Gaverländisches Volksblatt Altester Anzeiger des Sauerlandes* Uber 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung 119, Jahrgang— Nummer 5 Mittwoch, den 27. Oktober 1954 Einzelverkaufspreis 15 Pf Druck u. Verlag: VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE Anzelsn-Grundpreise: im Anzeigenteil 8 Pfg. für 1 mm Höhe in der Kleinspalte(23 mm breit); im Textteil 50 Pfg. für 1 mm Höhe in der Textspalte(62 mm breit). Man fordere Preisliste Nr. 4. Bei Zwangsvergleich oder in Konkursfällen wird jeder Rabatt hinfällig. Gerichtsstand ist Olpe 1. Westf. Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das„S. V.“ erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugspreis: DM 3,50 einschließlich Zustellgeld, bel Postbeziehern DM 3,54 Incl. Postbestellgebühren, bel Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3,—. Geschäftsstelle: Olpe, Frankfurter Straße 16. Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe 1. Westf 299 Todesopfer durch Unwetter bei Salemo Wolkenbrüche verursachten Überschwemmungen und Erdrutsche- Noch viele Vermißte Rom.(Korr.) Bei einer schweren Unwetterkatastrophe im Gebiet von Salerno(südöstlich von Neapel) sind in der Nacht zum Dienstag nach bisherigen Berichten 299 Menschen ums Leben gekommen. 70 Personen werden in Marina vermißt. Über einhundert Personen wurden verletzt, mehr als 500 obdachlos. In Salerno sind 87 und allein in Vietri 100 Todesopfer zu beklagen. Die meisten Menschen kamen ums Leben, als der Regen die Grundmauern der Häuser unterspülte und sie zum Einsturz brachte. Stundenlang anhaltende Wolkenbrüche haben alle Flüsse im Gebiet von Salerno über die Ufer treten lassen. Die Fischerstadtchen Maiori und Minori sind von der Außenwelt abgeschnitten und können nur vom Meer her versorgt werden. Zwischen Nocera und Amalfi löste der Regen Stein- und Erdlawinen aus, die die Straßen verschütteten und die Telephon- und Telegraphenleitungen zerstörten. In dem Katastrophengebiet sind Einheiten der italienischen Armee und Feuerwehr eingesetzt. Unter den Trümmern der eingestürzten Häuser werden noch Tote und Verletzte vermutet. Auch das Deltagebiet des norditalienischen Flusses Po erlebte gestern schwere Regenfälle. Auf der Stilfser-Joch-Paßstraße an der italienisch-schweizerischen Grenze lagen 50 Zentimeter Schnee. Die Straße ist zum Teil durch Lawinen unpassierbar geworden. Drei Arten deutscher Armeen Bitterer SPD-Kommentar zu den Pariser Vereinbarungen Bonn.(dpa) Wenn es zur Verwirklichung der Pariser und Londoner Verträge kommen sollte, wird es nach Ansicht des SPDPressedienstes künftig in Europa drei Arten deutscher Armeen geben: eine mitteldeutsche, eine bundesrepublikanische und eine saarländische.„Drei Vaterländer statt einem! Was hat der saarländische, der bundesrepublikanische und der in die Sowjetuniform gesteckte mitteldeutsche Soldat dann noch zu verteidigen?“, fragt das SPD-Organ. Pankow, Bonn und Saarbrücken seien die Verkörperung der deutschen Spaltung und Sinnbilder dafür, daß es in der politischen Wirklichkeit von heute Deutschland nicht mehr gibt. Alles spreche dafür, daß diese Pariser Konstruktion zur Quelle neuen verstärkten Unfriedens. mengefaltet in die Urne wirft. während der werde. Niemand sel so töricht, zu verlan- Saarländer sein Kreuz machen darf. Churchill rät zum Abwarten Zeit für Verhandlungen mit Moskau noch nicht gekommen gen, daß die Lösung der Saarfrage ohne deutsche Konzessionen erreicht werden solle. Es sei jedoch um das Ausmaß der Konzessionen und um den Geist gegangen, in dem sie angeboten und entgegengenommen wurden und vor allem darum, ob sie sich im Sinne der deutschen Wiedervereinigung bewähren würden. Zu der im Saarabkommen vorgesehenen Volksabstimmung bemerkt der SPDPressedienst, daß es eine Möglichkeit, sich für ein Verbleiben des Saargebietes im westdeutschen oder eines Tages im gesamtdeutschen Staatsverband zu entscheiden. nicht gebe.„Das ist im Grunde genommen nichts anderes als eine westliche Variante der Pankower Wahlmethoden, nur mit dem Unterschied, daß der Wähler in der Zone den Wahlzettel nur zusamLondon.(Korr.) Churchill sagte gestern im Unterhaus, seiner Meinung nach sei die Zeit für eine neue Viermächte-Konferenz mit der Sowjetunion noch nicht gekommen. Auf eine Anfrage des Führers des linken Labourflügels. Bevan. erwiderte Churchill, die letzte sowjetische Note sei eine allgemein genaltene Einladung zu einer Viermächte- Konferenz.„Im Augenblick, da die Übereinkommen von Paris noch ratifiziert werden müssen, glaube ich nicht. daß eine ViermächteKonferenz stattfinden sollte.“ Churchill lehnte es erneut ab, sich näher über ein Zusammentreffen mit dem sowjetischen Ministerpräsidenten Malenkow zu äußern. Der Labour-Abgeordnete Warbey hatte gefragt, in welcher Form der Premierminister den Sowjets seine Bereitschaft zu einem Zusammentreffen mit Malenkow mitgeteilt habe, falls man sich über den passenden Ort und die richtige Zeit einigen könne. Sir Winston antwortete: „Ich habe keinen Grund, anzunehmen, daß die Sowjets über meine Ansichten in dieser Angelegenheit im unklaren sind. Aber ich lehne es ab, mich zu einer Diskussion über dieses Thema zwingen zu lassen.“ Rheinland-Pfalz ist besorgt Mainz.(dpa) Der Landtag von Rheinland-Pfalz wird sich auf Antrag der SPD in einer Sondersitzung mit dem Pariser Saarabkommen und seinen Auswirkungen auf Rheinland-Pfalz befassen. Die Fraktionsvorsitzenden der CDU und der FDP lehnten gestern eine sofortige Beratung mit der Begründung ab, daß eine Aussprache jetzt verfrüht wäre und der Landesregierung Zeit gelassen werden müsse, die Abmachungen eingehend zu prüfen. Ministerpräsident Altmeier wies darauf hin, daß das Saarabkommen keine Frage sei, die Rheinland-Pfalz allein betreffe, sondern ein gesamtdeutsches Anliegen. Deshalb sollte sich nach seiner Ansicht zunächst der Bundestag damit befassen. Der Termin der Landtags-Sondersitzung steht noch nicht fest. Bidault gegen Mendes Paris.(Korr.) In einer scharfen Entschließung nahm der Vorstand des Bezirksverbandes Loire der französischen Volksrepublikanischen Partei(MRP) unter dem Vorsitz des ehemaligen Außenministers Bidault gegen die Politik des Ministerpräsidenten Mendès-France Stellung. In der Entschließung heißt es, das französische Volk müsse sich darüber klar sein, daß die Wiederherstellung nationaler deutscher Streitkräfte für Europa, für den Frieden und für Deutschland selbst ein großes Risiko bedeute, für das gegebenenfalls die Jugend die Kosten tragen müsse. Abschiedsempfang für Nehru Peking.(Reuter) Der chinesische Staatschef Mao Tse-tung gab gestern in Peking einen Abschiedsempfang zu Ehren des indischen Ministerpräsidenten Nehru. An dem Empfang nahmen mehr als 800 führende chinesische Persönlichkeiten teil. Nehru bezeichnete den chinesischen Staatspräsidenten Mao Tse-tung als eine historische Persönlichkeit. Mendes verhandelt mit Sozialisten Paris.(Korr.) Der französische Ministerprasident Mendès-France soll fünf Sozialisten den Eintritt in seine Regierung vorgeschlagen haben. Er soll Robert Lacoste das Verteidigungsministerium, Albert Gazier das Handelsministerium und Gaston Defferre das Ministerium für Handelsmarine angeboten haben. Dulles gegen Viererkonferenz Washington.(INS) Der USA-Außenminister Dulles teilte der Washingtoner Regierung in einem Bericht über Paris mit, neue Viermächteverhandlungen mit der Sowjetunion über westeuropäische Probleme seien sinnlos, bis die westlichen Alliierten ihre Reihen„fester geschlossen“ hätten.„Dann mag eine neue Grundlage für Besprechungen vorhanden sein, die im Augenblick nicht besteht.“ Joschida bei der Queen London.(Reuter) Ministerpräsident Joschida wurde gestern von Königin Elisabeth im Londoner Buckingham-Palast empfangen. Vor dem Empfang hatte Joschida auf„gewisse Mißverständnisse“ in Großbritannien über die Handelskonkurrenz Japans hingewiesen. Er sagte, heute gebe es in Japan sehr strikte Arbeitsgesetze, so daß das Vorkriegsproblem der Preisunterbietung mit billigen Gütern nicht entstehe. Japan sei heute keine Macht mit großer Konkurrenzfähigkeit. Von einer Wiederaufnahme des Handels mit China habe Japan gegenwärtig nichts zu erwarten. Wyschinski zur Abrüstung New York.(Reuter) Der sowjetische UNO-Chefdelegierte Wyschinski erläuterte in einer fast dreistündigen Rede vor dem Politischen Ausschuß der UNOVollversammlung die sowjetischen Abrüstungsvorschläge und griff gleichzeitig die Pariser Abmachungen über die Wiederbewaffnung Deutschlands an. Wyschinski sagte, die Londoner und Pariser Verträge stünden in direktem Widerspruch zu den Vorschlägen der Westmächte für die Abrüstung. Man. könne nicht auf der einen Seite Deutschland wiederbewaffnen und auf der anderen Seite eine allgemeine Abrüstung verlangen. RÖCHLING-WERKE WERDEN FRANZÖSISCH Das Röchlingsche Eisen- und Stahlwerk in Völklingen, das bedeutendste schwerindustrielle Unternehmen an der Saar, befand sich bis Kriegsende in alleinigem Privatbesitz der Familie Röchling. Jetzt soll es(seit 1945 unter französischer Sequester-Verwaltung) von einer französischen Industriegruppe übernommen werden. Mißglückter Anschlag auf Nasser Mehrere Schüsse auf den Ministerpräsidenten— Unverletzt geblieben Kairo.(Reuter) Auf den ägyptischen Ministerpräsidenten Nasser wurde ein Anschlag verübt, als er in Alexandrien eine Festrede bei den Feiern zur Unterzeichnung des ägyptisch-britischen Abkommens über die Räumung der Suezkanalzone hielt. Mehrere Schüsse wurden auf ihn abgefeuert. Nasser wurde jedoch nicht verletzt und setzte seine Rede fort. Auch andere Personen kamen nicht zu Schaden. Der angebliche Attentäter wurde festgenommen. Im Gegensatz zu dem Bericht des Kairorer Rundfunks sind bei dem Attentat doch Personen verletzt worden. Der sudanesische Minister Mirghani Hamza, der neben Nasser stand, wurde von einer Kugel in die Hand getroffen. Ein Sekretär der Befreiungsbewegung in Alexandrien erhielt einen Schuß in die Schulter. Der Attentäter feuerte acht Schüsse ab. Wehner: Ein Ansatzpunkt Bonn.(dpa). Der SPD-Abgeordnete Wehner bezeichnete gestern in Bonn die jüngste Sowjetnote als einen Ansatzpunkt, das deutsche Problem endlich im Zusammenhang mit der Frage der europäischen Sicherheit zu behandeln. Mit aller Eindeutigkeit müsse festgestellt werden, ob die Worte der Sowjets mit ihren wahren Absichten in Einklang stünden Bormann für tot erklärt „Bis zum Beweis des Gegenteils“— Das Zeugnis Axmanns Berlin.(dpa) Hitlers Stellvertreter Martin Bormann ist jetzt beim überörtlichen Standesamt I in Westberlin unter der Nummer 29 223 in das„Buch für Todeserklärungen“ eingetragen worden. Die Eintragung erfolgte auf Beschluß des für den letzten Wohnsitz Bormanns zuständigen Amtsgerichts Berchtesgaden. Der Vormund der minderjährigen Kinder Bormanns, Domvikar Schmitz. hatte den Beschluß beantragt. Als Zeitpunkt des Todes wurde der 2. Mai 1945, der Tag der Kapitulstion Berlins, festgesetzt. Italiener übernahmen Triest Unvorstellbarer Trubel in der Stadt— Truppenparade fiel„ins Wasser“ Der ehemalige Reichsjugendführer Axmann hatte ausgesagt, Bormann sei nach dem Verlassen des Reichskanzleibunkers bei der Explosion eines Panzers verwundet worden. Axmann hatte Bormann später nach seinen Angaben tot auf der Straße liegen gesehen. Nach dem Kriege waren wiederholt Gerüchte aufgetaucht, daß Bormann in Spanien, Agypten, Argentinien und in einem Mönchskloster in Italien gesehen worden sei. Die jetzt registrierte Todeserklärung gilt bis zum Beweis des Gegenteils. Bis dahin können die Witwe, die jetzt 45jährige in Meran lebende Frau Gerda Bormann geb. Boch, und ihre acht zwischen 1930 und 1942 geborenen Kinder alle Rechte der Hinterbliebenen wahrnehmen. Ein neuntes Kind aus der Ehe Bormanns ist gestorben. Triest.(Korr.). Stadt und Hafen Triest sowie die ehemalige Zone A des Freien Territoriums Triest wurden gestern vormittag von Italien übernommen. Auf dem Turm der Festung San Giusto ging die von Staatspräsident Einaudi übersandte italienische Trikolore in die Höhe. In der Stadt herrschte ein derartiger Trubel, daß nicht einmal eine offizielle Übergabe der Stadt stattfinden konnte. Italienische Truppen marschierten, von der Bevölkerung jubelnd begrüßt, in strömendem Regen in die Stadt ein. Vorhuten hatten schon in der Nacht die britischamerikanischen Wachposten an der neuen italienisch-jugoslawischen Grenze abgelöst. Im Hafen traf ein italienisches Flottengeschwader ein. Italienische Düsenjäger flogen über die Stadt. Alle Kirchenglocken läuteten. Nach dem Gesang der italienischen Nationalhymne begrüßte der Bürgermeister von Triest die italienischen Truppen auf dem Platz der Einheit. Das militärische Zeremoniell, das die italienischen und allllerten Oberkommandierenden für die Übergabe Triests an Italien geplant hatten, mußte wegen der überschäumenden Begeisterung der Volksmenge ausfallen. In strömendem Regen und wütendem Sturm brachen Hunderttausende durch alle militärischen Absperrungen und verstopften die Anmarschstraßen der Truppen. General Winterton, der alliierte Oberkommandierende, sah sich trotz einer großen italienischen Eskorte außerstande, zu dem Paradeplatz zu gelangen, wo die offizielle Übergabe Wie wied das Wetter? Langsamer Temperaturanstleg Ein Hochdruckgebiet wandert von Frankreich schnell ostwärts. Auf seiner Westseite gelangt allmählich wieder mildere Luft nach Westdeutschland. Vorhersage für Mittwoch: Bei meist schwachen Winden aus Südwest bis Süd in den Frühstunden Nebel oder starke Bewölkung. Dabei strichweise etwas Sprühregen. Im Laufe des Tages Bewölkungsauflockerung. Wärmer als an den Vortagen. Weitere Aussichten: Wolkig. teils aufheiternd und im ganzen trocken. stattfinden sollte. Er ging statt dessen an Bord des britischen Zerstörers„Whirlwind“ und fuhr davon, onne seinen italienischen Nachfolger, General de Renzi, gesehen zu haben. Die Parade der britischen und amerikanischen Ehrenwache wurde wegen des schlechten Wetters abgesagt. General de Renzi, begleitet von 300 Mann Bersaglieri-Scharfschützen, brauchte zwei Stunden, um die 20 Kilometer von der Grenze bis zum Stadtinneren zu fahren. Immer wieder drängten sich begeisterte Menschenmassen auf die Fahrbahn. 20 Minuten lang mußte sein Wagen auf dem„Platz der Einheit“ in Triest im Menschengewühl warten. Besuch Einaudis und Scelbas In Rom gab Ministerpräsident Scelba dem Abgeordnetenhaus feierlich die Übernahme der militärischen und zivilen Verwaltung von Triest bekannt. Am 4. November, einem italienischen Nationalfeiertag, werden Staatspräsident Einaudi und Ministerpräsident Scelba in Triest einer Kundgebung beiwohnen. Japan hat zum zweiten Male um die Aufnahme in die UNO nachgesucht. 1052 hat die Sowjetunion gegen die Aufnahme Tokios in die UNO ihr Veto eingelegt. Schlepper gekentert Gekentert ist im Londer Hafen in der Nacht zum Dienstag ein Schlepper, der einen Passagierdampfer themseabwärts bugsierte. Von der neunköpfigen Besatzung werden sechs vermißt. Die Suche nach dem vermißten USAFlugzeug, das mit 21 Menschen an Bord von Rom nach Lyon unterwege war, ist bis gestern abend erfolglos geblieben. Die britischen Ministergehälter werden vom 1. November an um 12 000 Mark jährlich erhöht. Das Bundeskabinett beriet gestern in einer neunstündigen Sitzung den nächstjährigen Bundeshaushalt. Bundeskanzler Dr. Adenauer wird im November nach Berlin kommen, um im Wahlkampf für die Neuwahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus zu sprechen. Die CDU-Landtagsfraktion hat die NRWLandesregierung gebeten, die Richtsätze der öffentlichen Fürsorge zu überprüfen. Sie reichten nach allgemeiner Auffassung nicht mehr aus. Das holländische Königspaar weilt gegenwärtig auf der Jagdschloß Rambouillet in der Umgebung von Paris. Es ist dort Privatgast des Pråsidenten Coty. Die USA-Senatorin Smith ist in Moskau von Molotow empfangen worden. Die Zahl der Arbeitslosen in den USA beträgt gegenwärtig 2,7 Millionem Wahlen in USA P. M. Während Präsident Eisenhower in Gun mistiefeln bis zum Knie im Wasser stand und die Angel auswarf, bemähten sich die Wahlredner seiner Partei, das Volk mobil zu machen. Es soll der republikanischen Regierung am 2. November, dem Tag der Ergänzungswahlen zum Repräsentantenhaus und Senat, bescheinigen, daß sie alles getan hat, was sie zugunsten von „Gottes eigenem Land“ tun konnte. Vom Ausgang dieser Wahlen wird mancherlei abhängen: die Republikaner können ihre geringe Mehrheit in den beiden Häusern des Kongresses verlieren. Das hätte zur Folge, daß Eisenhowers Regierung einer demokratischen Parlamentsmehrheit gegenüberstünde. Die Reibungsflächen würden damit noch größer als sie ohnehin schon sind. Ferner wird man am Abend dieses 2. Novembers wissen, ob sich der Präsident noch der Volkstümlichkeit erfreut, in deren Zeichen seine Wahl stand. Die Ergänzungswahlen stehen damit stark im Zeichen Eisenhowers. Er macht jedoch noch keine Anstalten, besonders aktiv in den Wahlkampf einzugreifen. Das einzige Zugeständnis, das ihm die Manager der Republikaner abringen konnten. war das Versprechen, nicht vier-, sondern sechsmal über den Rundfunk zu den Wählern zu sprechen. Er will an sie appellieren, eine demokratische Mehrheit im Parlament zu verhindern, damit eine Verschärfung des kalten Krieges zwischen Kongreß und