Saverlöndisches Volksblatt Altester Anzeiger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe Druck u. Verlag: VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE Anzeigen-Grundpreise: im Anzeigenteil 8 Pfg. für 1 mm Höhe in der Kleinspalte(22 mm breit); im Textteil 50 Pfg. fûr 1 mm Höhe in der Textspalte(62 mm breit). Man fordere Preisliste Nr. 4. Bei Zwangsvergleich oder in Konkursfällen wird jeder Rabatt hinfällig. Gerichtsstand ist Olpe 1. Westf. TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das„S V.“ erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugspreis: DM 3,50 einschließlich Zustellgeld, bei Postbeziehern DM 3,54 incl. Postbestellgebühren, bei Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3.—. Geschäftsstelle: Olpe. Frankfurter Straße 16, Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe 1. Westf 119. Jahrgang— Nummer 252 Freitag, den 29. Oktober 1954 Einzelverkaufspreis 15 Pf Adenauer bei Eisenhower Deutsch-amerikanische Erklärung zur Sowjetnote und zur Wiedervereinigung Washington.(Korr.) Bundeskanzler Dr. Adenauer hatte gestern in Washington längere Unterredungen mit Präsident Eisenhower und Außenminister Dulles. Im Anschluß an die Besprechungen wurde eine Erklärung veröffentlicht, in der betont wird, daß die neuesowjetische Note. die eine Viermächtekonferenz vorschlägt, nichts Neuesenthalte. Sie scheine im wesentlichen eine Wiederholung der Stellungnahme Molotows bei der Berliner Konferenz zu sein. Wunder an, daß sich die freie Welt kaun zwei Monate nach der EVG-Krise zu einer neuen Vereinbarung über die gemeinsame Verteidigung zusammengefunden habe. Der Einfluß der USA sei dabei von außerordentlicher Bedeutung gewesen. AACHENER BISCHOF LEISTET TREUEID Ministerpräsident Arnold empfing den neuen Bischof von Aachen, Monsignore Johannes Pohlschneider. Der Bischof leistete dabei im Rahmen eines Staatsaktes in Anwesenheit der Kabinettsmitglieder den nach dem Konkordat vorgeschriebenen Treueid. Im Hintergrund NRW-Ministerpräsident Arnold. In der Erklärung wird weiter betont, daß die Pariser Abkommen den Weg zu einem starken und geeinten Europa ebneten. Die Verständigung zwischen Frankreich und der Bundesrepublik sei ein besonders ermutigender Schritt zu einem dauernden Frieden auf dem europäischen Festland. Zur deutschen Wiedervereinigung wird gesagt, daß beide Länder diese Forderung als berechtigt ansähen und sich darüber einig seien, daß dieses Ziel nur mit friedlichen Mitteln erreicht werden solle. Es wurde betont, daß wirklich freie Wahlen die erste Voraussetzung für die Wiedervereinigung seien. Adenauer erhielt außerdem die Zusicherung, daß sich die Vereinigten Staaten für die Entlassung der deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion einsetzen würden. Bei einem Essen, das Außenminister Dulles dem Bundeskanzler gab, begrüßte der USA-Außenminister den Kanzler als „Alliierten der USA in der NATO“. Der Bundeskanzler erwiderte, es mute wie ein Ehlers erkrankt Bonn(dpa). Der Präsident des Bundestages, Dr. Ehlers, ist erkrankt. Er wurde mit einer doppelseitigen eitrigen Mandelentzündung ins Oldenburger Krankenhaus eingeliefert. Sein Zustand ist. so verlautet, zunächst ernst gewesen, jetzt jedoch nicht mehr so bedenklich. Mißtrauensvotum gegen Bürgermeister Dem Berliner Senator für Gesundheitswesen das Vertrauen entzogen Vorbehalte der Hohen Kommissare Gesetze über das Tragen von Uniformen und Abzeichen— Atomenergie und Forschungsüberwachung Bonn.(dpa) Im Pariser Briefwechsel des Bundeskanzlers mit den Alliierten werden auch die Rechte aufgeführt, die den Hohen Kommissaren vorerst noch zustehen. Darunter befinden sich die alliierten Gesetze über das Tragen von Uniformen und Abzeichen, die Gesetze zur Ausschaltung des Militarismus und zur Überwachung von Stoffen und Einrichtungen für Arbeiten auf dem Gebiet der Atomenergie. Ferner bleiben Gesetze und Vorschriften über die Überwachung der wissenschaftlichen Forschung sowie das alliierte Kontrollrats-Gesetz, das militärische Bauten in Deutschland verbietet, vorläufig aufrechterhalten. Bundeskanzler Dr. Adenauer bestätigt, daß in der Übergangsperiode zwischen dem Inkrafttreten des Protokolls über die Beendigung des Besatzungsregimes und dem Inkrafttreten der Abmachungen über den deutschen Verteidigungsbeitrag den drei westlichen Besatzungsmächten die bestehenden Rechte auf dem Gebiete der Abrüstung und Entmilitarisierung weiterhin zustehen. Die Kontrolle wird durch einen gemeinsamen Ausschuß der drei Westmächte und der Bundesrepublik ausgeübt. Dr. Adenauer ersucht in diesem Schreiben um Bestätigung der in London erzielten Übereinkunft, daß dieses Problem gegen Ende des Jahres 1954 überprüft werden soll. Ferner sollen die drei Westmächte bestätigen, daß die Vorbereitung des künftigen Verteidigungsbeitrages der Bundesrepublik durch die Ausübung der Kontrollen nicht beeinträchtigt wird. In ihrem Antwortschreiben bestätigen die Außenminister Dulles. Eden und Mendès-France diese Übereinkommen. Dr. Adenauer bestätigt in seinem anderen Schreiben, daß jeder Militärbefehlshaber der drei Westmächte weiterhin berechtigt ist,„angemessene Schutzmaßnahmen, einschließlich des Gebrauchs von Waffengewalt. unmittelbar zu ergreifen“, wenn seine Streitkräfte unmittelbar bedroht werden. Die alliierten Hohen Kommissare stellen in einem Schreiben an Bundeskanzler Dr. Adenauer fest, daß nach den deutschen Zusicherungen die Entschädigung von Opfern der nationalsozlalistischen Verfolgung für die Bundesregierung„eine natürliche Verpflichtung darstellt, die sie in Zukunft freiwillig zu übernehmen bereit ist“. Die drei Westmächte wollen die Wiedergutmachung für Ausländer und die sogenannte innere Rückerstattung weiterhin beobachten. Berlin.(dpa) Das Berliner Abgeordnetenhaus sprach gestern mit 75 Stimmen bei 35 Stimmenthaltungen dem Bürgermeister und Senator für Gesundheitswesen Dr. Walter Conrad(FDP) das Mißtrauen aus. Den Mißtrauensantrag hatte die SPD-Fraktion eingebracht. Dr. Conrad wurde vorgeworfen, in zwei wichtigen Fällen vor dem Parlamentsausschuß für Gesundheitswesen die Unwahrheit gesagt zu haben. Außerdem habe er in Fragen der Wiedergutmachung eine Haltung gezeigt, die, wie der SPDSprecher Lipschitz sagte, von keinem Abgeordneten gutgeheißen werden könne. Nach der Berliner Verfassung hat ein Senatsmitglied bei Annahme eines Mißtrauensantrags sofort zurückzutreten. Dr. Conrad ist seit Anfang Oktober schwer erkrankt und hat an der Donnerstagsitzung des Abgeordnetenhauses nicht teilnehmen können. Die FDP-Fraktion hat sich der Stimme enthalten, weil sie die Auffassung vertritt, daß die allgemein übliche Regel eingehalten werden sollte, dem Betroffenen die Möglichkeit zur Stellungnahme zu den Vorwürfen zu geben. FDP gegen Saarabkommen Bonn.(dpa) Die Bundestagsfraktion der FDP hat sich gestern gegen das in Paris abgeschlossene Saar-Abkommen ausgesprochen. Sie stimmte den Pariser Verträgen zu, soweit sie die Wiederherstellung der Souveränität, den Eintritt in die Westeuropäische Union und die NATO betreffen. Sie sah sich aber nicht in der Lage, dem zwischen Bundeskanzler Dr. Adenauer und Ministerpräsident Mendès- France ohne Unterrichtung und Befragung der Bundesregierung abgeschlossenen Baarabkommen zuzustimmen. Einstimmigkeit im UNO-Ausschuß Geheimverhandlungen über die Abrüstung sollen aufgenommen werden Wer finanziert die Parteien? SPD und FDP-Abgeordneter Mende fordern Parteiengesetz Bonn.(dpa) Die SPD-Bundestagsfraktion will demnächst einen Initiativgesetzentwurf für ein Parteiengesetz einbringen, wie es nach Grundgesetzartikel 21 notwendig wird. Dieser Artikel besagt in Absatz 1:„Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit. Ihre Gründung ist frei. Ihre innere Ordnung muß demokratischen Grundsätzen entsprechen. Sie müssen über die Herkunft ihrer Mittel öffentlich Rechenschaft geben.“ Der SPD-Entwurf, der gegenwärtig ausgearbeitet wird, beschränkt sich in Anlehnung an Artikel 21 auf die Verpflichtung der politischen Parteien, die Herkunft ihrer Mittel offenzulegen. Er will ferner die innere Ordnung der Parteien durch Anwendung demokratischer Grundsätze sicherstellen. Auch der FDP-Abgeordnete Dr. Mende hat sich für die Verabschiedung eines Parteiengesetzes ausgesprochen und erklärt, daß die bisher vom Bundesinnenministerium vorgelegten Entwürfe keinen Anklang gefunden hätten. Dr. Mende forWie wird das Wetter? Vorübergehend freundlich und mild Westdeutschland bleibt zunächst im Zustrom milder Meeresluft. Vorhersage für Freitag: Nach Auflösung von Frühnebeln tagsüber wolkig und heiter. Im ganzen trokken. Recht mild für die Jahreszeit. Schwache bis mäßige südwestliche Winde. Weitere Aussichten: Wechselnd wolkig und aufkommende Schauer. Wenig Temperaturänderung. dert in einem neuen Parteiengesetz vor allem auch Sicherungen, daß die Führungsgremien der Parteien in regelmäßigen Zeitabschnitten gewahlt werden. Auch solle verhindert werden, daß Parteiämter auf verschiedenen Ebenen in Personalunion ausgeübt werden. Grandval: Endgültige Lösung Saarbrücken.(dpa) Der französische Botschafter im Saargebiet, Gilbert Grandval, teilte gestern mit, daß er noch vor der Volksabstimmung über das neue Saarstatut die Saar verlassen werde. Grandval betonte gestern, das Saarabkommen enthalte im Hinblick auf den Friedensvertrag zwar gewisse juristische Formeln, die ihm einen provisorischen Charakter gäben, aber auf politischem Gebiet müsse die Entscheidung als endgültigangesehen werden. Mendès-France und Adenauer hätten den deutsch-französischen Streit endgültig bereinigen wollen. Man könne sich nicht vorstellen, daß ihn jemand wieder aufrühren wolle, wenn der Friedensvertrag mit einem wiedervereinigten Deutschland abgeschlossen werden solle. Gespräch über Ohrfeige Moskau.(Reuter) Der USA-Botschafter in Moskau. Bohlen, hatte gestern mit dem sowjetischen Außenminister Molotow eine Unterredung über den„Ohrfeigen-Zwischenfall“. Die Gattin des zweiten Sekretärs der USA-Botschaft, Somerlatte, hatte anfangs der Woche einem Russen in einem Klubgebäude eine Ohrfeige gegeben. Nach amerikanischer Darstellung war Frau Somerlatte widerrechtlich im Klub festgehalten worden, nach sowjetischen Berichten hatte sie sich provozierend benommen. Die USA haben die sowjetische Forderung abgelehnt, Frau Somerlatte und eine weitere Amerikanerin, die sie begleitet hatte, nach den USA zurückzurufen. Churchill über Atomwaffen London.(Korr.) Churchill sagte gestern im Unterhaus, daß über den Einsatz von Atom- und Wasserstoffbomben durch den Westen politisch entschieden werde. Er bezeichnete Vermutungen als unbegründet, daß diese Frage der politischen Kontrolle entzogen und der militärischen Kontrolle im NATO-Rahmen unterstellt worden sei.„Es gibt keine Änderung in den Vereinbarungen für politische Konsultationen zwischen der britischen und amerikanischen Regierung, entweder direkt oder durch die NATO, über den Einsatz dieser Waffen.“ Der Labourabgeordnete Robens fragte Churchill, ob er damit sagen wolle, daß die Erklärung von Feldmarschall Montgomery eine unverantwortliche Stellungnahme sei, die nicht die Haltung des NATO-Hauptquartiers widerspiegele. Der Premier erwiderte, er wolle in diesem Augenblick seiner Antwort nichts hinzufügen. New York.(Reuter) Die von den Westmächten und der Sowjetunion gemeinsam eingebrachte Entschließung, die in der Abrüstungsfrage die Wiederaufnahme von Geheimverhandlungen fordert, ist vom Politischen Ausschuß der UNO-Vollversammlung einstimmig verabschiedet worden. Seit 1946 war es das erste Mal, daß sich die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion in der Abrüstungsberatung auf eine gemeinsame Entschließung einigen konnten. In der Entschließung wird der aus den elf Mitgliedern des Sicherheitsrates und Kanada bestehende Abrüstungsausschuß aufgefordert, sich an Hand der verschiedenen Vorschläge weiter um eine Vereinbarung über dieses Problem zu bemühen. Außerdem wird angeregt, daß der aus den fünf Urhebern des Entschließungsentwurfs bestehende Unterausschuß seine Tätigkeit wieder aufnimmt. Der Politische Ausschuß beschloß ferner, der Abrüstungskommission einen indischen Vorschlag zuzuleiten, der empfiehlt, daß Mittel und Wege für einen „Rüstungs vaffenstillstand“ gesucht werden Haile Selassie in Paris Paris.(Korr.) Kaiser Haile Selassie trai gestern zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Paris ein. Er wurde am Bahnhof vom Staatspräsidenten Coty empfangen. Nobelpreis für Hemingway „Die Kunst der modernen Erzählung zur Meisterschaft erhoben Stockholm.(Korr.)Ernest Hemingway wurde gestern in Stockholm mit dem Literatur- Nobelpreis für 1954 ausgezeichnet.— Die Schwedische Akademie teilt dazu mit, der Preis sei Hemingway für seinen„kraftvollen Stil“ zuerkannt worden, durch den er die Kunst der modernen Erzählung zur Meisterschaft erhoben habe. Dies sei besonders zuletzt in„Der alte Mann und das Meer“ zum Ausdruck gekommen. An der Sitzung der Akademie, auf der Hemingway zum Preisträger gewählt wurde, nahmen nur 13 der 18 Mitglieder teil. Als Hemingway das Telegramm gesandt werden sollte, in dem ihm der Preis angeboten wurde, stellte man fest, daß niemand seine gegenwärtige Adresse wußte. So wurde ein Telegramm an eine Pariser und ein anderes an seine Anschrift in Kuba gesandt. Die Geldprämie, die mit dem Literatur-Nobelpreis verbunden ist, beträgt etwa 145 000 Mark. Tanker warten im Persischen Golf Senat in Teheran billigte Erdölabkommen— Neues Leben in Abadan Teheran.(Reuter) Der persische Senat stimmte gestern der Ratifizierung des Erdölabkommens mit einem Konsortium ausländischer Erdölgesellschaften zu, mit deren Hilfe das persische Erdöl wieder auf den Weltmarkt kommen soll. Da das persische Abgeordnetenhaus dem Abkommen bereits zugestimmt hat, bedarf es jetzt nur noch der Unterschrift des Schahs. Die Olraffinerie in Abadan soll am Sonntag ihren Betrieb wieder aufnehmen. Im Persischen Golf liegen bereits sieben leere Tanker zur Übernahme des Erdöls. Es wird erwartet, daß die persische Erdölproduktion erst im Januar 1955 wieder ihre volle Höhe erreichen wird. Im nächsten Jahr will Persien 12 Millionen Tonnen produzieren. Reicher Kindersegen Drillinge brachte eine 32 Jahre alte Frau in Birmingham(Mittelengland) zur Welt. Die Familie hat bereits sechs Kinder, darunter zwei Zwillingspärchen. Ein Neger wurde gestern von Präsident Eisenhower zum General der amerikanischen Luftstreitkräfte ernannt. Er heißt Benjamin Davis und leitet die Operations- und Ausbildungsabteilung der USALuftstreitkräfte im Fernen Östen. Der Ständige Ausschuß der Westeuropäischen Union traf gestern in London zum ersten Male unter Teilnahme deutscher und italienischer Vertreter zusammen. Die saarländischen Kreis- und Gemeinderatswahlen werden erst nach der Volksabstimmung stattfinden. Der Literatur-Preis 1954 wurde in Mainz dem Dichter Alfred Döblin auf einstimmigen Beschluß der Akademie der Wissenschaften und der Literatur verliehen. Vertreter der Bundesrepublik können in Zukunft Waffenvorführungen der USAStreitkräfte in Deutschland beiwohnen, soweit nicht Geheimhaltungsvorschriften dem entgegenstehen. Die Vertreter der Bundesrepublik werden ebenso behandelt wie die anderer befreundeter Staaten. Musiker und Schauspieler stehen in Paris seit gestern morgen vor den Studios des französischen Rundfunks Streikposten, da die Staatliche RundfunkGesellschaft bisher noch nicht der Forderung nach Erhöhung der Tantiemen und Gehälter nachgekommen ist. Drei Bombenanschläge wurden gestern in Casablanca in Nordafrika verübt. Sie richteten jedoch nur geringen Sachschaden an. Der japanische Ministerpräsident Joschida verließ gestern Großbritannien und reiste nach New York ab. Die Vietminh-Verwaltung der Stadt Hanol erklärte gestern, daß sie das USAGeneralkonsulat in der Stadt nicht anerkenne. Max Schmeling hatte am Donnerstag auf der Autobahn in Höhe von Kaiserberg bei Duisburg mit seinem Wagen beim Überholen eines Lkw einen Unfall, blieb aber unverletzt. Der Wagen wurde ziemlich schwer beschädigt. 