Saverländisches Volksblatt Altester Anzeiger des Sauerlandes* Über 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe Druck u. Verlag: VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE Anzeigen-Grundpreise: Im Anzeigentell 8 Pfg. für 1 mm Höhe in der Kleinspalte(22 mm brett): Im Textteil 50 Pfg. fûr 1 mm Höhe in der Textspalte(62 mm breit) Man fordere Preisliste Nr. 4. Bei Zwangsvergleich oder in Konkursfällen wird jeder Rabatt hinfällig. Gerichtsstend ist Olpe 1. Westf. TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das„S. V.“ erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugspreis: DM 3,50 einschließlich Zustellgeld, bel Postbeziehern DM 3,54 Incl. Postbestellgebühren, bei Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3.—. Geschäftsstelle: Olpe, Frankfurter Straße 16. Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe 1. Westf 119. Jahrgang— Nummer 262 Donnerstag, den 11. November 1954 Einzelverkaufspreis 15 Pf Bonn ratifiziert erst nach Frankreich Nur„Billigung" der Saar-Abkommen? Bonn.(dpa) Die Pariser Verträge über die Wiederherstellung der deutschen Souveränität sowie den deutschen Beitritt zur Westeuropäischen Union und zur NATO sollen nach dem Wunsch der Bundesregierung erst nach der parlamentarischen Entscheidung in Frankreich ratifiziert werden. Wie gestern von Regierungsseite in Bonn mitgeteilt wurde, wird die erste Lesung der Verträge im Bundestag voraussichtlich aber schon vom 16. bis 18. Dezember stattfinden, also gleichzeitig mit der Ratifizierungsdebatte in der französischen Nationalversammlung. Der Negus erhielt in Bonn aus der Hand Prof. Wendts(linkes Bild) das Diplom eines Ehrendoktors der Landwirtschaft. Im Hintergrund Bundespräsident Heuß. Rechtes Bild: Der Kaiser überreicht dem Bonner Oberbürgermeister Busen äthiopische Geschenke. Das Bundeskabinett wird voraussichtlich in der nächsten Woche die Verträge verabschieden und dem Bundesrat zuleiten. Gegenwärtig neigt man in Regierungskreisen zu der Ansicht, daß das Pariser Saarabkommen nicht ratifiziert zu werden braucht. Der Bundeskanzler wünscht aber auf jeden Fall ein"„Ja“ oder „Nein“ des Parlaments. Im Zusammenhang mit dem Saarabkommen wandte sich der Vorsitzende des Außenpolitischen Bundestagsausschusses, Dr. Gerstenmaier, gestern gegen übertriebene Interpretationswünsche in der Auslegung einzelner Punkte des Saarabkommens. Dadurch könnten bisher erreichte Vorteile leicht wieder aufs Spiel gesetzt werden. Notwendig sei auf jeden Fall, daß der wirtschaftliche Teil des Saarvertrages, besonders der Briefwechsel, erlautert werde. Gerstenmaier bedauerte, daß die außenpolitische Aussprache nicht in dieser Woche stattfindet, da sie zur Klärung erheblich beigetragen hätte. CDU bereitet Sozialreform vor Für die Zeit nach der Ratifizierung der Verträge kündigte der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, Dr. von Brentano. ein innenpolitisches Programm seiner Fraktion an. In einem Arbeitskreis würden bereits die Grundzüge für eine Sozialreform ausgearbeitet, die das bisherige Flickwerk in der Sozialgesetzgebung ablösen soll. Gerstenmaier hat Chancen Bonn.(dpa) Die evangelischen Abgeordneten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion wollen auf der nächsten Fraktionssitzung die beiden Abgeordneten Dr. Gerstenmaier und Dr. Hellwig als Kandidaten für den Posten des verstorbenen Bundestagspräsidenten Dr. Ehlers vorschlagen. In parlamentarischen Kreisen werden Gerstenmaier die größeren Chancen eingeräumt. Kardinal Bruno Vatikanstadt.(Korr.) Der italienische Kardinal Giuseppe Bruno ist gestern nach längerem Leiden im Alter von 79 Jahren in Rom gestorben. Bruno wurde 1946 in den Kardinalsstand erhoben. Er war Präfekt des Obersten Gerichtshofes der Apostolischen Signatur und Camerlengo (Kämmerer) der römischen Kirche. Da Bruno als der bedeutendste Jurist der Katholischen Kirche galt, ist sein Tod für den Heiligen Stuhl ein besonders schwerer Verlust. Haile Selassie im Kölner Dom Auf dem Platz der deutschen Kaiser des Mittelalters Köln.(dpa) Kaiser Haile Selassie von Athiopien besichtigte gestern den Kölner Dom. Ais er anschließend in dem Sessel Platz nahm, in den sich die deutschen Kaiser des Mittelalters nach der Krönung in Aachen zu setzen pflegten, um den Heiligen Drei Königen zu huldigen, begann die Orgel zu spielen. Nach dem kurzen Konzert überreichte Haile Selassie vor dem Altar als Geschenk für den Kölner Dom einen großen abessinischen Teppich. Der Kaiser war mit seinem Sohn, dem Herzog von Harrar, dessen Frau und seinem ganzen Gefolge über einen roten Läufer durch das Südportal in den Dom gegangen. Das Domkapitel, an der Spitze Weihbischof Cleven, begrüßte den Monarchen. Während des Kaiserbesuchs war vor dem Südportal die Fahne Athiopiens aufgezogen. Nach seinem Besuch in Köln besichtigte der Kaiser die romanische Doppelkirche in Schwarz-Rheindorf bei Bonn. John-Ausschuß Bonn,(dpa) Der Untersuchungsausschuß für den Fall John wählte gestern den CDU-Abgeordneten Bucerius zu seinem Vorsitzenden. Der 15köpfige Ausschuß soll auf Antrag der SPD untersuchen, ob und wie die Bundesregierung ihrer Pflicht zur Dienstaufsicht über das Bundesamt für Verfassungsschutz nachgekommen ist, ob dieses Amt im Auftrag oder aus eigenem Entschluß Nachrichten über demokratische Politiker gesammelt oder Berichte über sie an die Bundesregierung geliefert und ob es dabei den Dienstweg über den Bundesinnenminister eingehalten hat. Außerdem soll der Ausschuß feststellen, ob das Verfassungsschutzamt Aufträge erhalten und entgegengenommen hat, die ihm nicht vom Bundesinnenminister erteilt wurden und unter welchen Umständen sich der Übertritt des ehemaligen Präsidenten des Verfassungsschutzamtes. John. in die Sowjetzone vollzogen hat. Außerdem wird der Ausschuß klären müssen, ob von den politischen Parteien Bedenken gegen die Einstellung oder Amtsführung von John sowie gegen seine Tätigkeit während der Emigration erhoben wurden. Der SPD-Pressedienst betont, daß bei den Untersuchungen zwangsläufig Bundeskanzler Dr. Adenauer und Staatssekretär Dr. Globke Rede und Antwort stehen müßten. Der Ausschußvorsitzende werde jetzt beweisen können, daß er nur seinem Gewissen und nicht dem Kanzler verantwortlich sei. Eisenhower äußerst objektiv Keine Beschuldigung der Sowjetunion wegen des Flugzeugabschusses Hussein Fatemi hingerichtet Der ehemalige persische Außenminister wegen Verrats am Schah in Teheran erschossen Teheran.(Reuter) Der ehemalige persische Außenminister unter Ministerpräsident Mossadeg. Hussein Fatemi, wurde gestern morgen wegen Verrats am Schah von einem Exekutionskommando der persischen Armee erschossen. Fatemi wurde auf dem Exerzierplatz der Gassr- Kaserne erschossen, In diesem Kasernenkomplex verbüßt der ehemalige Ministerpräsident Mossadeg eine Strafe von drei Jahren Einzelhaft. Die Leiche Fatemis ist seiner Familie zur Beerdigung übergeben worden. Der 36jährige Hussein Fatemi war im Oktober von einem Militärgericht in Teheran zum Tode verurteilt worden. Er war schuldig befunden worden, an einem Versuch zum Sturz der persischen Monarchie und zur Einsetzung einer kommunistenfreundlichen Republik teilgenommen zu haben. Ein Begnadigungsgesuch hatte der Schah am Sonnabend abgelehnt. Hussein Fatemi hatte in Paris studiert und 1948 einen Doktorgrad der Universität Paris erworben. Nachdem Mossadeg persischer Ministerpräsident geworden war, wurde Fatemi sein engster Mitarbeiter. Als Generalsekretär der persischen Erdölkommission war Fatemi maßgeblich an der Verstaatlichung der persischen Erdölindustrie beteiligt. 1952 übernahm er das Amt des Außenministers. Bei den dramatischen Vorgängen, die im August 1953 zum Sturz Mossadegs führten, gelang es Fatemi zu entkommen. Neun Monate hielt er sich in der Nähe von Teheran verborgen. Am 13. März dieses Jahres wurde er verhaftet. Francois-Poncet geht Bonn.(dpa) Der französische Hohe Kommissar François-Poncet und sein Wie wird das Wetter? Wechselhaft Der lebhafte Zustrom kühler Meeresluftmassen nach Westdeutschland hält weiter an. Vorhersage für Donnerstag: Anfangs stark bewölkt mit zeitweiligen Regenfällen. Tagsüber Bewölkungsauflockerung und nur noch einzelne Schauer. Mäßige südwestliche Winde. Tageshöchsttemperaturen wenig verändert. In der Nacht zum Freitag örtlich Bodenfrost. Weitere Aussichten: Nach kurzer Wetterbesserung erneut Eintrübung und nachfolgend Regen. Stellvertreter Berard werden in absehbarer Zeit aus Bonn abberufen werden. François-Poncet wird nach dem Inkrafttreten der Pariser Verträge wahrscheinlich aus dem diplomatischen Dienst ausscheiden. Berard wird einen anderen Botschafterposten übernehmen, Als Nachfolger François-Poncets wird am häufigsten Roland de Margerie genannt. Diplomat als Sowjetspion Tokio.(Reuter) In Tokio wurde ein Gerichtsverfahren gegen Shigeru Takemore, einen Beamten des japanischen Außenministeriums, eröffnet. Er wird beschuldigt, vertrauliche Informationen an Rastoworo, den früheren Leiter der sowjetischen Spionage in Japan, verkauft zu haben. Takemore soll für seine Tätigkeit von Rastoworow 16 800 Mark erhalten haben. Rastoworow hat sich vor mehreren Monaten unter USA-Schutz gestellt. Washington.(INS) Präsident Eisenhower lehnte es gestern ab, der Sowjetunion ohne weiteres die Alleinschuld an dem Zwischenfall zu geben, bei dem am Wochenende eine USA-Superfestung von einem sowjetischen Flugzeug abgeschossen wurde. Der Zwischenfall habe über einem Gebiet stattgefunden, dessen Besitz zwischen der Sowjetunion einerseits und Japan und den USA andererseits noch umstritten sei. Die Angelegenheit sei nicht so klar, daß ohne weiteres ein Urteil gefällt werden könne. USA-Aufklärungs- und Transportflugzeuge erhalten künftig im Gebiet der japanischen Nordinsel Hokkaido Jagdschutz. Die örtlichen Befehlshaber der USA-Luftstreitkräfte im Fernen Östen erhielten eine entsprechende Anweisung. USA-Außenminister Dulles hatte am Dienstag angekündigt, daß die USA die Bereitstellung von Jagdschutz in dem Gebiet erwögen, wo am Sonntag ein amerikanisches Flugzeug von zwei sowjetischen Düsenjägern abgeschossen worden sei. Ermäßigte Steuern für Berlin Aber das Notopfer soll im Bundesgebiet erhöht werden Bonn.(dpa) Das Bundeskabinett verabschiedete gestern den Entwurf eines dritten Gesetzes zur Förderung der Berliner Wirtschaft. Danach sollen die Berliner Steuerzahler von ihren in Berlin erzlelten Einkünften vom 1. Januar nächsten Jahres an 20 Prozent wenlger Einkommen- und Körperschaftssteuer zahlen als die Steuerzahler im Bundesgebiet. Die Vergünstigung soll auch für Gewerbetreibende im Bundesgebiet gelten, soweit sie Einkünfte aus Betrieben in Berlin haben, in denen mindestens 25 Arbeitnehmer beschäftigt werden. Außerdem ist vorgesehen, die Berliner Steuerzahler rückwirkend vom 1. Juli dieses Jahres an von der Abgabe des Notopfers Berlin zu befreien. Ein Bonner Regierungssprecher teilte mit, daß das Kabinett in absehbarer Zeit noch eine Deckungsvorlage zu den Steuervergünstigungen für Berlin bersten werde. Im Bundeshaushaltsplan 1955/56 ist bereits eine Erhöhung des Notopfers für die Steuerzahler im Bundesgebiet vorgesehen. Wie verlautet, soll sie etwa 12 Prozent betragen. Eine Entscheidung hierüber ist jedoch noch nicht gefallen. Washington auch Hans von Herwarth und Felix von Eckardt zuweilen genannt wurden, wurden auch ihre beiden Namen mit Hanhns-fawhn-her-vart und Feh-leeksfawn-eh-kart der Liste zugefügt. Unter D-Zugwagen geflüchtet München,(dpa) Bahnpolizisten haben auf dem Münchener Hauptbahnhof vier Ungarn festgenommen, die mit steifgefrorenen Gliedern und völlig verschmutzt zwischen den Achsen des SchnellzugKurswagens von Triest nach München versteckt waren. Die Ungarn sagten vor dem Untersuchungsrichter aus, daß sie den jugoslawischen Teil des Triester Gebiets wegen schlechter wirtschaftlicher Verhältnisse verlassen hätten. Sie hätten zu einer Gruppe von etwa einhundert Ungarn gehört, die aus ihrer Heimat illegal nach Jugoslawien gegangen sind. Schwere Aussprache Washington.(Korr.) Damit Amerikaner wissen, wie sie deutsche Personennamen aussprechen müssen, hat der„Evening Star“ seinen Lesern die Aussprache erklärt. Die Liste fängt an mit Konrad Adenauer: Kohn-rudd-ah-deh-nower. Es folgen Erich Ollenhauer: Er-reeh-aw-lennhah-oo-er, Thomas Dehler: Taw-mass-dehler. Reinhold Maier: Rah-een-hohlt-mahyer, Walter Hallstein: Vahl-ter-Hahlstaheen. Da anläßlich des Kanzlerbesuchs in Gefährdete Ernte Niedersachsen gegen Saarstatut Der niedersächsische Landtag nahm gestern mit großer Mehrheit einen FDPAntrag an, in dem das Saarstatut in seiner jetzigen Fassung als unannehmbar bezeichnet wird. Bundesfinanzminister Schäffer hat seinen Widerspruch gegen einen Kabinettsbeschluß zurückgezogen, durch den der Bundesvertriebenenminister Oberländer mit der Aufsichtsführung über die Lastenausgleichsbank betraut worden ist. Das Bundeskabinett sprach sich gestern dafiir aus, daß das neue Wahlgesetz für den Bundestag rechtzeitig im Parlament eingebracht wird. Es soll die übergroße Parteien-Zersplitterung der Weimarer Zeit verhindern. Der USA-Hochkommissar Conant erhielt gestern von der Freien Universität Berlin seinen 43. Ehrendoktortitel. In der Promotionsurkunde werden die Verdienste Conants als Forscher auf dem Gebiet der organischen Chemie hervorgehoben. Ein neuer Gehlen-Prozeß gegen acht Agenten begann wegen Spionage vor dem Bezirksgericht Erfurt. Bischof Dibellus beglückwünschte den ehemaligen Reichsaußenminister von Neurath zu seiner Entlassung. Spanlen baut gegenwärtig nach deutschen Plänen seine erste Düsenmaschine. Sie geht auf Konstruktionen Messerschmitts zurück. Ein fünfstöckiger Neubau stürzte gestern in der spanischen Stadt La Coruna zusammen. Unter den Trümmern wurden 13 Menschen begraben, von denen bisher vier tot und drei schwerverletzt geborgen wurden. Die britischen Beamtengehälter sind rückwirkend vom 1. Juli erhöht worden. Die Besoldungserhöhungen betragen zwischen 190 bis 410 Mark jährlich. Durch schwere Regengüsse kam es in Australien zu Überschwemmungen, In Vororten von Melbourne wurden 200 Menschen obdachlo». In einem gemeinsamen Appell an die UNO haben die Vertreter der Stadtverwaltungen von Coventry in England von Stalingraa zum Verbot der Atom- und Seelen-Vorbereitung A.W. D. In Washington und Moskau, in Peking und London, überall— außer vielleicht im Kral des Mau-Mau— spricht man vom Frieden, fordert eine weltweite Abrüstung und bezichtigt den anderen imperialistischer Absichten. Jeder ist angeblich ein verschworener Feind des Krieges, und doch rüsten alle. Zwar sagen sie für den Frieden, doch hat man noch nie gehört, daß Kanonen nur produziert werden, um sie später ins Museum zu stellen oder um sie den Altmetallhändlern zu verkaufen. Kanonen sind zum Schießen da, das ist eine Binsenwahrheit, wie der Anzug zum Anziehen gefertigt wird und nicht etwa, um ihn als Souvenir für die Nachfahren in den Kleiderschrank zu hängen. Das ist die große Gefahr jeden Wettrüstens, wie schon Papst Pius XI. sagte, als er am 23. September 1938 erklärte:„Die Aufrüstungspolitik kann den Krieg nicht verhindern und ist selbst gefährlich; denn der Rüstungswettlauf verschärft die kriegerischen Möglichkeiten und bereitet die Seelen darauf vor.“ Diese Vorbereitung der Seelen läuft jetzt auf vollen Touren, Zwar spricht man beispielsweise in den USA nicht plump vom Krieg, den der Vorgänger des jetzigen Papstes als„eine Spekulation auf das Blut der Völker und eine Frucht kalter Berechnung von Politikern und Finanzleuten ohne Gewissen“ bezeichnete, sondern man redet in einigen einflußreichen Kreisen der Neuen Welt mit der Miene des Biedermannes von einem„Kreuzzug zur Befreiung der unterdrückten Völker“. Die Protokolle der Abrüstungskonferenzen füllen bestimmt schon etliche Eisenbahnwaggons. Und was ist bisher dabei herausgekommen? Gar nichts! In Ost und West werden Atombomben gestapelt, eine nach der anderen, während sich elegante Diplomaten darüber unterhalten, wie sämtliche A-Bomben auf dieser Erde unschädlich gemacht werden können. Der Östen sagt, er müsse zum Schutz gegen einen Angriff aus dem Westen rüsten, und der Westen beteuert, daß die gefährlichen Waffen notwendig seien, um die freie Welt vor einer kommunistischen Invasion zu bewahren. Also bleibt es dabei: Beide Mächtegruppen rüsten fieberhaft weiter und stecken in wenigen Jahren bis zur Halskrause in Munition und Waffen, Daß die Erdkugel dann eines Tages von noch nie dagewesenen Explosionen erzittert, läßt sich mit mathematischer Sicherheit voraussagen, wenn nicht beide Seiten jetzt die friedliche Koexistenz der freien und kommunistischen Welt zur Grundlage ihrer Politik machen. Um das zu erreichen, ist es erforderlich, „Scharfmachern“ den Laufpaß zu geben. Diese Spezies blüht augenblicklich in beiden Teilen der politisch gespaltenen Welt. In den USA verstand es der Kommunistenjäger McCarthy meisterhaft, seinen Landsleuten einen fürchterlichen Schrecken vor den Bolschewiken einzuimpfen. Überall malte er Gespenster an die Wand, bis schließlich ein großer Teil der Amerikaner fest an die vor der Tür stehende Gefahr glaubte und in bangen Träumen bereits in New York und Chicago sowjetische Atombomben platzen hörte. Ist diese Gefahr wirklich so groß? Könnte es sein, daß schon bald rote Panzerarmeen Westeuropa überrollten und Langstreckenbomber amerikanische Städte in Aschenhaufen verwandelten? Einer der ältesten und nüchternsten Politiker auf dieser Erde, Sir Winston Churchill, warnt immer wieder vor der Kriegspsychose. Er hält einen sowjetischen Angriff auf den Westen im gegenwärtigen Zeitpunkt für ausgeschlossen. Nichts deutet darauf hin, daß die Potentaten in Moskau und Peking ähnliche Dummheiten begehen wie Hitler und Ribbentrop. Für so borniert darf man Malenkow und Tschou En-lai nicht halten, zumal sie sich an Hand ihrer Wirtschaftskapazität leicht ausrechnen können, wann für sie nach einem dritten Weltkrieg die„Stunde von Nürnberg“ schlüge. Karten über Moskau, Postfach Nr.... Regelmäßige Post von 9000 Soldaten und 5250 Zivilisten—„Hier ist schon wieder Winter“ Über 9000 Soldaten der ehemaligen deutschen Wehrmacht und 5250 Zivilisten, die fast zehn Jahre nach Kriegsende noch in der Sowjetunion festgehalten werden, schreiben regelmäßig ihren Angehörigen oder„Brief-Paten“ im Bundesgebiet. Sie schreiben über Moskau, Postfach, Nummer... Ihre Post, einfache Karten aus grauem halbsteifem Karton, auf einer Seite beschrieben, ist drei bis sechs Wochen unterwegs. Diese Lebenszeichen in spärlichen Worten, für Mütter. Frauen und Verwandte ein unschätzbarer Quell der Hoffnung, kommen verhältnismäßig regelmäßig. Von so manchem, der jahrelang geduldig auf die Heimkehr wartete, sind diese letzten Lebenszeichen für immer verstummt... Sie schreiben voller Sehnsucht Die aber noch schreiben, schreiben voller Sehnsucht auf ein Wiedersehen mit den Ihrigen und voller Dankbarkeit für jeden Gruß aus der Heimat. Welch ein Schicksal spiegelt sich in den wenigen schlichten Worten wider! Da schreibt einer seiner Mutter:„Ich habe immer gehofft, daß ich wenigstens am 26. Geburtstag bei Dir sein werde, doch daraus wird nichts mehr...