Gauerländisches Volksblatt Altester Anzeiger des Sauerlandes* Über 100 Jahre Heimat- und Kreisblatt im Kreise Olpe Druck u. Verlag: VERLAGSANSTALT F. X. RUEGENBERG OLPE Anzeigen-Grundpreise: im Anzeigentell 8 Pfg. für 1 mm Höhe in der Kleinspalte(22 mm breit): im Texttell 50 Pfg. für 1 mm Höhe in der Textspalte(62 mm breit) Man fordere Preisliste Nr. 4. Bei Zwangsvergleich oder in Konkursfällen wird jeder Rabatt hinfällig. Gerichtsstand ist Olpe 1. Westf TAGESZEITUNG für Politik, Unterhaltung und Belehrung Verantwortlicher Schriftleiter: PAUL ROBERT ROEDER OLPE Das„S V.“ erscheint täglich(außer sonntags). Monatlicher Bezugspreis: DM 3,50 einschließlich Zustellgeld, bei Postbeziehern DM 3,54 incl. Postbestellgebühren, bet Abholung in unserer Geschäftsstelle DM 3,—. Geschäftsstelle: Olpe. Frankfurter Straße 16. Fernruf 241 und 242. Verlagspostamt: Olpe 1. Westf 119. Jahrgang— Nummer 244 Mittwoch, den 20. Oktober 1954 Einzelverkaufspreis 15 Pf Saar-Endkampf begann Adenauer und Mendès-France unter vier Augen- Bonn erstrebt„große Neuordnung“ Paris.(Korr.) Mit einem 15-Minuten-Gespräch unter vier Augen zwischen Bundeskanzler Dr. Adenauer und dem französischen Ministerprasidenten Mendès-France im Rokoko-Schlößchen La Celle Saint Cloud bei Paris und anschließenden Saarverhandlungen unter Hinzuziehung der Sachverständigen begann gestern die Pariser Konferenzserie, die die Londoner Abmachungen über die Wiederaufrüstung Deutschlands in feste Vertragsform bringen soll. Die Saarverhandlungen werden wahrscheinlich mehrere Tage dauern. Von beiden Seiten zeichnet sich die Absicht ab, die Saarfrage im Rahmen einer großen Neuordnung und durch Verbesserung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich zu regeln. Die Saarfrage soll dabei nur ein Teilstück sein. Kernpunkte der deutschen Vorschläge sind: Eine provisorische Lösung bis zur endgültigen Regelung im Friedensvertrag und Anwendung der Straßburger Charta der Menschenrechte auf die Saar. Die deutschen Überlegungen wirtschaftlichen Charakters sehen vor: Die französischen Wirtschaftsinteressen an der Saar werden nicht angetastet, die Bundesrepublik wird wahrscheinlich aus ihren Überschüssen in der Steuerreform wieder verschoben Bonn.(dpa) Die zweite und dritte Lesung der Regierungsvorlagen zur Steuer- und Finanzreform. die am 3. und 4. November im Bundestagsplenum vorgenommen werden sollte. sind noch einmal verschoben worden. Der Bundestag wird sich voraussichtlich erst in der zweiten oder dritten Novemberwoche abschließend mit diesen Gesetzen befassen. Die Fraktionen wollen die Auswirkungen des sogenannten Neuburger Tarifs genau studieren, um vor allem ihre Stellungnahme zur gemeinsamen Veranlagung von Ehegatten zur Einkommensteuer überprüfen zu können. Parlamentsschlacht in Rom Blutige Schlägereien in der italienischen Kammer Rom.(Korr.) Zu Tumulten kam es gestern in der italienischen Abgeordnetenkammer, als die außenpolitische Debatte mit der Stellung der Vertrauensfrage durch Ministerpräsident Scelba ihren Abschluß gefunden hatte. Der christlichsoziale Abgeordnete Togni hatte den Kommunisten vorgeworfen, daß in ihren Reihen ehemalige faschistische Parteimitglieder seien. Die Kommunisten stürzten sich daraufhin auf die Bänke der Regierungsparteien. Der Kammerpräsident Gronchi bemühte sich vergebens, die Streitenden zur Ordnung zu rufen, und mußte schließlich die Sirenen zum Zeichen der Räumung des Hauses ertönen lassen. Als nach halbstündiger Unterbrechung Kammerpräsident Gronchi die Sitzung fortsetzen ließ, kam es wenige Minuten nach Wiederbeginn zu emner blutigen Schlägerei. Der Abgeordnete Togni setzte seine Erklärung fort und erneuerte seine Vorwürfe gegen die Kommunisten. Darauf brach der Sturm los. Es kam zu einem Kampf aller gegen alle. Wyschinski beharrt auf Vetorecht New York.(Reuter) Der sowjetische Chefdelegierte Wyschinski beharrte bei der Abrüstungsberatung vor der UNO auf dem Vetorecht. Pondichéry wurde indisch Frankreich verzichtet auf seine Besitzungen— Begeisterung in Indien ndische Verwaltung überNeu Delhl.(Korr.) In Neu Deihi unterzeichneten Indien und Frankreich gestern ein Abkommen über die Übergabe der französischen Besitzungen in Indien. Die vier Besitzungen Pondichéry, Mahe, Karakal und Yanaon werden am 1. NoWie wird das Wetter? Kühler Auf der Südselte eines Tiefs, das über das Skagerrak ostwärts zieht. strómt etwas kühlere Meeresluft nach Westdeutschland. Weitere Störungen aus dem Raum um Island folgen nach. Vorhersage für Mittwoch: Nur kurzzeitig aufreißende Bewölkung und gelegentlich schauerartiger Regen. Frische bis starke Südwestwinde. Nicht mehr so mild wie an den Vortagen, Höchsttemperaturen 12 bis 14 Grad. Weitere Aussichten: Erneut unbeständig mit zeitweiligem Regen. ganzen Pariser Konferenzserie angesehen, die am Sonnabend mit der Unterzeichnung der Verträge beendet werden soll. Der Bundeskanzler will bei den Verhandlungen mit den Westmächten erneut die Frage der Wiedervereinigung anschneiden. Europäischen Zahlungsunion Frankreich langfristig Mittel zur Verfügung stellen. Das Projekt der Schiffbarmachung der Mosel soll wieder aufgegriffen werden. Frankreich hält an zwei Grundforderungen fest: Europäisierung des Saargebiets und Beibehaltung der französischsaarländischen Wirtschafts- und Zollunion. Das weitgehend politisch autonome Saargebiet soll der Brüsseler Pakt-Organisation unterstellt werden. Die französische Regierung verlangt aber bereits jetzt eine bindende Erklärung der Bundesrepublik in Richtung der von Frankreich geplanten endgültigen Saarlösung. Frankreich soll bereit sein, im Rahmen neuer französisch-deutscher Wirtschaftsabmachungen auch das Saargebiet stärker dem deutschen Industrieexport und dem deutschen Kapital zu öffnen. Bis in die späte Nacht Nach dem Gespräch unter vier Augen zwischen Adenauer und Mendès-France wurden die engsten Mitarbeiter der beiden Regierungschefs zu den Verhandlungen hinzugezogen. Da Mendès-France damit rechnete, daß sich die Besprechungen bis spät in die Nacht hinziehen, ließ er in dem Schlößchen, in dem einst Madame de Pompadour wohnte, vorsorglich ein Appartement für Dr. Adenauer herrichten. Unterzeichnung am Sonnabend Das Saarproblem wird von allen Beteiligten als die schwierigste Hürde der Koalitionskrise beigelegt? Bonn.(dpa) Die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Bundesministern Schäffer(CSU) und Strauß(CSU) mit den Kabinettsmitgliedern der FDP sind beigelegt, erklärte Bundesminister Strauß gestern in Bonn. Auch bei den Forderungen des BHE zur Aufsicht über die Lastenausgleichsbank zeichne sich eine Kompromißformel ab, der sowohl Bundesfinanzminister Schäffer als auch Bundesvertriebenenminister Oberländer zustimmen könnten. Bundeskanzler Dr. Adenauer habe noch am Montagabend eine Unterredung mit Dr. Dehler gehabt und dabei wahrscheinlich ein„ernstes Wort“ gesprochen. SPANISCHER ADEL IN LISSABON Anläßlich des 18. Geburtstages der ältesten Tochter des spanischen Thronanwärters, der Infantin Maria dei Pilar, hatten sich 4000 Angehörige des spanischen Adels in Lissabon versammelt. Unser Bild zeigt die Infantin Maria del Pilar(zweite von links) neben ihrem Bruder Don Juan Carlos von Bourbon während eines Empfanges Suezkanal-Vertrag unterzeichnet Ein Akt von geschichtlicher Bedeutung— Innerhalb von 20 Mona ten wird die Kanalzone geräumt Kairo.(Reuter) Das britsch-ägyptische Abkommen über die Räumung der Suezkanalzone durch Großbritannien wurde gestern abend im Pharaonensaal des Kairoer Parlamentsgebäudes durch Ministerpräsident Nasser und Staatssekretär Nutting unterzeichnet. Abgeordnete der Neofaschistischen Sozialbewegung eilten den Christlichen Demokraten zur Hilfe. Da es schon nach wenigen Sekunden blutende Gesichter gab, ordneten die„Gefechtsleiter“ an, daß die Verwundeten zwischen den Beinen der Kämpfenden„nach hinten“ gebracht wurden. Die Abgeordneten hatten sich mit Pultklappen und abgerissenen Mikrophonstangen bewaffnet. Immer wieder warfen sich die Saaldiener in das Schlachtgetümmel, um die Parlamentarier zu trennen, jedoch vergeblich. Über dem Schlachtenlärm heulte die Sirene, die der Kammerpräsident erneut ertönen ließ, um damit zum zweiten Male die Zuschauertribüne zu räumen. Nach den bisher veröffentlichten Bestimmungen des Abkommens werden die britischen Truppen innerhalb von 20 Monaten aus der Kanalzone abgezogen. Der letzte britische Soldat soll Agypten im Juni 1956 verlassen haben. Britische Fachleute sollen nach Abzug der Truppen als Angestellte ägyptischer Firmen die technischen Einrichtungen in der Kanalzone in Betrieb halten. Mit diesem Abkommen wird die 72jährige Besetzung der Suezkanalzone durch Großbritannien beendet Großbritannien verpflichtet sich in dem Abkommen, seine im Gebiet des Suezkanals stehenden Streitkräfte in Stärke von etwa 75 000 Mann innerhalb von 20 Monaten abzuziehen. Scharen von jubelnden Agyptern zogen gestern abend durch die Straßen Kairos. Die Polizei gab es schließlich auf, den Verkehr noch in geordnete Bahnen zu lenken. Die Menschen trugen brennende Fackeln und Fahnen durch die Straßen. Überall versicherten Agypter, daß jetzt die Zeit sei, den Engländern die Hand zur Freundschaft entgegenzustrecken. Nehru bei Mao Tse-tung Peking.(Reuter) Der indische Ministerpräsident Nehru traf gestern in Peking mit dem chinesischen Staatspräsidenten Mao Tse-tung zusammen. Nehru war gestern morgen beim seinem Eintreffen auf dem Pekinger Flugplatz vom Ministerprasidenten Tschou En-lai empfangen worden. Der indische Ministerpräsident wird zwölf Tage in China bleiben. Nach einem fünftägigen Aufenthalt in Peking wird er Mukden, Dairen und Anshan im Nordosten des Landes besuchen. Eden zu Pariser Verhandlungen London.(Korr.) Der britische Außenminister Eden gab gestern im Unterhaus der Überzeugung Ausdruck, daß die Pariser Verhandlungen zu einem Erfolg vember in gehen. In Indien hat die bevorstehende Verschmelzung der französischen Niederlassungen mit Indien große Begeisterung ausgelöst. Man hofft, daß das französische Vorbild die Haltung Portugals in bezug auf seine indische Besitzung Goa beeinflussen wird. Es wird betont, daß nun, nach dem Abzug der Engländer und Franzosen aus Indien, die Portugiesen keinen Grund mehr hätten, an ihren Besitzungen in Indien festzuhalten. London.(Reuter) Das Rätsel der CometKatastrophen scheint nach monatelangen Untersuchungen gelöst worden zu sein. Das Ergebnis der Untersuchungen wurde gestern zu Beginn des Untersuchungsverfahrens über die Ursachen des Absturzes der beiden britischen Comet-Düsenpassagier-Maschinen bei der Insel Elba und bei Neapel der Öffentlichkeit übergeben. Der Vertreter der Krone, Sir Lionel Heald, erklärte zu Beginn des Verfahrens, die Wissenschaftler seien zur Überzeugung gelangt, daß die Druckkabinen der Comet-Flugzeuge infolge von Ermüdungserscheinungen an der Metall-Konstruktion mit ungeheurer Gewalt auseinandergerissen wurden. Dabei seien die Passagiere der Maschinen wahrscheinlich im Bruchteil einer Sekunde in den Luftraum hinausgeschleudert worden. Es gebe verschiedene Anzeichen dafür, daß in den Druckkabinen plötzlich eine übergroße, nach oben gerichtete Kraft wirksam geworden sei. Zehn persische Verschwörer erschossen Die ersten Todesurteile durch ein Exekutionskommando vollstreckt Teheran.(Reuter) Zehn zum Tode ver- riefen vor ihrer Hinrichtung:„Unser Blut urteilte Perser, neun Öffiziere und ein wird gerächt werden!“ Zivilist, wurden in den frühen Dienstagmorgenstunden von einem Exekutionskommando in Teheran erschossen. Die Verurteilten waren führend an einer kommunistischen Verschwörung in den persischen Streitkräften betelligt gewesen. Sie schritten trotzig zum Kasernenhof und Die zehn Hingerichteten gehörten zu einer etwa 500 Mann starken kommunistischen Verschwörergruppe, die aus Offizieren und Zivilisten, darunter Technikern der Abadan-Olwerke, bestand. Sie wurden in einer Großrazzia im September verhaftet und der Spionage für die Sowjetunion angeklagt. führen würden. Wenn sich diese Hoffnungen erfüllten, werde er die größte Befriedigung darin finden, daß Deutschland seinen Platz neben Ländern erhalte, die es in der Vergangenheit angegriffen und besetzt habe. So möge sich schließlich aus den Leiden der Vergangenheit Sicherheit für die Zukunft ergeben. Landungsversuch abgeschlagen Taineh.(INS) Zwei nationalchinesische Kriegsschiffe haben am Freitag einen kommunistischen Landungsversuch auf einem Stützpunkt in der Ta-chen-InselGruppe südlich von Schanghai zurückgeschlagen. Die Berichte über das Gefecht wurden erst gestern in Taipeh veröffentlicht. Die Ta-chen-Inseln sind offensichtlich von den Kommunisten als erstes Ziel für eine Landung ausersehen worden. Rätsel der„Comet“-Katastrophen gelöst? Druckkabinen durch Materialermüdungserscheinungen auseinandergerissen Nichts widerspreche dieser Theorie von den Ursachen des Unglücks. Sir Lionel Heald erklärte, Sabotage scheide als Ursache der Abstürze nach seiner Ansicht aus. Sicherheitsmaßnahmen abgelehnt Bonn.(dpa) Bei der Errichtung des Betriebsstofflagers Niedersteden bei Bitburg, das bei der Vorführung von Feuerlöschgeräten am 23. September explodierte, haben die französischen Behörden die Beachtung der deutschen Sicherheitsbestimmungen ausdrücklich abgelehnt. Dies teilte der Sicherheitsbeauftragte Blank auf eine parlamentarische Anfrage der SPD mit. Sibirien soll bevölkert werden Stockholm.(lid) Die Sowjets haben einen neuen Plan zur Besiedlung des dünn bevölkerten Südostens von Sibirien ausgearbeitet. Sie wollen durch eine Gewährung von allerlei Beihilfen Siedler ins Land ziehen. Je weiter ein Siedler nach Östen geht, desto größer ist die staatliche Beihilfe. So erhalten Siedler für die Transbaikalgebiete Zuweisungen im Gegenwerte von 360 Mark für das Familienhaupt und von 90 Mark für jedes Familienmitglied, ferner einen Aufbaukredit bis zu 3000 Mark, von dem der Staat 35 Prozent übernimmt, während der Rest in zehn Jahren rückzahlbar ist. Außerdem gibt es Sonderkredite für den Ankauf von Rindvieh, die innerhalb von drei Jahren zurückzuzahlen sind. Schließlich ist der Siedler für die Dauer von zwei bis fünf Jahren von der Agrarsteuer und den in der UdSSR üblichen Zwangsablieferungen in Naturalien befreit. Der Plan soll in den nachsten drei Jahren durchgeführt werden. Zehn Terroristen getötet Zehn Terroristen wurden getötet und zwei französische Soldaten verwundet bei einem Feuergefecht bei Le Kef, südwestlich von Tunis. Eine Ölleitung soll für die alliierten Streitkräfte zwischen Antwerpen und Trier hergestellt werden. Zwölf deutsche Parlamentarier, darunter Bundestagspräsident Dr. Ehlers, werden vom 8. bis 12. November die jugoslawische Hauptstadt Belgrad besuchen. Sie sind hierzu vom Präsidenten des jugoslawischen Bundesparlaments, Pijade, eingeladen worden. Die Bundesregierung und die Regierung der Philippinen haben diplomatische Beziehungen miteinander aufgenommen. Ein höherer SED-Funktionär wurde am Sonntag im Bezirk Dresden erschossen. Eine Fahndungsaktion nach dem Attentäter ist eingeleitet worden. Der dänische Außenminister teilte gestern in Kopenhagen mit, daß Dänemark die Aufnahme der Bundesrepublik in die NATO gutheiße. Die finnische Regierungskrise ist beigelegt worden, nachdem sich die Führer der Sozialdemokraten und der Bauernpartei auf einen gemeinsamen Plan zur Herabsetzung der hohen Lebenshaltungskosten geeinigt haben. Auf seine Kandidatur verzichtet hat der republikanische Kandidat für die bevorstehenden amerikanischen Kongreßwahlen im Staat Utah. Der Kandidat hatte in seinen Wahlreden mit Heldentaten im zweiten Weltkrieg angegeben. Seine Erzählungen beruhten jedoch, wie er jetzt zugeben mußte, auf Unwahrheiten. Die ersten regelmäßigen Passagierflüge über den Nordpol werden am 15. November von der Skandinavischen Luftverkehrsgesellschaft aufgenommen. An diesem Tage werden gleichzeitig in Kopenhagen und in Los Angeles je eine Maschine aufsteigen. Der pakistanische Ministerpräsident erklärte in Washington, die Gefahr des Kommunismus im Nahen Östen könne durch die Hebung des Lebensstandards bekämpft werden. Elnem Programm für die Bekämpfung von Armut und Krankheit komme die gleiche Bedeutung zu wie einem Kampf gegen militärische Aggression. Länderreform— Zankapfel von morgen Luther-Ausschuß hat viel M:“rial gesammelt— Aber Länderchefs wollen nichts herausgeben Zu den Hoheitsrechten der Bundesrepublik gehört auch die Befugnis, die Grenzen ihrer Länder bestimmen zu können. In Artikel 29 des Grundgesetzes heißt es:„Das Bundesgebiet ist unter Berücksichtigung der landsmannschaftlichen Verbundenheit, der geschichtlichen und kulturellen Zusammenhänge, der wirtschaftlichen Zweckmäßigkeit und des sozialen Gefüges neu zu gliedern. Die Neugliederung soll Länder schaffen, die nach Größe und Leistungsfähigkeit die ihnen obliegenden Aufgaben wirksam erfüllen können.“ Die Ländergrenzen wurden 1946 von den Besatzungsmächten gezogen. Auf geschichtliche, wirtschaftliche und soziale Gesichtspunkte nahmen sie dabei keine Rücksicht. „Schuldig“, aber geistesgestört Gerichtlicher Schlußstrich unter eine Frauentragödie in England einsetzten. Von einer Reform konnte auch bei dieser Methode keine Rede sein. Volksbegehren sollen entscheiden Wenn die Frage der Neugliederung spruchreif wird, kann sich die Bundesregierung auf das Material stützen, das der Luther-Ausschuß in drei Jahren bienenfleißiger Arbeit gesammelt hat. Bonn wird dabei nicht diktatorisch, d. h. unter parteipolitischen Gesichtspunkten verfahren können, sondern die Vorschriften des Artikels 29 beachten müssen:„In Gebietsteilen, die bei der Neubildung der Länder nach dem 8. Mai 1945 ohne VolksabstimLuftbrücke nach London Streik der britischen Hafenarbeiter dehnt sich aus London.(Reuter) Seit Montag werden leicht verderbliche Lebensmittel wie Butter und Käse auf dem Luftwege vom Amsterdamer Flughafen Schiphol nach London gebracht, um die Versorgungsschwierigkeiten durch den Streik zu mildern. Es ist eine regelrechte„Luftbrücke“ eingerichtet worden. Gestern morgen haben 7300 Streikende von 15 Londoner Autobusdepots der Empfehlung der Transportarbeitergewerkschaft Folge geleistet und den Streik beendet. Die mung ihre Landeszugehörigkeit geändert haben, kann binnen einem Jahr nach Inkrafttreten des Grundgesetzes durch Volksbegehren eine bestimmte Anderung der über die Landeszugehörigkeit getroffenen Entscheidung gefordert werden.