Regierung vermieden werde. Trotzdem wird er seine Worte so setzen, daß sich die Demokraten nicht vor den Kopf gestoßen fühlen können. Es ist ja durchaus möglich, daß sie siegen und damit in der Lage sind, dem Präsidenten sämtliche Knüppel zwischen die Beine zu werfen, die im Urwald des Parlamentarismus wachsen. Die republikanischen Wahlmanager haben die jüngste Vergangenheit gründlich durchleuchtet, um Tatsachen zu finden, an denen auch Analphabeten die Erfolge der Regierung Eisenhower ablesen können. An erster Stelle stehen die Beendigung des Koreakrieges, die Beilegung des britisch-persischen Ölstreits, die Abkommen eüber den Suezkanal und über Triest sowie die Pariser Verträge. An der Lösung aller dieser Fragen haben Eisenhowers Minister, in erster Linie Dulles, eifrig mitgewirkt, so daß die Zahl der neuralgischen Punkte in der Weltpolitik zusammenschmolz. Auf innenpolitischem Gebiet wurde eine Senkung der Ausgaben für die Rüstung erreicht. In den nächsten Jahren sollen, falls die republikanische Mehrheit am Ruder bleibt, folgende Probleme in Angriff genommen oder schon gelöst werden: Abbau der Steuern, Ausweitung des Landwirtschaftsprogramms, Ausbau des Straßennetzes und des Außenhandels, Verbesserung des Sozialwesens und der Arbeitsgesetzgebung und Bau von Schulen. Nach Meinung der republikanischen Manager müßte diese Liste auch die trägst n Wähler aus dem Hause locken. Aber der Ausgang ist in erheblichem Maße von der Lösung etlicher Fragen abhängig, die nur örtliche Bedeutung haben. In den Staaten Indiana, Ohio, Pennsylvanien und New Jersey wird auch die blumigste Schilderung der wirtschaftlichen Erfolge in den beiden letzten Jahren wenig Eindruck machen, denn dort liegt die Arbeitslosigkeit über dem Durchschnitt. In Iowa kann es zur Wahl des Demokraten Giblette kommen, wenn die Republikaner auf einer Senkung der Schweinepreise bestehen. Im Süden von Illinois werden die Maßnahmen als ungenügend empfunden, die in Washington gegen die Folgen der Trockenheit ergriffen wurden. In den Staaten Wyoming und Tennessee klagt man über unzureichende Wasser- und Energieversorgung. Mit diesen von Land zu Land wechselnden Problemen sieht sich die Republikanische Partei vor die Frage gestellt, ob ihr Zukunftsprogramm und die Popularität des Präsidenten ausreichen werden, um die Wähler zur Stellungnahme gegen die Demokraten zu bewegen. Wenn Tito zu seinen Bauern spricht... Hauptanliegen: eine einheitliche jugoslawische Nation— In den ersten Reihen Partisanen von damals Wenn im Herbst die Felder abgeerntet sind und die Bauern mehr Zeit haben, unternimmt Marschall Tito eine Reise durch sein Land, um Reden zu halten. Dies ist zu einer Tradition geworden. An zwei oder drei aufeinander folgenden Sonntagen fährt Titos blauer Sonderzug nach Slowenlen oder nach der Herzegowina. Oft strömen 300 000 Menschen zusammen. Stets stehen in der vordersten Front die Veteranen der in jenen Jahren gegründeten Partisanen- Formationen, Tito ist kein glänzender Redner, ihm tion“ machen. Das dürfte das Hauptist die hinreißende Sprache eines Volkstribuns nicht gegeben. Aber er ist zur anliegen Titos sein, das er noch zu seinen Lebzeiten verwirklicht sehen möchte, Freude seiner journalistischen Begleiter und das ist wohl die schwerste Aufund Mithörer ein klarer Redner. Es nimmt auch niemand daran Anstoß, wenn gabe, die sich Tito gestellt hat. Jugoslawien ist eine Bundesrepublik, in er nach Worten sucht oder ihm ein ganz der es zwei offizielle Schriften gibt, die (Mein cyrillische und die lateinische; es gibt drei heraus- Hauptreligionen, die orthodoxe, die katholische und die muselmanische: vier Hauptsprachen werden gesprochen: serbisch, kroatisch, slowenisch und makedonisch; aus unkommunistisches„boga mit Gott) als Bekräftigungsformel rutscht. Konglomerat von Völkern und Rassen von Völkern, Nationen und Rassen eine geeinte Nation, eine„jugoslawische NaUnfehlbar beginnt jede Rede Titos mit fünf Hauptvölkern, den Serben, Kroaten, der Anrufung des Geistes der„Brüderlich- Slowenen, Makedoniern und Montenegrikeit und Einheit“ unter den Völkern Ju- nern setzt sich der Staat zusammen, der in goslawiens. Er will aus einem Konglomerat sechs Volksrepubliken aufgeteilt ist. Er sagt oft grobe Dinge Auf der Rednertribüne steht kein Gelehrter, kein Philologe, sondern ein Mann aus dem Volk, der genau so unverblümt spricht, wie es das Volk wünscht. Wenn Tito zu einem innen- oder außenpolitischen Problem seine Meinung geäußert hat, dann hat der„Chef“ gesprochen, und jeder, den es angeht, weiß, wie er sich nun zu verhalten hat. Ob die Kleist lebt Stade.(dpa) Berichte von heimgekehrten Kriegsgefangenen, nach denen Generalfeldmarschall Ewald von Kleist am Leben ist und in der Sowjetunion gefangengehalten wird, wurden jetzt von der in Stade wohnenden 98 Jahre alten Mutter des Feldmarschalls bestätigt. Seit April dieses Jahres hat der jetzt 74 Jahre alte von Kleist jeden Monat eine Postkarte an seine Familie geschrieben und von dort Post und Lebensmittelpakete erhalten. Kleist wurde 1948 in Belgrad zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt und später an die Sowjets ausgeliefert. Im Dezember 1953 berichtete ein Heimkehrer, daß sich sein Vater zusammen mit Kleist in einem Generalslager bei Wladimirowka, 180 Kilometer von Moskau entfernt, befinde. Kleist war seit 1942 Oberbefehlshaber einer Heeresgruppe an der Ostfront. Im März 1944 wurde er gemeinsam mit Generalfeldmarschall von Manstein von Hitler für die Mißerfolge in der Ukraine verantwortlich gemacht und seines Kommandos enthoben. Rede in den letzten stilistischen oder grammatikalischen Feinheiten richtig war oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Tito weiß, w as er zum Volk zu sprechen hat, und er weiß heute, daß dieses Volk in seiner breiten Masse ihn versteht. Auch wenn er diesem Volk, den Bauern, den Priestern, den Kaufleuten, den Advokaten, den Intellektuellen gelegentlich recht grobe Dinge sagt. Denn, wie Marschall Tito einmal in einem kleinen Kreis ausländischer Tischgenossen sagte:„Ich weiß, daß„sie“ auf mien schimbien— nun gut, ich werde ihnen das Schimpfen nicht schuldig bleiben.. Koreaner verweigern Dollars Seoul.(Reuter) Die vor kurzem in Südkorea gebildete Gewerkschaftsorganisation, die von der Regierung Syngman Rhee gelenkt wird, untersagte gestern den bei den USA-Dienststellen beschäftigten Arbeitern, Lohnzahlungen in DollarWährung anzunehmen. Damit hat der Streit zwischen den USA und Südkorea um den Wechselkurs des koreanischen Hwan eine Verschärfung erfahren. Die südkoreanische Regierung ist mit dem gegenwärtigen Paritätsverhältnis unzufrieden und weigert sich, den amerikanischen Behörden Gelder in Hwan-Währung auszuzahlen. Die amerikanischen HwanKonten waren vor einiger Zeit blockiert worden Adenauer nach USA abgereist Zusammentreffen mit Eisenhower und Dulles Bonn.(dpa) Bundeskanzler Dr. Adenauer ist gestern um 8 Uhr vom Flughafen Wahn zu einem einwöchigen Besuch in die Vereinigten Staaten abgeflogen. Er wird dort mit Präsident Eisenhower und Außenminister Dulles zusammentreffen. Unmittelbar vor dem Abflug sagte der Bundeskanzler:„Ich freue mich, dem amerikanischen Präsidenten Eisenhower den Dank der Bundesrepublik und aller Deutschen für die große Hilfe auszusprechen, die die USA und er persönlich dem deutschen Volk in den hinter uns liegenden schweren Jahren geleistet haben.“ Ebenso freue er sich, daß er auf seinem Zwischenaufenthalt in Island auch der isländischen Regierung einen Besuch machen und den isländischen Außenminister wiedersehen könne. Der amerikanische Hohe Kommissar. Conant, nimmt an der Reise teil. Auf Island gelandet Adenauer ist am Nachmittag auf dem Flugplatz bei Reykjavik auf Island gelandet. Er wurde auf dem Flugplatz vom Ministerpräsidenten Olafur Thors begrüßt und fuhr mit ihm zusammen zum Palast des Staatspräsidenten Asgeir Asgeirsson. Von Island flog Adenauer weiter nach den USA. Vier Abkommen mit Frankreich Vereinbarungen über Außenhandel, Studentenaustausch und Kriegsgräberfürsorge Paris(Korr.). Um die deutsch-französische Zusammenarbeit zu festigen, wurde kürzlich in Gesprächen zwischen Bundeskanzler Adenauer und Ministerpräsident Mendès-France beschlossen, außer dem Saarabkommen vier weitere deutsch-französische Verträge zu schließen. Vorgesehen sind: ein Wirtscnartsabkommen, ein Kulturabkommen, ein Abkommen über die Regelung von Sonderfragen, die aus der Deportierung von Franzosen während des Krieges entstanden sind, und ein Abkommen über die Instandhaltung der deutschen Kriegsgräber in Frankreich. Im Wirtschaftsabkommen sollen langfristige handelspolitische Abmachungen getroffen werden. Abschlüsse, hauptsächlich über Agrarerzeugnisse wie Getreide und Zucker, sollen zustandekommen. Ein deutsch-französisches Wirtschaftskomitee und eine paritätische deutschfranzösische Handelskammer sind in Aussicht genommen. Im gemeinsamen Einvernehmen sollen die Fragen geregelt werden, die mit den alten deutschen Warenzeichen zusammenhängen. Ferner sollen Transport- und Verkehrsprobleme, besonders die mit der Mosel-Kanalisierung zusammenhängenden Fragen, geklärt werden. Gemeinsame Unternehmen sowie deutsche und französische Investitionen in Europa und Übersee sollen gefördert werden. Das geplante Kulturabkommen sieht einen Austausch von Professoren, Studenten, Schülern, Technikern und Lehrlingen vor. Besondere Stipendien sollen gewährt und Ferienkurse eingerichtet werden. Schließlich wurde auch ein Abkommen über die Pflege der deutschen Kriegsgräber in Frankreich abgeschlossen. Vereinbarung der Industrien Köln.(dpa) Zwischen der deutschen und der französischen Industrie ist eine enge Zusammenarbeit vereinbart worden. Diese Übereinkunft wurde bei Besprechungen zwischen dem Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Berg, und Vertretern der französischen Industrie in Paris erzielt. In Holzkiste durch Eisernen Vorhang Abenteuerliche Flucht eines Ungarn nach Hamburg Hamburg.(dpa) In einer großen Holzkiste versteckt, ließ sich ein 28jähriger Ungar in einer zweiwöchigen Fahrt mit dem Güterzug von Budapest durch den Eisernen Vorhang nach Hamburg bringen. Eisenbahner fuhren gestern beim Entladen des Zuges in Hamburg erschreckt zusammen, als sie aus der Kiste Rufe vernahmen. Als sie die Kiste öffneten, trat ihnen etwas abgespannt, aber lächelnd ein Mann entgegen. Der Pußta-Sohn hatte die lange Reise, mit einigen Flaschen Wasser und Lebensmitteln versorgt, in Gesellschaft einer Bohrmaschine verbracht, die in der SiebenTonnen-Kiste verpackt und für Australien bestimmt war. Der Ungar, der Mechaniker von Beruf ist, will in Australien oder Amerika ein neues Leben beginnen. Zunächst haben sich die britischen Besatzungsbehörden des Flüchtlings angenommen. MA Aegdack ROMAN VON HANS GRUHL Presserechte bei Münchner Roman-Verlag München-Pasing (9. Fortsetzung) Er hat mich in Verdacht, sann Daniel weiter, ich weiß, daß Nimbach mich in Verdacht hat! Und der Himmel ist mein Zeuge, daß ich es nient war! Ich bin ihr nachgegangen, habe sie gefunden und auf mich fällt der Verdacht. Dabei mußte er Nimbach recht geben: Es war etwas nicht in Ordnung! Es war, als ob seit Annas Tod eine wesenlose Gefahr sich über dem Berg zusammenzöge, unsichtbar aber allgegenwärtig, bereit, neues Unheil und neuen Schrecken zu entladen. Trotz Strohmanns optimistischer Reden fühlten es alle und saßen niedergedrückt herum. Daniel fand seine gute Laune erst wieder, als er am nächsten Tag, dem sehnsüchtig erwarteten Sonntag, mit Evelyn zum Steinbruch wandern konnte. Ihr Anblick verscheuchte alle trüben Gedanken. Sie trug eine weiße, enganliegende, westenartige Bluse mit einer kühnen, giftgrünen Schleife am Hals und einen weiten Rock mit großen, aufgesetzten Taschen. Zwei grüne Ohrclips glitzerten unter dem kurzen Haar. Sie blies eine Locke aus der Stirn und genoß seine Bewunderung. „Gefalle ich Ihnen?“ „Sie sind zu schade fürs Wasser!“ Sie liefen den Weg hinunter und dem Walde zu. Der Berg blieb hinter ihnen zurück und Daniels Sorgen mit ihm. Dem Mädchen entging die Veränderung nicht. „Sie waren gestern nicht wie sonst“, sagte sie, ohne ihn anzusehen. „Zum Teil sind Sie daran schuld.“ „Wieso ich?“ „Weil Sie vorgestern abend nicht zum Turm gekommen sind. Ich durfte dafür Fräulein Doktor unterhalten.“ „Hoffentlich haben Sie sie nicht gelangweilt.“ „Ich werde Sie im Steinbruch ersäufen“, sagte er streng.„Wahrscheinlich werden Sie in eine Kröte verwandelt.“ „Apart“, sagte sie.„Ich liebe grün. Und zum anderen Teil?“ „Zum anderen Teil kaute ich an Annas Tod." „Es ist auch furchtbar“, erwiderte sie leise.„Wie konnte das bloß passieren? Wenn ich bedenke, wie oft ich im Schaltraum war—" „Wenn Sie nochmal reingehen, bevor die Maurer da waren, kriegen Sie von mir persönlich Prügel“, sagte er zärtlich.„Und sehr heftige!“ „Sie sind brutal. Was wollte denn der Kriminalist?“ Daniel lachte.„Mich an liebsten gleich mitnehmen.“ „Sie? Warum?“ „Neugierde, dein Name ist Weib. Wenn ich Sie länger kennen würde, Evelyn, würde ich es Ihnen erzählen.“ „Warum nicht heute?“ „Ich weiß noch nicht, ob Sie den Mund halten können. Ich nehme an, Sie können es genau so wenig, wie andere Frauen.“ „Wenn wir im Wald sind. kratze ich Ihnen die Augen aus. Und außerdem rede ich kein Wort mehr mit Ihnen!“ „Immer diese leeren Versprechungen“, sagte er und wich aus, als sie ihn in die Seite boxen wollte. Er wurde immer fröhlicher. Kleines Geplänkel Nach einer Viertelstunde standen sie am Steinbruch. Verlassen und verwildert senkte er sich tief in die aufgerissene Erde. Struppige, wirre Sträucher klebten an den Hängen, faserige Baumwurzeln ragten zwecklos und verloren in die Luft. Tiefe Risse durchzdgen den vielschichtigen Waldboden, und an der felsigen Wand auf der anderen Seite klafften die Spuren menschlicher Arbeit, die die Natur nun auszutilgen sich bemühte. Zahllose Steine und lockeres Geröll waren niedergebrochen und eine verrostete Kipplore stand trübselig auf ein paar Schienen, die wie starre Finger in die Luft wiesen. Vom Grunde des Bruches aber schimmerte das Wasser kristallklar und fing das Sonnenlicht in einer ungeheuren Linse. Evelyn warf wortlos ihr Kleid ab, und ihre Gestalt in dem hellgrünen Badeanzug prägte sich für alle Zeiten in Daniels Herz. Später lagen sie oben am Rand, wo die Grassohle den Hang wie eine grüne Borte überragte und warfen Steine in die glatte, spiegelnde Fläche. „Was ich fragen wollte, Evelyn“, sagte Daniel,„was gibt es an Ihrem Geburtstag zu trinken?“ Sie rollte sich auf die Seite.„Was wissen Sie von meinem Geburtstag?“ „Ich weiß, wann er stattfindet.“ „Woher?“ „Die Sterne haben es mir verraten. Ich überlege, was ich Ihnen schenken soll Einen Volkslippenstift?“ „Schäbig. Ein Volkswagen wäre mir lieber.“ „Lassen Sie sich von Ihrem Papa einen verehren. Als Kaufmann muß er doch Reingewinn erzielen!“ Jetzt setzte sie sich auf und sah ihn streng an.„Woher wissen Sie?“ Er ging nicht darauf ein.„Wie war's in der Kunstgeschichte? Haben Sie selbst gemalt oder Modell gestanden? Ich möchte—“ Sie kniete blitzschnell neben ihm, griff mit beiden Händen nach seinem Hals und schüttelte ihn wütend.„Sie sollen mir jetzt sagen, woher Sie das wissen, verstehen Sie!“ Er versuchte, sich zu befreien, aber sie war ungewöhnlich kräftig und hielt ihn zu Boden, indem sie ihre Knie auf seinen Rücken preßte. „Wenn Sie nicht sofort die Wahrheit sagen, bringe ich Sie um! Woher wissen Sie das von mir?“ „Ich habe in der Verwaltung Inre Karteikarte gesehen“, brachte er hervor. Sie ließ ihn los und er rieb sich mit geheuchelt schmerzlichem Ausdruck den Hals. „Sie sind ein ganz rabiates Weib! Ich muß doch wissen, mit wem ich arbeite! Grüne Augen sind sowieso verdächtig.“ Sie sah ihn mit gefährlichem Blick von der Seite an.„Sie werden gleich blaue Augen haben! Wie kommen Sie dazu, in meiner Karteikarte zu lesen?“ „Nur so. Sie fiel mir auf, weil die meisten Tintenkleckse drauf waren—“ Diesmal war er rechtzeitig auf den Füßen. Sie verfolgte ihn, bis er den Hang hinunterlief und ins Wasser sprang. Er spritzte aus Leibeskräften, um sie abzuwehren, und ein Hagel von Tannenzapfen deckte ihn cin. Lachend und außer Atem saßen sie dann auf einem mächtigen Steinblock. „Sie pusten nicht schlecht“, sagte sie. „Mir fehlt das Training. Ich bin ein degenerierter, verweichlichter Stadtmensch, und Sie sind ein Naturkind vom Lande— umgeben von nahrhaften Getreidesorten und Rindviechern. Nehmen Sie mich bald wieder mit, Evelyn?