“ Oder:„Dein Gruß aus der Heimat ist das einzige, was mich wieder hoffen läßt. Ob wir uns doch noch wiedersehen?“ Jetzt werden wieder, wie alljährlich, Worte der Enttäuschung über Moskau, Postfach, Nr.... in die Heimat komScheich will Narriman heiraten Hauptsache: Er ist zweifacher Dollarmillionär Kairo.(Korr.) Ein arabischer Millionär aus Kuweit, Scheich Esset Yaffar, traf aus der Schweiz in Kairo ein. Er will in Kairo die Scheidung der ehemaligen ägyptischen Königin von ihrem zweiten Gatten, dem Arzt Dr. Nakib, beschleunigen und nach der Scheidung Narriman heiraten. anderer Interpellant forderte das Eingreifen der Behörden. Der Sprecher der Kantonsregierung sagte, deutsche Einflüsse bei der Leitung und im Betrieb des Flugplatzes Spreitenbach seien unverkennbar. Der Flugplatz stehe jedoch nicht unter kantonaler, sondern unter eidgenössischer Kontrolle. In der Schweizer Öffentlichkeit kursierende Gerüchte, es handle sich um die Ausbildung künftiger deutscher Militärpiloten, werden auch im Zusammenhang mit dem lebhaften Flugbetrieb auf dem Flugfeld Sisseln verbreitet. Dieser Flugplatz liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der deutschen Grenzstadt Säckingen. men.„Hier ist schon wieder Winter, also noch ein Winter. Der wievielte? Ich weiß es kaum noch, aber ich freue mich auf Euer Weihnachtspäckchen“ Auseinandergerissene Familien Nicht alle, die auf dem Territorium der UdSSR zurückgehalten werden, haben das Glück, Angehörigen schreiben zu können. Viele wissen nicht, ob ihre Familien das Kriegsende überlebten, oaer wohin sie der Flüchtlingsstrom aus, dem Osten trieb. Sie schreiben an irgendeine Adresse, die ihnen ein Kamerad gab. Wenn sie zu so einem„Briefpaten“ gekommen sind, bitten sie immer wieder nach einer Auskunft über ihre Angehörigen. So schrieb ein Pommer aus dem Kreis Dramburg über Moskau, Schließfach, Nummer... an den Suchdienst:„Ich möchte wissen, ob meine Mutter noch lebt. Nach Haus kann ich nicht schreiben, da ich die neuen polnischen Ortsnamen nicht kenne.“ Der Suchdienst ermittelte, daß die Mutter noch in Ostpommern wohnte und stellte nach zehnjähriger bitterer Ungewißheit die Verbindung zwischen Mutter und Sohn wieder her, vorerst allerdings nur über Moskau, Postfach, Nummer.. Taifun verwüstete Formosa Taipeh(Formosa). Ein schwerer Taifun verwüstete in der Nacht zum Mittwoch große Teile Formosas. Weite Gebiete im Süden der Insel wurden überflutet. Gestern näherte sich der Taifun mit einer Geschwindigkeit von 180 km/std nördlich von Hongkong dem chinesischen Festland. Studentin als Kaiserin von Japan? Verlobungssorgen am Hof von Tokio— Drei Anwärterinnen Der neue Bewerber ist Kabinettschef des Emirs von Kuweit und zweifacher Dollarmillionär. Das ist wohl die Hauptsache! Der 38jährige Scheich hat mit der ehemaligen Königin und ihrer Mutter bereits in der Schweiz gesprochen. Narriman erholt sich gegenwärtig in Lausanne von einer schweren Operation. Nach ägyptischen Pressemeldungen soll Dr. Nakib vor mehreren Tagen erklärt haben, er werde sich von seiner Frau niemals scheiden lassen. Schweiz arbeitet am längsten Bonn.(dpa) Unter den europäischen Ländern haben nach Angaben des Internationalen Arbeitsamtes nur die Schweiz und das Saargebiet im Durchschnitt längere Wochenarbeitszeiten als die Bundesrepublik. Die Unterschiede sind allerdings gering: an der Spitze der durchschnittlichen Arbeitszeiten liegt die Schweiz mit 47,7 Stunden vor dem Saargebiet mit 47,5 Stunden. Die Bundesrepublik folgt dichtauf mit 47,4 Stunden, aber mit größerem Abstand vor England, für das 45,9 Wochenarbeitsstunden im Durchschnitt errechnet wurden. Für Irland ergaben sich 45,5, für Finnland 45 und für Frankreich und Westberlin je 44.2 Stunden wöchentliche Arbeitszeit. Tokio.(NP) Das japanische Volk erwartet fieberhaft eine Antwort auf die Frage: Wer wird die künftige Kaiserin sein? Die Literaturstudentin Hatsuko Kitaschirakawa, die Jazz-Enthusiastin Sumiko Schimazu oder die junge Schauspielerin Motoko Fuschimi? Alle drej stammen aus dem Kreise des abgeschafften Adels und werden vom Hof als heiratswürdig betrachtet. Hatsuko durfte sich vor 1945 sogar Prinzessin nennen. Wird der fast 20jährige und damit heiratsfähig werdende Kronprinz von den demokratischen Rechten Gebrauch machen, die seit Kriegsende auch in Japan Hausrecht erworben haben? Kronprinz Akihito ist bekannt dafür, daß er den Errungenschaften unserer Zeit nicht aus dem Wege geht. Er weiß, daß er später einmal als Kaiser, nicht aber als Gottheit verehrt wird. Deshalb steuert er, sehr zum Entsetzen alter Höflinge, auch sein Auto selbst. Ob er sich jedoch dem Wunsch beugt, am 23. Dezember, seinem 20. Geburtstag, auch seine Verlobung bekanntzugeben, ist noch ungewiß. Die drei vom Hof präsentierten Bewerberinnen sind noch sehr jung. Die Favoritin, Hatsuko Kitaschirakawa, zählt ganze 15 Jahre. Ihr gibt Kaiser Hirohito, da sie prinzlichen Geblüts ist,„aus biologischen Gründen“ den Vorzug. Von der 16jährigen Sumiko Schimazu ist bekannt, daß sie nichts so sehr wie„heiße“ Musik liebt. Sie entspricht ihrem sprudelnden Temperament. Ihr Vater ist Präsident des Japanischen Roten Kreuzes. Die 15jährige Motoko Fuschimi, die nicht sehr japanisch aussieht, verspricht sich etwas von der Bühnenlaufbahn. Sie ist in einem Buddhistenkloster aufgewachsen, da ihre Eltern früh starben. Diese drei jungen Damen stehen nun im Mittelpunkt aufgeregter Erörterungen, seitdem aus Hofkreisen durchgesickert ist, daß eine von ihnen dem Kaiser als Schwiegertochter willkommen wäre. Ihre Bilder schmücken die Titelseiten aller Zeitungen. Kronprinz Akihito wird also auch die Stimme des Volkes zu hören bekommen. Katholische Vietnamesen flüchten Mit Flößen auf die offene See— Rettung durch französische Schiffe Pilotenausbildung in der Schweiz Basel.(SDA) Im Parlament des Schweizer Grenzkantons Aargau wurden Bedenken gegen die Ausbildung deutscher Zivilpiloten auf Schweizer Flugplätzen erhoben. Zwei Abgeordnete wollten vom Militärdirektor des Kantons wissen, was auf dem Flugplatz Spreitenbach vor sich gehe. Der Bürgermeister der Gemeinde Spreitenbach erklärte, der Geldgeber des Flug- und Ausbildungsbetriebes auf dem Flugplatz sei seit geraumer Zeit ein deutscher Staatsangehöriger, der das Flugplatzgelände ausbauen wolle. Ein Paris.(Korr.) Katholische Vietnamesen aus dem Tonking-Delta verlassen in immer größerer Zahl ihre Dörfer und flüchten auf primitiven Flößen und Balken auf die offene See. Um ihnen zu helfen, hat das französische Oberkommando Seestreitkräfte eingesetzt. Bei den Rettungsarbeiten sind die französischen Schiffe öfters in die Nähe der Vietminh-Küste gekommen. Die VietminhRegierung hat beim Internationalen Kontrollausschuß für Indochina gegen die „unaufhörliche Verletzung des Luftraums und der Territorialgewässer der Demokratischen Republik Vietnam“ durch Luftwaffe und Kriegsmarine der Franzosen protestiert. In Paris wird darauf hingewiesen, daß die Bannmeile nach den internationalen Gepflogenheiten dann nicht beachtet zu werden braucht, wenn es um die Rettung bedrohter Menschenleben geht. Die Flüchtlinge sind wiederholt vom Vietminh mit Infanteriewaffen beschossen worden. Dem Flüchtlingsstrom der Katholiken haben sich in letzter Zeit auch buddhistische Priester angeschlossen. Verdacht ROMAN VON HANS GRUHL Presserechte bei Münchner Roman-Verlag München-Pasing (21. Fortsetzung) „Sehr schön.“ Nogees schien befriedigt. „Und nun zeigen Sie mir bitte, was geschah, als der Kranke hinausgefahren wurde! Herr Doktor Daniel, was haben Sie getan und gesehen?“ „Ich?“ wiederholte Daniel unnötigerweise.„Ah... Schwester Inge deckte ihn zu—, dann fuhren sie und Schwester Olga ihn hinaus.“ „Moment, wie ging das vor sich?“ „Schwester Olga schob, soviel ich mich erinnere. Inge dirigierte den Tisch zur Tür. Sie mußte an mir vorbei.“ „Weiter?“ „Ja... sie blieb an der Tür stehen, bis Schwester Olga durch war, dann folgte sie ihr.“ „War das so, Schwester Olga?" „Jawohl.“ „Gut. Ich werde Schwester Inges Weg kurz rekonstruieren. Sagen Sie mir, ob es so richtig ist. Schwester Olga, wollen wir?“ Lautlos rollte der Tisch auf die Tür zu. Daniel trat zwei Schritte zurück. Der Kommissar schob sich an ihm vorbel. Strohmann, der den Weg des Tisches versperrte, trat links neben Marion. Das Fußende des Tisches, an dem Daniel ursprünglich gestanden hatte, stieß jetzt an die geschlossene Tür. Nogees lehnte sich an den Pfosten. Michels auf seinem Stuhl und Marion und Strohmann, die sich nach links gedreht hatten, als der Tisch an ihnen vorüberglitt, bildeten nun eine Linie. Wie ein Spalier, durchfuhr es Daniel. Hinter ihnen stand verlassen der stumme Diener mit der einsamen Ampulle. Die Augen des Kommissars durchtasteten den Raum.„Sind das Ihre Positionen, als der Tisch hinausgefahren wurde?“ Strohmann wandte den Oberkörper mit devoter Bewegung zu Marion und Michels. „Sie sind es“, sagte er dann. Nogees griff zum Rand des Tisches. „Schwester Olga, bitte noch einmal auf den alten Platz!“ Sie gehorchte. Nogees stieß mit kurzer Bewegung die Tür auf.„Darf ich Sie alle bitten, noch einmal die alten Plätze einzunehmen! Wir sind sofort fertig!“ In wenigen Sekunden standen alle wie vorher. Nogees wies zur Tür.„Bitte, Schwester Olga, fahren Sie den Tisch raus!“ Wie Marionetten an unsichtbaren Fäden bewegten sich die sechs Menschen. Daniel hörte nur das leise Schaben der Sohlen auf den Fliesen. Als Olga im Türrahmen verschwand, trat Nogees hinter sie. Er blieb stehen, sein Blick suchte den Instrumententisch, strich über die glitzernde Ampulle und über die Gruppe zu seiner Linken. Daniel fühlte, wie eine dichte, schwebende Spannung, die der Mann an der Tür auf sie alle übertrug, sich in diesen Sekunden im Raum verbreitete, dann brach der Kommissar das Schweigen. „Ich danke Ihnen allen“, sagte er, und Daniel sah ein seltsames Licht in seinen Augen.„Kommen Sie'rein, Schwester Olga! Wir sind fertig!“ Bevor jemand etwas erwidern konnte, fuhr er fort in einem Tone, der keinen Widerspruch duldete.„Bitte folgen Sie mir auf mein Zimmer— außer Ihnen, Schwester Olga.“ Olga knickste beinahe vor Dankbarkeit. Gott sei Dank, daß sie nicht mitbrauchte! Außerdem war es höchste Zeit zum Essenausteilen! Im Zimmer des Kommissars sah Daniel zu seinem Erstaunen, daß neben der Tür zwei Polizisten standen. Der Assistent des Kommissars erhob sich von seinem Stenogrammblock, als sie eintrafen. Mit einer Handbewegung forderte Nogees sie zum Sitzen auf. Dann legte er sein Notizbuch aufgeklappt vor sich hin und begann mit leiser, klarer Stimme zu sprechen. „Ich habe Sie nach unserem kleinen Experiment hier versammelt, um Ihnen über den Stand unserer Ermittlungen zu berichten. Ich darf dabei wohl auch auf Ihr Interesse rechnen, Herr Doktor Strohmann!“ Strohmann schluckte und senkte die Stirn wie ein Stier vor dem Angriff, ohne daß der Kommissar darauf achtete. „Die Ereignisse, die sich seit dem 5. Mai hier abgespielt haben, sind allen bekannt. Es verschwanden an diesem Tage zehn Ampullen mit Morphium aus dem Giftschrank der Station zwei. Der Täter wurde nicht gefunden, das Morphium ebenfalls nicht.“ Er schlug eine Seite seines Buches um.„Das heißt— Schwester Anna Kramer kannte den Täter. Und wir haben es jetzt gefunden.“ Jemand stieß leise die Luft durch die Nase. Michels kniff die Augen zusammen. Enthüllungen „Wir wissen jetzt, daß auch die Oberschwester einem Mordanschlag zum Opfer fiel. Der Mörder ging mit der gleichen Kaltblütigkeit und Raffinesse vor, die er an anderer Stelle an den Tag legte. Er kannte die Gewohnheiten der Oberschwester und hörte ihre Stimme in jener Nacht auf der Station. Er lief zum Turm und stellte das Wasser ab, ohne daß ihn jemand zu dieser Stunde bemerkte. Er lauerte an der Luke, und als Schwester Anna den Schaltraum betrat, löschte er ihr Leben aus wie eine Kerze.“ Ja, sagte Daniel zu sich selbst, ja, so war es. Er wunderte sich jetzt, daß er überhaupt jemals daran gezweifelt hatte. „Die Nachtschwester der Station zwei“, fuhr Nogees fort,„hörte die Schritte des Mörders, als er vom Turm zurückkam— und ebenso hörte sie Herr Doktor Daniel in seinem Zimmer.“ Donnerwetter, dachte Daniel und hol. überrascht den Kopf, er glaubt mir! Wahrhaftig, er hält mich nicht mehr für einen Lügner! Das ist wirklich.. Aber schon sprach Nogees weiter.„Wir können nun mit Sicherheit annehmen. daß Schwester Anna sterben mußte, weil sie den Dieb des verschwundenen Morphiums kannte und gedroht hatte, ihn zu verraten. Sie muß ihn beobachtet haben. Auf welche Weise er anders davon erfuhr, daß sie ihn verdächtigte, läßt sich nicht vermuten. Aber er wußte, daß ihre Worte kein leeres Gerede waren, und tötete sie, ehe sie ihm gefährlich werden konnte. Wir faßten ihren Tod anfangs als Unglücksfall auf, weil uns dieses Motiv nicht bekannt war, und wir ein anderes nicht fanden.“ Eine kurze Pause trat ein, aber niemand hatte den Eindruck, daß der Kommissar eine Frage erwarte. „Als nächstes verschwand am Tage des Todes von Doktor Ernst Bergius eine Streptomycinampulle, mit deren Inhalt er behandelt worden war. Am Abend darauf wurde Schwester Inge Sörensen im Turm ermordet aufgefunden. Doktor Daniel, der die Tote entdeckte, sagte aus, daß sie sich am Vormittag dieses Tages für zehn Uhr abends mit ihm am Turm verabredet habe, um ihm mitzuteilen, wer nach ihrer BeDie Meinung der anderen: Saar-Verhandlungen Manchester Guardian Seit Adenauer aus Washington zurückgekelirt ist, hat er unaufhörlich verhandelt, damit das vorgesdilagene Saarabkommen in einem hoffuungsvolleren Lidit gesehen wird. Obwohl die Saarvorsdiläge sehr skizzenhaft sind und in ihren praktischen Details einer Erläuterung bedürfen, weisen sie in ikren Grundsätzen keinerlet Zweideutigkeit auf. Das Saargebiet wird(falls seine Bevölkerung für die Vorschläge stimmt) kein deutsdies Land, sondern ein Land mit europäischem Status sein, das besondere wirtschaftlidie Beziehungen zu Frankreich und in angemessenem Maße auch zu Deutsdiland liat. Das ist für viele Deutsde der Stein des Austoßes. Ein sozialdemokratisdier Politiker hat in grotesker Übersteigerung von Hodiverrat gesprochen. Die Flut strömt jetzt aber bestimmt zu stark in Richtung einer Verwirklichung der Pariser Abkommen. In ilirer Gesamtheit, als daß es verautwortlichen Partuern in der Regierung Adenauers freistehen könnte, eine Haltung einzunehmen, die iln faktisch zwingen würde, das ganze Problem der französisch-deutschen und der curopäischen Bezichungen noch einmal aufzurollen. Amsterdamer„Telegraf“ Die deutschen Stimmen, die sich gegen das Saarabkommen wenden, klingen nicht ganz rein. Die SPD ist so ziemlid gegen alles, was von Adenauer kommt, und die Freien Demokraten wollen in erhölttem Maße selbständige politische Auffassungen beweisen. Gefühlsmäßig ist der deutsdie Widerstand zu erkläran. Gründlich bedacht aber kann gesagt werden: Das Saarabkommen ist für Deutschland gar nidit einmal so unannelmbar. Die Saar ist deutsch, zugegeben. Die Wiederlerstellung der politischen Freiheiten, die der Bundeskanzler ausbedungen hat, verbürgt, daß dies auch in Zukunft so bleiben wird. Ist es dann von so übermäßiger Bedeutung, daß die Saar vorläufig nicht innerhalb der westdeutschen Grenzer liegen wird, wenn die Rohstoff-Frage zur Zufriedenheit beider Parteien geregelt wird? Journal de Genève Die Saardebatte wurde aktuell, als der Bundeskanzler Boun verlassen hatte. Deshalb ist die ganze Welt darüber beunruhigt, was sich in Deutsdiland ereignen wird, wenn Adenauer nicht mehr ist. Der Druck, der jetzt von den Parteien auf den Bundeskanzler ausgeübt wird, hat unumwunden das Ziel, Sinn und Geist des Saarvertrages zu entstellen. Man versucht, die deutsche Unterschrift zu entwerten, bevor sie gegeben worden ist. Das Endziel, das sich diese Kreise gesetzt liaben, ist die Wiederannektierung des Saarbeckens mit Hilfe einer Volksabstimmung. Man will sicher sein, daß das gegenwärtige Saarstatut nur provisorisch sei, um Frankreidh in Kürze von neuenvon der Saar vertreiben zu können. Churchill: Zuerst Westeinheit London.(Korr.) Churchill bezeichnete in einer Rede in London die Festigung der Einheit und Stärke des Westens als Voraussetzung für eine Verständigung mit dem Östen. Entscheidend sei dabei die Freundschaft mit den USA. Er sehe der Zeit entgegen, in der nach Herstellung von Stabilität und gemeinsamer Zielsetzung für den Westen die Grundlage geschaffen sei, auf der eine Verständigung mit dem Östen gesucht werden könne. Churchill fügte hinzu, daß Großbritannien zunehmend engere Bindungen mit Frankreich, Deutschland, Italien und den Beneluxländern eingehe. Heuschrecken in Marokko Paris.