Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung 119, Jahrgang— Nummer 264 Samstag, den 13. November 1954 Einzelverkaufspreis 15 Pf Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das„S. V.“ erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugspreis: DM 3,50 einschließlich Zustellgeld, bel Postbeziehern DM 3,54 Incl. Postbestellgebühren, bei Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3,—. Geschäftsstelle: Olpe. Frankfurter Straße 16, Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe 1. Westf Druck u. Verlag: VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE Anxeigen-Grundpreise; im Anzelgentell 3 Pfg. für 1 mm Höhe in der Kleinspalte(23 mm breit): im Texttell 50 Pfg. 1 mm Höhe in der Textspalte(62 mm breit). Man fordere Preisliste Nr. 4. Bei Zwangsvergleich oder in Konkursfällen wird jeder Rabatt hinfällig. Gerichtsstand ist Olpe 1. Westf. Ernste Warnung Schäffers vom Krankenbett aus Er bangt um das Ergebnis seiner Arbeit— Ergänzungsabgabe soll erhöht werden Bonn.(dpa) Bundesfinanzminister Schäffer sieht die finanzielle Ordnung in der Bundesrepublik geranrdet, wenn die von Abgeordneten der Regierungskoalition geforderte Verbesserung der Steuerreform in allen Punkten vom Bundestag beschlossen würde. Von seinem Krankenbett aus ließ der Minister gestern mitteilen, daß er in diesem Falle vorschlagen müsse, die Ergänzungsabgabe zur Einkommen- und Körperschaftssteuer schon vom nächsten Jahre an über den ursprünglich geplanten Satz von 1,5 Prozent hinaus zu erhöhen. Im Bundesfnanzministerium wurde ergänzend erklärt, Schäffer bange jetzt um das Ergebnis seiner fünfjährigen Arbeit für die Sicherung der Währung und den Ausgleich des Bundeshaushalts. Die Steuereform müsse unbedingt im Zusammenang mit dem Verteidigungsbeitrag und den sozlalpolitischen Anträgen im Bundestag gesehen werden. Die Frage, ob der vergünstigte Steuersatz von 30 Prozent für ausgeschüttete Gewinne der Körperschaften beibehalten werden soll, ist auch nach der Aussprache von Sachverständigen der RegierungskoaDer Negus in Warendorf Besichtigung des westfälischen Landgestüts— In Hamburg eingetroffen Warendorf.(dpa) Der Negus besuchte gestern nachmittag das westfälische Landgestüt Warendorf, nachdem er am Vormittag von Düsseldorf Abschied genommen hatte. Am Abend traf der Kaiser in Hamburg ein, wo er, wie überall, herzlich begrüßt wurde. Das Warendorfer Gestüt zeigte dem Kaiser einen Ausschnitt aus seiner Hengstparade, die den Herrscher immer wieder zum Beifallklatschen veranlaßte. Mit großem Interesse besichtigte Haile Selassie anschließend einige Ställe des Landgestüts und ließ sich mehrere Kühe des rot-bunten Tieflandschlages zelgen. Vor der Abreise aus Düsseldorf ereignete sich eine kleine menschliche Episode, die auf den Negus ein bezeichnendes Licht wirft. Haile Selassie hatte von seinem Fenster aus gesehen, wie eine Zeitungsfrau dem Hund eines blinden Zeitungskäufers und einem Wagenpferd ein Stückchen Zucker überreichte. Er war von dieser menschlichen Geste mitten im Großstadtverkehr so angetan, daß er die Frau zu sich ins Hotel rufen ließ und ihr ein Geldgeschenk und ein äthiopisches Goldstück überreichte. lition mit Bundeskanzler Dr. Adenauer am Donnerstagabend noch immer umstritten. Vorläufig scheint nur festzustehen, daß die Steuerfreiheit der Tarifzuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit beibehalten und die Haushaltsbesteuerung zugunsten der Eheleute so verbessert werden soll, daß dadurch ein Steuerausfall von mindestens 50 Millionen Mark entsteht. Es gibt aber noch drei verschiedene Vorschläge zur Haushaltsbesteuerung. Der Bundestag wird es wahrscheinlich ablehnen, den Exportunternehmen für ihre Rücklagen auch im nächsten Jahr noch eine Steuervergünstigung zu gewähren. Dafür wird jetzt aber in der Regierungskoalition ein anderer Vorschlag diskutiert, nach dem die bisher schon für Exportuinsätze geltende Vergünstigung, die nicht auf Rücklagen bezogen ist, um zehn Prozent verbessert werden soll. Haushaltsausschuß als Bremse In der Aussprache der Koalitionsvertreter mit dem Bundeskanzler wurde Einigung darüber erzielt, die Geschäftsordnung des Bundestages abzuändern. Danach sollen Beschlüsse moglichst vermieden werden, die Mehrausgaben erfordern, ohne daß eine Deckung vorhanden ist. Vorgesehen ist, daß alle Anträge mit finanzieller Auswirkung vor der ersten Lesung im Bundestagsplenum zunächst vom Haushaltsausschuß darauf geprüft werden sollen, ob sie finanziell zu verantworten sind. Kommt der Haushaltsausschuß zu einem negativen Ergebnis. sollen die Vorlagen bis zur Beratung des nächsten Bundeshaushaltsplanes zurückgestellt bleiben. Heuschtecken überfielen Matokko Unübersehbare Heuschreckenschwärme haben, wie berichtet, in den letzten Tagen den südlichen Teil Marokkos heimgesucht und wälzen sich nun in Richtung auf Marakesch. Abwehrmaßnahmen führten zu keinem Erfolg. Landwirtschaftliche Kulturen wurden von den biblischen Plagegeistern vollkommen vernichtet.- Unser Bild zeigt die Vorhut eines Schwarms, der die Landschaft in eine kahlgefressene Wüste verwandelte. Pariser Verträge werden geprüft Bundeskabinett setzte interministeriellen Ausschuß ein Östzonen-Agent verhaftet Als Flüchtling getarnt durch die Havel— Er sollte sich„bewähren“ Berlin.(dpa) Als Agent des Sowjetvonen-Staatssicherheitsdienstes entpuppte sich, wie die Westberliner Polizei gestern mitteilte, der 20jährige Horst Becker. Nur mit einer Turnhose bekleidet war er in der Nacht zum 5. Oktober an der Glienicker Brücke durch die Havel geschwommen, während die Grenzposten der Volkspolizei mit Gewehren und Maschinenpistolen schossen und Leuchtkugeln steigen ließen. Er gab sich als Angehöriger der Luftvolkspolizei aus, der aus politischen Gründen habe fliehen müssen. Die Westberliner Polizei schöpfte Verdacht, als sich bei einer Überprüfung ergab, daß Becker im September 1952 schon einmal nach Westberlin geflüchtet war. Eine genaue Untersuchung und fast einen Monat lange Verhöre ergaben jetzt, daß der Agent nach Westberlin geschickt worden war. Becker war 1952 nach viermonatiger Dienstzeit in der Volkspolizei nach Westberlin geflüchtet und in die Bundesrepublik geleitet worden. Da er nicht recht Fuß faßte, kehrte er schon im Dezember desselben Jahres in die Sowjetzone zurück. Er wurde dort festgenommen und nach Verbüßung einer vierwöchigen Gefängnisstrafe als Agent geschult, damit er sich „bewähren“ konnte. Er beobachtete bei einer Luftwaffen-Einheit fünf Vorgesetzte und Kameraden. Zwei der Beobachteten wurden zu Strafen von zwei und drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Becker wurde schließlich für größere Aufgaben vorgesehen und in den Westen geschickt, wo seine„Laufbahn“ nun endete. Französisches Kabinett ergänzt Paris.(Korr., Ministerpräsident Mendès-France ernannte gestern abend, 24 Stunden vor seinem Abflug nach Kanada und den USA, einen neuen Minister und drei Staatssekretäre. Er vervollständigte damit seine Regierung, nachdem sich die von ihm gewünschte Beteiligung der Sozialisten am Kabinett auf Grund der Beschlüsse des außerordentlichen Parteikongresses der Sozialisten am Donnerstag zunächst ais unmöglich erwiesen hatte. Bonn.(dpa) Das Bundeskabinett hat gestern auf einer Sitzung über die Zustimmungsgesetze zu den Pariser Verträgen noch nicht entschieden. Die Verträge über die Wiederherstellung der deutschen Souveränität, den Beitritt der Bundesrepublik zur Westeuropäischen Union und zur NATO werden daher dem Parlament noch nicht zugeleitet. Das Kabinett hat einen interministeriellen Ausschuß eingesetzt, der die Verträge prüfen und dem Kabinett am 19. November Bericht erstatten soll. Nach einem Bericht des Bundeskanzlers über die außenpolitische Lage besprach das Kabinett ausführlich die Verträge und besonders das Saarabkommen. Wie verlautet, wollen der Bundeskanzler und das Kabinett zunächst die deutsch-französischen Gespräche über die Auslegung des Saarabkommens abwarten, die der Leiter der politischen Abteilung im Auswärtigen Amt. Blankenhorn, zur Zeit mit den zuständigen französischen Stellen in Paris führt. Das Kabinett hofft, bis zum kommenden Freitag soweit Klarheit zu haben, daß dann eine Kabinettsentscheidung über die Verträge fallen kann. Führerschein für Klein-Motorräder Beschluß des Bundesrats— Klasse 1 für Motorräder über 50 Kubikzentimeter Bonn.(dpa) Mit Wirkung vom 1. Dezember 1954 soll zum Fahren von Motorradern über 50 Kubikzentimeter Hubraum der Führerschein der Klasse I erforderlich sein. Diesen Beschluß faßte der Bundesrat gestern gegen die Stimmen Baden-Württembergs, Bayerns und Nordrhein-Westfalens. Die Bundesregierung hatte in ihrer Verordnung zur Änderung der Straßenverkehrszulassungsordnung ursprünglich nur gefordert, die Führerscheingrenze von bisher 250 auf 100 Kubikzentimeter herabzusetzen. Bisher war für Motorräder unter 250 Kubikzentimeter nur der Führerschein 4 erforderlich. Dieser Führerschein verlangte vom Fahrzeugführer lediglich eine Kenntnis der Verkehrsvorschriften, während zur Erlangung des Führerscheins der Klasse 1 auch eine amtliche Fahrprüfung erforderlich ist. Der Bundesrat forderte weiterhin die Bundesregierung auf, die Einführung des Führerscheins auf Probe beschleunigt zu prüfen. Eine Entscheidung über die Einführung eines Probeführerscheins solle vor dem Frühjahr 1955 getroffen werden. Der niedersächsische Verkehrsminister Ahrens, der den Antrag des VerkehrsWie wird das Wetter? ausschusses des Bundesrates auf Herabsetzung der Führerscheinpflichtgrenze auf 50 Kubikzentimeter begründete, betonte, durch die Entwicklung der Technik seien Kleinkrafträder erheblich schneller geworden. Die Zahl der Unfälle mit Motorrädern unter 250 Kubikzentimeter habe prozentual mehr als dreimal so stark zugenommen wie die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge. Mopeds bleiben führerscheinfrei Das Bundesverkehrsministerium erklärte zu dem Bundesratsbeschluß. Fahrräder mit Hilfsmotor, also vor allem Mopeds, blieben führerscheinfrei. Auch die Rechtslage der bisherigen FührerscheinInhaber ändere sich nicht. Auf der Etwas kühler Rückseite HAILE SELASSIE BEI KRUPPS Der Negus besuchte, wie berichtet, in der Villa Hügel die Familie Krupp. Unser Bild zeigt den Kaiser. Links neben ihm Frau Berta Krupp, rechts von ihm Alfried Krupp und die Herzogin von Harrar, die Schwiegertochter des Kaisers eines über der Nordsee ostwärts schwenkenden Tiefausläufers dringt kühlere Meeresluft nach Westdeutschland vor und bringt vorübergehend leichte Wetterberuhigung. Vorhersage für Sonnabend: Bei westlichen Winden starke, dann allmählich aufgelockerte Bewölkung mit gelegentlichen Schauern. Geringer Temperaturrückgang. Weitere Aussichten: Vorübergehend Wetterbesserung. Nationaldenkmal Struthoff Paris.(Korr.) Der französische Staatsgerichtshof entschied gestern, daß der Strutnoli-Steinbruch nicht Nationaldenkmal wird. Damit wurde ein Streitfall zwischen der elsässischen Gemeinde Matzweiler und dem französischen Unterrichtsministerium zugunsten der Gemeinde entschieden. Alles umsonst „Heute gibt es alles umsonst“, rief gestern der Inhaber eines Kleidergeschäfts in dem sizilianischen Ort Modica. In einer Stunde war der Laden leer. Der Geschäftsmann hatte im Fußballtoto 190 000 Mark gewonnen. USA-Außenminister Dulles ist bereit, einen Demokraten zum Berater des AuBenministeriums zu ernennen, um die Zweiparteien-Außenpolitik zu intensivieren. Im Volkswagenprozeß wird der Bundesgerichtshof am 7. Dezember über den Revisionsantrag des Volkswagenwerks gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Celle verhandeln. Bundeswirtschaftsminister Erhard wird am heutigen Sonnabend nach Griechenland reisen und Anfang nächster Woche Jugoslawien besuchen. Der Bundesrat beschloß gestern mit großer Mehrheit, wegen des Staatsangehörigkeitsgesetzes den Vermittlungsausschuß anzurufen. Der Niedersächsische Landtag nahm gestern in dritter Lesung die Neufassung des Landeswahlgesetzes an. Festgenommen wurden auf dem Bahnhof in Bebra drei junge Männer und ein Mädchen, die mit dem Interzonenzug aus Leipzig gekommen waren. Sie wollten nach Karlsruhe zum Bundesverfassungsgericht und hatten 10 000 Unterschriften gegen den Angenfort-Prozeß bei sich. Die Liga der Rot-Kreuz-Gesellschaften stimmte in Genf einmütig für die Aufnahme des Roten Kreuzes der Sowjetzone in die Liga. 110 000 Tonnen Brotgetreide und Nährmittel muß die Sowjetzone im kommenden Jahr zur Versorgung der sowjetischen Besetzungstruppen zur Verfügung stellen. Zum Tode verurteilt wurden von einem persischen Militärgericht vier Polizeioffiziere wegen Hochverrats. Die Zahl der Todesurteile hat damit in der letzten Zeit 56 erreicht. Moskau anerkennt NATO Auch USA-Teilnahme an europäischem Sicherheitssystem gebilligt Moskau.(TASS) Die Sowjetunion werde auf einer Konferenz der vier Großmächte über ein kollektives Sicherheitssystem für Europa nicht die Auflösung der NATO fordern, betonte gestern die Moskauer „Prawda“, Wenn die negative Haltung der führenden Kreise der Westmächte zur Idee der kollektiven Sicherheit auf diesem Irrtum beruhe, so könnte das Mißverständnis leicht behoben werden. Ebenso haltlos, so betont die„Prawda“ weiter, seien Behauptungen, daß die Sowjetunion die USA von der Teilnahme an einem kollektiven Sicherheitssystem in Europa ausschließen wolle. Die einzige Voraussetzung für die Schaffung eines kollektiven Sicherheitssystems in Europa sei der gute Wille aller Partner, ihre Bemühungen im Interesse der Festigung des Friedens auf dem europäischen Kontinent zu vereinen. Jawaharlal Nehru, der große Vermittler Zum 65. Geburtstag des indischen Ministerpräsidenten— Politik der„Nichteinreihung“ Kaum ein Staatsmann ist in letzter Zeit so vielen Mißdeutungen ausgesetzt gewesen wie der indische Ministerpräsident Jawaharlal Nehru, der morgen 65 Jahre alt wird. Seine Politik der„Nichteinreihung“ macht dem Westen wie dem Östen Kopfzerbrechen, weil sie einem anderen Denken entspringt als dem Konzept des Entweder— Oder, auf das sich alle Politiker des Östens wie des Westens geeinigt zu haben scheinen. Im Bewußtsein der Schlüsselstellung Indiens hat Nehru seit 1947 die Politik des jungen Staates gelenkt und seine Unabhängigkeit zu wahren gewußt. Bine neue Konferenz? G. St. Der sowjetische Ministerpräsident Malenkow hat in Gesprächen mit den amerikanischen und britischen Botschaftern auf einem großen Empfang zum 37. Jahrestag der Oktoberrevolution den Wunsch geäußert, die westöstlichen Spannungen auf dem Verhandlungswege beizulegen. Es ist nicht das erste Mal, daß der Kreml solche Absichten verbreiten läßt. und es liegt auf der Hand, daß er hierfür Zeiten bevorzugt, in denen der Westen sich bemüht, seine Posttion zu verbessern. Daß an diese Gespräche nicht der bisherige Maßstab gelegt werden kann, beweist das Aufsehen, das die Berichte der Botschafter in Washington und London verursacht haben. Sie stehen im Vordergrund aller Meldungen in der internationalen Presse. Die Sowjetregierung ist den Westmächten damit weitgehend entgegengegangen, nachdem unmißverständlich erklärt worden war, daß die gegen den Östblock geplante Westeuropäische Union nicht nur die militärische, sondern auch die diplomatische Position des Westens verbessern solle. Hier bietet sich für beide Lager eine Gelegenheit, die Probe aufs Exempel zu machen. Nach Informationen aus der östlichen Diplomatie in Stockholm versucht die Sowjetregierung natürlich auch jetzt noch, die Ratifizierung der Londoner und Pariser Verträge zu verhindern. Sie denke jedoch nicht daran, das Inkrafttreten der Westeuropäischen Union mit einer Verschärfung der Lage zu beantworten. Ihre nächsten Ziele seien: Fortsetzung der Bemühungen um eine Annäherung der kommunistischen und kapitalistischen Welt und ein gesamteuropäischer Vertrag über die kollektive Sicherheit in Europa auf der Grundlage des Entwurfes, den Molotow in Berlin vorgeschlagen hatte. Dieser Plan sei auch der Rahmen, in dem die deutsche Frage gelöst werden könne. Die ersten Reaktionen in den westlichen Hauptstädten sind nicht ablehnend. Nachdem Eisenhower erklärt hat, daß trotz des Abschusses einer Superfestung die Friedensaussichten„vielversprechender als jemals“ seien, hat auch Churchill bei der Amtseinführung des neuen Londoner Oberbürgermeisters eine sehr optimistische Rede gehalten. Zu viele sehen in der Pariser Einigung bereits die Zwangsläufigkeit eines neuen Krieges. Noch aber bemühen sich entscheidende Kräfte, mit der westlichen Verteidigung einen friedlichen Ausgleich auszuwiegen. Der Vorschlag des Bundeskanzlers in Washington, nach der militärischen Sicherung des Westens auch die Länder des Ostblocks in cin Paktsystem einzubeziehen, hat durch die Gespräche im Kreml am vergangenen Sonntag eine neue Bedeutung bekommen. Wir hatten in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit von westöstlichen Verhandlungen in den ersten Monaten des neuen Jahres unterstrichen. Nach den Berichten der westlichen Botschafter in Moskau soll Malenkow nicht an ein Treffen mit Eisenhower und Churchill, sondern zunächst lediglich an Gespräche auf weniger exponierter Ebene denken. Es kann also schon heute damit gerechnet werden, daß nach der Ratifizierung der Londoner und Pariser Verträge durch die Nationalversammlung und den Bundestag eine neue Konferenz der vier Außenminister stattfinden wird. Die Sowjetregierung ist sich schon heute bewußt, daß sie dann mit einem festgefügten Block verhandeln wird. Vermutlich wird der englische Außenminister, Sir Anthony Eden, bereits in seiner Regierungserklärung am kommenden Mittwoch erste Andeutungen machen. Die bisherigen Erfahrungen lehren, daß das zähe Festhalten am Prinzip der Verhandlungen nach und nach doch noch zu der ersehnten politischen Entspannung führt. Bis jetzt ist jede Konferenz ein Fortschritt gegenüber der letzten gewesen. Und deshalb kann der Vorschlag Malenkows gar nicht ernst genug genommen werden. Indien hat sich mit der gleichen Selbständigkeit für die Verurteilung Nordkoreas als Aggressor ausgesprochen, wie es die Teilnahme an der SEATO abgelehnt hat, weil sie der Konzeption Nehrus von einer„Zone des Friedens“ in Asien zuwiderläuft. Mit allen Freund zu sein, ist schwer in einer unvollkommenen Welt, aber an der ehrlichen Absicht Nehrus kann nicht gezweifelt werden. Eine Politik der„Verblendung“? Durch seine ganze Erziehung dem Westen zugeneigt, hat Nehru nie das besessen, was man asiatischen Lokalpatriotismus bezeichnen möchte. Ausdrücklich ist er vor einiger Zeit von den Slogans„Asien den Asiaten“ und„Europa den Europäern“ a bgeruckt. weil er sich der engen Verknüpfung der„Einen Welt“ im Sinne Willkies bewußt ist. Es gibt in der Tat kaum einen Politiker in der ganzen Welt, der eher dazu prädestiniert erschiene, die Versöhnung zwischen Öst und West in die Wege zu leiten und zu vollenden, als Nehru. Bei aller idealistischen Einstellung Nehrus kann ihm der Vorwurf der„Verblendung“ kaum gemacht werden, wie es in letzter Zeit im Zusammenhang mit dem China-Besuch öfter geschehen ist. Rom.(Korr.) Eine Typhus-Epidemie in der süditalienischen Stadt Benevent hat in Italien große Beunruhlgung ausgelöst. Die Zahl der gemeldeten Krankheitsfälle liegt bei 1 200. Die Gesundheitsbehörden rechnen jedoch mit etwa 2000 Typhuskranken, da viele Familien ihre Erkrankten nicht melden, um die Isolierung zu vermeiden. Man rechnet, daß in der 54 000 Einwohner zählenden Stadt Benevent auf je 15 Gesunde ein Typhuskranker kommt. Auffallenderweise erkrankten mehr Frauen als Männer. Eine Schutzimpfung der Bevölkerung wird seit Donnerstag systematisch durchgeführt. Als Ursache der Seuche wurde eindeutig verdorbenes Leitungswasser festgestellt. Die Wasserleitungen von Benevent sind unzureichend und veraltet. An mehreren Stellen dringen Abwässer in die Leitungen ein. Nach Ansicht von FachDie Ergebnisse dieser Reise sind nicht wie erwartet ausgefallen. Aber er hatte schon vor der Reise erklärt, in der Politik könne man nie sicher sein, ob Freunde von heute nicht Feinde von morgen sein werden. Er wolle aber jedem eine Chance geben. Diese ganz im Sinne Gandhis liegende„Realpolitik“ ist unangreifbar, weil sie in ihrer Ehrlichkeit entwaffnend ist. Die Politik der sogenannten Gewaitlosigkeit, zu der auch die absolute Ehrlichkeit gehört, ist eine scharfe Waffe nur gegenüber dem moralisch Minderwertigen, der sich an die Wand gespielt sieht. Mit Gleichgesinnten aller Nationen zusammen aber potenziert sie sich in einem Team-work, wie wir es in Korea und jetzt wieder in Indochina erleben, wo sich das Prinzip der Koexistenz in den Waffenstillstandskommissionen, wenn auch in kleinem Rahmen zunächst, als möglich erweist. Mehr Dichter als Denker Nehru ist nebenbei einer der seltenen Politiker mit persönlichem Charme, dessen Reden fast immer„laut gedacht“ sind. Dieser Prozeß gleicht der Praxis des Darlehen für Bundesbahn Bonn.(dpa) Der Bundeshaushalt für das Rechnungsjahr 1955 sieht für die Erneuerung der Anlagen der Deutschen Bundesbahn und ihres rollenden Materials nach dem Bundesbahngesetz Darlehen in Höhe von 100 Millionen Mark vor. Davon sind 50 Millionen Mark zur Beseitigung von Langsamfahrstellen. Für 22 Millionen Mark sollen Fahrzeuge beschafft oder modernisiert werden. Gruenther: Phantastischer Fortschritt Paris.(Korr.) Die Abkommen vor London und Paris stellen in den Augen des NATO-Oberbefehlshabers, General Grünther. einen„phantastischen Fortschritt“ dar. Die neue Lösung sei, vom rein militärtechnischen Standpunkt aus gesehen, sogar günstiger, als es bei der EVG der Fall gewesen wäre. Die erweiterten Kontrollbefugnisse der NATO-Behörden erhöhten die militärische Schlagkraft der westlichen Streitkräfte. leuten müssen die Leitungen vollkommen erneuert werden, was etwa zwei Millionen Mark kosten würde. Schotte unter Mordverdacht Madrid.(Reuter) Die spanische Regierung erklärte sich gestern bereit, den 24jährigen John Gordon, einen schottischen Journalisten, auszuweisen. Er soll in Glasgow unter Mordanklage gestellt werden. Die britische Polizei hatte gegen ihn Haftbefehl erlassen, nachdem in seiner Wohnung in Glasgow der Leichnam des 48jährigen George McNeil, eines Jugendklubleiters, gefunden worden war. McNeil, ein früherer Rundfunksprecher, war bereits über drei Wochen tot, als sein Leichnam in der verlassenen Wohnung Gordons entdeckt wurde. Allem Anschein nach war er eines gewaltsamen Todes gestorben. Dichters, und er ist in der Tat mehr Dichter als Denker, mehr Synthetiker als Analytiker. Wer seine Autobiographie oder die Briefe an seine Tochter gelesen hat, kann verstehen, daß ein ganzes Volk von fast 400 Millionen Menschen mit schwärmerischer Verehrung zu einem Mann aufsieht, der mit fast übermenschlicher Anstrengung versucht, ihre Lebensbedingungen zu verbessern, der sich aber eher dazu bequemt, wirtschaftliche Nachteile in Kauf zu nehmen, als sich für wirtschaftliche Hilfeleistungen politisch zu binden. Auch wenn Nehru seinen Entschluß, sich aus der Routine seiner Ämter zurückzuziehen, in die Tat umsetzen sollte, so wird sich sein Einfluß auf die Weltpolitik auch weiterhin bemerkbar machen. Und es ist an der Zeit, die Dienste, die er nicht nur in Genf der ganzen Welt geleistet hat, anzuerkennen, wenn nicht zu danken. Nagib sollte beseitigt werden Kairo.(Korr.) Der Leiter des Geheimdienstes der Moslembruderschaft, Y achya Said, erklärte als Zeuge im Kairoer Attentatsprozeß, die Moslembruderschaft habe geplant, nach einem Sturz der Revolutionsregierung auch den ägyptischen Staatspräsidenten Nagib zu beseitigen. Zuvor wollte die Moslembruderschaft, nach den Aussagen des Zeugen, die Popularität Nagibs für ihre Ziele benutzen. Nagib sollte sich nach der Beseitigung des Revolutionsrates über den ägyptischen Rundfunk an die Nation wenden, um Ruhe und Ordnung wiederherzustellen. In dem Prozeß wurde Nagib auch von anderen Zeugen erwähnt, so daß die Richter die Frage der Mitwisserschaft Nagibs aufwarfen. Der angeklagte Latif ließ jedoch durchblicken, daß Nagib von der Verschwörung nichts gewußt habe. London.(Korr.) Der Sturm, der seit Donnerstag abend über großen Teilen der britischen Inseln tobt, hat bisher drei Menschenleben gefordert. In der Nähe von Lancaster wurde ein Kraftwagen von einer heftigen Bö erfaßt und in den Fluß geschleudert. Drei Insassen, ein Mann und zwei Frauen, ertranken. Große Überschwemmungen werden vor allem aus Nordwestengland gemeldet. Zahlreiche Straßen sind unpassierbar. Aus mehreren Dörfern wurde die Bevölkerung evakuiert. Zahlreiche alte Gebäude wurden unterspült und brachen zusammen. Hochgelegene Teile Nordschottlands erlebten gestern heftige Schneefälle. Im Gebiet der Orkney-Inseln tobte mehrere Stunden lang ein Sturm, der Geschwindigkeiten bis zu 180 Stundenkilometer erreichte. In der ostenglischen Hafenstadt Hull sind gestern die Flüsse Humber und Hull über die Ufer getreten und haben ein etwa fünf Quadratkilometer großes Gebiet überflutet. Die Altstadt von Hull steht unter Wasser. Die gegen das Hochwasser errichteten Sandsackwälle wurden eingedrückt. Das Wasser ergoß sich in die Erdgeschosse der Wohn- und Geschäftshäuser. Stellenweise erreichte der Wasserstand 1,50 Meter Höhe. An einigen Stellen drückten die Fluten selbst Fabriktore ein und schwemmten Vorräte aus den Lagern fort. Viele Arbeiter konnten wegen des Hochwassers nicht an ihren Arbeitsplätzen erscheinen. Anklage wegen Untertassen-Ente Rom.(Reuter) Die Polizei der norditalienischen Stadt Varese hat gegen einen Zeitungsberichterstatter und eine Gruppe Jugendlicher Anklage wegen Verbreitung falscher und beunruhigender Nachrichten über die Landung von MarsbewohDie Meinung der anderen: Experimente Combat Niemand kann sidh über den Beschluß der frau zösischen Sozialisten wegen der Regierungsbeteiligung täuschen: Dies ist eine Ablchnung, zwar versdileiert, aber eine eindeutige. Die Sozialisten haben ihr Kapital nicht genutzt und müssen eines Tages wegen Guy Mollet und seiner Freunde, die alles zur Verhinderung einer Beteiligung ins Werle gesetzt haben, die Verantwortung für den Sturz der Regierung Mendès-France oder für das Scheitern seines Experimentes tragen. Le Parisien Libéré Der außerordentlidie Kongreß der Sozialistischen Partel hat sich praktisch gegen die Beteiligung an der Regierung Mendès-France ausgesprochen. Die Bedingungen für einen Eintritt der Sozialisten ins Kabinett scheinen tatsächlich für den Ministerpräsidenten schiwer anncumbar zu sein. Man könnte glauben, daß Mendès-France, der nach den Vereinigten Staaten und Kanada abreist, für den Augenblick auf seine geplante Erneuerung des Kabinetts verzichtet. Zürcher„Tat“ Dr. Adenauer wird es zweifellos gelingen, mit dem Druckmittel des Mehrheitswahlredits, das für die kleineren Parteien eine Existenzfrage ist, seine Regierungskoalition zusammenzuhalten. Wenn die Frist für die Regelung des zukünftigen Wallrechts noch über fast volle zwet Jahre erstreckt wird, dann werden die außenpolitischen Entscheidungen und die durch sie geforderten Verfassungsänderungen, für die der Kanzler die Zweidrittelmehrheit seiner gegenwärtigen Koalition unbedingt zusammenhalten will, auf jeden Fall vor dem Abschluß der Wahlgesetzberatungen fällig. Das heißt aber, daß es Adenauer während dieser Zeit völlig in der Hand hat, renitente Koalitionsgenossen, die ilum in diesen wichtigen Fragen die Gefolgschaft verweigern möchten, vorlier dodi noch aus der Koalition hinauszuwerfen und durch eine für sie naditeilige Koustruktion des Walilgesetzes empfindlich zu„bestrafen", und zwar au jenem Punkte zu bestrafen, wo es den Parteien am meisten weit tut. nern in einer„Fliegenden Untertasse“ erhoben. Einer der Jugendlichen hatte am 28. Öktober spät abends aufgeregt die Nachricht über die Landung eines geheimnisvollen Flugkörpers auf dem Fußballplatz des Ortes Tradate, südlich von Varese, verbreitet. Neugierige sahen einen hellen Gegenstand und zwei fremdartige Gestalten, die nach wenigen Sekunden wieder verschwanden. Die Polizei stellte fest, daß der Gegenstand ein großes Tuch und die„Marsbewohner“ verkleidete Jungen waren. Der Berichterstatter sandte einer Mailänder Zeitung einen Bericht über den Vorfall, den sie auf der ersten Seite veröffentlichte. Im Rausch totgeschlagen Paris.(Korr.) In dem Industrieort Ostricourt in der Nähe von Lille wurde gestern der 30jährige Algerier Mohammed Ben Debbache verhaftet. Er hatte Anfang der Woche den deutschen Bergarbeiter Fritz Damrose getötet. Debbache und Damrose hatten in mehreren Lokalen der Ortschaft zusammen gezecht. Hundert Deutsche in Hirschberg Göttingen.(dpa) In der schlesischen Stadt Hirschberg leben noch etwa einhundert Deutsche, die sich ein besonders reges kirchliches Leben erhalten haben. Da die Gnadenkirche und die Garnisonkapelle in Hirschberg der evangelischen Gemeinde weggenommen worden sind, finden die Gottesdienste vor allem in Kunersdorf statt. Die berühmte Orgel in Lomnitz ist demontiert und nach Warschau gebracht worden. Eine Fahrt nach Schreiberhau ist nur noch mit einem besonderen Ausweis möglich, da das gesamte Grenzgebiet zur Sperrzone erklärt worden ist. 1200 Typhusopfer in Benevent Abwässer drangen in beschädigte Trinkwasserleitungen ein Schwere Stürme über England Hafenstadt Hull überschwemmt— Schnee in Schottland M ROMAN VON HANS GRUHL Presserechte bei Münchner Roman-Verlag München-Pasing (23. Fortsetzung) Michels wich dem Blick des Kommissars nicht aus. Jetzt, nach der ersten Nacht im Polizeipräsidium, hatte er den Schock überwunden und schien wach und abwehrbereit. „Doktor Michels“, begann Nogees mit bedrohlicher Glätte,„haben Sie sich überlegt, was Sie mir erzählen wollen?“ Michels schlug die Beine übereinander und zupfte an seiner immer noch untadeligen Bügelfalte.„Ich will Ihnen gar nichts erzählen. Nur so viel, daß Sie sich in einem grandiosen Irrtum befinden— weiter gar nichts!“ Nogees lächelte leicht.„Derartige Wendungen sind für diese Wände und unsere Ohren nicht gerade neu. Es wäre fast erstaunlich, wenn nicht auch Sie Ihre Antrittsvorstellung damit einleiteten. Wie oft sie wiederholt werden, ist eine Zeitfrage.“ „Ihre Erfahrungen sind mir völlig uninteressant.“ Nogees war nicht zu erschüttern.„Doktor Michels— Sie werden heute dem Untersuchungsrichter vorgeführt, wie das Gesetz es vorschreibt. Unsere Indizien reichen ohne weiteres zu Ihrer Verurteilung aus — auf jeden Fall aber wird der Richter Sie nicht von heute auf morgen in Freiheit setzen. Ob schuldig oder nicht— Sie haben allein an Untersuchungshaft eine beträchtliche Spanne zu erwarten. Selbst wenn Sie unschuldig sein sollten, nützt Ihnen Ihre jetzige Haltung keinen Pfifferling. In diesem Fall müßten vor allem Sie selbst daran interessiert sein, den wahren Sachverhalt so schnell wie möglich aufklären zu helfen.“ Michels leugnet Die ruhigen Worte des Kommissars verfehlten ihre Wirkung nicht. Michels Züge entspannten sich etwas. „Es ist Ihre Aufgabe, den richtigen zu finden“, sagte er rauh.„Ich bin nicht dazu da, Ihnen Ihre Arbeit abzunehmen.“ „Selbstverständlich! Nur wüßte ich zur Zeit wirklich niemanden, den ich mit besserem Gewissen an Ihrer Stelle einsperren würde. Sie haben doch nun mal Ihren Patienten umgebracht! Wollen Sie das leugnen?" „Aber ohne mein Wissen!“ sagte Michels energisch.„Nie im Leben wäre ich auf die Idee gekommen, daß das Zeug Morphium enthielt. Ich habe mich selbst am meisten über die unerwartete Verschlimmerung gewundert und sofort den Oberarzt geholt. Am nächsten Tage schon.“ Er ballte die Fäuste.„Hätten wir bloß eine andere Ampulle genommen!“ Nogees betrachtete ihn nachdenklich. „Warum ließen Sie eigentlich sämtliche Arzte holen, als Sie den Kranken zum letzten Male punktierten?“ Michels fuhr sich durch das glänzende Haar:„Darauf kann ich nur antworten: aus Gewohnheit! Wenn ein schwieriger Fall im Hause ist, zeigt man ihn den andern. Schon aus kollegialen Gründen. Bel uns kam so was doch selten genug vor. Den letzten Todesfall hatten wir vor sieben Monaten!“ „Und warum waren wieder alle dabei, als Bergius starb?“ „Aus dem gleichen Grund. Doktor Strohmann kam von selbst— die anderen ließ ich rufen.“ „Strohmann kam von selbst?“ fragte Nogees überrascht. „Ja. Er trieb sich auf dem Flur herum und sah ein paarmal ins Zimmer.“ Michels preßte die Hände zusammen:„Ich sage Ihnen, es ist Unsinn von vorne bis hinten! Ich weiß weder von dem Morphium noch von der Streptomycinampulle. Am Abend, als Daniel uns die Leiche zeigte, war ich zum erstenmal seit fünf Wochen wieder auf dem Turm. Ich bin auch an diesem Tage nie und nimmer im Röntgenzimmer gewesen— so wahr ich hier sitze!“ „Sie sitzen allerdings“, sagte Nogees trocken.„Wie ist es— hatten Sie nicht einmal Streit mit Inge Sörensen?“ „Streit? Was heißt Streit! Ich habe sie angebrüllt, weil sie ihre Gedanken nicht zusammennahm. Wenn Sie wüßten, wie oft die Mädchen ganz wo anders sind als beim Dienst!“ Er vollführte eine verächtliche Handbewegung.„Wenn sie einen Mann am Hals haben, ist es ganz aus. Aber deswegen ersteche ich doch keine.“ Er lachte ein unechtes Lachen.„Du lieber Gott, wenn ich jede umgebracht hätte, die ich mal angeschrien habe— keine einzige wäre mehr am Leben!“ „Ihre Beweisführung ist originell, aber nicht sehr überzeugend“, sagte Nogees dürr.„Wie erklären Sie sich denn die ganze Geschichte?“ Michels hob mit gequältem Gesichtsausdruck die Schultern.„Was weiß ich... irgendein Verrückter!“ Er richtete sich auf. „Überlegen Sie doch! Warum sollte ich denn den Mann umbringen? Einen Mann, den ich nie im Leben vorher gesehen habe!