herr“ tituliert. * In Uganda(Ostafrika) gehört es zu den ungeschriebenen Gesetzen, daß Kühe nur von Männern gemolken werden. Deutschlands kleinstes Theater Schauspiel entstand aus dem Nichts— Rothenburg zahlt keinen Pfennig Während andere Städte für die Erhaltung Ihrer Theater hohe Zuschüsse leisten müssen, floriert in Rothenburg ob der Tauber schon ein Jahr ein ständiges Schauspiel, dem von der Stadt noch nicht ein einziger Pfennig zugeflossen ist. Im Gegenteil: diese Bühne zahlt noch die üblichen kommunalen Steuern. Dieses kleinste Theater der Bundesrepublik erfreut sich allgemeiner Beliebtheit und Anerkennung, da es das kulturelle Leben Rothenburgs und seiner Umgebung mit guter Kunst bereichert, die in dieser Form bisher fehlte. Im August letzten Jahres war es, als der junge Oberspielleiter Erich Krempin zum ersten Male nach Rothenburg kam und von der zauberhaften Atmosphäre der Stadt so fasziniert war, daß er ausrief:„Hier müßte und könnte man wundervoll Freilichttheater spielen!“ Jedes Tor, jeder Hof, jeder Brunnenplatz, jeder Häuserwinkel bot sich ganz von selbst als herrlichste Kulisse an. So sammelte Krempin, der zuvor am Frankfurter Roßmarkt- Theater wirkte, eine unternehmungslustige Schar von ihrer Kunst besessener Schauspieler um sich und begann, noch ehe eine städtische Genehmigung vorlag, mit der Inszenierung und Probenarbeit für Goethes Jugenddrama „Die Laune des Verliebten“, das auch dann erfolgreich vor dem romantischen Hintergrund eines malerischen altdeutschen Hofes zur Aufführung gelangte. Die Leistung war es, die den Stadtrat dazu bewegte, sein„Ja“ zu sagen. Deutsche Mediziner in Amerika Die Ventnor Foundation, eine private amerikanische Stiftung, hat im Rahmen eines vor drei Jahren begonnenen Programms 188 jungen Arzten aus der Bundesrepublik einen 13monatigen Studienaufenthalt als Assistenzärzte an amerikanischen Krankenhäusern ermöglicht, gab der Gründer und Leiter dieser Stiftung, Dr. Hilton Read, in Los Angeles bekannt. Die aus privaten Zuwendungen unterhaltene Stiftung stellt in jedem Jahr 64 qualifizierten jungen deutschen Ärzten, die Arbeits- und Behandlungsmethoden an modernen amerikanischen Krankenhäusern kennenlernen wollen, das Geld für Hinund Rückreise zur Verfügung. Die Ärzte zahlen diese verausgabten Beträge später aus ihren in Amerika erhaltenen Gehältern zurück. Seit dieser Sommerabendaufführung mit nes aussehen muß. Unter hundert Weintrinkern kann kaum einer ein Etikett richtig lesen. „Da habe ich einen wunderbaren Wein gekauft“, sagt einer in Gesellschaft,„nämlich eine Jubiläumsabfüllung. Und gar nicht so teuer.. „Aha!“ schmunzelt einer,„ein LoreleiWein.“ „Wieso.— Lorelei?“ „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten. Man könnte auch sagen: Lohengrin-Wein — nie sollst du mich befragen!“ „Aber erlauben Sie.. i“ entrüstet sich der Käufer des Weins, ist aber schließlich klug genug, sich vom Fachmann belehren zu lassen. Eine Bezeichnung wie„Sonderabfüllung“ oder„Jubiläumswein“ oder „Königswein“ sagt über Reinheit und Qualität des Weines überhaupt nichts, ebensowenig wie Etiketts, die lauten: „Pfalz Spezial“ „Herrenstübchen von der Mosel“ „1931er Trittenheim“ „1929 Liebfraumilch“ „1935er Urziger Schwarzley“ usw. Trittenheim und Urzig sind Gattungsnamen, die Herkunft solcher Weine steht also nicht genau fest. Außerdem ist auf dem Etikett kein Wort über Naturreinheit gesagt, sie sind sicher verschnitten, gesüßt und sonstwie mundgerecht gemacht. Der Kenner trinkt natürlich nur Naturweine. Also sieht er sich die Weinkarte (und nicht zuletzt das Etikett auf der Flasche) genau an. Hier darf nicht gefälscht werden, weder vom Wirt noch vom Erzeuger oder Händler aus, da ist das Weingesetz unerbittlich. Ein ungezuckerter Originalwein, der im Keller des Erzeugers ausgebaut und abgefüllt wurde, darf folgende Bezeichnungen führen: Naturwein echt rein Originalabfüllung Original Eigengewächs Wachstum Gewächs Kreszenz Kellerabfüllung Schloßabzug Faß Nr. Spätlese Ausbruch Auslese Hochgewächs Edelgewächs Cabinetwein Man suche also auf der Weinkarte nach solchen und ähnlichen Bezeichnungen. Nun müssen aber Naturweine nicht immer im Keller des Erzeugers, sie können auch von einem Weinhändler auf Flaschen gefüllt sein. Dann steht unter der Wachsheiterer Klassik hat das„Kleine Burg- tumsangabe(z. B. Winzerverein XY) noch schauspiel“, wie es sich bald nannte, vor mehr als 10 000 Besuchern über 200 Aufführungen in Rothenburg und seinen Nachbarorten hinter sich gebracht. Diese Leistung ist deshalb so anerkennenswert, weil nur gutes Theater gespielt wurde. Dem Schauspiel verhaftet, bot die damals aus fünf und heute aus neun Mitgliedern bestehende Bühne klassische Werke, Volksstücke, Lustspiele, Komödien und Kriminalstücke in- und ausländischer Autoren. Für den Winter wurde in einem alten fränkischen Gasthaus ein kleines, intimes Kammerspiel- Theater in eigener Regie „gezimmert“, das in diesem Frühjahr wieder aufgegeben wurde. Der Wirt brauchte den Raum, den er kostenlos zur Verfügung gestellt hatte, für eine Betriebsvergrößerung. Nun hat die Stadt dem Ensemble einen geeigneten Raum für die mit Max Halbes„Jugend“ eröffnete Winterspielzeit überlassen. Ganz allein auf sich gestellt hätten es die Schauspieler nicht geschafft. Eine theaterbegeisterte Schneiderin übernahm die kostenlose Anfertigung der Kostüme. Ein Kunstmaler druckt unentgeltlich Plakate und Programmzettel, während seine Nichte als befähigte Bühnenmalerin mitwirkt. Ein kleiner Freundeskreis unterstützt das„Kleine Burgschauspiel“ ideell und materiell. Jedenfalls hat Rothenburg das kleinste und billigste Theater. Kinder, ein Lift ist gefährlich! Von Simon Carmiggelt Im Gebäude, in dem ich wohne, befindet sich ein Lift, den man selbst bedienen muß. Betagte Leute, die näher bei ihrem Instinkt leben, haben Angst davor, aber die Kinder haben viel dafür übrig und machen häufig Vergnügungsfahrten auf Kosten der Zeit, über die bona fide Treppensteiger im Leben verfügen. Wenn es sich um die Söhnchen der Hausbewohner handelt, muß man es zähneknirschend durchgehen lassen; dringen jedoch fremde Dreikäsehochs in unseren Bau, um sich tüchtig an dem Lift zu ergôtzen, dann sind sie vogelfrei und erhalten mitunter einen Tritt unter die Sitzfläche, wenn sie ihn auf einer der Etagen fluchtartig verlassen. Obwohl diese Zurechtweisung mit dem Fuß meistens ihr Ziel erreicht, erreicht sie doch nicht das eigentliche Ziel. Denn die fremden Jungen kommen weiter, um mit unserem Lift Mißbrauch zu treiben. Es sind immer andere. Als ich heute Mittag nach Hause kam, standen vier nebeneinander vor der Tür. Mariechen, ein kleines Mädchen, das im zweiten Stock wohnt und darum teil-(chen)weise über das Gebäude verfügen darf, stand abwartend im Hintergrund, bis ich herangekommen war, und rief dann mit anklagend-ausgestrecktem Zeigefinger: „Herr Carmiggelt, sie sind in unserem Lift gewesen.“ Der Besitzinstinkt, der, ebenso wie die Liebe zum Vaterland, jedem angeboren ist, hatte aus diesem Wicht gesprochen. Ich senkte den Blick.„Ich nicht“, sagte der kleinste Junge verängstigt. Er distanzierte sich von der Angelegenheit. Nicht so die drei anderen. Sie bedienten sich ihres Charmes und lachten mich breit an. Da sie, dentistisch gesprochen, in den Wechseljahren waren, blickte ich in drei grinsende FahrMit der Fertigstellung der rechten Seitentür am Südportal des Kölner Doms hat der Bildhauer Professor Ewald Matare(Düsseldorf) jetzt den vor sechs Jahren erteilten Auftrag zur Neugestaltung des Südportals abgeschlossen. Auf der Supraporte der rechten Seitentür vollendet die Hand des Schöpfers(in Mosaik) mit der Erschaffung des Adam und der Geburt der Eva den Schöpfungskreis. Die Hand weist auf die kniende Maria als die neue Eva, die Mutter des Schöpfers sein wird. Das Bronze-Portal symbolisiert, wie sich Gott den Menschen zu erkennen gibt: auf der linken Selte— im alten Testament— im brennenden Dornbusch, auf dem rechten Türflügel in der Verklärung auf dem Berge Tabor. Die Darstellung der Verklärung ist in Mosaik gearbeitet. Der erste Teil des Südportals, die beiden mittleren Türen, wurden schon 1948 fertig und zum Dom- Jubiläum feierlich geöffnet. „Stellen Sie den Wolkenbruch ab!" Der Wetterkrieg beginnt— Meine Wolke, deine Wolke Regenmachen ist kein Geheimnis mehr. Wolken, die genügend Feuchtigkeit in sich haben und regenschwanger über den Himmel ziehen, kann man mit einer„Spritze“ veranlassen, auszuregnen. Sie werden gewissermaßen geimpft. Man überfliegt sie und läßt Trockeneis oder Silberjodid auf die unterkühlten Wolkenmassen regnen. Um diese Kondensationskerne bilden sich dann Eis- oder Regentröpfchen, die zu Boden sinken. Es schneit oder regnet, je nach Temperatur. Die Wetterzauberer üben heute schon in der halben Welt ihre Kunst, nicht nur in Amerika. In Pakistan, wo es viel zu wenig regnet, weil die reine Luft nicht genug Staub und damit Kondensationskerne enthält, will man demnächst mit Hilfe der UNESCO die Luft mit Salz anreichern. Das Verfahren ist denkbar einfach. Jeeps der pakistanischen Luftwaffe fahren durchs Land und streuen Kochsalz auf die Straßen. Der Wind trägt die feinen Kristalle hoch und sie veranlassen dann die Wolken, auszuregnen. Kürzlich wurde der Wettermacher Dr. Krick nach Spanien gerufen, um in der Gegend von Madrid die Staubecken durch Erzeugung künstlichen Regens zu füllen. Es ist ihm gelungen, die Regenfälle bis zu 56 Prozent über Normal zu steigern. Man hat auch schon Leichtmetallverdampfer eingesetzt, tragbare Generatoren, um vom Erdboden aus die Wolken zu impfen. Auch dabei wurden beträchtliche Erfolge erzielt. Peinlich ist es, wenn ein Regenmacher zu viel Regen fabriziert, so daß wahre Sintfluten vom Himmel stürzen. Das ist einmal den Regenmachern in Nord-Dakota und Manitoba passiert, als sie aus Generatoren pro Stunde einige hundert Billionen Silberjodid-Partikelchen in die Luft jagten.„Stellen Sie sofort den Wolkenbruch ab!“, riefen die empörten Farmer. Und Dr. Krick erzählte:„Wir stellten daraufhin unsere Brenner ab und warteten, bis uns die Farmer erneut um Hilfe baten.“ Das Wetter auf Bestellung hat aber noch eine rechtliche Seite und es ist tatsächlich schon zu Prozessen um Wolken gekommen. So hat der amerikanische Bundesstaat Nevada den Staat Utah vor das Bundesgericht zitiert, weil der beklagte Staat die Nachbarn in Nevada aufs Trockene gesetzt hatte. Man hatte schon erwogen, atmosphärische Eingriffe zum Bundesmonopol zu erklären, damit nicht einer dem andern die Regenwolken anzapft. Der Bürgermeister von Albany hat die Stadt New York verklagt, weil diese ihren Nachbargebieten den Regen wegfängt. Der New Yorker Wasserkommissar hatte nämlich den Chef-Regenmacher Langmuir verpflichtet, durch Erzeugung künstlichen Regens dem chronischen Wassermangel der volkreichsten Stadt der Welt abzuhelfen. Der neueste Wetterkrieg ist zwischen Texas und Neu-Mexiko ausgebrochen. Eine Untersuchungskommission muß nun feststellen, ob die Dürre in Texas daher kommt, daß Neu-Mexiko Regenmacher beschäftigte. Es geht um meine Wolke— deine Wolke. Und der Streit ist so heftig, daß Präsident Eisenhower versprechen mußte, sich um die angezapften Regenwolken der Texasfarmer zu kümmern. die Adresse der Weinhandlung, die für die Reinheit des Weines so gut garantieren muß wie der Winzer. Handelt es sich aber um verbesserte Weine, die nicht im Keller des Weinguts auf Flaschen gefüllt wurden, dann heißt es z. B. unter der Weinmarke nur:„Aus dem Freiherr von Xschen Weingut“. Auch Verschnittweine(Naturweine+ gezuckerte Weine) gelten als gezuckert. Werden Weine verschiedener Jahrgänge miteinander verschnitten, dann darf ein Jahrgang angegeben werden, wenn der Verschnittanteil davon wenigstens zwei Drittel beträgt. Korkbrand darf auch ein gezuckerter Wein haben. Aber auf Weinkarten darf nur ein Naturwein den Zusatz„mit Korkbrand“ führen, hier haftet also der Wirt für seine Reinheit. Hat ein Wein die Sortenbezeichnung Riesling. Sylvaner, Burgunder usw., dann müssen von dieser Sorte mindestens zwei Drittel im Wein enthalten sein. Sylvaner ist mehr ein Damenwein, süffig und mild. Riesling ist ein edler Säurewein, der nur in guten Lagen ausreift und dann zum„König der Weine“ wird. Herrliche Weine wachsen auch in Österreich und in der Schweiz, die Tiroler Rotweine, die Wachauer Weine, Gumpoldskirchner usw. Am besten soll der Wein da sein, wo er gerade noch ausreift. KULTURNOTIZEN Der schwedische Erzähler und Dramatiker Stig Dagerman ist durch eine Kohlenoxydvergiftung tödlich verunglückt. Er wurde am Steuer seines Wagens in der verschlossenen Garage tot aufgefunden. Eine Gerhart- Hauptmann- Ausstellung wird von den Wuppertaler Bühnen in Zusammenarbeit mit dem theaterwissenschaftlichen Institut der Universität Köln vorbereitet. Die Ausstellung, die erste ihrer Art in Deutschland nach Kriegsende, wird am 22. November eröffnet. Der Solotänzer der Städtischen Bühnen Frankurt(Main), Marcel Luipart, wurde von dem Choreographen der Mailänder Scala, Nives Poli, zu einem mehrwöchigen Gastspiel eingeladen. Er soll nach Werken moderner italienischer Komponisten tanzen. Käthe Gold, die zum erstenmal nach zehn Jahren wieder auf einer Berliner Bühne stand, wurde mit herzlichem Beifall begrüßt. Sie spielte das unglückliche Mädchen Nina in Tschechows Schauspiel „Die Möve“, das Oscar Fritz Schuh im Theater am Kurfürstendamm neu inszeniert hat. Ein Preisausschreiben über die Fragen „Was bedeuten in Mozarts Autographen und Erstausgaben die über den Noten stehenden Zeichen(Keil, Strich, Punkt)? Ist eine Überschneidung von Mozart beabsichtigt, und wie sind diese Zeichen bei radständer. Ich verharrte in düsterem Schweigen, woraufhin der älteste Junge, um zur Sache selbst zu kommen, sagte: „Ich bin zweimal darin gewesen, und er ist zweimal darin gewesen und der einmal. Und mein kleiner Bruder überhaupt nicht. Bestimmt nicht.