81 Atombomben O.H. D. Die amerikanische AtomenergieKommission gab in dieser Woche bekannt, daß seit Mitte September in der Sowjetunion mehrere atomare Expiosionen stattgefunden haben. Die Explosionsreihe dauere bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt an. Nach diesen Versuchen sei in weiten Gebieten radioaktive Substanz beobachtet worden. Die amerikanischen Militärs wird diese Nachricht nicht sonderlich erschüttern, denn sie leben im Bewußtsein, daß die USA noch größere und noch wirkungsvollere Atom- und Wasserstoffbomben haben als die Sowjets. General Gruenther und der britische Feldmarschall Montgomery erklärten sogar vor einigen Tagen reichlich apodiktisch, der nächste Krieg werde mit einem Atom-Massenbombardement beginnen, um die Überlegenheit der Russen an„Menschenmaterial“ auszugleichen. Leider haben diese Tatsachen für uns mehr als nur theoretisches Interesse, denn nach den NATO-Plänen sollen ja bei einem künftigen Krieg Deutschland Operationsfeld und Frankreich Nachschuhbasis werden. Was das im Tichte der Erklärungen Gruenthers und Montgomerys bedeutet, wird wohl jedem klar sein, wobei wir nicht vergessen wollen, daß auch jenseits der Elbe deutsches Land ist. Wohl jeder, auch der verbissenste Militär. wird zugeben, daß Zweck eines jeden Verteidigungskriegs ist. die Heimat, Frauen und Kinder vor Feindeinwirkungen zu schützen. Ein Krieg. bei dem schon von vornherein die Vernichtung all dieser ideellen und materiellen Werte sicher ist. ist ein Selbstwiderspruch Man wird deshalb. auch in den Vereinigten Staaten. verstehen, daß vom deutschen Blickwinkel aus die ganze NATO-Strategie und die Wiederaufrüstung der Bundesrepublik wesentlich anders aussehen als aus der Sicht Washingtons. Wir haben an dieser Stelle schon mehr als einmal betont, daß zur Beseitigung der Kriegsgefahr die diplomatische Routinearbeit nicht genügt. Wenn wir unser ganzes Denken nicht von der„Politik der Stärke“ abwenden und uns im AtomZeitalter darauf besinnen, daß. wie Bischof Dibelius kürzlich im Brandenburger Dom verkündete, die Menschen Brüder sind, dann sind wir verloren. Daß dies ein ernstzumeinendes Wort ist. bestätigt auch eine Botschaft der amerikanischen Quäker, die vor einiger Zeit erklärten, daß sie nicht gewillt seien, ihre Sicherheit mit dem Tod von Massen von Bürgern samt ihren Kindern zu erkaufen. Sie betonten weiter, daß sie es als ihre nächstliegende Pflicht ansähen, die Hungrigen zu nähren, die Zerlumpten zu kleiden und die Kranken zu heilen. Die Sicherheit unter den Völkern der Welt hänge von ihrem gegenseitigen guten Willen ab. Dieser gute Wille könne nur durch Taten der Barmherzigkeit und der gegenseitigen Hilfe, nicht aber durch Bomben geschaffen werden Man komme uns nicht mit dem Einwand, daß dies alles nur schöne und fromme Theorie sei, denn ohne das praktische Werk der Quäker wären nach dem ersten und nach dem zweiten Weltkrieg Millionen von Menschen verhungert. Ihr Wort gilt deshalb, zumal ihre Liebestätigkeit viel, sehr viel dazu beigetragen hat, fast mit dem letzten Kanonenschuß den Haß in der Welt zu begraben. Die Quäker unterstützten in erster Linie nicht ihre Freunde, sondern vor allem die ehemaligen Feinde. Im Lichte ihres Glaubens sahen sie eben durch allen Propagandanebel hindurch den leidenden Menschenbruder, der der Hilfe bedurfte. Wir reden immer davon, daß wir gute Christen seien. Wie wäre es, wenn wir einmal nach dem Muster der Quäker versuchten, auch in der Politik die Liebe an die Stelle des Hasses, die Barmherzigkeit an die Stelle der Drohung, den guten Willen an die Stelle der Verdächtigungen zu setzen? Die Wirkung dieser„Atombombe“ wäre nicht auszudenken. Geliehene und eigene Fräcke in Bonn Rhythmus der Staatsempfänge in der Bundeshauptstadt In Bonn reißen die Staatsbesuche nicht ab. Sie machen den Chef des Protokolls, Baron von Herwartn, zur Hauptperson der Bundeshauptstadt, Italiener, Argentinier, Chilenen, Griechen, Türken und Japaner haben Bonn hoffählg gemacht. Der Rhythmus der Staatsempfänge ist jetzt festgelegt: Empfang beim Bundespräsidenten und beim Bundeskanzler, Eintragung ins Goldene Buch der Stadt Bonn, Besuch im Parlament, Dampferfahrt auf dem Rhein, Visite an der Ruhr, Kaltes Buffet des„betroffenen“ Botschafters in der Redoute und als Schlußpunkt „Kerzenfest“ im Schloß Brühl. Die jüngeren Diplomaten und die Ministerialbeamten jeden Alters erscheinen im geliehenen und die vornehme Welt im „Eigentumsfrack“. Die Bonner Verleihinstitute machen das beste Geschäft dabei und haben bereits die Aufmerksamkeit des Finanzamts erregt. Durchweg dreihundert Fräcke wechseln von Staatsbesuch zu Staatsbesuch die Träger. Hier wohnte 1938 Chamberlain Seit kurzem ist das Grandhotel Petersberg zum Gästehaus der Bundesregierung aufgestiegen. Dort wohnte der türkische Ministerpräsident im Appartement 109, das im Jahre 1938 Chamberlain bewohnte. Das Hotel Petersburg hat das unterdessen durch den Bundesfinanzminister vom Etat gestrichene Gästehaus„Länderhaus Unkel“ abgelöst, das sich als zu kostspielig erwies und heute mangels eines Käufers nahezu verwildert ist. Nach dem Abzug der drei Hohen Kommissare haben die Besitzer des Hotels Petersberg, die Herren des„Kölnisch Wasser 4711“ Mülhens, es wieder zum„Haus der blau1 „Vorgeschmack auf Weltuntergang Bewohner Salernos immer noch unter der Schockwirkung des Unglücks Rom.(Korr.) Die Überlebenden der Wolkenbruch-Katastrophe im Gebiet von Salerno standen gestern noch immer unter der Schockwirkung und nannten das Unglück„einen Vorgeschmack auf den Weltuntergang“. Noch immer steht die Zahl der Toten und Vermißten nicht fest. Die Angaben schwanken zwischen 300 und 500. Die Identifizierung der Leichen macht große Schwierigkeiten, da in vielen Fällen ganze Familien und alle Nachbarn umgekommen sind. Die Aufräumungsarbeiten werden mit großer Energie unter Einsatz von Baggern und anderen Hilfsgeräten betrieben. Fischerboote und Marineeinheiten bergen noch immer Leichen aus dem Meer. Für das Katastrophengebiet wurde eine Ausgangssperre für die Zeit nach Einbruch der Dunkelheit verhängt, um Plünderungen vorzubeugen. Die Liga der Rot-Kreuz-Gesellschaften in Genf hat gestern bekanntgegeben, daß sie keinen besonderen Hilferuf für die Opfer der Katastrophe im Gebiet von Salerno erlassen werde, aber die einzelnen nationalen Rot-Kreuz-Gesellschaften um freiwillige Spenden bitte. Der Sitz des Italienischen Roten Kreuzes in Salerno wurde durch die Katastrophe zerstört. sich im ersten Vierteljahr 1954 um fünf Prozent und im zweiten Vierteljahr um elf Prozent gegenüber dem Vorjahr vermehrt und betrage zur Zeit 85 Milliarden Schilling(19 Milliarden Mark). Klage vor Montangericht Luxemburg.(Korr.) Zum ersten Male seit dem Bestehen der Montanunion trat der Gerichtshof der Hohen Behörde gestern zu einer öffentlichen Verhandlung zusammen. Gegenstand des Prozesses ist eine Klage der französischen Regierung gegen drei Anordnungen der Hohen Behörde über die Pflicht der Stahlunternehmen, die Stahlpreise zu veröffentlichen. Die französische Regierung behauptet, die Hohe Behörde habe durch ihre Verordnungen praktisch Kartellfunktionen übernommen. seidenen Tapeten“ und zum Luxushotel gemacht. Vom Bundeskanzler pflegt die weißbehelmte Eskorte der ausländischen Gäste zum Bonner Rathaus zu fahren— eine Art demokratische Geste des„Protokoll“ ans„Volk“—, wo Oberbürgermeister Busen mit gedoppelter Bürgermeisterkette die Herren auf der historischen Treppe empfängt, in die„Gute Stube“ geleitet und ihnen das„Goldene Buch“ vorlegt. Früh: gab es noch ein„uplikat“, das sich der Bonner Bahnhofrestaurateur angelegt hatte und den Herren bei der Passage vom reservierten Ausgang des Bahnsteigs vorlegte. Ahnungslos schrieben sich die Prominenten aus Gründen der Höflichkeit ein. Das ist apgestellt worden. Frau Heuß macht lieber„Spätzle“ Das Staatsessen bei Heuß in der Villa Hammerschmidt stellt den Höhepunkt des Staatsbesuchs dar. Als„First Lady“ fungiert die jugendliche Gattin des Staatssekretärs Klaiber, deren Robe gebührend fotografiert und bewundert wird. Frau Hedwig Heuß, die siebzigjährige Schwägerin des Bundespräsidenten, beschränkt sich darauf, Herrn Heuß seine „Spätzle“, zu machen. Die Gegeneinladung des zuständigen Bonner Botschafters in der„Redoute“ leitet bereits zum Abschluß der Staatsvisite über. Er lädt die Herren zum Cocktail oder zum kalten Buffet ein. Das„Schlußfeuerwerk“ stellt dann das „erzeniest in Schloß Brühl“ dar, zu dem der Bundespräsident mit„Frack und Orden“ einlädt. Alles, was einen Namen hat, ist da und bewundert unter den tropfenden Kerzenleuchtern Balthasar Neumanns Lerühmtes Treppenhaus. Sobald die Lichter erlöschen, nähern sich galonierte Diener den Gästen und nehmen ihnen mit Löschpapier und Bügeleisen die Kerzenflecke vom Frack. Besonders interessiert sind die Träger der„Leihfräcke“ dabei. Sonst zahlen sie die doppelte Gebühr. Freizügigkeit der Montanarbeiter Luxemburg.(Korr.) Der Ministerrat der Montanunion hat einmütig dem Entwurf eines Abkommens über die Freizügigkeit der Kohle- und Stahlarbeiter zugestimmt. Durch dieses Abkommen sollen alle anerkannten Facharbeiter der Kohle- und Stahlindustrie das Recht erhalten, in jedem der sechs Länder in ihrem Beruf Arbeit anzunehmen. Die Unterzeichnung des Vertrags ist noch zurückgestellt worden, weil eine unvorhergesehene Schwierigkeit auftrat: Frankreich, Holland, Luxemburg und Italien sind der Ansicht, daß dieses Abkommen in allen vier Amtssprachen der Montanunion abgefaßt wird. Der Ministerrat ist auseinandergegangen, ohne daß diese Streitfrage gelöst wurde. Über den sachlichen Inhalt des Vertragsentwurfs äußerte sich Bundesarbeitsminister Storch befriedigt. Er erklärte nach der Konferenz, daß allen wesentlichen deutschen Forderungen entsprochen worden sei. Bei diesen Forderungen, die außer von der Bundesrepublik auch von Luxemburg und Holland vertreten wurden, ging es darum, daß nur wirkliche Facharbeiter die Freizügigkeit erhalten. Bel der Ausdehnung der Freizügigkeit auf unqualifizierte Kräfte, so hatte Storch vor dem Ministerrat betont, wäre vor allem im Kohlenbergbau die Sicherheit der Fetriebe ernstlich gefährdet. Nach dem Vertrag soll jeder anerkannte Facharbeiter, der die in einem besonderen Anhang zum Vertrag aufgestellten Bedingungen erfüllt, auf Antrag von seinem Arbeitsamt eine europäische Facharbeiterkarte erhalten, die ihn berechtigt, in jedem der sechs Länder der Montanunion einen Arrbeitsplatz in seinem Beruf anzunehmen. Der Präsident des Ministerrats, der französische Wirtschaftsminister Ulver. erklärte in Luxemburg, nach seiner Ansicht mache das Saarabkommen eine Anderung des Schumanplanvertrags notwendig. Der Vertrag müsse so geändert werden, daß die Saar als gleichberechtigtes siebentes Mitglied in die Montangemeinschaft aufgenommen werde. Sowjets verschärfen den kalten Krieg Reaktion auf die Pariser Verträge— Verstärkung der Kontrolle im Interzonenverkehr Hochkonjunktur in Österreich Wien.(Korr.) Die österreichische Wirtschaft weist die charakteristischen Zeichen einer Hochkonjunktur auf, sagte Finanzminister Dr. Kamitz im österreichischen Parlament bei der Begründung des Budget-Voranschlags. Das Budget sei ein Markstein auf dem Weg zu einem ausgeglichenen Staatshaushalt. Die österreichische Wirtschaft nähere sich der Vollbeschäftigung. Das Nationalprodukt habe Basel.(dpa) Sowjetische Diplomatenkreise haben, den„Basler Nachrichten“ zufolge, mit Repressallen gegen die Pariser Beschlüsse gedroht. Aus Ostberlin meldet das Blatt, Moskau erwäge einen scharfen Protest im Sicherheitsrat gegen die Aufnahme der Bundesrepublik in die NATO. Ferner werde die Sowjetregierung in geeigneter Form darauf hinweisen, daß sie mit der Bundesrepublik de jure noch im Kriegszustand sei und jeden westdeutschen Soldaten in Gewahrsam nehmen werde, der sowjetisch besetztes Gebiet betrete. Sie erwäge auch gewisse Sicherheitsmaßnahmen gegen im Gebiet der Sowjetzone wonnende Angehörige westdeutscher Soldaten. Sowjetdiplomaten in Östberlin haben nach dem Schweizer Blatt versichert, daß der Beitritt der Bundesrepublik zur NATO auch das Problem Berlin berühre. Die 44 Zehntausend sahen„Untertasse Fußballspiel im Florenzer Stadion mehrere Minuten unterbrochen Rom.(Korr.) Über zehntausend Menschen beobachteten am Mittwoch im Stadion von Florenz eine„fliegende Untertasse“, die über die Stadt hinwegraste. Die seltsame Himmelserscheinung war so eindrucksvoll, daß das Fußballspiel im Stadion mehrere Minuten lang unterbrochen wurde. Von dem rätselhaften Flugkörper ging ein Regen von glänzenden Flocken hernieder. die sich auf Bäumen, Dächern und Telefondrähten festsetzten. Im Universitsinstitut von Florenz wurden die Flokken untersucht. Sie zelgten eine Substanz M ROMAN VON HANS GRUHL Presserechte bei Münchner Roman-Verlag München-Pasing (11. Fortsetzung) Sie fand Inge im Zimmer des Verstorbenen. Das Bett war schon abgezogen und die Fenster waren weit geöffnet. „Inge“, sagte sie,„haben Sie eine Ahnung, wo das restliche Streptomycin von—“ sie machte eine Kopfbewegung zu dem leeren Bett—„hingekommen ist?“ Das Mädchen richtete sich auf. Einem besseren Beobachter, als es die Stationsschwester war, wäre ihr unsicherer Blick in dem sonst so beherrschten Gesicht aufgefallen. Aber Olga merkte nichts. „Streptomycin?“ fragte Inge,„nein, ich sah nur, wie Dr. Michels es neben sich hinstellte— dann habe ich nicht mehr darauf geachtet. Ich weiß nicht, wo es sein könnte.“ Ich lüge, dachte sie, als die andere das Zimmer verlassen hatte, ich habe gelogen! Michels begegnete der Stationsschwester auf dem Flur.„Die Krankengeschichte kann’rein“, sagte er.„Wie ist es— haben Sie das Zeug?“ „Nein, Herr Doktor“, sagte sie ängstlich. „Dann suchen Sie. Es kann sich ja nicht in Luft aufgelöst haben!“ Und er ließ sie stehen. Beim Abendessen im Kasino wollte keine unbefangene Stimmung aufkommen. Marion dämpfte wie immer Strohmanns laute Bemerkungen und bemühte sich, Michels zu trösten. „Meningitis ist Meningitis“, sagte Strohmann gerade.„Noch vor ein paar Jahren starben sie alle durch die Bank. Und wie die Dauererfolge mit dem Streptomycin werden, ist noch gar nicht heraus. Ich glaube nicht, daß sie so rosig aussehen.“ „Sie haben ja alles getan, Werner“, sagte Marion.„Der Ober wußte auch nicht weiter. Nehmen Sie sich’s nicht so sehr zu Herzen!“ Michels warf einen mürrischen Blick über die Runde.„Weiß einer von Ihnen, wo die Streptomycinampulle geblieben ist? Sie ist weg— spurlos verschwunden. Olga findet sie nicht.“ Strohmann lachte glucksend.„Es müsse.. die Heinzelmännchen im Haus sein! Eine halbe Ampulle Streptomycin? Fünfhundert Milligramm? Reicht ja nicht mal für einen soliden Tripper! Ich würde den Damen empfehlen, den Verbandseimer gründlich auf den Kopf zu stellen— im Universum geht nichts verloren!“ „Lassen Sie's gut sein“, sagte Marion lächelnd.„Es wird sich finden.“ „Ja“, sagte Michels hart und stand auf. „Wie das Morphium!“ Betroffen blieben sie zurück.— Vor dem Einschlafen überdachte Daniel die Ereignisse des Tages und Michels Worte. Wo war der Zusammenhang zwischen dem gestohlenen Morphium und der fehlenden Streptomycinflasche? Wußte Michels etwas? Und was hatte Anna Kramer vor ihrem Tode erfahren? Er fand keine Antwort auf die Fragen. Alles war so verworren und unklar. Aber es mußte einen Schlüssel zu diesen Erelgnissen geben. Wo war er zu finden? von faserartiger Struktur und von bemerkenswerter mechanischer Widerstandskraft. Die Elemente Bor. Silizium, Kalzium und Magnesium wurden spektographisch nachgewiesen. Der Direktor des Instituts meint, daß es sich um eine BorSilizium-Glaswolle handeln könne. Die gleiche Erscheinung wurde in Siena, Prato und Sesto Florentino beobachtet. Seit Tagen überstürzten sich in Italien Berichte über Wahrnehmungen„fliegender Untertassen“ und„Zigarren“. Die meisten dieser Erscheinungen wurden in der Toscana und in Emilien beobachtet. Hinten, im anderen Flügel, lag Schwester Inge Sörensen auf ihrem Bett. Sie schlief nicht, und ihre Gedanken kreisten unaufhörlich. Sie hatte am Nachmittag mit der Stationsschwester nach dem Streptomycin gesucht, hatte Eifer und Unkenntnis geheuchelt, mit der Angst im Herzen, ihr Wissen durch eine unbedachte Außerung zu verraten. Inges Geheimnis Sie wußte, wer die Ampulle vom Tisch genommen hatte, als Bergius herausp fahren wurde. Halb im Umdrehen hatte sie die schnelle Bewegung der Hand noch wahrgenommen und den brennenden Blick in ihrem Genick gefühlt, als sie sich hastig ganz abwandte. Sie kannte diese Hand und diese Augen. Eine unerklärliche, ahnungsvolle Abneigung hatte bewirkt, daß sie ihnen nie ganz vertrauen konnte. Sie verstand nicht, was der Diebstahl des Medikamentes bedeutete — aber irgend etwas mußte er bedeuten, das war sicher. Von den fehlenden Morphiumampullen wußte sie nichts, Anna hatte zu niemanden weiter darüber gesprochen. Inge dachte an Doktor Bergius. Sie hatte ihn gepflegt, einen alten, geduldigen Mann, über dessen Lippen nie ein Wort des Tadels oder der Klage gekommen war. Und nun war er tot— in ein paar Tagen erloschen wie eine niedergebrannte Kerze. Warum mußte er so schnell sterben? Wenn das Streptomycin? Sie wehrte sich gegen diesen Gedanken, der drohend und ungeheuerlich aus dem Nichts aufstieg. Wenn das Streptomycin! Aber warum? Wer sollte einem Todkranken nach dem Leben trachten? Sié stützte den Kopf auf die rechte Hand und sah zur Tür, die sich als weißes, verschwommenes Rechteck aus dem Dunkel abhob. Was sollte sie tun? Wem konnte sie das Geheimnis anvertrauen, dessen unsichtbare Last auf ihr lag? Vielleicht war es unwichtig und nebensächlich, wer die Ampulle mit dem Rest des Mittels genomSowjetregierung werde die Existenz der „in Westberlin unterhaltenen halbmilitärischen Polizeiverbände“ einer eingehenden Prüfung unterziehen sowie die Kontrolle im Interzonenverkehr wesentlich verschärfen. Auch der Warenverkehr Westberlins mit der Bundesrepublik müsse unter dem Gesichtspunkt der wieder ins Leben gerufenen Rüstungsindustrie in Westdeutschland sorgfältig überprüft werden. Die Tatsache der Einbeziehung„eines Teils des ehemaligen Feindstaates Deutschland in eine gegen die Sowjetunion und ihre Verbündeten gerichtete aggressive Organisation“ mache, so werde sowjetischerseits erklärt, die Überprüfung der de jure noch bestehenden alliierten Vereinbarungen von Jalta, Teheran und Potsdam notwendig, in denen auch die Kontrolle der ehemaligen Reichshauptstadt eingeschlossen sei. Zur letzten Sowjetnote betonen, laut „Basler Nachrichten“, sowjetische Kreise Östberlins, eine neue Viererkonferenz über die Zukunft Deutschlands sei für Moskau men hatte, und warum er es tat— vielleicht aber brachte die Klärung Licht über Bergius' Tod, der den Ärzten se rätselhaft erschienen war. Und plötzlich erkannte Inge Sörensen, daß sie Furcht hatte— Furcht vor dem Unbekannten und den drohenden Augen im Untersuchungszimmer. Daniel! Von der Sekunde an, in der sie ihn zum ersten Male sah, hatte sie Vertrauen zu ihm. Er hatte sich um Anna gekümmert, mit ihm konnte sie sprechen, er würde sie verstehen. Ihr Herz schlug freier, als sie den Ausweg gefunden hatte, und sie legte sich erleichtert in ihr Kissen zurück. Morgen würde sie mit ilim sprechen. Morgen. Daniel sah das Herz des Patienten im grünlichen Licht des Leuchtschirmes. Seine Hände unter den Schutzhandschuhen waren schweißnaß und die Riemen der schweren Bleigummischürze schnitten in seine Schultern. „Seitlich“, rief er,„mehr Kv!“ Evelyn am Schalttisch reagierte prompt. Daniel drehte den Patienten um seine Achse, schob den Schirm vor, blendete ein. Verflucht schlechte Luft in der Bude, dachte er. Hoffentlich ist bald Schluß. Dann schaltete er den Strom ab. Das rote Deckenlicht flammte auf. Evelyn riß die Schiebetür mit Schwung zur Seite. Sie führte den Kranken in die Kabine, trat dann vor Daniel hin. Er schob den Kopf vor und schnupperte. „Na, Prinzessin? Streiken wir?“ Sie verschränkte die Hände hinter dem Rücken und hob sich auf die Fußspitzen. „Pause, hoher Gebieter. In zehn Minuten kommt noch eine Schicht. Bleiben Sie gleich sitzen? Ich hole inzwischen neue Filme. Wir sind am Ende!“ „Ich bin auch am Ende“, sagte er und wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Und ich verdurste. Können Sie mich nicht mal mit Ihrem Parfüm bestäuben?“ Ich bring' Ihnen eine Limonade mit, ja?“ ch bitte förmlich darum!“ ein„ernstes Anliegen“. Auf dieser Konferenz werde die Sowjetregierung„sehr große Konzessionen“ machen, sie werde „handfeste Zusagen“ für freie und geheime Wahlen und deren Kontrolle geben. Sie erwarte aber auch von den Westmächten die Bereitschaft zu Kompromissen. „Wunsch nach Weltfrieden“ London.(Korr.) Die Vorsitzende des Britischen Roten Kreuzes, Gräfin Limerick. kehrte von einem zweiwöchigen Besuch der Sowjetunion nach London zurück. Sie erklärte, der. wie sie glaube, aufrichtige Wunsch nach Weltfrieden in der Sowjetunion habe starken Eindruck auf sie gemacht. Die Leute redeten von nichts anderem. Mohammed Ali wird abgelöst Karatschi.