“ Wir wissen, daß es in allen 1946 geschaffenen Bundesländern so etwas wie eine Irredenta gibt, daß Vereine für die Wiederherstellung der alten Ordnung — man könnte sie auch Unordnung nennen— die Trommel rühren. Wir werden es erleben daß sich in der Pfalz und in Oldenburg, in Lippe und in Braunschweig die zehn Prozent der Wahlberechtigten finden, die über ein Volksbegehren auf eine Volksabstimmung zusteuern. Wir werden es aber auch erleben, daß die „Herrscher“ der jetzigen Länder mit Zähnen und Klauen festhalten, was sie besitzen. Noch ist der Kampf um die Ländergrenzen nicht ausgebrochen. Aber wir können sicher sein, daß sich die Bundesregierung als Schiedsrichter automatisch zwiscne. sämtliche Stühle setzen wird. Delegierten der 20 000 streikenden Omnibusfahrer und Schaffner hatten sich am Montag in einer stürmischen Sitzung der Ansicht der Gewerkschaft angeschlossen, daß es besser sei, vor Verhandlungen mit dem Vorstand der Londoner Transportgesellschaft den Ausstand zu beenden. Im Gegensatz zum Busstreik hat sich die Lage in den Häfen von London, Liverpool und Birkenhead weiter verschärft. Unmittelbar vom Streik bedroht sind jetzt auch die Häfen Southampton und Hull. Der Generalrat des britischen Gewerkschaftskongresses, die oberste Führungskörperschaft der britischen Gewerkschaften, hat gestern den Streik der britischen Hafenarbeiter verurteilt. Wieder Antrag auf Todesstrafe Bonn.(dpa) Der Bundestag wird am 4. oder 5. November den Antrag auf Wiedereinführung der Todesstrafe behandeln, den eine Gruppe von CDU/CSU-Abgeordneten vor einiger Zeit eingebracht hat. Bereits der erste Bundestag mußte sich zweimal mit ähnlichen Anträgen beschäftigen. Im Frühjahr 1950 wurde ein Antrag der Bayernpartei, im Herbst 1952 wurden entsprechende Gesetzentwürfe der DP und der Bayernpartei abgelehnt. Wetterfrösche: Es wird kühler Bis jetzt Sommer in Süddeutschland— Winter in Schweden „Kölnische Rundschau“ G. St. Die Beschlüsse des DGB und der Gewerkschaftsjugend, einen Wehrbeitrag abzulehnen, haben den Sicherheitsbeauftragten veranlaßt, vor Auslandsjournalisten zu erklären, daß eine Wehrmacht ohne oder gar gegen die Arbeiterschaft undiskutabel sei. Der Fehler der„NoskeWehrmacht“, 1919—1932, die von der Arbeiterschaft abgelehnt worden sei, dürfe nicht wiederholt werden. Auch viele Tageszeituagen haben erkannt, wie tief dieses Problem die Gemüter seit London aufgewühlt hat. Ist es noch so, daß nur eine Regimentskapelle durch die Stadt zu marschieren braucht, um alle mitzureißen? Wird der Film„08/15“, der überall verlängert werden muß, nur von Menschen besucht, die ihn ablehnen? Die„Kölnische Rundschau“, die wie keine andere Zeitung dem Bundeskanzler und der CDU nahesteht, hat ihr Ohr an die vox populi gelegt und es sich wahrhaftig nicht leicht gemacht. Sie überschreibt ihren Artikel Mit der Faust in der Tasche“. Sie geht davon aus, daß wir nicht wollen, sondern müssen, und daß es nicht um Vorliebe oder Abneigung geht, auch nicht um das „Wachregiment“ oder um die Montur. Die Zeitung drückt aber eine Sorge aus, die(das wissen wir) auch Dr. Adenauer sehr bewegt:„daß wir das bedeutende Gewicht dieses uniformierten Machtträgers nicht wieder zu einem erdrückenden Übergewicht im innenpolitischen Kräftespiel werden lassen... mit eigener Ideologie, ja mit eigenem Ethos“. An anderer Stelle: Auch Weimar begann mit Ebert und Wilhelm Marx und Scheidemann— dann kamen Hindenburg und Papen und Schleicher. Und dann kam das Ende im Abgrund.“ Wer den ganzen Artikel liest. wird nicht behaupten wollen, daß hier Zitate willkürlich aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Sie drücken nur aus, was Abgeordnete aller Parteien befürchten: daß die neue Wehrmacht„bald das beherrschende Element in der Bundesrepublik“ sein könnte Daß solche Befürchtungen nicht unbegründet sind, beweisen die Meinungsverschiedenheiten im Amt Blank über das „innere Gefüge“, über den„Staatsbürger in Uniform“. Es ist kein Geheimnis, daß Graf Baudissin als Anwalt des„Staatsbürgers in Uniform“ auf verlorenem Posten steht.„Was wir brauchen“, meint Hauptmann von Bonin, der im britischen Hauptquartier die Aufstellung der ersten deutschen Divisionen vorbereitet,„ist eine gute preußische Armee“. Bonin argumentiert: „Je eher, um so schneller ist jede Propaganda für eine Reform vergessen.“ Es geht hier um zweierlei: um das come back des Wachtmeisters Platzeck, zu dem die „Kölnische Rundschau“schreibt:„Laßt uns dafür sorgen, daß er niemals kommt!“, und um das Gewicht einer„preußischen Armee“ im innenpolitischen Kräftespiel, um den Leutnant mit den zehn Mann, mit denen der Kammerherr von OldenburgJanuschau den Reichstag zur Raison bringen wollte. Man überschätze weder die Wirkung des Films„08/15“ noch die einer Regimentskapelle. Die den Film gesehen haben, wissen, daß vieles, wenn auch nicht alles, so gewesen ist, und daß sie morgen wieder damit rechnen können. Ob die Begeisterung über eine Regimentskapelle aber auch diejenigen mitreißen wird, ohne die Blank eine Wehrmacht für undiskutabel hält, bezweifeln wir. Eine Armee, die murrt, kann nicht kämpfen. Es scheint aber, daß es hierfür gewichtigere Gründe gibt: Man fürchtet, wieder für einen Präventivkrieg mißbraucht zu werden und sich gleich über den Rhein absetzen zu müssen, während die Zurückbleibenden wie 1945 überrollt werden. Was sollte aus ihnen werden, wenn alle lebenswichtigen Einrichtungen zerstört werden sollen? „Werde ich bei einer späteren Befreiung meine Lieben noch antreffen?“ Dieser seelische Tornister wird jeden, dem 1945 noch plastisch vor den Augen steht, viel qualvoller drücken als die nicht gesteuerte Selbstherrlichkeit eines Ausbilders. Ihnen ging es darum, die Größe der Besatzungszonen dem Kräfteverhältnis im alliierten Lager anzupassen und Preußen zu zerschlagen das ihnen als Wiege des deutschen Militarismus galt. Willkürliche Grenzziehungen Diesem Irrtum verdanken z. B. Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ihre Existenz. Die Oldenburger und Friesen können es heute nicht verwinden, daß über ihren Häuptern das weiße Roß der Welfen als Symbol weht, während die Pfälzer nicht vergessen haben, daß ihre Landesfarben bis 1945 weiß-blau waren. Sobald Ende Oktober in Paris die Londoner Akte unterzeichnet wird, muß die Bundesregierung an die schwierige Aufgabe herangehen, die Grenzen der Länder zu korrigieren, damit der Artikel 29 des Grundgesetzes seine Erfüllung findet. Von der Tätigkeit des Neugliederungsausschusses, den der ehemalige Reichskanzler Dr. Luther leitet, hat man bisher nicht viel vernommen. Dr. Luther befaßte sich schon 1925 gründlich mit dem Problem, das man lamals Reichsreform nannte. Er scheiterte, wie auch seine Nachfolger, an dem Umstand, daß die Parteien teils einem Einheitsstaat, teils einem Bundesstaat zuneigten. Erst die Nationalsozialisten setzten den Schlußpunkt hinter das Thema Reichsreform, indem sie Reichsgaue schufen und Reichsstatthalter London.(Korr.) Die 44jährige ehemalige Krankenschwester Norcen O'Connor wurde vom Schwurgericht der englischen Stadt Wells für scnuldig befunden, die 77jährige deutsche Staatsangehörige Maria Buls in ihrem gemeinsam bewohnten Landhaus in Loxton(Grafschaft Somerset) ermordet zu haben. Das Gericht kam jedoch zu der Auffassung, daß die Mörderin geistesgestört sei, und wies sie auf Lebenszeit in die Kriminal-Irrenanstalt ein. Mit diesem Urteilsspruch hat einer der aufsehenerregendsten Kriminalfälle Englands in der Nachkriegszeit seinen Abschluß gefunden. Die beiden Frauen lernten einander während ihrer Tätigkeit in dem Privathaus des ehemaligen Direktors der Bank von England. Frank Tiarks, kennen. Nach dem Tode ihres gemeinsamen Arbeitgebers zogen beide mit ihren Ersparnissen und dem ihnen zugesprochenen Erbteil in ein kleines Landhaus, wo sich die Bluttat am 1. September dieses Jahres ereignete. Ohne jeden ersichtlichen Grund erwürgte die Geistesgestörte ihre schwer körperbehinderte Mitbewohnerin. Dann alarmierte sie selbst den in der Nähe wohnenden Sohn ihres ehemaligen Dienstherrn telefonisch und forderte ihn auf, sofort zu ihr zu kommen.„Es ist etwas Schreckliches passiert“, schrie sie durch das Telefon.„Maria hatte einen Teufelsblick in ihren Augen; der Teufel war so stark, daß ich ihn herausgerissen habe.“ Mons war„Volkskommissar“ Paris.(Korr.) Im Pariser Spionageskandal ist es nach der Verhaftung des Stabshauptmanns Cazalet am Wochenende zu einer neuen Sensation gekommen. Dem seines Amtes enthobenen Generalsekretär des französischen Verteidigungsausschusses, Mons. wird vorgeworfen, unmittelbar nach der Übergabe von Paris durch die deutschen Truppen als Kommunist und „UIRSKommissar“ aufgetreten zu sein. Der rechtsstehende Abgeordnete Taittinger, der während eines Teils der Besatzungszeit Oberbürgermeister von Paris war, erklärte bei einer Gegenüberstellung:„Ich erkenne diesen Mann wieder.“ Stenotypistin als Spionin Paris.(Reuter) Eine ehemalige Stenotypistin des französischen Außenministeriums wurde in Paris wegen Spionage für Jugoslawien zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahren verurteilt. Die 34jährige Simone Bosse wurde beschuldigt, Informationen über eine französischamerikanische Pipeline in Nordfrankreich, eine Reise von Frau Eleanor Roosevelt und über einen französischen Düsenjäger gegen eine Bezahlung von 8400 Mark an einen Attaché der jugoslawischen diplomatischen Mission in Paris weitergegeben zu haben. Zusammenarbeit erwünscht Hanoi.(AFP) Der Staatspräsident Nordvietnams, Ho Tschi-minh, hat in einer Unterredung mit dem französischen Delegierten bei der Vietminh-Regierung, Sainteny. den Wunsch geäußert, daß Frankreich auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet mit Nordvietnar zusammenarbeite. Eine Zusammenarbeit mit Frankreich beim Wiederaufbau Vietnams werde von der Regierung Nordvietnams begrüßt. Ho Tschi-minh hat ferner den Wunsch geäußert, daß die französischen Staatsangehörigen, die Nordvietnam verlassen haben, zurückkehren sollen. Hamburg.(dpa) Der Deutsche Wetterdienst in Hamburg rechnet mit allmählicher Abkühlung. Die Temperaturen, die am Montag in Nordwestdeutschland noch bis zu 16 Grad Wärme erreichten, werden etwa um vier bis sechs Grad absinken. Außerdem erwarten die Meteorologen, daß der Dauerregen, der am Montag und in der Nacht zum Dienstag fiel, von gelegentlichen Schauern abgelöst wird. Die für Oktober nicht außergewöhnliche Wärme ist durch ein Tief über dem Östatlantik ausgelöst worden, an dem vorbei suptropische Luft aus Nordafrika über Frankreich und Süddeutschland hereinströmte. Während in Süddeutschland am Montag Temperaturen bis zu plus 25 Grad gemessen wurden, hatte Mittelschweden mit minus fünf bis acht Grad Celsius bereits Winterwetter. Das Tief begann aber am Dienstag über die Nordsee nach Osten abDie Meinung der anderen: Saar-Pläne Figaro Der Mommer-Plau ist in Paris nicht schr gut aufgenommen worden. Es schelnt, daß MendèsFrance plaut, eine den neucu Umständen angepaßte europäische Lösung wieder aufzugreifen. Das heißt, die Saar könnte dem Pakt der Sieben angeschlossen werden Dabei ist es klar, daß jede Saar-Regelung beim Abschluß eines Friedeusvertrages revidiert werden mußte. Es ist für die französische Reglerung schwierig, den Standpunkt zu verteidigen, daß die Verpflicitungen der Bundesrepublik automatisch von einem wiedervereinigten Deutschiland akzeptiert werden müßten. Man muß hoffen, daß sich während der Verhandlungen deutsdie und Saarländer verpflichten, thr möglichstes zu versuchen, daß beim Friedensschluß das Wesentlidie der vorläufigen Regelung übernommen wird. Combat Das Gespräch zwischen Ost und West isi nötig. Wir hätten es vorgezogen, daß es dem, was jetzt getau wird, vorausgegangen wäre. Die Irrtümer, au denen Frankreich seinen Anteil hat, liaben es nicht zugelassen. Man muß sich aber auf diesen Weg begeben. Frankreich ist jetzt qualifiziert, die Wiederaufnahme des Gesprädhs einzuleiten. Daun erst wird man die Bilauz der Aktion zur Gesundung unserer Außenpolitik ziehen können, die Mendès-France unternommen hat. Dic Krönung seines Werks. die wichtigste seiner Aufgaven, ware schließlidi die Friedenskouferenz in Paris. Times Während der ganzen bisherigen Verhandlungen hat es keinen Zweifel darüber gegeben, daß die Bundesrepublik bereit ist, die besondere wirtschaftlidie Stellung Frankreidis an der Saar anzuerkennen In diesem Falle könnte eine Regierungsform im Saargebiet, die politisch weder au Fraukreich noci an Deutschland gebunden, aber einer europäisdien Körperschaft und dem Brüsseler Rat verantwortlicu ware. das erforderlidie Ausmaß an Europäisierung liefern, das benötigt wird, um dem deutschen Standpunkt gerecht zu werden, und das auc für die Franzosen annehmbar sein könnte. Ein derartiges Abkommen, wie jedes Abkommen über die Saar überhaupt, könnte wahrscheinlich nur bis zum Abschluß eines Friedeusvertrages Gültigkeit haben. Französischen Einwänden könnte begegnet werden, wenn die Vertragspartuer die Versidierung abgäben, daß sie in späteren Verhandlungen keine Änderungen austrebten. Berner„Bund“ Die Franzosen sind prinzipiell nicht abgeneigt, ein kleines Lodhi in die deutsch-französische Zollmauer an der Saargrenze bohren zu lassen. Das entspridit dem Wunsch der Deutsdien und der Saarländer. Bei früheren Verhandlungen hatten die Deutschen immer gefordert, daß eine Europäislerung des Saarlandes zur Folge haben müßte, daß auch deutschen industriellen Produkten die Tür zur Saar offenstehe. Dem widersetzten sich die Franzosen. Nun soll Frankreich im Einverständuis mit den Saarländern eine Lösung ausgearbeitet haben, die etappenweise den Abbau der saarländisch-deutschen Zollschranken gestattet. zuwandern, gefolgt von kühlerer Meeresluft aus dem Nordatlantik. Für die Schiffahrt in der Nordsee ist gestern Sturmwarnung gegeben worden. Der Sturm erreichte in der Deutschen Bucht und in der mittleren Nordsee Stärke sieben bis acht. „Fliegende Melonen“ Paris.(Korr.) Die Zahl der geheimnisvollen Luftfahrzeuge an Frankreichs Himmel hat sich nunmehr um eine„fliegende Melone“ bereichert. Eine derartige Erscheinung wurde am Sonnabend in der Nähe von Straßburg von mehreren Mitgliedern des dortigen Fliegerklubs gesichtet. Auch von anderen Orten, wie Hagenau und Weißenburg, wurde diese geheimnisvolle„Melone“ beobachtet, die sich nicht anders als eine gewöhnliche„fliegende Untertasse“ verhielt. MA ROMAN VON HANS GRUHL Presserechte bei Münchner Roman-Verlag München-Pasing (3. Fortsetzung) „Vielleicht weiß es der Chef, Oberschwester. Ich will ihn gern fragen, wenn Sie es wünschen.“ Nichts ließ darauf schließen, daß sie vor der Person des Chefs größere Hochachtung empfand als vor den Arzten. Sie wußte, was die Zweigstelle brauchte— cin Röntgenologe war es nicht. Aus dem Schreibtisch zog sie einen länglichen Kasten. „Hier ist die Personalkartei. Hinten müssen noch leere Karten stecken. Dort drüben finden Sie Schreibzeug. Füllen Sie eine Karte aus und ordnen Sie sie dann ein— unter Ihrem Anfangsbuchstaben natürlich.“ „Natürlich“, echote Daniel. Er spürte ihre Blicke im Rücken, während er schrieb. Dann schrillte das Telefon. Sie antwortete kurz, verließ dann den Raum. Holdes Wesen. dachte Daniel. Sie würde keine Gelegenheit zum Streit vorbeigehen lassen. Tat so, als gehöre ihr die Bude. Er war fertig und blies eifrig auf die Karte, um die tintenglänzenden Buchstaben zu trocknen. Plötzlich kam ihm eine Idee. Er horchte einen Augenblick nach drauBen, ob Anna schon zurückkäme. Dann blätterte er schnell die Karten durch. Sander— Simon— Syring— da war sie! Evelyn Syring. Zweimal Ypsilon. Geburtstag. Geburtsort Hamburg. Ja, so sah sie aus, wie eine frische Brise. Beruf des Vaters: Kaufmann. Hm. Hamburger Kaufmann. Wenn er noch nicht pleite war, bedeutete das Mitgift. Die Einrichtung eines privaten Röntgeninstitutes kostet schließlich Geld. Anderseits schloß dieser Beruf die Verpflichtung zu gesunder, wirtschaftlicher Entwicklung und ehrenhaftem Finanzgebaren in sich,„sonst nehmen wir unser Kind wieder zu uns", wie Toni Buddenbrook nach Grünlichs Bankrott im Roman von Thomas Mann. Nicht einfach, das. Dr. Daniel staunte über sich selbst. Was waren das für Gedanken? Mitgift? Krasser Materialismus! Heiraten? Unwürdig eines Junggesellen von Ehre, überhaupt daran zu denken! Ausbildungsgang: Abitur, zwei Semester Kunstgeschichte. Das Übliche. Wahrscheinlich Malerei und sowas. Na schön. Anschließend Ausbildung als Fotografin und Röntgenassistentin. Seit einem halben Jahr an der Klinik und hier draußen. Blutgruppe 0, Wassermann negativ. Daniel legte seine eigene Karte daneben. Roland Daniel. Nicht mehr der Jüngste. Aber dafür war man schon reifer. Wirklich? Daniel dachte bekümmert daran, wie oft ihm der nötige Ernst fehlte. Geburtsort Neustadt. Welches? Egal, konnte mit Hamburg sowieso nicht konkurrieren. Beruf: Dr. med., Röntgenfacharzt. Nicht Musiker, dank Mutters tatkräftigem Eingreifen. Ob Evelyn Musik liebte? Seit drel Jahren an der Klinik. Seit gestern hier und— schon verliebt? Ja. Blutgruppe A. Wassermann negativ. Er hielt die Namen dicht nebeneinander. Evelyn Syring. Roland Daniel. Evelyn— Roland. Evelyn— Syring. Hm. Macht sich nicht schlecht. Auf dem Flur näherten sich die Schritte der Oberschwester. Hastig steckte er die Karte des Mädchens an ihren Platz und stand auf. „Fertig, Oberschwester. Da haben Sie meinen Steckbrief.“ „Das wäre alles, Doktor Daniel. Ihre Wäsche geben Sie bitte pünktlich ab— hinter Doktor Strohmann muß ich jedesmal herlaufen.“ „In Ordnung“, sagte er und wandte sich zur Tür. „Noch eins, Doktor Daniel.“ Sie stand wie eine Großfürstin.„Es sind unter dem Personal etliche junge Mädchen. Ich sehe nicht gerne, wenn sie ihre Gedanken enderswo als bei der Arbeit haben— und ebenso ungern, wenn in ihnen unerfüllbare Hoffrungen erweckt werden— noch dazu in diesem Alter.“ Sie werden nicht warten wollen, bis sie dein Alter erreicht haben, dachte Daniel und sagte:„Ich verstehe. Keine Sorge, Oberschwester. Ich bin ziemlich festgelegt.“ Der Turm Als die Uhr der Dorfkirche achtmal schlug, saß Dr. Daniel auf der Bank am Rande der Lichtung, in deren Mitte der Turm emporragte. In der Ferne pfiff ein Zug, er hörte das Rollen der Räder. Von Westen her fiel der Schatten der Stämme über die Lichtung. Er war eine halbe Stunde im Park herumgelaufen. Das Haus lag auf halber Höhe des Berges und sah mit der Vorderseite auf einen sandigen Platz, der von Blumenbeeten umgeben war. Seitlich und hinter dem Haus erstreckten sich die Grünflächen, die den Patienten als Liegeplätze dienten. Die Rückseite des Berges war mit dichtem Buschwerk und Unterholz bedeckt. Verschlungene, verwachsene Wege führten dort durch und in den Laubwald des Gipfels, auf dem er nun saß. Vor ihm erhob sich ein runder, wuchtiger Backsteinbau von vielleicht zehn Meter Höhe. Eine geschwungene Steintreppe führte an der Außenseite zur oberen Plattform. Von hier aus stieg der Turm in die Höhe— eine Säule von grauem Stein mit kleinen, spitzbogigen, fensterlosen Durchbrüchen. Wie ein Bergfried aus längst vergangener Zeit. Daniel setzte sich aufrecht. Zwischen den Stämmen schimmerte ein weißes Kleid, und der Wind trug einen zarten Duft herüber. Sie war gekommen. Er ging ihr über die Lichtung entgegen, und sie freute sich über sein glückliches Gesicht. „Kommen Sie erst hier'rein!