Sauerländisches Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe Druck u. Verlag: VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE Anzeigen-Grundpreise: Im Anzeigenteil 8 Pfg. für 1 mm Höhe in der Kleinspalte(22 mm breit); Im Textteil 50 Pfg. für 1 mm Hôhe in der Textspalte(62 mm breit). Man fordere Preisliste Nr. 4. Bei Zwangsvergleich oder in Konkursfällen wird jeder Rabatt hinfällig. Gerichtsstand ist Olpe 1. Westf. TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das„S. V.“ erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugspreis: DM 3.50 einschließlich Zustellgeld, bei Postbeziehern DM 3,54 Incl. Postbestellgebühren, bei Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3.—. Geschäftsstelle: Olpe, Frankfurter Straße 16, Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe I. Westf 119. Jahrgang— Nummer 255 Mittwoch, den 3. November 1954 Einzelverkaufspreis 15 Pf USA-Wahllokale überfüllt Wetter entscheidet über Erfolg der Republikaner— Auf des Messers Schneide New York(INS). Die Bevölkerung der Vereinigten Staaten ging gestern an die Wahlurnen, um einen neuen Kongreß. viele Gouverneure der Bundesstaaten und eine große Zahl von kommunalen Beamten zu wählen. In den ersten Stunden des Wahltages war die Wahlbeteiligung in vielen Staaten so rege, daß politische Beobachter schon frühzeitig eine relativ hohe Wahlbeteiligung vorauszusagen wagten. Die ersten Teilergebnisse, die aus einzelnen Orten bekannt wurden, geben noch keine Anzeichen für den Verlauf der Wahl. Die entscheidende Frage dieser Wahl ist, ob Präsident Eisenhower in den nächsten zwei Amtsjahren im Kongreß wieder eine republikanische Mehrheit hinter sich haben wird oder ob er mit einer demokratischen Mehrheit arbeiten muß. Schon ein geringer Stimmenverlust der Republikaner würde ausreichen, den Demokraten die Herrschaft über den Kongreß zurückzugeben. Der Bestand der Regierung Eisenhower, der für vier Jahre gewählt worden ist und vom Kongreß nicht gestürzt werden kånn, wird allerdings durch die Wahlen nicht berührt. Wetter gegen Republikaner Die starke Wahlbeteiligung, die sich gestern abzeichnete, begünstigt nach Ansicht politischer Beobachter die Republikaner, die befürchtet hatten, daß sich die Wähler gleichgültig verhalten würden. Gegen die Republikaner spricht das regnerische und kalte Wetter, das aus Teilen des Mittelwestens gemeldet wird, wo die Republikaner bei den Farmern einen starken Rückhalt haben. Für diese Farmer ist es oft sehr beschwerlich, von ihren abgelegenen Höfen zu den Wahllokalen zu kommen, während in den Städten, den Hochburgen der Demokraten, die Wähler ihre Wahllokale nahebei haben. Während in Kalifornien und den anderen Staaten an der amerikanischen Pazifik-Küste die Menschen noch in den Betten lagen, herrschte in den Wahllokalen der Staaten an der Atlantik-Küste schon reger Betrieb. Ein Wahlbezirk in Maryland berichtete, die Wahlbeteiligung sei „schrecklich“. In Chikago war der Andrang in den Wahllokalen am frühen Morgen so groß, daß, ein Anhalten des Zustroms vorausgesetzt, etwa 80 Prozent der Wahlberechtigten an die Urnen gehen müßten. In der Stadt New York hatten gegen Mittag schon mehr als ein Drittel der fast 2,5 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Belgische Reserve-Generale verhaftet Unter der Anschuldigung der aktiven und passiven Bestechung Brüssel.(Korr.) Drei belgische Generale der Reserve wurden am Wochenende unter dem Verdacht der aktiven und passiven Bestechung in Brüssel verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, als Leiter von Industriefirmen, die an die belgische Armee lieferten, oder als verantwortliche Auftragserteiler Bestecnungsgelder gezahlt und angenommen zu haben. Verhaftet wurden General Jules Maroye. Direktor einer Firma, die zur Zeit eine Pipeline für die NATO baut, Bundestag berät über Todesstrafe Aussprache am Donnerstag— Zwei Anträge eingebracht Reservegeneral Camille Grimart, der im belgischen Verteidigungsministerium die Überprüfung der Einreichungen bei öffentlichen Ausschreibungen unter sich hatte, sowie der ehemalige General Paul Jacquet de Haveskercke. Die drei Verhafteten sind auf Anordnung des zivilen Untersuchungsgerichts in Einzelhaft genommen worden. Sie dürften auch mit ihren Verteidigern keine Verbindung aufnehmen, da es sich bei ihren Verfehlungen um geheime Angelegenheiten der Landesverteidigung handelt. Nach Meldung der belgischen Presse sollen noch zahlreiche andere Personen in den Fall verwickelt sein. Bonn.(dpa) Der Bundestag wird sich in seiner Sitzung am Donnerstag erneut mit der Todesstrafe befassen. Der Beratung liegen zwei Anträge zugrunde. Der eine ist von einer starken Gruppe der bayerischen CSU und der Deutschen Partei eingebracht, der andere von einer Gruppe von CDU-Abgeordneten. Der erste Antrag zielt auf die Aufhebung des Artikels 102 des Grundgesetzes ab, der die Todesstrafe abschaffte. Der zweite will diesen Artikel nur in der Weise ergänzen, daß die Todesstrafe in Zukunft für Menschenraub und Mord angedroht wird. Damit steht zum dritten Male in der Verfassungsgeschichte der Bundesrepublik das Thema Todesstrafe zur Debatte. Bei den bisherigen Beratungen im Plenum ist eine Aufhebung der Abschwenkung des Grundgesetzartikels 102 nicht erreicht worden. Seitdem haben aber, wie es scheint, die Befürworter der Todesstrafe im Parlament an Boden gewonnen. Da beide Anträge auf eine Anderung des Grundgesetzes abzielen, bedürfen sie der Zweidrittelmehrheit. Zwei heiße Eisen Der Altestenrat des Bundestags hat die außenpolitische Aussprache über die Ergebnisse der Pariser Konferenz für den 11. November angesetzt. Für die Behandlung der Steuer- und Finanzreform hat der Altestenrat den 16. und 19. November festgesetzt. Fortsetzung der Atomversuche London.(Reuter) Im Unterhaus regte gestern der Labour-Abgeordnete Henderson an, Churchill solle mit Eisenhower und Malenkow über einen Verzicht auf alle experimentellen Atomexplosionen verhandeln. Sie sollten unterbleiben, bis das Ergebnis der Verhandlungen in der Abrüstungskommission der UNO vorliege. Churchills Antwort war, alle wären wahrscheinlich sehr viel glücklicher, wenn es nicht notwendig wäre, solche Explosionen durchzuführen, aber er glaube nicht, daß der vorgeschlagene Schritt im Augenblick dazu beitragen könnte, eine Lösung in den UNO-Verhandlungen zu erleichtern. In einer weiteren Anfrage verlangte ein Labour-Abgeordneter Auskunft darüber, welche Schritte Churchill unternommen habe, um eine Begegnung mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Tschou En-lai herbeizuführen. Churchill antwortete:„Ich habe überhaupt keine Schritte unternommen.“ Separatfrieden befürchtet Bonn.(dpa) Der SPD- Vorsitzende Ollenhauer erklärte gestern vor der SPD-Bundestagsfraktion, daß die Frage der Wie dervereinigung aus der praktischen Politik vollig ausscneide, wenn die in Paris getroffenen Abmachungen ratifiziert würden. Es sei zwar nicht zu befürchten, daß die Sowjets dann überhaupt keine Verhandlungen mehr anbieten würden, aber es müsse damit gerechnet werden, daß solche Verhandlungen dann nur noch auf der Basis der Koexistenz der beiden Hälften Deutschlands gegeben sein würden, von denen jede in ein militärisches Machtsystem eingegliedert wäre. Der SPD-Vorsitzende kritisierte verschiedene Bestimmungen der Pariser Abmachungen, besonders des Saar-Abkommens, aus denen nach seiner Ansicht die Gefahr für den Abschluß eines westlichen Separatfriedens entsteht. Auch hierin müsse die Preisgabe der Wiedervereinigungspolitik gesehen werden. Neue Schießereien bei Formosa Taipeh(INS). Nach einer längeren Pause kam es am Wochenbeginn wieder zu Kampfhandlungen zwischen Nationalchina und der Chinesischen Volksrepublik. Während kommunistische Flugzeuge die nördlich von Formosa gelegenen Ta-Chen-Inseln bombardierten, griffen national chinesische Maschinen die Toumen-Insel und andere kleine Inseln vor dem Festland an. Deutsches Weck baut am Polarkreis Eine der größten Erzverladeanlagen der Welt, die in 14 Monaten durch die DEMAG in Narvik (Norwegen) gebaut wurde, soll in wenigen Wochen in Betrieb genommen werden. Die Anlage, die alle zwei Stunden einen 8000 Tonnen Frachter vollautomatisch laden kann, soll eine schnelle Abfertigung der Schiffe im einzigen eisfreien Hafen des Polarkreises ermöglichen. Die Verladeanlage kostet 90 Millionen Mark. Unser Bild zeigt eine Verladebrücke der Anlage; im Hintergrund die Stadt Narvik. Adenauer in Hamburg Heute vormittag Teilnahme an der Trauerfeier in Oldenburg Hamburg(dpa). Bundeskanzler Dr. Adenauer ist in der vergangenen Nacht mit dem Flugzeug aus den Vereinigten Staaten wieder in der Bundesrepublik eingetroffen. Er war gestern nachmittag um 14.15 Uhr von den Azoren nach Hamburg abgeflogen. Am heutigen Vormittag nimmt Adenauer in Oldenburg an der Trauerfeier für den verstorbenen Bundestagspräsidenten Ehlers teil. Der Abflug des Bundeskanzlers von den Bermudas, wo eine erste Zwischenlandung gemacht wurde, verzögerte sich, da Adenauers Mantel verschwunden war und mehrere begleitende Kriminalisten, die Flugplatzpolizei und sogar der Polizeipräsident von Bermuda verzweifelt nach dem vermißten Kleidungsstück suchten. Der Kanzler wartete unterdes geduldig in seiner Maschine, die zum Abflug bereitstand. Als die Motoren des Flugzeugs bereits warmgelaufen waren, kam ein Wagen der Flugplatzpolizei mit heulenden Sirenen und roten Scheinwerfern angerast und brachte den Mantel, der sich schließlich doch noch gefunden hatte. Postministerium zieht nach Bonn Bonn(dpa). Da; Bundespostministerium begann gestern seinen Umzus von Frankfurt in das neue Dienstgebäude an der Koblenzer Straße in Bonn. Die Verlegung soll etappenweise im Laufe des Novembers erfolgen, um die Arbeit der einzelnen Abteilungen nicht zu beeinträchtigen. Schweitzer über Kolonisation „Es ist schwierig, aus halben Nomaden Bauern zu machen“ ADENAUER UND KÖNIGINMUTTER Zusammen mit 47 bekannten Persönlichkeiten aus aller Welt erhielt Bundeskanzler Dr. Adenauer die Ehrendoktorwürde der Columbia-Universität. Unser Funkbild zeigt den Bundeskanzler im Gespräch mit der Königinmutter Elizabeth von England. Beide tragen den„Doktorhut“. OsIo.(NTB) Der elsässische Arzt und Kulturphilosoph Dr. Albert Schweitzer sagte gestern in Oslo, die Freiheitsbewegung der Kolonialvolker sei ein neues Element in der politischen Entwicklung der Gegenwart und dürfe nicht übersehen werden. Schweitzer, der im vergangenen Jahr den Friedensnobelpreis für das Jahr 1952 erhielt, ist nach Oslo gekommen, um am Donnerstag seine Nobelrede nachzuholen. Als Schweitzer gestern nach seinen Ansichten über die politische Lage gefragt wurde, wies er auf den Freiheitskampf der Völker in den Kolonien hin und sagte: Es ist unmöglich, vorauszusagen, was daraus entstehen wird. Aber diese Völker können nicht ohne uns auskommen. Wir können ihnen Kultur bringen und sie lehren, wie man arbeitet. Es ist jedoch schwierig, aus halben Nomaden Bauern zu machen. Joschida in New York New York(INS). Der japanische Ministerpräsident Joschida traf gestern zu einem Besuch in New York ein. In der nächsten Woche wird Joschida in Washington mit Eisenhower, Dulles und dem Leiter des Amtes für Auslandsvorhaben, Stassen, zusammentreffen. Wie wird das Wetter? Leicht unbeständig Unser Gebiet liegt am Nordwestrand eines mitteleuropäischen Hochs, wird aber bereits morgen von den Ausläufern eines Tiefs gestreift, das von Island ostwärts wandert. Vorhersage für Mittwoch: Bei schwachen Südwestwinden in den Frühstunden heiter. Im Laufe des Tages allmählich aufkommende Bewölkung, aus der es am späten Nachmittag zeitweilig zu leichten Regenschauern kommt. Tagestemperaturen 12 bis 14 Grad. Weitere Aussichten: Zunehmend unbeständig. Abschied von Hermann Ehlers Heuß, Brentano, Blücher und Carlo Schmid ehrten den Verstorbenen Bonn.(dpa) An der Stätte, an der sich der verstorbene Bundestagspräsident Dr. Hermann Ehlers durch sein Wirken in die Geschichte der Bundesrepublik eingetragen hat, im Plenarsaal des Bundestages, nahmen die Vertreter der deutschen Öffentlichkeit gestern Abschied von dem Politiker und Menschen Ehlers. Die Gefühle, die die Anwesenden bewegten, faßte Bundespräsident Heuß in dem Satz zusammen:„Hier wurde unserem Vaterlande eine Kraft geraubt, die berufen war, mit ein Baumeister der deutschen Zukunft zu werden.“ Bundespräsident Heuß wies darauf hin, daß die tief wirkende Leistung von Hermann Ehlers geeignet sei, die zutage getretene Geringschätzung der parlamentarischen Arbeit zu beseitigen.„Indem wir Ehlers danken für das, was er in Arbeit und Leistung Beispiel war und gab, trauern wir um das, was er werden und was er geben sollte.“ Im Namen der CDU gedachte der Fraktionsvorsitzende Dr. von Brentano in Dankbarkeit des Verstorbenen. Ehlers habe niemals die Millionen Deutschen vergessen, die heute noch getrennt von uns leben. Seine leidenschaftliche Sorge um diese Menschen habe sich besonders beim Besuch des Kirchentags in Leipzig gezeigt. Bundesminister Blücher. der Im Namen der Bundesreglerung und des Bundeskanzlers sprach, nannte Ehlers einen wortgewaltigen Künder der Rechtsstaatlichkeit und der freiheitlichen Demokratie. Auch der Vizepräsident des Bundestags, Carlo Schmid, hob hervor, daß Ehlers für die Autorität des Parlaments gekämpft habe. Zum obersten Grundsatz seiner Präsidentschaft habe er die Gerechtigkeit erkoren. Auch seine politischen Gegner müßten bedauern, daß er künftig in der Arena fehlen werde. Er habe stets eine scharfe, aber noble Klinge geschlagen. Zum Schluß dankte die Witwe des Verstorbenen dem Parlament und den Rednern. Sie schloß ihren Dank mit den Worten:„Ich bitte alle Menschen, die durch die übergroße Arbeit meines Mannes nicht zu ihrem Recht gekommen sind, uns zu verzeihen.“ Tausende am Sarge Oldenburg.(dpa) Tausende von Oldenburgern zogen gestern am Sarge des verstorbenen Bundestagspräsidenten Dr. Ehlers vorbei, der in der Lambertikirche aufgebahrt war. Eine Fülle prachtvoller Kranzspenden umrahmte den Sarg. Hessen zum Saarstatut Die SPD-Fraktion hat im Hessischen Landtag einen Antrag eingebracht, die Landesregierung zu beauftragen, im Bundesrat dem Saarstatut die Zustimmung zu verweigern. Der Ernährungsausschuß des NRWLandtags hat den Landwirtschaftsminister Dr. Peters beauftragt, alle Schritte zu unternehmen, um auch für das Land Nordrhein-Westfalen Bundeshilfen für die Behebung von Ernteschäden durchzusetzen. Ein neues Handels- und Zahlungsabkommen ist zwischen der Bundesrepublik und Argentinien in Bonn unterzeichnet worden. Argentinien wird der Bundesrepublik Güter der Ernährungswirtschaft liefern. Die Bundesrepublik exportiert Stahl und Chemikalien. Die Genehmigung zum Überfliegen der Polarroute ist der Skandinavischen Luftfahrtgesellschaft von den Vereinigten Staaten erteilt worden. Die Flugzeuge werden in Kopenhagen starten, auf Grönland und in Winnepeg in Kanada zwischenlanden und in Los Angeles in Kalifornien an ihrem Ziel angelangt sein. Der französische Abbé Pierre, der durch seine Arbeit für die Pariser Obdachlosen bekanntgeworden ist. ist wegen Überarbeitung in eine Pariser Klinik eingeliefert worden. Sein Gesundheitszustand ist sehr schlecht. 5800 Hafenarbeiter sind erneut im Londoner Hafen in den Ausstand getreten. Die nordkoreanische Reglerung hat Südkorea Verhandlungen über eine friedliche Wiedervereinigung Koreas angeboten. General Batista wurde gestern erneut zum kubanischen Präsidenten ausgerufen. Die französischen Truppen haben bei ihrem Abzug aus den nördlichen Teilen Indochinas 200 00* uneheliche Kinder zurückgelassen. Die Saar-Regierung rechnet mit der Volksabstimmung über das neue Saarstatut für März kommenden Jahres. Wenn nur die Frauen wählen würden... Sie sind das konservative, zurückhaltende Element/ Interessante Beobachtungen in Schleswig-Holstein 1925 wurde Hindenburg mit einem Vorsprung von 887 000 Stimmen zum Reichs- nach Geschlecht und Altersgruppen gepräsidenten gewählt. Da Hindenburg etwa 1 Million mehr Frauen- als Männerstimmen erhielt, läßt sich sagen: die Frauen erhoben ihn auf den Schild. Sie machten das später mit Hitler nicnt so; die allmähliche Radikalisierung geht auf das Konto der Männer. Wie wählen die Frauen heute? Dic CDU erzlelt in allen Gebieten der Bundesrepublik bei den Frauen besonders hohe Anteilziffern. Wie vor 1933 ist bei der SPD der Anteil der Frauen- und Männerstimmen dort annähernd gleich, wo die SPD stark ist. Politik ohne Scheuklappen O.H.D. Unzweifelhaft ist die unglückselige Saarfrage ein guter Haken, an dem sämtliche unterdrückten nationalistischen Gefühle aufgehängt werden können. Ohne Frage sind Land und Leute an der Saar deutsch. Es kann auch nicht bestritten werden, daß die Pariser Abmachungen das Gebiet sowohl formell als auch tatsächlich aus dem deutschen Staatsverband lösen. Aber die Grundvoraussetzungen für das gegenwärtige Aufwallen leidenschaftlicher Gefühle sind falsch. Das Saargebiet ist nicht erst im Öktober 1954 von Deutschland abgetrennt worden, sondern, wie wir kürzlich in einem geschichtlichen Überblick zeigten, am Tage der totalen Kapitulation, die den Hitlerkrieg beendete. Frankreich wollte seine Kriegsbeute und hat sie sich, juristisch gut verkleidet, einverleibt. In früheren Zeiten haben wir neben Kaisers Geburtstag auch noch die Schlacht von Sedan und die Kaiserproklamation in Versailles gefeiert. Uns will scheinen, daß das deutsche Volk gut daran täte, einen neuen Gedenktag einzuführen, den 8. Mai 1945, um aus der Erinnerung an die Niederlage jene politische Klugheit zu gewinnen, die unserem Volke so oft gefehlt hat und manchmal auch heute noch fehlt. Wir sind, wie bekannt, die letzten, die gegenüber der Bonner Politik Scheuklappen tragen, aber gerade deshalb müssen wir anerkennen, daß die gegenwärtigen Angriffe gegen den Bundeskanzler ungerechtfertigt sind. Er hat mit seiner Pariser Unterschrift lediglich Tatsachen anerkannt, die nun einmal nicht aus der Welt zu disputieren sind. Gewiß könnte er in edlem Zorn von der„verdorrenden Hand“sprechen, die das Saardokument unterschriebe, wie dies unter ähnlichen Umständen 35 Jahre zuvor der Reichskanzler Scheidemann getan hat. Aber was wäre damit gewonnen? Die mühsam errungene Stellung der Bundesrepublik in der Welt wäre dahin. Nicht nur in Paris, sondern auch in London u..d Washington würde man, wie in früheren