(Reuter). Der pakistanische Ministerpräsident Mohammed Ali soll durch den ehemaligen Ministerpräsidenten von Bengalen, Huseyn Shaheed Suhrawardy, abgelöst werden. Suhrawardy erholt sich gegenwärtig in einer Schweizer Sanatorium von einer Krankheit. Wie verlautet, ist ein politischer Beauftragter nach Zürich geflogen, um Suhrawardy zur Rückkehr zu bewegen. Suhrawardy ist der Führer der Vereinigten Front, die vor einigen Monaten bei den Provinzwahlen in Ostpakistan die Moslem-Liga des Ministerpräsidenten Mohammed Ali besiegte. Sie verschwand, und Daniel schwang sich auf dem Drehstuhl herum. Er sah die Gegenstände im Raum wie durch schweren, roten Samt. Wenn es endlich soweit wäre. daß man im Hellen durchleuchten könnte. dachte er. Frische Luft und nicht immer die blöde Brille aufsetzen zu müssen, wenn man’raus wollte. Wenn einer ein Monokel trug— ob das unter die Brille paßte? Eine Weile dachte er ernsthaft über dieses Problem nach. Dann drehte er sich wieder zum Schirm. Dauerte ja ewig, bis das Mädchen wiederkam. Er spielte an den Knöpfen und Hebeln, bewegte das Stativ und schlug den Schalter des Mikrophons stumpfsinnig herauf und herunter. Die Tür zum Schaltraum wurde geöffnet. Aber es war nicht Evelyn, die da kam. Ein leiser, zaghafter Schritt— dann klopfte es an die Schiebetür. „Was ist los?“ rief er „Verzeihung— Schwester Inge. Darf ich’reinkommen, Herr Doktor?“ Er wunderte sich. Inge? Was wolte die hier? „Kommen Sie! Aber machen Sie die Tür gleich wieder zu— sonst ist meine schöne Adoption fort!“ (Fortsetzung folgt) Aho, lamen i mal Die alte Engländerin brachte ihren klugen und kostbaren Pudel in eine Hundeschule, wo das intelligente Tier allerhand Gutes lernen sollte. Als sie ihn nach einem halben Jahr wieder abholte, fragte sie das Tier. „Hast du viel gelernt in der Schule?“ „Wau“, bellte der Pudel. „Hast du etwa auch lesen und schreiben gelernt?“ „Wau— wau!" „Womöglich auch fremde Sprachen?“ Da machte der Pudel:„Miau!“ 119. Jahrgang— Nummer 252 Sauerländisches Altester Anzelger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Helmat- und Krelsblatt im Kreile Olpe Freitag. den 29. Oktober 1954 Unsere Kopfbedeckung Einmal in Zahlen näher ausgedrückt Olpe. Die Herstellung von Kopfbedeckungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie Nordrhein-Westfalens zeigt nach Angaben des Statistischen Landesamtes unterschiedliche Tendenzen. Bei Hüten für Männer ist die Produktion von 1¼ Mill. Stück im Jahre 1950 auf rund 900 000 Stück im Jahre 1953 zurückgegangen. In den ersten 7 Monaten 1954 war die Produktion mit rund 411 000 Stück gegenüber der Vergleichszeit des Vorjahres weiter abgeschwächt. Der Rückgang in den ersten 7 Monaten 1954 ist teilweise vom Wetter, teilweise von der Mode bedingt. Diese Entwicklung geht hauptsächlich zu Lasten der Hüte aus Wollfilz, während der qualitativ bessere Hut aus Haarfilz sich relativ gut behauptet hat(1950: 648 000 Stück, 1953 607 000 Stück).— Zum Unterschied von Hüten für Männer hat die Herstellung von Frauenhüten eine steigende Tendenz gehabt, und zwar von 1,4 Mill. Stück 1950 auf 2,2 Mill. Stück im Jahre 1953. Dabei ist bei der Herstellung von Haarfilzhüten kaum ein Unterschied festzustellen. In den ersten 7 Monaten 1954 betrug die Fertigung von Strohhüten für Frauen 177 000 Stück, gegenüber 89 000 Stück in den ersten 7 Monaten 1953. Schule nach Vereinbarung für die Eltern der Schülerinnen auch an einem anderen Tag zu sprechen. Kath. Frauen- und Müttergemeinschaft. Die Monatsversammlung der Helferinnen findet heute, um 15 Uhr, in der neuen Schule am Hohen Stein statt. Da wichtige Aufgaben zu besprechen sind, werden alle Helferinnen dringend um ihre Teilnahme gebeten. Kapelle wird geweiht. Die neben der St. Martinus-Pfarrkirche auf der Mauer errichtete Totenkapelle, die zugleich als Gedächtniskapelle für die Gefallenen dient, soll am Allerheiligentage im Rahmen einer Andacht vor dem Auszug zum Friedhof ihre Weihe erhalten. In der Kapelle wird die Plastik aus der ehemaligen Josefsgrotte an der Kreuzkapelle aufgestellt. Die Statue ist inzwischen gründlich renoviert worden. Sie wird noch rechtzeitig vor der Kapellenweihe aus Paderborn wieder hier eintreffen. Verkehrsunfälle. Am Mittwoch fuhr um 8 Uhr ein Schüler beim Einbiegen in die Agathastraße mit seinem Fahrrad gegen einen Lkw. Es entstand nur Sachschaden an beiden Fahrzeugen.— Bereits um 7.25 Uhr war ein Kradfahrer auf der Bruchstraße gegen einen Krankenstuhlfahrer gerannt. Beide Verkehrsteilnehmer wurden verletzt. Die Fahrzeuge wurden beschädigt. Der Leihbuchhandel betonte jetzt auf der Bezirksversammlung in Siegen, daß er selbst stark an der Ausmerzung von Schund aus seinen Buchbeständen interessiert sei. Der 1. Vorsitzende der Leihbuchhändlerverbände für das südliche Westfalen, Günther Kosiol, erklärte hierzu, daß er alles versuchen werde, um auch in den Kreisen Siegen, Olpe und Wittgenstein die notwendige Säuberung des Leihbuchhandels zu erreichen. Im übrigen ergab die Versammlung: Der heimische Leihbuchhandel ist wesentlich an der Befriedigung des allgemeinen Lesebedürfnisses beteiligt. Er ist sich seiner Aufgabe voll bewußt und drängt auf einen idealen Buchbestand. ¼4 Jahrhundert öffentliches Bausparen Der Siegeszug des Eigenheimgedankens und der Selbsthilfe Neue Werbung für das Sauerland Gebietstagung des Landesverkehrsverbandes Westfalen in Altena Olper Stadtspiegel Eine öffentliche Aufforderung zur Abgabe der Vermögenserklärung bis zum 30. November dieses Jahres richtet in einer heutigen Bekanntmachung die Oberfinanzdirektion Münster an den hierfür in Frage kommenden Personenkreis. Wir weisen unsere Leser auf diese Bekanntmachung besonders hin. Zur Beachtung! Auch an dieser Selle sei nochmals darauf hingewiesen, daß die Kasse des Finanzamtes an jedem letzten Werktag im Monat, also am morgigen Samstag geschlossen ist. „Vorsicht bei Ratenkäufen“ angehender Soldaten! Von langfristigen Teilzahlungsgeschäften rät die Industrie- und Handelskammer Köln Geschäftsleuten und den jungen Menschen ab, die mit Einberufung zum Wehrdienst zu rechnen haben. Die Kammer befürchtet, daß die eingezogenen jungen Soldaten und auch ihre Angehörigen möglicherweise langfristige Verpflichtungen nicht erfüllen könnten. Beratungsstunden. Heute hält Bezirksgeschäfsführer Ehlscheid vom Reichsbund der Kriegsbeschädigten ab 15 Uhr im Hotel„Zum Schwanen“ Sprechstunden ab. Er erteilt Auskunft in allen Rentenangelegenheiten. Die St. Franziskus-Schule teilt mit: Am 4. November haben alle Eltern unserer Schülerinnen Gelegenheit, von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr die Klassenund Fachlehrerinnen unserer Schultypen zu sprechen. Um den Eltern das unerwünschte lange Warten vor den Türen der Sprechräume zu ersparen, wird von der Schule der Vorschlag“ gemacht, daß die Eltern der auswärtigen Schülerinnen möglichst in den Vormittagsstunden und die Eltern der Stadtschülerinnen in den Nachmittagsstunden zur Besprechung kommen. Äußer an dem allgemeinen Elternsprechtag sind die Lehrkräfte der Aus dem Sauerland. Im„Märkischen Hof“ in Altena trat unter dem Vorsitz von Stadtdirektor Franz Becker(Soest), der Gebietsausschuß Sauerland des Landesverkehrsverbandes Westfalen zu seiner jährlichen Tagung zusammen. Oberkreisdirektor Feuring überbrachte die Grüße des Kreises Altena. Bei der Aussprache über die Neuordnung der Gebietseinteilung wurde allseitig anerkannt, daß die Werbung für einen zusammenhängenden Großraum zweckmäßig ist, daß aber den einzelnen Bezirken des Gebietes, vor allem dem Siegerland, eine stärkere Vertretung in den zentralen Instanzen des Landesverkehrsverbandes Westfalen eingeräumt werden soll. In einem Rückblick auf die abgelaufene Fremdenverkehrssaison 1954 hob der Geschäftsführer des Gebietes, Klaus Hilse (Soest), hervor, daß trotz des anormalen Sommers der Zustrom zu den Fremdenverkehrsgebieten des Sauerlandes sich noch weiter erhöht hat. Nach den bisher vorliegenden Ergebnissen dürfte die Zahl der Fremden, die im Sommer 1954 im Sauerland Erholung suchten, um 15 Proz. höher liegen als im vorigen Jahr. Für das nächste Jahr sind eine Reihe bedeutender Werbemaßnahmen geplant. Wie der Geschäftsführer des Landesverbandes Westfalen, Direktor Dr. Christoph Albrecht(Dortmund), mitteilte, wird in einer Auflage von 50 000 ein Faltblatt über die Stauseen des Sauerlandes herausgebracht; der neue Wintersportprospekt wird in einer Auflage von 20 000 und der Hotelführer des Sauerlandes in einer Auflage von 25 000 erGemeindedirektor Drolshagen. Die Gemeindevertretung Drolshagen-Land wählte in ihrer letzten Sitzung den Amtsdirektor Albert Zimmermann, Drolshagen, zum ehrenamtlichen Gemeindedirektor und zu dessen Stellvertreter den Amtssekretär Günther Alterauge. Auch die Gemeindevertretung Drolshagen-Stadt hat die gleichen Personen berufen. Drolshagen. Die Arbeiten zum Ausbau des Weges in der Ortschaft Oehringhausen wurden der Firma Johannes Neu, Eichen, zum Angebotspreis übertragen. scheinen. Für das folgende Jahr ist die Herausgabe eines neuen umfassenden Sauerlandprospektes vorgesehen, für dessen Vorbereitung eine zehnköpfige Kommission berufen wurde. In der Aussprache wurde die Notwendigkeit hervorgehoben, die am Fremdenverkehr unmittelbar profitierenden Wirtschaftsgruppen durch eine Fremdenverkehrsabgabe stärker zur Finanzierung der Fremdenwerbung heranzuziehen. Dabei wurde auf das Beispiel der Länder Bayern und Schleswig-Holstein hingewiesen. Die nächste Tagung des Gebietes soll auf dem Kohlberghaus des SGV stattfinden. Olpe. Von den 13 öffentlichen Bausparkassen, die in regionaler Arbeitsteilung im Bundesgebiet und in Westberlin tätig sind, können 9 in diesem Jahr die 25. Wiederkehr ihres Gründungstages begehen. 1929 gab der Deutsche Sparkassen- und Giroverband den Anstoß zur planmäßigen Aufnahme des nach dem ersten Weltkrieg als Ausweg aus der Wohnungsnot aufgekommenen Bausparens in das Tätigkeitsgebiet der öffentlichen Sparkassen. Es beruht auf der Idee der Selbsthilfe und geht von der Ueberlegung aus, daß aus einem mit regelmäßigen Sparleistungen gespeisten Kapitalfonds laufend Baugelder bereitgestellt werden können, die den einzelnen Bauwilligen teils als ihre eigenen Ersparnisse zurückerstattet, teils als Darlehen gewährt werden. Der zweite Teil fließt durch Tilgung wieder in den Fonds zurück, um erneut ausgeliehen zu werden. Es war zu erwarten, daß die in dieser Methode des kollektiven Zwecksparens liegenden Möglichkeiten nach der Währungsreform von 1948 lebhaftes Interesse in den breiten Bevölkerungsschichten finden würde. Die tatsächliche Entwicklung hat jedoch alle Voraussagen weit übertroffen. Die öffentlichen Bausparkassen verwalteten Mitte 1954 374 000 Verträge über insgesamt 4,5 Milliarden DM; sie konnten seit Mitte 1948 1,14 Milliarden DM auszahlen und mit dieser Summe im Wege der zweitstelligen Finanzierung die Errichtung von 109 000 Wohnungen ermöglichen. Wesentliche Grundlage dieses im Rahmen der gesamten Wohnungsbaufinanzierung sehr maßgeblichen Erfolges ist die vor 25 Jahren als Leitsatz aufgestellte und seither ständig verwirklichte Zusammenarbeit zwischen den öffentlichen Bausparkassen als Spezialinstituten für den zweitstelligen Baukredit und den öffentlichen Sparkassen, deren Hypothekengewährung satzungsmäßig auf die erste Stelle im Grundbuch beschränkt ist. Wenn sich das Bausparen in den letzten Jahren eindeutig zur beliebtesten Form des Zwecksparens entwickelt hat und immer neue Anhänger gewinnen konnte, so lag das vor allem an der Ueberzeugungskraft des Eigenheimgedankens, der durch die von den öffentlichen Bausparkassen zielbewußt vorangetriebene Verwirklichung des Stockwerkseigentums ein erweitertes Betätigungsfeld erhalten hat.. Wesentlich unterstützt wurde die stürmische Aufwärtsentwicklung durch die den Bausparern eingeräumten steuerlichen Vergünstigungen, sowie durch die vom Staat gewährten Wohnungsbauprämien. Für die weitere Ausbreitung des Bauspargedankens, die auch im Interesse eines allmählichen Abbaus der staatlichen Subventionen für den sozialen Wohnungsbau dringend zu wünschen ist, wird es von erheblicher Bedeutung sein, daß diese Vergünstigungen erhalten bleiben. Die öffentlichen Bausparkassen haben zu ihrem Jubiläum ein Sonderheft der Zeitschrift„Sparkasse“ herausgebracht. Darin ist der seit 1929 zurückgelegte Weg geschildert. Außerdem ist eine Reihe von Betrachtungen den für Gegenwart und Zukunft des Bausparens maßgebenden Problemen gewidmet. An Hundem und Lenne Drahtkörbchen gleiten über Laufschienen Das neue Schnellbedienungs-Verfahren in der Rheika-Filiale Olpe. Lichtfülle, durch das große Schaufenster kommend und aus Neonröhren fließend, überrascht den Käufer, wenn er den jetzt hochmodern renovierten hiesigen Laden der„Rheika-Lebensmittel“ in der Kölner Straße 8 betritt. Draußen bestaunte er schon den sauberen, farbig gefugten Plattenbelag der Fassade, die Metallumrahmungen von Schaufenster und Eingang. Acht Tage war die Filiale wegen Umbaues geschlossen. In diesen wenigen Tagen hat das Ladenlokal ein völlig neues und sehr ansprechendes Gesicht erhalten! Alles ist sauber und übersichtlich angeordnet in dem heutigen Tempo-Laden, der eine durchaus individuelle und dennoch sehr flotte Bedienung der Kundschaft ermöglicht. Hinter der Theke schiebt die Verkäuferin den numerierten Drahtkorb mit den gewählten Waren auf Schienen weiter zur Kasse der betreffenden Abteilung. Hierauf kann man sich zur nächsten Abteilung begeben und seinen Einkauf dort fortsetzen. Der Käufer erhält einen Bon. Die Abrechnung vollzieht sich sozusagen im Handumdrehen, auch wenn ein stärkerer Andrang herrscht. Denn alle angebotenen Waren sind fertig abgewogen, verpackt und mit Preisen versehen. Im Verkaufsraum findet man daher auch keine Waage vor, abgesehen von der Fleisch- und Käseabteilung. Der Tempo-Laden hat sich in den ersten Tagen dieser Woche bereits flott eingespielt. Zwei National-Aufrechnungskassen und eine Notkasse erleichtern die Abrechnung und damit die Ausgabe der Waren. Viele Hausfrauen haben die Neuerungen schon ausprobiert und sie als höchst angenehm empfunden. Auch die übersichtliche Anordnung der Waren in verschiedenen Abtellungen, zu denen eine neuartige Konfitüren-Abteilung hinzugekommen ist. Obst, Fischkonserven und Tabakwaren gibt es daneben. Ferner Spirituosen. Praktisch und absolut hygienisch angeordnet ist auch die Fleisch- und Käseabteilung, in der Wurstwaren, Feinkost und Fette angeboten werden. Eine hochmoderne Kühltheke(nicht Vitrine) und die PizerbaAufschnittmaschine sind hier bemerkenswerte Verbesserungen. Der helle Laden wirkt räumlich noch besonders angenehm und groß durch die an den Wänden zwischen den Regalen angebrachten Spiegel. Eine eingebaute Klima-Anlage(mit Exhauster) ermöglicht die ständige Zufuhr frischer Luft.— Mit Altenhundem. In der heute um 20 Uhr im Bahnhofshotel Hackethal stattfindenden Jahreshauptversammlung der Kulturgemeinde Hundem-Lenne steht folgende Tagesordnung zur Beratung: Rechenschaftsbericht, Kassenbericht, Neuwahlen, Bekanntgabe des neuen Spielplanes und Verschiedenes. Altenhundem. Ein weiteres neues Kirchenfenster konnte jetzt an der Männerseite der kath. Pfarrkirche eingesetzt werden, dessen Entwurf in künstlerischer Gestaltung Kunstmaler Sommer aus Münster angefertigt hat. Die Firma Peters aus Paderborn stellte das Fenster her. Altenhundem. Anläßlich der goldenen Hochzeit wurden den Eheleuten Johann Huxol zahlreiche Ehrungen zuteil, u. a. brachte ihnen auch der Männergesangverein ein Ständchen. Kickenbach. Aus Anlaß der goldenen Hochzeit gingen bei dem Ehepaar Johann Harbecke zahlreiche Ehrungen ein, denen auch der MGV ein Ständchen brachte. Gefallenen-Ehrung Welschen Ennest. Alle Vertreter der kirchlichen und weltlichen Vereine trafen sich am vergangenen Montag im Gasthof Becker zu einer Vorbesprechung des Programms für die Gefallenenehrung. Diese wird in feierlicher Form unter Mitwirkung der Musikkapelle Rahrbach, des Welschen Ennester Schützenvereins, der Kriegsgräberfürsorge und aller hiesigen Vereine am 2. Sonntag im November, dem Volkstrauertag(14. November), durchgeführt, nachdem am letzten Sonntag(24. Oktober) besonders in der Kirche und durch die Schule der Kriegsgefangenen und Vermißten eindrucksvoll gedacht wurde. Die Leitung der Versammlung hatte Hauptlehrer Schoppe, WE, als Vorsitzender der Kriegsgräberfürsorge“. Es wurde unter anderem auch der Wunsch ausgedrückt, daß einige Geldmittel von Seiten der Kriegsgräberfürsorge oder von anderen höheren Stellen zur Verfügung gestellt werden möchten, um den Gefallenen des letzten Weltkrieges ebenfalls wie beim Ehrenmal der Opfer aus dem I. Weltkrieg ein würdiges Gedenken zu gedieser kleinen Aufzählung sind aber nicht alle Neuerungen erschöpft. An Ort und Stelle kann man sich selbst davon überzeugen! Verkaufsstellenverwalter Stahl sagte uns bei der Besichtigung der renovierten Olper Rheika-Filiale:„Helligkeit und Sauberkeit, Preiswürdigkeit und Schnelligkeit in der Bedienung sind die hervorstehendsten Merkmale unseres Geschäftes. Diese Vorzüge haben sich überall bewährt und man wird sie auch in Olpe sehr zu schätzen wissen!“— Nach dem wohlgelungenen Ladenumbau erhofft sich„Rheika“ eine weitere, aufwärtsschreitende Entwicklung des hiesigen Geschäftes. ben. Pfarrer Lohmann sprach einige kurze, aber grundsätzliche Worte zur Frage: „Kriegerdenkmal“ oder„Christliches Ehrenmal“. Diese Frage sei ernst und wichtig, um sich darüber einmal im christlichen Volk Gedanken zu machen. Es gehe nicht um Verherrlichung eines vergangenen Militarismus, sondern um ehrliche betende und mahnende Erinnerung an die Toten beider Kriege. Darüber hinaus müßte das Ehrenmal ein Mahnmal sein! Kolpingfamilie Welschen Ennest. Am Mittwochabend versammelten sich die Kolpingssöhne unter Leitung des Altseniors W. Klein zu einer Besprechung. Das wichtige Thema „Kolping und unsere Familie heute“ wurde als Aufgabe für das Winterprogramm gestellt. Ferner wurde die baldige jugendgemäße Innenausstattung der Jugendräume besprochen. 12 Kolpingssöhne und der Präses nahmen am Bezirkstag in Meggen aktiv teil. Weihnachtsfeier des Sozialwerks Altenhundem. Wie bereits mitgeteilt, plant das Eisenbahn-Sozialwerk zur Weihnachtszeit eine Weihnachtsfeier in der Sauerlandhalle. Die Meldung der Kinder von 4 bis 14 Jahren zur Teilnahme an der Feier ist bei der Dienststelle umgehend notwendig, da im Rahmen dieser Feier eine Bescherung vorgesehen ist. Olper Filmschau Ein neues, vielseitiges Programm Olpe. Heute läuft im hiesigen Filmtheater der schwungvolle Unterhaltungsfilm mit hübschen Tanzeinlagen und flotten Melodien an:„Der letzte Walzer“. Ein großer Ausstattungsfilm nach der bekannten Operette von Oscar Strauß! Petersburg, Warschau und Paris sind die erregenden Schauplätze dieses Filmspiels, dessen Regie Arthur Maria Rabenalt führte. Als Hauptdarsteller setzte er ein: Eva Bartok, eine heute besonders beliebte und allgemein geschätzte Filmdarstellerin, ferner Curt Jürgens, O. E. Hasse, Christl Mardayn und Siegfried Breuer. Bezaubernde Melodien und spritzige Szenen sind zu erwarten!