“ „Das möchte ich ja gerade von Ihnen wissen“, sagte Nogees cine Spur sanfter. Der Arzt starrte vor sich auf den Fußboden und murmelte, als wäre er allein im Zimmer.„Morphium intralumbal! Hä! Wirklich ein feiner Witz! Wirklich ein großartiges Ding! Und ich Hornochse behandle ihn damit! Suche Eiweiß, jage nach Zellen, alarmiere den Oberarzt und merkte nichts! Ich werde meine Approbation zurückgeben! Noch heute werde ich das tun!“ „Ich fürchte, die werden Sie ohnehin loswerden“, sagte Nogees unbarmherzig. Michels antwortete nicht und versank in Schweigen. Nimbach sah den Kommissar verstohlen an und wiegte den Kopf ein paarmal hin und her. Endlich erwachte Michels aus seiner Erstarrung. „Herr Kommissar... machen Sie, was Sie wollen! Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ich kann nicht mehr sagen, als ich gesagt habe. Ich habe mit dem Tode der dre Menschen nichts zu tun!“ Nogees lehnte sich lässig über den Tisch und klingelte. In der Tür erschien ein Polizeiwachtmeister. „Sie sollten sich lieber selber alles Gute wünschen, Doktor Michels. Wir haben Zeit. Der Untersuchungsrichter kommt um zwölf. Halten Sie sich bereit. Abführen!“ Michels verschwand mit gesenktem Kopf. Stirnrunzelnd verfolgte der Kommissar seinen Weg, bis die Tür hinter ihm ins Schloß fiel. Nimbach räusperte sich. „Schwieriger Herr?“ Nogees streckte die Beine von sich.„Ach — habe schon schwierigere gesehen.“ „Herr Kommissar „Ich weiß, was Sie sagen wollen, Nimbach. Ich kenne Ihre Gedanken gewissermaßen schon in ihrem Embryonalzustand, um bei der Medizin zu bleiben. Das Motiv für Bergius' Ermordung fehlt uns. Wir haben Wirkungen aufgedeckt und keine Ursache gefunden. Wollten Sie das sagen, eh?" Nimbach nickte.„Ungefähr das.“ „Tja. Kann ich verstehen. Da sitzen wir, haben einen Mörder und den Plan, nach dem er arbeitete. Und trotzdem hat dieser Fall kein Ende. Ein Mörder ohne Geständnis ist nur ein halber. Ist es nicht so?“ Wieder nickte der Assistent. Nogees stemmte die Füße auf das ölverschmierte Linoleum und kippte seinen Stuhl auf die Hinterbeine. „Und ich sage Ihnen, er wird reden. Sie werden alle weich, alle! Der Blick durch vergitterte Fenster macht redselig.“ Wollen wir’s hoffen, dachte Nimbach. Der Kommissar schaukelte hin und her. „Immerhin“, sagte er halblaut,„wenn man sich vorstellt, daß ein anderer.. Nacheinander tauchten sie vor ihm auf. Da war Strohmann mit seinem Heiligenschein aus borstigen Haaren, die flelschgewordene Binsenwahrheit. Da stand die kühle, blonde Erscheinung der Ärztin mit den warmen, verstehenden Augen. Da tauchte Olga auf, die füllige Gestalt von ängstlicher Wachsamkeit getrieben. Schließlich dieser schlaksige Daniel mit seinen nächtlichen Ausflügen. Hin und her schob sie der Kommissar vor seinem geistigen Auge. Nein, zwecklos. Michels war richtig. Wo sollte er anfangen, wenn er den für unschuldig hielt? Wieder vernahm er das Räuspern des Assistenten.(Fortsetzung folgt) Eine Mutter ging mit ihrem Jungen spazieren. Der Junge hatte ein Markstück in der Hand, steckte es in den Mund, verschluckte es aus Versehen und lief blaurot an.„Hilfe! Mein Kind erstickt!“ schrie die Mutter entsetzt. Ein Mann sprang hinzu, gab dem Jungen einen Stoß, daß er hinfiel, dann packte er ihn an den Füßen, hob den Kleinen hoch, schüttelte ihn, bis das Geldstück herausfiel. Die Mutter war überglücklich.„Nein!“ rief sie dem Mann zu.„Wie sind Sie bloß so schnell darauf gekommen?.. „Ich bin vom Finanzamt“, sagte der Mann schlicht. SAMSTAG, DEN 13. NOVEMBER 1954 Sie waren we ich... Wir haben fast keine Munition mehr. Die Verbindung mit dem Hauptmann ist verloren, wir haben keine Befehle. Hätten wir wenigstens Munition! Auch knurrt mir der Magen, und die Sonne steht schon tief. Ich krieche durch den Zaun und ein Geschoß saust dicht an mir vorbei. Die Russen behalten uns im Auge. Ich laufe und klopfe an die Tür einer Isba. Gehe hinein. Drinnen sind russische Soldaten. Gefangene? Nein, sie sind bewaffnet. Haben den Notenblatt des November Von Georg v. d. Vring Es lagen im nassen Gras Birnbaumblätter, die roten, Als schrieben jetzt emsig die Toten Und würfen uns Briefe ins Gras. Der Toten schwarze Schrift Rändert den Blättern die Röte; Manch Blatt verrät meine Nöte In leicht zu entziffernder Schrift, Aber das eine besaß Dunkle Punkte im Roten. Als wären’s geschriebene Noten Von Liedern, die ich vergaß; Die ich heut, wo November mich trifft, Für meine taube Flöte Erinnern soll aus der Rôte Bei kaum zu entziffernder Schrift. ist mit mir gekommen, um mir die Tür zu öffnen, und ich bitte sie mit Gesten, mir eine Wabe für meine Kameraden zu geben. Die Frau giot mir die Wabe und ich gehe hinaus. So ist es gewesen. Wenn ich jetzt daran denke, finde ich das alles gar nicht merkwürdig, sondern ganz natürlich, von jener selbstverständlichen Natürlichkeit, die einst unter den Menschen geherrscht haben muß, Nach der ersten Überraschung waren alle meine Handlungen natürlich, ich fühlte keinerlei Furcht. hatte keinerlei Bedürfnisse, mich zu verteidigen oder anzugreifen. Alles war sehr einfach, Auch die Russen waren wie ich, ich fühlte es. In jener Isba hatte sich zwischen mir und den russischen Soldaten, den Frauen und Kindern ein Einklang hergestellt, der kein Waffenstillstand war. Es war sehr viel mehr als die Achtung, die die Tiere des Waldes voreinander hegen. Einmal hatten die Umstände Menschen dazu gebracht, daß sie Menschen zu bleiben wußten. Wo mögen jene Soldaten, jene Frauen und Kinder jetzt sein? Ich hoffe, der Krieg hat sie alle verschont. Das ganze Leben hindurch werden wir uns unseres damaligen Verhaltens erinnern. Besonders die Kinder. Und wenn so etwas einmal geschehen ist, kann es sich wiederholen. Ich will sagen, es kann unzähligen anderen Menschen geschehen und eine Sitte, eine Weise zu leben werden. (Aus„Alpini im russischen Schnee“ von M. Rigoni Stern. Drei Brücken Verlag, Heidelberg.) KULTURNOTIZEN roten Stern an der Mütze! Ich halte das Gewehr in der Hand. starre sie entgeistert an. Sie sitzen um den Tisch und essen, schöpfen das Essen mit Holzlöffeln aus der gemeinsamen Schüssel. Und schauen mich an, die Löffel halb erhoben. Auch Frauen sind in dem Raum. Eine nimmt einen Teller, füllt ihn aus der gemeinsamen Schüssel mit Milch und Hirse und reicht ihn mir hin. Ich trete einen Schritt vor. hänge das Gewehr auf die Schulter und esse. Die Zeit scheint stillzustehen. Die russischen Soldaten schauen mich an. Die Frauen schauen mich an. Die Kinder schauen mich an. Niemand sagt ein Wort. Nur das Geräusch meines Löffels im Teller ist zu hören. Bei jedem Schluck. den ich nehme. „Spasiba“, sage ich, wie ich zu Ende bin. Und die Frau nimmt mir den leeren Teller aus den Händen. Die russischen Soldaten sehen mich hinausgehen und rühren sich nicht von der Stelle. Im Vorraum stehen Bienenkörbe. Die Frau, die mir die Suppe gegeben hatte, Der Hollywood-Regisseur William Dieterle hat der„Gesellschaft der Freunde von Bayreuth“ einen Scheck in Höhe von 50 000 Mark überwiesen. Durch diese Spende will Dieterle die Unterstützung der Gesellschaft bei den Aufnahmen für seinen Wagner-Film„Feuerzauber“ in Bayreuth anerkennen. Die Kirchenkonferenz der Evangelischen Kirche in Deutschland, in der die Kirchenleitungen aller Landeskirchen vertreten sind, trat im Stoecker-Stift in Berlin-Weißensee (Sowjetsektor) zu einer Sitzung zusammen. Auf der umfangreichen Tagesordnung der Konferenz steht u. a. die Vorbereitung der im März 1955 stattfindenden nächsten gesamtdeutschen Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland. Einundfünfzig der insgesamt 700 Zeichnungen, Bilder und Kunstgegenstände, die das Dortmunder Auslandsinstitut in einer Kunstausstellung europäischer Gymnasien vom 19. Oktober bis 21. November ausstellt, wurden prämiiert. Jedes der an der Ausstellung teilnehmenden 17 europäischen Länder erhielt drei Preise. Die Arbeiten sind von Gymnasiasten im Alter von zehn bis zwanzig Jahren während ihres Kunstunterrichtes angefertigt worden. Der von der Stadt Braunschweig im vorigen Jahr gestiftete„Ludwig- Spohr- Preis“ zur Förderung des zeitgenössischen Musikschaffens wurde in Braunschweig anläßlich der„Festlichen Tage neuer Kammermusik 1954“ dem Komponisten Wolfgang Fortner verliehen. O. E. Hasse, der die Hauptrolle in dem neuen Fama-Film„Canaris“ spielt, ist von dem englischen Filmproduzenten Arthur Rank für den Film„Above us the Waves“(Über uns die Wellen) verpflichtet worden. Das„Archiv für Arbeiterdichtung und soziale Dichtung“ in Dortmund stellte im Rahmen der Dortmunder Hochschulwoche Dunkle Sterne/ Von Fritz Müller-Partenkirchen In der Schule ward’s uns vorgerechnet: der Radius der Planetenbahn bestreicht in gleichen Zeiten gleiche Flächen, und zwischen Massen, Schwerkraft und Distanzen herrschen die und die Gesetze. Selber Männer geworden, haben wir es später nachgerechnet und es dem lieben Gott im Dienstbuch schriftlich abgestempelt: es stimmt— rolle weiter. Welt. Zufrieden stolperten wir von da ab über die berechnete und geprüfte Erde, mit der Erde um die Sonne, mit der Sonne um— Halt, was wüßtest du von Sonnen unter sich? Nichts. Es sei denn aus der letzten Zeit die stirnrunzeinde Entdeckung: die Sonnenbahnen scheinen nicht zu stimmen. Aber woran liegt es? Ist es der Finger Gottes, der sie Kinderkreiseln gleich an Schnüren laufen läßt, so alt und zittrig geworden? Oder liegt der Fehler unterm eignen selbstgerechten Schädeldach? Das eine nicht und nicht das andre. Gott blieb gleich und unser Hirn intakt. Aber die dunklen Sonnen hatten wir vergessen. Nur die Glitzersterne bannten unsern Blick. Was wir nicht sahen, hielten wir für nicht vorhanden. Nicht die vordringlichen Glitzersterne, nein, die dunklen Sterne regieren die Welt. Einmal, lang ist's her, war eine Entscheidung zu fällen. Ja oder nein in einem Telegramm. Es war bestimmend für mein Leben. Überleg dir’s, hieß es, überleg dir's gut! Alle Sonnen des Verstandes müßten spielen, hieß es, aufgeschrieben müßten werden alle Gründe für und gegen. Noch weiter ging ich selber— Gründe muß man wägen, nicht nur zählen— den Gründen für und wider hing ich Kilogrammgewichte an, strich aus, verbesserte, wog wieder: nein, überwog. Noch eine Schlafnacht legte ich dazwischen, denn am andern Morgen stellt sich einer Waage Zunge oftmals anders. Diesmal nicht. Unerbittlich logisch wies sie auf das Nein. Zehnmal überwog es. Jetzt war’s klar. Ich gehe aufs Telegrafenamt. Ich sehe das weiße Formular auf roter Unterlage noch wie heute. Rasch die Aufschrift. Nun das Nein— jemand auf der anderen Seite des Schreibpults schüttete Streusand auf sein Telegramm. Ein Lastauto polterte draußen langsam vorbei. Alles zitterte. Der Streusand zitterte mit. Die dunklen Körner fingen an zu kreisen, schicksalsträchtig. Dunkle Sonnen, dachte ich, o dunkle Sonnen.. Mechanisch hatte ich das Telegramm am Schalter abgegeben. Den Beamten sah ich Bleistiftstriche unter die Wörter setzen. So traumhaft kam mir alles vor. War der Bleistift nicht ein dunkler Arm. der aus Sonnenweiten herangriff ans Getriebe meines Werktags? Der an den Hebeln der Depesche rückte— um Gotteswillen stand nicht groß und deutlich ja auf meinem Telegramm? Ich hatte ja geschrieben, ohne es zu wissen. Rufen wollte ich: „Ich habe mich verschrieben, her mit der Depesche!“ Ich mußte meinen Hintermann gestoßen haben. Ungeduldig wies er auf die lange Anstellreihe:„Bitte, rasch, ie meinen wohl, wir hätten unsre Zeit gestohlen.. Die Arme sanken mir. Ich schwieg. Dunkle Sonnen kreisten. Das Ja ging fort... Es war richtig. Das Nein damals hätte mein Leben vernichtet. Cus Finsternis kommt Licht Wer hätte das vermeint! Aus Finsternis kommts Licht, Das Leben aus dem Tod, das Etwas aus dem Nicht. * Der Seelen Morgenröt ist Gott in dieser Zeit Ihr Mittag wird er sein im Stand der Herrlichkeit. * Christ, schätze dir die Reis' in Himmel nicht so weit, Der ganze Weg hinein ist keines Schrittes breit. * Der Tod bewegt mich nicht, ich komme nur durch ihn Wo ich schon nach dem Geist mit dem Gemüte bin. * Die Seel ist eine Flamm, aus Gott, dem Blitz, gegangen; Ach, sollte sie dann nicht in ihn zurückgelangen? Angelus Silesias zum ersten Male nach dem Kriege rund dreihundert Werke von Arbeiterdichtern und Schriftstellern aus. Die Ausstellung umfaßt auch wissenschaftliche Abhandlungen, Zeitschriften und Kommentare über Arbeiterdichtung. In den kommenden Jahren werden wir alle entdecken, daß wir entweder lernen müssen, die Lebensgesetze zu erkennen und in Übereinstimmung mit ihnen zu leben, oder daß durch ihre Unkenntnis unsere Mißgeschickeh vermehren werden, bis sie schließlich durch ihre Häufung die menschliche Kultur zerstören— ja sogar die Menschheit selbst. Pearse-Crocker. ... drum sie verflucht der Krieg verflucht das Werk der Waffen Li— Tai mit diesem Wahn zu schaffen. Es hat der Weise nichts Pe Der Urlaub vom Tod/ Von F. G. Jürgen Morgens war der Feldwebel Brundin zum Rapport in den Unterstand des Kompanieführers gekommen. Die täglichen Geschäfte der Kompanie wurden abgetan. Nichts von Belang war in den Sachen, mit denen er an diesem Morgen kam, doch schien Went, dem Kompanieführer, wenn er den Feldwebel betrachtete, daß er mißgestimmt war. Er kommt mit der Sprache nicht heraus, dachte er. Irgend etwas Widriges kommt noch.—„Ist das alles?“ fragte er.„Alles.“ Doch der Feldwebel ging nicht und sagte:„Gestern nacht um elf Uhr dreißig ist der Zugführer Lenz von seinem Urlaub zurückgekommen.“ Went, schon mit etwas anderem beschäftigt, murmelte:„Er hat sich bei mir noch nicht zurückgemeldet“, fand dann aber die genaue Zeitangabe merkwürdig und sah den Feldwebel fragend an.— „Um elf Uhr dreißig?“—„Lenz hat seinen Urlaub um einen ganzen Tag überschritten.“—„Wo ist er?“—„Er wartet schon vor dem Unterstand.“—„Lassen Sie ihn hereinkommen.“ Lenz war sogleich hereingekommen, sauber rasiert, in sauberer, adretter Uniform. Frische, die mit seinem Wesen zu sammenhing, ging von ihm aus. Er meldete sich vom Urlaub zurück. „Haben Sie geheiratet?“ fragte ihn Went. —„Jawohl, Herr Hauptmann.“—„Meine Glückwünsche. Wie kommt es, daß Sie Ihren Urlaub um einen Tag überschritten haben?“— Der Zugführer blieb stumm. —„Haben Sie eine Bestätigung, die Ihre Verspätung erklärt?“—„Nein, Herr Hauptmann.“—„Keine Bestätigung? Und mit einem Urlaubsschein, der ungültig ist, sind Sie unbehindert durch Bahnsperren, Zugkontrollen und Feldgendarmerie gekommen? Zeigen Sie mir Ihren Urlaubsschein.“ Lenz zog den Urlaubsschein hervor, Went ging nahe an die Kiste heran, die ihm als Tisch diente. Auf ihr brannten, in Flaschenhälsen, zwei Stearinkerzen. Er hielt den Schein gegen das Licht und erkannte die Fälschung. Der Urlaubsschein war geschickt um einen Tag vordatiert worden, „Sind Sie verrückt geworden, Lenz“, sagte er aufblickend.„Ist das von Ihnen?“ —„Von mir, Herr Hauptmann.“—„Nicht nur überschreiten Sie Ihren Urlaub, Sie fälschen auch Ihren Urlaubsschein. Wissen Sie, was darauf stelit, was das Sie kostet? Und das alles wegen eines Tages?“ Lenz schwieg. Went, der den Zugführer betrachtete, sah, daß er zitterte. Starr stand er da, wie eingefroren. Vielleicht hielt er sich nur deshalb so straff, um das Zittern zu verbergen, das ihn überkam.—„Sprechen Sie endlich“, sagte Went.—„Ich fürchte“, sagte Lenz,„daß der Grund, den ich angeben kann, nicht ernstgenommen wird.“— „Es wird sich zeigen. An Ihrer Sache ist nichts Lächerliches.“ „Ich bin“, begann Lenz jetzt,„mit der festen Absicht fortgefahren, rechtzeitig zurückzukehren. Die Trauung fand gleich nach meiner Ankunft in Wien statt. Am Tage vor meiner Rückfahrt ging ich, um ganz sicher zu sein, auf den Bahnhof und erkundigte mich nach der Abfahrtszeit der Züge. Abends war ich mit meiner Frau in der Stadt. Ich schlief mit dem Vorsatz ein, die Stadt am Nachmittag des nächsten Tages zu verlassen, genau um viertel vier. Daß ich nicht abfuhr. hängt Zum Volkstrauertag mit dem Traum zusammen, den ich in der Nacht hatte.“ „Mit einem Traum?“ fragte Went verwundert.—„Mir träumte, daß ich mich auf dem Westhang des Kastelivrch befand, daß ich im Schneetreiben den Berg anstieg und zu einer Stelle kam, die ich genau bezeichnen kann; sie liegt am Knick, den der Drahtverhau dort nach Nordwesten macht. Dort sah ich, auf dem Schnee liegend, einen Mann, der offenbar soeben gefallen war, neben ihm stehend einen anderen Mann, dessen Gesicht ich nicht erkannte. Ich ging auf ihn zu und fragte:„Wer ist gefallen? Er wandte sich zu mir und antwortete:„Der Zugführer Lenz.' Das muß, dachte ich, ein Irrtum sein und fragte weiter:„Wann ist er denn gefallen?“, worauf der Unbekannte antwortete: ,Eben jetzt, einen Tag nach seinem Urlaub“.“—„Was geschah weiter?“ —„Ich ging am Morgen in ein kleines Café, in dem ich den Urlaubsschein fälschte. Am nächsten Tage fuhr ich zurück.“ „Gehen Sie an Ihren Dienst, Lenz. Ich werde über Ihre Sache noch nachdenken.“ Lenz ging hinaus, und Went, dem Feldwebel einen Blick zuwerfend, bemerkte: „Was halten Sie von Träumen?“— Brundin zuckte die Achseln und sagte:„Wenn die Sache vor ein Kriegsgericht käme, würde sie durch den Traum nicht besser werden.“—„Das läßt sich hören“, sagte Went und näherte sich mit dem Urlaubsschein wieder dem Kerzenlicht.—„Wer es nicht weiß, der sieht's nicht“, sagte er. Dann, nachdem er den Schein wie einen Fidibus gefaltet hatte, hielt er ihn in die Flamme hinein.—„Ist Ihnen nicht aufgefallen, Brundin“, sagte er dann,„daß das alles Unsinn ist, was Lenz getan hat? Welches Datum haben wir heute?“— „Den dritten Februar.“—„Am ersten Februar lief sein Urlaub ab, am zweiten kam er zurück. Ist dieser zweite Februar als Urlaubstag anzusehen? Verstehen Sie, was ich meine?“—„Jawohl, Herr Hauptmann.“—„Auch eir. überschrittener Urlaub ist Urlaub. Ist es so?“—„Ohne Frage, doch scheint mir“— hier lächelte Brundin—,„daß ein Unterschied da ist.“ —„Welcher?“—„Ein Tag ist gewonnen.“ Es war der Tag vor dem Angriff der Russen. Lenz fiel in der ersten Dämmerung am Westhang. Der Traum hatte nicht getrogen, und auch die Stelle, die ihm bezeichnet worden war, mochte die gleiche sein. Als Went, auf die Nachricht vom Tode des Zugführers hin, herbeieilte, im eisigen Wind, der Schneeflocken mittrug, hing das dumpfe, rollende Feuer der russischen Artillerie über dem Berg. Der Tote lag unentstellt und mit friedlichem Gesicht im Schnee. Malnüng, Besinnüng, Bekenntnis „Wir wollen vergeben, was von Menschen vergeben werden kann“, sagte ein Arzt, der am 29. November 1944 in seinem kleinen Keller die furchtbaren Folgen eines Volltreffers erlebte, wobei er seine Frau und seine Tochter verlor,„wir wollen vergeben, wir wollen aber nicht vergessen. Keiner, der diesen Krieg gegen das Herz der Heimat, gegen unsere Frauen und Kinder und gegen die abendländische Kultur miterlebt hat, kann und darf vergessen. Welchen anderen Sinn könnten die namenlosen Opfer an Gut und Blut denn haben als den, daß wir wacher und ehrfürchtiger, der Verantwortung tiefer bewußt unser Vaterland lieben, daß wir klüger haushalten und wirtschaften, vorsichtiger vertrauen und wagen und hinter dem Schein der Dinge und Werte immer das stillere Sein, im Antlitz der irdischen Heimat aber das der ewigen suchen und heilig halten und verehren?“ * „Ich habe den Untergang Dresdens unter den Sodom- und Gomorra-Höllen der feindlichen Flugzeuge persönlich erlebt... Ich stehe am Ausgangstor des Lebens und beneide alle meine toten Geisteskameraden, denen dieses Erlebnis erspart geblieben ist.— Ich weine. Man stoße sich nicht an dem Wort weinen; die größten Helden des Altertums, darunter Perikles, haben sich seiner nicht geschämt... Ich bin nahezu dreiundachtzig Jahre alt und stehe mit einem Vermachtnis vor Gott, das leider machtlos ist und nur aus dem Herzen kommt: Es ist die Bitte, Gott môge die Menschen mehr lieben, läutern und klären zu ihrem Heil, als bisher.“ (Gerhard Hauptmann im März 1945) * „Darum ist es gut, ja, es ist eine heilige Notwendigkeit, daß. jedes Jahr dieser Volkstrauertag gehalten wird, weil wir Menschen allzu schnell vergessen und uns in eine falsche Sicherheit wiegen. Hat man nicht den Eindruck, daß die Menschheit schon wieder auf dem Vulkane tanzt, daß die Spannungen in der Welt zunehmen und daß es eines Tages nur wieder eines Funkens bedürfen wird, um diesen Erdball wieder in Brand zu setzen? Sollten die Völker denn niemals lernen aus den Katastrophen, die sie immer von neuer an den Rand des Abgrunds bringen, bis es einmal wirklich zu spät ist? Darum müssen eben die Toten aufstehen, diese Gespensterheere der Millionen, und müssen uns Lebende mahnen, immer wieder mahnen, ja uns beschwören, daß wir aus ihrem Schicksal lernen und ihr Opfer so ehren, daß etwas Neues. Lebendiges, Segenbringendes daraus hervorgeht! Deshalb müssen wir heute die Wunden wieder aufreißen und die Stimmen der Toten in Ehrfurcht hören und uns erinnern, was gewesen ist, damit wir uns im Innersten wandeln und eine Zukunft bauen, die vor diesen stummen Anklägern bestehen kann!“ (Domprediger Maurus Gerner-Beuerle am Volkstrauertag 1953) In einer kleinen Stadt in Mitteldeutschland, jenseits der widernatürlichen Grenze zwischen den Deutschen, hat das Kriegerdenkmal die Wirren um und nach 1945 überstanden. Seine Inschriften allerdings sind herausgemeißelt und die Kupfertafeln mit den Namen der Gefallenen brutal entfernt. Aber was bedeutet das?— Wenn man nämlich'genauer hinsieht, erkennt man, in den Stein geritzt mit steilen Schriftzügen offenbar von Kinderhand geschrieben die Worte: Ich hab' Euch lieb! Ganz schlichte Worte— aber was bedeuten sie.! VEREINIGTE STAATEN Portorikaner erobern Neuyork Von Harlem die Fifth Avenue hinunter-— Elendsquartiere am Rande der Luxusviertel England liebt die Tradition: Eine kleine Truppe bespannterArtillerie hat die Aufgabe, bei festlichen Anlässen aus den acht Dreizehn-Pfündern im Hyde-Park (London) die Salutschüsse abzufeuern. AUSTRALIEN Gefährliche Känguruhs Riesenkänguruhs entführten Eingeborenenkinder— Fleischfressende „Zweibeutler“ Melbourne.— Vor der australischen Presse in Melbourne führte der eben von einer Expedition nach Neuguinea zurückgekehrte Forscher Prof. Hansham zwei gefangene Zweibeutel-Känguruhs vor, eine bisher unbekannte Abart der Känguruhrasse. Ihre Größe liegt zwischen den kleineren Springbeutlern Australiens und den in sitzendem Zustand bis zu zwei Meter großen Riesenkänguruhs Neuguineas. Sie haben auf dem Rücken einen zweiten Beutel, wo sie entweder Fleischnahrung oder männliche, Jungtiere unterbringen. Während alle bisher bekannten Känguruharten grundsätzlich Pflanzenfresser sind, hat das Zweibeutelkänguruh ein reißendes Gebiß und muß als springendes Raubtier angesehen werden, das sich fast nur von Beutetieren ernährt. „Ähnlich dem Bärenkänguruh erklettert das Zweibeutelkänguruh gern Bäume, um sich springend auf kleine und mittlere Tiere des Dschungels zu stürzen und ihnen dann die Kehle durchzubeißen“, erklärte Prof. Hansham.„Die Bewohner Neuguineas fürchten das fleischfressende Känguruh mehr als Raubkatzen, die dort in sieben oder acht Arten auftreten. In Bedrängnis schreckt das Zweibeutelkänguruh nicht davor turück, Menschen anzuspringen und kann sehr gefährlich werden.“ Aber auch das an sich harmlose Riesenmm Russische Riesen-Zementöfen Zur Befriedigung des ständig wachsenden Bedarfs an Zement in der UdSSR wurden umfangreiche Arbeiten zur Vervollkommnung und Rekonstruktion bestehender Zementfabriken durchgeführt. Diese Anlagen sind gegenwärtig mit mächtigen rotierenden Öfen in einer Länge bis zu 150 Meter ausgerüstet. Wie diese Öfen selbst, so ist auch ihr Hilfsmechanismus für Distanzführung eingerichtet, die maschinelle Installierung für die automatische Kontrolle des Arbeitsablaufes, der bei Temperaturen von 1450 bis 1500 Grad vor sich geht, entsprechend vervollkommnet worden. Die Leistungsfähigkeit solcher rotierenden Öfen beträgt 25 Tonnen Zement und mehr je Stunde. Der allerneuste Typ dieses Ofens wurde kürzlich gelegentlich der Rekonstruktion der Woßkresensker Fabrik„Gigant“ geschaffen. Dieser Ofen weist eine wesentliche Verbreiterung der Vorbereitungszone mit einem Durchmesser von 4,5 Metern auf sowie ein besonderes Schließsystem für die Kühlung in der Zone der höchsten Temperaturen(„Wasserhemd“). Das Gewicht dieses rotierenden Öfens übersteigt 1200 Tonnen. Der Ofen ist mit Vorrichtungen versehen, die die automatische Speisung mit Rohmaterial besorgen. Alle Mechanismen für die Lenkung und für die Kontroll- und Meßapparate sind am Schaltbrett des Maschinisten konzentriert. INDIEN känguruh macht den Ureinwohnern Neuguineas Sorge. Es hat bereits zahlreiche Kinder von Eingeborenen in seinem großen Beutel entführt, sie irgendwo ausgesetzt, daß sie verhungerten. Es ist schwer, ein Riesenkänguruh zu verfolgen, das infolge seiner Größe über eine gewaltige Springkraft verfügt und seine Nachsteller bald hinter sich läßt. Prof. Hansham will an die Großstaaten appellieren, etwas gegen die Känguruhplage auf Neuguinea zu tun. NORWEGEN Neuyork.— Nacht für Nacht patrouillieren Polizeistreifen durch das portorikanische Viertel von Neuyork. Streifenwagen sind niemals weit entfernt von diesen Slums, die in jeder Woche einmal durchgekämmt werden. Allein an einem Tag hat man hier in großangelegten Razzien 90 Personen verhaftet. Es gibt etwa 400 000 Portorikaner in Neuyork, und sie breiten sich über immer weitere Stadtteile aus— im Gegensatz zu den Negern, die in Harlem bleiben. Das von den Portorikanern„besetzte“, kaum bekannte Stück der Park-Avenue beginnt an der 96. Straße und zieht sich gen Norden bis nach Harlem und Bronx hin. Eben spaziert man noch an hochvornehmen Wohnhäusern vorbei, vor denen livrierte Portiers die Hündchen ihrer Herrinnen auf die Straße führen, und gleich darauf steht man zwischen schäbigen Mietshäusern mit grauenhaften Wohnungen, zwischen Hütten, zweifelhaften Läden, übelriechenden Märkten und sehr viel Schmutz. Nationalismus halb so schlimm Seitdem im Kongreß die Pistolenschüsse fielen und die Portorikaner die Schlagzeilen der Zeitungen beherrschen, bin ich mehrere Male durch die Wohnviertel dieser exotischen Menschen gewandert. Hier war es, wo das Komplott ausgebrütet wurde, hier geschehen die meisten Verbrechen Neuyorks. Ich will damit nicht die Portorikaner zu Verbrechern stempeln oder ihnen sonst einen unverdienten Ruf verleihen. Unter 10 000 von ihnen findet man kaum einen fanatischen Nationalisten, aber die Lebensbedingungen sind hier für viele so entsetzlich, daß der Schritt zum Verbrechen nicht schwerfällt. In den Straßen sieht man große Schilder mit der Aufschrift:„Keine Abfälle auf die Straße werfen!“ Unordnung und Schmutz, wohin man sieht. Dunkelhäutige Frauen sitzen auf Treppenstufen und saugen gelangweilt an ihren Zigaretten. Kinder spielen auf dem Fahrdamm; wenn ein Auto Wo Hering und Guttempler herrschen Aalesunds Stadtpatron ist Wilhelm II.— Hafen ohne Kneipen Aalesund.— Wie ein alpines Cuxhaven liegt hier die Hauptstadt der norwegischen Fischerei, umringt von den Gipfeln einer halb im Özean versunkenen Gebirgswelt. Und was man zuerst von Aalesund erfährt, ist dies: Die Stadt lebt nicht vom Aal, sondern vom Hering, sie wird beherrscht von den Guttemplern, und der Name Kaiser Wilhelms wird so hoch in Ehren gehalten wie der eines Schutzpatrons. Öslos Kaiser-Wilhelm-Höhe heißt heute Holmenkolweg, Bergens berühmte Tyske Brygge nur noch„Brygge“, doch die Aalesunder hielten„ihrem“ Kaiser über Krieg und Okkupation hinaus die Treue. Wie mit einer glühenden Nadel wurde ihre Stadt von der Landkarte gebrannt, als vor genau einem halben Jahrhundert eine Feuersbrunst durch die eng zusammengepreßten Holzhäuser stürmte. Der schnellste und großzügigste Helfer war Kaiser Wilhelm II., dessen Denkmal seit 1910 die wiedererstandene Stadt schmückt.„Der Kaiser ist der populärste Ausländer aller Zeiten!“ versichert mir ein junger Fischer. Aalesunds Hauptstraße heißt selbstverständlich„Kaiser-Wilhelm-Gate“. Vielleicht liegt es an dem großen Brand, daß es in dieser properen Stadt nirgends auch nur ein Tüpfelchen von Slum gibt, nirgends Reste einer Armut aus vorwohlfahrtsstaatlicher Zeit. Wer in dieser Stadt der Fischer und Eismeerjäger nach einer gemütlichen Hafenkneipe sucht, in der herrliche Garne über dem dampfenden Grog gesponnen werden, dem sei gleich gesagt: das gibt es nicht in Aalesund. Und die Gastronomen sollen wissen, daß auch die goldene Regel„Fisch muß schwimmen!“ hier nicht gilt— es sei denn, daß sie ihm Milch oder Selterwasser als neues Element zumuten wollen. Rings um die mächtige Markthalle erstreckt sich unter flatternden Wimpeln das Gelände der ersten Fischereimesse Norwegens. Gleich nach dem Eingang scheiden sich die Geister, denn in der Straße der Kuttermotoren verweilen nur die Fachleute. Das Laienvolk steht vor dem Aquarium oder schlendert zum Fischereihistorischen Museum, zur Fischprobenküche, falls die Proben dieses Tages nicht bereits verzehrt sind, oder zu der Netze knüpfenden Nixe. Sie könnte Solveig heißen, so blond ist sie und schön, aber mit der Romantik ist es nicht weit her. Denn erstens knüpft sie nicht selbst, sondern drückt nur auf einen Hebel, worauf es tausendmaschig aus der Maschine quillt. Und zweitens hat sie es mit ihren Netzen wirklich nur auf die Bewohner der Tiefe abgesehen. Auch die Freunde des Seeangelsports reißen die Augen auf. Denn diese Angel appelliert nicht nur an die Gefräßigkeit des Dorsches, sondern auch an seinen fast sprichwörtlichen Futterneid. Am Ende der Hauptleine ist eine künstliche Krake mit leuchtend roten Fangarmen befestigt, die Seitenschnüre oberhalb führen rote Krebsköder. Wird nun die Leine durchs Wasser gezogen, dann sieht es so aus, als verfolge die Krake die Krebse— und dann gibt es für die Dorsche kein Halten mehr. Die mittelgroßen schnappen der Krake die Beute weg, und die Schwergewichtler stürzen sich auf den Verfolger— und bleiben an ihm hängen. Der Erfinder des Gerätes, Asbjörn Hörgaard, begann vor einigen Jahren in seinem Schlafzimmer mit der Herstellung künstlicher Köder. Aus dem Hobby entwickelte sich der größte Angelfischereibetrieb seines Landes, und er wird im Herbst als einziger Norweger auf der Jagdund Fischerei-Ausstellung in Düsseldorf vertreten sein. kommt, springen sie kreischend zur Seite. Die Männer sind klein und bärtig. Sie tragen lange weiße Jacken, enge Hosen und kühne Krawatten, Gestikulierend stehen diese exotischen Gestalten an den Ecken herum. Sie sind die Dandys und HalbweltCasanovas. Im Dunkeln traut man ihnen nicht recht über den Weg. Neger im Rückzugsgefecht Es ist klar, daß etwas getan werden muß, um den Portorikanern zu helfen. Die Stadtverwaltung hat unzureichende Versuche gemacht. Es gibt heute mehr Portorikaner in Neuyork als in San Juan, der Hauptstadt von Portoriko. Amtlich werden sie in den USA als Weiße registriert, obwohl allein 60 000 der portorikanischen Bürger Neuyorks farbig sind und weitere 150 000 Mischblut in den Adern haben. Diese „Pseudo-Weißen“ haben schon manchen Streit mit den„echten“ Negern gehabt, denen sie langsam ihre Heimstätten zu nehmen beginnen. Von Ost-Harlem aus, wo die Portorikaner ursprünglich hausten, sind sie jetzt in die obere Park-Avenue und Fifth Avenue eingesickert und verbreiten sich jetzt schon über Central Park West. Es ist nur eine Frage der Zeit, dann werden sie weiter zur Stadtmitte vorgedrungen sein. Die Bewohner der Luxusviertel sagen jetzt schon besorgt:„Die Portorikaner sind nur noch zwei Bushaltestellen von uns entfernt.“ Dabei scheinen sich nur wenige der Portorikaner, mit denen ich gesprochen habe, hier wohlzufühlen. Das Neuyorker Winterklima ist ihnen zu kalt, sie fühlen sich durch die enormen Mieten ausgebeutet (das stimmt), und sie glauben sich auch rassisch diskriminiert, was auch nicht unrichtig ist.„Zu Hause ist es besser“, sagen sie, und damit meinen sie ihre tropische Insel. Problem Arbeitslosigkeit Zehntausende von ihnen kehren verbittert und enttäuscht nach Portoriko zurück, aber immer noch gibt es Tausende, die nach Neuyork hineinströmen und ihr Glück in den Slums von Manhattan zu machen hoffen. Es gibt einige gutsituierte Portorikaner, die schon lange hier sind und sich ein Vermögen geschaffen haben. Etliche haben auch ein bescheidenes Einkommen, Aber die meisten leben in Not und Elend. Etwa zehn Prozent der Portorikaner Neuyorks leben von staatlicher Unterstützung; sie kosten dem Steuerzahler jährlich 15 Millionen Dollar. Es sieht so aus, als habe die Stadt mit diesem Problem noch recht lange zu kämpfen. Don Iddon. PAKISTAN BUNTE WELT Wiege für Erwachsene Philadelphia.— Der amerikanische Professor C. MacCloy hat endlich die Erfindung gemacht, auf die die Ehegatten notorischer Schnarcher seit Adams Zeiten warten. Garantiert stumm, wie ein Fisch, schläft der hartnäckige Schnarcher in Prof. MacCloys Erwachsenenwiege, die durch elektrische Impulse die ganze Nacht über geschaukelt wird. Schönheit als Plage Neuyork.— Bei einer Gallupumfrage kam es heraus, daß Männer im allgemeinen Furcht vor schönen Frauen haben, weil sie sich einbilden, sie seien zu anspruchsvoll und verbrauchten zu viel Geld. Alle befragten Fotomodelle und Schauspielerinnen beklagten sich darüber, daß sie einsam leben müßten, nur weil sie im Ruf stünden, kostspielige Wünsche zu haben.„s ist nicht wahr, das ist alles Einbildung“, klagten die Schönen. Sind sie aber verheiratet, so stört ihr brillantes Aussehen die Ehe, weil sich zu viele Verehrer und Bewunderer einstellen, wodurch der Ehemann verstimmt wird. Grausame Eltern Bourges.