Zeiten über uns herfallen, Von der Bonner Regierung und auch vom Bundeskanzler ist in den letzten Tagen darauf hingewiesen worden, daß die Saar durchaus nicht für Deutschland verloren sei, weil ihre Bevölkerung beim Abschluß eines Friedensvertrages mitzureden hätte. Wir bedauern, darauf hinweisen zu müssen, daß dies nur ein schwacher Trost ist, denn das Saarvolk ist seit 1945 einen Weg gegangen, der der deutschen Öffentlichkeit weitgehend verschwiegen worden ist. Es mag überzeugte Demokraten schmerzen, aber Tatsache ist nun einmal, daß die großen Massen der Völker, die in feierlichen Volksabstimmungen„ihren Willen kundtun“ sollen, meist keine eigene Meinung haben, sondern brav und treu das tun, was ihnen die politischen Souffleure vorreden. Das Saarvolk lebt jetzt schon seit neun Jahren unter konzentrierter französischer Propaganda. Herr Hoffmann hat ihm zudem vorgeredet, wie gut es das Schicksal mit ihm gemeint habe, daß es frei von den Folgen der deutschen Niederlage sei, daß es keine Heimatvertriebenen und Östflüchtlinge aufzunehmen habe, daß ihm hohe Steuern infolge von Kriegslasten erspart blieben und daß seine Industrie im landwirtschaftlichen Frankreich blendenden Absatz finde. Wenn jetzt durch die Quasi-Europäisierung auch noch der Güterverkehr von und nach Deutschland ungehemmt rollt, dann ist, wie man in Saarbrücken betont, die materielle Glückseligkeit vollendet. So wie die Dinge heute liegen, wird das Saargebiet bestenfalls ein zweites Luxemburg werden. Die Bonner Regierung hofft allerdings, daß der deutsche Wirtschaftsaufschwung auf die Saar seine psychologischen Auswirkungen nicht verfehlen werde. Das ist aber eine Spekulation, die außer acht läßt, daß auch fernerhin im umkämpften Gebiet der französische Frank rollen wird und daß Paris genügend Druckmittel besitzt, um die Bevölkerung gefügig zu halten. Außerhalb des Bereichs ihrer Hochburgen muß sich die SPD mit 87 bis 97 weiblichen auf 100 männliche Stimmen begnügen. Ahnlich geht es der FDP; schlechter schneidet die Deutsche Partei bei den Frauen ab. Die Männer wechseln leichter Bei den letzten Landtagswahlen in Schleswig-Holstein im September 1954 wurde wieder ein charakteristischer Zug der Frauenentscheidung beobachtet, der schon vor 1933 lebhaft diskutiert wurde. Die Männer wechseln die Parteien leichter. In Schleswig-Holstein bewahrten die Frauen z. B. der CDU und dem BHE, den beiden Regierungsparteien, in starkerem Maße die Treue als die Männer. Wenn nur die Frauen gewählt hätten, so würde der Landtag mit 29 CDU-AbgeBonn(dpa). Die Kassenlage des Bundesausgleichsamts, das die Gelder aus dem Lastenausgleich verwaltet, hat sich in den letzten Monaten gründlich verändert. Während im Rumpfrechnungsjahr 1952 der Monatsdurchschnitt der Auszahlungen bei 204 Millionen Mark und im Rechnungsjahr 1953 bei 284 Millionen Mark lagen, belief er sich im ersten Halbjahr 1954 bereits auf 307 Millionen Mark. Im Juli dieses Jahres betrugen die Auszahlungen 343, im August 493 und im September 348 Millionen Mark. Die Folge war, daß die Kassenbestände, die noch vor Monaten 500 Millionen Mark und mehr ausmachten, bis auf 180 Millionen Mark zurückgegangen sind. Im Bundesausgleichsamt wird befürchtet, daß bis zum Ende des laufenden Haushaltsjahres am 31. März 1955 ein Kassenfehlbestand von 400 bis 500 Millionen Mark auftreten wird. 300 Militärgeistliche Bielefeld(dpa). Für die praktische Seelsorge der künftigen deutschen Streitkräfte sind zunächst 160 evangelische und 150 katholische Militärpfarrer vorgesehen, die jedoch keine Uniform tragen sollen. Diesen Militärseelsorgern werden ein evangelischer und ein katholischer Militärbischof vorstehen, die ihre Funktionen aller Voraussicht nach nebenamtlich wahrnehmen. Die zwei Militärbischofsämter erhalten den Charakter von Bundesbehörden. Sie London.(Korr.) Die Churchill-Spende, zu der die britische Bevölkerung anläßlich des 80. Geburtstags des britischen Premierministers am 30. November aufgerufen worden ist, hat überall großen Widerhall gefunden. Bei dem Verwalter des Fonds, Lord Moynihan, gehen täglich Spenden ein, die von Millionären wie von Rentnern kommen und sich oft auf die Zahl 80 beziehen: die eingehenden Summen reichen von 80 Pennies bis zu 80 Pfund(900 Mark). Ein in einem Altersheim lebender 80 Jahre alter Rentner. dem kein Bargeld ordneten— statt 25— und 12 BHE- Abgeordneten— statt 10 eine klare Mehrheit von 41 Mandaten oder fast 60 Prozent aufweisen. Der Schleswig-Holstein-Block, der jetzt mit 4 Abgeordneten vertreten ist, hätte kein Mandat erhalten, da er die 5-Prozent-Hürde nicht übersprungen hätte. SPD und FDP müßten sich mit weniger Mandaten begnügen. Vielleicht wäre auch in einem der Flensburger Wahlkreise statt des deutschen Sammelkandidaten ein dänischgesinnter SSWAbgeordneter in den Landtag eingezogen. Die Frauen haben ihre eigene Meinung Haben diese Zahlen nur für SchleswigHolstein Wert? In Hamburg, Braunschweig, Dortmund, Ludwigshafen, Aachen, Köln, Karlsruhe, Augsburg und zahlreichen kleineren Gemeinden wurden bei den letzten Wahlen— auf Grund einer sind dem Verteidigungsminister unmittelbar nachgeordnet. Überhöhte Zündwarensteuer Bonn(dpa). Die Bonner Koalitionsparteien haben die Bundesregierung in einem Antrag ersucht, dem Bundestag ein Gesetz über die Ermäßigung der Zündwarensteuer von zehn auf einen Pfennig je einhundert Hölzer vorzulegen. Der bisherige hohe Steuersatz war vom alliierten Kontrollrat bestimmt worden. Unterdessen habe sich die Wettbewerbslage gegenüber den anderen, völlig verbrauchssteuerfreien Zündmitteln verschoben. Die SPD-Fraktion hatte bereits vor einiger Zeit eine niedrigere Zündwarensteuer gefordert. Der 32jährige Prinz Ali Reza war am vergangenen Donnerstag in Gorgan, etwa 340 Kilometer nordöstlich von Teheran, mit einem viersitzigen Privatflugzeug gestartet, um an der Geburtstagsfeier des zur Verfügung steht, schickte dem Premier seine wöchentliche Tabakration. In einem Begleitbrief rät er Churchill, den Tabak an seinem Geburtstag zu rauchen. Nach Mitteilung des Komitees gehen aber auch weniger freundliche Briefe ein. Ein Kommunist sandte einen roten Knopf. den sich Churchill an seine Hose nähen lassen solle. Ein ehemaliger Soldat beschwerte sich bei dem Premier, daß dieser ihm einmal vor vielen Jahren als Leutnant den Urlaubsschein entzogen hatte. Er sei ihm dafür heute noch böse. trennten Stimmabgabe in repräsentativen Stimmbezirken— ähnliche Feststellungen getroffen. Aus allen Teilen der Bundesrepublik— außer Bayern— liegt ausreichendes Material vor. Es erlaubt einen doppelten Schluß: Die Frauen haben ihre eigene Meinung in der Politik, ihre Stimmen verdoppeln nicht einfach die der Männer. Die Frauen sind das konservativere, zurückhaltende Element in der Wahlbewegung. Ruhe in Algerien Paris.(Korr.) Nach der überraschenden Anschlagswelle in Algerien herrschte in der Nacht zum Dienstag wieder einigermaßen Ruhe in diesem Gebiet. Die ganze Nacht hindurch patroullierten in der Hauptstadt Algier Einheiten der verstärkten Sicherheitskräfte. AETHIOPIENS GESANDTER Bundespräsident Heuß empfing in der Villa Hammerschmidt in Bonn den äthiopischen Gesandten, Imru Zelleke, der sein Beglaubigungsschreiben überreichte. Schahs am Freitag teilzunehmen. Die Rettungstrupps fanden die rote Maschine des Prinzen in einem Waldgebiet. Die Begleiter des Prinzen, ein Pilot und ein Bauer, den der Prinz in ein Krankenhaus nach Teheran bringen wollte, fanden bei dem Absturz ebenfalls den Tod. Die sterblichen Überreste der Flugzeuginsassen wurden gestern morgen nach Teheran gebracht. Prinz Ali Reza war der älteste der sechs Brüder des Schahs. In ganz Persien wurden die Flaggen auf halbmast gesetzt, als die Todesnachricht eintraf. Beide Häuser des persischen Parlaments haben den Schah von Persien gebeten, das Fliegen aufzugeben, nachdem sein Bruder von einem Flug nicht zurückgekehrt ist. Der Schah ist ein erfahrener Pilot und setzt sich häufig an das Steuer seiner achtsitzigen Privatmaschine. Todesurteile in Persien Teheran.(Reuter) Persische Militärgerichte haben gestern wieder acht Todesurteile gefällt. Die Zahl der Die Meinung der anderen: Anschläge in Algerien Combat Frankreidi kann weder in Marokko noch in Tunis und Algerten zulassen, daß seine dortige Auwesenheit in Frage gestellt wird. Dies ist das einzige Ziel, das die Politiker nidit vergessen dürfen, ganz gleidi, auf weldher Abgeordnetenbauke sie sitzen. Für cine gewisse Opposition ist die Versudiung nur zu groß. in den blutigen Erelgnissen lediglich cine unerwartete Gelegenheit zu erblicken, die Zukunft der Regierung MendèsFrance kompromittieren zu kônnen. Nachdem man zeln Jahre lang die Dinge laufen ließ und dem Aufflammen des jetzt entfesselten Nationalismus zusali, wäre es leichitfertig, nunmelr zu einer Unterdrückungspolitik zurückkelren zu wollen, die imperialistisch in Worten. aber schwach in Taten wäre. Figaro Die Verbindungsdrälite dieses Komplotts gelen durchaus nidit alle nur bis Kairo, sondern weit über dieses große Aktionszentrum des Islaus hinaus. Frankreich wird nicht immer nur gegen Schatten ankämpfen. Die Masken müssen einmal fallen. Die Lage, der sich die Regierung in Algerien zur Zeit gegenübersielit, ist erust. Alle Maßnalimen zur Herstellung der Ordnung und Sidierheit müssen ergriffen werden, damit verhindert wird, daß der von verbrecherisdier Hand entfachte Brand nicht weiter schwelt. Es geht nidit au, daß Saboteure das neue Werk der Annälerung, das gerade in Angriff genommen worden ist, zerstören dürfen. Le Populaire Die Ahnlichkeit der einzelnen Attentate in Algerien, wo lange Zeit Rulie herrschite, läßt auf Vorsatz schließen. Man kaun ferner feststellen, daß sie gerade in dem Augenblick erfolgen, in dem Frankreich eine Reglerung besitzt, deren verstäudnisvolle Politik in Nordafrika überall dort, wo Spannungen bestanden, zu einer Beruliigung führen könnte. Haben gewisse Kreise, die von anderer Seite außerhalb Frankreichs und der Französischen Union inspiriert sind, Iuteresse daran, die Karten durchelnanderzubringen, damit es zu keiner französisch-muselmanischen Versöhnung komuit? Aurore Man sielt sich in ganz Nordafrika einer einheitlichen Aktion gegenüber, durch die mit Gewalt versucht werden soll, die Franzosen zugunsten vergänglicher arabischer Regierungssysteme auszuschalten, die sehr bald eine Beute des Kommunismus würden. Zur Verwirklichung dieser Aktion bedient man sich jeder Art von Extremismus und Fanatismus. Todesurteile, die in den letzten Wochen in Persien verhängt wurden, ist damit auf 38 gestiegen. Von den acht Personen, die gestern zum Tode verurteilt wurden, sind sieben Öffiziere der persischen Armee, denen Verrat und Spionage zur Last gelegt wurde. Der 8. Verurteilte ist ein Ingenieur, der in Abadan im Dienst der persischen Ölgesellschaft stand. Er wurde wegen Sabotage zum Tode verurteilt. Geschäftsstreik in Jerusalem Tel Aviv.(Reuter) In Jerusalem chlossen gestern alle Geschäfte. Kaffeehäuser und Gaststätten für vier Stunden, um des Bäckermeisters Sinai zu gedenken, der vor einem Monat aus Verzweiflung über die Steuerforderungen des Fiskus Selbstmord beging. Sinai hinterließ einen Abschiedsbrief, in dem er feststellte, er sei außerstande gewesen, die Forderungen dr Steuerbehörden noch länger zu erfüllen. Ein von Ministerpräsident Sharett eingesetzter Untersuchungsausschuß sprach vor wenigen Tagen die zuständigen Finanzbeamten von den Anklagen frei, die die Berufsorganisationen der Handwerker und Kaufleute gegen sie erhoben hatten. Ausgleichsamt befürchtet Defizit Kassenbestände schrumpfen zusammen— Stark gestiegene Auszahlungen Geschenke für Churchills Geburtstag Geld, Tabak und einen roten Hosenknopf Bruder des Schahs tot aufgefunden Mit seinem Flugzeug nördlich von Teheran abgestürzt— Schah soll nicht mehr fliegen Teheran.(Reuter) Der Bruder des Schahs von Persien, Prinz Ali Reza, der seit der vergangenen Woche auf einem Flug nach Teheran vermißt wurde, ist in den Trümmern seiner Maschine etwa 60 Kilometer nördlich der persischen Hauptstadt tot aufgefunden worden. Zwei Divisionen der Armee, Gendarmerie und Luftwaffeneinheiten haben seit Tagen nach dem Prinzen gesucht. M Aregdadk ROMAN VON HANS GRUHL Presserechte bei Münchner Roman-Verlag München-Pasing (14. Fortsetzung) „Ich möchte Sie bitten, mit mir zum Turm zu kommen, Herr Michels!“ „Zum Turm? Jetzt um halb elf?“ „Sie haben richtig verstanden.“ Michels Blick wurde starr.„Hören Sie mal, ich finde—“ „Es interessiert mich jetzt nicht, was Sie finden. Sie können es mir nachher erzählen. Aber erst kommen Sie mit zum Turm!" Er schlug die Tür zu. Strohmann hatte gerade sein Hemd über den Kopf gezogen. Sein rundes Gesicht mit dem struppigen Haarkranz schmunzelte. „Na, Doktor— in der Tür geirrt?“ „Ziehen Sie Ihr Chemisette wieder an“, sagte Daniel unbewegt.„Ich habe eine Überraschung für Sie am Turm.“ „Am Turm? Was denn?“ „Ihr Skalpell hat sich wieder eingefunden.“ Strohmanns Züge veränderten sich jäh. „Ist was passiert?“ Daniel nickte.„Der Blitz hat eingeschlagen— wie Sie befürchtet haben.“ „Ich komme!“ Ein paar Minuten später tappten die drel Männer schweigend den Waldweg hinauf. Michels warf wütende Blicke auf Daniel, der vorausging. An der Tür zur Wendeltreppe drehte Daniel sich um. „Ich möchte Ihnen ersparen, so zu erschrecken, wie ich erschrocken bin. Deswegen habe ich auM nicht zu diesem Ausflug eingeladen. Auf der Treppe liegt Schwester Inge Sörensen— erstochen.“ Ohne eine Antwort abzuwarten trat er ins Innere. Die beiden starrten sich ratlos ins Gesicht, dann folgten sie zögernd. Daniel hörte sie und ließ den Lichtkegel der Lampe hinter sich fallen, um ihnen den Weg zu zeigen. Zweiunddreißig Stufen. Das Blut war nicht mehr tiefer geflossen, in tödlicher Kälte begann es zu gerinnen. Zuerst, erschien Michels' bleiches, hochmütiges Gesicht. „Vorsicht!“ sagte Daniel und beleuchtete die Blutspur. Dann fiel der Schein auf Inges toten Körper. Lautlose Sekunden verstrichen. Daniel spürte Michels' Atem, der plötzlich tiefer und schwerer wurde. „Mein Gott“, flüsterte Strohmann. „Mein Gott— das Skalpell!“ „Ja“, sagte Michels und seine Stimme drang stählern an die Wände,„Skalpelle gehören zum Verbrauchsmaterial! Sagten Sie nicht so, Herr Strohmann?“ Daniel richtete die Lampe nach unten und das barmherzige Dunkel hüllte die Tote wieder ein. Der Widerschein beleuchtete die verstörten Gesichter der anderen. „Das wäre alles“, sagte Daniel müde. „Ich hoffe, ich habe Ihnen die Anstrengung nicht umsonst zugemutet, Herr Michels!“ Sein Blick suchte Strohmann.„Wie ist es— glauben Sie noch an die Heinzelmännchen?“ „Nein“, sagte Strohmann heiser,„nein!“ Dr. Daniel sagt aus Der Kriminalkommissar Paul Nogees hatte schwarzes, gescheiteltes Haar und nikotinverfärbte Finger. Die Augen unter der gewölbten Stirn wirkten zwischen den Fältchen der Lider immer etwas schläfrig, als wäre er nicht bei der Sache, und seine Stimme klang ungefährlich und sanft. Daniel bekam im Laufe der folgenden Tage heraus, daß der Kommissar nichts weniger als schläfrig war und daß wachsende Sanftmut in seiner Stimme Unangenehmes ankündigte. Nimbach war bei ihm, und sein triumphierendes Gesicht schien zu sagen: Na — habe ich doch recht gehabt mit euch Bande von Mördern! Der Park war von Polizisten abgesperrt. Am Tor standen sie, und im Hause liefen sie herum, von den Patienten mit scheuen Blicken betrachtet. Das Personal arbeitete mit schweigender, nervöser Hast. Über Inge Sörensens Tod war nichts Genaues bekanntgeworden, und die Ungewißheit gebar die unglaublichsten Gerüchte. Dem Kommissar hatte man ein Zimmer auf dem Personalflur eingeräumt. Daniel brauchte nicht weit zu gehen, als er das erstemal zum Verhör gerufen wurde. „Nogees“, sagte der Kommissar.„Setzen Sie sich, Dr. Daniel. Herrn Nimbach kennen Sie wohl schon?“ Daniel nickte. Nimbach lächelte nicht und Daniel wußte mehr als vorher, daß er von ihm nichts Gutes zu erwarten hatte. Er setzte sich und schlug die Beine übereinander. Sollten sie denken, was sie wollten! „Dr. Daniel— ich möchte Sie einiges fragen. Wie lange arbeiten Sie jetzt hier?“ „Ungefähr drei Wochen.“ „Und vorher?“ „Vorher war ich in der Klinik— drinnen, in der Stadt.“ Nogees hatte die Manier, blitzschnell die Richtung zu ändern. „Haben Sie Schwester Inge zufällig aufgefunden?“ „Nein. Wir waren verabredet.“ „Verabredet?“ „Ja. Sie wollte mir etwas mitteilen.“ „So. Und was?“ „Einen Namen. Vor kurzem verschwand eine Ampulle mit einem Rest von Streptomycin, das zur Behandlung eines Patienten gebraucht worden war. Doktor Michels ließ danach suchen, aber sie fand sich nicht wieder.“ Nogees kniff die Augen zusammen, sagte aber nichts. „Gestern vormittag kam Schwester Inge zu mir und sagte, sie wisse, wer die Ampulle genommen hätte— sie hätte es gesehen.“ „Ach— also dasselbe, was die Oberschwester vor ihrem Tod andeutete?“ „Ja. Ich konnte den Namen nicht erfahren. Sie wollte ihn mir an einem Ort sagen, wo wir sicher sein konnten, daß niemand zuhört. Deswegen verabredeten wir uns am Turm." „Hatten Sie den Eindruck. daß sie sich fürchtete?“ Daniel nickte.„Ja— sie hatte Furcht. Sie war erregt und ängstlich. Sie blieb auch nur wenige Minuten bei mir.“ „Sie waren im Röntgenraum allein?“ „Ja. Meine Assistentin, Fräulein Syring, holte Filme. Sie kam erst zurück, als Schwester Inge schon fort war“ „Hm. Was haben Sie sich gedacht, als Sie von dem Diebstahl erfuhren?“ „Nichts Besonderes. Wir konnten uns nicht vorstellen, was man mit dem Zeug anfangen wollte. Für die Behandlung einer Krankheit war es viel zu wenig.“ „Und das gestohlene Morphium?“ Daniel war auf der Hut.„Das war etwas anderes. Es ist ein Rauschgift— macht süchtig.“ Nogees ging nicht weiter darauf ein. „Haben Sie eine Erklärung für den Tod der Schwester? „Ich habe darüber nachgedacht. Der Täter muß erfahren haben, daß wir uns im Turm treffen wollten— er hat sie dort erwartet.“ „Ja, er muß wohl. Können Sie sich erklären, warum Schwester Inge gerade Ihnen ihr Geheimnis mitteilen wollte?“ „Nein.“ Es entstand eine Pause. Klingt alles verflucht mager, was ich hier erzähle, dachte Daniel. Ob er mir glaubt? „Doktor Daniel“, sagte Nogees,„warum haben Sie Doktor Michels und Doktor Strohmann gestern abend zum Turm geholt?“ Daniel sah ihm gerade ins Gesicht.„Ich wollte die Leiche nicht wieder als einziger gesehen haben, Herr Kommissar— wie beim letztenmal!