“ Sie blies nach ihrer Locke und nickte. Als sie zurückgingen, trug sie eine Blume im Haar. Sie hatten sich an den Händen gefaßt und schaukelten die Arme im Rhythmus ihrer Schritte. Die Meinung der anderen: Das Saar-Statut Daily Telegraph Der Durdhisdmittssaarländer ist ein opportunistischer Greuzbewolier, der Wolilergelien und Stärke vor allem anderen respektiert. Was an der Saar geschielt, wird für die französisch-deutscen Beziehungen entscheidend sein. Wenn die Dinge schlecht laufen, ist es sidier, daß sich der Nationalismus in Deutscland und die pro-deutsche Einstellung an der Saar zu einer Flamme entzünden werden. Mendès-France hat mit einem Schlag die Saar wirtschaftlich bei Frankreich belassen können und sie politisch von Deutschland abgetrennt. Adenauer hat einen holen Preis gezahlt, der von semen Verbündeten wie seinen Geguern bitter kritisiert werden wird. Der Ausprudh, daß die Saar deutschi ist, ist begraben worden. Das Gebiet ist einer europäischen Organisation unterstellt worden, die viel schwádier ist, als er es wünschte. Er hat den französisdien Auspruch auerkannt. Kohle und Stalil der Saar zu den Schätzen Frankreichs zu redmen, und er hat für die pro-deutsdien Partelen an der Saar weniger lierausgeschlagen, als sich die meisten Deutsdien erhofften. Das sind bedeutende Kouzessionen, die frei gegeben wurden. Times Adenauer wird von den deutschen politischen Führern angegriffen, weil er zu viele Kouzessionen zur Erzielung des Abkommens mit Frankreich über die Saar gemacht hat. Seine Sdiwierigkeiten sind eruster Art. Er selbst scheint von den Angriffen unangefochten vorwärts zu gelen, von der Richtigkeit seiner Politik überzeugt, aber in der Tat ist die Herrschaft, die er über das deutsdie politische Leben auf Grund seiner Aufrichtigkeit, Zähigkeit und Weitsicht ausgeübt hat, nicht mehr so fest, wie sie war. In vieler Hinsicht ist es bedauerlich, daß er nach Washington abgereist ist, denn seine Haud wird in Bonn gebraudit. Es ist noch bedauerlicher, daß die Nachridhten über das Saarubkommen zu einer Zeit kommen, in der die Wahlen in Bayeru und Hessen bevorstehen, was bedeutet, daß das Abkommen um so mehr in den Wahlkämpfen herumgestoßen wird. Berner„Bund“ Daß an der Volksabstimmung an der Saar diesmal auch jene sogenannten pro-deutschen Parteien, die nach der Verfassung bisher verboten waren, teiluehmen werden, mag in Saarbrücken einige Sorgen bereiten, denn man kennt dort aus Erfalirung die verhängnisvollen Auswirkungen von Walil- und Abstimmungskämpfen, in denen ungeliemmt an nationalistische Gefühle und au die deutsdie Secle appelliert werden kann. Gerade dies sudite man bisher im Saarland zu verlindern. Allein, die Zeiten haben sich seit den Saarkämpfen des Jahres 1935 dodi etwas geändert. Die Nadikriegsjahre haben im Saarland zu einer weitgehenden Stabilisierung geführt. Mandier, der dem Regierungskurs anfänglich ablehnend oder doch mit Mißtrauen begegnete, hat sich ilim heute angeschlossen und findet, daß„allerhand erreidt“ worden sel. Pariser„Liberation“ Wird man sich dazu entschließen, dem französischen Volk von einer deutschen Aufrüstung zu sprechen? Wird man ihm schließlich sagen, was die deutsdie militärische Macht bedeuten würde, falls das Parlament die Schwachheit hätte, die Pariser Verträge zu ratifizieren? Welirmacht, Luftwaffe, Kriegsmarine, alles ist wieder da, 500 000 Soldaten. 20 000 Offiziere, alles Freiwillige, die aus den besten Rahmenverbänden der Armeen Hitlers auf das sorgfältigste ausgesucht wurden. Das Ganze wird gekrönt vom Grossen Generalstab, diesem inuner gleichen Grosen Generalstab, dem künftigen Herru Deutsclauds. Das ist die ganze Aufrüstung. Franzosen, ilir habt noch immer die Möglichkeit, nein zu sagen! 15 Jahre Kriegsgefangenen-Hilfswerk München.(dpa) Das Evangelische Hilfswerk für Internierte und Kriegsgefangene in München besteht in diesen Tagen 15 Jahre. Tausende von Paketen mit Nahrungsmitteln, Bekleidung, Gebrauchsgegenständen und trostreicher Literatur haben in diesen Jahren den Weg in die Gefangenenlager und Gefängnisse gefunden. Noch heute werden monatlich 5000 Pakete verschickt. Die unbekannte Macht Es vergingen vierzehn Tage. Die unerfreuliche Stimmung, die nach dem Tod der Oberschwester und dem Auftreten Nimbachs um sich gegriffen hatte, schwand mehr und mehr im Gleichmaß des Tageslaufes. Das Präsidium ließ nichts vernehmen und Annas Leiche war freigegeben worden. Michels und Marion hatten an ihrem Begräbnis teilgenommen. Die Gerüchte versickerten, und bei den meisten geriet die Tote mehr und mehr in Vergessenheit. Strohmann war stolz, mit seiner gesunden, jeder Spekulation abholden Ansicht recht behalten zu haben. Verschiedentlich sprach er abfällig über Nimbachs kriminalistische Instinkte. Sie saßen und warteten auf Michels. der sich zum Essen verspätete. „Freut mich immer wieder“, sagte Strohmann fröhlich,„daß der wackere Herr Kriminalassistent mit seiner düsteren Prognose Schiffbruch erlitten hat. Trotz seiner Bemühungen ist der Friede in diesen Hallen eingekehrt— sogar das Pumpwerk ist überholt und die Decke zementiert. Was wollen wir mehr?“ Daniel nickte. Es schien wirklich, als hätte nur ein tödlicher Zufall das friedliche Haus gestreift und das Erlebnis am Turm begann in seiner Erinnerung zu verblassen. „Kurtchen hat recht“, sagte Marion zu dessen unsäglicher Freude.„Was soll jetzt noch passieren?“ (Fortsetzung folgt) ben wis mal Du, Xaver, weißt’, was der Obermaler Toni für a Hausnummer hat?“ „Na, dös weiß 1 net, aber das steht doch am Haus dran geschrieben, du Depp!“ 119. Jahrgang— Nummer 250 Altester Anzelger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Helmat- und Krelsblatt im Kreise Olpe Mittwoch, den 27. Oktober 1964 Sparbuchsparen Gedanke zum Weltspartag Kreis Olpe. Das Sparbuchsparen ist heute die ergiebigste Kapitalmarktquelle. Bei den öffentlichen Sparkassen nähern sich die Spareinlagen dem Betrage von 10 Milliarden DM. Mit 19 Millionen Sparern hat der Sparerkreis eine Weite erreicht, die in gleicher Weise eine Gewähr für die Kontinuierlichkeit der Sparkapitalbildung und für eine sozial erwünschte, vielgliedrige Teilhaberschaft am Sparkapitalaufkommen bietet. Die Tendenz zur längerfristigen Anlage läßt sich aus dem zunehmenden Anteil der Spareinlagen mit besonders vereinbarter Kiindigungsfrist ablesen, der sich auf etwa 30 v. H. des Spareinlagenbestandes stellt. Daran sind die steuerbegünstigten Spareinlagen mit etwa der Hälfte beteiligt. Die wachsende Bevorzugung längerfristiger Spareinlagen erklärt sich aus ihrem etwas höheren Zinsertrag. Die Meinung von der Zinsunempfindlichkeit der Sparer hat sich als Irrtum erwiesen; zumindest ist sie überholt. Schließlich ist symptomatisch, daß sich nach einer langen Periode der Vorherrschaft des Zweckspargedankens gute Ansätze für ein Vermögenssparen zeigen. Dabei wird das Sparkapital nicht nur als Durchgangsstadium für andere Vermögensanlagen angesehen, sondern auch als endgültige Vermögensform unterhalten. Die weitgehend erreichte Normalisierung des Sparbuchsparens fördert den Gesundungsprozeß am gesamten Kapitalmarkt. Dr. He meinschaft findet in dieser Woche am Freitag, dem 29. Oktober, um 15 Uhr in der Schule am Hohen Stein statt. Es sind wichtige Aufgaben zu besprechen. Die Helferinnen werden deshalb dringend um ihr Erscheinen gebeten. Opernfahrt. Der Omnibus zur OpernAufführung„Madame Butterfly“ in Köln fährt am Samstag, dem 30. Oktober, pünktlich um 16 Uhr ab Marktplatz. In einer gut besuchten Versammlung der IG Metall im„Westfälischen Hof“, nahm Gewerkschaftssekretär Helmut Höhn Stellung zu den Beschlüssen des Verbandstages auf dem Messegelände in Hannover. Der Redner hob besonders hervor, daß diese Tagung der größten Metallarbeiterorganisation der Welt von prominenten Persönlichkeiten des Inund Auslandes besucht war. AnschlieBend behandelte Höhn die Erfolge des Streiks in Bayern und gab Ausschnitte aus dem Geschäfts- und Kassenbericht des Verbandes bekannt. Ferner wurde Stellung zu allen aktuellen Tagesfragen genommen. Abschließend wurde lebhaft über einen deutschen Wehrbeitrag diskutiert, der im allgemeinen auch von den Olper Metallarbeitern abgelehnt wird. Musiklehrerin Ottilie Haverkamn hat jetzt vom NWDR auf ihr Angebot, das von ihren Schülern und Schülerinnen aufgenommene Tonband während einer Sendung zu spielen, eine ablehnende Antwort erhalten. In dem Schreiben des NWDR heißt es, daß zur Zeit innerhalb des Schulfunkprogramms keine Musiksendungen vorgesehen seien und daß für die Zwischenmusik genügend eigene Tonbänder zur Verfügung stünden. Mahnmal in Grevenbrück gewelht Eindrucksvolle Feierstunde mit Schweige marsch am vergangenen Sonntag Gute Lage der Wohnungsgenossenschaft Vorstand und Mitglieder der„Gemeinnützlgen“ tagten in Attendorn ist die reelle-guie, billige Einkaufsquelle! Olper Stadtspiegel Freisprechungsfeier. Die Industrie- und Handelskammer Siegen, Außenstelle Olpe, veranstaltet am Samstag, dem 30. Oktober, um 10.15 Uhr im großen Saal des Hotels„Zum Schwanen“ eine Freisprechungsfeier für die Lehrlinge, die in den vergangenen Wochen ihre Facharbeiterund Kaufmannsgehilfenprüfung mit Erfolg abgelegt haben. Die Schüler der Städt. Musikschule konzertieren heute(20 Uhr) in der Aula des Städt. Gymnasiums. Eltern und Musikinteressenten sind zum Besuch dieser Veranstaltung eingeladen. Ein reichhaltiges und schönes Programm wird von den fortgeschrittenen Schülern und vom Kammerorchester der Schule geboten. Der Unkostenbeitrag beträgt 50 Pfg. Programme sind an der Saaltüre zu haben. Der Röntgen-Schirmbildwagen weilt am heutigen Mittwoch noch einmal in Olpe. Die Aufnahmen werden in der kath. Volksschule am Hohen Stein durchgeführt. Von 9 bis 10.30 Uhr sind die Frauen, von 10.30 bis 12 Uhr die Männer, von 14 bis 16 Uhr wieder die Frauen und von 16 bis 18 Uhr nach einmal die Männer an der Reihe. Die SGV-Abteilung unternimmt heute eine Wanderung nach Güngen, Hohen Schoß, Rhonard. Die Mitglieder treffen sich dazu um 20 Uhr auf der Fohrt. Jungschartreffen des CVJM Olpe. Am Montag, dem 1. November, findet für alle drei Gruppen der Jungschar des CVJM ein Jungschartreffen statt. Als Gast wird die„Evgl. Jungschar Drolshagen“ erwartet. Beginn 17 Uhr im Gemeindehaus. Reichsbund der Kriegs- und Zivilbeschadigten. Am Freitag hält Bezirksgeschäftsführer Ehlscheid von 15 Uhr an im Hotel„Zum Schwanen“ Sprechstunden ab. Auskunft in allen Rentenangelegenheiten kostenlos. Die Monatsversammlung der Helferinnen der kath. Frauen- und MüttergeAttendorn. Aus allen Teilen des Kreises Olpe waren die Mitglieder der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft nach hier gekommen, um an der Versammlung teilzunehmen, die am Samstag im Hotel„Zur Post“ stattfand. Bis auf den letzten Platz war der Saal besetzt, als der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Oberkreisdirektor Zimmermann, mit einem Gedenken an das verstorbene Vorstandsmitglied Landrat Josef Schrage, die Versammlung eröffnete. Vor Eintritt in die Tagesordnung begründete der Aufsichtsratsvorsitzende die verzögerte Erstellung des Jahresabschlusses 1952 durch die Lastenausgleichsbestimmungen. Inzwischen ist den Mitgliedern der Jahresabschluß schriftlich zugegangen. Er wurde von den Anwesenden gebilligt, nachdem die Versammlung den Geschäftsbericht des Vorstandes und die Stellungnahme des Aufsichtsrates und des Vorstandes zum Jahresabschluß entgegengenommen hatte. Gleichzeitig wurde der vorgeschlagenen Gewinnausschüttung von 4 Prozent, die in den nächsten Tagen dusgezahlt werden soll, zugestimmt. Weiter zugestimmt wurde dem Vorschlag, 10 000 DM vom Reingewinn von insgesamt 17 000 DM der Hilfsrücklage zuzuführen. Vorstand und Aufsichtsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt. Eine satzungsgemäß notwendige Ergänzungswahl erbrachte die Wiederwahl von Oberkreisdirektor Zimmermann und des Vorarbeiters Hennecke. Als neues Mitglied in den Aufsichtsrat wurde der Prokurist Bogarte, von der Firma Sachtleben A.-G. Meggen gewählt. Sodann wurde ein Beschwerdenausschuß gebildet, der im Falle des Ausschlusses eines Mitgliedes eventuell in Funktion tritt. Der Höchstbetrag für die Aufnahme von Krediten wurde entsprechend der Bautätigkeit von 4 auf 6 Millionen DM heraufgesetzt. In der Aussprache wurden sich Anregungen gegeben. ÖKD Zimmermann Elsenbahner geehrt Frohe Stunden bei der Gewerkschaft Olpe. Die Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands hielt am vergangenen Samstag im„Schwanen“ einen gemütlichen Abend ab, an dem auch die Frauen der Mitglieder teilnahmen. Während der Zusammenkunft, die von Ernst Winkel geleitet wurde und einen sehr schönen Verlauf nahm, konnten folgende Jubilare geehrt werden: Oberinspektor Philipp Luke(50jähriges Dienstjubiläum), Lokomotivführer Josef Hildebrandt und Vorarbeiter Heinrich Schmidt(40jähriges Dienstjubiläum), Oberregierungsrat Gehlhar und Oberlokomotivheizer Adolf Halbe(25jähriges Dienstjubiläum). Mit herzlichen Worten dankte Oberregierungsrat Gehlhar der Gewerkschaft für die Geschenke und den schönen Abend. Dann kam die Fröhlichkeit zu ihrem Recht. Die kleinen und doch so lieben Schwächen so manches Kollegen wurden zur allgemeinen Erheiterung unter die Lupe genommen. Und schließlich tat noch die bekannte Stimmungskanone Paulchen Gramsch ihr übriges, um die Eisenbahner bei guter Laune zu halten. Besonders gut wurden seine Radioreportage und seine „10 Minuten Berliner Luft“ aufgenommen. Sinfonie der Farben... Der Herbst im Oktober ist die große Sinfonie der Farben. Die Erde trägt ein flimmerndes Geschmeide von bunten Edelsteinen, das unter dem purpurnen Feuerwurf langsam verglimmernder Sonne aufleuchtet wie eine phantastische Bühnendekoration im Lichtkegel der Scheinwerfer. Das ist das Leuchten des Herbstabends, der, wenn er seine Schatten in die Täler sendet, die waldbestandenen Höhen wie im leuchtenden Blau eines fernen Meeres versinken läßt. Ganz anders der lichterfüllte Herbstmorgen, der alle Fernen näher rückt und dort eine lichtglänzende, silberne Landschaft aufbaut, wo wir sonst im grauen Nebeldunst den Horizont verschwimmen sahen. Am Mittag stehen silberne Wolkenschiffchen dicht über den Gebieten der Häuser. Blau und Weiß, Silber und Gold leuchten vom klaren Himmel hernieder und machen aus jedem gelben oder roten Blatt ein immer dankte allen Sprechern für die offene Meinungsäußerung und erklärte, daß die Genossenschaft schon eine Verschärfung der Bauaufsicht und eine Ueberprüfung sämtlicher Wohnungen zur Feststellung und Beseitigung aller Schäden angeordnet habe. Sonntagsrückfahrkarten an Allerheiligen und Totensonntag Olpe. Laut Aushang am Bahnhofsschalter werden an Allerheiligen(1. 11.) und am Totensonntag(21. 11.) Sonntagsrückfahrkarten nach allen Richtungen auf eine Entfernung bis 250 km ausgegeben. Die Geltungsdauer: Hinfahrt an Allerheiligen von Samstag 12 Uhr bis Montag 24 Uhr, Rückfahrt bis Dienstag, den 2. November, 24 Uhr. Operettenfahrt der DB Kreis Olpe. Die Bundesbahn veranstaltet am Sonntag, 31. Oktober, eine Theaterfahrt nach Hagen zur Aufführung der Operette„Wie einst im Mai“ von Walter Kollo. Grevenbrück. Ganz Grevenbrück ehrte am Sonntag anläßlich der Weihe des neuen Mahnmals des Ortsverbandes der Heimkehrer die Kriegsgefangenen und Vermißten. Morgens riefen die Glocken die Bewohner zum Gottesdienst, um sie zum Gedenken im Gebet an jene zu mahnen, die noch immer wiederrechtlich der Freiheit beraubt sind. Zahlreich hatten sich dann um 10.30 Uhr die Mitglieder der Grevenbrücker Ortsvereine mit ihren Bannern und Fahnen auf dem Platz vor der Schützenhalle eingefunden zum Schweigemarsch durch den Ort, an dem sich auch die Vorstände und Mitglieder der Ortsverbände der Heimkehrer aus Attendorn und Meggen sowie die Kriegerkameradschaft Kirchhundem mit ihrer neuen Fahne beteiligten. Im Zuge sah man Amtsdirektor Rettig und die Vertreter der Verwaltung sowie die gesamte Gemeindevertretung mit Bürgermeister Klenz. Dicht gedrängt füllten die Menschen den Platz um das neue Ehrenmal, als um 11 Uhr die Feier mit einem Musikvortrag des Musikvereins eingeleitet wurde. Landesvorstandsmitglied Josef Borgolte, vom Landesverband der Heimkehrer Nordrhein-Westfalen in Dortmund, hielt die Gedenkrede.„Vergeßt uns nicht“ sei der Ruf von unzähligen Brüdern und Schwestern, die noch nicht heimgekehrt sind und wiederrechtlich in West und Ost zurückgehalten werden.„Wir werden diesen Tag der Kriegsgefangenen solange fortseizen, bis der letzte Gefangene heimgekehrt ist“, sagte der Redner. In dieser Stunde gelte das Gedenken denen, die in zehn Nachkriegsjahren noch nicht heimkehren konnten. Jeder, der an diesem Mahnmal vorübergehe, möge hier in Ehrfurcht verweilen. Mit den Worten„Kameraden, wir vergessen euch nicht!“ übergab er die Gedenkstätte der Oeffentlichkeit. Es ist ein mächtiger Findling aus dem Odenwald, der auf einer schwarzen Marmortafei die Inschrift trägt:„Vergeßt unsere Kriegsgefangenen nicht. Die gärtnerische Anlage schuf Hubert Aßmann, Bonzel, die das Mahnmal wirkungsvoll zur Geltung kommen läßt. Die Aufstellung des mächtigen Findlings besorgte der heimische Bildhauer Heinz Vogt, der auch die Tafel mit der mahnenden Inschrift schuf. Das Grundstück, auf dem das Mahnmal sich erhebt, stellte der Gastwirt Otto Boerger kostenlos zur Verfügung. Die kirchliche Einsegnung nahm Pfarrer Streier vor, der in seiner Ansprache darauf hinwies, daß ein Vater über den Sternen wacht über jene, die von uns gingen und noch nicht zurückkehren konnten. Sein Wunsch war, daß Gott sie wohlbehalten zurückführen möge.— Ortsverbandsvorsitzender Schürmann gedachte dann der Toten und legte unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden einen Kranz des Verbandes der Heimkehrer nieder mit der Inschrift:„Den Toten zur Ehre — Den Lebenden zur Mahnung“. Es folgte die Verlesung der Namen von 95 noch Dein Kopf bleibt klar!) nicht heimgekehrten Söhnen der Heimat aus den beiden Gemeinden Grevenbrück und Kirchveischede und der Ortschaft Theten, die bekanntlich den Ortsverband Grevenbrück der Heimkehrer bilden, Die Feier wurde durch Darbietungen der beiden Gesangvereine„Concordia“-Foerde und„St. Johannes“ umrahmt.