— Abgemagert bis zum Skelett taumelte der vierjährige Gerard Joubet aus der d' Aubiguy-sur-Nère im Garten seiner Eltern hin und her und stopfte sich Gras und Blumen in den Mund. Eine Nachbarin sah das Kind, das seit einem Jahr verschwunden war. Sie verständigte die Gendarmerie. Das Ehepaar Joubert hat den kleinen Jungen ein Jahr lang eingesperrt und wie ein nutzloses Tier gehalten. KleinGerard hat vier Geschwister. Schlechter Lohn Exeter.— Nicht immer wird eine gute Tat so belohnt wie sie es verdient. Der 9jährige John Perry nahm zwei Jungen einen noch nicht flüggen Vogel weg, den sie aus einem Nest genommen hatten. Der kleine John stieg auf den Baum und setzte das Tierchen zurück in das Nest. Plötzlich brach der Ast, auf dem der Junge stand. John stürzte ab. Mit einer schweren Gehirnerschütterung wurde der kleine Tierfreund ins Krankenhaus geschafft. Ewiges Wochenende London.— George Petahey wollte mit seiner Frau zum Wochenende an den Strand von Portsmouth fahren. Auf dem Bahnhof merkte George, daß er die Fahrkarten vergessen hatte. Er lief nach Hause, holte sie, kam keuchend zum Bahnhof gerannt, fiel um und war tot. Das„Lebenselixier” der Hunzas Himalaja-Expedition besucht das„Volk ohne Krankheiten“ Auf den Spuren eines biologischen Wunders Die deutsch-österreichische HimalajaKarakorum-Expedition unter Leitung von Mathias Rebitsch hat es nicht nur auf einige noch unerforschte Siebentausender in Zentralasien abgesehen, sondern will auch die Hunzas, das„Volk ohne Krankheiten“, besuchen. Es lebt in einem weltabgeschiedenen Felstal des Hochgebirges, wo Afghanistan, Pakistan und China zusammentreffen. Dort scheinen rund 25 000 Hunzas, die Nachkommen von Kriegern Alexanders des Großen sein sollen, das Geheimnis ewiger Jugend gefunden zu haben. Jedenfalls gibt es in diesem Tal, das nur zu Pferde auf schmalen Hochgebirgspfaden an abgrundtiefen Schluchten entlang zu erreichen ist, mehr Hundertjährige, kerngesunde Urgroßmütter und-väter, als in irgendeinem anderen Lande der Welt. Ärzte müßten dort glatt verhungern, da die Hunzas unsere modernen Zivilisationskrankheiten, wie Krebs, Magenleiden und Zahnfäule, überhaupt nicht kennen. Die alltägliche Todesart ist SCHWEDEN „Universität” für Chefportiers In Schweden eröffnet— Vierjähriges Studium als„wandelndes Lexikon“ Indische Witwe auf dem Scheiterhaufen Die erste Witwenverbrennung seit Jahren In Indien ereignete sich dieser Tage nach langer Zeit wieder ein Fall von„Sati“ (Selbstaufopferung) einer Witwe. Eine 18jährige Witwe ließ sich zusammen mit dem Leichnam ihres Mannes verbrennen, um des Gatten Seelenfrieden zu sichern. Vater und Schwager der jungen Frau wurden verhaftet. Die Engländer haben in Indien jahrzehntelang einen erbitterten Kampf gegen die Barbarei der Witwenverbrennung geführt. Im Jahre 1937 kam es in Agra zu schweren Unruhen, als die britische Polizei gegen eine vor einem Hindutempel stattfindende Witwenverbrennung einschritt. Die Frau stand in hellen Flammen, als die Polizei eintraf. Als Augenzeuge einer solchen Verbrennung schreibt der indische Journalist Shib Bose u. a.:„Eines Tages wurde mein Onkel schwer krank, als ich gerade bei ihm weilte. Nachdem er gestorben war, sah ich meine Tante, die ihn sehr geliebt hatte, sehr gefaßt, niemand ließ sie ihren Kummer merken. Es schien sogar, als habe die Trauer sie eitel gemacht, denn sie zog ihre schönsten Gewänder an, die sie als junges Mädchen getragen hatte, und putzte sich wie zu einem Feste. Die Nägel der Hände und Füße färbte sie mit dem Blut eines geschlachteten Öchsen. So angetan, hielt sie drei Tage und Nächte die Totenwache. Ganz versunken saß sie an der Bahre, und jetzt wußten alle: sie wollte ihrem Gatten in den Tod folgen. Die indische Frau, die dieses schreckliche Opfer bringt, glaubt, mit ihrem Freitod den Verstorbenen von allen Sünden zu reinigen und dann für immer mit ihm vereint zu sein.“ Stockholm. Der schwedische Hotelierverband hat eine Schule für Portiers eröffnet, deren Kurse vier Jahre dauern und die einen Besuch der üblichen Hotelfachschule voraussetzen. Das Unterrichtsprogramm ist umfangreich, unter anderem stehen sogar Kunst, Literatur, Geschichte und andere spezielle Fächer auf dem universitätsähnlichen Lehrplan. Ein Portier muß mit vielen Dingen vertraut sein, auf jede Frage eine Antwort wissen und nach Ansicht des Verbandes auch Debatten und Gespräche mit den Gästen führen können. Man verlangt von ihm, daß er sich im Pressewesen, Sport und in internationalen DAS MUSSEN SIE WISSEN Ein Chinese hat gewöhnlich drei Namen. Der erste ist sein Familienname, der zweite bezeichnet seine Generation und der dritte ist sein eigentlicher Name. Es gibt nicht zwei Chinesen, die die gleichen drei Namen in der gleichen Reihenfolge tragen. * Wenn in alten Zeiten Hungersnot in den Niederlanden herrschte, wurden alle Hunde geschlachtet, die eine bestimmte Größe überschritten oder nicht durch den„Hundering“ gingen, weil sie zu viel fraßen. Einen dieser alten eisernen„Hunderinge“ kann man an der„Alten Kirche“ in Amsterdam noch heute sehen. * Kasernen wurden erstmals in Rom zur Kaiserzeit für die Prätorianer, die kaiserlichen Leibgarden, errichtet. Der neuzeitliche Kasernenbau beginnt erst mit dem Aufkommen stehender Heere. 1680 entwarf der große französische Festungsbaumeister Marschall Vauban die ersten modernen Kasernen. * Das Schloß Alhambra bei Granada ist im Innern mit außerordentlich vielen Elfenbeinschnitzereien geschmückt. Man hat ausgerechnet, daß wenigstens 5000 Elefanten ihre Stoßzähne hergeben mußten, damit diese Schnitzwerke hergestellt werden konnten. Kursbüchern auskennt, sowie alle Eisenbahn-, Luft- und Schiffahrtsverbindungen im Kopf hat. Dazu kommen noch die Fremdsprachen. Wie der schwedische Hotelierverband erklärte, müsse ein guter Portier ein wandelndes Lexikon sein, wie ein englischer Aristokrat auftreten, Takt, Humor und Selbstbeherrschung besitzen. Selbst das diskrete Einstecken von Trinkgeldern wolle gelernt sein. Chefportiers großer Hotels verdienen oft so viel. daß Minister sie darum beneiden. In bekannten Pariser Häusern muß der Portier für seinen Posten sogar eine jährliche Pacht zahlen, die sehr hoch ist. Trotzdem bleibt der Gewinn beträchtlich und viele Chefportiers besitzen ein eigenes Haus und einen eigenen Wagen. Der Lavafluß von Savail Sydney.— Auf der Samoainsel Savaii gibt es einen vier Kilometer langen Fluß, der nicht Wasser, sondern glutflüssige Lava führt. Er entsprang 1905 bei dem Ausbruch des Montevanuvulkanes und ergießt sich seitdem mit ungebrochener Kraft ins Meer. Die„Quelle“ befindet sich im Kratertrichter, dessen Inhalt ununterbrochen in kreisender Bewegung ist. Wie ein Strudel drehen sich die Lavamassen, aus denen ab und zu weißglühende Geysirfontänen schießen, bis sie Abfluß in einem seitlichen Kraterschlund finden. Mit starkem Gefälle geht es unterirdisch bergab, auch der übrige Teil des Flusses bleibt dem Auge durch die erstarrten Lavamassen verborgen, unter denen er hinwegfließt. bei diesem glücklichen Naturvölkchen die Altersschwäche. Zur Sekte Aga Khans Das Land der Hunzas ist ein Fürstentum, das von dem Mir Mohammed Dschemal Khan regiert wird. Er wird dabei von zwölf Ratsmitgliedern unterstützt. Das geistliche Oberhaupt aber ist der lebensfrohe Aga Khan, da sich die Hunzas zur Sekte der Ismaeliten bekennen. Soldaten gibt es nicht in dem Ländchen, auch zahlt man dort nur wenig Steuern, obwohl die Schulbildung auf einer verhältnismäßig hohen Stufe steht und zwischen den einzelnen Dörfern sogar Telefonverbindung vorhanden ist. Wenn sich ein Gemeinderat über irgendwelche Probleme nicht einigen kann, ruft der betreffende Bürgermeister einfach den Mir fernmündlich als Schiedsrichter an. Über die Ursachen der Krankheitsfestigkeit und Langlebigkeit der Hunzas, die sich hauptsächlich von ihren Gemüsegärten, Obstplantagen und Viehherden ernähren, haben sich schon die bedeutendsten Gelehrten die Köpfe zerbrochen. Wahrscheinlich ist ihre„ewige Jugend“ auf den regelmäßigen Genuß von Aprikosen und Gerste zurückzuführen. Fleisch kommt bei den Hunzas nur ganz selten auf den Tisch; auch vermeiden sie scharf gesalzene Speisen. Dagegen verachten diese naturverbundenen Hochgebirgsbewohner keineswegs einen guten Schluck Wein. Dazu kommt die ständige Arbeit in der frischen Luft. Ein friedliches Völkchen Die deutsch-österreichische HimalajaKarakorum-Expedition hofft durch ernährungsphysiologische Untersuchungen die Ursachen der unerschütterlichen Gesundheit und Langlebigkeit der Hunzas feststellen zu können. Man will sich hierzu über drei Monate lang in ihrem Lande aufhalten und dabei von der Pflanzenkost der Eingeborenen leben. Andererseits sollen jedoch einige Hunzaträger an unsere gomischte Zivilisationsnahrung gewöhnt werden, damit man an ihnen deren Wirkungen auf den Körperhaushalt studieren kann. Der Expeditionsarzt Dr. Paul Bernett hat mehrere Handmühlen mitgenommen, damit sich die Bergsteiger ihr Getreide selbst schroten können. Aus der Art der Körnerzubereitung, wie sie bei den Hunzas üblich ist, hofft man gewisse Rückschlüsse auf die Natur ihres„Lebenselixiers“ ziehen zu können. Trotz ihrer kriegerischen Vergangenheit sind diese Hochgebirgssöhne heute das friedlichste Völkchen, das man sich vorstellen kann. Sie hoffen, daß die Abgeschlossenheit ihres Landes und sein Mangel an Bodenschätzen oder sonstigen Reichtümern sie davor bewahren wird, früher oder später unter fremde Herrschaft zu geraten. Seine exponierte Grenzlage im Himalajagebiet läßt dies allerdings nicht als unbedingt sicher erscheinen. Die Regierung von Pakistan wacht darüber, daß das kleine Paradies der Hunzas nicht von neugierigen Fremden oder Spionen überschwemmt wird. Weitere VdK-Siedlung im Bau Sechs Einfamillenhäuser werden auf dem Buscheid errichtet gesperrt. Dadurch wurde einem lang gehegten Wunsche der Einwohner entsprochen. Wie uns dazu noch mitgeteilt wird. ist es aber durchaus bedauerlich und befremdend, daß ausgerechnet Olper sich nicht an das Durchfahrtsverbot halten. Wer nun von der Polizei oder von einem dieserhalb zur Anzeige gebracht wird, hat mit einer entsprechenden Bestrafung zu rechnen. Ein weiterer Neubau wurde vorgestern in der Droste-Hülshoff-Straße gerichtet. Es handelt sich hierbei um den Neubau Berger. Im Silberkranz. Das Fest der Silberhochzeit begehen am Sonntag die Eheleute Josef Feldmann und Frau Rosa geborene Bleser, Rhoder Weg 20. Herzlichen Glückwunsch! Sein 75. Lebensjahr vollendet heute Karl Bechheim, wohnhaft im Österseifen. Herzlichen Glückwunsch! Verstorben ist am 12. November Karl Neuhaus, wohnhaft in der Bergstraße 39. Der Verstorbene erreichte ein Alter von fast 75 Jahren. R. i. p. anhaltender günstiger Witterung rechnet man damit, daß der erste Bauabschnitt des Drolshagener Vorhabens, sechs Einfamilienwohnhäuser mit Einliegerwohnungen, noch vor Ende dieses Jahres unter Dach kommen. Eine besonders bemerkenswerte Tatsache ist es, daß unter den künftigen Eigenheimbesitzern sich auch einige Kriegerwitwen befinden Der zweite Bauabschnitt soll im Laufe des kommenden Jahres in Angriff genommen werden. Morgen Gedenkfeier Rhode. Die Totengedenkfeier findet am Sonntag nach dem Hochamt beim Ehrenmal statt. Bei der Ausgestaltung der Feier wirken die Sonderner Musikkapelle, sowie die Gesangvereine Sondern und Rhode mit. Die gesamte Ortsbevölkerung ist herzlich zur Beteiligung eingeladen. Buchausstellung Drolsbagen. Im Versammlungsraum der Kolpingsfamilie wird auzenblicklich von Borromäus-Verein eine Buchausstellung gezeigt. Der Besuch dieser Ausstellung ist zu empfehlen, um die Verbreitung des guten Buches zu fördern. Im Olper Film-Theater: Filme die 1953/54 großen Erfolg hatten Jahresrückblick und Ausschau auf das neue Programm in Olpe Heute Martinszug! Olpe. Wie schon mitgeteilt, wird heute wieder der traditionelle Martinszug in der Kreisstadt veranstaltet. St. Martin wird aber in diesem Jahre nicht wie im letzten Jahre das Flüchtlingslager in Olpe besuchen. Die Kinder treffen sich mit ihren Fackeln um 17.30 Uhr an der Imbergschule. Von hier wird sich der Zug mit St. Martin durch die Straßen der Kreisstadt in Bewegung setzen. Der genaue Weg ist noch nicht bekannt. Voraussichtlich wird der Zug aber an den neuen Häusern am Hohen Stein vorbeiführen. Auf dem Marktplatz wird sich der Zug auflösen. Pastor Menke wird hier wieder eine Ansprache halten. Olper Stadtspiegel Die Gedenkfeier anläßlich des Totensonntags findet morgen um 11.45 Uhr auf dem Marktplatz statt. In diesem Jahre wird Oberamtsrichter Kreikmann die Gedächtnisrede halten. Die Feier wird wieder von Darbietungen des Musikkorps der Freiw. Feuerwehr und des Olper MGV Cäcilia umrahmt. Zur Teilnahme ist die gesamte Bevölkerung von Olpe eingeladen. Am Buß- und Bettag ist nachmittags um 3 Uhr Männervortrag im Pallottinerkloster. Fahrplanänderung. Der Postomnibus Eckenhagen—Olpe, bisher 15 Uhr ab Eckenhagen, fährt ab 16. November schon um 14.35 Uhr in Eckenhagen ab. Abfahrt an den anderen Haltestellen entsprechend früher. Die untere Frankfurter Straße ist seit einigen Tagen keine Einbahnstraße mehr. Sie wurde jetzt Stopp-Straße! Alle Fahrzeuge, welche die Frankfurter Straße herab kommen, müssen halten, bevor sie in die Hauptverkehrsstraße(Kölner Straße) einbiegen. Die Aufhebung der Einbahn-Straße bringt den Vorteil mit sich, daß eine gewisse Entlastung der Westfälischen Straße und vor allem der Straßenkreuzung unter der Ampel dadurch eintreten soll. Die verlängerte Agatha-Straße— jenseits der Frankfurter Straße bis zur Mauer— besser instandzusetzen wurde in der letzten Stadtverordnetensitzung von einem Ratsmitglied gewünscht. Der Sprecher machte auf den üblen Zustand dieses Straßenstückes aufmerksam.„Große Wasserlachen, kein regelrechter Bürgersteig! Man sollte wenigstens provisorisch etwas tun!“— Nun, bis heute ist es bei dem frommen Wunsche geblieben. Dennoch darf man die Hoffnung auf eine Verbesserung nicht aufgeben. Nachdem das Pfarrheim an der Ecke Frankfurterund Agathastraße instandgesetzt ist und die neuen Häuser auf der Mauer bezogen sind, ist vielleicht der Augenblick zur Beseitigung des erwähnten Uebelstandes gekommen... Nicht nur Ruhe, sondern auch Geduld ist„des Bürgers erste Pflicht“. Könnte man sagen! Denn mit großer Geduld müssen die Anwohner und Passanten der um das Kreishaus gelegenen Straßen schon länger darauf warten, daß die augenblicklich sehr starke Verschmutzung dieser Straßen wieder aufhört. Die beim Kreishaus im Gange befindlichen umfangreichen Ausschachtungsarbeiten und der teilweise Abtransport der Erde verursacht— vor allem bei Regenwetter— den Schmutz, der als lehmige Schicht das ganze Pflaster bedeckt und wegen seiner Kreis Olpe. Jedermann zugänglich ist jetzt die neue Geschäftsstelle der Kreisverkehrswacht, die in Olpe, Auf der Mauer 1(Eingang Kirchgasse), eröffnet wurde.„Die Freude über ihre Eröffnung ist bei den Mitgliedern der Verkehrswacht groß!“— So erklärte der Kreisvorsitzende der V. W.. Rechtsanwalt Junker, anläßlich der im kleinsten Rahmen vorgenommenen Eröffnung der Geschäftsstelle am vergangenen Donnerstag. „Wir freuen uns über diese kleine, bescheidene Bleibe, denn die Aufgaben einer Vereinigung wie die Verkehrswacht können auf die Dauer ohne ein solches Büro nicht gelöst werden, das gleichsam zur Zentrale in Verkehrsfragen für die Kraftfahrer und Bewohner des Kreises Olpe wird.“ Mit diesen Worten gab der Kreisvorsitzende die rechte Einführung. Er erwähnte dann noch, daß bisher Herr Melcher von der Kreisverwaltung mit der nebenamtlichen Wahrnehmung der Geschäfte der Kreisverkehrswacht zu stark belastet gewesen sel. Künftig stehe hier nun eine eigene Kraft zur Verfügung: Frau Schwamberra habe die Betreuung der Kreisgeschäftsstelle übernommen, die dienstags und freltags jeweils von 16 bie 18 Uhr geöffnet ist. Glätte obendrein noch verkehrsgefährdend ist. In der Bürgerschaft wurden in letzter Zeit wiederholt Klagen über diesen Uebelstand laut. Kann auch im vorliegenden Falle nicht sofort restlose Abhilfe geschaffen werden, dann bleibt doch ein Trost: Es geht alles vorüber! Und so muß man sich eben noch eine Weile gedulden..., dann ist auch dieser Schmerz vergessen! Der Elber Weg am Stötchen ist jetzt für die Durchfahrt von Kraftfahrzeugen Drolshagen. Zusätzlich zu seinen täglichen Aufgaben hat es sich der VdKKreisverband Olpe zur Pflicht gemacht, der Wohnraumnot in etwa abzuhelfen und für seine Mitglieder Ein- und Mehrfamilienwohnhäuser zu erstellen, die in deren Besitz übergehen. Biher wurden durch den VdK in Attendorn und Olpe 16 solcher Eigenneime erstellt, die von 32 Familien bereits im Laufe des Jahres und im Vorjahre bezogen worden sind. Seit längerer Zeit waren auch in der VdK-Ortsgruppe Drolshagen Bestrebungen zur Errichtung von Eigenheimen im Gange. In diesem Jahre nun konnten die umfangreichen Vorarbeiten, die für ein solches Vorhaben erforderlich sind, abgeschlossen werden, nachdem die Grundstücksfrage unter lobenswerter Bereitwilligkeit der Stadt Drolshagen erledigt und auch die Finanzierung gesichert werden konnte. Die Eigenheime für die Drolshagener Mitglieder des VdK werden auf demn neu erschlossenen Baugelände der Stadt Drolshagen auf dem Buscheid errichtet. Die Ausschachtungsarbeiten, die vor etwa 14 Tagen von der Firma Neu, Eichen, in Angriff genommen wurden, sind beendigt. Jetzt haben die Maurer mit dem Bau der Kellergeschosse begonnen. Bei Gedenkstunde Drolshagen. Aus Anlaß des Volkstrauertages findet am Sonntag gegen 11 Uhr (nach dem Hochamt) auf dem Stadtplatz eine Gedenkfeier statt. Die Bevölkerung wird gebeten, an dieser Gedenkstunde teilzunehmen. Martinszug Drolshagen. Nach Einbruch der Dunkelheit führt am Sonntagabend wie alljährMan hoffe, damit schon ein wesentliches Stück vorwärts zu kommen! Der kleine Raum der Geschäftsstelle ist recht freundlich hergerichtet. Er enthält das notwendigste Inventar und eine ausgiebige Fachbücherei. Hier kann man sich jederzeit uber Fragen des Verkehrs und der Verkehrswacht, über Anordnungen und Rechtsentscheidungen unterrichten. Mitteilungsblätter und Broschüren der Verkehrswacht findet man ebenso vor wie interessante Details aus dem großen Gebiete des modernen Verkehrs. Einem weiten Personenkreis(Kraftfahrer, Lehrer. Juristen usw.) kann eine solche Bücherei unter Umständen viel nützen. Deshalb möge man von der hier vorhandenen Möglichkeit regen Gebrauch machen! Darüber hinaus muß man es dem Vorstand der Kreisverkehrswacht danken, daß er uns diese Möglichkeit gibt, passendes Schrifttum verkehrsrechtlicher und verkehrstechnischer Art in Augenschein zu nehmen! Vorsitzender Junker kam zum Schlusse seiner Eröffnungsansprache noch kurz darauf zu sprechen, daß leider die verkehrlichen Verhältnisse in Deutschland immer noch sehr im argen Negen; unzulängliche Verkehrsstraßen und unvorsichtige Fahrer. die trotz aller Mahnungen den lich, der Martinszug durch die Straßen unserer Stadt. Die Organisation liegt in den Händen der katholischen Pfarrjugend. St. Rochus-Schützenverein Lütringhausen. Heute ist um 20 Uhr Generalversammlung des St. RochusSchützenvereins im Café Gabriel. „Das Wunder von Fatima“ Ottfingen. Großen Erfolg hatte bekanntlich am vergangenen Sonntag die Laienspielschar des MGV„Frohsinn“ mit der Aufführung des gut einstudierten Spiels„Das Wunder von Fatima“. Da der Saal überfüllt war und viele wieder umkehren mußten, wird das Spiel morgen um 20 Uhr und am Sonntag, dem 21. November, um 16 Uhr im Saale der Gastwirtschaft Niklas wiederholt. Gedenkfeier Bilstein. Für die Toten beider Weltkriege ist am morgigen Volkstrauertag um 10 Uhr in der Pfarrkirche ein Hochamt. AnschlieBend findet gegen 11.15 Uhr eine Trauerfeier am Ehrenmal statt, zu dem die örtlichen Vereine die gesamte Bevölkerung des Ortes einladen. Die Gedenkansprache hält Bürgermeister Freitag, Kirchveischede. Bilstein. 82 Jahre alt wird am Sonntag der Grubenstelger i. R. Friedrich Kramer, Altenhundemer Straße, Wir gratulieren! Verkehr gefährden! So seien die Unfallsziffern weiterhin in erschreckendem Maße angestiegen. Die Verkehrswacht werde daher alles daran setzen, um allmählich durch Aufklärung der Verkehrsteilnehmer, durch Mahnung und Beratung, ferner durch die Auszeichnung für unfallfreies Fahren und viele andere Maßnahmen eine Besserung herbeizuführen. Darin liege die ideale Aufgabe der Verkehrswacht, der auch die jetzt hier für den ganzen Kreis Olpe eingerichtete Kreisgeschäftsstelle dienen wird.(r) Olpe. Wie alljährlich, gab uns in diesem Jahre wieder der Besitzer des hiesigen Filmtheaters, Herr Tampier, Auskunft über die Filme, die in der vergangenen Saison am erfolgreichsten waren; ferner über das Programm in der neuen Saison 1954/55. Nicht uninteressant sind hierbei die Feststellungen, die im Rückblick auf das verflossene Filmjahr getroffen werden können. Der Reihe nach zählen wir zunächst diejenigen Filme auf, die 1953/54 beim Olper Filmpublikum am meisten angesprochen haben: Die Erfolgsfilme 1.„Der Klosterjäger“, 2.„Wenn der weiße Flieder wieder blüht“, 3.„Ein Herz spielt falsch“, 4.„Pünktchen und Anton“. 5.„Vom Winde verweht“, 6.„Heidi“, 7. „Vergiß die Liebe nicht!“, 8.„Beiderseits der Rollbahn“, 9.„Meines Vaters Pferde“ (I. Teil), 10.„Königliche Hoheit“, 11.„Die große Versuchung“, 12.„Die Rose vom Wörthersee“, 13.„Fanfaren der Liebe“.— Filme mit Herz, Filme mit Dieter Borsche, Filme der Berg- und Liebesromantik wurden offenbar bevorzugt! Das Verlangen nach einer leichten, gefälligen oder musikalischen beschwingten Unterhaltung ist auch aus der Aufzählung der weiteren Filme zu erkennen, die durchweg einen guten Besuch aufzuweisen hatten:„Don Camillos Rückkehr“. „Der fröhliche Weinberg“,„Schwarzwaldmäde!“(2. Aufführung),„Straßenserenade“,„Hollandmädel“,„Ein Amerikaner in Paris“ und dann noch die getragenen Filme tieferen Gehaltes oder geschichtlicher Bedeutung:„Moulin Rouge“,„Die Heilige von Fatima“ und„Geschichte einer Seele“. In der neuen Spielzeit sind bisher bereits mit großem Erfolge über die Olper Leinwand gerollt:„Quo vadis?“,„Verdammt in alle Ewigkeit“, „Rosen-Resli“,„Regina Amstetten“ und „Ein Herz und eine Krone“. Zweifellos waren es im einzelnen recht bemerkenswerte Filmstreifen, die auch eine viel seitige, lebhafte Beurteilung gefunden haben. Als weitere Filme stehen für das Filmjahr 1954/55 u. a. auf dem Programm: „Tagebuch einer Verliebten“ mit Maria Schell und O. W. Fischer, der mehrfach preisgekrönte Film„Lohn der Angst“ und wohl der beste Film der Spielzeit„Sauerbruch“. Ihnen schließen sich an der Spitzenfilm„Die letzte Brücke“(Maria Schell,„Matha Hari“(Greta Garbo) und die farbigen Neuverfilmungen der beliebten Filme„Schloß Hubertus“ und„Ziegeunerbaron“. Als meisterliches Werk ist ferner zu nennen Suckdorffs beglückende Natursymphonie„Das große Abenteuer“, 1954 in Cannes preisgekrönt; dann„Gefährlicher Urlaub“(Hildegard Knef), „Kaisermanöver“(Rudolf Prack und Winnie Markus),„Intermezzo“(Ingrid Bergmann), und die Filmoperette„Meine Schwester und ich“(Sonja Ziemann) Der Schlager aller Schlager der neuen Saison wird auch Im Olper Programm nicht fehlen:„08/15“, der aktuelle Film des Jahres. Anfang des nächsten Jahres sind auf der hiesigen Leinwand zu erwarten: „Wenn Du noch eine Mutter hast“(Paula Wessely), Kästners„Emil und die Detektive" sowie„Das fliegende Klassenzimmer“ als Neuverfilmungen, der EuropaFilm„Canaris“,„Gitarren der Liebe“ mit Vico Torreani und der Musikfilm„An jedem Finger zehn“(Germaine Damar): die„Starparade“,„Der erste Kuß“(Isa und Jutta Günther, die das„Doppelte Lottchen“ spielten),„Moselfahrt aus Liebeskummer“ und die Romanverfilmungen:„Julietta“,„Das Bekenntnis der Ina Kahr“,„Engel mit dem Flammenschwert“, „Heideschulmeister Uwe Karsten“,„Die Toteninsel“,„Der veruntreute Himmel“ (nach Franz Werfel). Hervorzuheben sind schließlich noch die vorgesehenen Filmvorführungen„Die Wüste lebt“(Walt Disney),„Verrat an Deutschland“, die Farbfilme:„Der Zarewitsch“, Die Heilige und ihr Narr“,„Angst“(nach Stefan Zweig),„Regine“(mit Dieter Borsche). „Die Mücke“(dramatischer AbenteurerFilm mit Hilde Krabl), und„Des Teufels General“ mit René Deltgen. Dieses Programm ist zweifellos sehr abwechslungsreich und vielversprechend. Wie in den zurückliegenden Jahren ist der Theaterbesitzer weiterhin bemüht. alle wesentlichen und hier spielbaren Filme nach Olpe zu bringen! Damit hofft er, den Wünschen der heirnischen Filmfreunde vollauf gerecht zu werden. Außerdem erklärte uns Herr Tampier, daß er sich mit der festen Absicht trägt, hier ein neuzeitliches Filmtheater mit über 600 Sitzplätzen zu errichten, sobald die Platzfrage geregelt ist.(r) Am Volkstrauertag Welschen Ennest. In einer Besprechung der Vorstände aller örtlichen Vereine unter dem Vorsitz von Hauptlehrer Schoppe wurde die Veranstaltungsfolge des Volkstrauertages am kommenden Sonntag wie folgt festgelegt: Um 10 Uhr ist in der Pfarrkirche ein Hochamt für die Gefallenen und Vermißten und alle Toten des letzten Krieges. Nachmittags ist eine Gedenkfeier auf dem Ehrenfriedhof, zu der sich die Teilnehmer auf dem Bahnhofsplatz um 14.30 Uhr aufstellen. Von hier aus geht es im geschlossenen Zuge zum Friedhof in nachstehender Reihenfolge: Zuerst die Kinder, dann die Musikkapelle Rahrbach und hinter ihr die Fahnen und Banner der Ortsvereine, die sich wie folgt anschließen: Kolpingsfamilie, St. Hedwigskreis, Jungfrauen, Männergesangverein „Cäcilia“, Kranzträger, Schützenverein sowie alle übrigen Jünglinge und Männer, Jungfrauen und Frauen der Gemeinde. Die Trauerfeier auf dem Ehrenfriedhof wird durch Darbietungen des Musikvereins Rahrbach und des Männergesangvereins „Cäcilia“ umrahmt. Es spricht zuerst der Vorsitzende de: Volksbundes deutscher Kriegsgräberfürsorge, Hauptlehrer Schoppe. Die Gedenkrede hält Pastor Lohmann. Nach der Kranzniederlegung ziehen die Teilnehmer der Trauerkundgebung in der gleichen Ordnung zur Pfarrkirche. Dort ist als Abschluß des Volkstrauertages eine kurze Andacht für die Toten beider Weltkriege. Zur Teilnahme an dieser Gedenkstunde ist die gesamte Bevölkerung des Ortes aufgerufen. Welschen Ennest. Die Instandsetzungsarbeiten der Düstermickestraße wurden laut Beschluß der Gemeindevertretung Rahrbach an das Tiefbaugeschäft Johann Neu, Eichen bel Olpe, vergeben. Geschäftsstelle der Kreisverkehrswacht Eine einfache, aber sehr vorteilhafte Einrichtung in Olpe MATEE Lob der St. Franziskus-Schule in Olpe Würdige Jubiläumsfeier im Beisein zahlreicher Ehrengäste OIpe. Ein festlicher und froher Tag für die St. Franziskus-Schule war der gestrige 12. November. Konnte man doch das 25jährige Bestchen des jetzigen Gebäudes dieser weithin bekannten Mädchenschule feiern. Viele Worte des Lobes und der Anerkennung waren während der Festveranstaltung zu hören, denn die hiesige Schule hat in der höheren Schulausbildung unserer Mädchen seit zweieinhalb Jahrzehnten Hervorragendes geleistet, wie in den einzelnen Festansprachen ausgeführt wurde. Man überbrachte zur silbernen Jubelfeier der Schule allseits die besten Glückwünsche und überreichte auch passende Geschenke. Außerdem hörte man, daß Stadt und Kreis Olpe sehr stolz darauf sein können, eine solche Anstalt hier zu besitzen: ein großes und stattliches Schulgebäude und eine Ausbildungsstätte, die ihren umfangreichen Aufgaben bisher in der denkbar besten Weise gerecht geworden ist! * Der Jubiläumstag wurde um 9 Uhr mit einem Levitenamt in der Christkönigskapelle der Schule eingeleitet. Damit hatte der Tag seine religiöse Weihe erhalten, die am Spätnachmittag noch einmal in der Aula durch die Aufführung des Spiels„Verkündigung" von Paul Claudel in sinnfälliger und packender Weise nachklingen sollte. Dazwischen stand der Festakt in der renovierten, schönen Aula, die jetzt ein neues, wohlgetöntes Farbgewand erhalten hat. Es überraschte weiter nicht, daß die Aula zu Beginn der Feierstunde um 11.15 Uhr voll besetzt war. Zahlreiche Ehrengäste, viele ehemaligen Schülerinnen, dann das Kollegium der Lehrkräfte, die Schwestern des Hauses und die jetzigen Schülerinnen hatten sich zu der Feierstunde eingefunden. Dazu Vertreter der Geistlichkeit und Behörden, sowie der Olper Schulen. Nach dem Vortrag der Kammersinfonie von Pepusch, dem Danklied von Schütz durch den Chor der Schülerinnen und dem feierlichen, strahlenden Te deum von Gertrud v. le Fort durch eine Sprecherin richtete die Direktorin der St. FranziskusSchule, Schwester Marietta, ein herzliches Grußwort an alle Festteilnehmer, insbesondere an die in so stattlicher Zahl erschienenen Ehrengäste. Anschließend verbreitete sie sich in längeren Ausfühsehr herzlichen Ton getragen und von dem Gedanken einer hohen geistigen Zielsetzung und einer engen Gottverbundenheit in unserem gegenwärtigen und zukünftigen Streben erfüllt. Auf diese Gedankengänge und alle übrigen Darlegungen werden wir, soweit sie auch für die treite Oeffentlichkeit von Interesse sind, noch näher zurückkommen! Ebenso auf das am Nachmittag inszenierte Spiel„Verkündigung“ von Claudel. Neues aus Attendorn Ein Gerätewettkampf wird morgen in der Schützenhalle durchgeführt zwischen TSV Ründeroth 1858 und TV Attendorn 1900 e. V. Beginn 17 Uhr. Ein Preiskegeln mit weitvollen Preisen steigt am Sonntag auf der doppelten Bundeskegelbahn hei Hacke und dauert bis zum 22. November. Die Schachfreunde von Attendorn treffen sich morgen um 10 Uhr bei Vaut zu einer wichtigen Besprechung. Mit einem Anfängerkursus begannen die Fotofreunde auf ihrer letzten Monatsversammlung. Dieser Kursus, der gleichzeitig die Winterarbeit darstellt, ist jeden zweiten und vierten Montag im Monat im Café Kemmerich. Die nächste Versammlung ist am 22. November. Neue geschmackvolle Lampen wurden auf der Mauer, entlang dem Werksgelände der Firma Hüttenwerke Siegerland, angebracht. Sie erhellen vorteilhaft die Straße und das Werksgelände an dieser Seite. Richtfest wurde begangen in Anwesenheit zahlreicher Gäste beim Ursulinenkloster. Durch den Erweiterungsbau der Mädchenoberschule wurden neue Klassenräume gewonnen, die für den Ausbau der Schule dringend erforderlich sind. Lieder und Gedichte umrahmten die Feierstunde. Die Leitung des Klosters sprach allen am Erweiterungsbau beteiligten Handwerkern Dank und Anerkennung für den schnellen Aufbau aus. Heggen veranstaltete Martinszug Heggen. Wie an vielen andern Orten veranstaltete auch unser Dorf am Martinstage einen Martinszug. Durchgeführt wurde er von den Kleinen unseres Dorfes, die mit ihren bunten Fackeln singend vom Kindergarten aus durch die Straßen zogen, sehr zur Freude der Großen. Dünschede. Der Wagen für Röntgenuntersuchung, der augenblicklich seine Runde durch aen Kreis Olpe macht, war am Donnerstag vor der Schützenhalle stationiert. Bedauerlicherweise machte auch hier wie an andern Orten nur ein geringer Prozentsatz der Dorfbewohner Gebrauch davon, sich kostenlos auf seinen Gesundheitszustand untersuchen zu lassen. Millionen Frauen schwören auf„Nur-Suwa-Wäsche Millionen Frauen können sich nicht irren! Kein Fleck— kein Schatten mehr zusehen! Wie das reinigt! Richtig dunkel wird die Lauge Wunderbar: Waschtag aus einem Paket! Man sient sofort: Eine Mutti wäscht noch nicht mit SUWA und Sie? Nur Suwa zum Einweichen! Nur Suwa zum Kochen! Ja, das ist Suwa-weiß! WVarum nochetwas anderesnehmen?« Paket Suwa— das ist alles, was Sehen Sie doch selbst! Sogar die Nichts paßt ja besser zu Suwa als Sie brauchren. Die Zeit der Enthär- alten Laken und die oft getragenen Suwa. Nur Suwa kann richtig auf dic tungsmittel und Zusätzeist überlebt. Hemden sind wieder weiß wie neu, große Suwa-Wäsche vorbereiten. Suwa allein gibt der Kochlauge strahlend Suwa-weiß. Und wie Es löst schon den meisten Schmutz. die überragende Waschkraft. herrlich alle Farben wieder leuchten. Waschen Sie modern- zum zeitgerechten Preis SUWA-weiß und fonbenfrisch Doppelpaket 85 Pf. rungen über die Geschichte der St. Franziskus-Schule. Diese Ausführungen waren hochinteressant. Sie zeigten die wechselvolle, zugleich aber auch sehr rühmliche Geschichte der höheren Mädchenschule in Olpe auf. Die Direktorin dankte allen, die der St. Franziskus-Schule in den vergangenen Jahren behilf"ch gewesen sind und wies zum Schluß auf den Geist echter christlicher Tradition hin, der in dieser Schule gepflegt wird. Hierauf folgten die Ansprachen und Glückwünsche seitens der Festgäste zum silbernen Jubiläum der Schule Das Wort nahmen ehemalige Schülerinnen, ein früherer Lehrer der Anstalt, dann die Vertreter von Stadt und Kreis Olpe, der Vorsitzende der Schulpflegschaft und die Vertreter der hiesigen Schulen. Ihre Glückwünsche waren durchweg von einem Olper Filmschau Zu dem Film„Lukretia Borgia“ ist noch darauf hinzuweisen, daß dieser Film nicht zu verwechseln ist mit einem früheren französischen Fiim gleichen Titels, der am 8. Juni 1951 erstmals in Deutschland aufgeführt wurde und seinerzeit das schlechteste Prädikat„4“(Abzulehnen) erhalten hatte. Bei dem jetzt hier laufenden Film „Lukretia Borgia“ handelt es sich um eine französisch-italienische Neubearbeitung des gleichen geschichtlichen Themas, und zwar in Farben. Die Fürstin erscheint diesmal als positiv gezeichnete Leidensfigur auf dem politischen Schachbrett ihres Bruders, Dieser neue Filmstreifen wurde vom Kath. Filmdienst mit dem Prädikat„ZEE“ (für Erwachsene, mit erhebl. Einschränkungen) verseben. gewaschenes Haar.. und doch fliegt es nicht, sondern sitzt tadellos. Das Geheimnis?