“ rief sie. Sie führte ihn um den Seitensockel bis zu einer grüngestrichenen, verwitterten Holztür. Ein offenes Vorhängeschloß hielt den Riegel. Sie traten in einen kleinen, ausgemauerten Raum. Er vernahm ein gleichmäßiges, summendes Geräusch. Gegenüber der Tür war eine Tafel in die Wand eingelassen. Daniel sah elektrische Sicherungen und einen großen Schalter. „Die Pumpenanlage, was?“ „In der Tat, Meister. Sie schaltet sich von selbst ein, wenn der Wasserdruck nachläßt. Allerdings vergißt sie es manchmal. Dann müssen wir es selber tun.“ „Aha! Daher der große Schalter.“ „Sehr wohl. Kommen Sie nach oben!“ Eine niedrige Mauer umgab die Plattform. Grasbüschel wuchsen auf dem Boden. „Hier können Sie das Bassin sehen“, sagte Evelyn. Sie hob eine der vier Luken hoch, die sich über Kreuz gegenüber lagen. Aus der Öffnung stieg ein feuchter, modriger Hauch. Der Wasserspiegel glänzte tückisch und tintenschwarz. „Schon mal jemand ersoffen?“ fragte er. „Nein. Sie wären der erste.“ Sie ahnte nicht, daß sie eines Tages all ihre Kraft aufbieten würde, um diesen Tod von ihm abzuwenden... Sie ließ den Deckel fallen, wandte sich zum Turm und lief mit unglaublicher Geschwindigkeit die Wendeltreppe in seinem Inneren nach oben. Daniel konnte ihr nicht folgen. Er mußte aufpassen, nicht mit dem Kopf an die nächsthöhere Treppenwindung zu stoßen. Er sah lange Risse im Mauerwerk und zahllose Spinnweben in den Winkeln. Aufatmend trat er ins Freie. Die obere Plattform hatte einen Durchmesser von knapp zwei Metern. Hier war die umgebende Mauer mit brusthohen Zinnen besetzt, die kleine, giebelartige Spitzen trugen. Sie vollführte eine weite Armbewegung. „Voilà— die Gegend!“ Daniel lehnte sich in eine der Lücken. Er sah den Fluß, der mit silberblauer Schleife den Berg umzog. Die roten Dächer der Häuser leuchteten tröstlich, und aus einigen Schornsteinen stieg der Rauch kerzengerade zum Himmel. Die Felder und Äcker bildeten ein unendliches Mosaik. Über diese Brücke war er gekommen, dort auf dem Weg hatte er Evelyn zum ersten Male gesehen. Und nun stand sie neben ihm. Zwischen den Baumkronen sah er ein Stück des Schieferdaches und einige Fenster des Hauses, in das er gestern eingezogen war. Ringsum zirpten die Grillen, und der abendliche Wind strich um den Turm (Fortsetzung folgt) Frau:„Ich lese gerade, daß ein Mann seiner Frau einen Schmuck im Werte von 10 000 DM geschenkt hat. Das wird mir wohl nicht passieren.“ Mann:„Und ich lese gerade, daß ein Mann seine Frau verprügelt hat. Das widir auch nicht passieren.“ 119. Jahrgang— Nummer 244 Sauerländisches Volksblatt Altester Anzelger des Sauerlandes+ Über 100 Jahre Helmat- und Krelsblatt im Kreise Olpe Mittwoch, den 20. Oktober 1954 um) am 12. November dieses Jahres das silberne Jubiläum der feierlichen Grundsteinlegung feiern kann. Erinnert wird nochmals an die inzwischen eingeführte Straßenbezeichnung „Felmicke“, die an die Stelle der bisherigen Bezeichnung„Vellmicke-Straße“ getreten ist. Ueber den entsprechenden Beschluß des Stadtparlamentes hatten wir dieser Tage ausführlich berichtet. Man sollte sich nunmehr auch an die neue Schreibweise halten! Olper Stadtspiegel Die SGV-Abteilung unternimmt heute eine Abendwanderung durch die Hardt. Die Wanderfreunde treffen sich um 20 Uhr beim Gesundheitsamt, Imbergstraße. Die Evangelische Frauenhilfe hält ihre nächste Versammlung am Donnerstag zur üblichen Zeit im Gemeindehaus ab. Das Thema lautet:„Zum Marianischen Jahr“. Der Gartenbauverein beschloß in einer stark besuchten Versammlung, die am Montagabend im großen Schwanensaale stattfand, das gemeinsame Kaffeetrinken (anstelle des sonst üblichen Sommerausfluges) am nächsten Sonntag um 15.30 Uhr ebenfalls im„Schwanen“ zu veranstalten. Man verspricht sich im Kreise der hiesigen Gartenbaufreunde einen recht schönen und unterhaltungsreichen Verlauf des gemeinsamen Kaffeetrinkens. Im Sitzungssaale des Rathauses befand sich früher vor dem dort angebrachten farbigen Stadtwappen ein Kruzifix. Nach der Renovierung des Raumes hatte man das Kreuz nicht wieder aufgestellt, da es dem übrigen stilvollen Schmuck des Saales nicht entsprach. Nun regte ein Stadtverordneter(Liese) in der letzten Sitzung des Stadtparlamentes an, wieder ein Kruzifix im Sitzungssaale anzubringen. Die Anregung wurde sofort von Olpe. Das harmonische, musikbegeisterte Zusammengehen zwischen dem Gemischten Chor Olpe und dem Orchesterverein Olpe hat sich schon in den ietzten Jahren als sehr vielversprechend und fruchtbringend erwiesen. Beide Vereine veranstalteten nunmehr am vergangenen Wochenende hier ein Opern- und Operettenkonzert. das diese schöne und erfreuliche Zusammenarbeit mit einem neuen, beachtlichen Erfolg krönte. Einem Erfolg, sowohl nach der künstlerischen Seite der Musik- und Gesangsgestaltung hin, als auch einem ausgesprochenen Publikumserfolg, denn die Aula des Oberlyzeums war bei diesem Konzert am Samstagabend und Sonntagnachmittag jeweils voll besetzt, und sämtliche Darbietungen wurden freudig aufgenommen! Alle Komponenten, die hier zusammenwirkten, haben zu diesem erfreulichen und allgemein anerkannten Ergebnis geführt: ein gefälliges Programm, zusammengestellt aus Ouvertüren, Chor und Sologesängen der Opern„Orpheus“ (Gluck) und„Aida“(Verdi) sowie der Operette„Die Fledermaus“, die stimmungsvoll die Programmfolge ausklingen ließ. Kapellmeister Karl Kretschmer beherrschte mit umsichtiger Stabführung Chor und Orchester, die beide mit erstaunlicher Hingabe und Aufmerksamkeit flott und exakt dem Dirigenten folgten. Die Feststellung ist nicht von der Hand zu weisen, daß sich beide Klangkörper augenblicklich auf einem Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit befinden. Durch intensives Ueben und wachsende Musikliebe haben sie sich zu einer beachtlichen Könnerschaft des Laienmusizierens emporgearbeitet. Mit ihrem umsichtigen Kapellmeister Kretschmer, in dessen Händen die musikalische Gesamtleitung dieser Veranstaltung lag, Bürgermeister Müller aufgegriffen. Im Einvenehmen mit dem Kollegium wird er sich danach umsehen, ein geeignetes Kruzifix für diesen Zweck, eventuell aus einer Antiquitätenhandlung oder einem anderen einschlägigen Geschäft günstig zu beschaffen. Auch im Zimmer des Bürgermeisters soll wieder ein Kruzifix angebracht werden. Was die Anbringung des Kreuzes im Rathaussitzungssaale betrifft, so erscheint es ratsam, das Stadtwappen nicht zu verdecken, sondern das Kreuz an anderer, würdiger Stelle zu plazieren, eventuell in einem sog. Herrgottswinkel. Die Aula des Oberlyzeums hat jetzt einen neuen Anstrich der Wände erhalten. Der einheitliche lindgrüne Ton nimmt sich recht angenehm aus. So konnte man während der Konzertveranstaltungen am Wochenende feststellen. Der Grund für die Renovierung soll darin zu sehen sein, daß die St. Franziskus-Schule(OberlyzeOlpe.„Sparsamkeit in allen Dingen ist die vernünftige Handlung eines rechtdenkenden Menschen“, heißt ein Wort unseres großen Philosophen Immanuel Kant. Man braucht aber durchaus kein Philosoph zu sein, um sich der Tiefe und Tragweite dieses Ausspruches bewußt zu werden.„Sparsam sein in allen Dingen“, wie oft am Tage hat man hierzu Gelegenheit. Nimmt man sie aber immer wahr? Das Kind, unbewußt seinen Empfindungen und Regungen nachgehend, bedarf der Erziehung und Anleitung, auch zur Sparsamkeit, um später als Erwachsener vernunftgemäß seine Haltung und Handlungen selbst zu bestimmen. Die Sparsamkeit als Haltung und als Zusammenwirken einzelner Handlungen ist eine der wertvollsten menschlichen Tugenden, die jedoch ohne eine bewußte Grundeinstellung nie oder nicht genügend wirksam werden kann. Ist allerdings diese Einstellung— sind nämlich Bereitschaft und Wille zum Sparen— vorhanden, so ergeben sich täglich für jeden viele Gelegenheiten, sparsam zu sein. Ob man bereits von frühester Jugend an dem Kind einen sorgsamen Umgang mit seinen Spielsachen anerzieht, ob der Schüler pfleglich mit Büchern. Schuhwerk und Kleidung umgeht, ob die Hausfrau sich beim Lebensmitteleinkauf nach dem der Jahreszeit entsprechenden günstigen Angebot richtet; immer bietet sich selbst im kleinsten Kreis die Möglichkeit zum Sparen. Wenn der Arbeiter ein Fahrrad bzw. Motorrad anschafft, um seinen Abeitsplatz schneller und billiger als seither zu erreichen, wenn der Unternehmer eine alte Maschine rechtzeitig haben sie den Dank und die volle Anerkennung der hiesigen Bevölkerung verdient. Ohne solchen Fortschritt wäre es auch kaum möglich gewesen, ein solches Opern- und Operettenkonzert zu veranstalten, das die Leistungen der vorjährlgen Veranstaltung sicherlich noch übertroffen hat! Der Chor zeigte sich von einer feinen Geschlossenheit und munteren Ausdruckskraft; das Orchester meisterte ebenfalls— von geringen Schwierigkeiten(diesmal bei den Violinen und nicht bei den Bläsern) abgesehen— seinen Part. Dank der Beziehungen des Dirigenten zu seinem früheren Musiklehrer in Berlin, Kammermusiker Herbert Wonneberger, hatten die Veranstalter drei Berliner Solisten zu Gast, die zum Gelingen des Konzertes ebenfalls beitrugen: Die vollklingende und sympathische Altstimme von Hannelore Kuhr, der quicklebendige, frische Sopran von Edeltraut Joost von der Städt. Oper Berlin und der klangschöne Tenor, von Wilhelm Stölben(Staatsoper Berlin). Trotz einer Indisposition des Tenors war ein störendes Ueberschlagen seiner Stimme nur ein einziges Mal(am Sonntagnachmittag) zu bemerken. Den Solisten wurde wiederholt lebhafter Beifall gezollt; auBerdem konnten sie Blumenspenden entgegennehmen. Die Anordnung der Mitwirkenden auf der Bühne und im vorderen Teile das Saales ließ es bei den unzureichenden Raumverhältnissen und der nicht ganz befriedigenden Akustik leider mehrfach dazu kommen, daß das Orchester die Solisten übertönte und man im rückwärtigen Saale und im Nebenraum die Solostimmen oft nur hauchdünn und undeutlich vernahm. Auch die Tatsache, daß ein solches Konzert wegen des zu kleinen Saales an zwei Abenden gebracht werden Von einem Radler angefahren wurde gestern um 17 Uhr auf der Martinstraße eine 65jährige Frau. Die Fußgängerin mußte mit Verletzungen am Kopfe ins Krankenhaus eingeliefert werden. Beim Zurücksetzen eines Pkw wurde am 18. Oktober hier in anderer Prsonenkraftwagen beschädigt. Dieser Vorfall sollte zu noch größerer Vorsicht beim Zurücksetzen von Wagen Anlaß geben! Mit Buffalo Bill erlebt man am 20. und 21. Öktober auf der Olper Filmleinwand ein spannendes Filmgeschehen. Die Paramount zeigt den Abenteurer-Film „Pony-Expreß“, der alle Freunde solcher filmischen Darstellungen ganz in seinen Bann ziehen wird. Der Filmstreifen ist um so wirksamer, als er farbig gedreht wurde und zwar mit Farben von Techniccolor. Wie es heißt, wird im Film„Pony Expreß“ Buffalo Bill's größtes Abenteuer geschildert. durch ein neues liestungsfähigeres Fabrikat ersetzt; auch das ist angewandte Sparsamkeit, die ihre Früchte trägt. Die Sparkassen bieten allen Menschen, ob jung oder alt, die Möglichkeit, zu allen Gelegenheiten und bei allen Anlässen Geld zu sparen und sich dadurch Rücklagen für die Wechselfälle des Lebens zu sichern. Nicht umsonst läßt die Losung der deutschen Sparkassenorganisationen zum diesjährigen Weltspartag(29. Oktober)„Sparsam sein— sich selber helfen“ erkennen, worauf es für den einzelnen Menschen heute ankommt: durch eigene Sparsamkeit wirtschaftlich frei und unabhängig zu werden. Die Gelegenheiten hierzu sind jedenfalls vorhanden; es gilt nur, sie auch wahrzunehmen! Welschen Ennest. Eine Überprüfung der amtlichen Verkehrszeichen hat ergeben, daß an verschiedenen Stellen Hinweisschilder fehlen, wo das Vorfahrtrecht unbedingt zu beachten ist. Die erforderlichen Schilder sollen nunmehr aufgestellt werden. Rahrbach. Laut Beschluß der Gemeindevertretung muß künftig jedes Plakat, das an den öffentlichen Anschlagtafeln in allen Orten der Gemeinde angebracht werden soll, vorher auf dem Gemeindebüro in Welschen Ennest zur Abstempelung vorgelegt werden. Dadurch werden alle Anschläge unter gemeindliche Kontrolle gestellt. Anno Schulte Das Fachgeschäft am Markt Olpe- Frankfurter Straße 14 mußte, ließ erneut die Notwendigkeit der Beschaffung eines geeigneten Kulturraumes(Saales) in Olpe erkennen! Von den lyrisch-elegischen Klängen der Oper„Orpheus“ über die strahlenden Fanfaren aus Verdis„Aida“ bis zur fröhlichen Unbekümmertheit der Strauß'schen„Fledermaus“ ließ dieses wohlgelungene und originell zusammengestellte Opern- und Operettenkonzert alle Empfindungen wachwerden, die das milde Herbstwetter mit seinen stimmungsbetonten Farbklängen irgendwie bedingte. Und so ist es auch verständlich, daß dieses Konzert einen sehr freudigen und dankbaren Widerhall fand. Darüber hinaus legt der Erfolg dieser Veranstaltung nahe, auch späterhin wieder einmal mit einem ähnlichen Opern- und Operettenkonzert vor die heimische Oeffentlichkeit zu treten! rd Nimm Deine Gelegenheit wahr! Gedanken zum diesjährigen Weltspartag am 29. Öktober Opern- und Operettenmelodien erklangen Das Konzert des Gemischten Chores und Orchestervereins fand großen Beifall Le macchine„Mubea” sono eccelerti! Anerkennung für Muhr& Bender auf der 4. E.W.A. in Mailand Attendorn. Für die Männer der Maschinenfabrik Muhr und Bender ist es nichts Neues und Besonderes mehr, wenn„ihre“ Maschinen auf einer Messe gezeigt werden Das ist nicht zu verwundern: daß „Mubea“ heute trotz mancherlei Lizenzschwierigkeiten wieder nach 48 Ländern exportiert, hat seinen Grund nicht zuletzt darin, daß Muhr und Bender auf keincr wichtigen Machinenmesse nach dem Kriege fehlte und seine Blech- und Formstahlscheren, Lochstanzen und Ausklinkmaschinen u. a. auf den Ausstellungen von Paris, Hannover, Brüssel, Berlin, Utrecht, Johannesburg, Mexiko, Lüttich, Wien, Bogota Beachtung und Anerkennung fanden. Dennoch aber mußten die Mitarbeiter, die jetzt von der 4. Europäischen Werkzeugmaschinen-Ausstellung in Mailand zurück kehrten, auch diesmal immer wieder auf die Frage antworten: Wie„sahen“ unsere Maschinen dort„aus“? Damit ist natürlich nicht einfach das äußere Aussehen gemeint— das könnten die MubeaMänner ja im Schlaf beschreiben— sondern vielmehr: Wie kamen unsere Maschinen zur Geltung und wie bestanden sie in der Gegenüberstellung mit der Konkurrenz des In- und Auslands? Denn davon, das weiß schon der jüngste Stift — hängt es zum guten Teil ab, wieviel Aufträge, Arbeit und Verdienst die kommenden Monate bringen werden. Nun, die Mubea-Männer können auch diesmal zufrieden sein. Immer wieder konnte man in Mailand auf dem großzügig aufgebauten Stand hören: Le machine „Mubea“ sono eccelenti— Mubea-Maschinen sind wirklich ausgezeichnet! Besonders beachtet wurde dabei neben der soliden Konstruktion— na ja:„Made in Germany“ hieß es immer wieder— von allen Fachleuten das erfolgreiche Bemühen, auch solchen rein industriellen Werkzeugmaschinen eine gefällige Formgestaltung zu geben. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, daß der Kunde heute auch in Europa wesentlich mehr Wert auch auf das äußere Aussehen elner Maschine legt als früher— und bei Mubea ist man ja gewohnt, auf Lorbeeren nicht Drei schwere Verkehrsunfälle Im Raume Attendorn Attendorn. Ein schwerer Unfall ereignete sich am Samstag gegen Abend in Worbscheid, als der 21jährige Fabrikarbeiter H. W. aus Worbscheid mit seinem Motorrad gegen eine Kuh fuhr. Der Fahrer erlitt Kopfverletzungen und einen Schädelbruch. Die Kuh wurde notgeschlachtet, das Motorrad stark beschädigt.— Am Samstagabend mußte ferner ein Radfahrer vom Waldenburger Weg eingeliefert werden, der mit seinem Fahrrad ohne Licht eine hohe Böschung hinunterfuhr. Auch er erlitt schwere Verletzungen.— Am Montagmorgen gegen 3.30 Uhr kam der Metzgergeselle S. K. mit seinem Mctorrad in der Nähe von Biggen zu Fall. Schwer verletzt wurde er ins Krankenhaus eingeliefert. Neuer Mannschaftswagen Drolshagen. Die hiesige Feuerwehr wird in Kürze einen neuen Mannschafiswagen erhalten. Damit wird sie noch besser als bisher ausgerüstet sein. Bei dem Wagen handelt es sich um einen 2,5 t Hanomag, der von der Firma MeyerHagen einen feuerwehrtechnischen Aufbau erhält. Die Rohbauabnahme ist bereits erfolgt. auszuruhen und jede Erfahrung schnell in die Tat umzusetzen. So werden die Mubea-Männer auch künftig gut gefullte Lohntüten nachhause bringen, und das interessiert bei einem Betrieb solcher Größe ja nicht nur die Ehefrau, sondern auch den Bäcker, den Fleischer, den Textilkaufmann, kurz: Die ganze Stadt. Die gute Ova! Jugendherbergswerk Kreis Olpe. Unter Anwesenheit von fünf führenden Vertretern des schweizerischen und des saarländischen Jugendherbergsverbandes fand in der Jugendherberge Stuttgart die Hauptversammlung des Deutschen Jugendherbergswerkes statt. Aus dem Jahresbericht war zu ersehen, daß sich West-Deutschlands Bestand an Jugendherbergen von 339 Häusern im Jahre 1948 auf 641 Häuser im Jahre 1953 gehoben hat, daß der Bettenbestand von über 17 000(1948) auf über 51 000(1953) gestiegen ist, daß die Zahl der Uebernachtungen eine ungewönhliche Zunahme von anfänglich über einer Million(1948) auf über 6 Millionen(1953) erfahren hat. Für dieses Jahr ist mit einer Uebernachtungszahl von rund 7 Millionen zu rechnen. Angesichts dieses erfreulichen Dranges der Jugend in die Natur muß es unverständlich bleiben, daß heute noch immer 18 Jugendherbergen mit 2466 Betten beschlagnahmt sind und in 19 Jugendherbergen noch immer 637 Betten infolge Fremdbelegung nicht zur Verfügung der wandernden Jugend stehen. An Ausländer-Uebernachtungen wurden im Jahre 1953 in Westdeutschland 257 895 gezählt, wozu die jungen Dänen mit über 42 000 Uebernachtungen an der Spitze stehen. Nach ihnen folgen die jungen Niederländer mit über 37 000 und die jungen Engländer mit über 35 000 Uebernachtungen. Im gleichen Jahre fanden 351 000 Uebernachtungen junger Deutscher in ausländischen Jugendherbergen statt, davon allein über 90 000 in der Schweiz, über 61 000 in Italien, über 46 000 in den Niederlanden und über 33 000 in Frankreich. Neues aus Das neue Pförnerhaus bei der Firma Hüttenwerke Siegerland wurde in Betrieb genom:nen. Eine moderne Anlage fördert mittels einer Kette ähnlich einer Rolltreppe die Motor- und Fahrräder aus dem Keller nach oben. Totenglocke. Es starben im Alter von 82 Jahren Franz Sawetzki, wohnhaft Finnentroperstraße, und im Alter von 62 Jahren Josef Rohleder, wohnhaft Grüner Weg. R. 1. p. Die Kirchenmauer an der katholischen Pfarrkirche wurde zum Teil abgebrochen. Sie wird weiter zurückgesetzt, um Raum freizumachen für die verkehrsreiche Straße. Eine Uhr wurde an dem neuen Rathaus angebracht. Die Arbeiten führte ein Handwerker aus Heggen aus. Die ehemalige Schafsbrücke, die oberhalb des Gutes Ewig über die Bigge führt, wurde wieder hergestellt. Sie soll zum Abtransport der Maschinen und Baugeräte von einer zur andern Seite des Flusses dienen. Auf der Ennesterstraße streiften sich ein Kombiwagen und ein Omnibus. An beiden Fahrzeugen'entstand leichter Sachschaden. 