“ Nachdem so die Verantwortlichkeiten festgestellt worden waren, warteten sie auf meine Urteilsverkündigung. Ernst sagte ich: „Wißt ihr eigentlich, daß es sehr gefährlich ist?" Daraufhin drückte ich auf die Tube, und mit direkt aus dem Spital kommender Stimme fuhr ich fort: „Wißt ihr denn nicht, daß der Lift manchmal zwischen zwei Stockwerken stecken bleibt? Und daß dann häufig Jungen darin sitzen— ungezogene Jungen, die Tage und Nächte im Dunkeln um Hilfe rufen müssen, ehe sie befreit werden?“ Mitleidig sah ich auf das Grüppchen herab. Sie hatten ihre Fahrradständer geschlossen, der kleinste war etwas zurückgeschrocken, schon ein wenig auf dem Heimweg, und Mariechen stand stimmungsvoll daneben. Neuausgabe editionstechnisch wiederzugeben?“ Wird von der Gesellschaft für Musikforschung veranstaltet. Drei Preise im Gesamtwert von 1600 Mark sind für die besten Arbeiten ausgesetzt. Teilnahmeberechtigt ist jeder, der sich mit musiktheoretischen Problemen beschäftigt hat. Nähere Auskunft erteilt die Gesellschaft für Musikforschung, Kiel, neue Universität, Haus 11. Werner Bergengruens Roman„Der Großtyrann und das Gericht“ soll im Frühjahr in deutsch-italienischer Gemeinschaftsproduktion verfilmt werden. Mit großem Erfolg dirigierte Prof. Hermann Abendroth in Leningrad ein Abschlußkonzert seiner Gastspielreise. Auf dem Programm standen die erste und neunte Symphonie von Beethoven, die Coriolanouvertüre und die fünfte Symphonie von Tschaikowski. Der italienisch-französische Technicolorfilm„Magdalena“(Untertitel„Tagebuch einer Verlorenen“) wurde in Hannover zum ersten Male in deutscher Fassung aufgeführt. Seine erste Begegnung mit dem erfolgreichsten zeitgenössischen brasilianischen Bühnenautor Pedro Bloch(Rio de Janeiro) erlebte ein deutsches Theaterpublikum in der Aufführung des Problemstückes „Feinde schicken keine Blumen“ in Hannover. „Tage und Nächte um Hilfe rufen...“ wiederholte ich gewissermaßen zum Abschluß. Als ich meines Effektes sicher war und mich umdrehte, um in den Lift zu gehen, hörte ich einen der Jungen organisatorisch erklären:„Komm, wir gehen auf die andere Seite, weißt du— da ist auch ein Aufzug.“ Fröhlich johlten sie davon. Meine Schlappe wie ein Mann tragend, öffnete ich die Lifttür und sagte zu dem Mädchen:„Fährst du mit, Mariechen?“ „nein, Herr Carmiggelt!“ rief sie, ängstlich zurückweichend.„Ich nehme lieber die Treppe.“ (Autorisierte Übersetzung aus dem Holländischen von Johannes Piron). Letzte Möglichkeit Der Rechtsanwalt tröstete einen Klienten:„Sie können sich darauf verlassen, daß die Wahrheit zum Schluß doch siegen wird.“ „Hm!“ sagte der Klient gar nicht begeistert,„dann haben wir ja schließlich immer noch die Möglichkeit. Berufung einzulegen.“ 2 Zerrissenes Münsterland Zu Anfang des vorigen Jahrhunderts wurde das Fürstbistum an neue Landesherren verteilt Schon mehrfach haben wir auf unserer Seite„Westfälische Heimat" die großen Veränderungen erwähnt, die in unserm westfälischen Heimatgebiet zu Anfang des vorigen Jahrhunderts hinsichtlich der staatlichen Gliederung erfolgten, nachdem durch den Frieden von Lunéville(1801) die linksrheinischen deutschen Länder an Frankreich abgetreten worden waren mit der Bestimmung, daß die einzelnen Fürsten für ihre dortigen Verluste durch geistliche Staaten im übrigen Deutschland entschädigt werden sollten. Während nun die meisten geistlichen Staaten geschlossen den Landesherrn wechselten, z. B. das Fürstbistum Paderborn an Preußen, das kölnische Sauerland— das alte„Herzogtum Westfalen“— an den Landgrafen von Hessen-Darmstadt kam, wurde das Gebiet des Fürstbistums Münster auseinandergerissen und verschiedenen Fürsten zugeteilt. Dabei kam die Hauptstadt Münster mit dem östlichen Teil des Landes an den König von Preußen, der allerdings gleich den übrigen Fürsten nicht erst abwartete, bis der in Regensburg eingesetzte Reichstagsausschuß diesen„Lastenausgleich“ im Februar 1803 abgeschlossen hatte, sondern schon ein halbes Jahr vorher zur Besetzung der ihm zugedachten Gebiete schritt, sobald nur eben das Verteilungsgeschäft geregelt war. Der Regensburger§ 3 Der§ 3 des Reichsdeputations-Hauptschlusses vom 25. Februar 1803 bestimmte für Preußen„die Stadt Münster nebst dem Teile des Bistums dieses Namens, welcher an und auf der rechten Seite einer Linie liegt, die unter Olphen über Separad (= Seppenrade), Kakelsbeck, Heddingschel (= Hiddingsel), Ghischinck, Notteln, Hulschhofen(= Hülshoff), Nannhold(= Hohenholte), Nienburg(= Nienberge), Uttenbrock (= Ulenbrock), Grimmel(= Gimbte), Schönfeld(- Schöneflieth) und Greven gezogen wird, und von da dem Laufe der Ems folgt bis auf den Zusammenfluß der Hopsteraa(— Hopster Aa) in die Grafschaft Lingen.“ Dieser Wortlaut verrät mit seinen vielen unrichtigen Schreibungen der Ortsnamen am besten, wie„sachkundig“ man in Regensburg bei der Verteilung des Besitzes zu Werke ging. Daß dabei auf wirtschaftliche Zusammenhänge und andere Dinge keine Rücksicht genommen wurde. braucht wohl nicht gesagt zu werden. Herzöge und Fürsten kamen Jener Teil des alten Fürstbistums Münster aber, der nicht dem König von Preußen zugesprochen wurde, war noch übler daran, denn er wurde unter eine Reihe Fürsten verteilt, die zum Teil nicht die geringsten Beziehungen zu Westfalen hatten, während Preußen immerhin schon ausgedehnte Besitzungen in Westfalen hatte(Mark, Tecklenburg, Minden-Ravensberg) und nun zu einer Abrundung seiner Besitzungen gelangte. Zunächst einmal erhielt der Herzog von Oldenburg das sogenannte Niederstift Münster, die Ämter Vechta und Kloppenburg; der Herzog von Croy, dessen Familie wallonischen Ursprungs ist, bekam den größeren Teil des Amtes Dülmen, der Herzog von Looz-Corswarem(belgischer Herkunft) den größten Teil des Amts Rheine und einen kleinen Teil des Amts Wolbeck als„Fürstentum Rheina-Wolbeck.“ Die Wild- und Rheingrafen von Salm-Grumbach erhielten den größeren Teil des Amts Horstmar mit der Stadt Coesfeld(daher später die Bezeichnung Salm-Horstmar); den Fürsten von Salm wurden die Ämter Ahaus und Borken zugesprochen, und zwar zwei Drittel für Salm-Salm und ein Drittel für Salm-Kyrburg. Der Herzog von Arenberg dagegen, der im Niederstift Münster das Amt Meppen erhielt und dazu das Vest Recklinghausen, das bis dahin kurkölnischer Besitz gewesen war, kehrte auf diese Weise gewissermaßen in das„Land seiner Väter“ zurück, denn sein Vorfahre war Eberhard von der Mark— ein jüngerer Bruder Adolfs II.(1328—47)—, der als Münsterer Dompropst in den weltlichen Stand zurückgetreten war, die Arenberger Erbtochter geheiratet und dadurch das Geschlecht fortgepflanzt hatte. Blüchers Einzug in Münster Ehe indessen die Entschädigungsbeschlüsse im Februar 1803 endgültig durch den Reichstagsausschuß gefaßt worden waren, hatten die neuen Herren die Länder schon in Besitz genommen. PreuWeltenbummler am Radbodsee Einst unser größtes Wasservogelgebiet— Zugvögel aus der Arktis In diesen Wochen ziehen wieder Scharen von Zugvögeln aus Nordeuropa und der Arktis auf ihrer weltweiten Wanderung über unsere Heimat dahin, in breiter Front, eilig, meistens nachts und so hoch am Himmel, daß der Mensch sie nur selten gewahrt. Doch hin und wieder gibt es auch bei uns Stellen, wo diese Weltenbummler zur Rast und Nahrungssuche einfallen. Hier, an Seen, Sümpfen und Schlickbänken, geben sich oft die seltensten Vogelarten aus dem Reich der Mitternachtssonne ein Stelldichein. Ein solches Vogelparadies ist der Radbod-See in BockumHövel(Kreis Lüdinghausen), das einst größte Wasservogelgebiet in Mittelwestfalen. Dieser anfangs fast 200 Morgen große See zwischen der Zeche„Radbod“ und der Lippe war entstanden, als sich infolge des Bergbaus das Gelände südlich der Zeche immer mehr senkte und das Wasser der Lippe in das Senkungsgelände einbrach. Vom heutigen Verbindungsweg zwischen der Westfälischen Lehrbaustelle und dem Hammer Hafen bis zur weit westlich verlaufenen Gasleitung erstreckte sich 1920—1930 der See, der trotz der nahen Fördertürme und Zechenschlote bald zum größten Wasservogelgebiet Mittelwestfalens wurde. Viele Bücher über die Vogelwelt unserer Heimat— u. a. das kürzlich erschienene Werk„Gefiederte Freunde im Industriegebiet und Münsterland“ von Klemens Söding— erwähnen den Radbod-See als Brutplatz und Durchzugsstation seltener und seltenster Wasservögel. Viele Schriften nennen den Radbod-See ein„verlorenes Paradies“, was aber nicht ganz richtig ist, denn bis heute ist der See während der Zugzeit ein Vogelparadies geblieben. Denn auch noch in den letzten Jahren wurden im Gelände des Sees Beobachtungen gemacht, die zur Kenntnis der westfälischen Vogelwelt bedeutende Beiträge lieferten. 