(Korr.) 400 000 Hektar bebauten Landes in Marokko sind von riesigen Heuschreckenschwärmen bereits kahlgefressen worden. Der bisherige Sachschaden wird auf 12 Millionen Mark geschätzt. Alle staatlichen Abwehrmittel haben gegenüber dieser Heuschreckenplage, die die größte innerhalb der letzten siebzig Jahre ist, versagt. Die Schwärme fliegen nach Norden in Richtung auf das Gebiet von Marrakesch weiter. Sie sind so dicht und so gefräßig, daß sie selbst Kleinkinder und Vieh angreifen. Die Bisse an den Ohren und an den Lippen führen zu Infektionen obachtung der Dieb der Ampulle sei. Wir hatten zunächst schwerwiegende Gründe, die Angaben von Herrn Doktor Daniel anzuzweifeln. Wir sahen uns genötigt, unsere Bedenken aufzugeben. Der Täter hat durch die Lautsprecheranlage vom Vorraum aus die Unterredung zwischen Inge Sörensen und Doktor Daniel mitangehört. Er lauerte ihr am Turm auf und erstach sie. Mit einem Skalpell der Station zwei.“ Daniel begegnete Strohmanns Blick. Der Zweifel auf seinem Gesicht war geschwunden und hatte einer wachsenden Verwunderung Platz gemacht. Marion hielt ihr Taschentuch in der Hand. Die Polizisten an der Tür standen wie aus Erz. Wieder fielen Nogees' Worte in die Stille: „Es ist mir bekannt, daß Sie in Ihrem Beruf die Neigung haben, alle Symptome möglichst durch eine Krankheit bedingt aufzufassen. Bei uns ist es das gleiche. Wir versuchen, alle Tatsachen unter einem Gesichtspunkt einzuordnen. In diesem Fall war es nicht einfach, die Geschehnisse miteinander in Verbindung zu bringen. Erst vorgestern ist es uns gelungen, den gemeinsamen Hintergrund zu finden.“ (Fortsetzung folgt) Der Chirurg, der einem Manager den Blinddarm rausnehmen mußte sagte:„Also keine Angst. Nicht nur die Operation ist rasch überstanden, auch die Rekonvaleszenz ist kurz. Wenn Sie aus der Narkose aufwachen, dann steigen Sie aus dem Bett und machen ein paar leichte Kniebeugen, dann kommt Schwester Else und an ihrem Arm machen Sie einige Schritte im Zimmer auf und ab. Am nächsten Tag können Sie Armkreisen machen..“ „Entschuldigen Sie, Herr Doktor“, sagte der bedauernswerte Manager, der sich auf ein paar Tage Ruhe gefreut hatte,„aber bei der Operation darf ich doch liegen?“ Nummer 262 SAUERLÄNDISCHES VOLKSBLATT II. November 1354 Mehr vom Brote wissen Ehrfurcht vor dem Brot war früher eine Selbstverständlichkeit. Vor allem auf dem Lande gab es eine ganze Reihe von Sitten und Gebräuchen, die mit dem Brot zusammenhingen, Prof. Boas erinnert daran, daß wir heute halb blind in der Welt herumlaufen und die wunderbarsten Erscheinungen ohne Staunen als ganz selbstverständlich hinnehmen. Dies gilt auch für das Brotgetreide, von dem fast 2 Milliarden Menschen leben. Für die menschliche Ernährung und Erhaltung der Gesundheit ist das Verhältnis der einzelnen Nährstoffe im Getreidekorn besonders günstig. Es beträgt bei Weizen 65 Prozent Kohlehydrate(Stärke), 12 Prozent Eiweiß und 2 Prozent Fettsubstanz(Lipoide). Dazu kommt der Gehalt an Vitaminen und Mineralien, Brotgetreide stellt eine geradezu ideale Ernährungsform dar, weil die Nährstoffe von Natur aus in einem günstig ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Besonders hochwertig wird das Getreidekorn auch durch das günstige Verhältnis des Gehaltes an Calcium und Magnesium. Außerdem finden sich im Getreide vor allem die Vitamine A, B und E sowie Biotin. Prof. Boas hat recht:„Vom Brote, das einst heilig war, wissen die meisten Menschen viel zu wenig.“— Wußten Sie z. B. auch, daß ein Doppelzentner Weizen im Durchschnitt 3 Millionen Körner enthält? Olper Stadtspiegel Martinstag— 11. November! Frohbewegt nehmen die Olper davon Kenntnis. St. Martin ist seit Jahrhunderten der Schutzpatron der Stadt und der St. Martinus-Pfarrgemeinde, die seinen Namen trägt. Wie alljährlich findet die äußere Feier dieses Festes am folgenden Sonntag statt. Am Samstag um 17.30 Uhr wird auBerdem wieder der traditionelle Martinszug in Olpe durchgeführt. Auch in anderen Orten des Kreises Olpe hat man— besonders in der Nachkriegszeit— den Martinszug der Jugend als abendlichen Umgang mit leuchtenden Fackeln zu einem schönen und froh geübten Brauchtum gemacht. Frau Burger spricht heute um 20 Uhr im Altersheim, Franziskanerstraße, zu den Müttern, die Kinder im Alter von 14 bis 18 Jahren haben. An den heutigen Filmabend des FilmClubs Olpe um 21.10 Uhr im Lichtspieltheater Tampier wird erinnert. Zur Vorführung gelangt„Der große Schatten“ mit Heinrich George. Die Mitgliedskarten sind am Saaleingang vorzuweisen, da sich eine diesbezügliche Kontrolle als notwendig erwiesen hat. Bestandene Prüfung. An der Bundesbahn-Direktion in Wuppertal bestand seine Lokomotivführer-Prüfung der Oberlokomotivheizer Tonis Hardenack von hier. Wir gratulieren! Die Vertretung des Amtes Olpe ist zu einer öffentlichen Sitzung am Donnerstag, dem 18. November, um 16 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses eingeladen. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: 1. Genehmigung der Niederschrift der letzten Sitzung; 2. Wahl des Amtsbürgermeisters und seines Vertreters; 3. Bericht des Gemeindeprüfungsamtes des Landkreises Olpe über die Prüfung der Jahresrechnungen für die Rechnungsjahre 1948/DM bis einschießlich 1951; 4. Beratung der Haushaltsrechnung für das Rechnungsjahr 1952 und Bechlußfassung über die Entlastung; 5. Genehmigung überplanmäßiger Ausgaben; 6. Verschiedenes. Die evang. Jugend nimmt am Samstag und Sonntag an einem großen Jugendtreffen in Plettenberg teil. Die Leitung des Treffens liegt in den Händen von Pastor Lucas, Attendorn. „Unsere kleine Stadt“ im Rhein. Landestheater. Das Rheinische Landestheater (Intendant Philipp Vogel) bereitet z. Z. Thornton Wilders Schauspiel„Unsere kleine Stadt“ zur Aufführung im Monat Dezember vor. Die Inszenierung liegt in Händen von Roland Müller-Stein.„Unsere kleine Stadt“ gehört zu den bedeutendsten Werken der modernen Dramatik, und der Erfolg, der diesem Stück bei den Aufführungen beschieden war, ist ungewöhnlich groß gewesen. Wilder singt in seinem Schauspiel das Lob des Unscheinbaren, des Einfachen, des Menschlichen; er beugt sich in liebevoller Ehrfurcht zu dem anspruchslosen Dasein der Unberühmten hinab. Diese kleine Stadt ist wie ein Spiegel der ganzen Welt; das Spiel verwandelt alles Leben dieser Erde in eine Parabel, in ein Gleichnis jeglichen Daseins zu jeder vergangenen oder künftigen Zeit. Die Aufgabe der Menschen bleibt durch alle Zeiten die gleiche, zu lieben. In Olpe wird dieses sehenswerte Stück am Freitag, dem 3. Dezember, gezeigt, während wir zuvor noch, und zwar am 19. November, Kleist's„Der Prinz von Homburg“ sehen. Kreisverband des BdkF. Kreis Olpe. Am Samstag, dem 13. November treffen sich die Mitglieder des Kreisvorstandes des BdkF.(Bund der kinderreichen Familien) und die Vorsitzenden der Ortsverbände unter der Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisverbandes zu einer wichtigen Sitzung in Olpe pünktlich um 15.40 Uhr im Lokale Kost am Markt. Sollte irgendein Beteiligter keine persönliche Einladung erhalten, so ist diese Zeitungsnachricht als solche anzusehen. Katholische Mädchenschaft Schulungskurse im Dekanat Olpe Olpe. Am kommenden Sonntag findet für die kath. Jungführerinnen der Mädchenschaft und Frohschar aus dem Dekanat Olpe unter Leitung von Rektor Bieker um 10 Uhr im Kolpingshaus Olpe ein Schulungskursus statt.— Ein entsprechender Führerkursus beginnt für die Jungführer der Jungenschaft und der Jungschar aus dem Dekanat Olpe am nachsten Mittwoch(Buß- und Bettag) um 9.30 Uhr unter Führung von Vikar Honniver und Vikar Pallus ebenfalls im Kolpinghaus. Vortrag in Rhode Rhode. Frau Burger spricht am Freitag, dem 12. November, um 14.30 Uhr, im Jugendheim zu allen Frauen aus Rhode und Umgebung. 80 Jahre alt Saßmicke. Am 12. November vollendet die Ww. Maria Baum geb. Gummersbach das 80. Lebensjahr. Sie ist für ihr hohes Alter noch recht rüstig. Wie sie an jedem Dorfgeschehen regen Anteil nimmt, so liest sie auch noch täglich ihre Heimatzeitung. Zu ihrem Festage unseren herzlichsten Glückwunsch! Claudels„Verkündigung" in Olpe Zur Aufführung anläßlich des Jubiläums der St. Franziskus-Schule Olpe. Paul Claudels, der zu den bedeutendsten Dichtern der Moderne gehört, ist niemais Berufsschriftsteller gewesen. Er wurde 1868 in Villeneuve (Frankreich) geboren, trat 1890 in die Diplomatenlaufbahn ein und bereiste als französischer Konsul, Gesandter und Botschafter die Hauptstädte Europas, Amerika und Asien. Nach jugendlichen Jahren des Unglaubens erfuhr er 1886 beim Weihnachtsgottesdienst in Notre Dame zu Paris ein übermächtiges Bekehrungserleben, das wie er selbst sagte, von dieser Zeit an„alle Bücher, alle Ueberlegungen, alle Gefühle eines bewegten Lebens seinen Glauben nicht haben erschüttern, ja nicht einmal haben wirklich berühren können.“ Dieses zentrale Erlebnis des Geistes wirkte sich mit elementarer Kraft aus in Claudels Welt- und Menschenschau, die Gestalt geworden ist in seinem Werk. Von diesem Werk sagt einer unserer ersten Literaturkritiker, daß es dastehe wie der Granit der Vogesenberge, von deren Westhang der Dichter stammt. Lange ist es unbekannt geblieben. Claudels erste Dichtungen erschienen in kleinen Auflagen. Er selbst wollte, daß Schweigen um seinen Namen sei. Doch dann wurden Stimmen wie die Charles-Louis Philippes laut:„Claudel ist groß wie Dante. Er ist irgendwie ein Elementares. Es ist unwahrscheinlich, wie wenig wir ihn kennen.“ Heute aber umgibt den Greis Dank und Ruhm. Verständnis für sein Werk wurde ihm gerade aus Deutschland entgegengebracht. Den Beweis dafür brinjen die immer wiederkehrenden Aufführungen seiner Dramen. Viele werden sich indie Darbietung des„Ruhetages“ während des Katholikentages in Fulda erinnern. Zum silbernen Jubiläum der St. Franziskusscnule am 12. November führen die Schülerinnen der Oberstufe um 17 Uhr in der Aula der Schule das 1912 entstandene Drama„Verkündigung“ auf. Es spielt auf einem Bauernhof des mittleren Frankreich und zeigt uns die Menschen, die hierher gehören, in Erfolg, Liebe, Haß, Krankheit und Tod. Die Zuschauer werden mit hineingenommen in das nächtliche Dunkel des Herzens, aber sie erleben auch die rettende Macht des Leidens, das so freiwillig ist wie die Sünde. Claudels Verkündigungsdrama umgreift in harter Wirklichkeitsschau das Erdhafte, aber es weiß auch um das höhere Geheimnis der Gnade und um die erlösende Kraft des Opfers. Doch kann das Werk nicht nur zur christlich durchformten Seele sprechen: hier ist aus der Erfahrung christlichen Lebens eine starke, klare Schönheit des Menschen gestaltet, der jeder geistig Empfängliche sich wird öffnen können. Wichtig für alle Sänger! Grevenbrück. Die wöchentlichen Chorstunden des Gesangvereins„St. Johannes“ sind donnerstags um 20 Uhr im Vereinsheim Hotel„Zur Post“. Zu der heutigen Probe sind alle aktiven Sänger des Mannerchores eingeladen, da die Lieder letztmalig geprobt werden, die am kommenden Sonntag anläßlich der Gedenkfeier zum Volkstrauertag am neuen Ehrenmal zum Vortrag kommen. Zahl der Arbeitslosen weiter gesunken Auch Im Bereich des Arbeitsamtes Olpe- Der Öktober-Bericht Kreis Olpe. Die Zahl der Arbeitslosen im Kreise Olpe ist erfreulicherweise im Monat Öktober noch mehr zurückgegangen. Am 31. Oktober waren beim Arbeitsamt in Olpe nur 592 Arbeitslose registriert. Davon sind 269 Männer und 323 Frauen. Kurzarbeit besteht nur in einigen kleinen Betrieben. Die Arbeitsmarktentwicklung bekam ihr gutes Bild durch die Tatsache, daß die Einstellung von neuen Kräften die Zahl der Entlassenen übertraf. Den größten Bedarf an Arbeitskräften hatte wieder die Eisen- und Metallindustrie. Es werden hier immer noch Metallfacharbeiter und jugendliche Arbeitskräfte gesucht. Auch im Baugewerbe, besonders im Tiefbaugewerbe, wurden mehrere Arbeiter eingestellt. Da hier nur voll verwendbare Arbeitskräfte gebraucht werden, war die Befriedigung nur zum Teil möglich. So konnte also, wie schon gesagt, die Zahl der Arbeitslosen, die im Vormonat infolge von Saisoneinflüssen bei den Männern sowie bei den Frauen gestiegen waren, erheblich vermindert werden. Besonders erfreulich ist es, daß man den Arbeitslosenstand vom Juli wieder erreicht hat, der gleichzeitig den Tiefstand dieses Jahres bildete. Die Zahl der Arbeitslosen liegt z. Z. um 60 v. H. niedriger, als die des Vorjahres. Der ArbeitsAnno Schulte Das Fachgeschäft am Markt Olpe- Frankfurter Straße 14 losigkeitsgrad beträgt unter Zugrundelegung der Arbeitnehmerzahl vom 30. Oktober etwa 1,9 v H. zu diesem Zeitpunkt wurden 29 951 Beschäftigte gezählt. Am Ende des zweiten Quartals 1954 konnte man 29 788 Beschäftigte zählen. Von den 592 Arbeitslosen, die jetzt beim Arbeitsamt registriert sind, bezogen 403 Unterstützungen.— Erfreulich ist es, daß auch die Kurzarbeit in den Betrieben mehr und mehr zuruckgeht. Im Verhältnis zu der Beschäftigtenzahl ist die der Kurzarbeiter bedeutungslos. Im Monat Oktober standen nämlich nur noch drei Betriebe der Textil- und Bekleidungsindustrie mit zehn Kurzarbeiten in Kurzarbeiterunterstützung. Lebensmittelvergiftung durch jugoslawische Fleischkonserven Kreis Olpe. Von der Polizei wurde uns folgender Hinweis zur Veröffentlichung übermittelt: Durch Genuß jugoslawischer Fleischkonserven sind in Kaiserslautern mehrere Personen erkrankt, von denen eine Person gestorben ist. Die amtlichen Untersuchungen haben ergeben, daß in zwei Fällen Fleischvergifter-Bakterien enthalten waren. Alle Verkaufsstellen und Haushalte, bei denen sich diese Konserven befinden, werden aufgefordert, die Konserven weder in Verkehr zu bringen noch zu verzehren. Olpe. Achtzehn Geldprämien und zahlreiche Trostpreise konnte die Städtische Sparkasse Olpe an Schüler und Schülerinnen unserer Schulen, die sich am Internationalen Schülerwettbewerb der öffentlichen Sparkassen zum Weltspartan 1954 beteilgt hatten, ausgeben. In mühevoller Arbeit hatten Schulleiter und Lehrpersonal aus der Vielzahl der eingereichten Zeichnungen— insgesamt etwa 160— die für eine Prämiierung geeignet erchienen, ausgewählt und dem bei der Städtischen Sparkasse Olpe gebildeten Preisrichterkollegium, dem u. a. Schulrat Bartmeier. Rektor Rempe und Studienrat Loewe angehörten, zu Begutachtung vorgelegt. Mehr als die zeichnerische Leistung wurde die beste Darstellung der Sparidee gewertet. So kam daß viele fleißige Arbeiten nur mit einem Trostpecis bedacht werden konnten. Die Preisträger aber, deren Arbeiten nunmehr dem Westfälisch-Lippischen Sie sind sicherzustellen und der nächstgelegenen amtlichen Stelle der Lebensmittelüberwachung zur Untersuchung anzumelden. Deutsche Bezeichnung: Importiert von Herbert Dietrich, Hamburg, Inhalt: Netto 300 gr. Aufschrift: Zerkleintes(Zerkleinertes) Schweinefleisch. Bezeichnung der Konserven: AVALA LUNCHEON MEAT JUGOSLAV PRODUKT 29. November. Neues aus Attendorn Die Karnevalsession 1954/55 wird heute im Hotel Peiffer eröffnet. Der Elferrat wird mit den Attendorner Narren eine fröhliche Sitzung durchführen. Es ist mit einem sehr schönen und vergnügten Abend zu rechnen! 81 Jahre alt wurde gestern Frau Therese Viegener geb. Hoberg, Grafweg 47, Elise Wacker geb. Zeppenfeld, Kampstraße, wird 77 Jahre alt; 74 Jahre alt werden Metzgermeister Josef Reuber, Kölner Straße, und Elisabeth Becker geb. Rüsche, Nordwall 30; Frl. Wilhelmine Velte, Ennester Straße, wird heute 74 Jahre alt. Allen Geburtstagskindern herzlichen Glückwunsch des„S. V.“. Brückenbau bald fertig Altenhundem. Der Neubau der Lennebrücke an der Lennestraße macht jetzt rasche Fortschritte. Der Teerteppich konnte in diesen Tagen bereits aufgebracht werden; außerdem wurde das Brückengeländer angebracht. Die Brücke kann in aller Kürze dem Verkehr übergeben werden. Sparkassen- und Giroverband Münster zur nochmaligen Prämiierung vorgeschlagen werden, baben noch die Aussicht, an einer Prämiierung auf Landes- und dann auf Bundesebene teilzunehmen. Ob eine der in Olpe eingereichten Arbeiten schließlich auch zur Begutachtung dem Preisrichterkollegium des Internationalen Instituts des Sparwesens vorgelegt werden wird, bleibt abzuwarten. Der Zweck des Preisausschreibens, die Jugend mit dem Spargedanken vertraut zu machen, sie der Sparidee näher zu bringen, dürfte erreicht worden sein. Eltern und Erzieher, die täglich erfahren müssen, wie mühevoll es ist, die Jugend zur Sparsamkeit anzuhalten, sollten den Sparkassen als den berufenen Institutionen zur Pflege des Spargedankens ihre Mitarbeit nicht versagen. Die Jugend aber sollte wissen, daß die diesjährige Mahnung der öffentlichen Sparkassen zum Weltspartag„Sparsam sein— sich selber helfen“ in erster Linie an sie gerichtet war. Schülerzeichnungen zum Weltspartag 18 Geldprämien für fleißige Arbeiten Auch Trostpreise durch die Städtische Sparkasse Olpe- Schöner Erfolg Das Handwetk des Hörspiels Die Praxis des Hörspielschreibens kann man jetzt am Theaterwissenschaftlichen Institut der Universität Wien lernen. Das Institut verpflichtete den Regisseur Dr Otto Ambros und beauftragte ihn, einen Lehrgang für Hörspieldramaturgie abzuhalten. Der Kurs wird ganz auf praktische Übungen abgestellt. Dr. Ambros erklärte: „Ich halte nicht viel von der Theorie in Kunstdingen. In der Kunst gibt es keine theoretischen Formeln, wie sie dem Mathematiker oder dem Physiker zur Verfügung stehen. Es gibt nur Grundbegriffe und Grenzwerte. Das gilt besonders für die noch immer fließende Form des Hörspiels. Hier dürfen wir keine Theorien konstruieren. Ich arbeite mit den Studenten des Theaterwissenschaftlichen Instituts sofort praktisch. Sie sollen im Funkhaus die Arbeit des Regisseurs, der Schauspieler und der Techniker kennenlernen, nicht zuletzt die Arbeit am fertigen Tonband, Schnitt und Montage. Auf diese Weise werden sie mit den dramaturgischen Möglichkeiten des Hörspiels rasch vertraut. Wichtig für Hörspielautoren ist vor allem die handwerkliche Grundlage. Ohne handwerkliches Können gibt es keinen ernsthaften Rundfunkkünstler. Öhne handwerkliche Praxis gibt es auch in anderen Sparten der Kunst keine wirklichen Könner.