79 Jahre alt wurde gestern Frau Anna Höffer geb. Hoberg, wohnhaft Breite Straße. Unsere besten Glückwünsche! Zu einem vollen Erfolg führte das Herbstkonzert, das der MGV„Cäcilia“ Attendorn am vergangenen Sonntag in Verbindung mit der Kölner Orchestergesellschaft in der hiesigen Schützenhalle veranstaltete. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Alle Darbietungen unter der Gesamtleitung von Chordirektor Peter Hammers, Köln, fanden den vollen Beifall der Konzertbesucher. Chor und Orchester übertrafen vielfach die gehegten Erwartungen. Mit Elisabeth Biesterfeld-Schiebel, Gummersbach,(Alt) und Hugo Wolff, Köln,(Bariton) hatte man zwei hervorragende Solisten verpflichtet, die ebenfalls zum Erfolg des Konzertes beitrugen. Zur gefälligen Beachtung! Der heutigen Gesamtausgabe llegen 2 amtliche Wettscheine der Westdeutschen Fußball-Toto G.m.b.H., Köln(WestSüd-Block) bel. Wir bitten, diese auszufüllen, sie werden von jeder Annahmestelle des Toto-West angenommen. Dann Hera und Nerven sconen, tinken Der erste Tag als Erwachsener/ Von Ignazlo Sllone Eines Tages erklärte sich mein Vater spannte mein Vater die Ochsen vom Wazum ersten Male bereit, mich nach Fucino mitzunehmen; das war für mich ein großes Ereignis. Wir mußten uns sehr gen ab und vor den Pflug, ohne ein Wort. „Nein, alles was man mit einer halben Zigarre machen kann, ist, entweder sie ohne mir einen Blick zuzuwerfen. Das zu verschenken oder sie zu verweigern.“ lange, staubige Band der von Pappeln früh auf den Weg machen, denn unser gesäumten Straße lag, wie auch die rechteckigen Ländereien, die unser Feld umgaben, verlassen da. Es bestand nicht die fernt, und es war für uns und für die geringste Hoffnung, einem Bekannten zu ser kurzes Gespräch mitteilte.„Du hätTiere besser, es vor Sonnenaufgang zu Feld inmitten der Ebene von Fucino lag zehn Kilometer von der Ortschaft entIch bestand nicht weiter darauf, denn ich hatte es zu eilig, dem Vater meine Beute zu zeigen. „Merkwürdig“, sagte er, als ich ihm unerreichen. Wie jeder weiß, kommt ein von Ochsen gezogener Wagen etwa in der gleichen Weise voran wie ein Fußgänger. Aber diese Gemütlichkeit entsprach meinem Gemütszustand, welcher der eines Mann-Kindes war, das zum ersten Male zu einer Zeremonie Erwachsener zugelassen wurde. Ich betrachtete die Bauern, die mit uns gingen oder uns im langen Zuge der Wagen und Tiere überholten, war getroffen von ihrer Gemessenheit, ihrem Ernst und ihrem Schweigen und versuchte, die gleiche Haltung einzunehmen und mir nicht anmerken zu lassen, was ich empfand. Es war mir gleichgültig, daß mein in Gedanken versunkener Vater mich nicht anredete und also überhaupt kein Wort sprach. Das war der Beweis, daß ich auch in seinen Augen ein Mann war. Je weiter wir in der Ebene vorankamen, desto mehr zerstreute sich die Menge der Bauern, der Wagen, der Maultiere und Esel nach rechts und nach links, so daß wir schließlich allein blieben. Da bemerkte mein Vater etwas besonders Argerliches: er hatte seinen Tabakvorrat begegnen, der sich bereit erklären würde, test wenigstens versuchen sollen, seinen seinen Tabak mit meinem Vater zu teilen. Namen zu erfahren.“ Dieser rief im Augenblick, da er zur ersten Furche einsetzte:„Hier, nimm dies Geld und biete es dem ersten Vorübergehenden gegen eine Zigarre oder Tabak an. Einige Monate vergingen. Eines Abends. als ich auf der Türschwelle saß, mit Asops Fabeln auf den Knien, sah ich den Mann der halben Zigarre zwischen zwei Carabinieri und mit Handschellen an den GeDie Sonne brannte schon heiß; es war lenken vorbeigehen. Ich erkannte ihn sokaum anzunehmen, daß noch jemand auf der Straße war. Mein Vater, jetzt in Hemdsärmeln, hob den Stachel und trieb mit gereizter Stimme die Öchsen an. Müde fort, und mein Herz klopfte heftig. Ich wollte schnell meinen Vater holen, aber er war nicht im Hause; ich fand ihn später, als er gerade die Kühe tränkte. Ich Ich nickte und freute mich, daß der Mann ein so gutes Gedächtnis hatte. „Es geschehen noch Wunder!“ rief er aus. „Weißt du noch, an welchem Tag es war?“ Mein Vater wußte den Tag genau. „Ein Alibi, das vom Himmel kommt!“ rief der Mann und umarmte die Eisenstäbe des Gitters. Tatsächlich kam er auf unsere Aussagen hin noch am gleichen Tag frei, da nun bewiesen war, daß er den Diebstahl, dessen man ihn beschuldigte, auf keinen Fall begangen haben konnte. Ich weiß nicht, ob jemals in der Welt noch einmal eine halbe Zigarre eine solche Wunderwirkung im Gefolge haben wird. „Nenne mir fünf Tiere, die in Afrika und enttäuscht setzte ich mich am Ufer mußte sehr bestürzt ausgesehen haben, leben!“ des Kanals, der zwischen der Straße und dem Acker dahinfloß, ins Gras und sah denn als er mich erblickte, fragte er, ob etwas Schlimmes im Hause vorgefallen meinem Vater zu, der sich hinter den sel. Der nächste Tag war ein Sonntag. Mein Öchsen über den Pflug beugte. Ich wurde von einem unbestimmten Herzweh und dem Verlangen nach Schlaf erdrückt, ich hatte den Eindruck, daß ich besser zu Hause geblieben wäre. Aber gegen Mittag riß mich die Stimme meines Vaters aus meiner Trägheit. Ein Bauer auf einem Esel kam auf uns zu, und beide schienen auf der schweren und dichten Wolke zu treiben, die sich durch die unsichtbaren Hufe vom Boden löste. Vater erwartete mich vor der Kirche, um mich zum Richter zu bringen. „Er wurde wegen eines Diebstahls verhaftet“, erklärte der Richter. Ich war vollkommen vor den Kopf gestoßen, ich hätte ihn mir eher als Mörder, denn als Dieb vorstellen können. „Er muß schon etwas angestellt haben, daß die Carabinieri und der Richter ihn wegen eines Diebstahls verhaften“, versuchte mein Vater mir zu erklären.„Aber „Drei Löwen und zwei Giraffen!“ könnten. Ich erinnere mich noch an diesen Besuch bis in die kleinste Einzelheit, denn es war das erste Mal, daß ich einen solchen Ort betrat. Mein Vater hatte vorgeschlagen, ihm ein kleines Geschenk mit zubringen; ich hatte ihm gesagt, daß mei- Wirt fragte:„Was kostet das?“ und als Ein Protz Der Pelzhändler Woronin in Petersburg hatte sich von einem armen Bauern zum Millionär emporgearbeitet. Eines Abends stieß er in einem Restaurant, in dem er häufig verkehrte, aus Versehen ein Weinglas vom Büfett Der Kellner, der ihn nicht kannte, fuhr ihn darauf ziemlich grob an:„Das kostet 40 Kopeken!(80 Pf) Ich bitte, mir diese sogleich zu zahlen!“ Das brachte Woronin derart in Zorn, daß er alles, was er an Gläsern, Porzellan, Vasen usw. erreichen konnte, zertrümmerte, dann den bestürzt herbeieilenden dieser 800 Rubel errechnet hatte, einen Tausendrubelschein(2000 Mark) auf den vergessen. Wie konnte er einen ganzen Tag in der schweren Luft von Fucino vor, es ihm gegen Tabak zu geben, indem verbringen, ohne etwas zum Rauchen zu haben? Auf dem Lande konnte selbst der ärmste Bauer nicht ohne Rauchen auskommen. Die Sonne war bereits aufgegangen, und wir waren viel zu weit, um an eine Rückkehr denken zu können. Nachdem wir unser Feld erreicht hatten, Ich eilte ihm entgegen, zeigte ihm mein Geld und schlug ihm ohne Umschweife Gott allein weiß, was er wirklich getan ... und ein Buch Ich war in Werl. Bericht über das Leben hinter den Mauern der Strafanstalt, von Hans Holger. Kulturbuch-Verlag, Berlin W 30. Der Verfasser war von einem britischen Gericht wegen Waffenbesitzes zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Seine Strafe saß er in der Strafanstalt Werl ab. In seinem Buch schildert er die Strafanstaltsbeamten, die er durchweg in guter Erinnerung hat, seine Mithäftlinge, unter denen sich Gestrauchelte und Verbrecher befanden, und schließlich„die Generale“, die in Werl inhaftiert waren. Holger berichtet über die Strafanstalt und ihre Insassen ohne billige Sensationsmacherei. Wenn sich das Buch trotzdem wie ein Roman liest, so liegt dies an der lebendigen Form der Schilderung und an dem Bemühen des Verfassers, allen Menschen, mit denen er in Werl zusammenkam, gerecht zu werden. Es sticht in diesem Bemühen wohltuend von halb erdichteten Machwerken ab, die das gleiche Thema behandeln. Dietsche ich mit meinem Finger auf meinen Vater und das mitten im Felde stillstehende Gespann zeigte. Nach dem Aussehen war es einer der allerärmsten Bauern. „Ich habe selbst keine ganze Zigarre mehr, nur noch eine halbe“, erwiderte mir der Bauer. „Ausgezeichnet“, rief ich, während ich an sein Reittier herantrat,„nehmt das Geld und gebt mir, was Ihr habt.“ „Aber warum soll ich den ganzen Tag in Fucio ohne Rauchen auskommen? Ist dein Vater so viel besser als ich?“ hat.“ Der Richter zeigte sich wohlwollend und gab uns einen Passierschein, damit wir unseren Mann im Gefängnis aufsuchen ner Meinung nach einige Zigarren das Passendste seien Der Gefangenenwärter führte uns in Tisch warf und verschwand. einen kleinen übelriechenden Raum und deutete auf eine Öffnung in der Wand, durch welche wir mit dem Häftling sprechen durften. Er erkannte mich beim ersten Blick. „He, du bist doch der, dem ich damals die halbe Zigarre gegeben habe?“ Programm zur Eröffnung einer Viehausstellung: 10 Uhr: Ankunft der Ochsen. 11 Uhr: Ankunft der Ehrengäste. 12 Uhr: Gemeinsames Mittagessen. Impfen: mehr(utzen als Schaden Diphtherie auf einem Tiefpunkt— Typhus-Schutzimpfung wird abgelehnt „Das völlige Verschwinden der Pocken aus statistisch genau ausgewertet werden. Dabei den Typhuskranken mit Chloromycetin Deutschland ist nur auf den gesetzlichen hat sich ergeben, daß zwar in diesen Län- schnell und sicher zu heilen, sinnlos geworMein Vater ist keineswegs besser als Imptzwang zurückzuführen“, sagte Professor dern die Sterblichkeitsziffer für Diphtherie den. Das war das Ergebnis der Ausführunorklärte ich aber muenn ihm eturas Klose auf dem 15. Fortbildungskursus für zurückgegangen ist, aber in den Ländern, gen von Professor Höring(Worms) und Pro r, erklarte ich,„aber wenn ihm etwas Arzte in Regensburg. Noch im Jahre 1870 in denen keine obligatorische Schutzimpfung — M etwas Ärzte in Regensburg. Noch im Jahre 1870 gegen den Strich geht, kann er eine ganze habe Deutschland 170 000 Menschen durch Woche seinen Mund nicht auftun.“ in denen keine obligatorische Schutzimpfung fessor Kikuth(Düsseldorf). Die letzte große eingeführt wurde, ist sie ebenfalls im glei- Typhus-Epidemie vor Einführung des Chlodie Pocken verloren. Durch das Impfschutz- chen Ausmaß zurückgegangen. Daß die Diph- romycetins, nämlich die aus den Nachkriegs„Bedauerlich für ihn“, gab der andere gesetz von 1874 sei Deutschland von dieser therie heute nicht mehr so gefährlich wie jahren in Mecklenburg, habe ergeben, daß Seuche praktisch frei geworden. Seit 1932 früher ist, ist auf eine epidemiologische Be- die Thyphus-Schutzimpfung keinen Einfluß zurück in o ohn de habe es in Deutschland keinen Todesfall an sonderheit zurückzuführen, die sich auch bei auf den Verlauf der Epidemie gehabt habe Ich ging immer noch neben dem Esel pocken mehr gegeben. Dagegen beobachte anderen Seuchen beobachten läßt: alle Seu- Die Sterblichkeitsziffer sei her und begann zu verzweifeln. Was man seit Herbst 1922 eine allmähliche Zu- chen verlaufen nämlich in Wellenbewegun- 11 Prozent gesenkt word konnte ich tun, um die Zigarre zu be- nahme der„postvakzinalen Enzephalitis“, gen, was ihre Gefährlichkeit anbelangt. Für moderne Beh kommen? also einer Gehirnerkrankung, von der zuge- die Diphtherie gilt, daß sie gegenwärtig sich sie auf ein Proze „Wir haben gute Dinge in unserem Eß- geben werden muß, daß sie als Folge der in einem tiefen Wellental befindet. Professor Schutzimpfung sei aber die serologische Diakorb“, sagte ich,„wenn Ihr wollt, kann Pockenschutz-Impfung auftritt und in den Klose hält daher im Augenblick eine Diph- gnose des Typhus nicht mehr möglich oder ich Euch meinen Teil obgeben Im Räßche meisten Fällen tödlich verläuft oder einen therie-Zwangsimpfung nicht für notwendig. zumindest sehr erschwert worden. Da aber manen vuetaen angeben. Inrochen Dauerschaden hinterläßt. Indes sei als Ur- Er empfiehlt aber, durch Bundesgesetz den die frühzeitige Erkennung des Typhus die ist neuer Wein von unseren Reben.“ sache für das Auftreten dieses ernsten Impf- einzelnen Ländern zu erlauben, im Bedarfs- Voraussetzung für Hier“, sagte der Mann, indem er mir schadens auch eine„Phase erhöhter Anfäl fall eine Pflichtimpfung die halbe Zigarre reichte,„ich schenke sie ligkeit des Zentralnervensystems“ anzuneh- die Lage es erfordert. men. Durch sehr sorgfältige Voruntersuchungen der zu impfenden Kinder könne man wahrscheinlich die Impf-Enzephalitis ein„Ihr wollt mein Geld nicht?“ fall eine Pflichtimpfung anzuordnen, wenn lung sei, folgere, daß der Schaden, den die Typhus-Schutzimpfung anrichte, durch ihren Die prophylaktische Typhus-Schutzimpfung Nutzen nicht mehr ausgeglichen, werden ist angesichts der heutigen Möglichkeit, je- könne. Friedrich Deich. Später wurde er Präsident Im Jahre 1855 erschien in einer Zeitung Im Westen Amerikas folgende Anzeige: „Farmer, 33 Jahre alt, wünscht Korrespondenz mit einer netten jungen Dame. Schönheit nicht nötig. Geist nicht gewünscht. Ehe möglich.“ Die junge Meg Charlton las diese Anzeige. Darauf besah sie sich im Spiegel, griff zu Feder und Tinte und antwortete: „Lieber Herr! Ich bin keine Schönheit. Kulturnotizen Lia Timmermans. die Tochter des flämischen Dichters Felix Timmermans, sprach in Berlin über ihren Vater und las aus seinen späten Gedichten. Damit begann sie eine Reise, die sie in verschiedene Städte des Bundesgebiets führen wird. Eine Gruppe amerikanischer Maler, Bildhauer und Architekten ist auf Einladung der Bundesregierung zu einem vierwöchigen Aufenthalt in der Bundesrepublik eingetroffen. „Jugend von heute, was schulden wir Ihr?“ heißt in Hannover eine Tagung des internationalen Verbandes für Mission und Diakonie. Sie will ein Bild vom Leben der Jugend in der Gegenwart gewinnen, um daraus Hinweise für die Jugendfürsorge, den Jugendschutz und die vorbeugende Erziehung gefährdeter Jugendlicher zu gewinnen. Der norwegische Bischof Dr. Eivind Berggrav, der frühere Primas von Norwegen und bis August 1954 einer der Präsidenten des Weltkirchenrates, vollendet am 25. Oktober das 70. Lebensjahr. Er wurde 1953 mit dem Hansischen GoethePreis der Stadt Hamburg ausgezeichnet, der für völkerverbindende und humanitäre Leistungen verliehen wird. Den Höhepunkt des Marianischen Jahres wird in Rom der 1. November bilden. An diesem Tage wird Papst Pius XII. ein neues Marienfest einführen. Das Fest Maria, Königin des Himmels und der Erde“, soll fortan von der katholischen Christenheit am 1. Mai begangen werden. Unter dem Titel„Evanston-Dokumente“ Ist im Luther-Verlag Witten(Ruhr) eine umfassende Veröffentlichung über die Weltkirchenkonferenz 1954 in Evanston (USA) erschienen. Die Abschiedsvorstellung des weltberühmten Clowns Grock wird vom deutschen Fernsehen am 30. Oktober von 21 bis 23 Uhr übertragen. Die Sendung wird ergänzt durch reichhaltiges Archiv-Material und soll damit den Charakter einer Ins Bild gesetzten Grock-Biographie erhalten. Über drei Millionen katholische Pilger haben in diesem Jahre bereits den Wallfahrtsort Lourdes besucht. Etwa 25 000 von ihnen, zumeist Ausländer, kamen mit dem Flugzeug. Im vergangenen Jahr belief sich die Zahl der Lourdes-Pilger auf 2,7 Millionen. Eine Pilgerfahrt zum Hospital Professor Albert Schweitzers in Lambarene(Franz. Aquatorialafrika) will das„Weltparlament der Religionen“ in New York anläßlich des 80. Geburtstages des Urwalddoktors am 14. Januar nächsten Jahres veranstalten. Und niemand behauptete jemals, daß ich geistreich wäre. Ich bin jung und an harte dämmen. Diese Auffassung, daß durch Ausschließung ungeeigneter Kinder von der Impfung die Impfschäden auf ein Mindestmaß beschränkt werden könnten, wurde durch Untersuchungen aus der Bayerischen Landesimpfanstalt in München bekräftigt. In den NachkriegsArbeit jewöhnt. Ich liebe weder Gesell- jahren 1945 bis 1953 wurden in Bayern bei schaften noch Tanz, und wäre glücklich, auf irgendeiner kleinen Farm leben zu 1 150 000 Impfungen im ganzen 75 Fälle von postvakzinaler Enzephalitis festgestellt, das igeen ens ist 1 Fall auf 15300 Impflinge. Man hat nun können. In Erwartung Ihrer werten Ant- sehr sorgfältige Erhebungen angestellt, um zu erfahren, ob bei diesen Kindern irgendwort bin ich Ihre Meg Charlton.“ Zwei Wochen später bekam sie folgenden Brief.„Liebe Miß Meg Charlton! Ich glaube, Sie sind eine kleine Schwindlerin. Sie lieben Farmen und harte Arbeit genau so wenig. wie ich. Sie lieben Gesellschaft und Tanz ebensosehr wie ich. Ich welche Vorschäden vorgelegen hätten. In der Tat fand man bei 11 Fällen einen angeborenen Hirnschaden, einen Fall von Schwachsinn, 8 Fälle von Krämpfen usw.; im ganzen fand man bei 55 Fällen erheb liche Vorschäden. Daraus wurde die Forderung abgeleitet, bei den Voruntersuchungen Arbeiter als Erfinder Die größten Erfindungen kamen aus der Praxis „Zum Henker, jetzt habe ich mich schon als Ersatz für den teuren Reispuder verwieder mit diesen Stecknadeln gestochen!