-l25 Jahre St. Franziskus-Schule in Olpe Am 12. November 1929 wurde die Schule felerlich eröffnet Olpe. In diesen Herbstmonaten haben wir wieder einmal ein bemerkenswertes Jubiläum in der Kreisstadt zu verzeichnen: Am 12. November sind es nämlich 25 Jahre her, seitdem das große, schöne Gebäude der St. Franziskus-Schule (Oberlyzeum) in der Maria-TheresiaStraße seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Ueber jenen denkwürdigen Tag und die Baugeschichte der Schule wird uns eine gedruckte Festschrift unterrichten, deren Umschlag in sehr geschmackvoller und ansprechender Weise von der derzeitigen Zeichenlehrerin der Schule entworfen wurde. Der Linolschnitt zeigt in markanter Darstellung den Mitteltrakt des langgezogenen Gebäudes. Ueber und unter der Abbildung lesen wir:„1954 vom frohen Werk der St. Franziskus-Schule 1929(12. November). Die Festschrift ist sehr interessant bebildert. Sie wird vielen eine willkommene Gabe zum Jubiläum dieser Schule sein, die ja nicht nur Olpe besitzt, sondern weit darüber hinaus durch die auswärtigen Schülerinnen, die hier ausgebildet werden. Zum Jubiläumstage werden wir auf die Geschichte der St. Franziskus-Schule noch näher zurückkommen. Erwähnt sei aber schon heute, daß für den 12. November folgendes Festprogramm aufgestellt wurde: 9 Uhr Festgottesdienst, anschließend Festakt in der Aula, 17 Uhr Festspiel„Verkündigung“ von P. Claudel. Zu der Jubiläumsfeier sind nicht nur die Angehörigen der jetzigen Schülerinnen, sondern auch alle„Ehemaligen“ eingeladen. Darüber hinaus steht zu erwarten, daß zahlreiche Ehrengäste daran teilnehmen werden. Heute Blutspende! Olpe. Auf den heutigen BlutspendeTermin im Gesundheitsamt, Imbergstraße, wird nochmals hingewiesen. Es ist dringend erforderlich, daß möglichst viele Blutspenden erfolgen. Diese werden in der Zeit von 14.30 bis 20 Uhr entgegengenommen. Die Spender erhalten einen Ausweis mit Blutgruppeneinteilung, der für sie selbst, einmal sehr nützlich sein kann; ferner wird ihnen nach der Blutentnahme eine Erfrischung verabreicht. Zur Blutspende können gesunde Männer und Frauen im Alter von 18 bis 65 Jahren erscheinen. Da der letzte Spendetermin in Olpe bereits ein Jahr(Sept. 1953) zurückliegt, steht zu erwarten, daß am heutigen Spendetag die Beteiligung nichts zu wünschen übrig läßt. Jeder, der dazu in der Lage ist, komme zur Blutspende! Zur gefälligen Beachtung Einem Teil unserer heutigen Ausgabe liegt ein Prospekt„Ermuri Nachrichten“ der Firma Wilh. Büdenbender, Olpe, bei. Wir bitten um freundliche Beachtung. wieder wechselndes Farbenspiel. Die Tarbe lebt im Herbst. Das Auge sieht sie n vielerlei Art, wo sie nur einmal ist. Und was sich an Licht und Farbe im weiten Raum zusammenbraut, das glänzt in jedem Stamme, in jeder umgeworfenen Scholle, in jedem vergilbenden Halme wieder. Ersterbende Wiesen werden zum Purpurteppich, erdbraune Felder glänzen wie farbenspielende gebrannte Emaille, treibende Wasser schürfen in spritzenden Kämmen nach blauem Kristall, schimmerndem Opal und purpurnem Gold. Im dämmernden raschelnden Dunkel der Buchenwälder leuchten letzte Blüten wie flimmernde Edelsteine, zittern silberne Fäden von Altweibersommer und perlenden Sonnenfunken über glitzernden Spinnweben. Mit jedem Blatt fällt ein leuchtender Tropfen zur Erde. Allüberall leuchtet der Herbst. Wenn Sie das Natürliche lieben und das Frische, wenn Sie an= spruchsvoll sind mit Ihrer Kost, dann empfichlt sich ganz von selbst für Sie als Brotaufstrich. die schmeckt so natürlich, so frisch! PMULIES Crockentasierer * Rasiert gleichzeitig mit dem Strich und gegen den Strich. Diese Wirkung wird durch die Drehrichtung der beiden Schermesser erreicht. * Ist an jeder Steckdose betriebsbereit. Der Universal-Stecker paßt für Gleichund Wechselstrom, 110 und 220 V, Normal- und Schuko-Steckdosen. * Rasiert den Bart und nicht die Haut. Der Scherkopf spannt und glättet die Haut. Die Haare treten aus den Poren heraus. Nach dem Schneidvorgang verschwindet das Haarende in der Hautoberfläche. Mikroskopische Untersuchungen haben ergeben, daß beim Rasieren mit dem PHLIPS Trockenrasierer größtmögliche Schonung der Haut erreicht wird. Daher ist PHILIPS der Bur Zelt meistverkaufte Trockenrasierer in Deutschland und in der Welt. HAMIURO Ehe und Famille sind gefährdet Stellungnahme auf dem Bezirkstag der Ko lpingsfamilie Meggen. Auf der öffentlichen Schlußkundgebung der Bezirkstagung der Kolpingsfamilien des Bezirks Bigge-Lenne, die am Sonntag im Jugendheim stattfana, forderte Diôzesanpräses Claes die christliche Familie. Ehe und Familie seien gefährdet. Ein Wiederaufbau des Staates ohne die Erneuerung der Familie sei nicht möglich. Adolf Kolping habe bereits damals die große Bedrohung der Familie im Gefolge der fortschreitenden Technik erkannt. Sinen familienpolitischen Auftrag habe jede Kolpingsfamilie auszuführen, die Verbesserung der inneren und äußeren Situation der Familie und die Rückführung der Menschen zu den hohen Idealen von Ehe und Liebe. Die Bezirkstagung begann am Morgen mit einem gemeinsamen Meßopfer in der Meggener Pfarrkirche. Es war ein erfreuliches Bild als hinter den zahlreichen Bannern über 150 Senioren, Altsenioren und Berufsbildungsobmänner sowie Kolpingssöhne aus dem Kreise Olpe in das Gotteshaus einzogen. Vikar Böger. Präses der Meggener Kolpingsfamilie, warf in seiner Ansprache die Frage auf„Wohin geht die Welt heute? Geht sie mit Christus oder gegen ihn?“ Gerade die Kolpingssöhne, so sagte er, seien berufen im Sinne Adolf Kolpings mitzuwirken an der Wandlung der Zeit, seien berufen Christus hinauszutragen in die Welt. Worte des Gedenkens widmete er am„Tag der Treue“ auch den Kriegsgefangenen und Vermißten. Arbeitskreise Die Tagung wurde anschließend im Jugendheim durch Bezirkssenior Mertens, Heggen, eröffnet. In zwei Arbeitskreisen wurden am Vormittag die aktuellen Probleme der Zeit behandelt Im ersten Arbeitskreis zeichnete Bezirkspräses Ringbeck aus Letmathe„das Bild Kolpings als große Persönlichkeit“, während Rektor Abels aus Attendorn über„Kolping damals und heute“ sprach. Nach der Mittagspause hielt Vikar Böger in der Kirche eine Gedenkandacht für alle gefallenen, vermißten und noch kriegsgefangenen Kolpingssöhne. Die Tagung wurde dann fortgesetzt mit einem Referat des Diözesanseniors Christian Vogedes, Gelsenkirchen, über„Das Programm Kolpings und sein Aufbauplan“ und mit praktischen Hinweisen für die Arbeit innerhalb der einzelnen Kolpingsfamilien. In der Aussprache beschäftigte man sich mit aktuellen Fragen unserer Tage. In der Seniorentagung wies der Diözesansenior auf die große Verantwortung und die Aufgabe der Kolpingsfamilien hin. Auch die Kolpingspräsides des Kreises Olpe fanden sich im Laufe des Nachmittags unter dem Vorsitz von Diözesanpräses Claes zu einer besonderen Tagung zusammen, in der sie Vikar Görigk, Heggen, zum neuen Bezirkspräses der Kolpingsfamilien des Bezirks Bigge-Lenne wählten. Die Schlußkundgebung im großen Saal des neuen Jugendheimes, in der Bezirkssenior Mertens besonders Landrat Metten. die Vertreter der Industrie, des Handwerks und der Lehrerschaft begrüßte, vereinte alle TagungsteilOlper Filmschau „Rose von Stambul“ Olpe.„Die Rose von Stambul“, eine bekannte Operette, wird jetzt auch im Film gezeigt. Heute und morgen läuft dieser amüsante und stimmungsvolle Streifen im Filmtheater Tampier. Auf der Leinwand sehen wir als Hauptdarsteller Inge Egger und Albert Lieven. Ein Aufmachungsfilm mit Musik, fröhlichem Klamauk und einigen allzu leicht geschürzten Dingen. Die unvergänglichen Melodien von Leo Fall kehren im Tonfilm wieder.„Charmant, galant und resant!“ heißt es in der Ankündigung dieses Filmes, der lediglich der Kurzweil und frohen, gelockerten Unterhaltung dienen will. nehmer mit den Meggener Männern und Frauen zu einem machtvollen Bekenntnis für Adolf Kolping und sein Werk. Diözesanprases Claes rief alle Kundgebungsteilnehmer in seinem Referat„Der Kolpingssohn und die Familie“ auf, sich in der Familie und in jeder anderen Gemeinschaft für eine christliche Gestaltung des Familienelbens einzusetzen. Adolf Kolping bezeichnete er als den Apostel der Familie, der auch heute den Ruf an uns richte: Nützet die Zeit und suchet zu erfüllen. was Gottes Wille ist! Man treffe heute soviel Pessimismus in der Welt, der hervorgerufen werde, durch den Mangel an Glauben. Das größte Rätselraten unserer Tage bestehe in der Frage: Wie bringen vir den Menschen in Ordnung? Das größte Leid der Welt sei, so hob der Redner hervor, daß sie nur im Materiellen verhaftet ist. Verantwortungsbewußt müsse daher an der Formung junger Menschen zu tüchtigen Christen und Staatsbürgern, tüchtigen Meistern und Familienvätern gearbeitet werden nach dem Willen Kolpings. Der Redner schloß mit den Worten:„Sorgt dafür, daß Kolpingsgeist in den Familien Wirklichkeit wird!“ Landrat Metten überbrachte die Grüße des Landkreises Olpe. Die beiden Rufe in unserer Zeit„Rettet die Familie“ und „Wir wollen besser leben“ seien berechtigt, sie seien aber nur möglich, durch eine Erneuerung aus christlicher Sicht, denn alle anderen Bemühungen würden erfolglos bleiben. Vikar Böger als Ortspräses sprach das Schlußwort. Er dankte Diözesanpräses Claes und Landrat Metten für die richtungweisenden Worte„Was Kolning gewollt hat, was seinem Geist entspricht, das wollen wir heben und in eine bessere Zukunft tragen“ war sein Gelöbnis, das er im Namen aller Kolpingssöhne abgab. Die Kundgebung schloß mit dem Kolpingslied. Kurzberichte aus Tischler lernen Treppen bauen Ab 2. November Lehrgang in Finnentrop Kreis Olpe. Ab Dienstag, dem 2. November, um 8 Uhr veranstaltet die Tischlerinnung für den Kreis Olpe einen Treppenbaulehrgang im Hotel Biggemann in Finnentrop unter der Leitung des Treppenbauspezialisten Tischlermeister Robert Grimme, Hannover. Der Lehrgang umfaßt den gesamten Treppenbau von der einfachen geraden bis zur vollendeten Spindeloder Formtreppe. Die Dauer des Lehrganges beträgt 8 bis 9 Arbeitstage, und zwar 8 bis 10 Stunden täglich. Es wird nur eine beschränkte Teilnehmerzahl zugelassen, um jedem Teilnehmer die Erlernung des interessanten Gebietes Treppenbau zu gewährleisten. Am Schluß des Lehrganges wird jedem Teilnehmer ein Abschlußzeugnis ausgestellt. Es tut not, wieder tüchtige Treppenbauer auszubilden, da der geeignete Nachwuchs fehlt. Eine gute Treppe ist die Visitenkarte in jedem Haus. Sie kann aber andererseits bei nicht fachgemäßer Herstellung auch zum dauernden Argernis der Hausbewohner werden, sei es durch lästiges Knarren der Stufen oder unbequemes Begehen. Hier ist jedem Tischlermeister, Gesellen oder auch tüchtigen Lehrlingen im 3. Lehrjahr die Gelegenheit geboten, den Treppenbau einschl. seiner Kostenberechnung restlos zu erlernen, auch wenn vorherige Kenntnisse nicht vorhanden sind „LLOYD 1955" mit Ganzstahlkarosserle Die Lloyd Motoren Werke, Bremen, stellen heute ihre Modelle LP 400 S und LS 400 S 1955 vor. Damit hat eine nahezu 5jährige systematische Konstruktions- und Entwicklungsarbeit ihren Abschluß geIm Gartenbauvereln Olpe. Der Gartenbauverein hatte seine Mitglieder am vergangenen Sonntagnachmittag im großen Schwanensaale zu einem gemütlichen Kaffeetrinken mit Kuchen eingeladen. Annähernd 200 hatten der Finladung Folge geleistet, obwohl einige, die ihr Erscheinen angemeldet hatten, nicht erschienen waren. Der Vorsitzende, Landwirtschaftsrat Kröger, gedachte in seiner Begrüßungsansprache zuerst unserer noch immer hinter Stacheldraht zurückgehaltenen Gefangenen und wünschte dann den Erschienenen„nach des Tages Last und Mühen“ einige frohe Stunden. Großen Anklang fand die Verlosung, die anschließend an das Kaffeetrinken vorgenommen wurde. Verlost wurden Obstbäume, Rosensträucher, eine große Anzahl Topfblumen, Tulpenzwiebeln, praktische Gartengeräte, Bücher und dergleichen mehr. Auch unsere nützlichen Vögel hatte man nicht vergessen und einige Nistkästen und Futterglocken beschafft. Die Pausen wurden durch eine kleine Kapelle junger Musiker ausgefüllt, die großen Beifall erntete. Da die Besucher größtenteils aus älteren Mitgliedern, besonders Frauen, bestanden, wollte man gern zum Abendbrot wieder zu Hause sein. Beim Abschied hörte man nur oine Meinung, es war ein gemütlicher Nachmittag und ein netter Ersatz für den in diesem Regenjahr ausgefallenen Ausflug. Heggen. Die Auszahlung der Renten erfolgt bei der Post nach folgendem Plan: Unfall-, Versorgungs- und Angestelltenrenten werden am 27. Oktober die Invalidenrenten am 29. Oktober, jeweils von 8.30 bis 11.30 Uhr, ausgezahlt. Altenhundem. Die Gemeinde hat jetzt damit begonnen, neue Straßenschilder anzubringen. dem Kreise Olpe funden. Der„Leukoplastbomber“, wie er scherzhaft auf Grund seiner damaligen Kunstlederbespannung genannt wurde, erhielt nach und nach ein immer gefälligeres Aussehen. Wurden 1953 zunächst die Seitenschalen aus Stahlblech gefertigt, so folgten 1954 Haube und Heck. Das heute präsentierte Modell 1955 mit seiner völlig aus Stahl bestehenden Karosserie krönt somit die in ihrem logischen Aufbau überzeugende Entwicklungsreihe. Neben den äußerlich sichtbaren, recht vorteilhaften Aenderungen wurde auch der wegen seiner Zuverlässigkeit bereits sprichwörtliche Lloyd-Motor weiter verbessert. Das neue Gebläse erzielt neben verbesserten Kühlungsverhältnissen insbesondere eine wesentliche Minderung der Ansauggeräusche. Eine weitere Geräuschminderung wird durch den vergrößerten Luftfilter erzielt, der im Zusammenhang mit verändertem Kolbenspiel und neuer Vergaser-Einstellung der Leistungssteigerung und Standfestigkeit des Motors dient. Es besteht kein Zweifel, daß das Lloyd-Modell 1955 einen weiten Kreis neuer Freunde gewinnen wird BLICK IN DIE NACHBARSCHAFT Einrichtung einer 9. Pfarrstelle Siegen. Der von der Evang. Kirchengemeinde gestellte Antrag auf Einrichtung einer 9. Pfarrstelle ist mit Wirkung vom 1. November genehmigt worden. Der neue Pfarrbezirk, für den nun eine Pfarrneuwahl stattfinden muß, umfaßt die jenseits der Schranke an der Achenbacher Straße gelegenen Teile des Fischbacherbergs und die Witschert bis zur Höhe des Hubertusweges einschl. Achenbach. Für diesen Teil der Ev. Gemeinde ist am Witschert ein eigens Gemeindezentrum geplant. An Hundem und Lenne Welschen Ennest. Am WeltmissionsSonntag veranstaltete die Pfarrgemeinde mit dem Hedwigswerk eine Andacht mit Predigt des Dekanats-Seelsorgers im Hedwigswerk, Vikar Pallus aus Wenden. In besonderer Weise wurde beim Rosenkranz-Gebet der Kriegsgefangenen und Vermißten gedacht. Im Anschluß daran war Familien-Feier im Saale Höfer mit Lichtbilder-Vortrag über die Romfahrt 1954. Wann gibt es Geld? Kirchhundem. Die Auszahlung der Fürsorgeunterstützung und der Unterhaltshilfe für den Monat November erfolgt im Amtsbezirk wie folgt: am 30. Oktober für Altenhundem von 8 bis 9 Uhr; Kirchhundem, Herrntrop und Flape von 9.30 bis 10.30 Uhr; am 2. November für Langenei und Kickenbach von 8 bis 8.30 Uhr; Saalhausen von 8.45 bis 9.15 Uhr; Lenne und Hundesossen von 9.30 bis 9.45 Uhr; Brachthausen von 10.15 bis 10.30 Uhr; Silberg und Varste von 10.45 bis 11.15 Uhr; Hofolpe und Heidschott von 11.30 bis 11.45 Uhr; Würdinghausen von 13.15 bis 13.30 Uhr; Marmecke von 13.45 bis 14 Uhr; Oberhundem von 14.15 bis 14.45 Uhr; Schwartmecke von 15 bis 15.15 Uhr; Selbecke, Erlhof und Stelborn von 15.30 bis 15.45 Uhr; Heinsberg von 16.15 bis 16.45 Uhr; Albaum von 17 bis 17.30 Uhr. Wird der Termin versäumt, kann Auszahlung noch bis zum 5. November durch die Amtskasse erfolgen. Eine Ueberweisung der Beträge erfolgt nicht mehr. Kartoffelvorschüsse Kirchhundem. Anträge auf Kartoffelvorschüsse können sofort bei den zuständigen Bürgermeistern oder beim Sozialamt in Kirchhundem abgeholt werden. Meggen. Das Postamt zahlt die Renten für den Monat November nach folgendem Plan auf: Versorgungsrenten am 28. Oktober, Invaliden- und Angestelltenrenten am 29. Oktober und die restlichen Invalidenrenten sowie die Unfallrenten am 30. Oktober. Bilstein. Das Postamt zahlt am 27. Oktober die Angestellten- und Versorgungsrenten und am 30. Oktober die Invalidenund Unfallrenten für November zu den bisher üblichen Zeiten. Elspe. Beim Postamt kommen die Versorgungs- und Angestelltenrenten am 27. Oktober und die Invaliden- und Unfallrenten am 30. Öktober zur Auszahlung. Grevenbrück. Wer ein Herrenfahrrad vermißt, kann sich im Fundbüro der Amtsverwaltung melden. Grevenbrück. Der Gesangverein„St. Johannes“ hat eine Einladung des Kirchenchores Oedingen angenommen, in einem Chorkonzert in der Oedinger Schützenhalle im kommenden Monat mitzuwirken. Im Dienste der Bundesbahn Junger Nachwuchs gefragt- Soziale Personalpolitik gesichert Olpe. Der Personalstand der Deutschen Bundesbahn war Ende 1953 um rund 14 000 auf 508 200 Personen abgesunken. Damit wurde das Ziel der Personalverminderung für 1953 fast erreicht. Die erwachsenen Arbeitskräfte haben um 15 300 Personen abgenommen, während die Jugendlichen infolge erhöhter Einstellung von Jungwerkern und Lehrlingen um 1330 Personen zugenommen haben. Um die angestrebte Personalverminderung ohne Massenentlassungen zu erreichen, wurden etwa zwei Drittel der Abgänge(rd. 23 000) nicht mehr ersetzt. Zu einem Drittel wurden junge Nachwuchskräfte eingestellt, was angesichts der ungünstiAltersschichtung des Personals im Interesse des Nachwuchsproblems dringend erforderlich war. Sonstige Einstellungen wurden zu Beginn des Jahres 1953 gesperrt: hiervon waren nur die aus Kriegsgefangenschaft oder Internierungshaft heimgekehrten Eisenbahner ausgenommen. Etwa 508 200 Menschen stehen im Dienste der DB, davon sind rund 10000 weibliche Bedienstete. Neben rund 224 700 Beamten arbeiten ungefähr 271 700 Arbeiter und Angestellte, ferner 11 800 Jugendliche als Jungwerker, Lehrlinge und Praktikanten. Wo arbeiten die rund 496 400 Bediensteten(ohne Jugendliche) bei der Deutschen Bundesbahn? Etwa 10,1% sind als Lokomotivführer, Triebwagenführer, Lokomotivheizer sowie Beimänner der elektrischen Lokomotiven beschäftigt. Ihre Kollegen vom sogenannten„Fahrdienst“, nämlich das Zugbegleitpersonal (Zugführer, Zugschaffner), machen 5,8% des Personalbestandes aus. 11,8% nimmt der„örtliche Betriebsmaschinendienst“ in Anspruch, der die Lokomotiven, Triebwagen, Personen- und Güterwagen während ihrer Stillstandszeiten in den Bahnbetriebswerken und Bahnbetriebswagenwerken betreut und dabei kleinere Schäden behebt. Weitere 11,6% entfallen auf den eigentlichen Werkstättendienst, der die größeren Reparaturen sowie die gesetzlich vorgeschriebenen regelmäßigen Untersuchungen der Fahrzeuge ausführt. 