1938 und 1949 hat zum Beispiel Helmut Weber seine Beobachtungen„Natur und Heimat“(der Zeitschrift des Westfälischen Naturwissenschaftlichen Vereins) veröffentlicht und oft Bewunderung ausgelöst. Aus der Zeit 1920—1930 wissen auch noch einzelne Naturfreunde aus BockumHövel zu berichten, als noch ungezählte Enten und Gänse, Weihen und auch der Fischadler, Rohrdommeln und verschiedene Limikolenarten hier ihren Brut- oder doch wenigstens Rastplatz hatten. Heute gibt es im Gelände des früheren Radbod-Sees nur noch einen größeren, umdeichten Teich(der das Wasser der Geinegge aufnimmt, das dann teils in die Lippe, teils zum Gebrauch für die Zeche abgepumpt wird) und eine große, unzulängliche Schlickbank. die der Nordenbach gebildet hat. Im übrigen haben stets neue Kultivierungs- und Deicharbeiten, die 1923 begannen und bis in den letzten Winter fortgesetzt wurden, das ehemalige Seegebiet in Acker- und Wiesenland zurückverwandelt, in dem nur noch hier und dort Tümpel und trockene Schlickbänke an den alten See erinnern. Im letzten Winter hat man das Bett des Nordenbaches ausgebaut; dadurch ist die letzte große Schlickfläche so trocken geworden, daß sie immer mehr begehbar wird. Die Lachmöwen, die in diesem Gelände lange die letzte Brutkolonie unserer Heimat hatten, sind dadurch zum Auswandern gezwungen worden. Auch die Limikolen dürften bald hier verschwinden. Aber jetzt gerade herrscht wieder im Gelände des Sees Hochbetrieb. Viele Durchzügler aus nördlichen und östlichen Ländern haben sich eingestellt und tummeln sich auf der Schlickfläche. Als große Seltenheit wird der Dunkle Wasserläufer oder Große Rotschenkel hier beobachtet, dessen Brutgebiet in den Tundren Eurasiens nördlich der Baumgrenze liegt und sich über das nördlichste Festland Skandinaviens bis tief nach Sibirien hinein erstreckt. Zusammen mit den dunklen Waldwasserläufern und den kleinen Flußuferläufern und ihren Verwandten, den kleinen Rotschenkeln, die auch an den deutschen Küsten und in Westfalen im Zwillbrocker Venn brüten, halten sie sich in unserer Heimat auf, bis sie in Kürze' nach Süden und Südwesten in ihr Winterquartier weiterziehen. Einer der seltensten Gäste, die in den letzten Jahren am Radbod-See beobachtet wurden, war der Zwergschwan, der aus dem asiatischen Sibirien im Winter gelegentlich an die deutschen Küsten und sehr selten ins Binnenland kommt. Am umdeichten See beobachtet man gelegentlich den Eisvogel. Der Wanderfalk weilt während der Zugzeit hin und wieder hier, besonders wenn sich hier eine größere Zahl Enten aufhält. Zu den am seltensten in Westfalen beobachteten Vögeln gehört zweifellos das Tüpfelsumpfhuhn und die Zwergrohrdommel. Söding führt in seinem Werk nur vier Beobachtungen für das Industriegebiet und Münsterland an, davon am 31. August 1947 und am 6. Oktober 1952 am Radbod-See. Auch die Zwergrohrdommel wurde 1953 und 1954 im Juli und August längere Zeit regelmäßig am Radbod-See beobachtet. Während Stock- und Knäkenten im Gelände des Sees brüten, weilen Krick-, Schnatter-, Pfeif- und Spießente sowie Tafel- und Reiherente hier als Durchzugs- oder Wintergäste. Der kleine Flußregenpfeifer aber hat auf den Halden der Zeche„Radbod“ einen seiner wenigen Brutplätze in Westfalen. W. St. Annette und der Schneider Als Annette von Droste-Hülshoff auf Schloß Meersburg am Bodensee weilte, war sie nebst ihrer Mutter, die bei ihr war, sehr verlänglich nach Nachrichten aus der westfälischen Heimat. Um nun die Angehörigen von ihrem Wunsch in Kenntnis zu setzen, benutzte sie einen eigenartigen Umweg; sie schrieb nämlich an Elise von Rüdiger in Münster am 18. November 1843:„Auch läßt Sie meine Mama nebst tausend herzlichen Grüßen bitten, doch beim Schneider Ahlers(auf der Salzstraße) sagen zu lassen, daß sie sehr nach Briefen von Hülshoff verlangte; und daß Sie dies doch dorth'n bestellen möchten.“ Ravensberger Kohlenbergbau Über Kohlenbergbau im Ravensbergischen vor 200 Jahren berichtet die Kirchenchronik von Werther aus dem Jahre 1753 folgendes: „Vor zwei Jahren hat man auf Schnaikers Hof, eine Viertelstunde von der Halle, Steinkohlen gefunden, die zum Einheizen recht gut und besser waren als die, die vor acht Jahren bei Dornberg gegraben wurden. Dem ohngeachtet, so sind die Bergleute mit Anfang dieses Jahres davongezogen und haben den kostbaren Stollen liegen lassen, welches zu bedauern ist; sie gaben vor, daß die Ausbeute die Koster nicht trüge. Der Colonus (— Bauer) Schnaiker starb um die Zeit eines sehr erbärmlichen Todes, er stach sich über dem Schweineschlachten in die Hand, welches so übel geriet, daß er nach Abnahme etlicher Finger dennoch sterben mußte.“ Bische Truppen unter dem Generalleutnant Blücher waren schon am 3. August 1802 in Münster eingerückt, das Besitzergreifungspatent König Friedrich Wilhelms III. war sogar schon am 6. Juni unterzeichnet worden. Daraufhin beeilten sich natürlich auch die kleineren Herren, die Herrschaft in ihren Gebieten zu übernehmen, so der Herzog von Croy am 29. November 1802, der Herzog von LoozCorswarem am 18. Februar 1803, die Fürsten von Salm am 12. November 1802 und der Herzog von Arenberg am 26. November 1802. Die Auseinandersetzung zwischen allen diesen Herren und Preußen. das zunächst die Verwaltung des gesamten Fürstbistums„aus Auftrag“ fortgeführt hatte, gestaltete sich sehr langwierig, namentlich hinsichtlich der Aufteilung der Stiftsschulden, die auf die einzelnen Gebiete umgelegt werden mußten. Übergangszeit 1806—1816 Langen Bestand hatte übrigens die Regelung von 1802/03 nicht, denn nachdem Napoleon 1806 Preußen besiegt hatte und ihm durch den Frieden von Tilsit alle preußischen Besitzungen westlich der Elbe zugefallen waren, erfolgte durch ihn alsbald eine staatliche Neuordnung auf westfälischem Boden, die aber auch nur sechs Jahre bestand, bis im Jahre 1815 der Wiener Kongreß die Länder wiederum neu verteilte und die Gebiete zwischen Weser und Rhein größtenteils an Preußen zuwies, das dann die beiden Provinzen Westfalen und Rheinprovinz bildete, deren Verwaltungsbehörden im Jahre 1816 ihre Tätigkeit aufnahmen. In der neuen Provinz Westfalen wurde dann wenigstens das ehemalige„Oberstift“ wieder im Regierungsbezirk Münster vereinigt. fjw. Schloß Anholt(Rreis Borken) Im äußersten, ins niederländische Gebiet vorstoßenden Zipfel des Kreises Borken liegt das Schloß Ahaus, das urkundlich erstmals im Jahre 1313 genannt wird, wenn auch die Entstehung der Burg schon ins 12. Jahrhundert anzusetzen ist. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts waren die Herren van Zuylen, die Burgherren, schon im Besitz aller landesherrlichen Rechte; am 25. Mai 1347 gaben sie der Siedlung Anholt das erste Stadtrecht, das am 1. Mai 1349 erheblich erweitert wurde. Die kleine Herrschaft kam— jeweils durch eine Erbtochter— 1380 an Hermann von Gemen, 1402 an Gisbert von Bronckhorst-Batenburg, 1647 an Leopold Philipp Karl Fürst zu Salm(1619—63), bei dessen Nachkommen — seit 1719 führen sie, da durch Heirat die beiden Zweige der Linie Salm der Wild- und Rheingrafen vereinigt worden waren, den Namen Salm-Salm— die Herrschaft bis heute geblieben ist, wenn auch die Landeshoheit zu Beginn des vorigen Jahrhunderts verlorenging.— Der älteste Teil der Wasserburg, die ursprünglich in einem unregelmäßigen Oval umwehrt war, ist der große runde Turm, der gleich der ganzen Burganlage auf hölzernem Pfahlrost gegründet ist; er stand zunächst als mittelalterlicher Bergfried frei. Im Laufe der Jahrhunderte sind zahlreiche Um- und Erweiterungsbauten vorgenommen worden, vor allem 1698, als die Toreinfahrt mit dem(1945 teils zerstörten) Torturm, die Kapelle und das Vorderschloß geschaffen wurden „Bauernkrieg“ in Rünthe Verteidigung bäuerlicher Rechte gegen übergriffe des Adels Nicht immer waren die Bauern persönlich frei und unabhängig von Abgaben und gutsherrlichen Lasten. Der ursprünglich freie germanische Bauer kam im frühen Mittelalter in die Abhängigkeit von adeligen Gutsherren. Nach dem Dreißigjährigen Krieg aber riß der Adel fast überall die Führung in den Gemeindeverbänden an sich, wenn auch die Bauern sich nach besten Kräften dagegen wehrten. So schildern eine Anzahl Urkunden des Klosterarchivs zu Cappenberg den erbitterten Kampf der Rünther Bauern mit Reinhard Lutter von Aldenbochum, dem Besitzer des Hauses Rünthe, um die Schafdrift im Rünther Mersch. Nach längeren Auseinandersetzungen, denen eine Aussage des 73jährigen Schulte Elberg über die Rechte des Hauses Rünthe vorausging(1646), kam es am 21. Juni 1657 zu einem Vergleich. Die Verhandlung fand unter Vorsitz des Hammer Drosten Elbert zu Rynsch am Roden Herm(heute Gastwirtschaft Römer) statt; anwesend waren: Reinhard Lutter von Aldenbochum; als Beistand Dietrich Hugenpoth zu Stockum; Heinrich Krakerugge, Doktor der Rechte und Bürgermeister zu Unna; Schulze Wedeling; Rentmeister Ludovici; Johann Wilhelm Marschall und Meinhard Dietriech als Pfandherren Schulte Wedelings; Propst und Kellerer des Klosters Cappenberg; zwei Bevollmächtigte des Hauses Reck bei Kamen; die Bauern Schulte Elberg, Lippmann, Bumann, Keinemann und Schulte Bögge. In diesem Vergleich wird für ewige Zeiten festgesetzt, daß das Haus Rünthe nur einen Schäfer halten darf, der so viele Schafe in die Gemeinheit zu treiben berechtigt ist, wie er im Winter mit eigenem Futter nähren kann. Es ist ihm nicht erlaubt, die Schafe in fremden Ställen durchzufüttern und im Sommer wieder zur Herde zu bringen, weil dadurch die Gemeinheit benachteiligt würde. Die freie Ausdrift der Schafe wird von Martini(11. November) bis vierzehn Tage vor Maitag oder Philippus und Jakobus(1. Mai) begrenzt. Dieser für„ewige Zeiten“ geschlossene Vergleich währte jedoch nur kurze Zeit, denn bereits am 29. Oktober 1658 erhob die Gemeinde Rünthe bei ihrem Lehnsherrn, dem Propst von Cappenberg, Einspruch wegen Überschreitung des Vertrages durch Herrn von Aldenbochum, der mehr als fünfzig Schafe beim Gastwirt Berkemeyer ausfuttern lasse und noch zwei Fuder Heu gekauft habe. Als der Einspruch wirkungslos blieb, schritten die Rünther Bauern zur Selbsthilfe. Am 14. November 1658 erklärte der Hammer Droste Elbert zu Rynsch: von Aldenbochum habe sich beklagt, daß die Rünther Bauern, besonders Schulte Elberg, ihm drei Pferde genommen hätten und„uff den pfandstall hinbringen lassen“. Er verfügte„bei einer pfoen(d. h. poena= Strafe) von fumf goltgulden“ die Herausgabe der Pferde. Nun hielt es auch von Aldenbochum für nötig, in einem Brief an seinen Vetter, den Die Arnsberger Fürstenwähler Hochadel und„Priesterherren“ wählten den Kölner Landesherrn Am 6. November haben wir ausführlich darüber berichtet, wie im Jahre 1801 die Abteikirche zu Wedinghausen, die heutige Arnsberger Propsteikirche, den Kölner Dom ersetzen mußte, in dem dort das Kölner Domkapitel den Nachfolger des verstorbenen Kurfürsten Maximilian Franz wählte. Als Ergänzung dazu soll heute mitgeteilt werden, wie das Domkapitel sich damals zusammensetzte, und wer wirklich als Wähler in Arnsberg anwesend war. Wie wir schon gesagt haben, waren damals 22 Domherren wahlberechtigt, von denen aber nur acht bei der Wahl zugegen waren. Als „absens“, d. h. abwesend, wird jedoch in der Niederschrift über die Wahl nur einer bezeichnet, da er sich an der Wahl weder persönlich noch durch einen Vertreter beteiligte. Es war dies Josef Fürst von HohenloheWaldenburg-Bartenstein, der zugleich Domherr zu Straßburg und Breslau war, zugleich aber auch seit 1795 zu Breslau„Coadjutor“, d. h. Helfer des Bischofs. In Köln war er 1780 bei der Coadjutor-Wahl der Gegenkandidat der preußischen Regierung gegen den Erzherzog Maximilian Franz von Österreich gewesen, aber gegen diesen unterlegen, wie damals in Münster gegen den Erzherzog der preußische Gegenkandidat Franz von Fürstenberg unterlegen war. Weil er auf preußischer Seite stand, beteiligte der Fürst sich 1801 nicht an der Arnsberger Wahl, da diese— wie wir gezeigt haben— gegen den Willen der preußischen Regierung vorgenommen wurde. Die übrigen 21 Mitglieder des Kölner Domkapitels waren: 1. Meinrad Graf von Königsegg-Aulendorf, „decanus capituli“; 2. Christian Graf von Königsegg-Rothenfels, Subdiakon; 3. Franz Fürst von Hohenlohe-Schillingsfürst,„scholasticus“; 4. Josef Erbtruchseß von Zeil-Wurzach,„diaconus senior“; 5. Ernst Graf von Königsegg-Rothenfels, „diaconus junior“; 6. Thomas Erbtruchseß von Zeil-Wurzach, „thesaurarius major“; 7. Christian Fürst von Hohenlohe-Bartenstein; 8. Daniel Friedrich Graf von der Leyen; 9. Wilhelm Fürst von Salm-Salm, Erzbischof von Prag; 10. Friedrich Alexander Fürst von OettingenWallerstein: 11. Maximilian Graf von Königsegg-Rothenfels; 12. Sigismund Christoph Erbtruchseß von Zeil-Trauchburg, Bischof von Chiemgau: 13. Aloysius Graf von Königsegg-Aulendorf; 14. Clemens Maria von Merle,„suffraganeus“ (d. h. Weihbischof); 15. Franz Karl von Hillesheim; 16. Gabriel von Franz; 17. Maximilian Josef von Geyr: 18. Balthasar von Mylius; 19. Friedrich von Mylius; 20. Peter Josef von Clauspruch, Offizial, 21. Hermann Josef von Kaspers, Kapitularvikar. Von diesen 21 Wahlberechtigten, von denen Nr. 14 bis 18„Priesterherren“, d. h. Geistliche waren, weilten nun am Wahltag, 7. Öktober 1801, nur acht in Arnsberg: Nr. 1, 2, 6, 7, 13, 16, 20 und 21. Bei der Wahl gaben dann ihre Stimme ab: Nr. 1 zugleich für Nr. 3, 8, 9, 10 und 11; Nr. 2 zugleich für Nr. 5 und 12; Nr. 6 zugleich für Nr. 4; Nr. 7, 13, 16 und 20 nur je für sich; Nr. 21 zugleich für Nr. 14, 15, 17, 18 und 19. Wie sehr übrigens der Papst die Wahl des Erzherzogs Anton Viktor billigte und wünschte, ergibt sich deutlich aus dem„breve eligibilitatis“(Wählbarkeitsbescheinigung) vom 16. August 1801, denn darin wird dem Erzherzog zugestanden, daß er„für zwei unbesetzte Kathedral- oder Metropolitankirchen in Deutschland“ gewählt wird, und zwar„obwohl er erst 22 Jahre alt ist, weder die höheren Welhen empfangen hat noch überhaupt dem geistlichen Stande noch einem der beiden Domkapitel angehört“; trotz aller dieser „Mängel“ kann er„von denen, die dazu gesetzmäßig berechtigt sind, zum Bischof oder Erzbischof und zum Oberhirten jeder der beiden Kirchen, für die eine der beiden jedoch nur als Administrator(d. h. Verwalter) frei und gültig gewählt werden“. Propst zu Cappenberg, sich zu rechtfertigen: Der Schäfer habe nur„etzliche säugelämmer so wegen großer Kelte schier sterben wollen, ja auch theils gestorben seyn, an seinem Hause beim fewe(?) erhalten müssen, aber mit meinem Futter gefüttert.