“ kaufte. schimpfte der englische Arbeiter James Böttichers Diener machte seinen Herrn Hayle. Dann nahm er einen Draht, bog auf diese reine Porzellanerde aufmerkeine Schlinge und legte das spitze Ende sam, und so wurde das Porzellan erfunden. geschützt an. Niemand konnte sich jetzt stechen, und die Sicherheitsnadel war erfunden. Die Schustersfrau Montagu ärgerte sich vor hundert Jahren darüber, daß die Ein Florentiner Gärtner regte die Erfindung des Barometers an. Er hatte eine Pumpe mit einem besonders langen Saugrohr angelegt, aber trotz eifrigen Pumpens stieg das Wasser nie höher als zehn Mefürchte, ich habe eine ziemlich dumme An- der Kinder zu den Impfungen noch sorgfäl- fest an den Hemden ihres Mannes sitzen- ter. Da wandte er sich an den berühm zeige aufgegeben, aber sie war ernst ge meint. Augenblicklich habe ich ein Koh tiger zu verfahren als bisher und bei der Zurückstellung der Kinder von der Impfung lengeschäft in Chikago. Wenn Sie aber einen verschä ften Maßstab anzuwenden. Vor e der Aufhebung des Impfgesetzes wurde aber etwas für mich übrig haben, so kommen auch in Regensburg ausdrücklich gewarnt. Sie nach Meadowville. Jedermann im Ort Der geringe Schaden, der durch die Pockenden Kragen so schnell schmutzig wurden. Des Kragens wegen mußte sie fast tägten Galilei um Aufklärung, der dadurch auf das Gewicht der Luft und auf den lich ein Hemd waschen. Da nahm sie eine atmosphärischen Druck aufmerksam wurde. Schere, schnitt den Kragen herunter, wird Ihnen meine Farm zeigen. Ihr ergebener U. S. S. Grant.“ Meg Charlton fuhr nach Meadowville, obwohl man ihr abriet. Sie lernte Grant kennen, und zwei Wochen später héirateten sie. Meg hatte niemals Grund, ihren Entschluß zu bedauern. Im Jahre 1868 schutzimpfung angerichtet wird, steht in keinem Verhältnis zu dem großen Nutzen, den das Gesetz erwiesenermaßen erbracht hat. Wie aus den neuesten Berichten aus den Vereinigten Staaten hervorgeht, hat sich der im vergangenen Jahr von amerikanischen Arzten geäußerte Verdacht, frischgeimpfte Kinder besäßen eine erhöhte Anfälligkeit wurde Grant Präsident von USA. und die gegen spinale Kinderlähmung, nicht bestäkleine Meg Charlton, die ihren Mann auf tigt. rund einer Heiratsanzeige kennenlernte, die erste Dame der Vereinigten Staaten. Der originelle Briefwechsel der beiden wird im Archiv des Weißen Hauses aufbewahrt. Ganz anders liegen die Verhältnisse für Diphtherie und Typhus. Da in einigen europäischen Ländern die Diphtherie-Schutzimpfung als vorbeugende Maßnahme obligatorisch ist, konnten nunmehr die Erfahrungen mit der aktiven Diphtherie-Schutzimpfung Aber das Theater stürzte nicht ein Es fing damit an, daß sich die Sängerin Kostüm gesteckt, und der Maskenbildner Martha Kunig-Rinach der Münchener verwandelte ihn in einen Chinesen. Im Staatsoperette bei der Hauptprobe„Der letzten Augenblick fehlten die schwarzen Obersteiger“ das linke Handgelenk brach. Socken, die zum Kostüm des ChinesenAus diesem Grunde mußte die vorgesehene prinzen gehören. Als das Magazin umgeAbendvorstellung„Abschiedswalzer“ aus stülpt wurde, fand man auch hierfür einen dem Programm genommen und dafür„Das Ersatz. Einige Streichungen des ProsaLand des Lächelns“ angesetzt werden. textes konnte Rudolf Christ noch erreichen, Davon wußte der Tenor WalterHesse dann stand schon das Ensemble-Mitglied nichts, der in dieser Lehár-Operette als Otto Storr vor dem Vorhang und schilPrinz Sou-Chong auftreten sollte. Er war derte dem Publikum die Gründe, die zur wusch und bügelte ihn und— nähte ihn wieder an. Nein, sagte sie sich, zu viel Arbeit, ich mache ein paar Knopflöcher. Der Fabrikant Brown zahlte der Schustersfrau für diese Idee sofort 5000 Dollar. Der abknöpfbare Kragen war erfunden. Ein ehemaliger Zeitungssetzer, der Franzose Moreau, löste in den Anfängen des Flugzeugbaues das Problem der automatischen Stabilität. Seife gab es schon vor Jahrtausenden, wenn auch ursprünglich nur als Heilsalbe. Ziemlich spät begann man an der französischen Mittelmeerküste, Seife zu sieden. Eine Wäscherin aus Savona wusch an Bord eines Schiffes, das Olivenöl geladen hatte. Während des Waschens erkaltete das sodagetränkte Wasser m’t der eingeweichten ölgetränkten Wäsche, und es entstand Seife, damals ein Luxusartikel. Das automatische Ventil für Dampfmaschinen hat der Knabe Humphry Potter erfunden, der die Hähne für den Dampf- und Wasserzufluß einer Maschine bedienen mußte. Um mit anderen Kindern spielen zu können, verband er einen Hebel an der Maschine mit den Hähnen durch eine Schnur. Die Liste der Arbeiter, die wichtige Erfindungen gemacht haben, könnte seitenlang fortgeführt werden. Heute können Arbeiter in jedem fortschrittlichen Betrieb ihre neuen Ideen einreichen und verwerten. in ganz München nicht aufzutreiben, und Absetzung führten. Mit den Worten„hof- Das Löschpapier erfand der Arbeiter Jean Marais als König Ludwig XV. in dem a Tantlioh sient an mar Taist nioht auen amnar anallen UNSER selbst eine Suchmeldung über den Baye- fentlich stürzt zu guter Letzt nicht auch rischen Rundfunk blieb ohne Erfolg. Ka- noch das Theater ein“, trat Storr ab. pellmeister Hans Haas raste zum Wörth- Das Theater überstand die Beifallssee, um Kammersänger Hans Hopf für stürme, die Rudolf Christ für seine Stegdie Rolle zu gewinnen. Hopf bedauerte, die reifleistung einheimsen konnte. Partie nicht singen zu können. Der Zeiger der Uhr rückte unerbittlich vor und die Dämmerung war bereits eingetreten. Im Münchener Funkhaus machte zur gleichen Zeit der Tenor Rudolf Christ von der Wiener Staatsoper Aufnahmen. Ein Abgesandter der Staatsoperette traf Christ dort aber nicht mehr an. Weiter zum Hotel, wo man Christ in d Badewanne überraschte. Christ, der 40 Minuten später nach Wien abreisen wollte, meinte, er habe seit zehn Jahren die Partie nicht mehr gesungen. Das nützte ihm nichts, und eine Auflösung des letzten Rätsels halbe Stunde vor Beginn’er Vorstellung schleppte man ihn ins Gärtnerplatz- Falsch sind 5. und 8. Der Merkur steht theater. Während Christ noch immer Ein- der Sonne am nächsten; die Nylonfaser wände vorbrachte, wurde er bereits in ein wird aus Kohle und Kalk aufgebaut. einer englischen Papierfabrik; einmal ver gaß er, dem Papierbrei Leim zuzusetzen. Der Fabrikbesitzer war außer sich, aber der Arbeiter zeigte ihm, wie sauber dieses Papier Tinte aufsaugte, ohne die Schrift zu verwischen. Von dieser Stunde an stellte die Fabrik nur noch Löschneuen Sascha-Guitry-Film„Versailles — Könige und Frauen“. (Foto: Pallas-Film) Biersuppe Im armen Preußen wurde nach dem papier her. der Streusand war überflüssig geworden. durch hohe Zölle unmöglich gemacht. Zu den besonders hoch besteuerten LuxusDie Entdeckung des Kobaltblaus ver- waren gehörte der Kakao. Die Importeure danken wir dem sächsischen Glasarbeiter richteten an den König die Bitte um SenSchürer, der zufällig mit dem Glas kung des Zolles und begründeten in ihrer Schneeberger Kobalt einschmolz. Eingabe den Wunsch damit, daß sie auf Die Glasätzung hat ein Nürnberger Ar- den großen Nährwert des Kakaos hinwiebeiter erfunden. Er hatte das Pech, dab sen, der vor allem für Kinder unentbehrein Tropfen Scheidewasser auf seine lich sei, Brille fiel und das Glas angriff. Dieser Der Alte Fritz schrieb an den Rand des Vorfall brachte ihn auf die Idee, Glas zu Gesuches:„Seine Majestät Höchstdieselben atzen. sind mit Biersuppe großgezogen worden. Das Kaolin erfand der sächsische Schmied Wozu also braucht das gemeine Volk Schnorr. der diesen„weißen Staub“ Kakao?“ Kupferne Hochzeit VON SIMON GARMIGGELT Da die Zeit nicht stillsteht, waren wir vorige Woche auf einmal zwölfeinhalb Jahre verheiratet. Eine Weile hatten wir es natürlich schon kommen sehen, aber so ein richtiges kupfernes Jubiläum mit Papiermützen, singenden Kindern, gerührten Tanten und der benebelten Tischrede eines Freundes, der schon unsere Jugendblüte miterlebt hatte, sagte uns nicht zu. „Wir wollen an diesem Tag aufs Land fahren!“ sagte ich unternehmungslustig. „Ich denke mir ein nettes Programm aus.“ „Ach ja...“, sagte sie. So geschah es, daß wir am Festmorgen mit einem Täschchen für die Zahnbürsten zum Bahnhof gingen. Das Wetter war rauh und trocken—„gut für die Würmer“, würden Angler sagen. Wir redeten kaum, denn wir waren gerade erst wach, aber als der Zug sich in Bewegung setzte, fragte sie doch:„Wohin fahren wir eigentlich?“ „Erinnerst du dich noch an den Ausflugsort mit dem steinernen Pferdekopf?“ sagte ich mit einem Lächeln, das mir nur halb gelang. „Nein“, antwortete sie. Warum sahen 65000 die Bilder? Düsseidorf.— 65 000 Menschen besuchten bereits bis Mitte Oktober die kostbare Gemäldesammlung alter Meisterwerke aus dem Museum Sao Paulo. Ihr Wert wird auf vierzig Millionen D-Mark beziffert. Warum sind sie gekommen? Ein Studioabend der Arbeitsgemeinschaft kultureller Organisationen sollte darüber Aufschluß geben. Der Kunst oder der Sensation wegen? Als Laie oder Fachmann? Aus Bemühungen um die bildende Kunst? Trotz der Unzahl der Besucher dieses Abends beschränkte sich das Gespräch darüber auf einige Sachverständige. Dr. Adriani, Direktor des Städtischen Museums Düsseldorf, vertrat die Ansicht, daß die Sammlung durch die Menschenbilder ihre Hauptanziehungskraft gefunden habe. (Kaum ein Landschaftsgemälde ist vertreten.) Auch die geschickte und gute Reklame, die sich über Zeitungen, Film und Funk erstreckte und bei allen Gelegenheiten einhämmernd verbreitet wurde. wäre tief ins Bewußtsein der Angesprochenen eingedrungen. Und da in der Reklame auch der große Wert dieser Sammlung eine Rolle spielte, dürfte, was Urheber dieser Kunstausstellung nicht bestreiten, das„Sensationsbedürfnis“, vierzig Millionen DM in Gemälden großer Meister vereinigt zu sehen, eine nicht geringe Anziehungskraft ausgeübt haben. Dr. Gurlitt, Direktor der Düsseldorfer Kunsthalle,„mit der schweren Verantwortung, eine„Best-seller-Ausstellung nach Düsseldorf vermittelt zu haben“, gab mit einem deutlichen Wink zu erwägen, daß ein Fonds in der Höhe eines städtischen Theaterzuschusses sich befruchtend auf das Kunstleben einer Stadt auswirken könne. „Weißt du, wo wir uns das erstemal getroffen haben...“. begann ich, aber sie richtete sich plötzlich steif auf und rief: „Was, da willst du etwa hin?“ „Ja“, gestand ich. „Lächerlich“, sagte sie. Denn ihre Morgenstimmung ist ebenso labil wie meine eigene. „Was schwebte dir denn vor? Der Zoo, um die Äffchen mit Brot zu füttern?“ fragte ich verletzt. „Das wäre wenigstens etwas gewesen“, fand sie. „Dann zieh doch die Notbremse!“ rief ich.„Das ist ein gültiger Grund.“ Schweigsam bummelten wir zwei Stunden dahin, stiegen in einen Omnibus und erreichten schließlich das Dorf von einst. „Ich finde den Einfall doch ganz nett“, sagte sie versöhnlich, als der Omnibus weiterfuhr. „Siehst du wohl!“ erwiderte ich. Wir hakten uns ein und schlenderten gleichsam als Spitze eines Umzugs mitten auf der Straße ins Dorf. Es hatte sich etwas aufgeklärt und manchmal ließ sich sogar die Sonne kurz blicken, um die Häuschen in Ferienlaune zu tauchen. „War es nicht links?“ sagte sie. „Ich dachte rechts...“, zögerte ich. Als wir einen alten Mann danach fragten, mußte er lange nachdenken, aber seine Frau wußte auf Anhieb Bescheid. An den Ausflugsort mit dem steinernen Pferdekopf über der Tür konnte sie sich noch genau erinnern. Da war nun eine Garage mit zwei Benzinpumpen. Meine Frau nahm es gelassen auf.„Das macht nichts“, sagte sie, die Leitung ergreifend.„Wir fahren jetzt mit dem Omnibus zum Städtchen, und dort wollen wir uns amüsieren.“ Gegen Nachmittag kamen wir an. Zum Glück war das Kino geöffnet, so daß wir Gelegenheit hatten, uns„Die Drachensaat“ anzusehen. Nach dieser turbulenten Entspannung speisten wir im„Gasthaus zum Salm“. Als alles aufgegessen war und der Festwein uns friedlich und träge gemacht hatte, beschlossen wir, dort zu übernachten. „Ein Doppelzimmer“, sagte ich zu dem Mann mit dem Zwicker. „Sind Sie verheiratet?“ fragte er. „Und ob!“ sagte meine Frau. Er musterte uns scharf wie jemand, der sich nicht gern für einen Schmutzfinken halten lassen möchte, und verlangte gestempelte Beweise. Die konnten wir nicht vorweisen, denn ich trage das Traubuch nicht auf dem Herzen, und Ringe hatten wir uns erspart. „Was für ein Unsinn.... begann ich, aber das war unklug, denn er legte die Feder hin und schlug das Eintragsregister mit einer Miene zu, die ausdrücken wollte: Dann kommen Sie überhaupt nicht rein! Aber wir waren nun einmal müde. Darum haben wir zwei Einzelzimmer genommen. Gott sei Dank nebeneinander. Als wir im Bett lagen, konnten wir uns wenigstens durch die Wand zurufen: „Schlaf gut, mein Bräutchen!“ „Schlaf gut, mein Bräutigam!“ Om Rindeizimmer/ Zu Karl Gregers Bild von LUISE RINSER Dieses Bild stammt aus der Zeit zwischen 1840 und 1870. Es ist ungemein friedlich. Eine in sich geschlossene, in sich erfüllte Welt, die unsere Sehnsucht erweckt. Gewiß hat der Maler diese Kinder, die seine eigenen sein mögen, so artig hingesetzt, wie er sie für seine Komposition brauchte. Aber sie sind es gewiß auch wirklich, von Natur und durch Erziehung. Wie erwachsen ist selbst die strickende Jüngste schon, so als habe sie ihren Lebensberuf bereits gefunden und obliege ihm mit dem trockenen Eifer der geborenen Hausfrau. Die ältere Schwester liest. Was liest sie? Was es auch immer sein mag: sie ist davon gefesselt und befriedigt. Sie liest mit Behagen. Es muß eine angenehme Lektüre sein, nichts Aufregendes, nichts Problematisches, nichts Verbotenes, nichts Gefährliches. Dieses Buch wird der Kleinen keine bösen und vermutlich auch keine besonders sehnsüchtigen Träume geben. Es ist nichts, was ihr zu schaffen macht, es fügt sich still und nützlich in ihr gemäßigtes Leben ein. In welch schöner Haltung diese Kleine liest! Jeder Zoll an ihr ist Sammlung, und nichts in diesem Buch zerstört ihr die gesammelte Stimmung. Sie liest, als erfülle sie damit eine angemes(Der Beiliae mitdem Stein/ Von(Werdmeser Die alte Dominik war gestorben. Ein Schlaganfall, sagte der Arzt. Nun war die kleine Helga, ihre Enkelin, ganz allein. Das heißt, eigentlich war Helga nicht ihre richtige Enkelin. Sie hatte das Kind nur irgendwo aufgelesen bei der Flucht aus Schlesien— und es war noch nicht einmal sicher, ob die Kleine wirklich Helga hieß, denn damals haperte es noch sehr mit dem Sprechen bei ihr. Sie konnte ebensogut Elga oder Ellen heißen. Familienname, Geburtsort und so weiter waren natürlich nicht festzustellen gewesen, und so war es bei Helga Dominik geblieben. Am Sonntag nach der Beerdigung erschien der Gemeindediener bei mir und sagte, der Herr Bürgermeister und der Herr Lehrer und der Herr Pfarrer wären im„Kreuz“ und ließen mich bitten, doch eben mal herunter zu kommen— und ob ich vielleicht, weil ich doch so viele Bücher hätte, eines mit Bildern aus Schlesien mitbringen könnte. Die drei Honoratioren saßen am Stammtisch im Nebenzimmer, und auf der Fensterbank hockte hinter einem Glas Sprudel die kleine Helga. Die Sache sei nun so, meinte der Bürgermeister, als ich mich zu ihm auf die Ofenbank gesetzt hatte, daß man doch etwas unternehmen müsse, um etwaige Verwandte der Kleinen ausfindig zu machen und auf diese Weise ihren wirklichen Namen festzustellen. Sein Vorgänger hätte es ja nicht so genau genommen mit dem Personenstandsregister, er aber... Ich verstand. Unser Bürgermeister war erst vor ein paar Monaten gewählt worden und eben von einem Kursus für Standesbeamte zurückgekehrt. „Nun“, meinte der Lehrer,„wir haben schon die Helga gefragt, ob nicht irgendwelche frühe Kindheitserinnerungen da sind, die uns einen Anhaltspunkt geben könnten. Aber das Einzige, woran sie sich erinnern kann— na, komm schon her, Helga, und erzähls dem Herrn selbst— wie war das?“ Die Kleine rutschte von der Fensterbank herunter, stellte sich mitten in die Stube, machte einen Knicks und sagte mit einem scheuen Blick auf den Pfarrer: „Wenn die Großmutter mich hochhob, daß ich aus dem Fenster schauen konnt', war da immer ein Heiliger— der— der— sich in der Nase bohrte.“ Der geistliche Herr schmunzelte vergnügt:„So ganz wird das ja nicht stimmen, aber wie ich bereits gesagt habe, könnte der heilige Nepomuk auf ein kindDes Menschen guter Kamerad liches Gemüt schon so wirken. Und da haben wir gedacht...“ „Ach so. daher also das Buch mit Bildern aus Schlesien!“ meinte ich. Es würde aber wohl nicht viel nützen, denn es gäbe viele Standbilder des Brückenheiligen, und die wenigsten wären in meinem Buch abgebildet.„Aber komm mal her, Helga, schau dir den an! War’s der?“ Das Kind schüttelte den Kopf; ich blätterte weiter— „Oder der?“— Wieder ein zaghaftes „Nein“, und dann zaudernd, mit einem Seitenblick auf den Lehrer:„Meiner, der hatte einen Stern auf dem Kopf!“ Der Lehrer brummte etwas vom Überschwang kindlicher Phantasie, und auch der Pfarrer machte ein ungläubiges Gesicht. Mir aber schossen einige Kindheitserinnerungen durch den Kopf. „Einen Augenblick, meine Herren. Ich möchte nur eben noch ein anderes Buch holen.“ Rasch ging ich nach Hause und kramte ein Fotoalbum heraus, das noch von meinem Vater stammte. Er hatte damals in den Anfangszeiten der Liebhaberfotografie seine schlesische Heimat kreuz und quer durchstreift und alles, was ihm Spaß machte, so gut es eben ging, geknipst. Eine Seite nach der anderen drehte ich um— die meisten Fotos waren vergilbt und kaum noch zu erkennen— viele auch unscharf oder unterbelichtet. Aber endlich: da war das Bild, an das ich mich dunkel erinnerte! Schnell ging ich zurück ins„Kreuz“.— „Da, Helga! Schau dir das an. Sah er so aus, dein Heiliger?“ „Ja— ja! Cenau so! Und“— mit einem triumphierenden Blick zum Lehrer—„den Stern hat er auch auf dem Kopf!“ Alle drängten sich um mich.„Wirklich!“ meinte der Pfarrer,„es ist mir wirklich neu: der heilige Nepomuk mit einem Stern auf dem Kopf! Wenn’s keine Fotografie wäre...