“ Der Kommissar nickte.„Sie scheinen ein Spezialist im Auffinden von Leichen zu sein.“ Seine Stimme wurde sanfter.„Haben Sie sich überlegt, daß niemand weiß, ob die Schwester tatsächlich bei Ihnen im Röntgenraum war? Wissen Sie, daß erst mit Ihrem Eintreffen diese Ereignisse ihren Anfang nahmen? Können Sie uns beweisen, daß es nicht Ihre Schritte waren, die die Nachtwache damals auf dem Flur hörte— Ihre Schritte nämlich, als Sie vom Turm zurückkamen— zum erstenmal?“ (Fortsetzung folgt) Ein Schotte ging mit seiner Frau in einen Hutladen. Die Frau durfte wählen. Ein Velourhut und ein Strohhut standen zuletzt zur engeren Wahl. „Welchen soll ich nehmen? Was meinst du?“ fragte die Frau ihren Mann. Lakonisch sagte der Schotte:„Den Strohhut! Wenn er unmodern ist, kann ihn unsere Zlege fressen.“ 119. Jahrgang— Nummer 255 Sauerländisches Volksblatt Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Helmat- und Krelsblatt Im Kreise Olpe Mittwoch, den 3. November 1934 Aufgabe als Erzieher mit Ernst durchführen Elternversammlung der Fachgruppe„Bauhauptgewerbe“ in der Berufsschule Über den Sternen Olpe. Totengedenken an Allerheiligen, Allerseelen! Auf dem katholischen Friedhof hinter der Rochuskapelle flammten wieder die zahllosen weißen, roten und gelben Lämpchen auf... Der weite Gottesacker war wie verzaubert, wie von einem überirdischen Hauche berührt! Am Spätnachmittag von Allerheiligen— nach der Andacht in der St. Martinus-Pfarrkirche und nach der Weihe der neuen Totenkapelle auf dem Kirchplatz erfolgte der traditionelle Gang zum Friedhof: Vier geistliche Herren, die Meßdiener mit Weihrauchfaß, Weihwasser und Fahne, die Schuljugend und eine stattliche Zahl von Gläubigen. An diesem ersten— sternklaren und verhältnismäßig milden— Novemberabend konnte sich die Friedhofsfeier bei der großen Kreuzigungsgruppe würdig und eindrucksvoll entfalten. Der Olper MGV Cäcilia— wie immer In anerkennenswerter Weise dabei!— sang Gedenklieder zu Ehren der Toten: „Ueber den Sternen“ oder„Wie sie sanft ruhen“. Lateinische Gebete der Pricster flehten um das Seelenheil der verstorbenen Gläubigen... Requiem aeternam dona eis, Domine! Indes hüllten Weihrauchwolken den Platz ein, den Vikar Wurm dreimal segnete. Nach den letzten Gebeten schritt der Geistliche- mit Meßdienern über den weiten Gottesacker, den Gräbern unserer lieben Verstorbenen nochmals den Segen spendend. Die Menge zerstreute sich dann wieder lautlos vom magisch beleuchteten Friedhof, der schon tagsüber das Ziel vieler Besucher war.(r) ist die reelle-gute, billige Einkaufsquelle! Olper Stadtspiegel Die Oberfinanzdirektion Münster mahnt in einer heutigen Bekanntmachung die im Monat November fällig werdenden Steuern und Abgaben an. Unsere Leser machen wir hierauf besonders aufmerksam. „Das Olper Land in Vergangenheit und Gegenwart“ wird Dr. O. Lucas am Mittwoch, dem 24. November, den Heimatfreunden näher erläutern. Unsere gestrige Bekanntgabe dieses geplanten Vortragsabends hat die hiesigen Heimatfreunde stark interessiert. Dr. Lucas gehört bekanntlich der Landesplanungsgemeinschaft Westfalen in Münster an. Der ADAC, Ortsgruppe Olpe, hält am Donnerstag um 20 Uhr im Hotel„Zum goldenen Löwen“ seine Generalversammlung ab. Um pünktliches und vollzähliges Erscheinen der Mitglieder wird gebeten. Die Arbeitsgemeinschaft der Frauen im BVD hält heute um 15 Uhr im Café Gastreich, Frankfurter Straße, eine Zusammenkunft ab, zu der alle interessierten Frauen und Mädchen eingeladen sind. Evang. Frauen-Hilfe Olpe. In der Versammlung am Donnerstag, dem 4. November, um 16 Uhr, spricht im Gemeindehaus zu den hiesigen Mitgliedern die Vorsitzende der Westfälischen Frauen-Hilfen, Frau Pastor Smend. Der Kegel-Club„Kleine Kugel“ veranstaltet vom kommenden Samstag an, an jedem Samstag und Sonntag bis zum 28. November auf der Bundeskegelbahn„Zum Bogen“ bei Karl Melcher ein öffentliches Preiskegeln. Als Preise sind ausgesetzt 125 DM, 100 DM, 75 DM, 50 DM und 25 DM. Außerdem ist an jedem Tage ein Tagespreis zu gewinnen. Samstags wird von 16.30 Uhr, sonntags von 10.30 Uhr durchgehend bis 23.30 Uhr gekegelt. Schüler der Städt. Musikschule in Olpe war J. Schwermer aus Heid, der jetzt an der Staatl. Hochschule für Musik in Köln sein Examen für das Lehramt an höheren Schulen bestand. Wir berichteten gestern darüber. Kreis Olne. Die Industrie- und Handelskammer hatte am vergangenen Samstag(30. Oktober) zu einer Feierstunde in den großen Schwanensaal eingeladen, um erstmalig nach langjähriger Unterbrechung wieder eine Lehrlingsfreisprechung in feierlichem Rahmen durchzuführen. Insgesamt waren es 152 gewerbliche und kaufmännische Lehrlinge, die in diesem Herbst ihre Prüfung bestanden hatten und nun ihren Facharbeiter- bzw. Gehilfenbrief erhielten. Lehrherren, Eltern, Erzieher, Vertreter der kommualen Behörden und Mitglieder des Vorstandes der Industrie- und Handelskammer nahmen an der Veranstaltung teil, die von Musikvorträgen des Olper Bläserquintetts umrahmt wurde. Immer mehr Lehrlinge Der Vizepräsident, der Fabrikant Herbert Kemper, begrüßte die Anwesenden und erklärte, daß mit diesem Tage die traditionelle Geflogenheit der Lehrlingsfreisprechung der von der Industrieund Handelskammer betreuten gewerblichen und kaufmännischen Lehrlinge, wieder aufleben soll. Der Vizepräsident zeigte dann an Hand einiger Beispiele, wie sich die Zahl der Lehrlinge seit 1947 gesteigert hat. Während im Jahre 1947 insgesamt 756 gewerbliche und kaufmännische Lehrverhältnisse verzeichnet wurden, liegen in den ersten neun Monaten des Jahres 1954 bereits 2200 eingegangene Lehrverhältnisse vor. Die IHK, so erklärte der Vizepräsident, sei an einer guten Ausbildung der Lehrlinge sehr interessiert und schenke der Weiterbildung der jungen Facharbeiter und Kaufmannsgehilfen größte Beachtung! An weitere Fortbildung denken! Im Auftrage der IHK gab der Vorsitzende des Facharbeiterausschusses, Ingenieur Dr. Kritzler, bekannt, daß in diesem Herbst 101 gewerbliche und 52 kaufmännische Lehrlinge ihre Prüfung mit gutem Erfolg bestanden hätten. Aufgabe der Erwachsenen, vor allem aber der Eltern sei es jetzt, an die weitere Fortbildung der Kinder zu denken, denn die Weiterbildung der jungen Fachkräfte sei eine wirtschaftliche und soziale Notwendigkeit.„Ihr jungen Menschen aber müßt selbst mit einem gesunden Ehrgeiz, nachdem ihr jetzt in die große Gemeinschaft der Schaffenden aufgenommen werdet, an eure Weiterbildung herangehen,“ betonte der Redner. Ausführlich schilderte er den jungen Menschen alle Möglichkeiten, die zu gehobenen Stellungen im Berufsleben führen können. Der Lehrling von gestern ist der Geselle von heute und soll danach streben, der Meister von morgen zu werden. Anschließend kam der große Augenblick für die glückstrahlenden Jungen und Mädchen, wo ihnen der Facharbeiteroder Kaufmannsgehilfenbrief überreicht wurde. Dr. Schneider von der IKHAußenstelle Olpe, der die Ueberreichung der Briefe vornahm, erkärte, daß die Prüfungsergebnisse eine beachtiche Steigerung der Leistungen aufzeigten. Vier der Prüflinge hatten mit„Sehr gut“ bestanden. Ihnen wurde als besondere Anerkennung ein wertvolles Buchgeschenk Christkönigsfeler Olpe. Die Christkönigsfeier am Sonntagnachmittag in der St. Martinus-Pfarrkirche war wiederum sehr eindrucksvoll gestaltet. Von der katholischen Jugend der Pfarrei wurde sie stark besucht. Nach dem Einzug placierten sich die Bannergruppen um den Altar. Sprechchôré, Wechselgebete und Lieder verschönten die Feier. Die Gebete am Altare sprach Vikar Honiver, während die jugendlichen Sprecher auf der Empore Platz genommen hatten. In seiner Festpredigt wußte Pfarrer Wurm aus Rhode dem Christkönigsgedanken lebendigen Ausdruck zu verleihen. Dieses Christkönigstum bedürfe nicht nur der äußeren Anerkennung, sondern Christus müsse auch König in unseren Herzen sein. Dafür führte der Prediger das leuchtende Vorbild eines Heiligen an, der das Leben bejaht habe und trotzdem allzeit Christus, seinem König und Herrn, die Treue bewahrte. Mit dem Segen und festlichem Gesang klang die Feierstunde aus. überreicht. 44 Prüflinge bestanden mit „Gut“. Werdet gute Staatsbürger! Als Vertreter der Kreisberufsschule verabschiedete Dpl.-Hdl. Dr. Karl Rüsse die ehemaligen Schüler und Schülerinnen. Er sagte ihnen, daß jetzt ein neuer Lebensabschnitt für sie beginne. Mit der bestandenen Prüfung sei der Grundstein für eine Lebensexistenz gelegt worden. Leben und Beruf aber erforderten, auf dem einmal beschrittenen Weg weiter zu gehen und auf dem Erlernten aufzubauen. Auch ins politische Leben solle sich die Jugend akiv einschalten, um am Aufbau des Staates wirksam teizunehmen. „Das Schicksal Deutschlands und auch Europas liegt einst in Eueren Händen! Darum strebt immer danach, gute Staatsbürger zu werden! Das Leben, in das Ihr jetzt eintretet, bedeutet für Euch einen Kampf, der nur von starken Charakteren gemeistert werden kann. Drolshagen. Im ganzen Monat Oktober stand die Kath. Jungschar in Drolshagen im Zeichen der Mission. Die Kastenaushänge bei der Kirche trugen Missionsmotive und riefen zu einem großen Briefmarkensammelwettbewerb. Die monatliche Jungscharrunde, die am letzten Sonntag im Öktober stattfand, hatte sich das Thema„Mission“ gestellt. Die Jungenschaftsgruppe„Christopherus“ hatte mit ihrem Führer die Gestaltung der Runde übernommen. Im Kolpingssaal, der mit alten Kastenaushängen ausstaffiert war, trafen sich um einhalb fünf Uhr über 50 Jungschärler zu ihrer Runde. Eindringliche Worte über die Notwendigkeit der Mission erklärten den Jungen, warum man zur Markensammlung gerufen habe. Ein Lichtbildervortrag über die beiden Sternsingerhelden Jumbo und Wambo gaben der Veranstaltung dann eine humorvolle Note. Den dritten Teil des Treffens füllte die Briefmarkensammlung aus. Mit 2400 Marken hatte die Gruppe„Adler“ den Sieg davongetragen. Unter dem Jubel aller Jungen wurden die weiteren Ergebnisse bekannt gegeben. Dabei stellte sich heraus, daß die fünfzig Jungschärler innerhalb einer Woche 10 000 Briefmarken gesammelt hatten! Diese Leistung wurde durch eine Buchspende anerkannt. Nun sollen in den Betrieben Sammelbüchsen für Marken aufgetellt werden, denn die Sammelaktion soll nicht einmalig sein, sondern lediglich ein Aufakt für große Aktionen der kommenden Monate! Alle Jungen wissen, wie der Referent auch sagte:„Wir sammeln nicht wegen der Prämie, sondern für die Mission!“ Weitere Aktionen Das Markensammeln war die große Jungscharaktion für den Monat Oktober. Jeden Monat soll eine Aktion von dieser Art das Leben der Jungschar gestalten. Kreis Olpe. Zahlreich hatten sich die Eltern der Lehrlinge des Bauhauptgewerbes am vergangenen Samstagnachmittag in der Kreisberufsschule in Olpe zu ihrer diesjährigen Elternpflegschaftstagung eingefunden, als der Vorsitzende der Fachgruppen-Schulpflegschaft, Bauunternehmer Emil Feldmann(Olpe) die Tagung eröffnete. Klassenlehrer, Gewerbeoberlehrer Breuer von der Berufsschule, gab einen Bericht über den Leistungsstand der Bauhandwerksschüler. Kreishandwerksmeister Karl Huppertz (Rhode) sprach über Lehrvertragsrecht und Jugendschutz. Pfarrer Wurm(Rhode) von der katholischen Konfession und Diakon Heider(Olpe) von der evangelischen Konfession sprachen über die Bedeutung des Religionsunterrichts in der Berufsschule. In einem Klassenzimmer waren die bisherigen Arbeiten aller Schüler ausgelegt, so daß sich die Eltern genauestens über den Ausbildungsstand ihrer Kinder informieren konnten. Der Ausbildungs- und Leistungsstand aller Schüler war außerdem aus übersichtlichen Wandtafeln der einzelnen Klassen zu ersehen. Erklärungen hierzu gab Klassenlehrer Breuer vor Beginn der Versammlung. Bevor man zu den Hauptpunkten der Tagesordnung überging, war die Neuwahl des 1. und 2. Vorsitzenden der Elternprlegschaft turnusgmäß erforderlich. Zum 1. Vorsitzenden wurde Emil Feldmann wiedergewählt und zu dessen Stellvertreter wählte die Versammlung Hubert Bleser, Olpe. Anschließend erstattete Oberlehrer Breuer Bericht über den Stand der Erziehung und Ausbildung in seinen Klassen. Im allgemeinen seien die Leistungen zufriedenstellend. Sie könnten besser sein, wenn mehr Unterrichtsstunden zur Verfügung ständen. Besondere Sorgfalt aber sei von den Meistern und Eltern auf die Kontrolle der von den Lehrlingen geführten Arbeitsberichtshefte zu legen. Eltern und Meister sollten ihre Aufgabe als Erzieher mit dem notwendigen Ernst durchführen und die Jugend für ihre Lebensaufgaben formen. „Es ist ein erfreuliche Tatsache, wenn man sehen kann, wenn unsere Kinder etIn einem neuartigen Arbeitsbogen sind die Aktionen für das kommende Tertial festgelegt. So sollen die Gruppen im November das Presseapostolat wahrnehmen. Jede Gruppe wird die Wartesäle der Aerzte und Frieseure in Patenschaft übernehmen und dort für die Wartenden, besonders für die Jungen gute Literatur auslegen. Der Dezember will das Weihnachtssingen für unsere Jungen wieder einführen. Dabei soll besonders das Krankenhaus bedacht werden und den Kranken ein Schein Weihnachten in die Stube gebracht werden. Ebenso wollen die Jungen im Januar das Sternsingen und den Dreikönigszug für die Jungschar ausüben, was bis voriges Jahr lediglich von den Meßdienern vorgenommen wurde. Der neue Arbeitsbogen trägt den ansprechenden Titel„Leinen los!“, den Anfang eines schwedischen Schifferliedes. Das Blatt wird herausgegeben von der Don-Bosco-Führerrunde und soll vierteljährlich erscheinen. Neben den erwähnten Aktionen sind auch die Führerrunden, die Gruppenstunden, Jungscharrunden, Daueraufgaben für alle Gruppen wichtige Kalenderdaten, Nachmittagsstreifen und Sonntagsmöglichkeiten angegeben. Also, das richtige Arbeitsblatt für den Führer. Neuer Vorsitzender des SGV Finnentrop. Zu einer außerordentlichen Sitzung kam der Vorstand der SGV-Abteilung im Hotel Biggemann zusammen. Wichtigster Punkt der Beratungen war die schon seit langer Zeit anstehende Wahl des 1. Vorsitzenden. Einstimmig gab man das Vertrauen dem seit vielen Jahren in der SGV-Arbeit stehenden Schuhmachermeister Albert Stießberg, der die Wahl annahm. Der Vorstand versprach seinem neuen Vorsitzenden, daß er ihm jederzeit treu zur Seite stehen werde. 2. Vorsitzender wurde Gemeindeoberinspektor Georg Lübke. Anschließend erörterte die Versammlung die wichtigsten Aufgaben der Abteilung. was Gutes leisten“, sagte Kreishandwerksmeister Huppertz im Verlauf seiner Ausführungen, nachdem er zum Lehrvertragsrecht und Jugendschutz ausführlich Stellung genommen hatte. Bei der Ausbildung und Erziehung der Lehrlinge durch die Meister müsse neben den gesetzlichen Bestimmungen, vor allem Herz und Verstand dabei sein. Der Redner warnte davor, die Lehrlinge lediglich als Ausbeutungsobjekt zu betrachten. Vielmehr sel auf die berufliche Ausbildung der größte Wert zu legen. Die Meister sollten vor allem ein Interesse daran haben, daß ihre Lehrlinge einmal eine gute Prüfung ablegen würden. Auf die in letzter Zeit viel diskutierte 40-StundenWoche eingehend, erklärte der Handwerksmeister, daß außer wenigen Ausnahmen, er für eine 40-Stunden-Woche im Berufsleben keine Sympathie empfinden könne. Die Lebens- und beruflichen Aufgaben könnten seines Erachtens in 40 Stunden nicht bewältigt werden. Die Vertreter der Geistlichkeit beider Konfessionen, erklärten übereinstimmend, daß es eine absolute Notwendigkeit sei, den Religionsunterricht auch in der Berufsschule durchzuführen. Den Jungen müsse gerade in diesem Alter der Sinn des Lebens und Berufes erschlossen werden. Es sei von größter Wichtigkeit, sie von innen heraus zu einer christlichen Persönlichkeit heranwachsen zu lassen. Neben dem Körper und Geist dürfe auch die Seele des jungen Menschen nicht vernachlässigt werden.— An die einzelnen Referate schloß sich eine lebhafte Aussprache an. Anno Schulte Das Fachgeschäft am Markt Olpe- Frankfurter Straße 14 Ehemalige des Afrika-Korps! Kreis Olpe. Der Verband ehem. Angehöriger des deutschen Afrika-Korps, Gruppe Siegen—Olpe—Wittgenstein, hat zu einem Treffen am Freitag, dem 5. November, um 20 Uhr in Weidenau, Gasthof Steuber(Kleinbahnhof), eingeladen. Interessenten aus dem Kreise Olpe mögen sich umgehend— bis spätstens Donnerstag — bei Herrn Schulte,„Westfälischer Hof“ in Olpe, anmelden. Es soll festgestellt werden, wieviele Pkw’s einzusetzen sind. Am 9. November Endspicl Altenhundem. Wir berichteten bereits vor kurzem darüber, daß sich die Fußballmannschaft des hiesigen Progymnasiums in den Ausscheidungsspielen der Höheren westfälischen Schulen als Endspielgegner um die Gruppenmeisterschaft von Südwestfalen qualifiziert hat. Als Endspielgegner steht nunmehr die Fußballmannschaft der höheren Schule in Lüdenscheid fest, gegen die die hiesige Fußballmannschaft am 9. November auf dem neutralen Sportplatz in Altena zum Endspiel um die südwestfälische Gruppenmeisterschaft antritt. HK sprach 152 Lehrlinge frei Erstmalig wieder große gemeinschaftliche Feier in Olpe Jungschar im Dienste der Mission Großes Programm in Drolshagen— Erster schöner Erfolg Gemütlich frühstücken das ist besonders am Morgen des großen Waschtages wichtig. Sie können es sich ruhig leisten, denn Henko hat über Nacht in der Waschküche für Sie vorgearbeitet Henko löst über Nacht den größten Schmutz aus der Wäsche: ohne Bürsten, ohne Zeitverlust, ohne Kohlen- und ohne Sie! Zum Einweichen das gute Waschmittel nehmen? Nein, Henko macht es für wenige Pfennige. Mit Henko eingeweicht ist halb gewaschen. BUNTE WELT Eigenartiger Unfall Buenos Aires.— In der Nähe der argentinischen Hauptstadt ereignete sich der wohl einzigartige Fall, daß sich ein Mann selbst in den Hals biß: Er stürzte vom Fahrrad, verschluckte dabei sein Gebiß und erlitt dadurch schwere innere Verletzungen. cep. Alles für die Katzen Madrid.— Der Metzgermeister Juan Silveira Perinho aus Madrid wurde von der Polizei verhaftet, da er angeblich minderwertiges Fleisch zu hohen Preisen an seine Kunden verkauft hatte. Das Gericht mußte ihn jedoch schon am nächsten Tag wieder freilassen, da Katzen das beschlagnahmte Fleisch— die einzigen Beweisstücke— im Gerichtsgebäude entdeckt und aufgefressen hatten. cep. Damokles in Neuseeland Wellington.