— Am 30. und 31. Oktober steht das turbulente amerikanische Farbfilm-Lustspiel in Technicolor„GIb Gas. Joe!“ auf dem Programm. Tolle Einfälle werden die Lachmuskeln erschüttern. Dieser Film ist eine echte Reci Skelton-Groteske voll blühenden Unsinns, die Komik und Tanz, Komik und Musik, Komik und Liebe, und nochmals Komik in sich vereint. Mit Rücksicht auf den kommenden Feiertag sei heute auch schon auf das weitergehende Programm hingewiesen Der neue Luise-Ullrich-Film„Eine Frau von heute“. der alle Menschen anzusprechen vermag, läuft vom 1. bis 4. November über die Olper Leinwand. Dieser Meisterfilm von Paul Verhoeven(Europa-Filmverleih) hat eine ideale Besetzung erhalten, u. a. auch Curd Jürgens und Carsta Löck. Das Lebensbild einer modernen berufstätigen Frau wird gezeigt, die entstehende Eheprobleme mit Klugheit und Herzlichkeit zu lösen vermag. Es ist ein Film des großen Verstehens und des großen Verzeihens.— Vom 2. bis 4. November ist außerdem ein abenteuerlicher Filmstreifen zu sehen:„Der schwarze Jack“ Verkehrsunfälle Ronnewinkel. Am 27. Öktober kam ein Kraftwagen hier infolge schlüpfriger Fahrbahn ins Schleudern. Er stieß auf der linken Straßenecke gegen einen Bordstein, wobei Sachschaden entstand. Sondern. Am 27. Oktober geriet um 16.30 Uhr zwischen Sondern und Bruchwalze ein Lastzug in den Straßengraben und beschädigte dabei einen Lichtmast. Altenhundem. Am 27. Oktober stieß um 14.30 Uhr ein Lkw. mit einem Pkw. zusammen. Zwei Insassen des Pkw. wurden leicht verletzt. Die Fahrzeuge wurden beschädigt. Traditionsgebundener Karneval Interessanter Bericht vor der Karnevalsgesellschaft Attendorn Attendorn. Ueber einen Teil der gut besuchten Jahresversammlung der Attendorner Karnevalsgesellschaft haben wir bereits gestern berichtet: Heute bringen wir noch einiges über die weiteren, sehr interessanten Beratungspunkte: Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde der Jahresbeitrag wieder auf 3,— DM festgesetzt. In den Elferrat mußten sodann vier neue Mitglieder aufgenommen werden. Helmut Bruse lehnte eine Wiederwahl ab. für ihn wurde Friedel Potthoff gewählt. H. Bruse verbleibt dagegen im Elferrat, in den auch Rudi Beul und Alfons Weller gewählt wurden. Somit besteht der Elferrat in Zukunft aus 12 Mitglieder, damit bei einem überraschenden Ausfall der Elferrat immer die Zahl 11 aufweisen kann. Es galt dann, eine neue Satzung zu verabschieden, da die alte Satzung aus dem Jahre 1929 stammt und den heutigen Bedürfnissen nicht mehr entspricht. Toni Sangermann verlas die einzelnen Paragraphen, die angenommen wurden. Der Entwurf wurde von der Versammlung gutgeheißen. Die Eintragung in das Vereinsregister soll vorläufig nicht erfolgen. Einem Wunsche der Meggener Gesellschaft, gemeinsam unter Mitwirkung beider Gesellschaften in Meggen und Attendorn je eine Großveranstaltung durchzuführen, konnte nicht entsprochen werden, da die gesetzte Zeit die Attendorner Karnevalisten schon voll und ganz in Anspruch nimmt mit den erforderlichen Vorbereitungen auf den Karneval. Die Session wird wieder am 11. 11. im Hotel Vaut eröffnet. Eine Hauptattraktion bildete die Verlesung des Protokolls der Sitzung vor 25 Jahren. Dieser Bericht wurde mit großem Beifall aufgenommen, denn es muß dem Bericht zufolge elne türbulente Sitzung gewesen sein Nur noch wenige Tage... Nachdem noch- die Aufnahme neuer Mitglieder vorgenommen war, konnte der Präsident die Versammlung schließen. Karl Huhn fand sich sofort am Klavier ein und alle Narrenbrüder stimmten in ein zünftiges Lied ein als Abschluß der Tagung. Es sind nur noch wenige Tage bis zum 11. 11., und schon wieder beginnt in der alten Hansastadt die Session 1954/55, der wir ein gutes und erfolgreiches Gelingen wünschen— würdig der Vergangenheit! 8. conen: wichqIEE Hrichfi 1 DER HERBST BRINGT VIEL ARBEIT Millionen Erbschaft nach Westfalen Drei Millionen Mark für acht Personen Die Tulpen weiden„Letiogo" Sie werden in Kühlhäusern unterkühlt, um ihnen den Winter vorzutäuschen— Ruf nach Blumen Düsseldorf.— Mit dem Entstehen neuer Wohnungen steigt in Westdeutschland auch der Ruf nach Blumenschmuck. Der Umsatz liegt heute mit 175 Millionen Mark jährlich höher als vor dem Kriege. Aus Holland, Belgien, Italien, Spanien und sogar aus Agypten werden große Mengen Topf-, Schnittblumen und Blumenzwiebeln eingeführt und seit 1949 sind die Blumenimporte von 15 Millionen Mark auf heute 47 Millionen Mark angestiegen. Aber diese steigende Biumeneinfuhr und der zunehmende Bedarf haben auch die deutschen Blumenzüchter nicht ruhen lassen. Sie konnten in den letzten Jahren beträchtliche Zuchterfolge erzielen. So stieg der Umsatz auf dem Kölner Blumengroßmarkt von 1,3 Millionen 1949 auf heute 5,2 Millionen Mark jährlich an. Bielefem.— Ein Vermögen von rund 800 000 Dollar abzüglich der amerikanischen Erbschaftssteuer wartet in den USA auf seine deutschen Erben, die nach den bisherigen Ermittlungen in Bielefeld, Gütersloh, Nienberge bei Münster, Herbede bei Witten(Ruhr) und in Krombach bei Siegen leben. Nach der jetzt erfolgten Mitteilung des Washingtoner Rechtsanwalts Daniel O.'Donghue an die Erben soll diese Summe, die dem Betrag von 3 360 000 Mark entspricht, an acht Personen aufgeteilt werden. Das Geld stammt aus dem Nachlaß der 1944 im 65. Lebensjahr in Washington verstorbenen Deutsch-Amerikanerin Elfrieda B. Droop, die ein Vermögen in Höhe von 1,6 Millionen Dollar hinterließ, ohne direkte Erben zu besitzen. Laut Testament soll eine Hälfte des Betrages in den USA bleiben, während die andere Hälfte den Verwandten in Deutschland zugesprochen worden ist. Die Erblasserin hatte bestimmt, daß die„Ratifizierung eines Vertrages zwischen den USA und dem Deutschen Reich oder einem Nachfolger des Deutschen Reiches, das den Kriegszustand beendet, als Datum der Ausführbarkeit ihres letzten Willens zu gelten habe.“ Dieser Rechtszustand sei nach Zuerkennung der deutschen Souveränität gegeben, so daß die deutschen Erben mit einer Auszahlung des Vermögens rechnen könnten, heißt es in der Mitteilung des amerikanischen Rechtsanwalts und Vermögensverwalters. Die Eltern der Verstorbenen stammen von dem Bauernhof Meyer zu Selhausen bei Bielefeld und wanderten in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts nach den Vereinigten Staaten aus. Nach dem Verwandtschaftsgrad unterteilt, sollen sechs Personen einen Erbteil von je 5000 Dollar erhalten, während zwei Erbberechtigte zusammen mit 770 000 Dollar bedacht werden sollen. „Ich komme. Klara" Bamberz.— Nach zehnjähriger Trennung und sechsjähriger ergebnisloser Suche fand sich das Ehepaar Alfons und Klara Zeh aus Duisburg durch die Arbeit der Zweigstelle Bamberg des kirchlichen Suchdienstes wieder. Wie der Suchdienst mitteilt, war der Ehemann, ein Niederschlesier, nach seiner Vertreibung in Duisburg aufgenommen worden. Er hatte die Nachricht erhalten, seine Frau sei auf der Flucht beim Fliegerangriff auf Dresden getötet worden. Unermüdlich suchte er dennoch weiter, bis er schließlich dieser Tage, nach sechs Jahren, die Todeserklärung für seine Frau einreichte. Anstatt des erbetenen Dokuments kam aber ein Telegramm: „Ich komme, Klara“. Die Frau war durch die Suchstelle gefunden worden, Sie brachte eine vergilbte Feldpostkarte mit, auf der die lakonische Mitteilung stand, ihr Mann sei bei den Abwehrkämpfen in Kurland den Heldentod gestorben. Jubiläum Herr Vorsitzender, sie können mir glauben, jetzt ist Sdhluß, ich komme jetzt bestimmt nidit mehr wieder", sagte der 46jälirige luvalide vor dem Kölner Schöffengericht, als er zum 25. Male bestraft wurde. Diesmal stand er wegen Rückfallbetruges vor dem Riditer. Er hatte einen auf Teilzahlung gekauften Staubsauger für 25.— Mark weiterveräußert, obwolil erst zelm Mark augezahlt waren. Die Jubiläumsstrafe lautete auf drel Monate Gesängnis. Eine Verkäuferin, die ihm nacheilte, bedrohte er ebenfalls mit der Pistole. Dadurch konnte er entkommen. Die anderen Kunden und Verkäuferinnen bemerkten den Raub erst, als der Bandit bereits verschwunden war. Drei Tote bei Düsenjäger-Absturz Fürstenfeldbruck(Bayern). Drei Todesopfer forderte der Absturz eines amerikanischen Düsenjägers in der Nähe des Flugplatzes Fürstenfeldbruck. Das Flugzeug war in ein zweistöckiges Wohnhaus der Siedlung Gernlinden gestürzt. Dabei wurden der Pilot, die Deutsche Katharina Piller und ihr zehn Monate altes Enkelkind Rudolf Simmer getötet. Deutsche und omerikanische Flugplatzangestellte retteten noch ein vierjähriges Kind aus dem brennenden Haus. Das Flugzeug hatte gerade zur Landung angesetzt. Im Faß durch Westdeutschland Burgsteinfurt. Mit einem stabilen Faß rollen drei. Berliner zur Zeit durch die Bundesrepublik. In dem Faß, mit dem sie in Rheine eintrafen, sind drei Betten eingebaut. Die drei sind schon über zwei Jahre unterwegs. Sie führen ein dickes Buch bei sich, in dem sich bedeutende Persönlichkeiten des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens eingetragen haben. füllte eine Milchkanne mit Benzin, schüttete es vor der Wohnungstür aus und setzte es in Brand. Plötzlich erschien Scherr im Türrahmen. Er wurde sofort von den Flammen erfaßt und brannte so lange als lebende Fakkel, bis jede Hilfe zu spät kam. Durch seine Rufe wurde die Nachbarschaft alarmiert. Sie löschte das Feuer, das in den engen Gassen der Altstadt mit ihren morschen Häusern verheerende Folgen hervorgerufen hätte. Vom Schwurgericht wurden die beiden Frauen zunächst wegen besonders schwerer Brandstiftung zu 15 und 12 Jahren Zuchthaus verurteilt, doch schaltete sich der Bundesgerichtshof ein. Er wollte geklärt haben, ob das Verbrechen überhaupt über das Stadium des Versuches hinausgekommen sel. Der grausame Tod des Stadtarbeiters galt dann rechtlich nur als fahrlässige Tötung. Tatsächlich machte sich das Schwurgericht in der zweiten Instanz den Standpunkt zu eigen, daß das Verbrechen im Stadium des Versuches einer schweren Brandstiftung steckenblieb, es ermüßigte die Strafen auf fünf und vier Jahre Zuchthaus. Ähnliche Erfolgsziffern werden vom Blumengroßmarkt Krefeld gemeldet, der seinen Umsatz von 225 000 Mark 1949 auf heute 1,4 Millionen Mark steigern konnte. Fahrbare Treibhäuser Im Schnittblumenanbaugebiet am linken Niederrhein, dem größten Anbaugebiet der Bundesrepublik, hat sich nach dem Krieg die Einstellung der Züchter zur Technik gewandelt: Errungenschaften der Technik sind in die Gewächshäuser eingezogen. Die größten Gärtnereibetriebe sind mit fahrbaren Treibhäusern, die bis zu 1500 Quadratmeter groß sind, ausgerüstet, die eine intensive Bearbeitung des Bodens zulassen und Vorbestellungen ermöglichen. Die Heizungskessel werden mit Olheizungen betrieben, elektrische Fotozellen beobachten die Kessel und melden Tag und Nacht sofort jede Störung. 24 000 Zentner Koks jährlich Die großen Gärtnereien haben eine bis zu 15 000 Quadratmeter große Treibhausfläche unter Glas. Die größten Treibhäuser sind 127 Meter lang und 25 Meter breit. Eine solche Anlage benötigt, wenn sie keine Ölheizung hat, jährlich 20 000 bis 24 000 Zentner Koks. In diesen riesigen Gewächshäusern werden die edelsten Blumen gezogen. Nelken und Rosensträucher werden bei gleichmäßiger Wärme und Luftfeuchtigkeit bis zu zwei Meter groß. Zahlreiche Mädchen schneiden täglich in einer Großgärtnerei etwa 12 000 Nelken und 6000 bis 8000 Chrysanthemen. Eine Gärtnerei wird in diesem Winter eine Million Tulpen auf den Markt bringen. Die Tulpen werden nach dem neuesten Verfahren— die Experimente sind Münster— Sechs rote Paviane vom Affenfelsen im Münsterschen Zoo überwanden dieser Tage erneut die Sperrmauer in die Freiheit und verursachten im Zoogelände viel Aufregung. Die freiheitsdurstigen Affen waren schon mehrfach früher ausgebrochen und hatten auch schon einmal einen kleinen Ausflug in die Stadt gemacht. Vor wenigen Monaten wurde etwas unterhalb der Oberkante der Mauer des Affenfelsens ein Elektrozaun angebracht, um den Freiheitsdurst der Affen einzudämmen. Als sich Hauptaffe Charly dann als erster an dem Elektrozaun die Finger verbrannte, unterblieben eine zeitlang die„Fluchtversuche“. Die Zooleitung vermutet, daß beim letzten Ausbruch Schulkinder die Tiere gereizt und ihnen mit Bindfäden über die Mauer hinweggeholfen haben. Im Zoogelände riß ein Affe einem Mädchen sämtliche Mantelknöpfe ab. Erst einige Zeit später konnten die Wärter die aufgebrachten Affen wieder auf ihren Felsen zurückbringen. Deutsche gewann im Aufsatzwettbewerb Bonn. Die 18jährige Irmgard Pilz aus Homberg am Niederrhein, die im Vorjahr als Austauschschülerin an einem Aufsatzwettbewerb in Amerika teilgenommen hatte, hat unter 15 000 amerikanischen Oberschülern eine der sechs besten ArbeiAllein in den vergangenen neun Jahren hat sie rund 4500 Wohnungen gebaut, zumeist Siedlungen vor den Toren der Zechen. Denn der alte Grundsatz, daß der Kumpel nicht gerne zum Pütt fährt, sondern zu ihm gehen will. gilt auch heute noch. Und er macht sich sogar bezahlt, für die Zeche und für den Bergmann selbst Im Mittelpunkt dieser Betreuung steht jedoch nicht nur die Wohnung allein, sondern auch der Mensch. Die 4500 Wohnungen, die seit 1945 erstanden, sind dafür ein sprechendes Beispiel. Über 900 der Kumpel haben ein eigenes Haus erstanden, ein Drittel ein direktes Eigenheim, zwei Drittel von ihnen leben in Selbsthilfesiedlungen mit ausreichendem Land. Für die Neubergleute, die vielfach aus den Flüchtlingsländern nach Bochum kommen, stehen Ledigenheime zur Verfügung, die über 2400 Betten verfügen. 600 Lehrlinge haben ihre eigenen Heime, 200 Jungen wohnen im Pestalozzidorf der Zeche, das in Kürze so erweitert wird, daß weitere 72 Jungen hier einziehen können. Im Jahre 1954 gab die Zeche Wohnungen in Auftrag, zum größten Teil in Zusammenarbeit mit der Westfälischen Heimstätten AG Bochum. die rund 11 Millionen DM Baukosten erforderten. 3 Millionen DM davon stammen aus Darlehen des Arbeitgebers, So erstehen in diesem Jahr über 720 Wohnungen, weitere 1000 sind in der Planung und Finanzierung gesichert und teilweise auch bereits im Bau. Und wenn der Neubergmann seine Probezeit beendet hat und Wohnungsanwärter genoch nicht ganz abgeschlossen— vorher in Kühlhäusern unterkühlt, um ihnen damit den Winter vorzutäuschen. Sie beginnen dann nach der Auspflanzung zu Weihnachten, Sylvester oder Neujahr zu blühen. In diesem riesigen Anbaugebiet am Niederrhein werden heute in 2500 Betrieben auf 740 ha Freiland und unter einer Glasfläche von über eine Million Quadratmetern viele Sorten Blumen und Zierpflanzen hoher Qualität erzeugt. Vorsprung des Auslandes eingeholt Die Züchter versichern, daß sie den Vorsprung der klassischen Blumenzuchtländer Beriin— Auf der Autobahn Berlin— Helmstedt ereignete sich am Donnerstag ein schweres Unglück. Nach Berichten von Augenzeugen durchbrach ein Westberliner Lastzug bei Lehnin(Brandenburg) das Geländer einer Autobahnbrücke und stürzte acht Meter tief in einen Stichkanal hinunter. Der Fahrer und seine Begleiterin sollen dabei getötet worden sein. Der Lastzug war auf dem Wege in die Bundesrepublik. Unglück verhindert Langentein.— Ein Lastzugfahrer verhinderte durch rasches, geistesgegenwärtiges Handeln auf der Autobahn bei Langenfeld ein Unglück. In einer Fahrzeugkolonne auf einer Strecke, die nur auf einer Bahn befahren werden konnte, entstand eine Stockung. Ein vor dem Lastzug fahrender Pkw-Fahrer ten geliefert. Fräulein Pilz ist am Mittwoch von Duisburg über Paris nach New York gereist, um in Amerika den Preis in Empfang zu nehmen. Alle sechs Gewinner erhalten freie Fahrt nach Spokane im Staate Washington und kostenlosen Aufenthalt, um dort am Kongreß des landwirtschaftlichen Zentralverbandes teilzunehmen, der den Aufsatzwettbewerb über das Thema der Bodenkonservierung ausgeschrieben hatte. Die sechs besten Aufsätze sollen mit Geldpreisen von 500 Dollar abwärts prämiiert werden. Deutsche Bergleute in England Essen.— Mitglieder des Hauptausschusses für Werktechnik beim Steinkohlenbergbauverein(Essen) sind zu einer Studienreise nach Großbritannien gefahren. Auf dieser und ähnlichen Studienreisen sollen mit Bergbauländern technische Erfahrungen ausgetauscht werden, die nicht der Montanunion angehören. Nach einem Besuch beim Nationalen Kohlenamt in London setzte die deutsche Delegation ihre Besichtigungsreise fort, wobei Forschungsinstitute, Ausbildungsstätten und Bergwerke in England und Schottland besucht werden, Sowohl auf britischer als auch auf deutscher Seite besteht der dringende Wunsch, den gegenseitigen Erfahrungsaustausch auf diese Weise fortzusetzen.(nws) worden ist, steht für ihn eine Wohnung bereit. Er braucht sich nur die Möbel anzuschaffen und einzuziehen. Kontrollbeamte müssen sich ausweisen Bonn— In Bad Godesberg hat die Polizei einen 26jährigen Mann festgenomHolland, Belgien und Italien eingeholt haben. Die Anstrengungen zur Verbesserung der Qualität seien 1950 sofort nach der Liberalisierung der Blumenimporte gemacht worden. Obwohl Deutschland noch immer ein großes Blumenimportland sei, habe sich die innerdeutsche Produktion seit der Währungsreform versechsfacht. Bei den Topfpflanzen, wie z. B. bei der Azalee, tritt Deutschland bereits als Konkurrent auf dem Weltmarkt auf. Nach einer genossenschaftlichen Organisation der Azaleenzüchter in der„Azalerika“ gehen heute bereits viele Sendungen dieser Pflanze nach Italien, Holland, Frankreich und in die Schweiz. Die ersten Bestellungen aus Schweden, Norwegen und Dänemark liegen vor. 1950 wurden im niederrheinischen Anbaugebiet riesige Lastkraftwagen voll Walderde in die Betriebe gefahren und der Großanbau von Azaleen begann. Im letzten Jahr konnten bereits 220 000 Azaleen verkauft werden. Der Versand der Azaleen, die bereits Knospen angesetzt haben, erfolgt in großen Weidenkörben ab September bis in den tiefen Winter hinein. konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und prallte auf einen anderen Pkw auf, schob diesen Pkw auf den vorderen und die beiden schließlich auf einen dritten Pkw, so daß ein Knäuel von vier Fahrzeugen entstand. In diesem Augenblick kam der Lastzugfahrer heran. Er merkte, daß er seinen schweren Zug nicht mehr rechtzeitig zum Stehen bringen konnte und steuerte ihn rasch entschlossen in den Grünstreifen und auf die freie, nicht befahrbare Autobahn. Knapp vor einem Brückenpfeiler brachte er ohne Beschädigung seinen Lastzug zum Stehen. Streit um„Prinzessin Berlin“ Bonn.