“ Liebliche, duftende Martinsgans.../ Von Gerhard Barth Es wird mit Recht ein guter Braten gerechnet zu den guten Taten. W. Busch. Fromme Legenden sowie Erwägungen der gastronomischen Vernunft“ erklären die Beziehungen zwischen dem asketischen Schutzpatron der Hilfsbedürftigen und der feisten Königin aller Bratvögel, die am Namenstag dieses Heiligen als knusprig gebratene Martinsgans Auferstehung feiert. Als der ehemalige römische Krieger Martinus(geboren um 316 n. Chr.), der nach seiner Bekehrung predigend und Wunder wirkend durch Gallien zog, zum Bischof von Tours erhoben wurde, soll er sich aus Bescheidenheit unter Gänsen versteckt haben. Profanen Erklärungsversuchen zufolge verdankt er dagegen seine kulinarische Patronatswürde dem alten Volksbrauch, der mit dem Martinstag als Beginn eines neuen Wirtschaftsjahres rechnete. Knechte und Mägde wechselten dann ihre Dienststellen, und da die Zins- und Pachtverträge von Martini zu Martini liefen, war an diesem Tage auch der Zehnt fällig, der oft in Gestalt von fetten Gänsen geleistet wurde. Und so hat sich denn auch in Frankreich die Redensart ,faire la Sind Sie ein Wetterfrosch? Jeder Mensch ist bis zu einem gewissen Grade wetterempfindlich. Diese Schwäche zeigt sich aber bei jedem Typ anders. Unser heutiger Test will Ihnen dabei helfen, Ihren typischen Wetterinstinkt zu erkennen. Ja Nein 1 Möchten Sie einen Monat lang täglich zwei weiche Eier essen? 1 2 2 Haben Sie eine Abneigung gegen ungezuckerte Schlagsahne? 3 2 3 Ziehen Sie dunkles Bier dem hellen vor? 2 1 4 Sind Sie am Morgen meist sehr blaß? 3 1 5 Stellen Sie beim Schuhanziehen den Fuß auf eine Erhöhung? 1 2 6 Sind Ihre vier Eckzähne noch unbeschädigt? 2 1 7 Stört das Mondlicht Sie beim Einschlafen? 3 1 8 Spüren Sie, wenn Sie sehr abgespannt sind, zwischen Schulter und Nacken oft ein schmerzhaftes Ziehen? 1 2 3 1 1 3 UNSER an Wohin reist Onkel Fritz? In die Ferien! Er fährt etwas spät in diesem Jahr. Aber in dem Ort, zu dem er fahren will und dessen Namen Sie erraten sollen, zeigt sich der Herbst meist von seiner besten Seite. Auflösung unseres letzten Rätsels 1. Hirschhornsalz, 2. Eisenbahnlinie, 3. Landwirtschaft, 4. Eiskunstlauf, 5. Nachtschattengewächs, 6. Armbrustschütze. — Helena. 9 Haben Sie ein ausgezeichnetes Sehvermögen in die Ferne?. 3 10 Werden Sie beim Lachen leicht heiser? 2 11 Denken Sie schon jetzt an das Baden im nächsten Sommer? 12 Wissen Sie, wie eine Amsel aussieht?1 13 Überkommt Sie beim Ruf des Kuckucks ein Einsamkeitsgefühl? 2 14 Kennen Sie das Programm der Partei, die Sie wählen?. 15 Halten Sie sich für einen naturverbundenen Menschen?. 2 1 16 Haben Sie kräftige Waden?. 1 3 17 Verstauchen Sie sich häufig den Knöchel? 3 2 18 Lesen Sie gern Artikel über gesunde Lebensweise: 3 2 Über 40 Punkte: Sie haben wetterprophetische Hautnerven: zwei bis drei Stunden, ehe die Witterung umschlägt, juckt es Sie ohne ersichtlichen Grund an allen möglichen Stellen, vor allem jedoch an der Handinnenfläche oder an den Fingern. Von 38 bis 40 Punkte: Sie haben einen„Wetterfrosch“ in Ihrer Traumwelt: wenn Sie vom Schweben träumen und davon etwas erschreckt aufwachen— wird es auf längere Sicht kühl und regnerisch. Von 35 bis 37 Punkte: Ihr Haar weiß am Abend, ob am nächsten Morgen die Sonne scheinen wird. Knistert es beim abendlichen Kämmen besonders elektrisch, wird der Himmel am Morgen klar sein. Von 30 bis 34 Punkte: Ihr Ohrläppchen, das heißt seine Durchblutung, zeigt Ihnen das Wetter gut einen halben Tag im voraus an: gerötet(gut durchblutet) deutet es auf schönes Wetter. Etwas blaß: das Barometer ist am Sinken,(Denn Ihr Kreislauf reagiert auf Luftdruckfall.) Von 26 bis 29Punkte: Ihr Barometer ist— die Zunge. Süß angenehmer, das heißt normaler Geschmack: in den nächsten zehn bis zwölf Stunden klares Wetter. Etwas bitterer oder herber Geschmack: schlechtes Wetter.(Das kommt von Ihren aufs Wetter reagierenden Galle-LeberFunktionen.) Unter 26 Punkte: Sie sind kein Wetterfrosch. Das darf Sie jedoch nicht stören. Dafür halten Ihre guten Stimmungen länger an. Dr. S. H. St. Martin' oder ,martiner' für besonders gut leben' bis heute erhalten. Vor einigen tausend Jahren wahrscheinlich von den Agyptern domestiziert, ist die Gans zum treuen und nahrhaften Begleiter des Menschen geworden. Bei den Römern wurde sie als heiliges Tier in Tempeln gehalten. Vorsicht. Verständigkeit und Wachsamkeit waren die Tugenden, die man ihr nachrühmte. Geschichtlichen Ruhm erschnatterten sich die Gänse des Kapitols, als die Gallier um 390 v. Chr. den Tempel der Juno belagerten. Doch auch die Römer kamen bald dahinter, daß Gänse nicht nur verehrungswürdig, sondern auch dazu da sind, um gebraten und verspeist zu werden. Aus dem Jahre 230 n. Chr. stammen die ältesten Gänsebratenrezepte. von Apicius, einem berühmten Lehrer der Kochkunst verfaßt, der schließlich Selbstmord beging, da er befürchtete, verhungern zu müssen, als sein Riesenvermögen auf 2½ Millionen Sesterzen zusammengeschmolzen war. Im eßlustigen Mittelalter erwähnen Kochbücher bereits verschiedene Zubereitungsarten. Die klassischen, noch heute gültigen Kochvorschriften sind etwa um 1820 entstanden. Im.Meisterwerk der Getränke und Speisen von 1892 werden an die 200 verschiedene Rezepte für alle Geschmacksrichtungen genannt. Währen1 hierzulande die Gescheitheit des Martinsvogels äußerst gering geachtet wird— der Gänse Dummheit erwähnt schon Wolfram von Eschenbach: Parzival sagt ,ir sit ein gans'— fühlt sich ein mit solcherlei Anwurf geschmähter Japaner geehrt, denn im Lande der aufgehenden Sonne wird die Gans als schnell. klug und vorsichtig bewundert. Jedoch, welches Maß an Wertschätzung man ihren geistigen Fähigkeiten auch entgegenbringen mag— ihr gastronomischer Ruf ist unbestritten. Der leckere Vogel erfüllt seine Bestimmung als gute Tat für Gaumen und Magen sowohl in der bekannten Verbindung mit Rotkraut, wie auch mit Apfelmus, mit Teigwaren, Kartoffeln oder Klößen als Beilage, mit Beifuß und gebratenen Apfeln gewürzt, sowie mit herzhaften Wurst- oder Fleischfarcen oder mit Rosinen, Backpflaumen oder auch Maronen gefüllt. François Rabelais, der derbfröhliche Pfarrherr von Meudon, ein Sänger aller guten Gaben der Erde und bekannter Freund üppiger Tafelgenüsse, schwelgte schon in Lobeshymnen ,von dem harmonischen Klang des Bratspießes, an dem die fetttriefenden Gänse sich drehen“. Dieser tiefgründigen Erkenntnis ist wohl nichts hinzuzufügen, nur: zum Festbraten gehört ein festliches Getränk. Denn Gänse wollen im Nassen sein. lebendig im Wasser und tot im Wein“. Vom Glück Das Schlimmste bei allzu vielen von uns ist, daß wir in dem Wahn aufgezogen sind, es sei ein Beweis für Erfolg, wenn man sich möglichst viele Dinge anschaffen kann. Das läßt sich bequem lehren. Es bedarf keiner geistigen Mühe, einem Kindergemüt beizubringen, gut leben, heiße, ein Auto, schöne Kleider und ein Haus im Villenviertel haben. Viel schwieriger ist es, ihm begreiflich zu machen, daß wahres Glück und also auch ein wahrhaft gutes Leben nicht in materiellen Angelegenheiten besteht und deshalb nicht käuflich ist. Das Glück läßt sich nicht herbeiködern, es kommt von selber, wenn wir die Türen gastlich zu seinem Empfang geöffnet haben. Das Arge an unserer falschen Bewertung des Geldes ist, daß wir dadurch die Türen zusperren. Wir verschließen und verriegeln sie aus Angst um unseren Besitzkram, und der sehnlich erwartete Gast geht an ihnen vorüber. Als Christus davon sprach, wie schwer es für einen Reichen sei, ins Himmelreich zu kommen, meinte er damit wohl einfach, daß der Reiche die Fähigkeit verloren hat, die Freuden des Himmelreichs zu genießen, ebenso wie er seine Fähigkeit, die wahrhaft lohnenden Dinge seines Erdenlebens zu genießen,„ausverkauft“ hat. Aber es sind nicht nur die Reichen, die sich auf solche Art„ausverkaufen“. Wir alle kennen in kargen Verhältnissen lebende Menschen, die so besessen sind von dem Gedanken an die Dinge, die ihre Familie haben müßte und nicht haben kann, daß sie von dem Blütenzweig vor BOCKINGHAM Am Stadttheater in Breslau wirkte einmal Herman von Becquignolles als Oberregisseur. Einst studierte er also „Richard III.“ ein und ein kleiner Schauspieler sollte die nicht unwichtige Rolle des Boten übernehmen, der gegen Ende des vierten Aktes in schneller Folge Richard die Meldung zu überbringen hat, daß des Königs Glücksstern zu sinken anfängt. Als dritter Bote hat er mit den Worten„Mein Fürst, das Heer des großen Buckingham“ aufzutreten. Auf der Probe sprach der Schauspieler, soviel sich Herr von Becquignolles auch mit ihm abmühte, den Namen des englischen Herzogs stets falsch aus. Er sprach das„u“ wie„o“ oder„ä“ auch wie„e“ oder günstigenfalls wie ein langgedelintes„ö“, aber niemals richtig. Becquignolles aber blieb unermüdlich, trichterte ihm mit Ach und Krach endlich die richtige Aussprache ein. Am Abend der Premiere nahm sich der Intendant den Schauspieler noch einmal ernsthaft vor, denn er wollte seine mühevolle pädagogische Arbeit nicht umsonst getan haben. Er drohte ihm die furchtbarsten Strafen für Zeit und Ewigkeit an, falls er das Theater blamiere und nicht richtig„Böckinghäm“ spreche. Vielleicht wäre auch noch alles gut gegangen. Da aber sieht der ohnehin Eingeschüchterte, als er nun auftreten und seine Meldung überbringen soll, daß der Regiegewaltige mit zorndrohendem Gesicht in der Kulisse auf der gegenüberliegenden Bühnenseite Aufstellung genommen hat und sein Auge beständig auf ihn gerichtet ist. Jetzt schwindet ihm der letzte Mut, er denkt nur noch an den strengen Oberregisseur und tritt also mit den Worten auf:„Mein Fürst, das Heer des großen Becquignolles...“ Bedauerlich Tristan Bernhard war längere Zeit magenkrank. Als Rekonvaleszent wurde er von einer Dame eingeladen, die für ihren Geiz bekannt war. Bernhard setzte sich hin, um einen Antwortbrief zu schreiben: „Madame, es tut mir unendlich leid, Ihnen einen Korb geben zu müssen, aber ich bin schon gesund und darf wieder essen!“ dem Fenster oder selbst von dem freundlichen Gesicht des Nachbarn nie auch nur einen Schimmer bemerken. WYLIE Die beste Empfehlung Zu Heinrich Laube, dem Direktor des Burgtheaters in Wien, kam einmal eine junge Dame, die ohne weitere schauspielerische Vorbildung war und die glaubte, daß nettes Aussehen genüge, um sich auf den Brettern, die die Welt bedeuten, betätigen zu können. Sie wollte Laube überzeugen und meinte:„Herr Direktor, ich habe die beste Veranlagung und ein gutes Gedächtnis, meine Erscheinung wird von allen als wirkungsvoll bezeichnet. Ich kann mich Ihnen nur empfehlen.“ Laube strich sich das Kinn:„Dann ist ja alles in Ordnung! Also empfehlen Sie sich.“ Kulturnotizen Die erste Doppelkirche Österreichs, die einen katholischen und einen evangelischen Teil hat, wurde in der Ortschaft Hochleiten(Niederösterreich) errichtet. Die Hochschule für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Nürnberg und die Hochschule für Arbeit, Politik und Wirtschaft in Wilhelmshaven werden voraussichtlich vom nächsten Sommersemester an zu den bisherigen drei Diplomen(DiplomVolkswirt, Diplom-Kaufmann und DiplomHandelslehrer) noch ein viertes verleihen: das des Diplom-Sozialwirts. Ein Gremium von Hochschulprofessoren beschloß auf einer Tagung in Würzburg, versuchsweise an diesen beiden Hochschulen den neuen Studiengang„Sozialwissenschaften“ einzuführen. Die ständige Konferenz der Kultusminister der Länder muß zu dem neuen Ausbildungsverfahren noch ihre Zustimmung geben. Ein im Auftrage des Fremdenverkehrsverbandes fertiggestellter Farbfilm über den Teutoburger Wald soll im kommenden Frühjahr zur Fremdenverkehrswerbung in Holland, Belgien, Dänemark und Schweden gezeigt werden. Der Film ist unter der Regie des holländischen Kameramannes van der Lucht entstanden. Die Schriftsteller Professor Leo Weismantel und Werner Warsinsky kamen nach einer Meldung der SowjetzonenAgentur ADN zu einem Autorenabend nach Ostberlin. Sie lasen in der Ostberliner Humboldt-Universität aus ihren Werken. Im Mädchenbuch-Wettbewerb des FranzSchneider-Verlages in München erhielten vier Autoren Prämien von je 1500 Mark. Der Verlag hatte das beste Buch für Mädchen im Alter von zehn bis vierzehn und von vierzehn bis sechzehn Jahren gesucht. Die Preisträger sind: Berte Bratt für„Das kleine Reiseandenken“(Ingrid erlebt Kopenhagen), Irene Kordt für„Kleine Schwester aus Korea“, Rolf Ulrici für„So ist Trude aus Berlin“ und Marlies Zilken für„Glück muß man haben, Bonita“. Die Königliche Bibliothek in Stockholm hat der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart anläßlich der„Schwedischen Woche“ eine Buchspende übermittelt, die aus je einem Exemplar der Stockholmer Dissertationen der letzten zwanzig Jahre besteht. Haben die Engländer damals gemogelt?/ Von khm Wek Nantor Kannegießer hatte in seinem Lehrberuf zwei Lieben, eine war die Geschichte, die andere die Geographie. Geographie trieb er eigentlich mehr zu seinem Vergnügen, für die Kummerower Jugend genügten nach dem Unterrichtsplan der Regierung die Namen der Erdteile, der Länder Europas und der Hauptstädte der deutschen Staaten. Er selbst kannte die Erde wie seinen Blumengarten, hatte er sie doch vierzig Jahre auf dem Globus und auf Karten die Kreuz und die Quere bereist. immer in Hoffnung, einmal wenigstens eine Landesgrenze überschreiten zu können. Er war nicht weiter als bis nach Berlin gekommen. Nicht mal so weit wie Nachtwächter Bärensprung. Der war sogar in Frankreich gewesen, damals, Anno Siebzig. Auf dem Tisch lagen jetzt aufgeschlagene Bücher und Atlanten, auch ein Globus stand da. Ob die Wolke daran schuld war oder nur die Absicht, Martin noch einmal abzulenken und festzuhalten, damit er nicht an den Mühlbach ging, entschied der alte Mann nicht. Er nahm jetzt eines der aufgeschlagenen Bücher und legte es vor Martin hin.„Sieh mal. so sieht es in Neuseeland aus.“ Schöne Bilder waren in dem Buch, von schwarzen, halbnackten Menschen und von Gegenden, in denen Felsentäler, ganz voll von Dampf brodelten.„Möchtest du mal hin?" „Sind Sie dagewesen?“ fragte Martin zurück. Kantor Kannegießer schüttelte den Kopf. „Sind das Menschenfresser?“ Die Frage wurde dahin beantwortet, sie wären es heute wohl nicht mehr. Früher hätten sie Menschen verspeist und die Köpfe ihrer Feinde vor den Hütten aufgehängt. Martin fand, es waren dann schon mehr Schweine. Worauf ihm Kantor Kannegießer erklärte, man dürfe die armen unwissenden Wilden nicht verachten, man müsse sie aufklären. Menschen hätten sie gegessen im Glauben, die guten Eigenschaften ihrer Feinde würden dadurch auf sie übergehen. „Feinde haben keine guten Eigenschaften“, entschied Martin.„Wenn sie gute Eigenschaften kriegen wollen, warum fressen sie dann nicht lieber ihren Pastor auf?“ So fröhlich hatte Kantor Kannegießer lange nicht gelacht. Er prustete direkt. und Flock nahm das als Erlaubnis, laut zu bellen und auf das Fensterbrett zu springen. „Die Sache ist nur die“, fuhr der Kantor fort,„als die Neuseeländer noch Menschen verzehrten, da hatten sie doch noch keinen Pastor.“ „Wer hat sie denn dann bekehrt?“ wollte Martin wissen. „Wahrscheinlich die Missionare.“ „Missionare müssen doch auch gute Eigenschaften haben. Vielleicht haben die Neuseeländer dann die Missionare gefressen.“ Kantor Kannegießer winkte ab.„Junge, Junge, das soll sogar schon vorgekommen sein. Es ist nur gut, daß die Neuseeländer unsere direkten Antipoden sind!“ Er wischte sich mit dem großen roten Taschentuch die Augen klar, und es machte nichts. daß das Tuch schon beinahe voll war von den kleinen Schnupftabak-Inseln.„Ach so“, fing er dann wieder an,„das mit den Antipoden verstehst du ja nicht. Sag mal. kannst du mir da auf dem Globus zeigen, wo Neuseeland liegt?“ Martin ließ die Erdkugel einige Male schnurren, stoppte sie mit dem Zeigefinger ab und ließ sie wieder laufen. Mehr Freude konnte der Herrgott auch nicht an der Geschichte haben. Dann sah er sie wohlwollend von oben herab an, ohne etwas Besonderes zu finden, duckte sich und musterte sie kritisch von unten, wie ein kleiner Teufel. Das dämliche Land gab es sicher nicht. Kantor Kannegießer schlug ihm vor. Deutschland zu suchen und einen Tunnel quer durch die ganze Erde zu graben, dann träfe er seinen Gegenfüßler. Er zeigte ihm auch, wie die Richtung sein müßte, und da lag wirklich Neuseeland. „In der Zeit, bis der Tunnel fertig ist, na— Martin unterbrach sich erschrocken, dann riskierte er es doch:„Der Tunnel so durch die ganze Erde, der müßte ja quer durch die Hölle gehen? Dann flitzten die Biester doch alle wie die Deikas nach oben. und wir haben sie hier bei uns.“ Kantor Kannegießer hatte sich wieder mal festgefahren, Martin war immer noch beim Grübeln.„Man konnte es auch so machen: wenn man ran ist bis an die Hölle, dann einen Kanal in die Ostsee und nu alles Wasser rin. Und wenn sie alle ersoffen sind, dann weitergebohrt bis durch und dann drüben alles rausgespült.“ So einfach dachte sich Martin Grambauer die Vernichtung des Bösen und die Reinigung der Erde. „Etwas war aber noch zu klären.„Wer ist denn Herrscher von dem Neuseeland?“ „Der König von England.“ „Wieso?“ „Ja, Junge, das fragen noch andere als du. England ist in jedem Erdteil König.“ Er zeigte es auf dem Globus. „Warum?“ „Ja, warum! Das fragen sich die fremden Völker wohl auch.“ „Ist denn das von Anfang an so gewesen?“ Kantor Kannegießer war nicht recht wohl bei der Wendung, die die Fragerei nahm, obwohl es ihn auch wieder freute, das Interesse des Jungen geweckt und ihn so von der Mühlgraben-Geschichte abge lenkt zu haben. Er beschloß daher, das Neuseeland-Garn noch etwas weiterzuspinnen, und fragte, was Martin mit dem Anfang denn meine. Martin Grambauer verstand seinen Lehrer nicht mehr und schüttelte mißbilligend den Kopf. Dann deklamierte er los:„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde, und die Erde war wüst und leer—“, er unterbrach sich aber gleich:„Nein, ich meine den Anfang etwas später, als schon Menschen auf der Erde waren. Da waren sie doch sicher alle gleich. Hat Gott da nun die Länder verteilt, oder haben sie sich darum gehauen?“ Es war wohl bequemer, beim lieben Gott zu bleiben. Der Kantor räusperte sich. „Weißt du, ich glaube, er hat die Länder verteilt.“ „Vielleicht hat er sie eusknobeln lassen?“ „Wie kommst du darauf?“ „Na, wer wird sich denn so einfach von ihm den Nordpol oder die Wüste Sahara anschmieren lassen. Die meisten hätten doch sicher nach Kummerow wollen. Man bloß, warum haben denn nun grad die Engländer in jedem Erdteil Land gekriegt? Haben die ihn bemogelt?