„fit" zieht in Ihr Haar ein und gibt ihm von innen her Halt. Darum erkennt man die„fit“-Frisur nur am guten Sitz und am natürlichen Glanz des Haares In Tuben ab 85 Pf. und in Tiegeln Gottesdienste Sonntag, den 14. November Katholischer Gottesdienst St. Martinus: 6, 7 und 8.15 Uhr hl. Messen, 9.30 Uhr Hochamt, 11 Uhr letzte hl. Messe. 14 Uhr Andacht für die Kinder, 18 Uhr Abendandacht. St. Mariae Himmelfahrt: 7.30 Uhr hl. Messe, 9.30 Uhr Hochamt. 14.30 Uhr Andacht. Evangelischer Gottesdienst Olpe: 9.30 Uhr Hauptgottesdienst, 10.45 Uhr Kindergottesdienst, 9.30 Uhr Gottesdienst in Heid, 15 Uhr Gottesdienst in Drolshagen.— Donnerstag: 15 Uhr Frauenhilfe in Drolshagen, 16 Uhr Frauenhilfe in Olpe. Attendorn: 9.30 Uhr Gottesdienst, 11 Uhr Kindergottesdienst; in Papiermühle 13.30 Uhr Kindergottesdienst, 14.30 Uhr Gottesdienst. Montag bis Samstag 20 Uhr in Attendorn Kriegsgefangenen-Gebetsstunde in der Kirche.— Mittwoch(Buß- und Bettag): in Attendorn 9.30 Uhr Gottesdienst, anschl. Feier der Beichte u. d. hl. Abendmahles, 11 Uhr Kindergottesdienst. In Helden 8 Uhr Gottesdienst in der Schule. Grevenbrück: 8.30 Uhr(ausnahmsweise eine halbe Stunde früher als sonst!) Gottesdienst; 10.15 Uhr Kindergottesdienst; 11.30 Uhr Fretter Gnadenkapelle: Gottesdienst; 15.15 Uhr Bilstein, Dorfkirche: Gottesdienst.— Vom 14. bis 20. Nov. Kriegsgefangenen-Gebetswoche. Montag: 19.30 Uhr Kriegsgefangenen-Fürbitte-Andacht, anschließend Kirchenchorstunde; Dienstag: Jungmännerkreis fällt aus; Mittwoch(Buß- und Bettag): 9 Uhr Gottesdienst, anschließend Beichte und Feier des hl. Abendmahles; 13.30 Uhr in Elspe in der Dorfschule Gottesdienst mit Beichte und Feier des hl. Abendmahles; 19.30 Uhr in Grevenbrück Fürbitte-Andacht; Donnerstag: 20 Uhr Posaunenchor; Freitag: 19.30 Uhr in Grevenbrück Fürbitte-Andacht; anschließend Mädchenkreis. Altenhundem. 9.30 Uhr Altenhundem, 10.45 Uhr Kindergottesdienst; 15 Uhr Oedingen; 17 Uhr Hofolpe; 8.30 Uhr Maumke; 10 Uhr Lutrop; 13.30 Uhr Saalhausen; 15 Uhr Langenei.— Buß- und Bettag: Alle Gottesdienste mit hl. Abendmahl. 9.30 Uhr Altenhundem, 11 Uhr Kindergottesdienst; 14 Uhr Maumke; 8.45 Uhr Würdinghausen; 10.15 Uhr Wirme; 12 Uhr Oedingen.— Donnerstag: 20 Uhr Kirche Altenhundem: Kriegsgefangenengebetsgottesdienst. -und Ihr Haar sitzt ohne zu fetten- ohne zu kleben Meggen. Heute ist um 18.30 Uhr im kleinen Saale des Cafés Beckmann die Jahreshauptversammlung der Karnevalsgesellschaft 1897. Großer Konzert-Erfolg in Altenhundem Die„Musikfreunde“ begeisterten mit ihren Darbietungen Altenhundem. Die„Musikfreunde Altenhundem“ erzielten am vergangenen Sonntagnachmittag mit ihrem ersten Orchester- und Solistenkonzert einen beachtlichen Erfolg. Nahezu 600 Besucher wohnten der Veranstaltung im Saale der Sauerlandhalle bei und alle waren begeistert von den schönen und wohlgelungenen Darbietungen. Der Auftakt bildete der Krönungsmarsch aus der Oper„Der Prophet“ von Meyerbeer. Der Dirigent Heinz Ludwig wußte auch bei dem folgenden„Adagoi und Allegro con spirito“ aus der Symphonie Nr. 103 von Haydn sein sauber musizierendes Orchester zu einer anerkennenswerten Leistung zu führen. Besonderen Beifall fand bei dem folgender. „Concerto g-moll für Cello und Orchester“ der Solist R. Schneider-Stegemann(Olpe), der im Zusammenwirken mit dem Orchester seinen Part ausgezeichnet und formvollendet zu Gehör brachte. Neben dem Beifall belohnten Blumen den Solisten, der sich zu einer Zugabe veranlaßt sah. Mit dem„Andante aus der Symphonie Nr. 6“ und den„Variationen aus dem Streichquartett Nr. XII“ von Haydn klang der erste Teil des Konzertes aus. Den zweiten Teil leitete der March von Teike„In Treue fest“ ein. Die Musiker zeigten, daß sie auch bei der beschwingten Musik wie der Ouvertüre zur Operette„Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauß, dem Leharschen Walzer„Gold und Silber“ oder dem Potpourri„Ein Abend bei Paul Lincke“ voll und ganz ihren Mann steilen und alle Reize der lebendigen Wiedergabe und der ganzen Frische meisterhaft zu vermitteln verstehen. Und als nach dem Abschlußmarsch „Freudenfeuer“ von Blankenberg der stürmische Beifall für Orchester und Dirigenten kein Ende nehmen wollte, mußte sich das Orchester zu Zugaben bequemen. Dem Streben der„Musikfreunde Altenhundem“ hat diese erste KonzertveranBei rheumatischen und neuralgischen trkrankunden, aber auch bei Hexenschuß, Ischias und Gicht hat sich Togal in 46 Ländern der Welt hervorragend bewährt. Togal wirkt rasch schmerzstillend, fördert die Heilung und stellt Arbeitsfähigkeit und Wohlbefinden wieder her. Ein Versuch überzeugt! DM 1,25. In Apotheken des In- und Auslandes. Zur Einreibung das ausgezeichnete Togal-Liniment! staltung ein hervorragendes Zeugnis ausgestellt. Altenhundem dürfte sich damit seiner Aufgabe bewußt sein, das eigene Orchester, auf das man schon viele Jahre gewartet hat, nach besten Kräften zu unterstützen und zu fördern, damit wir von ihm in Zukunft weitere derartige Darbietungen erleben dürfen! H Altenhundem. Mit Rücksicht auf die am Sonntag um 11.15 Uhr im Lichtspielhaus stattfindende Gedenkfeier beginnt das Hochamt bereits um 10 Uhr. Aerztliche Vertretung Sonntag, den 14. November, in Olpe: Dr. Seiwert, Danziger Straße(Ruf 454). Die Vertretung beginnt bei Verhinderung des Hausarztes am Samstag, um 13 Uhr und endigt am Montag, um 7 Uhr. Bereitschaftsdienst der Apotheken Dienstbereit ist in Olpe sonntags und nachts ab Samstag, dem 13. November, 19 Uhr, die Adler-Apotheke, Ruf 433. Neue überfälle von Autobanditen — Gesichter hint er schwarzen Masken verborgen Bewaffnete Gangster zwingen Fahrer zum Halten Neuß.— Nach kurzer Pause sind im Rheinland wieder die nächtlichen Überfälle auf Pkw’s durch bewaffnete Autobanditen fortgesetzt worden, die Ende Oktober auf der Autobahn bei Opladen begonnen und in einer der ersten Novembernächte mit drei Überfällen ihren Höhepunkt gefunden hatten. In der Nacht zum Donnerstag wurde nun ein holländischer Pkw-Fahrer kurz vor Neuß am linken Niederrhein von einem Opel-Kapitän überholt, der ihn zum Halten zwang. Ein Ford 12 M. der dem Opel-Kapitän gefolgt war, fuhr dicht an die Seite des holländischen Pkw’s, so daß dieser weder vorwärts noch rückwärts ausweichen konnte. Aus beiden Wagen stieg je ein Bandit. Die Gesichter waren hinter schwarzen Masken verborgen. Eine Schußwaffe wurde gegen den Überfallenen gerichtet und die Herausgabe des Geldes verlangt. Als der Mann sagte, er habe kein Geld bei sich, rissen ihm die Räuber die Brieftasche aus der Jacke, stiegen in ihre Wagen ein und fuhren in Richtung Grevenbroich davon. In der Brieftasche waren außer sämtlichen Papieren etwa 40 Mark. Einer der beiden am Überfall beteiligten Pkw's wurde einige Stunden später in Köln herrenlos aufgefunden. Im Wagen befand sich die Brieftasche mit allen Papieren, aber ohne das Geld. Köln zur Aufklärung der Raubüberfälle gebildete Sonderdezernat der Kriminalpolizei übernommen. Unfall vorgetäuscht Ebenfalls in der Nacht zum Donnerstag wurde ein Pkw-Fahrer auf einer Landstraße zwischen Langenfeld und Monheim südlich von Düsseldorf überfallen. Der Pkw. Fahrer, ein Architekt, befand sich auf der Heimfahrt nach Monheim, als er in der Nähe eines, Waldstücks ein am Wegrand liegendes Motorrad sah. Der Pkw-Fahrer vermutete einen Verkehrsunfall und stieg aus, um Hilfe zu leisten. Kaum hatte er sich dem Motorrad genähert, als er von hinten angefallen wurde. Er setzte sich zur Wehr, und es gelang ihm, den Angreifer niederzuschlagen. Aus der Dunkelheit stürzte ein zweiter Mann, der auf ihn einschlug. In diesem Augenblick näherte sich ein anderer Pkw. Als seine Scheinwerfer aufblinkten, rannten die beiden Männer zu dem Motorrad und fuhren davon. Der Überfallene schätzte nach dem Bericht der Polizei das Alter der beiden Männer auf etwa 20 Jahre. Gewehrexerzieren brachte den Tod Der Überfallene schätzt das Alter des einen Räubers auf 25, das des anderen auf 30 Jahre. Sie seien etwa 1,73 und 1,75 Meter groß gewesen. Weitere Einzelheiten der Kleidung usw. konnte er nach den Angaben der Grevenbroicher Polizei nicht machen. In den Wagen seien außer den beiden keine Personen mehr gewesen. Die Art des Überfalls deckt sich ziemlich genau mit dem Vorgehen der Banditen bei den früheren Überfällen im Kölner Raum. Die weiteren Untersuchungen hat das in 1148 Tote durch Unfälle im August— Neue Fallschirmspringschule JUHU— AALE, AALE! Passanten auf Hamburgs Straßen schauen sich erstaunt um, wenn sie diesen Ruf durch den Straßenlärm hören. Es ist ein altes Hamburger Original, das mit listigem Grinsen seine Ware anpreist— der Aal-Weber. „Schlafen haben wir abgeschafft“, meint der etwa 1,50 Meter kleine Pralinégekrönte; denn noch in der Nacht kann man ihn in den Vergnügungsvierteln, auf der Reeperbahn und Großen Freiheit, seine Aale verkaufen sehen. Sein Anzug: Praliné, blaues Jackett, rote Weste mit goldenen Knöpfen und weiße Schürze, darunter Beinkleider. Die Spielerei zweier amerikanischer Soldaten mit ihrem Gewehr verschuldete den Tod des zehnjährigen Peter Kleindienst aus Eggenstein im Kreis Karlsruhe. Der Junge war von einem Wachsoldaten eines Munitionslagers erschossen worden. Der eine der beiden Soldaten, der den Schuß abgegeben hatte und sich dann selbst lebensgefährlich verletzte, erklärte im Heidelberger Krankenhaus, er und sein Kamerad hätten Gewehrexerzieren geübt. Dabei habe sich aus seinem Gewehr der Schuß gelöst, der den Jungen traf. Nach vorläufigen Feststellungen des Statistischen Bundesamtes wurden im August 1954 27 681 Straßenverkehrsunfälle polizeilich gemeldet. Dabei wurden 1148 Menschen getötet, einschließlich derjenigen, die später ihren Verletzungen erlegen sind. 35 013 Menschen wurden verletzt. Bei 21 724 Verkehrsunfällen entstand nur Sachschaden. * Die Kriminalolizei konnte bei Schleiden (Eifel) einen 22jährigen Landwirtschaftsgehilfen aus Wersen(Kreis Tecklenburg) festnehmen, der in der Nacht zum 6. November mit einem Trecker seines Arbeitgebers verschwunden war. Zuvor hatte er, so berichtet die Kriminalpolizei am Donnerstag, reichlich Alkohol zugesprochen. Um keinen Lärm zu machen, habe er den Trecker mit Pferden auf die Straße gezogen. Die erste Schule für Sportfallschirmspringer in der Bundesrepublik wird am Sonnabend auf dem Flughafen Essen-Mülheim eröffnet. Neben der Ausbildung von Sportfallschirmspringern und der Unterrichtung von Fliegern über die Handhabung von Fallschirmen will die Schule vornehmlich Fallschirmspringer für den Katastropheneinsatz ausbilden. Die Wuppertaler Polizei warnt vor einem ehemaligen Öffizier eines 1943/44 in Frankreich und Jugoslawien stationierten Bataillons, der in den letzten Monaten in Wuppertal angegeben habe, ein Treffen aller Angehörigen seiner damaligen Einheit in Mülheim (Ruhr) ausrichten zu wollen. In diesem Zusammenhang habe er um finanzielle Unterstützung gebeten. Die Polizei bezeichnet den Mann als Betrüger Die Abschaffung der Krankenkassenpauschalen für Zahnärzte und die Vergütung der Einzelleistung sowie die Wiederherstellung der freien Arzt- und Zahnarztwahl forderte der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Zahnärzte, Dr. Erich Müller, auf einer Kundgebung der hessischen Zahnärzte in Frankfurt. 1 Das Geheimnis der„schwarzen Hand Silbernitrat bringt alles ans Tageslicht— Landratsamt hatte Pech Weißenburg(Mittelfranken). Die Weißenburger Polizei hat einen neuen Bundesgenossen bekommen. Er heißt Silbernitrat und hat sich unter der Bezeichnung„Schwarze Hand“ bei den Weißenburger Bürgern einen Namen gemacht. Jedenfalls ist die fränkische Kleinstadt für die nächste Zeit mit Gesprächsstoff versorgt und den Leuten mit langen Fingern vorerst die Lust vergangen, ihr diebisches Werk fortzusetzen. Der Besitzer einer Weißenburger Apotheke, dem seit längerer Zeit auf unerklärliche Weise größere Geldbeträge aus der Ladenkasse abhanden kamen, verständigte die Polizei, als er abermals 50 Mark vermißte. Die findigen Polizisten präparierten die Geldscheine mit Silbernitrat, worauf sich bereits am nächsten Tage das„Wunder der schwarzen Hand“ vollzog, Die Hände der Futzfrau Lebenslänglich für„Pralinenmörderin" Ehemann vergiftet— Durch Giftmorde der Christa Lehmann angeregt waren pechschwarz. Da mit den üblichen Mitteln die Farbe nicht zu entfernen war, mußte sie Farbe bekennen. Bei einer Haussuchung wurden bei ihr gestohlene Medikamente gefunden, die genügten, eine ganze Apotheke damit auszustatten. Weniger Erfolg mit der gleichen Methode hatte das Landratsamt Weißenburg. Um Diebstähle in einem Altersheim aufzuklären, wurden die Geldscheine ebenfalls mit Silbernitrat präpariert. Da jedoch die Geldscheine im Panzerschrank feucht wurden, wurden nicht die diebischen Hände, sondern die Geldscheine schwarz. Die Zweigstelle der Landeszentralbank weigerte sich, das schwarze Geld anzunehmen. Erfolgreicher war die Jagd nach einem Unbekannten, der aus den Ruhebänken in den Weißenburger Parkanlagen Kleinholz machte. Auch bei der Polizei leugnete der mutmaßliche Täter, die Ruhebänke demoliert zu haben. Als er jedoch unaufgefordert seine Hand zum Schwur erhob und beteuerte„Ich habe die Bänke nicht beschädigt“, erblickten die Polizeibeamten fünf schwarze Finger. Erst da bekannte sich der Täter schuldig. Oldenburg.— Das Oldenburger Schwurgericht verurteilte die 26jährige Anita Hadler aus Elsfleth wegen Mordes zu lebenslänglich Zuchthaus. Die mitangeklagte 25jährige Gudrun Chmielorz erhielt wegen Beihilfe zum Totschlag vier Jahre Gefängnis. Frau Hadler hatte ihren Mann, mit dem sie in unglücklicher Ehe lebte, im April mit einer mit einem Pflanzenschutzmittel vergifteten Praline getötet. Gudrun Chmielorz hatte ihr das Gift besorgt. Die Morde der Christa Lehmann hatten die beiden Frauen dazu angeregt. Der Staatsanwalt wies in seinem Plädoyer darauf hin, daß sich seit der Affäre Lehmann die Giftmorde dieser Art erschreckend gehäuft hätten. Allein im Verwaitungsbezirk Oldenburg lägen gegenwärtig drei derartige Fälle vor. Der Staatsanwalt sah das Motiv der Tat darin, daß Frau Hadler sich nicht von ihrem Mann lösen konnte, der sie häufig mißhandelt habe. Schließlich wollte sie Selbstmord begehen, sei aber von Frau Chmielorz darauf hingewiesen worden, daß sie für ihre drei kleinen Kinder weiterleben müsse. Daraufhin wurde der Mordplan gefaßt. „Sängerkrieg" vor dem Landgericht Berlin.— Der Berliner Kabarettist und Komponist Klaus-Günther Neumann erklärte sich in einem Prozeß, den der Vater der „kleinen Cornelia“, der Verleger und Komponist Gerhard Froboes, gegen ihn angestrengt hat, zu einem Vergleich bereit. Froboe beschuldigt Neumann des unlauteren Wettbewerbs. Ausgelöst wurde die Klage durch eine von Neumann im Rundfunk vorgetragene Parodie:„Pack die Kinderlieder aus und mach ein Geschäft daraus.“ Froboes fordert, daß Neumann in den vier großen Radiozeitschriften eine Widerrufserklärung veröffentlicht. Da außerdem in der Parodie die Grenzen der Persiflage weit überschritten seien, verlangt Froboes eine grundsätzliche Feststellung der Schadenersatzpflicht. Der Anwalt des Klägers kritisierte scharf den Neumannschen Liedertext, in dem gesagt wird, daß das Kind seinen Vater ernähre, daß die von Cornelia vorgetragenen Melodien„geklaut“ seien und daß Cornella„völlig unbegabt“ sei. Der Beschluß des NWDR, keine Kinder mehr im Fernsehfunk auftreten zu lassen, stehe im Zusammenhang mit der Neumannschen Parodie. Klaus-Günther Neumann betonte, es habe Ihm völlig ferngelegen, beleidigend zu sein. Für den von Neumanns Anwalt vorgeschlagenen Vergleich erbat sich die Gegenselte Bedenkzeit. Das Gericht will sein Urteil am kommenden Sonnabend verkünden. Am 20. Oktober hatte das Westberliner Landgericht auf Antrag von Gerhard Froboes eine einstweilige Verfügung erlassen, nach der Neumann die wesentlichen Teile seines Liedes Pack die Kinderlieder“ nicht mehr vortragen durfte. Essen.— Die Schaumburger Märchensänger trafen nach einer fast achtwöchigen Reise durch die USA mit einem Sonderflugzeug wieder in der Heimat ein. Der aus 35 Jungen und Mädchen im Alter von 6 bis 16 Jahren bestehende Chor hat in USA über 30 Konzerte vor mehr als 60 000 Zuhörern gegeben. Chorleiterin Edith Moeller sagte nach dem Verlassen des Flugzeuges:„Wir haben den Amerikanern so gut gefallen, daß sie uns am liebsten gleich dabehalten hätten.“ Als Dank für die freundliche Aufnahme in den USA wollen die Märchensänger in Nach vorläufigen Ermittlungen des Statistischen Bundesamtes sind im Oktober 1 070 752 Tonnen Walzstahlfertigerzeugnisse hergestellt worden gegenüber 1 032 636 Tonnen im September. Die produktionstägliche Leistung war mit 40 148 Tonnen um 432 Tonnen höher als im Vormonat. fünf Sprachen eine Schallplatte mit deutschen Weihnachtsliedern besingen und nach Amerika senden. Durch die Reise in den USA, bei der die Märchenkantate„Die Nachtigall“ und deutsche Volkslieder den größten Beifall fanden, ist es dem Chor gelungen, den finanziellen Grundstek zum Bau eines Waisenhauses zu legen. Der Chor wurde von den beiden Fürsorgerinnen Edith Moeller und Erna Pielsticker vor vier Jahren gegründet, um„Geld zur Unterbringung elternloser Kinder“ durch Konzerte zu beschaffen. Auch so kann man die Welt erobern Schaumburger Märchensänger aus USA zurückgekehrt— Freundliche Aufnahme Auf dem Heiligen-Geist-Feld in Hamburg tut sich etwas. Verwirrend militärisch anmutende Geräte werden hier und dort von fleißigen Händen aufgebaut— aber die Hamburger schmunzeln. Sie wissen, es ist die Vorbereitung zum Hamburger Dom 1954, der glanzvoller denn je am Sonnabend, dem 20. November, eröffnet werden soll. Diese„AtomKanone“ entpuppt sich als noch sehr nacktes Karussell, das unter dem Namen„Blizzard“ vom Eröffnungstag an die Hamburger Jugend über Höhen und Tiefen der lustigen Seite des Lebens führen soll. „Geisterflugzeug“ über NRW Düsseldorf.— Das„Geisterflugzeug“ von NRW hat jetzt offiziell Erlaubnis bekommen, nach Einbruch der Dämmerung und in den Nachtstunden über den Städten des Rhein-Ruhr-Gebietes zu fliegen, Die geheimnisvolle Maschine wird als erstes Nacht-Werbeflugzeug in der Bundesrepublik eingesetzt und soll mit brennendroten Neonlichtstrahlen vom 15. November ab Werbeflüge unternehmen. Das tiefe Brummen des zweimotorigen Flugzeuges wird kaum überhört werden können. Es fliegt nur wenige hundert Meter hoch über den großen Städten des rheinischwestfälischen Industriegebietes— und wird selbst überhaupt nicht gesehen werden, Dafür werden die in Drei-Sekunden-Abständen aufzuckenden Leuchtfarben ängstliche Gemüter vielleicht hier und da erschrecken. Da in den letzten Tagen die Zahl der bisher regelmäßigen„UntertassenMeldungen“ bedenklich nachgelassen hat, kann mit Sicherheit mit neuen Beobachtungen geheimnisvoller Himmelskörper gerechnet werden. Das Flugzeug überfliegt folgende Städte: Wuppertal, Solingen, Duisburg, Bochum, Gladbeck, Recklinghausen, Lünen, Hamm, Unna, Dortmund, Witten, Castrop- Rauxel, Hagen, Wanne- Eickel, Gelsenkirchen, Essen, Düsseldorf und Köln. Wohnungen statt Ehrenmal Herne.— Ein Antrag verschiedener Organisationen, aus den Mitteln eines seit Jahren bestehenden Denkmalfonds ein Ehrenmal für die Toten des zweiten Weltkrieges zu bauen, wurde von der Herner Stadtverwaltung abgelehnt. Sie schlug vor, das Geld zum Bau eines Wohnblocks für Kriegsopfer zu verwenden und damit zugleich der Toten zu gedenken und den Kriegsopfern zu helfen. Des„Teufels Bilderbuch" hinter Glas Bielefelder Spielkartenfirma zeigt einzigartige Ausstellung Recklinghausen.— Kabeck und Genossen, die Ecarté-Falschspieler des Jahres 1928, vom Berliner Landgericht verurteilt, werden wahrscheinlich nie daran gedacht haben, daß sie ebenso wie ihr Kollege Jüdel aus dem Jahre 1926 je eine Seite in des„Teufels Bilderbuch“ erhalten und ihre Tricks in einem Kunstmuseum hinter Glas gezeigt werden würden. Sie sind ein Teil einer einzigartigen Ausstellung, die die Kunsthalle in Recklinghausen veranstaltet. Die Bielefelder Spielkarten GmbH hat damit ihren größten Schatz zur Schau gestellt. Es sind Spielkarten aus fünf Jahrhunderten, aus Europa und aus Asien. Moderne Falschspieler, die hier eine Lehrstunde absolvieren wollen, werden allerdings ein wenig enttäuscht sein. Im Vordergrund steht nämlich die Spielkarte im Wandel der Jahrhunderte— die Karte, die nur dem Zeitvertreib gilt, die aber auch immer jenem magischen Hauch umwittert war, weil sie über Glück und Unglück entschied, über Gewinn und Verlust. Der geheimnisvolle Zusammenhang zwischen Schicksal und Karten, der auch heute noch lebt, spielt dabei seine bedeutende Rolle. Die Falschspieler, die ihrem eigenen Glück nachzuhelfen suchen, bilden dabei nur eine Randerscheinung. Sie sind allerdings in manchen Zeiten eine solche Seuche, daß die Polizei eigens Falschspielerlisten angelegt hat, in denen Namen und Tricks geführt werden. Die Bielefelder Firma hat sich Abschriften der Gerichtsurteile beschafft. Sie füllen einen dicken Band. Säuberlich eingeklebt sind darin die Werkzeuge der Schwindler mit dem Glück: ihre Spielkarten. Da sind die Abschriften der Urteile gagen die 1898 in Magdeburg erwischten Falschspieler Albert Spitzki, Hermann Berger von Ruchnit, von Beruf Büfettier, und den Kellner Leopold Löw aus Arad. Da sind Karten fürs Ecarté, bei denen die Könige mit ihrem Rand um einen Hauch überstehen und beim Mischen und Geben von geübten Händen sofort erkannt werden. Kabeck hat so gearbeitet, während Jüdel die Könige mit dem Fingernagel zinkte. Da sind auch die auf der Rückseite gezinkten Karten, die nur von wahren Künstlern benutzt werden können, weil der ahnungslose Mitspieler die winzigen weißen Punkte, die entweder in die Ornamente eingekratzt oder eingestochen sind, gar nicht bemerkt. Dazu gehören scharfe Augen und ein blitzschnelles Reaktionsvermögen. Ein winziges weißes Pünktchen sagt, ob es sich um einen König, eine Dame öder einen Buben handelt. Ein zweites Pünktchen gibt Auskunft über die Farbe. Die Falschspieler, die die Karten erst wirklich zum„Bilderbuch des Teufels“ gemacht haben, sind sicherlich schon so alt wie die Karten selbst. Der Braunschweiger Johann Heinrich Knust versah die von ihm gedruckten Spielkarten schon 1775 mit dem Spruch: „Spiel nie in der Fremde, sonst verliers Rock und Hemde!“ (3YG im Berufsverkehr Ab 1956 soll es in Europa keine 3. Klasse mehr geben— Der neue Wagen der Bundesbahn Düsseldorf.— C3 Y G ist keine mathematische Formel. Es ist ein neuer Personenzugwagen, der in erster Linie im Berufsverkehr eingesetzt werden soll. Denn mit Recht wurde in den letzten Jahren von Arbeitern, Schülern und anderen Fahrgästen die Klage geäußert, daß für den Berufsverkehr die schlechtesten Wagen eingesetzt würden. Dieses Bild wird sich schon sehr bald grundlegend ändern, denn der Wagen C3YG ist ein heller, freundlicher Wagen mit 62 gepolsterten Sitzplätzen, mit guter Beleuchtung, großen Fenstern, mit vorbildlicher sanitärer Anlage und mit Durchgangsmöglichkeit von Wagen zu Wagen. Der Wagen, der jeweils aus zwei 13,3 m langen, fest aneinander gekoppelten Wagen besteht, ist aus den guterhaltenen Unterteilen alter Wagen zusammengesetzt, die lediglich statt der Holzverkleidung mit einem Stahlaufbau versehen wurden. Die Kosten dieser Doppelwaggons betragen rund 64 000 DM. Die Serienherstellung ist bereits angelaufen, und es sollen noch in diesem Jahr 1200 Wagen eingesetzt werden. Auch unter den 5000 D-Zug-Wagen wird es in naher Zukunft einige Veränderungen geben. So wird jetzt der über 84 Sitzplätze verfügende 26,4 Meter-Wagen eingesetzt, der sich durch elektrische Beleuchtung und durch warmes Wasser auf den Toiletten auszeichnet. Er soll durch die Einrichtung von abgeschlossenen Abteilen verbessert werden. 165 000 DM kostet dieser Wagen. Man kann sich also ausrechnen, daß ein normaler D-Zug ungefähr eine Million DM kostet, wozu dann noch der Preis von 250 000 DM für eine Lokomotive kommt. Interessant für den Reisenden wird es sein, daß er ab 1956 in ganz Europa nicht mehr dritter Klasse fahren kann. Es wird dann nur noch die erste und zweite Klasse geben. Das heißt natürlich nicht, daß dann der Zweite-Klasse-Reisende auf harten Holzbänken sitzen muß. Die werden vollständig aus dem Verkehr verschwinden. Besonders reizvoll unter den 25 000 Personenwagen der Bundesbahn sind natürlich die sogenannten Tanzwagen. Auch hier sind wesentliche Verbesserungen vorgenommen worden. Es ist nicht mehr wie im Anfangsstadium, da man sich mit einem„Stühle raus, Lautsprecher rein, Rübenschnaps her“ begnügte. Heute sind diese Wagen mit Radio, Schallplatten, Kinoanlage, Bar und bequemen Sitzen ausgestattet. Reisen wird also in Zukunft immer mehr und mehr zu einem Vergnüden werden, und das Wort„Reisestrapaze“ wird sicherlich eines Tages nicht mehr existieren. Milch mit Wasser„gestreckt" Für Panscherei sechs Monate- Mit 932 Liter Wasser über 500 DM verdient Bamberg— Die 42jährige Maria Schwinn aus Zell wurde vom Bamberger Schöffengericht zu sechs Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt, weil sie als Milchverkäuferin ihre Ware bis zu 25 Prozent mit Wasser„gestreckt“hatte. Mit dieser Panscherei wollte sie sich für ihre geringe Entlohnung schadlos halten, Innerhalb weniger Wochen hatte sie unter Verwendung von 932 Liter Wasser über 500 Mark verdient. Ein zusätzliches Glas Wasser brauchte sie im Gerichtssaal, um das Urteil hinunterzuschlucken. Drei Monate Gefängnis im U-Bahn-Prozeß Hamburg.— Im Hamburger U-Bahn-Prozeß verurteilte das Erweiterte Schöffengericht den angeklagten Zugführer Franz Burmeister zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten mit zwei Jahren Bewährungsfrist. In einer längeren Beweisaufnahme und zwei Lokalterminen hatte das Gericht versucht, den Unfall zu klären, bei dem am 8, September rund 50 Fahrgäste verletzt worden waren. Der von Burmeister geführte Zug war auf einen infolge einer Signalstörung vor einem Bahnhof haltenden Zug aufgefahren. Nach den Angaben des Fahrers müssen die Bremsen seines Zuges versagt haben. Dies wurde von den Sachverständigen bestritten. Der Prozeß hatte eine aufsehenerregende Wendung durch den Anruf eines Unbekannten bei dem Verteidiger Burmeisters erhalten, daß er ein Bremsventil geschlossen habe, so daß die Luftdruckbremsen in den letzten drei Wagen des Zuges nicht in Tätigkeit treten konnten. Bei einem neuen Lokaltermin konnte diese Möglichkeit jedoch nicht bewiesen werden. Das deutsch- türkische Handelsabkommen ist bis zum 31. Dezember 1954 verlängert worden Neue deutsch-türkische Wirtschaftsverhandlungen beginnen am 15. November in Ankara. Der afghanische Wirtschaftsminister Dr. Abda Rauf wies vor der Presse in Bonn aur dre Möglichkeiten einer verstärkten wirtschaftlichen Zusammenarbelt zwischen der Bundesrepublik und Afghanistan hin. Die Bundesreglerung habe Ihm gesagt, daß sich deutsche Firmen im Rahmen des deutsch-afghanischen Wirtschaftsabkommens in Hôhe von 60 Milllonen DM an Investitionsgüterlieferungen nach Afghanlstan betelligen können. Auf der Genfer Gatt-Tägung machte der britische Handelsminister Thorneycroft eine Reihe von Vorschlägen zur Stärkung des Gatt. Er erklärte, Großbritannlen wünsche vor allem, die bestehende Bindung der Zolltarife bis 1957 auszudehnen. Auch der amerikanische Präsident Eisenhower sprach sich in einem Schreiben, das von dem amerikanischen Chefdeleglerten verlesen wurde, für eine Ausweltung des Gatt aus egier es waime Unteihosen?" Fremdenverkehr hinter dem Schalter erlebt—„Immer nur lächeln...“— Eine Sänfte gesucht München.—„Ich hab’s zusammengerechnet.... 150 Tage lang habe ich jetzt gelächelt, immer nur gelächelt“, erzählt ein Angestellter des Münchener Verkehrsvereins. Er ist einer von den Vielen, die während Vor-, Hoch- und Nachsaison des Fremdenverkehrs gleichsam als Hebamme die Fremden auf den rechten Weg weisen und ihnen Unverständliches verständlich machen.„Haben Sie ein Einbettzimmer mit nur einem Bett?“ Was soll man da schon sagen? „Bitte, den Herrn obersten Leiter des Verkehrsvereins“, verlangte ein Mann mit Trachtenhut und Gamsbart. Vertraulich beugte er sich über den Schaltertisch und flüsterte:„Ich war auf dem Oktoberfest und da hat es mich so gefroren.., wo krieg ich eine lange, warme Unterhose?“ Man schickte ihn in ein Textilgeschäft. Nach einer Viertelstunde war der Mann mit dem Gamsbart wieder da. Aus der Joppentasche zog er eine Unterhose und fragte:„Kann ich mich jetzt gleich bei Ihnen umziehen?“ Der Gesschäftsführer wollte kein Spielverderber sein und räumte für fünf Minuten sein Büro.„So, jetzt trink ich mindestens fünf Maß auf Ihr Wohl“, bedankte sich der Trachtler und verschwand in Richtung Wiesn. Hauswurst nach Lageskizze Manchmal mußte die Besatzung der kleinen Fremdenverkehrszentrale am Hauptbahnhof schon detektivische Aufgaben lösen. In einem langen Brief schilderte eine Amerikanerin aus Santa Monica in Kalifornien, daß sie in einem Porzellangeschäft in der Innenstadt eine kleine Figur gesehen habe, ein nacktes Mädchen, die Arme über dem Kopf verschränkt. Sie wolle unbedingt diese Figur haben. Man suchte die Schaufenster ab und entdeckte in einem Geschbäft die Figur, die dann sofort die Reise über den großen Teich antrat. Eine Hamburgerin hatte in einem Feinkostgeschäft Hartwurst gekauft, die ihr so gut schmeckte, daß sie gleich einen ganzen Karton davon haben wollte. Natürlich wußte sie den Namen des Geschäftes nicht und fügte deshalb ihrem Brief eine genaue Lageskizze bei. Der Verkehrsverein erledigte die Nachbestellung prompt. Diätkur sehr gefragt Schluchzend erzählte ein Mädchen:„Mein Freund ist Trometer in irgendeinem Münchner Nachtlokal..., seit fünf Wochen hat er nichts mehr von sich hören lassen, und ich müßte ihm doch so dringend etwas sagen... bitte, helfen Sie mir!“ Die Kapelle wurde Bonn.— In der Nähe des Bundeshauses in Bonn wurde ein Dienstkraftwagen der französischen Hohen Kommission mit Angehörigen einer französischen Nachrichtenagentur von zwei Männern angehalten. Unter Bedrohung mit einer Pistole wurden die Wageninsassen aufgefordert, Geld und Wertsachen herauszugeben. Die Räuber nahmen ihnen ein Portemonnaie mit zehn Mark und eine Mappe mit Nachrichten ab. Anschließend haben die Räuber den Volkswagen geraubt und sind in rasender Fahrt geflüchtet. Bei dem Überfall stand der eine Täter auf der Fahrbahn, der andere auf dem Bürgersteig. Als der Volkswagen anhielt, weil der Fahrer glaubte, man wünsche eine Auskunft von ihm, trat der Mann auf der Fahrbahn mit vorgehaltener Pistole und der lauausfindig gemacht, aber wie die Geschichte ausging, weiß man beim Verkehrsverein nicht. Viele auswärtige Gäste erkundigten sich nach dem Oktoberfest, wo man eine Diätkur machen könne, weil das Münchner Bier zwar sehr gut sei, aber auch dick mache.