— Zur Erinnerung an seinen Kriegsdienst hatte sich ein ehemaliger Soldat in Wellington(Neuseeland) sein Bajonett aufgehoben und über dem Kopfende seines Bettes an der Wand befestigt. In einer der letzten Nächte löste sich der Nagel, das Bajonett flel herunter und tötete den schlafenden Reservisten. cep. Erfahren Ein Taxifahrer aus Neuseeland will jetzt einen Hebammen-Kursus mitmachen. In seiner Taxe haben bereits vier Babies das Licht der Welt erblickt. Der MOND unter der Lupe Großer Tunnel entdeckt? Meteorit durchschlug Mondoberfläche Neuvork.— Die lichtstarken Teleskope der großen astronomischen Stationen auf dem Mount Wilson und Mount Palomar enthüllten ein Geheimnis des Mondes nach dem anderen. Ihre riesigen Spiegel und Linsensysteme tasten Krater auf Krater des Nachtgestirns ab. Dabei haben sie jetzt zwei dicht nebeneinander liegende Krater besonders eingehend ins Blickfeld genommen. Sie lassen erkennen, daß die beiden Krater wahrscheinlich nichts anderes sind als die Öffnungen eines riesigen Tunnels. Atemluft ist mitzubringen Der Mond ist„nur“ 380 000 km von der Erde entfernt. Er wird darum das erste Ziel der Weltraumforscher sein, die in vielleicht zehn Jahren mit Raketenkraft eine Expedition wagen können. Das mag heute noch utopisch klingen, doch die führenden Raketen- und Weltraumforscher sind sich längst über die technische Durchführbarkeit dieser Idee im klaren. Aber es gibt da noch eine beachtliche Schwierigkeit: Der Mond hat keine oder zumindest nur eine sehr dünne Atmosphäre. Der Mensch muß sich also seine Atemluft mitbringen; er ist gezwungen, die Forschungsarbeiten auf der Mondoberfläche in luftdichten Raumanzügen zu verrichten. Lediglich die enge Druckkabine der Raumrakete bietet eine normale irdische Atmosphäre. „Eiserner Regen“ Die fehlende Atmosphäre hat aber noch einen zweiten Nachteil: Meteore, kleine Brocken aus dem All und kosmischer Staub prasseln dauernd ohne Ankündigung auf die Mondoberfläche. Dieser„eiserne Regen“ gefährdet die Expedition in hohem Maße. Auf der Erde ist man vor solchen Überraschungen nur sicher, weil die Meteore sich bei dem rasanten Flug in die Lufthülle unseres Wohnsterns unvorstellbar erhitzen, aufglühen und verbrennen oder verdampfen. Außerdem machen Wärmeschwankungen den Mond zu einem ungastlichen Himmelskörper. Tagsüber brennen stellenweise 180 Wärmegrade auf seine unwirtliche Steinwüste, und nachts sinken die Temperaturen auf 200 Kältegrade ab. Tunnel als Zufluchtsort Einen Zufluchtsort vor Steinschlag, Hitze und Frost wird man aber voraussichtlich in dem Tunnel finden, den der Direktor des amerikanischen„Meteorite-Museums“, Prof. H. H. Ninninger, entdeckt zu haben scheint. Alle bisherigen Ermittlungen sprechen dafür, daß das Ergebnis seiner BeDer Tod in der gelben Schachtel Erstes Lähmungsopfer des„Stalinon“ kann wieder gehen— Untersuchung des Pasteur-Instituts Paris. Monatelang konnte man in allen französischen Apotheken den Tod in einer kleinen gelben Schachtel kaufen. Ein roter Streifen war quer darauf gedruckt und das später so berüchtigt gewordene Wort„Stalinon“. Der Beschreibung war zu entnehmen, daß es sich um ein wirksames Mittel gegen Furunkulose handelte, zusammengestellt aus Jod, Zinn und Vitamin F. Achtzig Menschen in der Französischen Union starben an diesem Medikament, noch mehr blieben völlig oder schwer gelähmt am Leben. Ihr Glück war es gewesen, daß sie nur wenige Stalinontabletten geschluckt hatten. Jetzt konnte der erste von ihnen, der Adventistenprediger Ady Zürchér aus Valence, die Folgen seiner Stalinonlähmung überwinden. Zwei Stöcke erlauben ihm ein vorerst noch mühsames Gehen. Immerhin, für die zahlreichen Opfer des Stalinon bedeutet das wenigstens eine kleine Hoffnung. Monsieur Zürchér hatte das Mittel als Arztemuster von seinem Freund, einem Mediziner, erhalten. Er nahm die Tabletten, die Furunkel verschwanden, aber gleichzeitig stellten sich unerträgliche Kopfschmerzen ein. Am achten Tag nach Beginn der Kur fiel er in Bewußtlosigkeit. Man stellte schwere Gehirnentzündung fest, aber weder der Verdacht auf Kinderlähmung noch auf Gehirntumor bestätigte sich. Zwei Wochen lang schwebte der Patient zwischen Leben und Tod. Dann erholte er sich und gewann das Bewußtsein zurück. Nur seine Beine und seinen Unterkörper konnte er nicht mehr bewegen. Eine Spende seiner Gemeinde ermöglichte ihm eine Kur in einer physikalischdiätetischen Klinik. Hier lernte er mit Hilfe von Unterwassermassagen und Gymnastik zuerst die Zehen, dann die Schenkel und schließlich den Unterkörper wieder bewegen. Jetzt ist er soweit, daß er sich humpelnd fortbewegen kann. Aber nicht jeder ist in der Lage, eine monatelange Kur zu bezahlen. Die Verantwortlichkeit für die vielen Lähmungs- und Todesopfer des„Stalinon“ wird noch immer vom Hersteller wie von der staatlichen Prüfungsstelle bestritten. Die drei Mittel, aus denen es besteht, Zinn, Jod und Vitamin F, dienen schon länger zur Bekämpfung der Furunkulose und sind einzeln ziemlich harmlos. Aus diesem Grunde wurde das Medikament auch ohne weitere Prüfung freigegeben und konnte ohne Rezept gekauft werden. Nachträgliche Versuche im Pasteur-Institut ergaben, daß Mäuse schon nach geringen Dosen ebenfalls an Gehirnentzündung eingingen. Zwei Möglichkeiten bestehen: Entweder wirkt die Zusammensetzung Jod-Zinn-Vitamin F schon tödlich oder der Zinngehalt oxydiert und ruft die schwere Krankheit hervor. Warum ist in Frankreich Butter teuer? Mendès-France gibt Antwort:„Schuld hat die Kuh!“ Paris.—„Schuld hat nicht der Bauer und Arbeiter, sondern die Kuh!“ Das ist die Antwort auf die Frage, warum die Butter in Frankreich so teuer ist und doch ihrem Erzeuger zu wenig einbringt. Sie Marilyn Monroe wurdę am 27. Oktober in Santa Monica, Kalifornien, von Joe Dimaggio, dem einstigen berühmten Baseballstar, geschieden. Sie hatte als Scheidungsgrund angegeben, ihr Mann habe ihr scnweres seelisches Leid zugefügt. Manchmal habe er bis zu zehn Tagen hintereinander nicht mit ihr gesprochen. Auch auf ihre Anklagen vor dem Scheidungsrichter fand er keine Worte. Unser Bild zeigt Marilyn Monroe im Gespräch mit ihrem Anwalt. W 02670 VERGESSEN SIE NICHI, daß die Haut Ihrer Hände ganz anders geartet und ganz anderer Beanspruchung ausgesetzt ist als etwa die Gesichtshaut. Deshalb dürfen die Hände auch nur mit einem Spezialmittel wie Kaloderma Gelee gepflegt werden. Kaloderma Gelee enthält Glyzerin in wirksamster Dosierung und In Verbindung mit einer Reihe anderer hautpflegender Substanzen. Rauhe und gerötete Hände heilt es über Nacht. Es schmiert nicht, fettet nicht und ist ein unübertroffenes Vorbeugungsmittel, das, regelmäßig angewendet, Ihre Hände bei jeder Witterung und jeder Tätigkeit in Haushalt und Beruf jugendlich zart und glatt erhält. Normaltube DM 1.20 Besonders vorteilhaste Doppeltube DM 1.90 dert worden. Dafür spricht die seltsame und sonst unerklärliche Form, die der obere Hang des„Pickerings“ bildet. Die Mondforscher nehmen an, daß der Tunnel einen günstigen Stützpunkt für Expeditionen bilden wird. Verschließt man die beiden Öffnungen, so läßt sich im Inneren des Tunnels eine ähnliche Atmosphäre schaffen wie auf der Erde. Nach 9 Jahren: Kleidung für Vollschlanke Berlin.— Die Sowjetzonen-Behörden haben sich jetzt— nach neun Jahren— entschlossen, maßgerechte Bekleidung auch für Vollschlanke arbeiten zu lassen. Wie das SED-Zentralorgan„Neues Deutschland“ berichtet, haben sich die zuständigen Ministerien„vor kurzem endlich geeinigt“, bestimmte Betriebe der Konfektionsindustrie auf die fehlenden Kleidergrößen zu spezialisieren. Stärkere Frauen und untersetzte Männer bekamen bisher schwerlich die passende Kleidung. Die Industrie habe es sich bequem gemacht und mit Vorliebe für normale, schlanke Figuren arbeiten lassen. Die Goldmine des Gehenkten Digger Slumach schoß mit goldenen Kugeln— Das Ende unter dem Galgen Vancouver— Romantik und moderne Technik mischen sich in dem Unternehmen, welches die Ökanagan-Fluggesellschaft„Agar“ in Vancouver begann. Ihr Besitzer, Mister C. C. Agar, will zusammen mit einem Erzsucher die reiche Goldmine von Lost Creek ausfindig machen, welche nicht weit von Vancouver in dem Vorgebirge zwischen dem Fraser River und den Rocky Mountains liegen soll. obachtungen stimmt. Sie befaßten sich vorwiegend mit dem westlichen Teil der Mondoberfläche. Betrachtet man sie durch große Teleskope, so stehen einem die Krater„Messier“ und„Pickering“ geradezu erschreckend deutlich in voller Plastik vor Augen. Der aufmerksame, geschulte Beobachter erkennt jedoch noch mehr: Die beiden Krater unterscheiden sich von den meisten anderen Mondkratern. Sie liegen sich am Abhang eines 1000 Meter hohen Bergrückens gegenüber und deuten an, daß sie durch eine gewaltige Kraft entstanden sind, die von Westen her einwirkte. Während der„Messier“ normal geformt ist, zeigt der„Pickering“ die Merkmale einer Durchschußöffnung. Das ist nur dadurch erklärbar, daß einst ein Meteor den oberen Teil des Bergrückens an der Stelle, an der sich jetzt der„Messier“ befindet, durchschlagen und beim Herausschnellen aus dem Berg den„Pickering“ gebildet hat. Dabei blieb wahrscheinlich ein mehrere Kilometer langer Tunnel zurück. Auf festem Grund abgeprallt Offenbar hat der Meteor die aus Steinschutt bestehende obere Schicht des Berges in hoher Geschwindigkeit durcheilt, ist auf festen Grund gestoßen, abgeprallt und auf der Stelle des„Pickerings“ herausgeschleuBeide schworen einen Eid, C. C. Agar, daß er den Namen des Erzsuchers nicht preisgeben will, und der Unbekannte, daß er alle Funde mit dem Unternehmer redlich teilen wird. Er wurde schon von einem Hubschrauber in dem unwegsamen Gebiet abgesetzt und steht mit der Fluggesellschaft in dauernder Funkverbindung. Lebensmittel und Dynamit für Sprengungen werden ihm jede Woche einmal nachgeflogen. Die Lost Creek Mine wurde im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts berühmt durch ihren Entdecker und Ausbeuter G. L. Slumach. Er war ein einfacher Digger, der es in der kanadischen Pionierzeit zu großem Reichtum brachte, aber ein Mann ohne Gewissen. Nachdem er die Mine in der Nähe des Pittsees gefunden hatte, raubte er zwölf Indianerinnen und brachte sie in das unwegsame Gebiet. Sie mußten für ihn Gold schürfen, das er mit vollen Händen in den Spielhöllen Vancouvers und anderen Städten ausgab. Die Kugeln, die er aus seiner Winchesterbüchse verschoß, goß er selbst aus purem Gold. „Wer mein Gold haben will, bekommt es auch“, sagte Slumach immer,„aber er stirbt daran!“ Viele Menschen endeten unter einer seiner goldenen Kugeln. 1890 entflohen acht Indianerinnen aus Lost Creek. Vier waren schon vorher infolge ungenügender Ernährung gestorben. Slumach holte die flüchtigen Squaws ein und erschoß sie. Er rühmte sich offen dieses Mordes, aber in der damaligen Zeit galt ein Indianerleben nicht viel. Erst als er kurz darauf in New Westminster beim Spiel ein Halbblut erstach, legte man ihn in Ketten. Im Frühjahr 1891 wurde er zum Tode verurteilt und gehenkt. Aber weder dem Richter noch dem Geistlichen verriet er, wo seine Goldmine lag. Er nahm sein Geheimnis mit ins Grab. Seitdem haben immer wieder Abenteurer versucht, die Mine zu finden. Zwanzig oder dreißig sind in den letzten 60 Jahren in dem Gebirge verschollen. Man erzählte sich, daß der Geist des Gehenkten dort umgeht und die Schätze bewacht, die er nicht mit ins Jenseits nehmen konnte. Das Unternehmen der Ökanagan-Fluggesellschaft Agar wurde sorgfältig vorbereitet. Vier Jahre lang studierte man alte Karten, die einen Hinweis geben konnten. Die Ergebnisse wie alle Einzelheiten der Einmannexpedition werden aber von dem Unternehmen geheimgehalten. Amerikaner fordern Fernseh-Lensur Vergiftung der Jugend durch VerbrecherProgramme nimmt erschreckende Ausmaße an Washington.— Über 800 Verbrecherfilme für Jugend-Fernsehprogramme sind in Hollywood produziert worden. Diese erschreckende Mitteilung machte Mrs. Clara Logan, die Präsidentin der„Gesellschaft für bessere Fernseh- und Rundfunkprogramme“. Sie sprach vor einem Unterausschuß des Senats, der die Jugendkriminalität untersucht. Diese Filme, so erklärte sie, seien„geistiges Gift“ für das junge Amerika. Auch gewisse Cowboyfilme gehörten dazu, weil ihre Handlungen auf Verbrechen aufgebaut seien. Senator Robert Henrickson, der Vorsitzende des Unterausschusses, forderte eine Zensur für das Fernsehen in der Art, wie es sie beim Film bereits gibt. Er und seine Kollegen unterbrachen die Sitzung, um sich ein Musterbeispiel von diesen „Jugendprogrammen“ anzusehen. Eine grausige Detektivgeschichte rollte über die Leinwand. Als es am schrecklichsten wurde und ein Verbrecher dem schreienden Helden auf der Hand herumtrampelte. streikte der Vorführapparat. wird allen Unzufriedenen— und wer gehört heute in Frankreich nicht dazu?— in einer humoristischen Broschüre erteilt, welche im Auftrag der Regierung MendèsFrance herausgegeben wurde und sich an die Steuerzahler wendet. Der Regierungschef, der im Gegensatz zu seinem deutschen Kollegen genau den Milchpreis kennt, will seine Landsleute über die wahre wirtschaftliche Lage aufklären:„Frankreich befindet sich heute in der gleichen Lage wie unter König Ludwig XVI. Wir haben das gleiche Einkommen wie die vorausgegangene Generation, aber wir müssen mehr entbehren, weil unsere Bedürfnisse gewachsen sind. Heute verlangt jeder sein Radio, seine Waschmaschine, seinen Motorroller, aber das Volkseinkommen ist in den letzten 25 Jahren nur wenig gestiegen.“ Die Franzosen werden aufgefordert, sich nicht immer gegenseitig die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben. Am Beispiel der teuren, aber für den Bauern immer noch zu billigen Butter wird ausgeführt, daß in Holland eine Kuh im Jahr 3700 Liter Milch, in der Normandie 2200 und in Südfrankreich nur 1740 Liter gibt.„Die Kuh hat also die Schuld oder vielmehr die Methode, mit der sie behandelt wird. Unsere Kühe müssen mehr Milch produzieren, dann verdienen die Bauern mehr, und die Arbeiter können sich billigere Butter kaufen!“ Wer sich also Radios und Motorroller wünscht, muß auch dafür sorgen, daß im Lande mehr produziert wird— dies ist der Rat, den der kluge Mendès-France den Franzosen gibt. Die Pille gegen Lampenfieber Ein Mittel gegen Prüfungsangst— Kandidaten in der Narkose Neuvork. Jeder Mensch muß einmal in seinem Leben irgendein Examen ablegen, sei es auf der Schulbank, im Prüfungssaal einer Universität, in der Werkstatt, am Steuer des neuerworbenen Automobils oder bei der Bewerbung um eine Stellung. Und dann erscheint jene seltsame„Krankheit“, die so häufig einen Strich durch alle Rechnungen macht: Die Prüfungsangst. Man hat sich wohlvorbereitet, wochenlang gelernt— und dann, im entscheidenden Augenblick, versagt man. Die Nerven streiken, der Puls fängt zu klopfen an, der Blutdruck erhöht sich, es ist, als hätten einen alle guten Geister verlassen. Man weiß ganz einfach nichts mehr und fällt durch. sich einer wichtigen Prüfung unterzogen, nahmen zehn dieses Präparat ein. In der Tat lieferten sie weit bessere Arbeiten, die sich hauptsächlich dadurch auszeichneten, daß sie keine sogenannten Leichtsinnsfehler, wie sie durch Erregung und Kopflosigkeit entstehen, enthielten. „Schnellzugratte" gefaßt Cordoba.— Acht Wochen lang hatten 16 argentinische Kriminalbeamte nichts anderes zu tun, als sich zu zweit in Abteilen verschiedener Nachtschnellzüge auf die Bänke zu legen und die Schlafenden zu mimen. Seit etwa einem Jahr wurden Reisenden solcher Züge, die eine freie Bank zum Schlafen benutzt hatten, regelmäßig die Brieftaschen gestohlen. Man fand sie ihres Inhalts beraubt meistens neben den Schienen wieder. Die„Schnellzugratte“, welche diese Diebstähle mit großer Geschicklichkeit ausführte, war trotz aller Bemühungen nicht zu fassen. Erst als man die„schlafenden“ Kriminalisten einsetzte, gelang es, den 29jährigen Bolivianer Genaro Pena Rodriguez zu überführen. Er trug bei seiner Verhaftung 16 000 Pesos und 272 US-Dollar bei sich und gab an, ein Jahr lang von seiner Tätigkeit gut gelabt au haben. Gibt es ein Mittel, um dieses unberechenbare Lampenfleber zu beseitigen? Mit dieser Frage haben sich schon wiederholt Gelehrte befaßt, in der Erkenntnis, daß mancher Mensch, der bei einer Prüfung versagte, ganz anders abgeschnitten hätte, wäre er nicht von der Examensangst übermannt worden. Nun hat der amerikanische Universitätsprofessor Henry Goal, ein Mediziner, an 24 Studenten, die sich der staatlichen Prüfung unterzogen, interessante Untersuchungen vorgenommen. Die Prüflinge wurden vor Beginn der Arbeit auf Blutdruck, Pulsschlag und Blutzusammensetzung untersucht. Dieselben Studenten hatten sich drei Tage nach der Prüfung noch einmal bei Professor Goal zu melden, wobei neue Messungen vorgenommen wurden. Da zeigte sich nun, daß der Blutdruck bei 21 Studenten unmittelbar vor dem Examen weit höher als sonst war, daß der Pulsschlag unter dem Eindruck der bevorstehenden Prüfung beschleunigt ging und die weißen Blutkörperchen sich beträchtlich vermehrt hatten. Nur bei drei Kandidaten ergaben die Untersuchungen vor und nach der Prüfung ein ziemlich übereinstimmendes Bild. Bezeichnenderweise hatten diese drei, obwohl sie durchaus nicht die besten und intelligentesten Studierenden waren, besonders gute Arbeiten geliefert. Professor Goal kam deshalb zu dem Ergebnis, daß sich in mindestens 80 Prozent aller Fälle die Examensangst auf die Prüfungen ungünstig auswirkt, und daß diese Angst beispielsweise größer ist als die Beklemmung, die man etwa vor einer schweren Operation verspürt. Der Gelehrte hat sich jedoch nicht mit diesen Untersuchungen begnügt. Er versuchte, ein Medikament gegen die Examensangst zu finden, das den Prüflingen über die Stunden der Erregung und körperlichen Hochspannung hinweghilft. Dabei kam er auf ein ganz ähnliches Mittel, wie es bereits der holländische Forscher Dr. H. vom Beek empfohlen hat. Es ist notwendig, einen besonders erregten Prüfling in eine Art„Narkose“ zu versetzen, das heißt, ihm ein Mittel zu geben, das seinen Erregungszustand beseitigt. Dazu soll sich ein zu diesem Zweck von Professor Goal eigens zusammengestelltes Brompräparat eignen. Mit diesen Pillen gegen das Lampenfieber hat der amerikanische Gelehrte in Anwesenheit zahlreicher Ärzte ein Experiment vorgeführt, das ein ganz erstaunliches Ergebnis zeitigte. Von 20 Studenten, die Chessmans Berufung wieder abgewiesen Washington.— Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten wies in Washington erneut eine Berufung Caryl Chessmans gegen das vor sechs Jahren über ihn verhängte Todesurteil zurück. Chessman, der im Saint-Quentin-Gefängnis die lange Zeit damit verbrachte, seinen Bestseller„Todeszelle 2455“ zu schreiben, war im Alter von 24 Jahren wegen 17 Verbrechen, darunter Kidnapping, Vergewaltigung und Raubüberfall, zum Tod in der Gaskammer verurteilt worden, Chessman begründete sein letzte Berufung gegen das Urteil damit daß die Prozeßberichte fehlerhaft waren Er hat damit wieder drei Monate Zeit ge wonnen. Koran-Rechtsgelehrter erlaubt Kindermore Kairo.—„Der Vater hat seinen Kinderr das Leben gegeben, also darf er es ihner auch wieder nehmen.“ Dieses überraschende Gutachten gab ein ägyptischer Mufti, den ein Todesurteil zur Begutachtung vorgeleg“ worden war. Kein Todesurteil kann in Agypten vollstreckt werden, solange es nicht von einen Mufti bestätigt worden ist, d. h. von einer offiziellen Rechtsgelehrten, der die Bestimmungen des Korans zu interpretierer hat. In diesem Musterfall hatte ein Vate aus Haß gegen seine geschiedene Frat seine beiden Kinder ertränkt. Die Regie rung arbeitet jetzt schleunigst ein Geset durch, das Kindesmord durch den Vate verbietet. Das Urteil wird von dem Ge richtshof trotz des Muftis aufrechterhalten Wahrscheinlich wird der Mörder jedoch mit Erfolg Einspruch erheben. Feinschmecker Hurup(Dänemark).— Ein Kaufmann aus Hurup hörte nachts auf dem Hof Flaschen klirren. Er vermutete Einbrecher. Aber es war nur ein Stachelschwein, das Durst hatte. Das Tier warf die leeren Sahneflaschen um und verputzte die aus den Flaschen rinnenden Sahnereste. „Züm Schütze des geistigen Eigentums" Entwürfe zur Reform des Urheberrechts unbefriedigend/ Wie weit soll die„private Sphäre“ reichen? Ein Privatmann braucht heute keine Noten, keine Musikinstrumente und in letzter Zeit nicht einmal mehr Schallplatten zu kaufen, um Musik im Hause zu haben. Durch den Rundfunk und die neuen Magnettongeräte wird sein„Bedarf“ reichlich gedeckt und er kann sogar die ihm zusagenden Sendungen aufnehmen und jederzeit wiedergeben. Er„spart“ dabei jedoch auf Kosten des„Erzeugers“, des Komponisten, der am Umsatz der Noten und Schallplatten beteiligt war. Die technische Entwicklung ist an einem Punkte angelangt, an dem die„private Sphäre“ zumindest für diejenigen, die die Rechte der Urheber vertreten, zu weit gezogen scheint und eingeschränkt werden müßte. Bücher helfen reisen Preisausschreiben des deutschen Buchhandels Chancen für die nächste Ferienreise Vor den Schaufenstern der deutschen Buchhandlungen werden vom„Tag des Buches“— 27. November— ab viele Menschen stehen bleiben, denn die ausgestellten Bücher können dazu helfen, eine Griechenland- und eine Italienreise zu gewinnen. Der deutsche Buchhandel hat diese Reisen als Hauptgewinne unter einer stattlichen Zahl von Preisen ausgesetzt, die man durch das Lösen eines Rätsels gewinnen kann. Wer hat den„Fiesco“ geschrieben? So lautet die erste Frage. Aber so einfach geht es nicht weiter. Über manche Büchertitel muß man sich den Kopf zerbrechen. Daher werden es viele als willkommene Hilfe empfinden, wenn ihnen das eine oder andere der ausgestellten Bücher einen Fingerzeig gibt. Hat man alle Fragen richtig beantwortet, so, ergibt sich ein Spruch. Man sieht daraus, daß man Chancen hat. sich im Februar einen Gewinn abzuholen, der außer den Reisen zu den Kulturstätten der Antike auch in einem Ferienaufenthalt an der See oder im Gebirge bestehen kann. Gehört man nicht zu den Gewinnern eines Haupttreffers, so kann man doch einen Buchgutschein im Werte von fünf bis 50 Mark gewinnen. Der Gesamtwert der Preise beträgt 10 000 Mark. Referenten des Justizministeriums legten in den letzten Monaten mehrere Entwürfe für ein Gesetz über das Urheberrecht vor, die heftig umstritten sind. Es geht zunächst um das Urheberrecht, zum anderen um ein Verwertungsgesetz und schließlich um den Beitritt der Bundesrepublik zur sogenannten Berner Konvention, in der sich mehrere europäische Staaten eine Basis für den Schutz des geistigen Eigentums geschaffen haben. Am weitesten geh“ dieser Schutz in Frankreich, am wenigsten weit wird er, falls einer der Entwürfe, mit denen sich der Bundesjustizminister allerdings nicht identifizierte, Gesetz wird, in der Bundesrepublik gehen. Die Entwürfe enthalten zahllose Ausnahmen, so unter anderem gesetzliche Lizenzen zugunsten des Rundfunks und der Schallplattenindustrie. Musikaufführungen bei Volksfesten, Wohltätigkeitsveranstaltungen und Betriebsfeiern sollen tantiemefrei bleiben und die unentgeltliche Vervielfältigung von Werken zugelassen werden. Den Dichtern und Schriftstellern kann es nicht gleichgültig sein, ob ihre Werke in Leihbüchereien stehen, ohne für sie einen Nutzen zu bringen, obwohl zahllose Leser sie lesen, ohne den vollen Kaufpreis zu entrichten. Die Werke bildender Künstler schließlich sind, wenn sie in der Öffentlichkeit ausgestellt werden, der fotografischen Ausbeute völlig schutzlos preisgegeben. Als im Jahre 1901 auf Initiative von Richard Strauß das bestehende Urheberrecht formuliert wurde, waren diese Probleme noch nicht aktuell, weil die Technik die vielfältigen Möglichkeiten zur Ausnutzung noch nicht geschaffen hatte. ten gespannt auf diesen Entscheid und sie erwarten ebenso interessiert den endgültigen Entwurf des Gesetzes, der vom Bundesjustizministerium ausgearbeitet wird, wenn die Ende des Jahres wieder zusammentretende Sachverständigenkommission alle zu den bisherigen Entwürfen eingegangenen Stellungnahmen geprüft hat. Die bedeutendste dieser Stellungnahmen wird die der Cisac sein, deren Vertreter in Paris zusammentreten. Reformbedürftig erscheint auch das Urhebervertragsrecht, für das nach dem Wunsch der interessierten Kreise Normen ähnlich dem Arbeitsrecht aufgestellt werden sollten, die eine ständige und angemessene Beteiligung des Urhebers festlegen. Der Klagen sind viele: so werde in den Entwürfen der Entzug von Urheberrechten unbegreiflicherweise mit dem Vertrauen auf die soziale Gerechtigkeit der Verbraucher begründet, der selbstverständliche Melodieschutz solle aufgehoben und schließlich das Vortragsrecht unzulässigerweise eingeschränkt werden. Es genüge auch nicht, den Urhebern nur einen Vergütungsanspruch zuzuerkennen, dagegen für sie nicht das Recht festzulegen, daß sie zu jeder Aufnahme und Vervielfältigung ihre Einwilligung geben müssen. Der Entwurf- zum Verwertungsgesetz stößt auf Kritik. weil er die Staatsaufsicht Erfolgreiche Maßnahme Von Berthold W. Blume Der Park sah aus wie nach einem Schneefall. Alles lag voller Papierfetzen: der Rasen und die Wege, die Bänke und das Springbrunnenbecken. Zwei alte Parkwächter betrachteten das Bild mit gerunzelter Stirn „Heute ist es ja besonders schlimm“. sagte der eine.„Soviel Papier hat hier ja noch nie rumgelegen.“ Der andere nickte wissend.„Hab mir gleich gedacht, daß es so kommen mußte. Aber der neue Parkverwalter hat nun mal so verrückte Ideen.“ „Was hat denn der damit zu tun.“ „Er hat gestern hier Flugblätter verteilt.“ „Flugblätter? Was stand denn darauf?“ „Es stand drauf:„Das Publikum wird höflichst gebeten, kein Papier auf die Parkwege zu werfen“ über die Verwertungsgesellschaft der Urheber und den Abschlußzwang für sie vorsieht. Die Urheber berufen sich bei dieser Kritik auf die Vereinigungsfreiheit nach dem Grundgesetz und auf das bürgerliche Recht, das die Vertragsfreiheit enthält. Delegierte aus neun europäischen Ländern wollen der deutschen Verwertungsgesellschaft Hilfestellung leisten, wenn in Paris die endgültige Stellungnahme zu den Entwürfen ausgearbeitet wird. „Der Mensch selber ist die Wahrheit“ Zum 70. Geburtstag von M „Erst mit dem Alterwerden im Sommer oder Herbst gewinnt der Baum in seiner Spitze die Kraft, sich voll zu strecken“, steht irgendwo in den Büchern der Margarete Windthorst zu lesen; die Anmerkung gilt, meinen wir, auch für das Werk der jetzt siebzigjährigen Dichterin, das nun zu herbstlicher Fülle herangereift ist und das gleichsam wie eine voll entfaltete Baumkrone unsere Tage überragt. Schon vor Jahr und Tag hat Josef Nadler den Drosteschen Zug an dem Dichten und Schauen dieser westfälischen Gutsherrin gerühmt. Zumal in ihren Romanen werde die ländliche Welt des Bauern wie des Edelmanns mit ihrer ganzen Wirklichkeit sichtbar gemacht. In ihrer Ravensberger Heimat(sie wohnt auf Haus Hesseln nahe dem westfälischen Halle) ist ihre bedeutende Trilogie„Mit Leib und Leben“, „Mit Lust und Last“ und„Zu Erb und Eigen“ eingewurzelt. Dieser Dreibänder (erschienen im Thomas-Verlag, Kempen am Niederrhein) gibt das große farbenund gestaltenreiche epische Schaubild bäuerlichen Dasein; es ist ein Buch vom Erdsegen und von der Himmelsgnade, in dem nicht nur die äußere Welt des Hofes sicher und genau gesehen ist, sondern auch die Beziehungen zwischen dem Diesseitigen und dem Jenseitigen ihre Deutung erfahren; ein scharf geschliffener Bauernspiegel (der freilich auch die Einsprengungen und Brüche im Gefüge des Traditionellen sichtbar werden läßt) und zugleich ein Buch wachen Hineinhorchens in die Zeit, ein Werk, das man anführen muß, wenn die wesentlichen literarischen Äußerungen unserer Tage bei Namen genannt werden sollen. Das gilt in manchem vielleicht mehr noch für ein anderes Werk„Das lebendige Zuviel für Winston Von Olav Sölmund argarete Windhorst Margarete Windthorst ist Trägerin des Droste-Preises. Zu ihrem 70. Geburtstag hat der Deutsche Heimatverlag Bielefeld einen Novellenband unter dem Titel„Weizenkörner“ herausgegeben. Wir entnehmen diesem Buch ein Bild der Dichterin. Herz“(G. Grote’sche Verlagsbuchhandlung, Hamm); es ist ein Buch des Ringens um Gott. mit einem reichen Kranz von Legenden, Gleichnissen und Erzählungen. Es ist ein Lebensbuch, ein tröstender Wegbegleiter von einem seltenen Reichtum geistiger und religiösen Einsichten, die im Zeitlichen dem Zug des Ewigen nachspüren— und die im Bilde des Menschen den fernen Abglanz des Gottesbildes ahnen lassen; denn, so ähnlich sagt die Dichterin, es gibt nur eine Wahrheit: nämlich die, die der Mensch selber ist. Generaldirektor Erich Schulze von der Gema(Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) meint sorgenvoll, daß das geistige Eigentum nicht schlechter gestellt werden dürfe, als das Privateigentum. Auch die Ansicht, daß die Kunst dem Volke gehöre, dürfe nicht dazu führen, die Urheber in ihren Rechten zu beschneiden. Die internationale Vereinigung der Verwertungsgesellschaften auf dem Gebiet des Urheberrechts, kurz Cisac genannt, hat sich Mitte Öktober in München energisch gegen die Entwürte ausgesprochen. Die Gema führte mehrere Prozesse, um beispielsweise zu erreichen, daß die Hersteller von Magnettongeräten einen bestimmten Prozentsatz ihres Umsatzes an die Gema entrichten. In zwei Instanzen hat sie gewonnen— einige Firmen zahlten schon von sich aus— der als letzte Instanz angerufene Bundesgerichtshof hat noch nicht entschieden. Die 90 000 Bezugsberechtigten der Schutzorganisation warER de— de- gold— gold— kat— kat— lack— lack— matt— matt— me— me — mel— mel— mus— mus— nar— nar — ne— ne— no— no— pal— pal— wal— wal— ze— ze— zer— zer. Aus diesen Silben sollen zweisilbige Hauptwörter gebildet werden. Die Schlußsilbe des ersten Wortes ist zugleich Anfangssilbe des folgenden, so daß eine geschlossene Kette von Wörtern entsteht. Auflösung unseres letzten Rätsels Waagerecht: 1. Po, 3. Bracke, 7. Gral, 8. Held, 10. Loti, 11. Silo, 12. Dom, 13. Esel, 14. Enz, 16. Ober, 19. Kanu, 21. Ren, 22. Aus, 23. Sand. 25. Ufer, 27. Riegel, 28. re. Senkrecht: 1. Palisander, 2. Ochsenauge, 3. Brom, 4. Rate, 5. Keil, 6. Elle, 7. Globus, 9. Donner, 12. Do, 15. zu, 17. er, 18 Reni, 19. Kufe, 20. As. 24. Ar, 26. el. Als er im Speisewagen an einem Tisch Platz nahm, an dem ein sehr alter Herr still seine Hammelkotelettes verzehrte, sah dieser auf, schaute Churchill eine Weile nachdenklich an und fragte: „Sind Sie nicht— verzeihen Sie, wenn ich danach frage— Winston, Winston..?“ „Ganz recht... Winston Churchill!“ „Ach jal Ich habe Sie doch gleich wiedererkannt. Sie mich nicht?“ „Hm! Tut mir aufrichtig leid! Ich kann mich wirklich nicht entsinnen.“ „Möglich! Haben uns beide ja wohl auch etwas verändert. Aber, ich werde Sie darauf bringen. Warten Sie... es muß so ungefähr vierzig oder fünfzig Jahre her sein. WWir wohnten gemeinsam in Eton, im Andrews College... Sie waren immer, na ja, damals waren wir es ja alle,— etwas knapp bei Kasse, und da lieh ich Ihnen einmal zehn Pfund...“ „Und die habe ich Ihnen nicht wiedergegeben?“ „Doch, doch! Gleich am nächsten Nachmittag, und Sie sagten noch, daß es Ihnen sehr schwer gefallen ist, die Summe zusammen zu bekommen!“ Churchill bemühte sich, sich der Begebenheit zu entsinnen. Schweigend dachte er nach. Da unterbrach ihn sein Gegenüber: „Damals hatte ich mir gedacht, der da wird es zu nichts bringen. Aber Sie sehen wirklich gut aus heute. Es scheint Ihnen gut zu gehen.—— Darf ich fragen, was Sie jetzt machen?“ Da verschlug's Churchill die Sprache. Wieviel Gift können wir vertragen? Gift ist nicht immer schädlich— Die Natur ist eine große Fabrik Gift ist in unserer nächsten Umgebung. Der eine feuchtet seinen Tintenstift mit der Zunge an oder speichelt gebrauchte Pinsel ein, bis er sich eine Magenerkrankung oder eine Bleivergiftung holt. Der andere rühmt sich, Obstkerne schlucken zu können und bekommt eine lebensgefährliche Blausäurevergiftung. Vor einigen Jahren sind im mainfränkischen Gebiet Hunderte von Menschen nach dem Genuß ausgekeimter Kartoffeln erkrankt— Solaninvergiftung. Und in jedem Herbst sterben Menschen, die an der„Giftküche der Natur“ genippt haben: an Tollkirschen, Seidelbastbeeren, Giftpilzen, Herbstzeitlose usw. Immer mehr ist man dazu übergegangen, Weintrauben, Obst und Gemüse zu spritzen, d. h. mit giftigen Mitteln wie Bleiarsenat und anderen zu behandeln. Geschieht dies sachgemäß, dann soll keine Gefahr vorhanden sein, wie Giftsachverständige behaupten(was freilich wieder von anderen bestritten wird). Ein Milligramm Arsentrioxyd pro Kilo Obst soll unschädlich sein. Aber es soll Züchter geben, die mit diesen gefährlichen Giften umgehen nach dem Grundsatz: viel Gift tôtet viel— und sie bespritzen ihre Produkte nicht nur kurz vor der Ernte, sondern womöglich mit der hundertfach zulässigen Menge. KULTURNOTIZEN In New York wurde ein neues SchillerDenkmal enthüllt. Der Bau des im New Yorker„Central-Park“ gelegenen Denkmals, das auf einem rund fünf Meter hohen Felssockel die Büste des deutschen Dichters zeigt, wurde durch eine Spendenaktion der in New York ansässigen Amerikaner deutscher Abstammung ermöglicht. Eine Skarabäensammlung von 922 Einzelstücken wird am 27. November im Stuttgarter Kunstkabinett Ketterer versteigert. Die Sammlung, die aus dem Privatbesitz des Agyptologen Prof. Freiherr von Bissing, München, stammt, dürfte die größte und reichhaltigste ihrer Art außerhalb der Museen sein. Die Bremer Kunsthaile hat aus Privatbesitz ein Bild des Malers Wilhelm Leibl erworben. Es ist ein Porträt des Geheimrats Seeger, das 1896 entstand und eines der bedeutendsten Spätwerke des Künstlers ist. Für den Ankauf stellte die Bremer Finanzdeputation 35 000 Mark zur Verfügung. Die schwedische Königliche Akademle der Wissenschaft will den diesjährigen Nobelpreis für Chemie an den Amerikaner Dr. Linus C. Pauling vergeben. Dr. Harvey vom britischen Gesundheitswesen behauptete, daß„Tausende von britischen Hausfrauen durch Unachtsamkeit ihre Familien vergiften“. Die meisten Lebensmittel, die schädlich sind, werden seiner Ansicht nach erst in der Küche infiziert. Küchentücher gehören ganz weg, sagt er, denn sie seien Bazillenkulturen. Und Tiere wie Katzen und Hunde hätten in der Küche so wenig verloren wie kleine Kinder. Gift ist ein relativer Begriff, wie wir aus der Heilkunde wissen. Spuren von Gift sind in vielen unserer Nahrungsmittel enthalten, ohne daß diese uns schaden. Arsentrioxyd, das bei Verbrennung von Arsen entsteht, finden wir fast in jedem Fisch. Auf ein Kilo Schellfisch oder Kabeljau kommen 2 bis 5 Milligramm dieses Giftes, auf die gleiche Menge Hummer sogar bis zu 16 Milligramm, auf Krabbenfleisch bis zu 10 Milligramm. Auch Muscheln, Sardinen, Lebertran, Garnelen, Austern und einige hundert andere Lebensmittel enthalten über ein Milligramm dieses Arsens, ohne daß es uns schadet. Es gibt Leute, die sich vor Aluminiumgeschirr scheuen aus Angst, Krebs zu bekommen. Sie wissen nicht, daß man dem Aluminium gar nicht entgehen kann, weil 7,3 Prozent unserer Erde aus Aluminium bestehen. Aluminium bildet den 4000. Teil unseres Gehirns und den 10 000. Teil unserer Nieren; es kommt vor in Kopfsalat, Feigen, Pistazien, Rosinen, Datteln, Radieschen, Haselnüssen usw Wer behauptet, daß seine Magenbeschwerden sofort schwinden, wenn die Speisen nicht mehr in Aluminiumgeschirr gekocht werden, belügt sich selber, weil das Aluminium erst nach langer Zeit den Körper verläßt, also noch monatelang wirksam sein müßte. Wieviel Gift können wir also vertragen? So viel wie uns die Natur zugedacht hat. Wir haben keinen Grund, uns fortwährend zu ängstigen, denn ohne Spuren von Giftstoffen und Metallen könnten wir gar nicht leben. Streit um die Tagebücher Cosima Wagners Seit über 12 Jahren liegen die 21 Tagebücher Cosima Wagners, die sie während ihres Zusammenlebens mit Richard Wagner niedergeschrieben hat, uneröffnet und in versiegeltem Paket in den Tresors der Bayerischen Staatsbank in München. Sie sind Eigentum der Stadt Bayreuth, die sie im Jahre 1935 von der Tochter Cosimas, Eva von Bülow, verehelichte Chamberlain, als Geschenk erhielt. Werden diese Bücher, wie es die letztwillige Verfügung der Schenkerin vorsieht, dort noch bis zum Jahre 1972 ruhen müssen, ehe sie Forschung und Allgemeinheit um wertvolle neue Erkenntnisse über das Leben und Wirken des großen Dichterkomponisten bereichern können? Um diese Frage geht es im Ergebnis in dem seit über 3 Jahren laufenden Rechtsstreit, mit dem sich nun der Bundesgerichtshof am 26. November beschäftigen wird. Die im Jahre 1930 verstorbene Frau Cosima hatte ihre Tagebücher zu ihren Lebzeiten ihrer Tochter Eva Chamberlain„geschenkt und zur eigenen Verwahrung anvertraut“, wie es in einem Eintrag im Archivkatalog des Hauses Wahnfried vom 22. November 1911 heißt. Mit ihrer Tochter Eva verband Frau Cosima ein besonders tiefes Vertrauensverhältnis. Eva war Sekretärin und Beraterin ihrer Mutter, und jahrzehntelang standen die beiden Frauen in engem gegenseitigen Gedankenaustausch. So war denn auch die Übergabe der Tagebücher ein Zeichen besonderen Vertrauens, weil, wie Eva Chamberlain in einem Brief schreibt,„sie auf diese Weise jene Tagebücher, Schriftstücke und sonstigen Gegenstände, die ihr teuer waren, am besten vor Indiskretionen und vor jenen Zufälligkeiten bewahrt sah, denen derartige Dinge, wenn sie sich im Besitz größerer Familien befinden, leicht früher oder später ausgesetzt sind.