“ Kantor Kannegießer sah eine neue Möglichkeit, seinen skeptischen Schüler zu fesseln. Er tat überrascht und sagte:„Ich denke mir das so: Als der Herrgott am Anfang die Erde verteilte, da haben die andern Völker wohl alle noch ein bißchen geschlafen. Nur die Engländer nicht.“ „Dann hätte er besser aufpassen können!“ begehrte der kleine Gerechte auf. Kantor Kannegießer wand sich.„Das war wohl anders. Der Herrgott rief die Völker auf, zeigte auf ein Land. und dann sagten die, die es haben wollten, ja. Die Engländer nahmen sich bloß die kleine Nordsee-Insel.“ Er zeigte es ihm, es war wirklich nur ein ganz kleines Stückchen auf dem Globus.“ Erstaunt über die Bescheidenheit, fragte der Herr, ob sie nicht mehr wollten. Sie machten ein frommes Gesicht und sagten nein. Sie haben einen gerechten Sinn, dachte der liebe Gott und legte sich ein bißchen hin. Da sprach ein Engländer zum andern: Das war aber dumm. daß wir so bescheiden waren, eine kleine Insel, und die Erde ist doch so groß! Der andere lachte: Wieso denn? Wir sind jetzt bei ihm gut angeschrieben, und wenn wir mehr von der Erde haben wollen, dann nehmen wir es uns nachher selbst! Siehst du, und so nahmen sie sich denn auch mal Neuseeland und noch viele andere Länder dazu.“ „Solche Schlaumeier!“ Die Bewunderung der englischen Geschäftstüchtigkeit überwog auch bei Martin Grambauer das Rechtsgefühl. Doch dann kamen neue Bedenken:„Und die andern, denen sie das Land weggenommen haben, die haben sich das alles so gefallen lassen?“ „Was sollten sie denn machen?“ „Die hätten sich doch wehren können!“ trumpfte Martin auf. Kantor Kannegießer gelüstete es, die Sache noch etwas weiterzutreiben. Er wollte heute wohl wirklich in seine eigene Knabenseele schauen.„Wehren sagst du? Arme, unwissende Menschen sollen sich wehren, wenn da Kriegsschiffe kommen mit Soldaten und Kanonen?“ Das war überzeugend, vor diesem Argument kapitulierte der Streiter für das Recht. Er hatte einen seltsamen Trost, er sagte:„Na, wenigstens haben sie die Missionare aufgefressen!“ (Aus: Ehm Welk. Die Heiden von Kummerow.— Droste Verlag. Wenig Schlaf eDann Herz und Nerven schonen, WIE tinken Die Ungeheuer von Alexandrien: Der Mann. der seinen Fenker erschlug „Arsenik und Spitzenhäubchen“ auf ägyptisch- Auf den Spuren des Gravens Alexandrien.— In diesen Tagen machte man vor dem Schwurgericht von Alexandrien unter dem Vorsitz von Mohammed Abd el Latif dem Ungeheuer des Bahnhofs von Alexandrien, den Prozeß. Er, Mohammed Abd el Aziz, und drei seiner finsteren Helfer standen vor den Richtern. Es konnte kein Zweifel sein, daß jene elf Menschen, deren Überreste man in einem Gartengelände hinter dem Bahnhof entdeckte, von diesem Mohammed Abd el Aziz grausam ermordet und ausgeraubt wurden. BUNTE WELT Maskierter Rolls-Royce Zürien.— Ein bekannter Zürcher Geschäftsmann kaufte sich jetzt für 120 000 Franken einen neuen Rolls-Royce mit allen Schikanen. Um aber nicht als Protz angesehen zu werden, ließ er für weitere 15 000 Franken die prachtvolle Karosserie abmontieren und die alte eines Ford-Autos daraufsetzen.(reta) Elektrische Steinwand In der Nähe des Titicacasees wurde von Bergsteigern eine Bergwand entdeckt, die ständig elektrisch geladen ist. Untersuchungen ergaben, daß sich in dem Gestein außer Erzadern noch andere Mineralstoffe befinden, welche die Elektrizität speichern. Sie stammt von atmosphärischen Entladungen, die durch die Erzadern fließen. Der Bergsteiger Kacho Perdinz erlitt bei der Untersuchung einen Schlag der ihn tötete.(reta) Eingemauert Passau.— Ein humorvoller Bauherr ließ in Passau bei der Grundsteinlegung seine: Häuschens seinen Steuerbescheid nebst bayerischem Leberkäs und Bier in Dosen einmauern.„Damit die Kindeskinder sehen, daß wir Anno 1954 ,trotz allem' keine Kostverächter waren!“ Menschenfreund Graz.— Für Reklamezettel hielten die Straßenpassanten zuerst die Hundertschillingnoten, die ein Mann in der Grazer Herrengasse verstreute. Dann aber stellte sich heraus, daß sie echt waren, und ein allgemeines Wettrennen setzte ein. Wer der freundliche Spender war, blieb unbekannt.(reta) Haselmaus als Wächter Als in einem Dorf in Graubünden die Risse einer Bruchsteinmauer auszementiert werden sollten, wurde einer der Arbeiter wiederholt von einer wütenden Haselmaus gebissen. Sie bewachte zwei Zaunkönige, die sich in einem Spalt ihr Nest eingerichtet hatten. Man ließ das„Königspaar“ und seinen Wächter ungeschoren.(reta). Karosseriesalat Tagelswanzen.— Um einen Hasen nicht zu überfahren, riß bei Tagelswangen/Schweiz ein Autofahrer das Steuer herum. Er prallte mit einem entgegenkommenden Wagen zusammen, und in die zusammengekeilten Fahrzeuge brauste noch ein drittes hinein. Als man die Verletzten abtransportierte und den Karosseriesalat auseinandergeblättert hatte, lag dazwischen der tote Hase.(reta) Einst und jetzt Frankrurt— Vor dem ersten Weltkrieg aß der Deutsche im Durchschnitt 17 kg Fett im Jahr. Heute rechnet man 24 kg Fettverbrauch je Kopf und Jahr. Vor 1914 aß der Deutsche jährlich nur 3,4 kg Südfrüchte, heute sind es fast viermal so viel, nämlich 12,9 kg. Der Bierkonsum ist dagegen von 102 Liter je Kopf auf 55 Liter zurückgegangen. Spionengrab London.— Auf einem amerikanischen Flugstützpunkt in England wurden jetzt alle Schreibtische mit Zäunen wie Gräber eingefaßt. Jeder Schreiber sitzt wie ein Grabengel von einem Staket umgeben.„Diese Zäune sind nicht dazu da, um sie einzusperren, sondern um spionierende Unbefugte fernzuhalten, die im Vorbeigehen wichtige Dokumente mitnehmen könnten“, wurde den verdatterten Schreibern erklärt. Vogelscheuche London.— Mit leeren Händen abziehen mußten Diebe, die in eine zoologische Handlung im Londoner Bezirk Shepherd’s Bush einbrechen wollten. Der Papagei„Toffy“ hatte sie gehört und mit seinem Geschrei sämtliche Wellensittige, Kanarienvögel und Kakadus aufgeweckt. Man hat sie alle zum Tode verurteilt. Aber man wird nie erfahren, wie viele Menschen sie umbrachten und wo sie liegen. Das Unheimliche ist, daß dieses Ungeheuer das fünfte Glied in einer grauenvollen Kette ist, die im Laufe der letzten 25 Jahre nicht mehr abriß. In der gleichen Gegend der gleichen Stadt brachte man Dutzende, Hunderte von Menschen um und verscharrte sie irgendwo. Und erst, wenn eine lange Serie von Opfern zu verzeichnen war, kam man ihnen auf die Spur. Die Liste der 117 Toten Im Jahre 1929 häuften sich bei dem Polizeiposten al Labban in Alexandrien Informationen über das geheimnisvolle Verschwinden von Männern und Frauen. Aber in der Hauptsache waren es— Frauen, die nicht mehr wiederkehrten. Eines Tages lagen nicht weniger als 117 Vermißtmeldungen vor. Ein anonymer Brief brachte die Polizei auf die Fährte eines Eintänzers mit Namen Ferdos. 15 Polizeioffiziere erhielten Anweisung, als Frauen verkleidet die Unterwelt aufzusuchen, wo Diebe, Schmuggler und Mörder ihr Unwesen trieben. Drei von ihnen kehrten nie mehr zurück. Endlich gelang es den übrigen, die sich selbst als Mitglieder einer weiblichen Verbrecherbande ausgaben, Anschluß zu finden an — zwei Frauen. Zwei Frauen betrieben ein Gasthaus, wohin man Fremde lockte. Die eine hieß Raya, sie war 44 Jahre alt, die andere Sekina, 53 Jahre alt. Wer dieses Haus betrat, der verließ es nicht mehr lebend. Ein feuchtes Kleidungsstück, ein feuchtes London.—„Ihr Kind neigt dazu, entweder ein Held oder ein Verbrecher zu werden.“ Die Mütter von annähernd 100 Bristoler Schulkindern vernahmen diese Warnung von Dr. W. Gray Walter, dem Erfinder des bei Gehirnuntersuchungen bewährten Elektronengeräts„Topsy“. Der 44jährige Arzt und Direktor des Neurologischen Instituts zu Bristol experimentiert seit mehreren Jahren mit diesem Gerät an Schülern verschiedener Altersklassen. In vielen Fällen konnte er die geistige und charakterliche Entwicklung der Kinder voraussagen, oft mit erschreckender Genauigkeit. Wie er jetzt erklärte, sind viele der Prophezeiungen„Topsys“ inzwischen traurige Wirklichkeit geworden. „Unglücklicherweise sind alle, bei denen ich einen labilen Charakter ermittelt habe, keine Helden geworden“, sagte Dr. Walter. „Aber viele von ihnen haben sich zu jugendlichen Kriminellen entwickelt. Es ist also genau das eingetreten, wovor ich die Eltern damals gewarnt habe.“ Das führt zu der Frage, wie sich die durch das Gerät angezeigte Entwicklung in günstige Bahnen lenken läßt. Auch dazu hatte Dr. Walter etwas zu sagen.„Wenn diese Art von Kindern in strenger Zucht gehalten wird“, erklärte er,„dann verführen die Anlagen leicht zur Übertretung der Gesetze. Lebt das derart gefährdete Kind jedoch in einer Umgebung, in der es seinen Hang zum Abenteuer befriedigen kann, können sich die gleichen Charaktermerkmale von ihrer positiven Seite zeigen.“ Doch„Topsy“ ermittelt nicht nur Jugendkriminelle. Das Gerät hat auch aufgezeigt, daß sich das Gehirn von Kindern oft Mn Benzinquelle Sydney.— Arbeitern, die kürzlich Ausschachtungsarbeiten in Bendigo(Viktoria) zu machen hatten, blieb vor Erstaunen der Mund offenstehen, als sie plötzlich aus dem Boden Benzin— nicht etwa Ol— sprudeln sahen. Kein Mensch weiß, woher das Benzin, in dem sich kleine Steinchen befinden, kommt. Das Witzige an der Sache ist, daß sich der Schacht mitten im Geschäftszentrum von Bendigo befindet und keine Tankstelle in der Nähe Benzin vermißt. Handtuch auf Mund und Nase gepreßt genügten, um die Gäste zu ersticken. Es war also„Arsenik und Spitzenhäubchen“(wie ein berühmter Film mit einem ähnlichen Motiv hieß) auf ägyptisch. Die siebenjährige Tochter der Sekina führte eines Tages die Polizei in den Keller, wo 23 Tote verscharrt lagen. Man verhaftete ein Dutzend Menschen. Wegen dieser beiden Frauen mußte im Parlament die Anwendung der Todesstrafe auf Frauen eigens genehmigt werden. Und dann wurden sie öffentlich gehängt. Der Mann, den man nicht hängen konnte Drei Jahre später vrurde die Polizei erneut durch anonyme Briefe darauf hingewiesen, daß Menschen verschwunden seien. Ein gewisser Saddiq Allam sei wohl der Täter. Es handelte sich um einen 43jährigen Hafenarbeiter, der, als man ihn verhaften wollte, acht Stunden der Polizei Widerstand leistete, bevor man imstande war, ihn an Händen und Füßen zu fesseln. Er konnte dicke Eisenstäbe mit den bloßen Händen auseinanderbiegen. Nur zwei der 17 Morde, die man ihm zur Last legte, ließen sich einwandfrei nachweisen. Aber sie genügten, um ihn zum Tode zu verurteilen, und darauf kam es letzten Endes an. Er zuckte nicht, als man ihn zum Tode verurteilte. Er ließ sich ruhig zum Galgen 1.hren. Aber— als man ihm das Seil um den Nacken legen wollte, zerriß er mit einem Ruck die ledernen Bande, mit denen seine Hände zusammengeschnürt waren. Er stieß die Menschen umher zur Seite, faßte den Henker und schlug ihn mit dem Kopf so gegen sprunghaft entwickelt, genau so, wie mancher Sprößling anfangs im Wachstum zurückzubleiben scheint, um plötzlich„in die Länge zu schießen“. Darum brauchen keine Eltern nach Ansicht Dr. Walters zu befürchten, daß ihr Kind geistig zurückbleibt. Es ist sehr gut möglich, daß sich die fehlenden Talente fast über Nacht einstellen. Auch andere Entwicklungssymptome, wie Abneigung gegen einen Elternteil oder Launenhaftigkeit sind meistens nicht von Dauer. Dr. Walter hofft sogar, daß sein „Topsy“ eines Tages feststellen kann, welcher Beruf für das untersuchte Kind am vorteilhaftesten ist. London.— Noch vierzehnmal wird Königin Elizabeth von England auf einem wackligen und altersschwachen Stuhl Platz nehmen, der aus dem vorigen Jahrhundert stammt. Er steht mit seinem teilweise zerrissenen Rohrgeflecht im Atelier des Florentiners Pietro Annigoni, eines bekannten Londoner Malers. Vor zwei Wochen erklärte er sich bereit, die Queen zu malen, und vereinbarte dafür mit dem Privatsekretär Elizabeths 15 Sitzungen. Vier Tage vor der ersten traf ein Brief vom Buckinghampalast ein:„Ihre Majestät wünscht keinerlei Formalitäten, lassen Sie in Ihrem Atelier alles so, wie es gewöhnlich ist, und tragen Sie das, was Sie immer anhaben!“ Aber da hatte der temperamentvolle Italiener sein Atelier schon so schön aufgeräumt, daß es wie ein Schlachtfeld aussah. Als die Königin zur ersten Sitzung erschien, beruhigte er sie mit den Worten: „Vorher sah es noch viel schlimmer aus!“ Annigoni empfing die Monarchin in einer alten amerikanischen Soldatenuniform. Auf ihre Frage, ob er bei den Amerikanern gedient hätte, wurde er verlegen und erzählte ihr, US-General Mark Clark habe sie im Atelier liegen lassen, als er ihn in Felduniform malte. Jetzt hebe er sie für ihn auf und trage sie ihm zu Ehren, wenn er so hohen Besuch wie die Königin oder die Herzogin von Devonshire erwarte. Als Elizabeth das bald fertige Gemälde der die Wand, daß er auf der Stelle tot liegenblieb. Niemand war in der Lage, ihn zu bändigen. Mit einer Maschinenpistole wurde er niedergeschossen. Verraten von einer Frau Die dritte Serie der Massenmorde von Alexandrien ging auf das Konto jenes Al Saht, der als Berufsmörder in der Unterwelt von Alexandrien bekannt war. Man wußte bei der Polizei fast alles über ihn. Aber man konnte ihn niemals fassen. Da beging Al Saht im Jahre 1948 den Fehler. seine Geliebte zu verlassen. Und die Verlassene meldete sein Versteck der Polizei. In dieser Nacht verhaftete man ihn, als er mit einer Flasche billigen Schnapses unter dem Arm zu einer neuen Freundin wollte. 22 Morde wurden ihm zur Last gelegt. Der Prozeß zog sich bis zum Jahre 1952 hin. Dann starb er am Galgen. Der vierte Massenmörder war der schône Saad Iskandar. Er arbeitete in einem groBen Baumwollager. Dorthin lockte er seine Opfer und begrub sie in einem Garten hinter dem Lagerhaus. Erst sein 16. Opfer hatte Kraft und Stimme genug, sich zur Wehr zu setzen. Iskandar entkam durch eine Hintertür. Acht Tage später fing man ihn am oberen Nil. Er galt als einer der elegantesten Männer von Alexandrien. Und seine Eleganz bezahlte er mit der Beute, die er seinen ermordeten Opfern abnahm. Als man ihn zum Tode verurteilte, fel er in Ohnmacht. Er war 22 Jahre alt. Die goldenen Zeiten der Schmuggler gehen ihrem Ende zu. Ohne auch nur seine Koffer zu öffnen, können die Zollbeamten an der amerikanischen Grenze dem Schmuggler auf den Kopf zusagen, was für Schmuggelware er mit sich führt, und daß in der Dose Schuhkreme, die in einem Schuh steckt, der in einem Überschuh steckt, Diamanten stecken. Das unbestechliche Auge der Zollbeamten ist, wie die Monatsschrift„Das Beste aus Reader’s Digest“ schreibt, ein transportables Elektronengerät, das innerhalb weniger Sekunden alle Geheimnisse eines Schmugglers zu entschleiern vermag. Das noch wenig bekannte„Inspektoskop“ ist eine Erfindung des Röntgentcchnikers Henry Sicular, der es bereits 1942 zur Sicherung militärischer Anlagen konstruierte. Das Gerät sieht aus wie zwei durch einen Gang getrennte Telefonzellen. Die eine Zelle enthält hochempfindliche elektronische Instrumente, in der anderen, die gegen Lichteinfall gesichert ist, sieht ein Beobachter auf einer Art Röntgenschirm ein Fluoreszenzbild alles dessen, was den Gang passiert. Durch Knopfdruck Herzogin bewunderte und den Künstler fragte, warum sie darauf so sorgenvoll aussehe, erwiderte Annigoni lebhaft:„Das kommt daher, Majestät, weil bei der zweiten Sitzung der Öfen platzte!“ Elizabeth betrachtete etwas mißtrauisch den eisernen Öfen, aber Annigoni erklärte, dieser sei verhältnismäßig neu und erst vor vier Wochen beim Trödler gekauft; er würde wohl noch einige Zeit halten. Die Königin lachte darüber herzlich und ließ sich während des Malens von dem Italiener mit Geschichten aus seiner Heimat unterhalten. Beim Abschied sagte sie, es wäre nett gewesen und sie würde auch gern wieder auf dem wackligen Stuhl sitzen. Hund mit Diplom Baltimore— Ein schwarzer Hund, der auf den Namen Midnight(= Mitternacht) hört, stolzierte neulich mit stolz erhobenem Kopf über den Sportplatz der Laurel High School in Maryland. Er trug Gelehrtenkappe und schwarzen Talar als Würde für sein Diplom. Zusammen mit 65 Studenten „promovierte“ er. Midnight bekam sein Diplom für regelmäßiges Zuhören, gutes Benehmen und Loyalität. Der Hund war eines Tages seinem Herrn, Norman Kearns, zum College gefolgt und schien so interessiert, daß man ihn bleiben ließ. Internationaler „Studentenpo"“ kommt Billiges Reisen für akademische Jugend Züricn.— Wenn es glückt, werden in Zukunft die Studenten aus den meisten Ländern der Erde im Ausland ebenso billig reisen wie die dort einheimischen Studenten. Ein neuer internationaler„Studentenpaß“ soll ihnen überall die gleichen Vergünstigungen gewähren, welche die einzelnen Länder ihrer studierenden und meist nicht sehr bemittelten Jugend zugestehen. Gedacht ist in erster Linie an verbilligte Eisenbahntarife, Übernachtungen in Studentenhotels und-heimen während der Universitätsferien und kostenlosen Besuch von Museen, Theatern, Gemäldegalerien und Bibliotheken. Die Vorarbeiten für diesen Reisedienst wurden jetzt auf der 5. Internationalen Konferenz für studentisches Reisen in Zürich geleistet. Hier trafen sich Studenten aus aller Welt; sämtliche westeuropäischen Staaten, die USA, die Philippinen, südamerikanische Länder und afrikanische Negerrepubliken waren vertreten. Man erfuhr, daß schon ein studentischer Luftreisedienst zwischen den USA und Europa besteht. Er chartert selbst Flugzeuge und bietet Dozenten und Studenten billige Luftreisen von Stadt zu Stadt, um in möglichst kurzer Zeit möglichst viel vom Ausland zu zeigen. Holland hat mit Unterstützung seiner Regierung Transportschiffe für Studenten und einen Transozeandienst eingerichtet, der immer mehr in Anspruch genommen wird. Jetzt soll auf dem nächsten internationalen Eisenbahnkongreß die allgemeine Tarifermäßigung für Studenten aller Länder durchgesetzt werden. Österreich, Westdeutschland, Belgien, Dänemark und die Türkei werden den Antrag einbringen lassen sich drei verschiedene Sichtwinkel einstellen. Man hat das Inspektoskop schon für alle möglichen Zwecke erprobt. In dem kalifornischen Gefängnis San Quentin zum Beispiel kontrolliert man damit jetzt alle Besucher. Früher mußte man Freunde und Verwandte rauschgiftsüchtiger Häftlinge immer buchstäblich bis auf die Haut untersuchen. Das beanspruchte bei den Massenbesuchen am Wochenende bedenklich viele Aufseher. Heute nimmt ein einziger Beamter mit dem Inspektoskop nicht weniger als 60 bis 75 Besucher und Häftlinge bei ihrem Zusammentreffen unter die Lupe. Man hat getarnte Inspektoskope in die Pulte von Anmeldungen und Passierscheinausgaben eingebaut, so daß die geprüften Personen von der Kontrolle überhaupt nichts ahnen. Vor einiger Zeit wurden Inspektoskope von der Dominikanischen Republik und Argentinien angekauft. Sicular glaubt zu wissen, daß man damit in den Vorzimmern zum„Allerheiligsten“ der Diktatoren Trujillo und Perón etwaige Attentäter abfangen will. Große Dienste leistete das Inspektoskop gegen Ende des zweiten Weltkrieges, als die amerikanischen Soldaten die Hafenpostämter der Vereinigten Staaten mit „Andenken“-Paketen überschwemmten. Eine Inhaltsprüfung durch Öffnen eines jeden Pakets hätte für das Millionenheer ein zweites Millionenheer von Beamten erfordert. Mit Siculars magischem Auge aber konnten ein paar Mann täglich mehrere tausend Pakete kontrollieren. Und was haben sie nicht alles dabei gefunden! Ein Paket enthielt eine Mörsergranate, die bei einer heftigen Erschütterung todsicher explodiert wäre. An einer nicht entschärften Handgranate hing ein Zettel:„Bitte nicht den Schlagbolzen entfernen, Mama!