„Meine Frau geht keinen Schritt mehr aus dem Hotelzimmer, wenn ich ihr die Diätkur nicht bringe“, erklärte ein Berliner Geschäftsmann. Ein Amerikaner kabelte an ein großes Münchner Reisebüro in der Theatinerstraße, daß er beabsichtige, die bayerischen Königsschlösser zu besichtigen. Er hasse es aber, einen Schritt zu Fuß zu gehen und er wolle deshalb eine Sänfte mieten. Zwei Tage später teilte er dem Reisebüro mit, daß er für heuer seine Deutschlandreise aufgegeben habe, weil ihn Östasien mehr interessiere. ten Forderung nach Geld auf den Fahrer zu. Der andere Räuber drang in das Auto ein, entriß dem überraschten Fahrer die Brieftasche und drängte ihn aus dem Wagen heraus. Der Volkswagen wurde bald darauf in Köln von der Polizei entdeckt. Ein Polizeiauto nahm die Verfelgung auf. Als die Polizisten sich beinahe Seite an Seite mit dem flüchtenden Volkswagen befanden, stoppte dieser plötzlich und fuhr mit aufgeblendeten Scheinwerfern im Rückwärtsgang. Dabei sprangen die Banditen aus dem Wagen und flüchteten in nahe Schrebergärten. Ein Polizist gab vier Schüsse ab, die aber nach der Darstellung der Polizei wahrscheinlich ihr Ziel verfehlten. Die Banditen entkamen. Gangster raubten Auto Schüsse verfehlten ihr Ziel Polizei Seite an Seite mit flüchtenden Wagen, doch Banditen entkamen Facharbeitermangel greift um sich Höchster Beschäftigungsstand seit Bestehen der Bundesrepublik Nürnberz— Die Zahl der Beschäftigten im Bundesgebiet nahm im dritten Quartal um 330 638 zu und stieg damit auf 16 830 747. Das sind über 786 000 mehr als Ende September vergangenen Jahres. Damit ist der höchste Beschäftigtenstand seit Bestehen der Bundesrepublik erreicht. Der zunehmende Mangel an leistungsfähigen Fach- und Hilfskräften zeigt, daß die Reserve an qualifizierten Arbeitskräften ziemlich erschöpft ist. Die günstige Situation der Wirtschaft spiegele sich deutlich wider. Der Kräftemangel zwang bereits Betriebe, an Stelle von Fachkräften Jugendliche oder Frauen als Anlernkräfte einzustellen oder zu Schichtarbeit überzugehen. Die Arbeitsverwaltung ist bemüht, durch den Ausgleich innerhalb der Bezirke und durch Umschulungen den Kräfteanforderungen nachzukommen, doch waren am Ende des dritten Vierteljahres bei den Arbeitsämtern noch mehr als 101 000 offene Stellen für Männer gemeldet, gegen 73000 zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Demonstration mit Rübenlaternen Blumen aufs Grab als Sühne— Temperatur sechs Grad zu hoch Ausgehöhlte Rüben mit brennenden Kerzen hängten dieser Tage die Anlieger der Eschener Allee in dem Dorf Sandhorst bei Aurich vor ihre Häuser. Sie protestierten auf diese originelle Art dagegen, daß ihre Straße ohne Beleuchtung ist. Mit solchen Rübenlampen wurde zum letzten Male vor 108 Jahren die Straße beleuchtet. Die Demonstration bildet zwar das Tagesgespräch in Sandhorst und Umgebung, die Sandhorster Gemeindeväter haben jedoch noch nicht dazu Stellung genommen. Einem jugendlichen Verkehrssünder erteilte der Oberamtsrichter in Gunzenhausen(Mittelfranken) neben einer Verwarnung den Auftrag, der Frau, die er Ende September mit seinem Motorrad angefahren und tödlich verletzt hatte, am nächsten Todestag einen Blumenstrauß aufs Grab zu legen. Die Schuld des Jugendlichen bei dem Unglücksfall war nur gering, so daß selbst der Anklagevertreter auf Freispruch plädiert hatte. Die Temperaturen in Norddeutschland lagen am Freitag mit zwölf Grad um sechs Grad über den langjährigen meteorologischen Beobachtungen für diese Jahreszeit. In Süddeutschland wurden zehn Grad und in Nordrhein-Westfalen sogar dreizehn Grad Wärme gemessen. Der Gipfel des Brockens, des in der Sowjetzone liegenden höchsten Berges des Harzes, ist von einer zentimeterdicken Rauhreifschicht überzogen. Am Freitagmittag betrug dort die Temperatur drei Grad unter Null. Skandinavische Spenden im Werte von zehntausend Mark, darunter Wolldecken, Kleidungsstücke und Schuhzeug, wurden von der Leiterin des„Flüchtlingshilfswerks Friedrichsruh im DRK“, Fürstin Annemarie von Bismarck, an 65 kinderreiche Familien in Ratzeburg verteilt. Ein Grubenrettungshaus wurde auf der Schachtanlage Fürst Leopold Baldur in Hervest-Dorsten eingeweiht. Die Männer der Grubenwehr sollen in dem neuen Haus mit Gasschutzgeräten bei Hitze und Qualm auf Übungsstrecken unterrichtet werden. Die Universität Münster wird zu zwei Drittel wiederaufgebaut sein, wenn die Bauvorhaben dieses Jahres vollendet sind. Mit dem zweiten Bauabschnitt des Gebäudes der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Italienreise für 50 Pfennig 14 Personenkraftwagen, 10 Motorräder, Rundfunk- und Fernsehgeräte sind nur ein Teil der Gewinne im Gesamtwert von 425 000 DM, die die diesjährige Weihnachtstombola der freien Wohlfahrtsverbände Hamburgs bietet. Senator Dr. Kiep-Altenloh als Präses der Sozialbehörde eröffnete am Donnerstag die traditionelle Tombola zum Weihnachtsfest, deren Erlös für Bedürftige, Kranke und Alte bestimmt ist. Neben der Budenstadt am Hamburger Hauptbahnhof sind der Altonaer Bahnhof und der Harburger Rathausplatz Tombola-Zentren, in denen schmucke Schornsteinfegerinnen das Glück an den Mann bringen wollen. Klein-Uschi sollte hier für Mutti das erste Los aus dem Glückskasten fischen. Großbrand zerstörte Holzwerk Wetzlar. Die Holzwerke Wilhelmi in Dorlar(Kreis Wetzlar) wurden durch einen Großbrand fast vollständig eingeäschert. Das Feuer fand an den Holzvorräten reiche Nahrung Vierzehn Feuerlöschzüge konnten ein Übergreifen der Flammen auf eine größere Treibstoffanlage verhindern, die sich auf dem Werksgelände befindet. Der Brand ist vermutlich dadurch entstanden, daß Holzwolle auf dem Transportband zur Preßanlage über einem heißgelaufenen Lager Feuer fing. Nach vorsichtigen Schätzungen beträgt der Schaden rund 1,5 Millionen DM Prälat Leufkens 75 Jahre alt Münster.— Prälat Josef Leufkens, päpstlicher Ehrenkämmerer und Generalvikariatsrat, wurde dieser Tage 75 Jahre alt. Der in Straelen(Niederrhein) geborene Prälat Leufkens, der seit 1931 am bischöflichen Generalvikariat in Münster tätig ist, erwarb sich in den Jahren 1920/31 besondere Verdienste um die seelsorgliche Betreuung der deutschen Gemeinden in Rom, Florenz und Venedig. In Anerkennung dieser Verdienste wurde ihm 1931 die Ernennung zum päpstlichen Ehrenkämmerer zuteil In den letzten Jahren begleitete Prälat Leufkens zahlreiche Pilgerzüge nach Lourdes und Rom. Rhelnisch-Westfälis che Börse Düsseldorf, 12. November. HAHN mit überflüssigen Hinterbeinen Er fehlt in Brehms Tierleben, dieser vierbeinige Hahn, denn Vierbeiner, die nicht zu den Säugetieren, sondern zu den Vögeln zählen, kannte Herr Brehm nicht. Dieser 16 Wochen alte Hahn, der auf einer Geflügelfarm in Resse(Kreis Burgdorf) zur Welt kam, ist allerdings auch eine Abnormität. Seine belden überflüssigen Hinterbeine sind steif und dienen nicht zum Laufen. Tendenz: Lebhaft und wieder fester. Industrie-Aktien Kaufhof 218 bz Accu-Hagen 140 bz Krefft 86 bz AEG 180½ bz Mannesmann 155 bz Allg. Hoch-& Ing.— G Mülheimer Berg 136¼ Badische Anilin 202 bz GNordwestd. Hütten Balcke Maschinen 166 bz 147% bz Bergb.Ew.Ludw. 132½ bz Rhein. Braunkohle 187 bz BMW 124½ bz Rheinstahl 266 bz Bemberg 120½ bz RWE 184 bz Beton-& Monier 176 G Rheinmetall 27¼ bz Boswau& Knauer Rheinpreußen 148 bz — G Taxe 150Rheinst.-Union 149½ b2 Buderus 169 G Salzdetfurth 196 bz Burbach 170 bz Schering— Busch Jaeger 243 G Schiess 178¼ bz Cassella 280 bz G rep. Schwabenbräu 145 bz Siem. Stämme 233½ bz Siem. Vorzüge 225 bz Stamag 147 bz Ver. Dt. Nickel 171 bz Ver. Rumpus 109 Br Ver. Stahlwerko 82½ bz Wasser-Gelsenk. 166 bz G Conti-Gummi 200½ bz Consolidation 146 bz G Daimler 215 bz G Demag 210 bz Dt. Conti Gas 193 G Dt. Erdól 155½ bz Br Didier—C Dortm. Akt. Br. 206 bz Wintershall 185 bz Dortm. Ritter Br.— Zellwald 147 bz Dortm. Union 201¼ bz Bank-Aktien Dynamit Nobel 204 bz Commerzb. Liqui 14 bz Essener Steink. 123 bz Bankverein Westd Farbenf. Bayer 210½ bz 198½ bz G IG Farben Liqui 44 bz Deutsche Bank Liqui Feldmühle 212 bz G Felten 161½ bz Goldschmidt 139 bz Harpener 121 bz Hindrichs Auff. 75 G Hochtief 156½ G 15 bzG Rheinisch-Westf. Bank 185 bz G Dresdner Bank Liqui 14½ bz G Rh.-Ruhr-Bank 184 bz G Hoechster Farben 202 bzG Freiverkehr Hoesch Kabel Rheydt 202 bz Kali-Chemie 191¼ bz Phrix Namens 52-53½ Karstadt 192C Chem.Faser Inh. 123-129 Nordd. Lloyd 66 G Phrix-Inh. 56-59 Rhein. Kunstseide 99-105 Schulth. Stämme 34-36 Übermittelt vom Bankverein Westdeutschland DM-West— DM-Ost Frankfurt(Main). Die Wechselstuben kaufen 67,50 DM Ost für 100 DM-West und verkaufen 100 DM-Ost für 22,71 DM-West. Zahnärztin nahm sich das Leben aus Angst vor dem Gericht Schwerte.— Aus Furcht vor einer gerichtlichen Strafe hat sich nach einer Mitteilung der Polizei die unverheiratete Zahnärztin Mimi Warmow in Schwerte durch Gift das Leben genommen. Eine ihrer Patientinnen, die nach der Behandlung unter Lähmungserscheinungen litt, hatte der Zahnärztin durch einen Anwalt gerichtliche Verfolgung angedroht und sie hart bedrängt, weil sie angeblich falsch behandelt worden sei. Dies nahm sich die Arztin so zu Herzen, daß sie beschloß, aus dem Leben zu scheiden, was aus einem Abschiedsbrief hervorging. An ihre langjährige Hausangestellte ließ die Arztin ein Weihnachtspaket zurück. Vor der Justiz ins Rathaus geflohen Herne.— Nachdem sie wegen ungebührlichen Benehmens vor Gericht zu einer Ordnungsstrafe von einem Tag Haft verurteilt worden war, floh eine 25jährige Frau aus dem Gerichtsgebäude in Herne ins gegenüberliegende Rathaus. Dort wurden auf Anordnung der Kriminalpolizei sämtliche Türen geschlossen. Die Frau wurde nach kurzer Verfolgung im Treppenhaus festgenommen. Sie hatte sich auf Grund einer Privatklage wegen Beleidigung und Verleumdung zu verantworten gehabt. 300 000 Mark für besten deutschen Film Bonn.— Der Ausschuß für Fragen der Presse, des Rundfunks und des Films im Bundestag hat im Rahmen künftiger Hilfsmaßnahmen auf dem Gebiete des Film. beschlossen, für die Auszeichnungen beste Jahresleistungen der deutschen Filmproduktion und für sonstige fördernde Maßnahmen im Bundeshaushalt 2,5 Millionen anstatt bisher 15 000 Mark bereitzusteller Die Vorschläge des Ausschusses gegen auf Anträge des CDU/CSU und der SPD zurück. Der Bundesfilmpreis für den besten deutschen Spielfilm soll mit einer Prämie von 300 000 Mark, der zweitbeste Spielfilm mit 150 000 Mark, der Preis für den besten deutschen Kulturfilm mit 50 000 und der zweitbeste Kulturfilm mit einer Prämie von 25 000 Mark ausgestattet werden. 36 Bethel-Missionare in Afrika Bielefeld.— Die Bethel-Mission hat in der Nachkriegszeit ihre Arbeit auf den Missionsfeldern in Afrika wesentlich ausweiten können. Wie die Missionsleitung am Freitag in Bielefeld mitteilte, stehen wieder 36 Mitarbeiter aus Bethel im Dienste der AfrikaMission. 20 sind in Tanganjika, dem früheren Deutsch-Ostafrika, und 16 in Südafrika tätig. Noch in diesem Jahr werden fünf Mitarbeiter der Bethel-Mission, zwei Diakonissen, eine Missionarin und ein junger Pastor mit Frau, nach Afrika reisen. Ochsensepp er niedersächsische Ministerpräsident Hinrich Wilhelm Kopf verschickte während seines Amerika-Aufenthalts eine Ansichtskarte mit der Auschrift:„Au den Ochsensepp in München“. Die Bundespost stellte die Karte ohne langes Zögern dem ehemaligen bayerischen Justizminister Dr. Josef Müller zu. Dr. Müller hat diesen Spitznamen, weil er in seiner fränkischen Heimat in jungen Jahren das Kutschieren mit Ochsen hatte erlernen müssen. Zu Tode geknüppelt Drei Mann gegen einen— Staatsanwaltschaft: keine Notwehr Vlotho.— Grauenhafte Vorgänge auf einem Hof in Valdorf bei Vlotho an der Weser werden in Kürze das Bielefelder Schwurgericht beschäftigen. Der 46jährige Gärtner Günther hatte die Tochter des Landwirts Stille geheiratet. Günther hoffte, daß er den Hof erbe. Als der Schwiegervater das Anwesen verkaufte und Günther nebst Frau zwangsexmittiert wurden, kam es zwischen ihm und dem neuen Besitzer zu Auseinandersetzungen. Eines Tages erschien Günther auf dem Hof, um Sachen, die ihm gehörten, von der Deele zu holen. Der Zutritt wurde ihm verweigert. Da Günther Drohungen ausstieß, rief der neue Besitzer mehrere andere Männer, u. a. seinen Sohn, zur Hilfe herbei. Angeblich soll Günther dann tätlich geworden sein. Jetzt schlugen die drei Männer mit Knüppeln auf ihn ein, bis er zusammenbrach. Sie behaupten, daß der schwer angeschlagene Günther sich nach einiger Zeit erholt und wieder habe angreifen wollen. Deshalb schlugen die drei kräftigen Männer erneut auf Günther mit Knüppeln ein, bis er nur noch röchelte. Als schließlich ein Polizeiwachtmeister auf dem Hof erschien, war Günther halb tot. Er röchelte:„Herr Wachtmeister, habt Erbarmen mit mir,“ Wenige Stunden später war er tot. Die Ärzte stellten mehrere Schädelbrüche und zahlreiche andere schwere Verletzungen fest. Sie hätten in Notwehr gehandelt, behaupteten die drei Männer bei der Polizei. Aber die gerichtliche Voruntersuchung ließ das als so unwahrscheinlich erscheinen, daß die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang vor dem Schwurgericht erhob.(K.) Verkehrsfläche ist Mangelware Revierstädte im Kampf gegen die Nadelöhre des Verkehrs Essen— Die Großstädte des Ruhrgebietes strengen sich außerordentlich an, ihr Straßennetz den wachsenden Anforderungen des Straßenverkehrs anzupassen. Die Städte bemühen sich, die Innenstadt vom Verkehr zu entlasten und die Mangelware„Verkehrsfläche“ so an die Verkehrsteilnehmer zu verteilen, daß der größte Verkehrseffekt erzielt werden kann. Vorbildliche Lösung in Bochum Das Ziel aller Planung ist vor allem, die Nadelöhre des Straßenverkehrs zu beseitigen. Dazu werden große Durchbruchstraßen, Ringstraßen und Parkraum vor allem am Rande der Innenstadt geschaffen, die man zu bestimmten Stunden und tagsüber für den Durchgangs- und Zufahrtverkehr sperrt. Die Stadt Bochum hat durch ein ungewöhnlich breites Achsenkreuz und eine den ganzen Stadtverkehr bestimmende Ringstraße eine Lösung gefunden, die vorbildlich ist. Sie wird ihre Krönung in dem neuen Hauptbahnhof erhalten, der in vier Jahren vollendet sein wird. Am Bahnhofsvorplatz, der heute bereits einen großen Teil seiner Funktionen als Zentralpunkt des Verkehrs ausübt, werden sich in einem Omnibusbahnhof 14 Linien treffen. Von hier führen Fußgängerstraßen in das Zentrum, as dem nach völligem Ausbau des Ringes jeder überflüssige Verkehr herausgezogen sein wird. Sorgenkind Ruhrschnellweg Die in Essen und Mülheim gesuchten Lösungen lassen sich erst andeutungsweise erkennen. Sie sind noch kein Ganzes, weil das Finanzielle noch nicht gelöst ist. Die größte Sorge beider Städte ist der Ausbau des Ruhrschnellwegs. An dem Ortsausgang Essen-Kray soll nunmehr ein kreuzungsfreies Bauwerk errichtet werden. Im Zuge der Kruppstraße wird der Ruhrschnellweg auf eine Länge von 950 Metern am Essener Hauptbahnhof unterirdisch geführt. An zwei anderen Straßenkreuzungen des Ruhrschnellwegs im Essener Gebiet wird die Straßenbahn unterirdisch kreuzen. Mülheim hat sich im Zentrum zu endgültigen Lösungen entschlossen, indem es eine Durchbruchstraße im Zuge der mit 18 700 Fahrzeugen ungewöhnlich stark befahrenen Schloßbrücke über die Ruhr und neue Zufahrten zum Ruhrschnellweg bauen wird. Die Straßenbahnen haben bei dieser Verkehrsneuplanung einen besonders starken Anteil. Ihr Wert als das entscheidende Transportmittel für den Massenverkehr erweist sich jeden Tag mehr. Nach Ansicht der„Vestischen StraBenbahnen“, ist die Straßenbahn— wenn sie auf einem eigenen Bahnkörper fahre— von keinem anderen Fahrzeug zu schlagen. In Kürze will die„Vestische“ zwischen Recklinghausen und Oberhausen-Österfeld über Herten, Gelsenkirchen-Buer, Gladbeck und Bottrop den durchgehenden Verkehr einrichten. Diese Strecke wird mit 32 Kilometern die längste Straßenbahnlinie des Reviers sein. Gericht entscheidet über Wert des Küssens Dortmund.— In einem Schadensersatzprozeß hat eine Frau unter anderem geltend gemacht, daß sie seit einem Autounfall, bei dem sie im Gesicht verletzt wurde, beim Küssen immer Schmerzen habe. Das Gericht muß nun überlegen, mit welchem Geldwert dieser bedauernswerte Umstand bei der Festsetzung einer Entschädigung zu berücksichtigen ist. Der Tod als Untermleter Fenstervorhänge mit Nitroglyzerin getränkt— Schwere Explosion Ingolstadt.— Drei Jahre lang lebte ein junges Ehepaar in Hallstadt(Oberfranken) in enger Gemeinschaft mit dem Tod: die hübschen Fenstervorhänge im Wohnzimmer waren mit Nitroglyzerin getränkt, wovon niemand eine Ahnung hatte. Elne brennende Zigarette löste jetzt eine schwere Explosion aus, bei der das Ehepaar schwer verletzt wurde. Der Vater der jungen Frau hatte den Vorhangstoff eines Tages von einem Sprengplatz mit nach Hause gebracht. Zunächst hatte man keine Verwendung dafür. Dann verarbeitete die junge Frau einige Meter des Materials zu Vorhängen und gab den Rest in eine Färberel, um aus dem ungefärbten Stoff Oberhemden für ihren Mann zu schneidern. Nun trat das Verhängnis ein: die glimmende Zigarette des Mannes, mit der er dem Vorhang zu nahe kam, löste eine Explosion aus, die die Wohnung vollständig verwüstete. Das Unglück geschah in Sekunden. Plötzlich gab es eine grelle Stichflamme, dann wurden die Wände durch den hohen Explosionsdruck auseinandergerissen. Mann und Frau erlitten schwere Brandwunden. Wenn die Arzte das Leben der beiden Verletzten retten können, haben sie ein Dasein mit verstümmeltem Gesicht vor sich. Die Untersuchung des Stoffes ergab, daß es sich um ein mit Nitroglyzerin getränktes Material handelt, wie es für Pulversäcke zum Füllen von Artilleriekartuschen Verwendung fand. Radfahrer Blutprobe entnommen Wuppertal.— Zum erstenmal wurde ir Wuppertal eine Blutprobe von einen Radfahrer entnommen, weil er unter Einfluß von Alkohol radelte und dadurch der Verkehr gefährdete. Der 17jährige Radfahrer leistete bei der Festnahme erheb lichen Widerstand. COPYRIGHT BY VERLAG KREMAYR& SCHERIAU, WIEN 1. Fortsetzung Der Beamte sieht mich über die Ränder seiner Brille interessiert an und weist mit einer freundlichen Handbewegung auf einen Stuhl. Zur Wärterin sagt er: „Warten Sie draußen, bis ich Sie rufe!“ Unschlüssig stehe ich vor dem Stuhl. Mein Blick senkt sich, fällt auf mein Sträflingskleid— der gelbe Streifen tut mir weh, zeigt er mir doch deutlich, daß ich in diesem Hause nur mehr eine Nummer bin, nichts weiter. Keine Ina Kahr, die Anspruch auf ein eigenes Leben erheben darf. Wie schnell sich doch das Rad des Schicksals drehen kann, und wie schnell es plôtzlich stehen bleibt! Der Beamte hat das Zimmer verlassen. Es dauert kaum eine Minute, ehe er wieder eintritt. „Der Herr Direktor wünscht Sie zu sprechen“, sagt er und weist zu der offenen Türe. Mein erster Blick fällt auf Erich Vogt. In seinen Augen lese ich das Erschrecken, das ihn bei meinem Anblick befällt. Meine Nerven vibrieren, und ich biete alle Kraft auf, um mich zu beherrschen. Erich hat die Schrecksekunde, wenn man die lange Zeitspanne des Entsetzens so nennen kann, überwunden. Er kommt auf mich zu und streckt mir beide Hände entgegen: „Frau Ina...“, sagt er leise. Ich fühle den ermutigenden Druck seiner Hände, der mir wieder Kraft gibt. Willenlos lasse ich mich zu einem Stuhl führen— jetzt erst bemerke ich den kahlköpfigen Mann, der hinter einem riesigen Schreibtisch sitzt und die Vorgänge interessiert verfolgt. Nachdem ich Platz genommen habe, räuspert er sich und spricht mich mit einer leisen, etwas nervösen Stimme an: „Ihr Anwalt, Herr Doktor Vogt, ist in Ihrer Sache bei mir vorstellig gewesen. Aus dem Gerichtsakt ist mir außerdem bekannt, daß Ihnen Einzelhaft und Schreiberlaubnis zugesagt wurde. Ich werde diesen Entscheid berücksichtigen, obwohl er gegen unsere Anstaltsordnung verstößt.— Ich würde es aber für klüger halten, wenn Sie, Frau Kahr, die Ihnen bewilligte Frist besser nützten, als mit Schreiben—.“ Er hält inne, als er sieht, wie sich meine Lippen zusammenpressen und mein Blick sich starr auf die Löschwiege richtet, die sich auf seinem Schreibtisch befindet. „... Ich meine, Sie sollten die Ratschläge Ihres Verteidigers befolgen. Ihr Prozeß hat viel Staub aufgewirbelt— die öffentliche Meinung ist für Sie— ich verstehe also nicht..?“ Wozu redet dieser Mann? frage ich mich. Glaubt er denn, daß ich aus meinem Schweigen, das ich während der langwierigen Voruntersuchung und während des Prozesses nicht gebrochen habe, jetzt heraustreten werde? Können die mir so völlig gleichgültigen Menschen denn nicht verstehen, daß ich nichts mehr will, weil mein Leben seinen Sinn verloren hat?— Außerdem zweifle ich an ihrer Hilfsbereitschaft. Warum sollten sie mir helfen wollen? Sie wissen nichts von meinem Schicksal, nur die feststehende Tatsache meines Vergehens gegen das Gesetz. Sie wollen sich ja doch nur selbst in das Licht der Öffentlichkeit rücken, um sich einen Vorteil zu sichern. Mitfühlen? Nein, das können sie alle nicht, Erich Vogt ausgenommen. Er aber respektiert mein Schweigen. „... Schließlich ist das Ihre Sache“, beendet der Direktor ziemlich ungehalten seine Rede. Er nimmt einen Akt zur Hand und beginnt darin zu blättern. „Sie erhalten also ab sofort eine Einzelzelle und die Genehmigung zu schreiben. Papier und Bleistift hat Herr Doktor Vogt bereits in genügender Menge mitgebracht. — Ich will noch ein übriges tun und werde Ihnen eine Petroleumlampe bewilligen, damit Sie schreiben können, so lange Sie wollen, und nicht von der generellen Lichtabschaltung in den Zellen betroffen werden.“ „Ich danke Ihnen, Herr Direktor.“ Meine Stimme klingt belegt und spröde, ich schlucke einige Male, um meine Kehle freizubekommen. „Können Sie Frau Kahr nicht die Genehmigung zum Tragen ihrer eigenen Kleider erteilen?“ wendet sich Erich an den Direktor. „Das ist ganz ausgeschlossen“, entgegnet dieser scharf.„Solche Ausnahmen können nicht gestattet werden, das würde nur böses Blut bei den anderen Häftlingen erregen!“ „Aber, Herr Direktor“, Vogt lächelt verbindlich,„da meine Klientin ohnehin in Einzelhaft ist, brauchen die anderen Häftlinge davon nichts zu wissen.“ „Sie vergessen die täglichen Spaziergänge, Herr Doktor!“ „Auf diese Spaziergänge würde ich gerne verzichten“, werfe ich ein. Die Aussicht, wieder meine eigenen Kleider, noch mehr, meine eigene Wäsche tragen zu dürfen, ist zu verlockend. Dieser graue Kittel drückt mich nieder und macht mich klein vor mir selbst. Mein Verstand sagt mir wohl, daß dies nur eine Außerlichkeit ist— und dennoch, ich würde mich in meinem gewohnten Gewande leichter und freier fühlen. Der Direktor aber setzt eine eisige Miene auf und schüttelt energisch verneinend den Kopf: „Der kontrollierende Arzt besteht auf der Einhaltung der Vorschriften. Dazu gehört der tägliche Spaziergang. Wir sind für die Gesundheit der Häftlinge verantwortlich.“ „Aber ich bitte Sie, Herr Direktor“, versucht Erich einzuwenden,„man muß doch berücksichtigen, daß es sich bei meiner Klientin um einen ganz außergewöhnlichen Fall handelt!“ „Ich bedaure“, sagt der Direktor mit etwas erhobener Stimme. Ich fühle, daß es sinnlos ist, auf der Erfüllung der Bitte zu beharren. Dabei ist alles so lächerlich: In drei Monaten findet mein Leben ein vorbestimmtes Ende, der Herr Direktor aber ist um meine Gesundheit besorgt. Ich sehe, daß Erich nach neuen Argumenten sucht, doch ehe er sprechen kann, sage ich leise: „Es ist nicht so schlimm, Herr Doktor. Ich danke Ihnen für Ihren guten Willen— aber ist es nicht ganz gleichgültig, welche Kleider ich in den letzten drei Monaten trage?“ Erich seufzt— sekundenlang herrscht Schweigen im Zimmer. Der Direktor blättert nervös in dem Akt, er bemüht sich, durch sein Gehaben anzudeuten, daß er sich zu keinem weiteren Entgegenkommen bereitfinden würde. „Kann ich mich mit meiner Klientin noch besprechen?“ fragt Erich. „Selbstverständlich, Herr Doktor!“ Der Direktor steht auf, sichtlich befriedigt, daß für ihn die Unterredung damit ihr Ende gefunden hat: „Das Konferenzzimmer nebenan steht Ihnen zur Verfügung. Ich werde inzwischen Weisung geben, daß die Sonderrechte, die wir Frau Kahr einräumen, genauest eingehalten werden.“ Erich führt mich in das Konferenzzimmer, wir setzen uns wortlos. Wie wohl es tut, weich und bequem zu sitzen, denke ich und werde dabei so müde, daß ich alle Willenskraft aufbieten muß, damit mir die bleischweren Augenlider nicht zufallen. Langsam geht die Müdigkeit vorüber... ...es war vielleicht eine Schwäche, die mich befiel, weil ich so lange nichts gegessen habe. Wie aus weiter Ferne dringt Erichs Stimme zu mir. „Ich habe als Ihr Anwalt die Pflicht, zu Ihrer Rettung alles nur Mögliche zu unternehmen, Frau Ina. Ich ahne, was Sie bewogen hat, den Spruch des Gerichtes anzunehmen. Aber, glauben Sie mir, selbst die entsetzlichsten Dinge in unserem Leben werden mit der Zeit blasser und verlieren das Schreckhafte. Ich weiß, daß Sie den notwendigen Abstand noch nicht gewonnen haben können. Deshalb will ich Sie heute noch nicht drängen. Aber ich werde die Schritte tun, die ich als Anwalt, und noch viel mehr als Freund, für richtig erachte.“ „Auch gegen meinen Willen, Erich?“ Er sieht mich mit seinen guten Augen lange an, dann antwortete er ruhig und fest: „Ja, Frau Ina, auch gegen Ihren Willen!“ „Warum wollen Sie in die letzten drei Monate meines Lebens Unruhe tragen? Warum, Erich?“ Er springt auf und geht im Zimmer auf und ab. Dann bleibt er vor mir stehen: „Weil es keine letzten drei Monate gibt! Sie gehören ins Dasein, Frau Ina. Sie haben kein Recht, Ihr Leben fortzuwerfen! Wenn Sie mich nur einen Blick in ihr Inneres tun ließen— ich bin überzeugt— daß ich bei einer Wiederaufnahme des Ver„Auf dem Tisch steht eine Petroleumlampe“, sagt die Wärterin langsam,„wenn Sie nach dem Ausschalten des elektrischen Lichts noch schreiben wollen, sagen Sie es der Nachtwache, sie wird die Lampe anzunden. Foto: Omega-NF-Verleih Jansen fahrens einen Freispruch, zumindest eine sehr milde Strafe erreichen würde!“ Ich sehe in seinen Augen, wie er um meine Zustimmung bittet. Aber er kann ja nicht verstehen, daß ich diese gerade ihm verweigern muß. Noch kann er es nicht verstehen. Ich muß dieses Gespräch abbrechen, auch dann, wenn ich ihm abermals weh tun sollte. „Wollen Sie mir einen Wunsch erfüllen, Erich?“ „Jeden“, antwortet er sofort.„Nur diesen einen nicht, daß ich nichts unternehmen soll.“ Ich schüttle den Kopf und zwinge ein Lächeln auf meine Lippen. „Ich möchte Sie nur bitten, mir ab und zu eine kleine Zubuße ins Gefängnis zu schicken. Ich habe draußen niemand mehr, der das für mich tun würde.“ „Selbstverständlich, Frau Ina. Ich habe bei dem etwas widerstrebenden Herrn Direktor bereits die Bewilligung erreicht, Ihnen dreimal wöchentlich ein Päckchen senden zu dürfen. Was in meiner Macht steht, will ich und werde ich unternehmen, um Ihr Los zu erleichtern.“ Er sagte das so schlicht und einfach und mir bleibt nichts anderes als das dürftige Wörtchen„danke“, das alles ausdrücken muß, was mich bewegt. Ich fürchte mich vor einer Fortsetzung des Gesprächs und stehe deshalb auf. „Ich danke Ihnen für alles, was Sie für mich getan haben, Erich.“ Er ist von dem unvermittelten Abbruch unserer Unterhaltung sichtlich betroffen— ich merke, daß er noch weitersprechen will, doch seine Lippen schließen sich wieder. Stumm begleitet er mich in das Zimmer des Direktors, der uns schon nervös erwartet. Er führt mich sofort in das Vorzimmer, bestrebt, jedes weitere Gespräch zu verhindern. Auch der Vorzimmerbeamte hat es sehr eilig, er händigt mir ein Paket aus und ruft die Wärterin, die mich wieder in meine Zelle zurückführt. Schweigend gehe ich neben der Stuckmann durch die langen Gänge. Das Paket ist schwer, ich muß es jede kleine Weile aus einer Hand in die andere nehmen, aber es birgt für mich eine Kostbarkeit: das Material, das ich brauche, um den kommenden drei Monaten den letzten Sinn meines Lebens zu geben. Immer stärker fühle ich die Verpflichtung, das niederzuschreiben, was hinter mir liegt. Ich bin es Erich Vogt schuldig. Wie schnell doch die Zeit verstreicht, wenn man nur mehr drei Lebensmonate vor sich sieht! Ich beginne zu rechnen. Drei Monate sind neunzig Tage— nein, es sind einundneunzig, da der Mai einunddreißig Tage hat. Wie freue ich mich über diesen einen Tag! „Ich werde das Paket tragen“, sagt die Stuckmann plötzlich und streckt die Hand aus. „Es geht schon“, antwortete ich rasch. Uin keinen Preis hätte ich das Paket aus der Hand gegeben. Nie hätte ich gedacht, daß gewöhnliches Papier und Bleistifte eine so ausschlaggebende Bedeutung in meinem Leben haben könnten. „Nach dem Essen bekommen Sie Zelle 17“, beginnt die Wärterin wieder das Gespräch.„Ich werde Ihnen auch eine Petroleumlampe bringen, wie es die Direktion angeordnet hat.“ Ich nicke und murmle ein„Danke“, das die Stuckmann zum Weitersprechen veranlaßt: „Wenn Sie sonst noch etwas brauchen— ich werde sehen, was sich machen läßt. Sie haben ja mächtige Protektion!“ Ich antworte nicht. Es hätte keinen Sinn, dieser primitiven Frau die Zusammenhänge zu erklären— sie würde sie ja doch nicht begreifen. In ihren Augen bin ich eine Verbrecherin, eine zum Tode verurteilte Gefangene, und nur die Anordnung der Direktion bestimmt sie, ihr Verhalten mir gegenüber zu ändern. Immerhin scheint es mir vorteilhaft zu sein, die Wärterin nicht zum Feind zu haben. Wir nähern uns meiner Zelle, 140, 141 kann ich in weißen Ziffern über den unfreundlichen Türen lesen. Ich sehe zu, wie die Stuckmann den mächtigen Riegel zurückklappt und die Zellentür öffnet. So merkwürdig es auch klingen mag— ich fühle mich geborgen in diesen engen Wänden, deren einziges Ornament aus dunklen, grauen Flecken besteht, von denen der Kalk abgebröckelt ist. Das Zusammentreffen mit Erich, die demütigende Vorsprache in der Direktionskanzlei, das alles hat mich erregt, und ich brauche Ruhe, Ruhe— und nochmals Ruhe! Merkwürdigerweise stört mich die Anwesenheit eines zweiten Menschen nicht mehr. Agnes wirkt in ihrer Schweigsamkeit beruhigend.— Auch jetzt hockt sie wieder auf dem Strohsack, die Augen weit geöffnet, und starrt auf irgendeinen Punkt der schmutziggrauen Decke. Ich stelle das Paket vorsichtig auf den Tisch. Die Hände schmerzen von der ungewohnten Anstrengung des Tragens, meine Finger zittern ein wenig. Das Aufreißen des Packpapiers gibt ein eigenartiges Geräusch, das die Stille der Zelle zerschneidet. Nun dreht sich Agnes doch neugierig um und sieht mich erstaunt an. Zuerst fällt mir ein Etui in die Hand. Ich öffne das weiche, duftende Leder; eine Reihe feingespitzter Bleistifte, ein Fül halter und ein Drehbleistift bieten sich meinen Blicken dar. Ich führe das Etui zur Nase und sauge den feinen Ledergeruch ein. Sekundenlang schließe ich die Augen und denke an Erich. Der Gute, wie er für mich sorgt! Dann regt sich wieder die Neugierde. Ich wende mich den anderen Dingen zu, die das umfangreiche Paket noch enthält. Ein verschlossener Karton mit der Aufschrift„Tausend Blatt feinstes Schreibpapier“. Meine Finger streichen über die hellbraune Hülle. Diese Blätter werden in dreimal dreißig Tagen die Beichte meines Lebens aufnehmen.— Ich finde eine Schachtel mit meinen Lieblingszigaretten. Mit wieviel Umsicht Erich das Paket zusammengestellt hat! Er kann ja nicht wissen, daß ich mir während der Untersuchungshaft das Rauchen abgewöhnt habe. Ich werde die Zigaretten der Stuckmann geben, denke ich, und lege sie auf den Tisch. Dann fällt mir ein Taschenkalender in die Hände. Ich werde Tag für Tag abstreichen, einundneunzig Tage, und dann...? Nur nicht daran denken, hinter diesem Gedanken lauert die nackte Furcht! Schnell greife ich nach einer länglichen Schachtel. Sie sieht aus wie ein Schmucketui. Mein Gott, wie lange ist es her, seit mir Werner derartiges schenkte! Noch zögere ich, die kleine Schachtel zu öffnen. Es bereitet mir Spaß, den Inhalt zu erraten. Erich wird mir kaum ein Schmuckstück in die Einsamkeit meiner Zelle schicken. Mit jähem Entschluß öffne ich den Deckel— ich bin zutiefst erschüttert — in meiner Kehle krampft es sich zusammen— ich muß gegen die aufsteigenden Tränen ankämpfen. Eine kleine, silberne Uhr tickt mir entgegen.— Der liebe, gute Erich!— Gleichzeitig fällt mir ein, daß dieses kleine Wunderwerk die mir noch verbleibende Zeit teilen wird. In Tagen, Stunden, Minuten und Sekunden— unbarmherzig wird sie dem Augenblick entgegeneilen, wo alles aus sein wird,— und sie wird noch weiterticken, wenn mein Herz schon zu schlagen aufgehört haben wird. Ich halte die Uhr an mein Ohr und lausche... Dann lege ich den Riemen um mein Handgelenk und fühle mich reich beschenkt. Ich finde eine Taschenlampe und knipse sie an. Sie brennt hell— ich werde in den Nächten, wenn alles dunkel ist, mit dieser Lampe auf die Uhr sehen können. Ob die Batterie drei Monate halten wird? Ich werde sparsam damit umgehen. Plötzlich fällt mir ein, daß Agnes mir zusieht. Wird sie mich um alle diese Dinge beneiden, die eine Gefangene nicht haben darf? Vielleicht wird sie mich wegen meiner Bevorzugung hassen? Schon will ich die kleinen Herrlichkeiten verstecken— aber dann lasse ich sie doch auf dem Tisch liegen. Heute komme ich in Zelle 17 und in drei Monaten ist alles vorüber. Ich beschließe, die Uhr Agnes zu schenken, wenn es soweit sein wird. Sie wird sie brauchen können, wenn ihre drei Jahre vorüber sind— wenn sie wieder frei ist. Auch ein kleines Feuerzeug hat Erich nicht vergessen. Wie er es durchsetzen konnte, daß all diese Dinge in meinen Besitz gelangten? Vielleicht weiß der Direktor nichts davon und die Stuckmann wird mir alles wieder abnehmen! Nein, das darf nicht sein— ich werde der Stuckmann die Zigaretten geben, dann wird sie nichts sagen. Wie teuer sind mir die paar Kleinigkeiten schon geworden! Agnes ist aufgestanden und steht neben mir. Mit ungläubigem Staunen sieht sie auf die Dinge, die man„draußen“ kaum beachtet. Zwei Jahre lang hat sie keine Uhr gesehen, zwei Jahre keine Zigarette, kein Feuerzeug!— Und noch immer ist das Paket halbvoll. Wir starren auf den Tisch wie Kinder auf heißersehnte Weihnachtsgaben— uns ist ganz feierlich zumute. Als ich die Pergamenthülle von dem zweiten Paket löse, das ungeöffnet in dem ersten liegt, kommt eln Ausruf von Agnes' Lippen: „Mein Gott“, flüstert sie und kann den Blick nicht von den Köstlichkeiten wenden, die sich unseren Augen darbieten. Weißes Brot, Wurst, Käse und Butter! In diesem Augenblick weiß ich, daß ich Hunger habe. Nagenden Hunger! Ich habe seit über vierundzwanzig Stunden nichts gegessen, außer einem Bissen Brot und einem Schluck Kaffee. Agnes läuft plötzlich zur Zellentür und stellt sich vor das Guckloch: „Rasch— verstecken Sie alles unter dem Strohsack, ehe die Stuckmann es sieht!“ ruft sie atemlos vor Erregung. Ich lasse das Papier, die Bleistifte, Zigaretten und den Kalender auf dem Tisch liegen. Die Taschenlampe und das Feuerzeug verstecke ich unter meinem Strohsack, die Lebensmittel stelle ich in die äußerste Ecke des Bettes und winke Agnes zu mir. Wir essen schweigend— Agnes laufen die Tränen über die eingefallenen Wangen, sie hat die Augen halb geschlossen und kaut trotz ihres Heißhungers ganz langsani, als wollte sie den langentbehrten Genuß strecken. Wenn Erich sehen könnte, wie dankbar ich ihm bin! Plötzlich hebt Agnes den Kopf und lauscht. Auch ich verhalte den Atem— aber ich kann nichts hören. „Die Stuckmann kommt!“ flüstert Agnes, springt auf und hilft mir, den Karton mit den Eßwaren unter dem Strohsack zu verbergen. Nun höre ich auch in regelmäßigen Abständen das Öffnen der Riegel, das Geräusch nähert sich unserer Zelle. Klack— das ist unsere Tür— und gleich darauf steht die Wärterin vor mir. „Spaziergang!“ kommandiert sie. „Könnte ich heute von dem Spaziergang befreit werden?“ frage ich zaghaft und stecke der Stuckmann eine Handvoll Zigaretten zu. Ich spüre, wie meine Schlagader am Hals arbeitet, meine Nerven sind zum Zerreißen gespannt. Was wird die Wärterin sagen? Die nächsten Sekunden müssen die Entscheidung bringen. Die Stuckmana nimmt die Zigaretten und sieht eine davon an, ihr Gesicht wird freundlicher. „Ausnahmsweise“, sagt sie herablässend, „obwohl es gegen die Vorschrift ist.“ Agnes hat sich inzwischen erhoben und ist auf den Gang hinausgetreten, von dem her leise Stimmen zu hören sind. Auch die Wärterin verläßt die Zelle. Ihre spröde Kommandostimme ruft einigemal gebieterisch:„Ruhe!