“ „Ganz recht, Hochwürden. Der Stern gehört auch nicht zu dem Heiligen, sondern zu dem schön geschmiedeten Gasthausschild dahinter— das sieht man bloß nicht mehr so recht. Aber damit, Herr Bürgermeister, wissen wir, woher unsere Helga stammt: aus Schmiedeberg im Riesengebirge— denn nur dort auf der Eglitzbrücke gibt es einen Nepomuk und gleich dahinter das Gasthaus„Zum goldenen Stern“. Drei Monate später war Helga— sie hieß übrigens wirklich so— wieder bei ihren richtigen Eltern. Wie sie jetzt heißt, verrate ich lieber nicht, sonst hängt ihr Zeit ihres Lebens die Geschichte an von dem„Heiligen, der sich in der Nase bohrt“. sene, erfreuliche und edle Aufgabe, eine Feiertagsaufgabe, und sie hat Zeit dazu. Wer liest heute noch so? Man müßte heute Lesende fotografieren und sie mit der Kleinen vergleichen. Wer kann so ruhigen, zufriedenen Gesichts etwa Bernanos lesen oder Hemingway oder Sartre? Selbst Stifter und Mörike oder Gottfried Keller lokken auf das Gesicht moderner Leser nicht mehr Behagen, sondern Melancholie. Und wer liest noch in solch ruhiger Haltung? Man liest im Zug, in der Trambahn, beim Friseur, beim Essen, gähnend im Bett vordem Einschlafen, rasch, damit man möglichst viel der angebotenen neuen und alten Literatur kennenlernt, man nimmt sich kaum noch Zeit zum Lesen und hat ein schlechtes Gewissen dabei, so als verschwendete man die Zeit, die eigentlich der Arbeit gehörte. Die Kleine zelebriert die Lektüre. Ob sie von ihr erschüttert und höher gebildet wird. ist freilich auch die Frage. Die Musik ihres größeren Bruders stört nicht, sie wird nicht aufregend sein, es ist irgend etwas Romantisches voll angenehmer Melodien und in sanft fließendem Rhythmus; es stimmt ruhig und verbreitet Behagen. Nur der Alteste auf dem Bild. der untätig Zuhörende, steht, obgleich mitten im Bild, schon außerhalb, als betrachte er nachdenklich die stille häusliche Szene, zu der er schon nicht mehr gehört. Er hat sich nicht gesetzt, er wird vielleicht das Zimmer gleich verlassen, er steht dicht an der Tür, ist nicht so fest und sicher in dieser Szene wie die andern. In seinem Gesicht drückt sich Schwermut aus, und obgleich der Maler vermutlich nichts dergleichen gedacht hat, scheint es uns, als ahne dieser jünglinghafte Knabe, daß die Tage der Idylle gezählt sind. Die„gute, alte Zeit“, der dieses Bild entstammt— was enthält sie? Die 48er Revolution, den Kampf um die politische Einigung Deutschlands, die Entstehung des Proletariats und des Kommunismus, das Anwachsen des philosophischen und des praktischen Materialismus Sprachliches Von Peter Scher Idh geniesse geru die Hoffuung, daß du froh und munter bist, du geniessest vorzugsweise Leudenbraten, denn du bist einmal Realist, wir geniessen, ilir genießset, sie geniesen allzusam— aber was genießt ein Telegramm? Bitte, hier stelit's angesdilagen— überm Schalter, schön wie ein Gedicht— bitte, übersich es nichit: „Ein Telegramm genießt den Vorzug. vor anderen Auslieferungen abgefertigt zu werden." — eine Zeit der gefährlichen Gärung, der die Idylle dieses Kinderzimmers zum Opfer fallen mußte. Wenn hundert Jahre später der große Junge zur Tür einträte, die er einst verlassen hat, so fände er seine Enkel oder Urenkel vielleicht dabei. Hindemith und Bartok zu spielen und Saint Exupéry, Faulkner oder Simenon zu lesen; ihre Gesichter wären nervös gespannt und voll geistiger Abenteurerlust, und vielleicht ist dies um nichts schlechter als der behagliche und vergängliche Frieden jener Zert, nach dem wir uns zu sehnen pflegen. Zwißler will„Opern begraben" Mainz.—„Unser heißes Bemühen ist es, die Oper zu begraben und das musikalische Theater auferstehen zu lassen“, schreibt der Intendant des Mainzer städtischen Theaters, Generalmusikdirektor Prof. Karl Maria Zwissler, in einem„Schlußwort“ zu seinem Experiment mit der musikalischen Legende„Palestrina' von Hans Pfitzner, die in Mainz im zweiten Akt als Schau... sehr gut let M TEE spiel und in den anderen beiden Akten als Oper aufgeführt wird. Es gehe darum, in der Oper die falsche Vorherrschaft der Musik und ihrer unfruchtbaren Anwälte zu brechen und die Musik dem Theater unterzuordnen. Aus dem Munde eines Musikers möge dies ketzerisch klingen, fährt der Freund und Schüler Pfitzners fort. Nicht nur bei dem Werk Pfitzners, sondern auch im gesamten Opernspielplan des Mainzer Theaters werde jedoch in Zukunft die sinnfälligste theatralische Wirkung des Gesamtkunstwerkes vor die Musik gestellt werden. Deshalb habe bei kritischer Betrachtung der PalestrinaLösung nicht erwogen werden müssen. was die Musik und die alte Opernschablone dazu sagten, sondern welches die theatralische Wirkung sei. Der Theaterbesucher frage nicht nach Theorien, unbelastet von allem Fachwissen bewerte er nur die Stärke des theatralischen Eindrucks. Man könne diese Lösung nicht mit Argumenten verneinen, die entweder auf das rein musikalische oder auf das prinzipielle Verhältnis von Werk und Wiedergabe abzielen. KULTURNOTIZEN Der amerikanische Meteorologe Farthing hat eine Methode entdeckt, durch die es möglich sein soll, das Wetter auf fünf bis sieben Tage zuverlässig vorauszusagen. Farthing hat in dreieinhalbjährigem Studium der grünen und roten Strahlen der Sonnenkorona beobachtet, daß bei vorwiegend grünen Strahlen legen, bei vorwiegend roten Strahlen trockenes Wetter folgt. Der österreichische Arzt Dr. Gustav Kaiser, der als erster eine Röntgenaufnahme am menschlichen Körper machte, ist im Alter von 82 Jahren in Bad Hall(Tirol) gestorben. Der nach Erich Kästners Buch„Emil und die Detektive“ gedrehte Film wurde in Hamburg uraufgeführt. Die von der Schulbank ausgeliehenen„Stars“ nahmen den großen Beifall nach der Vorstellung mindestens so würdevoll entgegen wie ihre großen Vorbilder. Regisseur R. A. Stemmle schuf einen Farbfilm mit Tempo und Witz, ohne seine kleinen Darsteller mit falscher Schuljungendramatik zu belasten. Sie spielen einfach sich selbst und haben ihre Freude daran. Hans Richter konnte den„Fliegenden Hirsch“ als seinen Nachfolger in der Rolle vorstellen, die er vor 23 Jahren in der ersten Verfilmung von „Emil und die Detektive“ gespielt hatte. Die Wiederherstellung des zerstörten Schumann-Denkmals auf dem alten Bonner Friedhof erfordert voraussichtlich noch 10000 Mark. Aus städtischen Mitteln sind bisher für die notwendigsten Instandsetzungen rund 2000 Mark zur Verfügung gestellt worden. Auf dem alten Friedhof in Bonn sind außer Robert Schumann auch die Mutter Beethoyens, Schillers Gattin Charlotte von Lengefeld, Schillers Sohn Ernst sowie Karl Simrock und Ernst Moritz Arndt bestattet. James Mason, der in 46 Filmen mitwirkte, kündigte an, daß er sich als Schauspieler zurückzichen werde und in Zukunft Drehbücher schreiben und Filme produzieren wolle. Das Revier braucht einen„Haussender" Wenn die Rundfunkhoheit kommt, müssen Möglichkeiten der UKW-Technik genutzt werden Essen.— Mit der Souveränität, die der Bundesrepublik in Aussicht gestellt ist, wird sie auch die Rundfunkhoheit gewinnen. Das bedeutet Handlungsfreiheit für eine Neuordnung des Sendewesens, die sich den technischen Fortschritt vor allem auf dem Gebiete der Ultrakurzwelle nutzbar macht. Die Erörterungen darüber werden sicherlich in Kürze wieder einsetzen. Es erscheint uns wichtig, daß das Revier sich dabei rechtzeitig in die Gespräche einschaltet, denn es hat hier ein bedeutendes Anliegen zu vertreten. Die UKW-Technik gestattet, fest umgrenzte Senderäume zu schaffen. Es ist früher erwogen worden, eine Vielzahl solcher Sender zuzulassen und dafür kleine Lizenzen zu vergeben. Interessenten genug meldeten ihre Anwartschaft an, darunter auch Erwerbsfirmen. Ein solches Verfahren würde eine völlige Entwertung der Ultrakurzwelle zur Folge haben. Es entstände ein Wellensalat, den niemand verdauen könnte. Nicht die Zerspaltung, sondern das gerade Gegenteil: die Sammlung der Menschen ist die große Möglichkeit des Rundfunks. Ihr kann nur ein Gebietssender dienstbar sein. Unbekümmert um Provinzgrenzen und unbeschadet der Eigenständigkeit der Städte bildet das Revier eine Einheit. Seine Bevölkerung lebt und arbeitet unter gleichartigen Bedingungen. Eine Fülle wechselseitiger Beziehungen und Verknüpfungen wirtschaftlicher, kultureller, gesellschaftlicher und auch verwandtschaftlicher Art verbindet die Glieder dieser Städtelandschaft mit einander. Ein„Haussender des Reviers“ könnte diese Beziehungen bedeutsam fördern und dazu beitragen, das Gemeinschaftsgefühl des Industrielandes, die heimatliche Bindung seiner Menschen zu kräftigen und aus der Nachbarschaft der Gemeinwesen fruchtbare Bereicherung zu ziehen. Eine Fülle von Möglichkeiten dieses akustischen Brückenbaues bietet sich an. Die Unterrichtung der Hausfrau über die Angebotslage auf den Wochenmärkten, die DurchLiebespaar vergiftet sich im Hotel Überdosis Schlaftabletten aus Liebeskummer eingenommen— Rettung kam zu spät Dortmund.— In einem Dortmunder Hotel vergifteten sich aus Liebeskummer mit einer Überdosis Schlaftabletten ein 21jähriger Buchdrucker aus Hasbergen bei Osnabrück und seine 18jährige Freundin aus Osnabrück. Wie die Dortmunder Kripo am Dienstag mitteilte, geht aus einem im Hotelzimmer vorgefundenen Abschiedsbrief hervor, daß das Liebespaar Selbstmord verübte, weil die Angenorigen des jungen Mannes seine Freundschaft mit dem jungen Mädchen nicht gebilligt hätten. Die jungen Ösnabrücker hatten sich am Wochenende in dem Hotel eingemietet und als Ehepaar ausgegeben. Als sie am Sonntagabend das Hotelzimmer noch nicht verlassen hatten und auf Klopfzeichen keine Antwort gaben, ließ der Hotelwirt die Zimmertür aufbrechen. Das Liebespaar wurde in lebensgefährlich vergiftetem Zustand vorgefunden. Das junge Mädchen starb noch am Sonntagabend, der junge Mann am Montag. Essener Oberbürgermeister wiedergewählt Essen. Der Rat der Stadt Essen wählte mit den 34 Stimmen der CDU, FDP und des Zentrums den bisherigen Oberbürgermeister der Stadt Essen, Dr. Hans Toussaint(CDU), auf weitere zwei Jahre zum Oberbürgermeister. Für den von der SPD vorgeschlagenen Gegenkandidaten Wilhelm Nieswandt wurden 30 Stimmen der SPD und der KPD abgegeben. Mit ebenfalls 34 Stimmen wurden auch das Zentrumsmitglied des Rates Rudolf Kohlhoff zum ersten Bürgermeister und das FDP-Mitglied Paul Jäger zum zweiten Bürgermeister wiedergewählt. Verdienstkreuz für Kriegsgefangenenarzt Minden.— Der Mindener 35jährige Assistenzarzt Dr. Gerhard Hagemeyer wurde für seine aufopfernde und segensreiche Tätigkeit als Lagerarzt in sowjetischen Kriegsgefangenenlagern mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Der Medizinaldezernent der Detmolder Bezirksregierung, Obermedizinalrat Dr. Dyes erklärte bei der Verleihung, Dr. Hagemeyer habe sich als Arzt 1946 in der Festung Breslau und in den anschließenden vier Jahren russischer Gefangenschaft über den Rahmen der selbstverständlichen ärztlichen Pflichterfüllung hinaus bewährt und das ärztliche Berufsethos auch unter den schwierigsten Verhältnissen in vorbildlicher Weise erfüllt. Der Huckepackverkehr bei der Bundesbahn wird am 15. November versuchsweise zwischen Hamburg und Frankfurt bzw. Hamburg und Mülheim aufgenommen werden. sage von Störungen im öffentlichen Verkehr, von Verkehrsumleitungen, Straßenzustandsberichte, Hochwassermeldungen,, Hinweise auf Veranstaltungen von überörtlicher Bedeutung— das sind nur einige der Aufgaben, deren sich der Haussender anzunehmen vermöchte. Er würde erlauben, in allen Teilen des Reviers die Interessierten an Tagungen, Vorträgen, gesellschaftlichen Ereignissen besonderer Art teilnehmen zu lassen, die heute nur dem kleinen Kreis der unmittelbaren Augen- und Öhrenzeugen zugänglich sind. Er könnte sich zum Werkzeug eines Austausches von musikalischen und Bühnenaufführungen machen. Die Begrenzung seiner Arbeit wäre mit der räumlichen Begrenzung gesetzt. Er könnte nur dem internen„häuslichen“ Bedarf des Reviers dienen und würde darum in keiner Weise mit den Großsendern konkurrieren. Das Ruhrgebiet würde sich einen schlechten Dienst erweisen, wenn es sich selbst von den größeren Lebensräumen abschlösse, denen es zugehört. Es müßte auch darauf bestehen, daß es in den Sendeprogrammen etwa eines NRW-Senders den Platz erhält, der ihm zukommt, und daß es dort seine Gelegenheit findet, mit der weiteren Welt Verbindung zu pflegen. Ein Haussender hätte sich darum mit wenigen Sendestunden zu begnügen, die etwa schon vor der Arbeit, in der Mittagstunde und vor den Abendprogrammen der großen Sender einzuschalten wären. Ob der Revier-Sender mit Kleiner Lizenz und wirtschaftlich selbständig betrieben oder dem kommenden NRW-Rundfunk Köln angegliedert wird, ist eine Frage von untergeordneter Bedeutung. Wesentlich ist nur die Programmhoheit des Ruhrgebiets für diese „Haussendungen“. G. St.(idr) Führerhaus abgerissen Wanne-Eickel.— Bei einem Zusammenprall mit einem Lkw. wurde in WanneEickel von einem Dreiradwagen der Fahrersitzraum glatt abgerissen. Der Fahrer, ein 41jähriger Bauunternehmer, erlitt einen tödlichen Schädelbasisbruch. Eilzuglokomotive zum Entgleisen gebracht 1000 Mark Belohnung für Aufklärung dieser verbrecherischen Tat Düsseldori— Zum Entgleisen brachten bisher noch unbekannte Täter in der Nacht zum Dienstag eine Eilzuglokomotive unweit Düsseldorfs. Auf eine Fahrschiene war ein zwei Meter langes Schienenstück gelegt worden. Die Lokomotive des Eilzugs Düsseldorf-Oberbarmen fuhr auf dieses Hindernis auf und entgleiste mit einer Laufachse. Personenschaden entstand nicht. Die Strecke mußte aber einige Stunden gesperrt werden. Zur Aufklärung der verbrecherischen Tat hat die Bahnpolizei eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt. Mädchenmord aufgeklärt Bielefeld. Ein neunzehnjähriger Arbeiter hat am Dienstag in Bielefeld gestanden, Ende der vergangenen Woche die vierundzwanzigjährige Prostituierte Berta Eichner ermordet zu haben. Die Leiche war am Briketts auf dem Schulhof Mitten in dem Rheinstädtchen Aßmannshausen sprang der Wagen eines Güterzuges aus den Schienen, durchschlug die Einzäunung eines Bahnkörpers und landete auf dem Hof einer Volksschule, wo sich seine Brikettladung ergoß. Ein zweiter Güterwagen wurde mitgerissen und verschüttete seine Ladung auf der entgegengesetzten Seite auf die dort unmittelbar an den Gleisen entlangführende Straße. Die Strecke Rüdesheim-Niederlahnstein wurde durch den Unfall mehrere Stunden blockiert. Personen wurden nicht verletzt. Unser dpa-Bild zeigt einen Blick auf die Unfallstelle. Campingfahrten mit Schmuggelkaffee Zollbeamte:„Das raffinierteste Versteck, das wir je feststellten“ vergangenen Sonnabendmorgen auf einem Parkweg in der Nähe eines Bielefelder Nachtlokals gefunden worden. Der Tod war nach den bisherigen Ermittlungen durch Erwürgen eingetreten. Nach dreitägiger eingehender Fahndung konnte die Bielefelder Kriminalpolizei den Sexualmord klären. Der Neunzehnjährige wurde an seinem Arbeitsplatz in Brackwede bei Bielefeld am Dienstagmorgen verhaftet und legte bereits in der ersten Vernehmung ein Geständnis ab. Aus Münsterländer Zuchtherden des veredelten Landschweines sind elf tragende Sauen für österreichische Zuchten angekauft worden, teilt die Arbeitsgemeinschaft deutscher Tierzüchter in Bonn mit. Die Tiere werden nach Vorarlberg exportiert. Teerfaß explodlert Zwei Schwestern, zehn und fünf Jahre alt, spielten in Düsseldorf mit Streichhölzern an einem Faß, das mit etwas Teer gefüllt war. Wahrscheinlich hatten sie vorher die Verschraubung gelöst. Das Faß explodierte, der Boden wurde herausgerissen. Das Faß selbst flog über ein vierstöckiges Haus und landete auf einem Hof. Durch den umherspritzenden Teer erlitten die Kinder gefährliche Verbrennungen. Ein Arbeiter, der die Explosion aus unmittelbarer Nähe erlebte, bewahrte durch selbstlosen Einsatz die Kinder vor dem Tod. Er erlitt hierbei erhebliche Verbrennungen an beiden Händen. Straßenpassanten wurden in Wuppertal von einem umherstreunenden Schäferhund angefallen. Dabei wurden drei Personen so schwer verletzt, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Da bei dem Hund Tollwutgefahr bestand, wurde er von der Besatzung eines Funkstreifenwagens erschossen. Einen Toten und einen Schwerverletzten forderte ein Verkehrsunfall in Sinsen bei Recklinghausen. Ein Krad fuhr einem Pkw in die Flanke. Kradfahrer und Begleiter wurden sechs Meter weit geschleudert. Der Begleiter war sofort tot. Der Kradfahrer liegt mit lebensgefährlichen Verletzungen im Krankenhause. Aachen.— Als„Campingfahrten“ tarnte ein belgisches Ehepaar aus Brüssel seine Schmuggelgeschäfte in Deutschland, zu denen es von Juli bis Mitte August viermal über die Aachener Grenze kam. Bei der letzten Fahrt holten Zollbeamte 176 Pfund Kaffee und zehn Armbanduhren aus dem Personenwagen der Belgier heraus.„Es war das raffinierteste Versteck, das wir jemals in einem Pkw feststellten“, erklärte ein Zollbeamter in der Verhandlung gegen das Ehepaar vor dem Aachener Schöffengericht. Durch eine anonyme Anzeige war der Zoll den„Campingfahrern“ auf die Spur gekommen. Das „Kaffeeverlies“ steckte im Boden des Wagens unter einem geschickt darüber geklebten Teppich. Zelt, Kochgeräte und Campingausrüstung vervollständigten den Eindruck „harmloser Ferienreisender“. Das Gericht machte dem Ehepaar, das schon über fünf Wochen in Untersuchungshaft saß, eine teure Rechnung für ihre Campingfahrten auf: Er wurde zu drei Monaten und zwei Wochen Gefängnis, sie zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. An Wertersatz müssen sie zusammen 3132 DM zahlen und dazu noch 150 DM Geldstrafe. Der„Fahrtenwagen“ und die Uhren wurden eingezogen. Die Untersuchungshaft wurde ihnen angerechnet und der Rest der Freiheitsstrafe auf Bewährung ausgesetzt. Unbekannter erschoß Radlerin Dinslaken.— Vor den Augen ihrer entsetzten Mutter wurde in Dinslaken/Hiesfeld die 25jährige Elisabeth Sträter vom Fahrrad geschossen. Beide Frauen waren mit ihren Rädern auf dem Wege von Oberhausen nach Dnnslaken/Hiesfeld. Ein unbekannter Mann überholte sie plötzlich auf einem Motorfahrrad und schoß die Frau mit einer Pistole nieder. Die Mutter der Ermordeten konnte den Täter in der Dämmerung nicht erkennen. Vermutlich ist er mit einem Mann identisch, der am Vormittag des gleichen Tages unweit der Tatstelle eine Frau mit der Pistole bedrohte und zu vergewaltigen suchte. Zwel Minuten Verkehrsruhe am Kriegsgefangenen-Gedenktag Bonn.— Am Kriegsgefangenen-Gedenktag. am kommenden Samstag, soll nach einem Aufruf des Verbandes der Heimkehrer(VdH) um 12 Uhr für zwei Minuten der Straßenverkehr ruhen. Die Sirenen der Fabriken, Zechen, Werften und Schiffe sollen ertönen und die Fahnen aller öffentlichen Gebäude bis Sonntagabend auf halbmast gesetzt werden. Der VdH hat die Öffentlichkeit aufgerufen, an beiden Kriegsgefangenen-Gedenktagen, am Samstag und Sonntag, von 19 Uhr an in den Fenstern Gedenkkerzen anzuzünden. In den Kirchen wird die Bevölkerung in Bitt- und Gedenkgottesdiensten für die Heimkehr der Gefangenen beten. Jagdglück Cin ganzes Rudel Wildschweine stürmte im Kasseler Stadtgebiet in den Aueparke. Der sedizelin Jahre alte Schlosserlehrling Walter Janz. der gerade durdi die Parkanlage ging, hatte dabei ein einmaliges„Jagdglück". Er stellte sich mutig einer sechzig Pfund schweren Sau in den Weg, riss sie mit bloßen Händen um und konnte sie solange festhalten, bis der Jagdpächter herbeigerufen wurde, um das Tier zu erlegen. Gewöhnlich ist es umgekelirt: das Wildschwein wirft einen Mensdien um, wenn er sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringt. Walter Janz zerriß sich bei dem ungewöhnlichen Handgemenge nur seine Strümpfe. Für seine Tat erhielt er von dem Jagdpächter zwei Mark. Romantik im Siegerland Einziger Kuhglockenschmied der Bundesrepublik zündet wieder sein Schmiedefeuer an Siegen.