— Die Bonner Karnevalsvereinigung „Kurfürstliche Narrenzunft“ hat gegen die kürzlich von den„Berliner Bären“— eine Vereinigung der in Bonn lebenden Berliner — erfolgten Wahl einer„Prinzessin Berlin“, die bei den künftigen Karnevalsveranstaltungen mitregieren soll, protestiert. In einer Erklärung der„Narrenzunft“ wird betont, daß der rheinische Karneval ein Volksfest sei, das man den Rheinländern überlassen solle. Gegen eine Beteiligung der Berliner mit einem Prunkwagen am Rosenmontagszug würden dagegen keine Bedenken erhoben. Zum Weltspartag In diesen Tagen wird im ganzen Gebiet der Bundesrepublik der„Weltspartag“ begangen. Cläuschen ist ein begeisterter Anhänger seiner Sparbüchse— schon darum, weil sie in absehbarer Zeit bestimmt das ersehnte Fahrrad bringen wird. men, der alleinstehende Hausfrauen besuchte und sich als Angestellter des Elektrizitätswerkes ausgab. Er kontrollierte Uhren und Zähler und ließ sich die letzte Lichtrechnung zeigen. Er bemerkte fast in jedem Falle, daß bei der letzten Abrechnung zu wenig Geld gefordert worden war und verlangte Nachzahlungen in Höhe von 0,40 bis 0,80 Mark. In diesem Zusammenhang warnte die Polizei erneut die Bevölkerung, Personen, die sich als angeblich bestellte Kontrollbeamte ausgeben, nicht ohne Nachprüfung der Ausweise in die Wohnungen zu lassen. Kaffeeschmuggel mit der„grünen Minna" Von Schmuggelkolonne Kaffee übernommen— Wertersatzstrafe: 12 000 Mark Aachen— Kaffeeschmuggel mit einem Gefangenentransportwagen— diesen einmaligen Einfall hatte ein 38jähriger ehemaliger Oberwachtmeister der Aachener Haftanstalt. Jeden Morgen brachte er Häftlinge zu ihren Arbeitsstellen an der deutsch-belgischen Grenze. Auf der Rückfahrt übernahm er von einer Schmuggelkolonne Kaffee und transportierte ihn mit der„Grünen Minna“ in vorher vereinbarte Verstecke. Von Juni bis August vergangenen Jahres verdiente er mit diesen Fahrten über 2500 Mark. Das Aachener Schöffengericht verurteilte Ihn zu zehn Monaten Gefängnis und zweihundert Mark Geldstrafe. Ein zweiter Angeklagter erhielt neun, ein dritter sechs Monate Gefängnis. Alle drei müssen eine Wertersatzstrafe von zusammen 12 025 Mark bezahlen. Dreister Raubüberfall Frankfurt(Main— Mitten im lebhaftesten Geschäftsverkehr raubte ein bisher unbekannter Täter aus der Kasse eines Schuhgeschäftes in der Frankfurter Innenstadt fast eintausend Mark. Mit vorgehaltener Pistole hatte er die hinter der Kasse sitzende Geschäftsführerin aufgefordert:„Lassen Sie die Kasse offen, sonst schieße ich.“ Er schob zwei vor der Kasse stehende Kundinnen und eine Verkäuferin zur Seite, raffte das Geld aus der Kasse und flüchtete in Richtung Hauptwache. Der Ehemann verbrannte als lebende Fackel Zuchthaus für zwei Frauen, die sich rächen wollten Regensburg.— Ein nicht alltägliches Verbrechen versetzte vor einigen Monaten die Regensburger Bevölkerung in Schrecken. Nun fand es— in zweiter Instanz— vor dem Schwurgericht seine Sühne. Es verurteilte die 51jährige Ehefrau Maria Scherr zu fünf und ihre 36jährige Schwester Anna zu vier Jahren Zuchthaus. Ihrer unsinnigen Tat war der städtische Arbeiter Scherr zum Opfer gefallen, Als lebende Fackel hatte er sein Ende gefunden. Das Ehepaar Scherr kam schlecht miteinander aus. Unter dem Dach des alten Hauses in der Innenstadt kam es tüglich zu schweren Auseinandersetzungen. Sie führten so weit, daß Scherr die Sachen seiner Frau eines Tages vor die Tür setzte, während sie unterwegs war. Als sie nach Hause zurückkehrte und keinen Einlaß fand, eilte sie zu ihrer Schwester. Sie bestürmte Anna, endlich das Vorhaben zu verwirklichen, das sie schon lange geplant hatten, nämlich die Wohnung anzuzünden, damit Scherr sehe,„wie es ist, wenn man vor dem Nichts steht“. Anna, im Banne der sehr resoluten Schwester stehend, Wo wird Nordhoff bauen? Barsinghausen hat Aussichten, das zweite Volkswagenwerk zu bekommen Wolfsburz.— Mehrere Bundesländer haben sich darum bewerben, Heimat des neuen Volkswagenwerkes werden zu dürfen, dessen Bau Generaldirektor Dr.-Ing. h. c. Heinz Nordhoff vor kurzem ankündigte. Darunter befinden sich Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hessen. Die Entscheidung über den Standort des Zweigbetriebes soll bereits innerbetrieblich gefallen sein und wird voraussichtlich in Kürze vom Aufsichtsrat genehmigt werden. Gute Aussichten darauf, das Zweigwerk zu bekommen, werden der niedersächsischen Gemeinde Barsinghausen am Deister zugebilligt. Sie ist nur etwa 100 km vom Volkswagenwerk entfernt, liegt in der Nähe des Mittellandkanals und hat Eisenbahn- wie auch Autobahnanschluß. Genügend Arbeitskräfte stehen in Barsinghausen zur Verfügung, da die Steinkohlengruben der Preußag wegen Unergiebigkeit in absehbarer Zeit geschlossen werden sollen. Beitragsrückvergütung in der Kraftfahrtversicherung Bonn.— Die Beitragsrückvergütung in der Kraftfahrtversicherung hat sich im Geschäftsjahr 1953 gegenüber den Vorjahren insgesamt nicht verschlechtert. Wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilt, haben jedoch einige Versicherungsunternehmer, die im Vorjahr eine Rückvergütung vornehmen konnten, im Geschäftsjahr 1953 wegen des Schadenverlaufs hiervon Abstand nehmen müssen. Die sehr unterschiedlichen Rückvergütungsquoten lagen nach den Ermittlungen des Bundeswirtschaftsministeriums zum groBen Teil bei zehn bis fünfzehn Prozent. Insgesamt beliefen sich die Rückvergütungsbeträge im Geschäftsjahr 1953 auf etwa 29.16 Millionen DM. Münsters Affen freiheitsdurstig Sie überwanden Elektrozaun und Sperrmauer— Wieder zurückgebracht Fürjeden Neubergmann eine Wohnung bereit Was Zechengesellschaften für ihre Belegschaften leisten— Das Beispiel der Bochumer Bergbau AG Bochum(nws). Das Wohnungsproblem ist einer der Schlüsselpunkte für die Industrie des Ruhrgebietes, besonders für den Bergbau. In welchem Ausmaß die Gesellschaften sich hier Aufgaben unterziehen, die sie früher zumindest in einem solchen Umfang nicht kannten, zeigt das Beispiel der Bochumer Bergbau AG. Zwei Drittel ihrer 15 000 Mann starken Belegschaft wohnen in Häusern, die der Zeche gehören. Lastzug stürzt in Kanal Unglück auf Autobahn Berlin-Helmstedt— Fahrer und Beifahrerin tot Kulturplan 1954/55 für Drolshagen-Land Um das Problem der Aufforstung— Wann greift die Gemeinde ein? Drolshagen. Die Gemeindevertretung Drolshagen-Land befaßte sich in der letzten Sitzung mit dem Problem der Aufforstung von Grandstücken des Gemeindegliedervermögens. Nach§ 66 der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen vom 28. Oktober 1954 steht die Nutzung und dessen Ertrag nach bisherigem Recht nicht der Gemeinde, sondern den Berechtigten zu. Die bisherigen Vorschriften und Gewohnheiten bleiben demnach also unberührt. Das Gemeindegliedervermögen stammt entweder aus Stiftungen die nur für die betr. Ortschaft bestimmt war, oder aus Zusammenlegungen von Spliesparzellen bei den Separationsverfahren. Die Verwaltung dieses Gemeindegliedervermögens ist sehr unterschiedlich. In vielen Fällen sind die Beteiligten nicht mehr genau festzustellen. Manche Ortschaften verwalten das Gemeindegliedervermögen vorbildlich. Der Ertrag fließt dann meistens einer gemeinschaftlichen Aufgabe des Ortes zu. wie z. B. Kapellenrenovierungen usw. Der Gemeindevertretung lag nunmehr der Kulturplan 1954/55, der auch Grundstücke aus Gemeindegliedervermögen enthielt, zur Beratung vor. Die Gemeindevertretung war nach wie vor der Ansicht, daß das Gemeindegliedervermögen den Berechtigten erhalten werden und auch die Verwaltung weitestmöglich bei der Ortschaft verbleiben muß, obwohl gesetzlich die Gemeinde das Gemeindegliedervermögen verwaltet. Die betreffenden Ortschaften sollen daher auch über die Aufforstungsmaßnahmen bestimmen. Wenn durch die betreffenden Ortschaften die ordnungsmäßige Bewirtschaftung der Grundstücke nicht sichergestellt ist, soll indes die Gemeinde als die Verwalterin der Grundstücke die notwendigen Maßnahmen durchführen. Für die zur Debatte stehenden Parzellen lag nach Ansicht der Gemeindevertretung keine Notwendigkeit zur Aufforstung vor, da es sich um Gelände handelt, das nicht in einem geschlossenen Waldbesitz liegt. Ohm wurde Tischtennis-Meister 1954 In der Gesamtwertung Kickenbach vor Al tenhundem Schüler- und Jugendklassentitel kamen sämtlich nach Altenhundem Meggen. Die TT-Kreismeisterschaften wurden in der Schützenhalle Meggen ausgetragen. Die Jugendklassen starteten bereits am Samstag mit guter Besetzung. Der vorjährige Kreis- und Bezirksmeister M. Kapp konnte seinen Titel als Kreismeister erfolgreich verteidigen. Die Schülerklasse war eine klare Angelegenheit für Altenhundem. In einem spannenden Endspiel konnte Brüseken seinen Vereinskameraden Trapp schlagen und den ersten Platz für sich sichern. Auch die Mädchen zeigten gute Leistungen Marlis Meckel(SV W. Ennest) wurde Kreismeisterin. Siegerliste Schüler-Einzel: 1. Brüseken, 2. Trapp, 3. Brüggemann(KJ Altenhundem); Schüler-Doppel: Brüseken-Trapp, Brüggemann-Henkel(KJ Altenhundem), Steinhanses-Hamers(Kickenbach); JugendEinzel: Meinolf Kapp(KJ Altenhundem), Karl-Heinz Sondermann(Kickenbach), Klaus Schauerte(KJ Altenhundem). Jugend-Doppel: Kapp-Sondermann(KJ Altenhundem), Wilmes-Weber(Kickenbach), Lübke-Droste(Kickenbach). Mädchen-Einzel: Marlis Meckel(Welschen Ennest), Cilly Schumacher(Kickenbach), Gabriele Kolaczek(Welschen Ennest). MädchenDoppel: Schumacher-Stöcker(Kickenbach), Meckel-Kolaczek(Welschen Ennest), Henkel-Kramer(Kickenbach). Jugend-MixDoppel: Stöcker-Kapp(Kickenbach-Altenhundem), Meckel-Kremer(Welschen Ennest-Kickenbach), Schumacher-Lübke(Kikkenbach). Im Vergleich zur Jugendklasse war die Herren-Klasse schwach besetzt, jedoch Die Spalzen pfeiten es vom Dach MENZEBACH bleibt Meuzeback Neues aus Attendorn Grevenbrück. In Fragen der Invalidenund Angestelltenversicherung wird in der hiesigen Amtsverwaltung, Zimmer 3, Auskunft erteilt. Denk daran: Heute ist Weltspartag! Goldene Ehrennadel Altenhundem. Der Verbandsvorstand des Westd. Fußballverbandes hat in Anerkennung der langjährigen Verdienste um die Belange des Sports und des Westdeutschen Fußballverbandes dem jetzigen Jugendleiter des„Tura“ Altenhundem, Paul Kieserling, die goldene Ehrennadel verliehen, die ihm vom Vorstand des Tura am Samstagabend in einer kleinen Feierstunde überreicht wurde. Wir gratulieren! äußerst spielstark. Der vorjährige Kreismeister Schilli(Olpe) mußte sich schon rasch geschlagen geben. Dafür setzte sich Ohm(Olpe) umso sicherer durch. Er war allen Spielern weit überlegen und gab nur einen Satz, und zwar gegen Schauerte (Altenhundem) ab. Im Endspiel wurde Rüsing(Meggen) sicher mit 3:0 abgefertigt. Bei den Damen gab es spannende Auseinandersetzungen zwischen den Spiclerinnen von Welschen Ennest, Kickenbach und Olpe. Im Endspiel konnte Frl. Scherlis knapp Frl. Kremer schlagen. Siegerliste Herren-Einzel: Ohm(Olpe), Rüsing (Meggen), Tigges(Altenhundem). HerrenDoppel: Ohm-Schilli(Olpe), BurghardtKramer(Altenhundem-Kickenbach), Meler-Rüsing(Meggen). Damen-Einzel: M. Scherlis(Welschen Ennest), M. Kremer (Kickenbach), Kebbekus(Olpe). DamenDoppel: Scherlis-Limper(Welschen Ennest), Kötting-Limper(Welschen Ennest), Kremer-Schumacher(Kickenbach). MixDoppel: Kremer-Kramer(Kickenbach), Limper-Rüsing(Welschen Ennest-Meggen), Kebbekus-Schilli(Olpe). Für die Teilnahme an den Bezirksmeisterschaften haben sich folgende Spielerinnen und Spieler unseres Kreises qualifiziert(Jugend): Kapp, Sondermann, Schauerte, Wilmes Lübke, Kraus, Droste, Kremer. Döbbener, Weber und Brüseken. — Mädel: Meckel, Schumacher, Kolaczek, Henkel, Stücker.— Herren: Ohm Rüsing, Tigges, Schauerte, Schuppert, Burghardt. Meier, Büdenbender, Kramer und Schilli. Heimatkunde und Lehrer Vortrag im Lehrerverein Kirchhundem Altenhundem. Im Mittelpunkt einer Versammlung des katholischen Lehrervereins des Amtes Kirchhundem stand im Gasthof Max Cordes ein Referat von Lehrer Stracke zu dem Thema:„Heimatkunde und Lehrer“. Lehrer Stracke verstand es in seinen Ausführungen, den Begriff Heimat in Bezug auf den landschaftlichen Teil und seine Menschen klarzulegen. Gerade der Erzieher müsse sich im Hinblick auf die Jugend den Begriff „Heimat“ besonders angelegen sein lassen. In seiner Unterrichtsgestaltung sei die Heimatkunde von besonderer Wichtigkeit. Nicht allein seien hierbei heimatkundliche Bücher, die natürlich ein gutes Hilfsmittel seien, allein ausschlaggebend, sondern der Lehrer müsse sich auch von sich selbst aus mit der Heimat und dem Unterricht befassen. Heimatkundliche Bücher seien dazu ein wertvolles Mittel. Grevenbrück. Die nächste Zusammenkunft der Mitglieder des St. Hedwigskreises ist nach einer ostdeutschen Andacht am Sonntag. dem 7. November. Wegen des Christ-Königs-Festes ist eine Verlegung erforderlich. Es soll dann das Winterprogramm bekanntgegeben und besprochen werden. Grevenbrück. Ueber die Bedeutung des KAB-Invalidenwerkes und seine Aufgaben sprach am Sonntag in der Monatsversammlung des katholischen Männervereins im Saale Otto Boerger Gewerkschaftssekretär i. R. Anton Wehner. Das Referat fand großes Interesse. — Damer: Scherlis, Kremer, Kebbekus, Limper und Kötting. Die Teilnehmer fahren mit einem Sonderomnibus zu den Bezirksmeisterschaften am kommenden Sonntag in Lüdenscheid. Der genaue Abfahrtszeitpunkt wird den einzelnen Vereinen noch mitgeteilt. Tisch-Tennis-Tabelle Bezirksklasse In diesem Spiel stand das Glück auf der Seite der Attendorner, die vorbereitet zu diesem Kampfe antraten. Nach dem Ausgleich(3:3) zogen die Gäste auf 8:3 davon. Durch guten Einsatz holte Gerlingen zwar auf, mußte aber im 2. Satz zwei weitere Punkte abgeben. Mathilde Kampschulte f. Im Alter von 74 Jahren verstarb Frau Mathilde Kampschulte geb. Stumpf, wohnhaft Hopfengarten 2. Mit„Kampschulten Mathildchen“ ist wieder eine bekannte Persönlichkeit aus Attendorn von uns gegangen. Sie war im wahrsten Sinne des Wortes ein echtes Original, an denen wir immer ärmer werden. Es gab wohl kaum irgend eine Veranstaltung bei den Müttern oder bei den Kriegsopfern, wo Mathildchen nicht mit ihren urwüchsigen plattdeutschen Vorträgen aufwartete. Schon viel früher— im Jungfrauenverein— galt sie als die beste Spielerin bei Theateraufführungen. Besonders beliebt war immer die von ihr zusammengefaßte plattdeutsche„Attendorner Kirmes“. Möge Mathilde Kampschulte nunmehr ruhen in Gottes heiligem Frieden! Ein dreitägiges Skatturnier findet am Wochenende im Hotel„Ritter“ statt. Sollte am Samstag, Sonntag und Montag an 30 Tischen gespielt werden— das ist bei der großen Anzahl der Skatspieler in Attendorn durchaus möglich— sind beträchtliche Geldpreise zu gewinnen: 100 DM, 50 DM, 30 DM und 20 DM für die ersten vier Sieger. Ihr 25jähriges Ordensjubiläum feierte in diesen Tagen Schwester Hiltraud vom Collegium Bernardinum wo sie als Prokuratorin tätig ist. Personalie. Nach Winterberg versetzt, als Leiter der dortigen Polizeistation, wurde der bisherige Leiter der hiesigen Station, Polizeiobermeister Albrecht. Die Attendorner wünschen dem scheidenden Beamten alles Gute in seinem neuen Wirkungskreis. Bei der Verlegung der Kirchplatzmauer wurden von früher hier bestatteten Toten Skelettreste gefunden, die auf dem Friedhof beigesetzt wurden. Der Karnevalsfilm über die Karnevalstage 1953/54 ist fertig gestelt und wird, wie der Präsident der Karnevalsgesellschaft mitteilte, im hiesigen Kino aufgeführt. Olpe geht einen schweren Gang In Finnentrop ein hartes Pflaster— Meg gen beim Tabellennachbar in Meinerzhagen Oberveischede erhofft einen Erfolg im He imspiel Alle guten Wünsche der Anhänger des Tabellenersten begleiten ihre Mannschaft am kommenden Sonntag zum schweren Auswärtsspiel in Finnentrop. Hier muß mit ailem Einsatz gekämpft werden, um nicht nur die Punkte mit in die Kreisstadt zu bringen, sondern um auch einige„Lükken“ auszubügeln, die bei anderen freundschaftlichen Auseinandersetzungen entstanden. Hoffentlich ist Mannschaftskapitän Volmer wieder mit von der Partie, so daß sich die Mannschaft mit dem nôtigen Selbstvertrauen von vornherein einsetzen kann. Die Gastgeber brennen natürlich darauf, dem Throninhaber die erste Niederlage beizubringen. Olpe muß sich danach einstellen. Drängt der Sturm auf eine frühzeitige Entscheidung, dürfte das Punkteholen gelingen. Oberveischede hat auf eigenem Platz die Möglichkeit, das Pluskonto gegen Menden weiter zu bereichern. Nach dem schönen Erfolg vom vergangenen Sonntag in Hemer versprechen sich die Anhänger aus dem Veischedetal ein interessantes und für ihre Mannschaft auch ein erfolgreiches Spiel.— Meggen gastiert in Meinerzhagen. Hier geht es für den VfB um den Versuch, den letzten Tabellenplatz zu verlassen und diesen dem Gegner von Sonntag zu übergeben. Daß dieser damit nicht so ohne weiteres einverstanden sein wird, muß den VfB zu besonderer Leistung anspornen. Der Einsatz ist auch in Meinerzhagen entscheidend. Bei den weiteren Paarungen liegt die Vermutung nahe, daß es überall interessant zugeht und Ueberraschungen nicht ausgeschlossen sind. Die Sauerlandstaffel SpV Oberveischede— Alem. Menden, RSV Meinerzhagen— VfB Meggen, SpVg Finnentrop— SpVg Olpe, FC Fröndenberg— SV Nachrodt, SV Plettenberg— TuS Grünewald, SG Grüne— Hemer 08, TuS Iserlohn— VfB Altena. Positionsverbesserung für Altenhof möglich Auf eigenem Platz gegen Kaan-Marienborn— Hünsborn muß nach Netphen Altenhof hat auf eigenem Platz gegen den allerdings starken Gast aus KaanMarienborn die Möglichkeit, sich vom punktegleichen Eintracht Siegen, die die Partnerschaft zum Tabellenschluß abgeben zu distanzieren. Der FC scheint seine alte Sicherheit wiedergewonnen zu haben, daß beweist wohl am besten der Erfolg vom vergangenen Sonntag in DreisTiefenbach, die innerhalb der Tabelle noch vor dem Gegner von morgen rangieren. Die„Käner“ sind aber nicht ohne, so daß sich die Gastgeber auf Kampf einstellen müssen. Eines der schwersten Auswärtsspiele hat RW Hünsborn vor sich. In Netphen lassen sich die Platzherren nicht so leicht rupfen. Sie sind auf ihrem Gelände sehr sicher und dürften auch gegen Hünsborn nicht aus der Fassung zu bringen semn, die wohl mit einem guten Einsatz aufwarten werden, aber doch wohl nicht stark genug sind, einen Erfolg mit nach Hause zu nehmen. Aus den übrigen Begegnungen sind besonderer Beachtung wert die Spiele in Weidenau, Hilchenbach und Sieger.. Hier haben die jeweiligen Gäste wohl einen schweren Stand, sind aber gleichwohl in der Lage, für Ueberraschungen zu sorgen. Die Siegerlandstaffel FC Altenhof— TuS Kaan-Marienborn, SV Netphen— RW Hünsborn, VfB Weidenau— TuS Eisern, SV Altenseelbach — TuS Feudingen, TuS Hilchenbach— TuS Erndtebrück, SpV 08 Langenau— SG Dreis-Tiefenbach. Spielbetrieb ruht! Am kommenden Sonntag(Christ-Königs-Fest) ruht der Spielbetrieb in den Kreisklassen Olpe. Auch die Jugend hat für den Sonntag keine Spiele auszutragen.