“ Das tollste Stück aber leistete sich ein Soldat, der in Italien stationiert war: Er schickte in Einzelpaketen, Stück für Stück, einen kompletten Jecp an seine Heimatadresse „Topsy" zeigt die Zukunft Ein Elektronengerät zum„Ausmessen“ des Charakters Verblüffend richtige Prophezeiungen Elizabeth auf wackligem Stuhl Pietro Annigoni malt die Königin— Atelier sah aus wie Schlachtfeld Röntgenaugen sehen alles Durch Sil wird Ihre Wäsche heller Mit Sil gespült gehr's wirklich schneller Über Sil muß man sich freuen- Sil gibt der Wäsche Duft und Frische, macht das Spülwosser wunderbar weich und beseitigt auch das letzte Restchen Seifenlauge. Großer Schmiergelder-Skandal Bis jetzt 22 Personen unter Anklage— Skrupellose Geschäfte mit dem kalten Krieg Blelefeld.— Im großen Beschaffungsämter-Skandal, bei dem es um Riesenbestechungen bei Lieferungen an die britische Rheinarmee und das belgische Besatzungskorps geht, hat der Sonderdezernent Staatsanwalt Hagmann jetst die zweite, 165 Seiten lange Anklage gegen 11 Personen erhoben, und zwar gegen vier sogenannte„Industrievertreter“ und Unternehmer aus Minden, Baden-Baden und Lemgo (Lippe) und gegen sieben deutsche Angestellte englischer und belgischer Dienststellen. Insgesamt stehen in dieser Sache jetzt 22 Personen unter Anklage. Ein drittes Verfahren wird sich um ein junges Mädchen gruppieren, dem ein Einkommen von 700 000 Mark aus diesen „Schmiergeldergeschäften“ nachgesagt wird. ...bis zur kompletten Wohnung Der gesamte Anklagekomplex ergibt einen Korruptionssumpf, wie er bisher einzig dasteht. Mit den verwerflichsten Mitteln versuchten insbesondere die jetzt angeklagten„Industrievertreter“ Fettling und Reincke, fette Besatzungsaufträge mit Riesenprovisionen zu ergattern. Die den Angestellten der Beschaffungsämter gewährten Geschenke reichten von der Armbanduhr bis zur kompletten Wohnung und Ferienaufenthalten für die ganze Familie. Von Reincke stammt der Satz, daß man beim Beschaffungsamt nur etwas verdienen könne, wenn man„erst einmal die Strumpfgrößen der dort beschäftigten Damen beim Sekt mit 100-Mark-Scheinen messe“, und er proklamierte als seinen Geschäfts-Wahlspruch„Über Gräber, aber vorwärts“. Ein Klappstuhlauftrag Einen kleinen Einblick in den Umfang der„Geschäfte“ ergibt die Tatsache, daß Fettling in den Jahren 1950 bis 1952 einer einzigen Firma in Düsseldorf Besatzungsaufträge im Werte von 6,7 Millionen Mark vermittelte und dafür 240 000 Mark Provision bekam. Ein Klappstuhlauftrag von einer Million Mark soll ihm nur dadurch zugefallen sein, weil er dem Chefdolmetscher des amerikanischen Verbindungsoffiziers in Herford Geschenke machte und dafür Informationen und zeichnerische Unterlagen erhielt. In dem Prozeß werden auch die Geschenkpakete und andere Zuwendungen Fettlings an den Leiter der Gruppe Besatzungsbedarf in der„Bundesstelle für Warenverkehr“ in Frankfurt (Main), Direktor Knobloch, eine Rolle spielen. „Herr Pastor, mir ist ein Malheur passiert" Den Opferstock durch eine List entleert— Dechant benachrichtigte Polizei Greven.—„Herr Pastor, mir ist ein Malheur passiert.“ Mit diesen Worten meldete sich beim Dechanten in Greven ein Mann und berichtete, ihm sei, als er fünf Mark in den Opferstock werfen wollte, ein Zwanzigmarkschein hineingefallen. Der Dechant ging mit ihm zum Opferstock, schloß ihn auf und fand tatsächlich einen Zwanzigmarkschein vor. Er gab ihn dem Mann, der dafür ein Fünfmarkstück einwarf.„Als Dank Tratsch mit Nachbarin tötete Enkelkind Gewissensqual und Gefängnis wegen fahrlässiger Tötung Bielerern— Die Eltern des zweijährigen Jürgen waren berufstätig. Die Oma hatte das Kind in Obhut genommen. Sie liebte es, wie nur Großmütter lieben können. An einem Septemberabend kam sie mit dem Kind im Kinderwagen von einem Spaziergang zurück. Sie traf eine Nachbarin, man tratschte über dieses und jenes. Klein-Jürgen wurde es langweilig. Er kletterte aus dem Kinderwagen, lief einige Schritte auf die Straße, lief auf die Fahrbahn. Ein Motorrad nahte— ein Wehruf— Bremsengeknirsche— entsetzte Schreie. Man brachte das blutüberströmte Kind zu einem Arzt. Schädelbasisbruch. Die Oma brach über der kleinen Leiche zusammen. Jetzt stand die alte Frau vor Gericht, wegen fahrlässiger Körperverletzung. Auch der Motorradfahrer war bei dem Zusammenstoß zu Schaden gekommen.„Ich habe das Kind so lieb gehabt und habe immer so aufgepaßt“, schluchzte die Oma. „Das glauben wir“, sagte der Richter,„nur in diesem Falle leider nicht. Den Motorradfahrer trifft keine Schuld. Die Straße war frei, er durfte schnell fahren, das Kind lief ihm direkt in die Maschine.“ Die weinende Oma wurde zu einem Monat Gefängnis mit zweijähriger Bewährungsfrist verurteilt.„Die seelische Belastung, daß Sie durch fahrlässige Außerachtlassung Ihrer Sorgfaltspflicht den Tod ihres Enkelkindes verschuldet haben, wird Ihnen niemand abnehmen können“, sagte der Richter. Großfahndung in Cottbus Berlin.— Sechs politische Häftlinge sind aus der Haftanstalt Cottbus ausgebrochen. Die Volkspolizei leitete eine Großfahndung ein, zu der auch Einheiten der kasernierten Volkspolizei hinzugezogen wurden. Alle nach Berlin führenden Straßen und Bahnstrecken wurden unter strenge Kontrolle gestellt. In der Stadt patrouillieren Streifen mit Maschinenpistolen. In zahlreichen Wohnhäusern wurden die Hausbücher kontrolliert. „Raubüberfall" auf die unmoderne Frisur „Ich geb’ zu, Herr Kommissar...“— Achtzehnjährige täuschte Gewaltakt vor Reutlingen. Große Aufregung im süddeutschen Blätterwald, große Empörung unter der Bevölkerung:„Drei Banditen überfielen ein 18jähriges Mädchen auf dem Nachhauseweg, brachten ihr Schnittwunden am Arm bei, verschandelten ihre schönen langen Haare, fesselten sie, schleppten sie in eine Ruine, schlugen sie mit einem Stein auf den Kopf, nahmen ihr das sauer verdiente Geld ab und ließen die Hilflose liegen. Hätte man sie nicht noch am späten Abend gefunden.. Der Polizeiapparat lief auf Hochtouren, um der gemeinen Gangster habhaft zu werden. Sie unterließ es aber auch nicht, das geschundene Mädchen etwas näher anzusehen. Dabei entdeckte man Lücken und— ein schlechtes Gewissen. Schließlich:„Ich geb’s zu, Herr Kommissar, ich wollte nur endlich eine moderne Frisur.“ Die Suchaktion wurde abgeblasen, denn: das Mädchen, Tochter gestrenger Eltern, war es satt, sich dauernd von seinen Freundinnen seiner„unmodernen“ langen Haare wegen hänseln zu lassen. Die Eltern bestanden darauf:„Die Haare bleiben lang!“ Da kam dem Mädchen die verrückte Idee, einen„Raubüberfall“ zu mimen. Alles, was sie den verruchten Banditen zugeschrieben hatte, tat sie sich selbst an. Einschließlich des provisorischen Haarschnitts. Omnibusfahrer verurtellt Freiburg.— Im Prozeß um das schwere Omnibusunglück, das sich am 31. Mai 1953 bei Badenweiler ereignet hatte, wurde der 41 Jahre alte Fahrer des Unglückswagens, Cornelius Schmidt, zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der Omnibus, in dem sich 30 Mitglieder eines Sportvereins befanden, war beim Ausweichen auf der für schwere Wagen gesperrten Straße am Blauen zu weit an den Abgrund geraten und hundert Meter tief abgestürzt. Zwei Menschen fanden den Tod, 22 wurden zum Teil schwer verletzt. Die Strafkammer sah die Hauptschuld des Angeklagten darin, daß er beim Herannahen eines Personenwagens nicht stehengeblieben war, sondern den Omnibus zu nahe an den Abgrund herangefahren hatte, um auszuweichen. dafür, daß mein Motorradunfall so glimpflich abgelaufen ist“, kommentierte der Spender. Dem Dechanten kam die Geschichte hinterher etwas spanisch vor. Vorsichtshalber ruterrichtete er die Polizei. Auch sie schöpfte Verdacht, zumal festgestellt wurde, daß der Spender schon neun Vorstrafen auf dem Buckel hat, Beim Verhör gestand der Mann, er habe mit seiner Taschenlampe in den Opferstock geleuchtet und so den Geldschein entdeckt. Das Schwindelmanöver schien ihm weniger gefährlich zu sein, als den Opferstock aufzubrechen. Dafür hätte er sich allerdings auch stark gemacht; denn bei seiner Habe fand man allerlei Werkzeug, wie sie gerade Opferstockdiebe mit sich zu führen pflegen, darunter auch eine Pinzettenschere. Man stellte noch fest, daß der Bursche, um seine Taschenlampen-Erkundigung ungestört vornehmen zu können, verschiedenen Kirchenbesuchern, die in der Nähe des Opferstocks vor dem Beichtstuhl auf den Dechanten warteten, erklärt hatte, Warten sei zwecklos, der Dechant habe plötzlich einen wichtigen Besuch machen müssen und käme erst später. Neuer Kameradenschinderprozeß Bielefeld.— Vor einer Sonderstrafkammer des Bielefelder Landgerichts beginnt am 20. Dezember ein auf mehrere Wochen berechneter Prozeß gegen den 39jährigen Lehrer Paul Wilde aus Gütersloh wegen Kameradenschinderei. Er wird beschuldigt, als Vernehmer im jugoslawischen Kriegsgefangenenlager Werschetzt in mindestens dreißig Fällen deutsche kriegsgefangene Kameraden vorsätzlich mißhandelt zu haben, um falsche Geständnisse zu erpressen. Die Anklage lautet weiter auf Nötigung und Freiheitsberaubung. Um den zahlreichen Zeugen aus Süddeutschland die weite Anfahrt nach Bielefeld zu ersparen, soll der Prozeß zum Teil in München stattfinden. Alkohol am Steuer Aachen.— Im Regierungsbezirk werden in den nächsten Tagen besondere Polizeistreifen im Kampf gegen den„Alkohol am Steuer“ eingesetzt. Sie sollen gegen Kraftfahrer einschreiten, die„über das normale Maß hinaus“ alkoholische Getränke zu sich genommen haben und daher fahruntüchtig sind. Ein Streckenbrand brach im Untertagebetrieb der Schachtanlage Friedrich Thyssen 2/5 in Duisburg-Hamborn aus. Die Flammen wurden eingedämmt. Die Förderung mußte auf einem Revier vorübergehend stillgelegt werden. Menschenverluste sind nicht zu beklagen. Die Untersuchungen sind im Gange. Beratungsstellen für junge Menschen, die den Wehrdienst verweigern wollen, will die„Gruppe der Wehrdienstverweigerer e. V.“(Sitz Köln) in westdeutschen Städten errichten. Wie die Gruppe auf einer Pressekonferenz in Dortmund mitteilte, will sie jeden kommunistischen Unterwanderungsversuch in ihren Reihen unterbinden. Weil sie nach bestandener Gesellenprüfung die Altgesellen freihalten mußten, waren zwei bisher unbescholtene Malergesellen in den Weinkeller eines Bielefelder Kaufmanns eingebrochen und hatten acht. Flaschen Wein gestohlen. Das Bielefelder Schöffengericht verurteilte die beiden wegen Einbruchs zu je vier Wochen Jugendarrest. ERKÄLTUNGEN werden schnell durch angenehme Behandlung gelindert: Brust, Hals, Rücken mit dieser weltbekannten Salbe einreiben. Beruhigende Dämpie erleichtern das Atmen, und rustbeklemmungen werden wie durch warme Umschläge gelin-W dert. Wunderbare Erleichterung. VAPORUE Auf der Kreuzung der Bundesstraßen 27 und 28 bei Tübingen, als„Todeskreuzung“ bekannt, stieß wieder ein Personenwagen mit einem Lastzug zusammen. Der Fahrer des Personenwagens war sofort tot, der Wagen wurde völlig demoliert. Der Lastzug, den der Fahrer noch zur Seite reißen wollte, kam ins Schleudern und stürzte um, wobei zwei Insassen verletzt wurden. Die„Todeskreuzung“ hat in den beiden letzten Jahren bereits zehn Todesopfer gefordert. Unsere Bilder zeigen oben: den umgestürzten Lastzug; im Vordergrund bemühen sich zwei Passanten um den verletzten Beifahrer; unten: den völlig zerstörten Personenwagen. Lebenslänglich Zuchthaus für Doppelmörder Frau und Sohn aus der Sowjetzone erwürgt— Ein Nachkriegsschicksal München.— Das Münchener Schwurgericht verurteilte den 43jährigen Böttcher Josef Konrad wegen Doppelmordes an seiner Ehefray Ida und seinem 13jährigen Sohn Helmut zu lebenslänglich Zuchthaus. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm auf Lebenszeit aberkannt. Konrad hatte, als er während des Krieges von seiner Familie getrennt lebte, in München eine Witwe kennengelernt. Er heiratete sie 1945, obwohl seine erste Ehe noch bestand. Er wurde deshalb später zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Als Frau Ida Konrad mit ihrem Sohn im Sommer 1953 aus der Sowjetzone nach München kam und den Mann aufsuchte, ließ dieser seine Freundin, Kathe S., vor seinem Häuschen in Krailling bei München warten, schickte den Sohn weg und erwürgte seine Ehefrau. Als der Junge zurückkam, erdrosselte der Vater auch ihn. Die beiden Leichen vergrub er am nächsten Tag in der Nähe der Wohnung. Erst im Januar dieses Jahres wurde das Verbrechen entdeckt. Streckenbrand auf Friedrich Thyssen-Duisburg Beratungsstellen für Wehrdienstverweigerer— Zweistöckige Omnibusse in Aachen Die Aachener Straßenbahngesellschaft wird Anfang Dezember die ersten zweistöckigen Autobusse in Dienst stellen. Die Doppelstöcker sollen zunächst in den Außenbezirken erprobt werden. Die Bundespost weist darauf hin, daß Weihnachtssendungen nach der sowjetischen Besatzungszone möglichst frühzeitig aufgegeben werden müssen. Auch für Päckchen und Massendrucksachen nach Orten des Bundesgebietes wird eine frühzeitige Einlieferung empfohlen. Im Landesdurchgangslager für Flüchtlinge sitzt der 43 Jahre alte Volksdeutsche Vincenz Hitler. Er will den Führerschein erwerben, um als Chauffeur eine Möglichkeit zum Geldverdienen zu finden. Vincenz Hitler, der mit Adolf Hitler weder verwandt noch verschwägert ist, wurde in den letzten Jahren ungezählte Male wegen seiner Namensbruderschaft angepflaumt. Nach zweimonatiger Montagezeit ist jetzt ein 3000 chm umfassender Kugelgasbehälter in einem Kölner Vorort fertiggestellt worden. Der Behälter wird von Fachleuten als einer der größten seiner Art in Europa bezeichnet. Es gibt wieder Die berühmte Delikateß-Margarine für delikate Brote Prüfen Sie, wie köstlich Rama schmeckt. Sie gehört auf jeden anspruchsvoll gedeckten Tisch. Sie ist die Vollendung des guten Geschmacks. Rama ist garantiert rein und frei von künstlichen Farbstoffen UM VELEGRAMMSTII „Löwen vom Soc“ Deutsche Reiter begeistern New York Brief aus USA:„Alles will deutsche Pferde kaufen und deutsche Ausbilder haben!“ Es lohut sic für die Fußballfreunde, einmal einen Blick nach Wuppertal zu werfen. Dort liot die Manusdiaft des Wuppertaler SV(Zusammenscluß zwischen TSG so Vohwinkel und SS Wuppertal) bisher nodh kein Spiel verloren und ülirt die Tabelle der 2. Fußball-Liga West an Die„Lowen vom Zoo" sind zur Zeit neben Rotweiß Essen die einzige ungesdilagene Vertragsligaelf im Bundesgebiet. Den bisherigen zeli Spielen wolinten 114 000 Zuschauer bei. Das„Genennnis" des Erfolgs ist sehr einsach: 1. Autorität der Leitung und des Trainers, 2. Kondition. Nidit tedisces und taktisces Können sind aussdlaggebend, soudern einfadie sportlide Tugenden, die jeder uben kaun, auch wenn er kein Ballkünstler ist. Autorität bedeutet ja nidts anderes als Kameradschaft und Unterordnung. stellt also einen geistigen Begriff dar. Unter Koudition versteht mau vollendete Elusatzund Ausdauerfähigkeit in körperlichem Sinne, sie ist aber doch eie vom Geistigen lier begründete sportlidhie Eigenschaft. So lehrt uns das Wuppertaler Beispiel, daß es auch im Sport wesentlich auf die geistige und seclisdie Einstellung des Sportlers aukommt und daß sidi erst auf einer soldien klaren Grundlage sporttedmisdes Können entfalten kann. R. H. Als Hauptkampf für die Hamburger Berufsbox-Veranstaltung am 26. November in der Ernst- Merck- Halle steht die Begegnung zwischen dem Berliner Mittelgewichtler Gustav Scholz und dem englischen Halbschwergewichtsmeister Alex Buxton fest. Insgesamt 15 Welt-, 18 Europa- und 52 Landesrekorde verbesserten Leichtathleten der UdSSR in der vergangenen Saison. Cheftrainer Chomenkow kündete in seinem Jahresbericht an, daß die UdSSR im kommenden Jahre nach den Meisterschaften im Juli zahlreiche Länderkämpfe bestreiten werde. Oberlandstallmeister Dr. Gustav Rau, der Mannschaftsführer der in New York ungewöhnlich erfolgreichen deutschen Reiter-Equipe, berichtet in einem Luftpostbrief an den„sid“ interessante Elnzelheiten rund um das große Turnier im Madison Square Garden. Der Vorsitzende des Deutschen Olympia- Komitees für Reiterei schreibt: New York. Das kühne Unternehmen der deutschen Reiter-Expedition nach USA war schon nach den ersten Tagen des New Yorker Turniers gerechtfertigt. Es gab eine Reihe deutscher Siege über die bewährten Reiter und Klassepferde aus Mexiko, Spanien, Kanada und USA. So sind unsere Reiter und Pferde in New York zum Tagesgespräch geworden. Alles kommt und will deutsche Pferde kaufen oder deutsche Ausbilder haben. Der deutsche Botschafter in Washington, Dr. Heinz Krekeler, telegraphierte mir schon nach den ersten beiden Tagen:„Zu den schönen Erfolgen im Madison Square Garden sende ich Ihnen und der Equipe, besonders Herrn Winkler, herzliche Grüße.