— Wenn die letzten Getreidewagen eingefahren und die Kartoffeläcker abgeerntet sind, wird in dem kleinen Dörfchen Grund im Siegerland ein Stückchen Romantik wieder lebendig. Dann zündet der einzige Kuhglockenschmied der Bundesrepublik, der 78jährige Wilhelm Krämer, wie sein Großvater vor mehr als hundert Jahren sein Schmiedefeuer an. Und dieser Schmied, dessen Kuhglocken in allen Erdteilen läuten, kennt keine einzige Note, obwohi seine Glocken genau abgestimmt sind. Fachleuten aus aller Welt, die den alten Schmied besuchen und sich über die gut abKohle zum zweiten Male„gefördett“ Von Franzosen beanstandet und vor 30 Jahren auf Halde geschüttet Reckiinknausen— Etwa 300 000 Tonnen Kohle„fördert“ die Recklinghauser Schachtanlage General Blumenthal gegenwärtig„zum zweiten Male“. Die Kohle lag etwa drei Jahrzehnte auf einer großen Halde der Zeche, nach und nach von Gestein überlagert und von Grün überwuchert. Schwarzhändler hatten kürzlich begonnen, den„schwarzen Dreck“ anderer Kohle beizumischen und die Mixtur zu verkaufen. Der„schwarze Dreck“ sind Kohlen, die während der französischen Besetzung des Ruhrgebiets nach dem ersten Weltkrieg von den Franzosen beanstandet, abgelehnt und dann kurzerhand auf Halde geschüttet wurden. Jetzt baut die Schachtanlage selbst die Kohlen zum zweitenmal ab und liefert sie an das Kraftwerk der chemischen Werke in Hüls. Fünfmal hatte Alfred von Renesse schon seinen 100. Geburtstag in den letzten Jahren im voraus gefeiert. Wenn der„Ziegenbaron“ durch Münster geht und der Straßenverkehr sehr groß ist, knotet er einfach ein Taschentuch an seinen Stock und geht mit erhobenem Stock über die Fahrbahn. Alle Münsterischen Kraftfahrer halten dann an. Alfred von Renesse ist noch ein Zeitgenosse vom „tollen Bomberg“ und von Professor Landois, der vor rund 80 Jahren den Münsterschen Zoo gründete. gestimmten Kuhglockengeläute wundern, zeigt er die von seinem Großvater ererbten Glocken, in denen die Töne festgehalten wurden und die er in jeder Glocke neu erstehen läßt. Das geschieht durch Abfeilen, Beulen und Hämmern. Es ist schon ein gutes Stück Arbeit, bis eine Glocke fertiggestellt ist. Zunächst wird eine Form aus Schwarzblech zugeschnitten und genietet. Dann wird Glockenmetall aus Bronze, Messing und Kupfer genau abgewogen und in die geschnittene Schwarzblechform gegeben. Diese wird mit einer fingerdicken Lehmschicht umhüllt, getrocknet und ins Schmiedefeuer gelegt. Anschließend kommt die Form ins Wasser, der Lehm wird abgeschlagen, und die Glocke ist in ihrer Form fertig, so daß das Abstimmen beginnen kann. Heute gehen die Glocken zum größten Teil an Liebhaber in aller Welt. Die Vereinigten Staaten stehen an der Spitze. Nach Führerscheinentzug Selbstmord Bielstein.— Nachdem ihm der Führerschein wegen Trunkenheit am Steuer entzogen worden war, erhängte sich ein Vertreter aus Bielstein(Oberbergischer Kreis). Der Vertreter war in angetrunkenem Zustand mit seinem Motorrad gegen einen Antennenmast gefahren und gestürzt, ohne sich dabei zu verletzen. Die Polizei ordnete daraufhin eine Blutentnahme an und entzog dem Vertreter wegen Trunkenheit am Steuer den Führerschein. Dieb verdunkelte Berlin Übeltäter wollte Hochspannungskabel stehlen und verursacht Kurzschluß Herbstlicher Austitt Der Herbst ist da: die Blätter fallen, die Schatten werden länger. Weht nicht die kühle, erfrischende Luft eines Herbetmorgens aus diesem Bilde, das einer der Reiter von seinen Gefährten und ihren Pferden aufnahm? Die Hufe klappern auf dem Pflaster. Im Gegenlicht der noch tief stehenden Sonne geht der Ritt in den Morgen. „Zlegenbaron" 99 Jahre alt Münster.„Ziegenbaron“ Alfred von Renesse wurde am Dienstag 99 Jahre alt. Da man in Westfalen den Tag der Geburt mitzählt, konnte der„Ziegenbaron“ nun wirklich seinen 100. Geburtstag feiern. Berlin.— Durch einen bisher unerkannten Kabeldieb wurde in der Nacht zum Dienstag die Stromversorgung einiger Bezirke im Berliner Norden für kurze Zeit unterbrochen. Unter anderem flel der Strom für das RudolfVirchow-Krankenhaus, das Robert-KochKrankenhaus, die Ösramwerke, ein Straßenbahn-Depot und mehrere U-Bahnhöfe aus. Der nächtliche Übeltäter hatte versucht, ein Sechstausend-Volt-Hochspannungskabel in der Nähe der Torfstraßenbrücke in Wedding zu stehlen. Als er mit einem Beil auf das Kabel einschlug, wurde die ganze Umgegend durch einen starken Lichtbogen taghell erleuchtet. Ein dreißig Zentimeter langes Stück schmolz aus dem Kabel heraus, ehe es den Kurzschluß gab, der zu der Verdunklung führte. Bereits wenige Minuten danach konnten die Berliner Kraftwerke die Stromversorgung durch Umschalten auf eine andere Leitung wieder aufnehmen. UM TELEGRAMMSVII: Platssperre verhängte der Handballver-: band über Sportfreunde Neheim. Nach einem Spiel gegen Hohenlimburg- Oege war es zu Ausschreitungen der Zuschauer? gekommen. Vor 22 000 Zuschauern besiegte Wacker? Wien in London die Tottenham Hotspurs 3 mit 2:1 Toren. 2 Im dritten Spiel ihrer Englandreise 2 unterlag die Fußballelf von Borussia? Dortmund gegen Sunderland mit 2:3(1:1). Weltmeister H. G. Winkler, Olympiadritter Fritz Thiedemann, Frau Helga: Köhler und Equipenchef Dr. h. c. Rau? starteten einen Tag nach ihren bereits in New York eingetroffenen sechs Pferden zu 2 drei großen Turnieren nach USA. Zwei Geher- Weltrekorde stellte der Ungar Laszlo Somogyi mit 4:19:13,8 Stunden über 30 englische Meilen und 4:28:05.0 2 Stunden über 50 Kilometer auf. Der deutsche Bantamgewichtsmeister Schweer(Bochum) erlitt bei einem Klub 2 kampf in Bad Oeynhausen gegen den Westfalenmeister Stahl eine Niederlage durch Tiefschlag in der dritten Runde. Mit dem neuen Ostzonenrekord von 1:41,0 Minuten blieben die Mädel von Motor Zeiß Jena(Fritzsch, Clausner, We 2 ber-Dempe, Köhler) um 2,4 Sekunden unter dem vom DLV anerkannten deut 2 schen 4 mal 200-Meter-Rekord von Ein 3 tracht Frankfurt.: . Mit 17 Jahren Nationalspieler Uwe Seeler der allerjüngste Hamburg. Der Hamburger Mittelstürmel Uwe Seeler, der am 5. November erst 18 Jahre alt wird und demnach noch in der Jugend spielen könnte, ist der einzige Fußballspieler, der bereits als 17jähriger in der deutschen Nationalelf stand. Vor dem ersten Weltkrieg kamen drei junge Talente als 18jährige in die Nationalmannschaft und zwar Linksaußen Karl Wolter(Vorwärts Berlin). Verteidiger Willi Tänzer(Germania 88 Berlin) und Marius Hiller III(1. FC Pforzheim), ein hochveranlagter Halbrechter, der nach Südamerika auswanderte. Wie Uwe Seelers Klubkamerad Klaus Stürmer spielten u. a. auch Fritz Walter, Edmund Conen, Willy Arlt und Hans Fiederer als 19jährige in der deutschen Fußballelf. Noch 12 Mannschaften 41. Berliner Sechstagerennen Berlin. In der vierten Nacht des Berliner Sechstagerennens wurden die Dänen Jacobsen-Olsen wegen„unfairer Fahrweise“ aus dem Rennen genommen. Sie waren vorher zweimal verwarnt worden, als sie durch unvorsichtige Fahrweise das Feld gefährdet hatten. Der Anlaß zur endgültigen Herausnahme des Paares war ein Sturz, den Olsen verursachte und bei dem er die Fahrer Heinz Ziege und Weinrich zu Fall brachte. Jetzt sind noch 12 Mannschaften im Rennen. Der Stand am Dienstag: 1. Oeckers-van Steenbergen 79 Punkte; 1 Runde zurück: 2. Otto Ziege-Holzmann 170; 3. Strom-Patterson 155; 4. Intra-Müller 151; 5. Plattner-Schär 144; 6. Espin-Timoner 86; 7. Carrara-Forlini 67; 2 Runden zurück: 8. Jacoponelli-Heinz Ziege 192; 9. Zoll-Weinrich 92. Der erkrankte Günter Jornitz(Münster) schied am Dienstagnachmittag aus. Sein Partner Günter Otte(Berlin) fährt als Ersatzmann. Um Zuschauer- Ausschreitungen entgegenzuwirken, ordnete der Spielausschuß des Fußballverbandes Rheinland-Pfalz an, daß mindstens ein sechs Meter breiter Gang für die Spieler und den Schiedsrichter vom Spielfeld in die Umkleideräume freigehalten werden muß. Steckbrief Wir tippen im Wesf-Süd-Block 1. Schalke 04— 1. FC Köln. Schalke hat sich wieder gefunden, allerdings sind Wilmovius und Jagielski noch verletzt. Köln befriedigte letzthin nicht: es ist ungewiß, ob Hans Schäfer spielt. Vorige Saison: 1:1. 3:2. Punktestand: beide 7:7 Letzte Spiele: Sodingen— Schalke 2:4. Köln— Dortmund 2:2. Unser Tip: 1. 2, 1. FC Nürnberg— FSV Frankfurt. Bel Nürnberg fehlt Morlock für mehrere Wochen. Der FSV hat in Nürnberg noch kein Spiel gewonnen. Vorige Saison: 3:2, 2:3. Punktestand: Nürnberg 7:7. FSV 10:4. Letzte Spiele: Karlsruhe— Nürnberg 3:1, FSV— Mannheim 3:2. Unser Tip: 1. 3, 1. FC Kaiserslautern— FK Pirmasens. Der 1. FCK spielt ohne Fritz Walter und Eckel: auch Pirmasens verzelchnet mehrere Ausfälle. Vorige Saison: 4:0. 1:2. Punktestand: Kaiserslautern 16:0, Pirmasens 15:1. Letzte Spiele: 1. FCK— Neunkirchen 2:0. Pirmasens— Kreuznach 2:0. Unser Tip: 1. 4. Borussia Dortmund— Schwarzweiß Essen. Die Form beider Mannschaften schwankt. Vorige Saison: 2:3. 2:5. Punktestand: Dortmund 7:7. Schwarzwei3 9:5. Letzte Spiele: Köln— Dortmund 2:2, Schwarzweiß— Rotweiß Essen 0:3 Unser Tip: 1. 5. Jahn Regensburg— VIB Stuttgart. Daheim ist Regensburg recht stark. Der VfB spielt mit Retter und Barufka. Vorige Saison: 1:1, 1:2. Punktestand: Regensburg 6:8, VfB 8:6, Letzte Spiele: München— Regensburg 3:4, VfB— Kickers Stuttgart 2 1. Unser Tip: 2. 6. Wormatia Worms— TuS Neuendorf. Worms eilt von Sieg zu Sieg, aber auch Neuendorf ist in guter Verfassung. Vorige Saison: 2:1. 2:5. Punktestand: Worms 15:1, Neuendorf 10:6. Letzte Spiele: Spfr. Saarbrücken— Worms 0:2, Neuendorf— Spfr. Saarbrücken 9:0. Unser Tip: 1. 7. Rotweiß Essen— Preußen Münster. Rahn ist bei Rotweiß nicht dabei. Münster hat Mannschaftssorgen. Vorige Saison: 3:0, 1:3. Punktestand: Rotweiß 12:2, Münster 6:8. Letzte Spiele: Schwarzweiß Essen— Rotweiß 0:3, Münster— Dellbrück 5:3. Unser Tip: 1. 8. BC Augsburg— SpVg Fürth. Die Fürther sind zwar technisch höher einzuschätzen, doch wird der BCA kämpfen. Vorige Saison: 4:2, 0:1. Punktestand: BCA 5:9. Fürth 10:4. Letzte Spiele: Schweinfurt— BCA 2:0, Fürth— Reulingen 2:2. Unser Tip: 0. 9. Fortuna Düsseldorf— Meidericher SV. Während Fortuna endlich da ist, hat Meiderich Aufstellungssorgen. Vorige Saison: 3:0. 0:1. Punktestand: Düsseldorf 4:10, Meiderich 6:8. Letzte Spiele: Aachen— Düsseldorf 1:3, Meiderich— Herne 2:6. Unser Tip: 1. 10. SSV Reutlingen— Bayern München. Zu Hause darf man Reutlingen einen Erfols zutrauen. Punktestand: Reutlingen 9:5, München 5:9. Letzte Spiele: Fürth— Reutlingen 2:2 München— Regensburg 3:4. Unser Tip: 1. 11. Duisburger SV— Alemannia Aachen. Neuling Duisburg hat sich bisher gut geschlagen. Punktestand: Duisburg 7:7, Aachen 6:8. Letzte Spiele: M.-Gladbach— Duisburg 1:1. Aachen— Düsseldorf 1:3. Unser Tip: 1. 12. Eintracht Frankfurt— Schweinfurt 05. Die Eintracht hat sich wieder gefängen. Vorige Saison: 2:0. 2:2. Punktestand: Eintracht 9:5. Schweinfurt 8:6. Letzte Spiele: VfB Stuttgart— Eintracht 2:3, Schweinfurt— BC Augsburg 2:0. Unser Tip: 1. 13. Phönix Ludwigshafen— Mainz 05. Unser Tip: 1. 14. VfL Bochum— SV Sodingen. Unser Tip: 1. 73 Starter am Raffelberg Rennen in Mülheim(Ruhr), 20. Oktober Mülheim(Ruhr). Der Rennverein Raffelberg bietet am Mittwoch bei 73 Startern in sieben Prüfungen abwechslungsreichen Sport. Mittelpunkt ist das Berberis-Rennen(6000 DM, 1600 Meter), in dem wir nach ihrer Dortmunder Leistung hinter Kaiserkrone wiederum Orseniga(H. Bollow) vor Ericson(W. Gaßmann), Feuerball(H. Just), Gunther(O. Langner) und Orchester(H. Dünschede) in Front erwarten. Voraussagen: 1. R.: Anwalt, Marconi, Offida. 2. R.: Avelan, Fluidum, Arco. 3. R.: Orseniga, Ericson, Gunther. 4. R.: Riesenfalke, Tetuan, Fliegerin. 5. R.: Montana, Hagedorn, Damokles. 6. R.: Austernfischer, Ergo, Socola. 7. R.: Purzelbaum, Krokus, Ingbert Alteste Turnerfahne Deutschlands kommt ins Museum In einer Feierstunde in der Hamburger Jahnhalle übergab die Hamburger Turnerscnait von 1816 die älteste deutsche Turnerfahne in die Obhut der Stadt Hamburg. Die aus dem Jahr 1840 stammende Fahne wird im Museum für Hamburgische Geschichte aufbewahrt. Sie trägt die vier F noch in der alten Anordnung hintereinander, wie es zur Zeit des Turnvaters Jahn üblich war. Auf dem Bild rechts die alte Fahne; links eine neue Fahne, die der alten genau nachgebildet ist. Woher kommt die Gelbsucht? Die Krankheit der Nationalspieler— Was Dr. Loogen meint Mit militärischer Die Eishockey-Mannschaft von Dynamo Moskau in Westdeutschland Krefeld. Eei ihrem ersten Auftreten im internationalen Eishockeysport im Frühjahr des Jahres 1954 holte sich die sowjetrussische Nationalmannschaft— fast das gleiche Team, das jetzt als Dynamo Moskau die erste Gastrolle auf den westdeutschen Kunsteisbahnen gibt— in Stockholm den Weltmeistertitel. Das war eines der am meisten beachteten Ereignisse im internationalen Wintersport. Für den Kenner der Verhältnisse und vor allem für diejenigen, die jetzt die Russen in Krefeld täglich stundenlang trainieren sehen, ist das keine so ungeheuerliche Überraschung. Hockey auf Schlittschuhen mit einem Ball Bandy wurde allerdings auf ziemlich breiter Basis gespielt, so daß bei der Umstellung auf modernes Eishockey ein großer Stamm sportlich und läuferisch gewandter Spieler vorhanden war. Mit ungeheurem Fleiß und fast wissenschaftlich zu nennender Systematik begann man den Aufbau von Eishockeymannschaften und hat es heute so weit gebracht, daß man sich aus Hunderten von Vereinen die Spitzenkönner aussuchen kann Bis zum Ende des zweiten Weltkrieges war in der Sowjetunion der Eishockeysport im kanadischen Stil fast unbekannt. Man spielte das relativ friedfertige Bandy, eine Art Eine halbe Million Frauen 1 142 822 Mitglieder im Turnerbund Frankfurt. 1 142 822 Mitglieder gibt es im Deutschen Turnerbund laut Bestandserhebung 1954. Gegenüber 1953 bedeutet diese Zahl einen Zuwachs von 45 251. Beachtlich ist auch die Vermehrung der Vereine: aus 7348 wurden 7785, sechs Landesturnverbände(Niedersachsen, Bayern, Hessen, Württemberg, Rheinland, Westfalen) zählen mehr als 100 000 Mitglieder. Der Akademische Turnbund, der von Dr. Tolles nach dem Kriege aus dem Nichts organisiert wurde und als die große geistige Reserve des DTB gilt, stieg als Benjamin unter den 16 DTB-Verbänden um 10 Prozent auf 4170 Aktive und Altherren an. Die Jugend bildet auch 1954 die Mehrheit im DTB: Kinder und Schüler machen mit etwa 470 000 zahlenmäßig genau so viel aus wie die Erwachsenen. Dazu kommen noch knapp 200 000 Jugendliche. Erstaunlich stark aber ist das weibliche Element vertreten. Mit 491 774 erreicht es eine Zahl, die kein anderer Leibesübungen treibender Verband im Deutscher Sportbund aufweisen kann. Düsseldorf.„Auch der leiseste Verdacht cines Dopings während der Spiezer Tage ist absolut grundlos und ganz entschieden abzulehnen. Die Ursache der Gelbsucht, von der Kubsch, Rahn, Morlock und Fritz Walter befallen wurden, ist mit großer Wahrscheinlichkeit in Spiez zu suchen. Obwohl es in solchen Fällen erfahrungsgemäß recht schwierig ist, den wirklichen Grund festzustellen, dürfte anzunehmen sein, daß es in Spiez einen Träger des Gelbsuchtvirusses gab, dem diese Tatsache noch nicht einmal bekannt war oder ist. Es ist dabei sogar möglich, daß er nicht in dem engen Kreis der 22 Spieler oder Öffiziellen, sondern unter den Besuchern oder unter denen war, mit denen die Spieler in Berührung kamen.“ Mit diesen Feststellungen äußerte sich der frühere Oberligaspieler und ärztliche Betreuer der Weltmeisterelf, Dr. Franz Loogen. in einem SID-Interview. Damit dürfte einer Reihe von Gerüchten begegnet sein. Für eine infektiöse Erkrankung spricht auch die Tatsache, daß bei drei Befallenen die körperliche Widerstandskraft durch vorhergegangene andersartige Krankheiten sehr stark herabgesetzt war. Rahn hatte 14 Tage vorher eine fiebrige, eitrige Mandelentzündung, Morlock befiel drei Wochen vorher eine fiebrige Erkältung, während sich Fritz Walter acht Tage vor dem Auftreten der Gelbsucht die Mandeln entfernen ließ. Ganz entschieden wandte sich der Düsseldorfer Internist gegen die geringste Möglichkeit eines Dopings; die Spieler hätten nur— wie bei jedem Sportler üblich — Traubenzucker und Vitamine erhalten. Der SV Darmstadt 98 gewann die 12,8 Kilometer lange Straßenstaffel„Tour de Dudelange“(Luxemburg) vor Daring Club Brüssel, Spora Luxemburg und fünfzehn weiteren Mannschaften. Overwien(Essen), Schnepf(Kreuznach), Martin Mildt(Lübeck), Nieling(Düsseldorf), Klein(Bergisch Gladbach) und Willi Forster (Würzburg) sind die Teilnehmer für die Südamerikafahrt der Turner, die Anfang November für drei Wochen nach Brasilien reisen Absolute Unterordnung Das hervorstechendste Merkmal ist die absolute Unterordnung des Spielers unter das Mannschaftsprinzip. In exakten Kombinationen, die sich auf eine überraschende Laufschnelligkeit stützen, pflegen die Russen mit allen Feldspielern zugleich anzugreifen, verteidigen aber auch ebenso konsequent mit der gesamten Mannschaft. Das setzt eine Kondition voraus, wie man sie nur in einem überaus harten und gewissenhaften Training erwerben kann. Wenn man jedoch weiß, daß die Russen ihre Spitzenspieler täglich sechs bis acht Stunden(als Ausgleichsübung wird Basketball und Gymnastik betrieben) mit fast militärischer Gründlichkeit trainieren, dann versteht man auch, daß die Spieler eine ungeheuer große Kondition bekommen. Der deutsche Eishockey- Exmeister Krefelder EV gab seine Zusage, in Rußland und der CSR zu spielen. Geplant sind Ende Januar 1955 drei Spiele in der UdSSR. Schuljugend äußerst gefährdet Tägliche Sportstung genügt nicht! Düsseldorf. Unter der Überschrift„Die tägliche Turnstunde genügt nicht!“ weist die Allgemeine Deutsche Lehrerkorrespondenz auf das erschütternde Ergebnis einer Untersuchung der Orthopädischen Universitätsklinik in Hamburg hin, bei der unter 2500 Schulkindern 42 Prozent mit Haltungsfehlern festgestellt wurden— bei den Jahrgängen des zehnten und elften Schuljahres sogar fast 50 Prozent. Um die kommende Generaton nicht zu Krüppeln werden zu lassen, forderte Professor Mau umfassende Vorbeugungsmaßnahmen, wobei zur unabdingbaren täglichen Turnstunde die Ausbildung der Turnlehrer auf medizinischem Bereiche kommen muß. Weiterhin muß das Schulgestühl den ärztlichen Forderungen angepaßt und das Arbeitspensum in den Schulen so aufgelockert werden, daß es von der sitzenden Arbeitsweise wegfiihrt. Rekord der Kraftwagenproduktion Bisher höchste Monatserzeugung— Rund 49 000 Wagen fertiggestellt Frankfurt(Main).