“ Im Jahre 1935 hatte Eva Chamberlain die Tagebücher und Schriftstücke der Stadt Bayreuth für die „Richard-Wagner-Gedenkstätte“ geschenkt. Dabei hatte sie u. a. zur Bedingung gemacht, daß sie bis zu ihrem Ableben verschlossen in den städtischen Tesors verwahrt würden. Diese Bestimmungen hatte sie in ihrem Testament dahin geänderi, daß die Tagebücher und Briefe ihrer Mutter erst 30 Jahre nach ihrem Tode der Richard-Wagner-Gedenkstätte zur Eröffnung und dauernden Aufbewahrung wieder übergeben werden sollten und bis dahin bei der Bayerischen Staatsbank zu hinterlegen wären.„Nach diesem Zeitpunkt darf Berufenen Einblick in diese Aufzeichnungen und Briefe gewährt werden, aber nur innerhalb der Richard-Wagner-Gedenkstätte“. Ihren Testamentsvollstrecker beauftragte sie, dafür Sorge zu tragen, daß ihr letzter Wille beachtet und ausgeführt werde. 1942, im Todesjahre Eva Chamberlains, wanderten die Tagebücher aus dem Tresor der Stadt Bayreuth in das Depot der Bayerischen Staatsbank. Doch im März 1951 nahm Frau Winifred Wagner, die Witwe Siegfried Wagners und jetzige Herrin des Hauses Wahnfried, auf Grund Erbganges das Urheberrecht für sich in Anspruch. Sie erhob Klage gegen den Testamentsvollstrecker, in dessen Verfügungsgewalt sich die Tagebücher jetzt befinden, und wollte festgestellt haben, daß ihr das Urheberrecht an den Tagebüchern der Frau Cosima Wagner zustehe und daß das letztwillige Verbot Eva Chamberlains, die Tagebücher während einer Zeit von 30 Jahren nach ihrem Tode zu veröftentlichen, ihr gegenüber unwirksam sei Nach dem Landgericht hat jedoch auch das Oberlandesgericht München als Berufingsinstanz im September 1952 die Klage Frau Winifred Wagners abgewiesen, da ihr weder das Eigentum noch das Urheberrecht an den Tagebüchern zustehe. Gegen diese Entscheidung hatte Frau Winifred Revision eingelegt, mit der sich nunmehr der Bundesgerichtshof in Karlsruhe als höchstrichterliche Instanz beschäftigen wird. Naturbetrachtung Von Wolfgang Corneel Ein englischer Tourist besichtigte die Niagara-Fälle. Der Reiseführer, ein Amerikaner natürlich, hoffte inbrünstig, der trockene Gast werde sich wenigstens von der Größe dieses Naturschauspiels ein wenig beeindrucken lassen. „Gewaltig!“ schrie er und deutete auf die rauschenden Wasser. Der Engländer nickte gleichmütig. „Millionen von Litern in der Minute!“ erklärte der Führer. „Wieviel am Tag?“ fragte der Engländer „Viele Milliarden Liter!“ Nonchalant schob der Engländer die Pfeife in den anderen Mundwinkel.„Läuft auch nachts, nicht wahr?“ Das veränderte Format Von Jeremias Reisig In die Redaktion eines schottischen rovinzblättchens tritt ein aufgeregter Herr. „Mein Name ist McDonald“, beginnt er unvermittelt.„Ich muß mich beschweren, denn ich bin nicht damit einverstanden, daß Sie das Format Ihrer Zeitung geändert haben. Wo soll das hinführen, wenn das jeder machen würde? Ich finde es undemokratisch, daß Sie eine derartige Anordnung treffen, ohne vorher Ihre langjährigen Abonnenten zu befragen.“ „All right! Doch was liegt Ihnen an dem Format?“ entgegnete der Hilfsredakteur. Es steht genau so viel in der Zeitung wie vorher, es ist nur kleiner und gedrängter gedruckt.“ „Shocking! Verstehen Sie nicht, es geht um das Format! Drucken Sie meinetwegen so klein, daß man eine Lupe zum Lesen braucht, aber das Format darf nicht darunter leiden. Was glauben Sie, weshalb ich Abonnent bin...?“ Der Hilfsredakteur holt den Redakteur. Der aufgeregte Herr fährt unbeirrt fort: „Seit fünfundzwanzig Jahren beziehe ich Ihre Zeitung, obgleich sie inhaltlich... Na ja, lassen wir das. Doch heute morgen..? Thunderstorm, ich traue meinen Augen nicht. Die Zeitung ist kleiner. Wissen Sie was das heißt? Sie sind sich offenbar nicht über die Tragweite diese» Schrittes im klaren. Wirtschaftsschädigend ist diese neue Mode, die Zeitungsformate zu verkleinern... Der Redakteur ruft den Herausgeber. „Ich bitie Sie, mein Herr“, versucht dieser zu besänftigen,„was in aller Welt liegt Ihnen an dem Format meiner Zeitung? Ich kann Ihnen die Versicherung geben, daß der Inhalt nicht leidet. Das Papier ist eben teurer geworden...“ „Papperlapapp! Und wer denkt an mich? Seit fünfundzwanzig Jahren beziehe ich Ihre Zeitung, seit fünfundzwanzig Jahren! Ich werde Sie regreßpflichtig machen. okay!" Der Herausgeber wischt sich den Schweiß von der Stirne. „Wollen Sie mir nicht endlich erklären. weshalb..?“ „Weshalb? Das fragen Sie noch?“ Der aufgeregte Herr stellt sich in Positur: „Weil nun das Format nicht mehr ausreicht, um darin Elaschen einzuwickeln. Sie müssen wissen, ich bin— Whisky-Händler!" Terzro5? Dann Herz und Nerven sconen, MEE tinken Eine Stadt wehrt sich gegen Lärm Zur Nachahmung empfohlen: das Beispiel Goslar— An der Spitze der Lärmerzeuger die Motorräder Goslar.— In den Städten sterben weitaus mehr Menschen an Herzkrankheiten, Gehirnblutungen und anderen von den Gefäßen ausgehenden Schäden als auf dem Lande. Viele Ärzte sind der Ansicht, daß der Lärm daran ein gerütteltes Maß Schuld trägt. Er macht die Menschen reizbar, nimmt ihnen den Schlaf, versetzt sie in ständigen Alarmzustand. Immer dringender wird der Ruf nach Schutz gegen die Aggression des Lärms. Da der Appell an die Lärmverursacher bisher kaum gefruchtet hat, wendet sich der Bürger an die Behörde. Lärm ist eine flüchtige Erscheinung, die sich schwer packen läßt, und so stehen auch die Behörden diesem Zeitübel meist resigniert gegenüber. jedoch weder im Register des Standesamtes Recke noch anderer umliegender Gemeinden verzeichnet. Meisterpaar beim Ehrentanz Im Amateur-Tanzturnier um die deutsche Meisterschaft 1954 in der Kongreßhalle zu Frankfurt siegten die Europameister und Deutschen Meister Herr Hegemann/Fri. Kämmerer vom Grün-Gold-Club Bremen. Unser dpa-Bild zeigt das Meisterpaar beim Ehrentanz. Aber man kann schon einiges tun. Das zeigt das Beispiel der Stadt Goslar. Sie hat, durch eine Zeitungsumfrage unterstützt, zunächst einmal festgestellt, in welchen Stadtvierteln und Straßen die Lärmbelästigung am stärksten ist, und von welcher Art Lärm sich die Bevölkerung besonders bedrängt fühlt. Die Ergebnisse sind in einer Broschüre„Wo ist der Lärm in Goslar?“ zusammengetragen. Ihre Lektüre könnte auch unsere. Städte zu ähnlichen Bemühungen anregen. Viel verklagt: die Autotür Nach den Beschwerden der Goslarer Bürger stehen an der Spitze aller Lärmerzeuger die Motorräder, gefolgt von den Lastkraftwagen. Viel geklagt wird über das Zuschlagen von Autotüren zur Nachtzeit, ein Hinweis mehr darauf, daß die Raubüberfälle auf der Autobahn Gangster mit Maschinenpistole bewaffnet Düsseldori.— Drei mit einer Maschinenpistole bewaffnete motorisierte Täter verübten in der Nacht zum Dienstag in der Nähe von Köln drei Raubüberfälle auf Fahrzeuge. Wie die Polizei mitteilt, hatten die Täter— vermutlich drei Polen— von einem Frankfurter Kaufmann in Köln einen OpelKapitän(Kennzeichen A H 70— 7101) gestohlen, mit dem sie ihre Raubüberfälle auf der Bundesstraße 9 zwischen Mehlem und Godesberg, auf der Autobahnauffahrt Köln—Mülheim und der Autobahnabfahrt Köln—Deutz verübten. Die Räuber hielten den Wageninsassen eine Maschinenpistole entgegen und forderten Geld. Dann verschwanden sie mit dem Opel-Wagen auf der Autobahn. Die Polizei vermutet, daß sie bei ihren Raubzügen in einen Verkehrsunfall verwickelt wurden, denn der Opel wies an der rechten Wagenseite Schürfspuren auf. Wie die Kölner Kriminalpolizei bekanntgibt, gelang es den Banditen, die schwarze Masken trugen, nur einem Kaufmann aus München, zu bestehlen. Wie der Kaufmann der Polizei berichtete, hatten ihn die motorisierten Straßenräuber mit ihrem Fahrzeug überholt und sich vor seinen Wagen quer zur Führbahn gestellt. Bevor der Kaufmann überhaupt wußte, warum er angehalten wurde, forderten mehrere Personen ihn mit vorgehaltener Maschinenpistole auf, unverzüglich sein Bargeld herauszugeben. Die Täter entwendeten ihm 570 Mark. Der Überfallene war so überrascht, daß er der Polizei nicht mit Bestimmtheit angeben konnte, wieviele Täter auf ihn eindrangen. Wie die Kriminalpolizei weiter berichtet, schlugen die Überfälle auf die beiden anderen Kraftwagenfahrer fehl, weil die Banditen durch entgegenkommende Fahrzeuge gestört wurden. Ein ähnlicher Überfall soll sich in der Nacht zum Dienstag bei Hersel im Raum Köln ereignet haben, dort soll ein PkwFahrer von Unbekannten Überfallen worden sein. Die Herbsttagung der Rheinisch-Westfälischen Tuberkulose-Vereinigung findet am 13. November im Plenarsaal des NRW-Landtagsgebäudes in Düsseldorf statt. Autoindustrie uns längst die leise schließende Tür schuldig ist. Das Geheul von Werksirenen wird für ebenso überflüssig gehalten wie das Hupen in der Innenstadt. Die Belästigung der Nachbarschaft durch überlaute Rundfunkempfänger erreicht regelmäßig in den Abendstunden zwischen 19 und 22 Uhr ihren Höhepunkt. Spielplätze gegen Kinderlärm Zur Eindämmung des Kinderlärms in den Wohnstraßen werden mehr Spielplätze gefordert. Häufig kehrt der Vorschlag wieder, die gesetzlich vorgeschriebene Mittagsruhe durch verschärfte Überwachung zu erzwingen, vor allem auch gegen das Teppichklopfen zur unrechten Zeit. Und wenn der Vorschlag aus der Bürgerschaft, Wohnhäuser an Verkehrsbrennpunkten auf Allgemeinkosten mit Doppelfenstern auszustatten, zwar wenig Aussicht auf Erfolg hat, so deutet er doch auf eins der schwierigsten Probleme hin: Vor allem dort, wo die Schlafräume zur Hauptverkehrsstraße liegen, ist die Bevölkerung einer Dauerlärmbrause ausgesetzt, die ihre Gesundheit bedroht. Mit solchen Untersuchungen ist der Lärm sicherlich noch nicht aus der Welt geschafft. Aber das Problem wird ins öffentliche Bewußtsein gerückt und durch tätige Mitwirkung der Stadtführung zu einem allgemeinen Anliegen gemacht. Damit ist schon viel gewonnen.(idr) Rätselhafter Grabstein Recke. Taucher, die im Bereich der Gemeinde Recke(Kreis Tecklenburg) im Mittellandkanal nach Munition und anderen Kriegsüberresten suchten, fanden dabei auch einen Grabstein. Als er aus dem Wasser geloben war, entzifferte man die Inschrift:„Hier ruht Ehefrau Wilhelmine Albers, geb. Schürbrock, geb. 15. 6. 1877, gest. 10. 11. 1911.“ Der Name der Toten ist Unter dem Protektorat von NRW-Ministerpräsident Arnold veranstaltet die„Deutsche Gesellschaft für Filmwissenschaft“ am 12. und 13. November in Düsseldorf ihre 2. Jahrestagung. Filmwissenschaftler aus allen Teilen des Bundesgebietes werden sich über aktuelle Fragen des deutschen Films unterhalten. Im Mittelpunkt der Beratungen steht das Thema: „Der Film als Beeinflussungsmittel unserer Zeit“. Brandserlen In München München. Die Münchener Feuerwehr wurde am Dienstag wieder zu einem gröBeren Brand gerufen. Eine Scheune des Gutes Großlappen bei München hatte aus noch ungeklärten Gründen Feuer gefangen. Mit zwei B- und acht C-Rohren konnte das Feuer nach etwa einer Stunde unter Kontrolle gebracht werden. Die Brandfahndungsabteilung arbeitete auch am Dienstag an der Aufklärung der Brände in der Gummifabrik Metzeler und im„Isar-Chemie“-Werk. Über den Stand der Ermittlungen wurde noch nichts bekannt. Gerüchte über eine mögliche Brandstiftung im Metzeler Werk waren von Generaldirektor Carl Rüger, nicht aber von der Polizei dementiert worden. Ponv im Locelei-Expreß Shetland-Pony von Hagenbeck fuhr mit Kinderfahrkarte nach Bonn Mönchen-Gladbacn.— Großes Aufsehen erregte auf dem Mönchen-Gladbacher Hauptbahnhof ein drei Monate altes Shetland-Pony, das gegen Lösung einer Kinderfahrkarte den Lorelei-Expreß benutzte.„Liebling“, so heißt das Pony, gehört dem Zirkus Hagenbeck als jüngstes Mitglied an. Es fuhr am Montag mit einem Tiroler Hütchen auf dem Kopf ohne Zirkus als große Dame separat von Mönchen-Gladbach nach Bonn, wo der Zirkus Hagenbeck in den nächsten Tagen gastiert. Hausbesitzer haben„nagende" Sorgen Bonn.— Die Bonner Hausbesitzer haben „nagende“ Sorgen. Als vor kurzem an mehreren Häusern umfangreiche Erneuerungen des Dachstuhls notwendig wurden, stellten Fachleute fest, daß etwa 40 bis 60 Prozent aller Bonner Häuser vom Hausbock befallen sind. Es handelt sich dabei nicht etwa nur um alte Bauwerke, sondern auch um Wohnhäuser, die erst nach dem Kriege errichtet wurden. Die eigentliche Gefahr bildet die Larve des Hausbocks. Der Käfer selbst lebt nur wenige Wochen und ernährt sich nicht von Holz. Das Weibchen legt etwa 300 Eier in die Trockenrisse des Gebälks. Die ausschlüpfende Larve bohrt sich sofort in das Holz ein und beginnt ihr Zerstörungswerk. Sie hat fünf bis sieben Jahre Zeit dazu und zerstört täglich eine Holzmenge, die ihrem eigenen Körpervolumen entspricht. Da eine Holzbocklarve durchschnittlich 1,5 Zentimeter lang ist, kann man leicht ausrechnen, welche Zerstörungen sie in sieben Jahren anrichten kann. Der Befall ist nur sehr schwierig festzustellen, da die Larve die Außenwand des Gebälks fast immer als hauchdünne Schicht stehen läßt, während innen das Holz bereits zermahlen ist. Ganze Generationen von Hausböcken sind so oft unbemerkt am Werke. Das steigende Auftreten von Hausböcken hat nach der Ansicht der Fachleute verschiedene Ursachen. Einmal wird zum Hausbau heute immer häufiger Nadelholz statt Eiche verwandt, und zum anderen verbaut man das Holz meist ohne Imprägnierung. Ein weiterer wesentlicher Grund ist darin zu suchen, daß heute vielfach dünne Balken aus dicken Stämmen geschnitten werden, so daß sich der Holzkern, der vom Hausbock nicht angegriffen wird, entweder am Rande befindet oder aber überhaupt nicht mehr vorhanden ist. Um größere Schäden zu verhüten, ist es erforderlich, das Balkenwerk eines jeden Hauses ständig untersuchen zu lassen. Es wird angenommen, daß sich der Hausbockbefall in anderen Städten in ähnlichen Größenordnungen wie in Bonn bewegt. Schlägerelen mit Tommies 5 Deutsche zum Teil erheblich verletzt- Schaufensterscheibe eingeschlagen Paderborn.— In Paderborn kam es an zwei Stellen zu Schlägereien zwischen deutschen Zivilisten und britischen Besatzungsangehörigen, bei denen fünf deutsche Personen und mehrere englische Soldaten zum Teil erheblich verletzt wurden. An einer Stelle zerschlugen nach der Darstellung der Polizei vier angetrunkene Besatzungsangehörige das Schaufenster eines Cafés und schlugen einen Straßenpassanten mit einer von einer Baustelle genommenen Sturmlaterne zusammen, Der Überfallene wurde mit schweren GesichtsDurch Westfalentreue wiedererstanden Münsters weltberühmtes Rathaus eingeweiht— Perle westfälischer Gotik Münster. Es war eine Feierstunde, wie man sie nur selten erlebt, Tausende von Menschen aus Münster, aus dem Münsterland und aus dem ganzen Westfalenland waren susammengeströmt, um das durch Bürgersinn und Westfalentreue wiedererstandene Rathaus der westfälischen Hauptstadt zu grüßen und sich über die Wiedergeburt des herrlichen Giebels zu freuen, der mit seiner himmelanstrebenden Gotik als einer der schönsten der Welt gilt. Als das prächtige Bauwerk vor 10 Jahren im Bombenhagel zusammenbrach, hat niemand geglaubt, daß es je wiedererstehen könnte.„Aber der 1950 vom Verein der Kaufmannschaft in Münster entfachte Funke sprang über auf alle westfälischen Städte und Gemeinden, man erkannte, daß Münsters Rathaus ein westfälisches Anliegen war, und darum halfen alle freudig, den alten Giebel in seiner ursprünglichen Form in neuer Pracht erstehen zu lassen“, sagte der Vorsitzende des Ausschusses für den Rathaus-Wiederaufbau zu der auf dem Prinzipalmarkt versammelten vieltausendköpfigen Menge. Alten Münsteranern und Westfalen standen die Tränen in den Augen, als plötzlich Scheinwerfer aufleuchteten und die ganze Schönheit des Giebels erkennen ließen.„Ja, wirklich, es ist unser altes Rathaus, das wir so liebten.“ Die Menge entblößte die Häupter.„Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“ klang es durch die Nacht. Und dann:„Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland...“ Wahrlich, es war eine einmalige Feierstunde—— getragen von Bürgersinn und Westfalentreue. verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Ein anderer deutscher Straßenpassant, der vermittelnd eingreifen wollte, wurde zu Boden geworfen, erlitt eine leichte Gehirnerschütterung und verlor mehrere Zähne. Deutsche Polizisten eines Funkstreifenwagens stellten die Ruhe wieder her. Etwa zur gleichen Zeit kam es ebenfalls im Stadtzentrum zu einer Schlägerei zwischen drei deutschen Zivilisten und zwei englischen Soldaten, wobei es auf beiden Seiten leichte Verletzungen gab. Hündin nährt Ferkel Münster. In der Bauerschaft Altstedde bei Ibbenbüren warf in diesen Tagen eine Sau 15 Ferkel. Zum gleichen Zeitpunkt warf im selben Haus eine Hündin einen Welpen, der einging. Da die Sau nur 12 Ferkel hähren konnte, legte man drei Ferkel der Hündin an. Die Schäferhündin nahm die Ferkel an. Pudding Quintaner vermißt Angst vor dem Herbstzeugnis Paderborn. Seit Freitag mittag wird der Quintaner Klaus Hoffmann aus Paderborn vermißt. Der 13jährige Schüler wagte sich wahrscheinlich nach den Feststellungen der Polizei mit dem Herbstzeugnis aus Angst vor Strafe nicht nach Hause. Alle Nachforschungen bei Verwandten und Bekannten blieben nach Mitteilung der Polizei bisher erfolglos. Der Junge trägt elne Brille und hat eine Lederhose und Trachtenjacke an. Er hat keinerlei Ausweispapiere bei sich und könnte sich mit einem Fahrrad unterwegs befinden. Sachdienliche Mitteilungen über den Verbleib des Jungen nimmt jede Polizeidienststelle entgegen. Ausauft wurde ein Mann von der Funkstreife geweckt, der in eine Dortmunder Kindertagesstätte eingebrodien war. Der Einbredier hatte den für die Kinder bestimmten Pudding aufgelöffelt und war darüber eingeschlafen, bevor er sidi genauer über die Diebstahl-Möglichkeiten orientieren konute. Der Puddingdieb durfte erst in der Polizeizelle seinen unterbrodienen Schlaf fortsetzen. REPRÄSENTANTEN DES EUROPÄISCHEN VERKEHRS Ein venezianischer Gondoliere, ein deutscher Lokführer, ein Pariser Taxifahrer und ein norwegischer Schiffskapitän sowie andere Vertreter des europäischen Verkehrs waren Fluggäste der holländischen Fluggesellschaft KLM, die ihre neue Direktverbindung Düsseldorf—Sidney eröffnete. Die Repräsentanten des europäischen Verkehrs werden in Sidney an einem Empfang der Stadt teilnehmen. Die Maschine, die 18 000 Briefe für Australien an Bord hat, trug den Namen„Postillion d' Amour“. Die Strecke soll ab 1. November einmal wöchentlich beflogen werden. Unser Bild zeigt v. I. n. r.: den Londoner Omnibusfahrer J. Adams, den deutschen Lokführer W. Schoor, den Pariser Taxifahrer P. Renault, den Gondoliere P. Vettemutti, den Brüsseler Straßenbahner P. Harnie, den Kopenhagener Postboten H. Michelic den Fahrer der Jungfraubergbahn C. Lauener, den ältesten Piloten der KLM Commodore Moll und den norwegischen Kapitän M. Foyn. „Millionenerbir" winkt auf der Autobahn „Lustige Witwe“ aus Sachsen legte gutgläubigen Straßenbauunter nehmer gründlich herein Wildschwein beschädigt Pkw Keiler brachte Autobahn-Verkehr in Unordnung— Von Polizei erschossen Düsseldorf. Ein Keiler verirrte sich in den dichten Verkehr auf der Autobahn zwischen Duisburg-Wedau und DüsseldorfNord. Das Wildschwein rannte gegen einen Pkw, der leicht beschädigt wurde. Drnn sauste der Keiler weiter auf der Autobahn zwischen den Wagen hin. Eine Polizeistreife erschoß das Tier, um die Verkehrsgefährdung zu beseitigen. 