“ Hinrich Kopf unter den Zuschauern An einem der Turniertage weilte auch Niedersachsens Ministerpräsident Hinrich Kopf, ein alter Pferdeliebhaber, unter den Zuschauern in der berühmten Halle. Am Abend sprach er den Reitern auf einem großen Empfang beim Deutschen Generalkonsul in New York, Dr. Hans Riesser, seine Freude über das hervorragende Abschneiden aus. Die New Yorker Prominenz ist Abend für Abend in Gesellschaftskleidung beim Reitturnier vertreten. Am Tage vor dem Turnier bildete ein Riesenempfang im„Waldorf- Astoria“ den Auftakt. Bürgermeister Wagner, der mir erzählte, daß seine Eltern aus Hessen-Nassau eingewandert seien, begrüßte uns im New Yorker Rathaus. Wir wurden von einem Heer von Bildberichtern immer wieder photographiert und dabei für die verschiedenen Aufnahmen wie die Modepuppen zurechtgerückt. Thiedemann sah Diamant wieder Das erfolgreiche deutsche Springpferd Diamant— von Fritz Thiedemann vor zwei Monaten viel zu billig nach Amerika verkauft— gewann zu unserer Freude in Harrisburg unter einem früheren ungarischen Husaren-Rittmeister eines der großen Jagdspringen für Pferde in amerikanischem Besitz. Harrisburg war für uns ungünstig. Die sommerliche Hitze, die überheizten Stallungen und die grellgestrichenen„Spielzeug-Hindernisse“ machten den deutschen Pferden zu schaffen. Wenn es trotzdem einen Sieg und fünf zweite Plätze gab, so war das ein durchaus zufriedenstellendes Ergebnis. In New York dagegen sind die Hindernisse sehr solide und massiv gebaut. Sie verlangen gewissenhaft springende, gut taxierende Pferde, so wie sie Helga Köhler, Fritz Thiedemann und Hans Günther Winkler reiten. In Harrisburg litten unsere Pferde unter dem ungewohnten Klima, in dem kühlen New York dagegen fühlen sie sich wie zu Hause. Westfalenhalle ist schöner Der Madison Square Garden ist ein alter Kasten, der sich mit der herrlichen Dortmunder Westfalenhalle nicht entfernt vergleichen läßt. Die Pferde stehen im Keller. Allerdings sind die Stallungen— im Gegensatz zu Harrisburg— gut ventiliert. Abreiteplätze gibt es nicht. Die Pferde gehen vom Stall in die Springkonkurrenzen. Lediglich am Vormittag wird die Halle eine Stunde zum Arbeiten der Pferde freigegeben. Aber die deutschen Pferde sind so gut geritten, daß sie es auch ohne Abreiten schaffen. 14 Wettbewerbe, 7 Siege Mexiko gewann die Spencer-Trophy Neuyork. In der Schlußveranstaltung des Neuyorker Reitturniers buchte die mexikanische Militärmannschaft, die bisher im Schatten deutscher Erfolge gestanden hatte, einen Sieg. Sie gewann das abschließende Springen um die Spencer Weed Perpetual Challenge Trophy. Alle drei Reiter legten den vorgeschriebenen Kurs mit 10 Hindernissen in 50 Sekunden zurück. Die USA und Kanada wurden Zweite mit je acht Fehlern, Spanien kam mit 12 Fehlern vor Deutschland (16½) auf den vierten Platz Von den deutschen Teilnehmern ritt Fritz Thiedemann fehlerfrei, Hans Günther Winkler machte vier und Helga Köhler 12¼ Fehler. Während des mehrtägigen Turniers holte sich die deutsche Mannschaft sieben Siege der 14 Wettbewerbe. Spanien und Mexiko waren je dreimal erfolgreich. Die USA buchten einen Sieg. Kanada blieb erfolglos. Spanien und Deutschland beteiligten sich seit 20 Jahren zum ersten Male wieder an einem Reiterwettbewerb in Neuyork. Trabrennen in Recklinghausen Donnerstag, 11. November, 17 Uhr Recklinghausen. Der zweite NovemberRenntag sieht wiederum in fast allen neun Rennen die von Trainer B. Poschner aus München hierher beorderten Pferde am Start. Dadurch erhält das Programm eine willkommene Belebung. Mittelpunkt des Tages ist der der besten Klasse vorbehaltene„Preis der Operette“, der über 2100 Meter führt. Von den 14 startberechtigten Pferden fällt nach seinen letzten beachtlichen Leistungen der Münchener Wirbelwind besonders auf. Neben diesem Hauptereignis interessiert vor allem das Baasfahren, in dem einige Besitzer und ehemalige Amateure in den Sulky steigen. Voraussagen: 1. R.: Fahrt Aichinger, Kurier jr., Bettelstudent, Pokal. 2. R.: Morgensturm, Maud Hanover, Lot, Miß Leonore. 3. R.: Manuela, Stall Mia, Eris, Stander. 4. R.: Dinslakener, Astorabella, Rhönfalke, Burgmanes. 5. R.: Fahrt Poschner, Ingeburg, Oehmes, Luberto. 6. R.: Mohr, Jambus, Barbari, Kurgast. 7. R.: Friedrichsruh, Maroni, Andri. 8. R.: Gordon Hanover, Ibert, Ultimo, Jung Robert. 9. R.: Plutaria, Korina, Feta, Brilon. Rennen in Mülheim(Ruhr) Mittwoch, 10. November 1. R.: Sturmwind(Held), 2. Gohort. Sieg 25, Pl. 20, 29, Ew. 130.— 2. R.: 1. Abglanz (Dünschede), 2. Ilmweg, 3. Lotus. Sieg 75, Pl. 16, 14, 11, Ew. 402.— 3. R.: 1. Gänseblümchen(Pasch), 2. Stockrose, 3. Calvello. Sieg 44, Pl. 14, 19, 13, Ew. 358.— 4. R.: 1. Schwarzenborn(Fuchs), 2. Preuße, 3. Zobel. Sieg 52, Pl. 13, 11, 15, Ew. 90.— 5. R.: 1. Galopp(Wenzel), 2. Drosselkind, 3. Aster. Sieg 72, Pl. 60, 21, 23, Ew. 1102.— 6. R.: 1. Wildfang(Orthmann), 2. Blücher, 3. Welle. Sieg 101, Pl. 42, 35, 25, Ew. 1602.— 7. R.: 1. Torwart(Drechsler), 2. Thola, 3. Manifest. Sieg 56, Pl. 21, 16, 28, Ew. 206. Englands Meister Wolverhampton holte sich durch einen 5:0-Sieg gegen Burnley die alleinige Tabellenführung der ersten englischen Fußball-Division, da Sunderland gegen Chelsea über ein 3:3 nicht hinauskam. Hinter Wolverhampton(22:10) und Sunderland(21:11) liegen jetzt Manchester United (21:11), Portsmouth und Manchester City(je 20:12). Fünf Tage nach diesem Kampf in der Holstenhalle wird Hein ten Hoff 35 Jahre alt. Damit sind seiner weiteren Entwicklung gewiß Grenzen gesetzt. Dennoch steckt der frühere Europameister voller Ehrgeiz, der vor allem darauf abzielt, sich einen würdigeren Abgang zu schaffen, als es nach der harten Berliner Niederlage hätte der Fall sein können. Eugene Robert kommt aus der Schule von Karel Sys, aber er besitzt nicht die körperliche und geistige Beweglichkeit seines großen Lehrmeisters. Der„Stier von Boitsfort“ versteht hart zu schlagen und ist auch im Abtausch nicht leicht zu erschüttern. Trotzdem müßte Hein ten Hoff ein klarer Sieg gelingen, denn seine boxerischen Fähigkeiten sind weitaus höher einzuschätzen, und die Rechte des früheren Europameisters dürfte auch Robert nicht ungestraft nehmen. Viel hängt jedoch davon ab, welche Form ten Hoff nach der schweren K.o.-Niederlage von Berlin in den Ring bringt. Das ist die interessanteste Frage bei diesem Kampftag. Schwere Jagden in Frankfurt Gute Fahrt der Münchener Frankfurt. Das Sechstagerennen nahm bisher einen sportlich einwandfreien Verlauf. Die vierte Nacht brachte drei schwere Jagden. Um Mitternacht übernahmen die Münchener Preiskeit-Hörmann die Führung, die sie erst nach 5 Uhr mit Plattner-Holthöfer teilen mußten, nachdem" letztere durch eine hohe Geldprämie zu einem Rundengewinn angestachelt worden waren. Am Mittwochnachmittag zogen Preiskeit-Hörmann wieder allein in Front. Der Schweizer Armin von Büren fuhr mit 11,1 Sek. die bisher schnellste Runde. Der Stand: 1. Preiskeit2 Die westdeutsche Hallen-Hockeymeister? schaft wird am 15. 16. Januar in der Dortmunder Eintrachthalle ausgetragen. • Duisburger SV ist mit 16:4 Punkten vor Fortuna Düsseldorf, Borussia Dortmund und Rotweiß Essen(je 15:5). Der 1. FC Köln besiegte SV Sodingen 8:0, und Fortuna war über Schalke 8:1 erfolgreich. Prof. Carl Diem ist der Leiter des nun; mehr gegründeten Organisationskomitees für die Handball-Weltmeisterschaft, die 1955 im Bundesgebiet ausgetragen wird. Länderspiel in England am 1. Dezember ist vergriffen. Anfragen beim Fußballbund sind zwecklos. Zum Pressereferenten der Dortmunder " Westfalenhalle wurde der Hauptschriftleiter der Fachzeitung„Boxsport“, Joe 2 Biewer(Köln), ernannt. § Der britische Halbschwergewichtsmeister Alex Buxton verteidiste senen Titel erfolgreich in Birmingham gegen Albert . Finch(London), den er in der achten • Runde ausknockte. Die Fußballmannschaft von Spartak . Moskau schlug im Londoner HighburyStadion vor 66 000 Zuschauern die zur t ersten englischen Division zählende Mannschaft von Arsenal knapp mit 2:1. Im Fußball-Länderspiel gegen Wales errang England am Mittwoch im Londoner Wembley-Stadion mit 3:2(0:1) einen glücklichen Sieg. Hörmann 73 P. Eine Runde zurück: 2. Terruzzi-Intra 227 P., 3. Koblet-von Büren 181 P., 4. Plattner-Holthöfer 132 P., 5. Roth-Bucher 99 P., 6. Schulte-Peters 69 P. Zwei Runden zurück: 7. Ziege-Otto 113 P., 8. Carrara-Petry 71 P., 9. Berger-Depaepe 70 P., 10. SchürmannVeltmann 67 P. 16 Mann im Vorstand Schwerathleten tagten in Dortmund Dortmund. Die Vertreter von 104 Vereinen wählten auf der Jahrestagung des Schwerathleten- Verbandes Nordrhein- Westfalen in der Dortmaunder Jacobschenke den bisherigen Geschäftsführer Walter Lippold(Köln) an die Spitze eines 16köpfigen Vorstandes, in dem auch die vernachlässigten Sportarten Judo, Kunstkraftsport und Rundgewichtsübungen berücksichtigt sind. Der langjährige Vorsitzende Adam Krahforst. der sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl stellte, wurde zum Ehrenvorsitzenden mit Sitz und Stimme im Vorstand gewählt. Der geschäftsführende Vorstand hat folgende Besetzung: 1. Vorsitzender und Geschäftsführer Walter Lippold(Köln), 2. Vorsitzender Hans Stefandowski(Dortmund-Hörde), Kassenwart Ewald Kaiser(Düsseldorf), Hauptsportwart Josef Vandeweerd(RheinhausenHochemmerich), Jugendwart Bernhard Cappius (Essen-Dellwig), Pressewart Hermann David (Dortmund-Hörde). Aus den Berichten ging hervor, daß Nordrhein-Westfalen auch im vergangenen Arbeitsjahr der erfolgreichste deutsche Landesverband war. Vereine des Verbandes standen im Berichtsjahr mit Schwerathleten aus sechs ausländischen Nationen im Wettkampf. Fritz Thiedemann siegte in der in ternationalen Meisterschaft Mit einem neuen Sieg für die dreiköpfige deutsche Mannschaft endete die internationale Einzelmeisterschaft beim Reit- und Springturnier im New Yorker Madison Square Garden. Fritz Thiedemann(Elmshorn) gewann auf„Meteor“ im Stechen gegen den Amerikaner McCashin mit einem fehlerlosen Ritt diese„International Individuel Championship Challenge Trophy“. Unser Bild zeigt Fritz Thiedemann beim Nehmen eines Hindernisses im Madison Square Garden. Letzter Anlauf ten Hoffs Wird Belgiens Meister Eugene Robert fallen? Hamburg. Am Sonntagnachmittag unternimmt Hein ten Hoff in der Holstenhalle von Neumünster einen letzten Anlauf, um nach der schweren K.o.-Niederlage durch den überstarken USA-Neger Billy Gilliam mit einem überzeugenden Sieg über Belgiens Meister Eugene Robert den Grundstein zu weiteren Erfolgen mit dem Endziel eines dritten Kampfes gegen Europameister Heinz Neuhaus zu legen. Sorialpolitigche Sprechglünde Sorgen und Nöte nach Feierabend Kumpel setzen ihr Leben aufs Spiel— Rente gegen Gesundheit Der Winter steht vor der Tür. In den Kellern lagern außer Kartoffeln Kohle und Holz. Zwei wichtige Brennstoffe, ohne die es in der kalten Jahreszeit nun einmal nicht geht. Jede Familie kennt aber die Sorgen um die Bezahlung des so wichtigen Heizmaterials. Es gibt da Familien, die es aus eigener Kraft nicht schaffen können. Hier wird die Behörde einspringen müssen. Wer aber von allen denkt beim Legen von nur zwei Schaufeln Kohle auf die Feuerstelle an die vielen Bergleute, die unter Tage ihre Gesundheit aufs Spiel setzen? „Ja, die Bergleute“, hört man oft genug sagen,— es ist keinesfalls böswillig gemeint— „die verdienen, die können leben! Soviel möchte ich auch einmal haben. Und was sie nebenbei noch im Jahr an Deputatkohle bekommen!“ Gedankenlos werden diese Sätze dahergeredet. Gewiß, die Löhne des Bergmannes sind nicht schlecht. Das mit der Deputatkohle ist eine ganz schöne Sache. Aber... und dieses Aber muß sehr groß geschrieben werden... welche Nöte und Sorgen stehen dahinter. Täglich besteht für jeden, der einfährt, trotz äußerster Vorsichtsmaßnahmen, die Gefahr eines Unfalles. Und es gibt keine Zeche — auch nicht rund um Hamm—, die nicht gegen schwere oder leichte Unfälle zu kämpfen hat. Unachtsamkeit, denkt der Laie. Höhere Gewalt, sagt der Bergmann. Er kann sich trotz technischen Fortschrittes vor vielen Unfallarten nicht retten. Das größte Gespenst für ihn ist die Silikose, die Erkrankung der Lunge durch Steinstaub. Wenn man hört, daß allein im Ruhrgebiet jährlich mindestens 3500 Bergleute im besten Manresalter an dieser Berufskrankheit sterben, werden auch die Zweifler hellwach. Im Gegensatz zu vielen anderen Werktätigen, die erst mit 65 Jahren zur wohlverdienten Ruhe übergehen, liegt der Alterssatz beim Bergmann dagegen weit darunter. Öft genug um die 40 herum. Gewiß, die Rente für diesen oder jenen Invaliden ist nicht immer gering. Sie übertrifft oft den Durchschnittslohn anderer Verdiener. Aber.., hier wieder das große Aber... je höher dieser Rentensatz ist, um so erschütternder trifft uns der Gesundheitszustand des Kranken. Hier einige Beispiele: Ein Bergmann, 50 Jahre alt, 36 Jahre Gesteinshauer, durch Steinstauberkrankung 60 v. H. arbeitsunfähig geschrieben. Rente 497 DM. Drei schulpflichtige Kinder sind zu ernähren, ein Sohn steckt in der Lehre. Die Krankheit selbst verlangt eine besonders gute Kost. Für diese von Gedankenlosen oft beneideten Stange Geld von 497 DM muß der Geplagte täglich die Qual der Atemnot, der Hustenanfälle und der Kreislaufstörungen in Kauf nehmen. Früher begeisterter Sportler, kann er heute nicht einmal als Schiedsrichter sein Ehrenamt ausüben. Das einzige, was ihm verblieb, ist die Musik. Und es ist gut, daß sie tröstend wirkt. Ein anderer Bergmann, 56 Jahre, wurde nach 33 Jahren Kohlenförderung Invalide. 240 DM Rente stehen ihm für den vorzeitigen Lebensabend zur Verfügung. Eine schwere Handverletzung, die noch nicht einmal unter die Rente fällt, zwang neben Staublunge, Kreislaufstörungen und einem Magenleiden zur Berufsaufgabe. Schwindelanfälle und Atemnot gehören zur„Freizeitordnung“. Tägliches Essen: Nur Diät. Nicht einmal mehr die leichteste Gartenarbeit kann dieser Kumpel verrichten. Ist das ein gemütlicher Lebensabend? Vielleicht denken wir immer daran, wenn wir ein oder zwei Schaufeln Kohle in das Feuerloch werfen. Hand auf's Herz: Hat der Bergmann nicht einen besseren Feierabend verdient? Zweifel um den Versicherungsschutz Selbst in der Arbeitspause ist Unfall versicherungsgeschützt Es ist vielleicht nicht immer bekannt, daß für den unfallversicherten Arbeitnehmer der Weg vom und zum Arbeitsort unter Versicherungsschutz steht. Nach§ 543 der Reichsversicherungsordnung, die noch heute volle Gültigkeit hat, wird dieser Versicherungsschutz nicht nur bel Betriebsunfällen zur Versicherungspflicht. Da war zum Belspiel ein versicherter Arbeitnehmer über das Wochenende von der Fabrik zu selner in 200 Kilometer Entfernung wohnenden Familie gefahren. Am Sonntag, auf dem Rückweg zur Arbeitsstelle, hatte er Pech. Er trat auf eine Bananenschale, rutschte der Länge nach hin und brach sich ein Bein. Man war sich im Betrieb nicht ganz klar, ob dieser Beinbruch als versicherter Unfall Gültigkeit hatte. Erst nach Rückfrage bei der Berufsgenossenschaft— das ist die Institution, die für die Bearbeitung der Unfälle zuständig ist— erfuhr man die Lösung. Auch wenn der Beschäftigte auf irgendeinem Weg für den Betrieb einem Unfall zum Opfer fällt, selbst in der Arbeitspause, bei Erholung oder Heilung gilt der Anspruch gegenüber der Versicherung. Der Schuldige muß zahlen Angestellte erhielten von ihrem Betrieb bisher in ihrer Krankenzeit bis zu sechs Wochen das Gehalt weitergezahlt. Das frühere Reichsgericht hatte dieses Verfahren auch bei einer Krankheit gebilligt, die ihren Grund in einem von einem anderen verschuldeten Unfall kannte. Dieser Einstellung ist der Bundesgerichtshof(Aktenzeichen ZR 295/51/54) jetzt nicht mehr gefolgt. Er entschied: Der am Unfall Schuldige müßte jetzt für den Geschädigten aufkommen. Grundsätzlich hat nach diesem Urteil der kranke Angestellte gegen den schuldhaften Schädiger auch im Krankengeld vollen Ersatzanspruch. Hat der Arbeitgeber für die tarifliche Frist bereits Krankengeld gezahlt, so kann der Geschädigte in Zukunft seine Forderungen an den Arbeitgeber abtreten. Problematisch wird es allerdings, wenn der Schuldige finanziell zum Ersatz nicht in der Lage ist. Krankenkassen achten auf Meldefristen Nichteinhalten der halben Woche bedeutet Verlust im Krankengeld Krankmeldungen bei der Krankenkasse gehören mit zum heikelsten Kapitel. Nicht selten wird diese Anzeigepflicht gegenüber der Kasse versäumt oder sie trifft verspätet ein. Das hat oft tragische Folgen, denn mit der Meldepflicht beginnt erst der Anspruck auf Krankengeld. Während in verschiedenen anderen Bundesländern diese Frist der Meldung eine Woche beträgt, hat man sie in NordrheinWestfalen auf drei Tage gesetzt. Diese Zeitspanne stützt sich noch auf einen alten Erlaß des Reichsarbeitsministers aus dem Jahre 1943. Anders sieht es schon aus, wenn eine Meldung unmöglich war und sie unverzüglich nachgeholt wurde. In solchen Ausnahmefällen kann die Krankenkasse das Krankengeld nachträglich für höchstens eine Woche bewilligen. Krankenkasse springt bei Gefahr ein Bei ernster Krankheit noch nie mit Leistungen versagt Der Volksmund findet im allgemeinen für die Krankenkassen wenig gute Worte. Recht häufig ist da zu hören, daß die Kassen trotz ihrer hohen Beiträge bei Leistungen die Mitglieder kurz hält. Auch Ärzte klagen darüber, daß die Krankenversicherung nicht bedingungslos alle Medikamente bewilligt, die dem Patienten verordnet werden. Mag sein, daß die Beschwerden in einigen Punkten zutreffen. Die Krankenkasse hat aber noch nie mit ihren Leistungen versagt, wenn es galt, in schweren Krankheitsfällen auf Leben und Tod mit den teuersten Mitteln zu helfen. An einem Beispiel aus dem vergangenen Jahr ist das deutlich zu sehen. Die Frau eines Arbeitnehmers war plötzlich erkrankt. Nicht einmal einen Krankentransport wagten die Arzte. Um das Leben der Mutter zu retten, hatte der Doktor modernste Medikamente verordnet. Allein die Kosten für diese Medizin beliefen sich auf etwa 3000 DM. Ohne Murren zahlte die Kasse die Summe. Sie half damit, die Mutter von vier kleinen Kindern zu retten. Bemerkenswert dabei war, daß die Patientin nur durch ihren Ehemann familienversichert war, also selbst keine Beiträge zahlte. Kelner kann Knall und Fall aufhören Alles im menschlichen Leben hat sich bestimmten Gesetzen unterzuordnen. Auch das Arbeitsverhältnis macht keine Ausnahme. So sind auch Kündigungsfristen an bestimmte Formeln gebunden. Werden sie in irgendeiner Weise umgangen, kommt es in vielen Fällen zum arbeitsrechtlichen Streit. Bei Lohnempfängern währt die Kündigungsfrist vierzehn Tage, während der Angestellte im Durchschnitt sechs Wochen Karenzzeit kennt. Diese Fristen lassen sich je nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit verlängern oder verkürzen. Einen Grundsatz kennt die betriebliche Praxis: Es kann keiner Knall auf Fall aufhören, so wie es ihm paßt. Es sei denn, es zwingen ihn bestimmte Gründe zu dieser Maßnahme. Die Umschau nach einer geeigneten Ersatzkraft und ihre Einarbeitung in die neue Tätigkeit lassen den Arbeitgeber ebenfalls auf die gesetzliche Kündigungsfrist pochen. Beim Probearbeitsverhältnis wird nicht immer von beiden Seiten nach diesem Grundsatz verfahren. Gerade hier erscheint es sehr wichtig, immer wieder auf die anfangs vereinbarte Probezeit hinzuweisen. Es geht nicht, daß man das Probearbeitsverhältnis aus blitzheiterem Himmel löst. Es sei denn, grobe Fahrlässigkeit läßt sich nachweisen. Immerhin sind beide Partner an den Vertrag gebunden, der nach§ 157 und§ 242 BGB von Treu und Glauben spricht und mit Rücksicht auf die Verkehrssitte daran erinnert. Am Rande sei noch vermerkt: Den Arbeitgeber erinnert man an seine Fürsorgepflicht, vom Arbeitnehmer wird in bezug auf die Kündigungsfrist das Einhalten der Treueverpflichtung gegenüber seinem Betriebe erwartet. Das sind die einfachen arbeitsrechtlichen Grundsätze. Schon in Kürze wird die IG Bergbau all ihren Mitarbeitern ein Handbuch überrelchen. Dieses Handbuch soll den ehrenamtlichen Mitarbeitern bei auftauchenden Fragen über das Arbeits- und Sozialrecht, sowie auf allen organisatorischen Gebieten der Industrie-Gewerkschaft ein wertvoller Berater und Wegweiser sein. Fällt zum Eeispiel der letzte Tag der Meldefrist auf einen Sonntag oder staatlich anerkannten Feiertag, so verlängert sich die Frist automatisch bis zum nächsten Werktag. Rheinisch-Westfällsche Börse Tendenz: Nach festem Beginn Realisationsneigung. Industrie-Aktien Mannesmann 155 bz Accu-Hagen 145 bz Mülh. Berg 136½bzG AEG 180¾ bz Nordwestd. Hütten Allg. Hoch-& Ing.