— Neun Werke der Automobilindustrie in der Bundesrepublik erreichten im September ein Produktionsergebnis von insgesamt 45 497 Personenkraftwagen. Einschließlich der noch ausstehenden Produktionsmeldungen kann die Pkw-Produktion für September auf rund 49 000 Einheiten veranschlagt werden. Allein das vorliegende Teilergebnis von 45 497 Personenwagen stellt bereits einen neuen Produktionsrekord dar, der die bisher höchste Monatserzeugung dieses Jahres von 43 678 Pkw im März erheblich übersteigt. Für die ersten drei Quartale ergibt sich eine vorläufige Gesamtproduktion der Bundesrepublik von 371 177 Personenkraftwagen gegenüber einem Ausstoß von 266 215 Einneiten in der gleichen Zeit des Vorjahres. Die Jahresproduktion 1953 von 369 140 Pkw wurde damit bereits um mehr als 2000 Fahrzeuge überschritten. Gesamtausfuhr des Kalenderjahres 1953 in Höhe von 177 493 Fahrzeugen. Der Export der gleichen Vorjahrszeit von 126 058 Einheiten wurde um rund 62 Prozent übertroffen. Damit wurden im Zeitraum Januar/September 1954 rund 42 Prozent der westdeutschen Automobilproduktion von insgesamt 188 079 Einheiten exportiert. Von zehn neuen Wagen gingen also vier ins Ausland. Unterstützung für Alweg-Bahn Bonn.— Bundeskanzler Dr. Adenauer empfing in Gegenwart von Bundeswirtschaftsminister Professor Erhard im Palais Schaumburg den schwedischen Großindustriellen Axel Wenner-Gren. Wenner-Gren ist in der Bundesrepublik durch die AlwegBahn bekanntgeworden, deren Versuchsgelände in der Nähe von Köln liegt. Bei den Gesprächen in Bonn wurde ihm zugesichert, daß die Bundesregierung seine Absicht, im Bundesgebiet möglichst bald eine Alweg-Stadtbahnstrecke einzurichten, fördern wird. Heizöl behindert Kohlenabsatz Von 10 Autos vier ins Ausland Einen erfreulichen Ausfuhrerfolg kann die westdeutsche Autoindustrie nachweisen: Mit rund 203 700 Einheiten lag der Export fabrikneuer Automobile in den ersten neun Monaten 1954 bereits um 15 Prozent über der Paris.— Die Haldenbestände der französischen Zechen in absatzfähiger Kohle erreichten am 10. Oktober 3,145 Millionen Tonnen und damit ihren höchsten Stand seit dem Kriege. Für die nächsten vier Wochen werden voraussichtlich zwei weitere Feiertage eingelegt werden müssen. Bisher wurde an zehn Tagen in diesem Jahr infolge der Absatzkrise keine Kohle gefördert. Für den schleppenden Kohlenabsatz ist in erster Linie der steigende Verbrauch von Heizöl in der Industrie verantwortlich. Neuerdings ist auch französische Magerkohle schwer verkäuflich, da für den Hausbrand seit Einführung des gemeinsamen Marktes in steigendem Maße belgischer und Ruhranthrazit verlangt wird. Richtlinien für die Vertellung von Messekontingenten bei Auslandsmessen und-ausstellungen sind in Besprechungen zwischen dem Bundeswirtschaftsministerium und Vertretern des Auswärtigen Amtes, des Bundesernährungsministeriums und der Wirtschaft festgelegt worden. Zweck der Besprechungen war, elne möglichst allen deutschen Firmen befriedigende Vertellung zu erreichen. Das Antragsverfahren hat sich nicht geändert Rheinisch-Westlälische Börse Am Eiermarkt klettern die Preise Düsseldorf, 19. Oktober. Tendenz: Unsicher. Industrie-Aktien Accu-Hagen 131 b2 AEG 185 bz Allgem. Hoch-& Ing. Karstadt 187 bz Kaufhof 203 bz Krefft Mannesmann 145 bz 131 bz G rep.Mülheimer Berg 127 bz Badische Anilin 194 bz Nordwestd. Hütten 133 bz Balcke Masch. 158 bz G Rh. Braunkohle 185½ bz Bergb. Ew. Ludw.— Br Rheinstahl 243 bz BMW 123 bz RWE 178½ bz Bemberg 122 bz Br Rheinmetall 25 bz Beton-& Monier— G Rheinpreußen 142 bz Bosw.& Knauer 130 bz GRheinst.-Union 147 bz G Buderus 155 bz Burbach— Busch Jaeger 238 G Cassella 250 bz G Conti-Gummi 191 bz Consolidation 133 bz G Daimler 189 bz G Demag 200 Br Dt. Conti Gas 178 G Dt. Erdöl 147 bz G Didier— G Dortm. Akt. Br. 200½ bz Wintershall 172 bz Dortm. Ritter Br.— G Zellwald 139 bz Br Dortm. Union— Bank-Aktien Dynamit Nobel— Br Commerzbank Liqui Essener Steink. 115½bzG 11 bz Br Farbenf. Bayer 197 bz Bankverein Westd. Salzdetfurth 177 bz Schering 233 bz G Schiess 159 bz Schwabenbräu 149 G Siem. Stämme 203½ bz Siem. Vorzüge 197 bz Stamag 136½ bz Ver. Dt. Nickel 163 bz Br Ver. Rumpus— Ver. Stahlwerke 75½ bz Wasser-Gelsenk. 161 bz G IG Farben Liqui 46 bz Feldmühle 201 bz G Felten— Br Goldschmidt 129¾ G Harpener 117 bz Hindrichs Auff. 72 bz Hochtief 143 bz G 186 bz G Deutsche Bank Liqui— Rheinisch-Westf. Bank 185 bz G Dresdner Bank Liqui— Rh.-Ruhr-Bank 184 bz G Freiverkehr Hoechster Farben 194 bz Chemie-Faser Inh. 125 Br Hoesch— Nordd. Lloyd 45-49 Kabel Rheydt— Phrix-Inh. 52½/-56½ Kali-Chemie 181½ bz Rhein, Kunstseide 97-103 Phrix Namens 45.47 Schulth. Stämme 311/-35½ Eisen- und Hüttenwerke 107, Stahlwerke Bochum 115, Bergbau Neue Hoffnung 114. Beteiligungs-Ges. Ruhirort 255, Gutehoffnungshütte Aktienv. 160. Hüttenwerke Oberhausen 129, Altenessener Bergwerks 114, Hoesch-Werke 123¼, Industriewerte 113, Bergwerke KönigsbornWerne 116. Klöckner-Humboldt-Deutz 166, Nordwestdeutsche Hütten 133. Stahlwerke Südwestfalen 136½ bz G, August- Thyssen- Hütte 123, Deutsche Edelstahlwerke 145¼, Dortmund-Hörder Hütten 116¼, Gelsenkirchener Bergwerks 123¼, Gußstahl Bochumer Vereln 119, Gußstahl Witten 18., Hamborner Bergbau 116, Handelsunion AG 191. Hüttenwerke Phoenix 141¼, Hüttenwerke Siegerland 132 G, Niederrheinische Hütte 132, Rheinische Röhrenwerke 155, Rheinisch-Westf. Eisen 147¼, Ruhrstahl 152, Zeche Erin 210. Übermittelt vom Bankverein Westdeutschland DM-West— DM-Ost Frankfurt(Main). Die Wechselstuben kaufen 470 DM-Ost für 100 DM-West und verkaufen 100 DM-Ost für 22,59 DM-West. Marktlage fest— Kühlhauseier aus Düsseldori— Der Eiermarkt ist in der letzten Woche sehr fest geworden. Holland konnte seine Bestände weitgehend durch Lieferungen nach Deutschland und England räumen und stellte dementsprechend höhere Preisforderungen. Die deutsche Erzeugung wird in der Masse im Erzeuger-VerbraucherDirektverkehr umgesetzt. Im Industriegebiet sind deutsche Eier nur vereinzelt im Handel. Kühlhauseier aus Australien und Argentinien werden erwartet. Auch wird die holländische und deutsche Eierproduktion langsam zunehmen. Trotzdem dürften die Preise und die Tendenz vorerst fest bleiben, obgleich nicht abzusehen ist, ob der Verbraucher den Konsum angesichts der höheren Preise einschränken wird. Deutsche Eier wurden im Erzeuger-Verbraucher-Direktverkehr unsortiert mit 23— 24 Dpf gehandelt, vorsortierte Ware mit 26 Dpf. Die Samimler der Kennzeichnungsstellen zahlten um 21 Dpf bei Abnahme ab Hof. Die Umsätze sind sehr klein. An den Wochenmärkten wurden überwiegend bei kleinen Australien und Argentinien erwartet deutschen Angeboten folgende Preise beobachtet: Deutsche Ware: Gewichtsklasse S— 27— 28, A= 26— 27, B= 25— 26, C— 24— 25 DDI.— Ausländische Ware: Gewichtsklasse C= 30, 1= 27— 29, 2= 26— 27, 3= 25— 26, 4- 23— 24, 5= 19 Dpf. Beruhigung am Schrottmarkt Düsseldorf.— Im. September sind 90 000 Tonnen Schrott in die Bundesrepublik importiert worden, von denen die Hütten bereits 60 000 Tonnen erhalten haben. Die Schrottausfuhr ging im gleichen Monat auf 36 000 Tonnen zurück. Die Schrottversorgung hat sich daher nach Mitteilung des Schrotthandels wesentlich gebessert. Die Lieferungen des Handels erreichten im September insgesamt 482 000 Tonnen gegenüber 467 000 Tonnen im August. Trotz dieser hohen Lieferungen haben sich die Bestände beim Handel erhöht, nach vorläufigen Ermittlungen um etwa 25 000 Tonnen. Man rechnet auf Grund der noch zu erwartenden hohen Importe weiterhin mit einer guten Schrottversorgungslage. Erhöhte Nachfrage nach Möbeln Mit weiterem Anstieg zu rechnen— Ausfuhrgeschäfte nur sehr schwach Hamburz— Der Möbelhandel des Bundesgebietes verzeichnete im laufenden Jahr bisher eine leichte Umsatzausweitung gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres. Nach monatlich durchgeführten Repräsentativerhebungen des Möbelfachverbandes beträgt sie bel 130 Firmen etwa 10 Prozent. Es ist daher zu erwarten, daß das günstige vorjährige Umsatzergebnis von rund 2 Milliarden DM 1954 übertroffen werden wird. Wie vom Hamburger Möbelfachhandel verlautet, ist mit einem weiteren Anstieg zu rechnen, solange der Wohnungsbau im gegenwärtigen Umfang fortgesetzt wird. Ausfuhrgeschäfte werden nur gelegentlich, namentlich von süddeutschen Firmen abgeschlossen. Dabei handelt es sich vornehmlich um besonders wertvolle Stücke, für die vor allem in der Schweiz, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden Interesse besteht. Bundeskanzler Dr. Adenauer und der amarikanische Hohe Kommissar Dr. Conant unterzeichneten in Bonn das am 2. August paraphierte deutsch-amerikanische Off-Shore-Steuerabkommen. Es muß noch von den gesetzgebenden Körperschaften ratifiziert werden und tritt nach Austausch der Ratifikationsurkunden in Kraft. Auf die wiederholten Vorstellungen des IGFarben- Liquidationsvorstandes hin haben sich nunmehr die Alllierten damit einverstanden erklärt, daß die IG.Farben-Liquidationsanteilscheine ab sofort wie sonstige Inhaberaktien gehandelt werden können. In Wien sind Verhandlungen zwischen dem Ostausschuß der deutschen Wirtschaft und der rumänischen„Agro-Export“ über die Verlängerung der laufenden Warenvereinbarung vom 8. Februar 1954 vorgesehen. Vor Mitgliedern der Vereinigung industrielle Kraftwirtschaft forderte Generaldirektor Dr. Reusch in Essen die unverzügliche Wiederaufnahme der Vorarbeiten für eine Energierechtsreform. Die Ausschüttung der Reichsmarkaktien der Rheinische Stahlwerke AG. aus dem Besitz der ehemaligen IG-Farben beginnt noch im Oktober. Die Kapazität der westdeutschen Bauwirtschaft kann in den kommenden Jahren nur noch wenig ausgeweitet werden, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung feststellt. Die Leistungen wurden gesteigert Leichtathletische Vereins-Meisterschaften im Turnverein Olpe Erst stottert der Kunde- dann der Kaufmann Arbeitsgericht sieht Rechtsgrundlage bei Raten-Geschäften anders Olpe. Vom Wetter nicht allzusehr begünstigt, wurden die diesjährigen leichtathletischen Vereinsmeisterschaften des Tv Olpe am Sonntagmorgen auf dem Platz des Städt. Gymnasiums durchgeführt. Etwa 40 Turner, Turnerinnen und Jugendturner traten an, um ihre Kräfte im Dreikampf zu messen und den Vereinsmeister zu ermitteln. Die Leistungen haben sich gegenüber dem Vorjahre wesentlich gesteigert. Wenn von dem jungen W. Clemens die 100 Meter bei schwerem Boden in 11,6 Sek. gelaufen wurden, der Weitsprung nahe bei der 6Meter-Grenze lag und die Kugel über 9 Meter weit gestoßen wurde, so hat man die berechtigte Hoffnung, die Leichtathletik im Tv Olpe wieder auf einen Stand zu bringen, wie das vor etwa 20 Jahren der Fall war. Am stärksten waren die Nachwuchsturnerinnen vertreten mit guten Leistungen im 75-Meter-Lauf und im Weitsprung. Hier wurde mit Abstand Roswitha Arndt die Beste. Bedauerlich war es, daß Turnerinnen über 20 Jahre nicht vertreten waren. Hier klafft eine Lücke in den Reihen der Turnerinnen, die man zu schließen sich bemühen sollte. Auch die Jugendturner, vor allem die. lie in Kürze zu den Turnern eingereiht werden, warteten mit sehr guten Leistungen auf. So lief Emil Müller die 100 Meter in 11,8 Sek., im Weitsprung erreichte er 5,75 m und die 10-Pfd.-Kugel stieß er 12,25 m weit. Beachtlich ist auch die 100-Meter-Zeit von 12 Sek. des 16jährigen Peter Heuer. Außerdem wurden 400 Meter, 3000 Meter und 20 Platzrunden gelaufen, wobei der 16jährige Jürgen Wiese die 3000 Meter in der für seine Jugend sehr guten Zeit von 12,15 Minuten durchlief. Im Rahmen eines Familienabends im „Westfälischen Hof“ wurde dann von Oberturnwart A. Müller die Siegerehrung vorgenommen, der u. a. erklärte, daß die leichtathletischen Vereinsmeisterschaften bereits ein feststehender Teil des Jahresprogramms des Turnvereins geworden seien. Von Jahr zu Jahr steigerten sich nicht nur die Teilnehmerzahlen, sondern auch die Leistungen. Er richtete an alle Turner und Turnerinnen den Appell. sich noch intensiver mit der Leichtathletik zu beschäftigen. Nachdem die ersten Sieger jeder Gruppe mit einem Natureichenkranz ausgezeichnet worden waren, schloß die Siegerehrung mit einem alten Turnerlied. Turnwart H. Brüning nahm die Gelegenheit wahr, Turner und Turnerinnen zu intensiver Schulung anzuhalten. Aus der Siegerliste Dreikampf Turner: 1. W. Clemens 297 Punkte; 2. K. Heuer 271 Punkte; 3. P. Mölbrt 261 Punkte; 4. H. Spichate 222 Punkte.— Dreikampf Altersturner: 1. J. Neuhaus 303 Punkte; 2. J Kramr 302: 3. A. Müller 258; 4. J. Dietrich 249; 3. H. Brüning 257.— Dreikampf Turnerinnen: 1. R. Arndt 303 Punkte; D. Deimel 277; L. Kebbekurs 269; U. Schweighöfer 260; D. Kögler 252; R. Müller 247; I Fröhling 243; G. Gramsch 241; T. Wurm 240; E. Kramer und R. Gülz 236; E. Schwambera 234; U. Theile 222; G. Maag 218; K. Tampier 182; H. Krüger 137.— Dreikampf Jugendturner: 1. E. Müller 343 Punkte; R. Zimmermann 322; P. Schneidr 306; Fr. Mauthe 296; P. Heuer 291; E. Waterkamp 268; H. Chimiotti 262; J. Wiese 229; A. Wolf 202; D. Müller 183. — 400-Meter-Lauf: 1. E. Müller; es folgen E. Waterkamp, P. Heuer, A. Wolf, D. Müller.— 20 Runden: 1. R. Zimmermann, gefolgt von H. Spichate und Fr. Mauthe. Pokalspiele für den 17. November Kreis Olpe. Die zweite Pokalrunde der Bezirksklassenmannschaften wurde für den 7. November bereits wie folgt von den Instanzen festgesetzt: FC Altenhof— FC Kreuztal, TuS Erndtebrück— TuS Feudingen, TuS Drolshagen— SpV 04 Attendorn, Eintracht Siegen— SC Gernsdorf, SpV 08 Langenau— SV Altenseelbach, Germ. Mudersbach— TuS Wilgersdorf. TuS Eisern spielt gegen den Sieger der Begegnung VfR Siegen— Spfr. Möllmicke, die am 31. Oktober in Siegen stattfindet. heute um 20 Uhr im Pfarrheim den historischen Farbfilm„Jungfrau von Orleans“. Kreis Olpe. Ein Geschäftsmann versuchte durch eine Klage beim Arbeitsgericht die zwangsweise Eintreibung von Teilzahlungsraten durch das Lohnbüro eins großen Industriewerkes zu erreichen. Die Leitung dieses Werkes hatte zuvor mit ihrem Betriebsrat vereinbart, keine freiwilligen Lohnabtretungen ihrer Belegschaftsmiglieder mehr anzuerkennen und in allen zukünfigen Fällen nur noch dann Teile des Lohnes einzubehalten, wenn dazu ein gerichtliches Vollstrekkungsurteil vorliegt. Der Geschäftsmann war— wie das leider in den letzten Jahren so oft geschieht— an einen faulen Kunden geraten. Er hatte die Ware dem Käufer gegen eine Lohnabtrittserklärung und bestimmten, vorher vereinbarten Teilzahlungsraten verkauft. Als nun der Geschäftsmann infolge des genannten Werksbeschlusses durch das Lohnbüro kein Geld mehr überwiesen erhielt, klagte er vor dem Arbeitsgericht gegen die Firma seines Schuldners. Man wies seine Klage ab. Er wandte sich mit seiner Berufung an das Landesarbeitsgericht;— zwar mit dem gleichen Mißerfolg, doch räumte man ihm die Revision vor dem Bundesarbeitsgericht ein,„wegen der grundsätzlichen Bedeutung dieses Falles“. Darauf verzichtete der Kläger. Der Mut hatte ihn verlassen. Das Urteil wurde rechtskräftig. Es liegt die Vermutung nahe, daß der Geschäftsmann diese Klage entweder als „Vorhut“ eines Finanzierungsinstituts— diese Unternehmungen sehen in den Lohnbüros vielfach kostenlose und bequeme Geldeintreiber— oder nach Rücksprache mit seinen in gleicher Lage befindlichen Geschäftspartnern angestrebt hat. Der Prozeß ist in seinem Ergebnis darum vielfach interessant. Er beweist zunächst, daß das„Gewohnheitsrecht“ im Teilzahlungsgeschäft beim„Kräftemessen“ mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch unterlag und somit die Geschäftsleute vor zukünftiger Unachtsamkeit gewarnt sind. Der Prozeß zeigte aber recht deutlich das Gegenteil der vielen Behauptungen von dem reibungs- und ordnungsmäßigen Ablauf der Ratenzahlungsgeschäfte, wie sie den Kunden immer wieder in Prospekten und Anzeigen suggeriert werden. Manches ist daran verbesserungsfähig. Im vorliegenden Falle haben Arbeitsund Landesarbeitsgericht die Lohnabtrittserklärung zugunsten des Gläubigers, auf Grund dessen dieser vielleicht nur den Kaufvertrag abgeschlossen hat, für null und nichtig erklärt. Dem Kaufmann ist ein Schaden entstanden, den er womöglich in einigen Jahren nicht„ausbügeln“ kann. Bilstein. Gefunden wurde ein Herrenschal. Der Verlierer kann sich im Gemeindebüro melden. Spara-Vortrag Grevenbrück. Einen Vortragsabend veranstaltet die Spara-Gruppe GrevenbrückOlpe heute um 20 Uhr in der Realschule. Es spricht Karl Noss von den VillosaWerken in Hagen über die Herstellung von Süßaren aller Art und deren Bedeutung für die Wirtschaft. Heimabende des SGV Meggen. Die SGV-Abteilung will künftig im Jugendheim wieder in jeder Woche einen Heimabend abhalten. Der erste Heimabend dieses Winterhalbjahres fand bereits am vergangenen Donnerstag statt. An dem Abend hielt Bezirksjugendwart Günter Kunert aus Serkenrode einen Lichtbildervortrag über das Salzkammergut. Zu allen Heimabenden sind auch Nichtmitglieder herzlich willkommen. Statt Karten Für die Glückwünsche und Aufmerksamkeiten zu unserer Silberhochzeit und Vermählung danken wir allen herzlich. THEO FLACK UND FRAU Paula geb. Wurm HELMUT FLACK UND FRAU Brigitte geb. Bender Olpe. im Oktober 1954 ) Statt Karten Für die uns beim Tode meiner lieben Frau und unserer guten Mutter entgegengebrachten Beweise der Teilnahme, für alle Meß-, Kranz- und Blumenspenden sprechen wir auf diesem Wege unseren tiefempfundenen Dank aus. ANTON KLEINE UND KINDER Das Sechswochenamt findet statt am Sonntag, dem 24. Oktober, morgens 9.30 Uhr in der St. MartinusPfarrkirche Olpe. n Verding der Kreissollen die Zum Anbau und Umbau des Bürogebäudes handwerkerschaft in Olpe, Martinstraße 10, Schreinerarbeiten vergeben werden. Angebotsformulare können, soweit vorrätig, durch den Architekten BDA Sondermann in Olpe bezogen werden. Die Angebote sind bis zum 27. Oktober, mittags 12 Uhr, an den Unterzeichneten einzureichen, woselbst die Eröffnung der Angebote im Beisein der etwa erschienenen Bieter erfolgt. P. Sondermann, Architekt BDA Öffentliche Ausschreibung Für den Neubau der vierklassigen Volksschule in Heinsberg werden die a) Zimmerarbeiten b) Dachdeckerarbeiten c) Klempnerarbeiten öffentlich ausgeschrieben. Eröffnungstermin: 28. Öktober 1954 a) 10.00 Uhr b) 10.30 Uhr c) 11.00 Uhr Angebotseröffnungen beim Staatshochbauamt Siegen. Angebotsunterlagen sind gegen Zahlung eines Unkostenbeitrages von je 2,50 DM beim Staatshochbauamt Siegen, Unteres Schloß 2, erhältlich. Der Vorstand des Staatshochbauamtes Siegen E Suche jeden Posten Weihnachtsbäume 1 bis 2,50 m lang(auch zur Selbstfällung). Telefon 580 Grevenbrück Mädchen oder Frau für halbe Tage bei guter Behandlung und Bezahlung gesucht. Zu erfragen unter Nr. 1079 beim Sauerl. Volksblatt Olpe. Ehrliches, fleißiges Mädchen für sofort gesucht. Gasthof Ratskeller Attendorn, Kölner Straße Möbl. 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