22,1% haben als Fahrdienstleiter, Aufsichtsbeamte, Weichenwärter, Bahnhofsschaffner usw, ihren Arbeitsplatz auf den 6100 Bahnhöfen, Haltepunkten und Haltestellen und weitere 11,8% in den Fahrkartenausgaben, Gepäck- und Expreßgutabfertigungen, Güterabfertigungen, Bahnhofskassen und Kraftwagenhilfsstellen. 13,8% sind als Bahnmeister, Rottenmeister, Bahnunterhaltungsarbeiter usw. im sogenannten Bahnunterhaltungsdienst eingesetzt, dem die laufende Pflege, Ausbesserung und Erneuerung der baulichen Anlagen(einschl, der T Aemtern Signal- und Fernmeldeeinrichtungen) obliegt, und 2,8% im Bahnbewachungsdienst, zu dem die Schrankenwärter und Streckenläufer gehören. Bleiben noch übrig der gesamte Kraftverkehrsdienst, der 2,1% des Personals erfordert, und der Verwaltungsdienst in den Büros, usw. mit 6,3%. In diesem Zusammenhang ist auch etwas über die Zahl der Dienststellen der DB zu sagen: Es gibt rund 5000 Bahnhöfe, dazu kommen rund 2500 Haltepunkte und Haltestellen, also Bahnhöfe kleinster Größenordnung. Den meisten Bahnhöfen sind die Fahrkartenausgaben, Gepäckabfertigungen, Güterabfertigungen sowie die Bahnhofskassen angeschlossen. Doch gibt es— in großen Orten— als selbständige Dienststellen rund 30 Fahrkartenausgaben. 10 Gepäckabfertigungen, 310 Güterabfertigungen und rund 60 Bahnhofskassen. Ferner sind zu erwähnen: 1675 Kraftwagenhilfsstellen, 1350 bautechnische Dienststellen (vor allem Bahnmeistereien) und 340 maschinentechnische Dienststellen(vor allem Bahnbetriebswerke, Bahnbetriebswagenwerke und Kraftwagenbetriebswerke). Nicht zu den Dienststellen im Sinne der Eisenbahn-Fachsprache gehören die rund 50 Eisenbahn-Ausbesserungswerke;bei ihnen handelt es sich um große Fertigungsbetriebe mit einer starken Belegschaft. 1//1, Sehtin derlaue zu bereien . bel Nusten Heiserkeit ½ Bronchitis E nen Cieme u. Seile 40 Johre bewöhn bel Gesichts-Ausschlog Pickel, Wundsein, HoutJücken-Ekzem vsw. Leupla. Jee blutreinig ,oblohrend i Apth. u Droger. etzt auch Königsblau Unentbehrlich wurde schon für unzählige Frauen das einmalige Konstitutions-Tonikum FRAUENGOLD! Frauengold dient der inneren Neubelebung, wenn Erschöpfüng, Gerelztheit und allgemeine Lustlosigkeit der Frou Lebenskraft und Lebensfreude zu nehmen drohen. FRAUENGOLD hölt, was es verspricht! Frauengold st auch für Sie bestimmt. 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Aber nicht immer ist Ischias auf einen Bandscheibendefekt zurückzuführen. Die große Mehrzahl der Ischiaserkrankungen ist meist neuralgischer und rheumatischer Natur und muß nach wie vor mit einem zuverlässig wirkenden Arzneimittel behandelt werden. Hierfür hat sich Togal im In- und Ausland hervorragend bewährt, es hat schon unzähligen Ischiaskranken geholfen. Togal wirkt rasch schmerzstillend, fördert die Heilung des neuralgischrheumatischen Prozesses und ist ohne schädliche Nebenwirkungen. Auch bei Hexenschuß(Lumbago), Muskel- und GelenkRheuma, bei Kopfschmerzen, Neuralgien und bei Monatsschmerzen wurden mit Togal in 46 Ländern der Welt ausgezeichnete Erfolge erzielt. Seine Wirkung ist millionenfach erprobt und wissenschaftlich bestätigt. Togal ist unübertroffen! Greifen auch Sie vertrauensvoll zu diesem bewährten Präparat. In Apoth. des Inund Auslandes. Zur Einreibung das ausgezeichnete Togal-Liniment. 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Mr. Williams war der wohlberechtigten Auffassung, daß sich Sorgen und innere Spannungen der Arbeiter auf die Produktion auswirken. Wer seelisch belastet ist, kann sich nicht genügend auf seine Arbeit konzentrieren. Die Leistungskraft sinkt. Was es auch sei, ob ein FaBUNTE WELT Super-Hund Fredensborg(Dänemark).— Den wahrscheinlich klügsten Hund der Welt besitzt Lagerverwalter Poul Marcussen aus Dänemark. Kürzlich sagte der Lagerverwalter zu seiner Frau, es wäre schön, wenn es wieder mal Hasenbraten gäbe. Der Schäferhund lag während des Gesprächs in der Stube. Nach einer Weile wurde das Tier auf zehn Minuten ins Freie gelassen-- wie das abends so üblich ist. Als der Hund sich nach kurzer Zeit wieder an der Tür meldete, trug er einen noch warmen Hasen im Fang. Kleine Abkühlung Kopenhagen.— Weil er sich über seine Frau schwarz ärgerte, fuhr ein dänischer Ingenieur mit seinem geschlossenen Opel in voller Fahrt in das Hafenbecken von Skovshoved. Der Wagen sauste acht Meter durch die Luft und sank auf den Grund des sechs Meter tiefen Hafenbeckens. Da unten kühlte der Zorn des Mannes schnell ab. Er wartete, bis das Wasser im Wagen ihm fast zum Halse reichte, dann drückte er die Tür auf, tauchte empor und schwamm ans Ufer. Der Bürger schläft Knowle(England).— Um festzustellen, ob die amtlichen Bekanntmachungen am Schwarzen Brett des Rathauses gelesen wurden, heftete der Bürgermeister von Knowle einen Zettel an das Schwarze Brett, darauf stand: „Wer dieses zuerst liest, kann sich von der Gemeindekasse 1 Pfund(12 DM) abholen“. Nach einer Woche nahm der Bürgermeister den Zettel wieder ab. Niemand hatte sich an der Kasse gemeldet. Ladentürtrick Brüssel.— Wegen Hintergehens des Finanzamtes wurde eine belgische Ladenbesitzerin angezeigt. Sie war wegen schlechten Geschäftsganges um Steuerermäßigung eingekommen. Als ein Finanzbeamter auftauchte, um den Besuch ihres Ladens zu kontrollieren, ließ sie ihn in der Ladenstube bei Kaffee und Kuchen Platz nehmen und schloß vorn die Ladentür ab. Erst beim Gehen merkte der Finanzer, warum an diesem Vormittag niemand zum Einkaufen gekommen war.(reta) Duftender Gemeinderat Zürich.— Der Präsident des Zürcher Gemeinderats Kaempf, von Beruf Parfümfabrikant, läßt während jeder Sitzung auf seine Kosten an die Mitglieder kleine Parfümfläschchen zur Erfrischung verteilen. Auch die politischen Gegner werden damit bedacht. Das ganze Stadtparlament duftet friedlich nach Juchten, Khasana und Flieder. (reta) Wasserzauber-Bar Curaçao.— Die Bar des neugeplanten Waterfort-Hotels in Curaçao auf den Antillen wird unterhalb des Wasserspiegels vom Schwimmbassin liegen und von diesem nur durch eine dicke Glasscheibe getrennt sein. Während die Barbesucher sich die Augen nach den schwimmenden Badenixen aussehen können, haben diese im Wasser Aussicht auf ebenso unerreichbare Schnapsflaschen.(reta) milienstreit, ein verpaßter Autobus oder ein Maschinenfehler: alles äußert sich am Ende in einem Produktionsrückgang. Der Webereibesitzer fragte eine Reihe von Arzten, wie man den Arbeitern helfen könnte, solche Schwierigkeiten zu überwinden.„Da gibt es nur eines, und das ist Entspannung“, war die Antwort. Also stellte Mr. Williams bequeme Ruhebetten in seinen Betrieben auf, klopfte den Webern auf die Schultern und sagte:„Wenn es mal nicht recht vorangeht mit der Arbeit, dann ruht euch gerne aus. Entspannt euch, macht es euch bequem, auch während der Arbeitszeit. Niemand wird euch deswegen schief ansehen. Im Gegenteil, ich freue mich, wenn ihr mit euren Kräften anständig wirtschaftet.“ Die Arbeiter waren von ihrem Chef allerlei an Gutmütigkeit gewöhnt, aber diesmal verschlug es ihnen die Sprache. Ausruhen in der Arbeitszeit? Keiner wollte der erste sein, der den philanthropischen Rat des„Alten“ befolgte. Einige ganz Hartgesottene brachten es schließlich fertig, einige Minuten der Entspannung zu weihen. Die Meinung der Kollegen stand fest:„Natürlich— immer die Faulsten. Mit denen stellen wir uns nicht auf eine Stufe!“ Der gute Chef mußte schließlich einschen, daß sein Experiment gescheitert war. Die Arbeiter machten einfach nicht mit. Also ließ er die Ruhebetten wieder fortbringen. Einige der Weber erkannten jetzt, was sie sich selbst verscherzt hatten.„Die meisten von uns hielten das Ganze für einen Scherz“, sagte einer reuig. „Nur wenige haben das Experiment als ernst aufgefaßt. Jetzt hat Mr. Williams die Betten wegbringen lassen. Es ist schade, aber wir sind selber daran schuld.“ Auch ein Leiter des Weberverbandes äußerte sich zu diesem Fall.„Mr. Williams versuchte seinen Leuten zu helfen“, sagte er,„aber die meisten hatten daran kein Interesse. Von nun an werden sich die Arbeiter zu Hause ausruhen müssen. Es ist ja bedauerlich für die wenigen, die gewissenhaft Williams’ Rat befolgt haben. Einstimmig erklärten sie, es habe ihre Arbeitsfreude bedeutend gesteigert.“ Der Chef aber glaubt immer noch, daß sein Experiment nicht ganz erfolglos war. „Jetzt ruhen sich die Leute zu Hause besser aus“, meint er.„Sie haben erkannt, wie wichtig die Entspannung ist. Eines Tages werden wir die Ergebnisse sehen.“ Wissen Sie ... wie man künstlichen Regen erzeugt? Regen kommt bekanntlich nur dann zustande, wenn die Wolke eine Menge mikroskopischer Partikel, die sogenannten Kondensationskerne, enthält. Die Tropfen bilden sich durch Verdichtung und wenn der Wolke ständig neue Luft zugeführt wird. Wenn man eine Kumulus-Wolke überfliegt, die keinen Regen gibt, weil die darin befindliche Luft stabil, d. h. in Gleichgewicht oder Ruhe ist, kann man durch Verstäuben von Trockeneis in die Wolke diese zum Wachsen bringen, weil die Luft unstabil wird, wenn durch Verdichtung der Wasserdämpfe Eiskristalle(Schnee) entstehen. Nach einiger Zeit kann es aus einer derartigen Wolke stundenlang regnen. London betet zu Mithras Sektengeschäft mit Tempelruinenfund— Hohe Priesterin Diana verkauft„Copas“ London. Kaum ist der altrömische Mithrastempel in Londons Walbrook zur Hälfte ausgegraben, da hat sich auch schon eine Gemeinde von Anbetern des persischen Sonnengottes aufgetan. In ihrem Heim im Westen der Stadt empfängt Mrs. R. Fortt als„Hohe Priesterin Diana“ ihre von Tag zu Tag zahlreicher werdenden Jünger. Sie verkauft ihnen rasch gedruckte Broschüren über den Mithraskult und„Copas“, weiht ihre Unterwäsche und arbeitet Eingaben an die Behörden aus, um den Mithrasgläubigen kostenlosen Zutritt zu den Tempelruinen zu verschaffen. Die Bobbies, die an der Baustelle für Ordnung sorgen, kennen die Mithrasanbeter schon, sie stehen unverwandt auf einer Stelle und starren entzückt die alten Steine an. Es lag nahe, den historischen Fund im Herzen Londons zu einem Geschäft mit der Verrücktheit der Leute auszunützen. Mrs. Fortt, weißhaarig und älteren Datums, war dazu geeignet. Sie hat schon mehrere Sekten gegründet und es zu einem hübschen Haus gebracht, dessen großer Saal, ganz in rosa Alabaster gehalten, sich vorzüglich als Tempel für verschiedene Religionen eignet. Augenblicklich ist er dem Sonnengott geweiht, dessen Bild an der Wand über dem Altar hängt. Er trägt eine goldene Sonnenscheibe in der Hand. „Wir glauben an Mithras, dessen Religion ähnliche Züge wie das Christentum trägt“, sagt Hohe Priesterin Diana.„Wir glauben an die Kraft der mithrischen Strahlen und verrichten Werke der Barmherzigkeit. Unsere Feinde sind die grauen Brüder, die Unduldsamkeit und der Mangel an Hilfsbereitschaft. Seitdem der Lichtgott mit seinen Strahlen die Welt beglückt, sind sie bestrebt, Unfrieden zwischen den Menschen zu säen.“ Mrs. Fortt sieht feierlich aus, als sie das sagt. Sie trägt eine bestickte Toga und eine steife schirmlose Mütze, die an die deutschen Soldaten Kaiser Wilhelms erinnert. Das Hobby eines Briefträgers Paul Nagel beherrscht Altindisch, Chinesisch und Japanisch Göttingen.— In der Universitätsstadt Göttingen mit ihren vielen Kliniken und wissenschaftlichen Instituten wird die Post von einem Briefträger zugestellt, der zur größten Verblüffung chinesischer und japanischer Studenten Anschriften in ihren heimatlichen Sprachen mühelos lesen kann. Es ist der 56jährige Paul Nagel. Er wollte eigentlich Orientalist werden, mußte sich aber dann sein tägliches Brot als Briefträger verdienen. Nagel schreibt, spricht oder liest neben dem Englischen, Französischen, Spanischen und Russischen auch Altindisch, ChineFaruks größte Niederlage Geht Exkönig Faruk nach Hollywood?— Venedig wies ihn aus Rom.— Faruk, der Letzte der Pharaonen, jagt ruhelos von einem Ort zum anderen. Der einst so selbstherrliche König, hat in den verflossenen Monaten schwere Schläge einstecken müssen. Gewiß begleitet ihn auch heute noch immer eine Schar von Nutznießern, aber die Zahl der Freunde lichtete sich sehr schnell, seitdem durch die Indiskretion eines Bankiers bekannt wurde, daß das angebliche Milliardenvermögen, das der Exkönig in europäischen, nord- und südamerikanischen sowie australischen Banken sichergestellt haben soll, nur eine Legende sei. In Wirklichkeit verfügt er über ein verhältnismäßig bescheidenes Barvermögen und über ägyptische Wertpapiere, die in seinen Händen jedoch so gut wie wertlos sind. Seit Wochen leidet der Exmonarch an zunehmenden Depressionen mit Symptomen von Nervenkrisen und Angstzuständen. Besonders die Affäre der Fürsten-Seereise auf der Jacht„Agamemnon“, zu der das griechische Königspaar ihn nicht eingeladen hatte, hat den Nerven Faruks hart zugesetzt. Es war eigentlich das erstemal, daß der internationale Adel so öffentlich und ganz bewußt von dem Exkönig abrückte. Auch die flüchtigen Liebeleien, die er sich auf seinen unruhevollen Fahrten durch Südeuropa zulegte, konnten ihn die Enttäuschung nicht verwinden lassen. An den nächtlichen Orgien und am Roulettespiel hat der„Letzte der Pharaonen“ gleichfalls seinen Gefallen verloren. „Faruk ist sich heute bewußt“, erklärte dieser Tage einer seiner nächsten Bekannten,„daß er während seiner Regierungszeit einen argen Fehler machte, als er immer wieder den Pressevertretern seine Abneigung bekundete und die Macht der Presse unterschätzte. Die Journalisten haben ihm das nicht vergessen!“ Inwiefern diese Behauptung auch der Auffassung des Exkönigs entspricht, läßt sich schwer feststellen, da der einstige Monarch nach wie vor für jeden Pressevertreter nicht zu sprechen ist. Seine letzte Niederlage mußte Faruk in Venedig einstecken. Trotz seines Antrages, in den italienischen Nautikerklub aufgenommen zu werden, dem die berühmtesten Persönlichkeiten aus aller Welt als Mitglieder angehören, zeigte sich der Klubvorstand abweisend, und Faruk erhielt ein schriftliches Nein. Der Bürgermeister von Venedig suchte ihn sogar persönlich auf und legte ihm nahe, die Lagunenstadt sofort wieder zu verlassen. Letzten Gerüchten nach soll sich eine große amerikanische Filmgesellschaft bemühen, den ägyptischen Exkönig unter Vertrag zu bekommen. Ob es sich dabei um die Abfassung seiner Lebensgeschichte handelt, oder ob Faruk selbst auf der Leinwand erscheinen will, ist noch nicht bekannt geworden. Auf jeden Fall wird Hollywood vorsichtig sein müssen: die amerikanischen Filmzensoren sind sehr streng! Hochzeit in Portugal Lissabon.— Die Hochzeit zwischen der Tochter des italienischen Ex-Königs Umberto, Maria Pia, und dem jugoslawischen Prinzen Alexander wird im Februar in Estoril bei Lissabon stattfinden. Der 30jährige Prinz, der bisher Waschmaschinen verkaufte, hat bei dem griechischen Reederkönig Niarchos, einem Verwandten von Aristotele Onassis, eine Stellung gefunden. Skn Jedes Vergnügen ist sündig Britische Sekte verdammt Radio, Fernsehen, Fußball, Rauchen, Trinken, Tanzen, Kino, Theater, Lippenstift und Romane London.— Halten Sie nichts von den Freuden dieses Lebens? Dann schließen Sie sich den„Innigen Brüdern“ an, einer sich in Großbritannien ausbreitenden rellgiösen Sekte, deren Mitglieder nicht rauchen, trinken oder tanzen, kein Radio hören, kein Fernsehen genießen, kein Kino, Theater oder Fußballfeld mit ihrer Anwesenheit beehren und keiner Gewerkschaft angehören dürfen. Die„Innigen Brüder“ behaupten von de SIrBnR nan der Regelischen Paarweise durch die Straßen und singen Zenn Gebote leben. In der schottischen die dem Verein als Propagandazentrale dient. Der Besitzer des Ladens, S. F. Morrish, gehört natürlich auci zu den Brüdern. „Unsere Mitgliederzahl vergrößert sich befriedigend“, erzählte er mir. In Gardenstown weisen die„Innigen Brüder“ auch Romane und Zeitschriften weit von sich, ebenso Schallplatten, Gesellschaftsabende und Jugendklubs. Schilder mit der Aufschrift„Gott ist die Liebe“ hängen in den Läden. Es gibt keine Kinos dort, und fanatische Sektierer wandeln Seltsamer Zwang Rochester(England).