— G 147½ bz Badische Anllin 202 bz Rhein. Braunkohle 187 bz Balcke Maschinen— G Rheinstahl 265 bz Bergb. Ew. Ludw.— RWE 185 bz BMW 123½ bz Rheinmetall 27 bz Bemberg 122 bz Br Rheinpreußen 149½bz Beton-& Monier 176 G Rheinst.-Union 151½ bz Boswau& Knauer— G Salzdetfurth 196 bz G Buderus 170 bz Schering 260½ bz Burbach 170 bz Schiess 179 bz Zusch Jaeger 243 G Schwabenbräu 145 G Cassella 276 bz Siem, Stämme 236 bz Conti-Gummi 202 bz Siem. Vorzüge 225 G Consolidation 146½ bz Stamag 147 bz Daimler 214½ bz Ver. Dt. Nickel 172½ b2 Demag 210 bz Ver. Rumpus 107 G Dt. Conti Gas 193 bz Ver. Stahlwerke 82¼ bz Dt. Erdol 157 bz Br Wasser-Gelsenk. 166 G Didier 205 bz G rep. Wintershall 182 bz G Dortm. Akt. Br. 205 bz G Zollwald 148½ bz Dortm. Ritter Br.— Dortm. Unson 201 G Bank-Aktien Dynamit Nobel 203 G Commerzbank Liqui Essener Steink. 122¼ bz 14½ bz G Farbenf. Bayer 208 bz Bankverein Westd. IG Farben Liqui 445/ bz 199 bz G Feldmühle 212 bzG Deutsche Bank Liqui Felten 162½ bz 15½ bz G rep Goldschmidt 140½ bz Rheinisch-Westf. Bank Harpener 119½ bz 185½bz Hindrichs Auff. 75 Br Dresdner Bank Liqui Hochtief 155 bz 15½ bz G Hoechster Farben 202 bz Rhein-Ruhr-Bank Hoesch 117 bz 185 bz G Kabel Rheydt 204 bz Freiverkehr Kali-Chemie 191 G Chemie-Faser Inh. 120-123 Phrix Namens 51-53 Nordd. Lloyd 63-69 Karstadt 194 Br Phrix-Inh. 54-60 Kaufhof 119½ bz Rhein. Kunstseide 98-104 Krefft 88 bz Schulth. Stämme 33-35 Eisen- und Hüttenwerke 121, Stahlwerke Bochum 123, Bergbau Neue Hoffnung 122, Beteiligungs-Ges. Ruhrort 300, Gutehoffnungshütte Aktienv. 183½, Hüttenwerke Oberhausen 139, Altenessener Bergwerks 127¼, HoeschWerke 136¼, Industriewerte 122¼, Bergwerke Königsborn-Werne 137 bz G, Klöckner-HumboldtDeutz 177½ bz Br, Nordwestdeutsche Hütten 150, Stahlwerke Südwestfalen 141 bz G, AugustThyssen-Hütte 134½, Deutsche Edelstahlwerke 148, Dortmund-Hörder Hütten 122½, Gelsenkirchener Bergwerks 134½, Gußstahl Bochumer Verein 122½, Gußstahl Witten 197½ Hamborner Bergbau 120, Handelsunion AG 193½, Hüttonwerke Phoenix 145, Hüttenwerke Siegerland 147, Niederrheinische Hütte 154, Rheinische Röhrenwerke 165, Rheinisch- Westf. Eisen 149, Ruhrstahl 158½, Zeche Erin 237 G. Übermittelt vom Bankverein Westdeutschlang DM-West— DM-Ost Frankfurt(Maln). Die Wechselstuben kaufen 470 DM-Ost für 100 DM-West und verkaufe 100 DM-Ost für 22.59 DM-West. An Hundem Elspe. Die nächste Mitgliederversammlung der BVD-Ortsvereinigung Elspe und Umgebung und zugleich Zusammenkunft aller Heimatvertriebenen und Flüchtlinge findet am Sonntag, um 14.30 Uhr. im Saale Heite statt. Eispe. Das Standesamt beurkundete im Monat Oktober zwölf Geburten, eine Eheschließung und zwei Sterbefälle. Grevenbrück. Mit der Beratung des Nachtragshaushaltsplanes für das laufende Rechnungsjahr wollen sich die Gemeindevertreter in ihrer nächsten Sitzung befassen. Oedingen eingeladen Grevenbrück. Der Gesangverein„St. Johannes“ hat den Oedinger Kirchenchor „St. Cäcilia“ zu einem Konzert im kommenden Frühjahr nach Grevenbrück eingeladen. Das Programm soll von beiden Chören gestaltet werden. 70. Geburtstag Grevenbrück. Seinen 70. Geburtstag feiert am Samstag in körperlicher und geistiger Frische der hier im Ruhestand lebende Lehrer Theodor Schulte, der über 40 Jahre— seit 1910 bis zu seiner Pensionierung— an der hiesigen katholischen Volksschule segensreich wirkte. Dem treuen Freund der Jugend auch unsere besten Geburtstagswünsche! Meggen. Jung und alt wird augenblicklich von einem orgininell dekorierten Schaufenster der Barbara-Apotheke an der Hauptstraße angelockt: Eine hübsche Puppe weist auf eine Tafel hin, auf der zu lesen ist:„Wenn ich einmal schreiben kann, schreibe ich an jedermann: Nimm Lebertran! Lebertran baut auf. kräftigt, macht gesund und froh!“ Langenei. Am kommenden Sonntag nach dem Hochamt findet auf dem Ehrenfriedhof die Heldengedenkfeier statt. Die Vereine und die Bevölkerung marschieren vom Kirchplatz zum Friedhof Die Gedenkansprache hält Vikar Hellwig. Halteverbote! Altenhundem. Nicht sehr erfreut sind eine Reihe von Geschäftsinhabern an der einen Seite der Lenne- und Hundemstraße über die jetzt angebrachten Halteverbotsschilder. Auf der Straßenseite aus Richtung Kickenbach ist auf der rechten Seite das Halten zunächst an der Bahnseite von Gärtnerei Kremer und dann weiter von der Lennebrücke bis zur Kreuzung durch Verbotsschilder für den Kraftfahrer verboten. Das gleiche gilt auf der rechten Straßenseite der Hundemstraße bis zum Gasthof Sommerhoff. MGV vor großer Aufgabe Kfrchhundem. Der Männergesangverein beabsichtigt, im Juni kommenden Jahres einen großen Gesangwettstreit im Lahntal zu besuchen. Der Delegiertentag hat bereits stattgefunden. Da sich namhafte Vereine gemeldet haben und mit einer großèn Konkurrenz zu rechnen iet, werden alle Sänger dringend gebeten, auch weiterhin die Chorstunden so zahlreich zu besuchen, um dem neuen Dirigenten die Aufgabe zu erleichtern. Oberhundem. Die Bauarbeiten für das neue Gebäude der Spar- und Darlehnskasse sind so weit fortgeschritten, daß in und Lenne den nächsten Tagen mit dem Aufsetzen des Richtkranzes gerechnet werden kann. Für den Hallenbau Oberhundem. In einer Besprechung der Ortsvereine ain vergangenen Sonntag wurden nochmals alle Angelegenheiten des geplanten Hallenbaues eingehend besprochen. Inzwischen hat eine Raupe bereits mit den Erdarbeiten für den Hallenbau begonnen. Alle Vereine werden sich durch Eigenleistungen an der Verwirklichung des Planes beteiligen. Im Frühjahr hofft man, nach den Ausschachtungsarbeiten den Hallenaufbau durchzuführen. Frohe Stunden Meggen. Die Frauen- und Müttergemeinschaft der kath. Pfarrgemeinde bereitete ihren Mitgliedern am Dienstag- und Mittwochnachmittag im Jugendheim einige frohe und erholungsreiche Stunden. Kaffee und Kuchen schmeckten vorzüglich und alle unterhaltenden Darbietungen wurden mit großem Beifall aufgenommen. Pfarrer Grebe hatte zuvor die Frauen und Mütter herzlich begrüßt und ihnen einen schönen Nachmittag gewünscht. Brand verursachte Schaden Würdinghausen. Am vergangenen Montag war gegen 9.10 Uhr ein Brand in einer Schreinerwerkstatt entstanden. Zum Löschen des Feuers wurden die Feuerwehren von Würdinghausen und Altenhundem alarmiert. Schon nach kurzer Zeit waren diese Herr des Feuers, das auf seinen Herd O1pe. Gestern Nachmittag wurde durch den Vorsitzenden der Kreisverkehrswacht in der Kirchgasse in Olpe eine Geschäftsstelle der Kreisverkehrswacht eröffnet. Hierzu waren Vertreter des Vorstandes und der örtlichen Presse erschienen. Der Vorsitzende, Rechtsanwalt Wolfgang Junker, begründete die Notwendigkeit und den Zweck der Einrichtung einer Geschäftsstelle, die zugleich mit einer Fachbücherei über Verkehrsfragen usw. verbunden ist. Die Geschäftsstelle habe in der unmittelbaren Nähe des Olper Marktplatzes eine günstige Lage erhalten. Sie ist vorerst jeden Dienstag und Freitag von 16 bis 18 Uhr georfnet und wird von Frau Schwamberra betreut. Bei dieser Gelegenheit erfuhren wir noch durch den Vorsitzenden der Kreisverkehrswacht, daß in der am Samstag in acht Tagen in Attendorn(Hotel Rauch) stattfindenden Jahresversammlung der Kreisverkehrswacht der Bundestagsabgeordnete Brück- Köln über das sehr aktuelle und interessante Thema „Das Verkehrsprogramm der Bundesregierung im Widerstreit der Meinungen und Interessen“ sprechen wird. Deutsche Kriegsgräberfürsorge Olpe. In der Heimat und im fremden Land ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge an der Arbeit, den Gefallenen des letzten Weltkrieges würdige Ruhestätten zu schaffen. Wie der Volkszeschränkt werden konnte. Immernin wurde einiger Gebäude- und Sachschaden angerichtet Kirchhundem. Beim Standesamt wurden im Monat Öktober 5 Geburten(3 Jungen, 2 Mädchen), 2 Eheschließungen und 2 Sterbefälle beurkundet. Th. Gödecke im 81. Lebensjahr verstorben Burbecke. Am Dienstag wurde der Gast- und Landwirt Theodor Gödecke unter Anteilnahme der Bevölkerung auf dem kath. Friedhof in Oberelspe beigesetzt. Der Verstorbene, der im 81. Lebensjahre stand, übte in früheren Jahren noch den Beruf eines Drechslermeisters aus, der sich in der Hauptsache mit kunstgewerblichen Arbeiten aus Holz befaßte. Seine kunstvoll angefertigten Spinnräder fanden im südlichen Sauerlande starke Verbreitung. Der Tote war eine weit über die Grenzen seines Heimatortes bekannte und geschätzte Persönlichkeit. R. i. p. Feuerwehr-Schlußübung Herrntrop. Die Schlußübung der Freiw. Feuerwehr Kirchhundem in Zusammenarbeit mit dem DRK auf dem Hofe des Bauern Heinemann, nahm am vergangenen Sonntag einen zufriedenstellenden Verlauf. Nach der Uebung wurde die Besprech ing in der Festhalle durch Darbietungen des Musikzuges verschönt. Heggen. Die Gesellenprüfung im Schlosserhandwerk bestanden Karl Sprenger und Manfred Brüser. Ersterer lernte im Betriebe Josef Sprenger. M. Brüser lernte im väterlichen Betriebe Paul Brüser. bund in der letzten Ausgabe seiner Zeitschrift„Kriegsgräberfürsorge“ mitteilt, baut er im Auftrage der Landesregierung in Rheinland-Pfalz z. Zt acht große Soldatenfriedhöfe aus, und zwar in Kastel, Montabaur, Gondelsheim, Daleiden, Himmerod, Bitburg, Wallendorf und Bodendorf. Nach der Unterzeichnung des deutsch-französischen Abkommens über die Gräber des Krieges 1939/45 steht der Volksbund in Frankreich vor großen Aufgaben. Allein dort müssen 250 000 deutsche Gefallene, die an 5385 verschiedenen Grablageorten ruhen, dauerhafte, würdige Ruhestätten erhalten. Zuvor aber müssen die bisher noch nicht erfaßten Gräber registriert und die verstreut liegenden Toten auf größeren Friedhöfen zusammengebettet werden.— Ausführlich berichtet der Volksbund über die z. Zt. in Bau befindliche Ehrenstätte bei Tobruk in Libyen. In der Gruft der Gedenkstätte wurden 6008 deutsche Afrikasoldaten zur letzten Ruhe gebettet. In einem Umgang werden die in Mosaik gesetzten Namen der dort Ruhenden verewigt Die Anlage wird im nächsten Jahre fertiggestellt. Wann wird geschlachtet? Grevenbrück. Mit Rücksicht auf die Beanpruchung des Tierarztes Dr. Gilsbach durch die gewerbliche Fleischbeschau ist für den Fleischbeschaubezirk Grevenbrück die Einführung von Schlachttagen erforderlich geworden, die von Dienstag bis Freitag einer jeden Woche festgelegt wurden. Künftig sind der Montag und Samstag keine Schlachttage mehr. Verkehrswacht eröffnete Geschäftsstelle Für den Kreis Olpe In der Kirchgasse in Olpe Sportberichte aus Alte Herren wieder aktiv! Kreis Olpe. Am kommenden Sonntag bestreiten das Vorspiel zum Punktespiel Olpe—Fröndenberg die Alten Herren aus Olpe und Attendorn. Das Spiel beginnt um 12.45 Uhr und wird bestimmt viele Interessenten finden, die ihre alten Spieler noch einmal in„Würden“ sehen wollen. Die Olper Mannschaft spielt in folgender Aufstellung: Epe, Maag, Siepe, Quast, Christochowitz, Fritsche, Zeppenfeld(Sondern), Schulte, Hochstein, Th. Mertens („Laden Theo!“) und Breidebach(Thieringhausen).— In der Attendorner Mannschaft spielen z. T. Aktive, die noch in der vorvergangenen Saison in der ersten Garnitur standen. Die Spieler kleiden sich auf dem Sportplatz um. Kreis-Auswahlspiel am Buß- und Bettag Kreis Olpe. Bekanntlich hat der WFV Kreisauswahlspiele für den Westfalen-Pokal ausgeschrieben. Am Buß- und Bettag ist in Olpe das Spiel Kreis Olpe gegen Kreis Hagen amtlich angesetzt. Kreisvorsitzender Sangermann hat mit der Aufstellung der Mannschaft des Kreises Olpe gewisse Schwierigkeiten, da verschiedene bekannte Spieler verletzt oder erkrankt sind. Trotzdem dürfte eine spielstarke Mannschaft zur Verfügung stehen, die zumindest gegen den starken Gegner aus dem Kreise Hagen ehrenvoll bestehen wird. In der Olper Kreisauswahl wirken bestimmt mit: Epe, Kirchveischede, Krenzler und Schneider aus Oberveischede, Deimel, Steckelbach und Seidel aus Olpe sowie andere bekannte Spieler aus dem Wendener Land und dem Lennetal. Die endgültige Mannschaftsaufstellung wird noch in einer weiteren Vorschau bekanntgegeben. Schiedsrichter-Obmann belehrt Olpe. Heute abend hält der Schiedsrichter-Obmann in der Turnhalle der Oberschule einen Belehrungsvortrag an Hand der Lehrtafel. Für die Jugendlichen und Schüler um 19 Uhr, für die Senioren um 22 Uhr. Die Spielvereinigung Olpe erwartet, daß der Trainingsabend zahlreich besucht wird. dem Kreise Olpe Tisch-Tennis-Sport Kreis Olpe. In der Bezirksklasse Siegerland gab es am letzten Sonntag eine große Ueberraschung. Der Neuling TTV Oestertal brachte es fertig, dem Spitzenreiter Lüdenscheid 08 einen Punkt abzunehmen. Alle anderen Favoriten setzten sich klar durch. Attendorn— Meggen 7:9 Die Gäste waren mit zwei Ersatzspielern angetreten, konnten die Attendorner jedoch klarer als das Ergebnis zeigt, schlagen. Attendorn— Werdohl 1:9 Die Werdohler übertrafen sich selbst und kamen so zu einem klaren und in jeder Weise verdienten Sieg. Den einzigsten Punkt für Attendorn holte das Doppel Kraus-Fischer. Neunkirchen— Altenhundem 4:9 Die Altenhundemer fuhren mit gemischten Gefühlen nach Neunkirchen, denn die Neulinge aus dem Siegerland hatten sich immer tapfer geschlagen und waren nicht zu unterschätzen. Doch schon nach den ersten Spielen gingen die Gäste klar in Führung und steuerten einem sicheren Sieg entgegen. Oestertal— Lüdenscheid 08 8:8 Was keiner glaubte ist eingetreten: der Neuling Oestertal trotzte dem Spitzenreiter einen wichtigen Punkt ab. Die Gäste hatten mit 0:3 einen schwachen Start. In einem Zwischenspurt wurde der Rückstand aufgeholt und eine kleine Führung herausgeholt, die jedoch im Gegenzug wieder ausgeglichen wurde. Im weiteren Spielverlauf wurde die Führung noch oft gewechselt. Das Unentschieden war für beide Mannschaften gerecht. Revanche geglückt Olpe. In dem Tischtennis-Rückspiel CVJM Olpe gegen DJK Gerlingen gelang es dem CVJM mit 9:5 zu gewinnen und die im Hinspiel erlittene Niederlage wettzumachen. Der CVJM Olpe, diesmal ohne Ersatz, war in diesem Spiel klar überlegen. Auszahlungen an Invaliden Unterstützungen durch die IG Metall Kreis Olpe. Im Monat November findet die 8. Auszahlung der Unterstützungen für die Invaliden— nicht mehr in Arbeit stehende Mitglieder der IG Metall— nach folgendem Plan statt: Samstag, 13. November, in Listernoni. um 19 Uhr gelegentlich der Mitgliederversammlung in der Gastwirtschaft Mertens. Mittwoch, 17. November(Buß- und Bettag), in Hünsborn, um 16 Uhr in der Gastwirtschaft Rasche. Sonntag, 21 November, in Drolshagen, gelegentlich der Mitgliederversammlung, die 10.30 Uhr in der Gastwirtschaft Schürholz(„Zum Trappen“) beginnt. Montag und Dienstag, 22. und 23. November, in Olpe, von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr in der Geschäftsstelle, In der Trift 8. Donnerstag, 25. November, in Attendorn. Hotel„Zum Ritter“, von 9 bis 12, Uhr und von 15 bis 18 Uhr. Sonntag, 28. November, in Langenei, Café„Schauerte“, gelegentlich der allgemeinen Mitgliederversammlung, die gegen 11 Uhr beginnt. Der Gewerkschaftstag in Hannover hat den Beschluß gefaßt, die Invalidenunterstützungssätze mit Wirkung vom 1. Jan. 1955 um rund 40% zu erhöhen. Aus diesem Grunde machen sich neue Eintragungen in den roten Kontrollkarten notwendig. Die IG Metall bittet deshalb alle Unterstützungsempfänger, ihre Kontrollkarte mitzubringen und abzugeben. Grevenbrück. In der nächsten Sitzung der Gemeindevertretung soll der Bebauungsplan für die Orte Grevenbrück und Maumke beraten werden. Kickenbach. Die Kapellengemeinde feierte am Sonntag das Fest ihres Patrons St. Hubertus. Das Festhochamt zelebrierte Vikar Hellwig. TAGE RENNEN 16.-2. 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