“ Auch wisse er nichts von gekauftem Heu, vielmehr habe er dem Schäfer nur erlaubt, ein paar„Foeder Hew auff meinem Schafstall unter Dach zu legen“. Dageger sei Schulte Elberg sogleich zugefahren und habe„drey pferde aus gemeltem Ruenthermersche weggenommen und selbig an ein gantz unbequem ort aneinandergeschlossen, also daß sie sich nicht bewegen noch leggen können und mir dieselbige funf Tage furenthalten, biß ihme vom Drosten zum Ham zweymal anbefohlen worden, mir dieselbe wieder zu restituiren“. Von Aldenbochum war aber dennoch zum Verzicht auf Schadenersatz bereit, einmal weil Schulte Elberg ein Mann des Propstes sei, dann aber auch, weil„Gott der Herr uns auch viel mehr Schuld erlassen, wie in dem gestrigen gewesenen sonntäglichen Evangelio klarlich gelehret worden“. Der Propst solle Schulte Elberg—„als der mich mehrmals frevelmüthigerweise angefeindet“— ermahnen, sich solchen Frevels zu enthalten, da sonst auch alle Nachbarn, mit denen er immer Frieden halten wolle, mit ihm prozedieren(= vorgehen) würden. Beiderseits war man jedoch nicht ohne weiteres geneigt, den Streit beizulegen. Das beweisen weitere Briefe an den Cappenberger Propst, in denen Aldenbochum seine Unschuld, die Rünther Bauern seine Vertragsverletzung nachzuweisen suchen. Den Ausgang der Sache kennen wir nicht. Immerhin behaupteten die Rünther Bauern ihre Rechte im Gemeinheitsverband und verhinderten eine weitere Ausdehnung der Vorrechte des adligen Hauses Rünthe. Heinrich Petzmeyer. Lippstadt machte nicht mehr mit Am 13. März 1295 traten in Münster die Abgesandten der Städte Soest, Münster, Dortmund, Lippstadt und Osnabrück zusammen, um ihr Bündnis zu erneuern, das erstmals am 13. Juli 1253 auf der ChristophorusBrücke zu Werne a. d. Lippe zwischen den vier erstgenannten Städten geschlossen und — durch den Beitritt Ösnabrücks im Jahre 1268 erweitert— mehrfach erneuert worden war, wobei jeweils die ursprünglichen Bundesvereinbarungen Änderungen erfahren hatten. In Münster nun kam es zu Klagen Soests gegen Lippstadt, das dabei vermutlich von den anderen Städten überstimmt wurde; fortan beschickte es deshalb die Bundestagungen nicht mehr. Wegen des Streites zwischen Soest und Lippstadt wurde zunächst für den 14. März 1296 eine Tagung in Münster angesetzt, um die Sache nach Recht oder Freundschaft zu entscheiden. Lippstadt aber kam nicht, erschien auch— trotz zugesagten freien Geleits— nicht auf dem späteren Tag zu Soest(16. August 1296), wo die„Vierstädte“ ohne Lippstadt den Bund erneuerten. Soester Musikpflege Vor 70 Jahren, im Frühjahr 1884, wollten eine Reihe Soester Bürger den Kampf gegen die Straßenmusikanten aufnehmen. Also mußte ein entsprechender Verein ins Leben gerufen werden, ein„Anti-StraßenmusikVerein“, über dessen Zweck gesagt wurde: „Man will fernerhin nicht mehr die herumziehenden Musiker, Orgeldreher, Flötisten, Geiger usw. für die von ihnen gebotenen schlechten Genüsse honorieren, sondern durch regelmäßige Beiträge die hiesige Kapelle soweit unterstützen, daß sie wöchentlich einmal auf einer öffentlichen Platz oder auf der Promenade ein Konzert veranstalten kann.“ — Geworden ist allerdings aus der Sache nichts, und die Straßenmusikanten sind deshalb auch in Soest niemals„brotlos“ geworden. GeeS Rotweiß gibt einen Punkt ab Eortuna spielt bei Rotweiß Essen 2:2- Borussia Dortmund aut Platz 3- Sodingen schlögt Münster Endlich ein Kölner Sieg Meidericher SV— 1. FC Köln 0:2(0:1) Duisburg. Köln spielte mit großer Entschlossenheit. Trotzdem hatten die Kölner anfangs reichlich viel Mühe mit dem jungen Angriff der Platzbesitzer, der trotz des Fehlens von Sturmführer Hetzel und Rechtsaußen Hufnagel recht erfrischend ausspielte. Allerdings fehlte in entscheidenden Momenten den Neulingen Seelhoff, Fiedler und Wieczorek die Erfahrung. Köln fing sich allmählich. Beste Leute bei Köln: Röhrig als Spielmacher, und Schäfer als lebendiger Stürmer, bei Meiderich Neumann I in der Abwehr. Meidericher SV: Pajonk; Neumann II. Schönknecht; Neumann I, Matzko, Schmidt; Wieczorek, Carel, Seelhöff, Fiedler, Küppers 1. FC Köln: Hartenstein; Langen, Graf; Goffard. Hirche, Dörner; Müller. Breuer, Stollenwerk. Röhrig, Schäfer. Schiedsrichter: Hansmeier(Bochum). Zuschauer: 14 000 Tore: 43. Minute 0:1 Müller. 83. Minute 0:2 Schäfer. Heinz Fütterer sehnt sich nach Ruhe Europa-Doppelmeister Heinz Fütterer(Karlsruhe), der am Start zu seinen Kurzstreckenläufen für seine große Ruhe bekannt ist, kann nach der Rückkehr der für ihn so erfolgreichen Japanreise gewisse Anzeichen von Nervosität nicht verbergen. Mit dem Leichtathletik-Training hat Fütterer zunächst Schluß gemacht. Er geht zweibis dreimal in der Woche ins Hallenbad, um beim Schwimmen seine leichten Rheumaund Gelenkschmerzen loszuwerden. In seiner Freizeit beschäftigt sich Heinz Fütterer sehr gern mit dem elf Monate alten Michael, dem Sohn seines Trainers Häfele, mit dem Fütterer zusammenwohnt. Fast allabendlich findet man Heinz nach seiner Tagesarbeit bei Michael auf dem Teppich. Zwei Jahre gesperrt! Drakonische Maßnahme gegen einen Verein Essen. Das Verbandsgericht des Westdeutschen Fußballverbandes hat unter Vorsitz von Dr. Clässen(Bonn) den NiederrheinAmateurligisten Altenessen 12 für zwel Jahre vom Spielverkehr ausgeschlossen. Anlaß für diese harte Strafe waren die Vorfälle beim Meisterschaftsspiel VfB Speldorf gegen Altenessen 12 am 3. Öktober. Bei einem Tumult wurde der Speldorfer Spieler Reichelt von einem Essener Spieler durch einen Tritt verletzt. Da dieser Essener Spieler vom Schiedsriehter nicht benannt werden konnte, und Roth/Bucher gewannen das Frankfurter Sechstagerennen Die Schweizer Jean Roth und Walter Bucher gewannen das 11. Frankfurter Sechstagerennen mit Rundenvorsprung vor Fernando Terruzzi/Theo Intra und den zweifachen Frankfurter Sechstagesiegern Hugo Koblet/Armin van Büren. Die Entscheidung flel eine halbe Stunde vor Schluß des 145-Stunden-Rennens, als Roth/Bucher dem Feld nach hartem Kampf eine Runde abnahmen. Der Erfolg in Frankfurt erhöht die Zahl der Sechstage-Siege von Roth/Bucher auf vier. Unser Bild zeigt Roth(links) und Bucher(rechts) mit Siegerkranz vor Antritt der Ehrenrunde. Essen. Der große Favorit auf die Herbstmeisterschaft, Rotweiß Essen, kam am Sonntag gegen Fortuna Düsseldorf trotz des Platzvorteils über ein 2:2 nicht hinaus. Trotzdem beträgt der Vorsprung der Gottschalk-Elf gegenüber dem SV Sodingen immerhin noch zwei Punkte. Die Sodinger sind weiter prächtig in Schwung. diesmal besiegten sie Preußen Münster 3:1. Weiter im Kommen ist Exmeister Borussia Dortmund. der den Neuling Duisburger SV mit 3:1 niederhielt. Die Dortmunder erscheinen nunmehr bereits auf dem dritten Platz, da Schwarzweiß Essen bei Bayer Leverkusen nicht ganz unerwartet 0:2 verlor. Schalke 04 behauptete seine Tabellen-Position durch einen knappen 1:0-Heimsieg über den VfL 48 Bochum. Westmeister 1. FC Köln konnte die Serie seiner Mißerfolge am Sonntag in Meiderich beenden, der MSV verlor 0:2. Neuling Westfalia Herne kam bei den heimstarken Preußen Dellbrück zu einem beachtlichen 3:3, bleibt aber Tabellenletzter. Auf den vorletzten Rang zurückgefallen ist Münster. Alemannia Aachen leistete sich gegen Borussia M.-Gladbach mit 0:1 eine vielleicht folgenschwere Heimniederlage und flel so auf den drittletzten Platz zurück. Der 1. FC Köln verbesserte sich vom 15. auf den 11. Platz. Zehn Fortunen schafften Remis Rotweiß Essen— Fortuna Düsseldorf 2:2(1:1) Essen. Fortuna mag dieses Unentschieden als einen Sieg werten. Fast eine Halbzeit lang(Fandel schied in der 47. Minute mit ausgekugeltem Arm aus) dem Spitzenreiter ein gleichwertiger und gefährlicher Gegner zu sein, ist eine Leistung, die weit über dem Durchschnitt liegt, und die Anstrengung wurde auch belohnt. 30 Sekunden vor dem Schlußpfiff flel das Tor, das den einen überaus verdienten Punkt bedeutete. Allerdings trug auch Essen ein Handicap. Auf Islacker (Sehnenzerrung) und Termath(alte Fußverletzung) mußte verzichtet werden. Die Ersatzleute Röttger und Cornelissen waren keine Ausfälle, aber auch keine Glanzpunkte. Mit einem Blitzstart überraschte Fortuna. Die in Blau spielenden Rotweißen waren noch gar nicht richtig in Stellung gegangen, als sie bereits mit einem Tor im Rückstand lagen. Es gab einige Unsicherheit in der Essener IM TELEGRAMMSTIL Otto Lörke, der Altmeister der deutschen Dressurreiter, vollendet am 16. November sein 75. Lebensjahr. Ungarns B-Elf siegte vor 22 000 Zuschauern im Wiener Stadion gegen die österreichische B-Mannschaft mit 3:1(1:0). Mittelstürmer Csordas(2) und der junge Szuzsa waren die Torschützen der Magyaren. Rußlands Fußballmeister Dynamo Moskau gewann sein erstes Spiel in der Schweiz bei Scheinwerferbeleuchtung in Zürich gegen eine Kombination Grasshoppers Zürich-Lausanne Sports 4:0. Deutschlands oftmaliger Gehermeister Rudi Lüttge(Eintracht Braunschweig) hat sich zur Behandlung einer Deformierung des linken Hüftgelenkes in die Sportheilstätte Hellersen begeben. Mit einem Schädelbasisbruch und einem Jochbeinbruch spielte vor acht Tagen der frühere Nationalläufer Paul Mebus(1. FC Köln) eine ganze Stunde lang. Dies stellte sich erst einige Tage später heraus, als die vermutete Gehirnerschütterung sich nicht bessern wollte. Eintracht Kreuznach hat den Mannschaftskapitän Breyer, der seine Elf am 7. November beim Punktekampf bei Saar 05 Saarbrücken im Stich ließ, aus disziplinarischen Gründen vorläufig gesperrt. Der zweifache Olympiasieger von 1948, der Australier Mockridge, gewann vor 5000 Zuschauern im Berliner Sportpalast den großen Preis von Berlin, ein Omnium für Berufsradfahrer, mit 15 Punkten vor dem Belgier Gosselin(14), dem früheren deutschen Amateurmeister Potzernheim(Hannover) mit 13 Punkten und dem englischen Weltmeister Harris mit 12 Punkten. Tischtennis-Weltmeister Ogimura(Japan) unterlag in Erlangen dem schwedischen Weltmeisterschaftszweiten Tage Flisberg mit 20:22, 19:21. Das Zwischenrundenspiel um den DFBAmateur-Länderpokal zwischen Berlin und Westfalen findet am 28. November in Berlin statt. Neuer Europameister der Berufsboxer Im Mittelgewicht wurde in Mailand der Weltergewicht-Exeuropameister Charlos Humez(Frankreich), als der Titelverteidiger Tiberio(Italien) in der dritten Runde vom Ringrichter aus dem Kampf genommen wurde. In einem Klubkampf siegte der Schwimmclub 04 Gelsenkirchen mit 104 Punkten vor Altenessen 26 mit 52, Essen 06 mit 48. und Bielefeld 02 mit 28 Punkten. Abwehr, die sich erst legte, als der Ausgleich gefallen war. Nach Fandels Ausscheiden in der zweiten Spielhälfte bliesen die Essener zum Sturmangriff. Fortuna verteidigte streckenweise mit allen Spielern. Aber mehr als ein Tor brachten die Essener nicht zuwege. Fortuna hatte viel Pech. Und dann flel doch noch dieses Tor— zu einem Zeitpunkt, da Ternieden schon die Pfeife zückte, um den Kampf abzublasen. Man muß Fortunas gesamte Mannschaft loben. Wimmer kämpfte hart und unerbittlich, allerdings mit ungenauem Abspiel. Im Sturm dirigierte Derwall. Vollen Ehrgeiz entwickelte er jedoch erst zum Schluß. Gefährlichster Mann bei Essen war Vordenbäumen. Auch Gottschalk geflel erneut durch kluges Verteilerspiel. Rotweiß Essen: Herkenrath; Göbel, Köchling; Röttger, Wewers, Grewer; Jahnel, Vordenbäumen, Gottschalk. Cornelissen, Röhrig. Fortuna Düsseldorf: Klose; Hoffmann, Juskowiak; Fandel, Jäger, Wimmer; Müller, Mauritz, Karl Gramminger, Derwall, Martin Gramminger. Schiedsrichter: Ternieden(Oberhausen). Zuschauer: 25 000. Tore: 4. Minute Müller O:1, 16. Minute Vordenbäumen 1:1, 68. Minute Gottschalk 2:1, 90. Minute M. Gramminger 2:2. Herne holte einen Punkt Preuß. Dellbrück— Westfalia Herne 3:3(1:2) Köln. In einem der leistungsärmsten Spiele dieser Saison erreichte Dellbrück auf eigenem Platz mit vieler Mühe ein Unentschieden. Herne war für die Preußen ein schwieriger Gegner, mit dem sie einfach nicht fertig zu werden vermochten. Ausgesprochen schwach war der Dellbrücker Angriff. Nach der Pause spielte Herne vorübergehend mit zehn Mann. Bäcker lief unglücklicherweise in einen Schuß von Lorenz und ging regelrecht k.o. Dellbrück: Voigt; Jung, Frantzen; Meihs, Schlömer. Becker; Weilandt, Quarz, Lorenz, Schemmerling, Wiorek. Herne: Salbach; Pyka, Wydra; Bäcker, Hesse, Bothe; Ilmer, Overdiek, Pühl, Grandt, Soppaid. Zuschauer: 4000. Schiedsrichter: Hüren(Krefeld). Tore: 5. Minute 1:0 Lorenz, 24. Minute 1:1 Ilmer, 43. Minute 1:2 Ilmer, 62. Minute 2:2 Wiorek, 64. Minute 3:2 Weilandt, 66. Minute 3:3 Pühl. Ohne Puskas und Bozsik Ungarn schlug Österreich 4:1 Budapest. Die Fußball-Nationalmannschaften Ungarns und Österreichs standen sich am Sonntag zum 99. Male im Länderkampf gegenüber. Vor 92 000 Zuschauern siegte Ungarn im Budapester Stadion nach ausgeglichener erster Halbzeit überlegen mit 4:1 (1:1) Toren und verbuchte damit seinen 47. Länderkampf-Erfolg gegen Österreich. Die Torschützen für die ohne Puskas und Bozsik spielenden Ungarn waren Czibor, Palotas, Kocsis und Sandor. Den Ehrentreffer für Österreich erzielte Hanappi. Der Kampf wurde von dem italienischen Schiedsrichter Orlandini geleitet. Eppenhoff nur Statist Schalke 04— VfL Bochum 1:0(0:0) Gelsenkirchen. Der VfL Bochum war ein durchaus gleichwertiger Gegner, der über eine entschlossene Hintermannschaft verfügte. Die Außenläufer leisteten ein großes Arbeitspensum und setzten ihre Vordermänner wiederholt gefährlich in Aktion. Jedoch zeigten sich die Stürmer vor dem Schalker Tor zu unentschlossen, um den groß aufspielenden Schalker Mittelläufer Zwickhofer und dem Torwart Orzessek das Nachsehen geben zu können. Für Schalke muß der Sieg um so höher bewertet werden als Hermann Eppenhoff in der 10. Minute eine Knieverletzung erlitt. Schalkes Mannschaftsführer wirkte von diesem Zeitpunkt an nur noch als Statist im Sturm mit, während Matzkowski seinen Platz in der Läuferreihe übernahm. Nachdem Schalke in der 54. Minute durch Jagielski nach einer Ecke von Krämer zum Siegtor kam, setzten die Bochumer zu einem energischen Gegenangriff an, der jedoch von der Schalker Hintermannschaft abgefangen wurde. Bis zum Schluß blieben die Bochumer tonangebend; um dem Spiel jedoch eine Wendung zu geben, fehlte den Angriffen der Druck und die Durchschlagskraft. Die besten Spieler bei Schalke waren Orzessek, Zwickhofer, Harkener, Klodt und Jagielski. Bei Bochum überragten Hillemann, Schulze-Frieling, Pawlak, Drangwitz und Attern. Schalke 04: Orzessek; Garten, Brocker; Eppenhoff, Zwickhofer, Harkener; Klodt, Laszig, Matzkowski, Jagielski, Krämer. VfL Bochum: Tiedtke; Schneider, Hillemann; Drangwitz, Schulze-Frieling, Pawlak; Attern, Kalinka, Schirrmacher, Henke, Bühner. Schiedsrichter: Malka(Herten). Zuschauer: 20 000. Tor: 54. Minute 1:0 Jagielski. Gladbacher Defensivtaktik Alemannia Aachen— Borussia M.-Gladbach 0:1(0:1) Aachen. Mit einer nichterwarteten Aachener Niederlage endete diese Auseinandersetzung. Ein von Wicken erzielter Treffer in der 26. Minute entschied ein Spiel, in dem einsatzmäßig die Borussen alle Trümpfe in der Hand hatten. Alemannia dagegen konnte ihr technisches Übergewicht nicht erfolgbringend ausnutzen und mußte sich mit einem Eckenverhältnis von 8:2 zufriedengeben. Torwart Grunert bei den Gladbachern hat wohl Borussia Dortmund schiebt sich wieder nach oben Gestern unterlag der Duisburger SV gegen die Borussen 1:3. Im Bild(links) Sandmann von Borussia und Weskamp vom Duisburger SV.(Bild: Kurt Müller) Bei Halbzeit entschieden Borussia Dortmund— Duisburger SV 3:1(3:0) Dortmund. Das Duell Michallek kontra Wechselberger wurde nur eine Halbzeit lang ausgetragen. In den ersten 45 Minuten beherrschte Stopper Michallek den gegnerischen Angriffsführer derart überlegen, daß sich Trainer Harthaus im zweiten Durchgang zu einer Umstellung gezwungen sah und jetzt den wuchtigen Koll gegen Michallek anrennen ließ. Erst nach dieser Umstellung wurden die Duisburger ihrem Rufe als„Auswärtsschreck“ gerecht, und Borussia konnte von Glück sprechen, daß die Duisburger aus den zahlreichen Gelegenheiten nur eine durch Koll auszunutzen verstanden. In den letzten zehn Minuten spielte dann wieder Borussia, aber Torwart Eiteljörge hatte sich inzwischen gut eingestellt. Borussia hatte seine besten Spieler in Kwiatkowski, Michallek, Schlebrowski und Preißler. Bei das größte Verdienst. Die große Spielerpersönlichkeit allerdings war Aachens rechter Läufer Pfeiffer. Aachen: Schiffer; Schütt, Coenen; Pfeiffer, Metzen, Richter; Knauf, Schmidt, Poch, Roßbach, Breuer. Gladbach: Grünert; Dohmen, Fischermann; Kablitz, Dr. Wichelhaus, Wuttke; Jansen, Schicks, Reh, Nienhaus, Wicken. Schiedsrichter: Epping(Castrop-Rauxel). Zuschauer: 6000. Tore: 26. Minute Wicken. Niedersachsen als Vorbild Amateurveranstaltungen werden steuerfrei Hannover. Nach der Annahme des zweiten Gesetzes zur Änderung des Vergnügungssteuergesetzes werden vom 1. Januar 1955 an in Niedersachsen alle reinen Amateur-Sportveranstaltungen vergnügungssteuerfrei sein. Das Gesetz sieht künftig nur noch bei allen gewerbsmäßigen Veranstaltungen sportlicher Art eine zehnprozentige Vergnügungssteuer vor, die den Gemeinden zugute kommen soll. Dies trifft vor allem für Fußballspiele der Vertragsligamannschaften Die Preußen bauten ab SV Sodingen— Preußen Münster 3:1(1:1) Herne. Die Gäste zeigten in der ersten Hälfte gute Leistungen. Gerner, Edler und Harpers mußten in dieser Zeit große Arbeit leisten, um den Tatendrang der Münsteraner zu bremsen, denn Sodingen kam zunächst kaum ins Spiel und mußte den Gästen klare Vorteile im Feld überlassen. Münster baute nach dem Wechsel merklich ab. Von der 70. Minute an, als Sodingens Anhang den Unwillen über das anfängliche Phlegma seiner Mannschaft kundtat, gehörte die Initiative voll den Platzleuten. Pohnke und Gerritzen waren bei Münster, Demski, Adamik, Edler und Harpers bei Sodingen die besten Spieler. SV Sodingen: Sawitzki; Nowack, Kroppla; Gerner, Edler, Harpers; Linka, Demski, Adamik, Wenker, Wächter. Preußen Münster: Prott; Kania, Jenatschek; Schulz, Pohnke, Plawky; Rachuba, Gerritzen, Lammers, Lezgus, Hardtke. Schiedsrichter: Müller(Soest). Zuschauer: 10 000. Tore: 12. Minute 0:1 Gerritzen, 41. Minute 1:1 Wenker(Elfmeter), 75. Minute 2:1 Demski. 77. Minute 3:1 Demski. die Essener Vereinsvertreter den„Übeltäter“ nicht nennen wollten, kam das Verbandsgericht zu dieser Entscheidung. Reutlingen verliert 3:4 Frankfurt. 30 000 Zuschauer wollten in Frankfurt den bisherigen Spitzenreiter SSV Reutlingen sehen, der zum Schluß der Eintracht-Elf einen 4:3-Sieg überlassen mußte, nachdem es anfänglich nach einer katastrophalen Niederlage für die Reutlinger ausgesehen hatte. Nach 51 Spielminuten lag Reutlingen durch Tore von Höfer, Bäumler(2) und Pfaff bereits mit 4:1 im Rückstand. Lediglich Gernhardt konnte beim Stand von 2:0 einen Reutlinger Treffer erzielen. Als dic Reutlinger gegen Schluß um eine Verbesserung ihres Ergebnisses kämpften, konnten sie durch zwei Treffer Feuerleins bis auf 4:3 an die Eintracht, die mit diesem Siege die Tabellenführung übernahm, heranrücken. den Duisburgern überzeugten im zweiten Durchgang der als Mittelstürmer eingesetzte Koll, Wacker als Stopper und Linksaußen Schneider. Borussia: Kwiatkowski; Schumacher, Falke; Schlebrowski, Michallek, Luckenbach; Sandmann, Peters, Preißler, Niepiekl», Kapitulski. Duisburger SV: Eiteljörge; Josten, Weskamp; Wacker, Koll, Lohmann; Frymark, Hilterhaus, Wechselberger, Frey, Schneider. Schiedsrichter: Schreiber(Eschweiler). Zuschauer: 18 000. Tore: Niepieklo 1:0(1. Minute), Sandmann 2:0(18. Minute), Luckenbach 3:0(31. Minute). Koll 3:1(62. Minute). Zaro nicht dabei Bayer Leverkusen— ETB Schwarzw. Essen 2:0(0:0) Leverkusen. Nur in der ersten Halbzeit hatte der ETB mit seiner massierten Deckung (Knoll spielte zweiter Stopper) Erfolg. Spannung und Dramatik rissen in den 90 Minuten nicht ab. Die Zuschauer hatten schnell vergessen, daß bei Leverkusen Langwagen und bei Essen der angekündigte Zaro nicht spielten. Die Gäste versuchten durch Überrumpelungstaktik die Führung an sich zu reißen, hatten aber keinen Erfolg. Nach dem Wechsel verstärkte sich der Leverkusener Druck. Zwei Tore waren die Ausbeute. Bayer Leverkusen: Mutz; Habets, Kalfhaus; Flohr, Röger, Papenhoff; Bering, Becks, Tiede, Nußbaum, Schultz. Schwarzweiß Essen: Höger; Nowack, Mikuda; Büttner, Gommans, Knoll; Zerres, Keus. Kasperski, Burghardt, Hasse. Schiedsrichter: Sprenger(Gladbeck). Zuschauer: 10 000. Tore: 1:0 74. Minute Nußbaum, 2:0 79. Minute Schultz. Sozialwerk des Fußball-Bundes Schutz der Olympia-Anwärter Frankfurt. Zum Studium der Frage„Einführung einer Bundesliga“ wurde durch den Beirat des Deutschen Fußball-Bundes, den der DFB-Vorstand und die Verbandsvorsitzenden bilden, auf einer Tagung in Frankfurt eine 14köpfige Kommission eingesetzt. Im Hinblick auf die Olympischen Spiele 1956 wurde ein Schutz für Amateur-Repräsentativspieler besprochen. Von einem bestimmten Zeitpunkt an soll es für diese Spieler keine Möglichkeit mehr geben, Vertragsspieler zu werden. Mit einer derartigen Regelung will man einen sorgfältigen Mannschaftsaufbau für Melbourne gewährleisten. Der DFB und die Landesverbände haben ein Sozialwerk geschaffen, dessen Aufgabe ist, die gelegentlich bei Sportverletzungen auftretenden wirtschaftlichen Schäden zu mildern. Diese Einrichtung soll weiter ausgebaut werden. Die Jugendfrage nahm in der Tagung einen breiten Raum ein. Hierbei wurde auch der Film vom FIFA-Jugendturnier dem Beirat vorgeführt. Von diesem 50 Minuten laufenden Streifen werden 20 Kopien angefertigt, die in die Landesverbände gehen. Der Beirat genehmigte die Einrichtung einer zentralen Filmstelle beim DFB in Frankfurt. Auf einen Blick 1. Liga West Rotweiß Essen— Fortuna Düsseldorf. 2:2 SV Sodingen— Preußen Münster.. 3:1 Bayer Leverkusen— Schwarzweiß Essen 2:0 Borussia Dortmund— Duisburger SV. 3:1 Schalke 04— VfL Bochum 1:0 Meidericher SV— 1. FC Köln. 0:2 Preußen Dellbrück— Westfalia Herne. 3:3 Alemannia Aachen— Bor. M.-Gladbach. 0:1 Ueberraschungssieger Westerholt 1 Bayern Münch.— Kick. Offenbach 2:1 Westfälische Hallenhandball-Meisterschaft in Dortmund- 10 000 Besucher in der Westfalenhalle 2 Bayer Leverkusen— SW Essen 2:0 Dortmund. Die Endspiele um die westfälische Hallen-Handballmeisterschaft wurden am Sonntag vor über 10 000 Zuschauern in der Dortmunder Westfalenhalle ausgetragen. Sie endeten mit einer Überraschung, denn die favorisierten Mannschaften, Titelverteidiger Eintracht Minden und TuS Hattingen, konnten sich nicht in ihren Gruppen durchsetzen und für die Vorschlußrunde qualifizieren. mit besser ausgebildetem Lehrpersonal erforderlich. 1 Bayern Münch.— Kick. Offenbach 2 Bayer Leverkusen— SW Essen 3 Karlsruher SC— FSV Frankfurt. 