2000 Strafgefangene weniger Düsseldorf. In Nordrhein-Westfalen gab es am 1. September 1954 rund 10 000 Strafgefangene gegenüber 12 000 in der gleichen Zeit des Vorjahres. Wie Justizminister Dr. Rudolf Amelunxen vor dem Justizausschuß des Landtags mitteilte, sei im gleichen Zeitraum die Zahl der jugendlichen Strafgefangenen um 25 Prozent zurückgegangen. Der Minister führt diese Entwicklung teilweise auf das Amnestiegesetz, überwiegend aber auf die gerichtliche Anwendung der„Strafaussetzung zur Bewährung“ zurück. Dr. Amelunxen nimmt an, daß von dieser neuen Strafart noch ausgiebiger Gebrauch ge.nacht wird, wenn der jetzt beim Landtag eingegangene Gesetzentwurf über die Bewährungshelfer verabschiedet ist. Der Bund Deutscher Verkehrsverbände hält in der Zeit vom 11, bis 13. November in der Düsseldorfer„Rheinterrasse“ seine diesjährige Jahresversammlung ab. Neuwied. Eine gewaltige Hochstapelei, die im gesamten Mittelrheingebiet großen Staub aufgewirbelt hatte, fand vor dem Schöffengericht Neuwied ihren Abschluß. Sie begann an der Autcbahn Köln—Frankfurt in der Nähe von Siegburg, als ein Straßenbauunternehmer aus dem Kreise Neuwied seinen Kraftwagen anhielt, um eine ihm zuwinkende Dame ein Stück mitzunehmen. Schon nach wenigen Kilometern hatte ihn die Liebe blind gemacht, da ihm seine Begleiterin, die 35jährige, zweimal verwitwete Erika-Charlotte Schurig aus Riesa(Sachsen) unterwegs erzählte, sie sei auf dem Wege nach Augsburg, um dort eine Erbschaft von 13 Millionen DM in Empfang zu nehmen. Betört von diesem unerhörten märchenhaften Glück, steuerte er seinen Wagen zu seinem Jagdhaus in Rheinbrohl und übergab es ihr als Wohnung für die nächsten Wochen. Bald versprach er auch, sich von seiner Frau scheiden zu lassen, um dann in einem Waldhaus, das neu erbaut werden sollte, gemeinsam ein schönes Leben zu beginnen. Inzwischen wurden auch eingehende Überlegungen angestellt, wie das viele Geld zweckmäßig anzulegen sei. Hierbei zog der Unternehmer mehrere Bekannte, Rechtsanwälte und Notare, denen er die Freundin als die Frau seines früheren Regimentskommandeurs vorstellte, zu Rate. Zunächst wurden Verhandlungen auf Erwerb der Hubertusburg bei Hammerstein am Rhein ingeleitet. Man einigte sich auf einen Kaufpreis von xund einer halben Million EM Dann sollte ein großes Waldgelände bei Rheinbrobl, das der Graf-Westerholtschen Liegenschaftsverwaltung in Recklinghausen gehörte, zum Preise von 110 000 DM gekauft werden. Die notariellen Akte wurden sofort angelegt. Weiter wurde eine Villa in Bad Honnef för 70 000 DM übernomen. Als endlich ein Notar in Linz am Rhein mit dem Verkauf eines Aktienpakets betraut und der erste Briefwechsel gepflogen wurde, krachte das Märchenschloß wie ein Kartenhaus zusammen. Es stellte sich heraus, daß alles purer Schwindel war. Die Frau verfügte lediglich über ein Bankkonto bei der Linzer Stadtsparkasse über eine Deutsche Mark, während Schecks für den Kauf eines Autos, eines Rundfunkgeräts und eines Staubsaugers platzten. Der Traum von den vielen Millionen fand im Gerichtssaal ein krasses Ende. Wegen Betrugs wurde die„lustige Witwe“ zu vier Monaten, ihr seriöser Liebhaber, der an das Wunder geglaubt hatte, wegen des gleichen Delikts und außerdem wegen Beihilfe zu drel Monaten Gefängnis verurtellt. Hangschulen der Segelflieger Lengerich. Angeregt durch die Lingener Segelfliegergruppen bemühen sich die Segelflieger, im nächsten Sommer Hangschulungen im Teutoburger Wald bei Lengerich einzurichten. Der Hang bei Lengerich diente bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges den Lengericher Segelfliegern als Übungsgelände, wurde aber nach dem Kriege für diese Zwecke nicht wieder freigegeben. Verhandlungen mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster, der Eigentümer dieses Geländes ist sollten jetzt aufgenommen werden. Tropfstelnhöhle entdeckt Heidenheim(Württemberg). In der Nähe des Heidenheimer Stadtteils Schnaitheim am östlichen Abhang des Kelchberges wurde durch Zufall eine Tropfsteinhöhle von bisher noch unbekannter Größe entdeckt. Ein Bauer traute seinen Augen nicht, als plötzlich eines seiner Pferde mit einem Bein bis zum Bauch Im Boden versank. Nachdem er das Tier befreit hatte, sah er, daß ein Schacht von etwa elnem Meter Durchmesser in die Tiefe führte. Städtische Arbeiter ließen sich später etwa fünfzehn Meter tief abseilen und stellten fest, daß sich in der Tiefe eine größere Tropfsteinhöhle befindet. Der Einstlegschacht führt noch weiter abwärts. Reine SisOrinz essin Rei den letzten EissportVeranstaltungen in Westdeutschland fand eine junge Nachwuchsläuferin besondere Beachtung. Es ist Ina Bauer aus Krefeld. Ihr schwieriges Programm, mit erstaunlicher Leichtigkeit dargeboten, brachte ihr rauschenden Beifall ein. (Foto: Kurt Müller.) „Das war ein Meisterritt!" Mexikaner auf flinken, wilden Pferden— Dr. Gustav Rau schrieb aus Harrisburg Harrisburg. Das erste Turnier, bei dem nach 24 Jahren Pause deutsche Reiter wieder in Amerika starteten, ist zu Ende. Von den elf Konkurrenzen in Harrisburg fielen neun an die Mexikaner, die beiden restlichen holten sich Spaniens Exweltmeister Francisco Goyoaga und der deutsche Weltmeister H. G. Winkler auf Halla. Daneben gab es fünf zweite Plätze für die deutsche Equipe, die beim Turnier im New Yorker Madison Square Garden für einige Tage auf Helga Köhlers Pferd Armalva verzichten muß, das sich im Mannschaftswettbewerb um die Presidents Perpetual Trophy verletzte. Über die besonderen Schwierigkeiten beim Turnier in Harrisburg und die Hintergründe der mexikanischen Siege schrieb der Equipenchef, Oberlandstallmeister a. D. Dr. h. c Gustav Rau, in einem Luftpostbrief an den Was zahlt der Toto? West-Süd-Block(endgültig) Zwölferwette: 1. Rang: 15 Gewinner 2. Rang: 199 Gewinner 3. Rang: 2 963 Gewinner Zehnerwette: 1. Rang: 11 Gewinner 2. Rang: 386 Gewinner 3. Rang: 5 014 Gewinner je 48 723,70 DM je 3 670,60 DM je 246,30 DM je 35 150,— DM je 3001,— DM je 76,90 DM Guter Tennis-Nachwuchs Der Westfälische Tennis-Verband geht neue Wege Hamm. Der Westfälische Tennis-Verband, der mit seinen 18 000 Mitgliedern mit an der Spitze im Deutschen Tennis-Bund steht, hat in der vergangenen Saison einen neuen Weg beschritten. Angeregt wurde er durch den starken Nachwuchs, der sich allenthalben auf den westfälischen Plätzen breitmachte. Er hat neben der Sonderklasse, der bisherigen A-Klasse, in den Medenspielen noch eine A-Klasse eingerichtet, zu der 14 Mannschaften zählen. Favoriten warten noch Schwerer Sturz im Sechstagerennen Dortmund. In der ersten Hälfte des 13. Dortmunder Sechstagerennens kamen bereits 69 000 Zuschauer in das weite Oval der Westfalenhalle. In der vierten Nacht ereignete sich gegen 2 Uhr ein schwerer Sturz. Hauptleidtragender war der frühere Straßenweltmeister Heinz Müller(Schwenningen), der mit einer Gehirnerschütterung und einem Nasenbeinbruch in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Publikumslieblinge sind Ziege-Holzmann und Gieseler-Donicke, die sehr zur Belebung des Rennens beitragen. Die Favoriten halten sich noch zurück. Am Dienstagnachmittag füllten 18 000 Schulkinder die Halle. Nach 90 Stunden ergab sich folgender Stand: 1. Gieseler-Donicke 142 P., 2. Carrara-Forlini 105, 3. Bruneel-Acou 94. Eine Runde zurück: 4. Roth-Bucher 133, 5. Gillen-Terruzzi 127, 6. van Vliet-Schürmann 94, 7. Preiskeit-Hörmann 89, 8. Zoll-Weinrich 56, 9. Schulte-Peters 53. Darunter sind aus dem südlichen Teil des westfälischen Tennis Blau-Weiß Ahlen und zwei Mannschaften des TC Rot-Weiß Hagen. Zur neuen Sonderklasse zählen neben Rot-Weiß Hagen noch TuS 59 Hamm. Die lebhaften Ausscheidungen des vergangenen Jahres lassen nunmehr klar sehen. Zur Sonderklasse zählen jetzt Meister SuS Bielefeld, TuS 59 Hamm, TTC Bielefeld, TC 22 Rheine, TC Hörde, TC Rechener Wald Bochum, Rot-Weiß Hagen und TC Gelsenkirchen. Die A-Klasse setzt sich aus folgenden 14 Mannschaften zusammen, die in zwei Gruppen ihre Punktespiele austragen werden. Die Gruppen sind zwar eingeteilt, müssen aber erst von der Jahresversammlung genehmigt werden: TTC und SuS Bielefeld 1b, THC Münster, Preußen Münster 1 und 1b, TC Blau-Weiß Werne, TC Blau-Weiß Ahlen, TC Dortmund 98, Eintracht Dortmund, Post und VfL 48 Bochum, TG Recklinghausen, TC Rot-Weiß Hagen 1b und 1c. Die langwierigen Ausscheidungen haben vor allem dem Nachwuchs gedient. Vorsitzender Kohlpoth ist wie der gesamte Vorstand vor allem von dessen VorankomBochumer Glocken „Sid“-Luftpostbrief aus Japan von Bert Steines Hiroshima. Als wir nach herrlichem Schlaf in den guten Kabinen eines großen Schiffes in Matsuyama auf der Insel Schikoku an Land gingen, begrüßten uns krachende Böllerschüsse. Ein Lautsprecherwagen bahnte den Weg durch die begeisterten Japaner. Unter einem Konfettiregen fuhren wir in die fahnengeschmückte Stadt. Ein ungewöhnlicher Einzug für wenige deutsche Leichtathleten. Wieder lebten wir in einem guten Hotel auf japanische Weise, trugen Kimonos und schliefen zu ebener Erde. Schnell mußten wir Abschied nehmen von Matsuyama und der Insel Schikoku. Mit einem Fischkutter schaukelte unser„Fähnlein der sieben Aufrechten“ frech und munter durch die Inselwelt, die das japanische Festland Hondo von der Insel Schikoku trennt. Hiroshima war die nächste Station, die Stadt, auf die seit dem schrecklichen 6. August 1945 die Menschheit ihre Augen richtet. Nun leuchtete schon wieder die Sonne über den neuerbauten Häusern. Nur noch große, noch nicht wiederaufgebaute Steinhäuser zeugten nach neun Jahren im Stadtbild von der vernichtenden Wirkung der Atombombe. Wir fuhren auf einen nahen Berg und hatten dort einen großartigen Ausblick auf die Stadt. Hell leuchtete das Friedensdenkmal aus dem dunklen Gewirr der niedrigen Häuser herauf. 40 000 Zuschauer Pater Schweizer, seit 16 Jahren hier als Missionar tätig, brachte uns dann zur Friedenskirche. Das große goldene Kreuz über dem Portal glänzte in der Sonne. Es mahnt alle Menschen der Erde, Frieden zu halten. Auf der von Köln geschenkten Orgel spielte unser ortskundiger Begleiter einen Choral. Die Bochumer Glocken läuteten uns zum Abschied. Sie waren uns ein herzlicher Gruß aus der Heimat. Für die freundliche Führung zu den Sehenswürdigkeiten revanchierten wir uns beim Sportfest, zu dem wieder 40 000 Zuschauer kamen. Besonders Hans Geister gab mit seiner persönlichen 200 m-Bestzeit von 21,3 Sekunden einen Beweis für unsere gute Form. Man muß bedenken: Schauen, Reisen und Sportfeste mit bis zu 20 Starts in knapp 14 Tagen sind nicht leicht zu verwinden. Doch wir mußten dieses Tempo beibehalten, denn die Japaner haben unseren Dank in Form guter Leistungen mehr als verdient. men angenehm überrascht.„Mit der Entwicklung bin ich sehr zufrieden und rechne im nächsten Jahr mit noch weiterem Aufstieg!“ Mehr konnte man eigentlich gar nicht erwarten, wo die Emanzipation des westfälischen Tennis doch erst nach dem Kriege geschah, just als ein Engelbert Koch seinem „Lande“ den Rücken drehte. Wintertennis in drei Hallen Bei den Herren ist der Nachwuchs besonders auffallend nach vorn gekommen, der Hagener Dahlmann kam mit dem Bielefelder Lohkamp schon in die Rangliste, aber auch von Steinhoff(Hamm), Kissel (Münster) und Ernst(Bielefeld) wird noch manches erwartet. Bei den jungen Damen ist die Breite noch nicht gar so augenscheinlich, aber die beiden Hagenerinnen Frl. Schmidts(früher Unna) und Frl. Weber sowie Frl. Bronstert(Marl) haben sich schon einen guten Namen erworben. Gerade für den Nachwuchs hat der Verband ein offenes Herz bewiesen, und auch während des Winters wird der Nachwuchs in drei Hallen (Münster, Gelsenkirchen, Anröchte) eifrig durch geschulte und bekannte Tennislehrer „geknetet“. Daß gerade das Tennis in Westfalen einen mächtigen Auftrieb erlebt hat, geht daraus hervor, daß heute der Westfälische Tennisverband über 145 Vereine mit über 18 000 Mitgliedern zählt. Rennen in Horst-Emscher Mittwoch, 3. November Horst-Emscher. Der Mittwochrenntag am Horster Schloß bietet den kleinen Rennställen eine willkommene Gelegenheit, ihr Unkostenkonto aufzubessern, Bei 70 Teilnehmern in sieben Rennen sind die einzelnen Prüfungen zahlenmäßig gut besetzt und bringen überdies reiche Abwechslung. In dem über 2000 Meter führenden Ausgleich III(3000 DM) sollte es endlich einmal wieder für Fanal(A. Lommatzsch) reichen, der unter gleichem Gewicht den Vorzug vor Hecate(J. Starosta) und Hapallo(H. Bollow) sowie auch Silberstreif(H. Just) verdient. Voraussagen: 1. R.: Ororo-Triola-Sonnenschein, 2. R.: Falter-Glockenschlag-Tetuan, 3. R.: Constanze-Ura-Solani, 4. R.: FanalHapallo-Silberstreif, 5. R.: Tauber-IlmwegLaufpaß, 6. R.: Morris-Socola-Walewska, 7. R.: Frohsinn-Troja-Quirinal. „sid“:„Die Pennsylvanier, die seit Tagen zum Turnier in die Riesenhalle ihrer Hauptstadt Harrisburg strömen, machten schon lange Gesichter: vier mexikanische Siege, der spanische Erfolg durch Goyoaga auf den deutschen Pferden Derby und Bergamo, aber die Deutschen selbst bisher nur Zweite. Was ist der Grund? Die Mexikaner rasen mit flinken, wilden und ungestümen Pferden auf „Deubel komm raus' über die jedesmal nur acht groteske Hindernisse umfassenden Kurse. Von diesen acht Hindernissen sind immer sechs vollkommen unnatürlich, um die Pferde zu erschrecken. Die anderen Länder, die Reiter und Pferde entsandten, stehen natürlich vor denselben Bedingungen. Ein wirklich gutes Pferd muß alles können. Aber für die deutschen Pferde, die zum ersten Male in Harrisburg sind, ist eine Gewöhnung notwendig. Die Mexikaner sind hier seit Jahren zu Hause. Ihre Mannschaft ist ausgebildet, zu jeder Zeit alles auf eine Karte zu setzen. Wirkliche Reiterkunst Aber wenn wie in der Governors Challenge Trophy die ganz hohen und breiten Hindernisse(Oxer) eingesetzt werden, hört das Rasen auf gut Glück auf. Einteilung und saubere Maßarbeit für jeden Sprung sind entscheidend. So blieben unter 15 Bewerbern nur vier Pferde ohne Fehler. Die Spannung in der zum Ersticken überheizten Halle stieg. Zuerst traten die Mexikaner zum Stechen an. Die Grenzen von Chihuahua unter General Mariles und Acapules unter Lt. Vinals offenbarten sich bei den auf 1,70 m erhöhten Hindernissen, von denen zwei Oxer auf zwei Meter Breite gebracht wurden, mit je acht Fehlern. Auch der Spanier Garcia-Cruz auf Quoniam schaffte es nicht. Dann erschien Winkler mit Halla. Dieses unerhörte Pferd Steckbrief 2 Wir tippen im überwand den tückischen Kurs wie in souveränem Spiel fehlerlos. Die Halle raste vor Beifall. Die Siebentausend verstanden: das ist richtiges Reiten, Feinheit und Kunst. Sie sahen Weltchampion H. G. Winkler bei einem seiner besten Ritte Auch Fritz Thiedemann bekannte: Das war ein Meisterritt! TELEGRAMMSTII Westfälischer Hockey- Jugendmeister wurde in Hamm der TuS Eintracht Dortmund. THC Rheine unterlag im Endspiel 1:2. Vorher schieden Gladbeck gegen Dortmund 1:2 und Detmold gegen Rheine durch Los(1:1) aus. Bei den internationalen TischtennisMeisterschaften von Österreich erreichten Freundorfer/Rockmeyer mit einem Fünfsatzsieg über die Weltmeister Dolinar/Harangozo(Jugoslawien) das Endspiel, in dem sie ebenfalls in fünf Sätzen gegen Andreadis/Stip(Tschechoslowakei) unterlagen. In Ost-Berlin besiegte Dynamo Moskau eine als gesamtdeutsche Eishockey-Mannschaft angekündigte Vertretung(Spieler aus Weißwasser, Frankenhausen und Krefeld) mit 9:1. Drei Länderspielabschlüsse des Deutschen Fußball-Bundes liegen noch für die laufende Saison vor: gegen England am 1. Dezember in London, gegen Portugal am 19. Dezember in Lissabon, gegen Italien am 30. März voraussichtlich in Stuttgart Mit 21:14(8:5) besiegte die zur Zeit in Frankreich befindliche Handball-Mannschaft aus Münster eine Pariser B-Auswahl. Spartak Moskau schlug in einem Fußball-Freundschaftsspiel in Lüttich den FC Lüttich mit 5:2(1:1). Wesf-Süd-Block Bis zum Frühjahr 1955 verlegt wurde das erste Wasserball-Turnier um den von Wfr. Hannover gestifteten Itze-Gunst-Pokal zwischen den Auswahlmannschaften von Nord, West, Süd und Öst, da einige Verbände den 13./14. November wegen Terminschwierigkeiten ablehnten. 1. Fortuna Düsseldorf— Schalke 04. Die Form beider Mannschaften ist unbeständig. Turek kann nicht mitspielen, bei Schalke soll Harkener wieder dabei sein. Vorige Saison: 4:0, 3:1. Punktestand: Fortuna 6:12, Schalke 10:8. Letzte Spiele: Fortuna— Dortmund o:4, Schalke — Duisburg 1:1. Unser Tip: 0. 2. Wormatia Worms— 1. FC Kaiserlautern. Daheim erlitt Worms noch keine Niederlage Der 1. FC Kaiserslautern spielt ohne die Gebrüder Walter und Eckel. Vorige Saison: 3:2, 2:7. Punktestand: Worms 16:4, 1, FC Kaiserslautern 18:2. Letzte Spiele: Worms— Pirmasens 2:3. 1. FC Kaiserslautern— Neuendorf 0:2. Unser Tip: 1. 3. Kickers Stuttgart— FSV Frankfurt. Wesentliche Unterschiede sind nicht festzustellen. Vorige Saison: 7:4, 2:4. Punktestand: Stuttgart 7:11, FSV 12:6. Letzte Spiele: Stuttgart— Karlsruhe 0:1, FSV— Offenbach 1:1. Unser Tip: 1. 