— Am Samstag finden folgende Schülerspiele statt: Olpe— Drolshagen, Hützemert— Olpe 2. Statt jeder besonderen Anzeige Eine Ehrenkrone ist das Alter, auf dem Wege der Gerechtigkeit wird sie gefunden. Der Herr über Leben und Tod rief heute morgen gegen 6 Uhr, unseren guten, treusorgenden Vater, Schwiegervater, Großvater. Urgroßvater, Bruder, Schwager und Onkel Peter Schrage zu sich in den Himmel. Er starb nach kurzer, schwerer Krankheit, die er mit großer Geduld ertrug, wohlvorbereitet durch den öfteren Empfang der hl. Sakramente, im gesegneten Alter von nahezu 88 Jahren. In tiefer Trauer: Paul Schrage und Frau Grete geb. Köster Willi Schrage und Frau Elisabeth geb Weber Bernhard Schrage und Frau Elisabeth geb. Gipperich Richard Schrage und Frau Elisabeth geb. Huppertz Robert Lippe, z. Zt. in Rußland vermißt Huberta Lippe geb. Schrage Josef Schrage, z. Zt. in Rußland vermißt Tonis Schrage und Frau Aenne geb. Piron Tonis Stracke und Frau Anna geb. Schrage Franz Schrage als Bruder und 20 Enkelkinder OLPE, den 28. Oktober 1954 Das Seelenamt ist am Samstag, dem 30. Oktober, morgens 8 Uhr; danach ist die Beerdigung vom Trauerhause, Imbergstraße 37 aus. Am Freitagabend 19 Uhr wird in der Waisenhauskapelle für den lieben Verstorbenen gebetet. HOHNER indere Marken sowle olle onderen Jnstrumente Bitte. verlangen Sie metuen illustrierten Gratis-Katalog TEILZAMLUNO 2 .Höttenstr. 8/72 —größtes Musikversondhaus besucht Sie auf Wunsch mit Auswehlsendung 20 ue— Westdeutschlant nimm IIII E glanzklar sauber durch„entspanntes Wosser“ BRINKMANN ..mansiehtwas man raucht! Marcellüs und Hamtet Der junge römische Tribun Marcellus(Richard Burton) wird in besonderem Auftrag nach Jerusalem gesandt. Dort erlebt er die Kreuzigung Christi mit, gewinnt beim Würfelspiel der Legionäre den„heiligen Rock“ und läßt sich schließlich trotz aller Widerstände von Petrus(Michael Rennie) in die junge christliche Gemeinde einführen. Spätes Come-back für die„Duse der Leinwand“?— Schauspielerin ohne Glyzerintränen Zeugnis ihres sachverständigen Landsmannes, des Nobelpreisträgers J. V. Jensen, ihre Memorien über Schicksale der „zehnten Muse“ zu einem schriftstellerischen Treffer. Darin schrieb die jetzt 71jährige Asta Nielsen auch von ihrem Siegeszug über die europäischen Verietébühnen, als sie als„Kameliendame“ das Wort„Chianti“ unvergleichlich modulierte. Vor drei Jahren wollte Asta Nielsen zu uns nach Deutschland kommen, um auf einer Tournee die Zarin aller Reussen, die große Katharina, zu spielen. Ein Straßenbahnunfall in Innsbruck mit nachfolgendem Prozeß um 400 000 Schillinge machte einen Strich durch diese Rechnung. Heute bedrängt die Künstlerin, der einmal Caruso, Schaljapin und Gerhart Hauptmann die Hand küßten, das vielleicht verlockende Angebot, unter den modernen anstrengenden Bedingungen des Fernsehens noch einmal ins Rampenlicht zu treten. Aber Asta Nielsen ist eine Frau mit Grundsätzen. Sie gab noch niemals Interviews. Sie hat auch ihre Einstellung gegenüber dem Tonfilm nicht geändert und beharrt wie Charlie Chaplin auf dem Standpunkt, daß die Kunst der stummen Bilder der Beigabe des realistischen Wortklangs überlegen war. Es mag also sein, daß Publicity-Manager dem Enschluß der bejahrten Künstlerin vorgriffen. ER Da fehlt was! Aktur— Bilaz— Poche— Koben— Krapf— Priem— Nisch— Minte— Obrin — Nimod— Odach— Kable— Leihe— Eller. Die Wortfragmente sollen durch Hinzufügen eines Buchstabens zu bekannten Begriffen ergänzt werden, ohne daß die Reihenfolge verändert wird. Die eingesetzten Buchstaben ergeben den Namen eines berühmten Malers. Auflösung unseres gestrigen Rätsels Silbenrätsel: 1. Ozon, 2. Birne, 3. Weinlaub, 4. Isere, 5. Raffael, 6. Wendehals, 7. Odessa, 8. Leumund, 9. Leinwand, 10. Erosion, 11. Nagasaki, 12. Ostitis. 13. Dromedar, 14. Elemi, 15. Rostow, 16. Nougat, 17. Ipswich.— Ob wir wollen oder nicht, wir sind das Leben! Kulturnotizen Zu einem Ideenwettbewerb für den Bau eines neuen Funkhauses haben Radio Saarbrücken und die Saarregierung am Mittwoch die Architekten der Europaratsländer, der Schweiz und Österreichs aufgerufen. Für fünf Geldpreise und den Ankauf von drei Projekten stehen sechs Millionen Franken(etwa 75 000 Mark) zur Verfügung. Edzard Schapers Schauspiel„Um die neunte Stunde“ wird am 7. November von den Städtischen Bühnen Münster uraufgeführt. Die Inszenierung liegt in den Händen von Rolf Weidenbrück. Der italienische Komponist Franco Alfano ist am Mittwoch im Alter von 78 Jahren in San Remo einem Herzschlag erlegen. Alfano wurde vor allem bekannt durch die Vollendung von Giacomo Puccinis Oper„Turandot“. Als besten Film des Monats November empfiehlt die evangelische Filmgilde den unter der Regie von Harald Braun gedrehten NDF-Film„Der letzte Sommer“ mit Matthias Wieman, Rene Deltgen, Brigitte Horney, Hardy Krüger und Liselotte Pulver. Eine Ballettinszenierung des Oratoriums„Der Zweikampf“ von Claudio Monteverdi(1567—1643) brachten die Städtischen Bühnen Wuppertal als deutsche Erstaufführung heraus. Die Aufführung, die im Rahmen eines repräsentativen Ballettabends des in der vorigen Spielzeit gegründeten Wuppertaler Opernballetts stattfand, wurde zu einem großen Erfolg. Zum Abschluß der dritten westdeutschen Kirchenfunkkonferens teilte Pfarrer Werner Heß(Frankfurt) am Mittwoch in Bremen mit, daß eine evangelische Akademie für Rundfunk und Fernsehen gegründet werden solle, um den Autorennachwuchs für den Kirchenfunk auszubilden. Die Akademie wolle mehrmals jährlich in verschiedenen Sendebereichen Tagungen veranstalten, zu denen die Landeskirchen Vertreter entsenden würden. In der Akademie sollten außerdem Grundsatzfragen wie die Seelsorge über den Rundfunk und die Behandlung des neuen Testaments im Schulfunk geklärt werden. RÄTSEL Die zwei wichtigsten Rollen in der Laufbahn Richard Burtons Asta Nielsen, die berühmte dänische Schauspielerin, die mit dem Aufkommen des Tonfilms im weisen Verzicht abtrat, sich später immer wieder weigerte, ein Comeback zu versuchen und auch nicht im Rundfunk debütieren wollte, beabsichtigt nach Meldungen aus Kopenhagen, demnächst Rollen in vier Einaktern vor der Fernsehkamera zu übernehmen. Ihre deutschen Freunde wünschen ihr, falls sich diese Nachricht bestätigt, viel Erfolg, obwohl es vielleicht besser gewesen wäre, den Vorhang des vergangenen Ruhmes als Schauspielerin nicht wieder zu heben. Denn Asta Nielsen war es, die dem Kintopp von einst aus den Kinderschuhen heraushalf. Sie wurde in einer Seitengasse des Arbeiterviertels der dänischen Hauptstadt geboren: als Tochter eines Straßenbahnschaffners, der bald nach ihrer Geburt starb, als Kind einer armen Frau, die fremden Leuten die Wäsche und die Treppen scheuerte, um die Karriere ihrer Einzigen zu ermöglichen. Schon als Schulkind drängte Asta das künstlerische Temperament, die Arbeiterinnen einer nahegelegenen Kartonagenfabrik in der Freizeitpause mit Pantomimen und Gedichtrezitationen zum Lachen oder zum Weinen zu bringen. Über den Chor des Königlichen Theaters in Kopenhagen kam die junge Asta Nielsen dann um die Jahrhundertwende zur Bühne. Und 1910 drehte sie zusammen mit ihrem späteren Gatten Urban Gad den ersten Film„Abgrund“, der mit seiner dramatischen Handlung ein Welterfolg wurde. Ein Kartoffelhändler vom Niederrhein nahm einen Zelluloidstreifen mit in die Heimat. Ein Jahr später folgte ihm sein dänisches Idol, um bald zum glanzvollen Filmstar der„stummen Epoche“ zu avancieren. Das Gesicht„aus Ponyfransen, Mund und Augen“ rührte Millionen von Menschen, eroberte Berlin und den westlichen Erdball, weinte Tränen, die echt und nicht aus Glyzerin waren. Eine denkwürdige Begegnung bildete damals das Zusammenwirken mit der Anfängerin Greta Garbo im Streifen von der„freudlosen Gasse“. Die„Göttliche“ sprach derzeit noch von ihrer Angst, nicht neben der großen, genialen Kollegin bestehen zu können. Asta Nielsen verdiente Millionen. Die Kinematographie aber wandelte plötzlich ihr Gesicht. Die Leinwand begann zu tönen, und„die Nielsen“ trat ab. Ihre Stimme war nicht geeignet, und der starke skandinavische Akzent störte. Nach einer vorübergehenden Rückkehr zum Theater schaffte die vitale Schauspielerin schließlich 1932 noch einmal den Weg ins Atelier. Nach einem Vierteljahrhundert des Ruhmes wurde es jedoch dann endgültig still um Asta Nielsen und lauter um die deutsche Politik. Südlich der Eidergrenze hörten wir nach Kriegsende bedauernd von ihrem zwölfmaligen vergeblichen Anlauf, die Lizenz für ein Kopenhagener Lichtspieltheater zu erhalten. Dafür wurden nach dem Gina Lollobrigida und Vittorio de Sica freuen sich gemelnsam über den Erfolg ihres Filmes„Brot, Liebe und Fantasle“. Die Verfilmung von Daphne du Mauriers Erfolgsroman„Meine Cousine Rachel“ machte den jungen britischen Schauspieler Richard Burton über Nacht berühmt. Die bekanntesten Kritiker in aller Welt priesen die ungewöhnliche, temperamentvolle Leistung des ein Jahr zuvor noch fast unbekannten Darstellers. Mit seiner ersten Rolle in einem amerikanischen Film hat sich Burton Hollywood wahrhaft im Sturm erobert. Es folgte die Hauptrolle in„Die Wüstenratten“, dem Film von den großen Kämpfen um die Wüstenfestung Tobruk während des zweiten Weltkrieges. Das Jahr 1952 gab Richard Burton jedoch eine zweifache Chance. Er erhielt die Hauptrolle in dem ersten CinemaScope-Film der 20th Century-Fox„Das Gewand“ und spielte anschließend in Englands berühmtem Old Vic-Theater, der klassischen Pflegestätte des Shakespeare-Repertoires, den Hamlet. Bedeutete für ihn die Darstellung des Hamlet die Erfüllung als Bühnen-Schauspieler, so wurde der Marcellus in„Das Gewand“ die größte Aufgabe, die ihm der Film bieten konnte. In der Verfilmung von Lloyd C. Douglas' berühmtem Roman „Das Gewand des Erlösers“— dem ersten Film im Cinema-Scope-Verfahren— spielt Burton den vornehmen jungen Römer Marcellus, der als Anführer der römischen Legionäre an der Kreuzigung Christi teilnimmt, im Würfelspiel der Soldaten das Gewand Jesu gewinnt und nach schweren Gewissenskonflikten zum Christentum bekehrt wird. Richard Burton wurde vor 27 Jahren als Sohn einer 13köpfigen Bergmannsfamilie in Süd-Wales(England) geboren. Mit 16 Jahren erhielt er ein Stipendium für die Universität Oxford, das er jedoch erst mit dem 17. Lebensjahr antreten konnte. Inzwischen bewarb er sich auf eine Zeitungsannonce, mit der ein Schauspieler für eine Rolle in dem keltischen Dialekt seiner Heimat gesucht wurde, und erhielt auf diese Weise sein erstes Bühnen-Engagement. Mitten aus dem Studium heraus wurde er dann zur Royal Air Force eingezogen. Nach Beendigung des Krieges spielte er auf Londoner Bühnen in verschiedenen Stücken. Bei den Shakespeare-Festspielen in Stratford-on-Avon fiel er besonders als Darsteller Heinrichs V. auf. Außerdem war er noch in Sendungen des britischen Rundfunks tätig. In vier britischen Filmen hatte der junge Darsteller bereits vor der Kamera gestanden, als ihn Darryl F. Zanuck, der Produktionschef der 20th Century-Fox, auf Vorschlag der Schriftstellerin Daphne du Maurier für die Hauptrolle in„Meine Cousine Rachel“ nach Hollywood verpflichtete. „Bisher war ich immer der Meinung, daß mein Herz im Grunde nur der Bühne gehören würde“, erklärte Burton bei einem Presse-Interview.„Schauspieler sind etwas eitel und egoistisch. Sie brauchen für ihre Arbeit den Applaus und die unmittelbare Anteilnahme des Publikums. Die meistens nur Minuten oder gar Sekunden dauernden Einstellungen und die ewigen Wiederholungen, die einen ständig aus der Konzentration reißen, haben mir die Filmarbeit immer verleidet. CinemaScope dagegen bietet dem Schauspieler endlich die Möglichkeit, eine Szene ähnlich wie auf der Bühne in ihrem Ablauf ohne störende Unterbrechungen durchzuspielen. Es bedeutet daher für den Filmschauspieler die Verwirklichung eines lang gehegten Wunsches.“ Die„Hexe" mit hündert Gesichtern Anita Björk hat ihre erste Rolle in einem deutschen Film— Sie findet sie schwierig und schön Reinhold Pabels Schicksal wird verfilmt. Unter dem Titel„Ein Deutscher in Amerika“ will der Ko-Produzent des Rossellini- BergmanFilms„Angst“, Hermann Milakovsky, in Amerika die Lebensgeschichte des ehemaligen deutschen Kriegsgefangenen Reinhold Pabel verfilmen, der es verstanden hat, sieben Jahre unerkannt in Amerika zu leben, nachdem er aus dem Gefangenenlager entkommen war. Graf Ziszek-Waldstein(Karlheinz Böhm) hat Maria, die illegitime Tochter eines österreichischen Rittmeisters(Anita Björk) geheiratet, nachdem sie ihre Adoption durchgesetzt hat und„standesgemäß“ geworden ist. Aber durch die Visionen der jungen Grärin— das„zweite Gesicht“— erregt ein Skandal nach dem anderen die Hofgesellschaft. Ein Szenenbild aus dem Film„Die Hexe“, der nach einem Roman von Fred Andreas gedreht wurde. Kaum ein Bild ist uns in den letzten Wochen in den Zeitungen so häufig begegnet wie das von Anita Björk in der Rolle ihres ersten deutschen Films„Die Hexe“, der jetzt in den Lichtspieltheatern des Bundesgebiets anläuft. Verwundert mag sich der aufmerksame Beobachter insgeheim gefragt haben, wie es möglich ist, daß die Darstellerin trotz der Verkörperung einer Gestalt auf jedem Foto immer wieder ein anderes, fremdes Geschöpf repräsentiert— ein Gewicht, das man kaum mit dem Filmtitel in Einklang bringen kann. Sieht so eine Hexe aus? Die lächelnde, fast schelmische Anmut, mit der Anita Björk die modische Eleganz der Jahre vor dem ersten Weltkrieg zur Schau trägt, steht im Gegensatz zu dem fragendschwermütigen Ausdruck eines fesselnden Porträts. Der Schleier, der ihre im Großformat aufgenommenen Züge hauchzart und geheimnisvoll umhüllt, ist faszinierender Kontrast zu dem, der die strahlende Braut in der Ganzaufnahme dekorativ umfließt. Wie das Antlitz einer Sphinx schält sich das schmale Gesicht mit dem in die Stirn fallenden Haar aus einer weißverbrämten, dunklen Samtkapuze, die sich im Cape aus gleichem Material fortsetzt. Bei einer anderen Studie wiederum gehören Augen und Lippen einer ganz unproblematischen Dame der ersten Gesellschaft, deren jugendliche Schönheit keine Rätsel aufgibt. Wohl selten hat die Filmkamera ein so dankbares Motiv gefunden wie dieses wechselvolle Profil einer Darstellerin, die Sir Laurence Olivier soll in einem Film über das Leben von Außenminister Anthony Eden die Hauptrolle spielen. Eine britische Filmgesellschaft will den Streifen drehen.(my) mit der„Hexe“ ihre schauspielerischen Varianten erschöpfend ausspielen darf. „Ich hätte den Film nicht ohne die Björk gedreht“, mußte Regisseur Gustav Ucicky zugeben, nachdem er sich um Schwedens berühmten Film- und Bühnenstar beinahe vergeblich bemüht hatte. Anita Björk wollte sein damals überraschendes Angebot nicht annehmen mit der Begründung, daß sie die deutsche Sprache nicht genügend beherrsche. Bei einem Besuch in Stockholm gelang es Ucicky, die sympathische Nordländerin und sich selbst vom Gegenteil zu überzeugen. „Nur sie konnte diese Rolle spielen“, kommentierte auch ihr Partner Karlheinz Böhm.„Sie ist als Mensch und als Künstlerin eine große und starke Persönlichkeit, die verstanden würde— auch wenn sie schwiege.“ Schon während der Dreharbeiten hat manch einer im Atelier aus seiner Freude, Rührung oder Ergriffenheit kein Hehl gemacht, wenn Anita Björk die schöne rothaarige Maria Hoideck, der die Gabe des zweiten Gesichts zum Fluch des Lebens und zum Verhängnis ihrer Liebe wird, in ausdrucksvoller Gestaltung durch die Schicksalsstationen von Glück und Tragik führte Anita Björk sagte selbstbescheiden zu ihrer Rolle:„Sie bot mir eine sehr anstrengende aber auch beglückend-dankbare Aufgabe. Ich habe Deutschland in diesen wenigen Monaten kennengelernt und ins Herz geschlossen. Vielleicht, so hoffe ich, wird das deutsche Publikum nach der Uraufführung des Films die gleichen Worte für mich finden.“ Der Assistent am völkerkundlichen Seminar der Universität Bonn, Dr. Udo Oberem, trat am Mittwoch von Bonn aus eine einjährige Expeditionsreise nach Ekuador an. Anita Björk kam aus Schweden zu uns, um die Titelrolle des Ucicky-Films„Die Hexe“ zu übernehmen. Verstehen Sie mich bitte nichr faltch.. Darf man ein Mädchen auf der Straße ansprechen?— Freundlichkeit machte sich bezahlt Sie kennen doch die Situation: Da schlendert ein Mädchen die Straße entlang. Es sieht aus, als mache Aphrodite höchst persönlich einen kleinen Bummel. Und so ist es denn kein Wunder, wenn die des Weges kommenden Männer— von so viel Jugend und Anmut entzückt— vor lauter andächtigem Schauen schließlich noch über die eigenen Beine stolpern. Wenn sich dann einer gar noch fûr unwiderstehlich hält und sich mit charmantem Lächeln der Schönen nähert, um den nie von einem Mädchen falsch verstandenen Satz:„Verstehen Sie mich bitte nicht falsch...“ vom Stapel zu lassen, dann starrt die ganze Straße vor Neugierde: Läßt sie ihn abblitzen oder nicht? Sie ließ ihn nicht abblitzen! Denn das Ansprechen, von dem die Rede ist, geschah tatsächlich vor einigen Jahren auf der Via Veneto in Rom. Das Mädchen hieß Gina Lollobrigida und studierte damals gleich zwei Künste auf einmal: Malerei und Gesang. Und um es gleich vorauszusagen: Gina erschrak über das Ansprechen keineswegs. Sie war es gewöhnt. Sie wußte auch, was sie zu tun hatte. Sie setzte ihr strahlendstes Lächeln auf, lächelte den Mann an, lächelte an ihm vorbei und verabschiedete ihn mit einem kleinen Kopfnicken. Und dann erschrak sie doch. Denn der Mann nannte seinen Namen: Mario Costa. Den kannte in Rom jeder. Das war doch der Filmregisseur, der gerade einen GigliFilm drehte.„Ich suche neue Gesichter, wissen Sie, unverbrauchte Gesichter! Solche, die noch nicht abgestempelt sind. Die keiner kennt. Haben Sie schon einmal vor einer Filmkamera gestanden?“ Das alles sagte Mario Costa sehr ernsthaft und Gina schüttelte den Kopf.„Würden Sie..?“ Aber diese Frage Costas war müßig. Welches junge Mädchen würde es ablehnen, wenn ein echter, richtiger Filmregisseur Probeaufnahmen von ihm machen möchte? So begann Gina Lollobrigidas märchenhafte Karriere, die ihren bisherigen Höhepunkt in dem überall mit Begeisterung aufgenommenen Film„Brot, Liebe und Fantasie“ findet. Selbst die gestrenger Kritiker haben nach diesem Film erklärt „Lollo hat nicht nur eine gute Figur, sie ist auch eine ganz große Schauspielerin!