4:2 0:2 Oberliga Nord VfL Osnabrück— Hamburger SV TSV Eimsbüttel— Bremerhaven 93 Hannover 96— Göttingen 05 Eintr. Braunschweig— FC St. Pauli Altona 93— Werder Bremen Bremer SV— VIL Wolfsburg Holstein Kiel— Harburger TB 1:2 4:0 2:0 3:0 1:2 1:0 2:2 In der Vorschlußrunde setzte sich die TSG Herdecke über Münster 62 durch. Der SV Westerholt hatte es bei seinem Spiel gegen Sachsenroß Hille wesentlich einfacher. Das Endspiel bestritten Westerholt und Herdecke. Die Herdecker lagen zur Pause schon 0:5 zurück, so daß der Endstand von 8:2 für den neuen Westfalenmeister SV Westerholt selbst in dieser Höhe nicht überrascht. Westerholt und Herdecke vertreten Westfalen am 5. Februar an gleicher Stelle bei den Spielen um die westdeutsche Hallenmeisterschaft. Gruppe A: Herdecke— Westerholt 4:4. Münster 08— Eintracht Minden 2:4, Münster 08— Herdecke 2:8, Westerholt— Minden 2:2. Münster 08— Westerholt 2:6, Minden— Herdecke 1:4. Gruppe B: VfK Iserlohn— TuS Hattingen 1:4, Sachsenroß Hille— Münster 62 3:1, Iserlohn— Münster 62 2:3, Hille— Hattingen 4:4, Iserlohn— Hille 2:2, Münster 62 gegen Hattingen 5:3. Vorschlußrunde: Herdecke— Münster 62 4:3 nach Verlängerung, Westerholt— Hille 6:2. Endspiei: Westerholt— Herdecke 8:2. Jugend-Endspiel: Hattingen— Minden 7:3. Sportamtes und des Institutes für Leibesübungen. Nach Auffassung Dr. Diems müßten alle Gemeinden die Hälfte der Baukosten für Sportanlagen ersetzt erhalten. Damit könnten nach seiner Ansicht Teile der im Bundesgebiet dringend benötigten 6000 Spielplätze, 9000 Turnhallen und 700 Schwimmhallen gebaut werden. Ferner sei ein täglicher Sportund Turnunterricht an den deutschen Schulen Stuttgart gewann gegen Stockholm einen Kunstturn-Städtekampf mit 274,25:266,5 Punkten, Bester Turner war Theo Wied mit 56,3 Punkten vor Erich Wied mit 56,2 und Cronstedt(Schweden) mit 54,5 Punkten. Straßen-Exweltmeister Fausto Coppi wurde für das Brüsseler Sechstagerennen vom 30. November bis 6. Dezember verpflichtet. Der italienische Campionissimo bildet mit dem Schweizer Arnim von Büren, dem ständigen Partner Hugo Koblets. eine Mannschaft. Enttäuschend trotz Punktsieg Keine Empfehlung für den Europameister im Halbschwergewicht Diem fordert Totogelder Für Spielplatz- und Hallenbauten Kiel. Die Verwendung des gesamten Überschusses aus dem Fußballtoto für den Sport und die Bildung eines Spielplatz-Baufonds bei den Länderregierungen forderte Prof. Dr. Diem. der Leiter der Sporthochschule Köln, in einem Vortrag vor Angehörigen des Berlin. Der knappe Punktsieg von Gerhard Hecht über den reichlich unsauberen Kanadier Yvon Durelle im mit 7500 Zuschauern nahezu ausverkauften Berliner Sportpalast war keine Empfehlung für den Europameister im Halbschwergewicht. Erst gegen Schluß der Zehn-Runden-Distanz fand der Berliner die Einstellung zu dem fortwährend pendelnden, wühlenden und in der Wahl seiner Schläge nicht gerade rücksichtsvollen kanadischen Doppelmeister. Gerhard Hecht(79,4 kg) versuchte in den ersten drei Runden vergeblich, den kleineren und in der Reichweite benachteiligten Yvon (76 kg) auf Distanz zu halten. Geduckt schob sich der kanadische Doppelmeister an den Europameister heran und bearbeitete die Körperpartien von Hecht. Ringrichter Pippow war gegen den mit allen Unarten der amerikanischen Ringe fightenden Durelle viel zu großzügig. Erst von der siebten Runde an gelang es Hecht, sich mit beidhändigen Serien etwas Respekt zu verschaffen. Ein trockener Haken öffnete in der achten 1. Liga Süd Karlsruher SC— FSV Frankfurt. 4:2 Eintracht Frankfurt— SSV Reutlingen" 4:3 Bayern München— Kickers Offenbach. 2:1 Schweinfurt 05— 1. FC Nürnberg.. 3:1 SpVg Fürth— Kickers Stuttgart. 1:3 Schwaben Augsburg— Jahn Regensburg 2:0 VfB Stuttgart— VfR Mannheim. 0:0 Hessen Kassel— BC Augsburz. 1:1 Nur noch drei Unbesiegte Die Herbstmeister der Handball-Landesliga Westfalen 1. Liga Südwest 1. FC Kaiserslaut.— Ph. Ludwigshafen. 0:0 FK Pirmasens— Mainz 05.. 2:0 Wormatia Worms— VfR Frankenthal 1:1 TuRa Ludwigshafen— Eintracht Trier.. 2:0 Bor. Neunkirchen— Saar 05 Saarbrücken 1:2 Spfr. Saarbrücken— FV Speyer. 2:1 Eintr. Kreuznach— VfR Kaiserslautern. 0:2 Dortmund. Die neue Oberligaeinteilung nach zwei Gruppen hat ihre Nachteile, was die Verantwortlichen längst erkannt haben, sie besitzt aber auch eine gute Seite. Durch die vergrößerte Aufstiegsquote haben zahlreiche neue Kräfte des westfälischen Handballs die Chance, nach oben zu dringen. In den zwölf Gruppen der Landesliga ist das in Westfalen vorhandene entwicklungsfähige Material versammelt. Von nur wenigen Staffeln abgesehen, sieht man überall neue Namen auftauchen. Ohne Punktverlust sind nur noch die Exoberligisten Sachsenroß Hille und SV Hohenlimburg 10, unbesiegt ist außerdem noch Eintracht Lütgendortmund, die am letzten Tage den führenden Bochumer Polizisten den Herbsttitel vor der Nase wegschnappte. In Staffel 1 herrscht unbeschränkt Sachsenroß Hille mit sechs Punkten vor Eintracht Minden Res, TV Stemmer und Westfalia Uffeln. In Staffel 2 sind Blauweiß Oeynhausen und TuS Hillentrup gemeinsam vorn eingekommen, hinter ihnen liegt TuS Gohfeld. In Staffel 3 haben sich im letzten Moment TSV Altenhagen und TuS Gütersloh an den führenden Fichtespielern aus Bielefeld vormmmmmmmmummmmmmmmmm 2. Liga West Wuppertaler SV— STV Horst. 5:2 TSV Marl-Hüls— SpVg Erkenschwick. 0:0 Düren 99— Hamborn 07 2:1 SpVg Herten— Union Krefela. 3:2 Rotweiß Oberhausen— Wattenscheid 09. 2:0 Rheydter SV— Rhenania Würselen.. 5:0 VfL Benrath— Spfr. Katernberg. 2:1 beigeschoben. In Staffel 4 hat VfL Kamen zwei Zähler vor TuS Ahlen, Borussia Dortmund und Westfalia Ahlen. In Staffel 5 sind Polizei Bochum und Eintracht Lütgendortmund weit vorn. Für die Staffel 6 bestimmt Recklinghausen-Öst das Geschehen, die Mannschaft endete drei Punkte vor TuS Sythen und SpVg Herten. In zwei südwestfälischen Staffeln ist ein Zweikampf entbrannt, in Staffel 7 endete ETSV Witten einen Punkt vor TSG Herdecke 63, in Staffel 8 war TV Schwitten der glückliche vor VfK Iserlohn, Jahn Dellwig und Tbd Bösperde. In Staffel 9 ist SV Hohenlimburg allein tonangebend, 4 Punkte wurden an Vorsprung vor Siegener TV und Jahn Werdohl herausgehauen. In Staffel 10 ist Reichsbahn Münster einen Punkt vor Tgd. 62 und Borussia Münster, in Staffel 11 führt Eintracht Osnabrück einen Punkt vor SV Schinkel 04 und TV Bissendorf. Noch in diesem Monat beginnt in allen Gruppen die zweite Runde. Wasserball-Oberliga Erfolgreicher Start der SFF Barmen Solingen. SFF Barmen griff am Wochenende erstmals in die Spiele der westdeutschen Wasserball-Winterrunde ein und konnte zwei klare Siege erringen. Krefeld 09 wurde von den Barmern in Krefeld glatt 14:3(8:2) geschlagen, und in Solingen unterlag Poseidon Köln mit 12:2(7:1) ebenfalls zweistellig. In beiden Spielen waren die Barmer technisch eine Klasse besser und auch schwimmerisch eindeutig überlegen. Runde die Augenbraue des Kanadiers. Durch einen Kopfstoß hinterließ Durelle kurz darauf eine stark blutende Rißwunde am rechten Auge des Europameisters. In der Schlußrunde griff der Kanadier noch einmal stürmisch an, wurde aber von Hecht schwer gekontert und war in den letzten Sekunden nach einer harten Rechten leicht angeschlagen. Der hauchdünne Punktsieg des Berliners erschien zwar gerecht, wurde aber vom Publikum, das während des Kampfes mehrmals sein Mißfallen äußerte, nicht sehr beifällig aufgenommen. Mittel: Hans Stretz(Erlangen) K.o.-Sieger 5. Runde über Ralph Scott(Barbados); Halbschwer: Niche(Berlin) K.o.-Sieger 3 Runde über Sladky(Dorsten); Mittel: Resch(Stuttgart) K.o.-Sieger 1. Runde über Matti(Belgien); Welter: Wenzel(Bochum) Punktsieger über Vincke(Belgien), Burrow(Datteln) Punktsieger über Höhmann(Stuttgart). Neuhaus— Hecht erst später Dortmunder Kampftag am 12. Dezember bleibt Berlin. Die Boxveranstalter Göttert und Englert haben den geplanten Titelkampf Neuhaus gegen Hecht wegen der Verletzungen von Hecht aus dem Kampf gegen Durelle auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. Hechts Wunde am linken Auge mußte geklammert werden. Außerdem hatte er sich nach seinen Angaben schon in der ersten Runde die linke Hand geprellt, die Schmerzen bis weit in den Oberarm ausstrahlte. Auch die Rechte ist leicht angeschlagen. Hecht wird nicht vor Mitte Dezember mit dem Training beginnen können und nach seiner Aussage erst wieder Mitte Januar boxen können. Die Veranstalter betonen, daß der Dortmunder Kampftag am 12. Dezember trotz Hechts Ausfall stattfinden wird, da Neuhaus Kämpfe gebrauche und auch unter Vertrag stehe. Sie haben sich an ihren amerikanischen Vermittler Andy Niederreiter gewandt, um einen namhaften amerikanischen Schwergewichtler zu verpflichten. Wemhöner nicht dabei Unsere Boxstaffel gegen England Stuttgart. In der deutschen AmateurboxNationalstaffel gegen England(17. November in London) wird im Mittelgewicht Wemhöner (Berlin) durch Kleine(Hamborn) ersetzt, da der Europameister von seinem Verband nicht freigegeben wurde. Es stehen sich nun vom Fliegengewicht aufwärts gegenüber: Langford— Basel, Sillet— Hahner, Nicholls gegen Mehling, Morris— Johannpeter, Wheelan gegen Wagner, Hollis— Wohlers, Wells gegen Rienhardt, Hope— Kleine, Wollard— Pfirrmann und Harper— Witterstein. Die deutsche Mannschaft trifft sich am 16. November im Frankfurter Hotel„Hamburger Hof“ und fliegt am gleichen Tage um 16 Uhr vom Frankfurter Flughafen nach London ab, wo sie eine Stunde später eintrifft. Die Rückreise wird am 18. November angetreten. 4 Meidericher SV— 1. FC Köln 5 Schweinfurt 05— 1. FC Nürnberg. 3:1 6 1. FC K’lautern— Ph. Ludwigsh.. 0:0 7 SV Sodingen— Preußen Münster. 3:1 8 Eintr. Frankfurt— SSV Reutlingen 4:3 1 9 Bor. Dortmund— Duisburger SV. 3:1 1 10 Hessen Kassel— BC Augsburg.. 1:1 6 11 Schalke 04— VfL Bochum. 1:0 1 12 VfL Osnabrück— Hamburger SV. 1:2 2 13 Rotweiß Essen— Fort. Düsseldorf. 2:2 0 14. SpVg Fürth— Kick. Stuttgart. 1:3 2 Nord-Süd-Block 1, 2, ausgef., 1, 2, 2, 2, 1, 1, 1, 0, 1, 1, 1, Gewinnziffern im Berliner Zahlenlotto 50 3 36 84 6 Wettschein zum 21. November 1 Duisburger SV— Rotweiß Essen 2 1. FC Nürnberg— VfB Stuttgart 3 VfL Bochum— Borussia Dortmund 4 Jahn Regensburg— Eintracht Frankfurt 5 1. FC Köln— Bayer Leverkusen 6 VfR Mannheim— Schweinfurt 05 7 Westfalia Herne— Schalke 04 8 SSV Reutlingen— Schwaben Augsburg 9 Preußen Münster— Alemannia Aachen 10 Kickers Stuttgart— Bayern München 11 Schwarzweiß Essen— SV Sodingen 12 Kickers Öffenbach— SpVg Fürth 13 Hamburger SV— Hannover 96 14 Altona 93— Bremerhaven 93 Mm Landesliga Westfalen Gruppe 1(Ost) SV Brackwede— VfB Bielefela. 1:2 VfL Geseke— TSV Detmold.. 0:3 Bünde 08— Arminia Gütersion. 1:0 VfJ Paderborn— Borussia Lippstadt.. 3:0 Schwarzgelb Rheda— Union Herford.. 1:2 Vikt. Mennighüffen— SpVg Beckum. 3:1 Fichte Bielefeld— SV Brakel. 1:1 Teutonia Lippstadt— Arminia Bielefeld. 0:5 TuS Eiringhausen— Sportfr. Neheim Sportfr. Holthausen— SV Brilon Jahn Werdohl— SuS Menden RSV Lüdenscheid-Höh— SuS 09 Hüsten Eröffnungsspringen für Mexiko Auftakt des internationalen Reitturniers in Toronto Stadtliga Berlin Tennis-Borussia— Hertha BSC. 3:1 Nordstern— Minerva 93.. ausgefallen BFC Südring— Berliner SV 92... 2:0 Wacker 04— Spandauer SV..... 0:4 Alemannia 90— Blauweiß 90..... 1:0 Taktiker Holzmann gewann Bobet/Surbatis siegten im internationalen Omnium Dortmund. Selten hat die Westfalenhalle spannendere Rennen gesehen als am Samstag beim internationalen Omnium und dem Steherrennen über 75 km. Beide Rennen waren bis zum Schluß völlig offen und wurden erst in den letzten Runden entschieden. Erwartungsgemäß siegte im internationalen Omnium Weltmeister Louison Bobet mit seinem Partner Pierre Surbatis. Das Steherrennen wurde eine ebenso sichere Beute des Frankfurter Horst Holzmann, der ein taktisch sehr kluges Rennen fuhr. Überraschenderweise fanden Bobet Surbatis in der deutschen Mannschaft O. Ziege/Müller ihre stärksten Gegner, die bis zur letzten Entscheidung noch mit sieben Punkten vor den beiden Franzosen führten. Otto Ziege fuhr ein überaus starkes Rennen, fand aber bei seinen Partner nicht die nötige Unterstützung. Auch Surbatis war seinem weltmeisterlichen Partner nicht ganz gewachsen. Vor allem im Verfolgungsrennen zeigte Bobet, der als Spezialist für Verfolgungsrennen bekannt ist, was er wirklich kann und daß er seinen Weltmeistertitel durchaus zu Recht trägt. Der stärkste Gegenspieler des Dortmunder Lokalmatadors Holzmann war der ausgezeichnet fahrende Holländer Wagtmans. Holzmann hat sich inzwischen auf die Lohmannsche Taktik verlegt, als rote Laterne auf Warten zu fahren und erst im entscheidenden Moment mit einem Gewaltspurt an die Spitze zu ziehen und seine Mitfahrer auszuschalten. Im ersten Lauf kam sein Endspurt allerdings etwas zu spät, doch beherrschte er später klar seine Gegner. Eine erfreuliche Erscheinung in diesem Feld war der Nürnberger Schiller. Die Ergebnisse 10-km-Punktefahren: 1. Bobet/Surbatis 4 Punkte, 2. Müller/Ziege 4 Punkte. 