— Vor drei Wochen sah der 24jährige John Moriarty aus Rochester in einer englischen Zeitung das Bild eines 15jährigen blinden australischen Mädchens, das an einer unheilbaren Krankheit leidet und nach Ansicht der behandelnden Ärzte noch in diesem Jahresterben muß. Elektroingenieur John Moriarty verkaufte sofort seine ganze Habe und wird mit dem erlösten Geld in den nächsten Tagen von England nach Australien abreisen, um die sterbenskranke, blinde Sylvia Stewart in Sydney zu sehen. Gründe für sein seltsames Unternehmen kann der junge Mann nicht angeben.„Ich weiß nur, sisch, Japanisch, Griechisch und Latein. Er ist nicht in allen diesen neun Sprachen perfekt, aber auf jeden Fall der gelehrteste Briefträger Deutschlands. Nagel steht bereits seit eineinhalb Jahrzehnten im Postdienst, kann jedoch auch auf ein Studium von 16 Semestern zurückblicken. Er ist„arm wie eine Kirchenmaus“ und kennt in seiner Freizeit keine schönere Beschäftigung als die mit den schwierigsten Fremdsprachen. Mit derselben Leidenschaft, mit der andere Menschen Briefmarken, Insekten oder Zahlungsmittel sammeln, vertieft er sich in Lehrbücher mit den seltsamsten Schriftzeichen. Namentlich das Chinesische hat Paul Nagel jahrelang schwer zu schaffen gemacht. Es setzt sich seit 3000 Jahren lediglich aus Bildzeichen zusammen, deren Gesamtzahl auf rund 40 000 geschätzt wird. Ihre Beherrschung ist allerdings nur den Fachgelehrten möglich. Für Bürozwecke oder zum Zeitunglesen genügt es in China, 2000 bis 3000 Schriftsymbole zu kennen. Die Masse der halbwegs gebildeten Chinesen beherrscht kaum 1000 Bildzeichen, und zwei Drittel des Volkes sind überhaupt Analphabeten. Man kann dies verstehen, wenn man weiß, daß eine chinesische Stenotypistin an ihrer Schreibmaschine mit über 7300 verschiedenen Typen arbeiten muß. Paul Nagel, in dessen Stübchen es wie im Studierzimmer eines Gelehrten aussieht, hat als Sprachgenie in Deutschland manche Vorläufer gehabt. Schon der 1930 verstorbene Geheime Legationsrat im Auswärtigen Amt zu Berlin, Emil Krebs, verstand etwa 100 Sprachen und Mundarten, von denen er über die Hälfte völlig beherrschte. Sein Nachfolger, Dr. Tassilo Schultheiß, hat es gar auf rund 120 Sprachen, darunter die schwierigsten exotischen Dialekte, gebracht: Beide Männer wurden jedoch an Sprachbegabung durch den deutschen Privatgelehrten Dr. Ludwig Harald Schütz in Frankfurt am Main noch weit übertroffen. Dieser kannte annähernd insgesamt 300 Sprachen und Mundarten. Dr. Schütz besaß ein schwarzes Tagebuch, in das er im Laufe der Jahre alle noch fremden Sprachen, wie er sie fand und erIhre Hauptarbeit ist die Fabrikation von „Copas“ und das Weihen von Unterröcken, Unterhosen und Hemden. Eine„Copa“ ist ein Stück Verbandstoff, das mit mithrischer Kraft aufgeladen wurde. Die Aufladung findet hinter dem Tempel unter der Sonne statt. Auf eine bestimmte Körperstelle gelegt, heilt es die dahintersteckende Krankheit. In Fällen, in denen die„Copas“ zu klein sind, um den ganzen Krankheitsherd zu bedecken, müssen besonders große hergestellt werden. Die Wirkungskraft einer Copa hält an. bis die Körperstelle gewaschen wird. Wer sparsam veranlagt ist gebraucht in diesem Falle weniger Seife. Zwölf Copas sind billiger als im Einzelverkauf, das Dutzend kostet drei Schilling. Die Aufladung der gesamten Unterwäsche eines Mithrasjüngers ist am teuersten, aber auch am wirkungsvollsten. Hohe Priesterin Diana hat sich das Alleinrecht dafür in ganz England gegenüber den ebenfalls schon gegründeten Mithrasgemeinden in anderen Orten gesichert. Mutter Nr. 2 gesucht Sterbende sucht Frau für ihren Mann Es geht um das Wohl des Kindes London.—„Ich habe nicht mehr lange zu leben“, sagte Kathleen Ford mit einem müden Lächeln.„Aber bevor ich sterbe, möchte ich die Gewißheit haben, daß jemand meinen Flatz als Mutter einnimmt — vielleicht auch als Frau meines Mannes.“ Die schwerkranke 42jährige Frau liegt in einem Greenwicher Krankenhaus. Die Arzte haben ausgerechnet, daß sie in etwa achtzehn Monaten sterben muß. Das weiß sie, und ihre einzige Sorge gilt nur ihrem Mann und vor allem ihrem achtjährigen Adoptivkind Sheila. Der Innendekorateur Jack Ford haust allein in der Wohnung in Dulwich. Das Adoptivtöchterchen lebt bei Pflegeeltern in Wimbledon. Diesen Zustand will Kathleen möglichst schnell beendet sehen.„Ich kann mich um Mann und Kind nicht mehr kümmern“, sagte sie leise,„warum soll ich dann einer anderen Frau im Wege sein, wenn sie meinen Platz einnehmen könnte?“ So hängte Mr. Ford nach einer Aussprache mit seiner Frau eine Anzeige in den Schaukasten einer Anzeigenagentur. „Mutter Nr. 2 gesucht“, liest man dort, und weiter:„In achtzehn Monaten kann sie Mutter Nr. 1 werden.“ Auch ihm geht es nur um Sheila.„Es muß jemand auf sie achten, wenn ich zur Arbeit fort bin“, erklärte er.„Wenn ich eine Frau finde, die Sheila eine richtige Mutter wird, dann könnte ich sie auch heiraten. Um Kathleen habe ich alle meine Tränen geweirtt.“ „Meine Frau ist so mutig“, setzte er hinzu.„Ich weiß, es bricht ihr das Herz, eine andere an ihrer Stelle sehen zu müssen, aber sie erträgt diese Vorstellung lächelnd.“ Jack Ford lächelte nicht. Ihm steht noch die schwere Aufgabe bevor, seiner sterbenden Frau die Nachfolgerin vorstellen zu müssen. Mmmmm lernte, in alphabetischer Reihenfolge handschriftlich eintrug. Seit dem Tode von Dr. Schütz, der im Frühjahr 1941 starb, galt der Dozent für allgemeine Sprachwissenschaft und Völkerkunde an der Universität Münster, Dr. Ferdinand Hestermann, als das größte deutsche Sprachgenie. Dieser Gelehrte hat über 100 Sprachen vollkommen erlernt und erwies sich als mit 100 weiteren Sprachen oder Mundarten wohlvertraut. Als besonders kenntnisreicher Spezialist in afrikanischen, australischen und südamerikanischen Sprachen hat er namentlich der Völkerkunde unschätzbare Dienste geleistet. Alle diese Gelehrten werden jedoch von Paul Nagel insofern in den Schatten gestellt, als dieser das Sprachstudium neben seinem aufreibenden Beruf betreibt. Wäre dieser Mann ein wohlbestallter Dozent oder Universitätsprofessor, so hätte er wohl noch ganz andere Leistungen als Sprachwissenschaftler vollbracht. daß ich zu ihr muß!“ ist alles, was er Stadt Gardenstown, wo rund 1200 Fischer Choräle. Die junge hübsche Isobella Robo sagt. Frauen weder Lippenstift noch Gesichis- tragen, das sie elch für ihre Hochzeit ge-Heirat puder benutzen, aber Nvlans. hobe Ab- kauft hatte. Die Mehrheit der„Brüder“ sätze und Schmuck sind ihnen erlaubt, nielt es fur sundig, d e in einem Nur Barbaren bemalen sich die Gesich. mann Georze Lovie übernahm einen Koloer d Fur lenneh mrtdns an Aber Schut nialwarenladen mit Spirituosen-Lizenz. Er Strümpfe und Schmuck gehören in eine mit diesen nteutiischen Getränken nichtr an der nicht lesen und schreiben panz andere Kategorie.e unerscri mit seiner gesamten Niemand weiß, wieviel Mitglieder diese tätchen und biblische Wörterbücher wanSekte in Großbritannien schon hat. Eine dern in einem nicht endenwollenden Strom Schätzung spricht von 30 000„Brüdern“. von den Druckereien der Sekte ins Land Ich versuchte darüber etwas in einer Lon- hinaus. Allein im Raum von London haben doner Verlagsbuchhandlung zu erfahren, die„Brüder“ 20 Bethallen oder Kirchen. Rio de Janeiro.— Als jetzt der brasilianische Millionär Rodriguez de Pinho in Rio heiratete, gab es einen heiteren Zwischenfall beim Unterzeichnen des Ehedokuments. Pinho, ein SelfmadeFirmierung, die er sich angelernt hat. Und so prangte an Stelle seines Namens ein schwungvolles„Manuel Rodriguez de Pinho& Compagnia“. (reta) W 92655 NEIN, NEIN, GNADIGE FRAU: mit reinem Glyzerin dürfen Sie Ihre Hände auf keinen Fall behandeln. Reines Glyzerin trocknet die Haut viel zu sehr aus und macht die Hände auf die Dauer nur noch rauher und spröder. Da müssen Sie schon ein Spezialmittel nehmen: Kaloderma Gelee, das Spezialmittel zur Pflege der Hände, enthält Glyzerin in wirksamster, die Haut nicht austrocknender Dosierung und in Verbindung mit anderen hautpflegenden Substanzen. Rauhe Hände heilt es Über Nacht. Es schmiert nicht, fettet nicht und hält Ihre Hönde, selbst wenn sie in Haus und Beruf noch so strapaziert werden, zart und glatt. Normaltube DM 1.20. Besonders vorteilhaste Doppeltube DM 1.90 1 Pump mal schnell das Haus hoch! Lüneburger Altstadt wackelt— Vater Rosenbrock bringt sein Haus ins Lot Lüneburg.—„Vater, das Haus steht wieder schief, dreh' es mal gerade!“ kann Frau Rosenbrock in Lüneburg sagen, wenn es wieder im Gebälk knistert und die eine Seite des Hauses sich bedrohlich senkt. Das Knistern im Gebälk ist in der Lüneburger Altstadt, im berüchtigten„Senkungsgebiet“, nichts besonderes. Neu und aufsehenerregend ist aber die Tatsache, daß Hausbesitzer Rosenbrock den vom„Senkungsteufel“ bedrohten Teil seines Hauses auf einen hydraulischen Hebebock gesetzt hat, um das Gebäude mit wenigen Griffen wieder ins Lot zu bringen. Meisterschaft 1954 ertanzt Die Meisterschaft 1954 des Deutschen Amateurturniertanzes der Gesellschaftstanzschulen wurde vor ca. 1100 Besuchern in der Festhalle des Hamburger Ausstellungsparkes„Planten un Blomen“ ertanzt. Besonderen Beifall errangen Herr und Frau Recla aus Hannover, die die Senioren-Turnierklasse III vertraten und bei fast allen Tänzen die erste bzw. zweite Platzziffer gewannen. Unser Bild zeigt das Ehepaar Recla beim Tanz. Lüneburgs Senkungsgebiet ist der wunde Punkt der schönen, vom Krieg unversehrt gebliebenen Heidestadt. Das„Schatzkästlein der nordischen Backsteingotik“ droht einzustürzen, weil der Baugrund nachgibt. Der etwa ein gkm große Altstadtkern ruht auf einem unterirdischen Salzstock, der den Lüneburger Salzherren, den„Sülfmeistern“, im Mittelalter zu großem Wohlstand verhalf und der Stadt eine Zeit höchster Blüte schenkte. Noch heute schöpft die Lüneburger Saline von dem unterirdischen Schatz. Aber man tut es nicht ungestraft. Bei dem jahrhundertelangen Abbau entstanden Hohlräume in dem großen Salzlager, die durch nachrutschende Erdmassen aufgefüllt wurden. Diese Erdrutsche riefen in der darüberliegenden Altstadt mit ihren jahrhundertealten Häusern schwere Schäden hervor. Überall Einsturzgefahr Wiederholt mußten in den letzten Jahren mittelalterliche Häuser wegen Einsturzgefahr abgerissen werden. Andere wurden mit Balken oder Trägern gestützt. Manche Häuser bekamen plötzlich dicke Bäuche, viele platzten. Schlimme Mauerrisse entstanden, Wände und Fußböden verschoben sich so, daß man an die Zerrbilder eines Spiegelkabinetts erinnert wird. In letzter Zeit wurde sogar eine verkehrsreiche Straße für den Autoverkehr gesperrt, der Fußgänger darf nur auf der Mittelstraße gehen. Häuser in Leichtbauweise Die Stadt will die gefährdeten Altbauten im Senkungsgebiet abreißen und neue Häuser in Leichtbauweise errichten, Häuser, die auf hydraulische Pressen gesetzt sind, mit denen man die abrutschenden Häuser wieder ins Lot bringen kann. Aber die Verwirklichung dieses Planes kostet sehr viel Geld. Nun ist Hausbesitzer Rosenbrock zum Schrittmacher geworden. Um sein am Rand des Senkungsgebietes liegendes, zweistöckiges Haus vor der Spitzhacke zu retten, hat er die Hauskante des bedrohten Teiles auf eine Oldruckpresse gesetzt. Sie arbeitet nach dem Prinzip eines Wagenhebers und kann 50 Tonnen heben. Bei Rosenbrock braucht sie allerdings nur eine Last von 30 Tonnen zu stemmen. Die Bedienung ist so einfach wie bei einem Wagenheber. Ein paar Pumpgriffe an dem Handhebel— schon hat Herr Rosenbrock das Haus wieder in die rechte Lage gebracht. Kein schlechter Scherz Wenn Mutter Rosenbrock also wirklich sagt:„Vater, geh' mal das Haus hochpumpen!“ danni ist das kein schlechter Scherz, sondern eine— wenn auch zunächst unglaublich klingende— Tatsache. Nicht immer werden Rosenbrocks durch Gebälkknistern und Mauerknacken gewarnt. Geringfügige Verschiebungen, die kaum spürbar sind, können Rosenbrocks an der Wasserwaage ablesen, die im Haus aufgehängt ist. Das Einziehen von eisernen Trägern unter die geborstenen Mauern, das Montieren und Verankern der Oldruckpresse kostete natürlich eine Stange Geld.„Aber immerhin, es war noch billiger, als abreißen und neu bauen!“ meinen die Rosenbrocks, die an ihrem alten Stammhaus am Lüneburger Lambertiplatz hängen. „Bauten schneller genehmigen“ Siegen.— Im nordrhein-westfälischen Wiederaufbauministerium würden gegenwärtig Erfahrungen geprüft, die die Vereinigten Staaten und Frankreich gemacht hätten, um das Baugenehmigungsverfahren zu kürzen, Tresor sachgemäß aufgeschweißt Geldschrankknacker brachen in Oberammergauer Rathaus ein Es fehlte an Würze Auf dem Mittagstisch des Einwohners Heinrich Sienknecht in Neumünster— immer war das Salz feucht und damit eine gleichmäßige Salzung der Speisen nicht gewährleistet. Er wußte sich zu helfen und will es nun auch den anderen Haushalten in der Bundesrepublik raten, wohlgetrocknetes Salz für die Zubereitung der Speisen auf diese Weise zu gewinnen. Ein kleiner Salznapf ist in den Deckel des Tee-Kessels eingebaut und wird von der hohen Temperatur trocken gehalten — nun schmeckts wieder. Oberammergau.— Aus dem Kassenschrank des Oberammergauer Rathauses wurden in der Nacht zum Dienstag 1500 Mark geraubt. Wie die Polizei dazu mitteilte, war der Geldschrank sachgemäß aufgeschweißt worden. Es wird vermutet. daß die Täter zu einer motorisierten Einbrecherbande gehören. „Das ist uns zu wenig“ Wiedenbrurk.— Auf der nächtlich einsamen Straße bei Herzebrock im Kreis Wiedenbrück wurde ein Passant von zwei unbekannten Männern angehalten und aufgefordert, sein Bargeld herauszugeben. Der Überfallene kehrte seine leeren Taschen um und zeigte seine Geldbörse, in der sich genau 85 Pfennig befanden. Mit der Bemerkung„Das ist uns zu wénig. Sie können nach Hause gehen“ entfernten sich die unbekannten Straßenräuber. Kinder steckten Haus in Brand Detmoia.— In Klüt im Kreis Detmold brannte ein zweistöckiges Wohnhaus bis auf die Grundmauern nieder. Zwei Familien wurden obdachlos. Wie die polizeiFünf Turnierpferde verbrannt „Sternschnuppe“ konnte aus brennender Scheune nicht gerettet werden Celle.— Bei einem Feuer in der Feldscheune der Celler Baumschule Lochte verbrannten fünf deutsche Turnierpferde, darunter die bekannte sieben Jahre alte dunkelbraune Vollblutstute„Sternschnuppe“(Besitzer Dr. Gohde, Vater der Turnierreiterin Helga Köhler). Dicses Pferd hatte in den letzten Monaten bei Turnieren und Military-Prüfungen zahlreiche Erfolge errungen. Der Wert der fünf Pferde wird auf zehntausend Mark geschätzt. „Sternschnuppe“ allein soll viertausend bis fünftausend Mark gekostet haben. Die Tiere befanden sich in einem Pferdestall in der abgebrannten Scheune. Da der Ausbruch des Feuers sehr spät bemerkt wurde, gelang es nicht mehr, die Tiere aus dem verqualmten Stall zu retten. Auf der Arbeitskonferenz der Dekanatsund Kreisvorsitzenden der katholischen Landjugendbewegung des Bistums Münster in der Jugendburg Gemen wurde von dem Bundeskurat Wissing mitgeteilt, daß die Landesjugendgemeinschaften Europas sich auf einer Tagung in Namur(Belgien) zu einem internationalen Verband zusammengeschlossen haben. Zum neuen Diözesanvorsitzenden wurde Jungbauer Gerhard Scheltewolter gewählt. Ein Notstandszug des Bundesgrenzschutzes aus Hannoversch-Münden erneuerte in dreiwöchiger Arbeit bei der Jugendburg Gemen die Brücken zur Vorburg und von der Burg zur Stadt Gemen. Es kam während der Zeit zu freundschaftlichen Begegnungen zwischen den Grenzjägern und der Burgjugend. Zuchthausstrafen für Einbrecher Gefährlichste Bande der Sowjetzone" Berlin.— Das Östberliner Stadtgericht verurteilte sechs Mitglieder der„gefährlichsten Einbrecherbande der Sowjetzone“ und deren Hehler zu Zuchthausstrafen zwischen viereindrittel und fünfzehn Jahren. Die höchste Strafe erhielt der 28jähriger Kraftfahrer Fritz Kurz. Die Angeklagten gestanden, 272 Fotoapparate und andere optische Geräte sowie 64 000 Zigaretten in HO- und Konsumgeschäften gestohlen zu haben. Die geraubten Waren sollen einen Wert von 300 000 Ostmark haben. Kaninchenpest bei Haltern Haltern. Die Kaninchenpest, Myxomatose, ist nun auch im Bereich des Vestes aufgetaucht. Nach Meinung zuständiger Stellen griff die Seuche aus den Borkenbergen auf das Halterner Gebiet über. teilte der nordrhein-westfälische Wiederaufbauminister Willi Weyer mit. In den Vereinigten Staaten könne ein Bauwilliger die Baugenehmigung bei der Behörde sofort in Empfang nehmen, während man in der Bundesrepublik zum Teil monatelang warten müsse. In den Vereinigten Staaten hafte der Architekt mit seiner Lizenz für die ordnungsmäßige Planung eines Bauvorhabens. In der Bundesrepublik nähmen dagegen die Baubehörden jede kleine Prüfung vor. 13 000 Teilnehmer am Berufswettkampf in NRW Dortmund. An dem am Sonntag im Bundesgebiet veranstalteten Berufswettkampf der deutschen Angestellten-Gewerkschaft haben sich aus Nordrhein-Westfalen rund 13 000 Jungen und Mädchen beteiligt, teilte die DAG-Bezirksleitung in Dortmund mit. Damit sei die Teilnehmerzahl gegenüber dem Vorjahr um 4600 gestiegen. Die Elementarkenntnisse der Teilnehmer haben sich nach den Feststellungen der DAG wesentlich verbessert. Die Endergebnisse stehen noch nicht fest, da die Arbeiten noch nicht zensiert sind. „Alweg-Bahn" schon dieses Jahr Bonn.