“ Kisten voll Geschenke Japanreise der Leichtathleten brachte Tips für Melbourne HIrosnima.— Die deutschen Leichtathleten, deren Japanreise vor dem Abschluß steht, treffen am 3. November wieder auf dem Frankfurter Flughafen ein. Der Aufenthalt In Japan, von den deutschen Sportlern scherzhafterweise als„Tour de Japan“ bezeichnet, hat bereits wertvolle Hinweise auf die Verhältnisse Orbracht, die die deutsche Vertretung 1956 bei den Olympischen Sommerspielen in Melbourne antreffen wird. Der Betreuer der deutschen Japanexpedition, Dr. Benno Wischmann, teilte dazu in einem Luftpostbrief aus Hiroshima mit, daß japanische Sportler, die früher mehrfach in Australien starteten, den Deutschen gute Ratschläge gaben: Erfahrungen mit dem Klima in Australien, Tips für die richtige Ernährung und ein zweckmäßiges Training. Die deutschen Leichtathleten, die inzwischen vier Wochen unterwegs sind, sind nach Angabe Wischmanns sämtlich gesund und in guter Verfassung.„Wir vermieden alle Experimente mit japanischen Speisen und tranken wenig. Von, einem Training sahen wir vollkommen ab! Dafür unternahmen wir viele Spaziergänge.“ Besonders eindrucksvoll war, wie Wischmann schreibt, der Aufenthalt in Hiroshima, wo die deutschen Leichtathleten auch die Friedenskirche im Zentrum der Stadt besuchten. Gerade in Hiroshima seien die Deutschen besonders herzlich aufgenommen worden. Im Stadion seien sie mit so viel Geschenken überschüttet worden, daß nichts anderes übrig blieb, als die Ehrengaben in großen Kisten mit dem Schiff in die Heimat zu schicken. Fütterer wieder 10,4 Sek. Weitere deutsche Erfolge in Japan Tokio.— Gegen Schluß ihrer vierwöchigen Japanreise ist die Siegesserie der deutschen Leichtathleten noch immer ungebrochen. Am Donnerstag erlebten in der mitteljapanischen Stadt Kanazawa 30000 Zuschauer prächtige deutsche Erfolge bei einem deutschjapanischen Leichtathletiktreffen. Die Deutschen nahmen an elf Wettbewerben teil und siegten in neun. Am erstaunlichsten ist die weiterhin anhaltende Hochform des Europameisters Heinz Fütterer, der auch diesmal über 100 Meter in 10,4 Sekunden eine hervorragende Zeit lief. 400 m: Hans Geister 49,1 Sek.; 1500 m: Günther Dohrow 3:56,0 Min.; 3000 m: Herbert Schade 8:37,0 Min.; 110 m Hürden: Bert Steines 14,9 Sek.; Kugelstoßen: Karl Oweger 13,82 Meter Diskuswerfen: Karl Oweger 48,0 Meter; Hochsprung: Werner Bähr 1.90 Meter; Schwedenstaffel(Fütterer, Geister, Ulzheimer, Lawrenz) 1:59,8 Min. Die Daimler-Benz-AG teilt mit, daß die Niederlage von Barcelona nicht auf Kerzenstörungen, sondern auf zu hohe Kühlwasserund Oltemperaturen zurückzuführen sei. Das Schutzgitter esi durch Laub und Papier verstopft worden. Europameister Gerhard Hecht wird seinen nächsten Kampf am 12. November im Berliner Sportpalast gegen Kanadas Meister Yvon Durelli bestreiten. Nur bei einem Sieg . : Im zweiten Spiel des Brüsseler Länderturniers gewann die deutsche Hockeymannschaft gegen Polen 5:2(2:1). Fritz Walter sagte zu Meldungen, daß er nach Paris oder Nizza gehen wolle: „Es ist alles aus der Luft gegriffen.“ Der 800-Meter-Läufer Friedel Stracke (Barmer TV 46) unterzog sich in Freiburg einer Mandel- und Nasenoperation. Italiens Amateurboxer gewannen in Mailand einen Länderkampf gegen England mit 7:3. Europameister Josef Dolezal(Tschechoslowakei) stellte in Prag mit 34:24,8 Min. einen Weltrekord im Gehen über 5 englische Meilen auf. Dolezal hält nunmehr sieben Weltrekorde der Geher. Toni Tureks Verletzung stellte sich als ein Knöchelbruch heraus, so daß er vorerst nicht spielen kann. Die Fußballmannschaft von Sparka Moskau siegte in Brüssel gegen Anderlecht 7:0. 25 Wagenfahrer aus sechs Nationen, darunter auch Deutschland, starten am 30. Oktober zur Automobil-Rallye Genf— Bombay. über Durelli soll Hecht seine Chance gegen Neuhaus erhalten. Norwegischer Fußballmeister wurde Skeid Oslo durch ein 3:0(3:0) gegen Fredrikstad beim Endspiel im Osloer Ulleval-Stadion. Nach 34 Jahren H. G. Winkler siegte in Harrisburg Harrisburg(Pennsylvanien). Im Verlauf der Nationalen Pferdeschau in Harrisburg stand am Mittwochabend ein schweres Jagdspringen auf dem Programm und erbrachte den ersten Sieg für die zur Zeit in Amerika weilende deutsche Reitermannschaft. Weltmeister Hans Günther Winkler siegte auf „Halla“ in der international sehr stark besetzten Springkonkurrenz vor den gleichauf an zweiter Stelle endenden mexikanischen Militärreitern General Humberto Mariles auf „Chihuahua“ und Leutnant Roberto Vinals auf„Acapulco“ sowie dem Spanier Kommandant Jaime Garcia Cruz auf„Quoniam“. Für den Wettbewerb war ein sehr schwieriger Parcours aufgebaut, der nur von vier Reitern fehlerfrei bewältigt wurde. Fritz Thiedemann hatte für diesen Wettbewerb sein Springpferd„Meteor“ gesattelt, aber an einem Hindernis vier Fehler bekommen. Helga Köhler nahm auf„Armalva“ am Springen teil und sammelte insgesamt 13¼ Fehlerpunkte. Im Stechen über acht erhöhte Hindernisse bewältigte der als Zivilreiter im roten Rock reitende Weltmeister H. G. Winkler auf seiner prächtig springenden Stute „Halla“ wiederum als einziger den Kurs fehlerfrei. Er trug damit den wertvollen Gouverneurs-Wanderpreis davon und zugleich den ersten deutschen Reitersieg auf amerikanischem Boden seit 34 Jahren. Die Mexikaner Mariles und Vinals und der Spanier Garcia Cruz hatten im Stechen je acht Springfehler. Trabrennen in Gelsenkirchen Sonntag, 31. Oktober, 15 Uhr Gelsenkirchen. Mit dem Josef-Berlage-Erinnerungsrennen kommt am kommenden Sonntag das letzte Zuchtrennen in Westdeutschland zur Entscheidung. Das Rennen ist hervorragend besetzt und stellt einen spannenden Verlauf in Aussicht. Allererste Aussichten macht die vorzügliche Elda geltend. Ihre Gegner sind in erster Linie in Isidore Leyburn, Magowan, Baumeister, Dom, Nettrun und Klöös zu sehen. Peter der Erste und Sether Deern vertreten Hamburger Interessen, während Ultimo für die Münchener Farben eintritt. Voraussagen: 1. R.: Platin— Rheinfee— Prima— Mutwille; 2. R.: Taunus— Detlev— Großmut— Hetty; 3. R.: Forstmann— My Darling— Duett— Justus; 4. R.: Plutaria— Laures Bush— Mannesstolz— Sana; 5. R.: Elda— Isidoro Leyburn— Magowan— Nottrun; 6. R.: Ibert— Andri— Irmina— Capriole; 7. R.: Miss Marlies— Honeymoon— Moritz— Sisters Boy; 8. R.: Urbs L. B.— Fackeljunge— Luise Marie— Rosenkönig; 9. R.: Lindgraf — Apimaid— Lenz— Rufina. Carrara/Forlini starten im Dortmunder Sechstagerennen Am heutigen Freitag beginnt in der Dortmunder Westfalenhalle die 145-Stunden-Jagd. Die Franzosen Carrara/Forlini, die das erste Sechstagerennen dieser Saison in Berlin gewannen, starten auch in Dortmund. Carrara errang damit seinen vierten Sechstagesieg in Berlin, während Forlini erstmalig ein Sechstagerennen gewann. Zu den deutschen Favoritenpaaren zählen Otto Ziege/Holzmann, die in Berlin den dritten Platz belegten. Bild links: Carrara(rechts) und Forlini. Bild rechts: Otto Ziege(links) und Horst Holzmann. Sie fahren weiter für NSU Haas,„HP“, Baltisberger auf Sportmax Neckarsulm. Obwohl die Neckarsulmer Werke in der nächsten Saison eine einjährige Rennpause einlegen, wird das erfolggewohnte NSU-Terzett auch im Rennjahr 1955 zur Belebung der in- und ausländischen Veranstaltungen auf NSU beitragen: Werner Haas als Weltmeister der Viertelliterklasse und deutscher Titelträger bei den 125- und 250-ccmMaschinen,„Renntiger“ H. P. Müller, der in diesem Jahr in der Klasse bis 350 com seine siebte deutsche Meisterschaft herausfuhr, und Hans Baltisberger haben sich entschlossen, trotz der Freigabe durch das Werk in den Sattel einer NSU-Sportmax zu steigen. Die Fahrer erklärten dazu im NSU-Ferienheim Forbach, wo sie sich in diesen Wochen von den Strapazen der Saison erholen, daß es nicht nur die Treue zu ihrer alten Marke sei, die sie zu diesem Schritt bewog. Auf der einen Seite halten sie auch die Sportmax für schnell genug, erfolgreich starten zu können, auf der anderen seien sie Sportler genug, um sich auf die Konkurrenz mit gleichwertigen Maschinen zu freuen, Die NSU-Sportmax, auf der in diesem Jahr bereits Walter Reichert erfolgreichster deutscher Privatfahrer der Viertelliterklasse wurde, wird in einer kleinen Serie aufgelegt und an begabte Fahrer verkauft. Sie ist eine weiterentwickelte Max-Serienmaschine, die mit einem Einzylinder-Motor 28 PS erreicht. Dabei beträgt die Höchstgeschwindigkeit 185 km/std, ist also etwa 15 km/std geringer als bei der Weltmeister-Rennmax. Die erfogreichsten Torjäger Martin— Schefffler— Hubeny Düsseldorf. In der Liste der erfolgreichsten Torjäger üebrnahm Herbert Martin die Spitze. Der Halbrechte des 1. FC Saarbrücken, der beim 6:3-Erfolg seines Vereins über den VfR Frankenthal einmal erfolgreich war, führt nunmehr mit zwölf Toren. Hinter dem Rekordtorschützen der letzten Saison belegen Scheffler, Kaiserslautern(10) und der Regensburger Hubeny(9) die nächsten Plätze. Die Spitzengruppen der einzelnen Ligen: Nord: Seeler(Hamburger SV) und Englert(VfL Wolfsburg) je 7, Haase(Werder Bremen) 6, Riedel(Eimsbüttel), Schönhöfft (VfL Osnabrück), Rock(Bremer SV), Preuße (Werder Bremen), Mokross(Bremerhaven 93), Erb(Altona 93) und Nölte(Arminia Hannover) je 5. West: Lorenz(Preußen Dellbrück) 8, Islacker(RW Essen) 7, Roßbach(Alemannia Aachen) und Wechselberger(Duisburger Spielverein) je 6. Süawest: Martin(1. FC Saarbrücken) 12, Scheffler(1. FC Kaiserslautern) 10, Sehrt (Wormatia Worms) und Grzenia(VfR Kaiserslautern) je 8. Süd: Hubeny(Jahn Regensburg) 9, Grziwok(SSV Reutlingen) und Lettl(Bayern München) je 7, Geyer(Schweinfurt 05), Schuller(BC Augsburg). Hinterstocker(VfB Etuttgart) und Beck(Karlsruher SC) je 6. Rheinland ist Favorit Kunstturnkampf Westfalen gegen Rheinland in Lüdenscheid Die erste Bobbahn in Hessen geht am Großen Feldberg im Taunus ihrer Vollendung entgegen. Die Bahn hat eine Länge von 1620 m und ein durchschnittliches Gefälle von zehn Prozent. 271000 DM für Jugendburg Aus dem Westfälischen Turnerbund— Gründung eines Hilfswerks Hamm. Seit dem Jahre 1951 sind in der Jugendburg Oberwerries insgesamt 271 000 DM für Ausbau und Einrichtung investiert worden. Bei einer Inanspruchnahme von Fremdmitteln in Höhe von 76 000 DM wurden vom Westfälischen Turnerbund in einem Zeitraum von drei Jahren 195 000 DM aufgebracht. Die Jahreshauptversammlung des„Vereins Jugendburg Oberwerries— Westfälische Turnschule“ beschloß die Auflösung des erst vor zwei Jahren gegründeten Vereins. Vor allem die Gaujugendwarte vertraten den Standpunkt, daß es eines besonderen Vereines nicht bedürfe, um die nach wie vor in Verbindung mit der Jugendburg bestehenden Ziele— Förderung eines geeigneten und befähigten Jugendleiternachwuchses zur Pflege volkstümlichen Turnens— zu verwirklichen. Der Hauptausschuß des Westfälischen Turnerbundes wird auf seiner nächsten Tagung am 22. und 23. Januar 1955 über die Einsetzung eines besonderen Ausschusses„Jugendburg“ Beschluß fassen. Der Hauptausschuß des Westfälischen Turnerbundes hat die Gründung eines Turnernilfswerkes beschlossen, durch das unverschuldet in Not geratenen Turnern durch Gewährung von Beihilfen geholfen werden soll. Die Mittel für dieses Hilfswerk werden zu gleichen Teilen vom Westfälischen Turnerbund und seinen Turngauen sowie durch freiwillige Spenden aufgebracht. Der Vorstand des Westfälischen Turnerbundes hat den ehemaligen Jugendsekretär des Deutschen Turner-Bundes, Alferd Wiemer(Tgd. Münster), bis zur Bestätigung durch den nächstjährigen Landesturntag zum Landesmännerturnwart des Westfälischen Turnerbundes ernannt. Lüdenscheid. Am kommenden Sonntag wird der Kunstturnkampf Rheinland gegen Westfalen zum 21. Male ausgetragen. In der Lüdenscheider Schützenhalle gibt es sicherlich einen spannenden Kampf, für den die Rheinländer als Favoriten angesehen werden müssen. Zwar sind diesmal in der Rheinland-Riege Adalbert Dickhut(Köln)— er tritt bei diesem Kampf grundsätzlich gegen seine westfälischen Landsleute nicht an— und Robert Klein(Bergisch-Gladbach), der sich mit seinem Verein in Antwerpen befindet, nicht zu finden, doch dürfte sie mit den Nationalturnern Bantz(Köln), Overwien(Essen), Freiger(Langerfeld), Nieling(Düsseldorf) und dazu Kaiser(Giesenkirchen), Kisters (Essen), Pauels(Duisburg) und Röcher(Düsseldorf) noch stark genug sein, um den Westfalen die siebte Niederlage beizubringen. Die Westfalenriege dagegen mit Euteneuer(Eichen), Reis(Dortmund-Dorstfeld), Irle (Klafeld-Geisweid), Wienecke(DortmundDorstfeld), Cirkel(Wattenscheid), Lewald (Bielefeld) und Hübner(Bockum-Hövel) wird mit westfälischer Zähigkeit eine Niederlage abzuwehren versuchen und sich dabei sicherlich an den Kampf vor zwei Jahren in der Münsterlandhalle halten, wo sie die favorisierte rheinische Riege knapp schlagen konnte. An Helmut Bantz' Einzelsieg dürfte nicht zu zweifeln sein. Um den zweiten Platz wird es einen harten Kampf geben, denn wie Överwien, Frenger und Nieling ist auch Euteneuer ein ernsthafter Anwärter, wenn seine Fußverletzung wieder behoben ist. Noch im August dieses Jahres wurde bei einem Vereinskampf die derzeitige Stärke des lange Zeit außer Gefecht gewesenen Westfalen durch einen Sieg über Overwien unter Beweis gestellt. Neben den Dortmundern und Wienecke ist sicherlich auch der junge Irle, der im Vorjahre hinter Bantz und Overwien überraschend Dritter wurde, in der Lage, in den Kampf um die ersten Plätze einzugreifen. Für den Abbruch aller sportlichen Beziehungen zwischen der Sowjetunion und der Bundesrepublik sprach sich„Stalingradarzt“ Dr. Otto Kohler aus. Jedes Zusammentreffen sei für die Sowjets ein Zeichen dafür, daß die Deutschen mit der Zurückhaltung der Gefangenen einverstanden seien. Den Startschuß zu dem am Freitagabend beginnenden 13. Dortmunder Sechs-TageRennen gibt die Europameisterin im Schwimmen über 200 Meter Brust, Ursel Happe. Sie wird dabei assistiert von der Weltmeisterin im Rollkunstlauf Lotte Cadenbach. Rheinisch-Westfälische Börse Düsseldorf, 28. Oktober 1954 Tendenz: Teilweise haussierend. Industrie-Aktien Accu-Hagen 140 bz G AEG 183½ bz Allg.Hoch& Ing.— G Bad. Anilin 2011/ kz Balcke Masch. 161G Bergb.Ew.Ludw.— BMW 129½ bz Br Bemberg 123 bz Beton& Monier 175½ bz G rep Boswau& Knauer— G Buderus 167½ bz Burbach 158 bz Busch Jaeger 242 G Cassella 265 bz Conti-Gummi 206 bz Consolidation 142½ bz Daimlei 211 bz Demag 210 bz G Dt. Conti Gas 188½ bz Dt. Erdöl 155 bz Didier— G Dortm. Aktien 200 G Dortm. Ritter— G Dortm. Union 189 bz G Dynamit Nobel 210 bz G Essener Steink. 121 bz G Farbenf. Bay. 206½ bz G IG Farb. Liqui 463 bz Feldmühle 206½ bz G Felten 161½ bz Goldschmidt 152 bz Harpener 121 bz Hindrichs Auff. 73 G Hochtief 145 bz Höchster Farben 201 bz Hoesch— Kabel Rheydt 196 G Kali-Chemie 189½ bz Phrix-Namens 49½-52½ Karstadt 195 bz Kaufhof 210 bz Grep Krefft 85 bz Mannesmann 150¼ bz G Mülh. Berg 130 bz G Nordwestd Hütt. 140 bz Rh. Braunkohle 188 bz Rheinsthl 245 bz RWE 186 bz Rheinmetall 26 bz Rheinpreußen 149½ bz Rheinst.-Union 151½ bz Salzdetfurth 188 bz Schering 265 bz G Schiess 175 bz G rep Schwabenbräu— Siemens St. 233 bz Siemens Vorz. 224 b:. Stamag 143 bz Ver. Dt. Nickel 170 kz Ver. Rumpus 109 bz Ver. Stahlw. 80 bz C Wass.-Gelsenk. 163 bz Wintershall 179 bz 3 Zellwald 149 bz Bank-Aktien Commerzbank Liqui 15½ bz G rep Bankverein Westd. 197 bz G rep Deutsch B. Liqui 165/ be Rhein.-Westf. Bank 189½ bz G Dresdner Bank Liqui 17 bz G rep Rh.-Ruhr-B. 189 bz G Freiverkehr Chemie-Faser Inh. 122½-128½ Nordd. Lloyd 47-50 Phrix-Inh. 54-58 Rh. Kunsts. 1031/-109½ Schulth. St. 32½/-36½ Eisen- und Hütterwerke 119¼; Stahlwerke Bochum 124½; Bergbau Neue Hoffnung 17¼; Beteillgungs-Ges. Ruhrort 268; Gutehoffnungshütte Aktienv. 182; Hüttenwerke Oberhausen 133; Altenessener Bergwerks 119¾; Hoesca-Werke 131; Industriewerte 119; Bergwerke Königsborn-Werne 122; Klöckner-Humboldt-Deutz 172; Nordwestdeutsche Hütten 140; Stahlwerke Südwestfalen 138; August-Thyssen-Hütte 131½; Deutsche Edelstahlwerke 148; Dortmund-Hörder Hütten 1195; Gelsenkirchener Bergwerks 129½; Gußstahl Bochumer Verein 119; Gußstahl Witten 200: Hamborner Bergbau 118; Handelsunion AG 193½ Hüttenwerke Phoenix 145½; Hüttenwerke Siegerland 145¾; Niederrheinische Hütte 149; Rheinische Röhrenwerke 164; Rheinisch-Westf. Eisen 144¼; Ruhrstahl 155; Zeche Erin 220. Übermittelt vom Bankverein Westdeutschland DM-West— DM-Ost Frankfurt am Main. Die Wechselstuben kaufen 472,50 DM-Ost für 100 DM-West und verkaufen 100 DM-Ost für 22,47 DM-West. WIRYSCHAFT Günstige Lage in der Stahlindustrie Jetziger Produktionsstand entspricht Jahresquote von 19 Mill. Tonnen a Erster Bergebrecher unter Tage Riesenanlage soll Halden und Transportkosten ersparen Düsseldori— Die Lage und die nächste Zukunft der Stahlindustrie werden im Ruhrgebiet weiterhin günstig beurteilt. Der immer noch zunehmende Auftragseingang übersteigt nach wie vor die Auslieferungen, so daß die Walzwerke jetzt über einen Auftragsbestand von mehr als vier Millionen Tonnen(einschließlich Halbzeug) verfügen gegenüber einem Bestand von nur 2.6 Millionen Tonnen im Mai. Dadurch ist ihre Beschäftigung im Durchschnitt für vier Monate gesichert. Am günstigsten ist die Lage bei Stabeisen, Baustahl, Fein-, Mittel- und Grobblechen sowie bei Walzdraht. Der gegenwärtige Produktionsstand der Stahlindustrie, der einer Jahresquote von etwa neunzehn Millionen Tonnen entspricht, dürfte noch einige Zeit gehalten werden, bevor er die jahreszeitliche Abschwächung erleidet. Man weist darauf hin, daß der Wiederanstieg der Stahlproduktion solide fundiert sei, da er überwiegend durch innerdeutsche Kräfte getragen werde. Materialprüfung in Dortmund Dortmund.— Der 1896 gegründete und 1945 aufgelöste„Deutsche Verband für Materialprüfung“(DVM) wurde in Dortmund unter dem Vorstand von Professor Dr. Schulz neu gegründet. Ihm gehören private und öffentliche Institute und Verbände an. Neben der Forschung der amtlichen und industriellen Prüfverfahren wird die internationale Zusammenarbeit ein besonderes Anliegen des Verbandes sein. Der Leiter des Materialprüfungsamtes für Nordrhein-Westfalen, Dr. Bischoff, gab bekannt, daß die Forschungsämter immer mehr zur Nachprüfung der Qualität gekaufter Materialien in Anspruch genommen werden. Dabei werden bei vielen Versuchen bis zu 10 000 Prüfstunden gefordert. Mit der Gründung des Verbandes ist das gesamte Materialprüfungswesen der Bundesrepublik in Dortmund konzentriert.(nws) En) IM Essen.