1-km-Zeitfahren mit fliegendem Start: 1. Plantaz/Hijzelendorn 1:03,6 Minuten, 2. Müller/Ziege 1:04,9 Minuten. Mannschaftsverfolgungsrennen, Endlauf: 1. Bobet/Surbatis holten Ziege/Müller in 3:30.8 Minuten nach 3100 Metern. Steherrennen, 1. Lauf über 25 km: 1. Wagtmans(Holland) 24:57 Minuten, 2. Holzmann 90 m zur. 2. Lauf über 25 km: 1. Holzmann 3. Besson 8 Meter zur. 3. Lauf über 25 km: 1. Holzmann 24:28,2, 2. Schiller 100 m zur. Gesamtergebnis des Omniums: 1. Bobet/ Surbatis(Frankreich) 11 Punkte, 2. Müller Otto Ziege(Deutschland) 10 Punkte, 3. Plantaz/Hijzelendorn(Holland) 8½ Punkte. Gesamtergebnis des Steherrennens: 1. Holzmann 74,910 km, 2. Wagtmans 45 m zur., 3. Schiller 210 m zur., 4. Besson 498 m zur. München 1860 verteidigte in Essen seinen Titel als deutscher Mannschaftsmeister im Gewichtheben gegen ASC Essen 88 mit Erfolg. 30 Minuten vor Schluß Roth/Buder gewannen das 11. Frankfurter Sechstagerennen Frankfurt. Mit einem schwer erkämpften Rundengewinn knapp 30 Minuten vor Schluß der 14-Stunden-Fahrt entschleden die Schweizer Jean Roth-Walter Bucher das 11. Frankfurter Sechstagerennen in der ausverkauften Festhalle zu ihren Gunsten. Vergeblich versuchten besonders Terruzzi-Intra und die Sieger der beiden letzten Jahre, Koblet-von Büren, die allerdings durch eine leichte Erkrankung von Bürens gehemmt waren, noch eine Wendung herbeizuführen. Theissen-Scholl wurden als die Mannschaft mit dem größten Rückstand um 20.30 Uhr aus dem Rennen genommen, Bintner gab kurz danach mit einer Rückenverletzung auf. 3428,946 km legten die Sieger zurück. Damit war das Rennen das schnellste aller bisberigen Frankfurter six days. Der Endstand: 1. Roth-Bucher 269 P. Eine Runde zurück: 2. Terruzzi-Intra 522, 3. KobRäuber Moor. Sieg 145, Platz 33, 21, 28. Ew. 656.— 8. R.: 1. Thola(A. Dilger), 2. Batschari, 3. Satyr. Sieg 31, Platz 20, 31, 29. Ew. 270. Pferdetoto: 0 0 1 0 0 2 0 0 0 2 0 2 0 1 Trabrennen in Recklinghausen Sonntag, 14. November 1. R.: 1. Kurfürstin(Th. Lehmkuhl), 2. Platin, 3. Kurier jun. Sieg 312, Platz 24, 13, 25. Ew. 1312.— 2. R.: 1. Alernanne(E. Jung), 2. Starbella, 3. Don Carlos, 4. Legonore. Sieg 137, Platz 20, 31, 23, 18. Ew. 1604.— 3. R.: 1. Magowan(H. Kraum), 2. Friedrichsruh, 3. Thuja, 4. Sirrah. Sleg 153, Platz 23, 17, 13, 20. Ew. 1436.— 4. R.: 1. Amazone(E. Jung), 2 Vikar, 3. Manuela, 4. Manfred. Sieg 123, Platz 24, 26, 15, 15. Ew. 4800.— 5. R.: 1. Bertas Tochter(W. Dahl), 2. Makrone, 3. Ilonka, 4. Sisters Boy(St.). Sieg 53, Platz 13, 13, 15, 13. Ew. 192.— 6. R.: 1. Sam(H. Koenen), 2. Brilon, 3. Lord Guy, 4. Lisa Guy. Sieg 106, Platz 19, 17, 15, 17. Ew 676.— 7. R.: 1. Pik As(E. Jung), 2. Eris, 3. Qui vive, 4. Nora. Sieg 29, Platz 13, 24, 19, 14. Ew. 308.— 8. R.: 1. Tettenborn(K. Tomczik), 2. Perot, 3. Seekönig, 4. Epos. Sieg 71, Platz 16, 17, 22, 26. Ew. 552. — 9. R.: 1. Emsländerin(K. H. Schleyer), 2. Forstmann, 3. Isländer, 4. Ultimo. Sieg 32, Platz 13, 14, 23, 20. Ew. 108. Bochum- Metelen 7:9 Vorentscheidung im Tischtennis Bochum. Mit einem 9:7-Sieg über den VfL Bochum gewann TTV Metelen in Bochum die Vorentscheidung in der Tischtennisoberliga Gruppe Ost. Metelen führt jetzt mit zwei Punkten Vorsprung die Tabelle an. Entscheidend für diesen Erfolg waren die 2:0- bzw. 2:1-Siege des deutschen Jungmeisters Wenninghoff über Vossebein und Harmansa, da Metelen in den übrigen Kämpfen gleichwertig war. Ferner nahm TTV Metelen in der Gruppe let-von Büren 418, 4. Schulte-Peters 160. Zwei Ost ETuS Wanne mit einem 9:6-Sieg die Runden zurück: 5. Godeau-Senfftleben 385, letzte Hoffnung, noch einmal in den Spitzen6. Plattner-Holthöfer 220, 7. Carrara-Petry kampf einzugreifen. Braun(Wanne) erlitt 199. Drei Runden zurück: 8. Otte-H. Ziege 207. durch den deutschen Jugendmeister WenVier Runden zurück: 9. Depaepe-S. Berger ninghoff die erste Niederlage im Meister183. Sechs Runden zurück: 10. Schürmann- schaftskampf.— Drei Spitzeneinzel gewann Veltmann 124 Punkte. SSV Hagen. Das war aber auch alles, was dieser Traditionsverein gegen Rotweiß Bottrop erreichte, er unterlag 3:9. Schalke 04 Einen weiteren schönen Erfolg nach ihrem und 1. TTC Asseln haben einen guten Mitguten Abschneiden in Berlin und Dortmund telplatz erreicht. Schalke spielte gegen Preuerrangen die Berliner Zoll-Weinrich Ben Horstmar 8:8, die Dortmunder schlugen mit ihrem dritten Platz beim Sechstagerennen ESV Hamm, obwohl Hamdorf zweimal vervon Aarhus. Die kleinen Berliner erhielten lor, 9:6. So rückte Bottrop vor Horstmar und für ihre ausgezeichnete Leistung viel Beifall. Hamm. Die Spitzengruppe: 1. Patterson-Strom(Au- ETuS Wanne— TTV Metelen..... 6:9 stralien) 456 Punkte. Eine Runde zurück: 2. Schalke 04— Preußen Horstmar.... 8:8 Nielsen-Klamer(Dänemark) 629, 3. Zoll-Wein- SSV Hagen— Rotweiß Bottrop.... 3•9 rich 244. Zwei Runden zurück: 4. van Vliet- TTC Asseln— ESV Hamm. 06 Derksen(Holland) 485 Punkte. VfL Bochum— TTV Metalen..... 7:9 Toronto. Das Eröffnungsspringen des internationalen Reitturniers anläßlich der kanadischen Landwirtschaftsmesse in Toronto, das den letzten Start der dreiköpfigen deutschen Equipe während ihrer Nordamerikareise erlebt, brachte der mexikanischen Mannschaft einen neuen Erfolg. Mit General Mariles, Cpt. d’Harcourt und Leutnant Vinals setzten sich die Mexikaner im Stechen mit nur acht Fehlern gegen die USA(16 Fehler) durch. Für die deutsche Mannschaft gab es nur den vierten Platz hinter Spanien. Helga Köhler, die einzige Amazone unter den Teilnehmern, war diesmal auf Armalva mit nur vier Fehlern das erfolgreichste Mitglied der deutschen Mannschaft. In einem Sb-Springen belegte Fritz Thiedemann auf Meteor hinter dem Amerikaner Charles Dennehy auf Black den zweiten Platz. Winkler auf Halla wurde Dritter. Rennen in Neuß Sonntag, 14. November 1. R.: 1. Bojar(H. Cohn), 2. Barde, 3. Freischütz. Sieg 16, Platz 11, 12, 24. Ew. 34.— 2. R.: 1. Fips(G. Broda), 2. Varenna, 3. Liebesabend. Sieg 188, Platz 78, 37, 30. Ew. 1406. — 3. R.: 1. Siegesmund(von der Lancken), 2. Clivia, 3. Kikov. Sieg 25, Platz 17, 39, 17. Ew. 792.— 4. R.: 1. Lichtung(M. Breithor), 2. Johanniter, 3. Valley Mist. Sieg 40, Platz 17, 18, 37. Ew. 150.— 5. R.: 1. Urban(H. Hauke), 2. Damara, 3. Marius. Sieg 46, Platz 17, 18, 22. Ew. 252.— 6. R.: 1. Mutwille(H. Hiller), 2. Linderhof, 3. Feuerbusch, 4. Raugraf. Sieg 104, Platz 31, 34, 13, 21. Ew. 916.— 7. R.: 1. Inge(G. Wolter), 2. Schneeglocke, 3. SSV Hagen— Eintracht Gelsenkirchen SV Höntrop— Fichte Hagen Spfr. Wanne-Eickel— SV Ehrenfeld TuS Milspe— SpVg Röhlinghausen TuS 28 Wanne— VfB Habinghorst SpVg Langendreer 04— Castrop 02 BV Langendreer 07— Arminia Ickern 1. Union Günnigfeld 2. E. Gelsenkirchen 3. Castrop 02 4. Arminia Ickern 5. Fichte Hagen 6. SSV Hagen.. 7. Röhlinghausen 8. Spfr. Wanne 9. VfE Habinghorst 10. Langendreer 07 11. TuS Milspe 12. TuS Wanne. 13. SV Höntrop 14. Langendreer 04 15. SV Ehrenfeld 12 9 12 7 10 7 12 6 13 6 13 6 12 5 13 14 11 12 12 9 12 11 1 8 2 5 35:13 33:16 22:10 23:15 28:26 26:25 22:23 32:26 19:28 14:15 25:30 17:27 14:14 19:35 17:35 2 „3:3 „2:2 „3:0 0:3 1:0 „2:3 1:2 20:4 17:7 16:4 16:8 15:11 14:12 12:12 11:15 11:17 10:12 9:15 9:15 8:10 6:18 4:18 Gruppe 4(Nord) Union Recklinghausen— Eintr. Ahaus Germania Datteln— Spfr. Gladbeck SC Hassel— SpVg Mari VIR Hüls— SV 08 Erle.. BV 10 Rheine— SpVg Emsdetten TuS Haltern— SpVg Ibbenbüren SV Zweckel— BV Selm 1. Erle 08.... 2. SpVg Marl 3. VfR Hüls 4. SV Ibbenbüren 5. BV Selm 6. Union Recklingh. 7. Rheine 10 8. SC Hassel 9. Germ. Datteln 10. TuS Haltern. 11. SV Zweckel 12. Spfr. Gladbeck 13. SpVg Emsdetten 14. Eintr. Ahaus.. 15. Greven 09. 11 10 11 8 12 6 12 6 12 5 12 5 12 6 11 5 12 12 12 11 11 12 0 10 26:7 28:16 32:15 30:22 19:15 23:24 21:29 39:29 28:23 24:21 17:21 22:31 17:28 15:37 17:40 Gruppe 5(Mitte) Germania Hamm— DSC 95 Dortmund SV Schüren— Herringer SV TuRa Bergkamen— SV Bockum-Hövel TuS Ev.-Lindenhorst— VfL Altenbögge TBV Mengede— BV 13 Brambauer. SG Massen— VfL Hörde... SC 09 Oelde— FV 09 Hombruen 1. Dortmunti 95 2. SV Schüren 3. Hombruch 09 4. TuS Eving 5. Herringer SV 6. SuS Kaiserau 7. Germania Hamm 8. SC Oelde 9. VfL Altenbögge 10. SG Massen 11. TBV Mengede 12. VfL Hörde 13. TuRa Bergkamen. 1. 14. BV Brambauer 15. SV Bock.-Hövel 1:2 . 4:5 A:1. E12:1 . 4:2 .1: 21:1 17:5 15:9 15:9 14:10 12:12 12:12 11:11 10:12 10:14 10:14 9:15 8:14 6:16 4:20 1:0 5:2 2:1 2:1 1:1 2:2 4:2 — Olpe mit Spielführer Volmer 2:0 Tabellenführung erfolgreich verteidigt— Meggen bezog unverdiente Niederlage Oberveischede hielt Ueberraschungsmoment nicht durch Olpe verteidigte seine Tabellenführung in der Sauerlandstaffel gegen Fröndenberg erfolgreich. Verfolger aber bleibt nach wie vor TuS Iserlohn, die in Meggen glücklich operierten. Oberveischede hielt das Ueberraschungsmoment in Grünewald nicht durch und mußte zwei weitere Punkte im Minuskonto buchen. Menden, Hemer und Altena verbesserten ihre Positionen, dürften aber vorläufig das Spitzenfeld nicht gefährden. Die Mannschaften hatten auf regennassen Plätzen mit vollem Einsatz zu kämpfen. Olpe sicherer als erwartet Die Kreisstädter gewannen das gestrige Punktespiel gegen Fröndenberg sicherer als erwartet. Auch ohne Beyer, der der Studentenmannschaft in weilt, und Meyer wurden zwei Punkte gegen einen Gegner der in der Sauerlandstaffel mit stärksten Mannschaften gehört. schaftskapitän Volmer war nach mit England wichtige kassiert, zu den Mannlanger Pause wieder mit von der Partie und gab durch seine Anwesenheit seiner Elf den nötigen Rückhalt. Durchweg hatten die Gastgeber mehr vom Spiel, das bereits in der ersten Halbzeit unter der sicheren Leitung von Schneider(Hohenlimburg) entschieden wurde. In der 22. Minute köpfte Ausobski nach einer Maßflanke vom LA Hengstebeck unhaltbar zum Führungstreffer ein und 18 Minuten später war es Volmer vergönnt, nach Kopfball von Ausobski zu vollenden. Mit den fünf Stürmern der Gegenseite wurde die Olper Hintermannschaft schlecht und recht fertig. Ueberragend war diesmal hinten LV Seidel, der mit befreienden Abwehrschlägen oftmals kritische Situationen meisterte. In der zweiten Halbzeit— schweigend gedachten ca. 1000 Zuschauer in einer Pause der Gefallenen der beiden Weltkriege— waren die Olper durchweg am Drücker, konnten sich aber gegen die verstärkte Verteidigung der Gäste nicht mehr erfolgreich durchsetzen. Mit immer noch gefährlichen Durchbrüchen versuchten die Fröndenberger besonders in den letzten 7 Minuten das Resultat noch zu ändern, fanden in der Olper Hintermannschaft mit einem sicheren Besting im Tor aber ein Bollwerk, das den„Laden“ sauber hielt. Wenn auch nicht überzeugend, so war der Erfolg der Platzherren jedoch verdient. Ecker: 6:5.