— Der schwedische Millionär Axel Wenner-Gren erklärte in Stockholm, mit dem Bau der ersten„Alweg-Bahn“ werde vielleicht schon in diesem Jahr in Deutschland begonnen. Wenner-Gren, der sich eine Woche lang in der Bundesrepublik aufhielt und mit Bundeskanzler Dr. Adenauer und Bundeswirtschaftsminister Professor Erhard verhandelte, sagte, die Frage der Finanzierung des Projekts sei noch nicht gelöst, er hoffe aber, daß noch vor Weihnachten eine Lösung gefunden werden könne. Brandstifter aus Ehrgelz Oldenburg.— Aus falschem Ehrgeis hat der 26jährige Feuerwehrmann Hans Lemke in Stuhr(Landkreis Oldenburg) mehrere Brände angelegt, die einen Schaden von 100 000 Mark verursachten. Lemke gab bei seiner Vernehmung an, er sei immer mit Lust und Liebe bei der Sache gewesen und habe bedauert, daß er sich nie in einem„Ernstfall“ hervortun- konnte. Darum habe er mit brennenden Zigaretten selbst Brände angelegt. Als einer der ersten war er dann an der Brandstelle und setzte sich bei den Löscharbeiten vorbildlich ein. Räuber erbeuteten 20000 Mark Einbruchsserie in Sparkassen— Geldschrank durch das Fenster„gereicht“ lichen Ermittlungen ergaben hatten zwei fünfjährige Kinder mit Streichhölzern auf dem Boden gespielt und den Brand verursacht. Grober Unfug bei Justitia Düsseigori— Im Landgerichtsgebäude Düsseldorf waren in einem Sitzungssaal die Richterstühle ineinandergesetzt, der Tisch des Staatsanwaltes umgestülpt und der„Kasten“ der Anklagebank in die äußerste Ecke des Saales geschoben. Auch die Bänke für Zuhörer waren ineinandergeschoben worden. Der Richtertisch stand noch, da er am Boden befestigt ist. Wer diese Unordnung verursachte, ist bisher noch nicht geklärt. „Von Herzen verspreche ich.. Detmold.„Herr Richter, von Herzen verspreche ich, 50 Mark monatlich zu zahlen. Gott allein aber weiß, ob ich der Vater bin“, erklärte ein 42jähriger Litauer vor dem Detmolder Einzelrichter. Der Mann, der früher im Ausländerlager Augustdorf(Senne) ansässig war, muß für zwei uneheliche Kinder aufkommen. Sobald jedoch Lohnpfändungen erfolgten, gab der Angeklagte die Arbeit auf, so daß es nicht möglich war, die Unterhaltsgelder einzukassieren. So stand Nikolaus nun vor dem Gericht und beteuerte, zahlen zu wollen. Der Einzelrichter schenkte seinen Beteuerungen, jetzt zahlen zu wollen, Gehör und setzte das Verfahren ein halbes Jahr aus. Pönitz(Schleswig-Holstein).— 20 000 Mark erbeuteten Sparkassenräuber, die in der Nacht zum Dienstag in die Sparkasse bei Pönitz(Kreis Eutin) einbrachen. Es ist der fünfte Einbruch in ein schleswigholsteinisches Geldinstitut in zwei Monaten. Die bereits vor Wochen gebildete Sonderkommission für Sparkasseneinbrüche der Kriminalpolizei Kiel hält sich seit Dienstagfrüh am Tatort auf. Wie die Sonderkommission der Kriminalpolizei ermitteln konnte, haben die Täter in Pönitz einen fünf Zentner schweren Geldschrank aus dem Fenster auf die Straße manövriert und ihn dort vermutlich in ein bereitstehendes Kraftfahrzeug verladen. Die Polizei vermutet, daß es dieselben Täter waren, die die Bankeinbrüche der letzten zwei Monate in Schleswig-Holstein verübten. Bereits in zwei Fällen waren hierbei Geldschränke aus den Kassenräumen abtransportiert worden. Die Serie der Einbrüche begann am 26. August, als in der Kreissparkasse von Henstedt(Kreis Segeberg) aus einem Panzerschrank 7000 Mark entwendet wurden. In keinem dieser Fälle ist es bisher gelungen, die Täter dingfest zu machen. Die Sonderkommission der Kieler Kriminalpolizei soll prüfen, ob Zusammenhänge zwischen diesen und anderen noch nicht aufgeklärten Kasseneinbrüchen im Bundesgebiet bestehen. demokrat, 2. Stellvertreter wieder ein Zentrums-Stadtverordneter. Münsters OB wiedergewählt Münster. Der Oberbürgermeister von Münster, Dr. Busso Peus(CDU) wurde vom Rat der Stadt Münster mit 31 von 37 abgegebenen Stimmen wiedergewählt. 1. Stellvertreter wurde wieder ein SozialSonderpostwertzeichen der Bundespost Die Deutsche Bundespost bereitet die Herausgabe einer Serie Sonderbriefmarken vor. deren Erlös aus den Zuschlägen an die Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege abgeführt werden sollen. Unser dpa-Bild zeigt oben links: 7+3 Pf-Marke mit dem Bildnis von Käthe Kollwitz, Farbe braun. Oben rechts: 20+10 Pf-Marke mit Johann Friedrich Oberlin, Farbe rot.— Unten links: 10+5 PfMarke mit Lorenz Werthmann, Farbe grün, und unten rechts: 40+10 Pf-Marke mit dem Bild von Bertha Pappenheim, Farbe blau. Von 952 Pfarrstellen 93 unbesetzt Tätigkeitsbericht der Evangelischen Kirche von Westfalen Bethel.— Die Beratungen der in Bethel tagenden Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen wurden mit einem Tätigkeitsbericht von Präses D. Wilm über das zurückliegende Jahr eingeleitet. Er zeichnete auf Grund einer Umfrage bei den Superintendenten aller Kirchenkreise ein Bild von der gegenwärtigen organisatorischen und geistlichen Situation der westfälischen Kirche und ihrer mannigfaltigen Werke. Im Zusammenhang mit der kirchlichen Bautätigkeit, die auch im vergangenen Jahr gefördert werden konnte, teilte Präses D. Wilm mit, daß 1953/54 im westfälischen Raum insgesamt 35 neu errichtete oder wiederaufgebaute Kirchen, daneben eine ganze Anzahl anderer kirchlicher Gebäude ihrer Bestimmung übergeben wurden. In seinem Tätigkeitsbericht vor der Landessynode gab D. Wilm ferner bekannt, daß die Akademie der Evangelischen Kirche von Westfalen, die bisher in Hemer untergebracht war, demnächst nach Iserlohn verlegt werden wird. Das Christopherus-Stift wird in Hemer verbleiben. Den wachsenden Anforderungen entsprechend, wurden seit November 1953, so berichtete D. Wilm weiter, innerhalb der Landeskirche 36 neue Pfarrstellen eingerichtet, vor allem in den westfälischen Diaspora- und Industriegebieten, in denen die Kirche vor immer neue Aufgaben gestellt werde. Andererseits müsse aber auch festgestellt werden, daß von den insgesamt 952 Pfarrstellen zur Zeit 93 unbesetzt seien. In diesem Zusammenhang wies D. Wilm auf das ernste Problem des mangelnden theologischen Nachwuchses hin, für den sich auch die Gemeinden selbst verantwortlich fühlen müßten. Im Mittelpunkt der weiteren Beratungen der Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen stand am Dienstag ein Vortrag von Prof. D. Wendland aus Kiel über das Haupthema der Tagung „Die Verkündung der Kirche heute“.(epd) Terrier„bewacht" Diebesgut Über 100 gefälschte Pässe sichergestellt— Umfangreiches Diebeslager Rendsburg. Ein umfangreiches Diebesgutlager, zu dem auch ein schwarzer Scotch-Terrler und über einhundert mit einem Spieldruckkasten gestempelte Pässe gehörten, hat die Rendsburger Kriminalpolizei in einem Walde bei Hohn(Kreis Rendsburg) bei der Fahndung nach einem jungen Ehepaar entdeckt. Der 32jährige Hans Maier und seine 27jährige Ehefrau Hilde stehen in dem Verdacht, dieses Lager angelegt zu haben. Sie werden noch gesucht. In dem Diebeslager war ein„OpelKapitän“ untergebracht, der aus einem Diebstahl in Monschau(Eifel) stammt. In dem Auto stellte die Polizei zehn Pässe der Bundesrepublik und 91 Blankopässe sicher, die aus einem Ordnungsamt im Landkreis Harburg gestohlen worden waren. Einer der Pässe, mit dem das Ehepaar zuletzt gereist sein soll, lautet auf den Namen Georg A. Baublitz und Brunhilde Baublitz. Das Lager enthielt Diebesgut, das in seiner Vielfalt von einer elektrischen Nähmaschine bis zum Eingemachten reichte. Jagd mit Falk und ftabicht Im Rahmen der Internationalen Jagd- und Sportfischereiausstellung zeigte der„Deutsche Falkenorden“ in Neurath bei Düsseldorf ein Schaubeizen. Der„Deutsche Falkenorden“, Bund für Falknerei, Greifvogelkunde und Greifvogelschutz, betreibt die Jagd mit Falk und Habicht unter dem Leitwort:„Wir jagen nicht der Beute wegen, sondern um des Schönen willen bei der Jagd“. Der Habicht wird heute vor allem zur Jagd auf Karnickel und Hasen abgetragen. Mit Falken beizt man auf Rebhühner, Fasanen und Krähen, Hat der Beisvogel Erfolg auf seiner Jagd gehabt, also ein Karnickel, einen Hasen, ein Rebhuhn oder Krähe geschlagen, bleibt der Habicht auf seiner Beute stehen, der Falke geht mit seiner Beute zu Boden. In jedem Fall muß der Falkner zu dem auf der Beute stehenden Beizvogel eilen, um selbst die Beute in Besits zu nehmen. Kein Beizvogel bringt die Beute zum Falkner. Unser Bild zeigt einen Habicht, der auf einem soeben geschlagenen Karnickel steht. Regelmäßige Kunstausstellungen veranstaltet das Stadttheater Krefeld in dem großen Foyer des vor zwei Jahren neuerbauten Hauses. Zur Zeit sieht man dort Bühnenbildentwürfe von Professor Cesar Klein. Eine Ausstellung von Plakaten und Prospekten der deutschen Bühnen unter dem Motto„Theater und Werbung“ und eine Ausstellung von Arbeiten von Hein Heckroth, der augenblicklich wieder in Deutschland tätig ist. wird geplant. In den Ausstellungsräumen des Deutschen Klingenmuseums in Solingen wurde eine Ausstellung von Ölgemälden und Aquarellen des Düsseldorfer Malers Professor Heinrich Hermanns(1862—1942) eröffnet. Im oldenburgischen Teil des Bistums Münster, in Holdorf, werden die Missions-Dominikanerinnen in Kürze eine Niederlassung errichten. Sie soll zum Zentrum des weiblichen Missionsnachwuchses für Südafrika werden. Das Mutterhaus der Kongroation befindet ssch in Schlehdorf(Bayern). Mit Rote Erde Hamm Westfalens Schwimmerauswahl gegen Ostholland Bocnum.— Mit der Europameisterin Ursula Happe(Dortmund), dem deutschen Rückenmeister Bernd Strasser(Hamm), den Hallenmeistern Gisela von Netz (Bochum) und Walter Kruschinski(Gladbeck) sowie der Deutschmeister-Sieben von Rote Erde Hamm als herausragenden Kräften hat Westfalen für den Schwimm-Kampf gegen Ostholland am 30. Oktober in Appeldoorn und am 31. Oktober in Arnheim eine starke Mannschaft aufgestellt. Im einzelnen werden die westfälischen Farben durch folgende Kräfte vertreten: „Fliegender Torwart“ des Hamburger Sportvereins Durch einen schwer erkämpften 5:3-Sieg über Eintracht Braunschweig baute der HSV in Hamburg am Rothenbaum seine Spitzenstellung in der Oberliga Nord aus. Der Jüngste der deutschen Nationalelf, Uwe Seeler, war mit drei Toren entscheidend beteiligt. Unser Bild zeigt: In„fliegendem“ Einsatz verhindert der Hamburger Schlußmann Schnoor vor Patzig(Braunschweig) ein fast sicheres Tor. In Appeldoorn: Herren: 100 m Rücken: Strasser, Himmen; 200 m Brust: W. Kruschinski, Beyer; 4 mal 100 m Kraul: Franke, Merz, Kirstein, Rüdiger; Kunstspringen: Ernst, Knakstedt.— Damen: 100 m Rücken: Duda. Geck; 100 m Butterfly: Happe, Gesenhaus; Kunstspringen: Macatis, Eckstein; 4 mal 100 m Kraul: Mörsch, Rudolf, Witte, v. Netz; 4 mal 100 m Brust: Roddau, Kligge, Köhler, Happe. Wasserball: Rote Erde, Hamm. In Arnheim: Herren: 100 m Kraul: Rüdiger, Kirstein; 100 m Butterfly: W. Kruschinski, Wieding; Kunstspringen(Kür): Ernst, Knakstedt; 4 mal 100 m Brust: W. Kruschinski, S. Kruschinski, Wieding, Heina; 4 mal 100 Lagen: Strasser, W. Kruschinski, Wieding, Rüdiger.— Damen: 100 m Kraul: Witte, v. Netz; 200 m Brust: Köhler, Happe; Kunstspringen(Kühr): Macatis, Eckstein; 4 mal 100 m Lagen: Dudda, Köhler, Happe, v. Netz. Wasserball: Rote Erde, Hamm. Tag der Ausgleiche Rennen in Neuß, 27. Oktober Neuß. Der vorletzte diesjährige Renntag am Neußer Obertor bringt bei 92 Startern in acht Prüfungen starke Felder an den Start und sieht vier Ausgleiche, davon einen auf der Jagdbahn, vor. Die interessanteste Entscheidung ist das traditionelle Pulchra-Nussia-Rennen(3700 DM, 1600 m), in dem wir Ama(J. Starosta) vor Ostasiate(F. Drechsler) und Gigerl(A. Lommatzsch) den Vorzug einräumen. Voraussagen: 1. R.: Bojar— Helios— Nimrod. 2. R.: Wüstenkönig— Suomi— Fair Play. 3. R.: Gotin— Leopard— Agonist. 4. R.: Marconi— Sonnenschein— Simone. 5. R.: Ama— Ostasiate— Gigerl. 6. R.: Kikov— Auditor— Fluidum. 7. R.: Irabene— Stafette — Claret. 8. R.: Palisander— Vagabund— Brandung. Trabrennen in Recklinghausen Donnerstag, 28. Oktober, 17 Uhr Recklinghausen. Der letzte Öktober-Renntag des Trabrennvereins Recklinghausen steht im Zeichen starker Felder. Besonders interessant wird der Renntag durch die Starts mehrerer Pferde aus Berlin, Hamburg und München werden. Mittelpunkt des Tages ist das über 2400 Meter führende MuscletoneRennen. In dieser Steherprüfung könnte der aus Berlin entsandte Fackeljunge zum Siege kommen. Seine schärfsten Gegner sind Justinian, der auf dieser Strecke immer seine besten Rennen läuft, Noster und die Münchener Faro und Wirbelwind. Voraussagen: 1. R.: Emspeter— Milanda— Mutwille— Wien. 2. R.: Maud Hanover— Unerreicht— Georgette— Augustin. 3. R.: Eris— Halfa— Jambus— Pik As. 4. R.: Signore— Orkan— Miß Leonore— Legonore. 5. R.: Fackeljunge— Justinian— Faro— Noster. 6. R.: Cydonie— Lot— Renate— Intendant. 7. R.: Stall Mia— Burgkleine— Glücksschmied— Vikar. 8. R.: Stall Münsterland— Infant— Pfingstmorgen— Sether Deern. 9. R.: Laurel Bush— Ostermaid— Plutaria— Sam. Steckbrief 2 Wir tippen im West-Süd-Block Zum Spiel gegen Spartak Moskau am 9. November hat Englands siebenmaliger Fußballmeister Arsenal bereits 35 000 der 50 000 Stehplatzkarten verkauft. Europameister Heinz Neuhaus erhielt in Nat Fleischers Weltrangliste nach seinem Sieg über Dan Bucceroni den siebten Platz, während der Amerikaner auf den zehnten Rang zurückfiel, der vorher Neuhaus gehörte. 1, TuS Neuendorf— 1. FC Kaiserslautern. Ohne die Gebrüder Walter und Eckel geht der 1, FCK einen schweren Gang zu den erheblich verbesserten Neuendorfern. Vorige Saison: 0:1, 1:6. Punktestand: Neuendorf 11:7, 1. FCK 18:0. Letzte Spiele: Worms— Neuendorf 1:1; 1. FCK — Pirmasens 2:0. Unser Tip: 2. 2. SpVg Fürth— Eintracht Frankfurt. Wesentliche Unterschiede in der Spielstärke sind nicht festzustellen. Vorige Saison; 1:1, 1:2. Punktestand: Fürth 10:6, Eintracht 11:5. Letzte Spiele: BC Augsburg— Fürth 5:3; Eintracht— Schweinfurt 2:0. Unser Tip: 1. 3. Alemannia Aachen— 1. FC Köln. Beide Mannschaften haben enttäuscht. Bei Aachen ist die Deckung schwach. Köln hofft, einige Verletzte wieder einsetzen zu können. Vorige Saison: 1:1, 1:2. Punktestand: Aachen 6:10, Köln 7:9. Letzte Spiele: Duisburg— Aachen 3:2: Schalke— Köln 2:1. Unser Tip: 0. 4. Schalke 04— Duisburger SV. Die Schalker haben sich wieder gefunden. Neuling Duisburg hält sich in der Oberliga ausgezeichnet. Punktestand: Beide 9:7. Letzte Spiele: Schalke— Köln 2:1; Duisburg— Aachen 3:2. Unser Tip: 1. 5. FK Pirmasens— Wormatla Worms. Infolge Verletzungen hat Pirmasens erhebliche Sorgen. Es geht um den zweiten Platz. Vorige Saison: 3:1, 4:2. Punktestand: Pirmasens 15:3, Worms 16:2. Letzte Spiele: 1. FC Kaiserslautern— Pirmasens 2:0; Worms— Neuendorf 1:1. Unser Tip: 1. 6. FSV Frankfurt— Kickers Offenbach. Beide Mannschaften sind in guter Form. Vorige Saison: 1:1, 2:3. Punktestand: FSV 11:5, Offenbach 9:7. Letzte Spiele: Nürnberg— FSV 0:0; Offenbach— Karlsruhe 1:0. Unser Tip: 1. 7. Meldericher SV— Schwarzweiß Essen. Die Meidericher haben machgelassen, während Schwarzweiß gut spielte. Vorige Saison: 2:1, 1:3. Punktestand: Meiderich 6:10, SW Essen 11:5. Letzte Spiele: Düsseldorf— Meiderich 6:3. Dortmund— SW Essen 0:1. Unser Tip: 2 8. Schwaben Augsburz— 1. FC Nürnberg. Bel den heimstarken Schwaben ist für den Club (ohne Morlock) wenig zu holen. Punktestand: Schwaben 9:7, 1. FCN 8:8. Letzte Spiele: Mannheim— Schwaben 2:2; Nürnberg— FSV Frankfurt 0:0. Unser Tip: 0. 9. Preußen Dellbrück— VfL Bochum. Beide Mannschaften weisen Verletzte auf. Vorige Saison: 1:4, 1:3. Punktestand: Beide 8:8. Letzte Spiele: Dellbrück— M.Gladbach 5:1; Bochum — Sodingen 1:2. Unser Tip: 1. 10. VfB Stuttgart— SSV Reutlingen. Barufka fällt beim VfB auch weiterhin aus. Neuling Reutlingen ist eine der stärksten Mannschaften geworden. Punktestand: VfB 8:8. Reutlingen 11:5. Letzte Spiele: Regensburg— VIB 2:0, Reutlingen— München 4:0. Unser Tip: 1. 11. Borussia Dortmund— Fortuna Düsseldorf. Sandmann und Koschmieder werden bei Borussia fehlen. Auf der anderen Seite ist'der Einsatz von Turek fraglich. Vorige Saison: 3:2. 2:3. Punktestand: Dortmund 7:9, Düsseldorf 6:10. Letzte Spiele: Dortmund— SW Essen 0:1. Düsseldorf— Meiderich 6:3. Unser Tip: 1. 12. Mainz 05— 1. FC Saarbrücken. Die Gäste sind höher einzuschätzen, müssen aber Verletzte ersetzen. Vorige Saison: 3:0, 3:3. Punktestand: Mainz 8:10, 1. FCS 15:3. Letzte Spiele: Phönix Ludwigshafen— Mainz 2:0, 1. FCS— Frankenthal 6:3. Unser Tin: 2. 13. Hessen Kassel— VIR Mannheim. Unser Tip: 1. 14. Bayer Leverkusen— Preußen Münster. Unser Tip: 1. Was zahlt der Toto? Endgültige Quoten des West-Süd-Blocks Zwölferwette: 1. Rang: 580 Gewinner je 1 231,10 DM 2. Rang: 10 450 Gewinner je 68,10 DM 3. Rang: 82 451 Gewinner je 8,50 DM Zehnerwette: 1. Rang: 815 Gewinner je 456,50 DM 2. Rang: 12 806 Gewinner je 28,90 DM 3. Rang: 88 863 Gewinner je 4,00 DM Steines in Jahresbestzeit Zwölf Siege in Nagoya Nagoya(Japan). Beim achten Japanstart in der Millionenstadt Nagoya verbesserte Hürdenmeister Bert Steines mit 24,3 Sek. seine deutsche Jahresbestzeit über 200 Meter Hürden um 0,1 Sek. Vor 25 000 Zuschauern gab es 12 deutsche Siege. Neben Bert Steines erreichten auch Herbert Schade mit 8:23,6 Min. über 3000 Meter und die Schwedenstaffel(mit Fütterer, Ulzheimer, Geister, Dohrow) in 1:54,9 Min. Leistungen, die bisher auf der Japanreise nicht erzielt wurden. Die weiteren deutschen Siege holten Fütterer(100 Meter in 10,5 Sek.), Geister(200 Meter in 21,7 Sek.), Ulzheimer(400 Meter in 48,9 Sek.), Lawrenz(800 Meter in 1:55,4 Min.), Lueg (1500 Meter in 3:53,4 Min.), Bähr(Hochsprung 1,93 Meter), Steines(110 Meter Hürden in 14,8 Sek.) und Oweger(14,09 Meter im Kugelstoßen, 45,93 Meter im Diskuswerfen). Carrara/Forlini starten 16 Mannschaften im Sechstagerennen Dortmund.