— Die erste unterirdische Bergebrechanlage ist soeben auf einer Essener Zeche in Betrieb genommen worden. In 840 Meter Tiefe hat man eine riesige Kammer von über 7 Meter Weite, 11,5 Meter Höhe und 25 Meter Länge in die Erdkruste getrieben, um dort große Bergebrecher- und Förderanlagen aufzustellen. Die„Berge“, das beim Kohleabbau anfallende Gestein, lagern zu Millionen Tonnen auf den Halden als häßlicher Vorposten unserer Zechen. Erst in neuerer Zeit dienen sie dazu, die ausgekohlten Flôze wieder anzufüllen, um die Bergsenkungsgefahr zu verringern. Bis auf wenige Ausnahmen schafft man das Gestein also nach oben, um es dort zu Halden zu türmen oder auf ein für die Schleudermaschinen gängiges Maß zu zerkleinern und alsdann wieder in die Grube zu befördern. Hoffnung. auf der Donau Vielleicht bald wieder Ost-West-Verkehr auf dem Wasser bis Rumänien Vertragsbruch war billiger Deutsche Firma lieferte günstiger— Obendrein noch Geld gespart Kopennazen.— Die Stadtväter der dänischen Stadt Nästved auf Seeland haben dieser Tage einer Firma wegen Vertragsbruches 123 000 Kronen(74 000 DM) aus dem Stadtsäckel gezahlt— um Geld zu sparen. Die Firma sollte einen Trockengasbehälter liefern. Als jedoch eine deutsche Firma der Stadt einen Gasbehälter anbot, der rund 360 000 Kronen billiger war, wählten die Stadtväter den Vertragsbruch und sparten damit trotz der Schadenersatzzahlung immer noch fast 240 000 Kronen. Der Behälter kostete 1,4 Millionen Krenen. Abgeltung von Betriebsausgaben Bonn.— Bei der Ermittlung der Einkünfte aus einer freien Berufstätigkeit werden in Zukunft auf Antrag fünf Prozent der Betriebseinnahmen, höchstens jedoch 1200 DM jährlich für die Abgeltung von Betriebsausgaben zur Bestreitung des dem Steuerpflichtigen entstehenden Aufwandes abgesetzt. Der Pauschbetrag wird nur gewährt, wenn die Einkünfte aus der freien Berufstätigkeit die anderen Einkünfte übersteigen. Eine entsprechende Verordnung ist im Bundesgesetzblatt verkündet worden und mit Wirkung vom 24. Oktober in Kraft getreten. Die Verordnung gilt für die Veranlagungszeiträume 1953 und 1954. Die Verhandlungen des deutschen und niederländischen Binnenschiffahrtsgewerbes über die Betelligung der Niederländer am binnendeutschen Rheinverkehr werden am 9. November in Düsseldorf fortgesetzt Regensburz.— Die Donau-Schiffahrtsgesellschaft Bayerischer Lloyd rechnet damit, daß alsbald Vereinbarungen über den DonauVerkehr zwischen den deutschen Interessenten und den Östblockstaaten Rumänien, Bulgarien und Tschechoslowakei, unter Umständen sogar mit der UdSSR zustande kommen. Als Muster dafür werden die deutsch-ungarischen Verhandlungen vom Sommer dieses Jahres in Budapest angesehen. Diese wurden zwischen dem Bayerischen Lloyd und der ungarisch-sowjetischen Schiffahrts-AG Meszart geführt. Sie deuteten bereits auf eine Normalisierung des lange Zeit blockierten Donauverkehrs hin. Freilich kann es sich vorerst nur um eine vorläufige Lösung handeln. Eine bedeutende Schwierigkeit liegt darin, daß kein Regierungsabkommen zwischen Deutschland und Ungarn möglich ist. Soweit bekannt ist, werden von zuständigen staatlichen Unternehmen in Ungarn bereits die Möglichkeiten zur Wiederaufnahme des Donauweges im Verkehr von und nach Ungarn untersucht. Die offizielle Genehmigung der staatlichen Behörden steht allerdings noch aus. Beim Bayerischen Lloyd wird die jetzige Entwicklung als: wesentlicher Fortschritt angesehen. Insbesondere interessiert auch die Tatsache, daß bei einer Einigung mit Ungarn ebenfalls günstige Einflüsse auf den Verkehr zwischen Deutschland und Jugoslawien zu verzeichnen wären, der durch den ungarischen Donauabschnitt führt. Auch in Rumänien soll bereits die Wiederzulassung deutscher Schiffe auf dem Donauweg einschließlich der Häfen untersucht werden. Preiserhöhungen für Schneidwaren Köln.— Preiserhöhungen in der Schneidwarenindustrie hält die Industrie- und Handelskammer Solingen für unvermeidlich. Zunächst soll versucht werden, wenigstens die Auslandspreise beizubehalten. Von dem Fortfall des Monnetrabatts wird in erster Linie die Scheren- und Messerindustrie sowie die Fabrikation chirurgischer Instrumente betroffen. Geschieht das unter Tage, kann man riesige Transportkosten ersparen. Dem stehen aber gewisse Schwierigkeiten entgegen: Um große Gesteinsmengen zu zerkleinern, braucht man neben entsprechenden Förderanlagen riesige Brechmaschinen, die einen großen Raum benötigen. Und da wird es kritisch. Je größer der Hohlraum unter Tage ist, um so leichter ist der mächtige Berg in der Lage, das Bauwerk ineinander zu drücken. Unvorstellbare Kräfte müssen hier also vom Ausbau beherrscht werden. Für die neue Bergebrechkammer mußten 3900 chm Gestein ausgehoben werden. Fachleute aus aller Welt haben bereits ihren Besuch angesagt, um die neue Anlage in Betrieb zu sehen. Der gesamte Ruhrbergbau steht vor dem Problem sinnvoller Bergeverwertung: Es scheint fast so, als wäre die beste Kohle bereits aus dem Schoß der Erde geborgen. Während der durchschnittliche Bergegehalt der Förderung von 30 Jahren nur 8 Prozent betrug, war er 1953 bereits auf 22,8 Prozent angestiegen. Die Fachleute sprechen schon von einer„sich über Tage ergießenden Steinlawine“. Mittelstand wird aktiv Detmold.— In Handwerkskreisen wird seit langem darüber geklagt, daß die Belange des Mittelstandes bel der Gesetzgebung auf der Landes- und Bundesebene zu wenig berücksichtigt werden. Obgleich das Handwerk sowohl in der Regierungskoalition als auch in der Opposition durch angesehene Persönlichkeiten vertreten ist, hat die Gesetzgebung auf die Belange des Mittelstandes nicht in ausreichendem Maße Rücksicht genommen. Um diesen bedauerlichen Tatbestand einem größeren Gremium von maßgeblichen westdeutschen Politiker anhand von Unterlagenmaterial vor Augen zu führen, wird auf Anregung des Bundestagsabgeordneten Held (FDP) demnächst eine Delegation lippischer Handwerksmeister nach Bonn fahren und an Ort und Stelle sowohl mit den zuständigen Fachministern als auch mit einflußreichen Parlamentariern den gesamten Sorgenkomplex des deutschen Mittelstandes einer sorgfältigen Prüfung unterziehen. Der Bonner Besuch lippischer Handwerker wird peinlich sewissenhaft vorbereitet. Kurzberichte aus Meldet herrenlose Sparbücher! Olpe. Das Sparbuch ist ein wichtiges Beweismittel für die Geltendmachung von Lastenausgleichsansprüchen. Viele Vertriebene haben ihre Sparbücher auf der Flucht verloren oder sie anderen zur Aufbewahrung übergeben. Wer solche Sparbücher oder andere Unterlagen über Guthaben gefunden oder in Verwahrung hat, wird dringend gebeten, diese beim nächsten Ausgleichsamt abzugeben. Wer fährt mit nach Finnentrop? Olpe. Für die Zuschauer zum Funktespiel Finnentrop—Olpe wird die Kraftverkehr-Olpe A.-G. am kommenden Sonntag, um 13.15 Uhr, einen Omnibus mit Anhänger einsetzen. Abfahrt ab„Kölner Hof“. Karten sind im Zigarrenhaus Herberholdt, Martinstraße, zu haben. Totenglocke Olpe. Peter Schrage, wohnhaft Imbergstraße 37, ist am 28. Oktober im Alter von nahezu 88 Jahren gestoihen. R i. p. DRK-Heggen Heggen. Der Ortsverein Heggen des DRK plant auch in diesem Jahre wieder einen Kursus in„Erster Hilfe“. Die Jugend wird aufgerufen, sich daran zu beteiligen, ebenso ergeht die Aufforderung an die Berufsorganisationen und die Betriebsangehörigen. Meldungen bei den aktiven Mitgliedern oder beim Bereitschaftsleiter Erich Schloßmacher.— Für Hausfrauen und Mädchen wurde im vergangenen Jahre ein Kursus abgehalten in häuslicher Krankenpflege, der sich eines dem Kreise Olpe großen Zuspruche erfreute. Aus diesem Grunde soll, wenn genügend Anmeldungen erfolgen, wieder ein solcher Kursus starten.— Die Uebungsabende für die Bereitschaft sind künftig jeden Mittwoch um 20 Uhr in der Schützenhalle. Zu: Abwechslung soll auch die Geselligkeit gepflegt werden. In kürzeren Abständen werden einschlägige Vorträge gehalten. Der erste Vortrag dieser Art ist betitelt „Schäden, die entstehen können durch elektrischen Strom“. Demnächst Konzert! Heggen. Am 7. November veranstaltet der MGV„Sängerbund“ ein großes Instrumental- und Chorkonzert in der Schützenhalle unter der Mitwirkung des Olper Feuerwehr-Musikzuges. Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen. Karten sind bei den Mitgliedern und im Gasthof Albert Wilmes zu haben. Dünschede. Der Ortsverein Heggen des DRK plant für unsern Ort wieder einen Kursus in„Erster Hilfe“. Wer Interesse daran hat, melde sich bei den aktiven Mitgliedern des DRK! Lichtringhausen, Im Alter von 62 Jahren verstarb Otto Lübke von hier. R. i. p. Witwengeld Grevenbrück. Der Aktionsausschuß der Ruhestandsbeamten für das Amt Bilstein in Grevenbrück, Schließfach 24, teilt mit: Nach den neuen Beamtengesetzen des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen steht den Witwen, die einen Ruhestandsbeamten geheiratet haben, der am Tage der Heirat das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet hatte, rechtlich das Witwengeld zu. Dasselbe gilt auch für die Kinderzuschläge und das Waisengeld. Nähere Auskunft erteilt der Aktionsausschuß auf briefliche Anfrage gern. Rückporto ist allen Anfragen beizufügen. Altenhundem. Die Ortsgruppe des Bundes vertriebener Deutscher hält am Samstag, dem 30. Oktober, um 16 Uhr im Jugendheim eine wichtige Versammlung ab, zu der auch Nichtmitglieder eingeladen sind. Konzert mit Deysenroth Altenhundem. Wie die Kulturgemeinde mitteilt, wird am Sonntag, dem 5. Dezember, Herr Deysenroth in der Sauerlandhalle ein Abendkonzert geben. Am 17. Februar gastieren die Geschwister Höpfner in der Sauerlandhalle. Fahrt zum„Bärenhäuter“ Altenhundem. Zur Aufführung„Der Bärenhäuter“ durch das Westf. Landestheater am Sonntag, um 20 Uhr, bestehen folgende Fahrtverbindungen aus den umliegenden Orten nach Altenhundem: ab Heinsberg um 18.55 Uhr(Bus DB), Saalhausen 19.18 Uhr(Bus DB), Welschen Ennest 19.22, Benolpe 19.25, Hofolpe 19.29, Kirchhundem 19.32 Uhr(Trieb-Omnibus), ab Finnentrop 19.33 Uhr(Eisenbahn). Ein Sonderomnibus verkehrt ab Silberg 18.35 Uhr, Kirchveischede 19 Uhr, Bilstein 19.04 Uhr, Grevenbrück-Foerde 19.32 Uhr, Elspe 19.20 Uhr; ein weiterer Sonderomnibus in Richtung Silberg-Benolpe und Richtung Bilstein-Grevenbrück-Elspe nach der Veranstaltung ab Sauerlandhalle. Rückfahrt planmäßige Richtung nach Finnentrop 22.47 Uhr(Trieb-Omnibus), Heinsberg 22.49 Uhr(Bus DB ab Bahnhof), Fredeburg 22.50 Uhr(Bus DB ab Gasthof Max Cordes).— Vorverkaufsstellen der Eintrittskarten sind in Altenhundem, Bilstein, Meggen, Grevenbrück, Hofolpe, Kirchhundem und Saalhausen eingerichtet. Die Mitglieder der Kulturgemeinde erhalten auf Gufschein 32 eine Ermäßigung von DM 0.50. Kickenbach. Anläßlich der goldenen Hochzeit der Eheleute Peter Müller wurden dem Jubelpaar zahlreiche Ehrungen zuteil. Am Abend brachten dem Jubelpaar der Männergesangverein und der Musikverein ein Ständchen. Oberhundem. Da die Pfarrkirche zur Zeit renoviert wird, ist der Gottesdienst augenblicklich in den Pfarrsaal verlegt worden. Sonntags ist die Messeordnung wie folgt: 1. hl. Messe um 7 Uhr, weiter um 8 und 9 Uhr, das Hochamt um 10 Uhr. Im Missionshaus kann ebenfalls dem Gottesdienst beigewöhnt werden. Um ein Schulgebäude Meggen. Der Kreis Olpe hat für das von ihm erworbene Gebäude der Ev. Schulgemeinde Altenhundem-Megger den beiden Gemeinden Kirchhundem und Elspe den Rückkauf angeboten. Mit dieser Frage beschäftigten sich die Elsper Gemeindevertreter in ihrer letzten Sitzung. Anzustreben sei wegen der großen Anmarschwege der Kinder eine Lösung dieses schwierigen Schulproblems. In diesem Zusammenhang wurde auch die Frage aufgeworfen, was mit dem Gebäude geschehen soll, wenn es später einmal für Unterrichtszwecke nicht mehr benötigt werde. Hierzu wurde jedoch weiter keine Stellung genommen. Man stimmte dem Rückkauf des Gebäudes zu, unter der Bedingung, daß die auf die Gemeinde Elspe entfallende Kaufsumme nicht, wie vom Kreis gewünscht, bereits am 1. Dezember dieses Jahres, sondern erst im ersten Quartal des neuen Rechnungsjabres 1955 gezahlt wird und daß bis zum 31. März 1955 die von der Kreisberufsschule belegten Räume frei werden. Gast aus Persien Heinsberg. In der Vorwoche besuchte Dr. Keranschi, ein Textilfabrikant aus Persien, die Kinder der hiesigen Volksschule und erzählte ihnen aus seiner persischen Heimat. Er behandelte dabei die Kultur und Wirtschaft seines Heimatlandes. Zum Schluß seiner Ausführungen bestürmten die Schüler und Schülerinnen den Gast aus dem Orient mit allen erdenklichen Fragen. Kirchhundem. Das bereits mit großem Erfolg aufgeführte Lustspiel„Das Glückslos“ gelangt durch die Pfarrjugend am kommenden Sonntag nochmals zur Aufführung, und zwar um 15.30 Uhr für die Jugend und um 20 Uhr für die Erwachsenen. Welschen Ennest. Das St. Agatha-Fenster in unserer Pfarrkirche wurde jetzt durch Kunstglasermeister Paul Grobbel, Altenhundem und Malermeister Peter Dommes, Altenhundem, erneuert. Beide sind Mitglieder von„Altkolping“. Öffentliche Aufforderung zur Abgabe von Vermögenserklärungen Vermögenserklärungen nach dem Stand vom 1. Januar 1953 sind bis zum 30. November 1954 bei den Finanzämtern abzugeben. Soweit Hinderungsgründe für die rechtzeitige Abgabe bestehen, kann bei den Finanzämtern Fristverlängerung beantragt werden. Vermögenserklärungen haben abzugeben: A. I. Unbeschränkt steuerpflichtige natürliche Personen: 1. Verheiratete, wenn ihr Gesamtvermögen 20 000 Deutsche Mark übersteigt, 2. andere Personen, wenn ihr Gesamtvermögen 10 000 Deutsche Mark übersteigt. Dabei ist das Vermögen derjenigen Personen mit zu berücksichtigen, mit denen der Steuerpflichtige zusammen zu veranlagen ist. Der Steuerpflichtige wird zusammen veranlagt: a) mit seiner nicht dauernd von ihm getrennt lebenden Ehefrau, b) mit seinen Kindern, die das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Die Freibeträge(§ 5 des Vermögensteuergesetzes) sind bei der Prüfung, ob ein Gesamtvermögen von 20 000 DM oder 10 000 DM vorliegt, außer Betracht zu lassen. II. Unbeschränkt steuerpflichtige nicht natürliche Personen: 1. Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Kolonialgesellschaften, bergrechtliche Gewerkschaften: ohne Rücksicht auf die Höhe ihres Gesamtvermögens, 2. Erwerbs- und Wirtschaftegenossenschaften, Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit, sonstige juristische Personen des privaten Rechts, nicht rechtsfähige Vereine, Anstalten, Stiftungen und andere Zweckvermögen, außerdem Kreditanstalten des öffentlichen Rechts: wenn ihr Gesamtvermögen 5 000 Deutsche Mark übersteigt III. Öffene Handelsgesellschaften, Kommanditgesellschaften und ähnliche Gesellschaften, bei denen die Gesellschafter als Unternehmer(Mitunternehmer) anzusehen sind und die ihre Geschäftsleitung oder ihren Sitz im Inland haben: wenn das Vermögen der Gesellschaft mindestens 6 000 Deutsche Mark beträgt. B. Beschränkt Vermögensteuerpflichtige: ohne Rücksicht auf die Höhe des Inlandvermögens. Eine Vermögenserklärung hat außerdem jeder abzugeben, der dazu vom Finanzamt besonders aufgefordert wird. Die Zusendung eines Vermögenserklärungs-Vordrucks gilt als besondere Aufforderung. Für die Vermögenserklärungen sind die amtlichen Vordrucke zu verwenden. Diese sind bei den Finanzämtern erhältlich. Oberfinanzdirektion Münster Öffentliche Ausschreibung Für den Neubau der einklass. ev. Volksschule mit Lehrerwohnung in Brün-Rothemühle werden folgende Arbeiten ausgeschrieben: a) Heizungsanlage b) San. Installation c) Eltektro-Installation Angebotseröffnung beim Staatshochbauamt Siegen. Eröffnungstermin: 9. November 1954, a) 15.00 Uhr b) 15.30 Uhr c) 16.00 Uhr Angebotsunterlagen sind gegen Zahlung eines Unkostenbeitrages von 2.50 DM beim Staatshochbauamt Siegen, Unteres Schloß 2, erhältlich. Der Vorstand des Staatshochbauamtes Siegen DIE KATHOLISCHE EHE Unverbindliche Auskonte Auto-Großversteigerung mit großer überdachter Ausstellungshalle neuester Art. Ständig stehen ca. 200 Kfz. u. Kräder zum Verkauf. Jeden Samst. v. 14—19 Uhr Großverstelgerung. Dortmund, Evinger Str. 363.(Bundesstraße 64 Dortmund— Lünen). Tel.: 3 40 14. Im Reformheus Schwi:kmann, Olpe. Am Markt Auch natürlich und unschädch ist GALAMIN bei Stuhlverstopfung. Perfekte Stenotypistin zur Aushilfe für ganze evtl. halbe Tage gesucht Kebbekus& Eibach, Olpe euch la cchweren Föllen durch Rusmaset (Solbe, Zépichen u. Tec) Tousendloch bewöhrt m ollen Apothehen orhöltlich. Prospekte dure Chem leb Schneider Wiesboden Bracke entlaufen. Rüde mitschwarzem Rücken, rotgelben Flanken, weißer Unterseite. Name Waldmann Nachricht über den Verbleib erbeten an Franz Middel Hillmicke(Kreis Olpe) Restlos begeistert sind unzählige Frauen jeden Alters von Frauengold, dem einmaligen Kraftquell und Jungborn unserer Zeit. Wer einmal FRAUENGOLD erprobt hat, bleibt ihm treu; Fravengold hält, was seine Werbung verspricht! Nimm — und Du blühst auf! ... und für den strapazierten Menschen unserer Zeit EIDRAN, Gehirnfunktionstonikum, Blut- und Nervennahrung Auch hier macht der Ton die Musik! Laien wollen es oftmals nicht glauben, daß man die Güte eines Papieres am Ton erkennt, den es gibt, wenn man es„schüttelt“. Nehmen Sie einmal einen einfachen Saugpost- und einen Hartpost-Briefbogen; auch Sie spüren gewiß den groBen Unterschied, wenn Sie das Papier„schütteln“. In den vielen Papiersorten kennt der Fachmann sich natürlich am besten aus. Bereits beim Einkauf achtet er auf die Beschaffenheit des Papieres und wählt nur Sorten, die wirklich etwas wert sind. Wenden Sie sich deshalb bitte an uns, wenn Sie Briefbogen, Prospekte oder andere Drucksachen brauchen. Wir stehen Ihnen gerne zu Diensten und beraten Sie in allen drucktechnischen Dingen auf's beste. F. X. Ruegenberg Olpe Das leistungsfählge Haus für moderne Druckarbelten Frankfurter Straße 16 Fernsprecher 241/242 Konsum-Mischung Haushalt-Mischung Privat-Mischung Pfeffernüsse Gewürz-Spekulatius Krokant-Nußbruch-Schokolade Drops Schwartauer Toffee Amerikan. Schweineschmalz Kondensmllch Fleischwurst Plockwurst, schnittfest Heringsfilet I. Tomaten u. Oel 3 Prozent Rabatt Jessmann Winterbergetrebe 20 OLP Westlälische Strabe 15 Möbl. Limmer in Olpe an Herrn zu vermieten. Zu erfragen unter Nr. 1097 beim Sauerl. Volksblatt Olpe. Guterhaltener Viehkessel bezw. Futterdämpfer zu kaufen gesucht. Zu erfragen unter Nr. 1099 beim Sauerl. Volksblatt Olpe. Grabplatten schw., m. 23kar. Goldinschr. Neuvergoldung älterer Inschriften Schilder in Emaille, Metall und Glas Karl Stein- Olpe i. W. Vellmickestraße 46 Tüik wenig Gela habchen Efolg Bühch KLEIN ANZEIGEN Je 3 Autogen- und Elektro-Schweiher gesucht. Gebr. Fuchs Röhren- und Schweißwerk Kaan-Marienborn Kreis Siegen