“ Dann wird es still. Allmählich löst sich die Spannung, die mich befallen hat. Ich kann es mir nicht versagen, eine Zigarette anzuzünden, und stelle mich unter das vergitterte Fenster, das so hoch angebracht ist, daß ich nicht durchblicken kann. Ich knipse das kleine Feuerzeug an, erst beim dritten Male fängt der Locht Feuer. Die Zigarette hat ein mildes, angenehmes Aroma— und doch schmeckt sie mir nicht. Ich bin ihrer schon zu sehr entwöhnt, obwohl es noch gar nicht so lange her ist. daß ich täglich einige Stück von dieser Sorte rauchte— in der letzten Zeit, ehe es zu der Tat kam, waren es oft zwanzig und mehr geworden. Ich muß die Zigarette abdämpfen— ein leichtes Schwindelgefühl befällt mich, Ich lehne mich an die kühle Mauer, vor meinen Augen beginnt es zu flimmern. Ich hätte doch nicht rauchen sollen. Das körperliche Unbehagen läßt mein Leben klein und nichtig erscheinen. Mein Beginnen kommt mir vermessen vor. Die Niederschrift eines Bekenntnisses erscheint mir plötzlich undurchführbar. Wozu das alles?. Am Ende steht ja doch der Galgen. Diese Vorstellung erhöht das Schwindelgefühl. Ich grabe meine Fingernägel in die Handfläche, bis es schmerzt, und zwinge meine Gedanken in eine andere Richtung. Ich denke wieder an Erich. Für ihn werde ich schreiben— nur für ihn! Ich reiße mich zusammen, als ich den schlürfenden Schritt der Aufseherin vernehme. Rasch werfe ich die Zigarette in den Eimer, verberge das Feuerzeug und die Taschenlampe in meinem Sträflingskittel und werde gerade noch fertig, ehe die Stuckmann eintritt. Sie fordert mich auf, ihr in die Einzelzelle zu folgen, und bleibt abwartend stehen, wobei ihre lauernden Augen durch die Zelle wandern. Ich wage nicht, das Eßpaket hervorzuholen, das Agnes unter dem Strohsack versteckt hat, weil ich befürchtete, daß die Stuckmann es wegnimmt. Ich nehme nur das Schreibpapier, die Bleistifte und den Kalender mit— soll sich die Agnes satt essen, sie hat ja niemand, der ihr von draußen“ etwas hereinschickt. Es tut mir leid, daß ich Agnes nicht mehr sehen kann, ich hätte gern noch mit ihr gesprochen, irgend etwas in ihrem gegezeichneten Gesicht hat mich angezogen. Die Stuckmann steht wartend vor mir— ihre hellen Augen verscheuchen meine Gedanken. Wieder gehe ich hinter der Wärterin den langen, düsteren Gang entlang. Alle Zellentüren sind geöffnet, Licht fällt auf den Korridor und teilt ihn gleichmäßig in Hell und Dunkel. Ich beginne die hellen Flecken auf den Steinboden zu zählen— eins— zwei— drei— dann sind meine Gedanken wieder bei Agnes. Ob sie sich freuen wird, die Wurst und das Brot allein essen zu können? Vielleicht tut es ihr ein wenig leid, daß ich nun nicht mehr das Leben in der Zelle mit ihr teile? Vielleicht sehe ich in Agnes auch zu viel, sicher ist ihre Schweigsamkeit nur eine Folge ihrer zweijährigen Haft. Im Unterbewußtsein habe ich weitergezählt— acht— neun — zehn— wie lang so ein Gang ist, wie viele Zellentüren sich hinter menschlichen Schicksalen schließen! Endlich erreichen wir Zelle 17. Sie ist viel kleiner als Zelle 147— sie scheint aber sauberer und freundlicher zu sein. Ich lege das Papier und die Bleistifte auf den kleinen Tisch. Die Augen der Stuckmann verfolgen jede meiner Bewegungen, „Auf dem Tisch steht eine Petroleumlampe“, sagt sie langsam.„Wenn Sie nach dem Ausschalten des elektrischen Lichtes noch schreiben wollen, sagen Sie es deNachtwache, sie wird die Lampe an zünden.“ (Fortsetzung folgt in der nächsten Samstag-Ausgabel Was der Wind von Waldemar Vaa und seinen Löchtern erzählte Märchen von Hans Christian ANDERSEN PETERLE 3. Fortsetzung der Geschichte von Heide Leher 2 M „Es wurde leer in den Scheunen und der Speisekammer, im Keller und auf dem Boden. Es wurden weniger Leute aber mehr Mäuse. Eine Fensterscheibe zerbrach und zersprang nach der anderen. Armut saß im Kleiderschrank und in der Speisekammer. In schlafloser Nacht ergraute Waldemar Daas Haar, die Haut wurde grau und gelb, die Augen begierig nach Gold, dem erwarteten Gold. Ich blies ihm Rauch und Asche ins Angesicht und in den Bart. Ich sang durch die zerbrochenen Scheiben und offenen Risse. Sieh das alchimistische Glas. Es funkelt und glänzt darin. Es ist glühend, rein und schwer. Er hebt es:„Gold, Gold“, ruft er. Das alchimistische Glas fiel auf den Boden und zersprang in tausend Stücke; nun war die letzte Seifenblase seiner Wohlfahrt zerplatzt. Her-a-u-s-, fahre hin. Und ich brauste aus der Burg des Goldmachers heraus“, sagte der Wind. „Spät im Jahr, während der kurzen Tage hier oben im Norden kam ich mit frischem Humor, verjagte den Nebel, blies den Himmel rein und zerbrach verdorrte Zweige. Rein gefegt wurde auch im Schlosse Borreby bei Waldemar Daa. Sein Feind. Ove-Ramel von Basnäs, fand sich ein mit erkauftem Schuldbrief über das Schloß und dessen Möbel. „Ich sah den besitzlosen Herrn sein Haupt stolz erheben und damit zurückschlagen; ich brauste mit aller Gewalt gegen die Burg und die alten Lindenbäume, so daß der dicke Ast brach. Nichts besaßen sie außer den Kleidern. Ja, sie hatten noch das alchimistische Glas, welches kürzlich gekauft und mit den Überbleibseln des Inhalts jenes auf die Erde gefallenen Glases gefüllt war, ein Schatz, der alles versprach, aber nichts hielt. Waldemar Daa verbarg es an seler Brust, nahm dann seinen Stock zur Hand, und der einst reiche Herr schritt mit seinen drei Töchtern aus dem Borreby-Burghofe hinaus. Her-a-u-s-, fahre hin, fahre hin. Das war das Ende der reichen Herrlichkeit“, sagte der Wind. „Sie gingen den Weg entlang, den sie früher so oft in der Kutsche zurückgelegt hatten, sie beschritten jetzt denselben Weg mit ihrem Vater als Bettler nach Smidstrup zu, nach dem kleinen, unansehnlichen Hause, welches für zehn Mark jährlich gemietet wurde. Ein neuer Herrensitz mit leeren Händen und leeren Fässern. Krähen und Dohlen flogen über ihnen und schrien, wie spottend:„Vom Nest, vom Nest, heraus, heraus.“ Wie die Vögel im Walde bei Borreby geschrien hatten, als dort alle Bäume gefällt wurden.“ Wie erging es nun Waldemar Daa und seinen Töchtern? Der Wind erzählt:„Die letzte von ihnen, die ich das letzte Mal gewahrte, war Anna-Dorothea, die bleiche Hyazinthe. Da war sie alt und gebeugt. Sie lebte am längsten, sie wußte das Ganze. 2. Kapitel Frau Kramer saß nun in ihrem Eisenbahnabteil.„Rattertatt, rattertatt“, sang der Zug sein Lied, und manchmal konnte man auch das Rauschen des Windes hören. Draußen flogen ständig die Telegraphenpfosten vorbei, man hatte den Blick auf die Wiesen, hier und dort grasten ein paar Kühe, dann kreuzte eine Landstraße die Bahn, ein kleines Fichtenwäldchen oder ein See. Frau Kramer dachte an ihren Peter, Was mochten ihr Mann und Peter jetzt wohl treiben? Frau Kramer sah auf ihre Uhr:„Einhalb vier“, also zehneinhalb Stunden war sie schon von zu Hause weg. „Ruck“, der Zug stand, noch drei Stationen... Sie machte es sich in den Polstern bequem.——— Peter zerbrach sich den Kopf. Jetzt saß er schon eine Stunde da und hatte noch immer nicht die Aufgaben fertig. Nach einer viertel Stunde klappte er zufrieden das Heft zu, steckte es in die Schulmappe, las schnell noch mal ein Gedicht durch, strich sich die Haare glatt und.... wollte zu Karle. Aber eben eilte das Hausmädchen herbei, faßte ihn bei der Hand und sagte:„Komm, wir gehen spazieren. Ich will dir etwas zeigen.“ Peter wollte zuerst nicht, aber dann stimmte er doch zu, denn die Großmutter hatte ihm versprochen: „Du bekommst von mir auch ein Stück Streuselkuchen.“ Pitty rieb sich behaglich sein rundes Bäuchlein— da hatte er natürlich lachend zugesagt, denn so etwas durfte nicht verpaßt werden. Ingrid, das war der Name seiner neuen Pflegemama, zog ihm seinen weißen Leinenanzug an, und dann gingen sie los. „Kannst fein erzählen“, lobte Peter, denn Ingrid hatte ihm vom Leben der Indianer berichtet. Nun waren sie in einem weiten Park angelangt, und das Mädchen führte ihn unter eine alte Trauerweide. Wenn man den kleinen Berg hinabsah, entdeckte man dort unten einen winzigen, ovalen See, in dem die Goldfischchen sich munter tummelten.„Tante Ingrid, du wolltest mir doch etwas zeigen?“„Du siehst es doch schon.“ Ingrid lachte.„Gefällt dir der Teich nicht?“„Dooch“, aber Peter war ziemlich enttäuscht.„Gehen wir jetzt wieder?“ „Aber Junge, wir sind ja eben erst hier!“ „Ich möchte aber nach Hause.“„Jetzt bleibst du hier!“ Fräulein Fischer zeigte, daß sie streng sein konnte, und verzog dabei ihr Gesicht so sehr, daß Peter sie ängstlich ansah. Wohl oder übel, er mußte ihr gehorchen. So saßen sie wohl eine halbe Stunde und lauschten der Musik einer Tanzkapelle auf der anderen Seite des Sees. Vom Wind wurde sie herübergetragen. Nun brach die Dämmerung herein. Der Himmel bezog sich mit Wolken, und nun war es Ingrid, die zum Nachhausegehen drängte.„Komm Peter, es fängt an zu regnen.“ Kurz bevor der Regen losplatzte, erreichten sie das Haus. (Fortsetzung folgt.) AUS DER RATSELKISTE Ich bin ein zierlich Tier, gar furchtsam, klein und schwach, und dennoch stellst du mir mit Gift und Eisen nach; hältst einen Tiger gar, auf daß er mich verschlinge, der weit mehr frißt im Jahr, als ich dir Schaden bringe. Laß doch den Tiger verkaufen und mich laß ruhig laufen im ganzen Haus mich kleine... (sne a * Welcher Monat ist der kürzeste? Wer läuft ohne Füße? (JOSSEM SeCD In welchem Monat mäht man Heu? (HS * Wann springt der Frosch über den Weg? (I Der kleine Unterschied Trotz meiner weichen Tatzen kann ich empfindlich kratzen. Ein Zeichen mehr— O Graus, wirft’s Rauch und Feuer aus. (a—) Angelei im Waschfaß, ein lustiges Spiel Drüben auf der Heide in Jütland, bei der Stadt Viborg, lag das baufällige Häuschen, dessen Dach mit Moos und Hauslauch bewachsen war. Das, was das Haus am meisten bedeckte, war das Storchennest. Der Storch hielt das Haus im Stande. Das war ein Haus zum Ansehen, nicht aber zum Berühren. Ich mußte sehr vorsichtig daran vorüberfahren“, sagte der Wind,„der mutigsten der Schwestern nahm ich mich an. Sie fertigte sich Manneskleider an. Sie ging als armer Bursche in die Welt hinaus und nahm Heuer auf einem Schiffe. Aber klettern konnte sie nicht. Da blies ich sie über Bord, bevor es irgend jemand erfuhr, daß sie ein Weib war, und das war von mir wohlgetan“, sagte der Wind. „Es war an einem Ostermorgen, da hórte ich unterhalb des Storchennestes, zwischen den gebrechlichen Wänden Psalmengesang, Anna-Dorotheas letzten Gesang. Es befand sich keine Scheibe in der Mauer, sondern nur ein Loch in der Wand. Sonne kam und strahlte durch dasselbe zu Anna-Dorothea hinein. Der Storch gab ihr Schutz über dem Haupte bis zu ihrem Tode. Ich sang an ihrem Grabe“, sagte der Wind,„ich sang an dem Grabe ihres Vaters. Her-a-u-s, fahre hin, fahre hin. Das ist die Geschichte von Waldemar Daa und seinen Töchtern. Erzählt sie besser, ihr anderen, wenn ihr es könnt“, sagte der Wind und drehte sich — verschwunden war er. Peter stand auf dem Anlegesteg und sah zu, wie ein Ängler eben mit raschem Schwung einen zappelnden, silberglänzenden Fisch aus dem Wasser zog. Da hatte er eine Idee... und als am nächsten Sonntag seine Freunde zum Geburtstagskaffee kamen, versammelten sich hinterher alle zu einer lustigen Angelei um Mutters Waschfaß. Natürlich werden bei diesem Spiel keine „richtigen“ Fische gefangen. Peter hatte sie mit seinem Taschenmesser aus Kiefernborke geschnitzt. Man kann sie auch mit der Laubsäge aus einem Holzbrettchen ausschneiden, und zur Not geht’s sogar mit alten Flaschenkorken, aber das sieht dann nicht mehr so nett aus. Bei jedem Fisch ist, wie die Zeichnung zeigt, am Kopf eine Metallkrampe eingeschlagen; außerdem werden die Fische allesamt mit bunter Ölfarbe angestrichen. Nun braucht jeder Mitspieler noch eine Angel. Der Haken wird aus einem doppelt genommenen Drahtstück zurechtgebogen (damit keine scharfe Spitze entsteht, an der sich jemand verletzen könnte!) und mit einer dicken Glasperle beschwert. Als Angelrute dient ein grader Stock, als Angelschnur ein Zwirnsfaden. Damit wäre alles beisammen. Die Fische werden ins Waschfaß oder in die Badewanne gesetzt, und auf ein Zeichen geht es los. Wer bei diesem Wettangeln am Schluß die größte Beute vorzeigen kann, bekommt einen Preis. Probiert es mal— es macht wirklich Spaß! Regelmäßige Sendungen der Mittelwelle(außer sonntags): Nachrichten, Wetter: 5.00, 6.00, 7.00, 8.00. 15.00, 17.00, 19.00, 21.45, 24.00.— 4.55 Choral. 5.05 Frühmusik. 5.50 Marktrundschau. 6.05 Frühmusik. 6.50 Morgenandacht. 7.05 Gymnastik. 7.10 Frühmusik. 7.50 Programmhinweise. 7.55 Wasserstände. 8.10 Dialektsendung. 8.45 Für die Frau. 9.00 Schulfunk, 12.35 Landfunk. 12.50 Presseschau. 14.90 Schulfunk. 15.30 Kurszettel. 15.50 Suchdienst. 16.25 Blickpunkt Berlin. 18.35 Echo des Tages. 0.15 Blickpunkt Berlin. 1.00 Seewetterbericht. Wir schalten uns ein Programmdes Nordwestdeutschen Rundfunks Regelmäßige Sendungen auf UKW(außer sonntags): 6.45 Morgenlied. 6.50 Wetter, Marktberichte. 7.00 Herzlichen Glückwunsch. 7.30 Nachrichten. 8.00 Gymnastik. 8.30 Nachrichten. 8.35 Morgenandacht. 10.30 Schulfunk. 12.30 Nachrichten, Presseschau. 14.00 Sendepause, 16.30 Musikrundschau. 16.40 Das neue Buch. 17.45 Westdeutsche Nachrichten. 19.30 Zwischen Rhein und Weser. 20.00 Nachrichten. 20.10 Von Tag zu Tag. 23.00 Nachrichten. Sonntag, 14. November 1954 8.00 Orgelmusik 8.30 Der Jugendkammerchor Bielefeld singt 9.10 Musik am Sonntag 10.00 Katholischer Gottesdienst 11.00 Ein Requiem 11.30 Volkstrauertag 12.50 Musik von W. A. Mozart 13.25 Sang und Klang 4.00 Kinderfunk 14.30 Der Hörer hat das Wort 15.00 Was Ihr wollt 16.00 Ja oder Nein, 72. Folge der Funklotterie 16.45 Hans Bund spielt 17.15 Sportberichte 18.00 Gedanken zur Zelt 18.15 Das Melsterwerk 18 45 Musik von Joh. Brahms 20.00 Lieder eines Fahrenden 22.15 Was bleibt vom Heldentum 8.35 Musik am Sonntagmorgen 9.00 Choralvorspiele für Orgel 9.30 Dichtungen für die Gefallenen 10.00 Unterhaltungsmustk 11.00 Schöne Stimmen 11.30 Konzert 12.00 Intern. Frühschoppen 12.35 Musik v. hüben u. drüben 13.15 Volk aus der Steppe 13.30 Musik zum Mittag 14.00 Hans Bund splelt 14.30 Kammermustk 15.00 Drei Reiseskizzen aus Algier 15.20 Filmmelodlen 16.00 Die Sportreportage 17.00 Teemusik 18.00 Hermann Hagestedt spielt 19.00 Musik von Edvard Grieg 19.55 Sportmeldungen 20.15 Chorlleder 20.45 Die Tragödie von Stalingrad 12.00 Der intern. Frühschoppen 15.00 Kölner Turnerschaft von 1843 20.00 Dle andere Seite, ein Spielfilm von Corad Velth 21.40 Der Wochenspiegel Montag, 15. November 1954 8.15 Östliche Volksmustk 12.00 Musik zur Mittagspause 13.10 Tänze der Völker 16.00 Musik von Franz Schubert 16.40 Tanztee 17.05 Westd. Kulturspiegel 17.20„Albert der Große und unsere Zelt“ 17.35 Dle Frau in unserer Zelt 17.45 Musik zum Felerabend 19.15 Die NATO 19.30 Sinfonlekonzert 22.10 Islam und islamische Welt 23.30 Kurt Wege spielt 0.25 Musik f. Nachtschwärmer 8.05 Musik gut gemischt 8.45 Zitherklang 9.00 Scherzi musikali 9.40 Das Flötenbüchlein 10.00 Unterhaltungskonzert 11.00 Musikalische Erinnerungen 11.20 Zwel Orchestersuiten von Georges Bizet 12.00 Musik zur Mittagspause 12.45 Männerchor 13.00 Frohsinn im Volkslied 16.00 Solistenkonzert 16.40 Das neue Buch 17.00 Teemusik 17.50 Vesco D'Orlo spielt 18.15 Musik und Musiker 18.30 Musik zum Felerabend 20.15 Moderne Unterhaltungsmusik 20.45 Patient und Arzt 21.15 Ein Abend beim Bayerischen Rundfunk 23.05 Tanzmusik 16.30 Jugendstunde 19.00 Der Sport am Wochenende 22.00 Yehudl Menuhin splelt Dienstag, 16. November 1954 Mus!k am Morgen Lustige Noten Musik am Mittag Hans Bund splelt Musik von Wolfgang Amadeus Mozart Für Schule u. Elternhaus Buch des Tages Halbmond u. Roter Stern Junge Generation Wiederhören macht Freude Ja oder Nein, Wiederholung der 72. Folge der Funklotterle Tanzmelodien für sie und für ihn Akustische Atom-Fibel Aus der Neuen Welt Aus der Alten Welt Der Jazz-Club Klingende Drehscheibe 8.15 12.00 13.10 16.00 16.20 16.45 17.05 17.20 17.35 17.45 19.15 19.45 21.00 21.30 22.00 22.10 23.00 8.00 8.40 9.10 10.00 11.00 12.00 14.00 14.30 16.00 16.30 17.15 18.00 18.15 19.10 19.30 20.30 8.05 Musik— gut gemischt 8.45 Quadrillen und Mazurken 9.00 Heltere Noten 9.40 Alte Liebeslieder 10.00 Unterhaltungsmusik 11.00 Hans Carste spielt 11.25 Im Land der Lieder 11.40 Musik von Händel 12.00 Musik zur Mittagspause 12.45 Mittagskonzert 16.00 Heitere Tiergeschichten 16.40 Das neue Buch 17.00 Teemusik 17.55 Zur Dämmerstunde 18.30 Unterhaltungskonzert 20.15 Der Durchbruch— ein Hörsplel v. B. Gluchowski 21.30 Zum Gedächtnis des Sängers Joseph Schmidt 22.30 Im spanischen Rhythmus 28.05 Musiker von heute 16.50 Kinderstunde 17.10 Für die Frau 20.00 Ohne Fleiß kein Preis 21.15 Friede auf der Straße— ein Aktion der Bundesverkehrswacht 21.45 Tagesschau Mittwoch, 17. November 1954 Die zehn Gebote— Lehrstück für Baß u. Tenorsolo Musik von Max Reger Zur Unterhaltung Evang. Gottesdienst Die schönsten Märchen aus Tausendundeiner Nacht Sang und Klang Kinderfunk Was Ihr wollt Loccumer Gespräch Opernkonzert Sportberichte Gedanken zur Zelt Kammermusik Sportmeldungen Abendkonzert Hörspiel: Die Letzten vom Schwarzen Mann 21.55 Sportmeldungen 22.15 Unsere Lieblingsmusik 23.15 Schône Melodien UKW.WEST 8.00 Zum Buß- und Bettag 8.35 Einweihung des neuen Geläuts der Karthäuserkirche zu Kóln 10.15 Kleines Konzert 11.15 Lieder zum Buß- und Bettag 11.30 Musik am Mittag 12.35 Mittagskonzert 14.00 Hans Bund spielt 14.30 Dichtung von C. van de Woestijne 15.15 Musik von Joh. Brahms 16.00 Kinderfunk 16.30 Sportberichte 17.15 Konzert 18.50 Kammerkonzert 20.15 Das Gesicht Jesajas— Oratorium 21.45 Hörbild: Der Golem unserer Zeit 22.30 Zur stillen Stunde 23.15 Musik von Beethoven FERNSEHEN 16.30 Jugendstunde 17.10 Für die Frau 20.25 Deutsche Städtebilder 21.10 Zwel oder drel Ehen— Fernsehspiel Donnerstag, 18. November 1954 8.15 Musik. Wanderfahrt 12.00 Musik. Kurzweil 13.10 Operettenmelodien 16.00 Filmmusik 16.25 Kammermusik 17.05 Neue jugoslawische Lyrik 17.25 Die Großstadt in der modernen europäischen Dichtung 17.35 Für die Frau 17.45 Schallplatten aus aller Welt 19.15 Aus d. Schallplatten-Tüte 20.15 Melodisches Rendezvous 20.45 Im Zeitalter des Atoms 20.10 Aus Opern von Richard Strauß 0.25 Rhythmischer Nachtbummel 8.05 Musik— gut gemischt 8.45 Volksmusik 9.00 Kammermusik 9.40 Aus England u. Frankreich 10.00 Kleine SchallplattenAuswahl 11.00 Inthronisation des neuen Bischofs von Aachen 12.45 Kunterbunte Mittagsstunde 16.00 Nordische Klänge 16.40 Das neue Buch 17.00 Tanztee 17.55 Operettenbilderbogen 18.15 Für Schule u. Elternhaus 18.30 Aus der Welt der Oper 20.15 Aus Zeitschriften 20.30 Ja oder Nein 21.00 Die tönende Palette 22.00 Frauenfragen— Männersorgen 23.05 Kurt Edelhagen spielt 16.30 Kinderstunde 19.00 Parteien stellen sich vor 20.00 Die große Szene 20.30 Wachsmodeln 20.50 Tanzkapelle Ernst Jäger Freitag, 19. November 1954 8.15 Griechische Volkslieder 8.30 Gerhard Gregor spielt 12.00 Hermann Hagestedt spielt 13.10 Zur Unterhaltung 16.00 Kammermusik 16.30 Kinderfunk 17.05 Forum der Wissenschaft 17.25 Junge Generation 17.35 Klingendes Feuilleron 18.10 Aus d. Welt d. Judentums 19.15 Melodien von Heino Gaze 19.30 Der Filmsplegel 20.00 Musikalisches Allerle!— bekannt und beliebt— Operettenmelodien 22.10 Nachtprogramm 23.30 Musik von Joseph Hayon 0.25 Nächtliches Gastspiel 1.15 Musik bis morgen früh 8.00 Musik— gut gemischt 8.45 Für Gitarrenfreunde 9.00 Geistliche Musik 9.40 Festlicher Reigen 10.00 Zur Unterhaltung 11.00 Bläserquintett 11.15 Musik von Tschaikowski) 12.00 Zur Mittagspause 12.45 Mittagskonzert 16.00 Lieder und Balladen 16.40 Das neue Buch 17.00 Teemusik 17.50 Ein kleines Konzert 1B.15 Wie wir leben 18.30 Leichte Mischung 19.00 Achtung! Aufnahme! 20.15 Männerchor 21.00 Harald Banter spielt 21.30 Der merkwürdige Fall Adolf Beck— Hörspiel 22.00 Musikalische Kurzweil 16.30 Kinderstunde 17.10 Für die Frau 20.20 Kochkunst für eilige Feinschmecker 20.35 Marianne Hoppe in bekannten Filmszenen 14.00 15.00 15.30 16.00 Samstag, 20. November 1954 8.15 Musik am Morgen 12.00 Frohes Wochenende 13.10 Bunte Melodienkette aus Tanz, Tonfilm u. Operette Bunte Melodien Männerchor zur-GoetheZeit Alte und neue Heimat Wer zuletzt lacht... Heitere Sendung von und mit Peter Frankenfeld 17.30 Aus der Welt der Arbeit 18.00 Am laufenden Band 18.55 Glocken und Chor 19.20 Arbeitsamtsdurchsagen 19.25 Das singende Jahr 19.50 Aktuelles vom Sport 20.00 Operette: Zigeunerliebe 22.20 Musik von Beethoven 22.55 Tanzmusik 23.30 Nach Redaktionsschluß 0.15 Kammermusik 8.05 Unterhaltungsmusik 8.45 Heitere Tiergeschichten 9.00 Musik von Rubinstein 9.30 Das Lied der Woche 9.40 Musik von Hindemith 10.00 Unterhaltungsmusik 11.00 Erich Börschel spielt 11.40 Virtuose Klänge 12.00 Blasmusik 12.45 Operettenkonzert 14.00 Orchesterkonzert 15.00 Kinderfunk 13.30 Hörerwünsche 17.00 Zum Fünf-Uhr-Tee 17.45 Timm unter den Piraten 18.15 Zum Abend 18.45 Musik von J. S. Bach 19.00 Sport am Wochenende 20.15 Anton-RubinstelnGedächtnissendung 20.45 Tanzabend 22.30 Kabarettistische Reportage 23.05 An einem stillen Abend 14.30 Sankt Nikolaus in den Niederlanden 16.30 Kinderstunde 17.00 Im Fernseh-Zoo 20.00 Wer gegen wen— ferngesehen Olpe— Stadt der Kapellen Berelchert um die neue Totenkapelle auf dem Kirchplatz Olpe. Tradition und Entwicklung verleinen dem Ortsbild vielfach ein besonderes Geprâge, das dann in einer zusammenfassenden Kennzeichnung oder mit einem schmückenden Beiwort zum Ausdruck kommt. Die verschiedensten Beispiele könnte man hierzu anführen. Doch bleiben wir bei Olpe! Ist es nicht naheliegend, unsere Kreisstadt als„Stadt der Kapellen“ zu bczeichnen? Aus alter und neuer Zeit hat Olpe diese schmucken, zum Teil auch kunsthistorisch beachtlichen und durch ihre Innenausstattung sehenswerten Kapellen und Kapellchen erhalten. Nachdem erst kürzlich— es war an Allerheiligen— die neue Totenkapelle auf dem Kirchplatz geweiht und ihrer Bestimmung übergeben worden ist. liegt der Gedanke nahe, heute einmal kurz den Blick auf das„kapellenreiche“ Olpe zu lenken. Jedem Einheimischen und jedem Fremden verraten allein schon die Türmchen, die da und dort aus dem Bilde der Stadt und ihrer nächsten Umgebung aufragen, daß es hier an traulichen, kleinen Andachtstätten wahrlich nicht mangelt. In der Stadt selbst haben wir die barocke Rochuskapelle beim neuen katholischen Friedhof in der Westfälischen Straße, dann die kunstvoll ausgestattete Kreuzkapelle beim alten katholischen Friedhof jenseits der Bigge; ferner die vielgenannte„Mutterhaus-Kapelle“ der armen Franziskanerinnen, sowie die Hauskapellen des St. Martinus-Hospitals und der St. Franziskus-Schule(Oberlyzeum). Der Klostergarten der Franziskanerinnen birgt außerdem die stille und würdige Grabkapelle der Gründerin des Mutterhauses. Im Weichbild der Stadt treffen wir das freundliche SchönWir sind wieder da Neumanns Zigarren bei Frerichmann, Olpe Frankfurter Straße hauses eine Totenkapelle gestanden habe In jener Kapelle seien die Toten der Kapellengemeinden während des Requiems, das in der Pfarrkirche stattfand, aufgebahrt worden. Später, als die Totenkapelle verschwunden war, mußten die Särge bis zur Beendigung des Trauergottesdienstes auf dem Totenwagen vor der Kirche verbleiben. Dieser unwürdige Zustand ist erst jetzt mit der Errichtung der neuen Totenkapelle wieder behoben worden, die den Bewohnern der Kapellengemeinden erneut Gelegenheit gibt, ihre Toten während des Requiems würdig aufzubahren. Die neue Kapelle auf dem Kirchplatz dient übrigens noch einem anderen Zweck: nämlich dem sehr würdigen und ernsten Gedächtnis der über 700 Gefallenen, Bombenopfer und Vermißten des letzten Krieges. Ihre Namen sind an den Wänden der Kapelle vermittels des heute wieder bevorzugten Schabputzverfahrens in dekorativ wohlgelungener Anordnung verzeichnet. Der Maler Johannes Rademacher hat dazu noch in der gleichen Sgraffito-Manier einen auferstandenen Heiland künstlerisch recht ansprechend in die schmucke Beschriftung der linken Kapellenseite hineinkomponiert. Die Totenkapeile. von Architekten Peter Sondermann entworfen, fügt sich gut in den Prospekt der alten Stadtmauer ein und belebt zugleich das Bild der Pfarrkirche, bzw. des Kirchplatzes. Schön gestaltet ist ferner das kräftige eiserne Tor der Kapelle. Und nicht zuletzt ist hervorzuheben, daß— wie von uns schon früher berichtet— in der neuen Kapelle die Bildgruppe vom Tode des hl. Joseph Aufstellung gefunden hat, die sich ursprünglich in einer Grotte bei der Kreuzkapelle befand und seinerzeit von einem frommen Olper Ehepaar gestiftet worden war. Die stattliche Holzplastik, die zwar künstlerisch nicht gerade wertvoll ist, aber immerhin zur Andacht stimmt, wurde zuvor in Paderborn gründlich restauriert und neu polychromiert, so daß sie jetzt wieder ein gefälliges Aussehen erhalten hat und wohl noch viele Jahrzehnte erhalten bleibt. rd bereitet eine echte-Dugena. ihr rotes Wertsiegel verbörgt DUGENA Qualitöt und internationale Eleganz. Anno Schulte Das Fachgeschäftam Markt Olpe- Frankfurter Straße 14 Hinwels für den Einkauf von Fischen Fischindustrie sorgt für tadellose Anlieferung durch die„Kühlkette“ Kreis Olne. Der Fisch ist wegen seines Gehaltes an Eiweiß, wichtigen Ausbaustoffen wie Kalk und Phosphor, Spurenelementen und Vitaminen ein ideales Nahrungsmittel. Da Fischfleisch aber leicht verderblich ist, bedarf es einer sorgsamen und pfleglichen Behandlung. Durch den Ausbau der„Kühlkette“ vom Fang bis zum Verbrauch sind bereits beachtliche Fortschritte zur Frischerhaltung des Fisches erzielt worden. Trotzdem sollte die Hausfrau folgende wichtige Merkmale kennen, aus denen sie den Frischezustand des Fisches unschwer ersehen kann: Der Geruch von frischen Fischen ist arteigen und erinnert an Meerwasser. Das Fleisch ist fest, die durch Fingerdruck entstehende Delle verschwindet leicht wieder, die Bauchgreten liegen fest im Fleisch. Andere Merkmale, wie rote Kiemen und klare Augen, die als besondere Kennzeichen für die Frische des Fisches angesprochen werden, verändern sich schon beim Transport des mit Eis verpackten Fisches durch Schmelzwasser, ohne daß jedoch dadurch der Frischezustand leidet. So werden z. B. die roten Kiemen des frischen Fisches— nicht alle Fische haben übrigens von Natur aus rote Kiemen— durch das Eiswasser schnell rosa. Auch die Augen, die beim frischen Fisch prall und dunkel sind, werden durch den Einfluß des Schmelzwassers leicht getrübt und sinken leicht ein. Ferner wird die dünne, glasige Schleimhaut auf der Haut des Fisches weggeschwemmt. Die kluge Hausfrau kauft ihren Fisch am besten erst kurz vor der Zubereitung ein. Für ein schmackhaftes Fischgericht ist aber nicht nur der gute Einkauf, sondern neben der sorgfältigen Vorbereitung auch die sachgemäße Z ubereitung des Fisches entscheidend. Großer Lagerverlust bei Kartoffeln Auf 2,5 Mill. Tonnen beziffert— Wie kann man vorbeugen? Mütterberatung Kreis Olpe. In der kommenden Woche werden folgende Mütterberatungsstunden abgehalten: Montag um 15 Uhr in Kirchhundem(Schule), um 16.30 Uhr in Heinsberg(Schule); Donnerstag um 15 Uhr in Maumke(Schule), um 16.15 Uhr in Halberbracht(Schule). Bonzel. Am Donnerstagabend machten die hiesigen Kinder ihren traditionellen St. Martinszug. Zum Schluß erhielten sie siiße Gaben. Kurzberichte aus dem Kreise Olpe statt-Kapellchen beim Pallottiner-Kloster im Österseifen an und— ebenfalls ganz nahe bei Olpe— die trauten Kapellen von Ronnewinkel, Rüblinghausen, Lütringhausen und Stachelau. Von manchem dieser Türmchen, die uns irgendwie an Spitzweg-Bilder und die sogenannte„gute alte Zeit“ erinnern, hört man gelegentlich helle Glöckchen eigenwillig läuten; so zum„Engel des Herrn“ oder bei besonderen Anlassen wie Patronatsfesten und Prozessionen. * Ueber die oben aufgezählten Kapellen wäre gewiß mancherlei Wissenswertes und Originelles zu sagen hinsichtlich ihrer Entstehung und Geschichte oder auch im Bezug auf ihre Schutzpatrone, ihre besondere Ausschmückung und Zweckbestimmung im Leben der Gemeinden, bzw. der ihnen zugehörigen Gemeinschaften. Indes soll sich unsere heutige Betrachtung lediglich mit der jüngsten der Olper Kapellen etwas näher befassen: mit der schon eingangs erwannten neuen Totenkapelle auf der Mauer. Bei ihrer Einweihung, die Geistlicher Rat Menke als Pfarrer der Gemeinde selbst vornahm, führte dieser u. a. aus, daß schon vor dem Bau der jetzigen St. Martinus-Ffarrkirche in unmittelbarer Nähe des früheren GottesHör auf Deine Frau— Fahr vorsichtig! Kreis Olpe. Auf Anregung der Kreisverkehrswacht werden zur Zeit von den heimischen Kinobesitzern in ihren Lichtspiel-Theatern Dias gezeigt, die zur Rücksichtnahme im Verkehr auffordern. Die Anrufe wenden sich an alle Kraftfahrer mit der verständlichen Bitte:„Hör auf Deine Frau— Fahr vorsichtig!“ Diese Mahnung wird wohl jeder verstehen. Sie enthält einen leicht humorvollen Unterton, ist aber sehr ernst gemeint. Also sollte sie von allen, die es angeht, befolgt werden! Welschen Ennest. Eine interessante Handarbeitsausstellung veranstaltete am Donnerstag die Firma Bernhard Niggemeyer aus Altenhundem hier im Gasthof Höfer. Altenhundem. Die Mitglieder des Schützenvereins finden sich morgen um 10.45 Uhr auf dem Marktplatz mit Schützenmütze zur Teilnahme an der Heldengedenkfeier ein. „Das große Welttheater“ Altenhundem. Auf Veranlassung der Kulturgemeinde in Verbindung mit dem BVD. weilt hier morgen um 20 Uhr das Schauspiel-Studio Iserlohn zur Aufführung des bekannten Bühnenstückes „Das große Welttheater“ von Calderon in der Sauerlandhalle. Der Besuch dieser Veranstaltung ist sehr zu empfehlen. Die Aufführung gilt als Freiveranstaltung für die Mitglieder der Kulturgemeinde, die gegen Vorzeigen der Mitgliedskarte bei Beitragszahlung bis einschließlich September freien Eintritt haben. Vorverkaufsstellen für alle anderen Besucher sind in der Bahnhofsdrogerie Doré und Buchhandlung Wiethoft. Gute Omnibus-Verbindungen bestehen aus der Nachbarschaft nach Altenhundem. FILMSCHAU Olpe:„Lukretia Borgia“;„Tarzan und das Sklavenmädchen“ Attendorn:„Gefangene der Liebe“;„Der König der Wildnis“ Grevenbrück:„Rosen-Resli“ Altenhundem:„Als Du Abschied nahmst“; „Und ewig bleibt die Liebe“ Kirchhundem:„Junges Herz voll Liebe“; „Bis zum letzten Atemzug“ Meggen:„Wenn Du noch eine Mutter hast“;„Donnernde Hufe“ Meschede:„Konsul Strotthoff“ Fredeburg:„Kuisermanöver“ Schmallenberg:„Morgengrauen“ Kreis Olpe. Selbst unter günstigen Lagerungsbedingungen gehen in der Bundesrepublik alljährlich rund 2,5 MilTonnen Kartoffeln während der Einlagerungsperiode vom Herbst bis zum Sommer des nächsten Jahres verloren. Das ist das Ergebnis eingehender Erhebungen. Der volkswirtschaftliche Schaden, de durch diese Lagerverluste hauptsächlich als Folge des Auskeimens entsteht, beträgt also über 200 Millionen Mark. Kein Wunder, daß man sich schon lange mit diesem Problem beschäftigt. Die Industrie hat einige Stoffe entwickelt, die das Keimen der Kartoffeln hemmen, ohne den Geschmack und die Güte der Knollen zu beeinträchtigen. Seither ist die Wissenschaft ständig um eine Weiterentwicklung bemüht gewesen. Unter neuen Substanzen, mit deren Hilfe sich das Wachstum von Pflanzen fördernd oder hemmend beeinflussen läßt, erwies sich das Isopropylphenylcarbamat als ganz besonders gut geeignet für diesen Zweck. Es ist jetzt unter dem wesentlich einfacheren Handelsnamen TIXIT erhältlich. Wenn man vom eigentlichen Verlust absieht, der in vielköpfigen Familien immerhin fühlbar ins Geld geht, wird es die Hausfrau sehr begrüßen, daß sie bis in den Sommer hinein keimfreie und feste Kartoffeln schälen kann. Nicht anders geht es dem Personal in den vielen Küchen der Betriebe, Verwaltungen, Krankenhäuser und Gaststätten. Die Kartoffeln„verschlafen“ gewissermaßen das Frühjahr, die natürliche Keimung wird um einige Monate verzögert. So bringt dieses neue Verfahren vor allem eine Erleichterung für alle, die täglich Kartoffeln schälen und sich seit Jahr und Tag über die Mehrarbeit ärgern, die das Keinmen verursacht. Hinzu kommt, daß TIXIT einfach und gefahrlos anzuwenden ist. Man streut es bei der Einkellerung lagenweise auf die Kartoffeln. 