— Vor dem Hauptspiel lieferten sich die Alten Herren aus Olpe und Attendorn eine nicht schlechte Partie, die von den Gästen mit 4:0 für sich gewonnen wurde, Attendorn verfügte über das jüngere„Meterial“ und siegte verdient. Meggen verlor unverdient Vorweg ist zu bemerken, daß unser Gewährsmann aus Meggen mitteilte, daß der Schiedsrichter dem Spiel nicht gewachsen war, obwohl dieses in fairer Hinsicht nicht zu beanstanden war. Es soll auch nicht verkannt werden, daß die Gäste mit ausgezeichneten technischen Vorteilen aufwarteten, was aber durch den großen Einsatz der Gastgeber in etwa ausgeglichen wurde. Den Führungstreffer der Gäste in der 5. Minute holte HL Schmidt in der 10. Minute bereits wieder auf. Bis zur Halbzeit hatte Meggen die besseren Chancen, wartete aber auf den Vollstrecker in der Fünferreihe. Dieses wurde auch in der zweiten Halbzeit notiert. Das entscheidende Tor fiel bereits in der 47. Minute, Staffel 13— Sauerland 2 nachdem vom Schiedsrichter ein reelles Tor der Meggener nicht gegeben wurde. Durch diese offensichtliche Fehlentscheidung waren die Gastgeber sichtlich deprimiert, was vom Gegner im Gegenzug ausgenutzt wurde. Beim Stande von 2:2 übersah der Leitende offensichtlich einen klaren Handelfer. Der direkte Freistoß von der 16-m-Linie brachte aber nichts zählbares ein Die Niederlage des VfB war nicht verdient. Die Iserlohner waren durch verschiedene Fehlentscheidungen des Schiedsrichters zu ihren Gunsten gut bedient. Daß die Zuschauer mit den Entscheidungen des„Pfeifenmannes“ nicht einverstanden waren, mußte dieser bei mehreren„Pfeilkonzerten“ zur Kenntnis nehmen. Warum wird ein Schiedsrichter aus unmittelbare Nähe eines Vereins von den Instanzen angesetzt? Oberveischede wollte überraschen Oberveischede spielte in Grünewald mit dem Ueberraschungsmoment auf, was auch bereits nach 5 Minuten durch zwei Tore des HR bewiesen wurde. Erst als dieser gefährliche Stürmer konsequent gedeckt wurde, kam der Gastgeber ebenfalls zum Zuge. Bis zur 10. Minute war der Ausgleich geschafft. Die weitere Torfolge bis zum Seitenwechsel 2:3!), 3:3, 4:3. In der zweiten Halbzeit hielten die Gastgeber verschiedene Durchbrüche des Gästesturmes unter Kontrolle, so daß dieser nicht mehr zum Zuge kam. Der 5. Treffer fiel in der 72. Minute. Oberveischede hinterließ einen ausgezeichneten Eindruck. Wenn sich der Gastgeber in Anbetracht der Gefährlichkeit des HR nicht taktisch früh genug auf dessen Spielart eingestellt hätte, wäre kaum ein Sieg möglich gewesen. Der Erfolg der Grünewalder war verdient, denn die Gesamtleistung der Mannschaft war mit den Gästen nicht vergleichbar. Diese operierten zu uneinheitlich, um die gegnerische Hintermannschaft in Verdrükkung zu bringen. RW Hünsborn baute ab Mudersbach-Sieg war gefährdel Hünsborn und Altenhof hatten in den gestrigen Spielen kein Glück. Daß es den Altenhofern in Mudersbach ziemlich schwer fallen würde, war vorauszusehen. Die Mannschaft setzte aber alles ein, um den Tabellenplatz zu verbessern. Das Glück stand aber nicht auf ihrer Seite. Ebenso erging es den Rot-Weißen in Hünsborn, wo auf eigenem Platz nur ein Unentschieden erzielt wurde. Immerhin blieb der FC infolge des besseren Torverhältnisses verschont, den letzten Tabellenplatz einzunchmen. Vier Mannschaften verzeichnen das gleiche Punktekonto mit 8:12. Hier sind in den nächsten Spielen Entscheidungen zu erwarten. Weidenau blieb Tabellenerster, wird aber weiterhin arg bedrängt von Mudersbach. Netphen, Langenau und Kaan-Marienborn verzeichneten Positionsverbesserungen. Staffel 15— Siegerland Die Rot-Weißen bauten ab Unter sehr schlechten Platzverhältnissen hatte Hünsborn in der ersten Halbzeit gewisse Vorteile, die mit Erfolgen des HL H. Rasche(30. Min.) und RA W. Rasche (35. Min.) ausgenutzt wurden. Nach Beginn der zweiten Halbzeit bauten die Gastgeber unverständlicherweise ab, so daß die Altenseclbacher in kurzer Zeit den Ergebnisse vom 14. November 1954 Sauerlandstaffel SpVg Olpe-- FC Fröndenberg 2:0 VIB Meggen— TuS Iserlohn 1:2 TuS Grünewald— SpV Oberveischede 5:3 VIB Altena— SpVg Finnentrop 5:1 Hemer 08— VIR Meinerzhagen 3:0 Alem. Menden— SG Grüne 3:2 SV Nachrodt-- SV Plettenberg 3:1 Siegerlandstaffel RW Hünsborn— SV Altenseelbach 2:2 Germ. Mudersbach— FC Altenhof 4:2 TuS Eisern— TuS Hilchenbach 1:1 TuS Feudingen— SV Netphen 0:2 TuS Erndtebrück— VfB Weidenau 1:3 TuS K.-Marienborn— Eintr. Siegen 3:1 VfR Siegen— SpV 08 Langenau 2:3 I. Kreisklasse SpV 04 Attendorn— TV Grevenbrück 2:2 FSV Gerlingen— FC Langenei ausgef. SuS Elspe— SV Heggen 5:2 SV Hillmicke—- SV Schönau 2:1 TuRa A.hundem— VfR Rüblinghaus. 1:1 SuS Bleche— VfB Meggen R 3:2 Spfr. Möllmicke— SSV Kirchveischede 3:3 II. Kreisklasse— A FC Altenhof R— SV Lichtringhausen 5:0 SV Hützemert— SpV Oberveischede R 3:3 SV Ottfingen— SpVg Olpe R Olpe n. ang. RW Hünsborn R— Spfr. Biggetal 1:1 TuS Drolshagen I— TuS Drolshagen R 3:1 II. Kreisklasse— B TuS Halberbracht— TSV Saalhausen 1:4 FC Oberelspe— VfL Heinsberg 2:3 Die Olper Kreis-Auswahl Epe (Kirchveischede) Schmidt Seidel (Meggen)(Olpe) Becker Steckelbach Menne (Heggen)(Olpe)(Gerlingen) Stracke J. Krenzler Napora (Hillmicke)(Oberveischede)(Attendorn) Schneider Avenarius (Oberveischede)(Gerlingen) Gegner ist die Auswahl des Kreises Hagen. Das Spiel ist am Buß- und Bettag auf dem Sportplatz Kreuzberg in Olpe.— Anstoß 14.30 Uhr.— Vorher Jugendauswahlspiel. Gleichstand erzielten. Beiderseits ein faires Spiel unter der sicheren Leitung von Eisenburger, Listernohl. Das Ergebnis entsprach in etwa dem Spielverlauf, obwohl die Rot-Weißen in einem Zwischenspurt dem Führungstreffer nahe waren. Handelfmeter schockierte Altenhof fand in Mudersbach gegen den Ex-Landesligister nicht die richtige Einstellung. Ihr Offensivspiel wurde von den Gästen mit taktisch besserem Einsatz ausgenutzt. Bis zur Halbzeit lagen die Altenhofer bereits mit 3 Toren im Nachteil wobei zu erwähnen ist, daß die Gastgeber nach einem verwandelten zweifelhaften Handelfer den Schock der Gäste auszunutzen verstanden. In der zweiten Halbzeit kam Altenhof dann überraschend gut ins Spiel und holte nach kurzer Spieldauer den Anschlußtreffer, an dem die leichtsinnig werdende Hintermannschaft des Gastgebers nicht schuldlos war. Die Tore erzielten innerhalb 7 Minuten Döhler und P. Schiimm. Beim Stande von 3:2 war der Sieg der Platzherren sehr in Frage gestellt. Erst als der 4. Treffer markiert wurde, fand Mudersbach seine Sicherheit wieder, so daß Altenhof für einen Erfolg nicht mehr in Frage kam. Den Gästen war der große Platz offensichtlich nicht angenehm. „Wartesaal Niemandsland" ist der Titel eines Laienspiels, das die ev. Jugend Olpe am Buß- und Bettag um 17 Uhr im ev. Gemeindesaal aufführt.„Wartesaal Niemandsland“ ist ein modernes Stück, in dem spielende und zuschauende Menschen in dieser verworrenen und rastlosen Zeit zur Besinnung kommen. Grevenbrück leistete glänzenden Einsatz Dramatische Schlußminuten in Attendorn— Elspe steht relativ günstig Hillmicke konstant in der Spitzengruppe Attendorn hatte wahrscheinlich vom Spiel gegen Grevenbrück etwas mehr erwartet. Das Unentschieden war lediglich dazu angetan, den Abstand gegenüber den Nachfolgenden nicht größer werden zu lassen. Altenhundem verbesserte seinen Tabellenstand. Bleche landete den ersten Sieg gegen die Reserve aus Meggen, die jetzt den Schluß ausmachen. In der 88. und 89. Minute 2 Tore Grevenbrück zeigte in Attendorn vor einer beträchtlichen Anzahl Zuschauern eine sehr gute Leistung in punkto Einsatz. Besonders die Hintermannschaft zeichnete sich in der zweiten Halbzeit durch gute Deckungsarbeit aus, so daß die Attendorner bei zwingender Ueberlegenheit nicht zum Ziele kamen. In den letzten beiden Spielminuten gab es dramatische Höhepunkte, als Grevenbrück in der 88. Minute nach einem wohlüberlegten Durchbruch das 2:1 erzielte. Attendorn setzte danach alles auf eine Karte und erzwang fast mit dem Schlußpfiff durch seinen RV Damm den Ausgleich. In der ersten Halbzeit waren sich beide Mannschaften gleichwertig. Grevenbrück ging in der 7. Minute in Führung; Ausgleich in der 37. Minute. In Gerlingen kein Schiedsrichter Das Spiel Gerlingen gegen Langenei mußte ausfallen, da der angesetzte Schiedsrichter(Müller, Siegen) nicht anwesend war und ein Ersatzschiedsrichter nicht zur Verfügung stand. Es ist bedauerlich, daß die reisende Mannschaft durch den gestrigen Fall die doppelte Auslage an Reisegeld hat. Zumindest kann man von den angesetzten Schiedsrichtern verlangen, daß sie im Verhinderungsfalle den bauenden Verein benachrichtigen. Andernfalls ist das Verhalten als grobe Unsportlichkeit anzusprechen. Entscheidende zweite Halbzeit Heggen lieferte in Elspe nur in der ersten Halbzeit eine gleichwertige Partie. In der 20. Minute 1:0 und 10 Minuten später der Ausgleich. Heggen ließ bereits zu Anfang der zweiten Halbzeit nach, so daß die Gastgeber ihre Vorteile voll ausspielen konnten. Beim Stande von 3:1 der zweite Gegentreffer der Gäste, die danach aber weiterhin dominierten. Das Endergebnis(5:2) entsprach dem Spielverlauf. Rückstand nicht mehr aufzuholen In Hillmicke fiel die Entscheidung bereits in der 10. und 30. Minute gegen Schönau. MSt Stracke und RA Arens sicherten ihrer Mannschaft einen 2:0-Vorsprung, der im Verlaufe der zweiten Halbzeit genügte, die besser werdenden Gäste nicht entscheidend zum Zuge kommen zu lassen. Lediglich der Anschlußtreffer mußte in der 50. Minute hingenommen werden. Beiderseits schwaches Spiel Die Kontrahenten in Altenhundem lieferten sich gegenseitig ein schwaches Spiel. Rüblinghausen wartete zwar mit einer guten Teilleistung auf, war aber in der Fünferreihe ebenso wie Altenhundem nicht in der Lage, das Ergebnis entscheidend zu beeinflussen. Den Führungstreffer für die Gastgeber markierte in der 15. Minute Kuhlmann, der gegnerische MSt sorgte 10 Minuten später für den Ausgleich. Erster Sieg von Bleche Bleche landete gegen die Reserve aus Meggen den ersten Sieg der Saison. Nach dem Halbzeitstand von 1:0 konnte das Ergebnis mit zwei weiteren Treffern sicher ausgebaut werden, ehe Meggen zwei Gegentore anbrachte, die aber den Sieg der Gastgeber nicht gefährden konnten. Bei mehr Glück in der Stürmerreihe hätte Bleche einen eindrucksvollen Sieg verzeichnen müssen. Zwei verschiedene Halbzeiten Möllmicke und Kirchveischede lieferten sich zwei verschiedene Halbzeiten in bezug auf Können und Einsatz. Der schwere Boden stellte an die Aktiven hohe Anforderungen. Es ist daher nicht verwunderlich. daß Möllmicke einen Verletzten hatte und Kirchveischede auf einen Spieler infolge Platzverweis verzichten mußte. Beim Seitenwechsel lagen die Gäste mit 3:1 in Führung(0:1 durch Selbsttor, 1:1, 1:2 und 1:3). In der 63. Minute holte A. Schrage den Anschlußtreffer und sein Namensvetter zeichnete in der 73. Minute für den Ausgleich verantwortlich. Sein direkter Freistoß war nicht zu halten. I. Kreisklasse An Hundem und Lenne Kursus des Frauenbundes Bilstein. Am vergangenen Donnerstag fand im Hause der Vorsitzenden des katholischen Frauenbundes, Fräulein Martha Kaufmann, ein Kursusabend des örtl. Frauenbundes statt. Die Leiterin des Kursus, Freifrau von Graes, geb. Gräfin v. Spee, zeigte den Teilnehmerinnen, wie man auf verschiedene Weise pikante kalte Platten herstellen kann. Die 35 Teilnehmerinnen waren von dem lehrreichen Abend sehr beeindruckt. Grevenbrück. Bei der Gemeindeverwaltung ist der Antrag auf Erlaubnis zur Sperrung des Fußweges von der Lehmbergstraße zur Ladestraße des Bahnhofs gestellt worden. Die Gemeindevertretung wird darüber noch beraten. Grevenbrück. Das Standesamt beurkundete im vergangenen Monat zwei Geburten, eine Eheschließung und auch nur einen Sterbefall. Grevenbrück. Die für den morgigen Dienstag angesetzte Chorprobe des MGV Concordia-Foerde muß aus zwingenden Gründen ausfallen. Sie wird auf kommenden Donnerstag, den 18. November, verschoben. Elspe. Heute hält die Amtskasse im Gasthof Boerger in der Zeit von 14 bis 17 Uhr einen örtlichen Hebetermin, in dem die gemeindlichen Abgaben entrichtet werden können. Im Nachbarort Oberelspe ist hierzu bereits von 10 bis 12 Uhr Gelegenheit in der Gastwirtschaft Robert Cramer. Maumke. Am morgigen Dienstag ist von 10 bis 12 Uhr ein örtlicher Hebetermin der Amtskasse in der Gastwirtschaft Theo Hufnagel, in dem die fälligen Gemeindeabgaben entrichtet werden können. Schuppen stoßen ab! Kopfschuppen sind peinlich, weil sie als Ungepflegtheit gelten. Kopfschuppen sind auch Warnzelchen: Haarausfall drohtl Seborin, das Haar-Tonic von Schwarzkopf, führt dem unterernährten Haarboden fehlende Aufbaustoffe zu(Thionorn). Bald schwinden Schuppen und Kopfjucken. Gesund wächst das Haar nach. Seborin gibt es in jedem Fachgeschäft in Flaschen ab DM 2,20. Außerdem behandelt Sie Ihr Friseur auf Wunsch gern mit Seborin. eborin macht schuppenfrei! Cesmen Ceme und Seife 40 Johre bewöhrt bei Wundsein, Houfjucken, Pickel, GesichtsAusschlag-ekzem usw. Leupin-Tee blutreinig., oblührend. i.Apth. U Droger. Suche Verkäuferin möglichst Lebensmittelbranche. Lohn nach Vereinbarung. Café Köster Olpe, Franziskanerstraße. liefer Lelet Galama im Roformhave Schwirkmann, Olpe Am Marki Auch natürlich und unschädlich ist GALAMIN bei Stuhlverstopfung. 100 Junghennen New-Hampshire 4 Monate 8 DM, 5 Monate 10 DM, 6 Monate 12 DM noch abzugeben. 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