4. VfL Bochum— Rotweiß Essen. Die Frage ist. ob Rotweiß sein technisches Übergewicht nutzen kann. Vorige Saison: 4:3, 0:0. Punktestand: Bochum 9:9. Rotweiß 16:2. Letzte Spiele: Bochum— Dellbrück 2:2, Rotweiß— Herne 6:3. Unser Tip: 2. 5. Eintracht Frankfuri— Bayern München. Die Bayern(Verletzungen) sind auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht. Vorige Saison: 3:0, 0:0. Punktestand: Eintracht 12:6, Bayern 5:13. Letzte Spiele: Eintracht— Fürth 0:0. Bayern — BC Augsburg 1:2. Unser Tip: 1. 6. Westfalia Herne— Borussia Dortmund. Man beachte, daß Dortmund voraussichtlich ohne Koschmieder, Kelbassa, Schanko und Flügel spielen muß. Punktestand: Herne 5:13. Dortmund 9:9. Letzte Spiele: Herne— Rotweiß Essen 3:6, Dortmund— Düsseldorf 4:0. Unser Tip: 2. 7. Tus Neuendorf— FK Pirmasens. Neuendorf brachte den Lauterern die erste Niederlage bei und ist auch gegen die geschwächten Pirmasenser Favorit. Vorige Saison: 1:1, 2:7. Punktestand: Neuendorf 13:7, Pirmasens 17:3. Letzte Spiele: Neuendorf— 1. FC Kaiserlautern 2:0, Pirmasens— Worms 3:2. Unser Tip: 1. 8. BC Augsburg— VfB Stuttgart. Bögelein ist bei Stuttgart außer Gefecht. Vorige Saison: 2:1. 0:6. Punktestand: BC Augsburg 9:9. VfB Stuttgart 8:10. Letzte Spiele: BC Augsburg— München 2:1 VfB— Reutlingen 1:6. Unser Tip: 0 9. 1. FC Köln— SV Sodingen. Der Westmeister hofft endlich Schäfer wieder dabei zu haben. Vorige Saison: 4:2. 2:1. Punktestand: Köln 7:11. Sodingen 13:5. Letzte Spiele: Köln — Aachen 2:3, Sodingen— M.-Gladbach 1:1 Unser Tip: 1. 10. VfR Mannheim— Karlsruher SC. Fir Mannheim spricht lediglich der Platzvorteil. Vorige Saison: 2:3. 1:1. Punktestand: Mannheim 6:12, Karlsruhe 7:11. Letzte Spiele: Mannheim— Kassel 1:2, Karlsruhe— Kickers Stuttgar: 1.0 Unser Tip: 1. 11. Borussia M.-Gladbach— Bayer Leverkusen. Auf eigenem Platz ist den Borussen schwer beizukommen. Vorige Saison: 0:0. 2:6. Punktestand: beide 8:10. Letzte Spiele: M.-Gladbach— Sodingen 1:1. Leverkusen— Münster 0:0. Unser Tip: 1. 12. Phönix Ludwigshafen—1. FC Saarbrücken. Phönix will den wichtigen zweiten Platz schaffen. Vorige Saison: 0:0 4:2. Punktestand: beide 17:3. Letzte Spiele: Phönix— Frankenthal 1:0. 1. FCS— Mainz 4:2. Unser Tip: 1. 13. Jahn Regensburg— SpVg Fürth. Unser Tip: 1. 14. Preußen Münster— Meidericher SV. Unser Tip: 1. WIRTSCHAFV UND ARBEIT Ausreichende Kohleversorgung Europas Überall steigende Koksnachfrage- Kohlenhalden in Belgien und Frankreich Genf. In der Kohleversorgung Europas wird im vierten Quartal 1954, insgesamt geschen, kaum eine Anspannung eintreten. Allerdings können sich in einzelnen Fällen Schwierigkeiten ergeben; auf jeden Fall erfordert die Situation eine sorgfältige Überwachung. Dies stellt der Unterausschuß Kohlenhandel der europäischen Wirtschaftskommission(ECE) in Genf fest, der kürzlich über die europäische Kohlenversorgungslage beriet. Aus den Beratungen ergab sich, daß es einigen Kohleexportländern schwerfallen wird, allen Anforderungen gerecht zu werden, Hinsichtlich der Kohlenhalden in BelLondon. Das Volkswagenwerk ist heute der viertgrößte Autoproduzent der Welt, erklärte Dr. Nordhoff in London, wo er die jetzt beendete Autoschau besichtigte. Es folgt nach General Motors, Ford und der British Motor Corporation(Austin-Nuffield). Die VW-Tagesproduktion, die bereits fast 1000 Stück beträgt, wird bis Mitte 1955 auf über 1250 steigen. Der bisher zur Befriedigung des Inlandsbedarfs auf 40 Prozent gehaltene Exportanteil soll nach und nach auf 55 und vielleicht sogar auf 60 Prozent gestelgert werden. Volkswagen gehen heute in 92 Bestimmungsländer. Die Gründe dieses Erfolges sieht Dr. Nordhoff in der einfachen stabilen Konstruktion, in der Tatsache, daß kein einziger Wagen mehr produziert wird. als verkauft werden kann, und im Kundendienst. Preisnachlaß für Schiffsbleche Düsseldorf. In der Eisen- und Stahlindustrie bereitet man eine grundsätzliche Antwort auf die Stellungnahme der Reeder zu dem Problem der Schiffsblechpreise vor, Der Verband deutscher Reeder hatte am zwölften gien und Frankreich einschließlich der Saar ergibt sich die Frage, ob bei der augenblicklichen Marktlage alle auf Halde liegenden Qualitäten die Verbraucher interessieren und in welchem Umfang die Räumung ohne Schwierigkeiten bewerkstelligt werden kann. Neben der saisonmäßig zu erwartenden Nachfragebelebung in den Monaten Öktober, November und Dezember nach Hausbrand und Kraftwerkskohle bestehe in allen Koks erzeugenden Ländern eine steigende Koksnachfrage, die über jahreszeitliche Faktoren hinaus als Vorläufer für eine allgemeine Nachfrageausweitung angesehen werden könne. Öktober einheitliche Schiffsblechpreise für inländische und Exportaufträge gefordert. Zur Zeit gewähren die Hütten— auch nach Wegfall des Monnetrabatts— auf Schiffsblechlieferungen einen Preisnachlaß von fünfzig DM je Tonne, wenn die Bleche für Schiffsbauten in ausländischem Auftrag verwandt werden. In der Montanindustrie weist man in diesem Zusammenhang auf den scharfen Anstieg der internationalen Schiffsfrachten hin, der die deutsche Eisen- und Stahlindustrie für ihre Erz- und Schrotteinfuhren mit jährlich rund zwanzig Millionen DM zusätzlich belaste. Vier amerikanische Verkaufsleiter berichteten vor mehr als fünfhundert Kollegen in Westberlin über Erfahrungen des Warenvertriebs in den USA. Sie betonten, daß der Verkaufsleiter einen Einfluß auf die gesamte Geschäftspolitik des Betriebes nehmen müsse. Eine Sowjetzonendelegation ist von Genf nach Indien zu Wirtschaftsbesprechungen abgeflogen. Ihr gehören Vertreter der Maschinenbauindustrie und der Chemischen Industrie an. Schlachtvieh-Großmärkte in Nordrhein-Westfalen Rinder Ub Auftr. Ochsen Bullen Kühe Färsen Ort a-Preise Marktver'. Aachen— 247 83-93 90-93 82-95 86-100 langsam Duisb— 600 90-98 94-106 82-95 85-96 langsam Düssd. 88 672 93-102 92-103 84-94 88-100 schleppd. Essen 24 834 89-101 88-101 83-95 85-98 mittel Köln— 1292 88-100 98-109 77-90 87-97 langsam M.Glb. 42 362 88-97 93-98 81-94 83-95 s. langs. Wuppt. 20 538 90-102 90-98 78-90 84-100 langsam Boch— 375- 95-106 87-96 90-100 langsam Dortm. 45 857 85-103 89-102 77-93 85-100 mittel Gelsenk. 6 274 bis 100 94-97 85-90 92-100 mittel Hagen 31 272 90-102 106-108 85-95 88-93 langsam Recklh. 6 163- 92-97 83-94 93-102 ruhig Schweine Ub Auftr 150 kg Sauen Ort u mehr 100—119.5 G1u G2 9-Preis c-Preis Marktverl Aachen— 1567 130-135 128-135 112-120 langsam Dulsburg 56 2238 126-134 120-134 112-121 schleppd. Düsseld— 3387 127-135 120-135 100-122 schleppd. Essen— 3825 118-130 118-130 104-115 langsam Köln 61 5472 120-132 118-132 104-115 schleppd. M.Gladb. 28 1028 130-135 122-135 112-123 schleppd. Wuppertai— 2781 122-135 117-135 110-118 schleppd. Bochum 176 2926 125-133 120-132 105-120 langsam Dortm. 238 3036 124-129 118-129 102-120 schleppd. Gelsenk. 45 1614 122-130 118-130 105-120 langsam Hagen 30 652 132-135 123-133 115-120 schleppd. Recklingn— 903 124-132 117-128 110-118 s. langs. VW auf viertem Platz am Weltmarkt Mitte 1955 Tagesproduktion 1250 Wagen— Ausfuhr wird gesteigert Steuerreform und begünstigtes Sparen Für Sparverträge vor dem 1. 1. 1955 werden noch alte Bedingungen gelten Wieder steht uns eine Steuerreform bevor. So erfreulich solche Reformen immer sind, so darf doch auch die andere Seite, nämlich der Wegfall oder die Einschränkung von Steuererleichterungen nicht ganz aus dem Auge gelassen werden. Vorsichtige Steuerzahler werden sich vielmehr überlegen, ob nicht in der Zeit vor dem Inkrafttreten der vorgesehenen neuen Bestimmungen noch Maßnahmen getroften werden können, die über die Geltungsdauer einzelner Vorschriften hinaus noch Sceuerermäßigungen bringen. Dazu möchten wir den Sparern einen Tip geben. Beim steuerfreien Sparen war ursprünglich vorgesehen, daß die Vergünstigungen ab dem Kalenderjahr 1955 vollständig wegfallen sollen. Nach den jetzt bekannt gewordenen Plänen kann damit gerechnet werden, daß diese Sparmöglichkeiten noch einige Jahre weiterbestehen werden, daß sich aber die Bedingungen dafür ändern werden. Vor allem sind längere Anlegungszeiten zu erwarten. Das heißt, während bisher die gesparten Beträge grundsätzlich drei Jahre lang gesperrt blieben, bzw, ohne Nachversteuerung nicht vorher verbraucht werden durften, muß für die ab 1. 1. 1955 abgeschlossenen Verträge mit einer fünfjährigen Anlagefrist gerechnet werden. Eines dürfte sicher sein: Die vor dem 1. Januar 1955 abgeschlossenen Sparverträge können noch zu den alten Bedingungen abgewickelt werden! Natürlich sind die in den Jahren 1955 usw. aufgewendeten Sparbeträge nach den dann geltenden Bestimmungen als Sonderausgaben abzugsfähig, aber die Gelder werden früher frei gegeben. Wer also in diesem Jahr noch einen steuerbegünstigten Sparvertrag oder einen Bausparvertrag abschließt, wird unter Umständen ansehnliche Vorteile haben gegenüber demjenigen, der einen solchen Vertrag erst später abschließt. Dabei ist der Abschluß von Sparverträgen völlig risikolos. Bei den Sparverträgen mit festgelegten Sparraten wird an sich eine monatliche oder vierteljährliche regelmäßige Einzahlung vereinbart. Es ist aber während der Laufzeit des Vertrages jederzeit möglich, die Zahlungen einzustellen oder aber geringere als ursprünglich vorgesehene Einzahlungen zu leisten. Für solche. nicht dem Vertrag entsprechende Einzahlungen gelten lediglich die Rückzahlungsbestimmungen für allgemeine Sparverträge. Rheinisch-Westfälische Börse Düsseldorf, 2. November Tendenz: Erholt gegenüber gestern, aber noch nervös. Industrie-Aktien Accu-Hagen 146 b AEG 177 b Allgem. Hoch& Ing.— Badische Anilin 198¼ b Balcke Maschinen 163 G Bergb. Ew. Lw. 127 b G BMW 123½ bG Bemberg 126 b Beton-& Monier 176 b G Boswau& Knauer— Buderus 167 b Burbach— Busch Jaeger 243 b Cassella 268 b Conti-Gummi 200 b Consolidation 142 b Daimler 210 b G Demag 211 b Dt. Conti Gas 193 b Dt. Erdöl 151½ b Didier— G Dortm. Akt. Br.— D. Ritter Br. 280 b G rep. Dortm. Union 195 b Dynamit Nobel— Essener Steink. 120½ b Farbenf. Bayer 202 b I. G. Farb. Liqui 42¼ b Feldmühle 210 bG Felten 162½ b Goldschmidt 150 b Harpener 120 b Br Hindrichs Auff. 78 G Hochtief 153 b G rep. Hoechster Farb. 198½ b Hoesch— Kabel Rheydt 200 G Kall-Chemie 189 b Übermittelt vom Ba Phrix-Namens 49½-53½ Karstadt 195½ b Kaufhof— Krefft 88 b Mannesmiann 152¾ b Mülheimer Berg 135 b BI Nordwestd. Hütt. 138½ b Rh. Braunkohle 187 ½ b Rheinstahl 247 b RWE 181½ b Rheinmetall 28 Br Rheinpreußen 148½ bG Rheinst.-Union 150 b Salzdetfurth 189 b Schering 256 b Br Schieß 178 b Schwabenbräu— Siemens St. 226½ b Siemens Vorzüge— Stamag 142 b Ver. Dt. Nickel 170 b G Ver. Rumpus 109 b Ver. Stahlwerke 78 b Wasser-Gelsenk. 163 b Wintershall 179 b G Zellwald 148½ b Br Bank-Aktien Commerzb. Liqui 12¼ b Bankv. Westd. 200 b G Dt. Bank Liqui 14½ bG Rh.-Westf., Bank 189 b G Dr. B. Liq. 14½ b G rep. Rh.-Ruhr-Bank 190 b G Freiverkehr Chemie-Faser Inh. 124 Br Nordd. Lloyd 56—60 Phrix-Inh. 55—59 Rh. Kunstsetde 106 Br. Schulth. Stämme 34—38 kverein Westdeutschland DM-West— DM-Ost Frankfurt(Main). 2. November(VWD) Die Wechselstuben kaufen 472,50 DM-Ost für 100 DMWest und verkaufen 100 DM-Ost für 22,47 DMWest. Kurzberichte aus dem Kreise Olpe Aus dem Fenster gestürzt Olpe. Gestern nachmittag stürzte das dreijährige Söhnchen der Familie S. aus dem Dachfenster eines Wohnblocks am Hohen Stein. Das Kind erlitt innere Verletsungen und mußte sofort ins hiesige Krankenhaus eingellefert werden. Bedauerlicher Jagdunfall Scheiderwald. Während der“ Ausübung der Jagd löste sich plötzlich ein Schuß aus dem Gewehr eines Jägers, der einen Weidesaun überstieg. Der Schuß traf den Jäger selbst, und zwar so unglücklich, daß der Jäger am Kopfe schwer verletzt wurde. Der Verletzte mußte zur fachärztlichen Behandlung in eine Spezialklinik eingeliefert werden. Wo kann geschlachtet werden? Kirchveischede. Die vom Kreisveterinäramt Olpe bestimmten Hausschlachtungstage für die einzelnen Ortschaften des hiesigen Fleischbeschaubezirks sind wie folgt festgelegt worden und müssen unbedingt eingehalten werden: In Bilstein jeden Montag und Donnerstag; in Kirchveischede, Bruchhausen und Jaeckelchen jeden Dienstag und Freitag; in Obervelschede, Schmellenberg und Tecklinghausen jeden Mittwoch und Samstag, Alle Schlachtungen in den vorgenannten Ortschaften müssen zwei Tage vorher beim amtlich bestellten Fleischbeschauer Klein in Kirchveischede angemeldet werden. Einbruchsdiebstahl Gerlingen. In der Nacht zum 30. Oktober wurden aus dem Motorradgeschäft W. Hambürger von unbekannten Tätern 40,— DM Bargeld und Waren im Werte von 250,— DM entwendet. Bilstein. Die Kolpingsfamilie macht am kommenden Sonntag eine Wallfahrt nach Marienheide. Wer mitfahren will, muß sich bis heute abend bei den Vorstandsmitgliedern melden. Neues Buch von Anna Kayser Hespecke. Im Verlag Bachem ist ein neues Buch„Flammendes Blut“, Roman einer bezwungenen Leidenschaft, erschlenen, dessen Verfasserin die heimische Schriftstellerin Anna Kayser ist. 9 Verkehrsuntälle Österseifen. Am Abend des 31. Öktober wurde ein Pkw-Fahrer angeblich von einem entgegenkommenden Prw geblendet und am hinteren Ende seines Fahrzeuges gerammt. Es entstand Sachschaden. Hünsborn. Am 1. November fuhr um 19.15 Uhr ein Lkw gegen einen Straßenbaum und wurde erheblich beschädigt. Drolshagen. Am 29. Öktober stießen um 17.45 Uhr ein Pkw und ein Radfahrer bei der Einmündung in die Bahnhofstraße zusammen. Es entstand leichter Personen- und Sachschaden. Drolshagen. Am Nachmittag des 31. Öktober wurde auf der Annostraße ein zweijähriges Kind von einem Krad angefahren und leicht verletzt. Heggen. Am 1. November geriet um 11.50 Uhr ein Pkw ins Schleudern und prallte gegen ein Wohnhaus. Das Fahrzeug wurde erheblich beschädigt. Attendorn. Am 31. Oktober streifte um 19.45 Uhr ein Pkw beim Zurücksetzen einen anderen Pkw. Es entstand leichter Sachschaden. Elspe. Am 1. November wurde auf der Bundesstraße 55 um 14.00 Uhr ein neunjähriger Schüler, der mit dem Fahrrad die Fahrbahn überquerte, von einem Pkw angefahren. Der Junge wurde verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert. Beide Fahrzeuge wurden beschädigt. Kirchhundem. Am 30. Öktober fuhr ein Radfahrer um 13.20 Uhr gegen einen Pkyn und trug dabei schwere Verletzungen davon. Beide Fahrzeuge wurden beschädigt. Altenhundem. Am 30. Öktober stieß um 13.05 Uhr ein Verkehrsteilnehmer, der mit einem Handkarren aus einer Seitenstraße kam, auf der Bundesstraße 236 gegen einen Lkw. Es entstand Personenschaden 75. Geburtstag Wirme. Am Donnerstag kann Frau Theresia Haase, geb. Müller, ihren 75. Geburtstag feiern. Die Altersjubilarin, der zum Geburtstag 10 Kinder, 22 Enkelkinder und ein Urenkel gratulieren werden, erfreut sich noch einer guten Rüstigkeit. Unsere besten Glückwünsche! Grevenbrück. An die fällige Zahlung des Wassergeldes erinnert die Amtsverwaltung. Neues aus Attendorn IG-Metall. In einer gut besuchten Versammlung der Jugendgruppe wurde zuerst der vor kurzem gezeigte Filmstreifen„Die Fahrraddiebe“ von den jungen Gewerkschaftlern eifrig diskutiert. Gewerkschaftssekretär Nowak, Olpe, versuchte im Verlauf der Diskussion, den Jungen Kollegen den Sinn und Zweck solcher Filmveranstaltungen klar zu machen. Des weiteren sprach Nowak über den„Weltspartag“. Er führte einige Beispiele an, aus denen Sinn und Zweck des Spargedankens klar hervortraten. Abschließend wurde beschlossen, die nächste Versammlung als Spielabend durchzuführen. Die Schuhmacherzunft nahm am Crisplnustage, ihrem Patronatsfest, zunächst im Sauerländer Dom an einem feierlichen Hochamt teil. Früher wanderte man am Nachmittag zum„Lindenbaum“. In diesem Jahre zogen es aber die Crispinusjünger vor, mit ihren Frauen nach Düsseldorf zu fahren. Dort wurde die derzeitige Jagd- und Fischerei-Ausstellung besucht. Dieser Ausflug fand den vollen Beifall aller Teilnehmer. veraͤnderter Blutdruck-Adernverkalkung und vorzeitiges Altern sind Erscheinungen, die häufig von Kopfschmerzen, Benommenheit, nervösen Herzbeschwerden, Öhrensausen, Angst- und Schwindelgefühl, Schlaflosigkeit und Reizbarkeit begleitet werden. Hier empflehlt sich die Anwendung von Hämoskleran, immer wieder Hämoskleran, dem sinnvollen, hochwirksamen Spexilikum. Hunderttausende gebrauchen dieses völlig unschädliche Mittel, das ein altbewährtes Blutsalzgemisch, angereichert mit herzstärkenden, blutdruckregulierenden Drogen, enthält. Auf Grund neuester Forschungsergebnisse wurde durch Hinzunehme von Rutin(macht Adernwände elastisch) und zwei weiteren wertvollen Stoffen die Wirkung erhöht. Packung mit 70 Tabletten DM 2.15 nur in Apotheken. Verlangen Sie interessante Druckschrift H kostenlos von Fabrik pharmaz. Präparate Carl Bühler, Konetanz Öffentliche Mahnung — statt Einzelmahnung— Es wird hiermit für die Finanzämter der Oberfinanzdirektion Münster an die pünktliche Zahlung aller im Monat November 1954 fällig werdenden, nicht gestundeten Steuern und Abgaben, soweit sie von den Finanzämtern verwaltet werden, erinnert. Insbesondere werden in diesem Monat auch fällig: Vermögenssteuer(10. November 1954) Vermögensabgabe(10. November 1954) nach dem Lastenausgleichsgesetz. Der ausführliche Steuerterminkalender ist an den amtlichen Bekanntmachungstafeln ausgehängt. Sollte die Zahlung nicht binnen einer Woche nach Fälligkeit erfolgen, müßte die kostenpflichtige Zwangsvollstreckung eingeleitet werden. Bei nicht rechtzeitiger Zahlung werden Säumniszuschläge vom Fälligkeitstage ab erhoben. Oberfinanzdirektion Münster direkt in der Josse zu bereiten % bei Husten Heiserkelt Pökelfässer aus Eiche, ovale Form, liefert in allen Größen Josef Middel Stellmacherei Siedenstein über Olpe Statt Karten Für die Glückwünsche und Aufmerksamkeiten zu unserer Silberhochzeit danken wir allen herzlich. HEINRICH VITT UND FRAU Agnes geb. Sondermann Olpe. im November 1954 Winteräpfel! Es kosten heute: Boskoop, Kaiser Wilhelm, Landsberger, Rhein. Rambour (dickste A-Ware) 10 Pfd. DM 1,60 50 Pfd. DM 7,50 Rabauen 10 Pfd. DM 1,50 50 Pfd. DM 7,— Ferner kosten Weintrauben 1 Pfd. DM 0,50 Albert Feldmann, Olpe Telefon 515 Wassersucht? AGeschwoll. Beine: dann MAJAVA-Tee. Schmerzlose Entleer. Anschwell. u. Magendruck weicht. Atem u. Herz wird ruhig. Paket DM3.-Nachn. Franz Schott, Augsburg.- Ein Versuch überzeugt spart Dein Geld Gegenüber einem 20 Johre olten Öfen sport. ein»NEUERfost die Hölfte on Brennstoffen. 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