100 g reichen für 1 Ztr. Zugleich werden die Kartoffeln damit trocken gehalten und vor Fäulnis, einer weiteren Ursache der Lagerverluste, geschützt. B Der Glaube an das Gute Edel sei der Mensch, hilfreich und gut Ja, so müßte es sein, um aus der Erde ein Paradies zu machen. Aber das Gute siegt nicht immer im Leben. In dieser Zeit, wo Gewalttätigkeit in Lüge gekleidet, unheimlich wie noch nie auf dem Thron der Welt sitzt, ist es schwer, sich überzeugen zu lassen, daß der Mensch von Natur aus gut ist. Und doch gibt es eine Anzahl von Menschen, die das Gute verteidigen, danach leben und handeln, die nicht müde werden, mit gutem Beispiel ihren Mitmenschen vorzuleben. Werden sich diese Menschen durchsetzen können, ist es nicht schwer, immer nur Gutes zu tun, wenn an sieht, wie man heute von seincn Brüdern und Schwestern betrogen, verleumdet und verlacht wird, nur weil man ein guter Mensch ist. Gewiß, man sagt wohl so leichthin, daß Gutsein Dummheit sei. Aber wollen wir damit sagen, daß nur die Dummen gut und anständig sind? Alle gewöhnliche Gewalt beschränkt sich nach und nach selber. Das ist eine bekannte Erfahrung, denn sie erzeugt Gegengewalt, die ihr früher oder später ebenbürtig oder überlegen wird. Das Gute aber wirkt einfach und anhaltend. Es erzeugt keine Spannung, ja es dämpft und glättet alle Wogen des Hasses und der Feindschaft, schaltet Mißgunst und Mißtrauen aus und verstärkt sich dadurch selber in seiner Kraft, die segenbringend auf die Menschen übergeht. Man darf nicht nur Gutes tun, ohne das Gute anderer Menschen auch anzuerkennen und herauszustellen. Jeder Mensch freut sich doch über Lob und Anerkennung. Der Mensch muß an sich arbeiten, wenn er gut und sanftmütig sein will, Denn unsere Versäumnis ist es, daß wir es mit unseren Vorsätzen nie ernst genug zu nehmen pflegen. Aber wie oft hat sich das Gute im Leben selbst belohnt, ohne daß wir es so recht gemerkt haben. Wir sollten nicht über Menschen den Stab brechen, weil sie nicht so sind, wie wir es gern wünschen, aber wir sollten einmal den Versuch machen, diesen Leuten menschlich näher zu kommen, ihnen mit gutem Beispiel voranzugehen, ihnen helfen, soweit es uns möglich ist, und eines Tages werden wir feststellen können, daß unsere gute Tat Früchte getragen hat, daß wir durch das Gute einen Sieg errungen haben, wie er nicht schöner sein kann! Beginnt das Leben erst mit Vierzig Vorurteile müssen endlich beseitigt werden OIpe. Der Slong„Mit 40 beginnt das Leben“ scheint in der allgemeinen Beurteilung für die Angestelltenschaft nicht zuzutreffen. Auch das hiesige Arbeitsamt kennt die Schwierigkeiten, die eintreten, wenn Angestellte in den Jahren von 40 bis 50 gezwungen sind, umzuwechseln oder nach längerer Arbeitslosigkeit wieder in den Berufsprozeß eingereiht werden sollen. Während Facharbeiter oder Ingenieure, um nur zwei Beispiele anzuführen, in der gleichen Lage und im gleichen Alter ohne nennenswerte Komplikationen schnellstens vermittelt werden können, beginnt bei den Angestellten oftmals ein zermürbendes Suchen nach einer neuen Stellung, und immer wieder sind die vorgebrachten Argumente gleich:„Zu alt, zu alt“— und der 50jährige versteht diese Welt nicht mehr, in der man schon diese Jahrgänge zum „alten Eisen“ zählen will. einigermaßen konstant gehalten werden kann. Bei der Gegenmaßnahme könnte man beispielsweise an die Bildung eines Ausschusses, der Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer umfassen miißte, denken, der in vorurteilsfreier Untersuchung nun wirklich einmal das Für und Wider gerecht abwägen könnte. Eine andere, praktische Hilfe wird schon jetzt durch die Arbeitsämter praktiziert, leider ist sie nicht in allen Fällen anwendbar. Für die Jugendlichen, die in das berufliche Leben treten, ergeben sich aus der Tatsache des starken Angebots älterer Angestellter Perspektiven, die wohl zu überlegen sind. Denn der Drang zur Angestelltenschaft ist immer noch stark. Das mag im äußeren Erscheinungsbild liegen. Bedenklich— auch in der Zukunft wird sich das Bild nicht wesentlich ändern— ist dagegen der gleichzeitige Mangel vollarbeitsfähiger Facharbeiter. Vielleicht überlegt jeder junge Mensch, der sich um seine spätere Existenz Gedanken macht, die Tatsache und läßt sich von dem erfahrenen Berufsberater leiten und lenken. Was die älteren Angestellten angeht, so kann ihnen nur geholfen werden, wenn gründlich mit den vielen Verurteilen und Bedenken aufgeräumt wird, die immer noch grundles und falsch— diese Kräfte zwischen 40 und 60 Jahren umgehen. Dieses Problem muß sorgsam untersucht werden, denn es muß sich eine Lösung durch das verantwortungsvolle Zusammenarbeiten aller in Frage kommenden Stellen finden lassen, damit nicht Arbeitskraft brach liegen bleibt, die an geeigneter Stelle mit den besten Erfolgen eingesetzt werden könnte. Zahlen bleiben konstant Untersuchen wir die Gründe, die gegen eine Einstellung vorgebracht werden, so sind wohl in erster Linie finanzielle Ueberlegungen maßgebend. Eine jüngere Kraft arbeitet billiger. Dazu ist zu sagen, daß die älteren Angestellten in vielen Fällen mehr Erfahrungen sammeln konnten, daß sie ruhig, pünktlich und zuverlässig ihren Dienst ableisten. Alles Eigenschaften, die für einen Betrieb nicht zu unterschätzen sind. Manche Personalchefs scheuen die Einarbeitungszeit und glauben auch, daß ältere Angestellte, die lange Jahre in einem anderen Betrieb gearbeitet haben, „betriebsblind“ geworden sind, das heißt, daß sie sich den notwendigen Erfordernissen einer neuen Arbeitsstelle nicht in dem verlangten Maße wendig einfügen können. Auch in Olpe warten noch zahlreiche ältere Angestellte auf Betätigung. Der Zugang ist groß und geht hauptsächlich auf das Konto Flüchtlinge; der Abgang ist so erfreulich, daß wenigstens die Grundzahl BRINKMANN man siehtwas man raucht! Amis sind oft witzige Burschen Von Willibald Knautsohke Ein amerikanischer Soldat hatte mehrere Briefe von Bayern aus nach Arizona geschrieben, in denen er auch allerhand Kompanietratsch ausplauderte— nur weil er nichts anderes schreiben konnte oder wollte. Diese Stellen waren vom Zensor unleserlich gemacht worden, und darüber hatten sich dann die Angehörigen bei GI Joe beklagt. Sogleich schrieb Joe einen neuen Brief. Er enthielt die Nachschrift:„Bitte, schau mal unter die Briefmarke!“ Natürlich wurde auch dieser Brief wieder vom Zensor geöffnet. Und anschließend verbrachte dieser drei volle Stunden damit, die Briefmarke überaus vorsichtig mit heißem Dampf abzulösen— um auf die darunter befindliche„geheime' Mitteilung zu kommen. Endlich hatte er es geschafft und die Briefmarke sauber und ohne die geringste Beschädigung abgelöst. Eine wahre Meisterleistung. Freilich erfuhr er nun die größte Enttäuschung seiner Zensorlaufbahn. Denn darunter stand nichts anderes „War sie schwer abzukriegen?“ Dei Diktator wiel geken Eine Guacosta-Geschichte von Richard Schweitzer UNSER2 Es war alles für die Kabinettsitzung vorbereitet. Die Offiziere der Militärjunta saßen steif und würdig am grünen Tisch, Sekretäre legten Gesetzentwürfe und Denkschriften bereit, unter der weißgekalkten Zimmerdecke drehte sich der große Ventilator. Oberst Concha stand an der halbgeöffneten Tür und spähte auf den Korridor hinaus, wo der Chef jeden Moment erscheinen mußte. So war es bei jeder Besprechung der Regierung von Guacosta; niemand ahnte, welche aufregenden Ereignisse die nächsten Stunden noch bringen sollten. Schon ertönten draußen auf dem Gang harte hastige Schritte. Oberst Concha stieß die Tür ganz auf, knallte die Hacken zusammen und brüllte:„Achtung!“ Die Offiziere sprangen auf und legten die Hände an die Hosennaht. Der Diktator General Juan Presto trat ein und führte grüßend die Hand an die Mütze. Oberst Concha meldete:„Militärjunta vollzählig zur Kabinettssitzung versammelt! Keine besonderen Vorkommnisse!“ „Danke“, sagte der General.„Setzen Sie sich, meine Herren.“ Er hängte seine weiße goldbestickte Mütze an den Haken der Tür, schnallte das Lackkoppel ab und drückte es seinem Adjutanten in die Hand. Langsam trat er an die Stirnseite des Tisches. Seine Stimme war leise, aber doch irgendwie entschlossen, als er fragte: „Gibt es was Besonderes?“ Handelsminister Jose d'Aganzo, der Senior der Öffiziere, erhob sich.„Wichtig wäre heute vor allem die Angleichung der gesetzlichen Höchstpreise an die veränderten Außenhandelsbedingungen“, gestattete er sich zu bemerken. Angewidert verzog General Juan Presto sein Gesicht zu einer Grimasse.„So, das ist also wichtig!“ knurrte er grimmig. Seine Gestalt straffte sich, er verschränkte die Arme vor der Brust.„Ich will Ihnen mal was sagen, meine Herren“, fuhr er laut und schneidend fort.„Von heute an ist für mich überhaupt nichts mehr wichtig! Ich habe mich entschlossen, mit sofortiger Wirkung von allen meinen Ämtern zurückzutreten. Machen Sie künftig Ihren Kram allein!“ HIER WIRD GELACHT Menschenkenntnis „Ich fürchte“, flüstert der angehende Juwelier seinem Chef zu,„wir haben da einen Irren im Laden. Da ist ein junger Mann, der redet so krauses Zeug durcheinander daß ich nicht weiß, was er will.“ „Ihnen fehlt aber auch jegliche Menschenkenntnis“, sagt tadelnd der Chef. „Legen Sie unserem Kunden nur eine Auswahl von Verlobungsringen vor!“ Er versteht Spaß Der Bettler hält einen gutgekleideten Herrn um Geld an. Der Herr— es ist ein Direktor einer großen Firma— meint: „Was würden Sie sagen, wenn ich Ihnen statt Geld eine Arbeit geben würde?“ Der Bettler lacht:„Das macht gar nichts, ich verstehe auch Spaß!“ Bescheiden „Ein normales Frauenleben ersehne ich“, sagte die Filmdiva.„Ruhe vor allem, ein kleines Zwölfzimmerhäuschen, Kinder Ehemänner..“ * Zwiegespräch „Ach du liebe Suppe“, sagte der Gast, „heute schaust du mich wieder mit keinem Auge an!“ * Noch besser „Warenhäuser gibt es bei uns in den Staaten“, prahlte ein Amerikaner,„die sind so groß, daß die Kunden einen Kompaß brauchen, sonst finden sie nicht mehr zum Ausgang zurück.. „Kleine Fische“, brummte der Engländer.„In London sind kürzlich zwei Löwen aus dem Zoo ausgebrochen und in ein Warenhaus geraten. Ob Sie’s glauben oder nicht: vierzehn Tage lang haben sie sich von Verkäuferinnen ernähert, ehe man es bemerkte!“ * Merkwürdige Ähnlichkeit „Seltsam“, sagte Herr Werner,„daß die beste Zigarre verdorben wird, wenn man sie ausgehen läßt.“ „Ja“, fiel seine Frau ein,„und noch viel seltsamer, daß es mit euch Männern genau so ist!“ * Bei dieser Gelegenheit Ein Kleinwagen hielt vor der Großtankstelle.„Drei Liter Benzin und ein Viertel Öl“, sagte der Fahrer. „Sehr wohl. der Herr!“ rief der Tankwart.„Und darf ich Ihnen bei der Gelegenheit auch gleich mal in die Reifen husten?“ * Wie die Zeit vergeht Eine alte englische Lady besitzt einen Papagei, der sich von einem früheren Dienstboten ein schauerliches Fluchen angewöhnt hat. Deshalb pflegt die alte fromme Dame stets von Sonnabendabend bis Montagmorgen ein Tuch über den Käfig zu hängen, damit der so im Dunkel sitzende Vogel am Sonntag still sei und nicht fluche. Eines Montags nun sah die Frau den Pfarrer auf ihr Haus zukommen. Schnell warf sie ein Tuch, das sie erst vor kurzem von dem Käfig abgenommen hatte, wieder über den Papagei. Als der Geistliche kurz darauf eintrat, klang es unter dem Tuch scharf hervor:„Verdammt kurze Woche diesmal!“ Er hilft beiden Die Heiratsvermittlerin legte einem Grafen eine reiche Auswahl von Damen vor. „Besonders möchte ich Ihnen diese beiden Damen empfehlen“, sagte sie,„die eine Adeisheirat wünschen. Hier die Witwe hat eine Million und die Waise eine halbe Million.“ „Glänzendes Angebot, ich nehme sie beide.“ „Verzeihung, Herr Graf, das dürfte sich kaum machen lassen, denn das wäre ja Bigamie!“ „Quatsch Bigamie! Werde Witwe heiraten und Waise adoptieren...“ Es war, als sei eine Atombombe explodiert. Die Offiziere erstarrten zu Stein, tödliches Schweigen verbreitete sich im Raum. Nur der Ventilator surrte monoton weiter. Kriegsminister Generaloberst Chicotudo faßte sich als erster. Er trat umständlich hinter seinen Stuhl, umkrampfte die Lehne und sagte mit einem erzwungenen Lächeln: „Wir dürfen doch wohl annehmen, mein General, daß Sie sich einen kleinen Scherz mit uns erlauben?“ „Ich bin niemals in meinem Leben ernster gewesen“, war die kalte Antwort. „Was haben wir denn verbrochen, daß Sie uns plötzlich im Stich lassen wollen?“ rief der Innenminister Carlo Hortez in seiner Verzweiflung ganz unkonventionell aus. Da schüttelte der Diktator müde lächelnd den Kopf.„Gar nichts, meine lieben Freunde. Ich habe einfach genug. Es paßt mir nicht mehr, wie ein kleiner Angestellter jeden Morgen um sechs Uhr aufstehen zu müssen. Diese Konferenzen und Besprechungen und Ansprachen und Repräsentationspflichten ekeln mich an.“ Ein seltsamer Glanz trat in seine Augen, als er weitersprach:„... Als ich gestern abend im Bett lag und wieder nicht einschlafen konnte, da habe ich mir das alles durch den Kopf gehen lassen. Warum soll ich mich denn abschinden? Der Staat kommt doch ganz gut ohne mich aus. Ich möchte mich in ein kleines Häuschen auf dem Lande zurückziehen und meinen Mais anbauen und in Frieden gelassen werden. Jetzt bin ich 56 Jahre alt. Ich habe Cuacosta von einer korrupten Regierung befreit und zu einem blühenden und mächtigen Land gemacht. Was verlangt man noch mehr von mir? Ich brauche endlich Ruhe.“ Der Bann löste sich; die Offiziere sprangen auf und umringten ihren Chef. Wild gestikulierend redeten sie alle gleichzeitig auf ihn ein.„Das dürfen Sie nicht tun!“ schluchzte Propagandaminister Pedro Razenda.„Ohne Ihre starke Hand fällt das Vaterland ins Chaos zurück!“ Und der Handelsminister jammerte:„Innere und äußere Feinde warten nur darauf, daß Sie einmal nicht mehr da sind, mein General! Überlassen Sie die Nation nicht ihrem Schicksal!“ „Sie, meine Herren, können ebenso gut regieren wie ich“, wehrte der General ab. „Ich erschieße mich auf der Stelle, wenn Sie uns nicht mehr führen!“ rief weinend der Innenminister und nestelte an seiner Pistolentasche. „Damit das Vaterland noch einen Führer weniger hat?“ fragte der Diktator ironisch. Der Kultusminister fiel auf die Knie nieder.„Ich flehe Sie an, mein General: Stürzen Sie das arme Volk von Guacosta nicht in Verzweiflung!“ General Juan Presto wandte sich mit gerunzelter Stirn ab.„Lassen Sie dieses würdelose Betteln. Es hat ja doch keinen Zweck. Mein Entschluß stent fest. Von hier aus gehe ich in die Kanzlei und diktiere meine Rücktrittserklärung.“ Ratlos schwiegen die Öffiziere, Tränen rannen ihnen über die Wangen. Nur der Kriegsminister Generaloberst Chicotudo bewahrte noch Haltung. Eine Idee durchzuckte sein Hirn. Seine Augen leuchteten auf. „Unter diesen Umständen“, sagte er mit fester Stimme,„muß ich Sie darauf hinweisen, daß die Dienstpflicht für Generale bis zum 62. Lebensjahr gilt. Da Sie Ihr Amt als Staatschef niedergelegt haben, General Juan Presto, unterstehen Sie wieder den Militärgesetzen. Ich befehle Ihnen hiermit, sich sofort nach der Wüste Llanos in Marsch zu setzen und dort das Kommando über das Heeresstraflager XXIII. zu übernehmen.“ Der General starrte den Kriegsminister sprachlos an. Er öffnete den Mund, schloß ihn wieder und schüttelte den Kopf. Dann seufzte er, schritt langsam zum Tisch und ließ sich auf seinen Stuhl nieder. „Also wie war das mit der Angleichung der gesetzlichen Höchstpreise an die veränderten Außenhandelsbedingungen?“ fragte er leise. Auf welchem Weg gelangt Herr Obenlinks zum Ausgang? Wir brauchen Ihnen sicher gar nicht zu helfen! Auflösung unseres gestrigen Rätsels Parade— Kreon— Dialog— Laos— Kummer— Kain— Rute— Arie— Leine — Dolomiten. Der Kellner/ Von Jeremias Reisig die Der Herr im Lokal winkt den Ober heran.„Zahlen, bitte.“ „Sehr wohl.“ Der Kellner macht Rechnung.„Bitte, mein Herr.“ Der Gast fährt mit der Hand in die linke Brusttasche, sodann in die rechte, tastet seinen Rock ab, entschuldigt sich, eilt zu seinem Mantel, wiederholt die Suchaktion— jedoch vergeblich. Der Ober ist ihm diskret gefolgt. Der Herr wird nervös. „Das ist mir aber peinlich— ich muß tatsächlich meine Brieftasche zu Hause gelassen haben. Mit Ihrer Erlaubnis gehe ich sie schnell holen, ich wohne nicht weit.“ Der Kellner verneigt sich und hilft dem Gast in den Mantel, denn draußen regnet es. Dieser murmelt noch eine Entschuldigung, dann ist er weg. Die Gäste an den Nebentischen waren Zeugen des Vorfalls gewesen. Ein knöchriger Herr ergreift das Wort: „Wissen Sie, Ober, das finde ich leichtsinnig. Glauben Sie, der kommt wieder? Das ist sicher einer, der auf diese Tour reist.“ Der Ober macht eine begütigende Handbewegung. „Sie irren sich, mein Herr.“ „Dann kennen Sie den Gast..?“ „Keineswegs.“ „Und womit begründen Sie Ihre Hoffnung, daß er wiederkommt?“ „Ich habe keinen Grund, ihm mißzutrauen.“ „Ach, diesen Idealismus haben wir auch einmal gehabt“, mischt sich eine ältere Dame ein.„Sie werden sehen, wer recht behält.“ Der Ober lächelt. „Auch Sie irren sich, gnädige Frau. Der Herr kommt sicher wieder.“ Da erhebt sich ein junger Mann. DAS KONIGIICHE SPIEI Am Vormeisterturnier um die Deutsche Schachmeisterschaft in Bad Salzuflen nahm auch der Bielefelder Meister Dr. Lachmann teil. Er ist einer der letzten Ritter der Romantik. Für ihn ist Schach Kunst. Er ist ein Schönheitssucher. Seine Partien sind oft wahre Perlen der Schachkunst; aber, da er jeden nüchternen, sachlichen Stil meidet, kommt er nicht zu großen Erfolgen. Er spielt entweder Glanzpartien oder stirbt in Schönheit. In der nachfolgenden Partie gegen den Pokalsieger Stephan gelingt ihm sein Vorhaben. Englisches Vierspringerspiel 1. c2—c4 e7—e5 2. Sbl—c3 Sg8—f6 3. Sgl— f3 Sb8—c6 4. d2—d4 e5—e4! Ein überraschender Einfall, der Weiß sofort vor Probleme stellt, Gewöhnlich geschieht hier 4... e5:d4 5. Sf3:d4 Lf8—b4. 5. Sf3—g1..... Wahrscheinlich am besten; denn nach 5. Sg5—d5 6. cd5: Sd5: 7. Se4: Lb4 8. e3 f51 kommt Schwarz zu einem überwältigenden Angriff. Zu untersuchen wäre aber 5. Sd2 e3 6. Sf3! 5. Lf8—b4 6. e2—e3 0—0 7. Lcl—d2 Lb4:c3 8. b2:c3... Statt dessen war Lo3: vorzuziehen, da der Bc4 sich nun schwer verteidigen läßt. 8.... d7—d6 9. h2—h3 b7—b6 „Ich bin Student, der Fall interessiert mich von der psychologischen Seite. Nicht wahr, Sie sind auch gewissermaßen so ein bißchen Psychologe? Das bringt Ihr Beruf schon mit sich, wie? Aber wenn ich mir ein Urteil erlauben darf, auch mir gefiel der Herr nicht. Ich möchte behaupten, daß er nicht wiederkommt.“ Der Ober wird ungeduldig. „Das hat mit Psychologie nichts zu tun, sondern dieser Herr...“ „.. wird sich nicht sehen lassen!“ ruft ein Gast dazwischen, der etwas abseits saß und der Unterhaltung gefolgt war.„Ich 10. g2—g4 Sc6—a5 11. g4—95, Sf6—d7 12. n3—h4 Lc8—a6 13. Sgl—h3... Weiß gibt Bc4 auf, um auf dem Königsflügel den Angriff zu forcieren, Nach 13. Da4 c6 14. Tbl b5 15. ch5: ch5: 16. Lb5: Tb8 nebst Db6! kâme es auch hier zur Katastrophe. 13..... La6:c4 14. Lfl:c4 Sa5:c4 15. Sh3—f4 c7—c6 16. Ddl—g4 Dd8—e7 17. Kel—e2 f7—f5 18. Dg4—g3 Ta8—d8 19. Thl—dl... Der Königsangriff hat sich festgelaufen. Schwarz droht, mit seiner Bauernübermacht vorzustoßen und die Schutzkette des Weißen zu zerreißen. Außerdem werden durch das Vorprellen der Bauern Angriffsfelder für die Springer freigemacht. Der Schlußangriff wird schön durchgeführt. Hier zeigt Dr. Lachmann. seine vollendete Kunst. 10..... b6—b5! 20. a2—a4 b5:a4 21. Ld2—c1. .Nach 21. Ta4: Sd7—b6 geht der a-Bauer unaufhaltsam vor. 21.... Sd7—b6 22. d4—d5 c6—d5 23. Sf4:d5 De7—f7 24. g7—g6 h7:g6 25. Sd5—f4 Sc4—e5 26. Tdl—d4 Se5—f3! die wichtigsten Fluchtfelder werden dem König gesperrt27. Td4—b4 Sb6—d5! 28. Dg3:g6? und Weiß gibt auf; denn nach 28.... Sf4: geht die Dame verloren; aber auch nach 28. Sd5: Dd5: ist das Matt auf d3 nicht zu decken. bin Kriminalkommissar und überlegte die ganze Zeit, wo ich den Burschen hinstecken sollte. Nun weiß ich es: Er ist ein mehrfach vorbestrafter Hehler. „Na, sehen Sie „Da haben wir’s...“ „Ich wußte es gleich...“ Die Gäste ringsum sind sich einig. Der Ober lächelt erneut und— verneigt sich gleichzeitig gegen die Türe, in der eben der zweifelhafte Herr auftaucht. Die Gespräche an den Tischen sind plötzlich verstummt. Dann begleicht der Eingetretene seine Rechnung. „Was ich noch sagen wollte, Ober“, richtet er dann das Wort an diesen,„ich habe vorhin...“ „Sehr wohl“, unterbricht ihn der Kellner, eilt, ohne eine Erklärung des anderen abzuwarten, zu dessen Tisch und kehrt mit einer Aktentasche zurück.„Der Herr haben vorhin seine Aktentasche liegen lassen, nicht wahr, das wollten der Herr sagen..?“ „Leider!“ entfährt es dem seltsamen Gast, dann eilt er davon.— Dann allerdings „Papa, erkläre mir doch, wie das Gehirn funktioniert!“ „Laß mich in Ruhe, Paul. Ich habe anderes im Kopf als das Gehirn.“ * Zur Ehrlichkeit verpflichtet „Ich bin der größte Schauspieler der Welt!“ hatte ein Hollywood-Star als Zeuge vor Gericht behauptet. Später nahm ein Freund ihn beiseite. „War das nicht allzu stark geprahlt?“ meinte er vorsichtig. Der Star nickte.„Im allgemeinen bin ich auch nicht für solche Selbstbeweihräucherung. Aber du mußt bedenken: Diesmal stand ich unter Eid.“ Das Glaubensbekenntnis/ Von Karl auosg Dies thren wurde in Budapes. Sind Sie ein guter Gesellschafter? Als Friedrich der Große nach dem letzreiste, um festzustellen, wie weit der Wiederaufbau der zerstörten Städte und Dörfer aufbau der zerstörten Städte und Dörfer vorangeschritten war, kam er auch in ein kleines Gemeinwesen, in dem von den Verwüstungen des Krieges nichts mehr zu sehen war. Die Schäden an den Häusern waren beseitigt, die Gärten waren gepflegt, und die Straße befand sich ebenfalls in einem guten Zustand. Vor allen Dingen machten die Bewohner des Dorfes, die ihn jubelnd umringten, einen zufriedenen Eindruck, was dem König besondere Freude bereitete. Nur einer unter ihnen, ein schlanker Bursche mit einer Verwundung am linken Arm, stand, ohne an der allgemeinen Freude teilzunehmen, etwas abseits. Das flel dem König auf. Daher winkte er den Burschen zu sich heran und fragte ihn. warum er denn ein so ernstes Gesicht mache. „Ach, Majestät“, sagte der Bursche, der im Kriege mitgekämpft hatte,„ich denke gerade über meinen Glauben nach!“ „Das ist ja sehr lobenswert“, sagte der König.„Und was für einen Glauben hat Er denn?“ „Majestät“, stotterte der Bursche,„das kann ich gar nicht sagen.“ „Nun, warum denn nicht?“ munterte ihn der König auf.„Weiß Er denn nicht, daß in meinem Lande jeder nach seiner Fasson selig werden kann? Also sag Er mir getrost. was Er für einen Glauben hat!“ Daraufhin schwieg der Bursche eine Weile ängstlich seinen König anblickend. Dann endlich kam es zögernd aus ihm heraus: „Majestät, ich habe den Glauben, daß ich meinem Schuster die Stiefel nicht bezahlen kann, die ich an meinen Füßen trage.“ In den Augen des Königs blitzte es auf. Er knurrte etwas vor sich hin, griff jedoch schließlich in die Tasche und drückte dem Burschen einen harten Taler in die Hand. Dann hob er drohend den Stock und sagte: „Man soll ja eigentlich seinen Glauben nicht wechseln, von Ihm aber verlange ich, daß Er es tut—. damit sein Schuster endlich zu seinem Gelde kommt!" Ihr Schwarm „Wissen Sie, ich schwärme für Byron.“ „Und für welches seiner Werke im Besonderen, gnädige Frau?“ „Ach, seine Werke?“ entgegnete Frau Margot,„die kenne ich gar nicht. Aber finden Sie es nicht fabelhaft, daß er damals schon, um sich seine Figur zu erhalten, Essig trank?“ Vor rund 70 Jahren wurde in Budapest das Opernhaus feierlich eingeweiht. Zu der Eröffnungsvorstellung war auch Kaiser Franz Joseph aus Wien gekommen. Im Theater erschien er etwas zu früh. Er saß erwartungsvoll in seiner Loge, während die Hälfte des Publikums noch gar nicht die Plätze eingenommen hatte. Die temperamentvollen Ungarn bereiteten ihrem König Ovationen. Es gab einen großen Tumult, gegen den die Polizei machtlos war. Da aber ein solches Gebaren gegen die höfischen Sitten und vor allem gegen das in Wien herrschende steife spanische Zeremoniell verstieß, holte man den Operndirektor. Das war damals der Husarenmajor Baron Friedrich von Podmaniczky, der sein Kunstamt stest in Uniform ausübte. Selbstverständlich erschien er auch jetzt in voller Gala mit Dolman, Bärenmütze und Säbel. Er stürmte zum Eingang, zog seinen Säbel und verteidigte mit blanker Waffe das Haus gegen das Eindringen weiteren Publikums. Wer noch am Kartenschalter stand, der bekam eins mit der flachen Klinge. Er schlug auf die Theatergäste ein, bis er den Eingangsraum gesäubert hatte und er befriedigt sein Schwert in die Scheide stecken konnte. Nichts Besonderes „Im Varieté sah ich gestern einen Zauberkünstler, der einen Zwanzigmarkschein in einen Hut verwandelte.“ „Das ist doch keine Kunst. Meine Frau tut das seit Jahren.“ Es gibt viele nette Leute, mit denen man sich gern treffen und unterhalten würde, wenn sie nicht unausstehliche Gesprächspartner wären. Dieser Fehler macht sie wirklich unsympathisch, und man geht ihnen lieber aus dem Weg. Wie steht es mit Ihnen? Beantworten Sie bitte die folgenden Fragen: 1. Sprechen Sie mit Vorliebe über Ihre persönlichen Angelegenheiten. Ihre Sorgen, Ihren häuslichen Ärger, Ihre Kriegserlebnisse oder durchgestandenen Krankheiten und Operationen? Ja— Nein 2. Fühlen Sie sich in Gesellschaft nur wohl, wenn Sie ständig das Wort führen? Ja— Nein 3. Widersprechen Sie. wenn Sie anderer Meinung sind, in entschiedener Form? Ja— Nein 4. Verkünden Sie Ihre Meinung in der Form eines Dogmas, an dem keiner rütteln darf? Ja— Nein 5. Fallen Sie Ihren Gesprächspartnern ins Wort, und wechseln Sie unvermittelt das Thema, obwohl dieses noch gar nicht beendet ist? Ja— Nein 6. Ist Ihnen besonders wohl, wenn Sie über gemeinsame Bekannte, die nicht anwesend sind, ausgiebig schimpfen und sie in jeder Beziehung heruntersetzen? Ja— Nein 7. Reden Sie einfach drauflos, ohne sich tiber das. was Sie sagen, ernsthaft Gedanken gemacht zu haben? Ja— Nein 8. Lenken Sie das Thema immer wieder auf eigene Spezialkenntnisse, mit denen Sie glänzen können, weil die übrigen Anwesenden nichts davon verstehen? Ja— Nein Mit 8 Ja-Stimmen brauchen Sie sich nicht darüber zu wundern, wenn man Ihre Gesellschaft nicht sonderlich schätzt. Sie haben so ziemlich alle Untugenden, mit denen ein schlechter Gesellschafter behaftet sein kann. Je weniger Ja-Stimmen. desto besser! Der ideale Gesprächspartner hat alle unsere Fragen mit einem klaren Nein beantwortet. Es macht Spaß, sich mit ihm zu unterhalten! Kathederblüte Professor:„.. an der Tatsache läßt sich nichts ändern, mag auch das Auge des Laien noch so bedenklich den Kopf schütteln.“ „Wenn Sie ein tüchtiger Arzt werden wollen, müssen Sie die Eingeweide im Kopf haben!“ Ein Traum... Beim Geldzählen geriet der Kassierer ins Träumen. Er blätterte ein Paket mit Hundertmarkscheinen durch und zählte: „Sechs Monate, ein Jahr. zwei Jahre, drei Jahre...“ Dann schreckte er auf, schüttelte traurig den Kopf und begann noch einmal von vorn. Immer wieder: Die mit den schiefen Strumpfnähten Sind sie wirklich liederlich, unstet, untreu und unberechenbar?— Eine amüsante Untersuchung Hier und da behauptet der Volksmund, eine Frau, die auf der Straße besonders schiefe Strumpfnähte zur Schau trage, sei liederlich und oberflächlich. Trotzdem aber haben sich die gesunden Mitteleuropäer wohl kaum träumen lassen, daß Leute mit akademischen Titeln auf den Plan treten würden, um drohend den Zeigefinger zu erheben und zu mahnen:„Immer wieder die mit den schiefen Strumpfnähten!“ Und doch ist es so! Der dänische Soziologe, Dr. Helge Vettersen, Kopenhagen, sagt, er sei auf den Gedanken gekommen, sich eingehend soziologisch mit den schiefen Strumpfnähten zu befassen. Er befragte Ehemänner„diskret“ über die Haushaltsführung ihrer Frauen, über Launen und Grillen und solche, wo es zum ehelichen Bruch kam. Und zum Schluß erm Farbenfreudig Die Gewohnheit, eine Wand— oder eine Nische— des Zimmers zu den übrigen in Kontrast zu setzen, gewinnt mehr und mehr Anhänger. Man wendet diesen Kunstgriff vor allem dann an, wenn es darum geht, ein besonders hübsches Möbelstück — das an eben dieser Wand aufgestellt wurde— hervorzuheben oder eine Wohn-, eine Eß-, eine Arbeitsecke gegen die übrige Einrichtung abzugrenzen. Ein Innenarchitekt schlägt Ihnen diese Farbzusammenstellungen vor: Für das Wohnzimmer: Drei Wände in Elfenbein, eine im klaren Blau. Oder: Drei Wände in gedecktem Gelb, eine in Pastellgrün. Oder: Drei Wände in kal... sehr gut ist M gänzte er harmlos:„Trägt Ihre Frau vielleicht dann und wann oder etwa immer schiefe Strumpfnähte?“ Und wenn die Ehemänner verdutzt nach kurzem Stutzen grüblerisch den Finger an die Nase legten und schließlich mit dem Funken des Erinnerns„Ja natürlich“ verkündeten, machte Dr. Vettersen nur noch„Aha!“ und empfahl sich. Auf diese Weise ermittelte er, daß 87,5 Prozent aller dänischen Frauen, die die Männerwelt„in Unordnung“ bringen, recht wenig darauf achten, ob ihre Strumpfnähte in einer oder mehreren Kurven über die Waden eilen oder ob sie gar einen Halbkreis um die mehr oder weniger scharmanten und gut proportionierten Beine schlagen. Und der Herr Doktor hat das der Öffentlichkeit nicht vorenthalten. Erst zögernd. dann regelmäßiger gingen bei ihm die Bestätigungen von Kollegenkreisen ein, die sagten: Ja, es ist wahr, es sind immer die mit den schiefen Strumpfnähten, die einem treuen Männerherzen Kummer machen und die meist recht beängstigende Charaktereigenschaften, Allüren und so gut wie keine Haushalts-Pedanterie haben. In Belgien dagegen ist man nicht so ohne weiteres bereit, Dr. Vettersens Ablehnung und„Warnung“ zu unterschreiben. Dort hat sich der Brüsseler Soziologe Aland Rumero gegen den dänischen Doktor gewandt. „Well“, sagte auch der Amerikaner James Globster,„das ist alles Unsinn. So etwas kann es nur in Europa geben. Bei uns existieren keine Frauen, die sich so liederlich auf die Straße wagen. Sie würden von Blicken getötet!“ In Italien aber meinten kürzlich die Anwälte, daß Frauen mit schiefen Strumpfnähten für Ehemänner wegen ihres„biegsamen Wesens“ gefährlich seien. Da haben wir es also! Sehen Sie bitte darauf, daß Ihre Strumpfnähte gerade sitzen. Ihr Schmuck braucht ein Bad Bei richtiger Behandlung wird er wieder wie neu/ Ob echt oder unecht— erst die Pflege macht schön Zwischen Herbst und Winter sind die leichten und doch mollig warmen WollJerseys ideal. Das Karo dieses eleganten Jackenkleides aus dem Mailänder Modenhaus Dazza ist in mehreren Grautönen harmonisch abgestuft. Der Schalkragen it bis zum Jackensaum verlängert und betont damit die streckende Linie. Die hochgeschlossene korallenrote Jerseybluse paßt nicht nur im Material, sondern auch in der Farbe sehr gut dazu. Nichts wirkt unerfreulicher als eine schmutzige Perlenkette oder ein Ring, dessen Steine durch Staub und Seife getrübt sind. Selbstverständlich soll man vor dem Waschen und allen groben Arbeiten den Schmuck ablegen. Auch auf frisch mit Hautcreme behandelte Finger soll man keine Ringe stecken, da dann mitunter selbst echtes Gold dunkle Spuren hinterläßt. Die gleiche unangenehme Wirkung kann eine Puderschicht, etwa auf dem Hals, bei Metallketten haben— allerdings nicht bei jedem Menschen. Die Hautbeschaffenheit spielt dabei eine noch nicht ganz geklärte Rolle. Trotz aller Sorgfalt freilich verschmutzt jedes Schmuckstiick im Laufe der Zeit. Wie man es säubert, ist eine Frage des Materials. Gold- oder Silbergegenstände legt man in laues Wasser, in das man einige Tropfen Salmiakgeist getan hat. und bürstet sie später mit einer alten Zahnbürste und Seife nach. Jeder Schmutz löst sich dabei spielend. Nachher trocknet man die Stücke mit einem Tuch und poliert mit einem Wollappen nach. Bei vergoldetem Schmuck gehe man besonders vorsichtig zu Werke, um die Oberfläche nicht zu beschädigen. Echte und unechte Perlen-, Korallen-, Bernstein- und ähpliche Ketten läßt man eine Zeitlang in lauem Seifenwasser liegen und reinigt sie dann ebenfalls mit einer weichen Bürste. Dabei kontrolliert man, ob die Schnur nicht erneuerungsbedürftig ist! Haben echte Perlen(auch Zuchtperlen) ihren Glanz verloren— was leicht vorkommt, wenn sie nie getragen und überdies vielleicht in einem Metallbehälter luftdicht abgeschlossen aufbewahrt werden — so kann man sie mit etwas Kochsalz in ein Leinentüchlein binden und in lauwarmem Wasser schwenken. Nach Auflösung des Salzes erhalten sie ihren alten Glanz zurück. M1 tem Grau, eine in Rot— jenes Rot, das man auf den alten Bildern findet.(Die Decke ist jeweils weiß.) Für das Schlafzimmer: Drei Wände in Milchweiß, eine in dunklem Blau. Oder: Drei Wände in blassem Rosa, eine in kräftigem Grau. Auch hier ist die Decke weiß. Fürdaskleine Arbeitszimmer: Drei Wände in Elfenbein, eine in Flaschengrün. Aber auch sämtliche Wände blaßgrün, die Decke milchweiß. Für die Diele: Drei Wände in Weiß, eine in Chromgelb. Oder: Sämtliche Wände weiß, die Decke blau-grün Natürlich ist es nicht die Idee, daß man den Trick der kontrastierenden Wände nun in sämtlichen Räumlichkeiten anwenden sollte. Auch das würde auf die Dauer langweilig werden. Hüten Sie sich vor Caron! Spaziergang durch den Irrgarten der Partüms- Begehrte Düfte aus Paris Mit seinem Parfüm und seinem Briefpapier ist man verheiratet. Beides sollte man, wenn man einmal die Wahl getroffen hat(fürs erste), beibehalten. Vor allem sollte man nicht unsicher zwischen verschiedenen Düften hin- und hertapsen. Denn das Parfüm unterstreicht den Typ einer Frau, und nur ungern verrät sie sein Geheimnis. Fatal ist es, wenn die Freundin oder gar die Rivalin dasselbe benützr— dies zum Beispiel wäre ein Grund, das eigene sogleich zu wechseln! Es ist nicht leicht, sich im Irrgarten der Parfüms zurechtzufinden. Es gibt Hunderte von Sorten, Hunderte von spezifischen Düften, und es läßt sich von keinem sagen, es ist gut, und jenes ist schlecht. Es kommt allein darauf an, wer es trägt! Ein unscheinbares junges Mädchen sollte sich nicht gerade mit dem gefährlichen Hauch von Lancomes„Kypre“ oder„Marakech“ oder Cotys„L’Origan“ umgeben, und eine erfahrene, temperamentvolle Schöne mache Hatten Sie das schon ausprobiert? Straßburger Salat Dazu gehört: Schinkenwurst und Block-Emmentaler in Scheiben zu gleichen Teilen, 2—3 hartgekochte Eier, 1 Zwiebel. Schneiden Sie Wurst und Käse in Streifen, die Eier in Würfel und die Zwiebel in Ringe. Machen Sie alles recht pikant. Verdecktes Gemüse Dazu gehört: Beliebiges Wintergemüse: Blumenkohl, Sellerie, Gelbe Rüben, Kohlrabi, auch gemischt, Schwarzwurzeln; zur Decke: 1/8 1 Würfelbrühe, 75 g Mehl, 1 Stich Butter oder Margarine, 2 Ecken Velveta, 1—2 Eier. Geben Sie das fast gar gekochte Gemüse in eine gefettete Form. Würfelbrühe und Margarine kocht man auf, gibt das Mehl dazu und rührt, bis die Masse sich vom Topf löst. Dann fügen Sie sofort den Velveta bei, lassen abkühlen und vermischen mit den Eiern. Die Masse wird über das Gemüse verteilt und muß im Ofen gar backen. Fischauflauf mit Sauerkraut Dazu genort: 500 g mit 3 Apfeln fast gar gekochtes Sauerkraut, 750 g zehn Minuten gedünstetes Fischfilet, 3—4 gekochte Kartoffeln, in Scheiben geschnitten, Tomatenketchup, Brotbrösel, Margarineflöckchen. Kraut, Kartoffeln und der zerpflückte Fisch werden in eine gefettete Backform geschichtet. Geben Sie zwischen jede Lage Tomatenketchup und obenauf Brotbrösel mit Ketchup und Margarineflöckchen. Den Auflauf im Ofen etwa ½ Stunde backen. sich nicht mit Jean d’Hennerys„Kim“ oder dem lieblichen Maiglöckchenduft von „Muguet de bois“ lächerlich. Frankreich, das Land des Scharmes, der Eleganz und der Mode, liefert die raffiniertesten und in aller Welt begehrtesten Parfüms. Doch wehe dem, der an Caron gerät: seine berühmten Duftschöpfungen — z. B.