— Das 13. Dortmunder Sechstagerennen(29. Oktober bis 4. November) wird sicher eine der kampfreichsten 145Stunden-Fahrten in der Westfalenhalle werden, Unter den 16 Mannschaften ragen die Sieger von Berlin, Carrara/Forlini (Frankreich), die Vorjahrssieger von Dortmund. Gillen/Terruzzi(Luxemburg/ Italien), die„fliegenden Holländer“ Schulte/ Peters, Bruneel/Acou(Belgien) und die Schweizer Roth/Bucher, die am Sonntag in Zürich Koblet/ von Büren beim Europakriteriums-Vorlauf glatt schlugen, heraus. Dazu kommen noch die beiden deutschen Spitzenpaare Hörmann/Preiskeit und O. Ziege/Holzmann, die gewiß in der Spitzengruppe zu finden sein werden. Plantaz/Bintner, van Vliet/Schürmann, Decorte/Vopel(der Dortmunder fährt zum letzten Male in seiner Heimatstadt), Müller/Schorn, Rupprath/Kremer, Zoll/Weinrich, Petry/Schiller, Liebelt/ Siefert und die Neulinge Gieseler/Donicke sind die übrigen Fahrer. Gordon-Bennett-Rallye Zuverlässigkeits-Wettbewerb im Taunus Frankfurt(Main). Die Auto-Rallye GordonBennett vereinte 184 Zuverlässigkeitsfahrer zur letzten Prüfungsfahrt in der deutschen Tourenwagen-Meisterschaft. Die Sternfahrt über rund 500 km bot nur den Fahrern aus Nord- und Westdeutschland einige Schwierigkeiten, da diese fast auf der gesamten Strecke mit Regen und Nebel zu kämpfen hatten. Dagegen waren die in Süddeutschland gestarteten Teilnehmer mit teilweise einstündigem Vorsprung an der Zeitkontrolle in Königstein, wo sich alle Routen vereinigten. Auf der letzten Etappe von Königstein nach Bad Homburg über den Feldberg gab es allerdings durch Nebel viele Strafpunkte. Als zweiter Teil der Rallye wurde eine Regelmäßigkeitsprüfung auf der klassischen Gordon-Bennett-Rennstrecke ausgetragen, der sich eine Zuverlässigkeitsfahrt anschloß. Den Abschluß bildete ein Bergrennen zum Feldberg. 49 Gold- und 36 Silbermedaillen wurden vergeben, während die Siege in den beiden Wertungsgruppen an Hopfen/Schröder(Frankfurt) auf DKW (Touren-) und Bruns/Steinrück(Frankfurt) auf Porsche(Grand Tourisme-Wagen) gingen. IM TELEGRAMMSTH Die Irlandreise der deutschen Boxstarfel bringt neben dem offiziellen Länderkampf am 29. Oktober in Dublin weitere Starts in den Provinzorten Drogheda(2. November) und Killkenny(3. November), bei denen je fünf deutsche Boxer antreten werden, und zum Abschluß am 5. November in Dublin ein Trefien gegen eine starke irische Auswahl. Im Dellbrücker Spiel am kommenden Sonntag wird der VfL Bochum Mittelläufer Bunzendahl und Innenstürmer Schirmacher nicht zur Verfügung haben. Bunzendahl erlitt eine Bänderscheibenverletzung und liegt 14 Tage in Gips, und bei Schirmacher wurde ein Mittelfußknochen angebrochen. Das von der Platzsperre Preußen Münsters betroffene Meisterschaftsspiel der 1. Liga West am 7. November zwischen Münster und dem Meidericher SpV wird in der Jahnkampfbahn zu Hamm ausgetragen. Schwergewichtsboxer Hans Kalbfell(BS 49 Hagen-Haspe), mehrfacher Westfalenmeister und Nationalmannschaftsboxer, wird nach bestandener Prüfung als Metzgermeister jetzt das Training wieder aufnehmen. „Die beiden Scharten von Silverstone und Barcelona werden nur anspornend auf die Techniker und Arbeiter wirken“. erklärte Daimler-Benz A. G. in einer offiziellen Erklärung. Eine Reihe ausgezeichneter deutscher Erfolge brachte der große Rallye des Belgischen Automobil-Clubs mit drei Klassensiegen: Meier/Piret(BMW) bis 1000 ccm, Strähle/Wencher(VW) bis 1300 ccm und Reip/Bevens(BMW) über 1600 ccm. Darüber hinaus holten sich die Belgier van Loo/Frau Tassiaux den ersten Platz bei den Wagen bis 1600 ccm am Steuer eines Porsche. Federgewichts-Weltmeister Sandy Saddler(USA) schlug in Paris den Europameister Ray Famechon(Frankreich) in einem Nichttitelkampf. Bei den Weltmeisterschaften im Rollschnellauf konnte Italien in Bari auch die letzten drei Wettbewerbe über 1000 m und 20 000 m(Eerren) sowie 500 m(Damen) gewinnen. Die Azzurri gewannen damit alle sieben Weltmeistertitel. Beim Reitturnier in Harrisburg(USA) siegte im Mannschafts-Jagdspringen die Heeresvertretung Mexikos vor USA, Spanien, Kanada und Deutschland. Erich Retter(VfB Stuttgart), mit dem Herberger für das Englandspiel gerechnet hatte, muß wegen seiner alten Verletzung am Oberschenkel noch mehrere Monate aussetzen. Der Wasserball-Rekordinternationale Itze Gunst(Wasserfreunde Hannover) stiftete einen Pokal, den die Verbands-Mannschaften alljährlich in der Hallenspielzeit in einem Turnier ausspielen. Das erste Turnie: wird am 13./14. November in Hannover durchgeführt. Ascaris einziger Punkt Er fuhr in Barcelona die schnellste Runde Barcelona— Einige Stunden nach Beendigung des in Barcelona entschiedenen Großen Preises von Spanien für Rennwagen stellte es sich heraus, daß nicht der Amerikaner Schell, sondern Alberto Ascari die schnellste Runde gefahren ist(2:20,4 Minuten, gleich 162,2 km/st). Ascari erhielt dafür, obwohl er bereits in der zehnten Runde ausschied, einen Wertungspunkt für die Weltmeisterschaft. Es ist der einzige Punkt, den Alberto Ascari in der diesjährigen Grand-Prix-Saison kassierte. Weltmeister 1952 und 1953, und in diesem Jahr Letzter mit nur einem Punkt: das ist Ascaris Bilanz. Der Italiener setzte sich „zwischen die Stühle“, als er mit Beginn der diesjährigen Grand-Prix-Saison seinen Werkvertrag bei Enzo Ferrari nicht erneuerte und einen Vertrag bei Gianni Lancia abschloß. Doch das Debut der neuen LanciaRennwagen ließ lange auf sich warten. Erst beim Großen Preis von Spanien starteten die neuen Wagen— und fielen aus. Einer dieser Wagen wurde vor. Ascari gefahren. Das Pech dieses Jahres blieb ihm damit treu, denn auch seine Rennen,'die er als Gastfahrer im Großen Preis von Frankreich für Maserati und im Großen Preis von Italien für Ferrari bestritt, endeten mit vorzeitigen Ausfällen. Der einzige Trost für Ascari blieb der Gewinn der ruhmreichen Mille Miglia. WURTSCHAFT UND ARBEIT Ausbleibende Steuerreform erschwert Export Deutscher Kapitalmangel stärkt Konkurrenz/ Langfristige Kredite fehlen Bonn.— Der prozentuale Anteil der Bundesrepublik am augenblicklichen Welthandel beziffert sich auf 5,9 Prozent gegenüber 9,5 Prozent vor dem zweiten Weltkrieg. Während der Anteil der Bundesrepublik, auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet, im Jahre 1953 um 17 Prozent höher lag als im Jahre 1938, stieg er demgegenüber in Großbritannien um 48 Prozent, in Frankreich um 70 Prozent und in den USA sogar um 96 Prozent. Kapitalmangel bringt, größtenteils auf das Ausbleiben einer hinreichenden Steuerreform zurückzuführen, die Ex- und Importeure der Bundesrepublik gegenüber den übrigen Welthandelsmächten ins Hintertreffen. Der Kapitalmangel macht sich ganz besonders dann nachteilig bemerkbar, wenn es sich darum handelt, den ausländischen Käufern langfristige Kredite einzuräumen. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß der Kapitalmangel es sehr oft schwer macht, dann Rohstoffe einzukaufen, wenn sie gerade preisgünstig liegen. So lagerten beispielsweise in den Jahren 1926 bis 1933 in Bremen jährlich durchschnittlich 400 000 bis 700 000 Ballen Baumwolle; im Jahre 1953 nicht einmal 20 000 Ballen. Desweiteren ist es fur die Ex- und Importeure der Bundesrepublik von Nachteil, daß sie die von der Industrie benötigten Rohstoffe häufig nicht direkt, sondern über ausländische Mittelsleute erstehen müssen, 1953 beispielsweise mußte die Bundesrepublik ihren Bedarf an Wolle, Kautschuk, Fetten und Zinn zu über 50 Prozent durch dritte Hand erstehen, ihren Kakaobedarf sogar zu 75 Prozent.(nws) Frankreich verbilligt die Kohle Erwartete Preissenkung führt zu Feierschichten und wachsenden Halden Paris.— Während die Mitgliedschaft zur Montanunion für die Bundesrepublik eine Verteuerung der Kohle mit sich gebracht hat, kann die französische Wirtschaft mit billigerer Kohle rechnen. Damit wird erneut bewiesen, auf welcher Seite die größeren Vorteile beim Zusammenschluß der westeuropäischen Kohlen- und Eisenwirtschaft liegen. Für den französischen Kohlenbergbau bedeutet die bevorstehende Preissenkung allerdings zunüchst schwere Sorgen. Die Industrie hält in Erwartung der billigeren Kohle mit ihren Bestellungen zurück und hat sogar laufende Aufträge widerrufen. Das hat dazu geführt, daß die Haldenbestände im nordfranzösischen Kohlenbergbau immer weiter anwachsen und bereits drei Millionen Tonnen erreicht haben. Zwei neue Feierschichten mußten im Öktober eingelegt werden. Vertreter des Kohlenbergbaues sind beim Produktionsminister vorstellig geworden und haben von ihm die Zusicherung erhalten, sein Ministerium werde noch bis zum. 1. November die notwendigen Schritte unternehmen, um Abhilfe zu schaffen. In einer Veröffentlichung weist die Verwaltung des verstaatlichten französischen Kohlenbergbaus eindringlich auf die Gefahren hin, die aus der Zurückhaltung der Bestelltätigkeit erwachsen können. Wenn zu Beginn des Winters die Bestellungen wieder zunähmen, könne es sehr schwierig werden, die Verbraucher sofort zu beliefern, da die Ausländische Angebote abgelehnt Verkauf der Thyssenbeteiligung an der Gelsenkirchener Bergwerks-AG. Verkehrswege um diese Zeit ohnehin sehr stark belastet seien. Ein starker Frost könne zu schweren Stockungen in der Kohleversorgung der Industrie und der Haushaltungen führen. Irrige Meinung über Fünf-Mark-Münzen Düsseldorf.— Die Landeszentralbank von Nordrhein-Westfalen teilt mit, im Zusammenhang mit der kürzlichen Festnahme von Münzfälschern sei in der Öffentlichkeit die irrige Meinung aufgekommen, daß bei den Münzen zu zwei und fünf Mark die Randinschrift„Einigkeit und Recht und Freiheit“ aufrecht stehen müsse, wenn man sie bei nach oben gekehrter Zahlenseite der Münzen betrachtet. Aus prägetechnischen Gründen könne aber bei einem Teil der Münzen die Randinschrift auch aufrecht stehen, wenn nicht die Zahlenseite, sondern die Adlerseite der Münzen nach oben gekehrt ist. Aus der verschiedenartigen Stellung der Randinschrift können daher keine Schlüsse hinsichtlich der Echtheit oder Nichtechtheit der Münzen gezogen werden. Das neue deutsch-japanische Warenabkommen sieht einen Warenaustausch von 52 Milllonen Dollar in jeder Richtung vor. Das sind sieben Millionen Dollar mehr als das Volumen des alten Abkommens. Die deutschen Börsenvorstände wiesen in München darauf hin, daß trotz der Fortschritte im vergangenen Jahr im Wertpapierumsatz die industriellen Emissionen noch zu gering seien. Die Börsenvorstände sprachen sich gegen die Aufhebung des gespaltenen Körperschaftssteuersatzes aus. Besprechungen über den zentralen Kohlenverkauf im Ruhrgebiet kanden in Luxemburg statt. Die Besprechungen sollen fortgesetzt werden. Düsseldor.— Ungeachtet günstiger ausländischer Angebote haben sich die Erben von Fritz Thyssen im Interesse der deutschen Wirtschaft entschlossen, die Beteiligung der Fritz-Thyssen-Gruppe an der Gelsenkirchener Bergwerks-A. G. an eine deutsche Gruppe zu yerkaufen. Dem Bankhaus Heinz Ansmann in Düsseldorf wurde ein festes Kaufangebot unterbreitet. Eine von diesem Bankhaus in Gemeinschaft mit Herrn Abs zusammengestellte deutsche Gruppe— und zwar eine Anzahl von Banken unter Führung der Rheinisch-Westfälischen Bank, von Versicherungsgesellschaften sowie ein Industrieunternehmen— ist in die vorerwähnte Option eingetreten. Starkes Interesse für deutsche Wagen London.— Auf der Londoner internationalen Automobilausstellung begegnen die deutschen Wagen besonders starkem Publikumsinteresse. Die Aufmerksamkeit richtet sich nicht nur auf die bereits bekannten Typen oder besonders ins Auge fallende Modelle, wie den Mercedes 300 SL, sondern auch auf bisher in Großbritannien nur selten gesehene Wagen wie DKW oder BMW. Trotz der gegenüber gleich starken britischen Wagen sehr viel höheren Preise konnte ein deutscher Aussteller alle auf dem Stand gezeigten Wagen bereits vor Eröffnung der Ausstellung verkaufen. Zur weiteren Auflockerung der Schrottmarktlage sollen weitere 500 000 Tonnen Schrott in die Montanunion importiert werden. Wfe ein Niedrige deutsche Elerproduktion Holländische und dänische Eier marktbeherrschend— Kaufinteresse gering Dortmund.— Die niedrige deutsche Eierproduktion wird überwiegend im Erzeuger-Verbraucher-Direktverkehr umgesetzt und kommt über die Wochenmärkte nicht hinaus. Die Sammler der Kennzeichnungsstellen zahlen bei Abnahme ab Hof 21 bis 22 Pf. Im Erzeuger-Verbraucher-Direktverkehr werden für unsortierte Ware 24 bis 25 Pf, für vorsortierte größere Ware bis 28 Pf gesahlt. Im Hauptverbrauchergebiet herrschen holländische Eier und infolge des Londoner Hafenstreiks dänische Eler vor. Vermindertes Kaufinteresse aus Preisgründen seitens der Verbraucher. Die feste Marktlage dürfte vorerst anhalten. Sprecher der Hohen Behörde erklärte, hat sich die Versorgungslage unter dem Einfluß der Importe bereits gebessert, und die Preise seien gesunken. Mit einem weiteren Nachlassen könne gerechnet werden. Rheinisch-Westfällsche Börse An den Wochenmärkten wurden folgende Preise beobachtet: Tendenz: Auf Industrie-Aktien Accu-Hagen 134 b AEG 179½ b Allg. Hoch& Ing.— G Bad. Anilin 196½ b Balcke Masch. 161 b G Bergb.Ew.Ludw.— Br BMW 128½ b Bemberg 122¼ b G Beton& Monier— G Boswau& Knauer— G Buderus 160½ b Burbach 155 b Busch Jaeger 240 G Cassella 250½b Conti-Gummi 197 b Consolidation 138 b Daimler 200 b Dt. Conti Gas 186 b Demag 204 b Dt. Erdöl 153½ b Didier 199 b G Dortm. Aktien 200 G Dortm. Ritter— G Dortm. Union 186 b Dynamit Nobel 202 G Essener Steink. 120 b Farbenf. Bayer 200 b IG Farb. Liqui 43¼ b Feldmühle 203½ G Felten 157½ b Goldschmidt 143 b G Harpener 120½b Hindrichs Auff. 72 G Hochtief— G Höchster Farben 196½ b Hoesch— Kabel Rheydt 195 G Kall-Chemie 185 b Auslandskäufe weiter fest. Phrix-Namens 48½-52½ Karstadt 192 b Kaufhof 203 b G Krefft 84 b Mannesmann 148½ b Mülh. Berg 129¾ b Nordwestd. Hütt. 138½ b Rh. Braunk. 1873 b Rheinstahl 247½ b RWE 184½ bG Rheinmetall 28 Br Rheinpreußen 146¼ b Rheinstahl-Union 148 b Salzdetfurth 185½ b Schering 249½ b Schicss 165 b Schwabenbräu 149¼ b Siemens St. 228 b Siemens Vorz. 222½ b G Stamag 140½ b Ver. Dt. Nickel 165 b Ver. Rumpus 106 b G Ver. Stahlwt 82½ b Wass.-Gelsenk. 163 b( Wintershall 178 b G Zellwald 147 b Bank-Aktien Comm.-B. Liqui 11¼ bG Bankv. Westd. 191 bG Deutsche B. Liqui— G Rh.-Westf. B. 188 b G Dresdn. B. Liqui 14 b G Rh.-Ruhr-B. 189 b G Freiverkehr Chem.-Faser Inh. 116-122 Nordd. Lloyd 47-51 Phrix-Inh. 56-57½ Rh. Kunsts. 102½/-106½ Schulth. St. 32¼-36¼ In den Einzelhandelsgeschäften liegen die Preise 1 bis 2 Pf höher. Die Großfilialgeschäfte bieten Eier der Größenklasse d 10 Stück für 1,70 DM an. Enteneler 21 bis 24 Pf Eisen- und Hüttenwerke 115½; Stahlwerke Bochum 120½; Bergbau Neue Hoffnung 117½; Beteillgungs-Ges. Ruhrort 266; Gutehoffnungshütte Aktienv. 176; Hüttenwerke Oberhausen 136¼; Altenessener Bergwerks 120; Hoesch-Werke 130¼; Industriewerte 120; Bergwerke KönigsbornWerne 122½; Klöckner-Humboldt-Deutz 172; Nordwestdeutsche Hütten 138½; Stahlwerke Südwestfalen 138; August-Thyssen-Hütte 130½; Deutsche Edelstahlwerke 146½; Dortmund-Hörder Hütten 119¼: Gelsenkirchener Bergwerks 126¼; Gußstahl Bochumer Verein 121½; Gußstahl Witten 195; Hamborner Bergbau 117; Handelsunion AG 194; Hüttenwerke Phoenix 147½; Hüttenwerke Siegerland 143; Niederrheinische Hütte 151¼; Rheinische Röhrenwerke 159; Rhein.Westf. Eisen 145½; Ruhrstahl 153: Zeche Erin 216. Übermittelt vom Bankverein Westdeutschland DM-West— DM-Ost Frankfurt am Main. Die Wechselstuben kaufen 475,— DM-Ost für 100.— DM-West und verkaufen 100.— DM-Ost für 22.35 DM-West . Für die Glückwünsche und Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Silberhochzeit sagen wir allen unseren herzlichen Dank. ALFRED BIEKER UND FRAU Anna geb. 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Oktober 1954 in folgenden Gasthöfen 8.00— 8.30 Drolshagen, Bone 9.00— 9.30 Wegeringhausen, Bock 10.00—10.30 Junkernhöh, Stahlhacke 11.00—11.30 Schreibershof, Lüttecke 12.00—12.30 Sondern, Kühn 13.00—13.30 Rhode, Gastreich 14.00—14.30 Listernohl, Beckmann 15.00—15.30 Attendorn, Kaiserhof 8.00— 8.30 Lenne, Grobbel 9.00— 9.30 Milchenbach, Voß 10.00—10.30 Langenei, Schauerte 11.00—11.30 Kickenbach, Uehlhoft 12.00—12.30 Heggen, Rinke 13.00—13.30 Ennest, Vogt 14.00—14.30 Windhausen, Hüttemann 15.00—15.30 Lichtringhausen. Kramer Wollverwertung Coesfeld Auslieferungslager: Franz Fischer Coesfeld(Westf.) Postfach 50 LICHTSPIELTHEATER OLPE Martinstraße 24 Fernruf 249 Mittwoch 16 und 20.30 Uhr Donnerstag 19 Uhr(Hauptfilm 19.30 Uhr) Ein rhythmischer Reigen der Heiterkeit Nach der weltbekannten Operette von Leo Fall Eine bezaubernde Liebesgeschichte! Acht beliebte Hauptdarsteller! Hundert bezaubernde Einfälle! Tausend Takte beschwingter Musik! 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