„Nuit de Noël“,„Or et Noir“ oder „With pleasurs“— verzaubern eine Frau und lassen sie nicht mehr aus ihrem Bann. Aber sie sind teuer, teuer... Carven mit seinem„Ma Griffe“ und Chanel mit dem berühmten„Nvr. 5“ und„Vr. 22“ oder„Gardenia“ sind dagegen„spottbillig“. Dafür aber auch so populär, daß sie kaum noch das„gewisse Etwas“ herbeizaubern können. Dior. nicht nur für Kleider und neue Moderichtungen maßgebend, bringt auch einige Parfüms heraus, und wer sich schon kein Dior-Modell leisten kann, versucht es vielleicht einmal mit einem seiner Düfte. Mit„Miss Dior“ zum Beispiel oder mit dem schweren, nur für sehr anspruchsvolle reife Frauen geeigneten „Diorama“(es braucht ja nicht gleich das größte Fläschchen für 320 DM zu sein!). Coty hält sich neutral. Seine Parfüms sind erschwinglich, vor allem können sie auch junge Mädchen tragen, ohne gleich in einen zweifelhaften Ruf zu geraten. Cotys Schöpfungen sind nicht schwül und intim, sondern fröhlich, sprühend und beschwingt. D'Orsay bringt nicht etwa nur Herrenparfüms heraus, wenn sie auch mannliche Namen tragen.„Le Dandy“, „Milord“ und„Trophée“ sind Parfüms für junge, sportliche Damen, die es gar nicht darauf anlegen, raffiniert zu erscheinen. Jasmin und Maiglöckchen, Rosen und Nelken, Sandelholz und Juchten umgeben sie mit einem jugendlichen, diskreten Duft. Guerlain hat sich bei weitem die meisten Frauenherzen erobert. Seine Parfüms„Cocque d’Or“,„Fleurs de Feu“, „L’Heure Bleue“,„Mitsouko“ oder„Vol de Nuit“ sind zarte, scharmante Schöpfungen, sie passen beinahe zu jedem Typ und zu jedem Alter. Vor allem„L’Heure Bleue“ ist etwas für junge Mädchen. Lancôme und Lanvin legen in ihre Parfüms etwas Verwirrendes, Erotisches. Gewisse Vorsicht ist bei„Trésor“,„Tropiques“ und„Conquête“ von Lancôme am Platze. Wer etwas leicht Frickelndes, Geheimnisvolles liebt, versuche es mit„My Sin“,„Prétexte“ oder„Scandal“ von Lanvin. Weil spricht mit seinem bekannten „Antilope“,„Bambou“,„Chinchilla“,„Noir“ und„Zibeline“ die heiteren, unkomplizierten Frauen an. Seine Parfüms sina unaufdringlich, doch eigenartig und kostbar. Vorth gibt seinen Parfüms eine diskrete, zum Teil herbe Note. Er dachte auch an die etwas strengen, älteren Damen, für die er„Vers le jour“ schuf.„Je reviens“,„Imprudence“,„Sans Adieu“ und „Vers toi“ sind vornehme, zugleich scharmante Parfüms für Frauen, die nicht auffallen wollen, für alle Tageszeiten und jedes Alter geeignet Silbergegenstände putzt man entweder mit flüssigen Putzmitteln oder den bereits präparierten Putztüchern. Vergessen Sie nicht, dabei Handschuhe anzuziehen, sonst haben Sie Fingerabdrücke auf dem Silber und bekommen rabenschwarze Hände! Sind Silbergegenstände durch Einwirkung von Schwefel(Aufenthalt in einem Heilbad zum Beispiel) oder durch Eierflecke besonders schwarz geworden, so kann man sie durch Auskochen in einer Boraxlösung und nachheriges Abreiben mit Schlämmkreide wieder weiß machen. Hat man Schmuckstücke, über deren Material man sich nicht ganz klar ist, empfiehlt es sich unbedingt, vor der Reinigung einen Fachmann zu fragen. Im allgemeinen aber gilt der Grundsatz: Je kostbarer das Metall und die Steine, desto robuster und widerstandsfähiger sind sie. mmmmmmnmnn Das Grillen findet auch bei uns immer mehr Freunde. Gegrilltes Fleisch ist wohlschmeckender und hat einen größeren Gehalt an Nährstoffen. Da man für das Grillen kein Fett braucht, sei es allen sparsamen Hausfrauen empfohler— und allen denen, die um ihre Linie besorgt sind Keine Ersparnis Viele Hausfrauen glauben Gas zu sparen, wenn sie den Kessel Wasser auf eine ganz kleine Flamme setzen. Das ist gar nicht ökonomisch: 1. nimmt es Zeit. bis der Kessel auf diese Weise kocht, und Zeit ist Geld, und 2. gibt bei dieser langsamen Erwärmung der Kessel unverhältnismäßig viel Wärme an die Luft ab, so daß schließlich sogar etwas mehr Gas verbraucht wird Der kleine Knigge wel gehen aUS Der Herr hat die Dame an seiner Seite zu einer Tasse Kaffee in ein Restaurant eingeladen Daß er die Zeche bezahlt, ist ganz selbstverständlich. Damen, die aus bestimmten Gründen lieber für sich selbst bezahlen wollen, werden auch später noch eine Gelegenheit finden, die Sache zu erledigen. Bei einer kameradschaftlichen Verabredung kann man dagegen getrennte Kasse stillschweigend voraussetzen. In jedem Falle betritt der Herr zuerst die Gaststätte, nachdem er seine Dame durch die Tür vorangehen ließ. Seine Aufgabe ist es, ihr den Weg zu bahnen, einen geeigneten Tisch ausfindig zu machen und höflich ihre Einwilligung zu erbitten. Dann bemüht er sich zuerst um ihre Garderobe. rückt ihr den Stuhl zurecht und fragt nach ihren Wünschen. Bis zum Erscheinen der Bedienung unterhält man sich ungezwungen und in gedämpftem Ton, ohne einen Namen zu erwähnen. Man kann nie wissen, wer am Nebentisch unfreiwillig zuhören muß. So erfreulich ein verliebte junges Paar ist so unerfreulich sind all Zärtlichkeitsbeweise in der Öffentlichkeit Sein Arm gehört nicht auf die Stuhllehn oder die Schulter der Dame! Der Kaffee war kalt, die Torte zu teue und außerdem hat der Kellner sich ver rechnet. Das ist unangenehm. Aber nocl peinlicher wäre es für die Dame, wenn ih Begleiter sich darüber in einen Streit mi der Bedienung einließe. So etwas erledig man unter vier Augen mit dem Geschäftsführer oder zahlt schweigend ein paa Pfennige mehr. Nun erhebt die Dame sich zuerst, läß sich von ihrem Begleiter in den Mante helfen, ehe er in den seinen schlüpft, und geht vor ihm aus der Tür, die er für sioffen hält. Sind Treppen zu steigen, dant geht aufwärts der Herr voran. Abwärt hat die Dame den Vortritt, wenn man nich nebeneinander gehen kann. Das mag merk würdig erscheinen, aber es gehört zun guten Ton. Gemütlich frühstücken das ist besonders am Morgen des großen Waschtages wichtig. Sie können es sich ruhig leisten, denn Henko hat über Nacht in der Waschküche für Sie vorgearbeitet. Henko löst über Nacht den größten Schmutz aus der Wäsche: ohne Bürsten, ohne Zeitverlust, ohne Kohlen- und ohne Sie! Zum Einweichen das gute Waschmittel nehmen? Nein, Henko macht es für wenige Pfennige. Mit Henko eingeweicht ist halb gewaschen. Das ist die richtige Waschmethode hen Sle mit NORA-Fernsehgeräten Fordern Sle in Ihrem Fachgeschäft Prospekte und lassen Sie sich die Nora-Tisch- und Standgeräte unverbindlich vorführen. NORA-Radio Berlin-Charloftenburg 4 Tüchtiger, jüngerer Dekorateur für Schaufenster und In rendékorationen gesucht. 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Neuhaus Karl Neuhaus und Frau Thea geb. Peltner Paul Neuhaus und Frau Klärchen geb. Kohlberg Rudi Neuhaus und Frau Milli geb. Zimmermann Annemarie Neuhaus 7 Enkelkinder und Anverwandte Olpe und Gelsenkirchen, den 12. Nov. 1954. Das Seelenamt ist am Montag, dem 15. November, morgens 7.40 Uhr in der St. Mariae-Himmelfahrtskirche; von dort aus ist anschließend die Beerdigung. Samstag wird um 16.30 Uhr und Sonntag um 19 Uhr in der Mutterhauskapelle für den lieben Verstorbenen gebetet. Trauerspenden in erstklassigen Ausführungen bei mäßigen Freisen liefert Gärtnerel Olpe, WestlälisHe Straße 77 Fernsprecher 294 Auch Vermittlung nach auswärts Gerbermann Wenn dann SPORTPLATZ KREUZBERG Meisterschaftsspiel Sonntag, den 14. November SpVg Olpe FC Fröndenberg Anstoß 14.30 Uhr Vorher Spiel der Alten Herren SpVg Olpe- SpV O4 Attendorn An Sonntagen ist der Schalterraum in unserem Zeitungshause in der Frankfurter Straße vormittags von 11 bis 12 Uhr für die Aufgabe von Anzelgen geöffnet. Während dieser Zeit und auch nachmittags von 17 bis 18 Uhr sind wir telefonisch unter Nr. 241 für die Aufgabe von Anzeigen zu erreichen. Unsere werktägliche Geschäftszeit ist begrenzt von 8 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 18 Uhr; Samstags von 8 bis 13 Uhr Sauerländisches Volksblatt OLPE Frankfurter Straße 16 Fortuna bedroht Rotweiß Essen Sodingen rechnet mit Sieg über Münster— Schafft es der 1. FC Köln endlich? Essen. Als Rotweiß Essen 1953 nicht in die deutschen Endspiele kam, war es Fortuna Düsseldorf, die mit einem 2:1 in Essen die große Hoffnung des Vereins zunichte machte. Im August hat Fortuna am Essener Uhlenkrug eine sehr schwache Vorstellung gegeben, aber die letzten Ergebnisse, vor allem das 7:2 gegen Schalke, lassen erwarten, daß Rotweiß es mit einem ganz anderen Gegner zu tun hat. Sport am Wochenende Fußball. Meisterschaftsspiele der 1. Ligen: Südwest u. a. 1. FC Kaiserslautern— Phônix Ludwigshafen. 1. FC Saarbrücken— TuS Neuendorf; Süd u. a. Karlsruher SC— FSV Frankfurt, Eintracht Frankfurt— SSV Reutlingen; Nord u. a. VfL Osnabrück— Hamburger SV. Länderspiel Ungarn— Österreich in Budapest. Handball. Westfälische Hallenhandballmeisterschaft in der Dortmunder Westfalenhalle(16 Uhr). Boxen. Berufsboxen in Neumünster mit Hein ten Hoff gegen Eugene Robert. Radsport. Vorlauf zum Europa-Kriterium für Omniumfahrer und internationale Steherrennen in der Dortmunder Westfalenhale(Samstag, 20 Uhr). Pferdesport. Galopprennen in Neuß. Trabrennen in Recklinghausen. Trakehner-Auktion in Düsseldorf. Turnier in Toronto. Weltmeister Bobet startet Dortmund. Im Mittelpunkt des Dortmunder Vorlaufs zum Europa-Kriterium für Omniumfahrer steht am Samstag der Start des StraBenweltmeisters Louison Bobet. Im 1000-mZeitfahren, 10-km-Punktefahren und 5-kmVerfolgungsrennen sind Plantaz Haan(Holland),, Espin/Timoner(Spanien) und Otto Ziege/Heinz Müller die Gegner der Franzosen Bobet/Surbatis. Die Sieger qualifizieren sich für den Endlauf am 13. März in Zürich. Den Rahmen bilden Steherrennen(3 Läufe je 75 km) mit Wagtmans(Holland), Besson (Schweiz), und den deutschen Fahrern Holzmann, Jakobi und Schiller. Sogar Nordwestfalen hat durch die Münsterlandhalle soviel Trainingsmöglichkeiten, daß es in diesem Wettbewerb auch mitreden kann. Allerdings haben sich den Meistertitel bisher Industrie und Östwestfalen geteilt. Der sonst so regsame SüdwestfalenBezirk ist bisher erfolglos ausgegangen. Dabei stand er durch seinen Abonnementsmeister TSG Herdecke 63 die letzten drei Male im Endspiel. Die Herdecker haben allen Grund, endlich einmal auf den Titel zu hoffen. Nachdem am Vormittag ab 10 Uhr die Jugend ihren Meister ermittelt hat, folgen nachmittags die Ässe des westfälischen Handballs. Von den bisherigen Meistern und Finalisten sind allein die Germanen aus Lütgendortmund nicht vertreten. Alle anderen sind aber da. Es ist nur das Pech des Loses, daß sie allesamt in Gruppe I versammelt sind. Sie könnten sich durch ihre schweren Spiele gegenseitig so aufreiben, daß der Sieger Eine schwere Hürde Das Abschneiden gegen Schalke 04 hat Fortuna wieder in den Vordergrund gestellt. Die unberechenbare Mannschaft, die nach einem schwachen Start einen gewissen Halt gefunden zu haben scheint, wird in Bergeborbeck zu einem schweren Partner für den ungeschlagenen Tabellenführer werden. Spielerisch dürfte es eine gute Begegnung geben. Gefahr für Schwarzweiß Zweifellos ist Bayer Leverkusen eine Mannschaft, die ihren Platzvorteil zu nutzen weiß. Die stabile Abwehr mit dem reaktionssicheren Mutz dürfte dem SchwarzweißAngriff sehr zu schaffen machen. Hier liegt eine Schwäche im Essener Spiel, die sich am letzten Sonntag gegen Aachen sehr auswirkte. Spielerisch dürfte Essen ein Übergewicht haben. Sodingen fast zu sicher Wenn man andeutungsweise sagen möchte, daß Sodingen das Spiel gegen Münster verschließlich dem Gewinner der Staffel II zum Opfer fallen kann. Die Staffel I vereinigt Eintracht Minden, TSG Herdecke, SC Münster 08 und SV Westerholt, in Gruppe II stehen Tgd Münster 62, Sachsenroß Hille, TuS Hattingen VfK Iserlohn. In Staffel I gibt es keinen Favoriten, in Stafel II ist es TuS Hattingen. Als die Meisterschaffen 1949 zum ersten Male ausgespielt wurden, schaffte es SV Westerholt, der bis 1951 Meister blieb. Dann folgten die Mindener, deren beste Zeit auf auf dem Felde vor dem Krieg lag, in der Halle nachher. Schon Westerholt mußte im Finale 1951 die Herdecker ausschalten, dann mußten es zweimal die Mindener tun, so daß Westerholt, Minden und Herdecke dreimal im Endspiel gestanden haben; nur die Herdecker blieben bisher jeweils mit 3:5 erfolglos. lieren kann, dann nur deshalb, weil der Sieg nach der Papierform zu'sicher erscheint. Preußen hat stark nachgelassen, vor allem im Angriff, dessen Schußvermögen erschreckend schwach geworden ist. Meiderich neues Hindernis Sieben Spiele der letzten Wochen haben dem 1. FC Köln einen Punkt gebracht. Die Bayer Leverkusen— Schwarzweiß Essen Meidericher SV— 1. FC Köln Alemannia Aachen— Borussia M.-Gladbach SV Sodingen— Preußen Münster Rotweiß Essen— Fortuna Düsseldorf Borussia Dortmund— Duisburger SV Schalke 04— VfL Bochum Preußen Dellbrück— Westfalia Herne Mannschaft läuft Gefahr, auch in Meiderich zu verlieren, zumal der Platzverein sich überraschend aufgefangen hat, nachdem auf die alte Besetzung zurückgegriffen wurde. Tivoli-Elf braucht Sieg Alemannia Aachen ist keineswegs so stabil, wie es die ersten Spiele erwarten ließen. Selbst auf dem Tivoli kommt die Mannschaft nicht mehr zurecht, der mit Jupp Schmidt doch der Mann verloren gegangen ist, der für einen zielbewußten Aufbau gesorgt hat. Pfeiffer als Halbrechter versuchte es in Essen vergebens, und vielleicht wäre es gut, wenn man ihm endlich wieder einen Stammposten ließ. Nicht sicher für Borussia Zwar ist Borussia nach der Papierform Favorit, aber es ist keineswegs sicher, daß die Mannschaft sich gegen den aufgestiegenen Duisburger SV behauptet, es sei denn, daß sie die Leistung des Spieles gegen Fortuna (4:0) wiederholt. Schalke diesmal anders Schalke zählt zu den Vereinen, die eine Niederlage sehr schnell überstehen. Vielleicht wird Bochum das schon zu spüren bekommen, zumal der VfL nicht gerade beständig ist und gegen Essen vor allem im Angriff Schwüchen zeigte. Ob Schalke Laszig doch wieder einsetzt, bleibt abzuwarten. Trotz der Niederlage hatte die Mannschaft in Düsseldorf spielerisch eine Reihe guter Szenen. Herne fast aussichtslos Man kann sich kaum vorstellen, daß Westfalia Herne eine Niederlage in Köln-Riehl abwenden kann. Es fehlt der Mannschaft doch die Erfahrung, die man im Oberhaus braucht, wo in jedem Spiel eine andere Situation gegeben ist und gerade nach dem ersten Drittel kein Verein mehr etwas verschenkt. 2. Liga West: Wuppertaler SV— STV Horst, TSV Marl-Hüls— SpVg Erkenschwick, Düren 99— Hamborn 07, SpVg Herten— Union Krefeld, Rotweiß Oberhausen— Wattenscheid 09, Rheydter SV— Rhenania Würselen, VfL Benrath— Spfr Katernberg. Kehraus in Neuß Rennen am Sonntag, 14. November Neuß. Am Sonntag schließt die Neußer Bahn für dieses Jahr die Pforten. Der Kehraus bringt bei 86 Startern in acht Prüfungen über Flach-, Hürden- und Jagdbahn ein buntes Programm. Blickpunkt ist ein Ausgleich III über 2100 Meter. Vesuv(J. Starosta), der in Neuß stets gut lief, sollte bei nicht zu weichem Boden über Bombay(H Grotjahn), Muwille(H. Hiller), Raugraf(P. Fuchs) und Tetuan(O. Langner) siegen. Voraussagen: 1. R.: Bojar, Centurio Barde. 2. R.: Tudor, Flora, Irabene. 3. R.: Kikov, Siegesmund, Palisade. 4. R.: Johanniter, Liebeswalzer, Langis Son. 5. R.: Urban, Marius, Damara. 6. R.: Vesuv, Raugraf, Bombay. 7. R.: Ororo, Gotin, Abendstunde. 8. R.: Frohsinn, Satyr, Thola. Tips für den Pferdetoto: 1. Irabene(2. R.) 2; 2. Tudor(2. R.) 1; 3. Siegesmund(3. R.) 2; 4. Liebeswalzer(4. R.) 2; 5. Lorbal(5. R.) 0; 6. Linderhof(6. R.) 0; 7. Tetuan(6. R.) 0; 8. Gotin(7. R.) 2; 9. Ororo (7. R.) 1; 10. Batschari(8. R.) 0; 11. Langschnabel(8. R.) 0; El Kikov(3. R.) 1; E2 Thyrann(5. R.) 0; E3 Lichtung(4. R.) 0. Stuttgart. Seit einigen Tagen ist die Renn- und Versuchsahteilung der Daimler Benz AG in Stuttgart-Untertürkheim damit beschäftigt, den in diesem Jahr eingesetzten Mercedes-Benz-Rennwagen nach der Formel I zu verbessern. Die Anregungen zu diesen Arbeiten gab der Automobilweltmeister Juan Manuel Fangio, der dem technischen Direktor der Daimler-Benz-Werke, Dr. Fritz Nallinger, nach dem Großen Preis von Spanien vorschlug, die Rennwagen leichter, kürzer und wendiger zu bauen. Bei den Arbeiten im Werk sollen vor allem zwei Verbesserungen erreicht werden. Durch Verwendung leichterer Metall in der Gesamtkonstruktion will man am neuen Grand-PrixWagen zunächst 50 Kilogranim Gewicht einsparen. Außerdem soll durch einen verIM TELEGRAMMSTII Sepp Herberger, der dem Spiel England gegen Wales(3:2) beiwohnte, zeigte sich von der Mannschaftsleistung der Eng.länder stark beeindruckt. Sie hätten einen Der zweifache Weltmeister im Rollkunstlauf, Freimut Stein(Nürnberg), wlll seine aktive Laufbahn beenden und sich nur noch seinem Studium widmen. Die Eisrevue„Holiday on Ice“ mit Ria Baran/Paul Falk und Ilse Erich Pausin ? gastiert vom 18. November bis 5. Dezember in der Dortmunder Westfalenhalle. • Zum Münsterischen Sechstagerennen, das am kommenden Montag beginnt, wurden als 13. Mannschaft der Italiener : Rigoni(zweimal Sieger in Münster) und : der Frankfurter Intra verpflichtet. Arsenals Einnahme beim Gastspiel vor. • Spartak Moskau betrug mehr als 20 000 : Pfund(etwa 230 000 DM). Tribünenplätze 3 kosteten 25 DM, im Schwarzhandel 240 DM. Harte Sechstagejagden Letzte Nacht in Frankfurt Frankfurt(Main). Der Italiener Terruzzi und sein deutscher Partner Intra behaupteten in der vorletzten Nacht in drei außerordentlichen harten Jagden ihre Spitzenposition. Sie konnten allerdings nicht verhindern, daß die stark antretenden Franzosen Godeau- Senfftleben und die Holländer Schulte-Peters zu ihnen aufschlossen. Der Stand einige Stunden vor Schluß: 1. Intra-Terruzzi 310 P., 2. Godeau-Senfftleben 226 P., 3. Schulte-Peters 134 P. Eine Runde zurück: 4. Koblett-von Büren 237 P., 5. Roth-Bucher 171 P., 6. Carrara-Petry 126 P. Zwei Runden: 7. Plattner-Holthöfer. Drei Runden: 8. H. Ziege-Otte. Vier Runden: 9. Berger-Depaepe, 10. Schürmann-Veltmann. Sechs Runden: 11. Reitz-Bintner. Elf Runden: 12. Scholl-Theissen. besserten Motor der Benzinverbrauch herabgemindert werden. Geplant ist in diesem Zusammenhang auch, einen um 50 Liter kleineren Tank einzubauen. Trotzdem hofft man ohne Tankaufenthalt eine Grand-PrixDistanz von 550 Kilometern bewältigen zu können. Durch den Einbau des kleineren Tanks würde zudem noch eine weitere Gewichtsverminderung eintreten, aus der sich dann ein besseres Leistungsgewicht ergebe. Ihr Debut werden die Mercedes-BenzRennwagen vom Typ 1955 beim ersten Weltmeisterschaftslauf um den Großen Preis von Argentinien am 16. Januar in Buenos Aires geben. Ein zweiter Start ist beim fornelfreien Rennen um den Großen Preis von Eva Peron am 30. Januar an gleicher Stelle vorgesehen. Hallenmeister gesucht Westfälische Hallenhandball-Meisterschaft in Dortmund Dortmund. Was heute(vielleicht einmal im Jahre) die Westfalenhalle zu füllen vermag, das Turnier der besten westfälischen Hallen-Spezialisten, das war vor 30 Jahren noch nicht einmal bekannt. Der erste Versuch eines Hallenspiels geschah im Jahr 1926 in der alten Dortmunder Westfalenhalle. Heute ist das Turnier wochenlang in Handball-Kreisen Thema gewesen. Am Sonntagnachmittag 16.00 Uhr werden die vier Bezirke Westfalens ihre stärksten Vertreter aufmarschieren lassen. „Silberpfeile" verbessert Mercedes-Benz-Rennwagen leichter, kürzer und wendiger Chile will abwerten New York.— Die amerikanische Wirtschaftszeitung„Journal of Commerce“ will aus Washington erfahren haben, daß Chile seine Währung in Fühlungnahme mit dem Internationalen Währungsfonds abwerten und das komplizierte System seiner Wechselkurse vereinfachen will. Dem Bericht zufolge rechnet man mit einer Stabilisierung des Kurses bei etwa 180 Pesos je Dollar gegenüber dem bisherigen offiziellen Umrechnungskurs von 110 Penys je Dollar. Obwohl noch kein Termin festliegt, wird die Durchführung der Maßnahmen in der nächsten Woche für möglich gehalten. Waggonbau gut beschäftigt Krefein.— Der niederrheinische Waggonbau hat eine vorübergehende Beschäftigungseinschränkung überwunden und ist mit Bundesbahnaufträgen und Auslandsbestellungen gut beschäftigt. Die Auftragslage für das kommende Jahr ist allerdings noch unsicher. In zunehmendem Maße wirkt sich im Auslandsgeschäft das Angebot neuer ausländischer Waggonfabriken aus. Der Auslandsabsatz des deutschen Waggonbaues ist außerdem durch die ausländischen Exportvergünstigungen erschwert. Insbesondere konnte die Feststellung getroffen werden, daß sowjetzonale Waggonfabriken hinsichtlich der Zahlungsbedingungen Zugeständnisse in einem Umfange einräumen, aus dem geschlossen werden müsse, daß dort ohne jegliche Kalkulation, nur mit dem Ziel, ein Geschäft zu tätigen, gearbeitet werden. Spanien auf dem Westdeutschland ist das größte Hamburz—„Im Herbst, da muß man trinken!“ lautet ein altes Studentenlied. Aber auch für die zahlreichen Liebhaber erfrischender Weintrauben ist der Herbst Hauptsaison. In jedem Jahr zu dieser Zeit treten die Weingärten Europas in scharfe Konkurrenz miteinander: Frankreich, Italien, Spanien und auch die Balkanstaaten. Das bedeutet aber nicht, daß in den übrigen Monaten keine Trauben bei uns zu haben sind. Kleine Mengen werden auch im Frühjahr und Sommer aus Übersee, hauptsächlich aus Südafrika(Kapwein), sowie Chile und Argentinien, eingeführt. Den Übergang zwischen überseeischen und europäischen Weinbeeren bildet von Mitte Juli bis Mitte August das Angebot aus Algerien. Jährlich drei Pfund je Kopf Westdeutschland ist dasjenige Land, das alljährlich nicht nur die meisten Zitronen im Ausland kauft, sondern auch die meisten Tafeltrauben, da im Bundesgebiet vorwiegend Keltertrauben angebaut werden. Trotz einer Einfuhr von 77 000 Tonnen im Jahr— das sind je Einwohner etwa drei Pfund— beträgt der Verbrauch von Speisetrauben in anderen Ländern ein Vielfaches dieser Mengen, nicht nur in Nordamerika, sondern auch in Südamerika und vor allem in Asien. Westeuropa Hauptlieferant Ein wesentlicher Unterschied gegenüber der Vorkriegszeit zeigt sich darin, daß sich unsere Käufe an Tafeltrauben im Zuge der politischen Neuorientierung von Südost- und Westeuropa verlagert haben. Der Lieferanteil des Südostens ist von zwei Dritteln im letzten Vorkriegsjahr auf inzwischen rund ein VierWIRYSCHAFT UND ARBEIT Mendès-France hat große Wirtschaftspläne Industrie muß produktiver werden— Unrentable Betriebe sollen umgestellt werden Paris. Die im Vordergrund stehenden außenpolitischen Probleme haben Ministerpräsident Mendes-France bisher nur wenig Zeit gelassen, sich um sein Reformprogramm für die französische Wirtschaft zu kümmern. Sein„Gehirntrust“, bestehend aus etwa einem Dutzend jungen Abgeordneten, Journalisten und Finanzleuten, ist indessen nicht müßig gewesen. Fast zwei Monate sind vergangen, seitdem Mendes-France vom Parlament Sondervollmachten für ein Wirtschaftsprogramm erhielt. Als erstes Teilstück der Reform ist jetzt eine Durchführungsverordnung über die Umstellung der Industrie erschienen. Ziel dieser Verordnung ist es, Produktion und Produktivität der französischen Industrie zu erhöhen. Die Industrie soll sich nicht mehr nach dem leistungsschwächsten Betrieb orientieren. Unrentable Betriebe sollen umgestellt und die auf einige wenige Gebiete zusammengedrängte Industrie dezentralisiert werden. Drei aus staatlichen Mitteln gespeiste Fonds sollen die Umstellung fördern. Aus ihnen soll die Industrie Kredite zur Rationalisierung, zur Dezentralisierung und zur Umschulung und Verpflanzung vorübergehend freiwerdender Arbeitskräfte erhalten. Staatliche Unterstützungen sollen jedoch nur als letzter Ausweg in Frage kommen. In erster Linie sollen die betroffenen Unternehmungen die Möglichkeit der privaten Kapitalbeschaffung ausnutzen. Weitere MaßTraubenkalender Einfuhrland für Tafeltrauben tel gesunken. Entsprechend ist die Quote des Westens gestiegen. Im großen Schnitt kann man sagen, daß heute an der Gesamteinfuhr der Bundeserepublik Frankreich und Italien mit je einem Drittel beteiligt sind. Spanien liefert uns fast dreimal soviel wie Holland. Den Bulgaren kaufen wir etwa die gleiche Menge ab wie den Griechen und Jugoslawen zusammen. Die kleinsten Lieferanten sind Ungarn, Zypern und Portugal. Almeria-Trauben kommen In diesen Tagen sind nun die ersten Waggonsendungen spanischer Almeriatrauben an die westdeutschen Märkte gelangt. Im Durchschnitt der letzten Jahre lag Almerias Traubenexport insgesamt bei 22 000 Tonnen, blieb also hinter dem Höchststand der Vorkriegszeit mit 60 000 Tonnen noch sehr weit zurück. Almerias Kundenliste verzeichnete in der vergangenen Saison als die dret größten Abnehmer England, Schweden und Westdeutschland. Während das Vorkriegsdeutschland rund 30 Prozent der Tafeltrauben in Spanien kaufte, stellte sich dieser Anteil in den letzten Jahren auf nur 10 Prozent, weil Westdeutschland erst seit 1951— nach sechzehnjähriger Unterbrechung— wieder Almeriatrauben einführt und sich während dieser langen Pause daran gewöhnt hat, Trauben aus solchen Ländern hereinzunehmen, die ihren Anbau in der Zwischenzelt erheblich ausgeweitet haben. Für den westdeutschen Konsumenten sind die besonders haltbaren Almeria-Trauben erst ab November interessant, wenn die meisten anderen Exportländer wenig oder gar nichts mehr anzubieten haben. nahmen für die Industrie, die noch vom Gehirntrust bearbeitet werden, sehen die Verbilligung des Realkredits und die Ausdehnung des Konsumkredits vor. Auf dem landwirtschaftlichen Sektor verfolgen die Reformmaßnahmen das Ziel, die Wein- bzw. Alkoholerzeugung zu drosseln, die den Staatshaushalt schwer belastet. Bereits die Regierung Laniel hatte sich redlich bemüht, auf diesem Gebiet eine Änderung herbeizuführen. Viele Erzeuger von Zuckerrüben, Getreide und Wein sind auf Subventionen angewiesen. Eine Erhöhung ihrer Produktion bedeutet auch eine entsprechende Rationalisierung im Großhandel Frankfurt(Main). Auf die Rationalisierungsbestrebungen des Großhandels machte der Präsident des deutschen Groß- und Außenhandels, Fritz Dietz, erneut aufmerksam. Der Westdeutsche Handel, vor allem der Nahrungsmittelhandel, stehe vor einer einschneidenden Umwandlung, die in erster Linie durch das steigende Bedürfnis nach der fertigen Packung bedingt sei. Dietz vertrat den Standpunkt, daß eine wirkliche Rationalisierung nur im Zusammenwirken der ganzen Volkswirtschaft möglich sei. Die europäische Produktivitätszentrale führt gegenwärtig gemeinsam mit der Rationalisierungsgemeinschaft des Handels und den Handelsverbänden im Bundesgebiet Gespräche über die Betriebsorganisation im Großhandel. Dabei berichten amerikanische Großhändler über ihre Erfahrungen, vor allem in der Rationalisierung der Lagerhaltung und der innerbetrieblichen Transportkontrolle. Münster— Wie die Marktabteilung der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe mitteilt, hat sich die rückläufige Entwicklung in der Milchanlieferung weiter fortgesetzt. Gegenüber der Vorwoche wurden 452 000 Liter weniger angeliefert, womit die Produktion um 11,2 Prozent hinter dem Vorjahr zurückblieb. Die Buttererzeugung nahm gegenüber der Vorwoche um 12 Tonnen zu, was bei der angespannten Lage auf dem Buttermarkt sich besonders günstig auswirkte. Um annähernd die gleiche Menge wurden die Bestände bei den westfälischen Molkereien verkleinert. Erhöhung der staatlichen Subventionen. Die Regierung Mendes-France hat jetzt die Spriterzeugung aus Zuckerrüben für das neue Erntejahr 1954/55 von 2,5 Millionen auf 750 000 Hektoliter herabgesetzt. Die übrigen Zuckerrüben müssen zu Zucker verarbeitet werden. Er soll entweder zu Verlustpreisen ausgeführt oder gratis in den Schulen verteilt werden. Eine Entlastung der Staaskasse tritt also dadurch kaum ein. Ebenso soll die Verarbeitung von Obst zu Alkohol eingedämmt werden. Weiter ist die Umstellung bestimmter Weinanbaugebiete auf andere Erzeugnisse vorgesehen. So soll die Mais- und Rapsproduktion ausgebaut werden. Weizen soll nur in den Gebieten angebaut werden, wo es sich wirklich lohnt, dafür dort aber intensiver betrieben werden. Wie diese Umstellung der Landwirtschaft finanziert werden soll, steht noch nicht fest. Jedoch auch hier ist Mendes-France entschlossen, von der Rücksicht auf die leistungsschwächsten Betriebe ebenso wie in der Industrie abzugehen. Eine gesunde Konkurrenz soll nach dem Willen des Ministerpräsidenten die Triebfeder der französischen Wirtschaft werden. Washingnan— Von allen Verkehrsflugzeugen, die auf Fluglinien der freien Welt in Betrieb sind, wurden 86 Prozent in den USA gebaut. Zu diesem Ergebnis kommt der Verband der amerikanischen Flugzeugindustrie auf Grund einer Untersuchung der 67 Mitglieder des Internationalen Luftverkehrsverbandes(IATA). Danach sind von den 2 441 Maschinen, die sich 1953 bei den der IATA angeschlossenen Luftverkehrsgesellschaften in Betrieb befanden, 2108 von Flugzeugwerken in den USA geliefert worden. Die übrigen 333 verteilen sich auf andere Länder. Infolge der geringen Buttererzeugung und der anhaltend guten und lebhaften Nachfrage ist die Lage auf dem Buttermarkt weiter angespannt. Insbesondere ist Frischbutter knapp. Nachdem die Bestände des Fettkontors geräumt sind, fließen verstärkt Importe auf den Markt, so daß der laufende Bedarf mit diesen Herkünften ausreichend gedeckt werden kann und der Marktausgleich hergestellt ist. Die Preise liegen unverändert fest, zumal Auslandsbutter nicht unter 6,05—6,10 DM/kg franko Großhandel abgegeben werden kann. Großhandelspreis für frische Markenbutter 6,10— 6,15, Kleinhandelspreis 6,30, Verbraucherpreis 6,60— 6,80 DM/kg. Nachwuchssorgen der Textilveredlungsindustrie Düsseldorf. Der Gesamtverband der deutschen Textilveredlungsindustrie berichtete in Düsseldorf vor der Presse über Nachwuchssorgen in seinem Industriezweig. Wie Dr. Berendt vom Gesamtverband ausührte, sei bei insgesamt 62 000 Beschäftigten die augenblickliche Zahl der Lehrlinge von rund 1 200 viel zu gering In den nächsten Jahren würden die schulentlassenen Jahrgänge stark absinken, so daß sich die Schwierigkeiten noch erhöhten. Außerdem stehe die Textiveredlungsindustrie in verschiedenen ihrer Schwerpunkte, zum Beispiel am Niederrhein und in Wuppertal, in starker Konkurrenz zu lehrlingsintensiven Industriezweigen, zum Beispiel der metallverarbeitenden Industrie. Der Gesamtverband werde daher in der nächsten Zeit auf die Nachwuchswerbung und-förderung ein besonderes Gewicht legen müssen und stehe in dieser Hinsicht mit der Arbeitsverwaltung bereits in engem Kontakt. Erzförderung stieg leicht an Siegen.— Die Roherzförderung im siegerländer Erzbergbau stieg im Oktober bei 26 Arbeitstagen auf 110 214 Tonnen gegenüber 109 962 im September. Die arbeitstägliche Leistung betrug 4239 Tonnen. Ausschließlich mit amerikanischen Flugzeugen ausgerüstet sind die Luftverkehrsgesellschaften folgender Länder: Brasilien, Ceylon, Finnland, Griechenland, Indien, Island, Israel, Italien, Japan, Jugoslawien, Kolumbien, Kuba, Mexiko, Portugal, Venezuela, Zypern und natürlich der USA selbst. Bei den übrigen Ländern schwankt der Anteil der amerikanischen Maschinen zwischen 98 Prozent bei den Niederlanden und 9 Prozent bei Agypten. Die der IATA angeschlossenen Luftreedereien haben 1953 insgesamt 76 Prozent der fahrplanmäßigen Verkehrsmaschinen benutzenden Fluggäste der Welt befördert. Ihr Anteil an den fahrplanmäßigen Personenkilometern betrug 88 Prozent, an der Luftfracht 75 Prozent und an der Luftpost 92 Prozent. Nicht angeschlossen sind der IATA die Östblockstaaten. Tuchindustrie in Bedrängnis Mönchengladbach.— In den linksrheinischen Textilzentren Mönchengladbach und Aachen sind nach Angaben des Verbandes der Tuch- und Kleiderstoffindustrie zur Zeit rund 1200 Arbeitnehmer in Kurzarbeit. Der Verband will sich mit der ungünstigen Beschäftigungs- und Absatzlage, die zu einem Teil durch die Importschwemme vor allem von billigen italienischen Stoffen beeinflußt werde, am Freitag auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Aachen beschäftigen. Milchanlieferung weiter rückläufig Lage auf Buttermarkt angespannt— Preise unverändert fest USA führen am Flugzeugmarkt 86% aller Verkehrsflugzeuge der freien Welt wurden in Amerika gebaut KonsumAngebot Weizenmehl Jype 550 500 5 DM232 GEG-Weizenmehl „Ährenstolz" Type 405 fein und sehr griffig besonders ergiebig 99 Beutel 1000 g DM°00 Kokosnuk geraspelt 100 g DM ,17 Mandeln subFF 100 g DM Calamata-Feigen Paket 170 g DM*342 GEG-Vanillinzucker Beutel OM",0 Candia-Sultanas 4 helle Ware 100 g DM14 Korinthen 100 g DM 13 Speiseö ½ Ltr. DM"73 Der KONSUMversorgt MillionenDer KOSUM versorgt Sie gut! Kaufe weiterhin laufend Wein- und Sektflaschen (keine Schnapsflaschen) Drogerie Frerichmann, Olpe Relnigung und Aufarbeitung von HUTEN im Herren-Hut-Fachgeschäft L. Koxholt, Olpe, Bahnhofstraße Wo geschlachtet wird braucht man auch einen Räucher-u. AufbewahrungsESchrank von der Spezleltabrik Lorsbach à Brecch Gelrwold 145(Wosrf.) 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